VACUHEAT Verwaltungsgesellschaft mbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Bogislav Claus Malte Dr. Wilmers-Rauschert seit 18.12.2025 | Prokura |
Frank Siebert seit 1.7.2025 | Prokura |
Roland Krämling seit 14.2.2025 | Prokura |
Helmut Dr. Becker seit 23.4.2024 | Geschäftsführer |
Tim Ostermann seit 15.8.2023 | Geschäftsführer |
Matthias Wälzlein seit 12.8.2022 | Prokura |
Jörg Reimund Wittich seit 9.9.2021 | Geschäftsführer |
Volker Hermann Dr. Heuer seit 26.2.2021 | Prokura |
Michael Josef Hohmann seit 24.8.2020 | Geschäftsführer |
Jörg Molz seit 31.8.2017 | Prokura |
Markus Dr. Baumann seit 8.1.2015 | Prokura |
Albrecht Höfler seit 7.1.2014 | Prokura |
Ulrich Biebricher seit 8.2.2008 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
AMG Advanced Metallurgical Group N.V. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
ALD Vacuum Technologies GmbHHanauJahresabschluss zum 31. Dezember 2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Inhaltsverzeichnis GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS Tätigkeitsbereiche und gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen Forschung und Entwicklung Beschäftigte WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Regionale Trends in den wesentlichen Absatzmärkten Trends in Teilmärkten und Geschäftssegmenten Leistungsindikatoren Vermögens-, Finanz- und Ertragslage PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Prognosebericht Chancenbericht Risikobericht GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS Tätigkeitsbereiche und gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen Die ALD Vacuum Technologies GmbH ("ALD") mit Sitz in Hanau hat in der ALD Gruppe eine zentrale Stellung: Sie hält direkt oder indirekt die Anteile an den zur ALD Gruppe gehörenden Gesellschaften und ist zugleich deren größte operative Gesellschaft. ALD ist weltweit ein Markenbegriff für innovative Vakuum-Technologie auf höchstem Niveau und einer der führenden Anbieter von Vakuum-Anlagen und Vakuum-Verfahrenstechnik. Wir bedienen im Wesentlichen den Großteil der Anwendungsbereiche der Vakuum-Metallurgie mit High-Tech-Produkten und Dienstleistungen. Unsere Tochtergesellschaften sind daneben auch in dem Bereich Vakuum-Wärmebehandlung-Dienstleistungen ("Heat Treatment Services") tätig. [1] Die ALD Gruppe liefert ihre Produkte an eine Vielzahl von Geschäftspartnern nahezu überall auf der Welt. Das operative Geschäft der ALD stellt einen wesentlichen Ausschnitt des globalen Gesamtgeschäfts der ALD Gruppe dar. Mit den von uns weiterentwickelten und angebotenen Umschmelz- und Gießtechnologien werden hochwertige und hochreine Werkstoffe und Legierungen erzeugt. Zum Schwerpunkt gehören Stähle und Sonderlegierungen auf Nickelbasis oder Sonderwerkstoffe unter anderem Titan, Titanlegierungen, Tantal, Molybdän oder Niob und die daraus erzeugten Blöcke, Ingots, Feingussteile und Metallpulver. Die vielfältigen Anwendungen werden in der Luft- und Raumfahrt, der chemischen Industrie, der Energiegewinnung und der Elektronikindustrie genutzt. Eine herausragende Stellung nehmen dabei Verfahren und Anlagen zum Beschichten von Turbinenteilen ein. [2] Moderne und ständig weiterentwickelte Technologien und Systeme in der Wärmebehandlung und zum Sintern tragen zur Reduzierung der Kosten in den weiteren Arbeitsschritten bei. Die dafür angewandte Vakuumtechnik findet ihren Einsatz vor allem im Automobil- und Getriebebau und unter anderem in der Werkzeugindustrie. Die ALD baut auf der Basis von Vakuum-Verfahrenstechnologie im Wesentlichen Anlagen für die folgenden Märkte:
94,9% der Anteile an der ALD werden von der AMG Technologies GmbH, Frankfurt am Main, und 5,1% von der AMG Critical Materials N.V. ("AMG N.V."), Amsterdam/ Niederlande (oberstes Mutterunternehmen), gehalten. Zwischen der VACUHEAT GmbH, Limbach-Oberfrohna, und der ALD sowie zwischen der ALD und der AMG Invest GmbH (oberstes deutsches Mutterunternehmen) bestehen Ergebnisabführungsverträge. Es besteht ein steuerliches Organschaftsverhältnis zwischen der AMG Invest GmbH (= Organträger) und der ALD sowie der VACUHEAT GmbH (= Organgesellschaften). Forschung und Entwicklung Zum 31. Dezember 2023 waren 18 Mitarbeiter mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten beschäftigt. Daneben werden weitere Mitarbeiter aus den Bereichen mechanische und elektrische Konstruktion sowie dem Bereich Automation und Industrial IT, entsprechend dem jeweiligen Bedarf, für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten eingesetzt. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 3,1 Mio. €. Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände in Höhe von 2,2 Mio. € aktiviert. Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung konzentrierten sich im Berichtsjahr im Wesentlichen auf folgende Schwerpunkte:
Beschäftigte Unsere Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg unseres Unternehmens. Wir wollen Talente gewinnen, halten und sie dabei unterstützen, sich weiterzuentwickeln. Die Basis dafür ist eine offene Führungskultur. Mit variablen Entgeltbestandteilen beteiligen wir unsere Mitarbeiter am Unternehmenserfolg. Die Höhe des variablen Anteils bestimmt maßgeblich der wirtschaftliche Erfolg der ALD. [5] Im Jahr 2023 waren durchschnittlich 523 Beschäftigte bei der ALD tätig. Nichtfinanzielle Erklärung nach § 289f Abs. 4 HGB In Übereinstimmung mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat die ALD Zielgrößen für den Frauenanteil in der Geschäftsführung und den nachfolgenden Führungsebenen sowie für deren Umsetzungsfrist festgelegt. Eine Erweiterung der Geschäftsführung ist gegenwärtig nicht geplant. Die Amtsdauer der gegenwärtigen Geschäftsführung läuft jeweils wie folgt: CEO: 31.07.2025, CFO: 30.06.2026, CHRO: 31.03.2027 und CTO: 08.08.2027. Bei Ausscheiden auf Grund natürlicher Fluktuation (z.B. Pensionierung) wird die Ausschreibung geschlechtsneutral erfolgen, so dass die geplante Frauenquote spätestens bis zum 31.12.2028 25% beträgt. Die Frauenanteile in der ersten bzw. zweiten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung betragen zum 31.12.2023 5,26% bzw. 17,95%. Die Geschäftsführung hat für die Frauenanteile in der ersten bzw. zweiten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung Zielgrößen von 5,26% bzw. 17,95% bis zum 31.12.2028 festgelegt. WIRTSCHAFTSBERICHT Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gemessen am Bruttoinlandsprodukt wuchs die Weltwirtschaft um 3,2% (Vj. 3,4%). Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigte sich relativ widerstandsfähig gegenüber der sich im letzten Jahr andeutenden Rezession; sie weist aber erhebliche regionale Unterschiede ab. Die in 2023 weiterhin in vielen Ländern hohen Inflationsraten und steigende Zinsen haben die Entwicklung des Wirtschaftswachstums belastet. Die nur langsam zunehmende Industriegüternachfrage und damit auch die Industrieproduktion entwickelten sich in 2023 schwach. [6] Der reale Weltmaschinenbauumsatz hat sich dementsprechend in 2023 nicht verbessern können (Gj. geschätztes reales Wachstum: 0%, Vj. 1%). [7] Regionale Trends in den wesentlichen Absatzmärkten Europa Das preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt des EURO-Währungsraums stieg in 2023 um 0,4% (Vj. 3,5%) während sich Deutschlands preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt um 0,3% (Vj. +1,8%) verminderte. [8] Die Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland haben im Jahr 2023 ihr Vorjahresniveau um real 12% verfehlt. Hohe Inflationsraten und Zinsen in vielen Ländern haben neben den Kriegen die Weltkonjunktur stark belastet. Die Neuaufträge aus den EURO-Partnerländern gingen um 16% zurück, aus den Nicht-EURO-Ländern kamen 11% weniger Aufträge. Auch aus dem Inland kamen keine Impulse, hier ging der Auftragseingang um 11% zurück. [9] In der Europäischen Union wuchs die Maschinenproduktion in 2023 um durchschnittlich 1% (Vj. +5%). [10] Auch wenn ALD von dieser Entwicklung nicht unbeeinflusst geblieben ist, entwickelte sich die ALD entgegen des Trends in Europa, u.a. aufgrund der starken Spezialisierung des Produktportfolios, positiv. Die Auftragseingänge erhöhten sich von 52,9 Mio. € um 35,9 Mio. € auf 88,8 Mio. € deutlich. Der Anteil am Gesamtauftragseingang aus Europa beträgt im Geschäftsjahr 2023 36,3% (Vj. 27,8%). USA Die Wirtschaftsleistung der USA stieg um 2,5% (Vj. +2,1%) im Vergleich zum Vorjahr. [11] Die Auftragseingänge des US-Maschinenbaus sank in 2023 um geschätzt 4% (Vj. +9%) im Vergleich zum Vorjahresergebnis. [12] Im Geschäftsjahr 2023 erhöhte sich der Auftragseingang aus den USA überproportional, um 29,4 Mio. € auf 111,5 Mio. € (Vj. 82,1 Mio. €). Der Anteil am Auftragseingang beträgt im Geschäftsjahr 2023 45,5% (Vj. 43,0%). Asien China verzeichnete in 2023 erneut ein Wirtschaftswachstum (Gj. 5,2%, Vj. 3,0%). [13] Das chinesische Wirtschaftswachstum hat nach der COVID-bedingten Schwächephase der Vorjahre wieder Fahrt aufgenommen, hat allerdings nicht die Stärke der Vergangenheit wiedererlangt. Der Produktionszuwachs des Maschinenbaus in China lag bei nur rund 2% (Vj. +7%) im Vergleich zum Vorjahr. [14] Indiens preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt stieg um 7,8% (Vj. +6,8%). Die ASEAN-5-Staaten (u.a. Malaysia, Vietnam, Thailand, Philippinen und Indonesien) steigerten ihre Wirtschaftsleistung um 4,1% (Vj. +5,5%). Japans Wirtschaftsleistung stieg in 2023 um 1,9% (Vj. +1,1%). [15] Die Auftragseingänge des Japanischen Maschinenbaus sanken in 2023 um rund 7% nach einem Anstieg von 5% im Vorjahr. [16] Die Auftragseingänge aus Asien haben sich im Geschäftsjahr 2023 um 10,7 Mio. € (-19,4 %) auf 44,2 Mio. € (Vj. 54,9 Mio. €) vermindert. Der Anteil am Auftragseingang beträgt im Geschäftsjahr 2023 18,1 % (Vj. 28,8%). Trends in Teilmärkten und Geschäftssegmenten Luft- und Raumfahrt Die Anzahl ausgelieferter Flugzeuge ebenso wie der Wert der abgerechneten Auslieferungen stieg in 2023 im Vergleich zum Vorjahr (Gj. +2,2%; Vj. +6,0%). [17] Die ALD beliefert die Luftfahrtindustrie mit Technologien, die in die neue Generation energieeffizienter und emissionsarmer Flugzeugtriebwerke einfließen. Hierzu gehören Vakuum-Feinguss- und Beschichtungsanlagen zur Herstellung von höchstwiderstandsfähigen Turbinenschaufeln und deren Beschichtung mit hitzeabweisender Keramik. Weiterhin wird die ALD Vakuum-Schmelz- und Umschmelztechnologie zur Herstellung hochreiner Titanlegierungen eingesetzt, die in unterschiedlichsten Bereichen von Flugzeugtriebwerken Verwendung findet. [18] Werkstofftechnologie Die Weltstahlproduktion verblieb in 2023 im Vergleich zum Vorjahr mit 1,8 Mrd. Tonnen auf nahezu unveränderten Niveau (Vj. -4,3%). [19] Dieses Geschäftssegment wird von ALD vor allem mit Vakuum-Induktionsschmelztechnik sowie Lichtbogen- und Elektroschlacke-Umschmelztechnik beliefert. Des Weiteren bedient die ALD die zunehmende Nachfrage nach Anlagen für die Herstellung von Pulver für den 3D-Druck. Automobilindustrie Die weltweite Automobilproduktion hat das Vorjahresniveau deutlich überschritten (Gj. 93,5 Mio. Einheiten, Vj. 85,0 Mio. Einheiten). [20] Der Anstieg ist, zumindest zum Teil, das Ergebnis von Nachholeffekten aufgrund des im Vorjahr herrschenden Mangels an Vorprodukten und Rohstoffen, die eine höhere Produktion verhindert hatten. Die gestiegene Nachfrage auf den großen internationalen Automobilmärkte hat in 2023 zu einem deutlichen Anstieg der Neuzulassungen geführt. Die deutlich verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit im Vergleich zum Vorjahr hat sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt. [21] Die