Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm HRB 729725
Vorher
Dreher Agrarrohstoffe GmbH
Eingetragen
3.9.2013
Branche
Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und FuttermittelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Grundstoffen, lebenden Tieren, textilen Rohstoffen und HalbwarenGroßhandel mit Mehl und Getreideprodukten
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Der Handel mit Agrarprodukten, überwiegend aus Ökologischer Erzeugung aller Art und die daraus hergestellten Lebens- und Futtermittel; die Lagerung, Aufbereitung, Verarbeitung und Verpackung von Agrarprodukten aller Art und die daraus herzustellenden Lebensund Futtermittel; der Handel, die Lagerung und die Verarbeitung von Speise-Ölen aller Arten; die Verarbeitung, Abfüllung und der Vertrieb von Speise-Ölen in verschiedenen Gebinden; die Schälung, Aufbereitung sowie Verpackung von Agrarprodukten; die Vermahlung und Verpackung von Lebens- und Futtermitteln; die Beratung und die Vermittlung von überwiegend ökologischen Produkten für Landwirtschaft und Industrie; der Anbau und der Vertragsanbau von überwiegend ökologisch erzeugten Agrarrohstoffen; der Erwerb von Agrarflächen im In- und Ausland zum Anbau von Agrarrohstoffen; die Beteiligungsverwaltung; die Vermittlung und der Verkauf von Maschinen für Landwirtschaft und Industrie.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Maximilian Raemisch
seit 23.3.2022
Prokura
Ulrike Menzel
seit 26.2.2016
Prokura
Berthold Dreher
seit 3.9.2013
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
dreher food gmbhAUT
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
dreher food gmbh
Austria
325.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

dreher bio gmbh

Wangen im Allgäu

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die heutige dreher bio gmbh wurde im April 2004 von Berthold Dreher unter dem Namen Dreher Agrarrohstoffe (Einzelfirma) gegründet. Am 26.08.2013 wurde daraus die Dreher Agrarrohstoffe GmbH. Im März 2020 wurde die Firmierung in dreher bio gmbh geändert. Seit Gründung des Unternehmens ist der wesentliche Inhalt der Handel von ökologischen Rohstoffen. Das Hauptsegment sind Getreide und Ölsaaten. Darüber hinaus werden auch artverwandte Produkte aus biologischer Erzeugung und daraus hergestellte Halbfertigprodukte wie z. B. Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Gluten, Stärke und Roggenmalzmehl gehandelt. Zum Teil werden diese Bio-Rohstoffe und Bio-Produkte auch von der dreher bio gmbh weiter veredelt und verarbeitet. Im Jahre 2015 wurde am Standort Wangen-Schauwies eine Getreideerfassung mit Aufbereitung und Schälung errichtet. Diese Anlage dient im Wesentlichen der Erfassung und Aufbereitung von Ölsaaten.

Die Ölmühle, die Verschmelzung mit dieser Schwestergesellschaft (ehemals Ölmühle Oberschwaben GmbH) erfolgte in 2022, produziert in erster Linie Bio-Speiseöle aus verschiedensten Ölsaaten für die lebensmittelproduzierenden Gewerbe der Biobranche. Der Großteil geht an Verarbeitungsbetriebe zur Herstellung von Bio-Lebensmitteln wie Babynahrung, Brot- und Backwaren, Müsliprodukte, Chips, Mayonnaise, Senf, Tofu und Pflanzendrinks. Aus den bei der Pressung entstehenden Ölpresskuchen wird hochwertiges Proteinmehl hergestellt, welches in kleinere Gebinde verpackt und verkauft wird. Der Großteil der Abnehmer des Ölpresskuchens sind ökologisch produzierende Mischfutterwerke, die mit dem Nebenprodukt der Ölherstellung proteinreiches Mischfutter herstellen. Die Rohstoffe für die Bio- und Verbandsöle stammen so weit wie möglich aus regionaler Erzeugung, etwa 68 Prozent der Sonnenblumenkerne und Rapssaaten stammen aus Deutschland. Als eine der wenigen Ölmühlen in Deutschland kann die dreher bio Produkte aller führenden Bio-Verbände verarbeiten, etwa 65 Prozent der Öle sind Verbandsware. Seit 2018 hat die Ölmühle auch eine eigene Flaschenmarke. Die Produkte sind über den Lebensmittel- und Naturkostfachhandel zu beziehen.

Seit dem Jahr 2021 ist die dreher food gmbh, Gesellschafter der dreher bio gmbh, auch an der Bioprodukte Vogtland GmbH beteiligt. Ein Wissenstransfer zwischen den Ölmühlen von sehr unterschiedlichem Know-how hat stattgefunden. Seit 2022 besitzt die dreher food gmbh eine Mehrheitsbeteiligung an der Ölmühle im Vogtland. Diese presst nun exklusiv für die dreher bio gmbh überwiegend regional angebaute Sonnenblumen und in geringerem Umfang auch Sojabohnen und Raps. Für die dreher bio gmbh eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, auch im ostdeutschen Raum regional zu arbeiten. Seit 2022 ist dreher bio auch Gäa-Vertragspartner, ein weiterer ökologischer Anbauverband mit Erzeugern überwiegend aus dem Osten Deutschlands.

