Stammdaten

Register
Amtsgericht Lübeck HRB 21644 HL
Eingetragen
17.8.2021
Branche
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer GebäudeausrüstungBeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die gewerbliche Betätigung im Brandschutz und in der Sicherheitstechnik, insbesondere der Vertrieb von Brandschutzprodukten und komponenten sowie hiermit im Zusammenhang stehende Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Helge Hansen
seit 30.8.2024
Geschäftsführer
Juliane Groß
seit 31.5.2023
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Thomas Uhlig
seit 17.8.2021
Prokura
Prokura
Pascal Deplanque
seit 17.8.2021
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
MV Holding GmbH
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Minimax Technologies GmbH
Germany
60.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Minimax Viking GmbH

Bad Oldesloe

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

I. Grundlagen des Konzerns

1. Grundlagen der Darstellung

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit § 315e HGB erstellt. Danach sind die International Financial Reporting Standards (IFRS) zu Grunde zu legen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

2. Gesellschafter des Konzerns

Die Minimax Viking GmbH, Bad Oldesloe, (MVG, im Folgenden gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen "Minimax Viking Konzern", "Minimax Viking Gruppe" oder "Minimax Viking") ist eine Teilkonzernmuttergesellschaft der Minimax Viking Gruppe. Alleinige Gesellschafterin der MVG ist die MV Holding GmbH, Bad Oldesloe, (MVH) deren Geschäftsanteile von der Dealco Luxemburg XIII S.à r.l., Luxemburg/Luxemburg, der MV Waterfall AG, Bad Oldesloe/Deutschland, und der Klister LLC, Grand Rapids, Michigan/USA, gehalten werden.

3. Positionierung des Konzerns

Die Minimax Viking Gruppe hat sich weltweit als einer der führenden Komplettanbieter im industriellen und kommerziellen Brandschutz etabliert. Unter der MVG, welche als eigenständige Konzernholding agiert, werden - gegliedert in die Regionen Nordamerika, Europa (inkl. Mittlerer Osten und Afrika) sowie Asien - die wesentlichen Brandschutzmärkte durch Landesgesellschaften, Niederlassungen oder Vertriebspartner bedient.

Die Geschäftsaktivitäten der Minimax Viking Gruppe teilen sich auf in die drei Geschäftsbereiche System Integration, worunter im Wesentlichen der stationäre Brandschutz verstanden wird, Service mit Wartungs-, Reparatur- und Modernisierungsaktivitäten sowie das Produktgeschäft, welches die Fertigung und den Vertrieb von Brandschutzkomponenten für den stationären Brandschutz beinhaltet.

Der Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten der Minimax Viking Gruppe liegt mit insgesamt 63 % der Umsätze in den Geschäftsbereichen System Integration (33 %) und Service (30 %). In dem Geschäftsbereich System Integration entwickelt, konzipiert und errichtet die Minimax Viking Gruppe stationäre Brandschutzsysteme, welche häufig aus Wasser-, Schaum- und/oder Gaslöschanlagen und Brandmeldetechnik bestehen. Komplettiert wird dieser Geschäftsbereich durch das wiederkehrende Service-Geschäft.

In dem Geschäftsbereich Service setzt die Minimax Viking Gruppe weiterhin konsequent die Strategie um, das wiederkehrende und margenstarke Wartungs-, Instandsetzungs- und Modernisierungsgeschäft in Europa und in den USA kontinuierlich auszubauen. Diese Strategie reduziert aufgrund der Ertrags- und Cashflow-Stärke des Servicegeschäfts die Einflüsse zyklischer Marktschwankungen signifikant.

Der mit 37 % des Jahresumsatzes inzwischen umsatzstärkste Geschäftsbereich der Minimax Viking Gruppe, das Produktgeschäft, ist ebenfalls in allen genannten Regionen aktiv vertreten. Dabei nehmen die Viking-Gesellschaften der Minimax Viking Gruppe bei der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Brandschutzkomponenten eine führende Marktposition insbesondere in den USA und in Europa ein.

4. Steuerungssystem

Als Leistungsindikatoren im Hinblick auf die obersten Unternehmensziele werden primär Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität (EBITDA) als finanzbezogene Steuerungsgrößen sowie die Mitarbeiteranzahl als nicht-finanzbezogene Steuerungsgröße zur Unternehmenssteuerung herangezogen.

4.1. Finanzbezogene Steuerungsgrößen

Zum Nachweis und zur Steuerung des Wachstums nutzt der Konzern im Wesentlichen die Kennzahlen Umsatzerlöse und Auftragseingang. Dabei setzen sich die Umsatzerlöse aus im Berichtszeitraum realisierten Verkäufen von Produkten und erbrachten Dienstleistungen im Rahmen des Service- und Produktgeschäfts sowie aus dem im Berichtsjahr erbrachten Fertigstellungsgrad von Fertigungsaufträgen im Rahmen des System-Integration-Geschäfts zusammen. Bei einem Fertigungsauftrag werden die Auftragserlöse und die Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt erfasst, sofern dieser verlässlich schätzbar ist. Daraus resultierende Margen werden zu diesem Zeitpunkt realisiert, sofern nicht mit einem Verlust des Gesamtauftrags zu rechnen ist oder aber der Fortschritt des Auftrages einen Fertigstellungsgrad von 50 % noch unterschreitet. Auftragseingänge werden im Geschäftsbereich System Integration mit dem Vertragsabschluss erfasst. Im Service- und Produktgeschäft hingegen wird als Auftragseingang jeweils der Umsatz der Berichtsperiode erfasst, da die Aufträge unmittelbar nach Auftragseingang bearbeitet und abgeschlossen werden.

Das "adjustierte" oder auch "bereinigte" EBITDA (im Folgenden "EBITDA") dient der Steuerung der Profitabilität des Konzerns. Das EBITDA ermittelt sich aus dem Konzernergebnis der Periode, bereinigt um das Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen sowie aus Sicht der Geschäftsführung außerordentlichen Ergebniseffekten, wobei die Rechnungslegung nach IFRS zugrunde gelegt wird.

4.2. Nicht Finanzbezogene Steuerungsgrößen

Die Anzahl und Entwicklung der Mitarbeiteranzahl dient der Unternehmensführung als nichtfinanzielle Steuerungsgröße. Die Angabe der Anzahl erfolgt dabei nach Vollzeitäquivalenten und berücksichtigt zusätzlich zu den unternehmenseigenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch alle Leiharbeitskräfte.

5. Forschung und Entwicklung

Die Minimax Viking Gruppe ist eine von wenigen weltweit tätigen Unternehmensgruppen, die in der Lage ist, führende Technologien über das gesamte Spektrum von Brandschutzlösungen anzubieten. Hierbei ist die Entwicklungstätigkeit einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg der gesamten Minimax Viking Gruppe und wurde auch im zurückliegenden Geschäftsjahr auf hohem Niveau vorangetrieben. Vor allem im stationären Brandschutz beschränkt sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeit nicht nur auf die beiden Forschungsstandorte in Bad Oldesloe und Caledonia/Michigan (USA), sondern Systementwicklungen werden auch maßgeblich während der Projektplanung gemeinsam mit Kunden und Versicherungsgesellschaften weiterentwickelt.

Zusätzlich wurden weiterhin zahlreiche Projekte zur Kostensenkung der Fertigung sowie zur kontinuierlichen Produktverbesserung vorangetrieben. Diese Projekte werden auch in den Folgejahren weiter im Fokus stehen, insbesondere im Hinblick auf eine weitere Spezialisierung der Teams an den verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsstandorten, um eine Duplizierung von Aufgaben zu vermeiden und die bestmöglichen Branchen- und Produktlösungen zu erzielen.

Insgesamt sind in 2022 innerhalb der Minimax Viking Gruppe Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 25 Mio. (2021: EUR 17 Mio.) ergebniswirksam angefallen, davon entfallen EUR 15 Mio. (2021: EUR 12 Mio.) auf Europa und EUR 10 Mio. (2021: EUR 5 Mio.) auf die USA. Als Entwicklungskosten aktiviert wurden EUR 22 Mio. (2021: EUR 22 Mio.). In diesem Bereich waren in 2022 durchschnittlich 168 (2021: 170) Mitarbeiter, wie in 4.2 definiert, tätig.

II. Wirtschaftsbericht

Für Teile der Darstellung des Wirtschaftsberichts wird nachfolgender Auszug aus einer Veröffentlichung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft 1 widergegeben.

"Die Weltkonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres unter dem Eindruck hoher Energiepreise und großer Unsicherheit in der Grundtendenz abgeschwächt. Bremsend wirkt inzwischen auch die Geldpolitik, die angesichts eines auf breiter Front hohen Inflationsdrucks ausgesprochen rasch gestrafft wird. Die Produktion blieb bis in den Herbst hinein insgesamt zwar weiter aufwärtsgerichtet, wobei Impulse von nachlassenden Lieferengpässen und der weiter fortschreitenden Normalisierung der Aktivität in den von der Corona-Pandemie besonders getroffenen Wirtschaftsbereichen ausgingen. Zum Jahresende hin hat sich die wirtschaftliche Dynamik aber wohl nochmals merklich verringert. Vor allem die großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften stehen derzeit trotz erheblicher fiskalischer Stützungsmaßnahmen vor einer Phase schwacher Konjunktur. Gleichzeitig bleiben die Probleme für die chinesische Wirtschaft groß. Während die Weltproduktion (gemessen auf Basis von Kaufkraftparitäten) mit 3,2 Prozent in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte stärker zulegen dürfte als im September prognostiziert, erwarten wir für das nächste Jahr unverändert einen Anstieg um nur 2,2 Prozent. Für das Jahr 2024 hat sich unsere Erwartung mit 3,2 Prozent sogar leicht reduziert, vor allem, weil wir eine Erholung der US-Konjunktur erst für den späteren Verlauf des Jahres 2024 erwarten. Die Inflation dürfte zwar ihren Höhepunkt überschritten haben und im Prognosezeitraum dank niedrigerer Rohstoffpreise und abnehmender konjunktureller Anspannungen deutlich zurückgehen. Der zugrundeliegende Preisauftrieb dürfte aber allenfalls gegen Ende des Prognosezeitraum wieder in die Nähe der Zielmarken sinken.

Der Anstieg der Weltproduktion hat sich nach schwachem ersten Halbjahr im dritten Quartal vorübergehend verstärkt. Die weltwirtschaftliche Aktivität erhöhte sich im Verlauf des Jahres 2022 insgesamt in moderatem Tempo. Dabei wurde die konjunkturelle Grundtendenz durch Sonderfaktoren überlagert. Im dritten Quartal entfielen dämpfende Einflüsse wie ein zeitweise kräftiger Lagerabbau in den Vereinigten Staaten und die Auswirkungen umfangreicher pandemiebedingter Lockdowns in China, und die Produktion zog spürbar, mit einer Rate von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, an. Der vom IfW Kiel auf der Basis von Stimmungsindikatoren aus 42 Ländern berechnete Indikator für das wirtschaftliche Klima gab indes weiter nach und deutet auf eine gegen Jahresende wieder verringerte wirtschaftliche Expansion hin.

Die Industrieproduktion zog im Sommer bei nachlassenden Lieferengpässen an. Die globale Industrieproduktion nahm im dritten Quartal mit 1,3 Prozent recht schwungvoll zu. Zum einen erholte sich die Produktion in China, die im Frühjahr unter den Corona-Beschränkungen gelitten hatte. Zum anderen konnten Aufträge, die in den Monaten zuvor aufgelaufen waren, abgearbeitet werden, weil die Anspannungen in den Logistiknetzwerken weltweit spürbar nachließen. So verringerten sich die Container-Frachtraten im Seeverkehr erheblich und lagen auch auf den Routen von Asien nach Europa und nach Nordamerika zuletzt nicht mehr massiv höher als vor der Corona-Krise. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Schiffe, die vor Häfen im Stau steckt, stark zurück und hat inzwischen nahezu wieder Normalniveau erreicht.

Der Welthandel legte bis zum Herbst weiter spürbar zu, hat zuletzt aber offenbar deutlich an Schwung verloren. Der globale Warenaustausch nahm im Einklang mit der Industrieproduktion im dritten Quartal weiter recht kräftig zu; das Niveau ein Jahr zuvor wurde im September (bis dahin liegen die Zahlen des niederländischen CPB vor) um 5,3 Prozent überschritten. Im Herbst hat der Welthandel aber wohl deutlich an Schwung verloren. Für den November ist nach den Ergebnissen des Kiel Trade Indicator sogar mit einem kräftigen Minus zu rechnen.

In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat sich die Konjunktur in der Grundtendenz weiter abgeschwächt. Im dritten Quartal nahm die gesamtwirtschaftliche Produktion in der Gruppe der fortgeschrittenen Volkswirtschaften zwar mit knapp 0,5 Prozent etwas kräftiger zu als in den beiden Quartalen zuvor. Die Expansion der inländischen Verwendung schwächte sich aber weiter ab. Zum einen verlor die Expansion des privaten Konsums an Fahrt. In den Vereinigten Staaten gingen zudem die Bauinvestitionen kräftig zurück. So dürfte die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent, die dort verzeichnet wurde, die dortige konjunkturelle Grundtendenz deutlich überzeichnen. Im Euroraum verlangsamte sich der Anstieg auf 0,3 Prozent, im Vereinigten Königreich und in Japan nahm die gesamtwirtschaftliche Produktion sogar um jeweils 0,2 Prozent ab.

In den Schwellenländern zeigt sich die Konjunktur robust. In China wird die wirtschaftliche Lage zwar weiterhin durch Corona und Probleme im Immobiliensektor belastet. Im dritten Quartal erholte sich die Wirtschaft aber von dem im Frühjahr verzeichneten, durch massive Lockdowns verursachten Produktionseinbruch. Auch in Indien, wo die gesamtwirtschaftliche Produktion unter einer historischen Hitzewelle gelitten hatte, legte das Bruttoinlandsprodukt im Sommer kräftig zu. In den übrigen asiatischen Schwellenländern stieg die Produktion ebenfalls zumeist recht kräftig. Auch in Lateinamerika blieb die Konjunktur fast überall aufwärtsgerichtet. Ausgeprägte Bremsspuren der weltweiten geldpolitischen Straffung, die angesichts zeitweise starker Kapitalabflüsse aus den Schwellenländern befürchtet worden waren, sind bislang nicht erkennbar. Ausgeprägte Finanzierungsprobleme blieben bislang auf einzelne Entwicklungsländer und wenige besonders exponierte Schwellenländer wie Pakistan, Ecuador oder Ghana beschränkt.

Die Inflation in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat ihren Höhepunkt wohl überschritten. Der Preisauftrieb hat im Verlauf des Jahres 2022 historische Höhen erreicht und war im Sommer und Herbst in vielen Ländern so hoch wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. In den G7-Ländern lag sie im Oktober bei 8,4 Prozent. Im November dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr erstmals seit Beginn des Inflationsschubs Anfang 2021 wieder merklich zurückgegangen sein. Sowohl in den Vereinigten Staaten, wo die Inflationsrate bereits seit einigen Monaten in der Tendenz rückläufig ist, als auch in Europa zeigen die Statistiken für November einen verringerten Preisauftrieb. Maßgeblich hierfür ist, dass die Energiepreise, ausgehend von den zum Teil extrem hohen Niveaus im Sommer, zuletzt wieder spürbar gesunken sind. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch in der Entwicklung der Erzeugerpreise, deren zeitweise sehr hohe Zuwachsraten zuletzt deutlich zurückgegangen sind. Die Kernrate der Inflation, bei der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeblendet werden, ist hingegen nur wenig gesunken und nach wie vor weitaus höher als von den Notenbanken angestrebt.

Die Rohstoffpreise haben zuletzt nachgegeben und dürften im Prognosezeitraum weiter langsam sinken. Die Lage an den Rohstoffmärkten hat sich seit dem Frühjahr nach und nach entspannt. Zunächst begannen die Preise für Industrierohstoffe unter dem Eindruck gedämpfter Nachfrage aus China und allgemein verdüsterter Konjunkturerwartungen zu sinken. Der Preis für Kupfer etwa war zeitweise kaum noch höher als in den Jahren vor Ausbruch der Corona-Krise. Deutlich erhöht sind allerdings immer noch die Preise vieler Nahrungsmittel, wenngleich sich auch hier die im Frühjahr verzeichneten Preisspitzen nicht gehalten haben. Der Ölpreis ist seit Juni tendenziell rückläufig. Auch eine Kürzung der Förderquoten durch die OPEC im Oktober hat diesen Trend nicht gebrochen. Zuletzt war der Preis für Öl der Sorte Brent mit etwa 80 Dollar kaum noch höher als im Durchschnitt des Jahres 2021. Der Markt scheint gegenwärtig gut versorgt, so dass auch der Beginn des EU-Embargos für den Großteil des bislang noch importierten russischen Rohöls und die Einführung eines Ölpreisdeckels für international gehandeltes russisches Öl nicht zu deutlichen Preisreaktionen geführt haben. Wir rechnen im Einklang mit den Finanzmärkten damit, dass Rohöl im Prognosezeitraum weiter allmählich billiger wird. Im Herbst ist schließlich auch das Preisniveau am europäischen Gasmarkt wieder deutlich gesunken, wenngleich es nach wie vor um ein Vielfaches über dem bis Anfang 2021 vorherrschenden Niveau liegt. Für dieses und das nächste Jahr sind derzeit angesichts weiterhin eng begrenzter Verbraucherpreise in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften Verfügbarkeit von Flüssiggas lediglich moderate weitere Rückgänge zu erwarten, danach könnte sich die Situation aber deutlich entspannen.

Die Geldpolitik wird weiter gestrafft. Die großen Notenbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften haben auf den starken Anstieg der Inflation recht spät, dann aber mit einer historisch sehr steilen Anhebung der Leitzinsen reagiert. In den Vereinigten Staaten liegt das Ziel für die Federal Funds Rate inzwischen bei 4,25 bis 4,5 Prozent und damit fast so hoch wie am Ende der letzten ausgeprägten Phase geldpolitischer Restriktion im Jahr 2007. Die EZB, die erst im Sommer mit Zinserhöhungen begann, hat ihren Leitzins mittlerweile auf 2,5 Prozent angehoben. Im Dezember hat sie zudem angekündigt, ab dem Frühjahr 2023 die Rückflüsse aus fällig werdenden Anleihen, die sich in ihrem Besitz befinden, nicht mehr vollständig neu anzulegen und so den Gesamtbestand allmählich zu reduzieren. Wir rechnen damit, dass der Zinshöhepunkt angesichts erster Anzeichen eines nachlassenden Inflationsdrucks und einer voraussichtlich schwachen Konjunktur im nächsten Jahr erreicht wird. Mit substanziellen Zinssenkungen ist allerdings vor Ende des Prognosezeitraums nicht zu rechnen. Im Umfeld hoher Inflation und weiter steigender Zinsen in den großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wurden im Herbst auch anderswo die Zinsen weiter angehoben, so in Kanada, Australien und Südkorea und in vielen europäischen Ländern sowie in einer Reihe von Schwellenländern sowohl in Asien als auch in Lateinamerika.

