Stammdaten

Register
Amtsgericht Bremen HRB 37376 HB
Eingetragen
11.11.2021
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Die Erbringung allgemeiner kaufmännischer Dienstleistungen für andere Unternehmen, insbesondere der laufenden Buchführung einschließlich laufender Umsatzsteueranmeldungen und IT-Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Marcel Lührsen
seit 26.8.2022
Prokura
Anna Stegert
seit 11.11.2021
Prokura
Kristina Niemeyer
seit 11.11.2021
Prokura
Claudia Herold
seit 11.11.2021
Prokura
Geschäftsführer
Philip Herwig
seit 11.11.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Röhlig Logistics GmbH & Co. KG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Röhlig Logistics GmbH & Co. KG

Bremen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 Das Unternehmen

Logistikdienstleister mit starkem internationalem Netzwerk

Wir sind ein inhabergeführtes Logistikunternehmen mit unserem Kerngeschäft in der interkontinentalen See- und Luftfracht. Für unsere Kunden entwickeln wir maßgeschneiderte Transportlösungen und bieten komplexe Dienstleistungen in der Kontraktlogistik. Über unsere Beteiligungen an der q.beyond logineer GmbH (logineer) und an der cargonerds GmbH (cargonerds) stellen wir im IT-Bereich und im Bereich Digitalisierung individuelle Schnittstellen und Weblösungen bereit. Wir verfügen über ein dichtes Netzwerk eigener Büros in über 30 Ländern auf allen Kontinenten. Zusätzlich bestehen Agentenverträge mit mehr als 70 ausgesuchten Partnern in über 100 Ländern, in denen wir nicht selbst vertreten sind. Damit erstreckt sich das Netzwerk auf über 150 Länder.

Langfristige Partnerschaften für maßgeschneiderte Logistiklösungen

Zu unseren Schlüsselkompetenzen zählt es, die komplexen Prozesse der globalen Logistik optimal für unsere Kunden zu gestalten. Dabei sind uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und langfristige Partnerschaften wichtig, von denen beide Seiten profitieren. Wir unterstützen unsere Kunden durch qualitativ hochwertige und individuelle Lösungen bei der Optimierung ihrer Logistikprozesse.

Als Dienstleister setzen wir auf ein qualitatives Wachstum durch hohe Professionalität und Mehrwertangebote für unsere Kunden. Zentrale Anknüpfungspunkte sind für uns dabei die Themen individuelle Beratung und der Einsatz intelligenter Technologien.

Ein wichtiger Grundpfeiler unserer unternehmerischen Tätigkeit ist unsere Unabhängigkeit. Diese wollen wir auch in Zukunft bewahren. Um diese und weitere wichtige Entwicklungen zu gewährleisten, haben wir im Geschäftsjahr 2022 unser Strategieprogramm Blue Star weiter umgesetzt. Blue Star ebnet den Weg zur Erreichung unserer Vision 2030, ein weltweit führender Global Freight Forwarder zu werden. Das Strategieprogramm umfasst über 30 Initiativen, die darauf abzielen, Wachstum zu generieren und die Rentabilität in unserem Kerngeschäft zu steigern. Bis Ende 2023 haben wir zudem konkrete Volumenwachstumsziele mit den Regionen für die Bereiche See- und Luftfracht vereinbart, die als Grundlage für den Budgetprozess dienen.

Wesentliche Veränderungen im Jahr 2022

Ausbau unseres globalen Netzwerks

Zur Verstärkung des Netzwerks haben wir in der Schweiz eine neue Gesellschaft gegründet. Zusätzlich haben wir unsere langjährige Kooperation mit unserem Partner Figwal in Brasilien zum 31.12.2022 beendet und eine eigene Röhlig Gesellschaft in Brasilien gegründet. Darüber hinaus haben wir neue Büros in Liége, Belgien, in Fuzhou und Zhuhai, China, in Ludhiana und Bhubaneswar, Indien, in Queretaro, Mexiko, Bangkok Airport und Chiang Mai, Thailand und in Tulsa, USA eröffnet.

Geschäftsakquise

Mit Wirkung vom 1. Januar 2022 hat Röhlig 100 Prozent der Anteile an der niederländischen Kontraktlogistikgesellschaft Penske B.V. und deren Tochtergesellschaften übernommen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden ist ein Anbieter von Kontraktlogistikdienstleistungen. Mit der Übernahme baut Röhlig seine Marktposition im Kontraktlogistikgeschäft in Europa weiter aus und profitiert von der aufgebauten Expertise. Im Gegenzug hat Röhlig 20 Prozent des deutsch niederländischen Kontraktlogistikgeschäfts an unseren langjährigen Partner und Kunden, die Penske Corporation (Penske) abgegeben.

Mit der Digitalisierung in die Offensive

Wir haben auch im Jahr 2022 unsere Digitalstrategie konsequent weitergeführt. Die Anzahl der aktiven User auf Röhlig Realtime - dem Kundenportal für große Bestandskunden - hat sich noch einmal verdoppelt. Auch die Quotierungs- und Buchungsplattform "My Röhlig" zeigt eine starke Wachstumsdynamik: Die Anzahl der Neuregistrierungen stieg um den Faktor 5 gegenüber 2021. Tausende von Quotierungsanfragen konnten für das Spotgeschäft "in Sekunden" bearbeitet werden. Über EDI- und API-Schnittstellen verzahnen wir unsere Prozesse mit unseren Kunden und tauschen Sendungsinformationen vollständig digital aus.

Darüber hinaus haben wir 2022 die Grundlagen für neue digitale Produkte geschaffen, darunter: Live-Tracking von Sendungen, eine Kundenplattform für Kontraktlogistik und eine Kundenapplikation für Data-Analytics und Reporting-Anforderungen. Hierzu haben wir Kooperationen mit Daten- und Softwarelieferanten geschlossen. Alle digitalen Kundenapplikationen werden von logineer entwickelt und umgesetzt. Zudem treibt logineer die konsequente Standardisierung der TMS-Systeme und Datenstrukturen voran.

Nachhaltigkeit

Bei dem Thema Nachhaltigkeit mit den drei Schwerpunkten Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sehen wir uns in der Verantwortung. Wir arbeiten daran, uns in allen Bereichen ständig weiterzuentwickeln. Dies bezieht sich sowohl auf interne Prozesse als auch auf die Beziehungen zu Kunden und Lieferanten. Im Dezember 2021 haben wir uns entschieden, den UN Global Compact zu unterzeichnen und uns damit verpflichtet, unsere unternehmerische Tätigkeit an den zehn Prinzipien dieser Initiative auszurichten. Zusätzlich lassen wir uns von EcoVadis, einer globalen kollaborativen Plattform für Nachhaltigkeit, bewerten und wurden 2022 mit dem Silver-Level ausgezeichnet.

Wir unterstützen unsere Kunden dabei, ihren Carbon Footprint zu reduzieren bzw. zu kompensieren. In einem ersten Schritt machen wir mit unserem CO 2 Rechner über Ecotransit die Emissionen der gewählten Frachtrouten transparent. Zusätzlich haben wir eine Kooperation mit der Lufthansa geschlossen und bieten unseren Kunden ein nachhaltiges Transportangebot auf ausgewählten Strecken an. Wir setzen dabei auf Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte, um wirksam CO 2-Emissionen zu kompensieren, die beim Transport der Luftfracht entstehen. Auch in Australien haben wir für unsere Kunden ein ähnliches Programm für LCL-Verladungen in unseren eigenen Sammelcontainern gestartet. Im Bereich soziale Nachhaltigkeit konzentrieren wir uns derzeit auf die Themen Gesundheit und Sicherheit sowie Geschlechtergleichbehandlung. Grundsätzlich setzen wir uns für Fairness, gesunde Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit nicht nur bei unseren Mitarbeitern, sondern auch bei unseren Dienstleistern und Partnern ein. Seit vielen Jahren verfügen wir über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement und über klare Compliance-Richtlinien. Wir achten darauf, dass Geschäftsprozesse und Entscheidungen durchgängig nach einwandfreien ethischen Standards durchgeführt werden und schulen unsere Mitarbeiter kontinuierlich über verschiedene E-Learning Formate zu diesen Themen.

2. Geschäftsentwicklung 2022

2.1 Geschäftsentwicklung

Marktumfeld

Das Jahr 2022 war zu Beginn noch sehr stark von der Corona Pandemie geprägt und setzte insoweit das Jahr 2021 mit all den damit verbundenen Effekten fort. Erst in der zweiten Jahreshälfte ergab sich mit nachlassender Bedrohung durch die Pandemie eine deutlich andere Marktlage. Sie zeigte sich in stark sinkenden Frachtraten, ausreichender Frachtkapazität in der Luft- und Seefracht, einer Auflösung der Staus vor den Häfen und damit einer deutlich verlässlicheren und kostengünstigen Supply Chain Struktur für unsere Kunden. Auf diese Marktentwicklung hatte der am 24. Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine einen negativen Einfluss. Dies beschleunigte sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit einer Verknappung der fossilen Energieversorgung, einer deutlichen Verteuerung der Lebensmittel, einer stark ansteigenden Inflation und damit einhergehend einem substantiellen Anstieg der Zinsen in allen Teilen der Welt. Das weltweite veränderte Konsumverhalten, gefüllte Läger und eine abgekühlte Weltkonjunktur reduzierten den Bedarf nach Transportmöglichkeiten stark. Die Umkehr in der COVID Politik Chinas gegen Ende des Jahres 2022 und die damit einhergehenden Produktionsausfälle in China verstärkten diesen Effekt noch weiter. So ist die Weltkonjunktur - nach einem Wachstum des globalen Handelsvolumens 2021 um 9,3 Prozent - zwar laut Analyse der Vereinten Nationen wiederum um rund 10 Prozent gewachsen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass dieses Wachstum stark durch die deutlich höhere Inflation getrieben worden ist und das Welthandelsvolumen in der zweiten Jahreshälfte gegenüber der ersten Jahreshälfte deutlich rückläufig war.

Währungsparitäten

Das Jahr 2022 war geprägt von deutlichen Bewegungen in den für uns relevanten Währungen gegenüber dem Euro. So hatten wir substantielle Netto-Währungsgewinne in der Gewinn- und Verlustrechnung von MEUR 4,9. Die Währungsbewegungen führten andererseits zu einer Reduzierung des Eigenkapitals von MEUR 1,9.

Besonderen Einfluss auf die Entwicklung im Ergebnis hatte die Entwicklung des US-Dollar. Notierte der US-Dollar Anfang 2022 noch bei rund 1,14 zum Euro, waren es Ende 2022 lediglich 1,07 zum Euro und damit um rund 6 Prozent stärker gegenüber dem Euro.

Im Eigenkapital direkt hat sich insbesondere die Entwicklung des Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausgewirkt, mit einem negativen Effekt von MEUR 1.9. Die größte Auswirkung ist zurückzuführen auf die weitere Abwertung des Argentinischen Pesos im Jahresverlauf 2022.

Umsatzwachstum und nochmalige Ergebnisverbesserung

Im Jahr 2022 konnten wir in der Gruppe den Gewinn gegenüber dem Vorjahr nochmals erheblich steigern. Nach einer außergewöhnlich starken Ergebnissituation in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 waren im Schlussquartal bereits die Auswirkungen einer schwächeren Nachfrage und von sinkenden Frachtraten erkennbar. Durch die überdurchschnittlich hohen Frachtraten im Jahresverlauf sind die Nettoumsätze in den Geschäftsbereichen Luft- und Seefracht stark gestiegen, obwohl die Zahl der Aufträge in der See- und Luftfracht im Gesamtjahr um 4,1 Prozent sank. So konnten wir auf Konzernebene den Nettoumsatz um 35,2 Prozent steigern.

Der Rohertrag in der Seefracht wuchs um 33,2 Prozent. Die Luftfracht steigerte ihren Rohertrag um 14,6 Prozent. Die Steigerung des Rohertrages in der Kontraktlogistik lag mit 90,5 Prozent deutlich über Vorjahr, was vor allem auf die Erstkonsolidierung des Joint Ventures mit Penske zurückzuführen war.

Mitarbeiter

Im Jahr 2022 haben wir auf Konzernebene 235 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und somit die Belegschaft auf weltweit 1.931 Mitarbeiter vergrößert. Neben dem Aufbau von Personal in den neuen Büros war ein Hauptgrund hierfür die unverändert angespannte Marktlage, die die Auftragsbearbeitung und Kundenbetreuung zeitintensiver gemacht hat. Zum Ende des Jahres haben wir außerdem verstärkt Verkäufer eingestellt, um auf die veränderte Marktsituation im 4. Quartal zu reagieren und gestärkt in das Jahr 2023 zu gehen. Personal wurde zum einen bei unserem neuen Joint Venture mit Penske aufgebaut (+88) sowie in Australien/Neuseeland (+ 32), in Nordasien (+29), Südostasien (+17) und in den USA (+20). Die übrigen Neueinstellungen verteilen sich gleichmäßig auf die anderen Regionen. Bei den assoziierten Unternehmen ergibt sich eine Steigerung von 15 Mitarbeitern, die sich ebenfalls gleichmäßig auf alle Gesellschaften verteilt.

