Möbelwerke A. Decker GmbH

Am Bahnhof 3, 34434 Borgentreich, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Paderborn HRB 5127
Eingetragen
11.1.2002
Branche
Herstellung von BüromöbelnBeteiligungsgesellschaftenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Möbeln
Gegenstand
Die Herstellung und der Vertrieb von Möbeln aller Art. Die Gesellschaft kann sich an ähnlichen Unternehmen beteiligen sowie Zweigniederlassungen errichten und schließen. Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar oder mittelbar vorstehenden Zwecken zu dienen geeignet sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dirk Klasfauseweh
seit 9.1.2024
Geschäftsführer
Andreas Decker
seit 25.11.2003
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
Andreas DeckerKarl-Josef Decker GmbH
74.00%
26.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
1.700.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Möbelwerke A. Decker GmbH

Borgentreich

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Möbelwerke A. Decker GmbH wurde im Jahr 1915 gegründet und ist bis heute ein mittelständisches Familienunternehmen mit dem Produktionsstandort Borgentreich in Ostwestfalen. Als Möbelhersteller entwickeln, produzieren und vermarkten wir Möbelprogramme in den Bereichen Wohnen, Schlafen, Speisen und Kochen im mittleren bis gehobenen Preissegment. Respekt und Verantwortung gegenüber unseren Kunden, Mitarbeitern und Partnern sind die Basis unserer täglichen Arbeit.

Der Verkauf unserer Produkte erfolgt vorwiegend über den Möbelhandel im deutschsprachigen Raum.

Als Mitgliedsunternehmen der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V. sowie als Mitglied im Klimapakt Deutsche Möbelindustrie fühlt sich unser Unternehmen gesellschaftlich verantwortlich für die Herstellung nachhaltiger, langlebiger Möbel.

2. Forschung und Entwicklung

Wir entwickeln regelmäßig neue Produkte, die sich zum einen an den Anforderungen der maßgeblichen Möbelverbände orientieren; zum anderen versuchen wir in Zusammenarbeit mit unseren Designern, geschmackliche Trends zu antizipieren und in unsere Modellentwicklung mit einfließen zu lassen.

Innovationen und Visionen sind das Ziel unserer Arbeit. Dabei stehen wir immer im Austausch mit unseren Kunden.

Die Schonung der natürlichen Ressourcen, der Einsatz energieschonender Herstellungsverfahren sowie die Berücksichtigung der Wiederverwertbarkeit knapper Materialien leiten uns bei unserem täglichen Handeln. Materialauswahl und -verwendung, wie aber auch die ständige Optimierung unserer Fertigungstechnologien finden auch immer unter entscheidender Berücksichtigung ökologischer Aspekte statt.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft war im Jahresverlauf 2023 geprägt von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten. Ursächlich für die schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der spürbaren Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kommt die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen.

Vor diesem Hintergrund ist insbesondere die deutsche Möbelindustrie über beinahe alle Segmente erheblich betroffen. Der Möbelmarkt befindet sich gegenwärtig in einer massiven Konsolidierungs- und Bereinigungsphase mit Geschäftsaufgaben und Insolvenzen in noch nicht dagewesener Dimension.

2. Geschäftsverlauf und Lage

Hauptabsatzgebiete unserer Produkte sind weiterhin schwerpunktmäßig Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dabei bedienen wir die Segmente Wohnen, Speisen, Schlafen, Kochen.

Die Entwicklung im Möbelhandel ist infolge der oben beschriebenen Kaufkraftverluste und Unsicherheiten und der damit verbundenen sich fortsetzenden Konsumzurückhaltung erheblich gedämpft.

Die Umsatzerlöse liegen im Jahr 2023 mit T€ 20.347 um 15,6% unter dem Vorjahresumsatz. Über Preiserhöhungen über alle Warengruppen konnten ansatzweise die auf stabil hohem Niveau verharrenden Beschaffungspreise zum Teil weitergegeben werden. Eliminiert man den Preiseffekt aus den Umsatzerlösen, so haben wir einen rein mengenbedingten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr von etwa 18% zu verkraften.

Der Beschaffungsmarkt bleibt weiterhin angespannt. Die Bezugspreise für Rohholz bewegen sich weiterhin auf stabil hohem Niveau. Die Materialaufwandquote zur Gesamtleistung sank von 48,8% (Vorjahr) auf 46,2%.

Der Personalaufwand sank von T€ 8.828 auf T€ 8.660. Ein Vergleich zum Vorjahr ist nur eingeschränkt sinnvoll, da im Zuge einer Prozess- und Ablaufoptimierung Mitarbeiter aus der Holding im laufenden Jahr in die Möbelwerke A. Decker GmbH übergegangen sind.

Waren zum Ende des Jahres 2022 insgesamt 220 Mitarbeiter beschäftigt, waren es zum Ende des Jahres 2023 225 Mitarbeiter. Die Personalkosten pro Mitarbeiter sanken von T€ 40,1 auf T€ 38,5.

Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf T€ -4.887; hierin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von T€ 629.

