Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Raiffeisen Schwalm-Nette eG
ViersenStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Burhan Akgün seit 30.9.2021 | Prokura |
Christian Kleu seit 30.9.2021 | Prokura |
Bernd Wilhelm Fitzen seit 9.6.2016 | Vorstandsmitglied |
Paul-Christian Küskens seit 12.11.2012 | Vorstandsmitglied |
Frank Kohlen seit 21.12.2010 | Prokura |
Bernd Wolfs seit 4.1.2005 | Vorstandsmitglied |
Heinrich Meevissen seit 4.1.2005 | Vorstandsmitglied |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 15.40% | |
| 5.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Raiffeisen Schwalm-Nette eG (vormals: Raiffeisen-Warengenossenschaft Schwalm-Nette eG)Viersen (vormals: Niederkrüchten)Jahresabschluss zum 31.12.2023Lagebericht 2023Geschäfts- und Rahmenbedingungen Geschäftstätigkeiten der Genossenschaft Die Raiffeisen Schwalm - Nette eG (RWG) baut auf das Geschäftsmodell einer regionalen, ländlichen Genossenschaft. Wir verstehen uns als Marktpartner für ca. 350 landwirtschaftliche Betriebe in unserer Region. Als Hauptzweck übernimmt die RWG in der Agrarsparte die Vermarktungs- und Versorgungsaufgaben mit qualifizierter Beratung für die Landwirte des Geschäftsgebietes. Durch die genossenschaftliche Struktur hat der Landwirt als Eigentümer der Genossenschaft einen erheblichen Einfluss auf deren Entwicklung. "Aus Liebe zur Region" - mit diesem Leitspruch haben wir uns zwischen Nettetal und Mönchengladbach einen Namen gemacht. Hinter dem Geschäftserfolg stehen an unseren drei Standorten 45 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vier Auszubildende und zusätzlich saisonale Aushilfskräfte. Diese haben bei uns wohnortnah einen attraktiven und sicheren Arbeitsplatz, was unsere Mitarbeiter und auch unsere Kunden sehr zu schätzen wissen. Denn man kennt sich und profitiert von einem engen und vertrauensvollen Mit- und Füreinander, mit einer klaren Perspektive für die Zukunft. Mit 38 Millionen Euro Umsatz ist die RWG das ländliche Genossenschaftsunternehmen in der Region und dank vorausschauender Investitionen, trotz schwieriger Märkte, gut für die Zukunft gerüstet. Wir prüfen, erfassen und vermarkten Ernten kunden- und marktgerecht, mit einer hohen Produktqualität. Der Handel mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Erzeugnissen wie Düngemittel, Futtermittel, Saatgut, Pflanzenschutz, Getreide, Ölsaaten, Mineralölen und regenerativen Energien wird von der Unternehmenszentrale in Dülken gesteuert. Von hier aus beobachten wir Märkte, steuern die Logistik und unterstützen so unsere Landwirte optimal bei der Vermarktung ihrer Ernten - das ganze Jahr hindurch. Mit den gut sortierten und breiten Sortimenten unserer Raiffeisen-Märkte in Dülken, Börholz und Dam bieten wir unseren Kunden neben Produkten renommierter Hersteller exklusive Raiffeisen-Marken, die mit attraktiven Preisen, in Qualität, Funktionalität und Haltbarkeit auf die Bedürfnisse unserer Kunden optimal abgestimmt sind. Neben unserem breiten Warensortiment stehen unsere erfahrenen, fachlich und technisch versierten und freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren Kunden mit kompetentem Rat serviceorientiert zur Seite. Wir nutzen unsere Chancen und Ressourcen, Altbewährtes mit Neuem zu verbinden, um den Kunden und den Herausforderungen der Zukunft Rechnung zu tragen. Gesamtwirtschaftlicher Hintergrund 2023 Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % im Jahr 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch. Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Inflation hemmt den Privatkonsum Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,8 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen kaum Impulse für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus. Schwacher Außenhandel Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 1,8 % beziehungsweise 3,0 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Niedrigeres Finanzdefizit des Staates Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,0 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein. Erste amtliche Angaben zur Schuldenquote im Jahr 2023 werden voraussichtlich Ende April 2024 veröffentlicht. Robuste Arbeitsmarktlage Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Mio. Menschen im Vorjahr auf 2,6 Mio. Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um rund 300.000 auf einen neuen Rekordwert von gut 45,9 Mio. Menschen. Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. ENTWICKLUNG DER AGRARPOLITISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN Internationale Agrarmärkte Der Preisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse (FFPI) erreichte für das Jahr 2023 ein Ergebnis von 124 Punkten. Dieser sank um 13,7 % im Vergleich zum Jahr 2022. Der FAO-Preisindex sank im Dezember um 1,5 % im Vergleich zum November. Gesunkene Preisindexe von Zucker, Pflanzenölen und Fleisch wurden von den gestiegenen Indexen bei Milch und Getreide fast ausgeglichen. Nach Angaben der Statistik über die Entwicklung des Agrarhandels der Europäischen Kommission (EU-Kommission) sank der Außenhandel der EU-27 mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln im Zeitraum Januar bis Oktober 2023 im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der Gesamtwert des Agrarexporthandels (Exporte zuzüglich Importe) erreichte in diesem Zeitraum den Wert von 323,6 Mrd. €. Der enorme Anstieg ist weitestgehend auf den gestiegenen Import zurückzuführen, welcher um 34 % zunahm. Europäische Agrar- und Ernährungspolitik Im vergangenen Jahr griff die Reform der Europäischen Agrarpolitik (EU-Agrarpolitik) erstmalig vollumfänglich für die Landwirtschaft. Während sich die sogenannten "Öko-Regelungen" bei den Landwirten teilweise nur einer mäßigen Nachfrage erfreuten und viele Fragen bei der Umsetzung durch die Praxis offenblieben, ist die Debatte über den nächsten Programmzeitraum der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Brüssel bereits wieder in vollem Gange. Insbesondere in Deutschland werden bereits weitreichende Änderungen an der GAP-Reform gefordert, bei der die flächenbezogenen Direktzahlungen zugunsten von finanziellen Belohnungen für die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen wie Klima- und Biodiversitätsschutz abgeschafft werden sollen. In Brüssel haben die Diskussionen über die zukünftige Verteilung der Mittel an Fahrt aufgenommen. Nach dem Beginn der offiziellen Beitrittsverhandlungen der Ukraine mit der Europäischen Union (EU) schlägt die Frage nach den Auswirkungen auf die GAP hohe Wellen. Die Aufnahme der Ukraine als großer Agrarstaat in