Die Finanzpolitik wirkt derzeit stützend. Obwohl die hohen Ausgaben zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie die Staatsfinanzen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften, aber auch in vielen Schwellenländern, stark belastet haben, bleiben ausgeprägte Konsolidierungsanstrengungen derzeit aus. Vor allem in Europa bemüht sich die Wirtschaftspolitik mit einem zum Teil erheblichen fiskalischen Aufwand darum, die Auswirkungen der Energiekrise auf Haushalte und Unternehmen zu begrenzen. In den Vereinigten Staaten wurde ein Maßnahmenpaket in Kraft gesetzt, dass Mehrausgaben über die nächsten zehn Jahre vorsieht, vor allem um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. In Relation zur Wirtschaftsleistung sind sie allerdings nicht erheblich. Weltweit werden die fiskalischen Impulse im Laufe des kommenden Jahres geringer. Für 2024 rechnen wir mit insgesamt bremsenden Wirkungen von der Finanzpolitik.

Ausblick: Weltkonjunktur schwächt sich vorerst weiter ab

Die bremsenden Einflüsse auf die Weltwirtschaft dominieren zunehmend. Bislang wurde die weltwirtschaftliche Aktivität durch eine Reihe von Faktoren gestützt, die nun aber mehr und mehr an Bedeutung verlieren. So gab es in einigen kontaktintensiven Wirtschaftsbereichen noch ein beträchtliches Potenzial für eine Normalisierung der Produktion nach den zuvor verzeichneten coronabedingten Einbußen, das nun allmählich ausgeschöpft ist. Die während der Pandemie aufgehäuften Extra-Ersparnisse, die dabei halfen, das Konsumniveau angesichts schrumpfender Realeinkommen aufrecht zu erhalten, schmelzen mehr und mehr ab. Die hohen Auftragsbestände der Industrie werden zunehmend abgearbeitet, so dass rückläufige Auftragseingänge zukünftig stärker auf die Produktion durchschlagen werden. Die bislang noch sehr robusten Arbeitsmärkte sind ein nachlaufender Indikator für die Konjunktur und ihr stützender Einfluss auf Verbraucherverhalten und Einkommen dürfte in den kommenden Monaten ebenfalls an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig verstärken sich die negativen Einflüsse auf die Konjunktur, die vor allem vom finanziellen Umfeld ausgehen. Höhere Finanzierungskosten bremsen die Investitionen und den Konsum. In vielen Ländern scheint sich auch der Finanzzyklus zu drehen. Immobilienpreise geben nach einer langen Phase starken Anstiegs nun nach. Wenn sich der Finanzzyklus dreht, materialisieren sich oft finanzielle Ungleichgewichte, die die wirtschaftliche Aktivität zusätzlich bremsen.

Die weltwirtschaftliche Expansion verringert sich im kommenden Jahr deutlich. Nachdem im Jahr 2022 wohl noch ein Zuwachs der Weltproduktion um 3,2 Prozent erreicht wird, was in etwa der mittelfristigen Trendrate entspricht, dürfte sie im Jahr 2023 wohl nur um 2,2 Prozent steigen. Für 2024 rechnen wir mit einer Beschleunigung der Konjunktur auf 3,2 Prozent. Auf der Basis von Marktwechselkursen ergeben sich Veränderungsraten der globalen Produktion von 2,9 Prozent in Jahr 2022 und 1,6 Prozent im nächsten Jahr. Für 2024 ergibt sich ein Zuwachs um 2,4 Prozent. Der weltweite Warenhandel dürfte nach einem Zuwachs um 4,2 Prozent in diesem Jahr im Jahr 2023 nur um 1,7 Prozent und im Jahr 2024 um 2,5 Prozent zunehmen.

Die Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten wird im kommenden Jahr schrumpfen. Dort hat die monetäre Straffung bereits zu einem Einbruch der Bauinvestitionen geführt. In den kommenden Monaten dürfte auch die bislang stärkste Stütze der Konjunktur, der private Konsum, zunehmend unter Druck geraten. Im Zuge der Corona-Krise und der zur Stützung der Wirtschaft verausgabten umfangreichen staatlichen Einkommenshilfen ist der Konsum in den Vereinigten Staaten weit über das Trendniveau gestiegen, so dass hier eine Korrektur zu erwarten ist. Der Abbau von Extra-Ersparnissen - die Sparquote befindet sich nahe historischer Tiefstände - und weiter steigende Konsumentenkredite haben im vergangenen Jahr zu einer ungewöhnlich großen Abweichung zwischen der Entwicklung von privatem Konsum und Realeinkommen geführt, die auf längere Sicht kaum Bestand haben wird. Wir rechnen für das kommende Jahr mit einem Rückgang des US-Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent, und auch die für 2024 zu erwartende Erholung dürfte zunächst schwach ausfallen. Die Arbeitslosigkeit dürfte im Verlauf des Jahres 2023 von dem derzeitigen niedrigen Niveau von 3,7 Prozent auf rund 5 Prozent steigen. Dabei dürfte sich auch der bislang noch recht kräftige Lohnanstieg merklich abschwächen. Insgesamt wäre damit die Grundlage dafür gelegt, dass sich die Inflation wieder auf ihren Zielwert von 2 Prozent zubewegt.

Auch der Euroraum steht an der Schwelle zur Rezession. Zwar expandierte die Wirtschaft der Währungsunion ungeachtet der Verwerfungen des Ukraine-Krieges bis ins dritte Quartal spürbar, sie hat zuletzt allerdings an Schwung verloren. Frühindikatoren zur Zuversicht von Unternehmen und Verbrauchern haben sich inzwischen auf geringen Niveaus stabilisiert, nachdem sie seit Jahresbeginn stark nachgegeben hatten. Die hohe Inflation, steigende Zinsen und Gegenwind aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld lassen für die bevorstehenden Quartale eine konjunkturelle Schwächephase erwarten. Im Ergebnis dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum über das Winterhalbjahr stagnieren oder sogar leicht zurückgehen. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2023 und 2024 rechnen wir dann mit einer allmählichen Belebung. Im Vergleich zu unserer Herbstprognose haben sich die konjunkturellen Aussichten demnach etwas aufgehellt, da sich die Wirtschaft bis ins dritte Quartal robuster gezeigt hat und die Energiepreise aus heutiger Perspektive geringer sein dürften als zuvor erwartet. Insgesamt wird das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr wohl um 3,4 Prozent steigen. Im kommenden Jahr dürfte es um 0,6 Prozent und im Jahr 2024 um 1,5 Prozent zulegen. Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich bei dieser Konjunktur wieder etwas verschlechtern, die Arbeitslosenquote von ihrem im Oktober verzeichneten Rekordtief von 6,5 Prozent auf 7,4 Prozent im Durchschnitt des Jahres 2024 steigen. Die Verbraucherpreise erhöhen sich im Durchschnitt des laufenden Jahres voraussichtlich um 8,3 Prozent. Auch im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate mit 5,7 Prozent nochmals historisch hoch sein, wenngleich merklich niedriger als noch im Herbst erwartet. Im Jahr 2024 dürfte die Inflation mit dem weiteren Rückgang der Energiepreise und allmählich sinkender Kerninflation weiter zurückgehen, mit 2,6 Prozent aber immer noch über dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB liegen.

Die Abkehr von der Null-Covid-Politik ist Chance und Risiko für die chinesische Wirtschaft. Nachdem sich die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal von den Lockdowns des Frühjahrs erholt hatte, drohte gegen Jahresende angesichts wieder steigender Inzidenzen eine erneute Ausbremsung der Konjunktur. Im Dezember entschied sich die Regierung aber dazu, auf großflächige Mobilitätsbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen weitgehend zu verzichten. Damit besteht zum einen die Aussicht auf ein Ende der durch die Null-Covid-Politik verursachten Stop-and-Go-Konjunktur. Andererseits dämpfen aber hohe Infektionszahlen auch ohne staatliche Anordnung die wirtschaftliche Aktivität. Insbesondere der private Konsum dürfte durch das Bemühen der Verbraucher, Ansteckungsrisiken zu vermeiden, beeinträchtigt werden. Eine massive Infektionswelle könnte zudem die Produktion behindern und das Gesundheitssystem überlasten, wo es wohl bereits zu Engpässen in der Medikamentenversorgung gekommen ist. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt in den kommenden beiden Jahren mit 4,6 Prozent bzw. 5,2 Prozent aber wieder deutlich stärker zunehmen als im Jahr 2022 (2,9 Prozent). Ein bremsender Faktor bleibt dabei die Krise im Immobiliensektor, die weiterhin nicht überwunden ist. Die Zahl der Baubeginne liegt aktuell rund 50 Prozent niedriger als vor einem Jahr und auch Wohnungspreise sind zuletzt weiter gefallen.

Die Risiken für die Prognose liegen zunehmend im finanziellen Umfeld. Nach wie vor bilden Energieversorgung und Energiepreise ein Risiko für die Prognose. Die Entwicklung der vergangenen Monate hat aber gezeigt, dass die Märkte in der Lage sind, auch große Veränderungen der Rahmenbedingungen zu verarbeiten. Inzwischen erscheinen uns Aufwärts- und Abwärtsrisiken für die Rohstoffpreise ausgeglichen. Ein nennenswertes Aufwärtsrisiko für die Konjunktur resultiert aus unserem vergleichsweise pessimistischen Szenario für die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Sollten sich die finanziellen Reserven der US-Konsumenten als ergiebiger erweisen und die amerikanische Produktion der geldpolitischen Straffung spürbar besser widerstehen, als von uns unterstellt, würde dies auch auf die übrige Welt ausstrahlen. Allerdings besteht dann das Risiko, dass sich die Inflation als hartnäckiger erweist. Die US-Zinsen dürften dann stärker angehoben werden und länger hoch bleiben als hier angenommen. Dann könnte sich im weiteren Verlauf des Prognosezeitraums auch die Abwärtsdynamik des Finanzzyklus verstärken und daraus resultierende Risiken für die Finanzstabilität zusätzlich an Gewicht gewinnen."

Fazit

Die zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses unverändert hohen, allgemeinen Rezessionserwartungen, insbesondere gespeist aus den unerwartet beständig hohen Inflationsniveaus in Nord Amerika und Europa bei gleichzeitig signifikant gestiegenen und weiter zu steigen erwarteten Finanzierungskosten in den weltweiten Leitwährungen und des zumindest im europäischen Raum unverändert bestehenden Risikos einer nicht gewährleisteten permanenten und bedarfsgerechten Strom- und Energieversorgung bei gleichzeitig noch nicht wieder vollständig auf Vor-Corona-Niveau operierenden Lieferbeziehungen mit China machen die Aufstellung belastbarer und gewohnt längerfristiger Planungen auch für die Minimax Viking Gruppe als global aufgestellten Komplettanbieter im Bereich des Brandschutzes nur mit Einschränkungen möglich. Aus diesem Grund hat sich die Minimax Viking Gruppe für das Jahr 2023 dazu entschieden, sowohl ein Nicht-Rezessions-Szenario als auch ein Rezessions-Szenario ihrer Planung als Annahme zu Grunde zu legen. Im Falle einer einsetzenden Rezession erwartet die Gruppe (um Währungskurseffekte bereinigt) einen sich gegenüber Vorjahr um 19 % abschwächenden Auftragseingang bei um 14 % niedrigerem Umsatz und einem um 15 % unter dem Niveau von 2022 ausfallenden adjustierten EBITDA. Die Auswirkungen einer einsetzenden Rezession erwartet sie dabei deutlicher spürbar in den USA als in Europa. Für den Fall, dass ein spürbares Einsetzen einer Rezession in 2023 ausbleiben sollte, plant die Minimax Viking Gruppe (um Währungskurseffekte bereinigt) im Wesentlichen mit einer Wiederholung des 2022'er Auftragseingangs, Umsatzes und adjustierten EBITDA.

1. Geschäftsverlauf

1.1. Märkte und Geschäftsbereiche

Die Minimax Viking Gruppe ist im Vergleich zum allgemeinen Konjunkturzyklus ein sich spätzyklisch entwickelnder Konzern. Dies ist insbesondere dem hohen Anteil an langfristiger Auftragsfertigung im Bereich System Integration geschuldet. Trotz der durch Inflation und sprunghaft angestiegenen weltweiten Finanzierungskosten weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen konnte die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 die Vorjahreswerte übertreffen. Dies resultierte insbesondere aus dem weiterhin starken Wachstum des nordamerikanischen Marktes bei gleichzeitiger Budgeterfüllung bzw. leichter Übererfüllung der asiatischen und europäischen Geschäftsbereiche.

Der konsolidierte Gesamtauftragseingang der Minimax Viking Gruppe (d. h. ohne konzerninterne Geschäfte) erreichte in 2022 mit EUR 2.420 Mio. ein historisches Hoch, das um EUR +494 Mio. (+26 %) über dem Vorjahr von EUR 1.926 Mio. lag und das ursprünglich aufgestellte Budget von EUR 1.914 Mio. um EUR +506 Mio. (+26 %) überstieg. Der Auftragseingang im Geschäftsbereich System Integration in Höhe von EUR 893 Mio. überschritt das Vorjahr (EUR 685 Mio.) deutlich um EUR +208 Mio. (+30 %). Auch im Geschäftsbereich Service konnte das Vorjahresniveau (EUR 598 Mio.) mit EUR 694 Mio. um EUR +96 Mio. (+16 %) übertroffen werden. Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Produktgeschäft konnte ebenfalls beträchtliche Zuwächse verzeichnen und stieg von EUR 643 Mio. im Vorjahr um EUR +190 Mio. (+30 %) auf EUR 833 Mio.

Der konsolidierte Gesamtumsatz (d. h. ohne konzerninterne Geschäfte) übertraf auf Grund der unsere Erwartungen übersteigenden Auftragslage und einer besser als prognostizierten Verfügbarkeit von Material und Montagekräften die prognostizierten Erwartungen und stieg von EUR 1.850 Mio. um EUR +399 Mio. (+22%) auf EUR 2.249 Mio.

Das adjustierte EBITDA der Gruppe konnte ebenfalls trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gegenüber dem Vorjahresniveau um +8 % auf insgesamt EUR 325 Mio. (Vorjahr: EUR 301 Mio.) gesteigert werden und überstieg damit auch den für das Geschäftsjahr ursprünglich budgetierten Wert von EUR 270 Mio.

Europa:

Trotz schwieriger Marktbedingungen übertraf der Auftragseingang mit EUR 1.062 Mio. das Vorjahr (EUR 902 Mio.) um EUR +160 Mio. (+18 %). Der Umsatz überschritt den Vorjahreswert von EUR 872 Mio. um EUR +106 Mio. (+12 %) und erreichte insgesamt EUR 978 Mio. Das bereinigte EBITDA der Region Europa lag mit EUR 128 Mio. über dem Vorjahresniveau (2021: EUR 120 Mio.). Hierzu trug insbesondere das Produktgeschäft in Europa bei, aber auch die Minimax GmbH mit ihren Geschäftsbereichen System Integration und Service.

Die Minimax GmbH konnte ihre marktführende Position in den Geschäftsbereichen System Integration und Service in Deutschland behaupten und trug auf diese Weise zu 24 % des EBITDAs der Minimax Viking Gruppe bei. Der Auftragseingang konnte gegenüber dem Vorjahr um +12 % auf rund EUR 556 Mio. gesteigert werden. Das hochprofitable Servicegeschäft der Minimax GmbH hielt sich in Deutschland stabil und wird auch zukünftig weiter Ergebnistreiber des Deutschlandgeschäfts und damit Schwerpunkt der nationalen Vertriebsaktivitäten sein. Die Auftragseingänge (EUR 330 Mio.) lagen +9 % über dem Vorjahresniveau und beim Umsatz konnte dieser Geschäftsbereich um +7 % auf EUR 317 Mio. zulegen. Der Auftragseingang im Geschäftsbereich System Integration stieg um +16 % auf EUR 225 Mio. gegenüber dem Vorjahr von EUR 194 Mio. Die Umsätze dieses Geschäftsbereichs stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um +18 % auf EUR 214 Mio. gegenüber EUR 182 Mio. im Vorjahr. In 2022 gelang es der Minimax GmbH, ihren um konzerninterne Leistungen bereinigten Umsatz der beiden Geschäftsbereiche um EUR +52 Mio. auf insgesamt EUR 532 Mio. zu steigern und hierbei die Ertragssituation mit einem adjustierten EBITDA von EUR 77 Mio. auf hohem Niveau zu halten.

Die im Bereich des mobilen Brandschutzes tätigen Gesellschaften Minimax Mobile Services GmbH sowie Brandschutz Heimlich GmbH konnten ihre Marktanteile trotz der hohen Wettbewerbsintensität im Bereich Feuerlöschervertrieb und -wartung im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin erfolgreich behaupten und ihren Auftragseingang sowie ihren Umsatz von EUR 86 Mio. im Vorjahr auf EUR 94 Mio. erhöhen und ihr adjustiertes EBITDA gegenüber dem Vorjahresergebnis um EUR 2 Mio. auf EUR 18 Mio. steigern. Die Wettbewerbsintensität im Bereich des mobilen Brandschutzes wird auch zukünftig eine maßgebliche Rolle für die weitere Entwicklung dieser Tochtergesellschaften spielen.

Der Umsatz des europäischen Produktgeschäfts, bestehend aus der luxemburgischen Viking S.A. und ihren insgesamt zehn Tochtergesellschaften, der deutschen Viking GmbH, der mittlerweile ruhenden russischen Fire Protection Equipment Rus LLC und der rumänischen VIKING ROMANIA SRL, konnte das Vorjahr von EUR 103 Mio. um EUR +14 Mio. übertreffen und erreichte in 2022 EUR 117 Mio. Das bereinigte EBITDA stieg um +11 % von EUR 16 Mio. auf EUR 18 Mio.

Nordamerika:

In den Geschäftsbereichen System Integration und Service der nordamerikanischen Gesellschaften konnten im Geschäftsjahr 2022 Auftragseingänge in Höhe von insgesamt EUR 587 Mio. verbucht werden. Damit konnten deutliche Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr (EUR 444 Mio.) verzeichnet werden. Bereinigt um Währungskurseffekte verzeichneten die US-amerikanischen System Integration- und Servicegesellschaften einen Zugewinn von +18 %. Die Umsätze der US-amerikanischen System Integration- und Service-Gesellschaften stiegen ebenfalls um EUR +109 Mio. auf insgesamt EUR 526 Mio. Das EBITDA der in den Geschäftsbereichen System Integration und Service tätigen US-Tochtergesellschaften der Minimax Viking Gruppe lag mit EUR 63 Mio. rund +3 % über dem Ergebnis des bereits außerordentlich positiv verlaufenen Vorjahres.

Das von den US-amerikanischen Viking-Gesellschaften betriebene US-Produktgeschäft der Minimax Viking Gruppe übertraf den Vorjahresumsatz von EUR 456 Mio. um EUR +162 Mio. und erreichte in 2022 EUR 618 Mio. Die US-amerikanischen Viking-Gesellschaften konnten das EBITDA des Vorjahres (EUR 115 Mio.) um EUR +15 Mio. auf EUR 130 Mio. steigern und trugen damit zu 40 % des EBITDAs der Minimax Viking Gruppe bei.

Asien:

Durch die auch 2022 hinweg fortgesetzte Zero-Covid-Politik Chinas wurde die wirtschaftliche Aktivität des asiatischen Marktes auch im zurückliegenden Jahr gegenüber jener anderer Weltregionen merklich gehemmt. Dennoch konnten sowohl Auftragseingänge als auch die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um +22 % bzw. +20 % zulegen. Hierzu trugen insbesondere unsere Gesellschaften in Saudi-Arabien und Singapur bei. Das bereinigte EBITDA in Asien lag mit EUR 18 Mio. um +16 % über dem Vorjahreswert von EUR 16 Mio.