ALD Wärmebehandlungstechnologie (Vakuumaufkohlung mit Gasabschreckung) hilft, die oberflächennahen Bereiche spezifischer Bauteile (z. B. Getriebeteile und Einspritzdüsen) mit komplexen geometrischen Strukturen verzugsfrei zu härten. Neben der Vakuum-Wärmebehandlung für neue und durch Downsizing kleinerer Bauteile ist auch die Substitution der herkömmlichen Wärmebehandlungstechnologie ein Wachstumsbereich für die ALD. Energiewirtschaft Die ALD ist im Bereich der Energiegewinnung und Effizienzsteigerung mit Vakuumschmelzöfen und Präzisionsgussöfen zur Herstellung von thermisch und mechanisch höchstbelastbaren industriellen Gasturbinenschaufeln sowie Sinteranlagen zur Konditionierung von Nuklearbrennstoffen vertreten. Leistungsindikatoren Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren des Geschäfts der ALD sind nachfolgend aufgeführt:
Auftragseingang/ Auftragsbestand Die Auftragseingänge sind in 2023 um 28,5% auf 245 Mio. € (Vj. 191 Mio. €) gestiegen. Der starke Anstieg ist ganz überwiegend auf die positive Entwicklung der Auftragseingänge im Bereich Umschmelzen, insbesondere aus den USA, zurückzuführen. Der Auftragsbestand betrug zum Jahresende 2023 423 Mio. € (Vj. 442 Mio. €). Der Auftragseingang entwickelt sich grundsätzlich entsprechend des Marktes für Investitionsgüter. Der Auftragseingang des Geschäftsjahres entfällt zu einem wesentlichen Teil auf die Produktbereiche Umschmelzen sowie Wärmebehandlung. Umsatzerlöse/ Betriebsergebnis Eine Analyse dieser Leistungsindikatoren erfolgt im Abschnitt Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Gliederungspunkt Ertragslage, auf den verwiesen wird. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Ertragslage
1) Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen, sonstige betriebliche Aufwendungen/ Erträge und sonstige Steuern Umsatzerlöse
Der Anstieg der Umsatzerlöse (+164,4 Mio. €) betrifft überwiegend den Bereich Vakuum Metallurgie und dort im Wesentlichen die Produktbereiche Turbinenschaufelbeschichtung, Umschmelzen sowie Schmelzen und Gießen. Ein Teil des Anstiegs im Geschäftsjahr resultiert aus Verzögerungen bei den Inbetrieb- und Auftragsabnahmen im Vorjahr. Betriebsergebnis Der betriebliche Aufwand erhöhte sich absolut um 38,6 Mio. € bzw. relativ um 24,3%. Der Materialaufwand erhöhte sich um 49,7%, im Wesentlichen aufgrund der gestiegenen Gesamtleistung (+59,5%), während sich der Rohertrag (Saldo aus Gesamtleistung und Materialaufwand) um 72,1% bzw. 44,2 Mio. € erhöhte. Der Personalaufwand verminderte sich um 1,3 Mio. € bzw. 2,3% aufgrund geringerer Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen (-6,6 Mio. €) denen gestiegene Lohn- und Gehaltsaufwendungen (+5,3 Mio. €) gegenüberstanden. Der Rückgang der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist auf das planmäßige Auslaufen der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in 2022 (4,5 Mio. €) zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (2023: 7,0 Mio. €; 2022: 6,1 Mio. €) sowie Erträge aus Währungskursgewinnen (2023: 2,7 Mio. €; 2022: 6,5 Mio. €). Entsprechend erhöhte sich das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 44,5 Mio. €. Finanz- und Beteiligungsergebnis Das Finanz- und Beteiligungsergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Mio. € im Wesentlichen aufgrund gestiegener Zinserträge (+4,7 Mio. €), denen gestiegene Abschreibungen auf Finanzanlagen (+2,7 Mio. €) sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen (+0,8 Mio. €) gegenüberstehen. Jahresergebnis vor Ergebnisübernahme Das Jahresergebnis vor Ergebnisübernahme durch die AMG Invest GmbH hat sich um 45,5 Mio. € auf 29,4 Mio. € verbessert. Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 33,7 Mio. € bzw. 12,0% auf 313,9 Mio. €. Die Erhöhung des Anlagevermögens um 5,3 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus Zugängen von 9,6 Mio. € und Zuschreibungen von 0,7 Mio. €, denen Abschreibungen von 5,0 Mio. € gegenüberstehen. Die Veränderungen der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens (2023: 16,6 Mio. €; 2022: 14,0 Mio. €) resultieren im Wesentlichen aus Zugängen von 4,3 Mio. € und planmäßigen Abschreibungen von 1,7 Mio. €. Die Veränderung der Finanzanlagen (2023: 34,2 Mio. €; 2022: 31,5 Mio. €) resultiert überwiegend aus Zugängen von 5,3 Mio. €, im Wesentlichen für Ausleihungen an verbundene Unternehmen (+5,0 Mio. €), Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen (+0,7 Mio. €) aufgrund von Wertaufholungen, denen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen von 3,3 Mio. € gegenüberstehen. Das Umlaufvermögen und die übrigen Aktiva erhöhten sich um 28,4 Mio. €. Das Umlaufvermögen und die übrigen Aktiva beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen (2023: 177,3 Mio. €; 2022: 182,5 Mio. €), Vorräte (2023: 11,9 Mio. €; 2022: 9,4 Mio. €), flüssige Mittel (2023: 59,4 Mio. €; 2022: 32,4 Mio. €), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2023: 8,7 Mio. €; 2022: 8,0 Mio. €) und sonstige Vermögensgegenstände (2023: 5,5 Mio. €, 2022: 2,0 Mio. €). Der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert aus gesunkenen Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag und Darlehensforderungen, denen gestiegene Cash-Pool-Forderungen gegenüberstehen. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenständen resultiert überwiegend aus gestiegenen Steuerforderungen (+2,2 Mio. €) Die Rückstellungen betreffen Pensionsrückstellungen (2023: 68,6 Mio. €; 2022: 67,8 Mio. €) und sonstige Rückstellungen (2023: 24,9 Mio. €; 2022: 17,7 Mio. €). Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen ist im Wesentlichen auf gestiegene Rückstellungen für Herstellungskostennachträge (+5,3 Mio. €) zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen (2023: 67,5 Mio. €; 2022: 83,5 Mio. €), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (2023: 56,9 Mio. €; 2022: 23,7 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2023: 18,1 Mio. €; 2022: 9,5 Mio. €). Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist stichtagsbedingt. Der Rückgang der erhaltenen Anzahlungen ist darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr eine Verrechnung mit unfertigen Erzeugnissen noch nicht erfolgen konnte. Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert überwiegend aus Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführung für 2023 (29,4 Mio. €). Die Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