Die Personalkosten sind 2022 um 26,5 Prozent und somit um EUR 29 Millionen gestiegen. Dies ist getrieben durch die zusätzlichen Einstellungen und unser neues Joint Venture mit Penske (5,7 MEUR) sowie erhöhte Bonuszahlungen. Wir haben auch 2022 den hohen Einsatz unserer Mitarbeiter honoriert und einen hohen einstelligen Millionenbetrag für freiwillige Sonderzahlungen ausgeschüttet.

Personalentwicklung

Die 2021 eingeführte Remote Working Policy ist inzwischen in fast allen Ländern fest etabliert und wichtig bei der Gewinnung von Talenten. Um diese Talente dauerhaft an uns zu binden, setzen wir auch auf interne Weiterbildung: Im Jahr 2022 konnten wir unsere Führungskräfteentwicklungsprogramme wieder im vollen Umfang durchführen. Das online gestartete Blue Step Programm aus dem Vorjahr haben wir mit einer Präsenzveranstaltung in Bremen abgeschlossen. Auch das Blue Arena Programm, das sich an Manager im Unternehmen mit Ambitionen und Potential richtet, haben wir im November erfolgreich beendet. Für 2023 haben wir ein zusätzliches weltweites Programm für den Sales Bereich geplant: Blue Step Sales.

Nach längerer Corona-bedingter Pause konnten wir 2022 wieder unsere globale Management-Konferenz durchführen. Dieser direkte Austausch zwischen Verantwortlichen aus unseren Landesgesellschaften ist ein wichtiger Pfeiler für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Gruppe. Für alle Mitarbeiter haben wir im Anschluss an die Konferenz wieder einen Digital Summit durchgeführt, in dem das Board von der Konferenz berichtete und Fragen beantwortete.

Mitarbeiterzahlen nach Regionen (Konzern)

2022
Amerika 345 17,9%
Asien 678 35,2%
Deutschland * 315 16,3%
Europa ohne Deutschland 279 14,4%
Australien/Neuseeland 243 12,6%
Head Office, Services 71 3,6%
Gesamt 1.931 100,0 %

Mitarbeiterzahlen nach Regionen (Gruppe)

2022
Amerika 345 13,6
Asien 678 26,5
Deutschland inkl. R+C * 341 13,4
Europa ohne Deutschland 279 11,0
Australien/Neuseeland 243 9,5
Südafrika 550 21,6
Head Office, IT, Services 112 4,4
Gesamt 2.548 100,0 %

*inkl. Schweiz und Joint Venture Penske

2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Deutlich verbesserte Ertragslage gegenüber 2021 getrieben durch das See- und Luftfrachtgeschäft

Im Berichtsjahr lag der Bruttokonzernumsatz mit MEUR 1.915 rund 26,3 Prozent über dem Vorjahresniveau von MEUR 1.516. Demgegenüber sind die Aufwendungen für bezogene Leistungen um MEUR 299 auf MEUR 1.300 und damit prozentual mit 29,9 Prozent angestiegen. Dies führte zu einer Steigerung des Rohertrages auf MEUR 280, der signifikant über dem Vorjahr lag. Die Rohertragsmarge zum Nettoumsatz war mit 17,4 Prozent leicht rückläufig im Vergleich zu 18,0 Prozent im Jahr 2021.

Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt)

in TEUR 2022 2021
Bruttoumsatz 1.915.470 1.516.134
Zölle, Einfuhrumsatzsteuern -302.239 -323.113
Nettoumsatz 1.613.231 1.193.021
Bestandsveränderungen -32.435 22.795
Bezogene Leistungen -1.300.785 -1.001.493
Rohertrag 280.011 214.323
Personalaufwand -138.073 -109.125
Abschreibungen -3.460 -2.391
Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge -58.459 -44.991
Beteiligungserträge 4.867 3.602
EBIT 84.886 61.418
Finanzergebnis -656 -1.152
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 84.230 60.266
Steuern -19.635 -14.041
Ergebnis nach Steuern 64.595 46.225
Aufwendung für Teilgewinnabführung -1.200 -1.200
Konzernüberschuss 63.395 45.025

Das Wachstum beim Bruttokonzernumsatz wurde durch alle Regionen gespeist. Besonders dazu beigetragen hat die positive Entwicklung der Kernmärkte in Europa und Australien/Neuseeland. In Europa ohne Deutschland wuchs der Bruttoumsatz von MEUR 284 auf MEUR 338 (+19 Prozent) und in Australien/Neuseeland von MEUR 272 auf MEUR 394 (+45 Prozent). Die anderen Regionen wie Nordamerika (MEUR 389), Asien (MEUR 333), Deutschland (MEUR 376) und Südamerika (MEUR 84) sowie die erst in 2021 eröffnete Niederlassung in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben ebenfalls zum starken Wachstum beigetragen. Dieses außergewöhnliche Wachstum ist insbesondere auf den deutlichen Anstieg der Seefrachtraten im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Im Gesamtjahr sank die Zahl der Aufträge leicht um 4,1 Prozent.

Der Rohertrag ist mit 30,6 Prozent etwas langsamer als der Umsatz mit 35,2 Prozent gewachsen. In der Seefracht stieg der Rohertrag um MEUR 41 und in der Luftfacht um MEUR 11. In der Kontraktlogistik konnten wir durch neu gewonnenes Geschäft den Rohertrag auf MEUR 29 steigern.

Der Personalaufwand ist weniger stark gewachsen als der Rohertrag. Die Personalaufwandsquote im Verhältnis zum Rohertrag lag mit 49,3% deutlich unter dem Zielwert von 60 Prozent. Der Anstieg des Personalaufwands war auch wesentlich bedingt durch höhere Bonusaufwendungen, die zum Teil noch nicht zahlungswirksam waren. In einigen Ländern gab es zudem inflationsbedingte Gehaltsanpassungen - zum einen, um regulatorische Bedingungen zu erfüllen und zum anderen, um Talente zu halten. Konzernweite Gehaltsanpassungen wurden nicht durchgeführt.

Die Abschreibungen von MEUR 3,4 sind gestiegen, was sich im Wesentlichen auf die Abschreibung auf einen Beteiligungsbuchwert zurückführen lässt (MEUR 1,1).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen/Erträge sind im Verhältnis zum Vorjahr um 29,9 Prozent stark gestiegen. Dies war im Wesentlichen zurückzuführen auf gestiegene IT Fees, Währungsgewinne, Mieten und Reisekosten. Die gestiegenen IT Fees resultieren vor allem aus der Umgliederung der Kosten durch die abgeschlossene Joint Venture Transaktion mit q.beyond. Hinzu kommt noch ein Netto-Währungsgewinn in Höhe von MEUR 4,9. Die erhöhten Aufwendungen aus der Anmietung von Lagerflächen resultierten aus der Erweiterung unseres Geschäfts. Forderungsverluste waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig und beliefen sich auf MEUR 2,5.

Die Beteiligungserträge haben sich analog der Geschäftsentwicklung um 35,1 Prozent auf MEUR 4,9 gesteigert.

Das Finanzergebnis von MEUR -0,7 im Jahr 2022 verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresniveau, was sich im Wesentlichen auf erhöhte Zinserträge zurückführen lässt. Erhöhte Aufwendungen für Bereitstellungsprovisionen haben auf der Aufwandsseite die niedrigeren Zinsmargen nahezu ausgeglichen. Aufgrund der starken Ertragslage hat der Konzern, trotz eines erheblichen Working Capital Bedarfs, die Nutzung der Kreditlinien sukzessiv reduziert.

Aufgrund des starken Wachstums und weiter strenger Kostendisziplin konnten wir trotz des gestiegenen Personalaufwands das EBIT von MEUR 61,4 im Vorjahr auf MEUR 84,8 steigern. Auch der Konzernüberschuss lag mit MEUR 63,4 deutlich über dem Ergebnis aus 2021 von MEUR 45,0.

Vermögens- und Finanzlage: Deutliche Ausweitung der Bilanzsumme

Die Konzern-Bilanzsumme lag zum Stichtag bei MEUR 337 und damit rund 2,7 Prozent über dem Vorjahr. Trotz der mit der beginnend mit Q4 sinkenden Frachtraten lagen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit MEUR 207 nur MEUR 1,1 unter dem Vorjahreswert. Dies lag auch an den hohen Rechnungsstellungen zum Jahresende, die dazu führten, dass die unfertigen Leistungen mit MEUR 29,1 um 43 Prozent niedriger lagen als im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um rund 20 Prozent auf MEUR 83,3 gesunken, bedingt vor allem durch das Absinken der Frachtraten. Der Bankbestand hat sich aufgrund der starken Ertragslage und trotz der weiterhin hohen Working Capital Bindung auf MEUR 52,1 erhöht gegenüber MEUR 29,7 im Vorjahr. Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 wurden die Ziehungen der Banklinien immer weiter reduziert. Dies hatte zur Konsequenz, dass wir das Jahr mit einer Nettoliquidität von MEUR 52,0 abgeschlossen haben.

Bilanz

Aktiva

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Anlagevermögen    
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.851 1.918
Sachanlagen 9.477 6.058
Finanzanlagen 13.459 12.467
  24.787 20.443
Umlaufvermögen    
Vorräte 29.169 51.235
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 229.432 225.750
Kassenbestand und Guthaben 52.149 29.731
  310.750 306.716
Rechnungsabgrenzungsposten 2.369 1.595
Summe Aktiva 337.906 328.754

Passiva

   
in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital 110.548 60.688
Stille Beteiligung 10.000 10.000
Fremdkapital    
Rückstellungen 104.784 101.753
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 164 26.116
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13.595 10.146
Übrige Verbindlichkeiten 98.815 120.050
  217.358 258.065
Rechnungsabgrenzungsposten 0 1
Summe Passiva 337.906 328.754

Das Eigenkapital wurde zum Jahresende 2022 deutlich um MEUR 50 (rund 82 Prozent) auf MEUR 110,6 aufgebaut. Die Umrechnung des Eigenkapitals mit den historischen Kursen hat sich 2022 mit MEUR 1,9 negativ auf die Währungsausgleichsposten ausgewirkt. Der starke Anstieg mit MEUR 2,0 in den Fremdanteilen ist im Wesentlichen auf die Erstkonsolidierung des neuen Joint Ventures mit Penske zurückzuführen.

Im Fremdkapital sind die speditionellen Rückstellungen von MEUR 68,3 auf MEUR 58,49 zurückgegangen (minus 13,8 Prozent), im Wesentlichen aufgrund der zum Jahresende deutlich gesunkenen Frachtraten. Daneben konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahezu komplett zurückgeführt werden. Im Jahr 2022 wurden zudem die verbliebenen Langzeitdarlehen zurückgeführt (in Höhe von MEUR 0,3). Dies geht - ebenso wie der erhöhte Bankbestand auf der Aktivseite - auf die konsequente Cash Generierung im Geschäftsjahr zurück. Sie war im Wesentlichen bedingt durch das hohe Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 und eine abnehmende Kapitalbindung im zweiten Halbjahr aufgrund sinkender Frachtraten.

Die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern um MEUR 3,4 folgt aus einer Verbuchung der Unternehmensgewinne, die im Geschäftsjahr 2022 nicht voll ausgeschüttet wurden, auf die Gesellschafterkonten. Diese Mittel stehen dort für Ausschüttungen bereit.

Auf Konzernebene haben wir im Jahr 2022 einen neuen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen und damit den alten Vertrag aus dem Jahr 2020 abgelöst. Der Vertrag hat ein unbesichertes Volumen von MEUR 80 und sieht eine Erhöhungsoption für Zukäufe vor, für die bis zu MEUR 30 zusätzlich beantragt werden können. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren und steht damit bis zum zweiten Quartal im Jahr 2025 zur Verfügung. Er kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Die verhandelten Covenants unter dem Kreditvertrag geben uns genügend Spielraum, sowohl für das angestrebte Wachstum als auch für eventuelle Gewinnrückgänge bei einem schwächeren Geschäftsumfeld.

Die nach dem bestehenden Konsortialkreditvertrag errechnete Eigenmittelquote unter Einbeziehung der stillen Beteiligung stieg um 12,2 Prozentpunkte auf 36,8 Prozent. Dies ist vor allem auf die starke Ertragslage zurückzuführen.

Die Liquiditätslage hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. So lag die Nettokassenposition zum 31.12.2022 bei MEUR 52,0 gegenüber MEUR 3,4 zum 31.12.2021.

Alle im derzeitigen Konsortialkreditvertrag aus dem April 2022 vereinbarten Covenants für das Jahr 2022 konnten eingehalten werden.

Zur Finanzierung und Absicherung unserer unternehmerischen Entwicklung werden wir darüber hinaus weiter durch unseren langjährigen Finanzierungspartner NORD Holding, Hannover, begleitet. Die Finanzierung wurde bis Oktober 2025 durch einseitige Optionsübung seitens der Röhlig Gruppe verlängert. Die bestehende Vereinbarung mit der NORD Holding sieht vor, dass die Finanzierung mit einer Ankündigungsfrist von zwei Monaten in Tranchen von MEUR 1 und ein Vielfaches davon getilgt werden kann. Zum Stichtag wurde eine Einlage von MEUR 10 bilanziert. Zu Jahresbeginn 2023 wurden MEUR 5 der Finanzierung der NORD Holding getilgt.

