Uponor Beteiligungs GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dietbert Spicher seit 29.4.2025 | Prokura |
Per Olof Jonas Persson Brennwald seit 25.2.2025 | Prokura |
Ralf Peter Kettner seit 15.10.2024 | Geschäftsführer |
Olli Haavisto seit 26.3.2024 | Prokura |
Nicole Ehrhardt seit 26.3.2024 | Prokura |
Gerrit Schmidt seit 30.1.2024 | Prokura |
Thomas Fuhr seit 22.5.2023 | Geschäftsführer |
Alexandra Dören seit 2.8.2018 | Prokura |
Stefan Endres seit 23.2.2017 | Prokura |
Axel Echtermeyer seit 3.4.2014 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 39.08% | |
Uponor Oyj | 4.39% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Uponor Beteiligungs GmbHHaßfurtKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KONZERNLAGEBERICHT ZUM 31. DEZEMBER 2022I. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell Der Konzern der Uponor Beteiligungs GmbH mit Hauptsitz in Haßfurt ist Teil der Uponor Gruppe. Diese ist ein führender, internationaler Anbieter von innovativen Lösungen und Systemen im Bereich Installation, Trinkwasserversorgung und Raumklimatisierung. In den nordischen Ländern ist Uponor darüber hinaus auch als Anbieter von Infrastrukturlösungen bekannt. Die Hauptprodukte der Gruppe, wie etwa Fußbodenheizungs- und Trinkwassersysteme, werden in über einhundert Ländern vertrieben. Der Uponor Konzern hat für sich als strategisches Ziel die Marktführerschaft in seinen Kernabsatzbereichen im Bausegment festgelegt. Im Jahr 2019 wurden hierzu konkrete Ziele und Maßnahmen formuliert, die nun in den Folgejahren umgesetzt werden. Die Strategie baut dabei auf diese vier strategischen Säulen auf:
Durch den Fokus auf diese vier strategischen Säulen sollen die Umsätze und die Gewinnmarge des Uponor Konzerns gesteigert und dadurch Vorteile für alle Stakeholder des Unternehmens erzielt werden. Der Uponor Konzern ist in die Geschäftsbereiche Building Solutions Europa, Building Solutions Nordamerika und Infrastruktur aufgeteilt. Die Berichtsdivisionen der Gruppe entsprechen den Geschäftsdivisionen. Die globalen Stabsfunktionen bestehen aus Finanzen und Administration, Entwicklung und Technologie, Personalwesen, Kommunikation und Markenmanagement sowie Rechtswesen.
Aufgrund der Veränderungen im Management des Uponor Konzerns kam es auch im Bereich der Uponor Beteiligungs GmbH zu Veränderungen in der Geschäftsführung. So folgte Goran Kovacev als Geschäftsführer auf Dr. Karsten Hoppe, der Uponor im Jahr 2022 verlassen hat. Nach der Ankündigung Goran Kovacevs im Frühjahr 2023 Uponor zu verlassen, folgt Thomas Fuhr zum 1.05.2023 als Geschäftsführer auf Goran Kovacev. Building Solutions Europe ist verantwortlich für die europäischen Märkte sowie die Verkäufe in den nicht-europäischen Ländern, in denen Uponor keine eigenen Geschäftstätigkeiten unterhält. Die Uponor Beteiligungs GmbH ist eine 100%ige Tochterfirma des Mutterkonzerns Uponor Oyj, Ilmalantori 4, Helsinki in Finnland. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die legale Struktur der Uponor Beteiligungs GmbH im Laufe des Jahres 2022 unverändert. Allerdings ändert sich der Konsolidierungskreis für den Konzernabschluss. Die Uponor Beteiligungs GmbH macht von den Erleichterungen des § 296 (1) Nr. 2 HGB Gebrauch, da als Folge der Cyberattacke im November 2022 die für die Aufstellung des Konzernabschlusses erforderlichen Angaben nicht ohne unverhältnismäßig hohe Kosten oder unangemessene Verzögerungen zu erhalten sind. Daher wird der Konzernabschluss für 2022 auf Ebene der Uponor Beteiligungs GmbH ohne die Uponor Kamo GmbH aufgestellt. Die Punitec GmbH und Co. KG (36 %) mit Sitz in Gochsheim/Bayern wird nicht im Konzernabschluss konsolidiert.
Im Geschäftsbereich BLD Europe spielt die Uponor GmbH als "Principal" eine zentrale Rolle für die Umsatz- und Ergebnisverantwortung in diesem Segment in Europa. Die Uponor GmbH unterhält in ihrer "Principal"-Funktion in mehreren Ländern Läger, von denen aus die lokalen Vertriebsgesellschaften versorgt werden. Die Uponor GmbH beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Mehrschichtverbund- und Kunststoffrohrsystemen für Flächenheizung und -kühlung, Heizkörper- und Trinkwasseranbindung sowie für Außeninstallationen ("Outdoor"). Am Standort in Zella-Mehlis wird das am Markt etablierte Mehrschichtverbundrohr produziert. Dabei handelt es sich um ein überlappt-längsverschweißtes Aluminiumrohr, auf das innen und außen eine Schicht aus Polyethylen aufgebracht ist (Multi Layer Composite Pipe, MLCP). Zusätzlich wird an diesem Standort das Unipipe PLUS Verbundrohr mit der selbst entwickelten SACP-Technologie produziert. Die Bezeichnung SACP ist eine Abkürzung für "Seamless Aluminium Composite Pipe". Es handelt sich dabei um ein schweißnahtloses Aluminiumrohr mit einem Innen- und Außenrohr aus Kunststoff. Die Ecoflex-Rohre werden am Standort Haßfurt produziert. Sie bestehen aus einem oder mehreren PE-Innenrohr(en), um diese wird eine Schaumstoffschicht gelagert und von außen mit einem Kunststoffmantel versehen. Sie ermöglichen eine hohe Energieeffizienz und werden im Außenbereich in Fernwärmenetzen und Hausanschlüssen eingesetzt. Die Uponor GmbH am Standort Haßfurt ist die zentraleuropäische Produktionsstätte für Rohrverbindungsstücke aus Messing (Metall-Fittings). Des Weiteren werden in den Fertigungsbereichen, neben den selbst-produzierten Produkten, auch intern zugekaufte Plastikfittings endmontiert. Zu den Kunden der Uponor GmbH zählen neben konzerninternen Kunden im In- und Ausland hauptsächlich national und international agierende Großhändler, die zum größten Teil über Verbände organisiert sind. Größere Projekte werden in Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern aus Industrie, Gewerbe und dem öffentlichen Sektor wie Investoren, Architekten, Planern und Wohnbaugesellschaften betreut. Uponor bedient mit seinen Systemen den Neubau- und Renovierungssektor sowohl im Bereich Wohnbau (Ein- und Mehrfamilienhäuser) als auch im Nichtwohnbau (Büro, Industrie, Landwirtschaft, Sportstätten). Die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen, die nun ambitionierteren Klimaziele und die Energiepreisentwicklung unterstreichen die Notwendigkeit von Energieeinsparungen durch den Einsatz von ressourcenschonenden Anwendungen. Zudem wächst aus den steigenden Ansprüchen der Endverbraucher das Verlangen nach mehr Wohnkomfort. Auch Architekten und Planer fördern diese Entwicklung, indem sie fortschrittliche Lösungen für Flächenheizungen empfehlen. Bei Flächenheizungen, die immer mehr zum Standard in der Raumklimatisierung werden, sind die Uponor Systeme überall im Markt präsent. Das gestiegene Umweltbewusstsein der Kunden sowie immer größere Anforderungen an die Systeme hinsichtlich Lebensqualität und Investitionssicherheit spornt Uponor an, zur Lösung dieser komplexen Materie beizutragen. Die verschärften EU-Normen für Trinkwasser, die zunehmende Beliebtheit der Lösungen aus Kunststoff und die unbestrittenen Vorteile von Kunststoffrohrsystemen bedeuten für Uponor ein vielversprechendes Wachstumspotenzial. Die Umsetzung organisatorischer Veränderungen zielte in den vergangenen Jahren stets darauf ab, Kosten zu reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Flexibilität zu erhöhen, um am Markt schneller agieren und Marktanteile gewinnen zu können. Das im Herbst 2019 gestartete Operational Excellence-Programm mit dem Ziel, Kosteneinsparungen von jährlich 20 Mio. EUR auf globaler Ebene zu erzielen, lief im 2. Quartal 2022 aus. Zu Beginn wurde ein Projektteam gegründet, das mit Unterstützung externer Berater die Prozesse bei Uponor analysiert und mögliche Verbesserungspotenziale identifiziert hat. Aufgrund der Umsetzung dieser Maßnahmen sowie bedingt durch eine Cyberattacke sind im Jahr 2022 im Konsolidierungskreis Einmalkosten in Höhe von 1,9 Mio. EUR angefallen. 