Finanzlage Kapitalflussrechnung
Die Veränderung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit resultiert aus dem gestiegenen, zahlungswirksamen Teil des Jahresergebnisses vor Ergebnisabführung bei gleichzeitig gestiegenen Einzahlungen aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens (u.a. aus dem Abbau der Vorräte 37,3 Mio. €). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (4,3 Mio. €) und Finanzanlagen (5,3 Mio. €), Auszahlungen in den Cash-Pool der AMG Invest GmbH (17,2 Mio. €) sowie erhaltenen Zinsen (6,4 Mio. €). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus gezahlten Zinsen von 1,9 Mio. €. Liquidität Die Liquidität stellt sich wie folgt dar:
Für Avalkredite stehen der ALD zum Bilanzstichtag 94,0 Mio. € (Vj. 114,5 Mio. €) nicht ausgenutzte Kreditlinien zur Verfügung. Die vorhandene Liquidität stellt sicher, dass sämtliche Tochterunternehmen über ausreichende Bar- und Avalkreditkapazitäten verfügen, um das operative Geschäft erfolgreich finanzieren zu können. Ergänzend weisen wir im Zusammenhang mit der über die AMG N.V. bestehenden Finanzierung auf die Erläuterungen im Gliederungspunkt Risikobericht hin. Investitionen Unverändert strikte Ausgabendisziplin im Investitionsbereich war auch, wie bereits in den Vorjahren, im Geschäftsjahr 2023 ein wesentlicher Eckpfeiler des straffen Cash-Managements der ALD. Die zahlungswirksamen Investitionen in Vermögensgegenstände des Anlagevermögens betrugen im Geschäftsjahr 9,6 Mio. € und betreffen Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Betriebs- und Geschäftsausstattung (4,3 Mio. €) sowie Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen (5,3 Mio. €). Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung Die positive Entwicklung des Geschäftsjahres 2023 entsprach den Erwartungen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung erhöhte sich um 45,5 Mio. € (Jahresergebnis vor Ergebnisabführung: 2023: +29,4 Mio. €; 2022: -16,1 Mio. €). Die Umsatzerlöse erhöhten sich erwartungsgemäß signifikant (2023: 263,0 Mio. €; 2022: 98,6 Mio. €). Das Betriebsergebnis (2023: +25,5 Mio. €; 2022: -19,0 Mio. €) erhöhte sich um 44,5 Mio. €. Der Auftragsbestand zum Jahresende verringerte sich leicht im Vergleich zum Vorjahr und stellt weiterhin eine sehr gute Basis für das kommende Geschäftsjahr dar. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Prognosebericht Tatsächliche Entwicklung im Vergleich zur Vorjahresprognose
Die Prognose für 2023 basierte auf der Annahme einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft. Diese Annahme wurde vollumfänglich vom Markt bestätigt. Prognose für 2024 Basierend auf den Prognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute erwartet die ALD für 2024, dass sich die weitere Erholung der Weltwirtschaft nur langsam vollziehen wird. Der Internationale Währungsfonds [22] erwartet für die nachfolgend ausgewählten Regionen folgende Wachstumsraten der Bruttoinlandsprodukte:
Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir einen moderaten Rückgang der Auftragseingänge, einen moderaten Anstieg der Umsatzerlöse und einen moderaten Anstieg des Betriebsergebnisses. Im Bereich Luftfahrt erwarten wir mittelfristig eine weitere Steigerung der Beförderungszahlen. Mit einer vollständigen Erholung auf das Vor-COVID Niveau wird voraussichtlich 2024 gerechnet. [23] Da die ALD im Bereich der Triebwerke ihren Schwerpunkt hat, werden die Auftragseingänge ALD mittel- und langfristig, neben dem Bereich der Fertigung von Triebwerken für neue Flugzeuge, im Wesentlichen aus dem Ersatz durch verbrauchseffiziente Triebwerke generiert. Auch künftig rechnet ALD mit einer Nachfrage aus diesem Industriebereich. Im Bereich Werkstofftechnologie wird sich 2024 voraussichtlich eine leichte Verbesserung der Weltstahlproduktion ergeben [24] , wovon der wesentliche Teil auf den Bereich Maschinenbau und ein voraussichtlich geringer Teil auf die Automobilindustrie entfallen wird. Im Bereich des weltweiten Automobilabsatzes wird voraussichtlich in 2024 das Vor-COVID Niveau nahezu wieder erreicht werden. [25] Chancenbericht Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung, unseres erprobten Know-hows und unserer effizienten Prozesse im Bereich Forschung und Entwicklung sehen wir uns als ein Innovationsführer und haben eine starke Wettbewerbsposition. Unsere Forschungs- und Entwicklungsstärke eröffnet neue Marktchancen über alle Geschäftsfelder der ALD mit besonderem Fokus auf zukunftsgerichtete Anwendungen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie. [26] Der sich aus der positiven Korrelation von Wirkungsgrad und Betriebstemperatur ergebende Nachfragetrend nach hochhitzebeständigen metallischen Materialien wird weiterhin anhalten und sollte auch künftig für die ALD zu einer kontinuierlichen Nachfrage in den Produktbereichen Vakuum Schmelz- und Umschmelzanlagen bei Auslastung der bestehenden Kapazitäten führen. Für den Produktbereich Turbinenschaufelbeschichtung ergeben sich aus der langfristigen Entwicklung der Luftfahrtindustrie nicht nur Absatzchancen im Bereich der Fertigung neuer Triebwerke, sondern