Aufgrund des deutlichen Umsatz- und Auftragseingangsrückgangs war unser Unternehmen nicht immer ausgelastet. Dies führte dazu, dass wir in 2023 das Instrumentarium der Kurzarbeit nutzten.

a) Ertragslage

Geschäftsjahr Vorjahr Veränderung
T€ T€ T€ %
Betriebsergebnis -4.293 -2.748 -1.545 56%
Finanzergebnis -343 -219 -124 57%
Steuerergebnis (einschl. sonstiger Steuern) -284 68 -352 -518%
Ertrag aus Verlustübernahme 1.730 416 1.314 316%
Jahrergebnis -3.190 -2.483 -707 28%

Gegenüber dem Vorjahr sank unsere Gesamtleistung um T€ 5.123; dies entspricht einem prozentualen Rückgang in Höhe von 21,4%. Dies führte zu einem Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ -3.190.

Damit haben wir die für 2023 gesteckten Umsatzziele deutlich verfehlt.

Gegenläufig wirkten sich die leicht überproportional gesunkenen Materialkosten aus. Somit verschlechterte sich unser Rohergebnis um 15,9 % auf T€ 10.567. Insgesamt sanken die Kosten bis zum Betriebsergebnis in fast allen Bereichen, so dass wir ein um T€ 1.545 schlechteres Betriebsergebnis als im Vorjahr erwirtschafteten. Die Erträge aus Verlustübernahmen nahmen um T€ 1.314 zu. Das Jahresergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 707 und betrug T€ -3.190.

b) Finanzlage

Die kurz- und mittelfristige Liquidität wurde neben dem Zahlungszufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit flankierend über die Bereitstellung von Finanzmitteln der Gesellschafterfamilie sichergestellt. Sowohl Banken als auch die Warenkreditversicherer stehen dem Unternehmen mit der Bereitstellung notwendiger Kredite und Darlehen zur Seite. Damit ist, auch bei weiter ausbleibender Konsumbelebung, die mittelfristige Finanzierung der Gesellschaft sichergestellt.

Zu notwendigen strukturellen Anpassungen an Markterfordernisse hat das Unternehmen bereits in 2022 eine Restrukturierungsberatung beauftragt, die das Unternehmen in der nächsten Zeit bei der Umsetzung notwendiger Maßnahmen begleitet. Insofern sollten sich auch aus diesen Maßnahmen Einsparungseffekte ergeben, die zu einer Beibehaltung einer stabilen Finanzlage betragen werden.

Zur Umsetzung und Finanzierung der Investitionen im Rahmen des Projektes "road-map" sind Langfristfinanzierungen mit unseren Banken vereinbart.

c) Vermögenslage

Geschäftsjahr Vorjahr Veränderung
T€ T€ T€ %
Aktiva
Anlagevermögen 5.466 6.037 -571 -9%
Kurz-/mittelfristige Vermögenswerte 7.511 10.497 -2.986 -28%
Liquide Mittel 737 7 730 10429%
Latente Steuern 392 644 -252 -39%
nicht gedeckter Fehlbetrag 1.268 0 1.268 #%
Passiva
Eigenkapital 0 1.922 -1.922 -100%
atypisch stille Beteiligung 903 1.034 -131 -13%
Pensionsrückstellungen 3.403 3.318 85 3%
Langfristige Verbindlichkeiten 771 1.286 -515 -40%
Übriges Fremdkapital 10.311 9.628 683 7%
Bilanzsumme 15.388 17.188 -1.800 -10%

Das Anlagevermögen minderte sich absolut um T€ 571 auf T€ 5.466, da im Geschäftsjahr unsere Investitionen von insgesamt T€ 214 hinter der Summe aus Abschreibungen und Anlageabgängen zurückblieben.

Wesentlichen Posten innerhalb der kurz- und mittelfristigen Vermögensgegenstände sind die Vorräte sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Unsere Vorräte verminderten sich um T€ 1.038 auf T€ 5.577, was auf eine Reduzierung der unfertigen Erzeugnisse zurückzuführen ist (T€ -1.319).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich auf T€ 1.560 (Vorjahr: T€ 3.240). Die Einzel- und Pauschalwertberichtigungen konnten aufgrund eines aktiven Debitorenmanagements und bestehender Delkrederevereinbarungen auch im Geschäftsjahr sehr niedrig gehalten werden.

Unsere liquiden Mittel belaufen sich zum Bilanzstichtag auf T€ 737.

Wir weisen in unserer Bilanz nun einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von T€ 1.268 aus. Es ergibt sich eine negative Eigenkapitalquote von -9%.

Die in 2022 und 2023 geleisteten Einlagen stiller Gesellschafter belaufen sich insgesamt auf T€ 3.050. Abzüglich der kumulierten Verlustanteile in Höhe von T€ 2.147 verbleibt zum Bilanzstichtag ein Betrag von T€ 903, der 5,9 % der Bilanzsumme ausmacht.

Die Pensionsrückstellungen betragen 22,1% der Bilanzsumme. Sie wurden unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 1,82 % ermittelt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden unter Zugrundelegung des kaufmännischen Vorsichtsgebots gebildet und decken alle erkennbaren zukünftigen Verpflichtungen nach unserer Einschätzung hinreichend ab.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 42,2% der Bilanzsumme.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen mit T€ 1.359 9% der Bilanzsumme (Vorjahr: T€ 1.538; 9 % der Bilanzsumme).