Wir gehen für 2023 von einer weiteren positiven Entwicklung in Asien bezüglich der Ausschreibung neuer Aufträge und der Wiederbelebung pausierter Bauprojekte aus, bei einer gegenüber dem Vorjahr nachhaltig stabilen Ertragslage. Mittelfristig erwarten wir ein Wiedererstarken der asiatischen Märkte mit positiven Entwicklungsimpulsen für den Bereich des von uns angebotenen Brandschutzes, da zum einen die Nachfrage nach Brandschutzanlagen insbesondere in China und in den Ländern entlang der Belt-Road-Initiative weiterhin steigen wird und wir zum anderen mit neuen Produkten mit Zulassungen speziell für den asiatischen Markt eine höhere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber lokalen Mitbewerbern erlangen werden. Hinzu kommen eine kontinuierliche Verschärfung der gesetzlichen Regelungen zum Brandschutz und striktere Versicherungsvorschriften, von denen wir uns mittelfristig zusätzliche Wachstumsimpulse versprechen.

III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1. Vermögenslage

Die Vermögenslage der Minimax Viking Gruppe stellt sich in der Bilanzstruktur wie folgt dar:

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
€ Mio. % € Mio. %
Anlagevermögen 1.166 47 1.130 52
Latente Ertragsteueransprüche 16 1 12 1
Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 0 8 0
Umlaufvermögen ohne flüssige Mittel 832 33 658 30
Flüssige Mittel 473 19 376 17
Gesamt 2.497 100 2.184 100

Passiva

Eigenkapital 599 24 432 20
Langfristige Bankverbindlichkeiten 1.067 43 1.046 48
Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten 147 6 132 6
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 86 3 116 5
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 598 24 458 21
Gesamt 2.497 100 2.184 100

Der hohe Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme spiegelt die im Rahmen von diversen Unternehmenserwerben identifizierten immateriellen Vermögenswerte wider, insbesondere Markenrechte, Kundenbeziehungen und Technologien, sowie Geschäfts- oder Firmenwerte. Darüber hinaus sind hier Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen enthalten. Investitionen in das Anlagevermögen sind im nachfolgenden Abschnitt näher beschrieben.

Auf der Passivseite haben sich die Bankverbindlichkeiten (ohne Leasingverbindlichkeiten) der Minimax Viking Gruppe nominell gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um EUR 22 Mio. erhöht. Diese Erhöhung ist beeinflusst von der US-Dollarkursentwicklung im Geschäftsjahr (EUR 32 Mio.).

Die unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten dargestellten Verpflichtungen aus Altersversorgungen sanken im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Diskontierungssatzes um EUR -30 Mio. und betragen zum 31. Dezember 2022 EUR 63 Mio.

Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2022 EUR 599 Mio. und die Eigenkapitalquote 24 % (31. Dezember 2021: 20 %).

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betreffen hauptsächlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Das Netto-Umlaufvermögen 2 hat sich von EUR 489 Mio. auf EUR 651 Mio. per 31. Dezember 2022 erhöht und liegt mit rund 29 % des Konzernumsatzes über dem Niveau des Vorjahres.

2. Investitionen

Die operativen Investitionen in den Gesellschaften der Minimax Viking Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 55 Mio. über dem Vorjahr (EUR 45 Mio.). Aufgrund der Geschäftsstruktur sind alle sonstigen Investitionen, mit Ausnahme der Fertigung, in Abhängigkeit zur Mitarbeiter- und Umsatzentwicklung zu sehen. Entwicklungsleistungen wurden in Höhe von EUR 22 Mio. (2021: EUR 22 Mio.) aktiviert. Es wurde insbesondere in die Fertigungsanlagen in Deutschland sowie in die logistische Ausstattung der nordamerikanischen Standorte investiert.

3. Finanzlage

Die Finanzlage/Kapitalflussrechnung stellt sich für 2022 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

€ Mio. 01.01.2022 - 31.12.2022 01.01.2021 - 31.12.2021
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 277 241
Gezahlte Ertragsteuer -54 -37
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 223 204
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -53 -44
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -92 -80
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 78 80
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 365 268
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen 13 17
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 456 365

Die Erhöhung des Working Capital um EUR 43 Mio. (2021: 54 Mio.) hat wesentlichen Einfluss auf den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 223 Mio. (2021: EUR 204 Mio.).

Der Finanzmittelfonds per 31. Dezember 2022 beträgt EUR 456 Mio. (31.12.2021: EUR 365 Mio.).

Der Gesamtbetrag der den Gesellschaften des Minimax Viking Konzerns zur Verfügung gestellten Kreditlinien beläuft sich am Bilanzstichtag auf ein Volumen in Höhe von EUR 1.068 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 1.048 Mio.). Davon sind EUR 40 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 42 Mio.) noch frei verfügbar. Darüber hinaus stehen der Minimax Viking Gruppe Avalkreditlinien in Höhe von EUR 270 Mio. zur Verfügung, von denen EUR 150 Mio. im Rahmen des Konsortialkreditvertrages langfristig mit einer Laufzeit bis zum 31. Juli 2024 bereitgestellt wurden. Die Beanspruchung der Avalkreditlinien lag am Ende des Berichtszeitraums bei rund 91 % (31. Dezember 2021: 77 %). Zusätzlich verfügt der Konzern über Kassen- und Bankguthaben in Höhe von EUR 473 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 376 Mio.).

4. 4. Ertragslage

Der Konzernabschluss der Minimax Viking Gruppe umfasst den Umsatz der operativen Gesellschaften. Die den operativen Gesellschaften übergeordneten Holdinggesellschaften haben naturgemäß keine Umsatzerlöse generiert.

Der Konzern weist für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 einen Umsatz von EUR 2.249 Mio. aus (2021: EUR 1.850 Mio.), dies entspricht einer Steigerung um +22 %.

Der Umsatz nach Marktsegmenten setzte sich wie folgt zusammen:

Produktgeschäft EUR 833 Mio. (37 %)
System Integration EUR 742 Mio. (33 %)
Service EUR 674 Mio. (30 %)

Der Umsatz nach Regionen (Standort des Rechnungsempfängers) stellt sich wie folgt dar:

Nord- und Lateinamerika EUR 1.120 Mio. (50 %)
Europa EUR 952 Mio. (42 %)
- davon Deutschland EUR 655 Mio. (29 %)
Übrige Regionen EUR 177 Mio. (8 %)

Der Minimax Viking Konzern auf Ebene des MVG-Teilkonzerns hat das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022, bereinigt um nicht beherrschende Anteile, mit einem Konzerngewinn von EUR 123 Mio. (Vorjahr: EUR 128 Mio.) abgeschlossen. Hierbei konnte das operative Geschäft Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielen, diese wurden allerdings durch gegenläufige Effekte aus der Währungsumrechnung als Teil des Finanzergebnisses sowie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aufgezehrt.

Das Konzernergebnis ist analog der Vorjahre durch Finanzierungskosten (Finanzergebnis: EUR -70 Mio.; Vorjahr: EUR -58 Mio.) beeinflusst worden. Darüber hinaus belasten planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte das Konzernergebnis. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 entfielen in Summe EUR 22 Mio. (Vorjahr: EUR 14 Mio.) auf planmäßig abzuschreibende immaterielle Vermögenswerte.

Im Geschäftsjahre 2022 waren durchschnittlich 9.736 Mitarbeiter, wie in 4.2 definiert, im Minimax Viking Konzern beschäftigt. Zum Vorjahr (9.373 Mitarbeiter) erhöhte sich der Personalstand um rd. 4 %, blieb damit aber hinter der Prognose für 2022 zurück. Minimax Viking versucht unverändert, durch breit angelegte interne Weiterbildungs-, Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen dem sich kontinuierlich verstärkenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

5. Bereinigtes EBITDA

Das bereinigte EBITDA ist keine in den IFRS definierte Leistungskennzahl. Die Definition des Konzerns für das bereinigte EBITDA ist möglicherweise mit ähnlich bezeichneten Leistungskennzahlen und Angaben anderer Unternehmen nicht vergleichbar.

Das bereinigte EBITDA in Höhe von EUR 325 Mio. kann wie folgt auf den Konzerngewinn von EUR 123 Mio. übergeleitet werden:

€ Mio. 01.01.2022 - 31.12.2022 01.01.2021 - 31.12.2021
Bereinigtes EBITDA 325 301
Abzüglich einmalige Ergebniseffekte -4 -8
EBITDA 321 293
Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -77 -63
Finanzergebnis -70 -58
Ertragsteuern -50 -43
Konzerngewinn 124 129
./. Auf Minderheitsanteile entfallender Konzerngewinn -1 -1
Konzerngewinn (ohne nicht beherrschende Anteile) 123 128

Auf Konzernebene erzielte Minimax Viking ein bereinigtes EBITDA von insgesamt EUR 325 Mio. Das bereinigte EBITDA beinhaltet Anpassungen von einmaligen Ergebniseffekten in Höhe von EUR 4 Mio.

Die einmaligen Ergebniseffekte setzen sich im Wesentlichen aus EBITDA-wirksamen Kosten im Zusammenhang mit einer erfolgreich abgeschlossenen ERP-System-Implementierung, eines Rechtsstreits und Beratungsaufwendungen zusammen.

IV. Nachtragsbericht

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Konzerngeschäftsjahres eingetreten sind, ereignet.

V. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagement

Der Konzern verfolgt mit dem Risikomanagement das Ziel, Risiken frühzeitig und vollständig zu identifizieren, zu bewerten, rechtzeitig zu kommunizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Einerseits ist der Konzern verschiedenen Risiken ausgesetzt, die für das Geschäft mit stationärem und mobilem Brandschutz typisch sind. Den aus dem Projektgeschäft sowie aus langfristigen Fertigungsaufträgen entstehenden Risiken wird durch die Anwendung der verlustfreien Bewertung in der Bilanz Rechnung getragen. Darüber hinaus werden mögliche Nachlaufkosten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen durch die Bildung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten sowie für Gewährleistungs- und Garantieansprüche entsprechend berücksichtigt. Das Risiko erneut steigender Stahl- und sonstiger wesentlicher Rohstoffpreise wird auf der Bezugsseite durch längerfristige Rahmenverträge mit festen Preisen sowie auf der Absatzseite durch kurze Bindungszeiten bei der Abgabe von Projektangeboten und die Aufnahme von Anpassungsklauseln in die Auftragsbedingungen gemindert. Risiken aus Gewährleistungsansprüchen werden, soweit bekannt, über Rückstellungen abgedeckt. Hierdurch sind diese Kostenpositionen mittelfristig neutral für die Ergebnisentwicklung des Konzerns.

Andererseits ist der Konzern durch seine geschäftlichen Aktivitäten verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören Währungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Zinsrisiken. Ziel des Konzernrisikomanagements ist es, der Unvorhersehbarkeit der Finanzmärkte entgegenzuwirken und eine mögliche Beeinträchtigung der Konzernfinanzen gering zu halten. Zur Minimierung gewisser Risiken werden Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Eine Bilanzierung der Sicherungsgeschäfte entsprechend der Regelungen zum Hedge Accounting wird nicht angewendet. Somit werden etwaige, aus derivativen Finanzinstrumenten entstehende Gewinne und Verluste unter dem "Finanzergebnis" sofort ergebniswirksam erfasst.

Das Risikomanagement fällt in die Zuständigkeit der entsprechenden Fachabteilungen auf Basis von der Geschäftsführung erlassenen Regeln. Die Verantwortlichen identifizieren in enger Absprache mit den Fachbereichen des Konzerns mögliche Risiken, bewerten diese und sichern sie ab. Die Geschäftsführung hat allgemeine schriftliche Vorschriften zum Risikomanagement, Vorschriften zur Regelung bestimmter Teilbereiche, wie beispielsweise Währungsrisiko, Zinsrisiko, Ausfallrisiko, Verwendung derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente sowie Vorschriften zur Anlage überschüssiger Liquidität erlassen. Ergänzt wird das interne Überwachungssystem des Konzerns durch eine Interne Revision, die u. a. regelmäßig unsere nationalen und internationalen Tochtergesellschaften prüft.

2. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Da der Konzern über keine nennenswerten verzinslichen Vermögenswerte verfügt, bleiben die Einnahmen und der operative Cashflow des Konzerns von Zinsänderungen größtenteils unbeeinflusst. Das Zinsrisiko des Konzerns entsteht ausschließlich aus langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten, die zu variablen Konditionen gewährt wurden, so dass der Konzern insofern dem Risiko einer Zinsänderung ausgesetzt ist. Das Zinsrisiko wird bei Bedarf situativ und unter Berücksichtigung des jeweiligen Marktumfelds durch den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften verringert.

3. Gesamtwirtschaftliche Risiken

Aufgrund der wesentlichen nationalen und internationalen Geschäftstätigkeit ist für den Konzern der Konjunkturverlauf in Deutschland, den USA, dem europäischen Ausland, Süd-Ostasien, dem Mittleren Osten (Middle East) und den so genannten Schwellenländern (Emerging Markets) von hoher Bedeutung. Binnenwirtschaftliche Risiken ergeben sich durch die rechtlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen, das Zinsniveau, die allgemeine Preisentwicklung sowie der Entwicklung der industriellen Baukonjunktur. Durch den hohen Anteil an Service- und Reparaturumsätzen ist das Risiko eines konjunkturellen Abschwungs aber beschränkt, auch wenn sich nach dem Erwerb der Viking Gruppe die Volatilität etwas erhöht hat. Ebenso mildern regulatorische Rahmenbedingungen negative konjunkturelle Entwicklungen leicht ab. Im internationalen Umfeld sind neben den Wechselkursentwicklungen, insbesondere von Euro zu US-Dollar, die Auslandsinvestitionen der europäischen Industrieunternehmen sowie die Entwicklung der Investitionen in Industrie- und Infrastrukturprojekte von wesentlicher Bedeutung. Diese Faktoren kann die Minimax Viking Gruppe nicht beeinflussen, sondern lediglich antizipieren und steuernd darauf einwirken. Dies gilt selbstverständlich umso mehr im Kontext der mit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2021 stark angezogenen und bis dato auf sehr hohem Niveau verharrenden weltweiten Inflation und der in Folge dessen erheblich gestiegenen Leitzinsen und mit diesen einhergehenden Finanzierungskosten.

4. Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierbei handelt es sich insbesondere um das Liquiditätsrisiko, das Ausfallrisiko und das Zinsrisiko sowie das Währungskursrisiko. Durch die konzernweit implementierten Treasury Prozesse liegen die Kontroll- und Steuerungsinstrumente vor, um oben genannte Risiken bestmöglich antizipieren und frühzeitig korrigierende Maßnahmen einleiten zu können.

Im Rahmen des Senior Secured Facilities Agreement ist die Minimax Viking Gruppe verpflichtet, regelmäßig über die Einhaltung eines bestimmten "Financial Covenant" zu berichten. Sollte dieser Covenant den festgelegten Grenzwert überschreiten, hätte dies vertragliche Sanktionen für den Konzern zur Folge. Die laufende Überwachung und Prognose des Covenant bilden deshalb einen wichtigen Baustein des Risikomanagements im Finanzbereich. Im laufenden Geschäftsjahr haben wir diesen Covenant mit sehr großzügigem Spielraum (sog. Headroom) eingehalten.

Ziel des Risikomanagements im Finanzbereich ist es, der Unvorhersehbarkeit der Finanzmärkte entgegenzuwirken und eine mögliche Beeinträchtigung der Konzernfinanzen gering zu halten. Die Möglichkeiten der Minimax Viking Gruppe, sich von den aktuellen Risiken der Finanzmärkte abzukoppeln, sind jedoch begrenzt. Zur Minimierung gewisser Risiken werden bei Bedarf Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

a) Wechselkursrisiko

Durch seine internationalen Geschäftsaktivitäten ist der Konzern Wechselkursrisiken, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, ausgesetzt. Wechselkursrisiken entstehen, wenn künftige geschäftliche Transaktionen sowie erfasste Vermögenswerte und Schulden eine Währung aufweisen, bei der es sich nicht um die funktionale Währung des entsprechenden Konzernunternehmens handelt. Die Konzernfinanzabteilung schließt zur Minimierung der aus den wesentlichen Fremdwährungspositionen entstehenden Wechselkursrisiken gegebenenfalls entsprechende Devisentermingeschäfte ab. Die Hälfte der Konzernfinanzverbindlichkeiten bestehen in US-Dollar, so dass hier eine natürliche Währungssicherung mit aus der US-Gruppe realisierten Cashflows erfolgt. Zum Stichtag bestehen keine Devisentermingeschäfte.

b) Ausfallrisiko

Der Konzern weist keine wesentliche Häufung von Ausfallrisiken auf. Sofern ein Ausfallrisiko besteht, ist es auf den Buchwert der bilanzierten Forderungen und sonstigen Finanzanlagen beschränkt. Der Konzern hat Regelungen getroffen, damit Geschäfte nur mit Kunden einer ausreichenden Bonität getätigt werden. Die Kontrahenten bei derivativen Finanzinstrumenten bestehen ausschließlich aus Finanzinstituten mit einer einwandfreien Bonität. Das Risikomanagement im operativen Geschäft erfolgt durch konzernweite Vorschriften. Bei erstmaliger Erfassung einer Forderung wird dem Ausfallrisiko durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen und bei beeinträchtigter Bonität individuell bemessen. Zudem verlangen die Gesellschaften des Konzerns in Einzelfällen die Gewährung von Sicherheiten zur Besicherung von Forderungen. Unter anderem werden hierbei von den Vertragspartnern Gewährleistungs-, Vertragserfüllungs-, Vorauszahlungs- und Zahlungsbürgschaften abgegeben.

Nennenswerte Risikokonzentrationen existieren bzgl. der Ausfallrisiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verteilen sich im Wesentlichen auf eine sehr große Anzahl von Kunden. Die Werthaltigkeit größerer Einzelforderungen wird regelmäßig überprüft und innerhalb der nicht wertberichtigten finanziellen Vermögensgegenstände als ausgesprochen hoch angesehen. Diese Einschätzung wird dabei vor allem auf die langjährigen Geschäftsbeziehungen zu den meisten Kunden zurückgeführt. Die historischen Ausfallraten bzgl. dieser Forderungsbestände sind äußerst niedrig.

c) Liquiditätsrisiko

Zum umsichtigen Liquiditätsmanagement gehören die Sicherung ausreichender Barmittel, die Verfügbarkeit von Fremdmitteln im Rahmen angemessener Kreditlinien sowie die Fähigkeit zur Schließung von Marktpositionen. Aufgrund der Dynamik des zugrundeliegenden Geschäfts ist die Konzernfinanzabteilung um hohe Flexibilität durch die Verfügbarkeit konzerneigener Liquidität als auch von ausreichend Kredit- und Avallinien bemüht.