auch aus dem Ersatz von ineffizienten Triebwerken und im Instandhaltungssegment mit kleineren Anlagenkonzepten. Der innerhalb der Automobilindustrie ungebrochene Trend zur Investition in treibstoffsparende Kraftübertragungslösungen führt zu Chancen für den Produktbereich Wärmebehandlung sowie für den Bereich Heat Treatment Services. Wechselkursrelationen, insbesondere ein starker US-Dollar im Verhältnis zum Euro, stellt grundsätzlich eine Chance für die künftige Entwicklung im Bereich Engineering dar. Risikobericht Risikomanagementsystem/ internes Kontrollsystem Die ALD unterhält ein Risikomanagementsystem, wobei die Angemessenheit und Effizienz des Risikomanagements durch das Controlling überwacht werden. Die Bewertung und Dokumentation der möglichen geschäftlichen Risiken erfolgen im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung an die Geschäftsführung. Hierdurch können negative Entwicklungen zeitnah erkannt und umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Im Rahmen der Berichterstattung an die Konzern-Muttergesellschaft AMG N.V. wurde eine Risikomatrix erstellt, mit Hilfe derer die darin aufgeführten Einzelrisiken bewertet werden. Die zur Erkennung von Risiken notwendige Datenerfassung ist in einem Ablaufprozess geregelt und die Berichtserstattung erfolgt in unterschiedlicher Ausprägung monatlich und quartalsweise. Mit Hilfe einer Revisionsstelle und eines Risikomanagements auf AMG N.V.-Ebene trägt auch der Mutterkonzern dazu bei, die möglichen Gefahrenpotentiale frühzeitig zu identifizieren. In dem jährlichen Revisionsplan werden die Regelungskonformitäten der wesentlichen Bereiche, wie Investitionen, Beschaffung, Auftragsabwicklung, usw., regelmäßig überprüft. Die internen und auf Konzernebene installierten Kontrollmechanismen werden regelmäßig im Hinblick auf Angemessenheit und Wirtschaftlichkeit überprüft. Den besonderen Anforderungen des Projektgeschäftes mit einer überschaubaren Anzahl von Aufträgen pro Jahr wird mit einer Reihe von Risikomanagement-Instrumenten Rechnung getragen. Vor Angebotsabgabe werden potentielle Aufträge detailliert durch Spezialisten unterschiedlicher Fachabteilungen geprüft. Durch entsprechende Arbeitsanweisungen und Prüfschleifen im Rahmen des Gesamtprozesses der Kalkulation, Angebotserstellung und -verhandlung wird die unkontrollierte Annahme risikoreicher Aufträge vermieden. Dies gilt ebenso für langfristige Aufträge unserer Tochtergesellschaften mit nennenswertem Geschäftsvolumen. Die nachfolgenden Risiken werden entsprechend ihrer Bedeutungsreihenfolge erläutert. Die Darstellung der Risiken erfolgt vor Risikobegrenzungsmaßnahmen. Externe Risiken Dem sich verstärkenden Preisdruck, insbesondere auf den asiatischen Märkten, begegnet die ALD u.a. mit der verstärkten Flexibilisierung und Internationalisierung der Komponentenbeschaffung. Die Vermeidung von Qualitätseinbußen bei Zulieferteilen hat hierbei höchste Priorität. Bei der Vergabe von Aufträgen an die Unterlieferanten wird stets die mittelfristige Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung berücksichtigt. Da die Produkte der ALD in hohem Maße von der Erteilung von Exportgenehmigungen abhängig sind, hängt der geschäftliche Erfolg in Ländern wie z.B. China und Indien auch davon ab, wie sich die politische Lage entwickelt. Die Geschäftsleitung erwartet jedoch, dass durch das anerkannt gute und lückenlose System der Exportkontrolle bei der ALD bei einer stabilen politischen Entwicklung in diesen Ländern keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Ertragslage auftreten. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Entwicklung der politischen Lage schwer vorhersehbar ist und die Bearbeitung von Exportgenehmigungsanträgen teilweise recht zögerlich erfolgt. Das breite ALD Produktsortiment verringert die Abhängigkeit von Nachfrageschwankungen (moderates Risiko) in einzelnen bedienten Nischenmärkten signifikant. Über alle Produktgruppen hinweg sieht sich ALD in einem oligopolistisch geprägten Marktumfeld den jeweils relevanten Wettbewerbern in Hinblick auf Strukturen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Technologiebasis gewachsen. Die Wettbewerbsfähigkeit im Markt wird durch Referenzanlagen, Preisgestaltung und Technologie bestimmt, wobei die ALD in den Bereichen Referenzanlagen eine dominierende Stellung einnimmt (geringes Risiko). In einer Vielzahl von Technologien nimmt die ALD eine Führungs- und Vorreiterfunktion ein. Die ALD ist auf zahlreiche IT-Systeme angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit dieser Systeme, die Verletzung der Vertraulichkeit geschützter Daten oder die Manipulation von Daten können negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die finanzielle Lage und den Ruf der ALD haben. Um derartige Risiken zu minimieren, verfügt die ALD über einheitlich angewandte Verfahren und Systeme zur Gewährleistung der IT-Verfügbarkeit und IT-Sicherheit (u.a. redundant ausgelegte IT-Systeme, Back-up-Verfahren, Viren- und Zugangsschutz und Verschlüsselungssysteme, Schulung unserer Mitarbeiter im Bereich der Informationssicherheit). Die ALD ist der Ansicht, dass seine bestehenden Präventivmaßnahmen das Risiko eines bedeutenden unternehmensweiten Vorfalls im Bereich der Informationstechnologie angemessen mindern. Politische Risiken können sich aus geopolitischen Spannungen und der Errichtung von Handelsbarrieren ergeben. Aus einer Eskalation des Russland-Ukraine-Krieges können sich weitere Preissteigerungen für Industrieprodukte ergeben, die zu einer Nachfragebelastung führen können. Die ALD unterhält nur sehr geringe Geschäftsbeziehungen zu den involvierten Ländern Russland und Ukraine, die unter Einhaltung sämtlicher Sanktionsvorschriften erfolgen. Aus dem zwischen der USA und China bestehenden