3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung weiterhin u.a. die Kennzahl Umsatzrendite sowie die Entwicklung der Auftragseingänge heran.

Die Umsatzrendite berechnen wir mit dem EBIT im Verhältnis zur Gesamtleistung. Die Umsatzrendite ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozentpunkte gesunken.

Der Auftragseingang im Jahr 2023 belief sich auf T€ 21.203 gegenüber T€ 27.366 des Vorjahres und liegt damit um 22,5% unter dem Wert des Jahres 2022 und ist im Wesentlichen auf die weiterhin sehr zurückhaltende Konsumneigung der potenziellen Endkunden zurückzuführen.

4. Gesamtaussage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entwickeln sich nicht zufriedenstellend. Durch liquiditätsseitig stützende Maßnahmen des Gesellschafters sowie die Begleitung der Fremdfinanzierer ist die jederzeitige fristgerechte Begleichung der Lieferantenverbindlichkeiten gegeben.

Nach dem Bilanzstichtag, jedoch vor Fertigstellung des Jahresabschlusses hat der Gesellschafter auf den zukünftigen Anspruch auf die betriebliche Pension verzichtet. Dies führt zu einer erfolgs- und bilanzwirksamen Auflösung eines erheblichen Teils der Pensionsrückstellung. Diese Maßnahme hat einen signifikant positiven Einfluss auf Vermögens- und Kapitalstruktur der Gesellschaft.

Durch Restrukturierungsmaßnahmen auf der Kostenseite werden wir unser Unternehmen auch ertragsseitig wieder so aufstellen, dass, sobald sich die Konsumneigung belebt, auch hier positive Erträge resultieren werden.

Selbst bei worst-case-Szenarien führen die definierten Restrukturierungsmaßnahmen dazu, dass die Gesellschaft spätestens ab dem Jahr 2027 wieder positive Erträge erwirtschaftet; bei einer umsatzseitigen früheren Belebung werden wir deutlich früher in positive Ertragszonen gelangen. In einer gemeinsamen Vereinbarung aller Beteiligten werden entsprechend die liquiditätsseitig erforderlichen Maßnahmen immer rechtzeitig getroffen, so dass auch bei operativen Verlusten die Stabilität des Unternehmens nicht gefährdet ist.

III. Zweigniederlassungsbericht

Wir unterhalten keine Zweigniederlassungen.

IV. Prognosebericht

Nach nunmehr vielen Jahren wirtschaftlicher und politisch schwieriger Rahmenbedingungen richtet sich unser Unternehmen darauf ein, dass auch die nächsten Jahre von schwierigen Rahmenparametern gekennzeichnet sind.

Aufgrund der seit Ende 2021 bestehenden Liquiditätsprobleme wurde im Februar 2022 eine Unternehmensberatung beauftragt, ein Sanierungsgutachten zu erstellen. Dieses wurde zunächst im Frühjahr 2023 und dann im Sommer 2024 aktualisiert. Danach wird für 2024 ein weiterer deutlicher Umsatzrückgang prognostiziert. Aufgrund von Kosteneinsparungen und dem Verzicht des Geschäftsführers auf seine Pensionszusage wird der Verlust wesentlich geringer als im Jahr 2023 ausfallen, aber immer noch deutlich sein. Voraussetzung hierfür ist, dass die getroffenen Annahmen eintreffen.

Nach den aktuellen Prognosen wird sich die Umsatzrendite für 2024 ohne Berücksichtigung des außerordentlichen Effekts aus dem Pensionsverzicht im Vergleich zum Vorjahr verschlechtern und somit weiterhin negativ sein.

Aufgrund der bisher ungünstigen Marktentwicklung in 2024 wird auch mit einem im Vergleich zum Vorjahr geringeren Auftragsbestand gerechnet.

V. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

Branchenspezifische Risiken

Unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kann durch Unsicherheiten in den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Globale und regionale wirtschaftliche und geopolitische Instabilität sowie anhaltende Unsicherheiten und herausfordernde Bedingungen in regionalen Märkten können einen negativen Einfluss auf unser Geschäft haben.

Zukünftige Entwicklungen hängen von einer Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Faktoren ab, die wir nicht vollständig vorhersehen können. Wirtschaftspolitische Entscheidungen können zu erheblichen Verunsicherungen auf der Konsumentenseite führen. Da die Möbelbranche erfahrungsgemäß auf der Bedürfnisskala nachrangig skaliert, spüren wir in unserer Branche diese Verunsicherungen durch Kaufzurückhaltung sehr ausgeprägt.

Da unser Unternehmen auf diese Rahmenbedingungen keinen Einfluss hat, bestehen diesbezüglich für uns Risiken, die von uns kaum steuerbar sind. Wir sind bestrebt, uns diesen Risiken durch Maßnahmen auf der Kostenseite durch Restrukturierung in allen beeinflussbaren Kostenbereichen zu stellen.

