Simon Schloßplatz eGbR
Selbe AdresseGroßhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Pascal Röder seit 11.3.2020 | Prokura |
Bernhard Dr. iur. Simon seit 9.3.2018 | Geschäftsführer |
Alexander Dipl. Kfm. Simon seit 6.10.2015 | Geschäftsführer |
Erhard Matthias Hagen seit 16.8.2005 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 50.00% | |
| 50.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Simon Fleisch GmbHWittlichJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LageberichtI. Allg. Wirtschaftliche Entwicklung auf internationaler und nationaler Ebene 1. Entwicklung Gesamtwirtschaft auf internationaler und europäischer Ebene Die Weltwirtschaft ist in 2023 nach aktuellen Hochrechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF um rund 3,2 % gewachsen. Die Zunahme ist damit ähnlich wie im Vorjahr. Wesentliche Gründe für das geringe Wachstum dürften die Auswirkungen der Kriege in der Ukraine sowie im Nahen Osten, die Inflation sowie die nach wie vor schwächelnde Wirtschaft, insbesondere in den westlichen Staaten sein. Die US-Wirtschaft ist im vergangenen Jahr preisbereinigt um rund 2,1 % und damit wie im Vorjahr gewachsen. Nach Angaben der chinesischen Statistikbehörde legte das Bruttoinlandsprodukt in der Volksrepublik China im Gesamtjahr 2023 merklich um 5,1 % gegenüber dem Vorjahr zu (Vorjahr rund 3,2 %). In der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt Japan legte nach vorläufigen Berechnungen das Bruttoinlandsprodukt um knapp 2 % und damit leicht stärker als im Vorjahr mit noch 1,1 % zu. Die Wirtschaftsleistung der EU-Länder (EU-27) ist bereinigt um rund 1,0 % gestiegen und damit nochmals schwächer als im Vorjahr mit noch 3,5 %. Das Wirtschaftsklima war durch viele handels- und geopolitische Konflikte belastet. Im Oktober 2023 hat die palästinensische Hamas-Terrororganisation Israel überraschend angegriffen und dabei rund 1.200 Menschen ermordet. Israel ist daraufhin im Gazastreifen einmarschiert, hat die dortige zivile und militärische Infrastruktur zwischenzeitlich weitgehend zerstört und damit Millionen Menschen obdachlos werden lassen. Das Verhältnis von Israel zur arabischen Welt hat sich in der Folge weiter verschlechtert, zuletzt hat Iran Israel mit Raketen und Drohnen angegriffen und die Welt ist besorgt wegen einer Ausweitung des Konflikts. Huthi-Rebellen haben ständig Frachtschiffe im Roten Meer angegriffen, sodass die Reedereien ihre Fahrtrouten ändern mussten und die Transportzeiten und -kosten merklich gestiegen sind. Schließlich hat der Westen Stellungen der Rebellen bombardiert. Zudem hat sich der Ukraine Krieg zu einem Stellungskrieg entwickelt, wobei Russland zunehmend die Oberhand gewinnt. Die Sanktionen des Westens gegenüber Russland haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, die russische Wirtschaft zeigt sich überraschend widerstandsfähig. Die Volksrepublik China pflegt weiterhin demonstrativ ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland und sendet zugleich aggressive Signale gegenüber Taiwan und anderen Nachbarstaaten. 2. Entwicklung Gesamtwirtschaft auf nationaler Ebene a. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2023 insbesondere geprägt von einer schwächelnden Wirtschaft, einer angespannten Haushaltslage u. a. infolge der stetig gestiegenen Sozialausgaben, der neuen militärischen Bedrohungslage, die eine umfassende Aufrüstung erfordert und dem starken Fachkräftemangel in allen Sektoren. Daher ist Deutschland im vergangenen Jahr auch in die Rezession gefallen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % gesunken. Im Vorjahr hat das Wachstum noch 1,9 % betragen. Zugleich hat Deutschland aber Japan als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst, letzteres ist allerdings ausschließlich auf den starken Kursverlust des Yen zurückzuführen. Die allgemeine Inflation hat sich abgeschwächt, in 2022 war der Wert noch bei 6,9 %, im Berichtsjahr sank er auf 5,9 %. Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Von Rückgängen waren vor allem die Bereiche betroffen, in denen die Preise im Jahresverlauf entweder auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharrten oder sogar noch weiter anstiegen. Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7 %). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern. Durch solche Maßnahmen hatte der Staatskonsum in den Jahren ab 2020 die Wirtschaftsleistung gestützt. Die Bauinvestitionen sanken im Jahr 2023 preisbereinigt um 2,1 %. Neben den hohen Baupreisen wirkten sich die spürbar gestiegenen Bauzinsen aus, die insbesondere den Wohnungsbau bremsten und die Bauindustrie schwächten. b. Im vergangenen Jahr ist der deutsche Außenhandel leicht gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Ausfuhren im Gesamtjahr 2023 auf den Rekordwert von 1.594 Milliarden Euro (Vorjahr: 1.575,7 Milliarden Euro). Die Importe sind etwas gestiegen und haben 1.505 Milliarden Euro (Vorjahr: 1.494,8 Mrd. Euro) erreicht. In der Konsequenz ist der deutsche Exportüberschuss wieder gewachsen. Der Außenhandelssaldo hat sich von 79,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf 88,6 Milliarden Euro leicht erhöht. c. Die schwache Konjunktur ist am Arbeitsmarkt in Deutschland nicht völlig spurlos vorübergegangen, gleichwohl der Arbeitsmarkt sich sehr robust darstellt. Die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt in Deutschland nach dem Inlandskonzept stieg im vergangenen Jahr leicht auf 45,93 Mio. Eine Ursache für die weitere Beschäftigungszunahme im vergangenen Jahr dürfte insbesondere die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte gewesen sein. Die Arbeitslosenquote hat sich leicht erhöht und lag im Jahresdurchschnitt 2023 nach den Angaben des Statistischen Bundesamts bei 5,7 % (Vorjahr 5,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland belief sich im Jahresdurchschnitt auf 2,609 Mio. (Vorjahr: 2,42 Mio. Menschen), dies bedeutet eine Zunahme von 191.000 Arbeitslosen bzw. 0,4 Prozentpunkten. d. Das Jahr 2023 hat die Zinswende gefestigt. Von März 2016 bis Juli 2022 hatte der Leitzins bei null Prozent verharrt, anschließend wurde er schrittweise erhöht und liegt aktuell bei 4,5 %. Obwohl die Inflation seit Monaten zurückgeht und die Konjunktur weiter schwächelt, veränderte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum bisher nicht. Allgemein wird aber nun im Juni 2024 mit einer Zinswende gerechnet. Inzwischen ist die Teuerungsrate in der Eurozone auf 2,4 % gefallen. Die Zielmarke der EZB von 2,00 %, die sie mittelfristig als optimales Niveau für den Währungsraum anstrebt, ist damit fast erreicht und würde daher eine Zinssenkung erlauben. Im März 2023 hatte sie noch bei 6,9 Prozent gelegen, im Herbst 2022 zeitweise über zehn Prozent. Der Leitzins der US-Notenbank (Fed) liegt aktuell in einer Spanne zwischen 5,25 und 5,5 %. Am 1. Mai 2024 steht der nächste Fed Zinsentscheid an. Die Marktteilnehmer erwarten bis dato, dass sich hier keine Änderung des Zinsniveaus ergeben wird. e. Ein Euro entspricht aktuell rund 1,06 US-Dollar. Der Euro steht zum Dollar schon seit einigen Jahren unter Druck. Im Vergleich zu seinen Hochzeiten im Jahr 2008 ist der Wert des Euros damit um knapp 29 Prozent gesunken, damals war ein Euro noch etwa 1,47 US-Dollar wert. Für ein exportorientiertes Unternehmen wie SIMON-Fleisch, das seine Waren an Drittländer üblicherweise auf Basis des US-Dollars verkauft, ist dieser verhältnismäßig schwache Euro gleichwohl positiv. Die Analysten rechnen aktuell nicht mit einer deutlichen Veränderung dieses Niveaus. Die amerikanische Wirtschaft zeigt sich aktuell weiterhin deutlich robuster als die europäische Wirtschaft. Hinzu kommen die schwachen Wachstumsaussichten in Europa. Nach üblichen volkswirtschaftlichen Wirkmechanismen sollte diese Entwicklung den Dollar eher weiter stärken. II. Entwicklung der Vieh- und Fleischwirtschaft in Deutschland 1. Allg. Entwicklungen des Lebensmittel- und Fleischmarktes Das Jahr 2023 war in der Fleischwirtschaft weiterhin durch eine multipolare Branchenkrise geprägt. Der inländische Fleischkonsum ist rückläufig, der Fleischmarkt schrumpft weiter (dazu später im Detail). Wesentliche Probleme sind der stetige, wenn auch aktuell verlangsamte Rückgang der inländischen Tierhaltung einerseits und des Fleischkonsums andererseits, der strukturelle Arbeitskräftemangel und die eingeschränkten Exportmöglichkeiten in Drittländer. Bezüglich letzterem gab es jedoch im Berichtsjahr positive Entwicklungen, ab August 2023 war der Export nach Korea wieder möglich. In den vergangenen Jahren rückten Themen wie Tierwohl, Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung immer stärker in den gesellschaftlichen Fokus. Der Konsum von Fleisch wird nicht nur mit Massentierhaltung und Tierschutz sowie der eigenen Gesundheit, sondern zunehmend auch mit dem Thema Klimaschutz in Verbindung gebracht. In den vergangenen Jahren stieg dementsprechend die Nachfrage nach "hochwertigen" Produkten wie z. B. Fleisch aus höheren