2. Produktentwicklung Zur Erhaltung der Wettbewerbskraft in einem dynamischen Umfeld ist die zielgerichtete und lösungsorientierte Produktentwicklung von entscheidender Bedeutung. Im Uponor Beteiligungs Konzern (ohne die Uponor Kamo GmbH) arbeiten insgesamt 10 Personen an internationalen Entwicklungsprojekten, die zusammen mit Kollegen aus anderen Uponor Standorten durchgeführt werden. Im Jahr 2022 wurden strukturelle Schritte in der Unternehmens-Organisation unternommen, um sich noch mehr auf die Themen Innovation und Nachhaltigkeit konzentrieren zu können. Die Entwicklungsabteilung hat signifikante Fortschritte erzielt, um den steigenden Hygieneanforderungen an Rohrsysteme gerecht zu werden. So wurden bei der Umstellung der Fittinge auf eine bleifreie Messing-Legierung trotz erhöhter Rohmaterialkosten die Herstellungskosten gesenkt. Außerdem wurden weitere potenzielle Messingmaterialien identifiziert oder zur Entwicklung bei den Zulieferern in Auftrag gegeben, um auch die Materialkosten weiter reduzieren zu können. Auch im Bereich Kunststoff kommen signifikante Herausforderungen auf die Auswahl des Innenwerkstoffes der Mehrschicht-Verbundrohre zu. Laufende Untersuchungen zu im Trinkwasser gefundenen Abbauprodukten der Antioxidantien von Polyolefinen werden in Zukunft zur Festlegung von Grenzwerten führen, die eine Umstellung des Innenschichtmaterials notwendig machen. Dazu wurden einige Projekte zur Erarbeitung von Konzepten angestoßen, die unter Umständen neue Rohrkonstruktionen und somit auch neue Produktionstechnologien notwendig machen. Die Fittingreihe S-Press PLUS wurde überarbeitet, um weiter die Kosten zu reduzieren und das Problem mit beim Transport abfallenden Presshülsen zu lösen. Parallel dazu wird die Funktion der Folien für die Verpresskennzeichnung verbessert. Durch die verbesserte Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen durch die Nutzung des Experience-Centers konnte die Entwicklungsabteilung die Nähe zum Markt intensivieren, um dessen Anforderungen besser verstehen zu können und somit relevante innovative Lösungen zu entwickeln. Die Cyberattacke im November 2022 hat auch die Arbeitsmöglichkeiten der Entwicklungsabteilung stark beeinflusst und in der Folge zu Verzögerungen bei einigen Projekten geführt. Trotz dieser Herausforderungen konnte die Entwicklungsabteilung im Jahr 2022 eine Reihe neuer Produkte auf den Markt bringen, die für Uponor von großer Bedeutung sind. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Wirtschaft in Deutschland, dem größten Einzelmarkt der in den Konzern einbezogenen Tochterunternehmen, hat sich trotz vorhandener Lieferengpässe, hoher Energiepreise sowie des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in 2022 weiter erholt und das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ist nach Angaben des Sachverständigenrates (Aktualisierte Konjunkturprognose 2023 und 2024) im Vergleich zu 2021 um 1,8 % gestiegen. Im vorangegangenen Jahr war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, während die Wirtschaft im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie noch deutlich geschrumpft war. Im Vergleich zum Jahr 2019 war das BIP im Jahr 2022 preisbereinigt um 0,7 % höher und konnte somit erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau übertreffen (Statistisches Bundesamt; Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2022 für Deutschland", Sachverständigenrat: Aktualisierte Konjunkturprognose 2023 und 2024). Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch innerhalb der Europäischen Union ab. Nach dem coronabedingten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in nahezu allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Jahr 2020, konnten diese Staaten in den Jahren 2021 und 2022 wieder deutliche Zuwächse verzeichnen. Im Euroraum stieg das BIP im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 3,5% an. Besonders die Länder, die im Jahr 2020 schwer unter coronabedingten Einflüssen auf das Wirtschaftswachstum litten - wie Frankreich, Italien und Spanien - konnten in den Folgejahren mit deutlichem Wirtschaftswachstum zu einer positiven Entwicklung des BIP im Euroraum beitragen. (Statistisches Bundesamt; Pressekonferenz 13.01.2023; Sachverständigenrat: Aktualisierte Konjunkturprognose 2023 und 2024) Auf globaler Ebene hat sich der positive Trend aus 2021 ebenfalls fortgesetzt und das globale BIP wuchs im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %. Hierzu trugen auch die USA mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 2,1 % sowie China mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 3,1 % im Vergleich zum Vorjahr bei. (Sachverständigenrat: Aktualisierte Konjunkturprognose 2023 und 2024) Im Vergleich zum Krisenjahr 2020, in dem die Produktion im Zuge der Corona-Pandemie teilweise massiv eingeschränkt worden war, hat sich die Wirtschaftsleistung in den Jahren 2021 und 2022 in fast allen Wirtschaftsbereichen erhöht. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im Jahr 2022 insgesamt um 1,8 % gegenüber dem Jahr 2021. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich: Einige Dienstleistungsbereiche profitierten nach dem Wegfall nahezu aller Corona-Schutzmaßnahmen von Nachholeffekten. Besonders stark zulegen konnten die Sonstigen Dienstleister, zu denen auch die Kreativ- und Unterhaltungsbranche zählt (+6,3 %). Auch die Wirtschaftsbereiche Verkehr und Gastgewerbe profitierten von der Aufhebung der Schutzmaßnahmen und sorgten für ein kräftiges Plus im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+4,0 %). Die Bruttowertschöpfung im Handel ging dagegen zurück, nachdem sie im Vorjahr noch gestiegen war. Der Bereich Information und Kommunikation knüpfte an seine langjährige, nur im ersten Corona-Jahr 2020 gebremste Wachstumsgeschichte an und verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Zuwachs (+3,6 %). Im Baugewerbe, das vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen war, führten Material- und Fachkräftemangel, hohe Baukosten und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen dagegen zu einem deutlichen Rückgang der Bruttowertschöpfung (-2,3 %). Die hohen Energiepreise und die immer noch eingeschränkte Verfügbarkeit von Vorprodukten bremsten auch die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe, die im Vorjahresvergleich kaum zunahm (+0,2 %). (Statistisches Bundesamt: Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2022 für Deutschland") Auf der Nachfrageseite waren die privaten Konsumausgaben im Jahr 2022 die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie stiegen preisbereinigt um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr und erreichten damit fast das Vorkrisenniveau von 2019. Grund hierfür waren Nachholeffekte im Zuge der Aufhebung fast aller Corona-Einschränkungen im Frühjahr 2022. Die Konsumausgaben des Staates erhöhten sich 2022 nach zwei stark von Corona geprägten Jahren vergleichsweise moderat um 1,1 %. Der Staat gab deutlich mehr Geld aus, um die zahlreichen Schutzsuchenden aus der Ukraine und anderen Staaten zu verpflegen und unterzubringen. Dagegen sanken die staatlichen Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Bauinvestitionen nahmen im Jahr 2022 preisbereinigt um 1,6 % ab. Dabei wirkten sich die fehlenden Baumaterialien und der Fachkräftemangel stärker im Wohnbau (-2,0 %) als im Nichtwohnbau (-1,1 %) aus. Zunehmende Auftragsstornierungen gewerblicher und privater Bauvorhaben im Zuge andauernd hoher Baupreise sowie steigende Bauzinsen verstärkten den negativen Trend der Bauinvestitionen im Jahresverlauf 2022. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurde 2022 dagegen preisbereinigt 2,5 % mehr investiert als im Vorjahr. Der Außenhandel nahm trotz starker Preisanstiege im Jahr 2022 zu: Deutschland exportierte preisbereinigt 3,2 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Vorjahr. Die Importe legten gleichzeitig sehr viel stärker um preisbereinigt 6,7 % zu. Der Außenbeitrag wirkte sich dadurch insgesamt negativ auf das BIP-Wachstum aus. (Statistisches Bundesamt: Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2022 für Deutschland") 2. Branchenbezogene Entwicklung Von besonderer Bedeutung für Uponor ist das Baugewerbe. Im Gegensatz zur positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war im Baugewerbe im Jahr 2022 erneut ein rückläufiger Trend im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Zum Rückgang der Bauvorhaben im Jahr 2022 haben vor allem Materialengpässe und hohe Kosten für Baumaterial sowie der Fachkräftemangel am Bau und die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen beigetragen. Im Jahr 2022 wurde in Deutschland der Bau von 354.400 Wohnungen genehmigt, das entspricht einem Rückgang von 6,9 % oder 26.300 Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr. Damit lag die Anzahl der Baugenehmigungen auf dem niedrigsten Stand seit 2018 (346.800 Wohnungen). In den Zahlen sind sowohl die Baugenehmigungen für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten. Die Zahl der Baugenehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bauaktivität. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im Jahr 2022 rund 304.600 Wohnungen genehmigt. Das waren 7,3 % (23.900) weniger als im Vorjahr. Dabei fiel die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen im 2. Halbjahr 2022 besonders deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Besonders massiv war der Rückgang der Baugenehmigungen im Bereich der Einfamilienhäuser (-16,8 %) und der Zweifamilienhäuser (-13,8 %), während die Anzahl der Baugenehmigungen bei Mehrfamilienhäusern nur um 1,6 % zurückging. Bei den im Jahr 2022 genehmigten neu zu errichtenden Nichtwohngebäuden erhöhte sich der umbaute Raum gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % auf 236,7 Millionen Kubikmeter. (Quelle: Statistisches Bundesamt; Pressemitteilung 095 vom 10. März 2023) 3. Geschäftsverlauf und Ertragslage Die aufgezeigten wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa beeinflussten auch den Geschäftsverlauf des Uponor Konzerns im Jahr 2022. Trotz rückläufiger Nachfrage konnte der Uponor Beteiligungs Konzern (ohne die Uponor Kamo GmbH) seine Umsatzerwartungen in 2022 erreichen, da höhere Preise im Markt durchgesetzt werden konnten. Die Vorjahreszahlen bestimmter Bilanz- und GuV-Posten sind im Hinblick auf die im Geschäftsjahr 2022 erfolgte Entkonsolidierung der Uponor Kamo GmbH nur eingeschränkt vergleichbar. Der Uponor Beteiligungs Konzern erwirtschaftete im angewendeten Konsolidierungskreis im Jahr 2022 mit 500,8 Mio. EUR insgesamt einen höheren Umsatz als im Vorjahr (2021: 482,5 Mio. EUR ohne Uponor Kamo GmbH), das entspricht einem Umsatzzuwachs von 3,8 % im Vergleich zu den Umsätzen im Jahr 2021. Diese Umsatzsteigerung ist darauf zurückzuführen, dass vor allem in Zentraleuropa aber auch in West- und Osteuropa aufgrund von durchgesetzten Preiserhöhungen ein deutlicher Umsatzzuwachs erzielt werden konnte. Im November 2022 kam es zu einer Cyberattacke auf den Uponor Konzern, in deren Folge die Systeme für einige Wochen nur eingeschränkt zur Verfügung standen. Trotz der Nachholeffekte im Dezember konnte daher im letzten Quartal das Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreicht werden. Insgesamt konnte der Uponor Beteiligungs Konzern die positiven Rahmenbedingungen der Gesamtwirtschaft nutzen und die allgemeine Entwicklung in der Baubranche übertreffen. Die betrachteten Segmente im Bereich "Building Solutions Europe" im Uponor Konzern werden unverändert nach Ländergruppen aufgeteilt. Hauptabsatzgebiet für den Uponor Beteiligungs Konzern ist Zentraleuropa, was neben Deutschland und Österreich auch die Benelux-Staaten umfasst. Hier wurde ein Umsatz von 218,8 Mio. EUR erwirtschaftet, der mit 6,0 % Steigerung deutlich über dem Vorjahresniveau lag (2021: 206,4 Mio. EUR ohne Uponor Kamo GmbH). Im Absatzgebiet West/East Europe, welches im Wesentlichen die restlichen europäischen Länder sowie in gewissem Umfang weltweite Exporte in Länder umfasst, in denen Uponor keine lokale Verkaufsorganisation unterhält, erzielte der Uponor Beteiligungs Konzern einen Umsatz von 282,0 Mio. EUR. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von 2,2 % im Vergleich zum Vorjahr (2021: 276,0 Mio. EUR ohne Uponor Kamo GmbH). In diesem Bereich konnte der Wegfall des Russland-Geschäfts aufgrund der EU-Sanktionen als Folge des Ukrainekrieges durch höhere Umsätze in anderen Ländern kompensiert werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhen sich auf 14,5 Mio. EUR im Jahr 2022. Der Zuwachs ist hauptsächlich durch Währungskursgewinne begründet. Die Materialaufwendungen ohne die Uponor Kamo GmbH sind von 257,9 Mio. EUR im Jahr 2021 um fast 9 % auf 280,5 Mio. EUR im Jahr 2022 gestiegen. Hauptursache für die gestiegenen Materialaufwendungen waren die enormen Preissteigerungen für alle Rohstoffe und Handelswaren im Vergleich zum Vorjahr. Die Materialquote ist in diesem Zusammenhang von 53,5 % in 2021 auf 56,0 % in 2022 gestiegen. Die Personalaufwendungen ohne die Uponor Kamo GmbH lagen mit 63,9 Mio. EUR etwa auf Vorjahresniveau. Gestiegene Personalaufwendungen aufgrund von Lohn- und Gehaltserhöhungen wurden durch gesunkene Einmalaufwendungen aus Restrukturierungsprogrammen kompensiert. Dies führt auch dazu, dass sich die Personalaufwandsquote von 13,3 % im Jahr 2021 auf 12,8 % in 2022 reduziert. Zum 31. Dezember 2022 waren in der Uponor Beteiligungs Gruppe insgesamt 799 Personen beschäftigt, davon 25 Auszubildende (2021 ohne die Uponor Kamo GmbH: 788 Mitarbeiter, davon 30 Auszubildende). Die Mitarbeiterzahl stieg somit im Vergleich zum Vorjahr leicht an. In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von 9,5 Mio. EUR (2021: 9,4 Mio. EUR ohne die Uponor Kamo GmbH) ist auch die Abschreibung des Prinzipal-Goodwills in Höhe von 4,75 Mio. EUR enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr (ohne die Uponor Kamo GmbH) um fast 6 % gestiegen und weisen nun einen Wert von 115,3 Mio. EUR auf. Auch im Jahr 2022 belasteten wie schon in den Vorjahren Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen und Einmalkosten bedingt durch die Cyberattacke in Höhe von insgesamt 1,9 Mio. EUR das Ergebnis, diese fielen allerdings im Vergleich zum Vorjahr geringer aus. Der Konzernjahresüberschuss sank von 31,4 Mio. EUR im Jahr 2021 auf 28,6 Mio. EUR im Jahr 2022. Als Ursachen können vor allem die höheren Material-, Energie- und Frachtkosten genannt werden. Der Steueraufwand blieb mit 12,5 Mio. EUR im Jahr 2022 relativ konstant im Vergleich zum Vorjahr mit 12,9 Mio. EUR. 4. Vermögenslage und Finanzlage Die Bilanzsumme des Uponor Beteiligungs Konzern (ohne die Uponor Kamo GmbH) hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht und beläuft sich nun auf 258,2 Mio. EUR. Das Anlagevermögen ist im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr ohne die Uponor Kamo GmbH um ca. 6 % gestiegen und beträgt nun 54,1 Mio. EUR. Auf der einen Seite sanken die Immateriellen Vermögensgegenstände durch einen Rückgang des Geschäfts- oder Firmenwerts aufgrund planmäßiger Abschreibung von 19,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 auf 14,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 sowie die Sachanlagen, die einen leichten Rückgang in fast allen Teilbereichen, vor allem durch die Entkonsolidierung der Uponor Kamo GmbH aufweisen. Zum anderen gab es einen gegenläufigen Effekt im Bereich der Finanzanlagen, diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Mio. EUR auf 10,0 Mio. EUR gestiegen, was aus der Veränderung des Konsolidierungskreises resultiert. Das Umlaufvermögen ist insgesamt aufgrund eines deutlichen Wachstums um fast 35 % im Vergleich zum Vorjahr (ohne die Uponor Kamo GmbH) auf 196,6 Mio. EUR im Jahr 2022 gestiegen. Sowohl im Bereich der Vorräte wie auch im Bereich der Forderungen konnte ein wesentlicher Zuwachs verzeichnet werden, wobei die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen durch die Erhöhung der Cash Pool Forderungen am deutlichsten zugenommen haben. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten und aktiven latenten Steuern sind im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. Die Bilanzposition "nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" ist aufgrund der sehr guten Ergebnisentwicklung und der nicht vorgenommenen Ausschüttung an die Muttergesellschaft weggefallen. Im Gegenzug sind auf der Finanzierungsseite dieser Aktivwerte die Rückstellungen, vor allem im Bereich der sonstigen Rückstellungen, gesunken und liegen insgesamt 2,9 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Die Verbindlichkeiten sind dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 19,9 Mio. EUR angestiegen (Vorjahr jeweils ohne die Uponor Kamo GmbH). Die starke Veränderung der Erfüllungsfristen im Fremdkapital ist durch die jeweiligen Laufzeiten von existierenden Darlehensverträgen mit der finnischen Muttergesellschaft, der Uponor Oyj, begründet. Aus diesem Grund sank das langfristige Fremdkapital auf 11,0 Mio. EUR, da ein Teil aufgrund der vertraglichen Erfüllungsfristen im Geschäftsjahr als kurzfristiges Fremdkapital auszuweisen ist. Aus demselben Grund stieg gleichzeitig das kurzfristige Fremdkapital im Jahr 2022 auf 244,7 Mio. EUR. Im Laufe des Jahres 2023 werden die auslaufenden kurzfristigen Darlehen mit der finnischen Muttergesellschaft wie im Konzern üblich erneuert und dadurch wieder zu langfristigem Fremdkapital. Der Uponor Beteiligungs Konzern finanziert sich durch mittel- und kurzfristige Darlehen und Kontokorrente überwiegend über seine Mutter, die Uponor Oyj, Helsinki/Finnland. Der operative Cash-Flow ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beträgt nun 27,7 Mio. EUR. Die derzeitige Lage des Uponor Konzerns kann trotz ungünstiger werdenden Rahmenbedingungen in der Baubranche als stabil bezeichnet werden. III. Chancen- und Risikobericht Nachdem die wirtschaftliche Lage in Deutschland und in Europa im Jahr 2020 noch durch die Corona-Pandemie und die dadurch bedingten Einschränkungen sowie dem daraus resultierenden Rückgang des Bruttoinlandsproduktes geprägt war, konnte sich die deutsche Wirtschaft in den vergangenen beiden Jahren wieder erholen und im Jahr 2022 sogar das Vor-Corona-Niveau übertreffen. Im laufenden Jahr wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa noch immer durch die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine geprägt und die Wachstumserwartungen für das Jahr 2023 sind mit 0,2 % sehr verhalten. Auf der einen Seite wird die Konjunktur durch höheren privaten Konsum gestützt, auf der anderen Seite beeinflussen die gestiegenen Verbraucherpreise, die Sanktionen gegen Russland, die anhaltenden Material- und Lieferengpässe sowie die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China die wirtschaftliche Entwicklung. Dagegen wirken sich die sinkenden Großhandelspreise für Energie sowie die Abkehr Chinas von der Null-Covid-Politik positiv auf das zu erwartende Wirtschaftswachstum aus. (Quelle: Sachverständigenrat: Aktualisierte Konjunkturprognose 2023 und 2024) Es bleibt also abzuwarten, wie langfristig und einschneidend die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen sowie die hohe Inflation die Absatzmärkte von Uponor beeinflussen werden und wie gut es Uponor gelingt, sich in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu behaupten. Der Uponor Konzern ist insbesondere mit den folgenden Risiken und Chancen konfrontiert: Marktrisiko/Preisänderungsrisiko: Im Bereich der Beschaffung besteht in einem gewissen Grad eine Abhängigkeit von konzernfremden Lieferanten. Das Marktrisiko bzw. Preisänderungsrisiko kann zurzeit nur zum Teil durch mittelfristige Lieferverträge eingeschränkt werden, indem die Beschaffungspreise fixiert werden. Die Tendenz geht hier immer mehr zu kurzfristigen Vereinbarungen, die zum Teil noch Preisgleitklauseln beinhalten. Gerade bei den Kunststoffen hat es Uponor mit großen, weltweit aufgestellten Lieferanten zu tun, die zwar Versorgungssicherheit gewährleisten, aber Verhandlungsmöglichkeiten nur begrenzt zulassen. Ein bedeutender Einflussfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg des Uponor Beteiligungs Konzerns sind die Rohstoff- und Energiepreise. Abhängig von der Entwicklung der Rohstoffmärkte unterlagen die Einkaufspreise der in der Rohr- bzw. Fitting-Fertigung verwendeten Metalle wie Aluminium und Messing sowie von Rohöl, Propylen und Ethylen in den letzten Jahren zum Teil erheblichen Schwankungen, die sich aufgrund der Krisen noch verstärkt haben. Im Bereich der Metalle, wie Aluminium und Messing, sind die Preise im Jahr 2022 auf dem Markt im Vergleich zum Vorjahr bis zum Frühjahr weiter deutlich angestiegen und haben hier ihren Höhepunkt erreicht. Anschließend sind die Preise für Aluminium und andere Metalle wieder gesunken und lagen Ende 2022 auf einem ähnlichen Niveau wie Mitte des Jahres 2021. Nach einem leichten Anstieg in den Wintermonaten, setzt sich im Frühjahr 2023 der Trend zu leicht sinkenden Rohstoffpreisen bei den Metallen fort. Daher wird erwartet, dass sich die Einkaufspreise für Uponor in diesem Bereich weiterhin auf einem konstanten Niveau entwickeln. Aufgrund der mittelfristig gültigen Hedging-Verträge im Bereich der Metallzukäufe machen sich Preissteigerungen erst verspätet bemerkbar, allerdings profitiert Uponor auch erst mit zeitlicher Verzögerung von den wieder sinkenden Preisen. Nach Einführung der Sanktionen gegenüber Russland und russischen Unternehmen Anfang 2022 konnte der Bezug von Rohstoffen russischer Zulieferer durch eine Erhöhung der Menge bei Alternativlieferanten ersetzt werden. Bei diversen Kunststoffen, die in der Rohrproduktion zum Einsatz kommen, stiegen die Preise bis zur Mitte des Jahres 2022 aufgrund des Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden Rohstoffknappheit immer weiter an. Seither entspannt sich die Lage im Bereich der Kunststoffpreise langsam wieder und für 2023 wird wieder mit leicht sinkenden Preisen gerechnet. Trotz erhöhter Rohstoffpreise und -knappheit ist es bislang nicht zu nennenswerten Produktionsengpässen gekommen. Ebenso haben sich die Kosten für Energie und Energieträger (Erdgas) deutlich erhöht und erreichten Mitte des Jahres 2022 ihren Höchststand. Im weiteren Verlauf sind die Preise in diesem Bereich wieder gesunken und auch für das Jahr 2023 wird mit einer leichten Entspannung im Bereich Energiekosten gerechnet. Im Verlauf des Jahres 2022 wurden Maßnahmen von der Bundesregierung ergriffen, um die Gasversorgung für den Winter 2022/2023 sicherzustellen, somit ist nicht davon auszugehen, dass es künftig zu Produktionsengpässen kommen wird. Zudem ist im Bereich der Investitionsgüter sowie bei Ersatzteilen mit Preissteigerungen sowie verlängerten Lieferzeiten zu rechnen. Die weiterhin hohen Rohstoff- und Energiepreise sowie generelle Materialknappheit im Baugewerbe unterstützen die Argumentation, die Verkaufspreise auch im Geschäftsjahr 2023 wieder zu erhöhen. Es ist eine gewisse Akzeptanz dafür am Markt zu beobachten. Ausfallrisiko: Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögensgegenständen besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in Höhe der Buchwerte der Forderungen gegen den jeweiligen Kontrahenten. Wir gehen davon aus, dass durch die Bildung von Wertberichtigungen für Forderungsausfälle für dieses Risiko ausreichend Vorsorge getroffen wurde. Zudem hat die Gesellschaft ein regelmäßiges elektronisch gesteuertes Mahnsystem eingerichtet, das Kunden mit potenziell erhöhtem Zahlungsrisiko oder hohen Außenständen identifiziert und in der Zahlungsbeitreibung priorisiert. Zudem sind die Außenstände entweder durch Delkredere-Vereinbarungen oder Kreditversicherungen größtenteils abgesichert. Aufgrund der Corona-Situation wurden weitreichende Hilfsprogramme aufgelegt, die das Insolvenzrisiko notleidender Gesellschaften stark mindern. Die Branche insgesamt zeigt sich nach wie vor stabil, so dass zurzeit keine Liquiditätsprobleme unserer Kunden zu erwarten sind. Liquiditätsrisiko: Durch eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau sowie die Möglichkeit, auf Konzernfinanzierungen der Uponor Oyj, Helsinki/Finnland, zurückzugreifen, stellen wir jederzeit eine ausreichende Liquiditätsversorgung des Konzerns sicher. Aufgrund der Absicherung durch den Mutterkonzern besteht somit eine sichere Liquiditätsversorgung. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen: Risiken aus Zahlungsstromschwankungen können sich neben einer Verlängerung der Kundenzahlungsziele auch aus einer Änderung des allgemeinen Zinsniveaus, unter Berücksichtigung der variablen Verzinsung kurzfristiger Mittel, ergeben. Risikomanagement: Folgende Maßnahmen werden ergriffen, um die oben dargestellten Risiken frühzeitig zu erkennen bzw. ausschalten zu können: Im Rahmen eines revolvierenden Planungsprozesses werden die Chancen und Risikopositionen der Geschäftsaktivitäten im Hinblick auf ihre strategische und operative Bedeutung analysiert, aufbereitet und beurteilt. Es werden Maßnahmen vereinbart, mit deren Umsetzung die vorgegebenen Ziele erreicht werden und die Risikostrukturen effizient gesteuert werden sollen. Weiterhin werden detaillierte Pläne (Budgets, Forecasts) erstellt, die auf monatlicher Basis mit Istwerten verglichen und kommentiert werden. Auf Seiten des Beschaffungsmarktes sind wir bestrebt, mittelfristige Vereinbarungen mit unseren Lieferanten zu treffen, um unerwartete Preissteigerungen zu vermeiden und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das Reportingsystem gewährleistet die sachgerechte Information der Entscheidungsträger. Es stellt zeitnah und fortlaufend den Grad der Zielerreichung dar und zeigt als Frühwarnindikator Veränderungen im Markt und im Wettbewerb an. Anhand allgemeiner und geschäftsspezifischer Kennzahlen werden die kritischen Erfolgsfaktoren im Zeitablauf beobachtet, um so frühzeitig Fehlentwicklungen zu erkennen und zeitnah Gegenmaßnahmen einzuleiten. Integraler Bestandteil unseres Risikomanagements sind Organisationsanweisungen, die eine einheitliche Behandlung und Kommunikation von potenziellen Risikofaktoren gewährleisten. Das Risikomanagement wird durch strategische und operative Planungs- und Führungssysteme sichergestellt. Dabei sind die Berichts- und Controlling-Systeme auf der Ebene der einzelnen Beteiligungsgesellschaften implementiert. Zentrales Element ist bei beiden die kurz- und mittelfristige Budgetplanung sowie eine rollierende 24-Monatsvorplanung. Die Uponor Gesellschaften im Konsolidierungskreis setzen keine derivativen Finanzinstrumente ein. In einem insbesondere in der Baubranche wachsenden europäischen Marktumfeld ergeben sich für Uponor mit einem Portfolio von innovativen Produkten vielfältige Möglichkeiten, profitabel zu wachsen. Des Weiteren versucht der Uponor Beteilgungs Konzern sich durch ein hohes Servicelevel sowie nachhaltige Innovationen im Bereich Heizen und Trinkwasser von seinen Wettbewerbern am Markt abzusetzen und dadurch Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse ist der Fortbestand des Unternehmens gesichert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht. Die zuvor beschriebenen Risiken sind aus gegenwärtiger Sicht beherrschbar und stellen keine konkrete Gefährdung dar. IV. Prognosebericht Die deutsche Wirtschaftsleistung wuchs im Jahr 2022 trotz vorhandener Lieferengpässe, hoher Energiepreise sowie den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine preisbereinigt um 1,8 %. Da die gestiegenen Verbraucherpreise und die hohe Inflation sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen belasten, rechnet der Sachverständigenrat in seiner Einschätzung von März für das Jahr 2023 nur mit einem geringen Wirtschaftswachstum von 0,2 % in Deutschland. Für das Jahr 2024 prognostiziert der Sachverständigenrat einen Rückgang der Verbraucherpreisinflation und steigende Löhne und Gehälter, was sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte. Die weiterhin erhöhte Inflation, verschlechterte Finanzierungsbedingungen sowie anhaltender Fachkräftemangel verhindern allerdings einen starken Aufschwung. Vor diesem Hintergrund ist im Jahr 2024 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,3 % zu rechnen. Sah es vor Ausbruch des Krieges noch nach einer konjunkturellen Erholung aus, so hat der Krieg in der Ukraine die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im gesamten Euro-Raum inzwischen deutlich verschlechtert. Die Ukrainekrise dämpft die Wachstumserwartungen und trägt zum weiteren Anstieg der Energie- und Verbraucherpreise bei, was zu hohen Unsicherheiten führt. Daher prognostiziert der Sachverständigenrat auch für den Euro-Raum lediglich ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,9 % in 2023 sowie 1,5 % in 2024 (preis- und kalenderbereinigt). Die globalen Konjunkturaussichten haben sich leicht verbessert, so rechnet der Sachverständigenrat mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,2 % im Jahr 2023 und 2,7 % im Folgejahr. Es bestehen allerdings verschiedene Risiken für die Weltkonjunktur, die vor allem von den Entwicklungen in sowie zwischen den USA und China abhängig sind. (Quelle: Aktualisierte Konjunkturprognose 2023 und 2024 - Sachverständigenrat) Die Konjunkturaussichten für die deutsche Bauwirtschaft sowie die Baugenehmigungen entwickelten sich im Jahr 2023 nach Mitteilungen des statistischen Bundesamtes rückläufig. So sank die Zahl der Baugenehmigungen im Januar 2023 um 26,0 % und im Februar um 20,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zahl der Baugenehmigungen ist somit seit Mai 2022 jeden Monat zurückgegangen, was auf hohe Kosten für Baumaterialien und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen zurückzuführen ist. Infolgedessen sanken in den ersten zwei Monaten des Jahres 2023 die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum kalender- und preisbereinigt um 18,2 % und nominal um 4,4 %. Die Umsätze sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 8,0 % in den ersten beiden Monaten 2023 und stiegen nominal aufgrund der höheren Preise um 6,5 %. Daher wird erwartet, dass Uponor im Jahr 2023 in seinem Geschäftsumfeld mit rückläufiger Nachfrage und steigendem Wettbewerb konfrontiert wird. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage und der angespannten Situation in der Bauwirtschaft wird erwartet, dass die gesteckten Ziele zu Umsatz und EBIT im Jahr 2023 nicht vollständig erreicht werden können. Die Hauptrisikofaktoren sind dabei die Inflation sowie die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen in der Baubranche. Der Uponor Beteiligungs Konzern versucht sich durch ein hohes Servicelevel von den Wettbewerbern am Markt abzusetzen und dadurch Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Es wird jedoch von der weiteren Dauer und der Intensität der Auswirkungen der negativen Effekte auf die Baubranche abhängig sein, inwieweit und wie deutlich die Absatzmärkte sowie die Umsatz- und Ergebnissituation von Uponor dadurch beeinflusst werden. Einen weiteren Unsicherheitsfaktor bildet die Versorgungssicherheit bei knappen Rohstoffen, die mit unseren Hauptlieferanten, mit denen Uponor eine langjährige strategische Zusammenarbeit pflegt, in enger Abstimmung laufend analysiert wird. Die gestiegenen Preise für Rohmaterial und Energie werden an die Kunden weitergegeben, allerdings kann es zum Teil zu Verzögerungen in der Umsetzung kommen. Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Uponor Konzern aufgrund der sich abzeichnenden Abkühlung der Baukonjunktur einen leichten Rückgang sowohl bei den Umsatzerlösen als auch beim EBIT.
