Stammdaten

Register
Amtsgericht Osnabrück HRB 211897
Vorher
AGROCOM Verwaltungs GmbHCLAAS Agrosystems Verwaltungs GmbHCLAAS E-Systems Verwaltungs GmbH
Eingetragen
21.8.1998
Branche
Herstellung von land- und forstwirtschaftlichen MaschinenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Maschinen und GerätenHerstellung von Geräten und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Kommunikationstechnologiesystemen, Lenksystemen, Datenmanagementlösungen, Automatisierungssystemen, Technologiearchitekturen und Elektronikkomponenten, vornehmlich für Landmaschinen, sowie die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Präzisionslandwirtschaftstechnologie und Agrarsoftware und die Erbringung von Agrardienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Klaus-Theo Reimann
seit 8.12.2023
Prokura
Hendrik-Peter Dr. Horn
seit 17.11.2022
Prokura
Emmanuel Dr. Siregar
seit 14.8.2018
Prokura
Stephan Vormbrock
seit 26.10.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Claas Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Claas Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH

Harsewinkel

Konzernabschluss zum 30.09.2022

Bericht des Aufsichtsrats

der CLAAS KGaA mbH

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat der CLAAS KGaA mbH hat im Geschäftsjahr 2022 auf seinen turnusmäßigen Sitzungen die Geschäftsentwicklung und Risikolage des Unternehmens beobachtet und analysiert. Als Vorlagen dienten Berichte der Konzernleitung über die strategische Ausrichtung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen sowie die operativen Entscheidungen in der Gruppe. In zwei Sitzungen sind die Berichte entgegengenommen bzw. zur Beschlussfassung des Aufsichtsrats herangezogen worden.

Zu den Schwerpunkten der Beratungen im Aufsichtsrat gehörten die Umsatz- und Ergebnisvorausschau sowie der Geschäftsverlauf, verglichen mit den internen Schätzungen, ferner die Entgegennahme der Berichte der Abschlussprüfer und die Prüfung der Jahresabschlüsse der CLAAS KGaA mbH und der CLAAS Gruppe sowie die Planungen für das Jahr 2023 und die Mittelfristplanung.

Der Aufsichtsrat befasste sich ferner mit der Aktualisierung der CLAAS Gruppenstrategie und den zunehmenden wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen, insbesondere den Anspannungen in den globalen Lieferketten, den Auswirkungen der Energiekrise sowie den Folgen der Inflation.

Der Aufsichtsrat nahm außerdem einen Bericht zum Risikomanagement der CLAAS Gruppe entgegen.

Dem Aufsichtsrat gehören als Vertreter der Anteilseigner an: Frau Cathrina Claas-Mühlhäuser (Vorsitzende), Herr Carl-Albrecht Bartmer, Herr Dr. Patrick Claas, Herr Rüdiger Claas (ab Juni 2022), Herr Christian Boehringer, Herr Gerd Peskes (bis Februar 2022) und Herr Dr. Thomas Toepfer (ab Februar 2022). Als Arbeitnehmervertreter gehören dem Aufsichtsrat an: Herr Dirk Mallon, Frau Tanja Goritschan (stellv. Vorsitzende), Frau Sabine Sasserath, Herr Konrad Jablonski, Herr Rainer Straube und Herr Dr. Alexander Pfohl.

Der Jahresabschluss der CLAAS KGaA mbH und der Konzernabschluss der CLAAS Gruppe zum 30. September 2022 sowie die Lageberichte der CLAAS KGaA mbH und des Konzerns sind von der durch die Hauptversammlung am 13. Januar 2022 gewählten und vom Aufsichtsrat beauftragten Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk vom 24. November 2022 versehen worden.

Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und die Lageberichte sowie der Gewinnverwendungsvorschlag sind nach ihrer Aufstellung dem Aufsichtsrat ausgehändigt worden. Diese Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben den Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 7. Dezember 2022 in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt.

Danach fasste der Aufsichtsrat folgenden Beschluss:

Der Aufsichtsrat stimmt nach eigener Prüfung dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Einwendungen sind, nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung, nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat billigt damit den Konzernabschluss. Er empfiehlt den Gesellschaftern, den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2021 / 2022 der CLAAS KGaA mbH so festzustellen, und schließt sich dem vorgelegten Gewinnverwendungsvorschlag der Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin an.

Der Aufsichtsrat dankt der Konzernleitung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das hohe persönliche Engagement im Geschäftsjahr 2022, in dem unter den besonderen Herausforderungen durch die Beeinträchtigung der Lieferketten und der andauernden COVID-19-Pandemie die sich bietenden Chancen aus der globalen Marktentwicklung wahrgenommen werden konnten. Die Absicherung der Lieferketten sowie die Verbesserung der Profitabilität in allen Unternehmensbereichen sind strategische Prioritäten für das kommende Geschäftsjahr.

 

Harsewinkel, 7. Dezember 2022

Der Aufsichtsrat

Cathrina Claas-Mühlhäuser, Vorsitzende

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die CLAAS Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der CLAAS Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH, Harsewinkel, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022, der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der CLAAS Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Mitarbeitende" Unterabschnitt "Frauen in Führungspositionen" des Konzernlageberichts enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Konzernerklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) im Abschnitt "Mitarbeitende" Unterabschnitt "Frauen in Führungspositionen" im Konzernlagebericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, 24. November 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Janze, Wirtschaftsprüfer

Heinrichson, Wirtschaftsprüfer

Konzernlagebericht und Konzernabschluss zum 30. September 2022

Unsere Strategie

CLAAS kommt aus der Landwirtschaft und ist dort tief verwurzelt. Um wie unsere Kunden weiterhin nachhaltig und ertragreich wachsen zu können, haben wir in den letzten zwei Jahren das Unternehmensleitbild und die Strategie von CLAAS überarbeitet.

Gemeinsam wachsen

Unsere Vision stellt unsere Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns. Wir möchten sie bestmöglich dabei unterstützen, erfolgreich zu sein und ihre Betriebe zu optimalen Ergebnissen zu führen.

Unsere Mission beschreibt den Weg, auf dem wir unsere Vision und unser langfristiges Ziel erreichen wollen. Wir möchten leidenschaftliche Menschen, brillante Ideen und hochentwickelte Technologien kombinieren, um einen echten Mehrwert für Landwirte und Lohnunternehmer zu bieten.

Ziel ist es, unsere Unabhängigkeit als Familienunternehmen zu sichern und mit unseren Kunden nachhaltig und ertragreich zu wachsen.

Mit klarem Wertekompass

Für unser Unternehmensleitbild haben wir Grundsätze und Werte herausgearbeitet, an die wir glauben und für die unsere Marke steht. Dabei sind sie nicht nur ein Anspruch, sondern bereits gelebte Wirklichkeit in unserem täglichen Tun. Doch wir sind uns bewusst, dass es nichts gibt, was nicht noch verbessert werden kann.

Wir streben nach Exzellenz und Nähe zu unseren Kunden. Wir teilen ihre Leidenschaft für Landwirtschaft und liefern komfortable, intuitive Lösungen und Innovationen.

Wir denken und handeln unternehmerisch. Dies umfasst nicht nur die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch Aufrichtigkeit und Integrität - so möchten wir mit Menschen umgehen.

Wir sind ein Familienunternehmen und unsere stärkste Motivation ist die immer bessere Lösung.

Ausbau des Kerngeschäfts und technisch neue Wege gehen

Unser strategischer Plan umfasst mehrere globale Initiativen unter Einsatz neuer Technologien, die den Ausbau unseres Kerngeschäfts vorantreiben. Dabei richten wir uns noch stärker auf die Zufriedenheit unserer Kunden aus und verbinden das mit konkreten Wachstums- und Ergebniszielen. Zur Umsetzung haben wir mehrere strategische Programme gestartet, deren ambitionierte Ziele wir bis 2025 erreichen wollen. Im geographischen Fokus steht neben unseren Kernmärkten vor allem Nordamerika.

Mit dem neuen LEXION und der Einführung des TRION in der mittleren Mähdrescherklasse haben wir innerhalb von nur zwei Jahren wesentliche Elemente unseres Produktportfolios in der Erntetechnik erneuert und damit ein Fundament für die Zukunft gelegt. Im letzten Geschäftsjahr wurden zusätzlich neue CEMOS Automatikfunktionen entwickelt.

Nach der Einführung von CEMOS für Traktoren im Geschäftsjahr 2020 wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Terranimo ® eine Funktion für besonders bodenschonende Feldarbeit für den Traktor hinzugefügt. Gemeinsam mit der Reifendruckregelanlage CTIC und dem CLAAS POWER MANAGEMENT wurden maßgebliche Leistungssteigerungen erreicht. Das Stage V Update des ARION 400 mit neuem Topmodell realisierte darüber hinaus Verbesserungen in den Bereichen Hubkraft und Nutzlast. CLAAS Tractor S.A.S. in Le Mans / Frankreich verfügt über eine hochmoderne "Zukunftsfabrik", die branchenweit neue Maßstäbe in der Produktion setzt. Ziel ist eine stärkere Marktdurchdringung sowie Wachstum in neuen Märkten.

Der Service- und Ersatzteilbereich steht in den strategischen Programmen besonders im Fokus, damit sich unsere Kunden auch nach dem Kauf einer Maschine auf CLAAS als Partner verlassen können. Neue digitale Systeme bei CLAAS und beim Händler zur besseren Analyse des Kundenbedarfs sowie zur effizienteren Planung der Ressourcen vor Ort und schnelleren Logistik zielen auf eine deutliche Leistungssteigerung, die sofort dem Kunden zugutekommt. Mit der SILVER LINE werden ältere CLAAS Maschinen noch umfassender durch eine neue Ersatzteil-Produktlinie unterstützt. Durchgehende Schulungen und eine noch bessere Ausbildung der im Service tätigen Mitarbeitenden spielen dabei eine ebenso große Rolle. Dieses ist ein klares Differenzierungsmerkmal für den CLAAS Service.

Neue Technologien halten in allen Bereichen Einzug, in den Produkten wie in den Prozessen. Die vier wichtigsten Technologiefelder der Zukunft sind für CLAAS Digitalisierung, Autonomie, alternative Antriebe und Smart Farming. Mit 365FarmNet als herstellerübergreifender Plattform für das Farm Management und DataConnect als offener Datenschnittstelle für das Flottenmanagement wurden bereits wichtige Schritte gesetzt. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der AgXeed B. V. in Venray / Niederlande im Bereich der Autonomie bereitet CLAAS überdies auf wichtige Zukunftstechnologien vor.

Den Kunden im Blick

Der Austausch mit unseren Händlern und Kunden ist und bleibt das wichtigste Instrument, um echten Mehrwert zu schaffen und gemeinsam zu wachsen. Hier werden wir von immer besseren technischen Möglichkeiten dabei unterstützt, flächendeckendes Kundenfeedback einzuholen und zeitnahe Rückmeldungen zu gewährleisten. Dieser Prozess ist zentral für unser Handeln.

Branchenentwicklung

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen kühlten sich besonders zu Beginn des Geschäftsjahres deutlich ab. Gründe dafür waren zunächst die Omikron-Variante des Coronavirus und die damit verbundenen politischen Reaktionen. Dabei war unter anderem die Zero-Covid-Politik Chinas ausschlaggebend, die dort zu wiederholten Lockdowns und in der Folge zu Verwerfungen in den globalen Lieferketten führte. Das Konjunkturklima sank erneut deutlich nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Der IWF korrigierte daher in mehreren Schritten seine globale Wachstumsprognose für 2022 von 4,9% am Anfang des Geschäftsjahres auf 3,2% im Sommer (Vorjahr: 6,0%). Die OECD zeigte sich noch pessimistischer und prognostizierte ein Wachstum von nur 3,0%.

Die wirtschaftliche Abkühlung war dabei geprägt von stark angespannten Lieferketten, kriegsbedingt deutlich erhöhten Energie- und Lebensmittelpreisen sowie global anziehenden Inflationsraten. Eine nach wie vor starke gesamtwirtschaftliche Nachfrage und ein durch die genannten Effekte knappes Angebot führten dazu, dass sich die Rohstoffpreise weiterhin deutlich oberhalb des langjährigen Mittels bewegten. Sowohl Getreide- als auch Rohölpreise erreichten Rekordniveaus, bevor die Kurse im Frühsommer auf hohem Niveau leicht nachgaben. Durch die erhöhten Getreidepreise und die ausbleibenden Getreideexporte aus der Schwarzmeerregion verschlechterte sich die Ernährungssituation in vielen afrikanischen und nahöstlichen Staaten.

Neben den Einkommenssteigerungen durch höhere Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel schlugen für die Landwirtschaft allerdings höhere Preise für Vorleistungsgüter wie z.B. Düngemittel negativ zu Buche. Auch für die Industrie verteuerten sich überdies wichtige Inputs wie Strom und Gas. Der Rohölpreis notierte bis in den Juli hinein oberhalb der 100-US-Dollar-Marke und belastete über höhere Dieselkosten die Agrarbranche.

Die Erholung des internationalen Maschinenbaus setzte sich zunächst im abgelaufenen Geschäftsjahr fort, wurde allerdings zunehmend durch Lieferprobleme und schließlich den Krieg in der Ukraine abgeschwächt. Zuletzt ging Oxford Economics in seinem Basisszenario 2022 von der Veränderung der Zinslandschaft und einem Wachstum von 4% aus - ein Wiederaufleben der Pandemie würde dies deutlich abschwächen.

Die globale Landtechnikindustrie (inklusive Kommunal-, Forst- und Gartentechnik) erreicht nach Schätzungen des VDMA im Jahr 2022 ein Rekordmarktvolumen von etwa 140 Mrd. € und legt damit nach starkem Wachstum 2021 real um voraussichtlich 5% zu. Der Anstieg wurde dabei trotz anhaltend starker Nachfrage vielfach aufgrund von Lieferengpässen ausgebremst.

Im Erntejahr 2021 / 22 überstieg die globale Getreideproduktion (inklusive Reis) laut dem US Department of Agriculture (USDA) mit 2.799 Mio. Tonnen das Vorjahresniveau um 2,7%. Die Weizenproduktion lag 2021 / 22 bei 780 Mio. Tonnen und konnte damit zwar den Rekordwert aus dem Vorjahr übertreffen. Allerdings führte der noch stärker wachsende Konsum zu sinkenden Lagerbeständen (- 5,0%). Die Maisbestände konnten hingegen durch eine Rekordproduktion von 1.217 Mio. Tonnen erhöht werden (+ 4,9%), nachdem sie im Vorjahr spürbar nachgegeben hatten (- 4,4%). Die Sojaernte fiel nach anfänglich hohen Erwartungen ernüchternd aus und sank um 3,5% auf 356 Mio. Tonnen.

Regionale Branchenentwicklungen

In Europa wurde im Erntejahr 2021 / 22 mit 138 Mio. Tonnen Weizen (+ 9,2%) und 71 Mio. Tonnen Mais (+ 5,2%) eine durchschnittliche Ernte eingefahren. Agrarpolitisch blieb die Situation in Anbetracht der mit dem European Green Deal verbundenen Umweltauflagen unsicher. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wurden Auflagen in Bezug auf die Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzflächen und die Fruchtfolge für 2023 ausgesetzt, um die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen und damit der sich zuspitzenden globalen Ernährungskrise Rechnung zu tragen.

In Nordamerika erhöhte sich vor allem die Produktion von Mais (+ 6,7%) und Soja (+ 5,9%), während Weizen jedoch schwach abschnitt (- 21,2%). In den USA waren 2022 die Agrarsubventionen nach Rekordzahlungen im Wahljahr 2020 weiter rückläufig.

In Südamerika belastete in den ersten Monaten des Kalenderjahres eine anhaltende Dürre besonders die Sojaernte in wichtigen Produktionsländern wie Brasilien und Argentinien, aber auch in Paraguay - unterjährig korrigierte das USDA seine Schätzungen stellenweise sogar um bis zu 60% nach unten. Der Mais erwies sich hingegen als robust.

In Russland gab die Weizenproduktion nach anfangs positiveren Aussichten erheblich nach (- 11,9%), wenngleich sie sich auch 2022 mit 75 Mio. Tonnen noch oberhalb des langjährigen Mittels bewegte. In der Ukraine entstand durch den Krieg unterjährig erhebliche Unsicherheit bei der Ernteschätzung. Im Erntejahr 2021 / 22 wurden sowohl bei Weizen als auch beim Mais Rekordernten eingefahren, allerdings geriet der Getreideexport ab Februar durch die Blockade der Schwarzmeerhäfen erheblich ins Stocken. Entsprechend entwickelten die inländischen Lagerbestände historische Höchststände, die erst durch Wiederaufnahme der Verschiffung im Sommer in einem weiterhin sehr unsicheren Umfeld nur schleppend reduziert werden konnten.

Im asiatischen Raum konnte die landwirtschaftliche Produktion sowohl in China als auch in Indien weiter ausgebaut werden: Die Ernte wuchs feldfruchtübergreifend.

Bedingt durch das starke Erntejahr und vor allem in der ersten Geschäftsjahreshälfte günstige Finanzierungsbedingungen sah sich der Landtechnikmarkt 2022 mit einer weiterhin starken Nachfrage konfrontiert und entwickelte sich trotz erheblicher angebotsseitiger Störungen weitestgehend positiv. Besonders im Fokus stand dabei der deutlich wachsende Markt in Südamerika. In Nordamerika wurde ein robustes Wachstum verzeichnet und auch in Europa stiegen die Umsätze weiter an, auch wenn die Dynamik hinter der Entwicklung des Jahres 2021 zurückblieb. In Russland hingegen brach der Markt durch Sanktionen und Boykottmaßnahmen zeitweise ein. In China wuchs der Markt für Landtechnik, während er in Indien zurückging.

Ertragslage

Umsatzerlöse nach Regionen ↗ 1

Die CLAAS Gruppe erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 4.925,5 Mio. € und somit 2,7% mehr als im Vorjahr. Trotz der großen Herausforderungen aufgrund von Lieferengpässen bei wichtigen Bauteilen konnte CLAAS den Großteil der Kundenaufträge bedienen und einen Umsatzanstieg verzeichnen. In den CLAAS Kernmärkten entwickelte sich der Umsatz zum größten Teil positiv. Die Veränderung bedeutender Währungskurse, wie des US-Dollars oder des russischen Rubels, hatte dabei einen positiven Einfluss auf den Umsatz, ebenso wie unterjährige Preiserhöhungen bei einzelnen Produktgruppen. Der im Ausland erzielte Umsatzanteil lag bei 80,3%, nach 80,6% im Vorjahr.

1 - Umsatzerlöse nach Regionen
in Mio. € / in % im Vergleich zum Vorjahr

Die Umsatzerlöse in Deutschland lagen bei 972,6 Mio. €, nach 931,8 Mio. € im Vorjahr. Der Umsatzanstieg resultierte überwiegend aus dem Absatz von Feldhäckslern und dem Service- und Ersatzteilgeschäft. Zudem konnte der Umsatz im Bereich der Futtererntemaschinen sowie der Teleskop- und Radlader gesteigert werden.

Die in Frankreich erzielten Umsatzerlöse entwickelten sich rückläufig von 827,6 Mio. € im Vorjahr auf 803,6 Mio. €. Der Umsatzrückgang stammt aus Lieferverzögerungen und somit zeitlich verschobenem Absatz von Neumaschinen, insbesondere Mähdreschern und Traktoren, in das kommende Geschäftsjahr. Das Geschäft mit dem Service sowie Ersatz- und Zubehörteilen entwickelte sich positiv.

Der Umsatz in den übrigen westeuropäischen Ländern sank insgesamt auf 881,2 Mio. € (Vorjahr: 963,0 Mio. €). Insbesondere in Spanien, Österreich und Großbritannien sind Umsatzrückgänge aufgrund von Lieferverzögerungen zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Nachfrage nach CLAAS Produkten vor allem in den skandinavischen Ländern sehr positiv entwickelt.

Die Umsatzerlöse in der Region Zentral- und Osteuropa lagen mit 1.071,4 Mio. € um 5,7% unter dem Vorjahresstand von 1.136,2 Mio. €. Infolge des Kriegs waren vor allem die Umsätze in der Ukraine und Russland seit Mitte Februar stark rückläufig. Ähnlich wie im Vorjahr konnten hohe Umsätze in Polen, Rumänien, dem Baltikum und Ungarn verzeichnet werden.

In Nord- und Südamerika entwickelten sich die Umsatzerlöse äußerst positiv und stiegen um 35,1% auf 851,0 Mio. €. Wesentliche Zuwächse konnten in Nordamerika durch den Neumaschinenumsatz mit Mähdreschern, Feldhäckslern und Traktoren verzeichnet werden. Trotz der anhaltend schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in Argentinien konnte der Umsatz auch dort weiter gesteigert werden.

Die Umsatzerlöse in den übrigen außereuropäischen Ländern lagen mit 345,7 Mio. € um 11,8% über dem Vorjahresniveau (309,3 Mio. €). Umsatzstärkste Länder waren China, Australien und Neuseeland.

Ergebnis ↗ 2

Das Bruttoergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um 101,9 Mio. €, was mit einem Rückgang der Bruttoergebnismarge von 22,1% auf nunmehr 19,5% einherging. Der deutliche Rückgang des Bruttoergebnisses ist vor allem auf gestiegene Einstandspreise für Materialien, Teile und Komponenten zurückzuführen, ausgelöst durch die hohe Inflation und eine Verknappungssituation auf der Lieferantenseite. Zudem hat CLAAS hohe Ausgaben getätigt, um den Kunden, passend zum Beginn der Sommerernte, die bestellten Maschinen oder alternativ Miet- oder Gebrauchtmaschinen zur Verfügung zu stellen.

Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sind gegenüber dem Vorjahr angestiegen, allerdings nur leicht überproportional zum Umsatz. Gestiegenen Aufwendungen für Digitalisierungsprojekte standen geringere Aufwendungen für Marketing und Kommunikation gegenüber. Zu einem Anstieg kam es auch bei Dienstreisen und Bewirtungskosten, die coronabedingt von einem niedrigen Niveau kamen.

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erreichten einen neuen Höchstwert in der Geschichte von CLAAS. Sie umfassten die Weiterentwicklung und Erneuerung von Erntemaschinen und Traktoren, Investitionen in die Elektronikarchitektur zur Maschinensteuerung und -vernetzung sowie Aufwendungen für die Digitalisierung von Prozessen in der Landwirtschaft. Weitere Informationen sind in dem Abschnitt "Forschung und Entwicklung" enthalten.

2 - Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 4.925,5 4.797,8 127,7
Umsatzkosten - 3.967,1 - 3.737,5 -229,6
Bruttoergebnis vom Umsatz 958,4 1.060,3 - 101,9
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten - 497,2 - 474,3 - 22,9
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen - 256,4 - 251,9 - 4,5
Sonstiges betriebliches Ergebnis - 7,7 32,8 -40,5
Betriebliches Ergebnis 197,1 366,9 -169,8
Beteiligungsergebnis 21,6 22,1 - 0,5
Finanzergebnis - 52,4 - 31,9 - 20,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 166,3 357,1 - 190,8
Konzern-Jahresüberschuss 88,1 272,6 - 184,5

Das sonstige betriebliche Ergebnis verschlechterte sich um 40,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Im aktuellen Geschäftsjahr lagen die sonstigen betrieblichen Erträge mit 140,8 Mio. € über dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 84,2 Mio. € auf 148,5 Mio. €. Grund für den Anstieg sind Wertminderungen nach IAS 36, die sich auf Basis einer Überprüfung der Werthaltigkeit des Vermögensportfolios ergeben haben. Anlass war eine veränderte geopolitische Einschätzung hinsichtlich langfristiger Absatzchancen, Lieferquellen und Lieferketten. Für weitere Informationen zu den Wertminderungen nach IAS 36 siehe Ziffer 14 und 15 im Konzernanhang.

Das Beteiligungsergebnis umfasst hauptsächlich die anteiligen Ergebnisse aus dem Finanzierungs- und Leasinggeschäft der CLAAS Financial Services Gesellschaften und lag auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Rückgang des Finanzergebnisses ist vor allem auf eine deutliche Verschlechterung des Wertpapierergebnisses zurückzuführen. Gesunkene Kurse für Anleihen und Fonds haben das Wertpapierportfolio belastet. Hinzu kamen negative Effekte im Kursergebnis. Ungünstige Translation von Kursentwicklungen gab es insbesondere beim ungarischen Forint und beim russischen Rubel. Gegenläufig hat sich das Zinsergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessert.