2. Forschung und Entwicklung des Unternehmens

Im Geschäftsjahr 2023 wurden einige kleinere Projekte zur Forschung und Entwicklung bei der dreher bio gmbh initiiert. Die Projekte sind nahe an der Praxis und liefern dem Unternehmen wichtige Erkenntnisse.

Die Effektivität der Ölpressen ist sehr entscheidend für den Erfolg einer Ölmühle. Mehrere Parameter können für eine nachhaltige Effektivität der Ölpressen verändert werden. Werden die verschiedenen Parameter allerdings extrem verändert, verlieren die Pressen ihre Funktion.

Die Zielsetzung ist, eine möglichst hohe Ölausbeute zu erreichen und der Presskuchen sollte den Rohproteinanforderungen der Kraftfutterwerke entsprechen. Mit einem steigenden Auspressgrad steigt allerdings auch der Rohfasergehalt im Presskuchen, was wiederum eine Qualitätsbeeinträchtigung für die Kraftfutterwerke ist. Um die verschiedenen Anforderungen besser einschätzen zu können, haben wir bei insgesamt 5 Pressen Umbauten vorgenommen und anschließend ein- bis siebentägige Testproduktionen durchgeführt und teilweise die Erkenntnisse für den Dauerbetrieb umgesetzt. Durch lange Produktionszyklen einzelner Bauteile werden die Testbetriebe auch im Jahr 2024 fortgesetzt.

Im QM-Bereich wurden folgende Forschungen durchgeführt:

• Sensorik Panel zur Evaluierung des geschmacklichen Unterschiedes zwischen dampfsterilisiertem Sesam und nicht-dampfsterilisiertem Sesam

• Rückstandsanalytik von Weichmachern und MOSH MOAH im Zuge der Umstellung von Glas- auf Plastikflaschen für die Lagerung von Öl-Mustern

• Test-Filtrationen mit diversen zugelassenen ökologischen Filtrationshilfsmitteln

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen der Branche

Sowohl konventionelle als auch ökologische Handels- und Verarbeitungsunternehmen haben die Marktverwerfungen durch den Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine gespürt. Allerdings waren die Auswirkungen für ökologisch wirtschaftende Unternehmen deutlich einschneidender als für konventionelle. Die deutliche Kaufzurückhaltung und das Downgrading von Bio Premium-Produkten zu Bio-Einstieg und von Bio-Einstieg zu konventionell hat ökologisch wirtschaftende Betriebe viel stärker betroffen.

Bei einigen Unternehmen hat die Absatzkrise bereits Mitte 2022 begonnen. Massiv wurde die Absatzkrise aber im 4. Quartal 2022 und im 1. Quartal 2023. Fast alle ökologisch wirtschaftenden Unternehmen hatten im ersten Halbjahr 2023 deutliche Umsatz- und Ertragseinbrüche. Der Rückgang war von 5 Prozent bis 50 Prozent sehr unterschiedlich und deutlich inhomogen. Im zweiten Halbjahr 2023 wurden die Absatzzahlen für die meisten Unternehmen wieder deutlich besser.

Durch die stark gefallenen Rohstoffpreise verringerte sich für viele Unternehmen der Umsatz, aber im Bereich Mengen konnte oft schon wieder an die Vorjahre 2022 und 2021 angeknüpft werden. Erzielte die landwirtschaftliche Urproduktion teilweise im Jahr 2022 noch Rekordpreise, brachen diese in 2023 um 20 Prozent bis 40 Prozent ein und hinterließen deutliche Spuren in der Erzeugung. Teilweise musste sogar Ware überlagert werden, da es für einzelne Rohstoffe überhaupt keine Absatzmärkte gab.

Agrarrohstoffmarkt - Getreide und Ölfrüchte

Die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten, die Witterungen und die zunehmenden Wetterextreme verschärfen die Versorgungslage weltweit. Aufgrund dessen sind die Märkte sowohl bei Düngemitteln als auch bei Getreide immer noch sehr volatil. Die nach wie vor hohen Exportmengen der Ukraine und die außerordentlich gute Weizenernte in Russland und daraus folgende ebenfalls hohe Exportmengen ziehen den Weltmarktpreis nach unten. Dies darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die globale Versorgungsbilanz bei Weizen und Mais nach wie vor knapp ist, gerade wegen der eher unterdurchschnittlichen Maisernte in den USA. Die Erwartungen der Branche von höheren Preisen an den Terminmärkten auf Grund der angespannten Lage auf dem Weltmarkt werden dennoch bisher nicht erfüllt. So wird Weizen aus der Ernte 2023 derzeit an der MATIF für rund 216,00 €/t gehandelt, und auch für den Märztermin 2024 sind noch knapp 232,00 €/t möglich. Insgesamt bleibt die Lage angespannt. In Deutschland lag die diesjährige Erntemenge beim Getreide mit 42,2 Millionen Tonnen, nach den bisher vorliegenden Zahlen, damit deutlich unter der des Vorjahres (43,4 Mio. t). Die Mengen und Qualitäten, insbesondere beim Weizen, haben unter dem wochenlangen Regen teilweise stark gelitten. Sowohl national in Deutschland als auch international wird auch im kommenden Jahr hauptsächlich die Witterung über die Versorgungslage entscheiden. Genauso wie bei den Erzeugerpreisen sind die Unsicherheiten also weiterhin groß und schwer zu kalkulieren. Auch die Kriegssituation in der Ukraine wird weiterhin massiven Einfluss auf alle Märkte haben. Hinzu kommt außerdem auch noch die Black Box China, als großer Importeur von Getreide. Ein zuverlässiger Ausblick auf 2024 ist aufgrund der unsicheren globalen Lage kaum möglich. (Marktbericht 2023 Deutscher Bauernverband)