Im Rahmen unseres Liquiditätsmanagements ermitteln wir regelmäßig die Kennzahlen Days Sales Outstanding (DSO) und Days Payables Outstanding (DPO). Sie helfen uns dabei, unser Working Capital Management laufend zu optimieren. Im Besonderen nutzen wir die Daten, um für unsere Ländergesellschaften individualisierte Maßnahmenpakete zu erarbeiten. Für 2022 haben wir die durchschnittliche DSO um einen Tag senken können. Gegenläufig zu dieser Reduzierung der Kapitalbindung war die Absenkung der DPO um durchschnittlich drei Tage. Im Jahr 2022 haben wir zudem ein größeres Projekt mit einem Software-Anbieter gestartet mit dem Ziel einer stärkeren Automatisierung und Digitalisierung des Kredit- und Forderungsmanagements.

Die finanziellen Verpflichtungen in Höhe von MEUR 77,5 im Konzern resultieren überwiegend aus der langfristigen Anmietung von Lagerfläche (> 5 Jahre).

Cashflow Rechnung (verkürzt)

in TEUR 2022 2021
Periodenergebnis 63.395 45.025
Abschreibungen 3.460 2.391
Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen -4.777 -3.514
Veränderungen Rückstellungen 373 46.350
Veränderungen Forderungen, Vorräte und sonstige Aktiva 33.469 -130.422
Veränderungen Verb. aus LuL und sonstige Passiva -39.371 56.005
Verlust/Gewinn aus Entkonsolidierung 0 -1.018
Zinsen 1.790 2.351
Steuern 1.914 5.911
Sonstiges -207 -1.373
Cashflow aus laufender Tätigkeit 60.047 21.706
Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.626 547
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -35.864 -1.668
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 22.557 20.585
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 410 699
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 790 0
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 28.249 6.965
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 52.006 28.249

Der Cashflow aus laufender Tätigkeit ist auf MEUR 60 angestiegen, vor allem aufgrund einer deutlich höheren Gewinnentwicklung bei einem Anstieg des Working Capitals von MEUR 5,5.

Die Dividendenzahlungen aus assoziierten Unternehmen haben sich im Jahr 2022 gegenüber 2021 deutlich erhöht. Die wesentlichen Beteiligungen Röhlig Grindrod, q.beyond logineer GmbH und R+C Seetransport GmbH & Co. KG haben im Geschäftsjahr 2022 alle einen deutlich positiven Beitrag erbracht.

Die Rückstellungen waren zum Jahresende im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Die moderate Reduzierung der Speditionsrückstellungen um MEUR 9,5 wurde ausgeglichen durch einen Anstieg anderer Rückstellungen.

Die starke Reduzierung der Forderungen, Vorräte und sonstigen Aktiva um MEUR 33,5 ist getrieben durch die absinkenden Frachtkosten und eine zügigere Rechnungsstellung. Die Zahlungsmoral der Kunden hat sich im Jahresverlauf nicht wesentlich verändert. Die Veränderungen im Bereich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von MEUR 39,4 sind ebenfalls Folge der reduzierten Frachtraten.

Das zum Vorjahr stabile Zinsergebnis mit Zinszahlungen von etwa MEUR 2,4 ist auf eine erhöhte Bereitstellungsprovision bei reduzierter Nutzung und gesunkenen Zinsmargen zurückzuführen.

Die Investitionen im Jahr 2022 sind im Vergleich zu 2021 moderat gestiegen. Dies ist auf leicht gestiegene Investitionen in das Anlagevermögen zurückzuführen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war 2022 geprägt durch einen Mittelabfluss von MEUR 35,9 primär aus Rückführungen unter dem Konsortialkreditvertrag. Demgegenüber gab es 2021 einen Abfluss von MEUR 1,7.

2.3 Entwicklung in den Geschäftsbereichen und Regionen

Das Jahr 2022 ist das bisher erfolgreichste Jahr unserer Firmengeschichte, in dem wir unser starkes Ergebnis aus 2021 übertroffen haben. Alle unsere Kerngeschäftsbereiche - Seefracht, Luftfracht und Kontraktlogistik - haben zu dem sehr guten Ergebnis beigetragen.

Rohertrag nach Geschäftsbereichen Konzern in TEUR

2022
Seefracht 163.779 58,5%
Luftfracht 87.204 31,1%
Kontraktlogistik 29.028 10,4%
Gesamt 280.011 100,0%

Rohertrag nach Regionen (Konzern) in TEUR

2022
Amerika 65.617 23,4%
Asien 68.249 24,4%
Deutschland * 49.482 17,7%
Europa ohne Deutschland 49.292 17,6%
Australien/Neuseeland 47.371 16,9%
Gesamt 280.011 100,0 %

*inkl. Schweiz, Joint Venture Penske

In der regionalen Betrachtung fällt die Entwicklung im Jahr 2022 durchweg positiv aus. So wuchs der Rohertrag in Europa ohne Deutschland um MEUR 7,6 (+18,1 Prozent), in Australien/Neuseeland um MEUR 13,6 (+40,4 Prozent), in Amerika um MEUR 18,3 (+38,7 Prozent), in Asien um MEUR 11,4 (+20,1 Prozent) und in Deutschland um MEUR 14,8 (+42,5 Prozent).

Während der Rohertrag auf Konzernebene um 30,6 Prozent gestiegen ist, ergibt sich auf Gruppenebene, d.h. unter Berücksichtigung der Gesellschaften Röhlig-Grindrod und R+C Seetransport, eine leicht niedrigere Steigerung des Rohertrags um 29,9 Prozent.

GESCHÄFTSBEREICHE

Seefracht

in TEUR 2022 2021 Veränd. in %
Rohertrag 163.779 122.998 33,2%

Im Jahr 2022 lag der Fokus darauf, die jeweiligen Supply Chains unserer Kunden am Laufen zu halten, da die Belastbarkeit und Verlässlichkeit der Lieferketten massiv beeinflusst wurde. Es kam zu extremen Verwerfungen in der Bereitstellung der Schiffskapazitäten durch die Reedereien. Haupttreiber dafür waren unter anderem extrem lange Liegezeiten in den wichtigsten Hafenplätzen (Los Angeles, Long Beach, Shanghai u.a.). Diese beeinflussten die Fahrplantreue besonders negativ und hatte die Bindung von Kapazitäten zur Folge. Dies führte zu historisch hohen Seefrachtraten von +300-400 Prozent gegenüber den Raten vor der Pandemie und zu Verzögerungen bei der Ankunft der Fracht. Die Seefrachtraten schwankten im Allgemeinen täglich, wobei Frachtraum die meiste Zeit des Jahres die wichtigste 'Ware' war.

Zusätzlich zu den Herausforderungen in der Seefracht gab es einen Mangel an Lkw- und Bahnkapazitäten, was zu Staus und Verzögerungen bei den Lieferzeiten der Fracht im Vor- und Nachlauf führte. Durch die geringere verfügbare Kapazität stiegen die Tarife. Vor der Pandemie lag die durchschnittliche Pünktlichkeit der Frachtlieferungen durch die Spediteure, je nach Spediteur und Fahrtgebiet, zwischen 75 Prozent und 95 Prozent - dieser Wert fiel im Jahr 2022 auf deutlich unter 50 Prozent.

Die Raten begannen im August zu sinken und waren Ende des Jahres fast auf das Niveau vor der Pandemie zurückgegangen. Die Nachfrage ging mit der Inflation und den sich abschwächenden Marktbedingungen zurück, und die Kapazitäten wurden auf das reguläre Niveau von 2019 angehoben. In den Jahren 2021/22 wurden zahlreiche Schiffsneubauten in Auftrag gegeben, darunter eine große Anzahl von 24000-TEU-Schiffen, die zwischen Ende 2023 bis 2025 ausgeliefert werden sollen. Dies wird sich auf den Markt auswirken.

Mit einem Transportvolumen von TEU 262.000 im FCL-Bereich lagen wir im herausfordernden Jahr 2022 um 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Steigern konnten wir unser FCL-Volumen trotz der Marktwidrigkeiten in Australien und Neuseeland, Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Mit unserem Allokationsmanagementsystem konnten die Frachtbuchungen über feste Verträge steuern und so sicherstellen, dass der unseren Kunden zugewiesene Laderaum auch wirklich für diese Kunden genutzt wird. Unser Fokus wird weiterhin auf der Erbringung qualitativ hochwertiger Dienstleistungen liegen, für die wir feste Laderaumverträge abschließen. Unser Allokationsmanagementsystem wird daher auch im Jahr 2023 einen wichtigen Beitrag zur Lieferkettensicherheit bei unseren Kunden leisten.

Luftfracht

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 87.204 76.089 14,6%

In der Luftfracht sind wir aus unseren Kernmärkten heraus überproportional gewachsen - trotz des im Verhältnis zum Vorjahr verschlechterten globalen Marktumfeldes. So ist der globale Luftfrachtmarkt gemäß IATA im Vergleich zum Vorjahr um etwa 8 Prozent eingebrochen.

Auch wenn Passagierfluggesellschaften 2022 viele ihrer Flüge wieder aufgenommen hatten, glich dies den Mangel an Frachtkapazität nicht aus. Die höheren Kosten für Kerosin trugen ebenfalls zu den gestiegenen Frachtkosten bei. Dies war der Trend für die ersten drei Quartale des Jahres 2022. Erst im vierten Quartal 2022 kam es zu einer allmählichen Beruhigung des Luftfrachtmarktes.

Kontraktlogistik

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 29.028 15.236 90,5%

In der Kontraktlogistik haben wir das Joint Venture mit Penske in den Niederlanden erfolgreich abgeschlossen. Dadurch können wir unseren Kunden weitere 45.000 Quadratmeter an Lagerfläche inklusive flexibler Lagerung, Fracht- und digitalen Lösungen anbieten. Die umgeschlagenen Produkte reichen von Weißer Ware über den Einzelhandel bis hin zu Online-Fulfillment. Der Rohertrag wuchs um mehr als 300 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf die Gewinnung neuer Kunden und zusätzliche Einnahmen aus dem Joint Venture zurückzuführen. Basis dafür ist die erfolgreiche Zusammenführung der zwei Teams an den beiden Standorten in Europa.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Lagerraum in Südostasien und Australien/Neuseeland haben wir auch dort unsere Kapazitäten weiter ausgebaut.

Regionen

Deutschland (inkl.Schweiz und Joint Venture Penske)

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 49.481 34.717 42,5%

Die Region Deutschland steigerte den Rohertrag um 42,5 Prozent gegenüber 2021. Dieses Wachstum wurde durch das Joint Venture mit Penske unterstützt, auf das etwa die Hälfte des gesteigerten Rohertrags entfällt. In der Seefracht konnte der Rohertrag im Vergleich zum Vorjahr um 41,5 Prozent gesteigert werden und trug damit maßgeblich zu dem hervorragenden EBIT für 2022 bei.

Der starke Anstieg des Rohertrags im Bereich Seefracht ist vorrangig preisbedingt und reflektiert die generell höheren Frachtraten. Das deutsche Vertriebsteam konnte das Geschäftsportfolio um Sendungen für die Automobil-, Lebensmittel- und Einzelhandelsbranche erweitern.

In der Luftfracht stieg der Rohertrag um 10,4 Prozent. Dieses Ergebnis ist auf umfangreiche Charterverträge für die Automobil-, Konsumgüter- und Medizinbranche in den Jahren 2021 und 2022 zurückzuführen.

Mitte 2022 haben wir eine neue Landesgesellschaft in der Schweiz mit Büros am Flughafen Zürich und in Bern eröffnet. Ein Team von fünf Mitarbeitern ist in der Schweiz tätig.

Europa ohne Deutschland

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 49.292 41.742 18,1%

In der Region Nordeuropa steigerten Dänemark und die Niederlande den Rohertrag um 25 bzw. 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unsere britische Tochtergesellschaft verzeichnete einen leichten Rückgang von -10 Prozent nach einem Rekordanstieg im Jahr 2021. Dies ist vor allem auf das schwierige Marktumfeld im Seefrachtbereich mit Stornierungen von Schiffsabfahrten, sogenannten 'blank sailings' und Hafenüberlastungen zurückzuführen. In der Luftfracht konnte unsere britische Niederlassung eine Steigerung der Tonnage um 32 Prozent verbuchen.

In der Region Südeuropa haben wir den Rohertrag 2022 um 32 Prozent und das Ergebnis um 222 Prozent gesteigert. Die positive Margenentwicklung hat sich in allen Ländern ausgewirkt. Am stärksten konnten Italien und Spanien den Rohertrag steigern mit jeweils 43 Prozent. In diesen beiden Ländern haben wir den Luftfrachtexport stark ausgebaut. Aber auch in Frankreich wurde ein Rekord-Rohertrag erzielt mit einer Steigerung um 24 Prozent. Hier konnten wir das Geschäft besonders auf den Tradelanes in die USA, nach Australien und nach China ausbauen.