Zusammengefasst konnte CLAAS trotz Lieferkettenunterbrechungen und des Kriegs in der Ukraine das operative Ergebnis auf vergleichsweise stabilem Niveau halten. Vor allem aufgrund der angesprochenen Wertminderungen ist das Ergebnis vor Ertragsteuern im Vergleich zum Vorjahr um 190,8 Mio. € auf 166,3 Mio. € gesunken und lag somit deutlich unterhalb unserer ursprünglichen Erwartungen. Diese Ergebnisverschlechterung war im Wesentlichen nicht liquiditätswirksam.

Finanzlage

Liquidität ↗ 3

Zum Bilanzstichtag verfügte die CLAAS Gruppe über eine Liquidität in Höhe von 1.041,8 Mio. € nach 1.237,9 Mio. € im Vorjahr. Sie wird überwiegend in Termingeldern, geldmarktnahen Wertpapieren und Investmentfonds gehalten. Der Rückgang der Liquidität resultierte hauptsächlich aus dem Anstieg des Working Capital um 116,8 Mio. € sowie der Rückzahlung der ersten Tranche der privat platzierten Anleihe in US-Dollar in Höhe von 146,9 Mio. €.

3 -Netto-Liquidität

in Mio. € 30.09.2022 30.09.2021 Veränderung
Liquide Mittel 507,9 539,1 - 31,2
Wertpapiere 533,9 698,8 - 164,9
Liquidität 1.041,8 1.237,9 - 196,1
Finanzschulden * 611,8 757,4 - 145,6
Netto-Liquidität 430,0 480,5 - 50,5

* Ohne derivative Finanzinstrumente.

Finanzschulden und Kreditlinien

Die größten Einzelposten innerhalb der Finanzschulden waren die verbliebene Tranche aus der im Jahr 2012 privat platzierten Anleihe in US-Dollar, ein in Euro begebenes Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2015 und ein im Jahr 2020 ebenfalls in Euro begebenes Schuldscheindarlehen mit insgesamt vier Tranchen. Durch die überproportionale Reduzierung der liquiden Mittel und Wertpapiere im Vergleich zu den Finanzschulden kam es zu einer Verschlechterung der Nettoliquidität um 50,5 Mio. €.

Der CLAAS Gruppe standen am Bilanzstichtag zur allgemeinen Finanzierung Kreditlinien bei Banken im Gesamtvolumen von 826,4 Mio. € zur Verfügung, darunter ein flexibel nutzbarer Konsortialkredit ("Syndicated Loan"), welcher im Berichtsjahr auf 500 Mio. € erhöht wurde. Von den zur Verfügung stehenden Linien wurden 787,0 Mio. € nicht in Anspruch genommen.

Für weitere Informationen zu den Finanzschulden und zu den Aufgaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 25 und 35 im Konzernanhang.

Außerbilanzielle Maßnahmen

Als außerbilanzielle Finanzierungsmaßnahme werden im Rahmen des Asset-backed securitization Programms (ABS-Programm) revolvierend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine Zweckgesellschaft verkauft. Bedingt durch den für die Landtechnikbranche typischen saisonalen Geschäftsverlauf ergibt sich unterjährig ein substanzieller Finanzmittelbedarf. Die zum Geschäftsjahresende relativ geringe Kapitalbindung führt im Working Capital üblicherweise zu einem hohen Liquiditätsbestand. Mithilfe des ABS-Programms können diese saisonal bedingten unterjährigen Liquiditätsschwankungen wirksam reduziert werden. Zum 30. September 2022 betrug das Volumen der übertragenen Forderungen 224,4 Mio. € (Vorjahr: 159,8 Mio. €).

Vermögens- und Kapitalstruktur ↗ 4

Die langfristigen Vermögenswerte waren zum Bilanzstichtag zu 193,7% (Vorjahr: 195,2%) durch langfristige Finanzierungsmittel, bestehend aus Eigenkapital und langfristigen Schulden, gedeckt. Die Summe aus langfristigen Vermögenswerten und 50,0% der Vorräte war zu 129,6% (Vorjahr: 146,4%) durch langfristige Finanzierungsmittel gedeckt. Die CLAAS Gruppe verfügt damit unverändert über eine solide Vermögens- und Kapitalstruktur.

4 - Bilanzstruktur

in %

Cashflows ↗ 5

5 - Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Liquide Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres 539,1 524,1 15,0
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 225,5 580,5 - 355,0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -53,6 - 507,3 453,7
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit - 249,2 - 68,2 - 181,0
Wechselkursbedingte Änderungen der liquiden Mittel 46,1 10,0 36,1
Veränderungen der liquiden Mittel - 31,2 15,0 - 46,2
Liquide Mittel am Ende des Geschäftsjahres 507,9 539,1 - 31,2

Der Rückgang des Mittelzuflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit war vor allem auf einen deutlich verminderten Jahresüberschuss zurückzuführen. Negativ wirkte auch der Anstieg des Working Capital.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beinhaltete zu einem wesentlichen Teil den Abfluss aus Sachinvestitionen. Gegenläufig war ein Mittelzufluss aus dem Verkauf von im Vorjahr erworbenen geldmarktnahen Wertpapieren zu verzeichnen.

Der Mittelabfluss aus dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultierte hauptsächlich aus der Rückzahlung der ersten Tranche der privat platzierten Anleihe in US-Dollar, Dividendenzahlungen und der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten.

Die wechselkursbedingten Änderungen der liquiden Mittel fielen stärker positiv aus als in früheren Jahren, vor allem aufgrund der Kursentwicklungen des US-amerikanischen Dollars und des russischen Rubels.

Auf Basis der zuvor beschriebenen Einflüsse entwickelte sich der Free Cashflow wie folgt: ↗ 6

6 - Free Cashflow

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 225,5 580,5 -355,0
Abzüglich Netto-Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Beteiligungen und Ausleihungen - 203,3 - 199,0 - 4,3
Free Cashflow 22,2 381,5 - 359,3

Sachinvestitionen ↗ 7

Die Sachinvestitionen betrugen im Berichtsjahr 200,6 Mio. €. Die Zugänge umfassten hauptsächlich Investitionen in den Neubau, die Erweiterung und die Modernisierung von Produktions- und Vertriebsstandorten, in innovative Technologien und in neue Produkte. Die Investitionsquote, als Verhältnis der Sachinvestitionen zum Umsatz, betrug 4,1% (Vorjahr: 4,0%).

7 - Sachinvestitionen, Abschreibungen und Wertminderungen
in Mio. €

Am Produktionsstandort in Bad Saulgau / Deutschland ist im letzten Geschäftsjahr ein mehrjähriges Werkstrukturprojekt gestartet. Produktionsanlagen, Werksinfrastruktur und insbesondere die Produktionskapazitäten werden damit an die kontinuierlich steigende Nachfrage und zukünftiges Wachstum angepasst. Aktuell wird der Standort erweitert und eine bestehende Halle mit 5.000 m 2 neu gestaltet, um zusätzliche Montageflächen zu schaffen. Ende 2021 wurde mit den Bauarbeiten an dem neuen Sozialgebäude für die Mitarbeitenden des Standorts begonnen. Im September 2022 konnte das Effizienzgebäude mit einer extensiven Dachbegrünung sowie einer Photovoltaik- und Solaranlage in Betrieb genommen werden.

In Le Mans / Frankreich startete die neue CLAAS Academy im Oktober. Diese wurde vom Standort in Evreux / Frankreich nach Le Mans verlagert, angrenzend an die dortige Traktorenproduktion. Dadurch werden Transport- und Kommunikationswege optimiert und der Austausch mit den Mitarbeitenden des Produktionsstandorts wird gestärkt.

Zusätzlich hat CLAAS Tractor S.A.S. mit dem Kauf eines neuen Grundstücks die Betriebsfläche erweitert. Durch die neuen Lagermöglichkeiten für Maschinen und Teile auf dem Grundstück entstehen weitere Optimierungen in den Prozessen und in der Logistik.

Am Standort von CLAAS Agricultural Machinery (Shandong) Co. Ltd. in Gaomi / China wurden am Ende des letzten Kalenderjahres die Umbauarbeiten des Werksentwicklungsprojekts abgeschlossen. Das erste Teilprojekt waren der Aufbau eines neuen Fördersystems und die Renovierung des Hallenbodens in der Montagelinie zur Verbesserung der Montageinfrastruktur. Mit dem Umbau werden die Arbeitsprozesse am Produktionsstandort nachhaltig verbessert, wodurch der zunehmenden Nachfrage nach CLAAS Mähdreschern im asiatischen Raum Rechnung getragen wird.

Das Projekt zur Erweiterung des automatischen Kleinteilelagers bei der CLAAS Service and Parts GmbH in Hamm / Deutschland wurde weiter fortgesetzt. Mit der Erweiterung der Stellplätze wird die Lagerkapazität für ein weiteres Wachstum des Teilespektrums gesichert und die Verfügbarkeit an Ersatzteilen erhöht. Das Kleinteilelager wurde im November 2022 in Betrieb genommen.

Des Weiteren investiert CLAAS in den Ausbau und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf allen Ebenen der Vertriebsstruktur. Neue Systeme und Anwendungen werden die Kommunikation zwischen CLAAS, Händlern und Kunden weiter verbessern.

Investitionen in die Erprobung und Fertigung neuer Produkte, die im Rahmen des umfangreichen Entwicklungsprogramms getätigt wurden, machten einen bedeutenden Teil der Sachinvestitionen aus.

Am Geschäftsjahresende lagen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 9,7 Mio. € im Zusammenhang mit künftigen Sachinvestitionen vor.

Vermögenslage ↗ 8

8 - Bilanz (Kurzfassung)

Aktiva

in Mio. € 30.09.2022 30.09.2021 Veränderung
Immaterielle Vermögenswerte 318,5 313,5 5,0
Sachanlagen 613,8 612,2 1,6
Nutzungsrechte 89,7 82,6 7,1
At Equity bewertete Anteile 156,3 160,8 - 4,5
Vorräte 1.348,8 926,5 422,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 454,3 441,3 13,0
Liquidität 1.041,8 1.237,9 - 196,1
Sonstige Vermögenswerte 542,9 471,3 71,6
Bilanzsumme 4.566,1 4.246,1 320,0

Passiva

Eigenkapital 1.847,9 1.717,1 130,8
Finanzschulden 611,8 757,4 - 145,6
Rückstellungen 1.085,0 1.132,6 - 47,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 454,1 278,4 175,7
Sonstige Schulden 567,3 360,6 206,7
Bilanzsumme 4.566,1 4.246,1 320,0

Die Konzernbilanzsumme stieg gegenüber den Werten zum 30. September 2021 um 320,0 Mio. € auf 4.566,1 Mio. €. Ein wesentlicher Grund für diesen deutlichen Anstieg war die signifikante Erhöhung der Vorräte auf der Aktivseite. Diese Entwicklung ging einher mit einem Anstieg des Eigenkapitals, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen.

Die immateriellen Vermögenswerte lagen mit 318,5 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Zugänge von Lizenzen in Höhe von 15,3 Mio. € zurückzuführen.

Die Zunahme der Vorräte um 422,3 Mio. € trug maßgeblich zum Anstieg des Working Capital bei. Ursächlich hierfür waren zum einen höhere Lagerbestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, um auf mögliche Lieferengpässe von Zulieferteilen flexibel reagieren zu können. Zum anderen ist der Bestand an unfertigen und fertigen Erzeugnissen um insgesamt 296,6 Mio. € gestiegen. Durch die Einschränkungen bei der Verfügbarkeit einzelner Baugruppen und Teile konnte vor allem bei der Produktgruppe Mähdrescher eine hohe Anzahl an Maschinen nicht fertiggestellt werden. Es ist vorgesehen, dass diese Maschinen in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2023 ausgeliefert werden. Zudem ist auch der Bestand an Neumaschinen, insbesondere im Bereich der Mähdrescher und Feldhäcksler, gestiegen, da einige Maschinen erst kurz vor dem Abschlussstichtag fertiggestellt wurden. Ebenso erhöhte sich der Bestand an Gebrauchtmaschinen und Ersatzteilen.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahmen ebenfalls zu. Der deutliche Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konnte jedoch die höheren Vorräte nicht kompensieren, sodass sich das Working Capital im Saldo um 116,8 Mio. € erhöht hat. Der Anteil des Working Capital an der Bilanzsumme ist dadurch leicht auf 24,3% gestiegen. Die Entwicklung des Working Capital ergab folgendes Bild: ↗ 9

9 - Working Capital

Die sonstigen Vermögenswerte stiegen um 71,6 Mio. € auf nunmehr 542,9 Mio. €. Sie bestehen vor allem aus latenten Steuern, Steuerforderungen und Vermögenswerten im Zusammenhang mit dem ABS-Programm.

Die Veränderung des Eigenkapitals der CLAAS Gruppe umfasst verschiedene, teils gegenläufige Effekte. Während der Jahresüberschuss abzüglich der im laufenden Jahr ausgezahlten Dividende nur einen leicht positiven Einfluss hatte, haben vor allem der deutlich erhöhte Abzinsungssatz für Pensionsrückstellungen und die Umrechnungsdifferenzen von ausländischen Vermögenswerten und Schulden durch den verbesserten Umrechnungskurs des US-Dollars zu positiven Effekten im Eigenkapital geführt. Trotz der gestiegenen Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote auf 40,5% leicht erhöht (Vorjahr: 40,4%).

Der Rückgang der Rückstellungen resultierte aus unterschiedlichen Effekten. Während die sonstigen Rückstellungen um 64,4 Mio. € gestiegen sind, kam es bei den Pensionsrückstellungen zu einem Rückgang um 103,1 Mio. €. Ursächlich dafür war der in dem vorigen Absatz angesprochene erhöhte Diskontierungszinssatz. Die Steuerrückstellungen verminderten sich aufgrund der gegenüber dem Vorjahr verschlechterten Ergebnissituation.

Die sonstigen Schulden beinhalten neben der stillen Beteiligung vor allem Rechnungsabgrenzungsposten, sonstige Steuern und Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen.

Forschung und Entwicklung

Im Berichtsjahr stiegen die Forschungs- und Entwicklungskosten um 6,4% auf 279,1 Mio. €, ↗ 10. Im Mittelpunkt der Tätigkeiten standen neue Modelle sowie die Weiterentwicklung von Erntemaschinen und Traktoren. Investitionen in die Elektronikarchitektur zur Maschinensteuerung und -vernetzung sowie in die Digitalisierung von Prozessen in der Landwirtschaft stellen weiterhin einen nennenswerten Anteil an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten der CLAAS Gruppe dar.

Produktinnovationen

Im Geschäftsjahr 2022 wurde intensiv an der Entwicklung der neuen LEXION Generation 2023 gearbeitet. Diese wird mit der großen TRION Kabine und darüber hinaus mit den MONTANA Modellen, die einen optimalen Hangausgleich über das Fahrwerk ermöglichen, das Produktportfolio ergänzen. Einige LEXION Modelle erhalten zudem eine höhere Motorleistung und größere Korntanks. Die Funktionserweiterung CEMOS CONNECT ermöglicht außerdem die Übertragung optimaler Einstelldaten einer Maschine auf die gesamte Mähdrescherflotte.

Der TRION 740 und der AXION 900 TERRA TRAC wurden in diesem Geschäftsjahr in Omaha / USA vorgestellt und erweitern die amerikanische Produktpalette. Der TRION 740 zeichnet sich durch sein modernes Konzept, gute Druschleistung und -qualität sowie effizienten Kraftstoffverbrauch und eine nutzerfreundliche Bedienung aus. Diese Merkmale erfüllen die Bedürfnisse vieler Landwirte in Nordamerika. Der AXION 900 TERRA TRAC bietet aufgrund seines Komforts, der signifikanten Bodenschonung sowie der hohen Produktivität und Effizienz entscheidende Vorteile. Durch die serienmäßige Vierpunktaufhängung der Fahrerkabine und die vollständig gefederten Raupenlaufwerke ist das Fahrverhalten des Traktors sehr komfortabel.

10 - Forschung und Entwicklung

2022 2021
Forschungs- und Entwicklungskosten in Mio. € 279,1 262,3
Forschungs- und Entwicklungskostenquote in % 5,7 5,5
Aktivierte Entwicklungsleistungen in Mio. € 67,8 53,2
Aktivierungsquote in % 24,3 20,3
Abschreibungen und Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungsprojekte in Mio. € 45,1 42,9
Anteil Mitarbeitende im Bereich Forschung und Entwicklung in der CLAAS Gruppe in % 12,5 12,2
Aktive Patente Anzahl 4.410 4.409

CLAAS führt die Abgasnorm Stage V nun auch im Segment der Schmalspur- und Spezialtraktoren ein. Die NEXOS Baureihen erhalten dabei unter anderem ein neues Getriebe, eine neue Kabine mit flachem Kabinenboden und ein neues Design. Die neue, moderne Optik folgt der 2019 mit dem aktuellen LEXION eingeführten und seitdem auch beim TRION umgesetzten Y-Designsprache. Der Fahrer profitiert, dank der flacheren Bauweise der Motorhaube, von einer verbesserten Sicht nach vorne. Darüber hinaus halten MAXI CARE Optionen der CLAAS Großtraktoren Einzug in das Schmalspursegment.

Mit der neuen VARIANT 500 werden für das Rundballenportfolio mit variabler Presskammer zahlreiche neue Features sowie das für CLAAS typische Y-Design eingeführt. Unter anderem verbessern eine optimierte Pressdruckregelung, ein neues Schneidwerk für die VARIANT HD Modelle sowie größere, bodenschonende Bereifungsoptionen das Produktangebot.

Für LEXION, JAGUAR und die CLAAS Traktoren steht nun ebenfalls das neue CLAAS CEMIS 1200 als Nachfolger des bisherigen Universalterminals S10 zur Verfügung. Neben dem automatisierten Lenken übernimmt es die Online-Dokumentation, ISOBUS und Task-Control-Anwendungen, Section Control und die variable Mengensteuerung. Design, Grafik und Bedienung des 12-Zoll-Multi-Touchscreens orientieren sich dabei am CLAAS CEBIS, wodurch eine einfache und intuitive Bedienung ermöglicht wird.

Nach ersten erfolgreichen gemeinsamen Projekten intensiviert CLAAS die weitere Zusammenarbeit mit dem niederländischen Start-up AgXeed B. V. in Venray / Niederlande zur Entwicklung und Kommerzialisierung autonomer Landmaschinen. Durch die Folgeinvestition sichert sich CLAAS weiteren Zugang zu innovativen Technologien für autonome landwirtschaftliche Maschinen. Gleichzeitig profitiert AgXeed vom internationalen Netzwerk und von der Kompetenz der CLAAS Gruppe vom Bereich der Entwicklung bis hin zum Vertrieb und Service. Bereits im Frühjahr 2022 haben die CLAAS Vertriebsgesellschaft mbH mit Sitz in Herzebrock-Clarholz / Deutschland und AgXeed ein Konzept zur Positionierung von AgXeed in Vertrieb und Service des CLAAS Händlernetzes in Deutschland und der Schweiz erarbeitet. Das Start-up-Unternehmen bietet mit seinen autonomen Traktoren ein intelligentes, nachhaltiges und vollständig autonomes Bewirtschaftungssystem mit skalierbarer Hardware, virtuellen Planungstools und umfassenden Datenmodellen und gehört damit heute zu den führenden Unternehmen auf diesen Gebieten in Europa.

Auszeichnungen

Auf der französischen Fachmesse SIMA wurde die neueste LEXION Generation in der Kategorie Mähdrescher mit dem FARM MACHINE Award 2023 ausgezeichnet. Die Mähdrescherbaureihe, welche im Sommer 2022 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, konnte die Jury mit Neuheiten wie einer optimierten Kabine mit drehbarem Fahrersitz, einem größeren Korntank sowie Leistungs- und Gutflussoptimierungen überzeugen. Darüber hinaus kann der LEXION mit den neuen CEMOS Funktionalitäten für eine Prozessoptimierung bei Produktivität und Effizienz ausgestattet werden.

Die Mähdrescherbaureihe TRION wurde von einer internationalen Jury als FARM MACHINE 2022 in der Kategorie Mähdrescher ausgezeichnet. Dieser Award wird von einer Jury aus internationalen Agrar- und Landtechnikjournalisten vergeben. Der TRION bestätigt damit das Entwicklungsziel einer stark kundenorientierten, technologisch breit aufgestellten Mähdreschermittelklasse.

Die AGRITECHNICA-Neuheitenkommission der DLG hat zwei CLAAS Innovationen mit jeweils einer Silbermedaille ausgezeichnet. Neben der Integration der Terranimo ® Applikation im Fahrerassistenzsystem CEMOS für Traktoren konnte auch CEMOS AUTO HEADER die Jury überzeugen. Die Terranimo ® Applikation kann das Risiko der Bodenschadverdichtung für die vom Fahrer eingesetzte Traktor-Geräte-Kombination berechnen und ihn über den aktuellen Status informieren. Die Applikation wurde in Zusammenarbeit mit einem Forschungsinstitut und zwei Universitäten entwickelt. Mit CEMOS AUTO HEADER werden die VARIO Schneidwerke fortan automatisch an die jeweiligen Druschbedingungen angepasst. Das Assistenzsystem steuert die Haspelposition so, dass es zu einem gleichmäßigen Gutfluss und einer reduzierten Belastung aller Aggregate im Mähdrescher führt.

Einkauf

Das Geschäftsjahr 2022 war durch eine sehr gute Landtechnikkonjunktur und eine hohe Auslastung in der Industrie, aber auch durch massive Lieferkettenstörungen geprägt. Zusammen mit der anhaltenden Corona-Krise führte dies zunächst zu einem weiteren Anstieg der Stahlpreise. Eine sich zum Anfang des Kalenderjahres abzeichnende Entspannung wurde durch den im Februar 2022 beginnenden Krieg in der Ukraine beendet.

Im Geschäftsjahr mussten signifikante Preissteigerungen akzeptiert werden. Diese basierten auf Steigerungen bei Stahlerzeugnissen, der Logistik und Energie.

Der Einkauf informierte frühzeitig und kontinuierlich über die aktuelle Marktsituation und die damit verbundenen Risiken. Das Absichern von vertraglich vereinbarten Preisen und das Eingrenzen von rasant steigenden Einkaufspreisen waren in diesem Geschäftsjahr die Kernaufgaben. Gemeinsam mit den Logistikbereichen wurde die Sicherstellung von Verfügbarkeiten zum zweiten wesentlichen Schwerpunkt. Die Matrixorganisation der Bereiche Einkauf und Supply Chain Management bildete hierbei eine solide Basis für das Krisenmanagement. Die Bedarfe der Produktion konnten trotz aller Bemühungen nicht vollumfänglich bedient werden.

In der Logistik waren die Seehäfen extrem ausgelastet. Dies führte zu langen Wartezeiten für Reedereien und auch für die Straßentransporte. Die Situation in der Transportlogistik ist weiterhin sehr angespannt. Die kritische globale Verfügbarkeit aller Verkehrsträger wird durch den Fahrermangel in Europa weiter verstärkt. Logistikengpässe und eine zeitlich verschobene hohe Auslastung in der Produktion führten zunächst zu einer geringen und dann zu einer überhöhten Nachfrage nach Spezialtransporten von Neumaschinen.

Der für den Einkauf von Nichtproduktionsmaterial zuständige Bereich konzentrierte sich auf Großinvestitionen und IT-Projekte sowie die Optimierung und konsequente Digitalisierung von Einkaufsprozessen. Zudem wurden Projekte im Bereich der Digitalisierung von Geschäftsprozessen beauftragt. Sie fanden insbesondere im Bereich Sales & Service statt.

Des Weiteren wurde eine Kernlieferantenstrategie erarbeitet. Durch Auswahl besonders zuverlässiger Kernlieferanten je Warengruppe konnte Lieferverzögerungen und Preiserhöhungen in diesen Bereichen weitestgehend erfolgreich entgegengewirkt und eine gesteigerte Effizienz im Gesamtprozess erreicht werden.