5. Operative Risiken

a) Abhängigkeit von Großkunden

Der Konzern erbringt seine Dienste und Leistungen für eine sehr große Anzahl von Kunden. Es gibt keine wesentliche Konzentration auf einzelne Branchen oder internationale Großkonzerne. Der Verlust von einzelnen Großkunden hat nur eine geringe Auswirkung auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

b) Gewährleistungsansprüche

Die operativen Gesellschaften der Minimax Viking Gruppe übernehmen vertragliche Gewährleistungsverpflichtungen für die von ihnen erbrachten Lieferungen und Leistungen. Herstellergarantien für eingekaufte Produkte und/oder Systemkomponenten werden, sofern möglich, an die Kunden der Minimax Viking Gruppe weitergereicht. Im Übrigen gelten, abhängig von dem jeweils anwendbaren Landesrecht, teilweise auch gesetzliche Gewährleistungspflichten. Gewährleistungsfälle sind grundsätzlich bis auf einen zu tragenden Selbstbehalt versichert. Daher erachten wir derartige Risiken als nicht signifikant.

c) Wechsel von Mitarbeitern und Führungskräften

Für den zukünftigen Erfolg sind die Gesellschaften der Minimax Viking Gruppe auf qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte angewiesen. Bei Wechseln von Mitarbeitern und Führungskräften in Schlüsselpositionen kann nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund der Veränderungen in der Vergangenheit liegende Sachverhalte nur unvollständig zur Kenntnis der Geschäftsführung gelangen. Durch deren Bekanntwerden können negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht vollständig ausgeschlossen werden.

d) Sonstige Risiken

Sonstige Risiken bestehen bspw. aus Rechtsstreitigkeiten und Schadensfällen. Juristische Auseinandersetzungen entstehen dabei ganz überwiegend aus unserer Leistungserstellung. Der Minimax Viking Konzern ist mit seinen Produkten, Systemen und Dienstleistungen in sicherheitsrelevanten Bereichen tätig. Brandschutzeinrichtungen haben den Zweck, Personen- und Vermögensschäden durch Brände zu verhindern oder zu minimieren. Brandschutzeinrichtungen alleine sind aber nicht in der Lage, jegliche Brandschäden zu verhindern. Darüber hinaus können auch bei der Errichtung oder der Durchführung von Serviceleistungen Fehler entstehen. Minimax Viking hat ein modernes Qualitätsmanagementsystem im Unternehmen etabliert und bildet seine Mitarbeiter permanent fort, um Fehler zu vermeiden. Sollten schuldhaft verursachte Schäden zu Ersatzansprüchen Dritter führen, sind entsprechende Versicherungen zur Deckung abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 bestehen gegen Konzerngesellschaften keine wesentlichen - nicht durch Versicherungen bzw. Rückstellungen gedeckten - Haftungsansprüche oder rechtshängigen Streitfälle. Da einige Risiken nicht oder nur begrenzt einschätzbar sind, ist nicht auszuschließen, dass gleichwohl Schäden eintreten können, die durch die versicherten bzw. zurückgestellten Beträge nicht gedeckt sind.

e) Steuerliche Risiken

Die Konzerngesellschaften werden in regelmäßigen Abständen von den Steuerbehörden zur steuerlichen Betriebsprüfung herangezogen. Es gibt für uns aktuell keine Anzeichen, dass die Gesellschaften der Minimax Viking Gruppe für die Folgejahre über die bereits getroffene Risikovorsorge hinaus wesentlich in Anspruch genommen wird. Nach unserer Auffassung ist mit den bestehenden Steuerrückstellungen eine ausreichende Vorsorge für mögliche Risiken aus einer Betriebsprüfung vorgenommen worden.

f) Gesamtbild der Risikolage

Die Gesamtrisiken unseres Konzerns ergeben sich aus den dargestellten Einzelrisiken. Wir verfügen über geeignete Regelungen und Instrumentarien zur Überwachung der Risiken. Nach unserer Einschätzung besitzen die innerhalb der strategischen Risiken aufgeführten konjunkturellen Risiken die größte Bedeutung für unsere weitere Entwicklung. Insgesamt sehen wir nach heutiger Erkenntnis keine Risiken, die den Fortbestand unseres Konzerns gefährden könnten (geringe bis moderate Risikoausprägung).

6. Chancenberichterstattung

Heute ist Minimax Viking in über 30 Ländern vertreten und hält eine führende Marktposition in Deutschland, den USA sowie Teilen Europas. Ebenso haben wir uns in den wachsenden Regionen Asiens als starker Partner bewiesen. In den etablierten Regionen beabsichtigen wir, unseren Marktanteil in allen Geschäftsbereichen, d. h. im Anlagen- und Service- sowie im Produktgeschäft, weiter auszubauen. In den weniger etablierten sowie in den weniger stark regulierten Märkten haben wir über das Produktgeschäft die Möglichkeit, eine schnelle Marktdurchdringung auch ohne die Unterhaltung eigener Engineering- und Montagekapazitäten zu erreichen.

Der Minimax Viking Konzern hat sich gut positioniert, um am zukünftigen Marktwachstum und an einem immer internationaler werdenden Wettbewerb erfolgreich zu partizipieren. Dies erfolgt nicht nur durch bereits bestehende Tochtergesellschaften, sondern auch durch bestehende Geschäftsbeziehungen zu führenden Herstellern von industriellen und infrastrukturellen Anlagen (OEM), die sich auch weiterhin perspektivisch auf Expansionskurs im Ausland befinden. Daneben plant der Konzern, seine Marktpräsenz sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Akquisitionen kontinuierlich auszuweiten, um die sich bietenden Möglichkeiten für horizontales, vertikales als auch geographisches Wachstum optimal zu nutzen.

In den meisten Regionen wird der Brandschutzmarkt durch länderspezifische Zulassungen sowie Standards der Versicherer reguliert. Die Erlangung eines wettbewerbsfähigen Zertifizierungsniveaus setzt ein hohes Maß an Know-how, Investitionen sowie Zeit voraus, die eine deutliche Markteintrittsbarriere darstellen. Minimax Viking als eines der führenden Unternehmen der Branche profitiert von einer Vielzahl an Produkt- und Installationszertifizierungen. Der Minimax Viking Konzern treibt hierbei durch seine Einbindung in Industrievertretungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv die Weiterentwicklung von Sicherheitsbestimmungen und Industriestandards voran. Aufgrund der international stetig zunehmenden Regulierungsdichte und steigenden Anforderungen an Brandschutzeinrichtungen sowohl von Seiten der Kunden als auch von Seiten der Versicherungsbranche erwarten wir zwar unverändert ein entsprechendes Wachstum, der sich abzeichnende erhöhte Wettbewerbsdruck asiatischer Mitbewerber erzeugt jedoch einen spürbaren Margendruck, auf den der Minimax Viking Konzern reagieren wird.

Die strategische Ausrichtung des Minimax Viking Konzerns, den Bereich Service auszubauen, verläuft seit mehreren Jahren sehr erfolgreich. Unsere Servicegeschäftsbereiche zeigen in Deutschland, den USA und in den wesentlichen Kernmärkten Europas kontinuierlich zweistellige Wachstumsraten und werden auch in 2023 eine wesentliche Säule der Ertragskraft von Minimax Viking darstellen. Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten wird ein weiterer Ausbau des Servicegeschäfts in den europäischen und US-amerikanischen Landesgesellschaften sein. Durch eine anhaltend gute Nachfrage im Bereich von System Integration-Projekten für Spezialrisiken sind wir davon überzeugt, auch in diesen Bereichen das gezeigte, ertragsstarke Wachstum fortführen zu können. Durch das Produktgeschäft der Viking Gruppe gehen wir davon aus, am zukünftigen Wachstum in allen drei Regionen, USA, Europa und Asien, überdurchschnittlich stark partizipieren zu können.

Das internationale Wachstum beruht unverändert in hohem Maße auf dem Wachstum des industriellen Sektors mit den Schwerpunkten Industrie, Schiffbau und Energie, sowie geographisch insbesondere auf dem Wachstum außerhalb Europas, insbesondere auf den Märkten Südostasiens. Der weltweite Marktzugang, den wir durch die Viking Gruppe und unser Asien-Engagement realisiert haben, bietet dem Minimax Viking Konzern auch heute noch die Möglichkeit, neue Märkte erfolgreich zu erschließen.

Der Geschäftsbereich System Integration des Minimax Viking Konzerns wird insgesamt weitestgehend durch Investitionen in industrielle und kommerzielle Anlagen bestimmt. Hieraus resultieren trotz der teilweise noch anhaltenden Marktschwäche in ausgewählten Ländern mittel- bis langfristig klare Wachstumschancen, insbesondere in den Ländern, die eine zunehmende Industrialisierung aufweisen, wie bspw. den BRIC-Staaten, Südostasien oder im Mittleren Osten.

7. Prognosen & Ausblick

Die zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses unverändert hohen, allgemeinen Rezessionserwartungen, insbesondere gespeist aus den unerwartet beständig hohen Inflationsniveaus in Nord Amerika und Europa bei gleichzeitig signifikant gestiegenen und weiter zu steigen erwarteten Finanzierungskosten in den weltweiten Leitwährungen und des zumindest im europäischen Raum unverändert bestehenden Risikos einer nicht gewährleisteten permanenten und bedarfsgerechten Strom- und Energieversorgung bei gleichzeitig noch nicht wieder vollständig auf Vor-Corona-Niveau operierenden Lieferbeziehungen mit China machen die Aufstellung belastbarer und gewohnt längerfristiger Planungen auch für die Minimax Viking Gruppe als global aufgestellten Komplettanbieter im Bereich des Brandschutzes nur mit Einschränkungen möglich. Aus diesem Grund hat sich die Minimax Viking Gruppe für das Jahr 2023 dazu entschieden, sowohl ein Nicht-Rezessions-Szenario als auch ein Rezessions-Szenario ihrer Planung als Annahme zu Grunde zu legen. Im Falle einer einsetzenden Rezession erwartet die Gruppe (um Währungskurseffekte bereinigt) einen sich gegenüber Vorjahr um 19 % abschwächenden Auftragseingang bei um 14 % niedrigerem Umsatz und einem um 15 % unter dem Niveau von 2022 ausfallenden adjustierten EBITDA. Die Auswirkungen einer einsetzenden Rezession erwartet sie dabei deutlicher spürbar in den USA als in Europa. Für den Fall, dass ein spürbares Einsetzen einer Rezession in 2023 ausbleiben sollte, plant die Minimax Viking Gruppe (um Währungskurseffekte bereinigt) im Wesentlichen mit einer Wiederholung des 2022'er Auftragseingangs, Umsatzes und adjustierten EBITDA.

Im Zuge einer fortschreitenden konjunkturellen Erholung gehen wir über das Geschäftsjahr 2023 hinaus davon aus, die positive Entwicklung der Minimax Viking Gruppe mit nachhaltig moderat steigenden Auftragseingängen, Umsätzen und bereinigten EBITDAs sowie moderat wachsenden Beschäftigtenzahlen weiter erfolgreich fortsetzen zu können.

 

Bad Oldesloe, den 6. März 2023

Klaus Hofmann, Vorsitzender der Geschäftsführung

Dr. Volker Bechtloff, Geschäftsführer

Karin Juliane Groß, Geschäftsführerin

1 Kiel Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte (2022/Q4) - Weltwirtschaft im Winter 2022; 21. Dezember 2022; S. 2 - 8.
2 Sonstige langfristige Vermögenswerte + Umlaufvermögen - Altersvorsorgeverpflichtungen - sonstige langfristige Verbindlichkeiten - sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Vermögenswerte

TEUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Langfristig gebundene Vermögenswerte
Nutzungsrechte 28 78.647 75.018
Sachanlagen 29 175.774 165.197
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte 30 912.019 890.029
Latente Ertragsteueransprüche 38 16.284 11.602
Beteiligungen 3 714 714
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 32 9.256 7.242
1.192.696 1.149.802
Kurzfristig gebundene Vermögenswerte
Vorräte 31 258.771 193.689
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 32 416.096 336.654
Vertragsvermögenswerte 33 151.645 123.697
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 5.557 3.880
Flüssige Mittel 34 472.715 376.001
1.304.784 1.033.921
Summe Vermögenswerte 2.497.479 2.183.723

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital 35 3.914 3.914
Andere Rücklagen 35 35.211 -7.948
Sonstige Gewinnrücklagen 35 551.820 429.624
590.946 425.590
Nicht beherrschende Anteile 3 8.201 6.469
Summe Eigenkapital 599.146 432.059
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 37 1.066.767 1.045.764
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 36 1.842 1.826
Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten 38 147.309 132.052
Altersversorgungsverpflichtungen 39 63.282 92.804
Rückstellungen 40 20.792 21.194
1.299.994 1.293.640
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 36 346.714 264.245
Vertragsverbindlichkeiten 33 142.970 106.656
Tatsächliche Ertragsteuerverbindlichkeiten 5.773 7.413
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 37 56.487 47.226
Altersversorgungsverpflichtungen 39 3.544 3.503
Rückstellungen 40 42.852 28.981
598.338 458.024
Summe Verbindlichkeiten 1.898.332 1.751.664
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 2.497.478 2.183.723

Konzerngesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

TEUR Anhang 01.01.2022 - 31.12.2022 01.01.2021 - 31.12.2021
Umsatzerlöse 19 2.249.027 1.850.166
Umsatzkosten 20 -1.557.048 -1.240.751
Vertriebskosten 21 -196.009 -157.003
Verwaltungskosten 22 -266.295 -223.507
Sonstige betriebliche Aufwendungen 23 -16.469 -9.982
Sonstige betriebliche Erträge 23 30.930 10.491
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 26 -79.027 -66.835
Zinsen und ähnliche Erträge 26 9.178 9.131
Konzernergebnis vor Steuern 174.287 171.710
Ertragsteuern 27 -50.123 -42.542
Konzerngewinn 124.164 129.168
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Veränderung der Neubewertung 29.346 5.300
Steuereffekte -8.825 -1.624
Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 20.521 3.676
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Wechselkursbedingte Umrechnungsdifferenzen 25.555 33.713
Anpassung gemäß IAS 29 -2.545 6
Steuereffekte 591 0
Inflationsanpassung -1.954 6
Sonstiges Ergebnis 44.122 37.395
Konzerngewinn und sonstiges Ergebnis 168.286 166.563
Vom Konzerngewinn sind zuzurechnen den :
Gesellschaftern des Mutterunternehmens 123.267 128.297
Nicht beherrschende Anteile 897 871
Vom Konzerngewinn und sonstigem Ergebnis
sind zuzurechnen den :
Gesellschaftern des Mutterunternehmens 166.898 165.147
Nicht beherrschende Anteile 1.388 1.416

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

TEUR Anhang Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Andere Rücklagen
Stand zum 1. Januar 2021 3.914 0 -45.715
Konzerngewinn 0 0 0
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Veränderung der Neubewertung 39 0 0 5.300
Steuereffekte 39 0 0 -1.624
Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 39 0 0 3.676
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Wechselkursbedingte Umrechnungsdifferenzen 35 0 0 33.168
Inflationsanpassung 4 0 0 6
Sonstiges Ergebnis 0 0 36.850
Konzerngewinn und sonstiges Ergebnis 0 0 36.850
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel 3 0 0 0
Übrige Umgliederungen 0 0 917
Stand zum 31. Dezember 2021 3.914 0 -7.948
Ausschüttung an Gesellschafter 35 0 0 0
Konzerngewinn 0 0 0
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Veränderung der Neubewertung 39 0 0 29.346
Steuereffekte 39 0 0 -8.825
Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 39 0 0 20.522
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Wechselkursbedingte Umrechnungsdifferenzen 35 0 0 25.064
Inflationsanpassung 4 0 0 -1.996
Sonstiges Ergebnis 0 0 43.590
Konzerngewinn und sonstiges Ergebnis 0 0 43.590
Veränderung des Konsolidierungskreises 3 0 0 -430
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel 3 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2022 3.914 0 35.211
TEUR Sonstige Gewinnrücklagen Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzuordnendes Kapital und Rücklagen Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2021 302.337 260.536 6.921 267.457
Konzerngewinn 128.297 128.297 871 129.168
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Veränderung der Neubewertung 0 5.300 0 5.300
Steuereffekte 0 -1.624 0 -1.624
Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 0 3.676 0 3.676
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Wechselkursbedingte Umrechnungsdifferenzen 0 33.168 545 33.713
Inflationsanpassung 0 6 0 6
Sonstiges Ergebnis 0 36.850 545 37.395
Konzerngewinn und sonstiges Ergebnis 128.297 165.147 1.416 166.563
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel -93 -93 -1.868 -1.961
Übrige Umgliederungen -917 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2021 429.624 425.590 6.469 432.059
Ausschüttung an Gesellschafter 0 0 -2.160 -2.160
Konzerngewinn 123.267 123.267 897 124.164
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Veränderung der Neubewertung 0 29.346 0 29.346
Steuereffekte 0 -8.825 0 -8.825
Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 0 20.522 0 20.522
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Wechselkursbedingte Umrechnungsdifferenzen 0 25.064 491 25.555
Inflationsanpassung 42 -1.955 0 -1.955
Sonstiges Ergebnis 42 43.631 491 44.122
Konzerngewinn und sonstiges Ergebnis 123.309 166.898 1.388 168.287
Veränderung des Konsolidierungskreises -1.124 -1.555 2.522 967
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel 11 11 -18 -7
Stand zum 31. Dezember 2022 551.819 590.945 8.201 599.146

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

TEUR Anhang 01.01.2022- 31.12.2022 01.01.2021- 31.12.2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
Konzerngewinn 124.164 129.168
Anpassungen für:
Ertragsteuern 27 50.123 42.542
Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 25 76.668 63.639
Gewinne (-)/Verluste (+) aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten -736 -82
Gewinn aus dem Abgang eines Tochterunternehmens 3 -11.407 0
Nettoveränderung der Altersversorgungsverpflichtungen 39 -1.399 -1.264
Nettoveränderung der Rückstellungen 40 12.488 3.923
Finanzergebnis 26 69.849 57.704
Veränderung des Working Capital:
Vorräte 31 -59.668 -45.331
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen sowie Vertragsvermögenswerte 32/33 -105.380 -43.226
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten sowie Vertragsverbindlichkeiten 33/36 122.150 34.246
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 276.852 241.319
Gezahlte Ertragsteuern -54.053 -36.920
Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 222.799 204.399
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen 3 -3 0
Abgang eines Tochterunternehmens 3 -2.059 0
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen 29 -29.874 -20.999
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 30 -23.210 -23.665
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten 2.275 530
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -52.871 -44.134
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Ausschüttungen 35 -2.160 0
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 3 -8 -1.928
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten 37 -10.841 -10.313
Ein-/Auszahlungen aus der Aufnahme/Tilgung von Gesellschafterdarlehen 37 -90 -450
Auszahlungen zur Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 37 -31.562 -26.909
Ein-/Auszahlungen aus der Aufnahme/Tilgung von sonstigen Finanzverbindlichkeiten 37 8 -899
Gezahlte Zinsen -48.494 -40.354
Erhaltene Zinsen 1.276 425
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit E -91.871 -80.428
Nettoveränderung des Finanzmittelfonds 78.057 79.837
Flüssige Mittel, ausgegebene Schecks und Kontokorrentdarlehen zu Beginn des Jahres 34/37 364.964 268.310
Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung bei flüssigen Mitteln,
ausgegebenen Schecks und Kontokorrentdarlehen 13.446 16.817
Flüssige Mittel, ausgegebene Schecks und Kontokorrentdarlehen zum Ende des Jahres E 456.467 364.964