Handelskonflikt erwartet die ALD derzeit keine weitere Verschärfung. Wechselkursrelationen, insbesondere ein stark schwankender US-Dollar Kurs, stellen grundsätzlich moderate Risiken für die künftigen Entwicklungen im Bereich Engineering dar. Soweit es sich um Umsatzgeschäfte handelt, minimiert ALD das Risiko aus sich ändernden Wechselkursen durch den Abschluss von Devisentermingeschäften. Interne Risiken Die Rentabilität der ALD ist stark von einer engen Projektführung, sowie den auf dem Markt erzielbaren Preisen abhängig. Die Ausrichtung der Basiskapazität der ALD auf ein konservativ angesetztes Geschäftsvolumen und eine Organisationsform, die größtmögliche Flexibilität in der Abwicklungsbandbreite ermöglicht, hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr grundsätzlich bewährt. Durch eine flexible Handhabung der benötigten Kapazitäten zur Abarbeitung der Auftragseingänge, überwiegend durch externes Personal und angepasste Arbeitszeitmodelle, ist die Auslastung des Bereichs Engineering für das Jahr 2024 grundsätzlich gesichert. In einzelnen Bereichen wie Elektrokonstruktion und Steuerungstechnik herrscht in Deutschland weiterhin ein Fachkräftemangel (moderates Risiko), den auch die ALD spürt. Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden auch weiterhin in dem zur Sicherung der technologischen Führerschaft notwendigen Umfang durchgeführt. Finanzwirtschaftliche Risiken Zwischen der ALD und der AMG Invest GmbH besteht eine Vereinbarung über ein zentralisiertes Finanzmanagement (Cash Pool Agreement). Da die ALD wesentliche Teile ihres Zahlungsmittelbestands der AMG Invest GmbH im Rahmen der vorgenannten Vereinbarung zur Verfügung gestellt hat, könnte sich, im Falle einer Insolvenz der AMG Invest GmbH, ein Liquiditätsrisiko ergeben. ALD beobachtet im Rahmen des ihr von der AMG N.V. zur Verfügung gestellten Berichtswesens die Entwicklung des Cash Pools. Die Geschäftsführung der ALD hält zum Bilanzstichtag das Risiko eines Ausfalls der Forderungen aus Cash Pooling gegen die AMG Invest GmbH aufgrund deren aktueller Liquiditätssituation für gering. AMG N.V. bzw. der AMG N.V. Konzern haben im Zusammenhang mit einer Finanzierung der AMG N.V. bzw. des AMG N.V. Konzerns mehrere Kreditbedingungen einzuhalten. Die ALD sowie einige andere Gesellschaften des AMG N.V. Konzerns haften gesamtschuldnerisch für die aus dieser Finanzierung resultierenden Verbindlichkeiten. Zum 31.12.2023 beträgt die maximale Haftung für Verbindlichkeiten von Unternehmen des AMG N.V. Konzerns 66,7 Mio. € (Vj. 66,7 Mio. €). Es besteht somit das geringe Risiko, dass es im Falle der Nichteinhaltung der Kreditbedingungen durch die AMG N.V. zu einer Inanspruchnahme der durch ALD zur Verfügung gestellten Sicherheiten kommen könnte. Die AMG N.V. hat in der Vergangenheit erfolgreich Vertragsanpassungen der vorgenannten Finanzierung verhandelt und ist zuversichtlich, dass im Falle einer Nichteinhaltung von Kreditbedingungen eine Vereinbarung zusammen mit den finanzierenden Banken gefunden wird, die die Kündigung der Finanzierung vermeidet. Die AMG N.V. hält zum 31.12.2023 sämtliche Kreditbedingungen ein und erwartet deren Einhaltung auch für die Zukunft. Der Geschäftsführung der ALD sind zum Bilanzstichtag keine Hinweise bekannt, dass die Kreditbedingungen in Zukunft nicht eingehalten werden können. Die ALD nutzt derivative Finanzinstrumente lediglich zur Kurssicherung und schließt diese ausschließlich mit renommierten Kredit- und Versicherungsinstituten ab. Um die finanziellen Risiken zu kontrollieren, hat die Geschäftsführung der ALD ein Regelwerk in Form von Richtlinien und Geschäftsordnungen für die Tochtergesellschaften erlassen. Dabei wird den Prinzipien der Funktionstrennung, Nachvollziehbarkeit und Systemsicherheit Rechnung getragen. Dieses Regelwerk steht im Einklang mit den Vorgaben des Mutterkonzerns. Aufträge werden in der Regel in US-Dollar oder Euro abgeschlossen. Um das Fremdwährungsrisiko auszuschließen, werden grundsätzlich bei allen Anlagenaufträgen in Fremdwährungen zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses Devisentermingeschäfte vereinbart. Bei der Verschiebung eines geplanten Zahlungseingangs erfolgen grundsätzlich die Schließung des ursprünglichen Devisengeschäfts und der Abschluss eines neuen Devisentermingeschäfts. Obwohl bei der Annahme eines einzelnen Auftrages das Fremdwährungsrisiko durch Devisentermingeschäfte ausgeschlossen wird, können mittel- und langfristig auftretende deutliche Abweichungen der Währungskurse die Absatz- und Ertragsmöglichkeiten der ALD aufgrund der Wettbewerbsstruktur beeinflussen. Die Kundenforderungen werden zeitnah überwacht. Eine Ausfallversicherung wird nicht als erforderlich angesehen, da die durchschnittliche Anzahlungsquote für Anlagen- und Ersatzteillieferungen sowie für Serviceleistungen rund 80% des Kaufpreises beträgt. Für die Finanzierung von Tochtergesellschaften ist ein Risikomanagement über das Beteiligungscontrolling installiert, welches deren Kreditlinien regelmäßig überwacht. Steuerliche Risiken werden, soweit bekannt, bei der Erstellung des Jahresabschlusses berücksichtigt. Ein bestehendes Liquiditätsmanagement und die Einbindung in die Finanzierungsstrukturen der AMG N.V. sichern die Zahlungsfähigkeit der ALD ab. Gesamtaussage zur Risikolage Die Beurteilung der Gesamtrisikosituation der ALD stellt das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risiken dar. Das von unserer Muttergesellschaft AMG N.V. konzernweit standardisierte Kontroll- und Risikomanagementsystem stellt sicher, dass wesentliche Risiken, die den Geschäftsverlauf wesentlich beeinflussen könnten, frühzeitig identifiziert werden. Zum Bilanzstichtag sind keine Einzelrisiken bekannt, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der ALD gefährden können. Die ALD sieht sich mit seinem Produktportfolio und seiner Marktpositionierung gerüstet, um eventuell eintretende Risiken zu bewältigen und von den sich bietenden Chancen zu profitieren.