Haltungsformen (mehr Stallplatz, Offenstall, Freiland etc.) oder aus ökologischer Tierhaltung stetig an. Auch der Markt für Fleischersatzprodukte entwickelte sich bisher positiv. Im ersten Jahr des Kriegs in der Ukraine wandelte sich das Bild jedoch etwas. Die Bevölkerung war plötzlich mit einer schwächelnden Wirtschaft und einer hohen Inflationsrate konfrontiert. Insbesondere Energie und Nahrungsmittel entwickelten sich zu den Inflationstreibern. Lebensmittel verteuerten sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 %, Fleisch sogar um 14,5 %. Insgesamt sank die Nachfrage nach teuren Produkten deutlich und viele Verbraucher fragen gerade wieder verstärkt die Preiseinstiegsprodukte nach. Der Markt für ökologisch erzeugte Lebensmittel ist im Berichtsjahr nach einem Rückgang in 2022 wieder gewachsen, die Ausgaben der Verbraucher nahmen um 5 % zu, sodass sich ein Gesamtumsatz von 16,08 Milliarden Euro ergab. Allerdings ist dieses Wachstum laut Analysten ausschließlich höheren Preisen geschuldet, die Verkaufsmengen seien stabil geblieben. Wie in den Vorjahren spielte der Lebensmitteleinzelhandel für die Umsatzentwicklung eine entscheidende Rolle, insbesondere die Discounter und Drogeriemärkte. Der Lebensmitteleinzelhandel steigerte seine Bio-Umsätze 2023 um 7,2 % auf 10,82 Mrd. €, wodurch er einen Anteil von 67 % am Lebensmittelmarkt erreichte. Mit dem Trend zum Fleischverzicht stieg auch das Interesse an Fleischersatzprodukten. Im Jahr 2022 (für das Jahr 2023 sind noch keine Zahlen veröffentlicht) wurden 104.300 t Fleischersatzprodukte produziert, im Vorjahr waren es rund 97.900 t, dies bedeutet einen Zuwachs von rund 6,5 %. Der Wert dieser Produkte erhöhte sich im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 17,3 % auf 537,4 Millionen Euro (2021: 458,2 Millionen Euro). Laut Prognosen des Statista Consumer Market Outlooks soll der Pro-Kopf-Absatz von 410 Gramm im Jahr 2021 auf 1,38 Kilogramm im Jahr 2027 steigen. Dies bleibt abzuwarten. Aktuell ist es noch ein Nischenmarkt. Im Jahr 2022 betrug der Wert von in Deutschland produziertem Fleisch und Fleischerzeugnissen 42,4 Milliarden Euro - und damit knapp das 80-fache des Wertes der Fleischersatzprodukte. Das Wachstum der Fleischalternativen scheint zudem etwas ausgebremst, teilweise berichten Hersteller sogar von merklichen Rückgängen. Die Verbraucher betrachten u. a. zunehmend kritisch die teilweise sehr umfangreiche Anzahl von Zusatzstoffen bei den Produkten. Exemplarisch sei auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Fleischwarenfabrik Rügenwalder Mühle, dem deutschen Veggie-Pionier, verwiesen. Dieser wurde zum Ende des Berichtsjahres zu 85 % an den Zuckerhersteller Pfeifer & Langen verkauft. Seit Ende 2014 stellt das Unternehmen neben klassischer Wurst auch vegetarische und vegane Produkte her und hatte sich auf diesem Markt teilweise sehr aggressiv ("Wurst ist die Zigarette der Zukunft") positioniert. Auch an den Börsen wurden Hersteller von Fleisch- und Milchersatzprodukten zuletzt deutlich geringer bewertet. Marktanalysten gehen davon aus, dass der "Veggie-Hype" deutlich abgeflacht ist und diese Entwicklung anhält. 2. Entwicklung der Fleischproduktion in Deutschland Die Fleischproduktion in Deutschland ist im Jahr 2023 erneut merklich gesunken. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, produzierten die gewerblichen Schlachtunternehmen 2023 nach vorläufigen Ergebnissen 6,8 Mio. t Fleisch. Das waren 280.200 t bzw. 4 % weniger als im Vorjahr. Damit sank die Fleischproduktion nach dem Rekordjahr 2016 (8,25 Mio. t) nun im siebten Jahr in Folge. a. Der größte Anteil der inländischen Fleischerzeugung entfällt nach wie vor mit rund 65,0 % auf den Schweinefleischsektor. Insgesamt produzierten die Schlachtunternehmen 2023 rund 4,2 Mio. t Schweinefleisch, dies waren 6,8 % oder 306.500 t weniger als 2022. Dieser Rückgang der Produktionszahlen folgt dem Trend der letzten Jahre. Im Vergleich zu 2016 wurden im Jahr 2022 etwa 1,4 Mio. Tonnen weniger Schweinefleisch erzeugt, was einem massiven Rückgang im Fünfjahresvergleich um gut ein Viertel (-25,1 %) entspricht. Die Schlachtungen von Schweinen verringerten sich dementsprechend erneut merklich um 3,3 Mio. Tiere bzw. 7 % gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 43,8 Mio. Schweine (2022: 47 Mio.). Im Jahr 2016 wurden noch 59,3 Mio. Schweine geschlachtet, seitdem sinkt die Zahl konstant. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Europa. Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2021 sind die Schweineschlachtungen in der EU in den beiden Folgejahren jeweils deutlich zurückgegangen. Nach vorläufigen Daten der EU-Statistikbehörde wurden in der EU im Berichtsjahr insgesamt knapp 220 Mio. Schweine geschlachtet, das waren 17,3 Mio. Tiere bzw. 7,3 % weniger als im Vorjahr. Die erzeugte Menge an Schweinefleisch sank damit entsprechend um 1,47 Mio. t bzw. 6,7 % gegenüber dem Vorjahr auf gut 20,6 Mio. t in 2023. Größter Schweinefleischproduzent der EU ist nach wie vor Spanien. b. Der Rindfleischmarkt zeigt sich hingegen konstant. Im Berichtsjahr wurden erneut rund 3 Mio. Rinder geschlachtet. Die insgesamt produzierte Schlachtmenge im Berichtsjahr betrug aufgrund der höheren Schlachtgewichte 992.900 t, sie hat sich mithin gegenüber dem Vorjahr mit 985.000 um 7.900 t bzw. 0,6 % erhöht. Einen langfristig gegenläufigen Trend im Vergleich zum Schweinefleisch zeigte wieder das Geflügelfleisch. Die Menge an erzeugtem Geflügelfleisch stieg im Jahr 2023 gegenüber 2022 um 1,4 % auf gut 1,6 Mio. t. Geflügelfleisch erfreut sich im langfristigen Trend eines Nachfragebooms, in den vergangenen 10 Jahren ist die Produktionsmenge um über 20 % gestiegen. 3. Entwicklung der Tierhaltung (Viehbestände) in Deutschland Einhergehend mit den rückläufigen Produktionszahlen in Deutschland gibt es auch immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, die Schweine oder Rinder halten. Die betreffenden Tierbestände sind weiter rückläufig, allerdings hat sich der Rückgang deutlich abgeschwächt und ein vorläufiger Tiefpunkt scheint erreicht. a. Der Schweinebestand insgesamt ist im Berichtsjahr nur noch leicht gesunken. Am Stichtag 03.11.2023 betrug der Schweinebestand insgesamt ca. 21,2 Mio. Tiere. Dies sind 150.000 Tiere bzw. 0,7 % weniger als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Im Zweijahresvergleich ging der Bestand um 2,5 Mio. Tiere bzw. 10,5 % zurück. Aber das Statistische Bundesamt hat zugleich darauf hingewiesen, dass der Bestand gegenüber der Frühjahrszählung am 03.05.2023 um 266.000 Tiere bzw. 1,3 % zugenommen hat und somit eine Trendwende, wenn auch in kleinem Umfang, eintreten könnte. Für die einzelnen Tierkategorien ergibt sich folgendes Bild: Es stehen aktuell 9,6 Mio. Mastschweine in deutschen Ställen und damit rund 100.000 Tiere bzw. 1 % weniger als ein halbes Jahr zuvor mit 9,7 Mio. Die Mastschweine repräsentieren ca. 45,5 % des Gesamtbestandes. Die Anzahl der Ferkel und Jungschweine nahm gegenüber der Frühjahrszählung um 365.000 Tiere bzw. 3,2 % auf nunmehr 10,2 Mio. zu. Zudem werden nahezu konstant gut 1,4 Mio. Zuchtsauen gehalten. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe hat sich erneut um ca. 800 Betriebe bzw. 4,5 % auf ca. 16.200 im Berichtsjahr reduziert. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich die allgemeine Tendenz deutlicher; die Anzahl der Betriebe hat sich um 11.800 bzw. 42,1 % verringert. b. Die Rinderbestände sind im Jahresvergleich leicht rückläufig. Der Bestand an Rindern lag zum Stichtag bei 10,8 Mio. Tieren, dies waren rund 100.000 Tiere bzw. 1,7 % weniger als im Vorjahr. Vom Gesamtbestand entfallen rund 3,7 Mio. auf die Milchkühe, hier sehen wir einen Rückgang von rund 100.000 Tieren bzw. 2,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der rinderhaltenden Betriebe sank im Vorjahresvergleich um ca. 2.000 Betriebe bzw. rund 1,3 % auf ca. 127.250 (Vorjahr: rd. 129.400). 