die EU hätte erhebliche Auswirkungen auf die Verteilung der GAP-Mittel. Die durchschnittliche Betriebsgröße der ukrainischen Betriebe ist deutlich größer als aktuell in der EU und auch die landwirtschaftlich genutzten Flächen sind deutlich größer. Deswegen hat Wojciechowski eine Obergrenze für die GAP-Zahlungen vorgeschlagen. ENTWICKLUNG DER MÄRKTE/SPARTEN Getreide Der weltweite Getreidemarkt wurde im Jahr 2023 weiterhin von den Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine und Wetterunbilden in wichtigen Anbaugebieten überschattet. Besonders herausfordernd waren erneut die Getreideexporte aus der Ukraine, die nach dem Ende des Schwarzmeerabkommens und durch einseitige Grenzschließungen von Anrainerstaaten zu erheblichen Unsicherheiten am Markt führten. Die weltweite Getreideernte lag laut US-amerikanischem Landwirtschaftsministerium (USDA) mit 2,23 Mrd. t über dem Vorjahresniveau (+60 Mio. t). Grund für das insgesamt zufriedenstellende Ergebnis waren insbesondere gute Maiserträge in den USA und gute Ernten in der Schwarzmeerregion. Die weltweite Nachfrage stieg aber ebenfalls an und wird auf 2,21 Mrd. t und damit knapp unter der Produktion prognostiziert. Die Endbestände sinken jedoch auf 598 Mio. t. Allerdings gibt es dabei Unterschiede zwischen den beiden wichtigsten Getreidearten. Beim Mais wird nicht zuletzt aufgrund der guten Ernte in den USA mit einem positiven Saldo und damit einem Anstieg der Endbestände gerechnet. Beim Weizen hingegen dürfte die Nachfrage das Angebot nicht decken und die Endbestände leicht zurückgehen. Rechnerisch decken die gesamten Endbestände beim Getreide zirka 28 % des weltweiten Verbrauchs. Dieser Wert allein betrachtet, lässt den Schluss auf eine insgesamt weiterhin komfortable Versorgung zu, verkennt allerdings, dass weltweit mehr als die Hälfte der Weizen- und zwei Drittel der Maisvorräte in China gebunden sind und dem Weltmarkt damit nicht zur Verfügung stehen. Trotz einer insgesamt komfortableren Versorgungsbilanz als im Vorjahr zeigte sich der Getreidemarkt auch weiterhin volatil. Preissprünge in einem Umfang wie im Vorjahr waren allerdings nicht zu verzeichnen. In der EU wurde nach Angaben der Europäischen Kommission (EU-Kommission) 2023 mit 269 Mio. t ein insgesamt enttäuschendes Ergebnis eingefahren, das dem des Dürrejahres 2018 entspricht. Wohl selten zuvor hatte die Branche mit Wetterunbilden in einem solchen Ausmaß zu kämpfen. Auf ein insgesamt feuchtes Frühjahr folgte in weiten Teilen Europas (u. a. Spanien und Italien, aber auch in weiten Teilen Zentraleuropas) eine große Trockenheit, die teilweise von massiven Regenfällen während der Ernte abgelöst wurden. Die Versorgungsbilanz weist aber weiterhin ein positives Ergebnis auf. Der Getreideverbrauch in der EU wird im Wirtschaftsjahr 2023/2024 mit gut 257 Mio. t auf Vorjahresniveau prognostiziert. Die Endbestände sinken auf 47 Mio. t. Während die Nachfrage für die Ernährung weitgehend identisch ist, sinkt sie im Futtersektor spürbar. Steigende Umweltauflagen und ein sich zunehmend veränderndes Ernährungsverhalten führen zu weiter sinkenden Tierbeständen, insbesondere in Deutschland. In Deutschland schloss die Getreideernte 2023 erneut ein Anbaujahr mit erheblichen witterungsbedingten Herausforderungen ab. Die Herbstaussaat 2022 erfolgte weitgehend ohne Probleme, allerdings erwies sich die Frühjahrsaussaat aufgrund teilweise starker Niederschläge als schwierig. Eine sich anschließende Trockenphase wurde zur Erntezeit von teilweise massiven Niederschlägen abgelöst. In der Folge erwies sich die Getreideernte oftmals als schwierig, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Während im Westen und Süden die Ernte oftmals ohne große Einbußen eingefahren werden konnte, gelang dies im Norden und Osten nur verspätet und mit erheblichen Qualitätseinbußen. Teilweise waren die Äcker aber auch durch den Regen nicht mehr mit schweren Maschinen befahrbar, sodass die Ernte komplett ausfiel. Trotzdem konnte mit 42,3 Mio. t eine insgesamt noch knapp durchschnittliche Ernte eingefahren werden, allerdings mit in vielen Fällen enttäuschenden Qualitäten. Insbesondere Roggen- und Weizenpartien erreichten oftmals nur noch Futterqualitäten. Die Vermarktung war für die Raiffeisen-Genossenschaften erneut herausfordernd. Zum einen wurden die Risikomanagementsysteme durch Kursschwankungen gefordert. Auch zeigten sich Engpässe in der Logistik. Hier fehlen weiterhin ausreichend Lkw-Fahrer und auch die Anbindung an die Schiene ist oftmals weiterhin suboptimal. Darüber hinaus leidet der Getreidehandel wie auch der Handel insgesamt unter steigenden Kosten. Insbesondere die Einführung einer CO 2 -Komponente bei der Maut ab dem 1. Dezember 2023 führte nahezu zu einer Verdoppelung der Gebühren. Ein steigender CO 2 -Preis für Diesel verursacht weitere Kostensteigerungen. Die dadurch sinkende Getreideernte in Deutschland dürfte dauerhaft zu engen Versorgungsbilanzen und damit einem hohen Preisniveau führen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie eine laufend wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann. Mitte November 2022 überschritt die Weltbevölkerung die Acht-Milliarden-Marke. Durch die jährliche Zunahme der Weltbevölkerung um rund 80 Mio. Menschen nimmt nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums die Nachfrage nach Getreide im gleichen Zeitraum um rund 40 Mio. t zu. Insofern dürfte der internationale Handel für die europäische und deutsche Getreidewirtschaft weiter an Bedeutung zunehmen. Die Aussaat zur Ernte 2024 verlief witterungsbedingt teilweise ebenfalls herausfordernd. Insbesondere späträumende Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben konnten wegen starker Regenfälle nicht mehr geerntet werden. Damit war auch eine Aussaat von Winterweizen auf diesen Flächen nicht mehr möglich Ölsaaten Weltweit wird im Wirtschaftsjahr (WJ) 2023/2024 bei den Ölsaaten nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) erneut mit einer neuen Rekorderntemenge von 660 Mio. t gerechnet. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Plus von 25 Mio. t oder knapp 4 %. Grund für dieses erfreuliche Ergebnis sind weltweit solide Rapsernten sowie eine erneute Rekordernte bei den Sojabohnen in Brasilien. Die Nachfrage soll ebenfalls um gut 20 Mio. t (+3,1 %) ansteigen. Der Anstieg im Verbrauch bleibt aber hinter dem des Angebots, sodass die Endbestände leicht von 114 auf 121 Mio. t steigen sollen. Die Relation zwischen Angebot und Verbrauch beträgt trotz dieses Anstiegs weiterhin 19 %, da sich der Verbrauch ebenfalls spürbar erhöht. Die Ölsaatenernte 2023 in der Europäischen Union konnte trotz teilweise knapper Niederschläge erneut überzeugen. Insgesamt wurden mit 32,8 Mio. t deutlich mehr Mengen als im Vorjahr geerntet (31,3 Mio. t). Grund für dieses insgesamt gute Ergebnis sind leicht gestiegene Erntemengen bei allen Ölsaaten. Der Raps überstieg mit 19,8 Mio. t knapp das Vorjahresergebnis von 19,6 Mio. t. Die europäische Rapswirtschaft ist bei einem geschätzten Verbrauch von 25 Mio. t wie in den Vorjahren auf erhebliche Importmengen angewiesen. Diese stammten bislang überwiegend aus der Ukraine, Australien und Kanada. Energie Der Weltenergiebedarf wird kontinuierlich steigen. Bis zum Jahr 2030 wird eine Bedarfserhöhung um etwa die Hälfte des gegenwärtigen Verbrauchs auf dann 160.500 Mrd. kw/h erwartet. Bis 2060 prognostizieren Experten eine weitere Verdoppelung auf 310.000 Mrd. kw/h. Dies hat verschiedene Ursachen: Zum einen wird die Weltbevölkerung weiterwachsen. Mitte November 2022 wurde die Marke von acht Milliarden Menschen überschritten. Darüber hinaus wird der weiter steigende Lebensstandard in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien und China zu einer erhöhten Energienachfrage führen. Gerade in China hat das wirtschaftliche Wachstum in den vergangenen Jahren einen so starken Anstieg der Energienachfrage verursacht, dass die USA als Nachfrageland Nummer eins überholt wurde. Aktuell bleibt jedoch abzuwarten, wie sich der Energiebedarf in China aufgrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums und zunehmender Umweltprobleme weiterentwickeln wird. Auch wenn die dortige Energieversorgung weiterhin von fossilen Brenn- und Kraftstoffen dominiert wird, ist ein spürbarer Trend zu Investitionen in erneuerbare Energien und dadurch auch in Klimaschutz festzustellen. Diese Entwicklung ist ebenfalls in Indien zu beobachten. Durch das im Jahr 2015 geschlossene Klimaschutzabkommen von Paris sind die 195 Vertragsstaaten zusätzlich gezwungen, konkrete Klimaschutzpläne vorzulegen, die auch einen Ausbau erneuerbarer Energien zulasten fossiler Energie beinhalten. Den damit verbundenen Transformationsprozess in Europa und Deutschland haben die Raiffeisen-Genossenschaften schon vor längerer Zeit erfolgreich begonnen. Düngemittel Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Verbrauch an N- und K-Düngern im Wirtschaftsjahr (WJ) 2022/23 weiter zurück. Stabil zeigte sich lediglich der Phosphatdünger-Absatz. Die Mengen im Einzelnen: 1,04 Mio. t Stickstoffdünger (Vj. 1,10 Mio. t; -5,3 %) - 0,12 Mio. t Phosphatdünger (Vj. 0,11 Mio. t; +1,4 %) - 0,24 Mio. t Kalidünger (Vj. 0,38 Mio. t; -21,8 %) und - 2,69 Mio. t Kalkdünger (Vj. 2,75 Mio. t; -2,0 %). Der Aufwand an Nährstoffen je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche aus Handelsdüngern verringerte sich 2022/23 im Vergleich zu 2021/22 bei Stickstoff von gut 66 kg auf nur noch 62,5 kg, ein Niveau aus den 1960er Jahren! Kali und Phosphat sind bereits auf einem Allzeittief (abgesehen von 2008/09): Kali sank von 18,4 auf 14,4 kg, Phosphat stagniert mit etwa 7 kg auf Vorjahresniveau. Die Menge an ausgebrachtem Kalk variiert vor allem witterungsbedingt. 2022/23 lag diese mit 158,4 kg nur leicht unter dem Vorjahreswert von rund 161,6 kg/ha. Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jeweils für Kalenderjahre ermittelt und auf Wirtschaftsjahre hochgerechnet. Demnach gaben die Landwirte im WJ 2022/23 insgesamt 3,2 Mrd. € für Handelsdünger aus, davon allein 2,3 Mrd. € für Stickstoffdüngemittel, 304 Mio. € für Phosphat- und 148 Mio. € für Kalidünger, bevor die Preise im 2. Halbjahr 2023 wieder deutlich nachgaben. Entsprechend gute Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse bis zur Ernte 2023 glichen die hohen Düngerkosten in etwa aus. Das betriebswirtschaftliche Risiko für Landwirte und Genossenschaften steigt jedoch mit der Variabilität der Preise. Pflanzenschutzmittel Gemäß Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden im Jahr 2022 in Deutschland 93.679 t an Pflanzenschutzmitteln in den Verkehr gebracht. Das sind etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Menge an parallelgehandelten Pflanzenschutzmitteln nahm gegenüber dem Vorjahr um 6 % ab und liegt nun bei 5.456 t und einem Marktanteil von 5,8 %. Die vom BVL ermittelten Absatzmengen für 2023 werden voraussichtlich im August 2024 veröffentlicht. Bei den BVL-Angaben bleiben Bestandsunterschiede in den Lägern des Handels unberücksichtigt. Das Handelspanel der Raiffeisen Service GmbH (RSG) nutzt dagegen unmittelbar die Werte aus den Verkäufen genossenschaftlicher Agrarhändler an die Landwirtschaft. Die Gesamtmenge hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert (plus 1 %). Zuwächse gab es bei Fungiziden (+7,1 %). Herbizide gingen um 5,8 % zurück. Die eingesetzten Mengen hängen in erster Linie von Witterungseinflüssen und dadurch induziertem Krankheits- und Schädlingsdruck ab. 3 % Preissteigerung führten zu einem Umsatzanstieg um etwa 4 %. Für reichlich Diskussionsstoff sorgte der Mitte 2022 von der Europäischen Kommission (EU-Kommission) vorgelegte Vorschlag für eine neue EU-Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (SUR). Danach sollte der Pflanzenschutzmittel-Einsatz bis 2030 halbiert, in "sensiblen Gebieten" gänzlich verboten werden. Außerdem weigerten sich verschiedene EU-Staaten - allen voran Deutschland - die EU-weite Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat zu verlängern. Auch das sorgte für Verunsicherung. Bei eindeutiger Faktenlage musste die Kommission die positive Entscheidung schließlich ohne eine qualifizierte Mehrheit im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) treffen. Daraufhin war das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gezwungen, das nationale Glyphosat-Verbot mittels Eilverordnung aus der PflanzenschutzAnwendungsverordnung zu streichen. Nun dürfen entsprechende Mittel - unter strengen Auflagen - weiterverwendet werden. Auch der SUR-Entwurf ist vorerst gestoppt. Im Europaparlament konnte keine Einigung zwischen den festgefahrenen Fronten erzielt werden. Allerdings hat das BMEL nun eine eigene nationale Reduktionsstrategie angekündigt. Ziel ist auch hier die Reduktion um 50 % bis 2030! Saatgut Den Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge wurde im Jahr 2023 Sommergerste auf einer Fläche von 321.600 ha angebaut und verzeichnete damit einen Rückgang. Die Anbaufläche von Hafer ging ebenfalls zurück, auf 141.400 ha. Bundesweit wurde eine Fläche von 472.200 ha mit Körnermais bestellt, was eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Der Anbau von Silomais und Grünmais ging auf 1,98 Mio. ha