Agrarwirtschaft/ Ökologische Landwirtschaft

Nach einem in wirtschaftlicher Hinsicht auskömmlichen Wirtschaftsjahr 2022/23 sind die Erzeugerpreise seit Jahresbeginn 2023 in den wesentlichen Produktbereichen deutlich eingebrochen. Die gedämpften wirtschaftlichen Aussichten für 2023/24 drohen sich zusätzlich zu verschlechtern, weil Politik und Berufsstand derzeit über massive zusätzliche Belastungen für die Landwirtschaft streiten. Allein die von der Bundesregierung geplante Streichung der Agrardieselregelung und Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge würde dem Sektor eine Zusatzbelastung von rund 920 Millionen Euro aufbürden. -(Marktbericht 2023 Deutscher Bauernverband)

Öko-Umsatz konsolidiert sich 2023: Öko-Umsatzgewinner sind wieder die Discounter

Der deutsche Öko-Lebensmittelumsatz wuchs laut GfK-Haushaltspanelergebnissen im Frischebereich (über 60% des Öko-Umsatzvolumens!) von Januar bis Oktober 2023 um 2,8 Prozent. Die Entwicklung im Trockensortiment dürfte ebenfalls im positiven Bereich gelegen haben. Der deutsche Öko-Lebensmittelumsatz würde somit 2023 in Richtung 16 Mrd. Euro wachsen. Er liegt damit deutlich über dem im Boom-Jahr 2020 erreichten 15 Mrd. Euro Umsatz. 2020 hatten die Corona-Lockdowns infolge des zuhause Kochens ein Öko-Umsatzplus von über 22 Prozent beschert. Im von der GfK erfassten Öko-Frischesortiment waren 2023 die Discounter nach 2022 erneut mit fast 8 Prozent Umsatzzuwachs die Gewinner, während der Naturkostfachhandel immer noch mit Umsatzrückgang kämpfen musste. Das Verbraucherpreisniveau für Öko-Frischprodukte stieg 2023 nach den GfK-Daten, wie schon 2022, mit 6,1 Prozent, etwas geringer als im Lebensmittelmarkt allgemein (+ 10,7 Prozent). Für 2024 kann mit wachsenden Umsätzen gerechnet werden, denn alle großen LEH-Ketten profilieren sich mit Öko-Sortimenten.

Die Öko-Erzeuger, die 2022 noch überdurchschnittliche Gewinne erzielten, erlitten 2023 wie ihre konventionellen Berufskollegen einen Umsatzrückgang. Ursache waren die in vielen Produktgruppen sinkenden Nachfragemengen. Das drückte 2023 in vielen Bereichen auf die Rohstoffpreise. So waren die Getreidelager bis zur Ernte 2023 nicht gänzlich geräumt. Aufgrund der vielfach schlechten Verarbeitungsqualität der verregneten Ernte 2023 kann diese alterntige Ware derzeit aber immer noch vermarktet werden. Extremer Preisdruck herrscht allerdings für das Futtergetreide. Diese sinkenden Futterkosten nutzen allerdings der Öko-Tierhaltung, die sich zum Jahresende 2023 vom Rückgang in 2022 erholte. (Marktbericht 2023 Deutscher Bauernverband)

2. Geschäftsverlauf

In 2021 wurde die Verschmelzung zwischen den Schwestergesellschaften, der dreher bio gmbh und der Ölmühle Oberschwaben GmbH, beschlossen. Am 02.03.2022 wurde die Verschmelzung rückwirkend zum 01.01.2022 notariell beurkundet, am 23.03.2022 erfolgte die Eintragung der Verschmelzung beim Handelsregister des Amtsgerichtes Ulm.

Nach außen sind die Veränderungen nur sehr geringfügig. Intern bedeutet die Verschmelzung jedoch eine Effizienzsteigerung und weniger administrativen Aufwand, dies hat sich auch nochmals positiv auf das Geschäftsjahr 2023 ausgewirkt. In internen Abwicklungsprozessen können viele Synergien und bestehende Ressourcen deutlich besser genutzt werden. Die etablierte Marke Ölmühle Oberschwaben bleibt nach der Verschmelzung bestehen.