Signifikante Teile des Energiebedarfs der CLAAS Standorte wurden bereits durch den Abschluss von langfristigen Lieferverträgen für die Zukunft abgesichert. Gemeinsam mit den technischen Bereichen der Werkinstandhaltung wurde zudem ein Konzept erarbeitet, um die Risiken einer möglichen Gasmangellage abzufedern. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Kapitel "Einkaufsrisiken".

Mitarbeitende

Personalkennzahlen ↗ 11

Der Personalaufwand stieg um rund 8,7% auf 891,5 Mio. € (Vorjahr: 819,8 Mio. €). Zum 30. September 2022 waren in der CLAAS Gruppe weltweit insgesamt 12.116 Mitarbeitende (Vorjahr: 11.957) beschäftigt, davon ca. 50,4% außerhalb Deutschlands ↗ 12.

Ausbildung

Zum 30. September 2022 waren 792 Auszubildende (Vorjahr: 775) in der CLAAS Gruppe beschäftigt, davon 493 (Vorjahr: 473) im Inland. In Deutschland bildet CLAAS in verschiedenen technischen und kaufmännischen Berufen sowie in dualen Studiengängen aus. Gleiches gilt für weitere Länder, in denen CLAAS tätig ist, wie Frankreich, Ungarn, Großbritannien und Indien.

Personalentwicklung

Bei CLAAS stehen die strategischen Unternehmensziele in unmittelbarem Zusammenhang mit gezielten Investitionen in die Mitarbeitenden. Führungskräfte und Mitarbeitende stimmen während des gesamten Berufslebens Qualifizierungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten auf die individuellen Bedarfe ab. Die Angebote beinhalten arbeitsplatznahes Lernen, Austauschformate, Seminare, Entwicklungsprogramme, Self-Learnings oder Besuche von Fachtagungen. Die Nachfrage nach Bildungsangeboten bei CLAAS steigt dabei kontinuierlich an. Auch während der Pandemie konnte das Weiterbildungsangebot durch virtuelle Alternativen aufrechterhalten und ausgebaut werden.

11 - Personalkennzahlen

2022 2021
Mitarbeitende am Bilanzstichtag 1 Anzahl 12.116 11.957
Anteil Männer in % 86,6 87,0
Anteil Frauen in % 13,4 13,0
Durchschnittsalter in Jahren 41,0 40,2
Betriebszugehörigkeit in Jahren 11,9 11,7
Fluktuation in % 7,9 6,4
Personalaufwand in Mio. € 891,5 819,8
Kosten für Aus- und Weiterbildung in Mio. € 22,3 19,1

1 Inklusive Auszubildender.

Nachwuchsförderung

CLAAS steht in enger Kooperation mit Schulen und Hochschulen und übt vielfältige Initiativen im Rahmen der Berufsbildung und -orientierung aus. Messen, Ausbildungstage und Praktika ermöglichen einen frühen Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber. Darüber hinaus können sich Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abschluss an den Standorten im Inland für eine technische oder kaufmännische Berufsausbildung oder für ein Bachelor-Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg bewerben. CLAAS ist der Kontakt zu Auszubildenden, dual Studierenden sowie Praktikantinnen und Praktikanten auch nach ihrer Zeit im Unternehmen sehr wichtig. Das Programm "CLAAS Next Generation" wird hier gezielt genutzt, um die Bindung von talentiertem Nachwuchs langfristig zu sichern. Nach dem Studium bieten der Direkteinstieg oder das internationale Traineeprogramm eine attraktive Möglichkeit, eine Karriere bei CLAAS zu starten. Das ausgezeichnete Traineeprogramm wird mit den Schwerpunkten Engineering, Finance / Controlling, Sales sowie Software & Electronics angeboten.

Arbeitgeber-Rankings und Employer Branding

Um auch in Zukunft Talente zu gewinnen, positioniert sich CLAAS erfolgreich als attraktives Unternehmen bei seinen Zielgruppen. CLAAS wird national wie international als beliebter Arbeitgeber wahrgenommen, was Top-Positionierungen in Arbeitgeber-Rankings jedes Jahr erneut bestätigen. Darüber hinaus wurde CLAAS erneut als "MINT Minded Company" ausgezeichnet. Die Auszeichnung bestätigt, dass CLAAS Studierende und Fachkräfte der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in besonderer Weise fördert und von ihnen als besonders attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. CLAAS fördert zudem aktiv und systematisch den Einstieg junger Frauen in technische Berufe.

CLAAS hat gemeinsam mit der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) in Nienburg / Deutschland das Qualifizierungsangebot "Fast Ag Track" entwickelt, um Geflüchtete aus der Ukraine fit für eine Beschäftigung im Landtechnikhandel zu machen. Im Anschluss an die Qualifizierung, die zu einer Berufsanerkennung führen soll, können die Teilnehmenden in der Arbeitswelt der CLAAS Vertriebspartner schnell und unkompliziert Fuß fassen.

12 - Mitarbeitende nach Regionen

Anzahl Mitarbeitende / in % im Vergleich zum Vorjahr

Leistungsgerechte Vergütung

Als verantwortungsvoller Arbeitgeber bietet CLAAS seinen Mitarbeitenden eine leistungsbasierte und marktgerechte Entlohnung, die sich auch an den langfristigen Anforderungen des Unternehmens orientiert. Eine systematische Stellenbewertung sorgt dafür, dass die Vergütungsstrukturen tragfähig und ausgewogen sind. Alle inländischen Mitarbeitenden können zudem über die CMG CLAAS Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft mbH zu stillen Teilhabern des Unternehmens werden. Es ist das Ziel, die geschäftlichen Interessen der CLAAS Gruppe mit den beruflichen, privaten und familiären Bedürfnissen der Mitarbeitenden von CLAAS in Einklang zu bringen. Das Angebot umfasst flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, Mitarbeiterentwicklung im Bereich "Work-Life-Balance" sowie die Möglichkeit, Home-Office-Regelungen in Anspruch zu nehmen.

Frauen in Führungspositionen

Durch Angebote wie beispielsweise einen Female Day und ein Mentoring-Programm für Studentinnen der Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) werden junge Frauen früh gezielt in Ausbildung und Studium gefördert. Daraus resultieren Bewerbungen von Kandidatinnen für die Ausbildungs- und Traineeprogramme von CLAAS.

In der CLAAS Gruppe liegt der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft weltweit bei rund 13,4%. Angestrebt wird, den Anteil von Frauen in Führungspositionen mindestens stabil zu halten bzw. nach Möglichkeit zu erhöhen. Bezogen auf das deutsche Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen ergibt sich folgende Situation: Die bis zum 30. Juni 2022 definierte Zielvorgabe von 8,3% wurde für den Aufsichtsrat überschritten und liegt bei 25,0%. In den ersten beiden Führungsebenen lag die Quote bei 7,7% (Zielgröße: 7,7%) und 6,5% (Zielgröße: 4,0%). Die im Juli 2022 neu definierten Zielvorgaben liegen für den Aufsichtsrat bei 25,0% sowie in den ersten beiden Führungsebenen bei 7,7% bzw. 6,5% und gelten bis zum 30. Juni 2027. Als vorwiegend technisch orientiertes Unternehmen hat CLAAS bei der Zielvorgabe branchenspezifische Gegebenheiten sowie den aktuellen Frauenanteil der Belegschaft berücksichtigt.

Die vorstehende Erklärung nach § 289f Abs. 4 HGB ist Bestandteil des Lageberichts. Die Prüfung durch den Abschlussprüfer ist nach § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB darauf zu beschränken, ob diese Angaben gemacht wurden.

Risiken und Chancen

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Als weltweit tätige Unternehmensgruppe ist CLAAS Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Möglichen Risiken präventiv zu begegnen, eingetretene Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten sowie angemessen auf sie zu reagieren, sind zentrale Bestandteile des bei CLAAS implementierten Risikomanagementsystems. Gleichzeitig bedeutet unternehmerisches Handeln bei CLAAS auch, kalkulierbare Risiken bewusst einzugehen, um damit verbundene Chancen nutzen zu können.

Die Wahrnehmung von Chancen sowie die Aufdeckung von wesentlichen und unter Umständen bestandsgefährdenden Risiken und der angemessene Umgang mit ihnen stützen sich in der CLAAS Gruppe auf ein konzernweit einheitliches Risikomanagementsystem, das ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung und Controlling-Organisation ist. Die kontinuierliche Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken ist durch das Risikomanagementsystem und das implementierte Risikocontrolling auf eine breite Informationsbasis gestellt. Die vom Gesetzgeber geforderte Frühwarnfunktion wird durch das bestehende System und seine kontinuierliche Weiterentwicklung erfüllt.

Ein wesentliches Element zur laufenden Überwachung der wirtschaftlichen Risiken stellt das Berichtswesen dar, mit dem neben den Daten für die externe Berichterstattung monatlich detaillierte interne Berichte und Auswertungen für die Entscheidungsträger erstellt werden. Laufend werden dabei Abweichungen von Budgets, die Erfüllbarkeit von Planungen sowie das Auftreten neuer Risiken untersucht, bewertet und nachgehalten. Die Einschätzungen erfolgen laufend für das aktuelle Geschäftsjahr sowie im Rahmen des Strategieprozesses über den Zeithorizont der Mittelfristplanung. Die Betrachtung im Lagebericht umfasst in der Regel einen Zeitraum von zwölf Monaten. Die Bewertung eines Risikos erfolgt dabei auf Basis der erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeiten einer geschätzten maximalen Schadenshöhe, die vor dem Ergreifen geeigneter Gegenmaßnahmen entstehen könnte.

Im Rahmen der bestehenden organisatorischen Strukturen wird das Risikomanagementsystem durch die operativen und administrativen Verantwortungsbereiche unterstützt und verantwortet. Neben den regelmäßigen Informationen gewährleistet eine Verpflichtung zur Ad-hoc-Risikoberichterstattung jederzeit das umgehende Handeln der Konzernleitung. Die Überwachung der Angemessenheit und Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagementsystems obliegt der Internen Revision von CLAAS.

Das interne Risikomanagementsystem und die internen Kontrollsysteme sollen im Hinblick auf den Rechnungslegungs- und Konzernrechnungslegungsprozess die Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung hinsichtlich der Einhaltung der gesetzlichen Normen, der Rechnungslegungsvorschriften sowie der konzerninternen Bilanzierungsrichtlinie sicherstellen, die für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich ist. Alle wesentlichen Informationen hierzu stehen über das Intranet der CLAAS Gruppe konzernweit zur Verfügung. Die Aktualität wird durch die fortlaufende Analyse von Veränderungen hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkung auf die Abschlüsse vor allem durch die Abteilung Konzernbilanzierung sichergestellt. Die Abschlüsse werden bei CLAAS mithilfe eines konzernweiten Berichterstattungssystems erstellt, das auch für die Aufstellung des Budgets, der Mittelfristplanung und der unterjährigen Schätzungen genutzt wird. Das System beinhaltet Grundsätze, Verfahren und Kontrollen, um einen regelkonformen und termingerechten Abschlussprozess sicherzustellen. Die folgenden Beispiele stehen exemplarisch für diese Grundsätze, Verfahren und Kontrollen:

Konzerneinheitliche Vorgaben zur Bilanzierung, Bewertung und Kontierung von wesentlichen Sachverhalten, die fortlaufend aktualisiert und im Rahmen von Schulungen vermittelt werden,

Organisatorische Maßnahmen in Verbindung mit Zugriffsberechtigungen auf Rechnungslegungssysteme, Aufgabentrennungen und Verfügungsberechtigungen,

Vier-Augen-Prinzip beim Berichtswesen und im Rahmen der Abschlussprozesse,

Tätigkeiten der Internen Revision,

Tätigkeiten von externen Dienstleistern.

Die Interne Revision prüft die wesentlichen Geschäftsprozesse der in- und ausländischen Gesellschaften sowie der Zentralfunktionen regelmäßig risikoorientiert oder anlassbezogen auf Einhaltung der gesetzlichen Auflagen und internen Anweisungen und zudem die internen Kontrollsysteme auf Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit. Im Rahmen von Prüfungen vereinbart die Interne Revision mit der jeweiligen Geschäftsführung geeignete Maßnahmen, die anschließend von der Gesellschaft umzusetzen sind. Die Umsetzung wird von der Internen Revision überwacht. Über alle Prüfungsergebnisse wird Bericht erstattet. Die Tätigkeiten der Internen Revision, wie beispielsweise die jährliche risikoorientierte Prüfungsplanung, Dokumentation der Prüfungshandlungen und -ergebnisse, Berichterstattung sowie die Maßnahmenverfolgung, sind in einer Geschäftsordnung für die Interne Revision und in einem Revisionshandbuch definiert.

Die Aufgaben und Tätigkeiten orientieren sich an den Regelungen des Institute of Internal Auditors sowie des Deutschen Instituts für Interne Revision und werden durch eine Revisionssoftware unterstützt. Die letzte Prüfung des Internen Revisionssystems gemäß IDW PS 983 hat gezeigt, dass die Anforderungen an das Quality Assessment voll erfüllt wurden.

Compliance

Compliance als Verpflichtung zur Einhaltung der Gesetze, internen Regelungen und vertraglichen Verpflichtungen ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur. Die Konzernleitung hat das CLAAS Compliance Committee (CCC) eingerichtet. Das CCC erstellt einen jährlichen Bericht für Konzernleitung und Gesellschafterausschuss über die Compliance im Konzern. Darüber hinaus erfolgt bei wesentlichen Compliance-Verstößen eine anlassbezogene Berichterstattung. Zudem berät es die Konzernleitung in allen gruppenweit relevanten Compliance-Angelegenheiten. Die CLAAS Compliance-Organisation orientiert sich an maßgeblichen Standards für Compliance-Management-Systeme.

Bereits im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Vertrauenshotline eingerichtet, die der vertraulichen Kommunikation von Missständen sowie Gesetzes- und Regelbrüchen im Unternehmen dienen soll. Übergeordnetes Ziel ist es, Schaden von Mitarbeitenden, Kunden, Geschäftspartnern und dem Unternehmen abzuhalten. Aktive oder ehemalige Mitarbeitende der CLAAS Gruppe sowie Geschäftspartner wie zum Beispiel Vertriebspartner, Kunden oder Lieferanten können neben der Nutzung der internen Kanäle sich auch mit Hinweisen vertrauensvoll an einen externen Ombudsmann wenden.

Nachfolgend werden die zentralen Risiken und Chancen näher dargestellt.

Marktrisiken

Die Risikolandschaft von CLAAS ist durch unterschiedliche Ernteerträge, agrarpolitische Entscheidungen und das Einkommen der Landwirte sowie durch einen intensiven Wettbewerb geprägt. In Nordamerika konnte CLAAS in den letzten Jahren erfolgreich wachsen und wird seine Strategie in diesen Märkten konsequent fortsetzen.

Die Märkte in Asien, insbesondere China und Indien, sowie in Zentral- und Osteuropa sind im Hinblick auf die Entwicklung der Nachfrage nach Landtechnik von besonderer Bedeutung für die CLAAS Gruppe. Diese Märkte haben ein großes Potenzial, allerdings erschweren in einigen Ländern dieser Regionen die herrschenden Rahmenbedingungen die Vertriebsaktivitäten von CLAAS. Beispiele hierfür sind Zollbarrieren, Mindestanforderungen hinsichtlich des Anteils der lokalen Fertigung, Zahlungs- / Konvertierungsrestriktionen sowie unsichere politische Rahmenbedingungen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen wie aktuell in der Ukraine. Der Krieg in der Ukraine führt zudem international zu einer besonderen Risikolage für unsere Aktivitäten. Die Einhaltung aller Sanktionen führt zu Produktionseinschränkungen und einem deutlich reduzierten Angebot an Waren und Dienstleistungen.

Gleichzeitig bestehen über die aktuelle Planung hinaus Chancen, die sich aus einem schnelleren Wachstum in Märkten mit einem derzeit noch vergleichsweise niedrigen Mechanisierungsgrad ergeben können. In Verbindung mit den jeweiligen Länderrisiken werden Chancen und Risiken durch die Beobachtung und Auswertung marktrelevanter Indikatoren zentral gesteuert.

Um Nachfrageschwankungen und verändertes Kundenverhalten in den Absatzregionen frühzeitig zu erkennen, erfolgt eine kontinuierliche und detaillierte Beobachtung der Märkte und ihrer Frühwarnindikatoren. Damit wird die Aktualisierung und Anpassung von Produktstrategien an veränderte Kundenanforderungen und an die Reaktionen des Wettbewerbs gewährleistet.

Risiken aus Forschung und Entwicklung

Die unternehmerische Tätigkeit von CLAAS bedingt eine intensive Auseinandersetzung mit den Risiken entlang der Wertschöpfungskette. Im Zuge sich verkürzender Innovationszyklen kommt der Forschung und Entwicklung hierbei eine entscheidende Bedeutung zu. Sie hat zum Ziel, innovative und technisch ausgereifte Produkte zum Nutzen der Kunden zu schaffen und auf den Markt zu bringen. Durch den kontinuierlichen Ausbau und die laufende Überprüfung der Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung wird Risiken aus möglichen Fehlentwicklungen, erhöhten Anlaufkosten für neue Produkte, einer verzögerten Markteinführung von Innovationen und nicht zuletzt regulatorischen Anforderungen entgegengewirkt. Dem Risiko, dass Produkte nicht im vorgesehenen Zeitraum, in der gewünschten Qualität oder zu vorgegebenen Kosten entwickelt werden können, begegnet CLAAS unter anderem damit, dass der Fortschritt sämtlicher Projekte anhand eines klar definierten Prozesses kontinuierlich und systematisch überwacht wird.

Einkaufsrisiken

Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt durch anhaltend hohe Verfügbarkeitsrisiken. Die Corona-Krise und ihre Folgen zeigten weiterhin massive Auswirkungen auf die Materialverfügbarkeit. Neben der Materialknappheit reichten auch die Produktionskapazitäten der Lieferanten nicht aus, um die Bedarfe aller Kunden zu bedienen, sodass es immer wieder zu unvorhergesehenen Lieferengpässen kam. Auch vereinzelte Cyberattacken bei strategisch wichtigen Lieferanten stellten den Einkauf vor Herausforderungen, beeinträchtigten die Versorgungslage jedoch meistens nur kurzzeitig.

Ausfallende Gaslieferungen aus Russland stellen ein massives Risiko für Deutschland und Westeuropa dar. Ein Rückgang der Gasversorgung und die damit einhergehende drastische Verteuerung aller Energieträger würde sich nicht nur auf die Produktionsstandorte von CLAAS auswirken, sondern auch auf die Lieferanten von energieintensivem Produktionsmaterial.

Mit Unterstützung externer Berater konnte die Serienproduktion an den Standorten trotz Fehlteilen und eines hohen Nacharbeitsaufwands durch zielgerichtete Initiativen zur Absicherung der Bauprogramme weitgehend, aber nicht vollumfänglich, aufrechterhalten werden.

Zukünftige Einkaufsrisiken werden weiter intensiv beobachtet. In enger Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Logistik und Produktion werden Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz in den Lieferketten umgesetzt, wie beispielsweise Checklisten für Lieferanten zur Absicherung ihrer Lieferfähigkeit oder gezielte Maßnahmen bei kritischen Lieferanten. Darüber hinaus wird die finanzielle Situation der Lieferanten weiter eng überwacht.

Produktionsrisiken

Im Produktionsbereich von CLAAS werden zur Verringerung der Risiken des Ausfalls von Produktionsanlagen und der damit verbundenen Gefahr von Betriebsunterbrechungen alle Anlagen regelmäßig gewartet und mögliche Risikoquellen bei Bedarf durch Modifikation der Anlagen behoben. Zusätzlich sichern wirtschaftlich sinnvolle Versicherungsverträge die Auswirkungen von Produktionsausfällen ab. Flexible Arbeitszeitmodelle gewährleisten, dass die benötigten personellen Ressourcen an den jeweiligen Auslastungsgrad angepasst werden können. Zur Reduzierung von Qualitätsrisiken existiert ein zentrales Qualitätsmanagement, das die Einhaltung und Erfüllung der vorgegebenen Standards sicherstellt.

CLAAS verfolgt die drohende Gaskrise aufmerksam. In unseren Werken werden soweit möglich Alternativen geschaffen (z.B. Auffüllen aller Öltanks, Substitution durch Strom), damit auch bei eingeschränkter Gasverfügbarkeit weiter produziert werden kann. Im Falle einer Rationierung droht für CLAAS eine Einstufung im mittleren bis unteren Teil der Priorisierungskette. Kritischer sehen wir die Situation in Teilen der Lieferkette insbesondere bei kleineren Unternehmen wie z.B. bei Guss- und Kunststofflieferanten. Die Produktion ist energieintensiv, zudem ist für kleinere Unternehmen eine aktive Steuerung in der Regel schwieriger. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass alternative Bezugsquellen nicht einfach zur Verfügung stehen, daher steht CLAAS im engen Austausch mit den Lieferanten. Ein materieller Einfluss auf das operative Ergebnis ist aktuell wegen der Unsicherheit über das Liefervolumen und die noch offene Festlegung möglicher Einschränkungen nicht abschätzbar.

Trotz unterschiedlichem Energiemix in den einzelnen Produktionsstandorten gehen wir davon aus, dass eine partielle Reduktion der Gaslieferungen an CLAAS um 20 bis 30% aufgrund der getroffenen Maßnahmen in den wesentlichen Werken mit hoher Wahrscheinlichkeit nur geringe betriebliche Einschränkungen nach sich ziehen wird.

Personalrisiken

CLAAS hat einen kontinuierlichen Bedarf an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Risiken, die sich durch eine Verknappung verschiedener Gruppen von Arbeitskräften am Arbeitsmarkt und eine dadurch verursachte zeitlich verzögerte Nachbesetzung kritischer Stellen ergeben könnten, sieht CLAAS für sich augenblicklich nicht. Mit seiner Personalstrategie setzt CLAAS vor allem auf die interne qualifizierte Nachwuchsförderung sowie auf systematische Ausbildung und Personalentwicklung. Neben der dualen Berufsausbildung sorgt das internationale Traineeprogramm dafür, dass hochqualifizierte Mitarbeitende im Unternehmen ausgebildet werden. Des Weiteren werden Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und -erhaltung angeboten. Eine ausführliche Beschreibung der Personalaktivitäten wird in dem gesonderten Kapitel "Mitarbeitende" gegeben.

IT-Risiken

Die Geschäftsprozesse von CLAAS werden durch leistungsfähige und moderne IT-Systeme unterstützt. Die weltweit einheitliche IT-Strategie ermöglicht die effektive und kontinuierliche Anpassung der Systeme an die aktuellen Anforderungen und Entwicklungen. Dies umfasst auch die Anpassung an neue und veränderte IT-Risiken, die sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht haben und heute von CLAAS als kritisch bewertet werden.

Frühzeitig hat CLAAS eine Sicherheitsstrategie umgesetzt, die neben präventiven Maßnahmen auch das rechtzeitige Erkennen von Sicherheitsvorfällen einschließt, um angemessen reagieren zu können. Durch ein aktives Monitoring der Bedrohungslage im Cybersecurity-Umfeld werden notwendige organisatorische und technische Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit erkannt und permanent durchgeführt.

Zur Vermeidung von Störungen legt CLAAS besonderes Gewicht auf eine einheitliche Hard- und Software-Landschaft, auf die Integrität und die Sicherung der Datenbestände sowie auf die Steuerung der Zugriffsberechtigungen. Die zuverlässige technische Absicherung der Daten wird durch konsequente Aufklärung und Schulung der Belegschaft in vielfältiger Weise ergänzt.