4. Entwicklung der Fleischnachfrage: Inländischer Konsum und Außenhandel Sowohl der inländische Konsum als auch die Nachfrage aus dem Ausland nach deutschem Fleisch sind rückläufig. a. Inländischer Konsum (einschließlich Entwicklung Vegetarismus und Markttrends) aa. Der Fleischkonsum in Deutschland geht seit Jahren zurück. Im vergangenen Jahr ist er erneut gesunken. Pro Person sind 2023 noch 51,6 kg Fleisch verzehrt worden, rund 400 g bzw. knapp 0,8 % weniger als im Vorjahr. Dies ist der niedrigste Stand seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1989. Vor gut 10 Jahren im Jahr 2011 betrug der Konsum noch 62,8 kg je Kopf. Die sinkende Konsummenge von Fleisch in Deutschland ist im Mehrjahrestrend vor allem mit der Zurückhaltung gegenüber Schweinefleisch zu erklären. Im Berichtsjahr gab es jedoch ein differenziertes Bild. Laut Statistischem Bundesamt aßen die Menschen rund 600 g bzw. 2 % weniger Schweinefleisch als im Vorjahr, insgesamt noch 27,5 kg/ Kopf. Der Rückgang hat sich hier deutlich abgeschwächt. Der größte Rückgang war mit 900 g bzw. 5 % weniger bei Rind- und Kalbfleisch festzustellen. Dieser vergleichsweise hohe Rückgang beim Rindfleisch hängt nach Einschätzung von Analysten vorrangig mit den eingangs beschriebenen deutlichen Preissteigerungen bzw. der aktuellen Preissensibilität der deutschen Verbraucher zusammen. Beim Geflügelfleisch ergab sich ein Zuwachs von 900 g bzw. 7 % auf nunmehr 13,1 kg/ Kopf. bb. Die Zahl der Vegetarier und Veganer in Deutschland ist zwar weiterhin verhältnismäßig klein, aber steigt im Trend stetig leicht an. Laut Statistischem Bundesamt unter Verweis auf die Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse haben sich im Berichtsjahr von der 83,3 Mio. Gesamtbevölkerung in Deutschland insgesamt 8,12 Mio. Menschen als Vegetarier bezeichnet. Im Vorjahr lag der Wert noch bei etwa 7,9 Mio. Menschen, dies bedeutet eine Zunahme von knapp 220.000 Personen. Allerdings gab es im Jahr 2013 bereits auch 7,5 Mio. Vegetarier in Deutschland, in den Folgejahren ist die Zahl dann zurückgegangen. Diese Verschiebungen resultieren daraus, dass Menschen ihr Konsumverhalten im Laufe des Lebens ändern. Hinzu kommt die Gruppe der Veganer, die auf jegliche tierische Erzeugnisse (also auch Milch und Eier) verzichten, mit rund 1,52 Mio. Menschen. Dieser Wert ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Es ernähren sich insgesamt mithin rund 9 Mio. von 83,3 Mio. Menschen in Deutschland fleischlos, dies entspricht rund 10,8 % der Bevölkerung. Der Vegetarismus ist für viele Menschen nicht nur eine Ernährungsweise, sondern geht in den meisten Fällen mit einer politisch eher linken Lebenseinstellung sowie entsprechender Werteorientierung einher. Die Gründe für eine vegetarische Ernährung sind dabei vielfältig, es werden gesundheitliche Gründe, die Verringerung des Leids der Nutztiere und der Umwelt- und Klimaschutz angeführt. Viele Vegetarier sehen sich regelmäßig selbst als "gute" Menschen, die die Menschen mit einer omnivoren Ernährungsweise (Allesesser), von ihren Vorstellungen überzeugen und auf den Pfad der pflanzenbasierten Ernährung führen müssten. Umgekehrt bedeuten diese Zahlen, dass rund 90 % der deutschen Bevölkerung nach wie vor Fleisch konsumieren. Viele Konsumenten werden jedoch kritischer, das Verbraucherverhalten hat sich verändert. Die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Tierwohl sind vor dem Hintergrund der schwachen Wirtschaftslage und der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zwar aktuell etwas weniger präsent, werden aber weiterhin die öffentliche Debatte prägen. cc. Vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird weiter der Umbau der Landwirtschaft einschließlich der Tierhaltung sowie eine allgemeine Ernährungswende hin zu einer mehr pflanzenbasierten Ernährung vorangetrieben. Allerdings sind hinsichtlich dieser gewünschten "Ernährungs- und Agrarwende" viele Fragen, insbesondere die der Finanzierung der Mehrkosten für die Landwirtschaft offen. Regelmäßige Vorschläge sind die Einführung einer Fleischsteuer, die Erhöhung der Mehrwertsteuer für tierische Produkte und eine Sonderabgabe, den sog. Tierwohl-Cent. Damit sollen dann beispielsweise die Umbauten von konventionellen Ställen zu Offenställen und Freilandhaltung gefördert werden. dd. Am Markt hatte sich die Initiative Tierwohl (ITW) zur Verbesserung der Haltungsbedingungen der Nutztiere etabliert, die von dem Lebensmitteleinzelhandel und der Ernährungsindustrie ins Leben gerufen wurde. Am 01.07.2021 war die dritte Programmphase der ITW gestartet, ab diesem Zeitpunkt wurde Schweinefleisch und Fleischwaren mit Schweinefleisch mit dem Logo der ITW und der entsprechenden Stufe ausgezeichnet und konnte somit für den Verbraucher differenzierbar gemacht werden. Es gibt aktuell vier Haltungsformen: Die Haltungsform 1 entspricht dem gesetzlichen Standard der Stallhaltung. Mit Haltungsform 2 wird Fleisch gekennzeichnet, das aus einer Haltung stammt, die über die gesetzlichen Standards hinausgeht, d. h. Tiere haben mehr Platz im Stall als gesetzlich vorgeschrieben und es steht ihnen zusätzliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung. Fleisch aus Haltungsform 3 stammt von Tieren, die nicht nur mehr Platz im Stall, sondern auch Zugang zu Außenbereichen ("Offenstall") hatten. Zudem darf nur Futtermittel ohne Gentechnik verwendet werden. Diese Stufe entspricht z. B. den Richtlinien des landwirtschaftlichen Fachverbands Neuland. Mit dem grünen Label der Stufe 4 wird z. B. Biofleisch gekennzeichnet, das die Anforderungen an die europäische Öko-Verordnung und ihre Richtlinien erfüllt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat im Berichtsjahr parallel zur ITW nun eine verbindliche staatliche Tierhaltungskennzeichnung für Lebensmittel tierischer Herkunft final ausgearbeitet. Das entsprechende Tierhaltungskennzeichnungsgesetz ist am 24.08.2023 in Kraft getreten. Im ersten Schritt wird nun frisches unverarbeitetes Schweinefleisch gekennzeichnet, das im Groß- und Einzelhandel inkl. dem Onlinehandel verkauft wird. Die Kennzeichnungspflicht greift voraussichtlich ab September 2025 und betrifft nur deutsches Fleisch. Es sind fünf Haltungsformen vorgegeben: Stall, Stall+Platz, Frischluftstall, Auslauf/Weide und Bio. In der Haltungsform "Stall" entspricht die Haltung während der Mast den gesetzlichen Mindestanforderungen. Bei "Stall+Platz" steht den Schweinen mindestens 12,5 % mehr Platz im Vergleich zum gesetzlichen Mindeststandard zur Verfügung. Die Buchten müssen des Weiteren über Raufutter, das zusätzlich zum Beschäftigungsmaterial gegeben wird, verfügen und sind durch verschiedene Elemente strukturiert (z. B. Trennwände, unterschiedliche Ebenen, verschiedene Temperatur- oder Lichtbereiche). In der Form "Frischluftstall" hat das Außenklima in jeder Bucht einen wesentlichen Einfluss auf das Stallklima und die Schweine haben jederzeit Zugang zu unterschiedlichen Klimabereichen. Bei der Haltungsform "Auslauf/Weide" steht den Schweinen ganztägig ein Auslauf zur Verfügung bzw. sie werden in diesem Zeitraum im Freien ohne festes Stallgebäude gehalten. In der höchsten Stufe "Bio" entspricht die Tierhaltung den Anforderungen der EU-Ökoverordnung. Es bleibt abzuwarten, ob die parallele Verwendung von staatlichen Tierhaltungskennzeichen und der ITW-Kennzeichnung dauerhaft vom Markt als sachgerecht bewertet wird. Die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel nach Schweinefleisch aus höheren Haltungsformen war zudem zuletzt etwas reduziert. Die Entwicklung scheint mittelfristig aber dennoch hin zu höheren Haltungsformen zu gehen. Die Lebensmitteldiscounter Aldi Süd und Nord hatten zur Jahresmitte 2021 angekündigt, ab 2025 vollständig auf Fleisch aus der Haltungsform 1 zu verzichten. Ein Jahr später soll dann ein Drittel des Fleischs bei Aldi aus den Stufen 3 und 4 kommen und spätestens ab dem Jahr 2030 will man nur noch Frischfleisch von Tieren aus höherwertigen Haltungsformen verkaufen, also aus Außenklima- und Biohaltung. Der Discounter Lidl geht einen ähnlichen Weg. Andere Lebensmitteleinzelhändler vermeiden eindeutige Festlegungen. Dies dürfte auch von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und dem sich daraus ergebenden Konsumentenverhalten in den kommenden Jahren abhängen. b. Deutscher Außenhandel im Fleischsektor Der deutsche Außenhandel mit Fleisch und Fleischwaren war im vergangenen Jahr weiter rückläufig und nach wie vor geprägt durch die stark eingeschränkten Exportmöglichkeiten von Schweinefleisch in Drittländer infolge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im September 2020. Zudem konnte nunmehr auch der stark eigeschränkte Drittlandexport nicht mehr durch eine Ausweitung der Verkäufe in andere EU-Länder kompensiert werden, vielmehr waren diese auch rückläufig. Zum Hintergrund: Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die für Menschen und andere Nutztiere unbedenklich ist, aber zu einer hohen Sterblichkeit bei Haus- und Wildschweinen führt. Sie verursacht immense wirtschaftliche Schäden für die Landwirtschaft im Ausbruchsgebiet. Aus diesem Grund kam es zu einem sofortigen Importverbot für deutsches Schweinefleisch in allen wirtschaftlich relevanten Märkten in Asien, u. a. in der Volksrepublik China, in Japan und in Korea. Grundsätzlich ist es möglich, mit den Exportländern Vereinbarungen zu treffen, die einen Export trotz des aktuellen Seuchengeschehens ermöglichen. Zum einen kann man zwischen einem ASP-Ausbruch zwischen Haus- und Wildschweinen differenzieren. Zum anderen kann man eine Vereinbarung der Regionalisierung treffen, die den Export von Schweinen aus den von der Seuche nicht betroffenen Bundesländern bzw. Regionen ermöglicht. Derartige Vereinbarungen konnten in den Jahren 2021 und 2022 nur mit für den Export weniger wichtigen Ländern wie Kanada, Vietnam und Singapur getroffen werden. im Berichtsjahr wurde dann mit Korea ein wichtiger Markt wieder geöffnet. Ein Export von Schweinefleisch in frühere große Hauptabnehmerländer Volksrepublik China und Japan war jedoch auch im