1 Die Inhalte dieses Abschnittes sind
ungeprüfte sonstige Informationen, die vom
Abschlussprüfer kritisch gelesen worden sind.
Hanau, 3. Juli 2024 Michael Hohmann Helmut Becker Tim Ostermann Jörg Wittich Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für 2023
Anhang für 2023Allgemeine Hinweise Die ALD Vacuum Technologies GmbH mit Sitz in Hanau (im Folgenden: ALD), ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hanau unter HRB 92377 eingetragen. Zwischen der VACUHEAT GmbH, Limbach-Oberfrohna, und der ALD sowie zwischen der ALD und der AMG Invest GmbH, Frankfurt am Main (Organträgerin), bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und teilweise davon-Vermerke in diesem Anhang gemacht. Der Jahresabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt. Alle Beträge werden - soweit nicht anders dargestellt - zum Zwecke der Übersichtlichkeit in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können aufgrund kaufmännischer Rundung geringe Abweichungen auftreten. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. In die Herstellungskosten selbst geschaffener immaterielle Vermögensgegenstände sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Herstellung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Die Abschreibungen auf Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen werden zeitanteilig vorgenommen. Die Nutzungsdauer von Nutzungsrechten wird mit fünf Jahren und die von Software mit drei bis fünf Jahren angesetzt. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer zwischen 3 bis 15 Jahren linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren am Bilanzstichtag beizulegenden Wert bilanziert, soweit die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist. Die Ausleihungen werden zum Nennwert abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen angesetzt. Der beizulegende Wert wird mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder mit ihren niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag bewertet. Die unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Waren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. Bestandsrisiken aufgrund von eingeschränkter Verwertbarkeit und Überbeständen wird durch Wertabschläge Rechnung getragen. Bei kundenbezogenen Aufträgen wurde die verlustfreie Bewertung durch Abschläge bei den angefallenen Herstellkosten vorgenommen. Für Verluste aus Lieferverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Für erkennbare Einzelrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Das allgemeine Kreditrisiko im Zusammenhang mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 0,42 % des nicht einzelwertberichtigten Forderungsbestandes berücksichtigt worden. Der Kassenbestand sowie das Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden über das versicherungsmathematische Teilwertverfahren unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Rechnungszins beträgt für die Bewertung der Verpflichtungen zum 31. Dezember 2023 1,82 %. Erwartete Entgeltsteigerungen wurden mit 2,50 % und erwartete Rentensteigerungen mit 2,25 % berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit einer Rate von 0,00 % berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet. Soweit Bewertungseinheiten gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die "Einfrierungsmethode" angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Entwicklungskosten selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurden im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 2.150 (Vj. TEUR 0) aktiviert. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Im Geschäftsjahr wurden bei den Finanzanlagen aufgrund von voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR 3.254 (Vj. TEUR 554) sowie Zuschreibungen von TEUR 705 (Vj. TEUR 301) vorgenommen. Angaben zum Anteilsbesitz
1) Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Ergebnisabführung 2) IFRS-Werte Vorräte Von den geleisteten Anzahlungen auf Vorräte entfallen TEUR 220 (Vj. TEUR 418) auf verbundene Unternehmen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 7.202 (Vj. TEUR 9.297) aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 166.185 (Vj. TEUR 165.121) und resultieren ausschließlich aus Cash Pooling. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Als Sicherheit für Avallinien wurden Festgelder in Höhe von TEUR 350 verpfändet. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des zehnjährigen und des siebenjährigen Durchschnittszinssatzes beträgt TEUR 807 (Vj. TEUR 3.540). Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere für Herstellkostennachträge (TEUR 8.666), variable Gehaltsanteile (TEUR 3.221), Garantieverpflichtungen (TEUR 2.956), Überstundenvergütung (TEUR 2.163), ausstehende Rechnungen (TEUR 2.071) und Gewährleistungs- und Konventionalstrafen (TEUR 1.191) gebildet. Verbindlichkeiten Restlaufzeiten Mit Ausnahme der sonstigen Verbindlichkeiten haben unverändert zum Vorjahr sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Von den sonstigen Verbindlichkeiten haben TEUR 1.235 (Vj. TEUR 1.342) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und TEUR 20 (Vj. TEUR 20) eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, vor offener Verrechnung mit den Vorräten, entfallen mit TEUR 99.076 (Vj. TEUR 117.464) auf verbundene Unternehmen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen TEUR 6.945 (Vj. TEUR 3.609) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, TEUR 8.138 (Vj. TEUR 8.431) Darlehensverbindlichkeiten sowie TEUR 11.309 (Vj. TEUR 10.915) Cashpool-Verbindlichkeiten mit