Beeinträchtigung der Lieferketten

Bei der Beschaffung wesentlicher Materialien und Bauteilen sind wir auf Fremdanbieter (so z.B. für Beschläge, Glas, Schiefer, usw.) wie auch auf Sägewerke im In- und Ausland angewiesen. Wir sind von der Zuverlässigkeit der Belieferung und der Stabilität der Einkaufspreise abhängig. Störungen der Belieferung und/oder unerwartete Preissteigerungen können die Lieferketten stören und bei unabwendbaren Preiserhöhungen die bestehenden Margen gefährden. Wir arbeiten an langjährigen partnerschaftlichen Lieferantenbeziehungen, um diese Gefahren zu minimieren.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Liquiditätssituation hat sich in den zurückliegenden Jahren verschlechtert. Gegenwärtig sind Maßnahmen ergriffen worden, um einerseits mit Kapitalgebern entsprechende Lücken zu schließen; andererseits mit ertragstärkenden Maßnahmen den Liquiditätszufluss nachhaltig zu stabilisieren. Darüber hinaus gewährt der Gesellschafter gegenwärtig zur Überbrückung der nachfrageschwachen Zeit eigenkapitalstärkende Einlagen.

Mit einem seit Februar 2023 für uns tätigen Beratungsunternehmen werden unternehmerische Schwachstellen aufgezeigt und entsprechend an deren Beseitigung gearbeitet, um unser Unternehmen langfristig für die zukünftigen marktseitigen Herausforderungen aufzustellen.

Das inzwischen vorliegende aktualisierte Gutachten aus 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass die Möbelwerke A. Decker GmbH mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sanierungsfähig ist. Grundlage für diese Einschätzung ist die Plausibilisierung der Planungsprämisse und die konsequente Umsetzung des Sanierungspfades.

Sowohl stille Gesellschafter, eine nahe stehende Person wie auch finanzierende Banken haben der Gesellschaft liquide Mitteln gewährt. Zudem hat sich die Gesellschafterin verpflichtet, dass sie selbst oder Dritte weitere liquide Mittel unter den in der Verpflichtungszusage genannten Bedingungen zur Verfügung stellen werden. Planerisch sollte dies der Gesellschaft bis in das Jahr 2027 hinreichend Spielraum verschaffen.

Des Weiteren hat die Gesellschaft in diesem Rahmen Maßnahmen definiert, die dazu führen sollen, dass die Gesellschaft wieder profitabel wird. Die Umsetzung der definierten Maßnahmen wird durch externe Berater begleitet und sichergestellt. Planerisch geht die Gesellschaft für den Zeitraum 2024 bis 2026 von Jahresfehlbeträgen aus; spätestens ab dem Geschäftsjahr 2027 sollen die eingeleiteten und umgesetzten Maßnahmen dazu führen, dass die Gesellschaft ein positives Jahresergebnis ausweisen kann.

Ertragsorientierte Risiken

Die oligopolistischen Marktstrukturen im Produktbereich Möbel haben über die zurückliegenden Jahre zu einem erheblichen Margenverfall auf Seiten der Hersteller geführt. Dies hat in den letzten Jahren zu einer Marktbereinigung geführt.

Nach unserer Einschätzung ist dieser Prozess nicht abgeschlossen und wird sich aufgrund der derzeitigen konjunkturellen Lage sicher noch verstärken.

Unser Unternehmen wird das Produktionsprogramm noch intensiver deckungsbeitragsoptimiert ausrichten, um auftretende Margen- und Ertragsrisiken zu reduzieren.

Beschaffungsseitig arbeiten wir langfristig partnerschaftlich mit etablierten Lieferanten zusammen. Wir legen Wert auf perspektivisch dauerhafte und nachhaltig wirtschaftende Lieferanten, mit denen wir häufig mittelfristig angelegte Lieferverträge geschlossen haben.

Insbesondere durch die weltweiten wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen bewegen sich die Beschaffungspreise auf einem hohen Niveau. Inwieweit wir Preissteigerungen absatzseitig weitergegeben können, lässt sich nicht abschätzen. Hier besteht ein erhebliches Margenrisiko.

Kundenseitig besteht für eine Vielzahl von Kunden über deren Verbandszugehörigkeiten Delcredere-Schutz; darüber hinaus besteht für wichtige Kunden ohne Delcredere-Schutz eine Warenkreditversicherung. Das Risiko eines Forderungsausfalls wird demzufolge als gering eingeschätzt.

Der Markt sowie unsere geografische Lage im Osten Nordrhein-Westfalens machen es für uns zunehmend schwierig, für entsprechend geeignete Mitarbeiter attraktive Arbeitsplätze zu bieten. Es kann durch den allgemeinen und sich verschärfenden Arbeitskräftemangel gepaart mit unseren unternehmensspezifischen Rahmenbedingungen nicht ausgeschlossen werden, zukünftig ein Risiko bei der Besetzung von vakanten Arbeitsplätzen zu bekommen.

Cyberrisiken

Digitale Technologien sind ein tief verwurzelter Bestandteil unserer Organisation. Die von uns beobachtete weltweite Zunahme von Bedrohungen für die Cyber-Sicherheit und eine größere Professionalität in der Computerkriminalität führen zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit unserer Systeme und Netzwerke. Die Tendenz hat sich während COVID-19 beschleunigt. Insbesondere die Anzahl der Phishing-Angriffe sowie die Anzahl der schädlichen Websites haben sich erheblich erhöht. Wie viele andere Unternehmen auch, sind wir Cyber-Angriffen von Gegnern ausgesetzt, die vom organisierten Verbrechen unterstützt werden. Wir versuchen, diese Risiken durch eine Reihe von Maßnahmen zu mindern, darunter die Sensibilisierung von Mitarbeitern sowie die umfassende Überwachung unserer Netzwerke und Systeme. Zur finanziellen Abfederung im worst-case haben wir eine entsprechende Cyber-Versicherung abgeschlossen.