Rechtliche Risiken

CLAAS ist Risiken im Zusammenhang mit internationalen und nationalen Regelungen des Steuer-, Wettbewerbs-, Patent-, Außenwirtschafts- und Haftungsrechts ausgesetzt. Zur Vermeidung dieser Risiken erfolgen Entscheidungen in der CLAAS Gruppe nach einer sorgfältigen rechtlichen Prüfung und Beratung. Ausgewählte Risiken werden gruppenweit einheitlich mittels globaler Masterpolicen und nationaler Rahmenverträge auf Versicherungsunternehmen übertragen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die CLAAS Gruppe ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit Risiken und Chancen aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite bestehen unter anderem Rohstoffpreisrisiken und Risiken bezüglich der allgemeinen Versorgungssicherheit. Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen oder -verzögerungen ergeben könnten, werden durch ein aktives Forderungsmanagement und durch eine enge Zusammenarbeit mit Banken und Kreditversicherungen minimiert. Forderungsrealisierungsrisiken könnten sich aus einer erheblichen Verschlechterung der operativen Geschäftstätigkeit oder einer Einschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit ergeben. Diese Risiken werden konzernweit identifiziert und zentral durch das Konzern-Treasury gemessen, überwacht und gesteuert. Zur Absicherung von Zins- und Wechselkursrisiken werden vor allem Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte sowie Zinsswaps eingesetzt. Die dabei verwendete Positionsbewertungssoftware ermöglicht unabhängige Bewertungen, Performance-Messungen und vorausschauende Szenario-Simulationen in Bezug auf die verwendeten Finanzinstrumente. Die Anforderungen an das Risikomanagement, die die Verordnung EMIR (European Market Infrastructure Regulation) des Europäischen Parlaments und des Europarats an eine nichtfinanzielle Gegenpartei unterhalb des Schwellenwerts stellt, werden durch CLAAS vollständig erfüllt. Etablierte Risikomanagementprozesse auf Basis konzernweit verpflichtender Verfahrensrichtlinien mit Vorgabe von Handlungsanweisungen, Prinzipien und Vollmachtenkatalogen gewährleisten ein hohes Prozessniveau und eine hohe Prozessstabilität.

Die Liquiditätsentwicklung misst CLAAS laufend auf täglicher, wöchentlicher und monatlicher Basis mit zunehmendem Detaillierungsgrad. Möglichen Liquiditätsrisiken wird durch das Vorhalten von Finanzierungszusagen und liquiden Mitteln, durch das ABS-Programm sowie durch das internationale Cash-Management entgegengewirkt.

Das Risikomanagement im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten sowie die Quantifizierung der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte sind im Konzernanhang in den Ziffern 34 und 35 erläutert.

Strategische Refinanzierungsrisiken werden bei CLAAS durch eine vergleichsweise lange Durationsvorgabe für das gezogene Fremdkapital gesteuert.

Risiken im Zusammenhang mit der Zahlungsverkehrssicherheit haben in den letzten Jahren eine stark zunehmende Bedeutung erlangt. CLAAS begegnet dieser stetig wachsenden Herausforderung unter anderem durch konzernweite Informationen und Schulungen für Mitarbeitende in betroffenen Bereichen, die Überwachung von Zahlungsvorgängen im Rahmen des Cash-Management-Prozesses, klare Verantwortungsstrukturen und Prozessdefinitionen sowie die konsequente Umsetzung des Vier-Augen-Prinzips auf allen Verfahrensebenen, insbesondere bei der Zahlungsausführung. Auch der Geldwäscheprävention wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Konzernweit verbindliche Richtlinien werden auch hierbei durch entsprechende Schulungen für Mitarbeitende und die Bereitstellung von Informations- und Dokumentationsmaterial begleitend ergänzt.

Im Bereich der Händler- und Absatzfinanzierung hat sich die Politik von CLAAS bewährt, dem klassischen Modell des Finanzierungs-Captive nur in begrenztem Umfang zu folgen. Die enge Einbindung der Beteiligungsgesellschaften CLAAS Financial Services in das Risikomanagement und die Kreditentscheidungsprozesse einer großen europäischen Geschäftsbank und die Konzentration vor allem auf das Endkundengeschäft sorgten für eine belastbare Risikomischung.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Nach der im Geschäftsjahr 2022 kontinuierlich durchgeführten Analyse der durch das Risikomanagement und das Risikocontrolling bereitgestellten Informationen wurden alle quantifizierbaren Risiken, soweit nicht im Jahresabschluss bereits dafür Vorsorge getroffen wurde, als nicht wesentlich bewertet. Hinsichtlich der bestehenden Finanzrisiken wird auf die Ausführungen im Anhang verwiesen.

Die sich weiter zuspitzende Energiekrise kann dazu führen, dass es bei einzelnen Lieferanten zu Schwierigkeiten bei der Produktion kommt. In dem aus heutiger Sicht wahrscheinlichsten Szenario einer partiellen Reduktion von Gaslieferungen um bis zu 30% erwartet CLAAS jedoch keine betrieblichen Einschränkungen.

Die bilanziellen Risiken aufgrund des Kriegs in der Ukraine wurden weitestgehend berücksichtigt, vor allem durch eine vollständige Abwertung der Sachanlagen am Produktionsstandort in Krasnodar / Russland, Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen sowie eine Abwertung der aktiven latenten Steuern.

Auch bei einer Verschärfung der bestehenden Sanktionen gegenüber Russland und einem Anhalten des Kriegs in der Ukraine bestehen für das Jahr 2023 keine erkennbaren Risiken, die einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Risiken den Fortbestand wesentlicher Tochtergesellschaften oder der CLAAS Gruppe insgesamt gefährden könnten.

Ausblick

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die angebotsseitigen Verwerfungen und weiterhin bestehenden Risiken aus der Corona-Pandemie werden auch im Jahr 2023 das weltweite Wirtschaftsgeschehen belasten. Der IWF prognostiziert für 2023 ein Wachstum von 2,7%, die OECD erwartete im September 3,0%. Die Konjunktur wird folglich auch nach einem schwachen Jahr 2022 nicht in eine Erholung übergehen, da limitierte Verfügbarkeiten, hohe Rohstoffpreise, der Inflationsdruck und die darauf reagierende gestraffte Geldpolitik, insbesondere in entwickelten Volkswirtschaften, sowie die Wachstumsschwäche Chinas sich negativ auf die Weltwirtschaftsleistung auswirken. Als Reaktion könnte sich die Inflation voraussichtlich auf hohem Niveau leicht entspannen und in den entwickelten Volkswirtschaften sogar auf 4,4% reduzieren.

Der internationale Handel wird nach der deutlichen Erholung in den Jahren 2021 und 2022 im Jahr 2023 weniger als die Wirtschaftsleistung wachsen. Diese Entwicklung wird durch weiterhin bestehende protektionistische Tendenzen, erhöhte Transportkosten, weiterhin vorhandene Corona-Risiken und geopolitische Spannungen getrieben.

Der internationale Maschinenbau wird 2023 im Basisszenario von Oxford Economics ein schwaches Umsatzwachstum von etwa 2% verzeichnen können. Dabei dominieren jedoch die Abwärtsrisiken in Bezug auf eine mögliche Gasmangellage in Europa sowie damit verbundene Rezessionsrisiken in entwickelten Volkswirtschaften, die nicht zuletzt durch die Straffung der Geldpolitik verstärkt werden. Für die globale Landtechnikindustrie prognostiziert der VDMA für 2023 ein preisbedingtes Negativwachstum von etwa - 2%, wobei steigende Maschinenpreise zu einer weiteren Umsatzsteigerung führen werden.

Das USDA erwartet für das laufende Erntejahr 2022 / 23 eine leicht rückläufige globale Getreideproduktion (inklusive Reis) von 2.747 Mio. Tonnen (- 1,9%). Während zwar die Sojabohnenernte voraussichtlich stark auf 391 Mio. Tonnen steigen wird (+ 9,9%), wird die Weizenproduktion bei um die 780 Mio. Tonnen stagnieren und die Maisproduktion sogar zurückgehen (- 3,7%). Im Ergebnis werden sich die globalen Getreidelagerbestände wegen der ungebremsten Nachfrage reduzieren (- 3,6%).

Regionale Branchenentwicklungen

In Europa wird sich die Ernte 2022 / 23 nach Angaben des USDA voraussichtlich unterhalb des Vorjahresniveaus bewegen. Grund dafür sind der ungewöhnlich heiße Sommer und die Trockenheit insbesondere im Mittelmeerraum. Die hohen, wenngleich sehr volatilen Getreidepreise erweisen sich für viele Viehhalter zudem als Kostentreiber. Ackerbauern werden indes durch historisch hohe Betriebsmittelkosten belastet. In Anbetracht hoher Auftragsbestände gehen die europäischen Landtechnikhersteller daher tendenziell von sinkenden Auftragseingängen und stagnierenden Umsätzen aus.

In der Ukraine wird die Landwirtschaft durch den anhaltenden Krieg belastet, sodass die Ernte 2022 / 23 laut USDA um 25 bis 35% gegenüber dem Vorjahr einbrechen könnte. Weitere Abwärtsrisiken hängen vom Fortgang des Kriegs ab.

In Russland wird für das kommende Jahr eine besonders hohe Weizenernte erwartet, die nachfragestabilisierend wirkt - der Landtechnikmarkt dürfte sich aus politischen Gründen jedoch nur schleppend erholen und 2023 auf niedrigem Niveau verharren, da nur zeitverzögert eine Importsubstitution stattfindet. Hersteller aus dem Inland, China und Belarus werden jedoch signifikant an Marktanteilen gewinnen.

In Nordamerika sind die Ernteerwartungen für 2022 / 23 eher negativ: Während die Weizenernte voraussichtlich stagnieren wird, wird die Produktion von Mais und Soja trockenheitsbedingt sinken. Nichtsdestotrotz wird der Markt für große Landmaschinen stark wachsend erwartet. In Südamerika wird für 2022 / 23 zunächst eine Erholung der Soja- und Maisernte erwartet. Die weitere Dynamik des bereits 2022 boomenden Landtechnikmarkts in Südamerika hängt wesentlich auch von einem Regierungswechsel in Brasilien und von der dortigen Inflation ab. Trotzdem wird der Landtechnikmarkt 2023 voraussichtlich weiterhin wachsen.

Nach den starken Ernten im Jahr 2021 / 22 wurde in Indien der Ausblick für die Weizen- und Reisernte im Jahr 2022 / 23 bereits nach unten korrigiert. Auch in China wird die Produktion voraussichtlich eher stagnieren. Durch die Einführung der neuen Abgasstufe China IV wird der Landtechnikmarkt dort nachgeben.

Die geopolitischen Verwerfungen durch den Krieg in der Ukraine werden sich absehbar auf die internationale Verfügbarkeit von Agrarerzeugnissen auswirken. In Kombination mit einer wachsenden Weltbevölkerung und einer gesteigerten Nachfrage nach Futter- und Lebensmitteln ist daher von weiterhin volatilen Getreidepreisen auf hohem Niveau auszugehen, woraus für die Landtechnik auch in Zukunft Potenziale erwachsen.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und Ausblick

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2022 war von signifikanten Veränderungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Der Ukraine-Krieg und die zeitweise deutlich eingeschränkten und verlängerten Umschlagszeiten in wesentlichen asiatischen Seehäfen führten zu weiteren Unterbrechungen der Lieferketten sowie massiven Preissteigerungen für Produktionskomponenten und Logistikdienstleistungen. Die im Vergleich zu den Vorjahren außergewöhnlich hohen unterjährigen Kostensteigerungen erforderten außerplanmäßige Preiserhöhungen gegenüber dem Handel und somit letztendlich gegenüber Landwirten und Lohnunternehmern. Getrieben durch eine nach wie vor hohe globale Nachfrage nach Landtechnik und aufgrund der realisierten Preissteigerungen konnte die CLAAS Gruppe den Umsatz gegenüber dem Rekord-Vorjahresniveau weiter leicht erhöhen.

Bei Mähdreschern verzeichnete CLAAS dank des mit den Baureihen LEXION und TRION modernsten Produktangebots auf dem Markt wiederum hohe Auftragseingänge, die aufgrund von längeren Vorlaufzeiten bei Produktionskomponenten zu einem signifikanten Teil erst im Geschäftsjahr 2023 zur Auslieferung kommen. Gleiches gilt für das Produktsegment Traktoren. Im Bereich der Feldhäcksler konnte CLAAS seine starke Marktposition weiter ausbauen.

Trotz der außerplanmäßigen unterjährigen Preiserhöhungen konnte CLAAS die höheren Einstandskosten aufgrund der längeren Vorlaufzeiten nicht vollumfänglich an die Kunden weitergeben, wodurch die Bruttomarge belastet wurde.

Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet die CLAAS Gruppe in den wesentlichen Vertriebsregionen in Mittel- und Westeuropa sowie Nordamerika insgesamt mit einer stabilen Nachfrage nach Landtechnik. Trotz der genannten Unsicherheiten erwartet CLAAS daher im Geschäftsjahr 2023 einen signifikanten Anstieg des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr.

Angesichts des Ukraine-Kriegs, der Inflations- und Rezessionsrisiken sowie der nach wie vor schwelenden internationalen Handelskonflikte mit dem Risiko neuer gegenseitiger Handels-, Finanz- und sonstiger Sanktionen sind negative Auswirkungen auf den Umsatz und das Ergebnis der CLAAS Gruppe nicht auszuschließen. Gleichzeitig stellen die Versorgungssituation, eine andauernde Energiekrise und die Preisentwicklung auf den Beschaffungsmärkten weiterhin ein hohes Risiko dar. Die Zinswende an den Finanzmärkten, welche zu einer teilweise drastischen Neubewertung von Finanzvermögen und Verwerfungen in den etablierten Wechselkursparitäten geführt hat, wird in den kommenden Jahren eher belasten.

Weitere Risiken ergeben sich für CLAAS aus einer Abschwächung der Branchenkonjunktur und einer Veränderung der politischen Rahmenbedingungen für die Landwirte in einzelnen Märkten.

Die CLAAS Gruppe wird konsequent die eingeschlagene Strategie weiterverfolgen und die Wachstumsmärkte verstärkt für CLAAS Produkte erschließen. Das Investitionsvolumen von CLAAS wird im aktuellen Jahr auf dem hohen Niveau des Jahres 2022 liegen. Sofern sich die Marktgegebenheiten ändern, kann das Volumen angepasst werden. Die Entwicklung innovativer Produkte und intelligenter Technologien wird auch im aktuellen Geschäftsjahr auf hohem Niveau fortgesetzt. Den damit verbundenen Aufwendungen werden allerdings erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung entsprechende Erträge gegenüberstehen. Die CLAAS Gruppe wird auch im aktuellen Jahr Anstrengungen zur Steigerung der Effizienz und für nachhaltige Kostensenkungen unternehmen. Aufgrund des guten Auftragsvorlaufs und der erweiterten Produktionskapazitäten erwartet die CLAAS Gruppe für das aktuelle Geschäftsjahr 2023 ein Ergebnis vor Steuern deutlich über dem Vorjahresniveau.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2021 bis 30.09.2022

der CLAAS Gruppe

in T € s. Ziffer 2022 2021
Umsatzerlöse (7) 4.925.520 4.797.758
Umsatzkosten - 3.967.122 - 3.737.447
Bruttoergebnis vom Umsatz 958.398 1.060.311
Vertriebskosten - 287.190 - 269.784
Allgemeine Verwaltungskosten - 210.043 - 204.519
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (8) - 256.362 - 251.929
Sonstige betriebliche Erträge (10) 140.833 97.219
Sonstige betriebliche Aufwendungen (10) - 148.561 - 64.386
Betriebliches Ergebnis 197.075 366.912
Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen (11) 22.003 22.362
Sonstiges Beteiligungsergebnis (11) -383 - 259
Finanzergebnis (12) - 52.421 - 31.911
davon: Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen (- 23.408) (- 27.751)
Ergebnis vor Ertragsteuern 166.274 357.104
Ertragsteuern (13) - 78.169 - 84.466
Konzern-Jahresüberschuss 88.105 272.638
davon: Anteil der Gesellschafter der CLAAS KGaA mbH 86.722 272.118
davon: Anteil anderer Gesellschafter 1.383 520

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2021 bis 30.09.2022

der CLAAS Gruppe

in T € s. Ziffer 2022 2021
Konzern-Jahresüberschuss 88.105 272.638
Temporär erfolgsneutrale Posten
Unrealisiertes Ergebnis aus Währungsumrechnung 47.644 18.259
Unrealisiertes Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten (34) - 4.989 - 15.290
Dauerhaft erfolgsneutrale Posten
Neubewertungen von leistungsorientierten Pensionsplänen (29) 75.674 17.888
Sonstiges Konzern-Ergebnis, nach Steuern 118.329 20.857
Konzern-Gesamtergebnis 206.434 293.495
davon: Anteil der Gesellschafter der CLAAS KGaA mbH 205.051 292.975
davon: Anteil anderer Gesellschafter 1.383 520

Konzernbilanz zum 30.09.2022

der CLAAS Gruppe

Aktiva

in T € s. Ziffer 30.09.2022 30.09.2021
Immaterielle Vermögenswerte (14) 318.513 313.520
Sachanlagen (15) 613.803 612.218
Nutzungsrechte (16) 89.655 82.552
At Equity bewertete Anteile (17) 156.345 160.766
Sonstige Beteiligungen 8.523 5.731
Aktive latente Steuern (13) 118.516 145.693
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (20) 35.376 46.429
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte (21) 21.435 22.324
Langfristige Vermögenswerte 1.362.166 1.389.233
Vorräte (18) 1.348.782 926.492
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (19) 454.260 441.296
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (20) 209.858 156.342
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte (21) 149.300 94.921
Wertpapiere (22) 533.871 698.774
Liquide Mittel (23) 507.902 539.059
Kurzfristige Vermögenswerte 3.203.973 2.856.884
Bilanzsumme 4.566.139 4.246.117

Passiva

Gezeichnetes Kapital 78.000 78.000
Kapitalrücklage 38.347 38.347
Sonstige Rücklagen 1.725.419 1.595.550
Eigenkapital vor Minderheiten 1.841.766 1.711.897
Anteile anderer Gesellschafter 6.099 5.219
Eigenkapital (24) 1.847.865 1.717.116
Finanzschulden (25) 420.541 523.701
Stille Beteiligung (26) 62.104 58.467
Passive latente Steuern (13) 4.930 4.099
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (27) 679 579
Rückstellungen für Pensionen (29) 224.486 327.595
Sonstige Rückstellungen (30) 77.945 80.640
Langfristige Schulden 790.685 995.081
Finanzschulden (25) 191.209 233.650
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 454.068 278.375
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (27) 71.185 45.518
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten (28) 428.527 251.980
Ertragsteuerrückstellungen (30) 51.432 60.312
Sonstige Rückstellungen (30) 731.168 664.085
Kurzfristige Schulden 1.927.589 1.533.920
Bilanzsumme 4.566.139 4.246.117

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2021 bis 30.09.2022

der CLAAS Gruppe

in T € s. Ziffer 2022 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern 166.274 357.104
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte (14), (15), (16) 245.697 147.911
Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen, soweit nicht zahlungswirksam - 22.003 - 22.250
Veränderung der langfristigen Rückstellungen - 2.009 34.627
Gezahlte Ertragsteuern - 86.235 - 73.455
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) 12.253 8.599
Cash Earnings 313.977 452.536
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen 32.266 93.091
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen und Wertpapieren - 2.909 - 162
Veränderung des Working Capital - 52.409 14.890
davon: Vorräte (- 373.016) (- 9.022)
davon: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (29.586) (- 63.451)
davon: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (150.139) (43.127)
Übrige Veränderung der Aktiva / Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit - 65.472 20.190
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (36) 225.453 580.545
Auszahlungen für Investitionen in
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (ohne aktivierte Entwicklungskosten) (14), (15) - 129.836 - 138.085
Anteile vollkonsolidierter Unternehmen und Beteiligungen -8.530 - 800
Ausleihungen - 3.177 - 20.913
Einzahlungen aus Abgängen / Desinvestitionen von
Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 6.203 4.024
Anteilen vollkonsolidierter Unternehmen und Beteiligungen - 112
Ausleihungen 2.793 12.507
Zugänge aktivierter Entwicklungskosten (14) - 70.726 - 55.881
Veränderung der Wertpapiere 149.662 - 308.258
Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 53.611 -507.294
Einzahlungen durch Aufnahme von Krediten und Anleihen 120.415 154.113
Auszahlungen für Tilgung von Krediten und Anleihen - 267.944 - 158.737
Auszahlungen für Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - 24.953 - 26.303
Einzahlungen der stillen Beteiligung 3.637 3.446
Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - 4.827 - 476
Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter - 541 - 298
Dividendenzahlungen (24) - 75.010 - 40.020
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -249.223 - 68.275
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die liquiden Mittel 46.224 9.978
Veränderung der liquiden Mittel - 31.157 14.954
Liquide Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres (23) 539.059 524.105
Liquide Mittel am Ende des Geschäftsjahres (23) 507.902 539.059

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2021 bis 30.09.2022

der CLAAS Gruppe

Sonstige Rücklagen
Gewinnrücklagen
in T € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Angesammelte Gewinne Neubewertungen von leistungsorientierten Pensionsplänen
Stand 01.10.2020 78.000 38.347 1.547.747 -94.394
Konzern-Jahresüberschuss - - 272.118 -
Sonstiges Konzern-Ergebnis - - - 17.888
Konzern-Gesamtergebnis - - 272.118 17.888
Dividendenzahlungen - - -40.020 -
Konsolidierungsmaßnahmen - - - 148 -
Stand 30.09.2021 78.000 38.347 1.779.697 - 76.506
Konzern-Jahresüberschuss - - 86.722 -
Sonstiges Konzern-Ergebnis - - - 75.674
Konzern-Gesamtergebnis - - 86.722 75.674
Dividendenzahlungen - - -75.010 -
Konsolidierungsmaßnahmen - - - 172 -
Stand 30.09.2022 78.000 38.347 1.791.237 - 832
Sonstige Rücklagen
Kumuliertes sonstiges Konzern-Ergebnis
in T € Währungsumrechnung Derivative Finanzinstrumente
Stand 01.10.2020 - 121.513 10.903
Konzern-Jahresüberschuss - -
Sonstiges Konzern-Ergebnis 18.259 - 15.290
Konzern-Gesamtergebnis 18.259 - 15.290
Dividendenzahlungen - -
Konsolidierungsmaßnahmen - -
Stand 30.09.2021 - 103.254 - 4.387
Konzern-Jahresüberschuss - -
Sonstiges Konzern-Ergebnis 47.644 - 4.989
Konzern-Gesamtergebnis 47.644 - 4.989
Dividendenzahlungen - -
Konsolidierungsmaßnahmen - -
Stand 30.09.2022 - 55.610 - 9.376
in T € Eigenkapital vor Minderheiten Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
Stand 01.10.2020 1.459.090 4.997 1.464.087
Konzern-Jahresüberschuss 272.118 520 272.638
Sonstiges Konzern-Ergebnis 20.857 - 20.857
Konzern-Gesamtergebnis 292.975 520 293.495
Dividendenzahlungen -40.020 -298 - 40.318
Konsolidierungsmaßnahmen - 148 - - 148
Stand 30.09.2021 1.711.897 5.219 1.717.116
Konzern-Jahresüberschuss 86.722 1.383 88.105
Sonstiges Konzern-Ergebnis 118.329 - 118.329
Konzern-Gesamtergebnis 205.051 1.383 206.434
Dividendenzahlungen -75.010 -356 - 75.366
Konsolidierungsmaßnahmen - 172 - 147 - 319
Stand 30.09.2022 1.841.766 6.099 1.847.865

Konzernanhang

Erläuterungen zur Konsolidierung und Bilanzierung

1. Allgemeine Angaben

Die CLAAS KGaA mbH mit Sitz in Harsewinkel / Deutschland ist das Mutterunternehmen der CLAAS Gruppe (im Folgenden als "CLAAS " oder "CLAAS Gruppe" bezeichnet). Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Gütersloh unter HRB 3027 eingetragen. Das Familienunternehmen CLAAS ist ein weltweiter Produzent und Anbieter von Landtechnik und landwirtschaftlicher Informationstechnologie.

Der vorliegende Konzernabschluss der CLAAS Gruppe wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen Grundsätzen ermittelt worden.

Der Konzernabschluss umfasst die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzernbilanz, die Konzern-Kapitalflussrechnung, die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie den Konzernanhang. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Im Konzernanhang werden diese Posten gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert.

Einzelheiten zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden finden sich unter Ziffer 6.

Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht besonders darauf hingewiesen wird, werden die Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben.

Der vorliegende Konzernabschluss bezieht sich auf das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022.

Die Geschäftsführung der CLAAS KGaA mbH hat den Konzernabschluss am 24. November 2022 aufgestellt. Die Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ist für die ordentliche Aufsichtsratssitzung am 7. Dezember 2022 vorgesehen.