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um -14,15 Prozent. Diese Umsatzabnahme ist zu einem großen Teil durch die Verringerung der Verkaufsmenge sowie gesunkenen Rohstoffpreisen in einigen Bereichen bedingt. Die Geschäftsbereiche Getreide- und Ölsaaten-Handel, Zuckerrüben- und Zuckerhandel, Handel mit Fertigrohwaren und der Bereich Ölherstellung und Ölhandel bescherten dem Unternehmen trotz sehr schwierigen Rahmenbedingungen des Marktes in 2023 einen guten Gewinn.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Lagerbestände in allen Bereichen deutlich verringert. Obwohl ein hoher Lagerbestand ein erhöhtes finanzielles Risiko bedeutet, ist er bei einem entsprechenden Unternehmenswachstum unumgänglich. Trotz Abbau des Lagerbestandes in 2023 war die Liefersicherheit gegenüber den Kunden immer gewährleistet. Es wurden neue Kunden gewonnen, auch bei Bestandskunden entwickelte sich der Absatz mehrheitlich positiv.

Wirtschaftliche Lage

1. Ertragslage

Die dreher bio gmbh erzielte einen Rohgewinn in Höhe von 6.414,3 T€ (VJ 7.595,9 T€). Die Verringerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr war im Wesentlichen bedingt durch die verringerte Verkaufsmenge im Bereich Ölsaaten, Getreide und Ölhandel sowie gesunkenen rohstoffpreisen in einzelnen Bereichen. Die Materialeinsatzquote lag mit 81,9 Prozent (Vorjahr: 82,2 Prozent) ähnlich wie im Vorjahr, die Handelsmarge ist gestiegen auf 18,1 Prozent (Vorjahr: 17,8 Prozent).

Die Gesellschaft erzielte einen Jahresüberschuss in Höhe von 535,8 T€ (VJ 1.004,3 T€). Für das Geschäftsjahr 2023 wurde mit einer Ergebnisverringerung um 60 Prozent bis 80 Prozent gerechnet, die so aber vor allem durch das positive zweite Halbjahr 2023 nicht eingetroffen ist.

Konnte in 2022 ein Teil der Energiemehrkosten noch weitergegeben werden, war dieses in 2023 durch den Absatzeinbruch bei Biorohstoffen faktisch nicht mehr möglich. Die Mehrkosten gingen vollumfänglich zu Lasten des Ertrages.

Mit Beginn des Krieges in der Ukraine und den hieraus resultierenden stark gestiegenen Energiepreisen explodierten auch die Frachtkosten in allen Bereichen. Durch die Verknappung des Frachtraumes, ebenfalls eine Auswirkung des Ukraine-Krieges, erhöhten die Speditionen ihre Preise deutlich über die gestiegenen Energie- und Personalkosten und ließen sich die Dienstleistung des Güterverkehrs überproportional bezahlen. Auch diese deutlich gestiegenen Preise gingen 2023 zu Lasten des Ertrages.

Im Zuge der Verschmelzung der Ölmühle Oberschwaben GmbH mit der dreher bio gmbh hat sich die Mitarbeiterzahl deutlich erhöht. Durch die gewonnenen Synergien konnte auch im Jahre 2023 die Mitarbeiterzahl verringert werden. Durchschnittlich waren 32 Mitarbeiter/innen (VJ 39 Mitarbeiter/innen) im Unternehmen beschäftigt.

2. Finanzlage

Die Liquidität der Gesellschaft war zu jedem Zeitpunkt gegeben. Die vereinbarten Zahlungsziele konnten eingehalten werden. Die Finanzierungsstruktur war v.a. durch die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes, d.h. die Finanzierung des kurzfristigen Handelsgeschäftes, bestimmt.

Einen Bestandteil der Finanzierung stellte das bilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft in Höhe von 3.299,85 T€ (VJ 3.114,02 T€) dar, das im Wesentlichen aus der Thesaurierung der Unternehmensergebnisse der Vorjahre sowie den im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss resultierte.

Durch die stille Beteiligung der MBG Baden-Württemberg an der dreher bio gmbh gab es 2023 einen weiteren Mittelzufluss von 350 T€. Diese Mittel wurden überwiegend für die Marktentwicklung und die Akquise von Neukunden verwendet.

Insgesamt beträgt die stille Beteiligung der MBG Baden-Württemberg 700 T€, hiervon wurde die erste Hälfte in 2023 ausbezahlt.

Im Weiteren stehen kurz- und langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5.864,15 T€ (VJ 7.611,46 T€) zur Verfügung. Es bestand eine fristengerechte Finanzierungsstruktur, d.h. die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen in das Anlagevermögen sind langfristig, das Umlaufvermögen ist kurzfristig finanziert.