Amerika

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 65.617 47.293 38,7

Die USA verzeichneten trotz der starken Beeinträchtigungen durch unterbrochene Lieferketten ein sehr erfolgreiches Jahr. Der Nettogewinn stieg um 104,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Das Geschäft auf dem transpazifischen Handelsweg war schwierig, wurde jedoch durch unsere erfolgreich abgeschlossenen längerfristigen Verträge mit den Carriern und der dadurch unseren Kunden zur Verfügung stehenden Transportkapazität erleichtert. Allerdings war es eine große Herausforderung, wenn Kunden zusätzlichen Frachtraum benötigten. In solchen Fällen wurde die Ladung von den Carriern aus Platzgründen häufiger für einige Wochen lang nicht befördert. In diesem Zusammenhang zahlte sich der von unserem Seefrachtteam eingeführte Allokationsmanagementprozess aus und ermöglichte eine sehr gute Überwachung unserer Frachtströme.

In der Luftfracht wickelte unser USA-Team eine beträchtliche Anzahl von Lebensmitteltransporten aus Südostasien ab. Mitte des Jahres 2022 haben wir ein neues Büro in Tulsa, Oklahoma, eröffnet, das sich neben den traditionellen Luft- und Seetransporten darauf fokussiert, unser Landtransportgeschäft in den USA weiter auszubauen. Unsere Hauptniederlassung in Chicago zog in eine hochmoderne Anlage mit 8000 Quadratmetern Lagerfläche, Büros und Schulungsraum um.

Die Region Lateinamerika (Mexiko, Argentinien, Bolivien, Chile, Uruguay) konnte den Rohertrag um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Alle Länder in der Region haben in ähnlichem Umfang zu dieser deutlichen Steigerung beigetragen. In Mexiko haben wir das Geschäft mit Automotive Kunden weiter ausgebaut. Auch in Chile und Argentinien haben wir erfolgreich einen stärkeren Focus auf den Automotive Sektor gesetzt und konnten außerdem in Chile wieder einige größere Luftfrachtsendungen gewinnen. In Bolivien haben wir trotz der schwierigen politischen Lage unser Ergebnis verdoppelt. Insgesamt haben wir in der Region stark in die Entwicklung unserer Mitarbeiter investiert, z.B. mit einem speziellen Führungskräfteentwicklungsprogramm für die Region.

Im letzten Quartal 2022 haben wir unser eigenes Büro in Brasilien eröffnet. Wir sehen enormes Potenzial in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas und sind jetzt unter unserem eigenen Namen vertreten, nachdem wir über 30 Jahre mit unserem Agenten Figwal erfolgreich zusammengearbeitet haben. Operativ ist die Gesellschaft am 1. Januar 2023 mit 4 Mitarbeitern gestartet.

Asien

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 68.249 56.827 20,1

In Nordasien (China, Hong Kong, Korea und Taiwan) konnten wir 2022 den Rohertrag gegenüber 2021 um 10 Prozent auf MEUR 46 steigern. Dazu hat im besonderen Maße Korea mit einer Steigerung von 52 Prozent beigetragen. Hierzu haben sowohl eigenkontrolliertes koreanisches Geschäft wie auch eine verstärkte Einbindung in unser Netzwerkgeschäft beigetragen. Es folgen Hong Kong und Taiwan mit einem Wachstum von jeweils 19 Prozent. China dagegen verzeichnete 2022 einen gegenüber 2021 nahezu gleichbleibenden Rohertrag von MEUR 29,5. Verantwortlich für diese vergleichsweise schwache Entwicklung sind u.a. das rückgängige Geschäft mit persönlicher Schutzausstattung und Corona Schnelltests sowie die weitgehende Einstellung des Rail Geschäfts über die Silk Road wegen des von Russland am 24. Februar 2022 begonnenen Kriegs gegen die Ukraine. Gegenläufig konnte China das eigenkontrollierte Geschäft von rund 10 Prozent auf rund 20 Prozent nahezu verdoppeln.

In Südostasien (Singapur, Thailand, Malaysia, Indonesien und Vietnam) konnten wir den Rohertrag um 44,5 Prozent steigern. Hauptreiber für diese positive Entwicklung waren Vietnam (+254 Prozent) und Singapur (+130 Prozent). In Singapur haben wir für einen wichtigen globalen Kunden zum Ende des Jahres diverse Charterflüge in die USA durchgeführt. Auch unsere Gesellschaften in Malaysia und Indonesien haben den Rohertrag deutlich gesteigert. Zudem haben wir in Malaysia zum Ende des Jahres unsere Lagerkapazitäten auf 10.000 m 2 erweitert, um einem wichtigen Kunden in der Region weitere Lagerflächen zur Verfügung stellen zu können. In Thailand konnten wir das hohe Niveau von 2021 halten.

Auch in Indien haben wir den Rohertrag um 41 Prozent gesteigert - insbesondere dank der Gewinnung von Neugeschäft durch den lokalen Verkauf. Die 2021 neueröffneten Büros in Hyderabad und Vizag haben sich hierbei sehr erfolgreich entwickelt und einige größere Kunden im Pharmabereich gewonnen.

Für die im Jahr 2021 eröffnete Niederlassung in Dubai war das Jahr 2022 von einer erfolgreichen Wachstumsphase geprägt. Sowohl die Seefracht- als auch die Luftfrachtvolumina wuchsen außerordentlich gut, und die Region gewinnt für uns immer mehr an Bedeutung.

Australien/Neuseeland

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 47.371 33.744 40,4

Unsere Niederlassungen in der Region Australien und Neuseeland setzten ihre sehr positive Entwicklung fort und gewannen 3PL- und 4PL-Kunden in verschiedenen Sektoren sowie ein weltweit führendes Unternehmen für Erfrischungsgetränke. Der Erfolg ist unter anderem auf die Kundenbindung durch ein hohes Serviceniveau und individuelle Frachtlösungen zurückzuführen.

Unser australisches Seefrachtcontainervolumen wuchs um 16 Prozent. Das neuseeländische Seefrachtteam steigerte den Containerumschlag um 19 Prozent - eine hervorragende Leistung in einem schwierigen Markt mit erheblichen Platzproblemen.

Röhlig Australien konnte seine starke Position im Luftfrachtverkehr von den USA und Europa nach Australien behaupten. Das Luftfrachtaufkommen aus Europa stieg um 30 Prozent.

Im Kontraktlogistikgeschäft konnten wir unsere Kundenbeziehungen durch die Gewinnung von Großkunden ausbauen und unsere Lagerfläche in Australien und Neuseeland verdoppeln.

Afrika

in TEUR 2022 2021 Veränd.
in %
Rohertrag 39.291 30.740 27,8

Die Region Afrika wird über die Gesellschaft Röhlig-Grindrod in Südafrika und Mosambik bedient. Wir halten 50 Prozent an der Gesellschaft. Der Ausweis im Konzernabschluss erfolgt daher nach der "at equity"-Methode.

In Südafrika ging das Volumen im Bereich der Seefrachtcontainer um 13 Prozent zurück, u.a. aufgrund von Hafenbeschränkungen. Gleichzeitig stieg das Volumen in der Luftfracht um 39 Prozent an. Das personell verstärkte Verkaufsteam konnte im Laufe des Jahres eine Reihe von Kunden gewinnen.

Die Kontraktlogistik entwickelte sich aufgrund der guten Auslastung sehr positiv, und der Kundenstamm konnte erfolgreich ausgebaut werden.

3. Chancen und Risiken

3.1 Chancenmanagement

Global Executive Board setzt konsequent die vereinbarte Strategie um

Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, werden im Global Executive Board die Chancen für das Geschäftsmodell regelmäßig identifiziert, erörtert sowie strategisch und finanziell bewertet. Unsere Strategie, langfristig als unabhängiges Unternehmen am Markt zu agieren, wird durch unsere in den Vorjahren vorgenommene Neupositionierung unterstützt. So können wir die sich ergebenden Chancen in Zukunft noch zielstrebiger erschließen.

Seit 2021 setzen wir unser Strategieprogramm "Blue Star" erfolgreich um. In diesem Programm treiben wir fünf Bereiche voran:

1. Kundenservice- und Produktexzellenz,

2. Talent-, Mitarbeiter- und Organisationsexzellenz,

3. Digital-, Daten- und Technologieexzellenz,

4. Wachstum-, Vertriebs- und Marketingexzellenz,

5. Profitabilitäts- und Finanzexzellenz.

In allen Bereichen haben wir dazu konkrete Projekte mit dem Ziel aufgesetzt, bis 2030 sowohl in der Seefracht als auch in der Luftfracht das von der Röhlig Gruppe abgewickelte Volumen zu verdreifachen. Dies tun wir, um bei den Carriern unsere Einkaufskraft zu erhöhen und gleichzeitig unseren Kunden auf den wesentlichen Tradelanes wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können.

3.2 Risikomanagement

Risikomanagement-System gut etabliert

Mit unseren internationalen Aktivitäten sind wir zahlreichen Risiken ausgesetzt. Ihr Eintritt kann sich nachteilig auf die Geschäftsentwicklung bzw. auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage auswirken. Über die Pflege eines entsprechenden Risikomanagementsystems sind wir in der Lage, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Das auf Basis des SAP Finance Systems Anfang 2019 eingeführte SAP Analytics for Cloud Management Informationssystem (kurz: SAC) ermöglicht eine zielgenaue Steuerung unseres Geschäfts. Das System wird sukzessive weiter ausgebaut und liefert uns über alle Geschäftseinheiten auf allen Hierarchieebenen global die notwendige Informationssicherheit.

Ferner haben wir eine Internal Audit Abteilung eingerichtet, die inzwischen in unseren Bereich Legal und Risk eingegliedert worden ist. Sie strukturiert und analysiert Länder- und Individualrisiken und leitet gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ein.

Um bei Compliance-relevanten Themen eine wirksame Bottom-up-Kommunikation sicherzustellen, haben wir seit 2018 einen Whistleblowing-Prozess aufgesetzt. Er wird durch eine Softwarelösung unterstützt.

Das Thema Cybersicherheit ist durch vermehrte Angriffe auf Logistikunternehmen und die Ukraine-Krise seit dem 24. Februar 2022 verstärkt in den Fokus gerückt. Wir verfügen über ausgezeichnete Systeme, um entsprechende Angriffe abzuwehren. Darüber hinaus sind wir zu diesem Thema mit allen unseren Mitarbeitern fortlaufend im Dialog, erläutern unsere Maßnahmen und fordern unsere Beschäftigten auf, aktiv Meldungen zu machen, sobald Unsicherheiten oder Verdachtsmomente entstehen. Zudem haben wir 2022 eine interne Informationskampagne zu diesem Thema durchgeführt, um unsere Mitarbeiter weiter zu sensibilisieren und unsere Maßnahmen zu erläutern. Dies wird durch entsprechende Trainings unterstützt. Bisherige Angriffe konnten wir erfolgreich abwehren. Derzeit verbessern wir unsere Organisationsstruktur begleitet durch ein Beratungshaus noch weiter. So werden wir im Bereich Legal and Risk die Funktion eines gruppenweit verantwortlichen Sicherheitsbeauftragen installieren. Dieser Sicherheitsbeauftrage bildet die Schnittstelle zu den Cybersicherheitsexperten bei logineer, die Röhlig weiterhin umfassend IT-seitig begleiten werden, und zur weltweiten Röhlig Organisation, in der unsere IT Sicherheitssysteme und -prozesse umgesetzt werden. Nicht vermeid- oder mitigierbare Cyberrisiken haben wir darüber hinaus über eine Cyber-Versicherungsschutzpolice abgedeckt.

Seit 2021 verfügen wir über ein standardisiertes Business Reporting, das den Regionen monatlich Informationen über Finanzen, Produkte, Standorte, Vertrieb, Human Resources und Qualität zur Verfügung stellt. Das System wurde im Laufe des Jahres 2022 vollständig in die Organisation umgesetzt.

Zur Liquiditätssteuerung auf Konzernebene aktualisieren alle Gesellschaften laufend auf Wochenbasis ihre Cash-Planungen für die nächsten drei Monate und danach auf Monatsbasis für die darauffolgenden neun Monate in unserem Treasury Management System und melden dies einmal pro Woche zentral zurück. Im Verlauf des Jahres 2022 haben wir unser internes Berichtswesen zu den Themen Kreditmanagement und Mahnwesen weiter verbessert und zudem in Ergänzung zu der Anfang 2021 eingeführten Global Credit Policy eine Global Collection Policy implementiert. Die Einführung einer Software, die das Kreditmanagement und Mahnwesen automatisiert und digitalisiert liefert zudem wichtige Impulse für die weitere Professionalisierung der Prozesse. Dies ist nur eine von vielen Maßnahmen, um unsere Kontrahentenrisiken frühzeitig zu identifizieren und stärker zu überwachen.

3.3 Erläuterung der Einzelrisiken

Die wesentlichen Einzelrisiken werden im Konzern mit entsprechenden Maßnahmen unterlegt, sodass wir ihnen jederzeit angemessen begegnen können.

