PBio2 Invest GmbH
Selbe AdresseKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Alexander Bolze seit 28.1.2021 | Prokura |
Erhard Rein seit 23.1.2019 | Prokura |
Dieter Rein seit 23.1.2019 | Geschäftsführer |
Jürgen Jaron seit 23.1.2019 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Bellevue Beteiligungs GmbH | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bellevue Investments GmbH & Co. KGaABerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022KONZERNBILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2022AKTIVA
PASSIVA
KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22
KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22
KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22I. Allgemeine Hinweise Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA (oder "Gesellschaft") wurde 1993 unter dem Namen "MAGIX Technology GmbH, München" von Jürgen Jaron, Dieter Rein und Erhard Rein gegründet. Die Gesellschaft ist am 23. Juni 2015 im Zuge einer formwechselnden Umwandlung aus der MAGIX AG, dem Rechtsnachfolger der "MAGIX Technology GmbH, München", hervorgegangen und wurde am 4. April 2016 in Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA umbenannt. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer HRB 168182 B eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist in der Quedlinburger Straße 1 in 10589 Berlin, Deutschland. Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA ist eine Holding mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland. Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden auch Bellevue Investments-Gruppe oder Bellevue Investments-Konzern) haben unterschiedliche Geschäftsmodelle und beschäftigen sich mit Software, Online-Diensten, Unterhaltungs- und Content-Angeboten sowie Immobilienanlagen. Der Bilanzstichtag ist der 30. September 2022. Das Geschäftsjahr 2021/2022 umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022. II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Im Folgenden werden die wesentlichen bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erörtert. Sofern nichts anderes angegeben ist, wurden die beschriebenen Methoden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewandt. 1. Grundlagen der Abschlusserstellung Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021/22 sowie für das Vorjahr gemäß §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgte grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Die Gliederung der Konzernbilanz erfolgt nach der Vorgabe des § 266 HGB. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. 2. Konsolidierung 2.1 Konsolidierungsgrundsätze und -methoden Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen zum 30. September eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Das Realisations- sowie das Imparitätsprinzip wurden dabei beachtet. Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als "Geschäfts- oder Firmenwert" und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen, Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden gemäß §§ 303, 304 und 305 HGB in voller Höhe eliminiert. 2.2 Konsolidierungskreis Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die folgenden Gesellschaften gehören zur Bellevue Investments-Gruppe und wurden in den Konzernabschluss einbezogen:
Die Bellevue Switzerland GmbH mit Sitz in Luzern/Schweiz und die Bellevue Argentina S.r.l. mit Sitz in Buenos Aires/Arengtinien wurden im Geschäftsjahr 2021/2022 als Tochtergesellschaften der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA neu gegründet. Über die Tochtergesellschaft Bellevue Beteiligungs GmbH verfügte die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA über indirekte Beteiligungen an den folgenden Gesellschaften:
Über die Tochtergesellschaft Xara GmbH verfügte die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA über indirekte Beteiligungen an den folgenden Gesellschaften:
Über die Tochtergesellschaft Loudly GmbH ist die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA außerdem indirekt an der JAM Development Sp. z o.o., Krakau, Polen, beteiligt. An allen weiteren oben genannten Konzerngesellschaften ist die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA direkt beteiligt. 3. Währungsumrechnung Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zum am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs zwischen der funktionalen Währung und der Fremdwährung umgerechnet. Die funktionale Währung der ausländischen Geschäftsbetriebe Goya International Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, The Xara Group Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, Sequoia Audio Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, Sharea Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, sowie der iXara Ltd., Hemel Hempstead, Hertfordshire, Großbritannien, ist das Britische Pfund. Die funktionale Währung der Bellevue Norge AS, Oslo, Norwegen, ist die norwegische Krone. Die funktionale Währung der Bellevue Management Inc., Halifax, Nova Scotia, Kanada, ist der kanadische Dollar. Die funktionale Währung der Bellevue Switzerland GmbH, Luzern, Schweiz, ist der Schweizer Franken. Die funktionale Währung der Bellevue Argentina S.r.l., Buenos Aires, Argentinien, ist der Argentinische Peso. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag zu historischen Kursen), zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals ausgewiesen. 4. Immaterielle Vermögensgegenstände Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben. 4.1 Software und Schutzrechte Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich jeder kumulierten Abschreibung und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen. 4.2 Geschäfts- oder Firmenwert Der Geschäfts- oder Firmenwert ist im Rahmen der Kapitalkonsolidierung der Bellevue Immobilien GmbH, der Bellevue Immobilien 2 GmbH sowie der Bellevue Management Inc. entstanden. Es wurden die handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet. Die Nutzungsdauer wurde im Fall der Bellevue Immobilien GmbH auf 40 Jahre und im Fall der Bellevue Immobilien 2 GmbH auf 28 Jahre festgelegt, da sich diese Firmenwerte auf die Restnutzungsdauer der in diesem Zusammenhang erworbenen Immobilien beziehen. Im Fall der Goya International Ltd. wurde die Nutzungsdauer auf 15 Jahre festgelegt. Es wird jeweils die lineare Abschreibungsmethode angewendet. 4.3 Kundenstamm Der Kundenstamm resultiert aus dem Kauf der ReviewMax GmbH durch die Expert Systems AG, der mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.10.2019 erfolgte. Die Nutzungsdauer wurde entsprechend der erwarteten Dauer der Kundenbeziehung auf 10 Jahre festgelegt; es wird die lineare Abschreibungsmethode angewendet. 5. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Diese betragen bei Gebäuden zwischen 40 und 50 Jahre. Geringwertige Anlagegüter mit mehr als EUR 150,00 bis zu EUR 1.000,00 Anschaffungskosten, die nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft worden sind, werden jährlich in einem Sammelposten zusammengefasst. Dieser Sammelposten wird einheitlich über 5 Geschäftsjahre mit jeweils 20 % abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 410,00, die ab dem 01.01.2010 angeschafft wurden, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im gleichen Geschäftsjahr als Abgang gezeigt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert von EUR 251,00 bis EUR 800,00, die ab dem 01.01.2018 angeschafft worden sind, werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im gleichen Geschäftsjahr als Abgang gezeigt. 6. Finanzanlagen Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. 7. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. 8. Wertpapiere Die Wertpapiere werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. 9. Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand werden zum Nominalwert bewertet. 10. Rechnungsabgrenzungsposten Rechnungsabgrenzungsposten wurden für Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, gebildet. 11. Rückstellungen Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. 12. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. 13. Latente Steuern Für die Ermittlung latenter Steuern auf Grund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder auf Grund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB. 14. Bewertungseinheiten Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die "Einfrierungsmethode" angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. III. Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen 1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände Die Entwicklung der einzelnen Positionen der immateriellen Vermögensgegenstände der Bellevue Investments-Gruppe ist im Anlagespiegel dargestellt. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 907 (Vorjahr: TEUR 945) resultiert aus der Konsolidierung der Gesellschaften Bellevue Immobilien GmbH, Bellevue Immobilien 2 GmbH sowie der Bellevue Management Inc. Es wurden die handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet. Die Nutzungsdauer wurde im Fall der Bellevue Immobilien GmbH auf 40 Jahre und im Fall der Bellevue Immobilien 2 GmbH auf 28 Jahre festgelegt, da er sich auf die Restnutzungsdauer der in diesem Zusammenhang erworbenen Immobilien bezieht. Im Fall der Bellevue Management Inc. wurde die Nutzungsdauer auf 15 Jahre festgelegt. Der Kundenstamm in Höhe von TEUR 403 (Vorjahr: TEUR 461) resultiert aus dem Kauf der ReviewMax GmbH durch die Expert Systems AG, der mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.10.2019 erfolgt ist. Die ReviewMax GmbH wurde zum 30.06.2020 mit der Expert Systems AG verschmolzen. Die Nutzungsdauer wurde entsprechend der erwarteten Dauer der Kundenbeziehung auf 10 Jahre festgelegt; es wird die lineare Abschreibungsmethode angewendet. 1.2 Sachanlagen Die Entwicklung der einzelnen Positionen des Sachanlagevermögens der Bellevue Investments-Gruppe ist im Anlagenspiegel dargestellt. 1.3 Finanzanlagen Bei den Finanzanlagen handelt es sich ausschließlich um Beteiligungen sowie assoziierte Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde den assoziierten Unternehmen im Rahmen der At-Equity-Bewertung ein Ergbnis von EUR -5,4 Mio. zugewiesen. Hierdurch nahm der Bilanzansatz der assoziierten Unternehmen von EUR 4,4 Mio. auf EUR 0,0 Mio. ab. Die nicht erfassten negativen Equity-Ergebnisse belaufen sich auf 1,0 Mio. EUR. Die Entwicklung der Beteiligungen der Bellevue Investments-Gruppe ist ebenfalls im Anlagenspiegel dargestellt. Die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiliungsverhältnis besteht, betreffen assoziierte Unternehmen. 2. Umlaufvermögen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. 3. Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden für im Voraus gezahlte Beiträge und Steuern in Höhe von TEUR 196 (Vorjahr: TEUR 163) gebildet. 4. Eigenkapital Die Entwicklung der einzelnen Positionen des Eigenkapitals der Bellevue Investments-Gruppe ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt. 4.1 Grundkapital Das Grundkapital der Bellevue Investments-Gruppe entspricht zum 30. September 2022 dem Grundkapital der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA von EUR 12.662.038. Es ist in 8.844.979 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von rund EUR 1,43 je Aktie eingeteilt. 4.2 Aktienrückkauf / eigene Anteile Die durch die Hauptversammlung vom 24. März 2015 erteilte bis zum 23. März 2020 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG wurde für den Erwerb von 22.637 eigenen Aktien ausgenutzt. Um auch in Zukunft in flexiblem Umfang Aktien zurückkaufen zu können, wurde diese Ermächtigung, soweit sie nicht ausgenutzt worden war, durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Juni 2020 aufgehoben und durch eine neue, auf fünf Jahre befristete Ermächtigung ersetzt. Die Hauptversammlung vom 25. Juni 2020 hat die persönlich haftende Gesellschafterin ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die vorliegende Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 24. Juni 2025 (einschließlich) und kann durch die Gesellschaft, aber auch durch ihre Tochtergesellschaften oder für ihre oder deren Rechnung durch von der Gesellschaft oder von einer Tochtergesellschaft beauftragte Dritte ausgenutzt werden und erlaubt den Erwerb eigener Aktien im ganzen Umfang oder in Teilbeträgen sowie den einmaligen oder mehrmaligen Erwerb. Der Erwerb erfolgt mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots, mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre. Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots oder im Falle einer an alle Aktionäre gerichteten Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der gehandelten Kurse der Valora Effekten Handel AG (oder einer vergleichbaren Handelsplattform) am 10. bis 375. Tag vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentlichen Kaufangebots oder einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten erhebliche Abweichungen vom gebotenen Kauf- bzw. Verkaufspreis oder den Grenzwerten einer etwaigen Kauf- bzw. Verkaufspreisspanne, so kann das Angebot bzw. die Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten angepasst werden. Die 10%-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden. Das Volumen eines öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten kann begrenzt werden. Sofern ein öffentliches Kaufangebot oder eine öffentliche Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten überzeichnet ist, muss der Erwerb bzw. die Annahme nach Quoten im Verhältnis der jeweils zu berücksichtigenden angebotenen Aktien unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Rechts der Aktionäre zur Andienung ihrer Aktien erfolgen. Ein bevorrechtigter Erwerb bzw. eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen von bis zu 50 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Rechts der Aktionäre zur Andienung ihrer Aktien vorgesehen werden. Werden den Aktionären zum Zwecke des Erwerbs Andienungsrechte zur Verfügung gestellt, so können diese den Aktionären im Verhältnis zu ihrem Aktienbesitz entsprechend der Relation des Volumens der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien zum Grundkapital zugeteilt werden. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden etwaige Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung von Andienungsrechten Aktien veräußert werden können, wird nach Maßgabe der Regelungen über die Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsofferten bestimmt und ggf. angepasst. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und ggf. ihre Handelbarkeit, bestimmt die persönlich haftende Gesellschafterin. Die persönlich haftende Gesellschafterin wurde ermächtigt, die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken insbesondere auch wie folgt zu verwenden:
Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen nach Ziffern a) bis c) verwendet werden. Die Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien, zu ihrer Veräußerung oder anderweitigen Verwendung bzw. zu ihrem Einzug können unabhängig voneinander, einmal oder mehrmals, ganz oder auch in Teilen ausgeübt werden. Soweit Aktien als Gegenleistung verwendet werden, kann dies auch in Kombination mit anderen Formen der Gegenleistung geschehen. Die zu einem Preis von EUR 2,50 je Aktie zurückgekauften 22.637 Aktien können zu allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vorgesehenen Zwecken verwendet werden. Aufgrund des Rückkaufs eigener Aktien wurde das Grundkapital um den rechnerischen Nennwert dieser Aktien in Höhe von TEUR 34 reduziert. Ferner wurde die Kapitalrücklage um das von der Gesellschaft gezahlte Aufgeld in Höhe von TEUR 22 reduziert. 5. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalaufwand (TEUR 322; Vorjahr: TEUR 245), Jahresabschluss (TEUR 204; Vorjahr: TEUR 194), Aufsichtsratsvergütung TEUR 68, Vorjahr: TEUR 51) und Retouren und Provisionen (TEUR 166; Vorjahr: TEUR 82) gebildet. 6. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Darüber hinaus bestehen keine Sicherheiten bei den Verbindlichkeiten. Verbindlichkeitenspiegel in TEUR:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit einem Betrag von TEUR 33.664 durch Grundpfandrechte gesichert. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um 4 fest und 4 variabel verzinste Kredite. Drei variabel verzinste Kredite mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren sind mit Zins-Swaps mit identischen Konditionen in Bezug auf Laufzeit, Kredithöhe und Tilgung abgesichert, sodass Swap und Kredit jeweils zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst wurden. Der gemeinsame Bilanzansatz in Höhe von TEUR 8.957 entspricht der Kredithöhe zum 30.09.2022, da die Swaps zum Bilanzstichtag abgerechnet und folglich vollständig als Zins-aufwand erfasst wurden. 7. Passive latente Steuern Die passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:
Der Berechnung wurde grundsätzlich ein kombinierter Ertragsteuersatz von 29,2 % zugrunde gelegt. Abweichend davon wurden für die latenten Steuern aus der Erstkonsolidierung der Bellevue Immobilien GmbH und der Bellevue Immobilien 2 GmbH der unternehmensindividuelle Steuersatz von 15,8 % angewendet. 8. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestanden Avalkredite aus Mietbürgschaften in Höhe von TEUR 262 (Vorjahr: TEUR 262). Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses bestanden keine weiteren Mietbürgschaften. Aufgrund der positiven Entwicklung der wirtschaftlichen Lage sowie des Immobilienmarktes ist derzeit mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen. 9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB
10. Geschäfte mit nahe stehenden Personen/Unternehmen Die Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen werden zu denselben Konditionen wie mit fremden Dritten abgewickelt. 11. Bewertungseinheiten Folgende Bewertungseinheiten wurden gebildet:
Für 3 variabel verzinste Darlehen wurden Zins-Swaps mit Tilgung mit identischen Volumen abgeschlossen. Diese Darlehen und Zins-Swaps haben eine Laufzeit von mehr als 5 Jahren. Durch die Zins-Swaps wurden variabel verzinsliche Verbindlichkeiten in fest verzinsliche Verbindlichkeiten umgewandelt. Die Bewertung der Zins-Swaps erfolgte nach der Barwertmethode. Die Wertänderung aus Darlehen und Sicherungsgeschäft (Zins-Swap) gleichen sich über den gesamten Sicherungszeitraum aus. Die Gesellschaft hat eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB (micro hedge) gebildet. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Nach Geschäftsbereichen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:
2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten vor allem Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 1.027 (Vorjahr: TEUR 1.603). 3. Periodenfremde Erträge Im Geschäftsjahr 2021/2022 kam es zu periodenfremden Erträgen in Höhe von TEUR 8 (Vorjahr TEUR 54). V. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung Ertragsteuern wurden in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0), Zinsen wurden in Höhe von TEUR 753 (Vorjahr TEUR 721) bezahlt. Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den Bilanzposten Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks zusammen. TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0) des Finanzmittelfonds unterliegen Verfügungsbeschränkungen. VI. Erläuterungen zum Konzerneigenkapitalspiegel Vom erwirtschafteten Konzerneigenkapital stehen zum 30. September 2022 TEUR 68.302 (Vorjahr TEUR 77.338) zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung. VII. Sonstige Angaben 1. Organe der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA Die Bellevue Investments Verwaltungs GmbH nimmt als persönlich haftende Gesellschafterin über ihre Geschäftsführer die Geschäftsführung und Vertretung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA wahr. Alleiniger Geschäftsführer der Bellevue Investments Verwaltungs GmbH war im Geschäftsjahr 2021/2022 Herr Jürgen Jaron. Der Aufsichtsrat besteht unverändert aus:
2. Mitarbeiter Der Bellevue Investments-Konzern beschäftigte im Jahresdurchschnitt 129 Angestellte (Vorjahr: 128) und 4 Auszubildende (Vorjahr: 4). 3. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Der Gesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2021/2022 keine Mitteilungen über das Bestehen von Beteiligungen nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a WpHG gemacht. 4. Honorar des Abschlussprüfers Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Honorare für die Abschlussprüfung in Höhe von TEUR 67 (Vorjahr TEUR 60) erfasst. 5. Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB Für den Jahresabschluss zum 30. September 2022 wird die Befreiungsvorschrift nach § 264 Abs. 3 HGB für die folgenden Tochterunternehmen in Anspruch genommen:
6. Ergebnisverwendung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA (handelsrechtlicher Einzelabschluss) Die Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin und der Aufsichtsrat der Gesellschaft schlagen der Hauptversammlung vor, den handelsrechtlichen Bilanzgewinn der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 in Höhe von TEUR 68.302 auf neue Rechnung vorzutragen.
Berlin, 28. Februar 2023 Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA vertreten durch Bellevue Investments Verwaltungs GmbH, persönlich haftende Gesellschafterin Jürgen Jaron ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2021/22
KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/221. Kurzüberblick über das Geschäftsjahr 2021/2022 Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA ist eine Holding mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland. Die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden Bellevue Investments-Gruppe, Bellevue Investments-Konzern oder Bellevue Investments) haben unterschiedliche Geschäftsmodelle und beschäftigen sich mit Software, Online-Diensten, Unterhaltungs- und Content-Angeboten sowie Immobilienanlagen. Der Konzernabschluss der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurde gemäß §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Steuerung des Konzerns erfolgt anhand wesentlicher Kennzahlen, die geplant und deren Entwicklung im Geschäftsverlauf fortlaufend gemessen werden. Dabei handelt es sich insbesondere um die Umsatzentwicklung sowie die Entwicklung des EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) bzw. EBT (Ergebnis vor Steuern) auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften. Ausgehend vom Krieg in der Ukraine haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Konzerns deutlich negativ entwickelt. Dennoch stieg der Konzernumsatz von EUR 12,8 Mio. auf EUR 14,3 Mio. Während die Umsatzbereiche Immobilien und Ventures wuchsen, war der sonstige Umsatz rückläufig. Nach EUR -5,1 Mio. im Vorjahr lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2021/2022 bei EUR -9,8 Mio. Die EBIT-Marge verringerte sich entsprechend von -39,7 % auf -68,3 %. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging von EUR -6,2 Mio. im Vorjahr auf EUR -15,2 Mio. zurück. Für die EBT-Marge bedeutete dies einen Rückgang von -48,6 % auf -106,3 %. Der Konzernjahresfehlbetrag lag nach EUR -6,1 Mio. im Vorjahr bei EUR - 14,9 Mio. Der Cashflow aus der laufenden Betriebstätigkeit lag bei EUR -5,1 Mio. (Vorjahr: EUR -0,1 Mio.), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit bei EUR -2,5 Mio. (Vorjahr: EUR -10,3 Mio.). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag bei EUR -1,5 Mio. (Vorjahr: EUR -3,4 Mio.) und resultierte im Wesentlichen aus der Kreditaufnahme, -tilgung und Zinszahlungen. Bellevue Investments blickt nur verhalten positiv auf das laufende Geschäftsjahr 2022/2023 und die weitere Entwicklung in 2023/2024. Die Umsatzerwartungen zum Geschäftsverlauf des Konzerns in 2022/2023 und 2023/2024 fallen weiterhin positiv aus. Abhängig davon, wie stark die negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die damit einhergehende Energiekrise, Inflation und wirtschaftliche Rezession ausfallen, sind Umsatzrückgänge jedoch nicht auszuschließen. 2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld Nach der auf die Corona-Pandemie folgenden Erholung der Weltwirtschaft in 2021 hat das Wachstum 2022 wieder an Kraft verloren. Nach dem Minus von 3,0 % in 2020 und dem Anstieg um 6,0 % in 2021 sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) in 2022 ein Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung von 3,2 % (Stand Oktober 2022). Die Wachstumsraten der Industriestaaten (sog. advanced economies) blieben mit -4,4 % in 2020, 5,2 % in 2021 und erwarteten +2,4 % in 2022 unter dem Niveau der Weltwirtschaft. Dabei erreichten die USA Wachstumsraten von -3,4 % in 2020 und 5,7 % in 2021 sowie einen erwarteten Anstieg um 1,6 % in 2022. In Westeuropa und in Deutschland erreichte das Wirtschaftswachstum Werte von -6,3 % bzw. -3,7 % in 2020, 5,6 % bzw. 2,6 % in 2021 und erwartete 3,2 % bzw. 1,5 %. Die wirtschaftliche Entwicklung verlief aufgrund anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen mit andauernder Corona-Pandemie, Lieferengpässen, Inflation und dem Krieg in der Ukraine nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Geschäftsjahr 2021/2022 nur mäßig positiv. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal 2021 im Vergleich zum Vorquartal unverändert blieb, stieg es in den ersten Quartalen 2022 um 0,8 % (in Q1), 0,1 % (in Q2) und 0,4 % (in Q3). Das ifo-Institut erwartet für 2022 insgesamt einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,6% und eine Inflationsrate von 8,1% (ifo Konjunkturprognose - 12. September 2022). 2.2 Branchenentwicklung Nach dem kräftigen Wachstum um 10,2 % in 2021 ist der globale IT-Markt 2022 nur moderat um 0,8 % gewachsen. (Gartner, Stand 10/2022). In Deutschland stiegen die Ausgaben für Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik 2021 um 4,5 %. Für 2022 wird das Wachstum bei 4,7 % gesehen. (Angaben Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V./ BITKOM Stand Juli 2022). Die Ausgabenentwicklung relativiert sich jedoch vor dem Hintergrund hoher Inflationsraten. Die Lage der Immobilienwirtschaft hat sich 2021/2022 weiter eingetrübt. Nach der anhaltenden Niedrigzinsphase sind die Bauzinsen bis Mitte 2022 - also bereits vor Erhöhung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) - deutlich gestiegen. Die von der EZB ab Juli 2022 vorgenommenen Leitzinserhöhungen wirkten dann für Immobilienfinanzierungen weiter zins- kostensteigernd und damit nachfrageseitig belastend auf den Immobilienmarkt. Parallel dazu sorgten gestiegene Baukosten und höhere Energiepreise für geringere Bautätigkeit. Trotz höherer Kosten sanken die Preise für Wohnungen und Häuser im Zeitraum von Juli - September 2022 durchschnittlich um 0,4 % im Vergleich zum Vorquartal erstmals seit etwa acht Jahren. 3. Geschäftsverlauf 3.1 Ertragslage Ertragslage der Bellevue Investments-Gruppe im Überblick
Ergebnisentwicklung Bellevue Investments hat 2021/2022 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von EUR -9,8 Mio. erwirtschaftet, nachdem das EBIT im Vorjahr bei EUR -5,1 Mio. gelegen hatte. Die EBIT-Marge sank entsprechend von -39,7 % auf -68,3 %. Ausschlaggebend für den Ergebnisanstieg waren zum einen die von EUR 16,6 Mio. auf EUR 19,3 Mio. deutlich gestiegenen operativen Kosten sowie der von EUR 1,9 Mio. auf EUR 4,4 Mio. gestiegene Aufwand aus assoziierten Unternehmen, der aus der Beteiligung an der MAGIX Beteiligungs-Gruppe resultiert. Das Finanzergebnis lag bei EUR -5,4 Mio., nachdem es im Vorjahr noch bei EUR -1,1 Mio. gelegen hatte. Daher belief sich das Ergebnis vor Steuern (EBT) in diesem Jahr auf EUR -15,2 Mio. nach EUR -6,2 Mio. im Vorjahr. Die EBT-Marge sank von -48,6 % auf -106,3 %. Die Ertragsteuern beliefen sich auf EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.). Der Konzernjahresfehlbetrag lag damit bei EUR -14,9 Mio. nach EUR -6,1 Mio. im Vorjahr. Umsatz Der Umsatz des Konzerns stieg von EUR 12,8 Mio. auf EUR 14,3 Mio. In Bezug auf die Quartale ergibt sich folgende Umsatzverteilung: im ersten Quartal EUR 3,3 Mio. (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.), im zweiten Quartal EUR 3,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.), im dritten Quartal EUR 3,6 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.) und im vierten Quartal EUR 3,9 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.). Folgende Umsatzbereiche werden im Konzern unterschieden: Ventures, Immobilien und Rest. Im Venture-Bereich werden junge, innovative Unternehmen gebündelt. Die Venture-Umsätze werden von den Konzerntochtergesellschaften Expert Systems AG, Loudly GmbH (ehemals JAM Just Add Music GmbH), mufin GmbH, The Xara Group Ltd. sowie der Xara GmbH erwirtschaftet. Im Immobilienbereich liegt der Fokus auf der Vermietung von Gewerbe- und Wohnobjekten in Deutschland. Die Immobilien-Umsätze werden von den Konzerntochtergesellschaften Bellevue Property 1 GmbH, Bellevue Property 2 GmbH, Bellevue Property 3 GmbH, Bellevue Immobilien GmbH, Bellevue Immobilien 2 GmbH sowie von der Goya Baleares S.L. erwirtschaftet. Unter Rest werden Umsätze des Konzerns, insbesondere der Konzernmuttergesellschaft, mit assoziierten Unternehmen (insbesondere der MAGIX-Gruppe) sowie mit fremden Dritten zusammengefasst. 