2. Chancenbericht

Werden die notwendigen Maßnahmen bzgl. Markt und Marge unternehmensintern planmäßig umgesetzt, beurteilen wir die weitere Entwicklung des Unternehmens weiterhin als positiv.

Durch kreative, dem aktuellen Markttrend folgende Innovationen wollen wir unsere Zukunft aktiv positiv gestalten. Damit bezwecken wir, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Wir sind kontinuierlich bestrebt, in unseren etablierten Märkten zu wachsen und zu expandieren um einen höheren Marktanteil und eine bessere Profitabilität zu erzielen.

3. Gesamtaussage

Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind entsprechend analysiert und aufgezeigt. Im Rahmen eines Maßnahmenplanes wird strukturell an der Beseitigung von Schwachstellen und internen Fehlentwicklungen gearbeitet. Wir sehen unser Unternehmen auch weiterhin am Markt positioniert; haben jedoch verschiedene Maßnahmen umzusetzen, um nachhaltig ertragreich unsere Produkte vermarkten zu können.

Die flankierenden Maßnahmen, die durch eine Beratungsfirma gemeinsam mit uns erarbeitet worden sind, werden kontinuierlich umgesetzt. Wir erwarten, dass diese Maßnahmen in den Folgejahren zu einer deutlichen Ausweitung unserer Produktdeckungsbeiträgen führen werden.

VI. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die Gesellschaft verfügt über ein effizientes Mahnwesen; Forderungsausfälle sind die Ausnahme. Sollten sie eintreten, tritt der mit den Zentralregulierern regelmäßig vereinbarte Delkredere-Schutz ein; für alle darüber hinaus gehenden Ausfälle hat unser Unternehmen eine Warenkreditversicherung abgeschlossen.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt.

Im kurzfristigen Bereich bewegt sich unser Unternehmen im Rahmen der bestehenden Kontokorrentlinien und Lieferantenkrediten.

Ziel des Finanz- und Risikomanagements ist die Sicherung gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Finanzmanagement verfolgt unser Unternehmen eine konservative Risikopolitik.

Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko und zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein fortlaufender Liquiditätsplan erstellt, der ständig an aktuelle Änderungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient.

Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen.

 

Borgentreich, den 30.09.2024

Möbelwerke A. Decker GmbH

gez. Andreas Decker

gez. Dirk Klasfauseweh

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 5.465.598,04 6.037.244,18
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 192.125,54 3.301,50
II. Sachanlagen 5.273.312,50 6.008.112,04
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 24.125,00 9.815,00
2. technische Anlagen und Maschinen 4.948.769,00 5.597.535,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 300.418,50 257.062,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 143.700,04
III. Finanzanlagen 160,00 25.830,64
1. Beteiligungen 0,00 25.670,64
2. Sonstige Finanzanlagen 160,00 160,00
B. Umlaufvermögen 8.248.150,30 10.504.247,30
I. Vorräte 5.576.525,85 6.614.303,32
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -301,75
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.934.304,06 3.883.135,81
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 155.000,00 578.413,25
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 155.000,00 120.000,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.779.304,06 3.304.722,56
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 737.320,39 6.808,17
C. Rechnungsabgrenzungsposten 13.328,76 2.898,12
D. Aktive latente Steuern 392.354,00 643.824,00
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.268.246,93
Summe Aktiva 15.387.678,03 17.188.213,60

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 1.921.719,94
I. Gezeichnetes Kapital 1.700.000,00 1.700.000,00
II. Kapitalrücklage 245.420,10 245.420,10
III. Verlustvortrag 23.700,16
IV. Jahresfehlbetrag 3.189.966,87
V. Bilanzgewinn / Bilanzverlust -23.700,16
VI. nicht gedeckter Fehlbetrag 1.268.246,93
B. Einlagen stiller Gesellschafter 903.441,72 1.034.030,02
C. Rückstellungen 4.285.777,79 4.428.569,67
D. Verbindlichkeiten 10.198.458,52 9.803.893,97
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.491.342,20 5.858.555,42
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 90.000,00 2.031,25
3. sonstige Verbindlichkeiten 3.617.116,32 3.943.307,30
Summe Passiva 15.387.678,03 17.188.213,60

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 10.567.356,69 12.561.981,70
2. Personalaufwand 8.660.229,59 8.827.561,21
a) Löhne und Gehälter 6.935.556,86 7.092.506,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.724.672,73 1.735.055,01
davon für Altersversorgung 121.452,85 186.788,95
3. Abschreibungen 758.737,89 716.987,90
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 758.737,89 716.987,90
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 5.441.490,70 5.765.220,70
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3,20 2,36
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.413,60 5.752,43
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 348.155,12 224.317,00
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 60.501,70 59.148,57
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 251.470,00 -100.601,12
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 102.845,00
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 251.470,00
9. Ergebnis nach Steuern -4.887.309,81 -2.865.749,20
10. sonstige Steuern 33.245,36 33.245,35
11. Erträge aus Verlustübernahme 1.730.588,30 415.969,98
12. Jahresfehlbetrag 3.189.966,87 2.483.024,57
13. Entnahmen aus Gewinnrücklagen 2.459.324,41
a) aus anderen Gewinnrücklagen 2.459.324,41
14. Bilanzgewinn / Bilanzverlust -23.700,16

Anhang

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Möbelwerke A. Decker GmbH hat ihren Sitz in Borgentreich. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Paderborn unter HR B 5127 eingetragen.