Berichtsjahr weiterhin nicht möglich. Weiterhin mussten viele Teile des Schweins wie Füße, Schwänze und Köpfe, die bis September 2020 nach Asien exportiert werden konnten, entsorgt oder in Märkte mit geringer Kaufkraft in Afrika exportiert werden. Das Gesamtvolumen der Ausfuhren von Fleisch und Schlachtnebenerzeugnissen (alle Tierarten) ist um rund 14 % von 2,9 Mio. t auf 2,5 Mio. t zurückgegangen. Der Exportwert hingegen stieg wegen der Preisentwicklung leicht um 1 % auf 7,6 Mrd. € (Vorjahr: 7,5 Mrd. €) an. aa. Schweinefleischsektor Rund drei viertel aller Fleischausfuhren entfallen auf den Schweinefleischsektor. Die gesamte Exportmenge von frischem und gefrorenem Schweinefleisch ging auf 1,23 Mio. t. (Vorjahr 1,47 Mio. t) zurück. Dies bedeutet einen Rückgang um 16 %. Es ist nun bei den Ausfuhren zu differenzieren zwischen Dritt- und EU-Ländern: (1) Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts betrug die Ausfuhrmenge von Schweinefleisch in Drittländer im Jahr 2023 noch gut 166.203 t (Vorjahr 214.459) t. Der Rückgang zum Vorjahr belief sich damit auf 48.256 t bzw. 22,5 %. Die Wiederöffnung von Korea hat den Rückgang im zweiten Halbjahr abgeflacht, im Vorjahr war der Rückgang mit 33 % noch deutlich stärker. Das wichtigste Zielland ist wie im Vorjahr das Vereinigte Königreich, die Liefermenge beträgt 75.733 t und hat sich damit um gut 2.700 t erhöht. Darauffolgend Kongo mit 13.893 t (Vorjahr: 16.193) und Vietnam mit 10.234 t (Vorjahr: 22.623 t), beide Märkte sind von deutlichen Rückgängen geprägt. Anschließend folgen die Exporte in die Länder Kanada, Singapur und Hong Kong mit jeweils rund 8.000 bzw. 6.000 t. Korea war noch auf Platz sieben mit gut 5.200 t, aber im Berichtsjahr gab es faktisch nur "zwei volle Liefermonate" und daher dürfte das Land in diesem Jahr wieder auf einen vorderen Platz vorrücken. Eine besondere Bedeutung für den deutschen Export von Schweinefleisch hat allerdings die Volksrepublik China. Dorthin wurden im Jahr 2019 noch 325.000 t und in 2020 immer noch 319.448 t Schweinefleisch exportiert, also das 4-5fache der Menge, die heute in das größte Abnehmerland veräußert wird. (2) Auch die Binnenmarktlieferungen in andere EU-Länder gingen nach der kräftigen Ausdehnung im Jahr 2021 bereits im Jahr 2022 zurück. Nunmehr folgte ein weiterer Rückgang auf 1,069 Mio. t (Vorjahr: 1,255 Mio. t). Dies entspricht einem Rückgang von rund 186.000 t bzw. um knapp 15 %. Dennoch sind aktuell aufgrund des schwachen Exports in Drittländer rund 86 % aller Ausfuhren von Schweinefleisch Verbringungen innerhalb der EU (Intra-EU-Handel). Wichtigstes Zielland ist trotz Rückgänge von knapp 44.000 t bzw. 13,2 % nach wie vor Italien mit 288.729 (Vorjahr: 332.497 t). Es folgt wieder Polen mit 132.057 t, auch hier sehen wir einen Rückgang von 150.555 t im Vorjahr um gut 18.000 t bzw. 12,3 %. Auf dem dritten Platz liegt nun Österreich mit 106.701 t (Vorjahr: 112.565 t), auch hier gab es einen Rückgang um knapp 6.000 t bzw. 5,2 %. Die Niederlande ist mit 103.394 t auf Position vier zurückgefallen, die Rückgänge gegenüber dem Vorjahr mit 114.006 t sind mit rund 10.000 t und 9,3 % erneut deutlich. bb. Rindfleischsektor Auf Rindfleisch entfielen rund 8 % der gesamten Exporte von Fleisch und Schlachtnebenprodukten. Die Ausfuhr von frischem und gefrorenem Rindfleisch hatte sich nach dem starken Rückgang im Jahr 2020 im Jahr 2021 und 2022 wieder erholt. Im Berichtsjahr erreichten die Gesamtausfuhren mit gut 255.000 t einen fast gleichen Wert (- 1,5 %). Im Jahr 2019 lag dieser Wert allerdings noch bei 271.170 t. Von der Gesamtmenge entfiel im Berichtsjahr das Gros mit gut 94 % nach wie vor auf den Binnenhandel in der EU. Wichtigste Zielländer sind weiterhin die Niederlande, Dänemark und Italien. Die Drittland-Exporte sind um 40 % auf ca. 15.000 t zurückgegangen und sind damit insgesamt nach wie vor marginal. Wichtigste Zielländer sind dabei Norwegen, die Schweiz sowie das Vereinigte Königreich. 5. Preisentwicklung Vieh- und Fleischmarkt Das Berichtsjahr hat zu deutlich höheren Fleischpreisen, insbesondere bei Schweinefleisch, geführt: Die durchschnittliche AMI-Leitnotierung hat in 2023 einen Rekordwert von 2,26 €/kg erreicht. Die war gegenüber dem Vorjahr mit einem Wert von 1,81 €/kg angestiegen. Dies war mithin eine Erhöhung nominal ähnlich wie im Vorjahr um 0,45 €/kg bzw. rund 25 %. Die Schweinemäster erlebten 2020 und 2021 wirtschaftlich desaströse Jahre, die zu einem Ausstieg vieler Landwirte aus der Schweinemast geführt haben. Die beiden vergangenen Jahre waren hingegen finanziell erfreulich für die Landwirtschaft, dies führte dann auch wie oben gezeigt zumindest für den Moment zu einem Ende des Bestandsabbaus. Die Preise für Schlachtrinder sind nach einer Hochphase in den Vorjahren im Jahresverlauf 2023 wieder gefallen. Der übliche Referenzwert der Jungbullen der Handelsklasse R3 betrug im Jahresmittel 4,75 €/ kg und ist damit gegenüber dem Vorjahr mit noch 5,07 €/kg um 0,32 €/ kg bzw. 6,31 % gesunken. Bei den Kühen beträgt der Referenzwert für Tiere der Handelsklasse O3 in 2023 nun 3,97 €/ kg €/kg, er ist im Vergleich zum Vorjahr mit 4,39 €/kg leicht stärker als bei den Bullen um 0,42 €/ kg bzw. rund 9,5 % gefallen. 6. Verfügbarkeit von Arbeitskräften für die Vieh- und Fleischwirtschaft Die Fleischbranche leidet unter einem strukturellen Mangel an Arbeitskräften. Die Gewinnung von Mitarbeitern für die Fleischwirtschaft war aufgrund der fehlenden Attraktivität der Branche (harte körperliche Tätigkeit, Schicht- und Wochenendarbeit, Feuchtigkeit und Kälte etc.) in den vergangenen Jahren sowieso bereits schwierig. Dazu kommt das schwierige Image der Branche in der Öffentlichkeit. Wie bereits in den Vorjahresberichten erläutert, hat sich seit dem 01.01.2021 das Problem des Mangels an Arbeitskräften verschärft. Im Rahmen der öffentlichen Debatte um die Arbeitsbedingungen in der Branche wurden Werkverträge und Leiharbeit in den Kernbereichen wie Schlachtung und Zerlegung zum 01.01.2021 verboten. Damit musste die Fleischwirtschaft das gesamte Personal, das zuvor in Schlachtung und Zerlegung im Rahmen von Werkverträgen gearbeitet hatte, selbst einstellen. Viele Mitarbeiter sind aber bei den Werkunternehmen geblieben. Zugleich haben viele der Werkunternehmen, die ihre Leistung bisher in der deutschen Fleischwirtschaft angeboten hatten, sich nunmehr aufgrund des Verbots auf andere Branchen sowie das europäische Ausland fokussiert und damit viele Arbeitskräfte der Fleischwirtschaft dauerhaft entzogen. Die Covid-19-Pandemie, die in den Vorjahren die Arbeitskräftesituation grundlegend zusätzlich erschwerte und regelmäßig zu Betriebseinschränkungen führte, hat im Berichtsjahr keine nennenswerte Rolle mehr gespielt. 7. Entwicklung der Fleischwirtschaft auf Unternehmensebene (Wettbewerb) Im Jahr 2023 und zu Jahresbeginn 2024 setzte sich der Konsolidierungstrend der Fleischwirtschaft aufgrund der insgesamt weiter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen erneut fort. Kleinere Betriebe scheitern zunehmend aus zwei Gründen, zum einen schaffen sie es nicht ihre Produktion auf die heutigen lebensmittelrechtlichen Anforderungen auszurichten und zum anderen fehlt ihnen das Personal. Im Verlauf des Berichtsjahres wurden beispielsweise die regionalen Schlachthöfe in Kronach (Bayern) und Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) geschlossen und die Schweineschlachtung am Schlachthof München eingestellt. Die marktführenden Unternehmen sind von der Schrumpfung des Marktes überproportional betroffen, sie haben daher aktuell häufig mit einer mangelnden Auslastung und den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. In den Vorjahren war oft der Umfang des Exports in Drittländer entscheidend für den Erfolg der Unternehmen. In diesem Marktsegment verfügten die marktführenden Unternehmen immer früh über die entsprechenden Exportzulassungen, konnten ihre Größenvorteile ausspielen und insgesamt deutliche wirtschaftliche Vorteile generieren. Seit September 2020 ist dieser Absatzkanal aber für alle Unternehmen stark eingeschränkt, alle müssen sich weitgehend auf dem deutschen bzw. dem europäischen Markt behaupten. Und dieser Markt schrumpft. Die Schlachtunternehmen kommen aus Sicht der Unterzeichner nicht umhin, ihre Kapazitäten diesen neuen Marktverhältnissen weiter anzupassen. Der Marktführer aus Nordrhein-Westfalen hat bisher keine finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht. Im Jahr 2022 hat das Unternehmen in Deutschland noch knapp 14,8 Mio. Schweine geschlachtet, dies war gegenüber dem Jahr 2021 ein Rückgang um rund 1,2 Mio. Schweine bzw. 7,5 %. Bei Rindern werden jährlich etwa 400.000 Tiere geschlachtet. Marktanalysten erwarten jedoch, dass die Nummer eins der deutschen und europäischen Fleischwirtschaft im Berichtsjahr wieder mit einem Mengenrückgang zu kämpfen hatte. Allerdings hatte der Konzern bereits im Jahr 2022 begonnen, auf die rückläufigen Mengen und den schrumpfenden Markt zu reagieren. Es wurden Abteilungen