2021/2022 lag der Anteil des Venture-Bereichs am Konzernumsatz bei 52 % (Vorjahr: 57 %), der des Immobiliensbereichs bei 43 % (Vorjahr: 37 %). Der Rest kam auf 5 % (Vorjahr: 6 %). Die Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche gestaltete sich wie folgt: Bellevue Investments-Konzern - Umsatz nach Geschäftsbereichen zum 30. September 2022
Der Umsatz der Ventures stieg um 4 % von EUR 7,2 Mio. auf EUR 7,5 Mio. Damit erwirtschafteten die Ventures einen Anteil von 52 % am Konzernumsatz. Während der Umsatz der Expert Systems AG deutlich gesteigert wurde, waren bei den anderen Ventures Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Der Umsatz im Bereich Immobilien stieg um 29 % von EUR 4,8 Mio. auf EUR 6,1 Mio. Wesentlichen Einfluss hatte hierauf insbesondere die Vermietung durch die Bellevue Property 2 GmbH sowie durch die Goya Baleares auf Mallorca. Der Anteil des Immobilienbereichs am Konzernumsatz stieg von 37 % auf 43 %. Der Umsatz im Rest-Bereich war von EUR 0,8 Mio. im Vorjahr auf EUR 0,7 Mio. rückläufig. Der Umsatzanteil sank von 6 % auf 5 %. Kostenstruktur Die Betriebsaufwendungen, die sich aus Material-, Personal- und sonstigem betrieblichen Aufwand sowie den Abschreibungen zusammensetzen, stiegen von EUR 18,3 Mio. auf EUR 21,4 Mio. Dabei nahmen die Abschreibungen von EUR 1,7 Mio. auf EUR 2,0 Mio. und die operativen Kosten von EUR 16,6 Mio. auf EUR 19,3 Mio. zu. Ihre Entwicklung stellt sich im Einzelnen wie folgt dar: Bellevue Investments-Konzern - Operative Kosten zum 30. September 2022
Der Materialaufwand war von EUR 0,8 Mio. um 25,1 % auf EUR 0,6 Mio. rückläufig. Hierbei nahmen die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren ab, während Aufwendungen für bezogene Leistungen leicht stiegen. Der Personalaufwand stieg von EUR 7,2 Mio. auf EUR 7,8 Mio. Dies entspricht einem Anstieg um 8,9 %. Die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Angestellten stieg leicht von 128 auf 129. Die Zahl der Auszubildenden blieb mit 4 unverändert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen deutlich um 27,2 % von EUR 8,6 Mio. auf EUR 10,9 Mio. Hierbei stiegen insbesondere Marketingsaufwendungen. 3.2 Finanz- und Vermögenslage Bilanz Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA, Berlin Konzernbilanz zum 30. September 2022 im Überblick
Im Jahresvergleich sank die Bilanzsumme von EUR 129,9 Mio. auf EUR 115,2 Mio. Dabei nahm die Eigenkapitalquote von 69,7 % auf 65,9 % ab. Das Eigenkapital des Konzerns verringerte sich von EUR 90,5 Mio. auf EUR 75,9 Mio. Wesentlichen Einfluss hatte hierauf der Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von EUR -14,9 Mio. Innerhalb des Fremdkapitals stiegen die Rückstellungen von EUR 1,2 Mio. auf EUR 1,3 Mio. Dabei beliefen sich die Steuerrückstellungen auf EUR 0,3 Mio. und die sonstigen Rückstellungen auf EUR 1,0 Mio. Die Verbindlichkeiten beliefen sich unverändert auf EUR 36,6 Mio. Dabei wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 35,4 Mio. auf EUR 33,7 Mio. reduziert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen von EUR 0,5 Mio. auf EUR 1,2 Mio. und die sonstigen Verbindlichkeiten von EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,8 Mio. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten sank von EUR 0,6 Mio. auf EUR 0,4 Mio. Die passiven latenten Steuern, die aufgrund von Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen gebildet werden, sanken leicht von EUR 1,0 Mio. auf EUR 0,9 Mio. Der Wert des Anlagevermögens sank gegenüber dem Vorjahrwert von EUR 81,3 Mio. auf EUR 79,9 Mio. Dabei nahm das immaterielle Anlagevermögen von EUR 2,9 Mio. auf EUR 3,3 Mio. und die Sachanlagen von EUR 51,1 Mio. auf EUR 57,1 Mio. zu, während das Finanzanlagevermögen von EUR 27,0 Mio. auf EUR 19,6 Mio. abnahm. Ausschlaggebend war hierbei der Aufwand aus assoziierten Unternehmen und die damit einhergehende Wertminderung dieser Unternehmensanteile sowie Abschreibungen auf sonstige Ausleihungen. Das Umlaufvermögen verringerte sich von EUR 48,5 Mio. auf EUR 35,1 Mio. Dabei stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte von EUR 13,2 Mio. auf EUR 15,9 Mio., während die sonstigen Wertpapiere, die der kurzfristigen Anlage liquider Mittel dienen, von EUR 10,1 Mio. auf EUR 2,9 Mio. sowie die liquiden Mittel von EUR 25,2 Mio. auf EUR 16,3 Mio. abnahmen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten blieb mit EUR 0,2 Mio. unverändert. Cashflow Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA, Berlin - Konzernkapitalflussrechnung im Überblick
Der Cashflow aus der laufenden Betriebstätigkeit lag bei EUR -5,1 Mio. (Vorjahr: EUR - 0,1 Mio.), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit bei EUR -2,5 Mio. (Vorjahr: EUR- 10,3 Mio.). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag bei EUR-1,5 Mio. (Vorjahr EUR - 3,4 Mio.) und resultierte im Wesentlichen aus Kredittilgungen und Kreditzinszahlungen. Die Finanzierung der Bellevue Investments-Gruppe ist durch Eigenmittel sichergestellt. Bellevue Investments war im Geschäftsjahr 2021/2022 jederzeit in der Lage, bestehende finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Überschüssige Finanzmittel werden im Wesentlichen nur kurzfristig bei Banken angelegt. 3.3 Mitarbeiter Als kreativinnovativer Konzern setzt Bellevue Investments auf Mitarbeiter, die neben fachlicher Kompetenz auch Leidenschaft mitbringen. Das Team ist in einer sich immer schneller verändernden Umgebung der Garant dafür, dass Bellevue Investments international nicht nur Schritt hält, sondern weiter als Trendsetter agiert. Im Fokus der Personalstrategie stehen deshalb die permanente Ausbildung der Mitarbeiter, die agile Arbeitsweise und das vernetzte Arbeiten. Bellevue Investments unterstützt dies durch entsprechende Maßnahmen und den Einsatz modernster Technologie. Zum 30. September 2022 waren 4 Auszubildende im Konzern beschäftigt (Vorjahr: 4). Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Unternehmensgruppe 129 Angestellte und 4 Auszubildende. Im Vorjahr waren es 128 Angestellte und 4 Auszubildende. Der Personalaufwand stieg von EUR 7,2 Mio. im Vorjahr auf EUR 7,8 Mio. 3.4 Konzernstruktur Die nachfolgende Tabelle zeigt die Konzerngesellschaften der Bellevue Investments-Gruppe am 30. September 2022 in alphabetischer Reihenfolge:
Die Bellevue Switzerland GmbH mit Sitz in Luzern/Schweiz und die Bellevue Argentina S.r.l. mit Sitz in Buenos Aires/Argentinien wurden im Geschäftsjahr 2021/2022 als Tochtergesellschaften der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA neu gegründet. Über die Tochtergesellschaft Bellevue Beteiligungs GmbH verfügt die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA über indirekte Beteiligungen an den folgenden Gesellschaften:
Über die Tochtergesellschaft Xara GmbH verfügt die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA über indirekte Beteiligungen an den folgenden Gesellschaften:
Über die Tochtergesellschaft Loudly GmbH ist die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA außerdem indirekt an der JAM Development Sp. z o.o., Krakau, Polen, beteiligt. An allen weiteren oben genannten Konzerngesellschaften ist die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA direkt beteiligt. 4. Chancen- und Risikobericht 4.1 Risikomanagement Die Märkte für Softwareprodukte, Onlinedienste und mobile Applikationen sind einem raschen Wandel von Technologien unterworfen. Der Erfolg von Bellevue Investments hängt daher auch davon ab, neue Trends und Entwicklungen vorauszusehen, die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken zu bewerten und darauf basierend, bestehende Produkte laufend zu verbessern und neue Produkte rechtzeitig zu entwickeln und einzuführen. Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung. Es ist darauf ausgerichtet, Risiken systematisch zu erfassen, um geeignete Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Reduzierung einzuleiten. Die einzelnen Bereiche des Risikomanagementsystems werden auf Ebene der Geschäftsführung der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA zusammengeführt und dort fortlaufend überwacht. Das System wird ständig überprüft, erweitert und an die Entwicklung der Unternehmensgruppe angepasst. Insbesondere werden regelmäßig die eingeleiteten Maßnahmen dahingehend überprüft, ob sie die entsprechenden Risiken kontrollieren bzw. vermeiden. Innerhalb des Risikomanagements werden insbesondere folgende Maßnahmen bei strategischen Entscheidungsprozessen durchgeführt:
4.2 Chancenmanagement Bellevue Investments agiert insbesondere mit den Venture-Unternehmen in einem dynamischen Marktumfeld, in welchem sich für das Unternehmen fortwährend neue Chancen ergeben. Diese systematisch zu erkennen, zu bewerten und zu nutzen und dabei Risiken zu vermeiden bzw. zu minimieren, ist ein wichtiger Faktor für das nachhaltige Unternehmenswachstum. Um ein erfolgreiches Chancenmanagement zu ermöglichen, zieht die Unternehmensführung Markt- und Wettbewerbsanalysen heran und befasst sich mit der Ausrichtung des Produktportfolios, den Kostentreibern sowie den kritischen Erfolgsfaktoren der Branche. Daraus werden konkrete Marktchancen und Initiativen abgeleitet, welche die Geschäftsführung im Rahmen der Geschäftsplanung mit dem operativen Management abstimmt. Grundsätzlich strebt Bellevue Investments ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken an. Im Hinblick auf konkrete Chancen, die sich Bellevue Investments gegenwärtig bieten, sei auf die im Prognosebericht erörterte Strategie verwiesen. 4.3 Einzelrisiken Risiken der Geschäftstätigkeit Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Bellevue Investments-Konzerns ist abhängig von der allgemeinen Entwicklung der Märkte, in denen die Konzernunternehmen tätig sind. Deren Wachstum wird wesentlich von technologischen und wirtschaftlichen Faktoren gefördert, die sich einer Kontrolle durch den Konzern entziehen. Der Markt, in denen die Venture-Unternehmen tätig sind, ist vergleichsweise jung, was eine zuverlässige Beurteilung zukünftiger Entwicklungen erschwert. Hinzu kommt, dass das Marktumfeld einer hohen Dynamik unterliegt. Die Unternehmen der Bellevue Investments-Gruppe investieren kontinuierlich in neue Produkte und Dienste, ein breites Angebotsportfolio sowie in die Erschließung neuer Kundengruppen und geographischer Märkte. Die Abhängigkeit von Entwicklungen in Teilbereichen des Marktes wird durch diese breit angelegten Aktivitäten minimiert. Es ist jedoch zu erwarten, dass der europäische Markt und insbesondere der deutschsprachige Raum in den Geschäftsjahren 2022/2023 und 2023/2024 weiterhin den weit überwiegenden Teil der Umsätze auf sich vereinigen wird. Unabhängig davon hängt die Umsatz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich vom Markterfolg der neuen Produkte der Beteiligungsunternehmen, der Beherrschung sich neu entwickelnder Technologien sowie den Personalkostensteigerungen ab. Wettbewerbsrisiken Der für die Venture-Unternehmen der Bellevue Investments-Gruppe relevante Markt ist von globalem Wettbewerb geprägt. Einige der derzeitigen und potenziellen Wettbewerber der jeweiligen Konzernunternehmen verfügen dabei über umfangreichere finanzielle, technologische und personelle Ressourcen sowie eine größere Reichweite oder mehr Nutzer. Rechtliche und Lizenzrisiken Die Unternehmen der Bellevue Investments-Gruppe sind bei Entwicklung und Vertrieb von den jeweils geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Eine Änderung dieser Rahmenbedingungen kann für das jeweilige Konzernunternehmen zu erheblichen Nachteilen führen. Derzeit ist eine solche Änderung nicht erkennbar. Auf Grund des globalen Marktes besteht die Möglichkeit, dass die jeweiligen Unternehmen der Bellevue Investments-Gruppe mit ihren Entwicklungen unwissentlich das geistige Eigentum Dritter verletzt. Mit Hilfe einer umfangreichen Überprüfung der eigenen Produkte durch die Rechtsabteilung hat das Unternehmen die möglichen Schritte unternommen, um dieses Risiko zu minimieren. Personelle Risiken Die Produkte und Dienstleistungen des Konzerns erfordern entsprechend qualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen F&E, Marketing und Vertrieb. Ohne einen entsprechenden Personalstamm können die strategischen und wirtschaftlichen Ziele von Bellevue Investments möglicherweise nicht erreicht werden. Finanzwirtschaftliche Risiken Der Konzern ist Ausfallrisiken bezogen auf Kundenforderungen sowie Währungsrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung von Ausfallrisiken besteht eine Warenkreditversicherung. Zur Absicherung von Währungsrisiken werden keine Sicherungsinstrumente eingesetzt. Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken, die im Konzern im Wesentlichen aus variabel verzinslichen Bankkrediten resultieren, werden Zins-Swaps eingesetzt. Gesamtrisiko Der Ausbau und die Internationalisierung des Geschäfts führen unweigerlich zu einer Erhöhung der unternehmerischen Risiken. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Diversifizierung der Investments den Konzern stets gestärkt hat. Letztlich minimiert eine breite Aufstellung die Abhängigkeit des Konzerns von einzelnen Märkten und Produkten, womit diese Aktivitäten zu einer Reduzierung des Gesamtrisikos beitragen. Die Risikolage des Konzerns ist stabil. Innerhalb des Berichtszeitraums haben die dargestellten Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit den festgelegten Schwellenwert eines bestandsgefährdenden Risikos erreicht. 