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt 2.759,4 T€, was überwiegend dem Abbau des Lagers geschuldet ist, während für die Investitionstätigkeit saldiert 225 T€ Mittel abflossen. Die freigewordenen liquiden Mittel wurden zur Rückführung der Bankverbindlichkeiten verwendet.

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme konnte gesenkt werden und betrug 13.648,5 T€ (VJ 15.792,3 T€). Die Senkung der Bilanzsumme resultierte in erster Linie aus dem Abbau des Lagerbestandes. Die Vorräte verringerten sich von 7.128,2 T€ per 31.12.2022 auf 5.115,7 T€ zum 31.12.2023. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken auf 2.418,3 T€ (VJ 2.448,3 T€).

Diese Änderungen zeigten sich auf der Passivseite durch die Verringerung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5.864,15 T€ (VJ 7.611,46 T€) und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2.299,8 T€ (VJ 2.612,5 T€). Die Gesamtverbindlichkeiten betrugen 9.319,9 T€ (VJ 11.827,2 T€).

Die Eigenkapitalquote beträgt 24,2 Prozent nach 19,7 Prozent im Vorjahr.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die interne Unternehmenssteuerung der dreher bio gmbh wurde über die Kennzahl der Bruttomarge durchgeführt. Für das Jahr 2023 wurde mit einer deutlichen Abschwächung der Bruttomarge gerechnet. Dies ist auch durch die starken Marktverwerfungen vor allem auf dem ökologisch handelnden und verarbeitenden Bereich so eingetreten. Die Bruttomarge hat sich gegenüber dem Vorjahr abgesenkt.

III. Risikobericht

Das Unternehmen grenzt seine Risiken durch ein Risikomanagementsystem ein. Wesentliche Risiken bestehen im Vermarktungsrisiko für die vertraglich gebundenen Erzeugnisse und die vorhandenen Lagerbestände. Darüber hinaus besteht das Risiko von Reklamationen mit verdeckten Mängeln in Form von Rückständen oder zu hohen Belastungen der Rohstoffe. Hier besteht ein internes Schadstoffmanagement-System. Zur Absicherung gegen mögliche Schadensfälle besteht eine erweiterte Vermögensschadens-Haftpflichtversicherung.

Das Risiko, Produkte nicht absetzen zu können, ist aufgrund unserer Marktstellung und der wachsenden Nachfrage nach den von uns gehandelten Produkten eher als gering einzuschätzen. Dies hat sich auch nochmals deutlich in dem schwierigen Wirtschaftsjahr 2023 mit starken Marktverwerfungen gezeigt. Auch durch die Verschmelzung der beiden Schwesterfirmen ändert sich die Risikolage nicht. Die Ölmühle Oberschwaben GmbH bestand seit 2014 und zeigte über die Jahre gute Umsatz- und Gewinnzahlen und ein starkes Wachstum. Sie verschmolz also als gesundes und finanzstarkes Unternehmen mit der Schwesterfirma dreher bio gmbh, die nun auch als Unternehmen von der Verschmelzung profitiert. In allen Bereichen zeigt sich das Geschäft der vormaligen Ölmühle Oberschwaben GmbH bisher als sehr widerstandsfähig in einem immer wieder stark veränderlichen Markt.

Die technische Ausstattung der Ölmühle ist auf dem neusten Stand und wird ständig durch interne und externe Mitarbeiter gewahrt. Alle Bevorratung der Ölmühle, von Ölen, Futterkuchen und Proteinen werden genau mit den Bedürfnissen der Kunden abgestimmt, auf dass eine optimale Belieferung gewährleistet ist.

Im Handelsgeschäft aller Bio-Rohwaren und halbfertigen Rohstoffe wurden die Ein- und Verkaufskontrakte mit Gegenkontrakten gedeckt, um spekulative Risiken zu minimieren. Eine Über- oder Unterdeckung der Kontrakte wurde durch absolute und relative Limits begrenzt, um Preisänderungs- und Verfügbarkeitsrisiken zu minimieren.

Die Geschäftstätigkeit der dreher bio gmbh ist stark durch IT-gestützte Geschäftsprozesse geprägt. Die fehlende Verfügbarkeit der IT-Systeme kann die Geschäftstätigkeit daher negativ beeinflussen. Daher entwickelte das Unternehmen die bestehenden Systeme kontinuierlich weiter, führte regelmäßig Backups durch und arbeitete stetig an der Optimierung des Informationssicherheitssystems.

Der kriegerische Überfall von Russland auf die Ukraine ist auch im zweiten Jahr der Hauptgrund für die deutlichen Marktverwerfungen in fast allen Agrarmärkten. Stiegen im Jahr 2022 die Preise noch in astronomische Höhen, fielen sie in 2023 massiv. Dies war mit der großen Herausforderung verbunden, dass die Kunden, die ihre Kontrakte in der Preishochphase abgeschlossen hatten, auch abnehmen. Durch klare Vereinbarungen konnten kontrahierte Mengen verkaufsseitig ausgeliefert und somit auch im Einkaufsbereich die Kontrakte erfüllt werden. Im Krisenjahr 2023 zeigte sich, dass die Systematik des Kontraktwesens von dreher bio gmbh beständig ist und eine deutliche Krisensicherheit aufweist.