geschlossen, insgesamt knapp 2.000 Stellen abgebaut und es gab interne Umstrukturierungen wie das Zusammenlegen von Abteilungen, den Entfall von Spät- und Nachtschichten etc. Die traditionsreiche Genossenschaft aus Münster, die zwischenzeitlich zum zweitgrößten deutschen Fleischproduzenten aufgestiegen ist, vermeldete ein positives Jahr. Der Konzernumsatz 2023 ist im Vergleich zum Vorjahr um 11 % auf rund 3,35 Mrd. € gestiegen. Die Anzahl der Schweineschlachtung ging von 6,68 Mio. Tiere im Vorjahr leicht um rund 180.000 Tiere bzw. 2 % auf rund 6,5 Mio. Schweine zurück. Die Schlachtzahlen der Rinder und Kälber konnten um 5,2 % auf gut 380.000 Tiere gesteigert werden. Wesentliche Gründe für das positive Ergebnis in 2023 waren laut Vorstandsbericht, dass man bereits im Jahr 2021 auf das geänderte Marktumfeld reagiert habe und ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht habe, es seien Standorte anders aufgestellt, Prozesse und Strukturen optimiert sowie Schichtmodelle angepasst worden. Die Nummer drei der deutschen Fleischwirtschaft, ein niederländisch-deutscher Konzern, hat für das Geschäftsjahr 2023 noch keine Geschäftszahlen veröffentlicht. Die Schweineschlachtungen waren bereits in 2022 von 7 Mio. Tiere um 1,2 Mio. Tiere bzw. über 17 % zurückgegangen auf 5,8 Mio. Tiere. Bei den Rindern reduzierten sich die Schlachtungen ebenfalls. Diese Entwicklung dürfte sich 2023 fortgesetzt haben. Die wirtschaftliche Gesamtsituation ist ausweislich diverser Presseberichte dementsprechend angespannt und führte zu Jahresbeginn zu einschneidenden Restrukturierungsmaßnahmen: Der Konzern teilte mit, sich weitgehend aus Deutschland zurückzuziehen. Das Flaggschiff, der große Schweineschlachthof in Emstek (Niedersachsen), wurde zu Jahresbeginn geschlossen, der Schinkenzerlegebetrieb Ahlener und der Rinderschlachthof in Altenburg (Thüringen) an den Marktführer und der Schlachtbetrieb in Perleberg (Brandenburg) an ein mittelständisches Unternehmen verkauft. Im Ergebnis behält das Unternehmen nur die ehemaligen Südfleisch-Standorte in Bayern und einen grenznahen Schlachtbetrieb in Baden-Württemberg. Das viertgrößte deutsche Schlachtunternehmen ist die deutsche Tochtergesellschaft einer dänischen Genossenschaft. Diese hat 2022 rund 3 Mio. Schweine in Deutschland geschlachtet, in 2023 dürften sich die Zahlen nach Meinung von Branchenkennern erneut reduziert haben. Separate Umsatz- und Gewinnzahlen für die Schlacht- und Zerlegebetriebe in Deutschland werden nicht veröffentlicht. Der Konzern hat unter Verweis auf die Mengenrückgänge und Marktveränderungen bereits im Jahresverlauf 2022 ein Sparprogramm angekündigt, das zu Kostensenkungen von 50 Mio. €/ Jahr führen soll. Unmittelbar vor Fertigstellung dieses Berichts hat der Konzern verkündet, dass nach der Schließung einiger Standorte in Deutschland und dem Schlachthof im dänischen Sæby, nun im Herbst 2024 auch der Schlachthof in Ringstedt, ein Großbetrieb mit einem Volumen von 45.000 Schweinen/ Woche und 1.200 Mitarbeitern, im September 2024 schließen wird. Bei den nachfolgenden mittelständischen Unternehmen in den Top-10, die allerdings allesamt größenmäßig einen deutlichen Abstand zu den vier marktführenden Unternehmen aufweisen, gab es keine besonderen Ereignisse. III. Entwicklung und Positionierung des Berichtsunternehmens Das Geschäftsjahr wurde bei SIMON-Fleisch mit einem positiven siebenstelligen Jahresergebnis abgeschlossen. In dem von Ukraine-Krieg, Inflation und andauernden gesellschaftspolitischen Diskussionen um eine Agrar- und Ernährungswende geprägten und von allgemeinen Rückgängen gekennzeichneten schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in der deutschen Fleischwirtschaft hat sich das Berichtsunternehmen im Jahr 2023 behauptet. 1. Umsatz und Finanzlage Die Schlachtmenge wurde wieder gesteigert, der Umsatz ist mengen- und preisbedingt gestiegen und das wirtschaftliche Ergebnis ist akzeptabel. a. Umsatz- und Mengenentwicklung Im Berichtsjahr erreichte der Umsatz rund 276,5 Mio. €. Dies ist eine Steigerung um rund 49 Mio. € bzw. 21,5 % gegenüber dem Vorjahr mit etwa 227,5 Mio. €. Es wurden insgesamt deutlich über 1 Mio. Schweine am Standort Wittlich geschlachtet. Die Schlachtmenge ist nach Jahren rückläufiger Schlachtzahlen erstmals wieder leicht gestiegen um rund 10.000 Schweine. Die Unterzeichner hatten im Vorjahr auf Basis des 1. Quartals einen Umsatz von 250-300 Mio. € für das Gesamtjahr 2023 prognostiziert, diese Prognose ist eingetroffen. b. Finanz- und Ertragslage des Unternehmens Die Gesamtleistung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 227.371.952,07 € auf nunmehr 276.333.616,83 €. Der Schweinepreis ist ab Februar 2023 deutlich angestiegen und das gesamte Jahr auf einem hohen Niveau verblieben. Der Materialaufwand beträgt 232.054.574,12 € und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mit 185.145.175,29 € um knapp 46,9 Mio. € bzw. rund 25 % erhöht. Die Materialaufwandsquote beträgt damit 83,98 % und ist somit wieder merklich gestiegen (2022: 81,43 %; 2021: 78,64; 2020: 79,53 %; 2019: 81,54 %). Der Personalaufwand beträgt 15.207.381,85 €, er hat sich gegenüber dem Vorjahr mit 13.981.508,18 € um rund 1.225.873,67 € bzw. 8,77 % erhöht. Die Personalaufwandsquote ist vor dem Hintergrund der starken preisbedingten Umsatzsteigerung dementsprechend von 6,15 % auf 5,50 % gesunken. Es wurde in 2023 ein Jahresüberschuss vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (EBITDA) von 4.700.255,24 € erwirtschaftet. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 4.431.266,82 €. Die Abschreibungen sind infolge der weiteren Investitionen weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr mit 2.183.840,48 €. Dies bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 2.241.577,99€ um 57.737,51 € bzw. 2,58 %.Der Zinsaufwand summierte sich auf 263.588,32 € und hat sich gegenüber dem Vorjahr mit 77.238,16 € merklich erhöht; Hintergrund ist der erhöhte Umlaufkapitalbedarf infolge der starken Umsatzsteigerung, insbesondere die variablen Kosten für das Factoring sind sprunghaft angestiegen. Der Jahresüberschuss vor Steuern und Zinsen (EBIT) beträgt somit 2.516.414,76 € nach 2.189.688,83 € im Vorjahr. Es ergibt sich im Ergebnis ein Jahresüberschuss nach Steuern (Earnings) im Berichtsjahr von 1.531.653,46 €. Das Ergebnis ist gegenüber dem Vorjahr mit 1.536.159,00 € nahezu identisch. Die Eigenkapitalquote beträgt 53,7 % und hat sich damit im Vergleich mit dem Jahr 2022 mit 53 % wieder leicht erhöht. Der Cashflow hat sich gegenüber dem Vorjahr von 3.777.736,99 € geringfügig auf 3.715.493,94 verringert. Die Liquidität des Unternehmens ist jederzeit sichergestellt. Die Finanzierungsstruktur ist in den vergangenen Jahren weitgehend unverändert. Das Unternehmen finanziert sich aus dem Cashflow zur Darstellung des Tagesgeschäfts und langfristigen Krediten zur Abwicklung von Investitionen. SIMON-Fleisch arbeitet neben den zwei regionalen "Hausbanken" mit zwei international tätigen Kreditinstituten zusammen. Daneben wird das Factoring mit einer internationalen Bank abgewickelt. Die Geschäftsbeziehungen bestehen zu den übrigen Partnern bereits seit vielen Jahren und werden von der Geschäftsleitung als verlässlich eingeschätzt. 2. Entwicklung Kundenstruktur des Unternehmens Bei der Kundenstruktur wurde der eingeschlagene Weg einer Verbreiterung weiterverfolgt. Das Berichtsunternehmen konnte wieder einige neue Kunden im In- und Ausland gewinnen bzw. alte Kunden zurückgewinnen und im Ergebnis seine Marktposition so weiter festigen. Leider geht die Anzahl der potentiellen Kunden in Deutschland und dem europäischen Ausland ständig weiter zurück, jährlich scheiden Fleischwarenunternehmen aus dem Markt aus. Die in den Vorjahren erfolgreiche Strategie der Internationalisierung wurde durch den ASP-Ausbruch und den daraus folgenden Export-Einschränkungen temporär gebremst, aktuell nehmen die Exporte aber aufgrund der Wiederöffnungen einiger Märkte in Asien, insbesondere Korea, wieder zu. Die Endverbraucher stellen immer höhere Anforderungen an die Produktqualität. In Deutschland sowie in ähnlicher Form in den Niederlanden und Österreich achten weite Teile der Gesellschaft zudem darauf, dass tierische Lebensmittel einerseits gesund sind, andererseits auch nachhaltig, klimafreundlich und auch ethisch korrekt im Hinblick auf den Tierschutz produziert werden. Der Trend der besonderen Wertschätzung von regional erzeugten Produkten wird nach unserer Ansicht grundsätzlich weiter bestehen, bei Bio- und Fleischersatzprodukten sehen wir aktuell einen eher stagnierenden Markt. a. Verteilung Umsätze auf Kunden Das Unternehmen hat eine Vielzahl von mittleren bis großen leistungsfähigen Kunden, die ihrerseits auch oft Familienunternehmen sind. Es konnten neue Kunden gewonnen werden. Allerdings wurden im Berichtsjahr auch Kunden durch äußere Umstände verloren. Zwei Kunden, ein Fleischwarenhersteller aus Nordrhein-Westfalen und einer aus Sachsen-Anhalt, haben Insolvenz angemeldet, sind aber aktuell noch weiter am Markt. Ein langjähriger Kunde aus dem Saarland wurde von einem benachbarten Unternehmen übernommen und ist als Kunde volumenmäßig deutlich reduziert. Ein Kunde in Brandenburg wurde vom marktführenden Unternehmen übernommen und ist vollständig als Kunde entfallen. Die zehn umsatzstärksten Kunden vereinigen auf sich im Berichtsjahr einen Umsatz von knapp 80 Mio. €, das entspricht rund 29 % des Gesamtumsatzes. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 72,3 Mio. € und entsprach noch rund 31,8 % des Gesamtumsatzes. Es gibt dementsprechend weiterhin keine "Klumpen-Risiken" in der Kundenstruktur. b. Exportquote Die Exportquote insgesamt (EU + Drittland) ist stark gestiegen auf 21,67 % (Vorjahr: 14,9 %), sowohl die innergemeinschaftliche Lieferungen als auch der Drittlandexport haben merklich zugenommen. Bei den Warenverkäufen in EU-Länder betrug der Wert 54,4 Mio. €. Dies bedeutet trotz der Preiszuwächse einen Zuwachs von rund 21 Mio. € bzw. rund 64 % gegenüber dem Vorjahr mit 33,2 Mio. €. Die Geschäftsbeziehungen insbesondere zu Partnern in Italien und Belgien entwickelten sich positiv. Die interne Entwicklung verlief damit dem allgemeinen Branchentrend entgegengesetzt. Beim Drittland-Export gab es eine Trendwende. Insgesamt wurden Waren im Wert von knapp 5,5 Mio. € in Drittländer veräußert, dies entspricht einem Umsatzanteil von knapp 2 %. Im Vorjahr lag dieser Wert nur noch bei 0,7 Mio. € und der Umsatzanteil betrug 0,32 %. Die Steigerung beträgt mithin 4,8 Mio. € bzw. knapp 87 %. Diese erfreuliche Entwicklung ist fast ausschließlich auf den seit August 2023 wieder möglichen Export nach Korea zurückzuführen. Die Entwicklung ist erfreulich, in den Jahren davor erreichte der Drittland-Export gleichwohl noch deutlich höhere Werte, in 2021 lag er bei 16,5 Mio. €, in 2020 bei knapp 20 Mio. € und 2019 sogar noch bei rund 25 Mio. €. Das Berichtsunternehmen konnte bis zum Ausbruch der ASP in Deutschland und der damit verbundenen Exportsperre das Volumen der Drittlandexporte über Jahre stetig ausweiten. Seit Jahresbeginn 2019 durfte das Berichtsunternehmen auch direkt in die Volksrepublik China exportieren. Zügig wurden zuverlässige und leistungsfähige Geschäftsbeziehungen aufgebaut und die exportierte Menge in diesen großen Markt stieg ständig an. Auch die Geschäftsbeziehungen zu Kunden in anderen Ländern in Asien und Afrika zeigten sich stabil. Mit dem ASP-Ausbruch hatte diese Entwicklung im September 2020 ein jähes Ende gefunden. 3. Entwicklung Lieferantenstruktur des Unternehmens Die verlässliche Sicherung des Rohstoffes Schwein ist für die Unternehmensentwicklung unabdingbar. Die Beschaffung der Schlachtschweine gestaltete sich im Jahr 2023 erneut wieder schwieriger als noch in den Jahren 2021 und 2020. Der Überhang an Schlachtschweinen ist abgebaut und die Tierbestände haben sich an das geschrumpfte Marktvolumen angepasst, dies hat sich im konstant hohen Niveau der AMI-Notierung während des Berichtsjahres widergespiegelt. Es gehört zu unserer Strategie, langfristige Partnerschaften nicht nur auf der Kunden-, sondern ebenso auf der Lieferantenseite intensiv zu pflegen. Wir erachten uns als zuverlässigen Partner der Landwirtschaft und des Viehhandels, der auch in schwierigen Geschäftslagen die Interessen aller Partner in einen fairen Ausgleich bringt. Auch 2023 konnten neue Viehlieferanten zur Darstellung der zukünftigen Unternehmensentwicklung gewonnen werden. 4. Investitionen, Beschäftigungsverhältnisse und Mitarbeiterbindung a. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen von insgesamt ca. 3,2 Mio. € durchgeführt. Dies betraf im Wesentlichen Investitionen in bauliche Erweiterungen, in maschinelle Anlagen und Technik, Betriebsvorrichtungen und in den Fuhrpark. Die Investitionen im Bereich Fuhrpark werden, wie in der Vergangenheit, entweder aus dem Cashflow oder durch Mietkauf finanziert. b. Die Belegschaft ist die tragende Säule des Unternehmens. Die Personalaufwendungen sind wie bereits ausgeführt um rund 8,8 % gestiegen. Diese hohe Steigerung ist aus Sicht der Unterzeichner dennoch marktgerecht. Der Arbeitsmarkt ist grundsätzlich von einem Fachkräftemangel geprägt, gute Mitarbeiter sind gesucht und werden umworben. Die Erhöhung des Mindestlohns am 01.01.2022 auf zunächst 11,00 €/h, ab dem 01.10.2022 auf 12,00 €/h, ab dem 01.12.2023 auf 12,30 € und ab dem 01.01.2024 auf 12,41 €/h sollte nach dem Willen der Politik vorrangig zu merklichen Lohnsteigerungen in den unteren Lohngruppen führen. Im Ergebnis hat sie zu einer allgemeinen deutlichen Anhebung des Lohnniveaus in der deutschen Wirtschaft geführt. Auch das Berichtsunternehmen muss diese Entwicklung begleiten. Auch im Berichtsjahr wurden wir regelmäßig mit der Situation konfrontiert, dass das (fehlende) Personal die Produktionsmenge limitierte. Das Unternehmen muss schon seit Jahrzehnten zur Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe auf ausländisches Personal zurückgreifen. Es wird von Jahr zu Jahr zunehmend schwieriger in Deutschland Personal für handwerkliche Tätigkeiten, vom Metzger über LKW-Fahrer bis hin zu KFZ-Schlosser und Betriebselektriker zu finden. Die Kommunikation mit den benötigten ausländischen Mitarbeitern, ihre Führung und nicht zuletzt ihre Integration in Deutschland sind eine finanzielle und personelle Herausforderung für jedes Unternehmen. Die Geschäftsleitung erachtet vor diesem zunehmenden Mangel an Fachkräften in allen Bereichen insbesondere die Ausbildung und Qualifizierung junger Führungskräfte als unabdingbar. Regelmäßig werden junge Führungskräfte systematisch auf Fortbildungsveranstaltungen zur Verbesserung der Führungskompetenzen geschickt. Die gewonnenen Nachwuchsführungskräfte nehmen dann Aufgaben im mittleren Management wahr. Darüber hinaus werden verstärkt Führungskräfte auf der Facharbeiterebene ausgebildet. c. Es wurden in den vergangenen Jahren diverse Maßnahmen zur Verbesserung der (emotionalen) Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen implementiert. Aus unserer Sicht ist es zunehmend wichtiger, den Mitarbeitern ein angemessenes Maß an Wertschätzung entgegenzubringen. Insbesondere langjährige Loyalität zum Unternehmen und zur Unternehmerfamilie müssen ausdrücklich gewürdigt werden. SIMON-Fleisch führt daher seit mehreren Jahren u. a. eine Feier für Mitarbeiter durch, die ein Betriebsjubiläum (Betriebszugehörigkeit 10, 15, 20, 25, 30, 35 und 40 Jahre) begehen. Zu diesen nicht-tarifären Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung zählen auch besondere Hilfestellungen für Mitarbeiter in schwierigen Lebenssituationen, beispielsweise Mitarbeiterkredite in geringem Umfang, Unterstützung bei der Klärung von Rechtsfragen z. B. mit Behörden oder Bankgesprächen etc. 5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren (Umweltbelange, Zertifizierungen) Das Unternehmen engagiert sich intensiv im Bereich des Umweltschutzes. Wir betreiben seit Jahrzehnten eine eigene biologische Kläranlage. Der hier entstehende Klärschlamm wird teilweise als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt. In unserer Vorkläranlage gewinnen wir Biogas und mit unserer Wärmerückgewinnung tragen wir zur Verbesserung der CO 2 -Bilanz bei. Neben den branchenüblichen Zertifizierungen wie IFS und QS ist das Unternehmen auch nach der ISO 50001 (Energiemanagement) zertifiziert. Seit der zweiten Jahreshälfte 2021 wird ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben. Ein Blockheizkraftwerk ist eine modular aufgebaute Anlage zur Gewinnung elektrischer Energie und Wärme, die üblicherweise - wie auch in unserem Fall - am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben wird. Die Anlage nutzt dafür das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Der höhere Gesamtnutzungsgrad gegenüber der herkömmlichen Kombination von lokaler Heizung und zentralem Kraftwerk resultiert daraus, dass die Abwärme der Stromerzeugung genutzt wird. Infolge des Kriegs in der Ukraine hat sich jedoch die Beschaffungssituation für Gas stark verändert, die Preise sind stark gestiegen und die weitere Preisentwicklung ist nicht absehbar. Des Weiteren wurden im Jahr 2023 technische Vorbereitungen begonnen, um mittelfristig in der stationären Kälteanlage nicht mehr herkömmliche R-Kältemittel einzusetzen, sondern stattdessen Sole zu verwenden. Sole ist eine wässrige Lösung, deren Gefrierpunkt unter dem des Wassers liegt. Im Herbst 2021 hatte das Berichtsunternehmen eine Bio-Zulassung erhalten. Bis Sommer 2022 wurden wöchentlich Schweine aus ökologischer Landwirtschaft in Wittlich geschlachtet und zerlegt. Das Volumen war im Verhältnis zum konventionellen Bereich marginal, dennoch war auch diese geringe Menge ab Sommer 2022 nicht mehr gewinnbringend zu vermarkten. Das Verbraucherverhalten hatte sich wie geschildert vor dem Hintergrund der hohen Inflation und den damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen verändert. Das Unternehmen wurde aber kurz vor Fertigstellung dieses Berichts