2. Neue Rechnungslegungsstandards

CLAAS wird voraussichtlich erstmals für das am 1. Oktober 2023 beginnende Geschäftsjahr die Änderungen an IAS 12 in Bezug auf den Ansatz von latenten Steuern auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen anwenden. Bei dem erstmaligen Ansatz von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten werden künftig latente Steuern bilanziert. Der kumulierte Effekt daraus wird als Anpassung des Eröffnungsbilanzsaldos der Gewinnrücklagen erfasst werden.

Weitere von dem IASB veröffentlichte und zukünftig verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandards sind für CLAAS von untergeordneter Bedeutung.

3. Konsolidierungskreis

In den Konsolidierungskreis werden alle wesentlichen Unternehmen einschließlich der strukturierten Unternehmen einbezogen, die von der CLAAS KGaA mbH direkt oder indirekt beherrscht werden. Beherrschung besteht dann, wenn die CLAAS KGaA mbH über die Entscheidungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten verfügt, an variablen Rückflüssen partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Entscheidungsmacht beeinflussen kann.

Strukturierte Unternehmen sind Unternehmen, die so konzipiert wurden, dass es für die Entscheidung, ob das Unternehmen beherrscht wird, nicht ausschlaggebend ist, wer die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte hat. In der CLAAS Gruppe trifft dies auf den Investmentfonds CHW Fonds, München / Deutschland, sowie auf die Finanzierungsgesellschaft Mercator Purchasing S.A., Luxemburg / Luxemburg, zu, die als strukturierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Finanzierungsgesellschaft wird von CLAAS für die Abwicklung des revolvierenden Verkaufs von Forderungen genutzt.

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen CLAAS über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Diese werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Für Unternehmen, bei denen CLAAS mit einem Partner gemeinschaftlich die Führung ausübt, ist zu unterscheiden, ob eine gemeinschaftliche Tätigkeit oder ein Gemeinschaftsunternehmen vorliegt. In einem Gemeinschaftsunternehmen haben die gemeinschaftlich führenden Parteien Rechte am Nettovermögen. Gemeinschaftsunternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode bilanziert. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit besteht, wenn die gemeinschaftlich führenden Parteien unmittelbare Rechte an den Vermögenswerten und Verpflichtungen für die Verbindlichkeiten haben. In diesem Fall sind grundsätzlich die anteiligen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie die anteiligen Erträge und Aufwendungen zu erfassen.

Anteile an Tochterunternehmen, an Gemeinschaftsunternehmen oder an assoziierten Unternehmen, die aus Konzernsicht von untergeordneter Bedeutung sind, werden nach IFRS 9 bilanziert.

Die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

30.09.2022 30.09.2021
Konsolidierte Tochterunternehmen 61 62
davon: Inland (21) (21)
davon: Ausland (40) (41)
Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen 14 13
davon: Inland (6) (6)
davon: Ausland (8) (7)

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes der CLAAS Gruppe ist unter Ziffer 41 aufgeführt.

Neugründungen, Anteilserwerbe und Desinvestitionen

Im Geschäftsjahr 2022 sind keine wesentlichen Neugründungen, Anteilserwerbe an Unternehmen und Desinvestitionen erfolgt.

4. Konsolidierungsgrundsätze

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Unternehmen werden nach den für die CLAAS Gruppe bestehenden einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien aufgestellt. Die Erstellung der Abschlüsse erfolgt grundsätzlich auf den Bilanzstichtag des Konzernabschlusses. Tochterunternehmen, deren Geschäftsjahr aufgrund von länderspezifischen Vorschriften nicht am 30. September endet, stellen grundsätzlich zu diesem Termin einen Zwischenabschluss auf.

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert, wenn der Konzern die Beherrschung erlangt hat. Übersteigt der Kaufpreis das neu bewertete anteilige Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen. Entsteht ein passivischer Unterschiedsbetrag, wird er als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst.

Erst- und Entkonsolidierungen werden grundsätzlich zum Zeitpunkt des Übergangs der Beherrschung vorgenommen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse zwischen den konsolidierten Unternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt. Ein eventuell erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht gesondert ausgewiesen, sondern ist im Wertansatz enthalten. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss das anteilige Ergebnis bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Führung endet.

5. Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit den relevanten Wechselkursen zum Zeitpunkt der Transaktion erfasst. In Folgeperioden werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die bis zum Bilanzstichtag aus der Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten eingetretenen Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmen, deren funktionale Währung nicht der Konzernwährung entspricht, werden zum Tagesschlusskurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten des Eigenkapitals werden mit historischen Kursen geführt. Die Aufwendungen und Erträge ausländischer Unternehmen werden mit den entsprechenden Durchschnittskursen des Geschäftsjahres in Euro umgerechnet. Differenzen aus der Währungsumrechnung werden erfolgsneutral als sonstiges Konzern-Ergebnis im Eigenkapital ausgewiesen.

Für die Währungsumrechnung der für die CLAAS Gruppe wesentlichen Währungen wurden folgende Wechselkurse verwendet:

Durchschnittskurs je
Stichtagskurs je
2022 2021 30.09.2022 30.09.2021
Britisches Pfund GBP 0,85 0,87 0,88 0,86
Chinesischer Renminbi CNY 7,08 7,75 6,96 7,49
Indische Rupie INR 82,96 87,88 80,01 86,04
Polnischer Zloty PLN 4,67 4,55 4,84 4,60
Russischer Rubel RUB 77,58 89,10 58,97 84,28
Ungarischer Forint HUF 382,46 357,97 421,89 358,89
US-Dollar USD 1,08 1,19 0,98 1,16

6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und abhängig von ihrer geschätzten Nutzungsdauer planmäßig über einen Zeitraum von in der Regel drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern werden jährlich überprüft.

Die Abschreibungen auf Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen werden in den Umsatzkosten berücksichtigt. Die Abschreibungen und Wertminderungen der aktivierten Entwicklungskosten werden unter den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erfasst.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert und jährlich sowie bei Hinweisen für eine mögliche Wertminderung auf Werthaltigkeit geprüft. Die Wertminderungsaufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungen bewertet. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen der Voraussetzungen aktiviert und mit Beginn der Fertigstellung der Sachanlage über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Sachanlagen - mit Ausnahme von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten - werden in der Regel planmäßig linear über den Zeitraum ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen bei Gebäuden zwischen 20 und 50 Jahren und bei den übrigen Sachanlagen zwischen 3 und 25 Jahren. Die Abschreibungen und Wertminderungen werden grundsätzlich als Aufwand der Periode erfasst.

Nutzungsrechte

Nutzungsrechte stellen den Vermögenswert dar, den ein Leasingnehmer aus dem Recht zur Nutzung eines Leasinggegenstands erhält. Das Nutzungsrecht wird in Höhe des Barwertes der zukünftigen Leasingraten aktiviert. Die Nutzungsrechte umfassen im Zeitpunkt der erstmaligen Bewertung nicht die anfänglichen direkten Kosten.

Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt grundsätzlich linear über die Vertragslaufzeit.

Als kurzfristig oder geringwertig eingestufte Leasingverhältnisse werden nicht aktiviert und daher ausschließlich in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Leasingverhältnisse, die immaterielle Vermögenswerte zum Gegenstand haben, werden weiterhin nach IAS 38 bilanziert.

Fremdkapitalkosten

Die bei dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. CLAAS definiert qualifizierte Vermögenswerte als Entwicklungs- und Bauprojekte oder andere Vermögenswerte, für die mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Sofern einem Projekt eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Besteht jedoch kein direkter Bezug, wird der durchschnittliche Fremdkapitalkostensatz der CLAAS Gruppe herangezogen. Für das Geschäftsjahr wurde ein Fremdkapitalkostensatz in Höhe von 2,6% p.a. (Vorjahr: 2,6% p.a.) angewendet.

Wertminderungen

Geschäfts- oder Firmenwerte sowie noch nicht nutzungsbereite Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich zum Bilanzstichtag auf Wertminderungen geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass der Buchwert des Vermögenswertes unter seinem erzielbaren Betrag liegt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, dass Vermögenswerte zu einer sogenannten zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("cash generating unit") zusammengefasst worden sind. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes wird der Barwert der erwarteten künftigen Cashflows zugrunde gelegt. Ist der Nutzungswert niedriger als der Buchwert, wird der Wertminderungsaufwand sofort erfolgswirksam erfasst. Zu späteren Zeitpunkten gegebenenfalls eintretende Werterhöhungen werden, außer im Falle einer Wertminderung für Geschäfts- oder Firmenwerte, im Rahmen einer Zuschreibung entsprechend berücksichtigt. Bei der Durchführung des Werthaltigkeitstests wird bei der Ermittlung des Nutzungswertes auf die Daten der vom Management vorgenommenen Mittelfristplanung, die einen Planungszeitraum von fünf Jahren abdeckt, zurückgegriffen. Die Planungsprämissen werden jeweils den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Dabei werden angemessene Annahmen unter Berücksichtigung makroökonomischer Trends und historischer Entwicklungen berücksichtigt. Die Ermittlung der Cashflows im Rahmen der Extrapolation der Cashflow-Prognose für die Bestimmung des Endwertes basiert grundsätzlich auf der Wachstumsrate des relevanten Marktsegments. Diese liegt derzeit unverändert zum Vorjahr zwischen 0,1% und 1,0% p.a. Den zu ermittelnden Nutzungswerten wurden Diskontierungszinssätze in einer Bandbreite von 6,3% p.a. bis 14,7% p.a. (Vorjahr: 4,4% p.a. bis 8,0% p.a.) zugrunde gelegt. Der Diskontierungszinssatz spiegelt jeweils den vom Kapitalmarkt abgeleiteten, risikoadjustierten Mindestverzinsungsanspruch wider.

At Equity bewertete Anteile und sonstige Beteiligungen

At Equity bewertete Anteile an assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Eigenkapital bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Ausschüttungen und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Geschäfts- oder Firmenwerte sind in dem Buchwert der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen enthalten. Eine Wertminderung erfolgt, wenn der erzielbare Betrag der at Equity bewerteten Anteile niedriger als deren Buchwert ist.

Die sonstigen Beteiligungen werden grundsätzlich bei Zugang und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen. Liegen entsprechende Anhaltspunkte für eine Wertminderung einer sonstigen Beteiligung vor, wird diese in Abhängigkeit von der Klassifizierung gemäß IFRS 9 erfolgswirksam oder -neutral abgeschrieben.

Eine erfolgswirksame Wertminderung oder Wertaufholung von at Equity bewerteten Anteilen und sonstigen Beteiligungen wird im Beteiligungsergebnis erfasst.

Latente Steuern

Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen der IFRS- und Steuerbilanz der Einzelgesellschaften einschließlich der Unterschiede aus Konsolidierungsvorgängen und für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt.

Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Ausgleichszeitpunkt erwartet wird. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können. Für die Berechnung der latenten Steuern in Deutschland wurde ein Steuersatz von 29,0% (Vorjahr: 29,0%) verwendet. Er setzt sich zusammen aus dem inländischen Körperschaftsteuersatz, dem Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer. Bei den ausländischen Gesellschaften wurden für die Berechnung der latenten Steuern die jeweiligen landesspezifischen Steuersätze verwendet.

Passive latente Steuern für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften und unter Verwendung der Equity-Methode bilanzierten Anteilen werden nicht angesetzt.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern sie dasselbe Steuersubjekt betreffen, gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und fristenkongruent sind.

Vorräte

Die Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ergibt sich aus dem erwarteten Veräußerungserlös abzüglich noch anfallender Kosten. Bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie bei Handelswaren erfolgt die Ermittlung der Anschaffungskosten nach der Durchschnittskostenmethode. Die Herstellungskosten selbst erstellter unfertiger und fertiger Erzeugnisse umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch produktionsbezogene Gemeinkosten und produktionsbezogene Verwaltungskosten, basierend auf einer Normalauslastung. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten keine Fremdkapitalkosten.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Verträge, die bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald CLAAS Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Für die bilanzielle Abbildung ist in der Regel der Abschlusstag maßgeblich. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen. Eine Saldierung erfolgt nur dann, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. CLAAS klassifiziert die nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten grundsätzlich in die drei Bewertungskategorien des IFRS 9: erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet sowie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Derivative Finanzinstrumente, für die eine Hedge-Beziehung besteht, gehören grundsätzlich keiner dieser Kategorien an. Zur Verbesserung der Darstellung wurden die Derivate mit Sicherungsbeziehung jedoch als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert. Die Einordnung finanzieller Vermögenswerte hängt nach IFRS 9 von dem Geschäftsmodell zur Steuerung sowie den vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften der Finanzinstrumente ab. Die Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die Finanzinstrumente kontrahiert wurden.

Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden mittels der Effektivzinsmethode bestimmt. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments gibt nach IFRS den Wert an, zu dem ein Finanzinstrument wie unter fremden Dritten gehandelt werden kann, wenn es kauf- und verkaufswillige Parteien gibt und es sich nicht um einen Zwangs- oder Liquidationsverkauf handelt. Im Allgemeinen entspricht der beizulegende Zeitwert dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der beizulegende Zeitwert mittels finanzmathematischer Methoden ermittelt (z.B. durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsflüsse mit dem Marktzinssatz).

Der beizulegende Zeitwert derivativer Finanzinstrumente wird durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsflüsse mit dem Marktzins sowie mittels weiterer anerkannter finanzmathematischer Methoden, wie z.B. Optionspreismodellen, ermittelt.

Ist der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten jedoch nicht verlässlich ermittelbar, werden die Finanzinstrumente mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden zu jedem Abschlussstichtag daraufhin untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Nach IFRS 9 wird eine Risikovorsorge auf Basis erwarteter Kreditverluste (Expected Credit Loss Model) ermittelt. Danach hängt die Höhe der als Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle erfassten Wertberichtigung grundsätzlich davon ab, inwieweit sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz verschlechtert hat. Die Schätzung erfolgt auf Basis von Ratings und fortlaufend aktualisierten Risikoindikatoren. Im Fall einer Wertminderung wird der dadurch entstehende Aufwand erfolgswirksam erfasst.

Im Geschäftsjahr 2022 ergab sich für finanzielle Vermögenswerte mit Ausnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf.

Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bilanziert, der bei kurzfristigen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten dem Nominalwert entspricht.

Für erwartete Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet CLAAS die vereinfachte Vorgehensweise des Expected Credit Loss Model nach IFRS 9 an. Dabei wird die Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste unabhängig von der Kreditqualität über die Restlaufzeit erfasst. Neben der Berücksichtigung vorhandener Sicherheiten werden vergangenheitsbezogene Informationen sowie Prognosen zukünftiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in die Ermittlung des erwarteten Verlusts miteinbezogen.

CLAAS verkauft ausgewählte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf revolvierender oder einmaliger Basis an ein strukturiertes Unternehmen der CLAAS Gruppe oder andere Finanzinstitute. Bei dem strukturierten Unternehmen handelt es sich um eine Asset-backed securitization Gesellschaft, die sich am Kapitalmarkt refinanziert. Die Ausbuchung der Forderungen erfolgt, wenn die mit den Forderungen verbundenen Chancen und Risiken auf einen Dritten übertragen werden und der Zahlungsmittelzufluss aus dem Verkauf sichergestellt ist. Soweit die mit den Forderungen verbundenen Chancen und Risiken, insbesondere das Bonitäts- und Ausfallrisiko, in der CLAAS Gruppe verbleiben, werden diese Forderungen weiterhin in der Bilanz ausgewiesen.

Wertpapiere

Unter den Wertpapieren werden im Wesentlichen Investmentfonds sowie Geldmarktpapiere und Schuldscheindarlehen mit Restlaufzeiten von überwiegend unter einem Jahr ausgewiesen. Die Wertpapiere werden bei CLAAS der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zugeordnet.

Der Ansatz und die Folgebewertung erfolgen zum beizulegenden Zeitwert bzw. Marktpreis.

Liquide Mittel

Die liquiden Mittel umfassen Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten. Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen liquiden Mittel entsprechen dem Bilanzposten "Liquide Mittel".

Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Die Bilanzierung und Bewertung derivativer Finanzinstrumente, für die eine Hedge-Beziehung besteht, erfolgt in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften in IFRS 9 weiterhin nach den Vorschriften des IAS 39.

Derivative Finanzinstrumente werden bei CLAAS zur Absicherung von Finanzrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Anforderungen an die Refinanzierung eingesetzt. Dabei handelt es sich in der Regel um Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken. Zur Absicherung werden vor allem Devisentermin- und -optionsgeschäfte eingesetzt.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Zugang und in den Folgeperioden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des Zeitwertes werden erfolgswirksam im übrigen Finanzergebnis der Periode erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung. Abhängig von der Art der Sicherungsbeziehung erfolgt die Berücksichtigung von Zeitwertänderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral als sonstiges Konzern-Ergebnis im Eigenkapital.

Damit eine Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) erfolgen darf, müssen die Bedingungen des IAS 39 erfüllt sein. Ist dies der Fall, dokumentiert CLAAS ab diesem Zeitpunkt die Sicherungsbeziehung entweder als Fair Value Hedge oder als Cashflow Hedge. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bestanden nur Cashflow Hedges.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, sind in Ziffer 34 dargestellt.

Bei einem Cashflow Hedge werden Risiken schwankender Zahlungsmittelströme abgesichert. Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes des effektiven Teils der Sicherungsbeziehung werden zunächst im sonstigen Konzern-Ergebnis als Eigenkapital berücksichtigt. Die Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, wenn die abgesicherte Transaktion erfolgswirksam wird. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt erfolgswirksam im übrigen Finanzergebnis der Periode erfasst.

Sofern die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht mehr erfüllt sind, erfolgt die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente, die Bestandteile der Sicherungsbeziehung waren, ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden bei der Zugangsbewertung grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten und bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

Vertragsverbindlichkeiten stellen bei CLAAS erhaltene Anzahlungen von Kunden dar, die unter den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. Es handelt sich um Verpflichtungen, Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden zu übertragen, für die vor vertraglicher Leistungserfüllung bereits Kundenzahlungen eingegangen sind.

Die Leasingverbindlichkeiten werden korrespondierend mit dem Nutzungsrecht in Höhe des Barwertes der zukünftigen Leasingraten angesetzt. Die Abzinsung erfolgt unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes. Der Ausweis der Leasingverbindlichkeiten erfolgt in den kurz- und langfristigen Finanzschulden.

Rückstellungen für Pensionen

Rückstellungen für Pensionen werden für leistungsorientierte Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Beschäftigte sowie deren Hinterbliebene gebildet. Die Verpflichtungen beziehen sich vor allem auf Ruhegelder, teils als Grund-, teils als Zusatzversorgung. Die Pensionszusagen richten sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeitenden.

Bei der Bewertung von Rückstellungen für leistungsorientierte Verpflichtungen wird der versicherungsmathematische Barwert der jeweiligen Verpflichtung zugrunde gelegt, der nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") ermittelt wird. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Bewertungsprämissen variieren entsprechend der wirtschaftlichen Situation des Landes, in dem die Pensionspläne aufgestellt wurden. Die bei der Ermittlung der Verpflichtung zugrunde gelegte Lebenserwartung basiert in Deutschland auf den Richttafeln 2018 G von K. Heubeck. In den anderen Ländern werden vergleichbare Grundlagen herangezogen. Die Rückstellung für Pensionen ergibt sich aus dem Saldo des versicherungsmathematischen Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen und des beizulegenden Zeitwertes des zur Deckung der Pensionsverpflichtungen vorhandenen Planvermögens. Der Dienstzeitaufwand ist in den Funktionskosten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Das Nettozinsergebnis geht in das Finanzergebnis ein.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Neubewertungen der Nettoverpflichtung oder des Nettovermögenswertes werden vollständig in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem sie anfallen. Sie werden erfolgsneutral als Bestandteil der sonstigen Rücklagen gebucht. Auch in den zukünftigen Perioden werden sie nicht mehr erfolgswirksam.

Die zur Abzinsung verwendeten Zinssätze werden jährlich zum Abschlussstichtag auf Basis hochwertiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen fristenkongruent zu den Pensionszahlungen bestimmt.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn die CLAAS Gruppe aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die zukünftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft umfassen zu einem großen Teil Produktgarantieverpflichtungen. Rückstellungen für Produktgarantien werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der Produkte oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistung gebildet. Um die Höhe dieser Rückstellungen zu bestimmen, müssen Annahmen über Art und Umfang künftiger Garantie- und Kulanzfälle sowie möglicher Sonderinspektionen getroffen werden. Diese Einschätzungen basieren vorrangig auf historischen Erfahrungswerten. Die Rückstellungen werden regelmäßig an neue Erkenntnisse angepasst.

Rückstellungen werden mit dem bestmöglich geschätzten Erfüllungsbetrag der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag bewertet. Wesentliche langfristige sonstige Rückstellungen werden abgezinst. Aus der reinen Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellungen werden erfolgswirksam als Zinsaufwendungen der Periode erfasst.

Umsatzrealisierung

Die gewöhnliche Geschäftstätigkeit der CLAAS Gruppe liegt in dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen in der Landtechnik. Alle Erträge, die im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stehen, werden abzüglich Erlösschmälerungen, wie z.B. Skonti und Preisnachlässen, als Umsatzerlöse dargestellt. Die Realisierung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich dann, wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, d.h. der Kunde die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen erlangt hat.

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, die Anschaffungskosten der verkauften Waren sowie Aufwendungen für Provisionen, Frachten und Verpackungen, Versicherungen sowie produktionsbezogene Logistikkosten.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Entwicklungskosten für selbst entwickelte künftige Serienprodukte werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert, sofern die Herstellung der Produkte für CLAAS mit einem wirtschaftlichen Nutzen verbunden ist und die übrigen Kriterien für den Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten erfüllt sind.

Die Herstellungskosten umfassen dabei alle dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der entwicklungsbezogenen Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden bei Vorliegen der Voraussetzungen als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Die Abschreibung erfolgt linear ab Produktionsbeginn über die jeweils geschätzte Produktlaufzeit, die in der Regel sechs bis zehn Jahre beträgt.

Forschungskosten, planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungskosten sowie nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden grundsätzlich als Aufwand der Periode in den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Zuwendungen, die nicht auf Investitionen bezogen sind, werden grundsätzlich erfolgswirksam als sonstige betriebliche Erträge in den Perioden erfasst, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen. Zuwendungen für Investitionen werden als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden Vermögenswerte erfasst und führen zu einer entsprechenden Reduzierung der planmäßigen Abschreibungen in den Folgeperioden.

Schätzungen und Beurteilungen des Managements

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten der Berichtsperiode auswirken. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für Sachanlagen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Insbesondere wurden hinsichtlich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich tatsächlich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist nicht davon auszugehen, dass sich wesentliche Änderungen gegenüber den zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen ergeben.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

7. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse entfallen nahezu ausschließlich auf die Lieferung von Gütern. Nach Regionen setzen sich die Umsätze wie folgt zusammen:

in T € 2022 2021
Deutschland 972.633 931.805
Frankreich 803.552 827.556
Übriges Westeuropa 881.188 963.055
Zentral- und Osteuropa 1.071.401 1.136.171
Nord- und Südamerika 851.009 629.807
Übrige außereuropäische Länder 345.737 309.364
Umsatzerlöse 4.925.520 4.797.758

Die folgende Tabelle gibt die erwarteten Umsatzerlöse der nächsten fünf Geschäftsjahre an, die aus bereits zum Bilanzstichtag kontrahierten Leistungsverpflichtungen resultieren:

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Fällig innerhalb eines Jahres 21.054 20.196
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 22.134 20.072
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 13.502 12.500
Fällig zwischen drei und vier Jahren 6.268 5.245
Fällig zwischen vier und fünf Jahren 2.993 1.805
Summe der zukünftig erwarteten Umsatzerlöse aus bereits bestehenden Leistungsverpflichtungen 65.951 59.818

8. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

in T € 2022 2021
Forschungs- und Entwicklungskosten (gesamt) - 279.109 - 262.325
Aktivierung von Entwicklungskosten 67.824 53.248
Abschreibungen und Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungskosten -45.077 - 42.852
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen -256.362 - 251.929
Aktivierungsquote (in %) 24,3 20,3

9. Personalaufwand und Mitarbeitende

Die in den Funktionskosten erfassten Personalaufwendungen teilen sich wie folgt auf:

in T € 2022 2021
Direkte und indirekte Entgelte - 721.945 - 674.811
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung - 157.160 - 133.720
Aufwendungen für Altersversorgung - 12.399 - 11.314
Personalaufwand -891.504 - 819.845

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Mitarbeitenden ist wie folgt:

2022 2021
Direkte Mitarbeitende 4.983 4.437
Indirekte Mitarbeitende 6.843 6.525
Auszubildende 718 682
Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt 12.544 11.644

Direkte Mitarbeitende sind unmittelbar in den Produktionsprozess eingebunden, während indirekte Mitarbeitende die Prozesse in der Produktion, der Organisation und der Verwaltung unterstützen. In der Summe der Mitarbeitenden im Jahresdurchschnitt sind anteilig 327 Mitarbeitende aus gemeinschaftlichen Tätigkeiten enthalten.

10. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Sonstige betriebliche Erträge

in T € 2022 2021
Auflösung von Rückstellungen 57.929 43.543
Forderungsbewertung 7.394 6.760
Zulagen und Zuschüsse 6.986 4.394
Weiterberechnungen 5.664 1.279
Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 5.331 2.277
Versicherungsentschädigungen 4.502 2.148
Miete, Leasing und Pacht 279 309
Übrige Erträge 52.748 36.509
Sonstige betriebliche Erträge 140.833 97.219

Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T € 2022 2021
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen - 84.740 - 1.637
Personalaufwendungen - 8.518 - 9.453
Forderungsbewertung - 5.718 - 7.789
Gebühren, Abgaben und Versicherungen - 3.978 - 5.532
Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen - 1.115 - 1.316
Übrige Aufwendungen - 44.492 - 38.659
Sonstige betriebliche Aufwendungen -148.561 - 64.386

11. Beteiligungsergebnis

in T € 2022 2021
Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen 22.003 22.362
Sonstiges Beteiligungsergebnis -383 - 259
Beteiligungsergebnis 21.620 22.103

12. Finanzergebnis

in T € 2022 2021
Zinsaufwendungen -23.569 - 26.969
davon: aufgrund eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne (CMG) (- 2.940) (- 6.966)
Aufzinsung langfristiger Rückstellungen - 2.252 - 2.781
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen - 730 - 756
Aktivierung von Fremdkapitalkosten 3.143 2.755
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 23.408 - 27.751
Zinserträge 9.591 8.258
Ergebnis aus Wertpapieren und Ausleihungen - 15.040 7.133
Zins- und Wertpapierergebnis -28.857 - 12.360
Übriges Finanzergebnis -23.564 - 19.551
Finanzergebnis -52.421 - 31.911

Die am Erfolg der CLAAS Gruppe orientierte Vergütung der stillen Beteiligung der CMG CLAAS Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft mbH (CMG) ist in dem Posten "aufgrund eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne (CMG)" enthalten.

Die Zinsaufwendungen und -erträge resultieren aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten.

Das übrige Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in T € 2022 2021
Kursergebnis - 19.085 - 14.987
Sonstiges Finanzergebnis - 4.479 - 4.564
Übriges Finanzergebnis - 23.564 - 19.551

13. Ertragsteuern

in T € 2022 2021
Tatsächliche Ertragsteuern - 72.238 - 105.399
Latente Steuern - 5.931 20.933
Ertragsteuern -78.169 -84.466

Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen Ertragsteuersätze lagen zwischen 9,0% und 35,0% (Vorjahr: zwischen 9,0% und 32,0%).

Die Ertragsteuern sind im Geschäftsjahr um 30,0 Mio. € höher als der theoretische Steueraufwand, der sich bei Anwendung des zusammengefassten inländischen Konzernsteuersatzes von 29,0% auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ergeben hätte.

Die Überleitung vom theoretischen zum effektiven Steueraufwand zeigt die nachfolgende Tabelle:

2022 2021
in T € in % in T € in %
Ergebnis vor Ertragsteuern 166.274 357.104
Theoretischer Steueraufwand - 48.219 29,0 -103.560 29,0
Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen - 25 - 10.815 -3,0
Steuereffekte aus Vorjahren -533 0,3 - 749 0,2
Steuerfreie Erträge und nicht abziehbare Aufwendungen - 9.101 5,5 - 4.676 1,3
Bilanzierung von at Equity bewerteten Anteilen 5.405 -3,2 6.485 - 1,8
Auswirkungen steuerlicher Verluste - 5.314 3,2 7.364 - 2,1
Übrige Konsolidierungseinflüsse - 19.850 11,9 897 - 0,2
Sonstiges -532 0,3 - 1.042 0,3
Effektiver Steueraufwand -78.169 47,0 -84.466 23,7

Die Auswirkungen der steuerlichen Verluste beinhalten im Geschäftsjahr eine Reduktion von in Vorjahren angesetzten latenten Steuern auf Verlustvorträge um 3,2 Mio. € sowie einen negativen Effekt von 2,1 Mio. € aus nicht angesetzten neuen Verlusten. Im Vorjahr führte die Bewertung bestehender Verlustvorträge zu einer Minderung der Steuern von 7,9 Mio. € sowie einem gegenläufigen Effekt von 0,5 Mio. € aus nicht angesetzten neuen Verlusten. Die übrigen Konsolidierungseinflüsse im Geschäftsjahr sind im Wesentlichen auf die Bewertung von latenten Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen zurückzuführen, die teilweise aus Wertminderungen auf Sachanlagen gemäß IAS 36 resultieren.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Bilanzposten:

30.09.2022 30.09.2021
in T € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 11.124 83.782 4.605 70.106
Sachanlagen 6.911 16.509 3.745 15.640
Vorräte 65.128 1.429 53.704 1.464
Forderungen und übrige Vermögenswerte 13.639 19.061 13.482 14.273
Rückstellungen 111.919 3.387 139.874 2.087
Verbindlichkeiten und übrige Schulden 12.719 175 8.244 202
Verlustvorträge 16.489 - 21.712 -
Latente Steuern vor Saldierung 237.929 124.343 245.366 103.772
Saldierung - 119.413 - 119.413 - 99.673 - 99.673
Bilanzansatz 118.516 4.930 145.693 4.099

Die steuerlichen Verlustvorträge beliefen sich auf 200,2 Mio. € (Vorjahr: 222,3 Mio. €). Darin ist ein Teilbetrag in Höhe von 130,5 Mio. € (Vorjahr: 138,3 Mio. €) enthalten, auf den aktive latente Steuern in Höhe von 34,0 Mio. € (Vorjahr: 35,9 Mio. €) wertberichtigt sind. Die nicht angesetzten Verlustvorträge unterliegen mehrheitlich zeitlichen Nutzungsbeschränkungen.

Aus der Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen, auf die bislang keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden, entstand ein positiver Effekt in Höhe von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €).

Zum Stichtag 30.09.2022 wurden für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 176,2 Mio. € keine aktiven latenten Steuern angesetzt.

Durch die Verrechnung latenter Steuern sind im Eigenkapital folgende Beträge enthalten:

30.09.2022 30.09.2021
Derivative Finanzinstrumente 3.838 1.800
Währungsumrechnungen - - 1.091
Latente Steuern im kumulierten sonstigen Konzern-Ergebnis 3.838 709
Neubewertungen von leistungsorientierten Pensionsplänen 569 31.009
Latente Steuern in den sonstigen Rücklagen 4.407 31.718

Erläuterungen zur Konzernbilanz

14. Immaterielle Vermögenswerte

in T € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Schutzrechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten Geschäfts- oder Firmenwerte Geleistete Anzahlungen Aktivierte Entwicklungskosten Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.10.2020 85.364 70.470 21.368 311.022 488.224
Währungsunterschiede 480 28 - 162 670
Zugänge 7.617 - 11.601 55.881 75.099
Abgänge - 2.290 - - 4 - 20.965 - 23.259
Umbuchungen 4.321 - - 4.202 - 119
Stand 30.09.2021 95.492 70.498 28.763 346.100 540.853
Währungsunterschiede 533 334 - - 2.196 - 1.329
Änderung aus Wechsel der Konsolidierungsmethode 5.661 - - - 5.661
Änderung Konsolidierungskreis - - 2.500 - - - 2.500
Zugänge 6.637 - 8.387 70.726 85.750
Abgänge - 3.271 - - - 12.757 - 16.028
Umbuchungen 21.833 - - 22.262 1 - 428
Stand 30.09.2022 126.885 68.332 14.888 401.874 611.979
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.10.2020 64.704 55.758 - 78.539 199.001
Währungsunterschiede 327 - - 30 357
Zugänge planmäßig 8.365 - - 38.828 47.193
Zugänge Wertminderung - - - 4.024 4.024
Abgänge - 2.277 - - - 20.965 - 23.242
Stand 30.09.2021 71.119 55.758 - 100.456 227.333
Währungsunterschiede 339 - - - 1.118 - 779
Änderung aus Wechsel der Konsolidierungsmethode 5.161 - - - 5.161
Zugänge planmäßig 13.387 - - 44.717 58.104
Zugänge Wertminderung 462 - - 19.208 19.670
Abgänge - 3.267 - - - 12.756 - 16.023
Stand 30.09.2022 87.201 55.758 - 150.507 293.466
Buchwerte
Stand 30.09.2021 24.373 14.740 28.763 245.644 313.520
Stand 30.09.2022 39.684 12.574 14.888 251.367 318.513

Entwicklungskosten wurden in Höhe von 70,7 Mio. € (Vorjahr: 55,9 Mio. €) aktiviert. Darin enthalten sind aktivierte Fremdkapitalkosten von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €).

Die erforderlichen Werthaltigkeitstests haben einen Wertminderungsbedarf ergeben. Der Wertminderungsaufwand für immaterielle Vermögenswerte beläuft sich auf insgesamt 19,7 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €) und resultiert aus der Wertberichtigung gem. IAS 36 für den Standort in Le Mans / Frankreich. Der Ausweis dieser Wertberichtigung erfolgte unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

15. Sachanlagen

in T € Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.10.2020 494.362 547.793 294.469 75.846 1.412.470
Währungsunterschiede 5.488 4.064 1.684 1.366 12.602
Änderung Konsolidierungskreis - -145 - 147 - - 292
Zugänge 22.981 16.857 15.835 63.194 118.867
Abgänge - 2.294 - 22.318 - 18.842 - 893 - 44.347
Umbuchungen 16.785 23.977 5.858 - 46.739 - 119
Stand 30.09.2021 537.322 570.228 298.857 92.774 1.499.181
Währungsunterschiede 20.968 18.306 1.219 6.749 47.242
Änderung aus Wechsel der Konsolidierungsmethode 10.113 59.820 3.475 7.088 80.496
Zugänge 21.544 21.618 20.351 51.299 114.812
Abgänge - 3.449 - 11.784 - 8.857 - 538 - 24.628
Umbuchungen 30.629 35.259 13.862 - 79.322 428
Stand 30.09.2022 617.127 693.447 328.907 78.050 1.717.531
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.10.2020 217.151 427.545 204.110 2.076 850.882
Währungsunterschiede 2.700 3.742 1.324 143 7.909
Änderung Konsolidierungskreis - - 145 - 147 - - 292
Zugänge planmäßig 12.844 34.081 21.122 - 68.047
Zugänge Wertminderung 192 772 673 81 1.718
Abgänge - 1.470 - 22.048 - 17.783 - - 41.301
Stand 30.09.2021 231.417 443.947 209.299 2.300 886.963
Währungsunterschiede 19.335 20.071 824 1.452 41.682
Änderung aus Wechsel der Konsolidierungsmethode 6.308 45.653 3.087 167 55.215
Zugänge planmäßig 16.015 38.864 22.291 - 77.170
Zugänge Wertminderung 37.174 22.505 1.381 4.370 65.430
Abgänge - 3.340 - 11.598 - 7.707 - - 22.645
Zuschreibungen - - - - 87 -87
Stand 30.09.2022 306.909 559.442 229.175 8.202 1.103.728
Buchwerte
Stand 30.09.2021 305.905 126.281 89.558 90.474 612.218
Stand 30.09.2022 310.218 134.005 99.732 69.848 613.803

Die Zugänge der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Anlagen im Bau enthalten 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) aktivierte Fremdkapitalkosten.

Auf die Sachanlagen am russischen Standort in Krasnodar wurde eine vollständige Wertminderung in Höhe von 40,6 Mio. € erfasst. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der sich daraus ergebenden geänderten Markteinschätzungen waren in Anwendung von IAS 36 und unter Berücksichtigung kaufmännischer Vorsicht entsprechende Wertberichtigungen erforderlich.

Im Rahmen eines Wertminderungstests gemäß IAS 36 wurden am Standort in Le Mans / Frankreich neben immateriellen Vermögenswerten auch Sachanlagen in Höhe von 20,4 Mio. € anteilig wertberichtigt. Ursächlich war neben einer konservativen Markteinschätzung unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Risiken auch der Anstieg des Diskontierungszinssatzes. Der Ausweis der Wertminderungen erfolgte unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Das Sachanlagevermögen wurde wie im Vorjahr nicht als Sicherheit für Schulden verpfändet.

16. Nutzungsrechte

in T € Grundstücke und Bauten Fahrzeuge Innerbetriebliche Transportfahrzeuge Sonstige Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.10.2020 72.942 18.699 7.601 13.259 112.501
Währungsunterschiede 836 273 - 7 1.116
Zugänge 7.311 13.142 2.001 831 23.285
Abgänge - 5.547 - 4.030 - 800 - 291 -10.668
Stand 30.09.2021 75.542 28.084 8.802 13.806 126.234
Währungsunterschiede 1.510 600 - - 75 2.035
Zugänge 10.642 4.617 2.001 15.730 32.990
Abgänge - 4.095 - 6.140 - 1.200 - 5.651 - 17.086
Stand 30.09.2022 83.599 27.161 9.603 23.810 144.173
Abschreibungen
Stand 01.10.2020 11.205 6.273 1.601 5.288 24.367
Währungsunterschiede 230 80 - 1 311
Zugänge planmäßig 11.775 7.616 2.001 5.537 26.929
Abgänge - 2.941 - 3.937 - 800 - 247 - 7.925
Stand 30.09.2021 20.269 10.032 2.802 10.579 43.682
Währungsunterschiede 636 130 - -31 735
Zugänge planmäßig 11.562 6.999 2.001 4.761 25.323
Abgänge - 2.718 - 5.900 - 1.200 - 5.404 - 15.222
Stand 30.09.2022 29.749 11.261 3.603 9.905 54.518
Buchwerte
Stand 30.09.2021 55.273 18.052 6.000 3.227 82.552
Stand 30.09.2022 53.850 15.900 6.000 13.905 89.655

Bei den sonstigen Nutzungsrechten handelt es sich im Wesentlichen um IT-Hardware. Der im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigte Aufwand aus Leasingverhältnissen, die als geringwertig oder kurzfristig klassifiziert wurden, beträgt 15,2 Mio. €.

17. At Equity bewertete Anteile

Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu den nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die einzeln und in Summe nicht von wesentlicher Bedeutung für die CLAAS Gruppe sind:

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
in T € 2022 2021 2022 2021
At Equity Ergebnis 6.560 5.473 15.443 16.889
Buchwerte der at Equity bewerteten Anteile 54.518 38.741 101.827 122.025

Die at Equity bewerteten Anteile umfassen vor allem die Beteiligungen an den CLAAS Financial Services Gesellschaften, die Finanzierungslösungen für Investitionen in CLAAS Maschinen anbieten.

18. Vorräte

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 305.939 180.287
Unfertige Erzeugnisse 229.603 96.698
Fertige Erzeugnisse und Waren 813.240 649.507
Vorräte 1.348.782 926.492

Die im Geschäftsjahr erfolgswirksam berücksichtigte Erhöhung der Wertminderung bei Vorräten betrug 59,2 Mio. € (Vorjahr: Verringerung um 2,6 Mio. €) und wurde in den Umsatzkosten erfasst. Davon entfallen 43,5 Mio. € auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse. Die Vorräte wurden wie im Vorjahr nicht als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet.

19. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Bruttobuchwert 496.529 482.965
Wertberichtigungen - 42.269 - 41.669
Nettobuchwert 454.260 441.296

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

in T € 2022 2021
Wertberichtigungen am 01.10. 41.669 40.822
Inanspruchnahme - 577 - 1.365
Nettozuführung / -auflösung -2.694 750
Währungsunterschiede 3.871 1.462
Wertberichtigungen am 30.09. 42.269 41.669

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach den Kriterien der Wertminderung und Überfälligkeit:

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Weder überfällig noch einzelwertberichtigt 370.730 370.706
Nicht einzelwertberichtigt und in den folgenden Zeitbändern überfällig:
bis 30 Tage 49.217 35.960
31 bis 60 Tage 13.473 13.007
61 bis 90 Tage 6.383 8.445
über 90 Tage 12.198 11.610
Einzelwertberichtigte Forderungen 2.259 1.568
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 454.260 441.296

Aus wertberichtigten finanziellen Vermögenswerten wurden nur in unwesentlichem Umfang Zinserträge vereinnahmt. Bestehende Kreditrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Ziffer 35 erläutert.

Asset-backed securitization

Im Rahmen des Asset-backed securitization Programms (ABS-Programm) werden auf revolvierender Basis Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft. Zum Geschäftsjahresende betrug das Nominalvolumen der verkauften Forderungen 224,4 Mio. € (Vorjahr: 159,8 Mio. €), die zu einer Ausbuchung aus der Bilanz führten.

Im Rahmen dieser Verkäufe behält die CLAAS Gruppe in einigen Fällen den Anteil an den verkauften Forderungen zurück, der unter Umständen durch künftige Gutschriften bzw. Aufrechnungen ausgeglichen wird. Die hieraus resultierenden Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 80,6 Mio. € (Vorjahr: 56,3 Mio. €).

Im Rahmen dieser Verkäufe hat die CLAAS Gruppe für die teilweise zurückbehaltenen Forderungsausfallreserven am Bilanzstichtag Vermögenswerte in Höhe von 14,0 Mio. € (Vorjahr: 12,5 Mio. €) bilanziert. Die mit den Verkäufen verbundenen Finanzschulden belaufen sich auf 22,5 Mio. € (Vorjahr: 17,7 Mio. €).

20. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

in T € kurzfristig langfristig 30.09.2022 kurzfristig langfristig 30.09.2021
Derivative Finanzinstrumente 43.457 - 43.457 22.465 9.511 31.976
Ausleihungen - 14.282 14.282 - 12.078 12.078
Debitorische Kreditoren 10.158 - 10.158 7.080 - 7.080
Forderungen gegen Beteiligungen 5.333 3.565 8.898 10.704 4.665 15.369
Darlehensforderungen 675 - 675 789 - 789
Übrige finanzielle Vermögenswerte 150.235 17.529 167.764 115.304 20.175 135.479
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 209.858 35.376 245.234 156.342 46.429 202.771

21. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

in T € kurzfristig langfristig 30.09.2022 kurzfristig langfristig 30.09.2021
Sonstige Steuern 77.863 - 77.863 42.452 - 42.452
Rechnungsabgrenzungsposten 27.889 2.291 30.180 21.571 1.288 22.859
Geleistete Anzahlungen 20.539 - 20.539 15.285 - 15.285
Ertragsteuerforderungen 14.957 4.372 19.329 11.556 3.521 15.077
Überdeckung fondsfinanzierter Versorgungsansprüche - 14.489 14.489 - 13.143 13.143
Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte 8.052 283 8.335 4.057 4.372 8.429
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 149.300 21.435 170.735 94.921 22.324 117.245

22. Wertpapiere

Von den Wertpapieren im Gesamtwert von 533,9 Mio. € (Vorjahr: 698,8 Mio. €) entfielen 92,6 Mio. € (Vorjahr: 104,7 Mio. €) auf Investmentfonds. Das übrige Volumen entfällt auf Geldmarktpapiere und Schuldscheindarlehen mit Restlaufzeiten von überwiegend unter einem Jahr.

Von den zu Beginn des Geschäftsjahres vorhandenen Wertpapieren sind Wertpapiere mit historischen Anschaffungskosten von insgesamt 577,0 Mio. € (Vorjahr: 286,2 Mio. €) im Geschäftsjahr abgegangen.

Wertpapiere im Gesamtwert von 11,7 Mio. € (Vorjahr: 10,7 Mio. €) sind verpfändet, um den gesetzlichen Anforderungen im Rahmen des Altersteilzeitgesetzes Rechnung zu tragen.

23. Liquide Mittel

Von den liquiden Mitteln entfallen 22,5 Mio. € (Vorjahr: 17,7 Mio. €) auf Zahlungseingänge aus übertragenen Forderungen aus dem ABS-Programm, die nicht frei verfügbar und an Vertragspartner abzuführen sind.

In einzelnen Ländern (z.B. Argentinien, China und Russland) unterliegen liquide Mittel in Höhe von 146,0 Mio. € Devisenkontrollen und stehen dem Konzern nicht uneingeschränkt für länderübergreifende Transaktionen zur Verfügung.

24. Eigenkapital

Als gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage sind im Konzernabschluss die entsprechenden Beträge aus dem Einzelabschluss der CLAAS KGaA mbH ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital der CLAAS KGaA mbH setzt sich dabei aus drei Millionen stimmberechtigten, nennwertlosen Namensstückaktien zusammen. Komplementärin ohne Kapitaleinlage ist die Helmut Claas GmbH; Kommanditaktionäre der CLAAS KGaA mbH sind direkt oder indirekt ausschließlich Familienangehörige. Die Kapitalrücklage enthält ausschließlich andere Zuzahlungen von Gesellschaftern.

In der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung sind die Entwicklung des Eigenkapitals sowie Detailinformationen zur Veränderung der Gewinnrücklagen und des kumulierten sonstigen Konzern-Ergebnisses dargestellt.

Die im abgelaufenen Geschäftsjahr an die Anteilseigner ausgeschüttete Dividende belief sich auf 75,0 Mio. €.

Das Kapitalmanagement von CLAAS wird grundsätzlich durch gesellschaftsrechtliche Bestimmungen vorgegeben. Dabei entspricht das gemanagte Kapital dem bilanziellen Eigenkapital der CLAAS Gruppe. Ziel des Kapitalmanagements ist eine angemessene Eigenkapitalquote.

Sollten vertragliche Bestimmungen einzuhalten sein, wird das Kapital zusätzlich auch nach diesen Größen gesteuert.

25. Finanzschulden

in T € kurzfristig langfristig 30.09.2022 kurzfristig langfristig 30.09.2021
Schuldscheindarlehen - 300.000 300.000 - 300.000 300.000
Leasingverbindlichkeiten 40.833 78.017 118.850 39.034 75.980 115.014
Anleihen 112.153 - 112.153 163.878 94.877 258.755
Gesellschafterdarlehen 2.496 38.787 41.283 4.119 41.991 46.110
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35.727 3.737 39.464 26.619 10.853 37.472
Finanzschulden 191.209 420.541 611.750 233.650 523.701 757.351

Die nachstehende Tabelle zeigt Details zu der privat platzierten Anleihe und den Schuldscheindarlehen:

Nominalvolumen Buchwert 30.09.2022 Kupon in % p.a. Fälligkeit
Anleihe 2012 110.000 TUSD 112.153 T € 4,08 11.2022
Schuldscheindarlehen 2015 50.000 T € 50.000 T € 1,75 08.2024
Schuldscheindarlehen 2020 215.000 T € 215.000 T € 0,6 bzw. 0,6 + -6M-Euribor (mind. 0) 08.2027
Schuldscheindarlehen 2020 35.000 T € 35.000 T € 0,75 08.2029

Die Rückzahlung der noch bestehenden Anleihe aus 2012 erfolgte planmäßig am 15. November 2022.

Für die in verschiedenen Währungen valutierenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gelten Zinssätze von 0,25% p.a. bis 8,95% p.a. Von diesen Verbindlichkeiten sind 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entfallen zum Teil auf sehr kurzfristige Verbindlichkeiten im Rahmen des ABS-Programms.

Bei den Gesellschafterdarlehen handelt es sich vor allem um Verbindlichkeiten gegenüber Kommanditaktionären.