War es während der Corona-Jahre noch eine sehr gute Strategie, sich über die Verkäufe hinaus mit Ware einzudecken, zeigte sich durch das Jahr 2023 hier auch eine Schwachstelle und die Bevorratung über die Verkaufsmenge hinaus musste nochmals neuerlich in jedem Geschäftsjahr beurteilt werden.

IV. Prognose- und Chancenbericht

dreher bio gmbh ist ein etabliertes Unternehmen in der Biobranche. In den letzten 20 Jahren hat das Unternehmen ein überdurchschnittliches und breites Kunden- und Lieferantennetzwerk aufbauen können. Neben dem Fokus auf Regionalität - 68 Prozent der Ölsaaten stammen aus Deutschland - kommt die Diversität an Kunden- und Lieferanten dem Unternehmen zugute. Die dreher bio gmbh pflegt vielfältige Handelsbeziehungen in der EU/Europa, Indien, Pakistan, Nordamerika und Teilen Afrikas.

Schon in der zweiten Jahreshälfte 2022 hat sich die deutliche Abkühlung der Bioabsätze bemerkbar gemacht. Durch die langfristigen Kontrakte von dreher bio sind diese Auswirkungen erst Anfang 2023 eingetreten. Sowohl das erste Quartal wie auch das zweite Quartal war von sehr wenig Absatz verkaufsseitig, aber auch bei Auslieferung von Kontrakten, geprägt. Mit der Vermarktungsinitiative ab dem 3. Quartal und zwei zusätzlichen Messen (Anuga in Köln, FI Food Ingredients in Frankfurt) konnten neue Absatzwege erschlossen werden. Der Fokus bei Gewinnung von Neukunden lag Großteils außerhalb von Europa. Neue Absatzmärkte konnten sowohl für den Rohstoffbereich, aber vor allem auch für den Ölbereich, erschlossen werden.

In den vergangenen 20 Jahren gab es immer wieder schwächelnde Märkte. Wenn sich allerdings das Team von dreher bio auf ihre Stärke, das Handeln von Rohstoffen, konzentriert, werden auch die benötigten Mengen abgeschlossen. Sowohl durch die Verschmelzung der beiden Schwesterfirmen wie auch durch die Beteiligung an Bioprodukte Vogtland GmbH durch den Gesellschafter der dreher bio gmbh wurden wesentliche Grundsteine für die Zukunftsfähigkeit von dreher bio gelegt. Auch nach der Kapazitätserweiterung und Modernisierung von Bioprodukte Vogtland sind alle Pressen für 2024 ausgelastet. Und die Auslastung für die Pressen in 2025 ist bereits jetzt zu 50 Prozent gewährleistet.

Die Wachstumsstrategie von dreher bio wird in den nächsten Jahren konsequent weiterverfolgt.

Ganz aktuell planen wir Kapazitätsausweitungen in verschiedenen Bereichen, wie z. B. Rohstofflagerung, Presskapazität, Öllagerkapazität und Ausweitung der Abfülltechnik und deren Kapazität.

Durch die Weiterentwicklung der Schäl- und Aufbereitungsanlagen planen wir Ausweitungen der Wertschöpfungen.

Ergebnisprognose 2024

Allerdings ist sicherlich für das Wirtschaftsjahr 2024 mit einem immer noch etwas gedämpften ökologischen Absatz zu rechnen. Wir können auch mit den schwächeren Aussichten einen Ertragszuwachs prognostizieren. Der Unternehmenserfolg in 2024 soll 25 bis 30 Prozent über dem Ergebnis 2023 sein.

Obwohl die Stimmen der Politik von 30/30 (bis 2030 ca. 30 Prozent biologischer Landbau) deutlich verstummt sind, gehen wir weiterhin von einem Biowachstum aus. Allerdings wird dieser nicht mehr, wie während der Corona-Jahre, 20 Prozent oder 30 Prozent pro Jahr betragen.

V. Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen

Die dreher bio gmbh handelt und verarbeitet seit der Gründung ausschließlich Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau. Dieser Sachverhalt trägt bereits sehr zur Nachhaltigkeit des Unternehmens bei.

Darüber hinaus gibt es jetzt schon eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit, wie z.B. der konsequente Bezug von 100 Prozent Öko-Strom. Hierdurch werden jährlich ca. 390-400 to CO 2 eingespart. Der Strategiewechsel aus dem Jahr 2014, den Bezug von überregionalen, überwiegend osteuropäischen Rohstoffen, auf Ware aus Deutschland und angrenzende Länder umzustellen, ist weit vorangeschritten. Zwischenzeitlich kommen ca. über 68 Prozent der gehandelten und verarbeiteten, biologischen Rohstoffe aus Deutschland. Dieses Ziel wird auch in den kommenden Jahren konsequent weiterentwickelt.