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

A Allgemeine Angaben

B Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1 Aufstellungsgrundsätze

2 Anwendung neuer Standards und Ausblick auf zukünftige Standards

3 Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis

4 Fremdwährungsumrechnung

5 Sachanlagen

6 Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte

7 Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

8 Finanzinstrumente

8.1 Finanzielle Vermögenswerte

8.2 Finanzielle Verbindlichkeiten

8.3 Derivative Finanzinstrumente

8.4 Saldierung von Finanzinstrumenten

9 Vorräte

10 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

11 Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente

12 Eigenkapital

13 Anteilsbasierte Vergütung

14 Tatsächliche und latente Ertragsteuern

15 Leistungen an Arbeitnehmer

16 Rückstellungen

17 Leasingverhältnisse

18 Schätzungen und Ermessensspielräume

18.1 Schätzung des beizulegenden Zeitwertes

18.2 Kritische Einschätzungen und Annahmen

C Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung

19 Umsatzerlöse

20 Umsatzkosten

21 Vertriebskosten

22 Verwaltungskosten

23 Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge

24 Personalaufwand

25 Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens

26 Finanzergebnis

27 Ertragsteuern

D Erläuterungen zur Konzernbilanz

28 Nutzungsrechte

29 Sachanlagen

30 Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte

31 Vorräte

32 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

33 Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten

34 Flüssige Mittel

35 Eigenkapital

36 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

37 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten

38 Latente Steuern

39 Altersversorgungsverpflichtungen

39.1 Leistungsorientierte Pläne

39.2 Beitragsorientierte Pläne

40 Rückstellungen

E Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

F Sonstige Angaben

41 Eventualverbindlichkeiten

42 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

43 Finanzrisikomanagement

43.1 Finanzrisikofaktoren

43.2 Kapitalmanagement

43.3 Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten

44 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

45 Organe der Gesellschaft

46 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

47 Sonstige Angaben

A Allgemeine Angaben

Die Minimax Viking GmbH, Bad Oldesloe, (im nachfolgenden "die Gesellschaft" genannt) ist, zusammen mit ihren Tochterunternehmen (im nachfolgenden gemeinschaftlich "der Konzern" genannt), ein internationaler Spezialist für Brandschutzlösungen, der in drei Geschäftsbereichen schwerpunktmäßig in den drei Regionen Europa, Nordamerika und Asien tätig ist. Bei den Geschäftsbereichen handelt es sich um System Integration, Service und Produktgeschäft. Dabei liegt der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeiten des Konzerns im Geschäftsbereich System Integration, zu dem alle Aktivitäten der Gestaltung, Errichtung und Inbetriebnahme von Branderkennungs- und -bekämpfungssystemen als Bestandteil eines Gebäudes oder einer technischen Anlage gehören. Hierbei wird das gesamte Spektrum von Brandschutzlösungen, wie bspw. Wasser, Gas, Elektronik, Schaum und Pulver, eingesetzt. Ergänzt wird der Geschäftsbereich System Integration durch das After-Sales-Geschäft, den Geschäftsbereich Service mit seinen Wartungs- und Reparaturaktivitäten sowie den Geschäftsbereich Produktgeschäft, der die Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Brandschutzkomponenten beinhaltet und, ebenso wie die anderen Bereiche, in allen drei Regionen vertreten ist.

Es handelt sich bei der Minimax Viking GmbH um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die ihren Sitz in Deutschland hat. Die Minimax Viking GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts Lübeck unter der Nummer HR B 7131 HL eingetragen. Die Anschrift am Sitz der Gesellschaft lautet Industriestraße 10/12, 23840 Bad Oldesloe.

Die Minimax Viking GmbH, deren Geschäftszweck der Erwerb, die Verwaltung sowie die Veräußerung von Rechten und Anteilen an in- und ausländischen Gesellschaften ist, wurde am 25. April 2006 gegründet.

Die MV Holding GmbH, Bad Oldesloe, ist alleinige Gesellschafterin der Minimax Viking GmbH. Intermediate Capital Group PLC, London, Großbritannien, ist das oberste beherrschende Unternehmen. Die Minimax Viking GmbH wird als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der MV Holding GmbH, Bad Oldesloe, (größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss der MV Holding GmbH wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 3. März 2023 durch die Konzerngeschäftsführung zur Veröffentlichung freigegeben.

B Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1 Aufstellungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Boards (IASB) und den Auslegungen des IFRS Interpretations Committee, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Im Konzernabschluss wurde das Prinzip der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten angewendet. Hiervon ausgenommen ist der Ansatz der sonstigen Finanzinstrumente (einschließlich derivativer Finanzinstrumente) zum beizulegenden Zeitwert.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses gemäß IFRS ist die sachgerechte Anwendung von geschätzten Werten erforderlich. Der Beurteilung durch die Geschäftsführung unterliegt auch die angemessene Ausübung von Ermessensspielräumen bei Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gesellschaft. Die Bereiche, bei denen Ermessensentscheidungen der Geschäftsführung in einem größeren Umfang erforderlich bzw. die durch eine höhere Komplexität gekennzeichnet sind, sowie die Bereiche, bei denen Annahmen und Einschätzungen eine wesentliche Rolle spielen, werden in Textziffer 18 erläutert.

Die im Folgenden dargestellten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden sind stetig in allen hier dargestellten Berichtsperioden angewendet worden. Sie wurden auch stetig und einheitlich von allen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen angewendet.

Das Geschäftsjahr der Minimax Viking GmbH und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften entspricht, mit Ausnahme der Gesellschaft in Indien (Viking Fire Products (India) Private Limited), die ihren Abschluss zum 31. März aufstellt, dem Kalenderjahr.

2 Anwendung neuer Standards und Ausblick auf zukünftige Standards

Im Folgenden soll auf neue International Accounting Standards und International Financial Reporting Standards, Verbesserungen und Änderungen von Standards sowie Interpretationen eingegangen werden, wobei eine Konzentration auf jene Standards sowie Interpretationen erfolgen soll, die eine gewisse Relevanz für den Konzern entfalten. Der Konzern hat auf eine vorzeitige Anwendung verzichtet. Verschiedene Standards und Interpretationen befinden sich derzeit noch im "Endorsement"-Verfahren bei der EU. Dennoch wurde im Folgenden auch auf die noch nicht durch die EU gebilligten Standards eingegangen, um die Auswirkungen auf den Konzernabschluss aufzuzeigen.

(a) Der International Accounting Standards Board (IASB) hat Änderungen bei bestehenden Standards verabschiedet, die für den Minimax Viking Konzern ab dem Geschäftsjahr 2022 verpflichtend anzuwenden sind

Änderungen an IFRS 3: Verweis auf Rahmenkonzept: (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2022).

 

Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Änderungen an IAS 16: Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2022).

 

Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da im Konzern keine Sachanlagen vorhanden sind, bei denen im Rahmen von Testläufen Güter hergestellt werden.

Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2022).

 

Die Änderungen an IAS 37 konkretisieren den Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen. Als Erfüllungskosten sind alle direkt zurechenbaren Kosten zu berücksichtigen, also sowohl die inkrementellen Kosten der Erfüllung des Vertrags (z. B. direkt zurechenbare Lohn- und Materialkosten) als auch eine Verrechnung anderer, der Erfüllung des Vertrags direkt zurechenbaren Kosten (z.B. anteilige Abschreibung auf Sachanlagen, die für die Erfüllung mehrerer Verträge genutzt werden). Die Änderungen sind auf alle Verträge anzuwenden, bei denen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens noch nicht alle Verpflichtungen erfüllt wurden. Die Vergleichsinformationen sind nicht anzupassen; stattdessen ist der kumulierte Effekt der Erstanwendung in den Gewinnrücklagen zu erfassen.

 

Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss, da der Konzern bereits bisher alle direkt zurechenbaren Kosten als Erfüllungskosten berücksichtigt hat.

Jährliche Verbesserungen der IFRS 2018 - 2020 Cycle (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2022).

 

Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

(b) Folgende Standards, Änderungen und Verbesserungen, bei denen das Endorsement erfolgt ist, sind für die Jahre 2023 verpflichtend anzuwenden

Änderungen an IAS 1 und am IFRS-Leitliniendokument 2: Vorgabe, dass wesentliche Informationen in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Abschluss anzugeben sind (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2023).

Änderungen an IAS 8: Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen zwecks Unterscheidung von Änderungen in Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen in Schätzungen (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2023).

Änderungen an IAS 12: Bilanzierung latenter Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2023).

 

Die Änderungen schränken den Anwendungsbereich der Initial Recognition Exemption ein, um Transaktionen auszuschließen, die zu gegenläufigen temporären Differenzen in gleicher Höhe führen - zum Beispiel Leasingverhältnisse. Bei Leasingverhältnissen müssen die zugehörigen latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten ab dem Beginn der frühesten dargestellten Vergleichsperiode erfasst werden, wobei alle kumulierten Auswirkungen als Anpassung der Gewinnrücklagen oder anderer Eigenkapitalbestandteile zu diesem Zeitpunkt ausgewiesen werden. Für alle anderen Transaktionen gelten die Änderungen für Transaktionen, die nach dem Beginn der frühesten dargestellten Periode stattfinden.

 

Der Konzern bilanziert latente Steuern auf Leasingverhältnisse in Form eines separaten latenten Steueranspruchs und einer latenten Steuerschuld. Die Anwendung der Änderungen wird demzufolge keine Auswirkungen auf die Gewinnrücklagen haben.

Änderungen an IFRS 17: erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2023).

IFRS 17, Versicherungsverträge sowie Änderungen an IFRS 17 (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt EU: 1. Januar 2023).

(c) Folgende Änderungen an bestehenden Standards sind für das Jahr 2024 verpflichtend anzuwenden, für diese liegt noch kein Endorsement vor

Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt IFRS: 1. Januar 2024).

Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion (verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt IFRS: 1. Januar 2024).

Die vorstehenden genannten neuen oder geänderten Standards, Änderungen und Verbesserungen haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

3 Konsolidierungsgrundsätze und Konsolidierungskreis

(a) Tochterunternehmen

Als Tochterunternehmen gelten alle Unternehmungen (einschließlich Zweckgesellschaften), deren Finanz- und Geschäftspolitik durch den Konzern beherrscht wird. Ein Beherrschungsverhältnis setzt nach IFRS 10 Verfügungsgewalt, eine Risikobelastung oder ein Anrecht auf Renditen (positive wie negative) sowie die Fähigkeit, mittels seiner Verfügungsgewalt die schwankenden Renditen zu beeinflussen, voraus. Eine Verfügungsgewalt besteht, wenn ein Unternehmen gegenwärtig die Möglichkeit besitzt die Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu lenken, die wesentlichen Einfluss auf die variablen Rückflüsse haben. Diese kann mittels Stimmrechten (mehr als 50 %) oder sonstiger vertraglicher Rechte sowie auch einer Kombination aus beiden genannten einhergehen. Das Vorhandensein und die Folgen der möglichen Stimmrechte, die zurzeit ausübbar bzw. umwandelbar sind, werden bei der Frage, ob der Konzern eine andere Unternehmung beherrscht, entsprechend berücksichtigt. Tochterunternehmen werden an dem Tag, an dem die Kontrolle auf den Konzern übergeht, vollständig konsolidiert. Sie werden an dem Tag entkonsolidiert, an dem das Beherrschungsverhältnis erlischt.

Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs erfolgt mithilfe der Erwerbsmethode, die eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der erstmaligen Beherrschung vorsieht. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung wird das neu bewertete Netto-Reinvermögen der erbrachten Gegenleistung gegenübergestellt. Ein entstehender positiver Unterschiedsbetrag wird zuerst dahingehend untersucht, ob immaterielle Vermögenswerte, wie Markenrechte, Kundenstamm, Technologien, Zertifizierungen, etc. vorhanden sind. Ein über die Aktivierung der identifizierten immateriellen Vermögenswerte hinausgehender Betrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Die mit dem Unternehmenserwerb im Zusammenhang stehenden Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand in den Perioden erfasst, in denen sie anfallen. Anpassungen bedingter Kaufpreisbestandteile, die zum Zeitpunkt des Erwerbs als Verbindlichkeit ausgewiesen werden, sind erfolgswirksam zu erfassen.

Die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt entweder zum beizulegenden Zeitwert (Full-Goodwill-Methode) oder zum anteilig beizulegenden Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten.

Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern unterliegen einem jährlichen Werthaltigkeitstest. Passive Unterschiedsbeträge aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital zum Erwerbszeitpunkt werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Bei sukzessiven Unternehmenserwerben ist eine Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert von zum Zeitpunkt des Beherrschungsübergangs gehaltenen Anteilen vorzunehmen. Transaktionen, die nicht zu einem Beherrschungsverlust führen, werden für nicht beherrschende Anteile erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktionen erfasst. Zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlustes werden jegliche verbleibenden Anteile erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet.

Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Die konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden sowohl auf der Basis von Marktpreisen als auch Verrechnungspreisen vorgenommen, die auf der Grundlage des "dealing at arms length" - Grundsatzes ermittelt wurden. In den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen sind um Zwischenergebnisse bereinigt. Ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge unterliegen der Abgrenzung latenter Steuern, wobei aktive und passive latente Steuern saldiert werden, wenn Zahlungsfrist und Steuergläubiger übereinstimmen. Die Bilanzierungsmethoden der Tochterunternehmen werden angepasst, sofern dieses zur Gewährleistung einer konzernweit einheitlichen Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erforderlich ist.

(b) Veränderung im Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss der Minimax Viking GmbH sind 68 (31. Dezember 2021: 67) vollkonsolidierte Tochtergesellschaften enthalten. Davon sind 12 (31. Dezember 2021: 12) im Inland und 56 (31. Dezember 2021: 55) im Ausland.

An 3 Tochterunternehmen bestehen unwesentliche nicht beherrschende Anteile. Diese haben ihren Sitz in China und Vietnam.

Die nachfolgend aufgeführten Tochterunternehmen sind im vorliegenden Konzernabschluss enthalten:

Name Sitz Land Eigentumsanteile/ Stimmrechtsanteile
in %
31.12.2022 31.12.2021
Brandschutz Heimlich GmbH Altendiez Deutschland 100 100
Fire Protection Equipment GmbH Bad Oldesloe Deutschland 100 100
Millitzer Brandschutz GmbH Seligenstadt Deutschland 100 100
Minimax E.I.S. GmbH Barleben Deutschland 100 100
Minimax Fire Solutions International GmbH Bad Oldesloe Deutschland 100 100
Minimax GmbH Bad Oldesloe Deutschland 100 100
Minimax International GmbH Bad Oldesloe Deutschland 100 100
Minimax Mobile Services GmbH Bad Urach Deutschland 100 100
Minimax Viking Research & Development GmbH Bad Oldesloe Deutschland 100 100
MV Pipe Technologies GmbH Wittenberge Deutschland 100 100
TrennTech GmbH Bad Urach Deutschland 100 100
Viking GmbH Bad Oldesloe Deutschland 100 100
Name Sitz Land Eigentumsanteile/Stimmrechtsanteile
in %
31.12.2022 31.12.2021
Minimax Argentina S.A. Berazategui, Provincia de Bueno Aire Argentinien 100 100
Minimax Fire Fighting Systems Pty. Ltd. Brookvale Australien 100 100
Minimax do Brasil Ltda. Vinhedo (SP) Brasilien 100 100
Minimax (Beijing) Fire Fighting System Co. Ltd. Fengtai District, Beijing China 90 90
Minimax China Fire Protection System Co. Ltd. Hongkong China 90 90
Viking Fire Protection Equipment Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai China 100 100
Viking Supply Network (HK) Limited Kowloon, Hongkong China 100 100
Minimax France SAS Lisses Frankreich 100 100
Sprinkler Viking France SARL Metz Frankreich 100 100
Minimax UK Ltd. Harrow/Middlesex Großbritannien 100 100
Viking SupplyNet Limited Epworth Großbritannien 100 100
Viking Fire Products (India) Private Limited Faridabad Indien 100 100
Lehavot Services Ltd. Holon Israel 100 100
K.C. Antincendi S.R.L. Bressana Bottarone (PV) Italien 100 100
Viking Italia SRL Lainate Italien 100 100
Viking SupplyNet Inc. Woodbridge/Ontario Kanada 100 100
Viking Korea Ltd. Gyeunggi-Do Korea 100 100
Viking S.A. Differdange/Niedercorn Luxemburg 100 100
MX Fire Solutions Malaysia Sdn. Bhd. Kuala Lumpur Malaysia 100 100
Minimax Brandbeveiliging B.V. Almere Niederlande 100 100
Viking SupplyNet B.V. Oldenzaal Niederlande 100 100
Minimax Polska Sp. z o.o. Lomianki Polen 100 100
Viking SupplyNet Sp. z o.o. Warschau Polen 100 100
Pefipresa-Protecção Contra Incêndios Ltda. (Pefiport) Sintra Portugal 100 100
Incipresa - Industria contra incêndios protecção, equipamentos, serviços y automovels, Lda. Sintra Portugal 100 100
VIKING ROMANIA SRL Otopeni - IIfov Kreis Rumänien 100 100
Fire Protection Equipment Rus LLC (vormals OOO Minimax Russia) St. Petersburg Russland 100 100
Name Sitz Land Eigentumsanteile/Stimmrechtsanteile
in %
31.12.2022 31.12.2021
MX Fire Solutions Saudi Arabia Co. Ltd. Riad Saudi-Arabien 100 100
Minimax Scandinavia AB Göteborg Schweden 100 ./.
Viking Nordic AB Sollentuna Schweden 100 100
Minimax Fire Solutions Singapore Pte. Ltd. Singapur Singapur 100 100
The Viking Corporation (Far East) Pte. Ltd. Singapur Singapur 100 100
INCIPRESA S.A. Mos Spanien 100 100
MIMX Zeus Spain S.A. Madrid Spanien 100 100
Pefipresa S.A. Madrid Spanien 100 100
Viking Sprinkler S.A. Madrid Spanien 100 100
F.I.S. Holding (Thailand) Co., Ltd. Bangkok Thailand 100 100
Fire Protection Installation Services (Thailand) Co., Ltd. Bangkok Thailand 100 100
Minimax Turkey Yangın Söndürme Sanayi ve Ticaret A.Ş. Istanbul Türkei 100 100
Viking Turkey Yangın Korunum Sistemleri A.Ş. Istanbul Türkei 100 100
Minimax Hungária Kft. Budapest Ungarn 100 100
CFP Fire Protection, Inc. Wilmington/Delaware USA 100 100
Cosco Fire Protection, Inc. San Juan Capistrano/ Kalifornien USA 100 100
Firetrol Protection Systems, Inc. Salt Lake City/Utah USA 100 100
Flamex, Inc. Greensboro/ North Carolina USA 100 100
MX Holdings US, Inc. Wilmington/Delaware USA 100 100
MV Pipe LLC Caledonia/Michigan USA 100 ./.
Supply Network, Inc. Caledonia/Michigan USA 100 100
The Viking Corporation Caledonia/Michigan USA 100 100
Viking Fabrication Services LLC Caledonia/Michigan USA 100 100
Viking Group, Inc. Caledonia/Michigan USA 100 100
Viking Plastics LLC Caledonia/Michigan USA 100 100
Viking Properties LLC Caledonia/Michigan USA 100 100
Minimax FSI DWC-LLC Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100 90
Name Sitz Land Eigentumsanteile/ Stimmrechtsanteile
in %
31.12.2022 31.12.2021
Viking Arabia FZE Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100 100
Minimax Vietnam LLC Hanoi Vietnam 90 90

Im Juni 2022 wurde die Gesellschaft Minimax Scandinavia AB, Göteborg/Schweden, gegründet.