II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie des GmbHG und des Gesellschaftsvertrages aufgestellt.

Zur Erhöhung der Klarheit und der Übersichtlichkeit haben wir einen Posten "Einlagen stiller Gesellschafter" zwischen Eigenkapital und Fremdkapital eingefügt. Unter diesem Posten werden die Einlagen der atypisch stillen Gesellschafter ausgewiesen, vermindert um die auf sie entfallenen Verlustanteile.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden mit den um die planmäßigen Abschreibungen verminderten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer nach der linearen Methode.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nur angesetzt, soweit sie entgeltlich erworben wurden.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis Euro 800,00 werden im Jahr ihres Zugangs in vollem Umfang abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern am Bilanzstichtag der beizulegende Wert niedriger war, wurde dieser angesetzt.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Soweit der Marktpreis bzw. der beizulegende Wert am Abschlussstichtag niedriger war, wurde dieser angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die Kosten nach § 255 Abs. 2 S. 2 HGB (Herstellungskostenuntergrenze).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch die Bildung angemessen dotierter Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Ansatz der flüssigen Mittel erfolgt zu Nominalwerten.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde in Höhe der Ausgaben vor dem Bilanzstichtrag für Aufwendungen nach diesem Tag angesetzt.

Wir setzen latente Steuern für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen Werten und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden sowie Rechnungsabgrenzungsposten an. Steuerliche Verlustvorträge werden bei der Berechnung aktiver latenter Steuern nur in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Aktive und passive Steuerlatenzen verrechnen wir miteinander.

Rückstellungen für Pensionen werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 Abs. 1 S. 2 HGB). Sie werden pauschal mit einem einer Restlaufzeit von 15 Jahren entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB).

Die sonstigen Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 Abs. 1 S. 2 HGB). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 S. 1 HGB).

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert (§ 253 Abs. 1 S. 2 HGB).

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht.

IV. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem beigefügten Anlagenspiegel zu ersehen.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Bei den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich gleichzeitig in Höhe von Euro 155.000,00 um sonstige Vermögensgegenstände (Vorjahr: Euro 245.000,00). Bei den restlichen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich gleichzeitig in Höhe von Euro 0,00 (Vorjahr: Euro 333.413,25) um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Ausschüttungsgesperrte Beträge nach § 268 Abs. 8 HGB

Zum Ende des Geschäftsjahrs bestehen ausschüttungsgesperrte Beträge (§ 268 Abs. 8 HGB) in Höhe von insgesamt Euro 392.354,00, die in voller Höhe auf die Aktivierung von latenten Steuern entfallen (§ 274 Abs. 1 S. 2 HGB).

Rückstellungen für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach der versicherungsmathematischen Teilwertmethode ermittelt. Es wurden folgende Annahmen für die Berechnung berücksichtigt:

• durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,82 % für eine Laufzeit von 15 Jahren, (im Vorjahr: 1,78 %), der von der Deutschen Bundesbank bekanntgemacht wurde

• Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2 % nach den Erfahrungswerten aus der Vergangenheit

• Sterbetafeln nach Dr. Klaus Heubeck "Richttafeln 2018 G"

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag von Euro 45.691,22 (Vorjahr: Euro 200.686,46). Dieser abzinsungsbedingte Unterschiedsbetrag ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB für die Ausschüttung gesperrt.

Verbindlichkeiten

Aus der nachfolgenden Aufstellung sind die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag bzw. zum Bilanzstichtag des Vorjahres ersichtlich:

Gesamtbetrag
EUR
bis 1 Jahr
EUR
Fälligkeit über 1 Jahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.491.342,20 1.951.326,25 4.540.015,95
Vorjahr 5.858.555,42 1.385.656,09 4.472.899,33
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 90.000,00 90.000,00 0,00
Vorjahr 2.031,25 2.031,25 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 3.617.116,32 2.088.260,04 1.528.856,28
Vorjahr 3.943.307,30 2.456.451,02 1.486.856,28
Summe 10.198.458,52 4.129.586,29 6.068.872,23
Vorjahr 9.803.893,97 3.844.138,36 5.959.755,61

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden bis zum 31.12.2025 zwei Darlehen um ins gesamt Euro 1.028.640,00 ratierlich aufgestockt. Die Tilgung dieser Darlehen soll dann in monatlichen Raten in der Zeit vom 30.01.2026 bis 30.06.2030 erfolgen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in voller Höhe durch Sicherungsübereignungen von Gegenständen des Anlagevermögens gesichert. Darüber hinaus bestehen gegenüber einem Kreditinstitut eine Globalabtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Sicherungsübereignung des Rohholzlagers mit einem Mindestbestand von Euro 850.000,00. Schließlich bestehen Grundschulden bei dem Gebäude Am Bahnhof 3 in Borgentreich.