5. Prognosebericht 5.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaft Die Weltwirtschaft hat 2022 an Schwung verloren. Nach dem Rückgang um -3,0 % in 2020 und der folgenden Erholung in 2021 um 6,0% erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2022 ein Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung von 3,2 % (Stand Oktober 2022). Für die beiden Folgejahre wird ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft um 2,7 % (2023) und 3,2 % (2024) prognostiziert. In Westeuropa rechnet der IWF nach dem Wachstum um 3,2 % in 2022 mit schwächerem Wachstum der Wirtschaft um 0,5 % in 2023 sowie um 1,6 % in 2024. Für die deutsche Wirtschaft erwartet der IWF nach dem Wachstum um 1,5 % in 2022 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 % in 2023. Für 2024 wird dann wieder ein Wachstum gesehen, welches mit 1,5% moderat ausfällt. Branche Nach dem kräftigen Wachstum um 10,2 % in 2021 ist der globale ITMarkt 2022 nur moderat um 0,8 % gewachsen. (Gartner, Stand 10/2022). Für 2023 geht das Marktforschungsunternehmen Gartner von wieder zunehmendem Wachstum der weltweiten ITUmsätze um 5,1 % aus (Stand 10/2022). In Deutschland stiegen die Ausgaben für Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik 2022 um 4,7%. Für 2023 wird das Wachstum bei 4,5% gesehen. (Angaben Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V./ BITKOM Stand Juli 2022). Die Ausgabenentwicklung relativiert sich jedoch vor dem Hintergrund hoher Inflationsraten. Nachdem der Immobilienmarkt vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen war, wirkten höhere Bau- und Finanzierungskosten 2022 belastend auf Bautätigkeit und Immobilienkäufe. Weitere Leitzinserhöhungen durch die EZB sowie nachhaltend schwierige Versorgungsengpässe mit Energie, Rohstoffen und Vorprodukten dürften in 2023 und 2024 weiter belasten. So kommt eine Studie von Allianz Research auf einen zu erwartenden Preisrückgang in Deutschland von rund acht Prozent bis zum Jahr 2024. 5.2 Strategie des Bellevue Investments-Konzerns Ventures Bellevue Investments wird das Wachstum der bestehenden Ventures weiter finanzieren. Die Expert Systems AG entwickelt eine Software as a Service Plattform im Bereich des Referenzmarketing für Experten. Das Unternehmen agiert in dem Milliardenmarkt für Talent-Management, der stark von dem digitalen Wandel betroffen ist und deshalb innovativen Unternehmen wie der Expert Systems AG außerordentliche Wachstumsperspektiven eröffnet. Die Xara-Gruppe entwickelt ebenfalls eine Software as a Service-Lösung und hat diese bereits zur Marktreife gebracht. Hierbei handelt es sich um eine Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, jegliche Form von kreativen Dokumenten kollaborativ im Web-Browser zu erstellen. Die Xara-Plattform unterstützt Unternehmen und deren Anwender mit effizienten Workflows. Die Plattform ermöglicht erhebliche Zeitersparnisse, verbessert die Kommunikation zwischen den Anwendern und ermöglicht zum anderen, dass bei der Erstellung von Dokumenten das Company-Branding eingehalten wird. Die Loudly GmbH (ehemals JAM Just Add Music GmbH) entwickelt eine Kl-gestützte Musikplattform, die es jedem ermöglicht, Musik zu entdecken, zu generieren und anzupassen, um sie in digitalen Projekten einzusetzen. Kl-basiert können sowohl bestehende Musikkompositionen verbessert als auch völlig neue Musikkompositionen erzeugt werden. Die mufin GmbH vermarktet innovative B2B-Lösungen im Bereich der Second-Screen-Anwendungen, des Musik-Monitorings und dem effizienten Messen von Medienkonsum. Um in den schnelllebigen digitalen Märkten neue Trends schnell zu erkennen und daran partizipieren zu können, werden wir unsere Investitionsaktivitäten in Start-Ups erhöhen und hier insbesondere in Fonds investieren, die uns einen breiten Zugang zu Investitionsmöglichkeiten in innovative Unternehmen ermöglichen. Immobilien In diesem Geschäftsbereich tätigt Bellevue Investments Investitionen von Eigen- und Fremdkapital in Immobilien und ergänzt damit das Anlageportfolio des Konzerns. Das wesentliche Ziel der Investitionen besteht darin, freie finanzielle Mittel ergänzt durch Fremdkapital sicher, ausgewogen und rentabel anzulegen. Hierfür wird Bellevue Investments weiter in Immobilien investieren und insbesondere die Aktivitäten im Bereich der Wohn- und Gewerbeimmobilien erweitern. Finanzanlagen Der Bellevue-Konzern hält - neben den Beteiligungen an den Konzerngesellschaften - Minderheitsbeteiligungen an innovativen, technologie-orientierten Unternehmen. Dazu gehört traditionell die Beteiligung als Eigen- und Fremdkapitalgeber der MAGIX Beteiligungs-Gruppe sowie bisher in geringerem Maße an Start-up-Unternehmen. Für die kommenden Jahre wird beabsichtigt, das Engagement in solche jungen Unternehmen diversifiziert auszubauen, um an deren Wachstum partizipieren zu können. 5.3 Erwartete Ertragslage Mit der dargestellten strategischen Ausrichtung sieht sich Bellevue Investments mit seinen Konzerngesellschaften für gegenwärtige wie zukünftige Herausforderungen weiterhin gut aufgestellt. Die Umsatzerwartungen zum Geschäftsverlauf des Konzerns in 2022/2023 und 2023/2024 fallen weiterhin insgesamt positiv aus. Abhängig davon, wie stark die negativen Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine ausfallen, sind Umsatzrückgänge jedoch nicht auszuschließen. Die oben aufgeführten Maßnahmen erfordern auch in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen. Entsprechend hängt die Geschäftsentwicklung hier neben dem Erfolg der Marketingstrategien in stärkerem Maße von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung ab. Die operativen Kosten, insbesondere für Personal und sonstige betriebliche Aufwendungen (Marketing), werden aufgrund der hohen Inflation stärker steigen als in der Vergangenheit. Daher wird in den Folgejahren weiterhin mit negativen Ergebnissen gerechnet, da die VentureUnternehmen weiter das Wachstum fokussieren werden und nicht die Profitabilität. Positive Ergebnisse erwarten wir durch die Veräußerung der Unternehmen. Der Zeitpunkt ist schwer kalkulierbar. Wir rechnen mit einem Zeitraum von ca. 5 Jahren. 5.4 Erwartete Finanzlage Die Finanzlage des Konzerns ist als solide einzuschätzen. Externe Finanzierungsmaßnahmen sind nur im Zusammenhang mit Immobilieninvestitionen vorgesehen. Weitere Investitionstätigkeiten sind insbesondere in die Venture-Unternehmen vorgesehen. Für den operativen Cashflow wird eine negative Entwicklung prognostiziert. Nicht unwesentlich ändern können sich die liquiden Mittel sowie die Eigenkapitalquote - abgesehen von den geplanten Immobilieninvestitionen - im Rahmen von Unternehmensakquisitionen bzw. Unternehmensverkäufen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich die Finanzlage stabil weiterentwickelt. 5.5 Gesamtaussage Für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen sieht sich Bellevue Investments gut gerüstet. Das technologische Knowhow, die finanzielle Basis, gepaart mit den wachsenden Ventures und weitgehend planbaren Einnahmen aus dem Immobilienbereich werden es Bellevue Investments ermöglichen, weiter zu wachsen.