Die Leasingverbindlichkeiten wurden je nach Laufzeit des Leasingverhältnisses mit Grenzfremdkapitalzinssätzen zwischen 0,07% p.a. bis 1,11% p.a. diskontiert. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeiten der Leasingverbindlichkeiten zum Stichtag:

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Fällig innerhalb eines Jahres 40.833 39.034
Fällig zwischen einem und fünf Jahren 63.562 58.527
Fällig nach mehr als fünf Jahren 14.455 17.453
Leasingverbindlichkeiten 118.850 115.014

Den zukünftig fälligen Leasingzahlungen stehen zu erwartende Eingänge aus Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Sublease-Verträgen für CLAAS Maschinen in Höhe von 30,1 Mio. € gegenüber.

Darüber hinaus standen der CLAAS Gruppe am Bilanzstichtag zur allgemeinen Finanzierung Kreditlinien bei Banken sowie ein flexibel nutzbarer Konsortialkredit ("Syndicated Loan") im Gesamtvolumen von 826,4 Mio. € zur Verfügung, von denen 787,0 Mio. € nicht in Anspruch genommen wurden.

26. Stille Beteiligung

Die stille Beteiligung der CMG wird ergebnisabhängig vergütet und ist im Haftungsfall nachrangig zu behandeln. Gemäß IFRS stellen rückzahlbare Kapitalüberlassungen Finanzschulden dar. Für die stille Beteiligung ist der beizulegende Zeitwert nicht zuverlässig ermittelbar, daher wird an dieser Stelle der Buchwert dargestellt.

Die CMG erhält für ihre nachrangige Einlage eine am Erfolg der CLAAS Gruppe orientierte Vergütung; eine entsprechende Teilnahmeverpflichtung an einem gegebenenfalls eintretenden Verlust besteht ebenfalls. Bei der stillen Beteiligung können 10,6 Mio. € bis zum 30. September 2023 ordentlich gekündigt werden. Für weitere 26,8 Mio. € bestehen ordentliche Kündigungsmöglichkeiten zwischen den Geschäftsjahren 2024 und 2027.

27. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

in T € kurzfristig langfristig 30.09.2022 kurzfristig langfristig 30.09.2021
Derivative Finanzinstrumente 29.518 - 29.518 20.721 - 20.721
Zinsabgrenzung 1.914 - 1.914 2.464 - 2.464
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 39.753 679 40.432 22.333 579 22.912
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 71.185 679 71.864 45.518 579 46.097

28. Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

in T € kurzfristig langfristig 30.09.2022 kurzfristig langfristig 30.09.2021
Vertragsverbindlichkeiten 260.106 - 260.106 112.070 - 112.070
Rechnungsabgrenzungsposten 81.346 - 81.346 75.892 - 75.892
Sonstige Steuern 74.971 - 74.971 56.185 - 56.185
Soziale Sicherheit 10.821 - 10.821 7.478 - 7.478
Übrige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.283 - 1.283 355 - 355
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 428.527 - 428.527 251.980 - 251.980

29. Rückstellungen für Pensionen

Leistungsorientierte Pensionspläne

Die Rückstellungen für Pensionen in der CLAAS Gruppe umfassen sowohl Verpflichtungen aus laufenden Pensionen als auch Anwartschaften aus zukünftig zu zahlenden Pensionen für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen. Die Pensionszusagen richten sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeitenden. Grundsätzlich variieren die leistungsorientierten Pensionspläne im Konzern entsprechend den wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Für Mitglieder der Konzernleitung existieren individuelle Zusagen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen für Mitarbeitende des Konzerns entfallen überwiegend auf Verpflichtungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Für neue Mitglieder sind die Versorgungspläne in Deutschland seit 2006 und in Großbritannien seit 2008 geschlossen.

Die Zusammensetzung der leistungsorientierten Verpflichtungen ist wie folgt:

in T € / 30.09.2022 Leistungsorientierte Verpflichtungen (DBO) Zeitwert des Planvermögens Nettoverpflichtung
Deutschland 193.763 478 193.285
Frankreich 27.946 - 27.946
Großbritannien 50.608 65.097 -14.489
Andere Länder 3.255 - 3.255
Bilanzansatz 275.572 65.575 209.997
davon: Rückstellungen für Pensionen 224.486
davon: sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 14.489
in T € / 30.09.2021 Leistungsorientierte Verpflichtungen (DBO) Zeitwert des Planvermögens Nettoverpflichtung
Deutschland 289.213 487 288.726
Frankreich 35.103 - 35.103
Großbritannien 78.391 91.534 - 13.143
Andere Länder 3.766 - 3.766
Bilanzansatz 406.473 92.021 314.452
davon: Rückstellungen für Pensionen 327.595
davon: sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 13.143

Die Veränderungen im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in T € 2022 2021
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen am 01.10. 406.473 418.540
Laufender Dienstzeitaufwand 10.503 9.537
Zinsaufwand 3.861 3.863
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste - 131.750 -18.869
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, Plankürzungen und Planabgeltungen -55 -86
Währungsunterschiede - 1.814 4.307
Geleistete Pensionszahlungen - 11.833 - 11.020
Sonstiges 187 201
Barwert der leistungsorientieren Verpflichtungen am 30.09. 275.572 406.473

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste resultieren zum ganz überwiegenden Teil aus den Änderungen finanzieller Annahmen.

Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

in T € 2022 2021
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am 01.10. 92.021 80.033
Zinserträge 1.716 1.199
Erträge / Aufwendungen aus Planvermögen ohne bereits in den Zinsen enthaltene Beträge - 25.613 5.836
Arbeitgeberbeiträge 2.053 2.063
Arbeitnehmerbeiträge 187 201
Währungsunterschiede - 2.165 4.658
Geleistete Pensionszahlungen aus dem Planvermögen - 2.624 - 1.969
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am 30.09. 65.575 92.021

Im Gesamtergebnis sind für leistungsorientierte Pläne die folgenden Beträge erfasst:

in T € 2022 2021
Laufender Dienstzeitaufwand - 10.503 - 9.537
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 55 86
Zinsaufwand - 3.861 -3.863
Zinsertrag 1.716 1.199
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Komponenten der leistungsorientierten Pläne - 12.593 - 12.115
Erträge / Aufwendungen aus Planvermögen ohne bereits in den Zinsen enthaltene Beträge - 25.613 5.836
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 131.750 18.869
Im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste Komponenten der leistungsorientierten Pläne 106.137 24.705

Der Zinsaufwand und der Zinsertrag sind im Finanzergebnis enthalten. Der Dienstzeitaufwand und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand werden grundsätzlich in den Funktionskosten ausgewiesen.

Der gesamte Aufwand aus dem Planvermögen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 23,9 Mio. € (Vorjahr: Ertrag 7,0 Mio. €).

Bei der versicherungsmathematischen Ermittlung der leistungsorientierten Pensionspläne wurden folgende wesentliche Annahmen (Durchschnitt) zugrunde gelegt:

30.09.2022 30.09.2021
in % Deutschland Übrige Deutschland Übrige
Abzinsungssatz 3,60 4,55 0,95 1,59
Gehaltstrend 3,00 3,10 2,50 2,80
Rententrend 2,00 - 1,75 -

Das Planvermögen entfällt im Wesentlichen auf den Plan in Großbritannien und setzt sich wie folgt zusammen:

30.09.2022 30.09.2021
in T € in % in T € in %
Aktien 26.778 40,8 28.441 30,9
Anleihen 37.141 56,7 61.240 66,6
Liquide Mittel 1.178 1,8 1.853 2,0
Sonstiges 478 0,7 487 0,5
Planvermögen 65.575 100,0 92.021 100,0

Die Aktien- und Anleihepositionen werden in Form von Fonds gehalten, für die regelmäßig Rücknahmepreise gestellt werden. Für die in den Fonds enthaltenen Aktien und Anleihen bestehen Marktpreisnotierungen an aktiven Märkten. Der Marktwert des Planvermögens wird maßgeblich durch die Situation an den Kapitalmärkten bestimmt. Ungünstige Entwicklungen vor allem bei Aktien und Anleihen könnten den Marktwert vermindern. Durch die breite Diversifikation der Anleihepositionen in den gehaltenen Fonds und die hohe Qualität der Anleiheschuldner wird das Anlagerisiko begrenzt.

Das Planvermögen wird überwiegend auf Grundlage eines Treuhandvertrags von einem Treuhandverein in Großbritannien verwaltet, der unter anderem die Prinzipien und die Strategie für die Kapitalanlagetätigkeit festlegt.

Bei der Anlagestrategie wird auf eine ausreichende Diversifizierung geachtet, um das Anlagerisiko über verschiedene Märkte und Wertpapierklassen zu streuen. Zudem wird auf eine hinreichende Kongruenz zwischen den Risikotreibern auf Anlage- und Verpflichtungsseite Wert gelegt. Bei der Investition des Planvermögens werden Vorgaben hinsichtlich der Anlageart und der geographischen Märkte beachtet. Im Geschäftsjahr und in der Vorperiode lag der Schwerpunkt der Investitionen auf Wertpapieren aus Großbritannien.

Bei ansonsten unveränderten Annahmen würde der Anstieg des Abzinsungssatzes um 25 Basispunkte, als maßgebliche versicherungsmathematische Annahme, zu einer Verringerung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen um 12,6 Mio. € führen. Eine Senkung des Abzinsungssatzes um 25 Basispunkte entspricht einem Anstieg des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen um 8,6 Mio. €. Die Realität wird wahrscheinlich davon abweichen.

Eine Zu- bzw. Abnahme des Rententrends um 50 Basispunkte hätte eine vergleichbare Auswirkung auf den Barwert der Verpflichtungen wie eine Veränderung des Abzinsungssatzes um 25 Basispunkte bei ansonsten unveränderten Annahmen. Eine mögliche Veränderung des Gehaltstrends wäre hingegen unbedeutend.

Am 30. September 2022 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen bei 16,1 Jahren (Vorjahr: 19,6 Jahre).

Für das Geschäftsjahr 2023 werden Rentenzahlungen in Höhe von 10,2 Mio. € erwartet. Die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen werden voraussichtlich 2,0 Mio. € betragen.

Beitragsorientierte Pläne

Neben den leistungsorientierten Pensionsplänen bestehen in Deutschland, Nordamerika und China auch beitragsorientierte Pläne. Zusätzlich wurden in Deutschland Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger geleistet.

Der Gesamtaufwand für beitragsorientierte Pläne setzt sich wie folgt zusammen:

in T € 2022 2021
Beitragsorientierte Pensionspläne 3.702 3.381
Staatliche Pläne 33.945 30.190
Gesamtaufwand beitragsorientierte Pläne 37.647 33.571

30. Ertragsteuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen
in T € Ertragsteuerrückstellungen Mitarbeiterbezogene Verpflichtungen Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft Übrige Verpflichtungen
Stand 01.10.2021 60.312 204.819 456.353 83.553
Inanspruchnahme - 44.530 - 156.430 - 261.202 - 9.296
Auflösung -543 -6.336 - 48.901 - 2.692
Zuführung 33.791 148.340 335.693 29.420
Zinsanteil /Zinssatzänderung - 108 - 113 - 11
Währungsunterschiede 2.402 2.405 15.937 17.466
Stand 30.09.2022 51.432 192.906 497.767 118.440
davon: langfristig - 30.477 23.602 23.866
davon: kurzfristig 51.432 162.429 474.165 94.574
in T € Sonstige Rückstellungen Gesamt
Stand 01.10.2021 744.725 805.037
Inanspruchnahme - 426.928 - 471.458
Auflösung - 57.929 - 58.472
Zuführung 513.453 547.244
Zinsanteil /Zinssatzänderung - 16 - 16
Währungsunterschiede 35.808 38.210
Stand 30.09.2022 809.113 860.545
davon: langfristig 77.945 77.945
davon: kurzfristig 731.168 782.600

In den Ertragsteuerrückstellungen sind Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern enthalten.

Die mitarbeiterbezogenen Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeit, ausstehenden Urlaub, Jubiläen und Jahressonderzahlungen. In den Verpflichtungen aus dem Absatzgeschäft sind überwiegend Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche, Umsatzboni und Rabatte sowie andere verkaufsfördernde Maßnahmen enthalten.

Sonstige Erläuterungen

31. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Für die CLAAS Gruppe bestehen zum Stichtag folgende Verpflichtungen:

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen 9.689 22.143
Wechselobligo, Bürgschaften etc. 17.480 18.644

Zum 30. September 2022 bestehen aus bereits abgeschlossenen, aber noch nicht begonnenen Leasingverhältnissen zukünftige finanzielle Verpflichtungen von 2,2 Mio. €.

32. Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Gesellschaften der CLAAS Gruppe sind im Rahmen des allgemeinen Geschäftsbetriebs an verschiedenen Prozessen und behördlichen Verfahren beteiligt bzw. Ansprüchen Dritter ausgesetzt oder es könnten in der Zukunft solche Verfahren eingeleitet bzw. geltend gemacht werden (z.B. Patente, Produkthaftung und Lieferungen und Leistungen betreffend). Auch wenn der Ausgang der einzelnen Verfahren im Hinblick auf die Unwägbarkeiten, mit denen Rechtsstreitigkeiten behaftet sind, nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden kann, wird sich hieraus nach derzeitiger Einschätzung über die im Abschluss als Verbindlichkeiten oder Rückstellungen berücksichtigten Risiken hinaus kein erheblich nachteiliger Einfluss auf die Ertragslage der CLAAS Gruppe ergeben.

33. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Kategorien

in T € 30.09.2022 30.09.2021
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 585.406 738.329
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 5.902 2.707
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.128.359 1.111.006
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 29.518 20.721
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.051.418 1.004.556

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechen grundsätzlich ihren beizulegenden Zeitwerten.

Bei den Finanzschulden weichen die Werte voneinander ab: Der Buchwert der Finanzschulden belief sich auf 611,8 Mio. € (Vorjahr: 757,4 Mio. €), der beizulegende Zeitwert auf 580,0 Mio. € (Vorjahr: 772,1 Mio. €). Hiervon entfiel der gesamte Betrag auf Level 2 der Fair Value Hierarchie.

Fair Value Hierarchie

Die Marktwerte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten können sich gemäß der Fair Value Hierarchie aus nachfolgenden Basisdaten ergeben.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegliedert nach dem Level ihrer Bewertung.

Dabei sind die einzelnen Level nach IFRS 13 wie folgt definiert:

Level 1 Bewertung anhand von Börsenkursen aus aktiven Märkten für gleichartige Finanzinstrumente

Level 2 Bewertung auf Basis von Inputdaten, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten Börsenkurse aus aktiven Märkten handelt, die sich aber entweder direkt oder indirekt beobachten lassen

Level 3 Bewertung auf Basis von Modellen, denen nicht am Markt beobachtbare Inputdaten zugrunde liegen

30.09.2022 30.09.2021
in T € Level 1 Level 2 Level 3 Level 1 Level 2 Level 3
Wertpapiere 92.639 441.232 - 698.774 - -
Derivative Finanzinstrumente - 43.457 - - 31.976 -
Sonstige Finanzanlagen - - 13.980 - - 10.286
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 92.639 484.689 13.980 698.774 31.976 10.286
Derivative Finanzinstrumente - 29.518 - - 20.721 -
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 29.518 - - 20.721 -

Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten lassen sich den folgenden Kategorien zuordnen:

in T € 2022 2021
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - 12.696 - 2.233
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 24.225 3.967
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - 57.139 - 27.403
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten - 45.610 - 25.669

Die Nettogewinne oder -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die Ergebnisse aus Marktwertänderungen.

Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten beinhalten die Nettogewinne oder -verluste Zinserträge, Wechselkurseffekte, Wertminderungen, Zuschreibungen, realisierte Abgangserfolge und nachträgliche Eingänge aus abgeschriebenen Finanzinstrumenten.

Die Nettogewinne oder -verluste der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Zinsaufwendungen und Wechselkurseffekte.

34. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

Für einen Teil der derivativen Finanzinstrumente wird kein Hedge Accounting angewendet. Die Marktwertänderungen dieser Derivate werden ergebniswirksam erfasst. Bei Anwendung des Hedge Accounting werden derivative Finanzinstrumente zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedge) eingesetzt. Andere Sicherungsbeziehungen bestanden im Geschäftsjahr nicht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die eingesetzten derivativen Finanzinstrumente und deren bilanzierte beizulegende Zeitwerte:

30.09.2022 30.09.2021
in T € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Devisentermingeschäfte 39.233 25.170 30.179 14.770
davon: Cashflow Hedges (32.191) (20.369) (26.655) (11.716)
Devisenoptionsgeschäfte 4.224 3.930 1.797 5.951
davon: Cashflow Hedges (3.142) (-) (723) (-)
Sonstige - 418 - -
davon: Cashflow Hedges (-) (-) (-) (-)
Derivative Finanzinstrumente 43.457 29.518 31.976 20.721
davon: langfristig - - 9.511 -
davon: kurzfristig 43.457 29.518 22.465 20.721

Die mit Cashflow Hedges abgesicherten Zahlungsströme aus Währungsrisiken aus langfristigen Finanzschulden werden in 2023 fällig und ergebniswirksam. Die Realisierung der Grundgeschäfte der Cashflow Hedges für Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft wird im Wesentlichen in den nächsten 12 bis 18 Monaten erwartet. Die Ergebniswirkung dieser Absicherungen erfolgt somit vor allem im kommenden Geschäftsjahr. Die im Geschäftsjahr aus dem Eigenkapital in das Kursergebnis umgebuchten Wertänderungen von Cashflow Hedges betrugen - 5,6 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €).

Der ineffektive Teil aus Cashflow Hedges, der erfolgswirksam im Kursergebnis erfasst wurde, belief sich auf 0,5 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €).

35. Management von Finanzrisiken

Grundsätze des Risikomanagements

Die CLAAS Gruppe ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit Marktpreisrisiken, vor allem Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken, ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite bestehen unter anderem Rohstoffpreisrisiken sowie Risiken bezüglich der allgemeinen Versorgungssicherheit. Darüber hinaus ergeben sich Kreditrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Forderungen im Zusammenhang mit Finanztransaktionen, wie der Anlage liquider Mittel oder dem Erwerb von Wertpapieren. Liquiditätsrisiken könnten sich aus einer erheblichen Verschlechterung des operativen Geschäftes, aber auch als Konsequenz aus den vorgenannten Risikokategorien ergeben.

Marktpreisrisiken werden konzernweit identifiziert und zentral durch das Konzern-Treasury gemessen, überwacht und gesteuert. Zur Begrenzung und Steuerung von Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken wird ein systematisches, zentrales Devisen- und Zinsmanagement betrieben. Neben operativen Maßnahmen zur Risikobegrenzung werden auch alle gängigen Finanzinstrumente einschließlich derivativer Instrumente zur Risikosteuerung eingesetzt. Sämtliche Geschäftsabschlüsse erfolgen ausschließlich auf der Basis vorhandener bzw. durch konkrete Planungen unterlegter Grundgeschäfte und werden bei Bedarf rollierend erneuert. Geschäftspartner sind dabei ausschließlich Banken von sehr guter Bonität.

Kreditrisiken werden konzernweit durch die jeweiligen dezentralen Einheiten in Ergänzung durch das Konzern-Kreditmanagement identifiziert, überwacht und gesteuert. Der Fokus der Aktivität der dezentralen Einheiten liegt auf der operativen Überwachung und Steuerung der jeweiligen Risiken unter Berücksichtigung der lokal adaptierten Rahmenbedingungen, die seitens des Konzern-Kreditmanagements vorgegeben wurden. Das Konzern-Kreditmanagement legt generelle Leitlinien fest, anhand derer die dezentral betreuten Vorgänge überwacht und gesteuert werden.

Da das Management und die Aufsichtsgremien von CLAAS großen Wert auf ein geordnetes Risikomanagement legen, ist ein umfassendes Überwachungssystem installiert, das den gesetzlichen Anforderungen Rechnung trägt. In diesem Zusammenhang erfolgt eine regelmäßige Kontrolle der Effizienz der verwendeten Sicherungsinstrumente und der Zuverlässigkeit der internen Kontrollsysteme durch interne und externe Prüfungen.

CLAAS betreibt ein striktes Risikomanagement. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Zwecken des Risikomanagements eingesetzt, d.h. zur Begrenzung und Steuerung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft. Es besteht eine strikte räumliche und organisatorische Funktionstrennung zwischen Geschäftsabschluss einerseits sowie Kontrolle und Buchung andererseits. Betragsmäßige und inhaltliche Handlungsrahmen sind in internen Richtlinien festgelegt. Im Finanzbereich wird eine laufende Bewertung und Analyse der Risikopositionen mittels geeigneter Systeme vorgenommen. Die Analyse beinhaltet unter anderem Simulations- und Szenariorechnungen. Die zuständigen Gremien werden regelmäßig über die Risikopositionen informiert. Für bestimmte Transaktionen im Bereich des Finanzmanagements ist eine Zustimmung der Konzernleitung und / oder des Gesellschafterausschusses erforderlich.

Kreditrisiken

CLAAS ist im operativen Geschäft und aus Finanzierungsaktivitäten Kreditrisiken ausgesetzt. Diese Risiken beinhalten die Gefahr eines unerwarteten ökonomischen Verlusts, der dadurch hervorgerufen wird, dass ein Vertragspartner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Sie umfassen dabei sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung, verbunden mit der Gefahr der Konzentration einzelner Risiken. Das maximale Risiko aus finanziellen Vermögenswerten entspricht dem Buchwert.

Die effektive Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken ist elementarer Bestandteil des Risikomanagementsystems. Das Konzern-Kreditmanagement hat konzernweit gültige Grundsätze für die Kreditrisikosteuerung definiert. CLAAS führt für alle Kunden mit einem Kreditbedarf, der über bestimmte Grenzen hinausgeht, interne Kreditwürdigkeitsprüfungen und -klassifizierungen durch. Die Daten hierfür beruhen neben den von den Kunden vorzulegenden Abschlussunterlagen auf Angaben externer Kreditratingagenturen, auf bisherigen Ausfallerfahrungen seitens CLAAS sowie auf Erfahrungen aus langjährigen partnerschaftlichen Geschäftsbeziehungen zu den Kunden.

Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich aus den in der Bilanz angesetzten Buchwerten. Ausfallrisiken werden durch Wertberichtigungen erfasst. Im Einzelnen war kein Kunde für einen wesentlichen Teil des Gesamtvolumens der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verantwortlich.

Im Geschäftsjahresverlauf ebenso wie zum Abschlussstichtag deuten keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner der weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Die gehaltenen Sicherheiten zur Minimierung potenzieller Kreditrisiken umfassen im Wesentlichen Kreditversicherungen, Garantien von Kunden bzw. Kreditinstituten sowie teilweise Eigentumsvorbehalte. Weder im Geschäftsjahr 2022 noch im Vorjahr waren bedeutende Ausfälle zu verzeichnen.

Im Rahmen von Anlagen in liquiden Mitteln und Wertpapieren ist die CLAAS Gruppe Kreditrisiken ausgesetzt. Es besteht die Gefahr, dass Schuldner bzw. Emittenten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Um diese Risiken zu minimieren, werden Emittenten und Schuldner sorgfältig ausgewählt. Diese müssen gemäß der Klassifizierung der Ratingagentur Standard & Poor's mindestens ein Rating von BBB aufweisen. Um das potenzielle Ausfallrisiko weiter zu begrenzen, werden die Anlagen breit diversifiziert. Dies wird anhand eines markt- und ratingorientierten Limitsystems kontinuierlich überwacht. Die grundsätzliche jährliche Anlagestrategie und das Limitsystem werden von den zuständigen Gremien der CLAAS Gruppe genehmigt.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Zwecken des Risikomanagements eingesetzt. Sie werden entweder einzeln zum Zeitwert bewertet oder sind Bestandteil des Hedge Accounting. Das maximale Kreditrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten entspricht deren positiven Marktwerten. Der Einfluss der Kontrahentenrisiken auf die Marktwerte wird mittels Credit Value Adjustment quantifiziert. Kontrahenten sind ausschließlich international tätige Kreditinstitute. Die Bonität der Kontrahenten wird laufend anhand der Kreditratings von Ratingagenturen und anhand der Marktpreise für Ausfallversicherungen überprüft. Darüber hinaus wird das Ausfallrisiko durch eine breite Diversifikationsstrategie limitiert.

Risiken können sich auch aus ausgegebenen Finanzgarantien ergeben. Zum 30. September 2022 betrug das maximale Risiko bei Vorliegen einer drohenden Inanspruchnahme 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes wurde zum Zugangszeitpunkt unter Anwendung der Erwartungswertmethode vorgenommen. Berücksichtigt wurden Kreditrisikominderungen (Verwertungserlöse) sowie Risiken, die sich mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 5% bis 10% (Vorjahr: 5% bis 10%) ergeben können.