Mit der Mehrheitsbeteiligung der dreher food gmbh an der Bioprodukte Vogtland GmbH kann das Unternehmen nicht nur im süddeutschen Raum, sondern auch im Osten Deutschlands und dem nahen Tschechien regional und standortnah neue Lieferketten und Handelsbeziehungen führen und erweitern. Dies reduziert den CO 2 -Ausstoß erheblich, müssen die in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und auch Tschechien angebauten Saaten zur Verarbeitung nicht extra nach Süddeutschland transportiert werden. Bei einer durchschnittlichen Entfernung von etwa 450 km zwischen Wangen im Allgäu und den Anbaugebieten im ostdeutschen Raum sowie Tschechien lassen sich pro LKW bei einer Beladung mit 25 Tonnen etwa 525 kg CO 2 einsparen. Die aktuell errechnete CO 2 Einsparung liegt bei knapp 200 Tonnen pro Jahr.

Ein kleiner Beitrag zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes leistet auch der Fuhrpark. Durch den Kauf von Hybrid- und auch Elektrofahrzeugen werden pro Jahr 6 to CO 2 eingespart.

Die dreher bio gmbh bezieht schon seit geraumer Zeit 100 Prozent Ökostrom. Um etwas unabhängiger von den großen Stromerzeugern zu werden und eigenen, emissionsfreien Strom zu produzieren, hat das Unternehmen im Jahre 2022 eine 500 kWp Photovoltaikanlage installieren lassen. Damit ist die Gesellschaft in der Lage, 25 bis 38 Prozent des benötigten Stroms selbst zu produzieren. Dies ist natürlich aus Nachhaltigkeitsaspekten sinnvoll, ist aber auch angesichts der immens gestiegenen Energiepreise von Vorteil.

Darüber hinaus ist für 2028 eine Nachhaltigkeitszertifizierung geplant. Der Standard Deutscher Nachhaltigkeitsindex (DNK) ist aus heutiger Sicht ein gut geeigneter Berichtsstandard für kleine mittelständische Unternehmen in der Lebensmittelbranche.

 

Wangen im Allgäu, 21. März 2024

Berthold Dreher

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 5.811.346,35 6.046.038,61
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5.058,00 10.629,00
II. Sachanlagen 5.780.788,35 6.010.409,61
III. Finanzanlagen 25.500,00 25.000,00
B. Umlaufvermögen 7.815.641,53 9.722.941,95
I. Vorräte 5.115.693,23 7.128.199,70
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 222.845,60
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.568.030,49 2.586.520,43
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 131.917,81 8.221,82
C. Rechnungsabgrenzungsposten 21.466,95 23.303,80
Aktiva 13.648.454,83 15.792.284,36

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 3.299.850,62 3.114.023,47
I. Gezeichnetes Kapital 325.000,00 325.000,00
II. Kapitalrücklage 478.988,50 478.988,50
III. Gewinnvortrag 1.960.034,97 1.305.767,99
IV. Jahresüberschuss 535.827,15 1.004.266,98
B. Einlagen stiller Gesellschafter 350.000,00
C. Rückstellungen 588.901,96 750.240,57
D. Verbindlichkeiten 9.319.936,75 11.827.152,82
E. Rechnungsabgrenzungsposten 19.247,50 24.620,50
F. Passive latente Steuern 70.518,00 76.247,00
Passiva 13.648.454,83 15.792.284,36

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 6.658.435,65 7.923.142,20
2. Personalaufwand 1.667.174,29 1.868.351,77
a) Löhne und Gehälter 1.407.642,22 1.565.241,25
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 259.532,07 303.110,52
davon für Altersversorgung 606,60 4.650,96
3. Abschreibungen 475.821,57 437.833,44
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 475.821,57 437.833,44
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.350.981,75 3.941.232,47
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 15.873,16 2.673,97
davon Erträge aus Abzinsung 84,00
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 419.363,15 258.357,94
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 224.623,95 413.204,68
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 5.729,00 5.728,00
8. Ergebnis nach Steuern 536.344,10 1.006.835,87
9. sonstige Steuern -108,74 2.568,89
10. aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 625,69
11. Jahresüberschuss 535.827,15 1.004.266,98

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften aufgestellt. Für die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Gliederungsschemata nach § 266 HGB und 275 HGB (hier: Gesamtkostenverfahren) verwendet.

1. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: dreher bio gmbh
Firmensitz laut Registergericht: Wangen im Allgäu
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Ulm
Register-Nr.: 729725

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nennwerten am Bilanzstichtag bilanziert.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden entsprechend § 256a HGB bilanziert.

Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden Ausgaben und Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit diese Aufwand und Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden.

Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt.