auditiert und hat seine Bio-Zulassung verlängert, sodass bei einer wiederauflebenden Nachfrage die Schlachtung von Bio-Schweinen jederzeit auch wieder aufgenommen werden kann. IV. Risiken, Chancen und Prognosen zur Entwicklung im Jahr 2024 Der Jahresbeginn 2024 zeichnet sich weiterhin durch massive politische und wirtschaftliche Unsicherheiten aus. 1. Geopolitische Spannungen, Entwicklung Energiepreise und Inflation Die eingangs beschriebenen Krisenherde in der Welt bestehen auch zu Jahresbeginn 2024 weiter. Aktuell besteht sogar eher das Risiko, dass sie sich ausweiten. Insbesondere der Krieg in Osteuropa hatte auch erhebliche direkte wirtschaftliche Auswirkungen auf Europa. Bei vielen Produkten, insbesondere bei Energie und Nahrungsmitteln, gab es massive Preissteigerungen. Die Ukraine war einer der größten Produzenten von Getreide weltweit, die viele Länder in Europa und Afrika belieferte. Auch der technische Bereich ist betroffen. So haben etwa viele Firmen in der Autoindustrie manche Fertigungsschritte vollständig in die Ukraine ausgelagert. Darüber hinaus wurden durch den Krieg die Lieferungen von Gas und Öl aus Russland eingeschränkt bzw. deutlich teurer. Die Entwicklung der Energiepreise war dennoch uneinheitlich. Während die Preise für Gas aus diesen Gründen im Jahresverlauf auf hohem Niveau verblieben, so sanken die Strompreise merklich. Insoweit hat sich die Teuerung der Energiepreise insgesamt deutlich verlangsamt. Ebenso verlangsamt hat sich der Preisanstieg bei Lebensmitteln seit Frühjahr 2023. Im März 2024 sind sie sogar um 0,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen. Damit waren die Nahrungsmittelpreise erstmals seit Februar 2015 (-0,2 %) niedriger als im entsprechenden Monat des Vorjahres. Dementsprechend geht auch die Inflation zurück. Im März 2024 lag die Inflationsrate bei +2,2 %, in den Vormonaten lag der Wert noch bei +2,5 % (Februar) und +2,9 % (Januar). Damit war die Inflationsrate im März 2024 so niedrig wie zuletzt im Mai 2021 (ebenfalls +2,2 %). 2. Konsumklima Die Konsumstimmung in Deutschland liegt laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) weiter auf niedrigem Niveau. Die Konsumenten üben sich vor dem Hintergrund der Teuerungsraten seit dem Jahresbeginn 2023 in zunehmender Kaufzurückhaltung. Zuletzt hellte sich das Konsumklima leicht auf. Der GfK-Konsumklima-Index lag im März 2024 bei einem Indexwert von -28,8 Punkten. Für April 2024 prognostiziert die GfK für das Konsumklima einen Wert von -27,4 Punkten und somit eine leichte Verbesserung bei der Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten. Laut der GfK-Konsumklimastudie verbesserten sich die Indikatoren für die Einkommens- und Konjunkturerwartungen leicht, der für die Anschaffungsneigung blieb allerdings fast unverändert auf niedrigem Niveau. 3. Aktuelle Prognosen der Forschungsinstitute zur wirtschaftlichen Entwicklung 2024 Die Ausblicke auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2024 haben sich zuletzt minimal aufgehellt, sind aber in der Gesamtschau dennoch niedrig: Der IWF hat vor seiner Frühjahrstagung am 16.04.2024 seine Prognose zur Weltwirtschaft im laufenden Jahr leicht angehoben um 0,3 Prozentpunkte auf 3,2 %. Der Weltwirtschaft insgesamt hatte der IWF im vergangenen Oktober ein Wachstum von 2,9 % vorausgesagt. Nach wie vor liegt das globale Wachstum im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahrzehnten unter dem "historischen Durchschnitt" von 3,8 %. Als wesentliche Risiken nennt der IWF Kriege und Konflikte, das Überhitzungsrisiko in den USA als derzeitiger Wachstumstreiber und die schwierige Situation in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ("Schlusslicht Deutschland"). Der IWF rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft in 2024 nur um 0,2 % wächst. Kein anderes Industrieland habe ein so schwaches Wachstum, so der IWF und verweist zugleich auf die strukturellen Probleme und den hohen Reformbedarf. Diese Einschätzung wird von den anderen Instituten allgemein geteilt. Insbesondere dürfte der Rückgang der Energie- und Nahrungsmittelpreise im Frühjahr 2024 Wirtschaft und Verbraucher deutlich entlasten. Die Ökonomen verweisen im Übrigen auf staatliche Entlastungsmaßnahmen und absehbar hohe Lohnsteigerungen, die die Binnennachfrage stärken und so zur gesamtwirtschaftlichen Expansion beitragen. 4. Betrachtung des spezifischen Branchenrisikos Das allgemeine Risiko für die Fleischbranche im Jahr 2024 erachten die Unterzeichner als erhöht. a. Eine merkliche Verbesserung des inländischen Konsumklimas für 2024 ist aus Sicht der Unterzeichner nicht erkennbar. Fleischerzeugung und Fleischkonsum werden sich nach unserer Einschätzung im Inland tendenziell weiter rückläufig entwickeln. Der Trend zum Verzicht auf oder zumindest der Reduktion von Fleisch, auch wenn sicherlich oft medial überzeichnet, ist ein Faktum. Die Zahl der körperlich arbeitenden Menschen, die den Konsum von Fleisch zur Deckung des persönlichen Energiebedarfs benötigen, verringert sich jedes Jahr. Zudem steht die Fleischbranche unter ständiger Kritik von Medien und diversen Interessengruppen. Die Gruppe der Kritiker des Fleischkonsums ist zwar verhältnismäßig klein, aber sie ist lautstark und sitzt regelmäßig an Schlüsselstellen in Medien und Politik. Die regelmäßige negative und teilweise auch bewusst falsche mediale Berichterstattung belastet das ohnehin schwierige Image der Branche weiter und fördert den Konsumrückgang zusätzlich. Die Branche hat sich in den vergangenen Jahren daher auch weiterhin intensiv mit Fragen rund um die "grünen" Themen sowie dem Aufbau einer Imagekampagne im Rahmen einer systematischen Branchenkommunikation (www.fokus-fleisch.de) beschäftigt. Die Tierhaltung in Deutschland wird sich nach Ansicht der Unterzeichner mit Sicherheit ändern, es werden zukünftig weniger Tiere und dafür aber mit höheren Haltungsstandards gehalten. Darüber hinaus ist eine grundsätzliche Verschiebung des Konsums zwischen den Fleischarten zu Lasten des Schweinefleischs nicht zu leugnen. Rindfleisch und Geflügelfleisch konnten in den vergangenen Jahren ein deutlich positiveres Image erlangen und so den Konsum stabilisieren. b. In 2023 schlachteten die fünf größten Unternehmen ca. 70,0 %, die zehn größten Unternehmen sogar rund 82,0 % aller Schweine in Deutschland. Aufgrund der Stilllegungen vieler kleinerer Schlachtbetriebe hat sich die Konzentration im Berichtsjahr sogar nochmals leicht erhöht. Die Unterzeichner erwarten, dass sich dieser Konsolidierungsprozess der Fleischwirtschaft und damit entsprechend dem Trend der letzten Jahre auch fortsetzen wird. Wir sehen zum einen besondere Herausforderungen für kleinere Schlachtbetriebe. Die Gründe sind nicht mehr vornehmlich die Kostenstrukturen, sondern insbesondere die fehlende Professionalität im Hinblick auf die Beschaffung von Mitarbeitern sowie "der tägliche Kampf gegen den Bürokratismus in Deutschland". Zum anderen sehen wir auch, dass Kapazitäten und Betriebsstrukturen dem schrumpfenden Markt angepasst werden müssen. Die Schließung des Schlachthofs Emstek zu Jahresbeginn 2024, einst einer der größten Schlachthöfe Deutschlands mit einer wöchentlichen Kapazität von 80.000 Schweinen, ist exemplarisch. c. Die dauerhaft hohen Schweinefleischpreise haben viele Fleischwarenhersteller, also die typischen Kunden des Berichtsunternehmens, vor merkliche wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. An dieser Situation wird sich auch wenig ändern. Der Lebensmitteleinzelhandel verzögert bzw. gewährt erst sehr spät die erforderlichen Preiserhöhungen. Sicherlich spielt an dieser Stelle auch die aktuell hohe Preissensibilität der Verbraucher eine Rolle. In den Vorjahren haben solche Marktphasen immer zu vermehrten Insolvenzen bzw. Firmenübernahmen in der Fleischwarenindustrie geführt. Eine entsprechende Tendenz war auch im Berichtsjahr zu sehen. Ob sich diese Entwicklung im laufenden Jahr fortsetzt, bleibt abzuwarten. Die Geschäftsleitung muss jedenfalls besonderes Augenmerk auf das Forderungs-Management legen. 