zurück. Wie den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zu entnehmen ist, ging die Aussaatfläche bei der Herbstaussaat zur Ernte 2024 von Wintergetreide ebenso wie die von Winterraps zurück. Regional teils sehr feuchte Böden erschwerten die Aussaat. Nach Hochrechnungen von Destatis wurde im Herbst 2023 Wintergetreide für die Ernte 2024 auf 4,9 Mio. ha ausgesät. Das ist ein Rückgang von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Aussaatfläche von Winterweizen sank voraussichtlich um 203.800 ha auf 2,6 Mio. ha (-7,3 %). Eine Abnahme der Flächen ist in allen Bundesländern außer dem Saarland zu beobachten. Milchwirtschaft Nach dem stark volatilen Marktverlauf mit sehr großen Preis- und Kostensteigerungen im Vorjahr bewegte sich das Marktgeschehen 2023 wieder einige Schritte in Richtung Normalität. Obwohl die Preise für Milch und Milchprodukte wie auch die Kosten für Energie und Betriebsmittel vor allem in der ersten Jahreshälfte teilweise deutlicher nachgaben, blieben sie auf einem im längerfristigen Vergleich höherem Niveau. Das Wachstum der weltweiten Milchproduktion hat sich 2023 gegenüber dem Vorjahr wieder etwas beschleunigt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erwartet einen Anstieg um 1,3 % auf 950 Mio. t Milch (Vorjahr +0,6 %). Größere Steigerungen werden dabei in Asien, insbesondere in Indien und China verzeichnet. Der FAO-Preisindex, der auf Basis von Exportpreisen für Butter, Vollmilchpulver, Magermilchpulver und Käse kalkuliert wird, lag zum Jahresende bei 118,8 Punkten. Im Jahresdurchschnitt 2023 wurden 123,7 Punkte erreicht. Dieser Wert lag damit sehr deutlich unter dem Rekordwert von 149,5 Punkten des Vorjahres und damit etwa auf dem Niveau des Jahres 2021. In der Europäischen Union (EU) sind mit den hohen Milchpreisen im Vorjahr Ende 2022 und in der ersten Jahreshälfte 2023 höhere Milchmengen angeliefert worden, bevor dann ab Jahresmitte die Vorjahreslinie unterschritten wurde. Im gesamten Kalenderjahr dürfte das Milchaufkommen mit rd. 144,5 Mio. t die Anlieferungsmenge des Vorjahres knapp erreicht haben. Damit stagnierte die Produktion im dritten Jahr in Folge. Der Strukturwandel in der deutschen Milchviehhaltung setzte sich 2023 gegenüber dem Vorjahr etwas beschleunigt fort. Nach den Ergebnissen der Viehzählung vom November 2023 ging im Vorjahresvergleich die Zahl der Milchkuhhalter um 4,4 % auf 50.581 zurück. Die Abnahmerate, die im Vorjahr 3,5 % betrug, lag damit wieder im langjährigen Durchschnitt von 4,5 %. Die Zahl der gehaltenen Milchkühe verminderte sich im Vorjahresvergleich um 2,5 % auf 3,71 Mio. Tiere. Die durchschnittliche Bestandsgröße stieg damit, bei großen regionalen Unterschieden, rechnerisch von 72,0 auf 73,4 Milchkühe je Haltung. Damit hat sich die durchschnittliche Anzahl der Kühe je Betrieb in der letzten Dekade um 20 Tiere erhöht. Nachdem im Vorjahr die Preise an den Märkten für Milchprodukte Rekordwerte erreicht hatten, kam es beginnend ab Herbst 2022 bis in die erste Jahreshälfte 2023 hinein vor dem Hintergrund eines wieder höheren Angebots bei gleichzeitig preisbedingt schwächerer Nachfrage zu deutlichen Korrekturen nach unten. In der zweiten Jahreshälfte kam es dann wieder zu einer Erholung. Im Jahresdurchschnitt gingen die Notierungen für Blockbutter um rd. 28 %, für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität um rd. 33 % sowie die Preise für Schnittkäse um rd. 25 % zurück. Sie lagen damit über dem Niveau des Jahres 2021. Die private Nachfrage der deutschen Verbraucher litt weiterhin unter der gestiegenen Inflation. Lediglich bei Butter, Käse aus der Selbstbedienung und Joghurt konnten höhere Absatzmengen erreicht werden, während für andere Milchprodukte erneut Mengenrückgänge zu verzeichnen waren. Zudem griffen die Verbraucher innerhalb der Produktsegmente weiterhin verstärkt zu Aktionsware und Handelsmarken. Vieh und Fleisch Rindfleischmarkt Gemäß der Januarprognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) stieg die Zahl der weltweit gehaltenen Rinder im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 3,87 Mio. Stk. auf 944,23 Mio. Tiere an. Für das Jahr 2024 prognostiziert das USDA eine Reduktion der weltweiten Rinderbestände um 0,03 % auf 943,91 Mio. Rinder. Diese Entwicklung stützt sich auf erwartete Rückgänge in den großen Kernmärkten wie Brasilien (-0,24 %) und den USA (-1,65 %). Die weltweit produzierte Rindfleischmenge ist im Jahr 2023 um 0,05 % auf 59,31 Mio. t minimal gestiegen. Für 2024 bleibt die prognostizierte Produktionsmenge mit 59,49 Mio. t nahezu unverändert. Als Grund sind hier die Aufwärtskorrekturen Australiens zu nennen, die die Rückgänge Argentiniens und der Europäischen Union (EU) ausgleichen. Auch für die USA wird erwartet, dass die Produktion im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgehen wird. Der globale Rindfleischverzehr ist im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 0,97 % auf 58,00 Mio. t gestiegen. Die Erwartungen für das Jahr 2024 zeigen eine weltweite Verzehrreduktion um 0,48 % auf 57,72 Mio. t. Größter Rindfleischproduzent und -konsument sind weiterhin die USA, gefolgt von Brasilien, China und der EU. Der europäische Rinderbestand sank im Jahr 2023 erneut auf 74,81 Mio. Tiere (-1,2 %). Für das Jahr 2024 wird ein weiterer Rückgang auf 74,55 Mio. Tiere (-0,34 %) vorhergesagt. Auch die Rindfleischproduktion in der EU war 2023 rückläufig (-3,3 %) und belief sich auf 6,50 Mio. t. Die Produktionsprognose für Rindfleisch geht für 2024 von einem weiteren Rückgang um -1,54 % auf 6,40 Mio. t aus. Der europäische Verbrauch von Rindfleisch lag laut USDA-Angaben bei 6,30 Mio. t und reduziert sich damit um 2,60 % im Vergleich zum Vorjahr. Schweinefleischmarkt Die Januarprognose des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) geht für das Jahr 2023 von insgesamt 778,11 Mio. weltweit gehaltenen Schweinen aus, dies entspricht einem Minus von etwa 0,8 % zum Vorjahr. Während sich die chinesischen (+0,7 % auf 452,56 Mio. Stk.) und amerikanischen Schweinebestände (+0,3 % auf 74,85 Mio. Stk.) noch leicht gesteigert haben, zeigen die Bestände in der Europäischen Union (EU) einen deutlichen Rückgang auf (134,41 Mio. Stk., -5,1 %). Die weltweite Produktion von Schweinefleisch hat 2023 auf 115,50 Mio. t zugenommen, was einer Erhöhung von 0,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. einer Steigerung von 1,0 % gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland wurden pro Kopf 2023 26,4 kg Schweinefleisch verzehrt, das sind 1,8 kg weniger als im Jahr 2022. Das sehr gute Preisniveau für Schlachtschweine hat den Bestandsabbau 