Im Oktober 2022 wurde die Gesellschaft MV Pipe LLC, Caledonia/USA, gegründet.

Der Konzern hat im November 2022 die verbleibenden 10 % des Minderheitsgesellschafters der Minimax FSI DWC LLC, Vereinigte Arabische Emirate, übernommen.

Der Konzern hält unverändert einen Stimmrechtsanteil von 83,9 % an der MX Systems International Pvt. Ltd., Mumbai/Indien (Eigentumsanteil 96,4 %). Die Geschäftsführung hat eine Beurteilung vorgenommen, ob der Konzern die Beherrschung ausüben kann oder nicht. Im Ergebnis hat die Geschäftsführung festgestellt, dass der Konzern nicht uneingeschränkt über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten der MX Systems International Pvt. Ltd. einseitig zu bestimmen und somit keine Beherrschung vorliegt. Die Geschäftsführung hat festgestellt, dass der Konzern maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft hat. Die Gesellschaft MX Systems International Pvt. Ltd., Mumbai/Indien, wurde demzufolge im Geschäftsjahr 2022 entkonsolidiert und als assoziiertes Unternehmen geführt, dass nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird. Der Beteiligungsbuchwert in Höhe von TEUR 3.788 wurde unter Berücksichtigung der Ermittlung des erzielbaren Ertrages in voller Höhe wertberichtigt.

Der Gewinn aus dem Abgang dieses Tochterunternehmens einschließlich der in den Gewinn und Verlust umgegliederten kumulierten Währungsumrechnungsgewinne und -verluste beläuft sich auf TEUR 11.407. Der Ertrag aus der Veräußerung ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

Der Abgang dieses Tochterunternehmens hat folgende Auswirkung auf die Bilanzposten des Jahres:

TEUR 31.12.2022
Nutzungsrechte -120
Sachanlagen -32
Geschäfts- oder Firmenwert -62
Latente Ertragsteueransprüche -85
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen -25
Vertragsvermögenswerte -3.140
Tatsächliche Ertragsteueransprüche -2
Flüssige Mittel -2.059
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 8.560
Altersversorgungsverpflichtungen 47
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 2.150
Vertragsverbindlichkeiten 6.830
Tatsächliche Ertragsteuerverbindlichkeiten 21
Netto-Vermögenswerte und -Schulden 12.083
TEUR 31.12.2022
Abgegangener Bestand an Zahlungsmitteln -2.059
Netto-Zuflüsse an Zahlungsmitteln -2.059

Der Konzern hält unverändert 12,64 % der Eigenkapitalanteile an der FDX Fluid Dynamics GmbH, Berlin. Die Anteile werden als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2022 beträgt TEUR 714 (Vorjahr: TEUR 714).

4 Fremdwährungsumrechnung

(a) Funktionale Währung und Darstellungswährung

Die im Jahresabschluss der einzelnen Konzernunternehmen erfassten Posten werden in der Währung des primären Wirtschaftsumfeldes, in dem das Unternehmen tätig ist, ausgewiesen ("funktionale Währung"). Der Konzernabschluss wurde in Euro erstellt; hierbei handelt es sich um die Darstellungswährung des Konzerns. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (TEUR) auf- oder abgerundet. Bei Zahlen und Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten.

(b) Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden mit dem am Transaktionstag gültigen Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Kursgewinne und -verluste, die sich aus der Abwicklung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung monetärer Fremdwährungsvermögenswerte und -verbindlichkeiten zum Bilanzstichtagskurs ergeben, werden ergebniswirksam erfasst, sofern sie nicht - im Rahmen eines Cashflow-Hedges als effektiver Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts - dem Eigenkapital zuzuordnen sind. Der Konzern hat keine Cashflow-Hedges vorgenommen.

Mit der Neubewertungsrücklage werden Umrechnungsunterschiede bei nicht-monetären Vermögenswerten, wie beispielsweise Geschäftsanteilen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, verrechnet.

(c) Konzernunternehmen

Das Ergebnis und die Finanzlage eines Konzernunternehmens, bei dem sich die funktionale Währung von der Darstellungswährung unterscheidet, werden folgendermaßen in die Darstellungswährung umgerechnet:

 

(i)Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zum am Bilanzstichtag geltenden Schlusswechselkurs umgerechnet;

 

(ii)die Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs umgerechnet (sofern sich dieser von den kumulativen Wirkungen der am Transaktionsstichtag geltenden Wechselkurse nicht wesentlich unterscheidet);

 

(iii)alle dabei entstehenden Umrechnungsunterschiede werden als gesonderter Eigenkapitalposten erfasst.

Bei der Konsolidierung werden Wechselkursunterschiede, die sich aus der Umrechnung der Nettoanteile an Auslandsunternehmen ergeben, mit dem Eigenkapital verrechnet. Wird ein ausländisches Unternehmen veräußert, werden etwaige Umrechnungsunterschiede im Rahmen der Veräußerungsgewinne bzw. -verluste ergebniswirksam erfasst.

Geschäfts- oder Firmenwerte sowie initiale Anpassungen auf den beizulegenden Zeitwert im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Unternehmens, die Grundlage für die Folgebilanzierung sind, werden als Vermögenswerte bzw. Schulden des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Schlusswechselkurs umgerechnet.

Aufgrund der Einschätzung, dass Argentinien und Türkei Hochinflationsländer sind, werden unsere Aktivitäten in Argentinien und in der Türkei gemäß IAS 29 bilanziert. Hieraus haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ergeben.

Die Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern stellen sich wie folgt dar:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR = 31.12.2022 31.12.2021 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Vereinigte Arabische Emirate AED 3,9112 4,1612 3,8791 4,3510
Volksrepublik China CNY 7,3582 7,1947 7,0836 7,6388
Hongkong HKD 8,3163 8,8333 8,2693 9,2109
Saudi-Arabien SAR 4,0242 4,2534 3,9669 4,4448
Singapur SGD 1,4300 1,5279 1,4531 1,5891
Ungarn HUF 400,8700 369,1900 391,2708 359,0146
USA USD 1,0666 1,1326 1,0563 1,1851

5 Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Als Anschaffungs- oder Herstellungskosten gelten Kosten, die der Anschaffung bzw. der Herstellung des Vermögenswertes unmittelbar zugeordnet werden können.

Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nur dann dem Buchwert des Vermögenswertes zugeordnet bzw. als gesonderter Vermögenswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein mit dem Vermögenswert verbundener künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswertes verlässlich bemessen werden können. Alle anderen Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen werden in der Periode ergebniswirksam erfasst, in der sie angefallen sind. Zinsen auf Fremdkapital werden als Teil der Anschaffungs- und Herstellungskosten eines qualifizierten Vermögenswertes gemäß IAS 23 aktiviert, soweit sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung dieses Vermögenswertes zugeordnet werden können.

Eine Abschreibung von Grundstücken wird nicht vorgenommen. Die übrigen Sachanlagen werden wie folgt über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben:

Gebäude 25 bis 50 Jahre
Maschinen und Technische Anlagen 6 bis 20 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 10 Jahre

Der Buchwert und die voraussichtliche Restnutzungsdauer der übrigen Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Der Buchwert eines Vermögenswertes wird auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben, sofern er den geschätzten erzielbaren Betrag überschreitet. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Anlagegütern werden durch Vergleich der Verkaufserlöse mit dem Restbuchwert ermittelt und ergebniswirksam erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen tatsächlich gewährt werden. Zuwendungen für den Kauf oder die Herstellung von Anlagevermögen (vermögenswertbezogene Zuwendungen) werden grundsätzlich als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellkosten der betreffenden Vermögenswerte erfasst und mindern die künftigen Abschreibungen.

6 Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte

(a) Geschäfts- oder Firmenwert

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird ausgewiesen, wenn die Anschaffungskosten für das Tochterunternehmen den Zeitwert des Anteils des Mutterunternehmens an den erworbenen Vermögenswerten und Schulden zum Erwerbszeitpunkt übersteigen. Ein bei dem Erwerb eines Tochterunternehmens entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird als immaterieller Vermögenswert erfasst. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Werthaltigkeitstest nach IAS 36 unterzogen.

(b) Marken

Die Markennamen "Minimax" und "Viking" wurden als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer klassifiziert. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sind mindestens jährlich auf Wertminderungen hin zu überprüfen. Daneben ist das Vorliegen von Wertminderungen zu untersuchen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte.

Die übrigen Markennamen "Incipresa", "Pefipresa", "CFP", "Firetrol", "Cosco" sowie "Heimlich" werden über eine Restnutzungsdauer von 51 Jahren planmäßig abgeschrieben. Bezüglich der Schätzungsänderung verweisen wir auf Textziffer 18.2.

(c) Forschung & Entwicklung

Forschungsausgaben werden, sobald sie anfallen, sofort als Aufwand erfasst. Herstellungskosten, die im Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten (bezüglich der Gestaltung oder der Prüfung neuer oder verbesserter Produkte) entstehen, werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, sofern die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

Die Fertigstellung des Produkts ist technisch realisierbar.

Das Management hat die Absicht, das Produkt fertigzustellen sowie es zu nutzen oder zu verkaufen.

Es besteht die Fähigkeit, das Produkt zu nutzen oder zu verkaufen.

Es ist nachweisbar, dass das Produkt voraussichtlich künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird.

Adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen sind verfügbar, um die Entwicklung abschließen und das Produkt nutzen oder verkaufen zu können.

Die dem Produkt während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben können verlässlich bewertet werden.

Sonstige Entwicklungskosten werden sofort als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten, die bereits als Aufwand erfasst wurden, werden in einer späteren Periode nicht aktiviert. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab kommerzieller Herstellung des Produktes linear über zehn Jahre amortisiert.

(d) Computersoftware

Erworbene Softwarelizenzen werden auf der Grundlage der entsprechenden Anschaffungs- und Inbetriebnahmekosten aktiviert und linear über die erwartete Lebensdauer (drei bis sechs Jahre) abgeschrieben. Kosten für die Entwicklung bzw. die Pflege von Computerprogrammen werden sofort als Aufwand erfasst, sofern die Voraussetzungen für die Aktivierung der Entwicklungskosten nicht vorliegen.

(e) Übrige immaterielle Vermögenswerte

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte (Kundenbeziehungen, Zertifizierungen und Technologien) werden grundsätzlich zu historischen Anschaffungskosten oder für den Fall der Selbsterstellung zu Herstellungskosten bzw. im Falle eines Unternehmenserwerbs mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauern gelten dabei für:

Kundenbeziehungen "Minimax" 15 bzw. 40 Jahre
Kundenbeziehungen "CFP" 15 Jahre
Kundenbeziehungen "Viking" 8 Jahre
Zertifizierungen 10 Jahre
Technologien 3 bis 12 Jahre

7 Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Der Geschäfts- oder Firmenwert (siehe Textziffer 6(a)) und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (siehe Textziffer 6(b)) sind einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Werthaltigkeitstest nach IAS 36 zu unterziehen.

Für Vertragsvermögenswerte wendet der Konzern eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Daher verfolgt er Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis des erwarteten Kreditverlusts der Gesamtlaufzeit.

Übrige nicht-finanzielle Vermögenswerte sind auf Wertminderungen zu untersuchen, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte.

Der zu erfassende Wertminderungsaufwand ist der Betrag, um den der Buchwert eines Vermögenswertes den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte auf der Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten.

Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht dem Barwert der erwarteten Cashflows. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz nach Steuern verwendet.

Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Zahlungsmittelgenerierende Einheit) bestimmt, der dem betreffenden Vermögenswert zugeordnet werden kann. Aus Unternehmenserwerben resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte werden den identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten (Zahlungsmittelgenerierende Einheit) zugeordnet, die aus den Synergien des Erwerbs Nutzen ziehen sollen.

8 Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind entsprechend IFRS 9 zu klassifizieren.

Die Erst- sowie Folgebewertung der Finanzinstrumente ist aus der nachfolgenden Darstellung ersichtlich:

Erstbewertung Folgebewertung Erfolgswirkung Änderung beizulegender Zeitwert
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert zzgl. direkt zurechenbare Transaktionskosten Fortgeführte Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode -
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert zzgl. direkt zurechenbare Transaktionskosten Beizulegender Zeitwert Erfolgsneutral
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Beizulegender Zeitwert Beizulegender Zeitwert Erfolgswirksam
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert zzgl. direkt zurechenbare Transaktionskosten Fortgeführte Anschaffungskosten -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Beizulegender Zeitwert Beizulegender Zeitwert Erfolgswirksam

8.1 Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien eingeordnet:

 

1. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

 

2. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

 

3. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Klassifizierung ist abhängig vom Geschäftsmodell des Unternehmens für die Steuerung der finanziellen Vermögenswerte und von den vertraglichen Zahlungsströmen.

Bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten werden die Gewinne und Verluste entweder erfolgswirksam oder erfolgsneutral erfasst. Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ist dies abhängig davon, ob sich der Konzern zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes unwiderruflich dafür entschieden hat, die Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Der Konzern klassifiziert Schuldinstrumente nur dann um, wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung solcher Vermögenswerte ändert.

Ansatz und Ausbuchung

Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d.h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat.

Bewertung

Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich - im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts - der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden in Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte mit eingebetteten Derivaten werden in ihrer Gesamtheit betrachtet, wenn ermittelt wird, ob ihre Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen.

Folgebewertung von Schuldinstrumenten

Die Folgebewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswertes und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswertes. Der Konzern stuft seine Schuldinstrumente in drei Bewertungskategorien ein:

1. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinn oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, und - zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten - unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen.

2. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerten gehalten werden, und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen. Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen und Wertminderungsaufwendungen in den Vertriebskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

3. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" nicht erfüllen, werden in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwerte bewertet" eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen.

Folgebewertung von Eigenkapitalinstrumenten

Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente in der Folge zum beizulegenden Zeitwert. Hat das Management des Konzerns entschieden, Effekte aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten im sonstigen Ergebnis darzustellen, erfolgt nach der Ausbuchung des Instruments keine spätere Umgliederung dieser Gewinn und Verluste in den Gewinn oder Verlust. Dividenden aus solchen Instrumenten werden weiterhin im Gewinn oder Verlust unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen und Erträgen, wenn der Anspruch des Konzerns auf den Erhalt von Zahlungen begründet wird.

Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen und Erträgen erfasst. Wertminderungsaufwendungen (und Wertaufholungen) der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumente werden nicht getrennt von den sonstigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ausgewiesen.

Wertminderung

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern den gemäß IFRS 9 zulässigen vereinfachten Ansatz an, dem zufolge die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ab dem erstmaligen Ansatz der Forderungen zu erfassen sind.

8.2 Finanzielle Verbindlichkeiten

Im laufenden Geschäftsjahr gab es bei der Gesellschaft keine originären finanziellen Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind oder als solche eingestuft wurden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten werden nachfolgend gesondert erläutert.

Erst- und Folgebewertung originärer finanzieller Verbindlichkeiten

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten (einschließlich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) im Anwendungsbereich des IFRS 9 werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Erstbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten.

Wird ein Ressourcenabfluss nach einem Zeitraum von zwölf Monaten erwartet, werden diese Verbindlichkeiten als langfristig klassifiziert. Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

8.3 Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden unabhängig vom Verwendungszweck am Tag des Vertragsabschlusses erfasst und bei Einbuchung sowie in der Folge mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis aktueller Marktdaten mittels geeigneter Bewertungsverfahren.

In Abhängigkeit davon, ob die Derivate einen positiven oder einen negativen Zeitwert haben, werden sie als finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten unter den entsprechenden Bilanzpositionen ausgewiesen.

Eine Bilanzierung der Derivate entsprechend der Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wird im Konzern nicht angewendet. Stattdessen werden diese Finanzinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

8.4 Saldierung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es am Abschlussstichtag einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

9 Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. einem niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Anschaffungskosten werden unter Verwendung des gewichteten Durchschnitts berechnet. Davon ausgenommen sind einige ausländische Gesellschaften, bei denen die Vorräte nach dem FIFO-Verfahren (First-In, First-Out) angesetzt werden, weil dies den Werteverzehr innerhalb des Vorratsvermögens (Produktgeschäft) zutreffender abbildet.

Die Herstellungskosten für fertige und unfertige Erzeugnisse bestehen aus Materialkosten, den unmittelbar zuzuordnenden Lohnkosten, sonstigen unmittelbar zuzuordnenden Kosten sowie produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen (unter der Annahme eines normalen Auslastungsgrades). Fremdkapitalkosten werden als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert, sofern es sich bei den Vorräten um qualifizierte Vermögenswerte handelt.

Unterschreitet der Nettoveräußerungswert die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, wird der niedrigere Wert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich variabler Verkaufskosten. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird die daraus resultierende, zwingend vorzunehmende Wertaufholung als Minderung der Umsatzkosten erfasst.

10 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

System Integration:

In diesem Bereich erstellt der Konzern Anlagen der Brandschutztechnik, zumeist auf dem Grundstück des Kunden. Die Anlagen werden nach Kundenspezifikation hergestellt, und wenn ein Vertrag vom Kunden gekündigt wird, hat der Konzern Anspruch auf Erstattung der bisher entstandenen Kosten, einschließlich einer angemessenen Marge.

Die Erfassung der Erlöse erfolgt über einen bestimmten Zeitraum nach der Cost-to-cost-Methode. Die damit verbundenen Kosten werden bei Anfall im Gewinn oder Verlust erfasst.

Vorauszahlungen der Kunden werden in den Vertragsvermögenswerten bzw. -verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Vorauszahlungen gehen in den meisten Fällen mit dem Leistungsfortschritt einher und enthalten demnach keine Finanzierungskomponente.

Die Transaktionspreise werden zumeist aus den vertraglich vereinbarten Gegenleistungen, die zumeist für separate Leistungsverpflichtung vorliegen, abgeleitet. Insofern ist es nur in Ausnahmefällen erforderlich, Transaktionspreise auf der Basis relativer Einzelveräußerungswerte zu ermitteln.

Bei der Schätzung der variablen Gegenleistung entschied der Konzern, dass überwiegend die Methode des wahrscheinlichsten Betrags geeignet ist. Die Schätzung der variablen Gegenleistung wird dabei durch die Erfahrung des Konzerns mit vergleichbaren Verträgen begrenzt.

Die Zahlungsbedingungen unterscheiden sich länder- und auftragsbezogen.

Service:

Rechnungen für Serviceleistungen werden hauptsächlich jährlich, monatlich oder nach Anfall gestellt und kurzfristig zur Zahlung fällig. Die Erlöse werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst. Beinhaltet der Vertrag einen festen Vergütungssatz, werden die Erlöse in der Höhe erfasst, in der der Konzern einen Anspruch auf Rechnungsstellung hat.

Produktgeschäft:

Kunden erhalten in der Regel die Verfügungsgewalt über die Produkte, wenn die Güter aus dem Lager des Konzerns versandt werden. Zu diesem Zeitpunkt werden Rechnungen erstellt und Umsätze realisiert.

Gewährleistungsverlängerungen oder Gewährleistungen, die über den gesetzlich geforderten Mindestumfang hinausgehen, werden nur in Ausnahmefällen gewährt. Insofern bestehen im Wesentlichen keine separaten Leistungsverpflichtungen und die Abbildung von Gewährleistungen erfolgt weiterhin nach IAS 37.