Wechselkurs- und Zinsrisiken: Hohe Inflationsraten aufgrund von stark gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten führten zu einer Straffung der Geldpolitik vieler Zentralbanken und zu relativ hoher Volatilität in den Wechselkursen. Ein hoher Anteil unseres in Fremdwährungen notierten Grundgeschäfts ist jedoch durch Natural Hedging geschützt. Dies bietet eine gewisse Absicherung der Transaktionsrisiken, der wir durch unsere globale Positionierung ausgesetzt sind.

Forderungsausfall- und Liquiditätsrisiken: Wir verfolgen weiterhin unsere Strategie der Risikominimierung. Unsere Kreditversicherung mit Atradius konnten wir im Jahr 2022 für weitere zwei Jahre bis Ende 2024 verlängern. Mit koordinierten, konzernweiten Maßnahmen kommen wir auf eine Deckungsquote von rund 80 Prozent. Neben der reinen Versicherung des Risikos ist die aktive Auseinandersetzung mit der Risikoposition der offenen Forderungen und der Kreditwürdigkeit von akquiriertem Neugeschäft von besonderer Bedeutung. Wir sind in der Lage, weltweit das Gesamtrisiko einzelner Kunden und Kundengruppen zu analysieren und zu steuern. Mit der Implementierung der Software von Serrala, die auf Daten der Kreditversicherung Atradius zugreift und weitere kreditrelevante Kennzahlen innerhalb von SAP generiert, streben wir eine intensivere Überwachung des Zahlungsverhaltens und der Bonität unserer Kunden an, um in problematischen Fällen frühzeitig unsere Risiken zu reduzieren.

Finanzrisiken: Der Finanzierungsbedarf unseres Konzerns wurde durch den aktuellen Konsortialkredit vom April 2022 gesichert. Die vereinbarenden Covenants wurden mit komfortablem Spielraum gesetzt, räumen uns die nötige Flexibilität für eine Abschwächung der Ertragslage ein und stellen zudem den Kapitalbedarf für das geplante Wachstum zur Verfügung.

Transport- und Vermögensschäden: Durch die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit mit TT Club, einem Anbieter von Versicherungs- und Risikomanagementleistungen, verfügen wir über ein effizientes System zur Bewältigung von Speditionshaftpflichtschäden. Die Schäden werden auf der Basis eines weltweit einheitlichen IT-Systems bearbeitet. Darüber hinaus stehen uns diverse Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die notwendige Transparenz ist gewährleistet und macht Risiken gut kalkulierbar. Grundsätzlich haften wir aufgrund unseres Geschäftsmodells nur begrenzt, da wir keine physischen Transportleistungen erbringen, sondern diese fremdvergeben.

Risiken aus IT und Digitalisierung: Die Geschäfte unserer Kunden verändern sich infolge zunehmender Digitalisierung. Dies führt zu einer Verkürzung der Reaktionszeiten, zu einem höheren Individualisierungsgrad der Leistungen und schließlich zu stärkerem Wettbewerbsdruck. Dies setzt uns als Logistikdienstleister langfristig unter einen hohen Ertrags- und Margendruck, auch wenn dies im Jahr 2022 aufgrund der gestörten Lieferketten nicht unmittelbar spürbar war. Deshalb haben wir 2021 unseren Partner q.beyond GmbH als Anteilseigner in unseren IT- und Digitalgesellschaften logineer (51,0 Prozent) und <cargonerds>(25,1 Prozent) hinzugenommen, um den digitalen Wandel in der Röhlig Gruppe weiter zu beschleunigen. Wir sind davon überzeugt, hiermit die richtige Antwort auf die sich verändernden Märkte gefunden zu haben. Erste Arbeitsergebnisse und Rückmeldungen aus dem Markt bestätigen hier unsere Sicht.

Geschäftsimmanente Risiken: Wir müssen laufend mit konjunkturellen Risiken umgehen. Die im Jahr 2020 aufgekommene Corona-Pandemie, die wir nun weitgehend hinter uns gelassen haben, und der von Russland am 24. Februar 2022 begonnene Krieg gegen die Ukraine sind hier nur als zwei Hauptfaktoren zu nennen. Im Jahr 2022 haben die Zentralbanken zur Bekämpfung der Inflation, getrieben insbesondere durch Energie- und Nahrungsmittelverknappung, die Leitzinsen schrittweise deutlich angehoben und damit das Zinsumfeld massiv verändert. Auch wenn die Weltwirtschaft inzwischen gelernt hat, mit dem andauernden Krieg in der Ukraine umzugehen, bleibt die Unsicherheit, welche Konsequenzen sich aus der geopolitischen Situation und dem Trend zum Nationalismus für die Weltwirtschaft und damit den globalen Handel ergeben. Auch wenn sich die Rezessionssorgen deutlich reduziert haben, bleibt es für unsere Kunden weiterhin sehr wichtig, ihre Liquidität und auch ihre Lieferketten gut abzusichern.

Wir sind aus heutiger Sicht durch die kurzen Entscheidungswege im Unternehmen in der Lage, schnell und adäquat auf die bestehenden Risiken zu reagieren.

4. Ausblick

4.1 Geopolitische Risiken und Weltkonjunktur

Die 2022 noch düsteren Konjunkturaussichten für 2023 haben sich inzwischen schrittweise auf einem weiterhin niedrigen Niveau stabilisiert. So wird global und in wesentlichen Ländern nicht mehr von einer Rezension für 2023 ausgegangen. Im Oktober 2022 ging der IWF noch von einem Wirtschaftswachstum für 2023 von 2,7 Prozent aus. Diese Prognose wurde im Januar 2023 aufgrund der sich beruhigenden Rezessionssorgen leicht auf 2,9 Prozent erhöht (Indien: von 6,1 Prozent auf 6,8 Prozent, China: von 4,4 auf 5,2 Prozent, USA: von 1,0 auf 1,4 Prozent, Deutschland: von -0,3 auf 0,1 Prozent).

Nach einer globalen Inflationsrate von 8,8 Prozent im Jahr 2022 senkte der IWF im Januar 2023 nun seine Inflationsprognose für 2023 auf 6,6 Prozent und für 2024 auf 4,3 Prozent ab.

Gemäß des internationalen Luftfahrtverbands IATA lagen die in der Luftfracht geflogenen Tonnenkilometer im Jahr 2022 um 8,0 Prozent unter dem Vorjahr und leicht unter dem Niveau von 2019. Dabei haben die europäischen Fluggesellschaften mit einem Minus von 11,5 Prozent den stärksten Rückgang gegenüber 2021 zu verkraften. Parallel dazu hat sich die verfügbare globale Luftfrachtkapazität im Jahr 2022 gegenüber 2021 um 0,5 Prozent erhöht. Prognosen gehen für 2023 bei einer weiter wachsenden Kapazität von einer weiteren Reduzierung der geflogenen Tonnenkilometer mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preisstellung aus. Erst 2024 soll es wieder zu einer Erholung kommen.

Die globale Seefracht erlebt durch die Auswirkungen des chinesischen Neujahrsfests und den damit einhergehenden Fabrikschließungen einen langsamen Start in das Jahr 2023. Nach der Abkehr Chinas von der Null-Covid-Politik wird ein Wachstum des chinesischen BIP auf rund 5 Prozent im Jahr 2023 erwartet. Westeuropa dürfte eine schwere Rezession vermeiden, da die Energieversorgung verbessert wird, während der wichtigste Markt in den USA vor einem leichten Abschwung gegenüber 2022 steht, da die Einzelhandelsumsätze gegen Ende 2022 zurückgingen, die Automobilverkäufe jedoch stabil blieben.

Nach dem Ratenrückgang gegen Ende 2022 werden die Frachtraten in der ersten Hälfte des Jahres 2023 voraussichtlich weiter sinken. Die Raten haben das Niveau von vor der Pandemie erreicht und sinken weiter. Die Reedereien verfolgen die Strategie, Fahrten zu streichen oder zu annullieren, um ein Gleichgewicht zwischen den verfügbaren Schiffen herzustellen und den Ratenverfall und Abwärtsdruck auf die Frachtraten zu verringern. Dies wird im weiteren Verlauf des Jahres von den Reedereien koordiniert werden müssen, wenn die Neubauten größerer Schiffe abgeschlossen und gegen Ende 2023 und Anfang 2024 in Dienst gestellt werden. Wir rechnen für das Jahr 2023 damit, dass sich der Trend von der Verlagerung der Luftfracht zur Seefracht weiter fortsetzt. Der Lagerbestand vieler Händler ist hoch, was zusammen mit dem sich verschlechternden Konsumklima eher zu sinkenden Preisen in der Seefracht führen könnte, so dass der Seeweg für nicht eilige Güter aber an Attraktivität gewinnt. In der zweiten Jahreshälfte erwarten wir wieder ansteigende Auslastungen, da voraussichtlich Lagerbestände gesunken sein werden und sich die weltwirtschaftliche Situation entspannt haben wird.

Die im Jahr 2022 aufgetretenen Probleme im Bahnverkehr, Transportverzögerungen und Hafenüberlastungen sind größtenteils behoben, und die Prognosen für die Lieferkette werden durch besser vorhersehbare Buchungen und zuverlässige Abfahrten erleichtert.

Vor diesem Hintergrund ist es auch für das Jahr 2023 und die Folgejahre nicht einfach, eine verlässliche Prognose abzugeben. Angesichts der konjunkturellen Daten und der Unsicherheit beim Bedarf nach Frachtvolumen gehen wir davon aus, dass die Raten für See- und Luftfracht auf einem niedrigen Niveau volatil bleiben. Gleichzeitig erwarten wir für 2023 aufgrund unserer deutlich gestärkten Vertriebsorganisation sowie den bestehenden Marktgegebenheiten für Röhlig ein deutliches Mengenwachstum. Voraussichtlich wird daher unser Rohertrag lediglich auf MEUR 222 zurückgehen - dies bei einem deutlich niedrigeren Konzernüberschuss von MEUR 23. Wir erwarten, dass sich dieser Trend im Jahr 2024 mit einem Rohertrag von MEUR 235 und einem Konzernüberschuss von MEUR 30 fortsetzt. Gemäß der verabschiedeten Planungen können die im Konsortialkreditvertrag vereinbarten Covenants im Budgetzeitraum jederzeit eingehalten werden, und es steht ausreichend Liquidität zur Finanzierung des Geschäftes zur Verfügung.

Wir gehen dabei davon aus, dass neben der See- und Luftfracht auch die Kontraktlogistik im Jahr 2023 einen positiven Beitrag zu unserem Konzernüberschuss leisten wird.

Derzeit erwarten wir, dass wir das im Dezember 2022 verabschiedete Budget werden halten können. Gestützt wird diese Prognose durch den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2023.

4.2 Blue-Star-Strategie für profitables Wachstum

Wir planen, unser Volumen in der See- und Luftfracht bis 2030 zu verdreifachen. Das Strategieprogramm "Blue Star" basiert auf fünf Eckpfeilern: Kundenservice und Produktexzellenz, Talent-, Mitarbeiter- und Organisationsexzellenz, Digital-, Daten- und Technologieexzellenz, Wachstum-, Vertriebs- und Marketingexzellenz, Profitabilitäts- und Finanzexzellenz.

Auch im Jahr 2023 liegt unser Fokus auf der Beschleunigung des Volumenwachstums, um in einer sich konsolidierenden Speditionsbranche bei unseren wichtigsten Lieferanten und Kunden relevant zu bleiben und gleichzeitig unsere starke finanzielle Position zu bewahren.

Daher wurde über alle zehn Regionen (Deutschland, Nordeuropa, Südeuropa, Südafrika, Indien, Südostasien, Nordasien, Australien/Neuseeland, Nordamerika und Lateinamerika) das Wachstumspotenzial ermittelt, Volumenziele für See- und Luftfracht mit den Regionsverantwortlichen vereinbart und Maßnahmen zur Zielerreichung definiert, die wir in 2023 weiter umsetzen werden.

Die klare Ausrichtung der Governance auf eine regionale Struktur mit den genannten zehn Regionen hat nach wie vor Bestand. Die Verantwortlichen für Regionen, Produkte und Vertrieb arbeiten im Board of Directors (BoD) gut zusammen. Das BoD unterstützt weiterhin das Global Executive Board als Sparringspartner und arbeitet an der Ausarbeitung einzelner Projekte mit.

Ein starker Fokus des Executive Boards bleibt auf der Überwachung und Steuerung von Kreditrisiken, die im Umfeld von hoher Inflation, Volatilitäten in Zins- und Währungsmärkten sowie von geopolitischen Risiken zu einer höheren Belastung führen könnten. Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2022 hat zusammen mit dem Absinken der Working Capital Bindung im Umfeld sinkender Frachtraten dazu geführt, dass die Gruppe das Jahr mit einer Nettoliquiditätsposition von MEUR 52 abschloss und damit über eine starke finanzielle Robustheit verfügt.

Der im April 2022 unterschriebene Konsortialkreditvertrag mit einem Volumen von MEUR 80 war zum Jahresende nahezu ungenutzt und bietet zudem mit einer Erweiterungsoption zusätzliche Mittel, um die Wachstumsstrategie der Gruppe zu unterstützen. So werden neben organischen Opportunitäten auch weiterhin Möglichkeiten für Beteiligungen und Akquisitionen geprüft.