2023 eingebremst. Im Jahr 2024 müssen sauenhaltende Betriebe das Entwicklungskonzept für das Deckzentrum bei der zuständigen Behörde einreichen oder erklären, dass sie bis zum 09.02.2026 aus der Sauenhaltung aussteigen. Für das Jahr 2024 wird ein leicht rückläufiges Preisniveau für Schlachtschweine erwartet. Damit einhergehend kann das Angebot an Schlachtschweinen aus Deutschland sinken. Futterwirtschaft Insbesondere die Entwicklung der Tierbestände ist für die Zukunft der Futterwirtschaft ausschlaggebend. Unter der Überschrift des Green Deal der Europäischen Union wird sich die Umwelt- und Klimapolitik und damit auch die Landwirtschaft in den nächsten Jahren als auch Jahrzehnten anpassen. Auf nationaler Ebene werden die Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft und in angrenzenden Bereichen durch gesetzliche und weiterführende Auflagen, beispielsweise durch den Lebensmitteleinzelhandel, auch zukünftig weiter verschärft. Mit der Umsetzung der Düngeverordnung, der Stoffstrombilanzverordnung oder des nationalen Lieferkettengesetzes werden die Produktionskosten weiter angehoben. Speziell für die Futterwirtschaft sind überdies der zunehmende Bedarf an heimischen Eiweißfuttermitteln, Vorschriften zu entwaldungsfreien Rohstoffen, die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln sowie die N- und P-reduzierte Fütterung von hoher Relevanz. In der Schweinehaltung führt die toxische Kombination aus steigenden Preisen für Betriebsmittel, der anhaltenden Ausbreitung von Tierseuchen (Afrikanische Schweinepest (ASP), Aviäre Influenza (AI)), fehlender Finanzierungskonzepte zum Umbau der Tierhaltung und letztlich der kontinuierlich reduzierten Verbrauchernachfrage bereits kurzfristig zu einer deutlichen Reduktion der Bestände. Dies belegen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). So standen im November 2023 nur noch 21,2 Mio. Schweine in den Ställen. Das ist ein Rückgang von 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr und 25 % weniger als vor zehn Jahren. Gegenüber dem Stichtag 3. Mai 2023 nahm der Schweinebestand allerdings um 1,3 % zu. Dies ist seit November 2020 der erste Anstieg des Bestandes. Die Rinderbestände werden voraussichtlich konstant bleiben. Für die Geflügelbestände wird grundsätzlich eine leichte Steigerung prognostiziert. Bei der wirtschaftlich sehr angespannten Lage in der Landwirtschaft ist für 2024 mit einer Beschleunigung des Strukturwandels zu rechnen. In jedem Fall werden Futterwirtschaft und Tierernährung ihren Beitrag leisten, die Zielkonflikte besonders zwischen Umweltschutz und Tierwohl zu minimieren. Gemüse Die Lagervorräte an Gemüse in Deutschland räumten 2023 frühzeitig. Aufgrund der Trockenheit im Sommer 2022 waren die Erträge bei wichtigen Lagergemüsearten niedrig, und es wurden kleinere Mengen eingelagert. Gleichzeitig war die Nachfrage zu Beginn des Jahres 2023 hoch, da widrige Witterungsbedingungen in Spanien die Zufuhren von dort begrenzten, sodass der deutsche Lebensmitteleinzelhandel länger und häufiger auf Lagergemüse als Aktionsware zurückgegriffen hat. Die deutsche Frühgemüsesaison startete spät und verhalten. Niedrige Temperaturen und fehlende Einstrahlung im März und April verzögerte zunächst die Entwicklung der Kulturen. Zudem waren einige Flächen aufgrund nasser Böden zunächst nicht befahrbar. Dafür war zunächst jedoch die Wasserversorgung ausreichend. Im Mai und Juni sah es dann danach aus, als ob doch wieder die Trockenheit das beherrschende Thema würde. Die trockenen Monate wurden jedoch von Dauerregen in Teilen des Julis und August abgelöst. Dadurch wurden die Ernte und auch Pflegearbeiten in den Folgesätzen verzögert. Anhaltende Niederschläge ab Oktober führten dann zwar zu hohen Erträgen bei den Lagergemüsearten, behinderten aber auch die Ernte und führten zu Qualitätsunsicherheiten bei der Lagerware, sodass erst der Verlauf der Lagersaison zeigt, ob die hohen Bruttomengen auch marktwirksam werden. Nach vorläufigen Angaben war die Anbaufläche von Freilandgemüse im Jahr 2023 geringfügig größer als im Vorjahr. Zusammen mit den hohen erwarteten Erträgen bei den Lagergemüsearten führt das, trotz der Schwierigkeiten während der Vegetationsphase, dazu, dass die Gemüseernte mit knapp 4 Mio. t rund 4 % höher eingeschätzt wird als 2022. Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2023 geringfügig mehr frisches Gemüse eingekauft als im Vorjahr. Eine Hochrechnung auf Basis der verfügbaren Daten aus dem GfK-Haushaltspanel lässt für das Gesamtjahr eine Einkaufsmenge von knapp 87 kg/Haushalt erwarten. Das wären knapp 2 % mehr als im Vorjahr. Die Werte aus den Coronajahren wurden erneut nicht erreicht, gegenüber 2019 wurde jedoch rund 7 % mehr Gemüse gekauft. Pflanzenerzeugnisse Die weltpolitisch angespannte Lage mit zwei Kriegen und deren Auswirkungen auf die Handelsketten, das Konsumklima und die Verbraucherstimmung führte in Kombination mit der unvorteilhaften Witterung zu Kaufzurückhaltung. Die zweite Inflationswelle schwappte 2023 über die Verbraucher hinweg, und das bereits im Jahr 2022 gestiegene Preisniveau für Blumen und Zierpflanzen zog weiter an. Das Marktvolumen von 8,6 Mrd. € (zu Einzelhandelspreisen) wurde mit weniger Ware erreicht als noch in den Vorjahren. Alle Produktgruppen im Gesamtmarkt haben sich gemessen am Umsatz negativ entwickelt. Am stärksten war der Rückgang bei den Gartenpflanzen, am schwächsten bei den Schnittblumen. Der durch die weiterhin hohen Transportkosten teure Import fiel für die ersten neun Monate des Jahres 2023 um 7 % geringer aus als im Vorjahr. Im deutschen Markt wurde vermehrt auf inländische Ware gesetzt. Kartoffeln Die Kartoffelernte 2022 war im Frühjahr 2023 zeitig erschöpft. Früh mussten Importe am Speisekartoffelmarkt Versorgungslücken stopfen. Dann sorgte ein spätes Frühjahr im Sommer für einen viel zu knapp versorgten Markt. Die Ernteverspätung ließ im Juli/August auch Verarbeiter lange auf ausreichenden Rohstoffnachschub warten. Die Frühkartoffelkampagne endete hochpreisig. Sehr teure Speisekartoffeln wurden eingelagert, die ab November nur mit einem Lagerkostenzuschlag wieder mobilisiert werden konnten. Eine hohe Vertragsabdeckung ließ bei Veredelungskartoffeln die Preise im Herbst kräftiger sinken. Insgesamt dürften 2023 in Deutschland rund 10,9 Mio. t Kartoffeln geerntet worden sein, ein Plus gegenüber 2022 von 0,2 Mio. t. Im Bundesdurchschnitt dürften die Erträge mit 414 dt/ha knapp 13 dt/ha höher als 2022 liegen. Auch europaweit wird die Kartoffelernte geringfügig höher als im Vorjahr ausfallen. Mit 47,9 Mio. t beträgt das Plus allerdings nur 200.000 t.
Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2023 38,3 Mio. € nach 40,1 Mio. € im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 1,8 Mio. € oder 4 %. Die Rückgang ergibt sich in erster Linie durch den Rückgang im Handel mit Biogasrohstoffen. Die Veränderungen beruhen im Wesentlichen auf folgenden Entwicklungen: Düngemittel: Landwirte haben wegen hoher Preise verhalten gedüngt Futtermittel: Gute Kontraktabschlüsse im Schweinefutterbereich Saatgut: Zuwachs bei Saat-Mais, witterungsbedingter Rückgang bei Wintergetreide Pflanzenschutz: Mengenzuwachs durch Verstärkung Beratung stabil, Preissteigerung durch Inflation Brennstoffe: Stabiler Mengenabsatz, Preisrückgang führt zu geringerem Wertumsatz Raiffeisen - Markt: Stabile Umsätze Märkte, Corona bedingter Zuwachs konnte fast gehalten werden Getreide: Umsatzzuwachs über alle Getreidearten, gute Erträge und Qualitäten
Investitionen Sachanlagen: Das gesamte Investitionsvolumen in Sachanlagen betrug im Jahre 2023 242 T€ nach 225 T€ im Jahre 2022. Wesentliche Investitionen waren 2 Förderbänder, 4 Elektroladesäulen, Lagerregale und 3 PKW. Weiterhin ist der Neubau von Silos für Getreide in Börholz geplant. Die Leistungsfähigkeit der technischen Ausstattung ist den Anforderungen der Kunden jederzeit gewachsen. Alle Gebäude und Anlagen stehen auf eigenem Grund. Finanzanlagen: Die RWZ eG wurde mittels Beschluss der Generalversammlung 2023 in eine AG umgewandelt. Nach der Umwandlung, bzw. zum Bilanzstichtag 31.12.2023 halten wir ein Aktienkapital von 109.906 Aktien mit einem Nennwert von 1.099.060 €. Zur Bündelung von RWZ-Aktien wurde gemeinsam mit 2 weiteren Genossenschaften die I. RWZ Holding GmbH gegründet. In diese GmbH soll mit Einbringungsvertrag vom 05. Dezember 2023 96.000 Aktien eingebracht werden. Die Übertragung der Aktien erfolgt erst am 20. Februar 2024. Die Beteiligung an der Firma Wilhelm Weuthen GmbH & CO KG beläuft sich auf 6 % des Stammkapitals. Weiterhin halten wir eine Beteiligung von 5 % des Stammkapitals an der Agravis Kraftfutterwerk Rhein Main. Die weiteren Geschäftsguthaben bei Genossenschaften blieben unverändert. Finanzlage Zum 31.12.2023 beträgt das bilanzielle Eigenkapital 9,58 Mio. €. Das Sachanlagevermögen sank durch Abschreibungen von 475 T€. auf 3,1 Mio. €. Die Finanzanlagen stiegen durch die Aktivierung der Beteiligung der I. RWZ Holding GmbH auf 7,53 Mio.€. Die Warenbestände sanken um 1,47 Mio. € auf 5,07 Mio.€. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 518 T€ auf 2,1 Mio. €. Weiterhin wurden als Liquiditätsspeicher 2 Mio. € in Form von kurzfristigen Darlehen an Beteiligungsunternehmen gewährt. Ferner bestehen bei einem weiteren Beteiligungsunternehmen 1 Mio.€ Guthaben für den Erwerb einer Orderschuldverschreibung. Bei einer Steigerung der Bilanzsumme auf 22,2 Mio. €. (Vj. 15,4 Mio. €) verringerte sich die Eigenkapitalquote von 56 % auf 43 %. Langfristige Vermögenswerte sind zu 90 % durch Eigenkapital gedeckt. Die Finanzierung des Unternehmens erfolgte über die Volksbank Viersen eG, Volksbank Krefeld eG und die Sparkasse Krefeld in einer Mischung aus lang- und kurzfristigen Krediten. Weiterhin unterhalten landwirtschaftliche Kunden Guthaben bei der Genossenschaft. Zum Bilanzstichtag bestand eine Liquiditätsreserve in Höhe von 3,36 Mio.€. Personal- und Sozialbereich Der Personalbestand wird konsequent auf die betrieblichen Erfordernisse ausgerichtet. Neben dem hauptamtlichen Vorstand waren im Geschäftsjahr 2023 45 weitere MitarbeiterInnen beschäftigt. Davon arbeiteten 35 in Vollzeit und 10 in Teilzeit. Ferner beschäftigt das Unternehmen 4 Auszubildende. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter stieg durch Personalergänzungen. Den Mitarbeitern/innen wurden vielfältige Möglichkeiten zur Teilnahme an internen und externen Schulungen angeboten. Die Angebote wurden zur fachlichen Weiterbildung genutzt. Qualität Qualität ist das, was der Markt verlangt. Qualitätsmanagement zielt darauf ab, den Kundennutzen und die Erfüllung seiner Anforderungen in den Mittelpunkt der betrieblichen Aktivitäten zu stellen. Durch die Etablierung aufwendiger Qualitätssicherungsmaßnahmen sorgen wir für eine den steigenden Ansprüchen der Verbraucher und Verarbeitungsbetrieben gerecht werdende Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei Transport, Reinigungs- und Lagerungsprozessen. Das zur Sicherung des Marktzuganges und zur Verbesserung der Ablauforganisation installierte Qualitätsmanagementsystem GMP B3 und B4. und VLOG wurde erfolgreich nach auditiert. Nachhaltigkeit Der Begriff der Nachhaltigkeit zielt im Kern auf einen schonenden Umgang mit den heute vorhandenen Ressourcen, so dass diese auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen. In den Jahren 2009 - 2013 installierten wir 8 Photovoltaik - Anlagen auf unseren Dächern und produzieren jährlich ca. 600.000 kwh. Unseren Strombedarf konnten wir im gleichen Zeitraum durch verschiedene Projekte von 540.000 kwh auf 378.000 kwh senken. Somit produzieren wir auf unseren Dächern fast doppelt so viel Strom wie wir verbrauchen. Die Investition in einen Stromspeicher im Jahr 2022 hat den Eigenverbrauch weiter erhöht. Durch den Einsatz von Elektroantrieben bei Gabelstaplern und im PKW-Fuhrpark wird der Verbrauch von fossilen Energieträgern deutlich verringert. Der Ansatz ist Teil unserer Strategie einer nachhaltigen Primärgenossenschaft, die in der Region und für die Region arbeitet. Beurteilung der Entwicklung durch den Vorstand Die Geschäftsentwicklung des Jahres 2023 liegt bei Umsatz und Ertrag auf Höhe der Erwartungen. Der Vorstand der Genossenschaft beurteilt die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsjahres 2023 als sehr positiv. • Die Genossenschaft hat in den letzten Jahren weitere Investitionen getätigt, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern, zu rationalisieren und um neue Geschäftsfelder zu erschließen. • Dabei wurden die Abschreibungen nach der steuerlich maximalen Möglichkeiten bemessen. • Mit der zukunftsorientierten Investitionspolitik wurde die Grundlage für den Erhalt der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit gelegt. • Der Anteil des Sachanlagevermögens am Gesamtvermögen beträgt 14 %. • Das Sachanlagevermögen ist durch eigene Mittel vollständig finanziert. • Der Cashflow bietet auf Grund seiner Größenordnung den entsprechenden finanztechnischen Spielraum für notwendige Investitionen. • Der Vorstand bedient sich zur operativen Führung des Unternehmens eines ausreichend ausgebauten Geschäftsführungsinstrumentariums. • Das Vorratsvermögen sank um 1,47 Mio.€ durch niedrigere Preise bei Düngemittel und Getreide. • Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen für das Kreditrisiko in Abzug gebracht. Die Forderungen stiegen um 518 T€ auf 2,1 Mio. €. • Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital beträgt 43 % und liegt damit weit über dem Branchenschnitt. • Die Rücklagen betragen 88 % des Eigenkapitals. • Die Umsatz- und Ertragslage setzte die Kontinuität der Vorjahre fort. • Die Vermögens, Finanz- und Ertragslage beurteilen wir als sehr gut. • Auch für das Geschäftsjahr 2023 werden wir eine Warenrückvergütung von 1 % auf das Bezugsgeschäft an unsere Mitglieder auszahlen können.