Tochterunternehmen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 30.455 (Vj. TEUR 758) und resultieren im Wesentlichen aus dem Ergebnisabführungsvertrag. Haftungsverhältnisse Die ALD und andere Unternehmen der ALD-Gruppe haben im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Konsortialkreditvertrags der AMG Critical Materials N.V., Amsterdam, Niederlande, zugunsten der kreditgewährenden Banken Sicherheiten (Garantien und Geschäftsanteilsverpfändungen) bestellt. Die ALD haftet aus diesem Vertrag zum Bilanzstichtag für fremde Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen maximal in Höhe von 66,7 Mio. EUR. Das Risiko der Inanspruchnahme aus den aufgeführten Haftungsverhältnissen wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden verbundenen Unternehmen als gering eingeschätzt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt TEUR 33.941 und betrifft im Wesentlichen Verpflichtungen aus Mietverträgen. Die wesentliche Chance dieser Verträge liegt in der Verbesserung der operativen Liquidität, da die mit einer Anschaffung zusammenhängenden Investitionsauszahlungen vermieden werden. Demgegenüber steht das Risiko des Liquiditätsabflusses aufgrund der langfristigen Bindung über die Grundmietzeit der Leasingverträge. Bewertungseinheiten Die Verwendung derivativer Finanzinstrumente dient der Begrenzung der mit dem operativen Geschäft verbundenen wirtschaftlichen Währungsrisiken. Dabei kommen ausschließlich Devisentermin- sowie Swapgeschäfte zum Einsatz. Alle Finanzderivate sowie das besicherte Grundgeschäft unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle. Der Einsatz von Devisentermingeschäften ist auf die wirtschaftliche Absicherung von Währungsrisiken aus Aufträgen in Fremdwährung im Zusammenhang mit dem Verkauf von Anlagen begrenzt. Bei den Devisentermingeschäften handelt es sich grundsätzlich um Sicherungsgeschäfte, die mit den zu Grunde liegenden Umsatzgeschäften eine Bewertungseinheit bilden (geschlossene Positionen). Die abgeschlossenen Devisentermingeschäfte sind als effektiv zu qualifizieren, soweit nicht nachträglich das Grundgeschäft entfällt. Für nicht geschlossene Positionen wurden Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Der Marktwert der Devisentermingeschäfte ergibt sich jeweils anhand einer Mark-to-Market-Bewertung. Die abweichenden Marktwerte resultieren aus den Wechselkursveränderungen zwischen dem Sicherungskurs zum Abschlussdatum des jeweiligen Kontraktes und dem entsprechenden Kurs zum Bilanzstichtag. Folgende Bewertungseinheiten wurden gebildet:
Die gegenläufigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich im Umfang von TEUR 30.454 im Sicherungszeitraum 2024 und 2025 voraussichtlich aus, weil laut Konzernrisikopolitik Risikopositionen (Grundgeschäft) unverzüglich nach Entstehung in betragsmäßig gleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden. Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Wertänderungen/Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft vollständig ausgeglichen. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die Critical Terms Match Methode verwendet. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse
Sonstige betriebliche Erträge Die periodenfremden Erträge betragen TEUR 7.658 und resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 7.006), aus Bonusgutschriften für Vorjahre (TEUR 384) und sonstigen periodenfremden Erträgen (TEUR 268). Forschungs- und Entwicklungskosten Im Geschäftsjahr fielen Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 3.085 (Vj. TEUR 2.527) an. Sonstige Angaben Geschäftsführung Michael Josef Hohmann, CEO Helmut Becker, CHRO (ab 01.04.2024) Tim Ostermann, CFO (ab 01.07.2023) Jörg Wittich, CTO Thomas Dötsch, CFO (bis 30.06.2023) Gesamtbezüge der Geschäftsführung Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung Die Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung betragen TEUR 283. Die Pensionsrückstellungen für frühere Organmitglieder und ihre Hinterbliebenen belaufen sich auf TEUR 4.330. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
Konzernverhältnisse Zur Erstellung eines Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023 war die ALD Vacuum Technologies GmbH nicht verpflichtet, da die AMG Critical Materials N.V., Amsterdam, Niederlande, in ihrer Eigenschaft als oberstes Mutterunternehmen zum 31. Dezember 2023 einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht (für den größten und den kleinsten Kreis) mit befreiender Wirkung für die ALD Vacuum Technologies GmbH erstellt hat. Der befreiende Konzernabschluss und der befreiende Konzernlagebericht können bei der AMG Critical Materials N.V. bezogen werden. Der befreiende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union zur Anwendung kommen, aufgestellt. Er wird in englischer Sprache auch am Sitz der Gesellschaft offengelegt. Oberstes deutsches Mutterunternehmen ist die AMG Invest GmbH, Frankfurt am Main. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, beträgt TEUR 355 (davon für das Vorjahr TEUR 30) und betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.
Hanau, 3. Juli 2024 Michael Hohmann Helmut Becker Tim Ostermann Jörg Wittich Entwicklung des Anlagevermögens 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die ALD Vacuum Technologies GmbH, Hanau Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der ALD Vacuum Technologies GmbH, Hanau, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ALD Vacuum Technologies GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die Geschäftsführung ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der Geschäftsführung für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 3. Juli 2024 KPMG
AG
Zoller, Wirtschaftsprüfer Weber, Wirtschaftsprüferin |
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