5. Erwartungen, Chancen und Risiken für das Berichtsunternehmen in 2024 In einem krisengeschüttelten schrumpfenden Marktumfeld hat sich SIMON-Fleisch 2023 erneut erfolgreich behauptet. Die Unterzeichner erwarten trotz schwieriger Branchenlage für das Unternehmen 2024 einen leicht positiven Geschäftsverlauf. Diese Einschätzung beruht auf verschiedenen externen und internen Faktoren. a. Geschäftsentwicklung Berichtsunternehmen 1. Quartal 2024 Die geschäftliche Entwicklung zum Jahresbeginn 2024 ist bisher durchwachsen. Das Berichtsunternehmen hat im ersten Quartal mit rund 275.000 Tieren insgesamt rund 17.000 bzw. 6,6 % mehr Schweine als im gleichen Vorjahreszeitraum geschlachtet. In Deutschland insgesamt waren die Schlachtungen im 1. Quartal 2024 konstant. Im Februar ist der Schweinepreis, also die AMI-Notierung, ähnlich wie im Vorjahr sprunghaft von rund 2,00 €/kg um 10 % auf 2,20 € angestiegen, dort verharrt er seit Wochen. Der Umsatz in diesen drei Monaten belief sich bei leicht gesteigertem Produktionsvolumen auf über 70 Mio. €, dies bedeutet gegenüber dem gleichen Vorjahrszeitraum mit rund 68 Mio. € einen Anstieg von 2 Mio. € bzw. knapp 3 %. Nach unserer aktuellen Einschätzung ist in Anbetracht der im langjährigen Vergleich hohen Kosten für Ferkel, Futtermittel, Dünger und Energie nicht von einem merklichen Rückgang des Schweinepreises auszugehen. Für das Gesamtjahr 2024 erwarten wir daher aktuell einen Umsatz von etwa 270-320 Mio. €. b. Ausblick auf Entwicklung Fleischmarkt Analysten sehen einen weiteren Rückgang der Schweinefleischproduktion in Deutschland im Jahr 2024, allerdings dürfte sich dieser nun verlangsamen. Auch ein aus Sicht der meisten Schweinemäster wirtschaftlich positives Jahr 2023 hält den allgemeinen Strukturwandel in der Landwirtschaft nicht auf, jedes Jahr werden weiterhin viele Betriebe aufgegeben. Zugleich geht der Fleischkonsum auch zurück. Der Inlandsmarkt ist gesättigt und es sind abgesehen von kurzfristigen Belebungen, z. B. durch ein wetterbedingtes gutes Grillgeschäft, keine durchschlagenden Impulse zu erwarten. Die Verbraucher werden zudem ständig kritischer. Die Unterzeichner sind sich daher darüber bewusst, dass die Bedeutung der Themen "Veggie", "Tierwohl", "Regionalität" und "Bio", auch wenn aktuell der Hype etwas gebremst ist, langfristig weiter zunehmen wird und insoweit eine Anpassung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens erforderlich machen. Aus unserer Sicht birgt diese von Rückgängen geprägte Gesamtlage aber Chancen insbesondere für mittelgroße Betriebe wie das Berichtsunternehmen. Kleinen Schlachtbetrieben mangelt es häufig an der heute erforderlichen Professionalität im Management, deswegen werden wir wahrscheinlich weitere Stilllegungen bei den sog. Regionalschlachthöfen sehen. Die sehr großen Betriebe in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten während der China-Boom-Jahre immense Kapazitäten aufgebaut und haben nun in einem deutlich rückläufigen Fleischmarkt ein merkliches Problem mit der fehlenden Auslastung. Wie nicht zuletzt die Ergebnisse in den vergangenen Berichtsjahren gezeigt haben, konnte das Berichtsunternehmen auch bei leichten Mengenrückgängen noch positive Ergebnisse erwirtschaften. Dazu waren offensichtlich nicht alle Unternehmen der Branche in der Lage. Zur Generierung merklichen und gewinnbringenden Wachstums bedarf es vor dem Hintergrund des schrumpfenden inländischen Marktes grundsätzlich des Auslandsgeschäfts. Dies umfasst sowohl die innergemeinschaftliche Lieferung in andere EU-Staaten als auch den Export in Drittländer. Die Verkäufe in andere EU-Länder entwickelten sich im 1. Quartal 2024 weiterhin positiv. Sofern das Preisniveau in Deutschland es zulässt, soll an dieser Strategie festgehalten werden. Die Aussichten auf den Weltmärkten für den Export von Schweinefleisch sind grundsätzlich als positiv zu beurteilen. Nachdem in 2021 die Länder Vietnam und Singapur den Markt für deutsches Schweinefleisch wieder geöffnet haben, folgte im Berichtsjahr dann die Republik Korea. Nun gibt es berechtigte Hoffnungen, dass auch die Volksrepublik China, als vormals mit Abstand größter Importeur von deutschem Schweinefleisch, die Einfuhr mittelfristig wieder zulässt. c. Geplante Investitionen Im Jahresverlauf 2024 steht eine siebenstellige Investition in eine neue Betäubungsanlage an. Die für das Berichtsjahr geplante Schaffung eines zentralen Stellplatzes für jegliche Abfallcontainer und das Abfallmanagement musste aus baurechtlichen Gründen verschoben werden und soll nun ebenfalls im Jahr 2024 realisiert werden. In den kommenden Jahren sind im Übrigen grundsätzlich weitere Investitionen in die Optimierung der Schlachttechnik und Zerlegung geplant. d. Übrige wesentliche Umstände Die übrigen wesentlichen Umstände im Unternehmen sind als solide zu beurteilen. Insbesondere sind keine bestandsgefährdenden Risiken für das Unternehmen erkennbar. Das Unternehmen befindet sich baulich und technisch in einem sehr soliden Zustand und die Schuldenlast ist gering. Eine der großen Herausforderungen ist nach wie vor das Personalmanagement. Die personelle Situation in den bisherigen Problem-Bereichen Produktion, Fuhrpark ("Fahrermangel") und Technik (Elektriker/ Schlosser) ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar weitgehend auskömmlich, allerdings ist die Lage volatil. An dem allgemeinen (Fach-)Kräftemangel in Deutschland wird sich aus Sicht der Unterzeichner trotz der sich abzeichnenden Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage schon alleine aufgrund der demographischen Entwicklung auf absehbare Zeit keine grundlegende Veränderung eintreten. Engagierte Mitarbeiter, Innovationsfähigkeit, ständige Prozessoptimierung und penible Kostenkontrolle sind zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit eines mittelständischen Unternehmens in der Fleischwirtschaft elementar. Die Kundenbasis in Deutschland und Europa wurde nochmals verbreitert und auch der Export zeigte zuletzt leicht positive Tendenzen. Das Jahresergebnis ist im langfristigen Vergleich und insbesondere im Vergleich zu den aktuellen Ergebnissen vieler Wettbewerber akzeptabel. SIMON-Fleisch ist ein strategisch, personell und finanziell solide aufgestelltes Familienunternehmen, das die geschilderten aktuellen Herausforderungen - wie in den vergangenen rund 170 Jahren der Firmengeschichte - erfolgreich meistern wird.
Wittlich im März 2024 Dipl. Kfm. Alexander Simon, Geschäftsführer Dr. jur. Bernhard J. Simon, MBA (Kellogg-WHU, Geschäftsführer BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften aufgestellt. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear und degressiv vorgenommen. Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt, das FiFo-Verfahren wird angewendet. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst. Die Rückstellung wurde mittels der Bruttomethode ermittelt. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Jahresabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte, die in EUR umgerechnet wurden. Forderungen in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles bei Forderungen darunter lag, ist dieser angesetzt. Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden. Angaben zur Bilanz Anlagespiegel für die einzelnen Posten des AnlagevermögensDie Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
Angabe zu Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr Der Betrag der Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 2.650.000,00 Euro (Vorjahr: 2.650.000,00 Euro). Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen Im Posten sonstige Rückstellungen sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten.
Angabe zu Restlaufzeitvermerken
Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt 1.614.740,78 Euro. Die nachfolgenden Sicherungsarten und Sicherungsformen sind mit den Verbindlichkeiten verbunden: Grundpfandrechte auf Betriebsanwesen Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 215.145,36 Euro sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Aufgliederung der Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse werden gemäß § 285 Nr. 4 HGB wie folgt aufgegliedert:
Erläuterung der Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Bei den Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung handelt es sich in Betrag und Art im Einzelnen um: Erträge aus Auflösung von Rückstellungen 1.539.319,84 Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
Namen der Geschäftsführer Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:
Honorar des Abschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt 18.000,00 Euro und gliedert sich wie folgt:
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach Schluss des Geschäftsjahrs nicht ergeben. Latente Steuern Temporäre Differenzen gemäß § 274 HGB ergeben sich bei folgenden Bilanzposten: Sonstige Rückstellungen (aktive latente Steuern) Sachanlagevermögen (passive latente Steuern) Insgesamt übersteigen die aktiven latenten Steuern die passiven, sodass ein Aktivüberhang vorliegt, der entsprechend des Wahlrechts gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert wird. Vorschlag bzw. Beschluss zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt den Gesellschaftern vor, den Jahresüberschuss mit dem Gewinnvortrag zu verrechnen und auf neue Rechnung vorzutragen. Unterschrift der Geschäftsführung
Wittlich, den 28.03.2024 gez. Alexander Simon gez. Dr. Bernhard J. Simon sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 15.05.2024 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Simon Fleisch GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Simon Fleisch GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Simon Fleisch GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Idar-Oberstein, 8. Mai 2024 ROLAND
& MAUS TREUHAND GMBH
Jochen Grammes, Wirtschaftsprüfer Ralf Reinhard, Wirtschaftsprüfer |
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