Risikobericht Die Raiffeisen Schwalm-Nette eG hat die Voraussetzungen zur erfolgreichen Entwicklung einer ländlichen Genossenschaft. Wir haben organisatorische Regelungen und Maßnahmen getroffen, damit den Fortbestand der Genossenschaft gefährdende und sonstige Risiken der künftigen Entwicklung früh erkannt werden können. Die Steuerung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil der Geschäftsführung. Zentrale Bestandteile des Risikomanagementsystems sind der Controlling Prozess und das Berichtswesen. Das Warenwirtschaftssystem wird zur Informationsgewinnung und zeitnaher Auswertung der Daten genutzt. Das Controlling und die Steuerung des Unternehmens sind dadurch sehr transparent. Die betriebswirtschaftlichen Auswertungen werden durch Branchen- Berichte als Benchmark ergänzt. Zur Erkennung und Steuerung von Unternehmensrisiken haben wir ein System eingerichtet, das im Wesentlichen auf folgenden Instrumenten aufbaut: • Notwendige Absicherung von Handelsgeschäften durch Kontrakte im Ein- und Verkauf zur Absicherung der Preisänderungsrisiken • Zur teilweisen Begrenzung des Risikos von Marktpreisänderungen (Preisänderungsrisiko) im Getreidegeschäft sowie zur Absicherung von Einkaufs- und Verkaufskontrakten mit Kunden über die Getreideernte setzt die Genossenschaft seit November 2023 derivative Finanzinstrumente in Form von standardisierten Warentermingeschäften (Futures) ein • Erstellung aussagefähiger monatlicher Zwischenabschlüsse, getrennt nach Betriebsstätten und Warengruppen • die Bonitätsüberprüfung von Debitoren und Kreditoren mit Hilfe von Wirtschaftsauskunfteien • Tägliche Überwachung der Debitorensalden • Liquiditätsplanung anhand von saisonalen Liquiditätsverläufen • Überwachung der Arbeitssicherheitsanforderungen und digitale Mitarbeiterunterweisungen • Qualitätsmanagement, Zertifizierungen, Versicherungsmanagement, Notfallpläne, Datensicherungskonzepte Bestandsgefährdende Risiken Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation ergab, dass derzeit keine den Fortbestand der Genossenschaft unmittelbar gefährdenden Risiken bestehen. Forschung und Entwicklung Über eine eigene Forschungs- und Entwicklungstätigkeit verfügt die Raiffeisen Schwalm - Nette eG nicht. Chancen aus Sicht des Vorstands • Die Entwicklung auf den Märkten für agrarische Rohstoffe erfordern im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft nach wie vor eine genaue Beobachtung, Risikostreuung und Risikosteuerung. • Die Sicherung der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit und die Weiterentwicklung des Unternehmens erfordern sowohl Maßnahmen zur Erweiterung des Angebotes (durch Innovation und Wachstum) als auch Maßnahmen zur Risikostreuung und Kostensenkung (Skaleneffekte in Kernprozessen). • Nur durch die konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen kann langfristig eine angemessene Umsatz- und Kapitalrendite gewährleistet werden. • Aufgrund der weltweit langfristig steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln bestehen gute Marktchancen für das Geschäftsfeld landwirtschaftliche Rohstoffe und den Handel rund um Energie, Garten, Tier und Freizeit. Prognose/Voraussichtliche Entwicklung • Über die künftige Ausgestaltung der GAP hinaus ist für die Belange der Agrarwirtschaft der von der neuen EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagene Green Deal wichtig. • Mit diesem Projekt werden insbesondere ehrgeizige Klimaziele der EU, aber auch eine nachhaltigere Nahrungsmittelversorgung angestrebt. • Unter anderem soll das Ziel einer signifikanten Reduzierung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und Antibiotika verfolgt werden. • Die damit verbundenen Umsatzrückgänge müssen durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder mindestens kompensiert werden. • Unsere finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse sowie der Jahresüberschuss. • Der im Lagebericht 2022 prognostizierte Jahresüberschuss von 400 T€ für 2023, konnte durch eine mengenmäßig große Getreideernte 2023 und guten Kontraktabschlüssen bei Getreide und Düngemitteln auf 814 T€ gesteigert werden. • Durch den Wegfall des Handels mit Biogasrohstoffen konnte der im Lagebericht 2022 prognostizierte Umsatz für 2023 nicht erreicht werden. • Auf Grund des jetzigen Preisniveaus werden die Umsatzzahlen in den Geschäftsfeldern Düngemittel und Getreide nach unseren Erkenntnissen im Jahr 2024 preisbedingt geringfügig sinken. • Unter Berücksichtigung der bisher gewonnenen Erkenntnisse kann im Jahr 2024 mit einem positiven Ergebnis gerechnet werden. • Der Jahresüberschuss für 2024 wird von uns insbesondere aufgrund eines außerordentlichen Ertrages aus der Einbringung von RWZ-Aktien in die I. RWZ Holding GmbH auf 3,9 Mio. € geschätzt.
Viersen, den 05. Juni 2024 Raiffeisen Schwalm-Nette eG Fitzen Meevissen Küskens Wolfs Bilanz zum 31.12.2023Aktivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023
AnhangA. Allgemeine Angaben Die Raiffeisen Schwalm-Nette eG (RWG) mit Sitz in Viersen ist beim Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Mönchengladbach unter der Registernummer GnR 322 registriert. Die Firmierung wurde durch die Satzungsänderung (Generalversammlung vom 28. Februar 2023, eingetragen im Genossenschaftsregister am 21. November 2023) auf Raiffeisen Schwalm-Nette eG geändert. Der vorliegende Jahresabschluss der RWG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 wurde gemäß §§ 242 ff., §§ 264 ff. sowie den §§ 336 - 338 HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Genossenschaftsgesetzes und der Satzung aufgestellt. Er umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang. Die Genossenschaft weist zum Bilanzstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Gesellschaft, gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf. Der Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung der vollständigen Verwendung des Jahresüberschusses dargestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. In der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich keine Veränderungen. Die in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angegebenen Vorjahresbeträge sind vergleichbar. Zusätzliche Angaben, wenn wegen besonderer Umstände der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild nicht vermittelt, sind nicht nötig. Im Jahresabschluss wurden bei der Ermittlung von gerundeten Beträgen (volle EUR) die kaufmännischen Rechenregeln beachtet. Korrespondierende Summen wurden ungerundet berechnet und danach das jeweilige Ergebnis gerundet. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Das nicht abnutzbare Anlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten abzüglich in den Vorjahren vorgenommener Abschreibungen nach § 6b EStG ausgewiesen. Das abnutzbare Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um plan- und außerplanmäßige Abschreibungen und in den Vorjahren um Abschreibungen nach § 6b ESTG angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen wurden degressiv und linear entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Die ab dem Geschäftsjahr 2020 angeschafften beweglichen Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens wurden analog der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeit nach § 7 Abs. 2 EStG vorgenommen, da diese Abschreibungsmethode dem tatsächlichen Wertverzehr entspricht. Sobald für diese Vermögensgegenstände die lineare Afa die degressive Afa übersteigt, wird zur linearen Afa gewechselt. Die Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens betragen bei:
Geringwertige Anlagegüter, deren Anschaffungskosten bis 800 € betragen, wurden direkt als Aufwand erfasst, da diese steuerliche Methode nach § 6 Abs. 2 EStG auch in der Handelsbilanz der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer bzw. dem Wertverzehr entspricht. Bei Neuinvestitionen wurde die Afa beginnend mit dem Monat der Anschaffung ermittelt. Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen bewertet. Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurde ein Festwert von 2.500 € angesetzt. Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. In einzelnen Fällen waren Abwertungen auf den niedrigeren Börsen- oder Marktpreis erforderlich. Zur Abbildung der tatsächlichen Verbrauchsfolge und damit zur sachgerechteren Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, wurde im Geschäftsjahr 2018 das Verbrauchsfolgeverfahren bezüglich der Bilanzierung der Waren bzw. der Produkte aus dem Bereich lose Ware vom Fifo - auf das Lifo - Verfahren (Last in - First out) im Sinne des § 256 HBG umgestellt. Für Einzelhandels- und Stückgutartikel wird das Fifo - Verfahren (First in - First out) angewendet. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert bilanziert. Erkennbare Risiken wurden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt und dem allgemeinen Kreditrisiko der Forderungen aus Lieferungen wurde durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt. Das Eigenkapital ist unter Berücksichtigung der Verwendung des Jahresergebnisses dargestellt. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die Bewertung der Altersteilzeit-Rückstellung wurde durch ein Gutachten nachgewiesen. Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Rechnungsabgrenzungsposten mussten keine gebildet werden. Für die unterschiedlichen Wertansätze zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz wurden aufgrund eines Aktivüberhangs und daraus resultierendem Aktivierungswahlrecht, keine latenten Steuern angesetzt. Von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres wurde im Übrigen nicht abgewichen. C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023
D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung l. BILANZ Angaben zu Unternehmen, soweit es sich um Beteiligungen i.S.d § 271 Abs. 1 HGB handelt
Von den Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr:
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den geleisteten Anzahlungen auf Vorräte und den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen gegen verbundene Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:
In der Bilanzposition Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind 2 Mio.€ kurzfristige Darlehen und 1 Mio.€ Guthaben zum Erwerb einer Orderschuldverschreibung enthalten. Im Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" sind in größeren Umfang Steuererstattungsansprüche als antizipative Posten und Sicherungseinbehalte (Margin) in Zusammenhang mit Warentermingeschäften enthalten. Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt
In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten:
Die Bilanzposition Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren aus der Einbringungsverpflichtung von Aktien gegenüber der I. RWZ Holding GmbH. Diese wurden am 20. Februar 2024 übertragen. Für die im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat die Genossenschaft Grundschulden als Sicherheit gegeben sowie Photovoltaikanlagen durch Sicherungsübereignung als Sicherheiten hinterlegt. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Im Posten Sonstige Verbindlichkeiten sind in größeren Umfang Nachrangdarlehen, Einlagen von Mitgliedern, Warenrückvergütung für Mitglieder und Überzahlungen aus Geschäftsguthaben enthalten Erläuterung der passiven latenten Steuern gemäß § 285 Nr. 30 HGB: Aktive und Passive latente Steuern wurden nicht ausgewiesen. II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Umsätze wurden im wesentlichen im Inland und in den Niederlanden getätigt. Betrag und Art der einzelnen Ertrags- und Aufwandsposten von außergewöhnlicher Bedeutung oder Größenordnung (§285 Nr. 31 HBG)
In den Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind 1,5 T€ (Vj. T€ 0) aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen enthalten. E. Sonstige Angaben Zur teilweisen Begrenzung des Risikos von Marktpreisänderungen im Getreidegeschäft sowie zur Absicherung von Einkaufs- und Verkaufskontrakten mit Kunden über die Getreideernte setzt die Genossenschaft seit November 2023 derivative Finanzinstrumente in Form von standardisierten Warentermingeschäften Futures) ein. Bewertungseinheiten (§ 254 HGB) werden nicht gebildet. Vorgänge von besonderer Bedeutung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor. Ergebnisverwendungsvorschlag (§ 285 Nr. 34 HBG)
Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz anzugebende oder unter dem Bilanzstrich anzugebende finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind
Im Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen oder Personen, die für die Beurteilung der Finanzlage notwendig sind und nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande kamen. Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten ArbeitnehmerInnen betrug:
Außerdem wurden durchschnittlich 4 Auszubildende beschäftigt. Mitgliederbewegung
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr um 146.569,63 € erhöht.
Auf Grund einer Satzungsänderung (Generalversammlung vom 28. Februar 2023, eingetragen im Genossenschaftsregister am 21. November 2023) hat sich die Höhe des Geschäftsanteils im Jahr 2023 von 550 EURO auf 800 Euro erhöht. Die Anzahl der Geschäftsanteile je Mitglied hat sich dadurch nicht verändert. Eine Haftsummenverpflichtung für Mitglieder besteht aufgrund der Satzungsänderung ebenfalls nicht mehr. Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes: Genoverband e.V., Verwaltungssitz Düsseldorf, Ludwig-Erhard-Allee 20, 40227 Düsseldorf Mitglieder des Vorstandes
Mitglieder des Aufsichtsrats
* Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an
Viersen, den 05. Juni 2024 Raiffeisen Schwalm-Nette eG Der Vorstand Fitzen Meevissen Küskens Wolfs Bericht des AufsichtsratesIm abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 hat der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Lage der Genossenschaft informiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde außerdem laufend über alle wichtigen Entwicklungen benachrichtigt. Der Aufsichtsrat hat 2023 in 4 Sitzungen die Berichte des Vorstandes über die geschäftliche Entwicklung und die wesentlichen Vorgänge geprüft und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Die Sitzungen fanden in Präsenz statt. Der Aufsichtsrat hat die erforderlichen Beschlüsse in seinen Sitzungen gefasst. Wir haben die Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und den Vorstand beratend begleitet. Geschäftsführung und Vorstand erledigten Ihre Aufgaben in voller Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat. Darüber hinaus gab es Beteiligungen an den Ausschüssen Kredite und Investitionen. Die Warenbestände wurden am 01. Dezember 2023 durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgenommen und durch stichprobenartige Kontrollen des Aufsichtsrates und einem Prüfer des Genossenschaftsverbandes kontrolliert. Für die losen Schüttgüter wurde die permanente Inventur am 30. Juni 2023 durchgeführt. Die Bewertung der Warenbestände zum Stichtag erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip. Den Jahresabschluss der Raiffeisen - Schwalm - Nette eG des Jahres 2023 haben wir geprüft. Es bestanden keine Einwände. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2023 und den Lagebericht 2023 des Vorstandes am 05. Juni 2024 beschlossen. Wir empfehlen der Generalversammlung, den Jahresabschluss 2023 zu genehmigen und den Gewinn entsprechend dem Vorschlag des Vorstandes zu verwenden. Die gesetzliche Prüfung des Jahresabschlusses 2023 erfolgt durch den Genossenschaftsverband im November 2024. Den zusammengefassten Prüfungsbericht für 2023 erhalten Sie in der nächsten Generalversammlung zur Beratung und anschließender Beschlussfassung. Bedanken möchte ich mich bei unseren Mitgliedern und Kunden für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihren Einsatz und die geleistete Arbeit.
Stefan Michels, Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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Beteiligungsgesellschaften
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100mMontage, Installation und Aufbau von Ständen auf Märkten, Ausstellungen und Messen
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für Veranstaltungen nicht künstlerischer Art
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100mVermittlung von Arbeitskräften
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