Haßfurt, den 23. Juni 2023 DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG: Richard Kraus Thomas Fuhr Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalspiegel im Geschäftsjahr 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022I. Allgemeine Hinweise Sitz der Muttergesellschaft ist Haßfurt. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 4580 im Register des Amtsgerichts Bamberg eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss der Uponor Beteiligungs GmbH zum 31. Dezember 2022 wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Er ist gleichzeitig befreiender Konzernabschluss gemäß § 264 Abs. 3 HGB bezüglich der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen Gesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Vorjahreszahlen bestimmter Bilanz- und GuV-Posten sind im Hinblick auf die im Geschäftsjahr 2022 erfolgte Entkonsolidierung der Uponor Kamo GmbH nur eingeschränkt vergleichbar. Für wesentliche Positionen erfolgt eine Angabe von angepassten Vorjahreszahlen. Wir verweisen auf Abschnitt II zu näheren Angaben. II. Konsolidierungskreis und Stichtag In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, sofern nicht besondere Ausschlussgründe vorliegen. Ein solcher liegt für das Jahr 2022 vor, da für das Tochterunternehmen Uponor Kamo GmbH infolge einer Cyberattacke die für die Aufstellung des Konzernabschlusses erforderlichen Angaben nicht ohne unverhältnismäßig hohe Kosten bzw. unangemessene Verzögerungen zu erhalten waren. Daher wird von den Erleichterungen des § 296 Abs. 1 Nr. 2 HGB Gebrauch gemacht und der Konzernabschluss auf Ebene der Uponor Beteiligungs GmbH ohne die Uponor Kamo GmbH aufgestellt. Aus demselben Grund wird die Uponor Kamo GmbH auch nicht nach den Grundsätzen der Equity-Methode einbezogen. Die Entkonsolidierung der Uponor Kamo GmbH erfolgte zum 01. Januar 2022. Tochterunternehmen, an denen die Mutter mehr als 50 % der Anteile hält oder bei denen die Uponor Beteiligungs GmbH einen beherrschenden Einfluss ausübt, werden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Die wesentlichen Beteiligungen zwischen 20 % und 50 % (assoziierte Unternehmen) werden nach den Grundsätzen der Equity-Methode bilanziert. Im Einzelnen sind folgende Unternehmen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt worden:
Der Jahresabschluss der Q-RAD Consorzio Italiano Produttori Sistemi Radianti di Qualita, Bozen/Italien, weist zum 31. Dezember 2022 ein Kapital in Höhe von TEUR 40 und ein Ergebnis von TEUR 0 aus. Die Beteiligung ist für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung gem. § 311 Abs. 2 HGB, so dass keine At-Equity Bewertung erfolgt. Bilanzstichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist jeweils der 31. Dezember eines Jahres. III. Konsolidierungsmethoden 1. Kapitalkonsolidierung Für Gesellschaften, welche vor dem 1. Januar 2010 in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurden, wird die Kapitalkonsolidierung nach der Buchwertmethode durchgeführt. Dabei werden die vorhandenen Beteiligungsbuchwerte der konsolidierten Gesellschaften gegen das konsolidierungspflichtige anteilige Eigenkapital gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a.F. verrechnet. Der Deutsche Rechnungslegungsstandard DRS 4 "Unternehmenserwerbe im Konzernabschluss", der grundsätzlich die Neubewertungsmethode vorsieht, wurde von uns insoweit nicht angewandt. Die Kapitalkonsolidierung der Uponor S.r.l. mit Erstkonsolidierungszeitpunkt 1. November 2015 wurde nach der Neubewertungsmethode durchgeführt. Dabei wurde der vorhandene Beteiligungsbuchwert der konsolidierten Gesellschaft gegen das neu bewertete Eigenkapital gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 und 3 HGB verrechnet. Die Kapitalkonsolidierung der Delta Systemtechnik GmbH und KaMo GmbH (zum 01. Januar 2021 verschmolzen zu Uponor Kamo GmbH) mit Erstkonsolidierungszeitpunkt 1. Januar 2016 wurde nach der Neubewertungsmethode durchgeführt. Dabei wurde der vorhandene Beteiligungsbuchwert der konsolidierten Gesellschaft gegen das neu bewertete Eigenkapital gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 und 3 HGB verrechnet. Der hierdurch entstandene aktivische Unterschiedsbetrag wurde komplett als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und wurde über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Infolge der Entkonsolidierung zum 01. Januar 2022 wurden die vorhandenen Aktiva und Passiva der Uponor Kamo GmbH sowie der abgeschriebene Goodwill ausgebucht und der Beteiligungsbuchwert wieder eingebucht. In der Gesamtbetrachtung hatte der Vorgang keine Auswirkung auf das laufende Ergebnis des Konzerns. 2. Equity-Konsolidierung Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode (Buchwertmethode zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzern) bewertet. Anpassungen an konzerneinheitliche Bewertungsgrundsätze werden dabei nicht vorgenommen. Die Unterschiedsbeträge gemäß § 312 Abs. 1 Satz 2 HGB aller im Konzern einbezogenen Konzernunternehmen beliefen sich jeweils auf TEUR 0. Stichtag ist der Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzern. 3. Schuldenkonsolidierung Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gemäß § 303 Abs. 1 HGB aufgerechnet. 4. Aufwands- und Ertragskonsolidierung Umsatzerlöse, sonstige Erträge aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinserträge zwischen den einbezogenen Unternehmen werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung mit den entsprechenden Aufwendungen aufgerechnet. Beteiligungserträge von einbezogenen Tochterunternehmen werden eliminiert. 5. Zwischenergebniskonsolidierung Konzerninterne Zwischenergebnisse aus Lieferungen der Konzernunternehmen untereinander werden eliminiert. 6. Latente Steuern Im Konzernabschluss erfolgte der Ausweis von latenten Steuern gemäß den Vorschriften nach § 274 HGB i. V. m. § 306 HGB aufgrund von abweichenden Wertansätzen zur Steuerbilanz sowie der Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen. Vom Wahlrecht der Saldierung wurde Gebrauch gemacht, sodass im Berichtsjahr Aktive latente Steuern von TEUR 6.919 (i. Vj. TEUR 6.340) auszuweisen sind. Wesentliche Differenzen, auf die latente Steuern gebildet wurden sind:
Die latenten Steuern wurden unter Verwendung der individuellen Steuersätze zwischen 24 % und 29 % ermittelt. IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Uponor Beteiligungs GmbH einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt bzw. auf die für das Mutterunternehmen geltenden Rechnungslegungsvorschriften übergeleitet. Das Realisations- sowie das Imparitätsprinzip werden beachtet; Vermögensgegenstände werden höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung und aus den Jahresabschlüssen der Konzerngesellschaften werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Neben planmäßigen Abschreibungen erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen von Geschäfts- oder Firmenwerten bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen und erhaltene Zuschüsse. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben zurechenbaren Einzelkosten angemessene Material- und Fertigungsgemeinkostenbestandteile und den zurechenbaren Werteverzehr des Anlagevermögens. Erhaltene Investitionszuschüsse sind seit dem Geschäftsjahr 2000 direkt von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt worden. Das Sachanlagevermögen wird linear über die gewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit Einzelanschaffungskosten bis EUR 800,00 werden im Erwerbsjahr in voller Höhe abgeschrieben. Unter den Finanzanlagen werden Beteiligungen an assoziierten Unternehmen mit dem anteiligen Reinvermögen nach der At-Equity-Methode ausgewiesen. Anteile an einer Beteiligung, welche nicht nach der At-Equity-Methode bewertet wird, werden zu ihrem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Die unter der Position Finanzanlagen ausgewiesenen Rückdeckungsversicherungsansprüche aus Lebensversicherungen stellen kein Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 S. 2 HGB dar und werden deshalb gem. § 246 Abs. 2 S. 1 HGB unsaldiert ausgewiesen und mit dem Aktivwert, welcher sich aus dem Deckungskapital ableitet, bewertet. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind grundsätzlich mit dem gleitenden Durchschnittspreis oder zu niedrigeren beizulegenden Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Die Unfertigen Erzeugnisse und Leistungen und die Fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Neben den direkt zurechenbaren Materialeinzel- und Fertigungseinzelkosten sind angemessene und zeitlich zurechenbare Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens enthalten. Abwertungen werden für die Bestandsrisiken vorgenommen, die sich aus der Lagerreichweite und aus geminderter Verwertbarkeit ergeben. Ferner erfolgen Abwertungen für niedrigere Wiedereinstandspreise und -kosten. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Auf nicht mehr voll verwertbare Bestände an Handelswaren werden Abschläge entsprechend der verminderten Verkaufsfähigkeit vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich der Wertabschläge für Einzelrisiken und für das allgemeine Kreditrisiko bilanziert. Auf die nicht einzelwertberichtigten oder kreditversicherten Forderungen wird eine Pauschalwertberichtigung von unverändert 1 % gebildet. Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Im Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen nach diesem Tag darstellen, berücksichtigt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Projected Unit Credit Method (PuC-Methode) berechnet. Dabei sind Lohn- und Gehaltssteigerungen mit 3,5 % p. a. sowie die jährliche Rentenanpassung mit 2,0 % entsprechend berücksichtigt. Als Rechnungszins wurde der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 10 Jahre verwendet (Bundesbankzins), der sich am 31. Dezember 2022 bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Er beträgt 1,78 % (i. Vj. 1,87 %). Es wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Der nach § 253 Abs. 6 HGB nicht ausschüttungsfähige Betrag aus den Pensionsrückstellungen beträgt TEUR 433 (i. Vj. TEUR 637). Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie sind in Höhe der Erfüllungsbeträge gebildet. Die Sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr, die mit einem fristadäquaten Zinssatz abgezinst werden. Zugrunde gelegt wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von vier bis fünf Jahren ergibt. Für die Abzinsung dieser Rückstellungen betragen die Zinssätze für das Geschäftsjahr zwischen 0,67 % und 0,75 % (Vorjahr zwischen 0,49 % und 0,58 %). Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. V. Erläuterungen zur Konzernbilanz 1. Anlagevermögen Von der Tochtergesellschaft Uponor GmbH, Haßfurt, wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2016 mit verschiedenen, dem Teilkonzern der Uponor Beteiligungs GmbH, Haßfurt, nicht zugehörigen, europäischen Uponor Gesellschaften im Zuge der Einführung eines "Principal-Modells" "Distributor Agreements" sowie "Contract Manufacturing Service Agreements" geschlossen. Zur steuerlichen Absicherung wurde ein multilaterales Vorabverständigungsverfahren (APA) bei Finanzverwaltungen mehrerer Länder beantragt. Für die Übernahme der Prinzipalfunktion hat die Uponor GmbH, Haßfurt, im Geschäftsjahr 2016 Asset Deals mit verschiedenen, dem Teilkonzern der Uponor Beteiligungs GmbH, Haßfurt, nicht zugehörigen, europäischen Uponor Gesellschaften abgeschlossen. Die im APA im Jahr 2020 final vereinbarten Ablösezahlungen werden in der Position "Geschäfts- oder Firmenwert" ausgewiesen und planmäßig über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Der Restbuchwert beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 14.250 (i.Vj. TEUR 19.000). Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt (vgl. Anlage zum Konzernanhang). 2. Finanzanlagen Einzelheiten zu den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind in der Liste des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022 (vgl. Abschnitt VII. 6.) dargestellt. Der Zugang im Finanzanlagevermögen resultiert aus der Veränderung des Konsolidierungskreises (vgl. Abschnitt II und III. 1.). 3. Vorräte Die Vorräte sind im Jahr 2022 auf TEUR 72.449 gestiegen. Betrachtet man die Veränderung zum Vorjahr ohne die Uponor Kamo GmbH, entspricht dies einem Zuwachs von fast 30%. Grund hierfür sind neben gestiegenen Rohmaterialpreisen auch der Aufbau von Sicherheitsbeständen bei den Rohmaterialien. Daneben haben Lieferrückstände aufgrund des Cyberangriffs im November, in deren Folge die Systeme für einige Wochen nur eingeschränkt zur Verfügung standen, zu einer Zunahme der Lagerbestände geführt. 4. Forderungen und sonstige Vermögengegenstände Der überwiegende Anteil der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände hat eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 82.933 (i. Vj. TEUR 55.816) betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 20.236 (i. Vj. TEUR 16.286) und Cash-Pool-Forderungen gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 62.697 (i. Vj. TEUR 39.530). 5. Eigenkapital Das Gezeichnete Kapital von TEUR 20.000, die Kapitalrücklage von TEUR 58.428 sowie die Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 40.167 entsprechen den Ansätzen im Einzelabschluss der Uponor Beteiligungs GmbH. 6. Sonstige Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Kundenboni und Rabatte (TEUR 13.764), Reklamations- und Garantieansprüche (TEUR 3.536), ausstehende Rechnungen (TEUR 2.911) sowie für Sondervergütungen für die Belegschaft (TEUR 2.358) gebildet. 7. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitsspiegel im Einzelnen dargestellt. Verbindlichkeitsspiegel zum 31. Dezember 2022 (in Klammern: 31. Dezember 2021)
8. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag lagen Haftungsverhältnisse in Höhe von insgesamt TEUR 504 (i. Vj. TEUR 250) vor, welche ausschließlich die Gewährung von Bürgschaften betreffen. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen schätzen wir aufgrund der bisherigen Schuldentilgungsfähigkeit der Begünstigten als gering ein. 9. Angaben nach § 314 Nr. 2 und 2a HGB
Es existieren Leasingverträge über das Logistikgebäude, Firmenfahrzeuge, Gabelstapler sowie diverse Büromaschinen. Durch den Abschluss dieser Leasinggeschäfte wird eine langfristige Kapitalbindung vermieden. Ferner wird hierdurch das Risiko einer technischen Alterung der geleasten Vermögensgegenstände weitestgehend auf den Leasinggeber übertragen. VI. Erläuterungen zur Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse
Bezogen auf den Vorjahresumsatz ohne Uponor Kamo GmbH (TEUR 482.483) betrug der Umsatzzuwachs 3,8%, was vor allem auf Umsatzsteigerungen in Zentraleuropa zurückzuführen ist. 2. Erhöhung des Bestands an Unfertigen Erzeugnissen und Leistungen und Fertigen Erzeugnissen Die Erhöhung des Bestands an Unfertigen Erzeugnissen und Leistungen und Fertigen Erzeugnissen beinhaltet die Bestandsveränderungen der zum Bilanzstichtag in Produktion befindlichen Erzeugnisse. 3. Sonstige betriebliche Erträge In den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind Gewinne aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von TEUR 12.874 (i. Vj. TEUR 8.432) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 784 (i. Vj. TEUR 1.661) enthalten, die im Wesentlichen auf die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen entfielen. 4. Personalaufwand Im Vergleich zu den Personalaufwendungen des Jahres 2021 ohne die Uponor Kamo GmbH in Höhe von TEUR 64.044 lagen die Personalaufwendungen in etwa auf Vorjahresniveau. Gestiegene Personalaufwendungen durch Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden durch gesunkene Einmalaufwendungen aus Kostenstrukturprogrammen kompensiert. 5. Abschreibungen Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von TEUR 9.479 (i. Vj. TEUR 9.875) enthalten die jährliche Abschreibung des Principal-Goodwill in Höhe von TEUR 4.750. Verglichen mit den Abschreibungen 2021 ohne die Uponor Kamo GmbH in Höhe von TEUR 9.407 bewegen sich die Abschreibungen im Geschäftsjahr 2022 annähernd auf Vorjahresniveau. 