Bei den sonstigen Verbindlichkeiten wurde für vier Darlehen ein Rangrücktritt in der Form erklärt, dass der Darlehensgeber mit allen gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüchen aus diesen Darlehensverträgen einschließlich Tilgung, Verzinsung und Rückzahlung im Rang hinter die Forderungen aller bestehenden und zukünftigen Gläubiger der Gesellschaft zurücktritt. Die Forderungen können nur aus künftigen Gewinnen, einem etwaigen Liquidationsüberschuss oder aus einem die sonstigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft übersteigenden freien Vermögen beglichen werden, und zwar nach Befriedigung sämtlicher Gesellschaftsgläubiger i.S. des § 39 Abs. 2 InsO und im Range vor den Einlagerückgewährungsansprüchen der Gesellschafter i.S.d. § 199 S. 2 InsO.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von Euro 125.289,70 (Vorjahr: Euro 360.687,87) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von Euro 0,00 (Vorjahr: Euro 22.384,08).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Außerbilanzielle Geschäfte bestehen in Form von Miet- und Pachtverhältnissen und Lizenzvereinbarungen.

Da die Gesellschaft über keine eigenen Räumlichkeiten und Grundstücksflächen verfügt, hat sie geeignete Immobilien angepachtet. Teilweise enthalten die Pachtverträge neben einer Grundpacht auch eine umsatzabhängige Komponente sowie Wertsicherungsklauseln. Besondere Vereinbarungen bestehen teilweise bezüglich der Instandhaltung der Pachtobjekte. Insgesamt beläuft sich die jährliche Grundpacht für die Räumlichkeiten und Flächen zurzeit auf TEuro 238. Die Laufzeiten der einzelnen Verträge liegen zum Bilanzstichtag zwischen sechs und 123 Monaten. Die Verpflichtungen hieraus betragen insgesamt unter Berücksichtigung der Laufzeiten TEuro 1.475,8. Dem Vorteil der Nutzungsmöglichkeit steht das Risiko der Liquiditätsbelastung über die festen Grundmietzeiten gegenüber, falls sich der Raumbedarf zukünftig verändern sollte.

Die Finanzbuchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Teile der allgemeinen Verwaltung sowie der EDV und des Außendienstes wurden auf eine zum Unternehmenskreis Decker gehörende Gesellschaft zwecks Kostenreduktion sowie der Nutzung von Synergieeffekten bis Herbst 2023 ausgelagert. Die zu leistende Vergütung bemaß sich prozentual an den Umsatzerlösen der Möbelwerke A. Decker GmbH.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Ergebnisse aus der Auf-/Abzinsung

Der GuV-Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthält Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von Euro 60.501,70 (Vorjahr: Euro 59.148,57).

Außergewöhnliche Aufwendungen § 285 Nr. 31 HGB

Rechts- und Beratungskosten für die Sanierung sind im Geschäftsjahr in Höhe von rund TEuro 629 angefallen. Die Aufwendungen sind in dem GuV-Posten "sonstige betriebliche Aufwendungen" enthalten.

VI. Sonstige Pflichtangaben

Anzahl der Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt waren 225 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, davon 160 gewerbliche Arbeitnehmer, 48 Angestellte und 17 Aushilfen. Die Auszubildenden wurden nicht berücksichtigt.

Angaben zu den Organmitgliedern

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens geführt durch

Kaufmann Andreas Decker, Beverungen-Dalhausen

Kaufmann Dirk Klasfauseweh, Georgsmarienhütte (ab 23.10.2023)

Die Geschäftsführer sind alleinvertretungsberechtigt. Herr Andreas Decker ist zusätzlich von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen. Gleiches gilt hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge der ehemaligen Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen.

Nachtragsbericht

Seit 2017 wurden durch die Gesellschaft durchgängig Verluste erwirtschaftet. Auch für 2024 bis 2026 wird mit weiteren Verlusten gerechnet. Die anhaltenden Verluste spiegeln sich entsprechend in der Entwicklung der Liquidität wider, so dass die Ergebniskrise inzwischen zusätzlich in eine Liquiditätskrise übergegangen ist.

Nach erheblichen Preissteigungen bei den Materialeinkäufen des Jahres 2022, die nicht kurzfristig an die Kunden weitergeben werden konnten, wurde erneut ein erheblicher Jahresfehlbetrag erzielt, der die Planung noch um fast TEuro 800 übertraf. Daraufhin wurde das Sanierungsgutachten in 2023 aktualisiert. In diesem wurde zwar wiederum ein Verlust prognostiziert, der aber aufgrund von erwarteten Umsatzsteigerungen niedriger ausfallen sollte. Dieses hat sich nicht bewahrheitet. Statt der erwarteten Umsatzsteigerungen gingen die Umsätze in 2023 noch einmal deutlich zurück. Daraufhin wurde das Sanierungsgutachten in 2024 erneut aktualisiert.