 

Bremen, den 6. April 2023

Global Executive Board

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

TEUR Vorjahr
TEUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Selbst geschaffene Rechte und Werte 22 36
2. entgeltlich erworbene Software 473 288
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1.356 1.594
II. Sachanlagen    
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.477 6.058
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 666 1.828
2. Anteile an assoziierten Unternehmen 12.559 10.406
3. Beteiligungen 196 196
4. sonstige Ausleihungen 38 37
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
unfertige Leistungen 29.169 51.235
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 207.456 209.868
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 113 84
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.537 5.243
4. sonstige Vermögensgegenstände 17.326 10.555
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 52.149 29.731
C. Rechnungsabgrenzungsposten    
sonstige 2.369 1.595
  337.906 328.754

Passiva

   
TEUR Vorjahr
TEUR
A. Eigenkapital    
I. Kapitalanteile der Kommanditisten 10.000 10.000
II. Konzernrücklagen 106.835 57.019
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -9.023 -7.105
IV. Nicht beherrschende Anteile 2.736 774
B. Stille Beteiligung 10.000 10.000
C. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 504 584
2. Steuerrückstellungen 9.316 6.434
3. sonstige Rückstellungen 94.964 94.735
D. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 164 26.116
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 39 28
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.329 104.611
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 131 211
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.589 1.682
6. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13.595 10.146
7. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 1.779 1.552
8. sonstige Verbindlichkeiten 11.948 11.966
- davon aus Steuern: 2.730 TEUR 2021: 4.017 TEUR    
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 2.181 TEUR 2021: 1.632 TEUR    
E. Rechnungsabgrenzungsposten 0 1
  337.906 328.754

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

TEUR Vorjahr
TEUR
1. Umsatzerlöse    
a) Umsatzerlöse inkl. Zölle und Einfuhrumsatzsteuern 1.915.470 1.516.134
b) darin enthaltene Zölle und Einfuhrumsatzsteuern -302.239 -323.113
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen -32.435 22.795
3. Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.300.785 1.001.493
4. Rohertrag 280.011 214.323
5. andere aktivierte Eigenleistungen 0 366
6. sonstige betriebliche Erträge 14.935 8.335
7. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 118.847 94.141
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 19.226 14.984
- davon für Altersversorgung: 3.925 TEUR    
Vorjahr: 2.667 TEUR    
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.300 2.391
9. sonstige betriebliche Aufwendungen 73.394 53.692
  81.179 57.816
10. Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 4.777 3.514
11. Erträge aus Beteiligungen 90 88
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 571 150
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen 1.161 0
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.226 1.302
  84.230 60.266
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 19.194 13.780
16. Ergebnis nach Steuern 65.036 46.486
17. sonstige Steuern 441 261
18. Aufwendungen aus Teilgewinnabführungen 1.200 1.200
19. Konzernjahresüberschuss 63.395 45.025
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 854 441

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Angaben

Die Röhlig Logistics GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Bremen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bremen unter der Handelsregisternummer HRA 11735 HB eingetragen.

Der Konzernabschluss wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgen im Konzernanhang, soweit dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Konzernabschlusses erforderlich erscheint.

Die Gliederung der Konzernbilanz erfolgt nach dem um konzernspezifische Posten erweiterten Gliederungsschema nach § 266 HGB für große Kapitalgesellschaften. Die Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entspricht dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB.

Weiterbelastete Zölle und Einfuhrumsatzsteuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung offen von den Umsatzerlösen abgesetzt. Sie werden nicht in die Aufwendungen für bezogene Leistungen einbezogen.

Besonderheiten aufgrund der in den Vorjahren gewährten typischen stillen Beteiligung werden in der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Hinzufügen gesonderter Posten berücksichtigt.

Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Gleiches gilt grundsätzlich auch für die vollkonsolidierten Unternehmen. Für den Fall von abweichenden Stichtagen erfolgt die Einbeziehung der Tochterunternehmen auf der Grundlage von auf den Stichtag und den Zeitraum des Konzernabschlusses aufgestellten Zwischenabschlüssen.

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.

Konsolidierungskreis

Folgende Tochterunternehmen werden im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital / Stimmrechte %
Röhlig Deutschland GmbH & Co. KG Bremen 100,0
Carl Block Logistik GmbH & Co. KG Hamburg 60,0
Röhlig Penske Logistics GmbH Bremen 80,0 *
Röhlig Contract Logistics GmbH Bremen 100,0 *
Penske Logistics Europe GmbH Bremen 100,0 *
Penske Logistics B.V. Roosendaal 100,0 *
Penske Logistics Support Services B.V. Roosendaal 100,0 *
Penske Logistics Europe Ltd. London 100,0 *
Blue Services GmbH Bremen 100,0
Rohlig Blue Services India Private Ltd. Chennai 100,0
Röhlig & Co. Internationale Beteiligungsgesellschaft mbH Bremen 100,0
Röhlig Schweiz AG Zürich 100,0
Röhlig Nederland B.V. Rotterdam 100,0
Roehlig Espana S.L. Barcelona 100,0
Rohlig Italia S.p.A. Mailand 100,0
Röhlig UK Ltd. London 100,0
Rohlig Projects Limited London 100,0
Röhlig Belgium N.V. Antwerpen 100,0
Röhlig Danmark ApS Kopenhagen 100,0
Rohlig France SAS Paris 100,0
Rohlig USA Holding Inc. Des Plaines 100,0
Rohlig USA, LLC Chicago 100,0
Rohlig Latin America Holding S.A. Montevideo 100,0
Rohlig Uruguay S.A. Montevideo 100,0
Rohlig Argentina S.R.L. Buenos Aires 100,0
Rohlig Transporte y Logistica S.A Santa Cruz de la Sierra 100,0
Rohlig Logistics Brasil LTDA Sao Paulo 100,0
Rohlig Transportes Internacionales Chile Ltda. Santiago de Chile 100,0
Rohlig Mexico, S.A. de C.V. Cuidad de Mexico 100,0
Rohlig Singapore Pte. Ltd. Singapur 100,0
Roco Carriers Pte. Ltd. Singapur 100,0
Rohlig Far East Ltd. Hongkong 100,0
Rohlig Hong Kong Ltd. Hongkong 100,0
Rohlig China Ltd. Shenzhen 100,0
Chongqing Rohlig Logistics Co. Ltd. Chongqing 100,0
Rohlig Korea Ltd. Seoul 70,0 Seoul 70,0
Rohlig Middle East Logistics L.L.C. Dubai 100,0
Rohlig (Thailand) Ltd. Bangkok 99,9
Rohlig India Private Ltd. Chennai 100,0
Rohlig Vietnam Limited Ho Chi Minh 100,0
Rohlig Malaysia SDN. BHD. Kuala Lumpur 100,0
PT Rohlig Logistik Indonesia Jakarta 100,0
Rohlig Taiwan Co., Ltd. Taipeh 100,0
Rohlig Australia Pty Ltd. Sydney 100,0
Customtrade Consulting Pty. Ltd. Sydney 100,0
Rohlig New Zealand Ltd. Auckland 100,0
Rohlig Christchurch Ltd. Christchurch 100,0

*) direkte Beteiligung an der Röhlig Penske Logistics GmbH. Hierüber bestehen indirekte Beteiligungen an den Tochtergesellschaften der Röhlig Penske Gruppe, sodass deren Anteile hier ohne indirekte Fremdanteile dargestellt werden.

Ferner werden folgende assoziierte Unternehmen im Konzernabschluss berücksichtigt:

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital / Stimmrechte %
Röhlig-Grindrod (Pty) Ltd. (Teilkonzern) Johannesburg 50,0
R+C Seetransport GmbH & Co. KG (Teilkonzern) Bremen 24,9
q.beyond logineer GmbH Hamburg 49,0

Auf der Grundlage des § 296 Abs. 2 HGB werden nachfolgend aufgeführte Tochterunternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da die Summen des Umsatzes, der Ergebnisse und der Bilanzsummen dieser Gesellschaften für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung sind. Auch liegen keine anderen Sachverhalte vor, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich sind:

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital %
Carl Block GmbH Hamburg 60,0
International Air Cargo Pty Ltd. Sydney 100,0
Röhlig & Co. Beteiligungs-GmbH Bremen 100,0
cargonerds GmbH Hamburg 74,9

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Konsolidierungskreis der vollkonsolidierten Tochterunternehmen um insgesamt sieben Gesellschaften erhöht. Der Umsatz und der Rohertrag werden durch die Veränderung des Kreises der vollkonsolidierten Tochterunternehmen gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich beeinflusst.

Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung für Erwerbsvorgänge, die in Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 erfolgt sind, wird auf der Grundlage des Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB unter Anwendung der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a.F.) vorgenommen. Dabei wird der Buchwert der Beteiligung an jedem Stichtag mit dem Buchwert des anteiligen Eigenkapitals, das sich im Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss ergab, aufgerechnet.

Für Erwerbsvorgänge, die in Geschäftsjahren erfolgen, die nach dem 31. Dezember 2009 begonnen haben, erfolgt die Kapitalkonsolidierung unter Anwendung der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB). Dabei wird der Buchwert der Beteiligung an jedem Stichtag mit dem Wert des Eigenkapitals verrechnet, das sich aus der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden zu dem Zeitpunkt ergibt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Aus Erwerbsvorgängen in Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 entstandene aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden auf der Grundlage des Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB in Ausübung des Wahlrechts nach § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a.F. mit den Konzernrücklagen verrechnet.

Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung, denen Erwerbsvorgänge nach dem 31. Dezember 2009 zugrunde liegen, werden gem. § 301 Abs. 3 HGB auf der Aktivseite als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen und planmäßig über eine betriebliche Nutzungsdauer von zehn Jahre abgeschrieben.

Verbleibende passive Unterschiedsbeträge werden grundsätzlich unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen und nach Maßgabe des § 309 Abs. 2 HGB erfolgswirksam aufgelöst. Bei Eigenkapitalcharakter (insbesondere Gewinnthesaurierungen) werden passive Unterschiedsbeträge in die Konzernrücklagen eingestellt.

Beim Hinzuerwerb von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen wird dieser Vorgang als ein Vorgang zwischen zwei Gesellschaftergruppen behandelt und eine Erstkonsolidierung für die hinzuerworbenen Anteile nicht durchgeführt. Ein sich ergebender aktiver Unterschiedsbetrag aus der Aufrechnung der Anschaffungskosten der Anteile mit dem darauf entfallenden anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt des Hinzuerwerbs dieser Anteile wird mit den Konzernrücklagen verrechnet.

Bei der Veräußerung sämtlicher an einem Tochterunternehmen gehaltenen Anteile wird der Unterschied zwischen dem Veräußerungserlös und den im Konzernabschluss zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung erfassten Vermögenswerten und Schulden des Tochterunternehmens als Veräußerungsgewinn bzw. -verlust erfasst. Die auf konzernfremde Gesellschafter entfallenden Anteile an den Vermögenswerten und Schulden werden erfolgsneutral mit den Anteilen fremder Gesellschafter verrechnet.

Bei einer nur teilweisen Veräußerung von Anteilen an einem Tochterunternehmen wird der Veräußerungserlös dem auf die verkauften Anteile entfallenden Reinvermögen des Konzerns gegenübergestellt und der Differenzbetrag mit den Konzernrücklagen verrechnet.

Ein im Rahmen der Erstkonsolidierung erfolgsneutral mit den Konzernrücklagen verrechneter Geschäfts- oder Firmenwert, ein noch nicht aufgelöster negativer Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung sowie Differenzen aus der Währungsumrechnung werden dabei in voller Höhe bzw. anteilig erfolgswirksam aufgelöst.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden gem. § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB mit dem Buchwert angesetzt. Der Wertansatz der Beteiligung und ein sich ergebender Unterschiedsbetrag werden dabei auf der Grundlage der Wertansätze zu dem Zeitpunkt ermittelt, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist. Für Erwerbsvorgänge in Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 erfolgt die Verrechnung auf der Grundlage der Wertansätze zu dem Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des assoziierten Unternehmens.

Ein sich ergebender Unterschiedsbetrag wird in Folgejahren entsprechend der Behandlung der den Unterschiedsbetrag zugeordneten Vermögensgegenstände und Schulden fortgeführt, abgeschrieben oder aufgelöst.

Aus Erwerbsvorgängen in Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 entstandene aktive Unterschiedsbeträge aus der Equity-Bewertung werden auf der Grundlage des Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB in Ausübung des Wahlrechts nach § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a.F. mit den Konzernrücklagen verrechnet.

Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge aus der Equity-Bewertung, denen Erwerbsvorgänge nach dem 31. Dezember 2009 zugrunde liegen, werden als Geschäfts- oder Firmenwerte fortgeführt und planmäßig über eine betriebliche Nutzungsdauer von zehn Jahren aufgelöst.

Verbleibende passive Unterschiedsbeträge werden nach Maßgabe des § 309 Abs. 2 HGB erfolgswirksam aufgelöst. Bei Eigenkapitalcharakter (insbesondere Gewinnthesaurierungen) werden passive Unterschiedsbeträge in die Konzernrücklagen eingestellt.

Die Röhlig-Grindrod (Pty) Ltd., Johannesburg, wendet die vom Konzernabschluss abweichenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards an, die teilweise angepasst wurden.