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen In dem Posten sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.358 (i. Vj. TEUR 968) enthalten, die im Wesentlichen Aufwendungen für Schadenersatz in Höhe von TEUR 681 (i. Vj. TEUR 706) betreffen. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten außerdem Aufwendungen aus Konzernumlagen und -weiterverrechnungen in Höhe von TEUR 33.660, Provisionsaufwendungen (TEUR 22.194), Ausgangsfrachten (TEUR 10.863), Verluste aus Fremdwährungsumrechnung (TEUR 9.981), Werbeaufwendungen (TEUR 5.595) sowie Miet- und Leasingaufwendungen (TEUR 5.277). 7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Im Geschäftsjahr 2022 waren in den Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen in Höhe von TEUR 167 Erträge aus der Abzinsung der Garantierückstellung in Höhe von TEUR 20 enthalten. 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.475 (i. Vj. TEUR 3.398) sind Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 180 (i. Vj. TEUR 215), der Jubiläumsverpflichtungen in Höhe von TEUR 17 (i. Vj. TEUR 20) und der Garantierückstellungen in Höhe von TEUR 0 (i.Vj. TEUR 9) enthalten. 9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von TEUR 12.517 (i. Vj. TEUR 12.949) beinhalten im Geschäftsjahr Erträge aus der Veränderung der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 579 (i. Vj. TEUR 330). Der Posten beinhaltet außerdem Steuernachzahlungen für die Jahre 2019 bis 2021 in Höhe von TEUR 505 (i. Vj. TEUR 872). VII. Sonstige Angaben 1. Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Der Rückgang der durchschnittlichen Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer ist durch die Änderung des Konsolidierungskreises begründet. 2. Abschlussprüferhonorar Im Geschäftsjahr 2022 wurde vom Abschlussprüfer ein Honorar für Abschlussprüfungsleistungen von TEUR 194 berechnet. 3. Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen/Unternehmen Es bestehen folgende wesentliche Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen: Dienstleistungsverträge Die Konzerngesellschaften übernehmen innerhalb des Uponor-Konzerns Dienstleistungstätigkeiten für gruppenweite oder segmentweite Aufgabenbereiche. Diese Services umfassen Geschäftsführungs-, Supply Chain Management-, Marketing-, Forschungs- und Entwicklungs-, Produktionsplanungs-, Administrations- sowie IT-Leistungen. Im Geschäftsjahr 2022 erzielten die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften Erträge aus Konzernumlagen und -weiterverrechnungen aus dieser Tätigkeit in Höhe von TEUR 5.314 (i. Vj. TEUR 6.476). Die finnische Muttergesellschaft Uponor Oyj ist weltweit zuständig für die Implementierung, für den Service und die Wartung der ERP-Software Oracle sowie weiterer dazugehöriger Anwendungen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften zahlen für diese Lizenzen und Dienstleistungen eine monatliche Nutzungsgebühr. Die Aufwendungen betrugen TEUR 1.532 (i. Vj. TEUR 1.411) im Geschäftsjahr. Weiterhin fungiert das finnische Mutterunternehmen, die Uponor Oyj, weltweit als Zentrale für Supply Chain Management, Nachhaltigkeit sowie Administration und die schwedische Tochtergesellschaft Uponor Innovation AB als gruppenweite Zentrale für Forschung und Entwicklungstätigkeiten. Sie leisten verschiedene Services in diesen Bereichen, die anteilig an die in den Konzernabschluss einbezogene Gesellschaft Uponor GmbH in Deutschland als Zentrale für das Segment BLD Europe und andere Konzerngesellschaften verrechnet werden. Da die Uponor GmbH eine Prinzipal-Funktion für das Segment BLD Europe einnimmt, wurden aufgrund dieser Funktion Aufwendungen für Europäische Zentralfunktionen in den Bereichen Supply Chain, Marketing sowie Produkt Marketing und Forschung und Entwicklung sowie die Europäischen Warehouse-Kosten an diese Gesellschaft weiter verrechnet. Im Geschäftsjahr 2022 fielen im Konzern Aufwendungen aus Konzernumlagen und -weiterverrechnungen aus den zuvor genannten Bereichen in Höhe von TEUR 32.441 (i. Vj. TEUR 25.858) an. Zusätzlich erbrachte die PUNITEC GmbH & Co. KG, welche als assoziiertes Unternehmen in den Konzernkreis einbezogen ist, Fremdleistungen an das Konzernunternehmen Uponor GmbH in Höhe von TEUR 2.042 (i. Vj. TEUR 2.085). Cash-Pool-Vereinbarung und Finanzierung Der Konzern finanziert sich durch mittel- und kurzfristige Darlehen und Kontokorrente der Uponor Oyj, Helsinki/Finnland. Die Darlehen in Höhe von TEUR 135.000 (i. Vj. TEUR 140.700) sowie eventuelle Cash-Pool-Verbindlichkeiten werden mit dem Referenzzinssatz Euribor, (bei negativem Euribor mit 0 %) zuzüglich einer Marge bis zu maximal 2,00%-Punkten verzinst. Im Jahr 2022 bestand eine Cash-Pool-Forderung gegen die Uponor Oyj, Helsinki/Finnland, in Höhe von TEUR 62.697 (i. Vj. TEUR 39.530). 4. Geschäftsführung Zu Geschäftsführern der Uponor Beteiligungs GmbH waren im Geschäftsjahr die folgenden Herren bestellt:
Auf die Angabe der Geschäftsführungsbezüge wurde gemäß § 314 Abs. 3 i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 579 (i. Vj. TEUR 575). 5. Konzernzugehörigkeit Der Konzern wird in den Konzernabschluss der Uponor Oyj, Helsinki/Finnland, einbezogen. Der Konzernabschluss ist online im finnischen Handelsregister erhältlich. Die Uponor GmbH, Haßfurt ist in den Konzernabschluss der Uponor Beteiligungs GmbH einbezogen und hat nach § 264 Abs. 3 HGB auf die Aufstellung des Anhangs und des Lageberichtes sowie die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses verzichtet, da ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Uponor Beteiligungs GmbH existiert. 6. Anteilsbesitz des Uponor Beteiligungs GmbH Konzerns
7. Nachtragsbericht Im Februar 2023 kündigte die Uponor Corporation den Start eines weiteren konzernweiten Transformationsprogramms für die Jahre 2023 und 2024 an. Der Zweck dieser Initiative ist es, unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie zu gewährleisten. Die Schaffung eines neuen, globalen Betriebsmodells wird Uponors Widerstandsfähigkeit als Unternehmen stärken, sowie das Unternehmen darauf vorbereiten sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und die Bedürfnisse der Kunden Uponors besser zu erfüllen. Es werden jährliche Kosteneinsparungen von rund 30 Mio. EUR auf globaler Ebene erwartet. Die damit verbundenen Einmalkosten werden auf rund 25 Mio. EUR geschätzt. Es sind derzeit keine konkreten Pläne den Konsolidierungskreis betreffend bekannt. Insofern kann nicht gesagt werden, ob überhaupt bzw. in welcher Höhe Einmalkosten im Konsolidierungskreis anfallen werden. Im Frühjahr 2023 hat Goran Kovacev, Präsident Building Solutions - Europe angekündigt Uponor zu verlassen. Thomas Fuhr, Chief Technology Officer und Mitglied des Executive Committees der Uponor Gruppe wurde im Mai 2023 zum neuen Geschäftsführer bestellt. Die Abberufung von Goran Kovacev als Geschäftsführer zum 01.05.2023 sowie die Einberufung von Thomas Fuhr als neuer Geschäftsführer zum 01.05.2023 wurden in der Gesellschafterversammlung vom 26.04.2023 beschlossen. 8. Vorschlag für die Verwendung des ErgebnissesDie Geschäftsführung der Uponor Beteiligungs GmbH schlägt vor, den Jahresüberschuss der Uponor Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 27.629 an die Muttergesellschaft Uponor Oyj, Helsinki/Finnland, auszuschütten.
Haßfurt, den 23. Juni 2023 Uponor Beteiligungs GmbH Richard Kraus Thomas Fuhr Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Uponor Beteiligungs GmbH, Haßfurt Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Uponor Beteiligungs GmbH, Haßfurt, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Uponor Beteiligungs GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Nürnberg, den 23. Juni 2023 KPMG
AG
Herr, Wirtschaftsprüfer Fuchsberger, Wirtschaftsprüfer |
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