Über die bereits im Vorjahr vereinbarten Maßnahmen hinaus wurden neben betrieblichen die folgenden Maßnahmen beschlossen:

• Zur Finanzierung werden Gesellschafterbeiträge in Form von liquiden Mitteln in Höhe von 1,7 Mio. Euro dem Eigenkapital zugeführt. Der Ausweis erfolgt als Kapitalrücklage. Eine Verpflichtungserklärung zur Zahlung der Mittel liegt vor, und die Mittel wurden bis zur Aufstellung der Bilanz bereits gezahlt.

• Aufgrund der anhaltenden Verluste hat der Geschäftsführer mit Wirkung zum 30.06.2024 auf die ihm von der Gesellschaft erteilte Pensionszusage verzichtet. Dies führt zu einer Ergebnis- erhöhung von rund 3,1 Mio. Euro.

• Mit schriftlicher Zusage vom 07.08.2024 hat sich der Gesellschafter verpflichtet, selbst oder von Dritten der Gesellschaft im September 2024 sowie in 2025 liquide Mittel in Höhe von 4,5 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird er sich bemühen, dass der Gesellschaft ab Januar 2026 bis Ende Januar 2027 weitere liquide Mittel in Höhe von insgesamt 3,3 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Die Vereinbarung ist an die in der Verpflichtungserklärung genannten Bedingungen geknüpft.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist an die Umsetzung der im Sanierungsgutachten vorgesehenen Maßnahmen und die Erreichung der vorgegebenen Ziele gekoppelt. Für den Planungshorizont bis Ende 2027 kann nach Aussage in dem Sanierungsgutachten bei Umsetzung aller Maßnahmen von einer positiven Fortbestehensprognose ausgegangen werden.

Des Weiteren wird auf die Ausführungen im Lagebericht unter V.1 Risikobericht verwiesen.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Borgentreich, den 30. September 2024

gez. Andreas Decker

gez. Dirk Klasfauseweh

Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten
Anlagevermögen 01.01.2023
Zugang
Umbuchung
Abgang
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. sonstige Immaterielle Vermögensgegenstände 340.675,59 9.416,00 9.400,00 0,00 359.491,59
2. geleistete Anzahlungen 0,00 40.300,00 143.700,04 9.400,00 174.600,04
Zwischensumme 340.675,59 49.716,00 153.100,04 9.400,00 534.091,63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.643,15 16.102,70 0,00 0,00 28.745,85
2. technische Anlagen und Maschinen 12.450.315,14 19.698,49 0,00 0,00 12.470.013,63
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.127.344,11 128.583,20 0,00 43.904,90 1.212.022,41
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 143.700,04 0,00 -143.700,04 0,00 0,00
Zwischensumme 13.734.002,44 164.384,39 -143.700,04 43.904,90 13.710.781,89
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 50.000,00 0,00 0,00 50.000,00 0,00
2. sonstige Finanzanlagen 160,00 0,00 0,00 0,00 160,00
Zwischensumme 50.160,00 0,00 0,00 50.000,00 160,00
Endsumme 14.124.838,03 214.100,39 9.400,00 103.304,90 14.245.033,52
Entwicklung der Abschreibungen Buchwert
Anlagevermögen kumuliert 01.01.2023
Zugang
kumuliert Zugang
Abgang
kumuliert 31.12.2023
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 337374,09 4592,00 4.592,00 0,00 341.966,09 17.525,50
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 174.600,04
Zwischensumme 337.374,09 4.592,00 4.592,00 0,00 341.966,09 192.125,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.828,15 1.792,70 1.792,70 0,00 4.620,85 24.125,00
2. technische Anlagen und Maschinen 6.852.780,14 668.464,49 668.464,49 0,00 7.521.244,63 4.948.769,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 870.282,11 83.888,70 83.888,70 42.566,90 911.603,91 300.418,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Zwischensumme 7.725.890,40 754.145,89 754.145,89 42.566,90 8.437.469,39 5.273.312,50
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 24.329,36 0,00 0,00 24.329,36 0,00 0,00
2. sonstige Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 160,00
Zwischensumme 24.329,36 0,00 0,00 24.329,36 0,00 160,00
Endsumme 8.087.593,85 758.737,89 758.737,89 66.896,26 8.779.435,48 5.465.598,04

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 05.12.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Der Jahresabschluss wird wegen der Inanspruchnahme von Erleicheterungen nur teilweise offengelegt. Der Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Möbelwerke A. Decker GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Möbelwerke A. Decker GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Möbelwerke A. Decker GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf Abschnitt VI. "Nachtragsbericht" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt V.1. "Risikobericht" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sich die Gesellschaft aufgrund der mehrjährigen Verluste in einer angespannten Lage befindet. Die Sanierungsfähigkeit wurde im aktualisierten Sanierungsgutachten durch die Dr. Wieselhuber & Partner GmbH, München, bestätigt. Der Fortbestand der Gesellschaft ist an die Umsetzung der im Sanierungsgutachten vorgesehenen Maßnahmen und die Erreichung der vorgegebenen Ziele gekoppelt. Wie in Abschnitt VI. "Nachtragsbericht" und Abschnitt V.1. "Risikobericht" dargelegt, deuten diese auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Beverungen, 22.11.2024

DKL PartG mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Otto, Wirtschaftsprüfer

Annette Rotgeri, Wirtschaftsprüferin

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