Ändert sich aufgrund von Kapitalmaßnahmen bei den assoziierten Unternehmen das zuzurechnende anteilige Eigenkapital des Konzerns, so wird der Teil des Änderungsbetrages des anteiligen Eigenkapitals, der nicht auf Einlagen des Konzerns beruht, erfolgswirksam im Equity-Wert berücksichtigt.

Für nicht beherrschende Anteile an in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wird in der Konzernbilanz ein Ausgleichsposten in Höhe des Anteils der fremden Gesellschafter am Eigenkapital unter der Bezeichnung "nicht beherrschende Anteile" ausgewiesen.

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Schulden zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen.

Im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Unternehmen gegeneinander aufgerechnet oder so umgegliedert, wie sie aus der Sicht eines einheitlichen Unternehmens auszuweisen sind.

Auf die Eliminierung von Zwischenergebnissen wird gem. § 304 Abs. 2 HGB verzichtet, da diese im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nur von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Fremdwährungsumrechnung der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Jahresabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode gemäß § 308a HGB. Sämtliche Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag sowie die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Das Eigenkapital wird mit historischen Kursen umgerechnet, die Währungsumrechnungsdifferenzen werden in dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen.

Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals ausländischer assoziierter Unternehmen, die auf Änderungen des Umrechnungskurses zurückzuführen sind, werden erfolgsneutral im Wertansatz der Beteiligung und in dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung" erfasst.

Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden aktive und passive Steuerabgrenzungen gemäß § 306 HGB vorgenommen, sofern sich die Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen in späteren Jahren voraussichtlich wieder ausgleichen. Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden dabei miteinander verrechnet.

Die sich ergebenden Steuerbe- und -entlastungen werden dabei mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen werden einheitlich nach den hier beschriebenen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Der vorliegende Konzernabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätze nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Im Konzernabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden, soweit dies nach den Vorschriften des § 246 HGB nicht ausdrücklich gefordert wird.

Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres überein. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Konzerns ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet.

Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden.

Im Einzelnen werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Anlagevermögen

Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden aktiviert und aufgrund der kurzfristigen Nutzung der sich ergebenden Synergieeffekte auf den Kundenstamm planmäßig über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Soweit eine dauernde Wertminderung vorliegt, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Andere erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig 3 bis 5 Jahre zugrunde gelegt.

Die Nutzungsdauer für die selbst erstellten aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände wird auf 3 bis 5 Jahre geschätzt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet abzüglich planmäßiger Abschreibungen und etwaiger außerplanmäßiger Abschreibungen. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt grundsätzlich nach der linearen Abschreibungsmethode.

Die Nutzungsdauern der anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung belaufen sich auf 3 bis 13 Jahre.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Ausleihungen sind auf den Barwert abgezinst.

Auf die Gegenstände des Anlagevermögens werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots erfolgen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen.

Umlaufvermögen

Unfertige Leistungen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag beziehungsweise zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Wertberichtigungen auf Forderungen werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr sind abgezinst.

Flüssige Mittel sind mit dem Nominalwert angesetzt.

Latente Steuern

Für temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen auf Ebene der Einzelabschlüsse und der Handelsbilanzen II oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden aktive latente Steuern in Höhe der passiven Steuerlatenzen angesetzt und mit den passiven latenten Steuern verrechnet ausgewiesen. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt dabei mit den Steuersätzen, die im Geschäftsjahr der Umkehrung der zeitlichen Bewertungsunterschiede oder der Nutzung der Verlustvorträge gültig sein werden. Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, sobald die maßgebliche gesetzgebende Körperschaft die Änderung verabschiedet hat.

Auf eine Aktivierung eines verbleibenden aktiven Überhangs an latenten Steuern wird in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts verzichtet.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Leistungsverpflichtungen aus Pensionszusagen wurden unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelten Erfüllungsbetrag bewertet. Zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags berücksichtigt. Für die Abzinsung wird von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und der jeweilige von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichte Zinssatz verwendet. Die Abzinsung erfolgt mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird.

Übrige Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten die tatsächlichen Verpflichtungen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen. Wesentliche Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt und mit den abgesicherten Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Bei der Bildung von Bewertungseinheiten werden die Wertänderungen oder Zahlungsströme aus den Grund- und Sicherungsgeschäften gegenübergestellt und nur ein negativer Überhang aus dem ineffektiven Teil der Marktwertveränderungen zurückgestellt. Die unrealisierten Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil gleichen sich vollständig aus und werden im Rahmen der sog. Einfrierungsmethode erfasst. Die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft gebildet wird, erfolgt dagegen imparitätisch, d.h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt.

Erläuterungen der Konzernbilanz

1. Konzern-Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 1.1.2022
TEUR
Währungsdifferenz
TEUR
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR
Zugänge
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände        
- selbst geschaffene Rechte und Werte 51 0 0 0
- entgeltlich erworbene Software 1.553 -3 895 145
- Geschäfts- oder Firmenwert 10.367 -1 0 0
- davon aus der Kapitalkonsolidierung 4.131 0 0 0
  11.971 -4 895 145
Sachanlagen        
- andere Anlagen, Betriebs- und        
Geschäftsausstattung 19.161 160 1.557 4.701
  19.161 160 1.557 4.701
Finanzanlagen        
- Anteile an verbundenen Unternehmen 3.568 0 0 0
- Anteile an assoziierten Unternehmen 10.406 -73 0 4.777
- Beteiligungen 196 0 0 0
- sonstige Ausleihungen 37 0 0 1
  14.206 -73 0 4.778
  45.338 83 2.452 9.624
Umbuchungen
TEUR
Abgänge
TEUR
Stand 31.12.2022
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände      
- selbst geschaffene Rechte und Werte 0 0 51
- entgeltlich erworbene Software 0 247 2.343
- Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 10.366
- davon aus der Kapitalkonsolidierung 0 0 4.131
  0 247 12.760
Sachanlagen      
- andere Anlagen, Betriebs- und      
Geschäftsausstattung 0 1.180 24.399
  0 1.180 24.399
Finanzanlagen      
- Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 3.568
- Anteile an assoziierten Unternehmen 0 2.551 12.559
- Beteiligungen 0 0 196
- sonstige Ausleihungen 0 0 38
  0 2.551 16.360
  0 3.978 53.519
Abschreibungen
Stand 1.1.2022
TEUR
Währungsdifferenz
TEUR
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände      
- selbst geschaffene Rechte und Werte 15 0 0
- entgeltlich erworbene Software 1.265 -4 517
- Geschäfts- oder Firmenwert 8.773 1 0
- davon aus der Kapitalkonsolidierung 2.549 0 0
  10.053 -3 517
Sachanlagen      
- andere Anlagen, Betriebs- und      
Geschäftsausstattung 13.103 128 992
  13.103 128 992
Finanzanlagen      
- Anteile an verbundenen Unternehmen 1.740 0 0
- Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 0
- Beteiligungen 0 0 0
- sonstige Ausleihungen 0 0 0
  1.740 0 0
  24.896 125 1.509
Zugänge
TEUR
Auflösung
TEUR
Stand 31.12.2022
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände      
- selbst geschaffene Rechte und Werte 14 0 29
- entgeltlich erworbene Software 205 113 1.870
- Geschäfts- oder Firmenwert 236 0 9.010
- davon aus der Kapitalkonsolidierung 226 0 2.775
  455 113 10.909
Sachanlagen      
- andere Anlagen, Betriebs- und      
Geschäftsausstattung 1.844 1.145 14.922
  1.844 1.145 14.922
Finanzanlagen      
- Anteile an verbundenen Unternehmen 1.161 0 2.901
- Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 0
- Beteiligungen 0 0 0
- sonstige Ausleihungen 0 0 0
  1.161 0 2.901
  3.460 1.258 28.732
Stand 31.12.2022
TEUR
Buchwerte Stand 31.12.2021
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände    
- selbst geschaffene Rechte und Werte 22 36
- entgeltlich erworbene Software 473 288
- Geschäfts- oder Firmenwert 1.356 1.594
- davon aus der Kapitalkonsolidierung 1.356 1.582
  1.851 1.918
Sachanlagen    
- andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.477 6.058
  9.477 6.058
Finanzanlagen    
- Anteile an verbundenen Unternehmen 666 1.828
- Anteile an assoziierten Unternehmen 12.559 10.406
- Beteiligungen 196 196
- sonstige Ausleihungen 38 37
  13.459 12.467
  24.787 20.443

2. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Posten beinhaltet aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von 1.356 TEUR (Vorjahr: 1.582 TEUR). Die Veränderung zum Vorjahr ergibt sich wie folgt:

TEUR
Stand 31. Dezember 2021 1.582
Veränderung Konsolidierungskreis 0
Abschreibungen 226
Stand 31. Dezember 2022 1.356

Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren.

Aus Erwerbsvorgängen, die in Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 erfolgt sind, entstandene aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden auf der Grundlage des Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB in Ausübung des Wahlrechts nach § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a.F. mit den Konzernrücklagen verrechnet. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen zu den Konzernrücklagen.

3. Anteile an assoziierten Unternehmen

Der im Konzern-Anlagenspiegel ausgewiesene Zugang beinhaltet die anteiligen Jahresüberschüsse der assoziierten Unternehmen in Höhe von 4.777 TEUR.

Zum Stichtag ergibt sich kein Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Anteile und dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen.

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten wie im Vorjahr ausschließlich solche aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

5. Aktive und passive latente Steuern

Zeitliche Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden in der Konzernbilanz und den Steuerbilanzwerten entstehen im Wesentlichen zum einen durch eine durch unterschiedliche Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern bedingte abweichende Bewertung des Sachanlagevermögens. Zum anderen treten durch unterschiedliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entstehende unterschiedliche Wertansätze bei Rückstellungen auf.

Bei verschiedenen Tochterunternehmen bestehen steuerliche Verlustvorträge, die teilweise begrenzt mit künftigen steuerlichen Überschüssen verrechnet werden können.

Vor dem Hintergrund, dass der Konzern aktive Überhänge aus temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Ansätzen der Handelsbilanzen II und aufgrund steuerlicher Verlustvorträge nicht bilanziert, werden in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen.

6. Konzernrücklagen

Aus Erwerbsvorgängen in Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 entstandene aktive Unterschiedsbeträge, die auf der Grundlage des Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB in Ausübung des Wahlrechts nach § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a.F. mit den Konzernrücklagen verrechnet wurden, aus dem Erwerb von Minderheitenanteilen bereits vollkonsolidierter Tochterunternehmen entstandene aktive Unterschiedsbeträge sowie passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung mit Eigenkapitalcharakter (Gewinnthesaurierungen) haben die Konzernrücklagen des Konzerns in folgender Höhe beeinflusst:

passivisch
TEUR
aktivisch
TEUR
Summe
TEUR
Stand 1. Januar 2021 2.077 -18.313 -16.236
Veränderungen -18 0 -18
Stand 31. Dezember 2021 2.059 -18.313 -16.254
Veränderungen 0 -392 -392
Stand 31. Dezember 2022 2.059 -18.705 -16.646
davon aus der Vollkonsolidierung 2.059 -18.570 -16.511
davon aus der Equity-Bewertung 0 -135 -135
  2.059 -18.705 -16.646

Beim Hinzuerwerb von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen wird dieser Vorgang als ein Vorgang zwischen zwei Gesellschaftergruppen behandelt und eine Erstkonsolidierung für die hinzuerworbenen Anteile nicht durchgeführt. Ein sich ergebender aktiver Unterschiedsbetrag aus der Aufrechnung der Anschaffungskosten der Anteile mit dem darauf entfallenden anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt des Hinzuerwerbs dieser Anteile wird mit den Konzernrücklagen verrechnet.

7. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung

2022
TEUR
2021
TEUR
Stand 1. Januar -7.105 -10.095
Veränderungen -1.918 2.990
Stand 31. Dezember -9.023 -7.105

Die Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus der Abwertung des britischen Pfunds, des argentinischen Peso, des chinesischen Yuan, der indischen Rupien sowie des australischen Dollars.

8. Stille Beteiligung

Unter dem Posten stille Beteiligung wird in der Bilanz gemäß § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB eine typisch stille Beteiligung ausgewiesen, die mit einem Rangrücktritt versehen ist.

Die Aufwendungen für die stille Beteiligung werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Aufwendungen aus Teilgewinnabführungen" gezeigt.

9. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt im Berichtsjahr 504 TEUR (Vorjahr: 584 TEUR). Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 1,78 % (Vorjahr: 1,87 %) sowie einem Rententrend von 2,00% (Vorjahr: 2,00%). Die Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf den "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck (Verlag Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln).

Der Unterschiedsbetrag aus der Bewertung der Rückstellungen für Pensionen gem. § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt 10 TEUR.