Liquiditätsrisiken

Zur effektiven Begegnung von Liquiditätsrisiken ergreift die CLAAS Gruppe eine Vielzahl von Maßnahmen. Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit ist dabei die absolut notwendige Basiszielsetzung für das Liquiditätsmanagement. Darüber hinaus wird eine komfortable und kosteneffiziente Liquiditätsausstattung angestrebt, die eine angemessene, chancenorientierte Reaktion auf ein dynamisches Marktumfeld erlaubt. Das Vorhalten von Finanzierungszusagen (s. Ziffer 25) und liquiden Mitteln dient diesen Zielen ebenso wie das ABS-Programm (s. Ziffer 19) und das internationale CashManagement. Die Liquiditätsentwicklung wird laufend in Form von täglichen, wöchentlichen und monatlichen Analysen und Berichten mit zunehmendem Detaillierungsgrad intensiv beobachtet und der zukünftige Liquiditätsbedarf wird im Rahmen des Finanzplanungsprozesses regelmäßig prognostiziert. Der Finanzplanungsprozess umfasst eine rollierende Dreimonatsplanung sowie eine Ein- und Fünfjahresplanung. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Finanzierungskonditionen für CLAAS an den Finanzmärkten kontinuierlich beobachtet, um Refinanzierungsrisiken frühzeitig proaktiv entgegentreten zu können.

Die folgende Übersicht zeigt die undiskontierten, vertraglich vereinbarten Auszahlungsverpflichtungen aus den Verbindlichkeiten in den folgenden Geschäftsjahren:

in T € / 30.09.2022 2023 2024 2025 2026 2027 danach
Finanzschulden 201.027 90.019 25.456 17.061 227.920 93.117
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 454.068 - - - - -
Stille Beteiligung 10.618 9.153 5.672 5.822 6.143 24.696
Derivative Finanzinstrumente 29.545 - - - - -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 39.753 679 - - - -
Auszahlungen 735.011 99.851 31.128 22.883 234.063 117.813
in T € / 30.09.2022 Gesamt
Finanzschulden 654.600
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 454.068
Stille Beteiligung 62.104
Derivative Finanzinstrumente 29.545
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 40.432
Auszahlungen 1.240.749
in T € / 30.09.2021 2022 2023 2024 2025 2026 danach
Finanzschulden 266.412 137.021 75.039 14.089 10.854 316.436
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 278.375 - - - - -
Stille Beteiligung 7.984 5.614 9.356 5.754 5.913 23.846
Derivative Finanzinstrumente 20.746 - - - - -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 22.333 579 - - - -
Auszahlungen 595.850 143.214 84.395 19.843 16.767 340.282
in T € / 30.09.2021 Gesamt
Finanzschulden 819.851
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 278.375
Stille Beteiligung 58.467
Derivative Finanzinstrumente 20.746
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 22.912
Auszahlungen 1.200.351

Währungsrisiken

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der CLAAS Gruppe sind mit dem operativen Geschäft sowie mit Finanztransaktionen Risiken aus Wechselkursveränderungen verbunden. Diese resultieren insbesondere aus Schwankungen des US-Dollars, des britischen Pfunds, des polnischen Zlotys, des ungarischen Forints, des russischen Rubels sowie des chinesischen Renminbis jeweils gegenüber dem Euro. Ein Währungsrisiko entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als die zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Um diesen Auswirkungen effektiv zu begegnen, betreibt CLAAS ein zentrales Währungsmanagement, das in den Aufgabenbereich des Konzern-Treasury fällt.

Zur Ermittlung der Gesamtrisikopositionen werden die operativen zukünftigen Ein- und Auszahlungen pro Währung geschäftsjahresbezogen zentral erfasst. Für die sich ergebenden Nettopositionen wird unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit, der Markteinschätzung und der Wettbewerbssituation im jeweiligen Zielmarkt eine grundsätzliche Sicherungsstrategie entwickelt. Diese soll die CLAAS Gruppe vor negativen Marktentwicklungen effektiv schützen, aber auch eine Partizipation an vorteilhaften Entwicklungen ermöglichen. Der Sicherungshorizont liegt typischerweise zwischen einem Jahr und zwei Jahren. Die Sicherungsstrategie wird vom zuständigen Gremium der CLAAS Gruppe genehmigt und vom Konzern-Treasury durch den Abschluss von Finanzderivaten umgesetzt. Die implementierte Sicherungsstrategie wird kontinuierlich durch das Konzern-Treasury überwacht und im Bedarfsfall adjustiert. Das Management und das zuständige Gremium werden regelmäßig durch ein entsprechendes Berichtswesen über den aktuellen Stand der Währungsrisikoposition informiert.

Finanzierungs- und investitionsbedingte Währungsrisiken werden - sofern dies möglich und sachgerecht ist - in die operativen Exposure-Planungen integriert oder aber individuell, d.h. einzelfallbezogen, abgesichert.

Die folgende Szenarioanalyse zeigt den Wert der in Fremdwährung lautenden Finanzinstrumente bei einer Kursentwicklung von plus 10% bzw. minus 10% gegenüber den tatsächlichen Stichtagskursen. Der Ausweis erfolgt getrennt, je nachdem ob die Positionen im Eigenkapital (durch Hedge Accounting) oder zum Marktwert (Fair Value) im Ergebnis erfasst werden. Die zukünftigen Grundgeschäftspositionen, deren Absicherung das Derivateportfolio eigentlich dient, sind gemäß den Anforderungen von IFRS 7 hier nicht enthalten. Feststellungen im Rahmen der hier angestellten Betrachtung beziehen sich somit ausschließlich auf derivative Finanzinstrumente. Daher besitzen die Werte keine Aussagekraft bezüglich der zukünftigen Gesamtwirkungen von Wechselkursschwankungen auf den Cashflow bzw. das Ergebnis der CLAAS Gruppe. Neben der hier aufgeführten Analyse zum Marktwertrisiko der Währungsderivate basieren das interne Risikomanagement und die regelmäßigen Informationen an die zuständigen Gremien vor allem auf aussagekräftigen Szenarioanalysen bezüglich der Gesamtrisikoposition, die sowohl die Grundgeschäftspositionen als auch das Sicherungsportfolio berücksichtigen. Die Sicherung von Fremdwährungsdarlehen erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Devisentermingeschäften.

30.09.2022 30.09.2021
in T € Eigenkapital Ergebnis Eigenkapital Ergebnis
Tatsächlicher Marktwert 14.958 -615 15.657 - 4.417
Marktwert bei einer Kursentwicklung von +10% 49.248 25.717 30.667 22.072
US-Dollar 21.425 19.593 8.596 14.493
Britisches Pfund 17.162 4.983 11.642 7.544
Polnischer Zloty 13.503 623 8.057 3.175
Russischer Rubel - - 1.911 2.712 - 3.285
Chinesischer Renminbi 1.918 - 1.290 672
Ungarischer Forint - 4.760 - 1.390 - 1.630 - 4.278
Sonstige - 3.819 - 3.751
Marktwert bei einer Kursentwicklung von - 10 % - 14.268 - 28.501 6.420 - 44.822
US-Dollar 1.021 - 29.377 29.669 - 27.116
Britisches Pfund - 7.719 - 4.232 - 11.695 - 11.701
Polnischer Zloty - 4.918 - 483 - 3.941 - 4.081
Russischer Rubel - 7.501 - 6.180 2.503
Chinesischer Renminbi - 3.125 - - 2.840 - 2.217
Ungarischer Forint 473 189 1.407 1.478
Sonstige - - 2.099 - - 3.688

Des Weiteren bestehen Wechselkursrisiken in Bezug auf die Umrechnung des bei ausländischen Tochtergesellschaften außerhalb der Eurozone gebundenen Netto-Vermögens und deren Erträge und Aufwendungen (Translationsrisiko), gegen die sich die CLAAS Gruppe auf Basis von Effizienz- und Wesentlichkeitsbetrachtungen in der Regel nicht absichert.

Zinsänderungsrisiko

Grundsätzlich ist CLAAS Zinsrisiken bei Vermögenswerten und bei Verbindlichkeiten ausgesetzt. Diese Risiken können sich aus Finanzierungsmaßnahmen wie beispielsweise Anleihen oder Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aber auch durch die Auswirkungen von Zinsänderungen auf Liquiditätspositionen ergeben. Sowohl die originäre Kapitalbeschaffung und Kapitalanlage als auch die spätere Steuerung der Positionen im Rahmen von Zielvorgaben, unter anderem bezüglich Fristigkeit und Zinsbindung, erfolgt für die CLAAS Gruppe zentral durch das Konzern-Treasury in Abstimmung mit den zuständigen Gremien. Zu Steuerungszwecken werden auch derivative Zinsinstrumente eingesetzt. Diese Positionen werden zu Marktwerten erfasst und kontinuierlich auf Marktwertbasis überwacht. Die resultierenden Risiken werden neben anderem durch den Einsatz von Value-at-Risk-Analysen gemessen.

Die Value-at-Risk-Ermittlung erfolgt auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation. Das Konfidenzniveau liegt bei 99,0% und es wird eine Halteperiode von zehn Tagen unterstellt. Die sich ergebende Kennzahl ist folglich der Marktwertverlust des Portfolios aller zinssensitiven Instrumente, der nach zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,0% übertroffen wird. Nicht enthalten sind Währungsderivate. Diese können zwar zinsinduzierten Wertänderungen unterliegen, das Ausmaß ist jedoch unbedeutend. Der Value-at-Risk aller zinssensitiven Finanzinstrumente betrug zum Bilanzstichtag 3,1 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €).

Rohstoffpreisrisiken

Aus dem Bezug von Vorleistungen ist CLAAS Risiken durch Änderungen von Warenpreisen ausgesetzt. In geringem Umfang werden derivative Finanzinstrumente insbesondere zur Absicherung von Risiken durch Preisänderungen bei Industriemetallen und Naturkautschuk eingesetzt. Die aus den Sicherungsinstrumenten resultierenden Risiken sind unbedeutend.

36. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist nach den Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Auswirkungen von Änderungen des Konsolidierungskreises auf den Finanzmittelbestand werden separat im Cashflow aus der Investitionstätigkeit dargestellt.

Der Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Zahlungsmittelbestand ist aus den einzelnen Zahlungsströmen eliminiert und wird gesondert gezeigt.

Folgende Zahlungsströme sind im Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit enthalten:

in T € 2022 2021
Gezahlte Zinsen 26.219 23.622
Erhaltene Dividenden 9.655 19.554
Erhaltene Zinsen 8.808 7.736

Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden die gezahlten Ertragsteuern erstmals innerhalb der Kapitalflussrechnung gesondert ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten aus Finanzschulden änderten sich wie folgt:

in T € 2022 2021
Finanzschulden am 01.10. 757.351 759.290
Zahlungsmittelzuflüsse / -abflüsse - 177.309 - 31.404
Währungsunterschiede 3.916 1.906
Fremdwährungsbewertung von Anleihen 305 3.370
Nicht zahlungswirksame Änderungen aus Leasing 27.487 24.189
Finanzschulden am 30.09. 611.750 757.351

37. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen werden die nach der Equity-Methode bewerteten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die CLAAS Gruppe ausüben können, bezeichnet. Letztere umfassen die Mitglieder der Konzernleitung, des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses sowie Mitglieder der Familien Claas.

Die folgende Tabelle zeigt den Umfang der Geschäftsbeziehungen der CLAAS Gruppe mit nahestehenden Unternehmen:

Assoziierte Unternehmen Gemeinschaftsunternehmen
in T € 2022 2021 2022 2021
Erträge 41.542 33.106 190.655 208.136
Aufwendungen 1.841 6.455 70.260 248.893
Forderungen 8.578 8.654 24.359 35.220
Verbindlichkeiten 352 62 713 17.532

Die Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen.

Im Geschäftsjahr wurden von Mitgliedern der Familien Claas Kredite in Höhe von insgesamt 41,3 Mio. € (Vorjahr: 46,1 Mio. €) gewährt, von denen 2,5 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig sind.

Darüber hinaus hat die CLAAS Gruppe keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen getätigt.

Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu den mit Dritten üblichen Bedingungen abgewickelt.

Die Bezüge des Aufsichtsrats und Gesellschafterausschusses summierten sich im Geschäftsjahr 2022 auf 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €).

Für die Mitglieder der Konzernleitung sind folgende Bezüge angefallen:

in T € 2022 2021
Laufende Bezüge 4.181 5.770
Vorsorgen für Ruhestandsbezüge 62 85
Gesamtbezüge der Mitglieder der Konzernleitung 4.243 5.855

Für die ehemaligen Mitglieder der Geschäftsführung der CLAAS KGaA mbH / Konzernleitung wurden Ruhestandsbezüge in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) geleistet. Die bilanzierten Verpflichtungen für die laufenden Pensionen und für die Anwartschaften der ehemaligen Mitglieder der Geschäftsführung der CLAAS KGaA mbH / Konzernleitung betragen zum Bilanzstichtag 9,5 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €).

38. Honorare des Abschlussprüfers

Für die im Geschäftsjahr erbrachten Leistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

in T € 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 741 633
Andere Bestätigungsleistungen 20 31
Steuerberatungsleistungen 32 158
Sonstige Leistungen 17 11
Honorare des Abschlussprüfers 810 833

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten die Jahresabschlussprüfung der CLAAS KGaA mbH und die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfungen der Abschlüsse der inländischen Tochtergesellschaften.

39. Inanspruchnahme von § 264 Abs. 3 HGB und § 264b HGB

Nachfolgende inländische Tochtergesellschaften haben in Teilen von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch gemacht:

365FarmNet Group KGaA mbH & Co KG, Harsewinkel

CLAAS E-Systems GmbH, Dissen am Teutoburger Wald

CLAAS Global Sales GmbH, Harsewinkel

CLAAS Industrietechnik GmbH, Paderborn

CLAAS Material Handling GmbH, Harsewinkel

CLAAS Saulgau GmbH, Bad Saulgau

CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH, Harsewinkel

CLAAS Service and Parts GmbH, Harsewinkel

CLAAS Vertriebsgesellschaft mbH, Harsewinkel

Seed Green Innovations GmbH, Harsewinkel

40. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Ende des Geschäftsjahres ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder des Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte oder Schuldposten zum 30. September 2022 geführt hätten oder über die zu berichten wäre.

41. Aufstellung des Anteilsbesitzes

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil
in %
Gehalten über lfd. Nr.
I. Verbundene Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind
Lfd. Nr. Inland
1 CLAAS Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH, Harsewinkel
2 BLT Brandenburger Landtechnik GmbH, Liebenthal 50,6 16
3 CHW Fonds, München
4 CLAAS Bordesholm GmbH, Bordesholm 82,4 16
5 CLAAS Braunschweig GmbH, Schwülper 100,0 16
6 CLAAS Central Asia Investment GmbH, Harsewinkel 100,0 1
7 CLAAS E-Systems GmbH, Dissen am Teutoburger Wald 100,0 1
8 CLAAS Global Sales GmbH, Harsewinkel 100,0 1
9 CLAAS Industrietechnik GmbH, Paderborn 100,0 1
10 CLAAS Material Handling GmbH, Harsewinkel 100,0 1
11 CLAAS Osteuropa Investitions GmbH, Harsewinkel 100,0 1
12 CLAAS Saulgau GmbH, Bad Saulgau 100,0 1
13 CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH, Harsewinkel 100,0 1
14 CLAAS Service and Parts GmbH, Harsewinkel 100,0 1
15 CLAAS Thüringen GmbH, Schwabhausen 100,0 16
16 CLAAS Vertriebsgesellschaft mbH, Harsewinkel 100,0 1
17 CLAAS Weser Ems GmbH, Molbergen 90,0 16
18 Seed Green Innovations GmbH, Harsewinkel 100,0 1
19 365FarmNet GmbH, Berlin 100,0 20
20 365FarmNet Group KGaA mbH & Co KG, Harsewinkel 100,0 1/21
21 365FarmNet Verwaltungs GmbH, Gütersloh 100,0 1
Ausland
22 Canada West Harvest Centre Inc., Kelowna / Kanada 100,0 29
23 CLAAS Agricoltura S.R.L., Mailand / Italien 100,0 40
24 CLAAS Agricultural Machinery (Shandong) Co. Ltd., Gaomi / China 100,0 35
25 CLAAS Agricultural Machinery Private Limited, Neu-Delhi / Indien 100,0 8/14
26 CLAAS Agricultural Machinery Trading (Beijing) Co. Ltd., Peking / China 100,0 30
27 CLAAS América Latina Representação Ltda., Porto Alegre / Brasilien 100,0 1/8
28 CLAAS Argentina S.A., Sunchales / Argentinien 100,0 1
29 CLAAS Canada Holdings Inc., Kelowna / Kanada 100,0 1
30 CLAAS East Asia Holding Ltd., Hongkong / China 100,0 1
31 CLAAS Eastern Ltd., Saxham / Großbritannien 100,0 52
32 CLAAS France Holding S.A.S., Vélizy-Villacoublay / Frankreich 100,0 1
33 CLAAS France S.A.S., Ymeray / Paris / Frankreich 100,0 32
34 CLAAS Global Sales Americas Inc., Wilmington / Delaware / USA 100,0 8
35 CLAAS Greater China Holding Ltd., Hongkong / China 100,0 1
36 CLAAS Holdings Ltd., Saxham / Großbritannien 100,0 1
37 CLAAS Hungária Kft., Törökszentmiklós / Ungarn 100,0 1
38 CLAAS Ibérica S.A., Madrid / Spanien 100,0 1
39 CLAAS India Private Ltd., Faridabad / Indien 100,0 1
40 CLAAS Italia S.p.A., Vercelli / Italien 100,0 1
41 CLAAS Manns Ltd., Saxham / Großbritannien 100,0 52
42 CLAAS Middle East - FZE, Dubai / Vereinigte Arabische Emirate 100,0 8
43 CLAAS North America Holdings Inc., Omaha / Nebraska / USA 100,0 1
44 CLAAS of America Inc., Omaha / Nebraska / USA 100,0 43
45 CLAAS Omaha Inc., Omaha / Nebraska / USA 100,0 43
46 CLAAS Polska Sp. z o.o., Posen / Polen 100,0 1
47 CLAAS Regional Center Central Europe GmbH, Spillern / Österreich 100,0 1
48 CLAAS Regional Center South East Asia Ltd., Bangkok / Thailand 100,0 1
49 CLAAS Regional Center South East Europe S.R.L., Afumati / Rumänien 100,0 1
Ausland
50 CLAAS Réseau Agricole S.A.S., Ymeray / Paris / Frankreich 100,0 51
51 CLAAS Tractor S.A.S., Vélizy-Villacoublay / Frankreich 100,0 32
52 CLAAS U.K. Ltd., Saxham / Großbritannien 100,0 36
53 CLAAS Western Ltd., Saxham / Großbritannien 100,0 52
54 Mercator Purchasing S.A., Luxemburg / Luxemburg
55 Nebraska Harvest Center Inc., Wilmington / Delaware / USA 100,0 43
56 OOO CLAAS Vostok, Moskau / Russland 100,0 1
57 OOO CLAAS, Krasnodar / Russland 99,0 11
58 S@T-INFO S.A.S., Fragnes / Frankreich 100,0 32
59 TOV CLAAS Ukraina, Kiew/Ukraine 100,0 1
60 Usines CLAAS France S.A.S., Metz-Woippy / Frankreich 100,0 32
61 365FarmNet France S.A.S., Ymeray / Paris / Frankreich 100,0 32
II. Assoziierte Unternehmen
62 CLAAS Financial Services LLC., San Francisco / Kalifornien / USA 49,0 44
63 G.J.'s Harvest Centre Inc., Ontario / Kanada 34,5 29
64 Mecklenburger Landtechnik GmbH, Prüzen / Deutschland 25,1 16
65 Schmahl Landtechnik Upahl GmbH & Co., Upahl / Deutschland 45,0 16
66 Schmahl Landtechnik Upahl Verwaltungs GmbH, Upahl / Deutschland 45,0 16
67 Serv Class S.R.L., Braila / Rumänien 20,0 49
68 SM3 CLAAS S.A.S., Fleury / Frankreich 42,0 50
69 Worch Landtechnik GmbH, Schora / Deutschland 39,0 16
III. Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftliche Tätigkeiten
70 CLAAS Financial Services Ltd., Basingstoke / Großbritannien 49,0 52
71 CLAAS Financial Services S.A.S., Puteaux / Paris / Frankreich 49,0 1
72 Fricke Landtechnik GmbH, Demmin / Deutschland 25,1 16
73 G.I.M.A. S.A.S., Beauvais / Frankreich 50,0 51
74 TechnikCenter Grimma GmbH, Mutzschen / Deutschland 30,0 16
75 Uz CLAAS Agro MChJ, Taschkent / Usbekistan 49,0 6
IV. Wesentliche sonstige Beteiligungen Gezeichnetes Kapital Kapitalanteil
in %
Gehalten über lfd. Nr.
76 AgXeed Holding B.V., Venray / Niederlande EUR 222 12,4 18
77 AgXeed B.V., Venray / Niederlande EUR 120 12,4 76
78 BayWa AG Centre Ltd., Crossfield / Alberta / Kanada CAD 555.557 10,0 29
79 CLAAS Main-Donau GmbH & Co. KG, Gollhofen/Deutschland EUR 1.200.000 10,0 16
80 CLAAS Nordostbayern GmbH & Co. KG, Altenstadt an der Waldnaab / Deutschland EUR 750.000 10,0 16
81 CLAAS Südostbayern GmbH, Töging am Inn / Deutschland EUR 700.000 10,0 16
82 CLAAS Württemberg GmbH, Langenau / Deutschland EUR 800.000 10,0 16
83 CS Parts Logistics GmbH, Bremen / Deutschland EUR 1.550.000 50,0 14
84 DESICO S.A., Florentino Ameghino/Buenos Aires/Argentinien ARS 13.333 10,0 28
85 Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Kaiserslautern / Deutschland EUR 1.248.000 4,2 1
86 E-FARM GmbH, Hamburg/Deutschland EUR 34.628 11,8 18
87 Landtechnik Steigra GmbH, Steigra / Deutschland EUR 615.000 15,1 16
88 LTZ Chemnitz GmbH, Hartmannsdorf / Deutschland EUR 750.000 10,0 16
89 MD-Betriebs-GmbH, München/Deutschland EUR 25.000 10,0 16
90 NOB-Betriebs-GmbH, Altenstadt an der Waldnaab / Deutschland EUR 25.000 10,0 16
91 Pellenc Languedoc Roussillon S.A.S., Lézignan-Corbières / Frankreich EUR 1.000.000 35,0 50
92 Serv Class Irigatii S.R.L., Braila / Rumänien RON 1.000 16,0 67
93 Tingley Implements Inc., Lloydminster / Kanada CAD 1.092.000 10,0 44

Erklärung der Geschäftsführung über die Aufstellung des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss zum 30. September 2022 und der Konzernlagebericht wurden am 24. November 2022 von der Geschäftsführung der CLAAS KGaA mbH aufgestellt, die für die Vollständigkeit und Richtigkeit der darin enthaltenen Informationen verantwortlich ist. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt. Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen Grundsätzen ermittelt worden. Der Konzernabschluss wurde um einen Konzernlagebericht und weitere nach § 315e HGB erforderliche Erläuterungen ergänzt.

Die Ordnungsmäßigkeit und die Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts mit den gesetzlichen Vorschriften werden durch die internen Kontrollsysteme, konzernweit einheitliche Richtlinien sowie die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden gewährleistet. Die Einhaltung der im gruppenweit gültigen Risikomanagement-Handbuch festgelegten Richtlinien sowie die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontrollsysteme werden kontinuierlich von der Internen Revision geprüft. Nach sorgfältiger Prüfung der gegenwärtigen Risikosituation bestehen nach unserer Erkenntnis keine konkreten Risiken, die den Fortbestand der CLAAS Gruppe gefährden könnten.

 

Harsewinkel, 24. November 2022

Die Konzernleitung der CLAAS Gruppe

Thomas Böck

Henner Böttcher

Dr. Martin von Hoyningen-Huene

Jan-Hendrik Mohr

Christian Radons

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