Berlin, 28. Februar 2023 Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA vertreten durch Bellevue Investments Verwaltungs GmbH, persönlich haftende Gesellschafterin Jürgen Jaron BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA, BerlinPrüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Bad Oeynhausen, 31. März 2023 AUDITAS
GmbH
gez. Dipl.-Kfm. Nils Weinberger, Wirtschaftsprüfer gez. Wilhelm Bollmann, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrats der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA zum Jahresabschluss der Gesellschaft und zum Konzernabschluss sowie zum Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022Sehr geehrte Damen und Herren, das abgelaufene Geschäftsjahr war von anhaltenden Unsicherheiten damit einhergehenden Herausforderungen geprägt. Zwar haben sich die negativen Auswirkungen der Corona-Krise abgeschwächt, doch war das geopolitische und makroökonomische Umfeld aufgrund des Krieges in der Ukraine angespannter denn je. Dies hatte spürbar negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und die Konzernunternehmen. Als Reaktion darauf waren und sind Maßnahmen zur Kostensenkung und Neuausrichtung erforderlich. Zusammenarbeit von Geschäftsführung und Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat hat auch in diesem Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Die Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin (im Folgenden kurz Geschäftsführung) wurde durch den Aufsichtsrat kontinuierlich beraten und überwacht. Unter Berücksichtigung der allgemeinen und branchenspezifischen Wirtschaftslage hat sich der Aufsichtsrat umfassend mit der Situation und den Perspektiven der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA und ihrer Tochtergesellschaften beschäftigt. Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet. Wie in den Vorjahren standen Aufsichtsrat und Geschäftsführung zwischen den Sitzungen in regelmäßigem Kontakt und haben gemeinsam über Fragen der Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe (einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements), der Unternehmensplanung sowie der strategischen Konzernausrichtung beraten. Auf Basis der schriftlichen und mündlichen Berichte der Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat die für Unternehmen und Konzern bedeutenden Geschäftsvorgänge, wie die Corona-bedingten Maßnahmen, ausführlich erörtert. Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Nach entsprechend gründlicher Prüfung und Beratung hat der Aufsichtsrat den Beschlussvorschlägen der Geschäftsführung zugestimmt. Hierfür wurden dem Aufsichtsrat alle entscheidungsrelevanten Unterlagen rechtzeitig zugeleitet. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Satzung entsprechend besteht der Aufsichtsrat weiterhin aus drei Mitgliedern. Dies waren im Geschäftsjahr 2021/2022 unverändert: Herr Tilman Herberger (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Herr Erhard Rein (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Herr Titus Tost. Ausschüsse wurden im Aufsichtsrat nicht gebildet. Sitzungen des Aufsichtsrats Während des Geschäftsjahres 2021/2022 fanden vier Aufsichtsratssitzungen jeweils als Telefonkonferenz statt: am 19. November 2021, am 7. April 2022 (Bilanzsitzung), am 11. Mai 2022 sowie am 22. August 2022. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen der Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Im Rahmen der Sitzungen hat der Aufsichtsrat die laufende Geschäftsentwicklung gemeinsam mit der Geschäftsführung analysiert. Gegenstand war hierbei regelmäßig die aktuelle und längerfristige Entwicklung der Geschäftsfelder sowie der Unternehmensgruppe. In Bezug auf die strategische Ausrichtung des Konzerns wurden insbesondere Investitions-, Entwicklungs-, Produkt-, und Vertriebsstrategien diskutiert. In den Aufsichtsratssitzungen des Geschäftsjahres 2021/2022 waren jeweils alle Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend. Außerhalb dieser Sitzungen fanden informelle Gespräche innerhalb des Aufsichtsrats sowie zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung statt. Insbesondere standen die Vorsitzenden von Geschäftsführung und Aufsichtsrat in regem Kontakt und besprachen für Gesellschaft und Konzern relevante Themen. Jahres- und Konzernabschluss 2021/2022 Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Mai 2022 wurde die Auditas GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Porta Westfalica zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/2022 gewählt, soweit jeweils eine Prüfungspflicht besteht. Der von der persönlich haftenden Gesellschafterin nach HGB aufgestellte Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA zum 30. September 2022 wurden von der Auditas GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Eine Prüfung des von der persönlich haftenden Gesellschafterin ebenfalls nach HGB aufgestellten Jahresabschlusses der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA war nicht erforderlich, da die Gesellschaft unverändert als kleine Kapitalgesellschaft gilt. Dem Aufsichtsrat wurden die genannten Unterlagen samt Prüfungsbericht zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht rechtzeitig zugesandt und ihm gemeinsam mit der Geschäftsführung durch den für die Durchführung der Prüfung verantwortlichen Wirtschaftsprüfer dezidiert erläutert; insbesondere hat der Abschlussprüfer Erläuterungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns gemacht und für ergänzende Auskünfte zur Verfügung gestanden. Die Abschlüsse und Berichte wurden durch den Aufsichtsrat eingehend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Dem Ergebnis der Prüfung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen und sowohl den Jahres- als auch den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021/2022 gebilligt. Den Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat geprüft und schließt sich ihm an. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Hauptversammlung, den Jahresabschluss festzustellen. Dank Der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankt der Aufsichtsrat für die gute und konstruktive Zusammenarbeit sowie für den gemeinschaftlich hohen Einsatz im zurückliegenden Jahr. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Abschließend danken wir den Aktionären der Bellevue Investments GmbH & Co. KGaA für das in uns gesetzte Vertrauen.
Berlin, April 2023 Für den Aufsichtsrat Erhard Rein, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats |
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