10. Verbindlichkeiten

Restlaufzeiten
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2022
TEUR
2021
TEUR
2022
TEUR
2021
TEUR
2022
TEUR
2021
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 154 26.098 10 18 0 0
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 39 28 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.329 104.611 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 131 211 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.589 1.682 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13.595 10.146 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 1.779 1.552 0 0 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 11.377 11.087 498 642 73 237
  111.993 155.415 508 660 73 237
gesamt
2022
TEUR
2021
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 164 26.116
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 39 28
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.329 104.611
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 131 211
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.589 1.682
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13.595 10.146
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 1.779 1.552
sonstige Verbindlichkeiten 11.948 11.966
  112.574 156.312

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten wie im Vorjahr ausschließlich solche aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten Verbindlichkeiten aus Zöllen und Einfuhrumsatzsteuern.

Erläuterungen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Aufgliederung des Rohertrags nach Sparten

2022
TEUR
2021
TEUR
Seefracht 163.779 122.998
Luftfracht 87.204 76.089
Kontraktlogistik 29.028 15.236
  280.011 214.323

2. Umsatzerlöse inkl. Zölle und Einfuhrumsatzsteuern

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Regionen:

2022
TEUR
2021
TEUR
Australien/Neuseeland 394.351 271.882
Nordamerika 388.930 319.395
Inland (inkl. Schweiz und JV Penske) 376.642 296.224
Europa (ohne Inland) 337.873 283.953
Asien 333.274 278.249
Südamerika 84.400 66.431
  1.915.470 1.516.134

3. Aperiodische Aufwendungen und Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sowie Steuern vom Einkommen und Ertrag enthalten folgende wesentliche aperiodische Erträge:

2022
TEUR
2021
TEUR
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen 1.571 56
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.181 934
Steuererstattungen für Vorjahre 110 245
Übrige 435 550
  3.297 1.785

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie Steuern vom Einkommen und Ertrag sind folgende wesentliche periodenfremde Aufwendungen enthalten:

2022
TEUR
2021
TEUR
Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen    
sowie Abschreibungen auf Forderungen 2.535 3.675
Steuernachzahlungen Vorjahre 116 0
Übrige 231 70
  2.882 3.745

4. Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 5.777 TEUR (Vorjahr: 1.875 TEUR) und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 887 TEUR (Vorjahr: 466 TEUR) enthalten.

5. Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis

2022
TEUR
2021
TEUR
Gewinn 854 441
Verlust 0 0
Gewinn 854 441

6. Finanzergebnis

Innerhalb der Zinsaufwendungen sind Beträge aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 12 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR) und aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 1 TEUR (Vorjahr: 4 TEUR) enthalten.

Sonstige Angaben

1. Arbeitnehmer

Im Konzern wurden in 2022 im Durchschnitt 1.931 Arbeitnehmer (Vorjahr: 1.697 Arbeitnehmer) beschäftigt.

2022 2021
Arbeiter 90 52
Angestellte 1.841 1.645
  1.931 1.697

2. Außerbilanzielle Geschäfte

In 2018 wurde ein Rahmenvertrag über den Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Dieser dient der Liquiditätssicherung. Aus dem darauf basierenden Verkauf von Forderungen sind der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr Finanzmittel i.H.v. 5.000 TEUR zugeflossen. Die daraus resultierende Bilanzverkürzung beträgt 4.085 TEUR.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

2022
TEUR
2021
TEUR
Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen 77.579 47.209
- davon fällig innerhalb eines Jahres 17.925 11.707
- davon fällig zwischen einem und vier Jahren 35.558 22.414
- davon fällig nach mehr als vier Jahren 24.096 13.088

4. Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern ist Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Durch eine überwiegend währungskongruente Finanzierung des Geschäfts und die Absicherung von Währungs- und Zinspositionen wird diesen Risiken begegnet. Ein sich aus den Finanzinstrumenten ergebendes Risiko wird durch einen im Allgemeinen gegenläufigen Ergebniseffekt ausgeglichen, d.h. es werden Bewertungseinheiten gebildet.

Im Rahmen des Risikomanagements des Unternehmens wird eine Vielzahl von derivativen Finanzinstrumenten eingesetzt. Die im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente dienen der Absicherung von Risiken aus Wechselkurs- und Zinsschwankungen. Die Risiken aus Wechselkursschwankungen werden im Wesentlichen durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Die Absicherung der Zinsrisiken erfolgt durch verschiedene Zinssicherungsgeschäfte wie Zinsswaps und Caps.

Bewertungseinheit zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos

Die Fremdwährungsrisiken werden anhand der Nettowährungspositionen gemanagt, die sich aus in Fremdwährung lautenden Bilanzposten zusammensetzen. Im Rahmen des Portfolioansatzes können Vorteile durch mögliche Aufrechnungen gegenläufiger Cashflows in der gleichen Währung erzielt und Transaktionskosten minimiert werden. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko wird mit externen Vertragspartnern abgesichert. Die Währungspositionen (vor Sicherung) werden mit den gegenläufigen Devisensicherungsgeschäften jeweils zu Mikro-Bewertungseinheiten zusammengefasst. Grund- und Sicherungsgeschäfte werden für diesen Zweck jeweils mit den zugrunde liegenden diskontierten Zahlungsströmen bewertet.

Das Fremdwährungsportfolio der Röhlig Logistics GmbH & Co. KG enthält abgesicherte Vermögensgegenstände in fremder Währung in Höhe von 6.616 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) und Verbindlichkeiten in fremder Währung in Höhe von 17.997 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die einzelnen Positionen sind durch gegenläufige Devisentermingeschäfte abgesichert. Die Sicherungsbeziehungen sind laufzeitkongruent und erreichen grundsätzlich einen vollständigen Sicherungsgrad. Ein wesentlicher Überhang an Devisentermingeschäften besteht nicht.

Bewertungseinheiten zur Absicherung des Zinsrisikos

Die Röhlig Logistics GmbH & Co. KG hat bestimmte Grundgeschäfte, die einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt sind, mit Zinsderivaten in Bewertungseinheiten zusammengefasst, soweit die Voraussetzungen erfüllt sind. Um das Zinsänderungsrisiko zu reduzieren, bestanden im Zinsbereich per 31. Dezember 2022 Sicherungsgeschäfte in Form von Zinsswaps mit einem Nominalwert von 0 TEUR (Vorjahr: 321 TEUR).

Zum Jahresende hat die Röhlig Logistics GmbH & Co. KG keine Zinssicherung abgeschlossen, da die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahezu zurückgeführt wurden.

5. Kapitalflussrechnung

In den Finanzmittelfonds werden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einbezogen. Darüber hinaus werden jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie andere kurzfristige Kreditaufnahmen, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, berücksichtigt.

Der Finanzmittelfonds setzt sich danach wie folgt zusammen:

31.12.2022
TEUR
31.12.2021
TEUR
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 52.149 29.731
Kontokorrentkredite -143 -1.482
  52.006 28.249

6. Gesamtbezüge des Beirats und der Geschäftsführung

Gemäß § 314 Abs. 3 HGB wird auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung verzichtet.

Die Gesamtbezüge des Beirats belaufen sich im Berichtsjahr auf 135 TEUR.

7. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses im Geschäftsjahr als Aufwand erfassten Honorare gliedern sich wie folgt:

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 163
Steuerberatungsleistungen 110
sonstige Leistungen 152
  425

8. Befreiender Konzernabschluss

Die nachstehend bezeichneten Unternehmen haben von der Befreiungsmöglichkeit des § 264 b HGB für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 Gebrauch gemacht:

Röhlig Logistics GmbH & Co. KG, Bremen

Röhlig Deutschland GmbH & Co. KG, Bremen

Carl Block Logistik GmbH & Co. KG, Hamburg.

Zudem hat von der Befreiungsmöglichkeit des § 264 Abs. 3 HGB für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 das nachfolgend bezeichnete Unternehmen Gebrauch gemacht:

Blue Services GmbH, Bremen

 

Bremen, den 6. April 2023

gez. P.W. Herwig

gez. Dr. Robert Gutsche

gez. U. Baum

Geschäftsführung

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wurde am 26.04.2023 gebilligt.

Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022
TEUR
2021
TEUR
1. Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter) 63.395 45.025
2. Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 3.460 2.391
3. Wertfortschreibungen der Anteile an assoziierten Unternehmen um die anteiligen Ergebnisse -4.777 -3.514
4. Veränderung der Rückstellungen 373 46.350
5. sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge -277 -1.282
6. Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 33.469 -130.422
7. Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -39.371 56.005
8. Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 161 -3
9. Gewinn/Verlust aus der Entkonsolidierung 0 -1.018
10. Zinsaufwendungen/Zinserträge 1.790 2.351
11. sonstige Beteiligungserträge -90 -88
12. Ertragsteueraufwand 19.194 13.780
13. Ertragsteuerzahlungen -17.280 -7.869
14 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 60.047 21.706
15. Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlage- Vermögen -145 -531
16. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 8 833
17. Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagenvermögen -4.701 -1.983
18. Einzahlungen aus Dividenden von assoziierten Unternehmen 2.551 1.930
19. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 60
20. Erhaltene Zinsen 571 150
21. Erhaltene Dividenden 90 88
22- Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.626 547
23. Auszahlungen an Gesellschafter des Mutterunternehmens -8.659 -1.579
24. Einzahlungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens und deren nahestehenden Personen 0 17
25. Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 0 6
26. Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 10.000 17.500
27. Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -34.634 -15.007
28. Gezahlte Zinsen -2.348 -2.471
29. Auszahlungen an andere Gesellschafter -223 -134
30. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -35.864 -1.668
31 Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 22.557 20.585
32. Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 410 699
33. Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 790 0
34. Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 28.249 6.965
35. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 52.006 28.249

Eigenkapitalspiegel für 2022

Mutterunternehmen
Kapitalanteile der Komplementärin
TEUR
Kapitalanteile der Kommanditisten
TEUR
Rücklagen
TEUR
Stand 1. Januar 2021 0 10.000 -9.339
Einstellung in Gewinnvortrag      
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital      
Währungsumrechnung      
sonstige Veränderungen     -4.986
Änderungen des Konsolidierungskreises     -17
Konzernjahresüberschuss      
Stand 31. Dezember 2021 0 10.000 -14.342
Einstellung in Gewinnvortrag      
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital      
Währungsumrechnung      
sonstige Veränderungen      
Änderung des Konsolidierungskreises     -392
Konzernjahresüberschuss      
Stand 31. Dezember 2022 0 10.000 -14.734
Mutterunternehmen
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
TEUR
Gewinnvortrag/Verlustvortrag
TEUR
Konzernjahresergebnis, das dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
TEUR
Stand 1. Januar 2021 -10.095 26.704 6.469
Einstellung in Gewinnvortrag   6.469 -6.469
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital     -11.381
Währungsumrechnung 2.989    
sonstige Veränderungen   4.986  
Änderung des Konsolidierungskreises      
Konzernjahresüberschuss     44.584
Änderung des Konsolidierungskreises      
Konzernjahresüberschuss     44.584
Stand 31. Dezember 2021 -7.105 38.159 33.203
Einstellung in Gewinnvortrag   33.203 -33.203
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital     -12.334
Währungsumrechnung -1.918    
sonstige Veränderungen      
Änderung des Konsolidierungskreises      
Konzernjahresüberschuss     62.541
Stand 31. Dezember 2022 -9.023 71.362 50.207
Mutterunternehmen nicht beherrschende Anteile
Summe
TEUR
vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis
TEUR
Eigenkapitaldifferenz Währungsumrechnung
TEUR
Stand 1. Januar 2021 23.740 309 -12
Einstellung in Gewinnvortrag 0 151 12
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital -11.381    
Währungsumrechnung 2.989    
sonstige Veränderungen 0 -134  
Änderungen des Konsolidierungskreises -17 6  
Konzernjahresüberschuss 44.854    
Stand 31. Dezember 2021 59.914 333 0
Einstellung in Gewinnvortrag 0 441  
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital -12.334    
Währungsumrechnung -1.918   5
sonstige Veränderungen 0 -223  
Änderungen des Konsolidierungskreises -392 1.326  
Konzernjahresüberschuss 62.541    
Stand 31. Dezember 2022 107.812 1.877 5
auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste
TEUR
Summe
TEUR
Konzerneigenkapital
TEUR
Stand 1. Januar 2021 163 461 24.201
Einstellung in Gewinnvortrag -163 0 0
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital     -11.381
Währungsumrechnung     2.989
sonstige Veränderungen   -134 -134
Änderungen des Konsolidierungskreises   6 -11
Konzernjahresüberschuss 441 441 45.025
Stand 31. Dezember 2021 441 774 60.688
Einstellung in Gewinnvortrag -441 0 0
Gutschrift auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital     -12.334
Währungsumrechnung   5 -1.913
sonstige Veränderungen   -223 -223
Änderungen des Konsolidierungskreises   1.326 934
Konzernjahresüberschuss 854 854 63.395
Stand 31. Dezember 2022 854 2.736 110.548

Im Jahresabschluss des Mutterunternehmens zum 31. Dezember 2022 werden andere Gewinnrücklagen in Höhe von 1.868 TEUR (Vorjahr: 1.868 TEUR) ausgewiesen.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Röhlig Logistics GmbH & Co. KG

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Röhlig Logistics GmbH & Co. KG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Röhlig Logistics GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

- vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

- beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Oldenburg, den 18. April 2023

Treuhand Weser-Ems GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Schürmann, Wirtschaftsprüfer

gez. Blohm, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

99 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.