3. Angaben zur Bilanz

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.059,55 0,00 7.050,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 45.000,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 104.059,55 0,00 7.050,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.321.909,06 4.653,69 0,00
2. technische Anlagen und Maschinen 4.424.691,23 9.521,55 0,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 792.031,80 163.414,18 23.856,12
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 436.921,06 63.041,89 0,00
Summe Sachanlagen 7.975.553,15 240.631,31 23.856,12
III. Finanzanlagen
Genossenschaftsanteile 25.000,00 500,00 0,00
Summe Finanzanlagen 25.000,00 500,00 0,00
Summe Anlagevermögen 8.104.612,70 241.131,31 30.906,12
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 52.009,55
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 45.000,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 97.009,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 2.326.562,75
2. technische Anlagen und Maschinen 446.754,15 4.880.966,93
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 931.589,86
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -446.754,15 53.208,80
Summe Sachanlagen 0,00 8.192.328,34
III. Finanzanlagen
Genossenschaftsanteile 0,00 25.500,00
Summe Finanzanlagen 0,00 25.500,00
Summe Anlagevermögen 0,00 8.314.837,89
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 48.430,55 5.569,00 7.048,00 0,00 46.951,55
2. Geschäfts- oder Firmenwert 45.000,00 0,00 0,00 0,00 45.000,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 93.430,55 5.569,00 7.048,00 0,00 91.951,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 181.392,51 33.364,69 0,00 0,00 214.757,20
2. technische Anlagen und Maschinen 1.419.998,23 292.804,70 0,00 0,00 1.712.802,93
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 363.752,80 144.083,18 23.856,12 0,00 483.979,86
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 1.965.143,54 470.252,57 23.856,12 0,00 2.411.539,99
III. Finanzanlagen
Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 2.058.574,09 475.821,57 30.904,12 0,00 2.503.491,54
Zuschreibung Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 5.058,00 10.629,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 5.058,00 10.629,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 2.111.805,55 2.140.516,55
2. technische Anlagen und Maschinen 0,00 3.168.164,00 3.004.693,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 447.610,00 428.279,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 53.208,80 436.921,06
Summe Sachanlagen 0,00 5.780.788,35 6.010.409,61
III. Finanzanlagen
Genossenschaftsanteile 0,00 25.500,00 25.000,00
Summe Finanzanlagen 0,00 25.500,00 25.000,00
Summe Anlagevermögen 0,00 5.811.346,35 6.046.038,61

Betrag der Forderungen mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr

Die sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr betragen 3.515,50 EUR (Vorjahr: 5.799,51 EUR).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setezen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Ausstehende Rechnungen 146,7
Jahresabschluss, Prüfung, Offenlegung 25,0
Rückbauverpflichtungen 30,6
Aufbewahrungspflichten 19,5
Personalkosten 117,1
Summe 338,9

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten und Sicherungsrechte

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren beträgt 1.286.930,71 EUR (Vorjahr: 1.441.595,55 EUR).

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt 1.310.120,00 EUR.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten unterliegen teilweise geschäftsüblichen Eigentumsvorbehalten.

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2023 TEUR bis 1 J.
TEUR
1 bis 5 J.
TEUR
größer 5 J.
TEUR
gegenüber Kreditinstituten 5.864,2 4.101,1 564,2 1.198,9
aus Lieferungen und Leistungen 2.299,8 2.299,8 0,0 0,0
gegenüber verbundenen Unternehmen 36,9 36,9 0,0 0,0
sonstige Verbindlichkeiten 1.119,1 459,7 571,4 88,0
Summe 9.320,0 6.897,5 1.135,6 1.286,9

Latente Steuern

Der Saldo der latenten Steuern am Ende des Geschäftsjahres beträgt 70.518,00 EUR.

Im Laufe des Geschäftsjahres hat sich der Saldo der latenten Steuern um 5.729,00 EUR reduziert.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Die Gesellschaft hat für Bankverbindlichkeiten der Schwestergesellschaft Bioprodukte Vogtland GmbH eine gesamtschuldnerische Haftung für einen Kontokorrentkredit zur Vorfinanzierung eine Investitionszuschusses in Höhe von maximal 400.000,00 EUR übernommen. Dieser Kontokorrentkredit warzum 31.12.2023 in Höhe von 154.332,50 EUR ausgenutzt.

Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht bilanzierte sonstige Verpflichtungen bestehen aus Mietverträgen für unbewegliches Anlagevermögen mit einer jährlichen Verpflichtung von 147.600,00 EUR (Vorjahr: 99.600,00 EUR) und aus Leasingverträgen für bewegliches Anlagevermögen mit einer jährlichen Verpflichtung von 17.418,84 EUR (Vorjahr: 27.894,48 EUR).

4. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 11
Angestellte 18
leitende Angestellte 3
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 32
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 24
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 8

Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch Herrn Berthold Dreher, ausgeübter Beruf: Kaufmann, geführt.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor:

Der Jahresüberschuss in Höhe von 535.827,15 EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Wangen im Allgäu, 21.03.2024

Berthold Dreher

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 26.03.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die dreher bio gmbh Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der dreher bio gmbh - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der dreher bio gmbh für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt ,,Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IOW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

Vorstehenden Prüfungsbericht erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (IDW PS 450 n.F. (10.2021)).

 

München, 21. März 2024

HSL GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bertram Schmidt, Wirtschaftsprüfer

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