Auftragsgewinnungskosten sind für den Konzern von untergeordneter Bedeutung.

11 Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen als Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, erhaltene Schecks und kurzfristig veräußerbare Wertpapiere mit einer Restlaufzeit bei Erwerb von weniger als drei Monaten sowie Kontokorrentdarlehen und ausgegebene Schecks. Kontokorrentdarlehen und ausgegebene Schecks werden innerhalb kurzfristiger Verbindlichkeiten unter dem Posten "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten" bilanziert.

Der Konzern wendet die in IFRS 9 vorgesehenen Vereinfachungsmöglichkeiten bei der Berechnung der Kreditverluste an.

12 Eigenkapital

Im Eigenkapital wird das gezeichnete Kapital als eigener Posten sowie Aufgelder aus Kapitalerhöhungen als Kapitalrücklage ausgewiesen. Die anderen Rücklagen enthalten neben Effekten aus der Neubewertung von Finanzinstrumenten auch Ergebnisse aus der Währungsumrechnung (Translationsdifferenzen) sowie Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen. Die Positionen sind um etwaige steuerliche Posten bereinigt.

13 Anteilsbasierte Vergütung

Die MV Waterfall AG ist mit 2,22 % 1 am Stammkapital der MV Holding GmbH beteiligt. Die einzelnen Aktien an der MV Waterfall AG werden wiederum von leitenden Angestellten (im Folgenden als Manager bezeichnet) der Minimax Viking Gruppe gehalten. Der Erwerb der Anteile an der MV Waterfall AG erfolgt zum Marktwert. Die einzelnen Manager haben einmal jährlich die Möglichkeit, ihre Anteile an der MV Waterfall AG zum Marktwert zu veräußern.

Zahlungen aus der Veräußerung der Anteile werden unmittelbar vom Erwerber an den Veräußerer der Anteile geleistet. Erwerber werden keinesfalls Konzerngesellschaften des Konsolidierungskreises sein, sondern andere Manager oder weitere berechtigte Personengruppen. Die Gesellschaft oder ihre Tochterunternehmen sind in keinem Fall zur Erfüllung der Ansprüche verpflichtet.

Nach Maßgabe von IFRS 2 werden die Zuteilungen als durch Eigenkapitalinstrumente beglichen behandelt. Die Manager haben im Zuge des Erwerbs jeweils den beizulegenden Zeitwert für diese Anteile gezahlt. Entsprechend beträgt der beizulegende Zeitwert der Zuteilung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente null. Aus diesem Grund ist zu keiner Zeit ein Aufwand auszuweisen.

14 Tatsächliche und latente Ertragsteuern

Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus tatsächlichen und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Ermittlung der tatsächlichen Ertragsteuerbelastung erfolgt auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag geltenden Steuergesetzgebung der Länder, in denen die Gesellschaft tätig ist und steuerpflichtige Erträge erzielt.

In Übereinstimmung mit IAS 12, Ertragsteuern, werden zukünftige Steuererstattungen beziehungsweise Steuerbelastungen aufgrund temporärer Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Konzernbilanz und den entsprechenden steuerlichen Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden als latente Steuern erfasst. Allerdings erfolgt keine Berücksichtigung latenter Ertragsteuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswertes oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Ertragsteuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden.

Zukünftig erwartete Steuerersparnisse aufgrund ertragsteuerlicher Verlustvorträge, welche die Gesellschaft erwartet nutzen zu können, werden als latente Steuern aktiviert. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Differenzen sowie steuerlichen Verlustvorträgen werden - sofern sie den Bestand an passiven latenten Steuern aufgrund temporärer Differenzen, welche zu einer zukünftigen Belastung mit Ertragsteuern führen, übersteigen - nur insoweit angesetzt, als dass zukünftig steuerpflichtige Erträge erzielt werden, mit denen die abzugsfähigen latenten Steuern verrechnet werden können. Latente Steuern werden grundsätzlich nicht abgezinst.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen.

15 Leistungen an Arbeitnehmer

(a) Altersversorgungsverpflichtungen

Im Konzern wird zwischen leistungsorientierten bzw. beitragsorientierten Altersversorgungsplänen unterschieden. Bei einem leistungsorientierten Altersversorgungsplan handelt es sich um einen Altersversorgungsplan, bei dem die Höhe der Leistung, die dem Arbeitnehmer bei der Pensionierung zusteht, feststeht und normalerweise von mehreren Faktoren wie beispielsweise Alter, Firmenzugehörigkeit und Vergütungshöhe abhängt. Beitragsorientierte Pläne sind Pläne, bei denen der Konzern festgelegte Beiträge an eine eigenständige Einheit entrichtet und weder rechtlich noch faktisch zur Zahlung darüber hinausgehender Beiträge verpflichtet ist, falls der Fonds nicht über ausreichende Vermögenswerte verfügt, um alle Leistungen in Bezug auf Arbeitsleistungen der Arbeitnehmer in der Berichtsperiode und früheren Perioden zu erbringen.

Die bilanzierte Verbindlichkeit für die leistungsorientierten Pensionspläne entspricht dem Barwert der Verpflichtung zum Bilanzstichtag, abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Die Verpflichtung im Rahmen eines leistungsorientierten Pensionsplans wird unter Verwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) durch unabhängige Versicherungsmathematiker jährlich berechnet. Der Barwert einer solchen Verpflichtung wird durch die Abzinsung der geschätzten künftigen Mittelabflüsse auf der Grundlage der Rendite auf bonitätsstarke Unternehmensanleihen, die in der Währung, in der die Leistungen erbracht werden, lauten und eine in etwa der Restlaufzeit der Pensionsverpflichtung entsprechende Restlaufzeit aufweisen, berechnet. Pensions- und ähnliche Verpflichtungen einer ausländischen Gesellschaft sind durch Planvermögen im Sinne des IAS 19 finanziert.

Neubewertungen, die aus erfahrungswertbedingten Anpassungen sowie Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen entstehen, werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst.

Bei der gesetzlichen Rentenkasse, die nach IAS 19 als öffentlich-rechtlicher Plan gilt, handelt es sich auch um einen beitragsorientierten Plan. Dem Konzern erwachsen nach Einzahlung der fälligen Beiträge keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit als Altersversorgungsaufwand erfasst. Bereits entrichtete Beiträge werden als sonstige Forderung bilanziert, sofern diese Vorauszahlungen zu einer Rückerstattung oder einer Verringerung künftiger Zahlungen führen werden.

(b) Sonstige langfristige Mitarbeiterleistungen

Bei einigen Konzernunternehmen erhalten die Mitarbeiter Jubiläumsleistungen, die unter den Rückstellungen ausgewiesen werden. Voraussetzung hierfür ist normalerweise das Erreichen einer bestimmten Mindestdienstzeit bei einem ungekündigten Vertragsverhältnis. Die erwarteten Kosten solcher Leistungen werden unter Verwendung eines Verfahrens, das dem für die Bilanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne ähnelt, über die Dienstzeit abgegrenzt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus erfahrungswertbedingten Anpassungen sowie Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen entstehen, werden sofort ergebniswirksam erfasst. Diese Verpflichtungen werden durch unabhängige und qualifizierte Versicherungsmathematiker jährlich bewertet. Weitere sonstige langfristige Mitarbeiterleistungen resultieren aus der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland.

(c) Ertragszuschüsse

Staatliche Zuschüsse, denen keine künftigen Aufwendungen mehr gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst und mit den entsprechenden Aufwendungen saldiert.

16 Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, sofern dem Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund vergangener Ereignisse erwachsen ist, es eher wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung der Verpflichtung ein Mittelabfluss erforderlich sein wird und der entsprechende Betrag zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden zum Barwert der erwarteten Ausgaben bewertet, wobei ein Vorsteuerzinssatz, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts berücksichtigt, zugrunde gelegt wird. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Zinsaufwendungen erfasst.

Eine Rückstellung für Restrukturierungsaufwand wird nur angesetzt, wenn neben den allgemeinen Ansatzkriterien insbesondere ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan vorliegt und der Konzern bei den Betroffenen eine gerechtfertigte Erwartung geweckt hat, dass die Restrukturierungsmaßnahmen durch den Beginn der Umsetzung des Plans oder durch die Ankündigung seiner wesentlichen Bestandteile den Betroffenen gegenüber durchgeführt werden. Die Rückstellung enthält nur die direkt im Zusammenhang mit der Restrukturierung entstehenden Aufwendungen, die sowohl zwangsweise im Zuge der Restrukturierung entstehen als auch nicht mit den laufenden Aktivitäten des Konzerns im Zusammenhang stehen. Für künftige betriebliche Verluste werden keine Rückstellungen gebildet.

17 Leasingverhältnisse

Der Konzern mietet verschiedene Büro- und Lagergebäude, Fahrzeuge sowie Büro- und Geschäftsausstattung. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von 3 Monaten bis zu mehreren Jahren abgeschlossen und können Verlängerungsoptionen aufweisen.

Verträge können sowohl Leasing- als auch Nichtleasingkomponenten beinhalten. Der Konzern ordnet den Transaktionspreis diesen Komponenten auf Basis ihrer relativen Einzelveräußerungspreise zu.

Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Die Leasingverträge enthalten keine Kreditbedingungen mit der Ausnahme, das die Leasingobjekte als Sicherheit dienen.

Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden bei Erstansatz zu Barwerten erfasst.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:

Feste Zahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize,

Variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind,

Erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien,

Den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wird,

Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in dessen Laufzeit berücksichtigt ist, dass eine Kündigungsoption in Anspruch genommen wird.

In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind auch Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen erfasst.

Leasingzahlungen werden mit dem dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst, sofern dieser ohne Weiteres bestimmbar ist. Andernfalls - und dies ist in der Regel im Konzern der Fall - erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers. Bei der Bestimmung des Grenzfremdkapitalzinssatzes geht der Konzern von einer mit Dritten aufgenommenen Finanzierung aus und passt diese auf einzelne Laufzeiten und Währungsräume an.

Der Konzern ist möglichen zukünftigen Steigerungen variabler Leasingzahlungen ausgesetzt, welche sich aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinses ergeben können. Diese möglichen Änderungen der Leasingraten sind bis zum Wirksamwerden nicht in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinszahlungen aufgeteilt. Der Zinsanteil wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt.

Nutzungsrechte werde zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

Leasingverbindlichkeit,

Bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize,

Anfängliche direkte Kosten,

Rückbauverpflichtungen.

Die Abschreibung erfolgt linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des zugrundeliegenden Leasingvertrags. Wenn die Ausübung einer Kaufoption aus Sicht des Konzerns hinreichend sicher ist, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswerts.

Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse von technischen Anlagen und Maschinen sowie Fahrzeugen und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand im Gewinn oder Verlust erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Vermögenswerte mit geringem Wert beinhalten IT- und Büroausstattung.

Eine Reihe von Immobilien-Leasingverträgen des Konzerns enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Die Mehrheit dieser Optionen kann nur durch den Konzern und nicht durch den jeweiligen Leasinggeber ausgeübt werden. Die Berücksichtigung von bestehenden Optionen wird einzelfallbezogen unter Berücksichtigung der Art des Leasinggegenstands, dem möglichen Ausübungszeitpunkt und der wirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit der Ausübung vom Konzern beurteilt.

Leasingverbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen wurden nicht gesondert in der Bilanz ausgewiesen und sind stattdessen in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten enthalten.

Vermögenswerte aus anderen Leasingverhältnissen, bei denen Erleichterungsoptionen bezüglich des Ansatzes in Anspruch genommen wurden, sind nicht in der Bilanz des Konzerns erfasst.

Für diese Vermögenswerte geleistete Zahlungen wurden über die Vertragslaufzeit linear im Gewinn oder Verlust erfasst.

18 Schätzungen und Ermessensspielräume

Einschätzungen und Ermessensspielräume unterliegen der kontinuierlichen Neubewertung und beruhen auf Erfahrungswerten sowie anderen Faktoren, zu denen auch Erwartungen bezüglich künftiger Ereignisse gehören, die der Konzern angesichts der betreffenden Umstände für angemessen hält.

18.1 Schätzung des beizulegenden Zeitwertes

Im Berichtszeitraum verfügte der Konzern ausschließlich über Finanzinstrumente, die nicht in einem aktiven Markt (z.B. over-the-counter Derivate) gehandelt werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert (Marktwert) angesetzt. Zur Bestimmung des Marktwertes werden entsprechende Quotierungen von Dritten (Kreditinstituten) eingeholt, die den Marktwert auf Basis von internen Mark-to-Market-Modellen ermitteln.

Als beizulegender Zeitwert der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gilt annähernd der Nennwert abzüglich etwaiger Wertberichtigungen. Der beizulegende Zeitwert der Finanzverbindlichkeiten entspricht, aufgrund der Zinsmodalitäten sowie der Restlaufzeit der Finanzverbindlichkeiten, annähernd deren Buchwert.

18.2 Kritische Einschätzungen und Annahmen

Der Konzern verwendet zukunftsbezogene Einschätzungen und Annahmen. Die hierbei entstehenden Einschätzungen werden naturgemäß nur selten den tatsächlichen Ergebnissen entsprechen. Es kann ein beträchtliches Risiko entstehen, so dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich ist, die nachfolgend erläutert wird.

(a) Geschätzte Wertminderung bei Markenrechten sowie beim Geschäfts- oder Firmenwert

Gemäß Textziffer 6 wird die Werthaltigkeit der Markenrechte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, sowie des Geschäfts- oder Firmenwertes mindestens einmal jährlich überprüft; zusätzlich findet eine Überprüfung statt, wenn Ereignisse bzw. Umstände vorliegen, die darauf hinweisen, dass der Buchwert nicht mehr erzielt werden kann. Der erzielbare Betrag auf Basis von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird grundsätzlich anhand des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten berechnet. Hierbei sind Schätzungen erforderlich. Hinsichtlich der Ergebnisse der Untersuchungen zur Werthaltigkeit bei Markenrechten sowie Geschäfts- oder Firmenwerten verweisen wir auf Textziffer 30. Die vom Management herangezogenen Daten basieren hinsichtlich der Ertragsentwicklung auf internen Analysen und Prognoserechnungen, hinsichtlich der verwendeten Rechenparameter auf externen Informationsquellen. Sollten sich künftig wesentliche Veränderungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld ergeben, so könnten diese nachteiligen Einfluss auf den Wert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten haben.

Der Konzern hat zum Abschlussstichtag seine Schätzungen bezüglich der Nutzungsdauer der Markennamen "Incipresa", "Pefipresa", "CFP", "Firetrol", "Cosco" sowie "Heimlich" überprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass diese nunmehr einer bestimmten Nutzungsdauer unterliegen und somit eine jährliche planmäßige Abschreibung zu berücksichtigen ist. Die Auswirkungen der ursprünglichen Schätzungen wurden ertragswirksam erfasst (TEUR 1.502). Die Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt.

(b) Laufzeit der Leasingverhältnisse

Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen berücksichtigt das Management sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Sich daraus ergebende Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nichtausübung einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist. Die meisten Verlängerungsoptionen im Zusammenhang mit dem Leasing von Bürogebäuden wurden nicht in die Bestimmung der Leasinglaufzeit und somit der Leasingverbindlichkeit einbezogen.

(c) Latente Steueransprüche für steuerliche Verlustvorträge

Die latenten Steueransprüche werden für steuerliche Verlust- und Zinsvorträge erfasst, sofern die Realisierung des damit verbundenen steuerlichen Vorteils durch künftige zu versteuernde Gewinne aufgrund der Gewinnprognosen der Geschäftsführung für die Konzernunternehmen für wahrscheinlich gehalten wird.

(d) Ertrag steuern

Der Konzern ist in verschiedenen Ländern einkommensteuerpflichtig. Die Vornahme von Schätzungen ist bei der Bildung von Rückstellungen für Steuern in verschiedenen Ländern erforderlich. Bei vielen Transaktionen ist die steuerliche Behandlung im Rahmen des üblichen Geschäftsgangs unsicher. Rückstellungen werden bei erwarteten steuerlichen Außenprüfungen anhand des geschätzten Mehraufwands gebildet. Unterscheiden sich die endgültigen Ergebnisse der steuerlichen Außenprüfung von den ursprünglich bilanzierten Beträgen, werden der Steueraufwand und die für den betreffenden Zeitraum gebildeten Steuerrückstellungen beeinflusst.

(e) Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Anwendung des Standards für die Erfassung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden erfordert Ermessensentscheidungen bei der Bestimmung des Zeitpunkts der Erfüllung der Leistungsverpflichtung sowie bei der Bestimmung des Transaktionspreises.

Bei zeitraumbezogener Umsatzrealisation werden die Erlöse analog des Fertigstellungsgrades auf Basis einer Input-orientierte Methode erfasst. Hierbei ist der Anteil der aufgelaufenen Istkosten von den geschätzten Gesamtkosten maßgebend für die Ermittlung des Fertigstellungsgrades. Eine Berücksichtigung anteiliger Gewinne erfolgt ab einem Fertigstellungsgrad von 50 Prozent. Ermessensentscheidungen beziehen sich auf die Abschätzung der Gesamtkosten, die regelmäßig überprüft und aktualisiert werden, sodass hier keine wesentlichen Effekte auf die Umsatzerlöse und Ergebnisse zu erwarten sind. Des Weiteren können Transaktionspreise auf Basis der vorliegenden Vertragsdetails belastbar den separaten Leistungsverpflichtungen zugeordnet werden. Aus Sicht des Konzerns ist die zeitraumbezogene Erfassung eine getreue Darstellung der Umsatzerlöse.

Ermessensentscheidungen bei zeitpunktbezogener Umsatzrealisation beschränken sich auf die Erfassung variabler Gegenleistungen und sind für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Der Zeitpunkt entspricht dem Übergang der Kontrolle der Güter auf den Kunden. Transaktionspreise sind gemäß Kaufvertrag fixiert. Bei Rücknahmevereinbarungen sind die betreffenden Güter mit durchschnittlichen Herstellkosten und die Rücknahmeverpflichtung zu Verkaufspreisen kalkuliert.

(f) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auch bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen unumgänglich. Der Abschnitt "Altersversorgungsverpflichtungen" unter Textziffer 39 enthält Informationen zu Annahmen bezüglich der Rechenparameter, die für die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schätzungen zugrunde gelegt wurden.

(g) Sonstige Rückstellungen

Die Bestimmung von Rückstellungen für Risiken aus der Auftragsabwicklung und der Leistungserstellung, Rechtsstreitigkeiten, Gewährleistung und sonstigen ungewissen Verbindlichkeiten ist in erheblichem Maß mit Einschätzungen durch das Management verbunden. Diese Einschätzungen können sich infolge neuer Informationen ändern. Die tatsächlichen Zahlungsmittelabflüsse beziehungsweise Aufwendungen können von den ursprünglichen und aktualisierten Schätzungen abweichen und sich entsprechend auf die Ertragslage auswirken.

Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Einschätzung der erwarteten Kreditverluste bei Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sowie die Bewertung von Vorräten.

C Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung

19 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden und gliedern sich nach Standorten des Rechnungsempfängers sowie nach Segmenten wie folgt:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Nord- und Lateinamerika 1.120.549 855.793
Deutschland (inkl. Exportgeschäfte) 654.868 599.724
Europa (ohne Deutschland) 296.839 244.580
Sonstige Regionen 176.771 150.069
2.249.027 1.850.166
TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Umsatzerlöse aus Produktgeschäft 833.343 643.196
Umsatzerlöse aus System Integration 741.994 615.336
Umsatzerlöse aus Serviceaufträgen 673.690 591.634
2.249.027 1.850.166

Hinsichtlich der zeitraum- bzw. zeitpunktbezogenen Erfassung der Umsatzerlöse verweisen wir auf unsere Ausführungen zu Erlösen aus Verträgen mit Kunden unter Textziffer 10.

20 Umsatzkosten

Die Gesamtergebnisrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Hierbei werden die Kosten bzw. Aufwendungen der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (Umsatzkosten) in Höhe von TEUR 1.557.048 (2021: TEUR 1.240.751) den Umsatzerlösen gegenübergestellt. Die Umsatzkosten betreffen insbesondere Teile des Verbrauchs an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie fertigen und unfertigen Erzeugnissen, des Personalaufwands, und der Abschreibungen auf Nutzungsrechte und Sachanlagen, die direkt mit der Erzielung der Umsatzerlöse angefallen sind.

21 Vertriebskosten

Die dem Vertriebsbereich zuordenbaren Aufwendungen betragen TEUR 196.009 (2021: TEUR 157.003). Die Vertriebskosten beinhalten insbesondere den Personalaufwand für das Vertriebspersonal, Abschreibungen auf Nutzungsrechte und Sachanlagen, Werbe- und Marketingaufwendungen sowie Forderungsverluste, Wertminderungsaufwand und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen. Der Nettoaufwand aus der Zuführung/Auflösung von Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Vertragsvermögenswerte beträgt TEUR 7.484 (2021: TEUR 2.027).

Ferner enthalten die Vertriebskosten Aufwendungen aus der Amortisation von Markennamen und Kundenbeziehungen in Höhe von TEUR 6.116 (2021: TEUR 4.607).

22 Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten in Höhe von TEUR 266.295 (2021: TEUR 223.507) enthalten die Kosten der nicht mit anderen Funktionen zusammenhängenden Verwaltungstätigkeiten. Sie betreffen insbesondere Personalaufwendungen für das im allgemeinen Verwaltungsbereich beschäftigte Personal, Büroaufwand einschließlich Mietaufwendungen sowie Abschreibungen auf Nutzungsrechte und Sachanlagen, die im allgemeinen Verwaltungsbereich eingesetzt werden.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 25.318 (2021: TEUR 17.330) sind ebenfalls Bestandteil der Verwaltungskosten und enthalten sämtliche Kosten, die während des Forschungs- und Entwicklungsprozesses entstehen. Eigene Entwicklungskosten, die gemäß IAS 38 zu aktivieren sind, sind von den angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten abgesetzt. Die Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten Aufwendungen aus der Amortisation von Technologien.

23 Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 16.469 (2021: TEUR 9.982) und sonstige betriebliche Erträge in Höhe von TEUR 30.930 (2021: TEUR 10.491) enthalten im Wesentlichen Effekte aus der Bewertung operativer Geschäftsvorfälle in ausländischen Währungen sowie aus der Veränderung des Konsolidierungskreises. Die Währungsumrechnungsaufwendungen belaufen sich auf TEUR 10.623 (2021: TEUR 7.345), die Währungsumrechnungserträge betragen TEUR 11.177 (2021: TEUR 6.281).

Wir verweisen außerdem auf unsere Ausführungen zu der Veränderung des Konsolidierungskreises unter Textziffer 3.

24 Personalaufwand

Die im Geschäftsjahr angefallenen Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer stellen sich wie folgt dar:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Löhne und Gehälter -560.349 -487.424
Sozialabgaben -96.321 -80.080
Aufwendungen für Altersversorgung - beitragsorientierte Pläne -42.760 -37.663
Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen -382 -1.313
Aufwendungen für Altersversorgung - leistungsorientierte Pläne (Textziffer 39) -1.785 -1.988
Sonstige Mitarbeiterleistungen -4.999 -5.175
-706.596 -613.643

Der Personalaufwand wurde im laufenden Geschäftsjahr durch Zuwendungen der öffentlichen Hand zu den Abgaben für Sozialversicherung um TEUR 162 (2021: 425) gemindert.

Am 31. Dezember 2022 beschäftigte der Konzern 9.471 Personen (31. Dezember 2021: 9.106). Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter lag im Geschäftsjahr bei 9.400 (2021: 9.075) und teilt sich wie folgt auf gewerbliche Arbeitnehmer und Angestellte auf:

Jahresdurchschnitt 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Gewerbliche Arbeitnehmer *) 4.982 4.759
Angestellte *) 4.418 4.316
9.400 9.075

*) abgeleitet aus den Funktionsbereichen

25 Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens

Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind in den Umsatzkosten sowie den weiteren Funktionsbereichen enthalten.

Eine Übersicht der Abschreibungen nach Anlagengruppen ist aus der als Anlage beigefügten Entwicklung des Anlagevermögens ersichtlich.

Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte betragen im Geschäftsjahr TEUR 31.125 (2021: TEUR 28.542). Davon entfallen TEUR 18.476 (2021: TEUR 16.482) auf Büro- und Lagergebäude und TEUR 12.649 (2021: TEUR 12.060) auf Fahrzeuge. Wir verweisen außerdem auf unsere Ausführungen zu Leasingverhältnissen unter Textziffer 17, zu Nutzungsrechten unter Textziffer 28, zu Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten unter Textziffer 37 sowie zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Textziffer 42.

26 Finanzergebnis

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Zinsaufwand auf Bank- und sonstige Verbindlichkeiten sowie ähnliche Aufwendungen -52.554 -37.592
Verluste aus der Währungsumrechnung monetärer Posten -21.011 -24.333
Zinsaufwand Altersversorgungsverpflichtungen (Textziffer 39) -1.394 -1.158
Zinsanteil aus Leasingverhältnissen -4.062 -3.748
Zinsaufwand auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern -6 -4
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -79.027 -66.835
Erträge aus der Währungsumrechnung monetärer Posten 7.816 8.663
Zinserträge auf Guthaben bei Kreditinstituten und auf sonstige Forderungen sowie ähnliche Erträge 1.296 425
Zinsertrag Altersversorgungsverpflichtungen (Textziffer 39) 66 43
Zinsen und ähnliche Erträge 9.178 9.131
-69.849 -57.704

27 Ertragsteuern

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Laufende Steuern -51.248 -36.043
Latente Steuern 1.125 -6.499
-50.123 -42.542

Die Überleitung der erwarteten zu den tatsächlich angefallenen Ertragsteuern ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Konzernergebnis vor Steuern 174.287 171.710
Steuern bei theoretischer Steuerquote von 30,3 % (2021: 30,2 %) -52.809 -51.856
Unterschiede:
Effekte aus abweichenden Steuersätzen 15.081 14.222
Effekte aus Steuersatzänderungen -220 386
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -11.543 -5.460
Gesonderte Steuerguthaben 332 404
Steuerfreie Erträge 1.340 1.268
Effekte aus Ansatzkorrekturen und Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern 526 -2.345
Effekte aus neu gebildeten Verlustvorträgen, auf die keine latenten Steuern gebildet werden -213 -315
Effekte aus der Nutzung von Verlustvorträgen, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden 573 245
Aperiodische Effekte aus tatsächlichen und latenten Steuern -3.150 975
Sonstige Effekte, netto -40 -66
Gesamtunterschied 2.686 9.314
Tatsächlicher Steueraufwand der Periode -50.123 -42.542
Effektive Steuerquote 28,8 % 24,8 %

Der Effekt aus abweichenden Steuersätzen resultiert hauptsächlich aus den in den USA niedrigeren Steuersätzen. Auf Grund des hohen Anteils der amerikanischen Tochtergesellschaften am Konzern-Umsatz ergibt sich hierfür ein Effekt in Höhe von TEUR 13.647.

Die nicht abziehbaren Betriebsausgaben resultieren hauptsächlich aus den State Taxes der amerikanischen Tochtergesellschaften. Weiterhin ergeben sich Effekte aus der Entkonsolidierung der indischen Tochtergesellschaft, der MX Systems International Pvt. Ltd.. Die Aufwendungen für die durchgeführte Wertberichtigung auf den Beteiligungsansatz, welcher von der Minimax International GmbH gehalten wird, sowie für die Abschreibung von Forderungen auf Ebene der Minimax GmbH sind steuerlich nicht abzugsfähig.

Effekte aus Ansatzkorrekturen und Wertberichtigungen ergeben sich aus steuerlich nicht abziehbaren Zinsaufwendungen.

Aufgrund der in 2018 durchgeführten Neufinanzierung erfolgte ein Anstieg des Zinsaufwandes bei der Minimax Viking GmbH. Der negative Zinssaldo unterliegt gemäß den deutschen Regelungen zum Zinsabzug Beschränkungen zur Abzugsfähigkeit als steuerliche Betriebsausgabe. Die in 2021 erfolgten Formwechsel der deutschen Personengesellschaften in Kapitalgesellschaften sowie die anschließende Einbindung der formgewechselten Kapitalgesellschaften in eine ertragsteuerliche Organschaft mit der Minimax Viking GmbH als Organträgerin, tragen dazu bei, dass ein Großteil des laufenden Zinsaufwands nunmehr steuerlich abzugsfähig ist.

Als erwarteter Steuersatz (theoretische Steuerquote) wurde der Steuersatz des Mutterunternehmens in Höhe von 30,3 % (2021: 30,2 %) angewendet. Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz einschließlich Solidaritätszuschlag in Höhe von 15,8 % (2021: 15,8 %) und dem Gewerbesteuersatz in Höhe von 14,5 % (2021: 14,4 %) zusammen.

Die Berechnung ausländischer Ertragsteuern basiert auf den in den einzelnen Ländern anzuwendenden Steuergesetzen und -verordnungen.

D Erläuterungen zur Konzernbilanz

28 Nutzungsrechte

In der Bilanz werden nachfolgende Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Grund und Boden, Bauten 53.832 53.369
Fahrzeuge 24.815 21.649
Nutzungsrechte 78.647 75.018

Die Zuführungen zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres 2022 betrugen TEUR 35.353 (2021: TEUR 26.304).

Die Leasingverbindlichkeiten sind in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten enthalten.

Wir verweisen außerdem auf unsere Ausführungen zu Leasingverhältnissen unter Textziffer 17, zu Abschreibungen auf Nutzungsrechte unter Textziffer 25, zu Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten unter Textziffer 37 sowie zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Textziffer 42.

29 Sachanlagen

Eine Aufstellung der Entwicklung der Buchwerte der Sachanlagen im Berichtsjahr ist aus der Entwicklung von Nutzungsrechten, Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ersichtlich, die als Anlage diesem Anhang beigefügt ist.

30 Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte

Eine Aufstellung der Entwicklung der Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte im Berichtsjahr ist aus der Entwicklung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ersichtlich, die als Anlage diesem Anhang beigefügt ist.

Wertminderungstest Geschäfts- oder Firmenwert

Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) der operativen Segmente zugeordnet. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden auf der Basis von eigenständigen regionalen Geschäftseinheiten auf Werthaltigkeit geprüft. Die Steuerung der Tätigkeiten erfolgt durch die regionalen Geschäftsführungen unabhängig von denen der anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Infolgedessen werden in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Europa im Wesentlichen die Bereiche stationärer Brandschutz Minimax und der mobile Brandschutz zusammengefasst. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Nordamerika umfasst das Produktgeschäft Viking und den stationären Brandschutz Consolidated Fire Protection (CFP).

Die jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen erfolgten auf Basis der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Der erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt (Bewertungslevel 3). Dabei wurden von der Unternehmensführung genehmigte Planungen und entsprechende Zahlungsströme in der Regel für die nächsten fünf Jahre verwendet. Für den Zeitraum danach wird ein Endwert (Terminal Value) unter Fortführung des letzten detaillierten Planungsjahres als ewige Rente ermittelt. Die Planungen beruhen auf gesammelten Erfahrungen, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Schätzung der Unternehmensführung zur zukünftigen Entwicklung einzelner Einflussfaktoren. Der für die Werthaltigkeitsprüfungen erforderliche gewichtete Kapitalkostensatz nach Steuern wird unter Verwendung des WACC-Ansatzes bestimmt. Dessen Komponenten sind ein risikofreier Zins, die Marktrisikoprämie sowie ein aufgrund von Peergroups ermittelter branchenüblicher Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread). Zu Beginn des Detailplanungszeitraums wurde eine EBITDA Marge für die ZGE Europa von 12 % und für die ZGE Nordamerika von 16 % zugrunde gelegt, in den Folgejahren wird insgesamt von einer moderat ansteigenden EBITDA-Marge ausgegangen.

Nachfolgende Diskontierungszinssätze (Weighted Average Cost of Capital) sind für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgeleitet worden:

Zahlungsmittelgenerierende Einheit 31.12.2022 31.12.2021
Europa 9,00 % 7,35 %
Nordamerika 9,06 % 7,36 %

Etwaige Unterschiede in den Diskontierungszinssätzen der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren insbesondere aus unterschiedlichen Ertragsteuersätzen.

Als Wachstumsrate für die Ermittlung des Terminal Value wurde 1,5 % (2021: 1,5 %) angesetzt.

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte sind folgenden ZGE zugeordnet:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Europa 286.527 286.527
Nordamerika 116.993 109.731
Gesamt 403.520 396.258

Nach den Ergebnissen der Wertminderungstests für die Geschäfts- oder Firmenwerte haben sich für 2022, so wie im Vorjahr, keine Wertminderungen ergeben.

Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet worden sind, wurde eine Erhöhung der Abzinsungssätze (nach Steuern) um einen Prozentpunkt oder eine Senkung der langfristigen Wachstumsrate um einen Prozentpunkt angenommen. Auf dieser Grundlage ergibt sich für keine zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ein Wertminderungsbedarf.

Entsprechend den Vorschriften des IAS 21 wurden die den einzelnen Bereichen zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte in der Funktionalwährung der Tochterunternehmen bilanziert und im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses umgerechnet. Differenzen aufgrund von Wechselkursschwankungen zwischen dem Währungskurs zum Erwerbszeitpunkt des Tochterunternehmens und dem Währungskurs zum Bilanzstichtag werden analog zu anderen Differenzen aus der Umrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen erfolgsneutral behandelt und gesondert im Eigenkapital ausgewiesen.

Wertminderungstest Marken

Der Wertminderungstest für die Marken mit unbestimmter Nutzungsdauer basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Bewertungslevel 3). Die Werthaltigkeitsprüfungen der Marken werden im Wesentlichen auf der Ebene der rechtlichen Einheiten unterhalb der operativen Segmente vorgenommen. Hierbei wurden grundsätzlich die oben beschriebenen Annahmen für die jeweiligen Finanzpläne verwendet.

Eine Wachstumsrate zur Extrapolation des letzten Planjahres wurde berücksichtigt und entspricht einer Höhe von 1,5 % (2021: 1,5 %). Die für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten verwendete Bewertungsmethode ist der Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie zuordenbar.

Marke Buchwert der Marken
in TEUR
Diskontierungszinssatz
31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
Minimax 75.991 75.991 9,00 % 7,35 %
Viking 105.782 99.618 9,07 % 7,37 %
181.773 175.609

Nach den Ergebnissen der Wertminderungstests für die immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer haben sich keine Wertminderungen ergeben.

Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Marken zugeordnet worden sind, wurde eine Erhöhung der Abzinsungssätze (nach Steuern) um einen Prozentpunkt oder eine Senkung der langfristigen Wachstumsrate um einen Prozentpunkt angenommen. Auf dieser Grundlage ergibt sich für keine zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ein Wertminderungsbedarf.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Der Buchwert der sonstigen immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2022 enthält aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 128.223 (31. Dezember 2021: TEUR 115.426). Die Zuführungen zu den Entwicklungskosten betrugen im Berichtszeitraum TEUR 21.705 (2021: TEUR 21.558). Der Abschreibungsaufwand belief sich auf TEUR 11.044 (2021: TEUR 7.427).

31 Vorräte

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 97.956 70.955
Unfertige Erzeugnisse 22.371 17.497
Fertige Erzeugnisse und Waren 136.969 104.259
Geleistete Anzahlungen 1.475 978
258.771 193.689

Als Aufwand in der Berichtsperiode wurden TEUR 847.737 (2021: TEUR 624.194) in den Umsatzkosten erfasst. Die unfertigen Erzeugnisse betreffen im Wesentlichen halbfertige Normteile und Produkte der Geschäftsbereiche System Integration und Produktgeschäft.

Der Buchwert der Vorräte per 31. Dezember 2022 versteht sich abzüglich Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 12.268 (31. Dezember 2021: TEUR 9.398). Die Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Netto-Veräußerungswert in Höhe von TEUR -2.870 (2021: TEUR -1.360) wurden im Berichtsjahr in den Umsatzkosten erfasst.

In den Fertigen Erzeugnissen und Waren sind TEUR 1.032 (31. Dezember 2021: TEUR 603) berücksichtigt, die der Konzern für Verträge mit Kunden mit Rückgaberechten auf Basis historischer Erfahrungswerte ermittelt hat. Diese sind mit den durchschnittlichen Herstellkosten bewertet. Eine Rückvergütungsverbindlichkeit ist in Höhe der durchschnittlichen Verkaufspreise in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten.

32 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.973 5.538
Sonstige Forderungen 6.466 1.704
Abzüglich Wertberichtigungen -4.183 0
Sonstige Forderungen (netto) 2.283 1.704
Langfristig 9.256 7.242
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 427.950 340.760
Abzüglich Wertberichtigungen -30.246 -24.117
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) 397.704 316.643
Sonstige Forderungen 22.700 20.121
Abzüglich Wertberichtigungen -4.308 -110
Sonstige Forderungen (netto) 18.392 20.011
Kurzfristig 416.096 336.654

Die Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen sind in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ermittelt.

Die Überfälligkeiten der wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellte sich wie folgt dar:

31.12.2022 31.12.2021
Mehr als 12 Monate 54 % 58 %
Zwischen 6 und 12 Monaten 18 % 20 %
Zwischen 3 und 6 Monaten 14 % 10 %
Weniger als 3 Monate 14 % 12 %
100 % 100 %

Zum 31. Dezember 2022 bestehen Sicherheiten in Höhe von TEUR 16.022 (31. Dezember 2021: TEUR 5.024) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Übrigen entspricht die maximale Kreditrisikoexposition am Abschlussstichtag dem Buchwert der oben aufgeführten Forderungen.

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Kreditversicherungen 12.796 3.129
Akkreditive 3.056 1.456
Sonstige Sicherheiten 170 439
16.022 5.024

Die Kreditversicherungen regulieren Schäden aus Forderungsausfällen im Rahmen der Deckungszusage bis maximal in Höhe der gezeichneten Linie. Die beizulegenden Zeitwerte der Sicherheiten entsprechen im Wesentlichen den oben aufgeführten Werten.

Der Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen.

Der Konzern ermittelt die Wertberichtigungen für kollektiv betrachtete Einzelposten auf der Basis seiner bisherigen Erfahrungen mit Kreditverlusten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Faktoren. Wertberichtigungen für den erwarteten Ausfall bonitätsbeeinträchtigter Forderungen werden individuell ermittelt.

Die nachfolgenden Tabellen enthalten Informationen über das geschätzte Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

TEUR Bruttobuchwert Wertberichtigung
Nicht fällige Forderungen 258.968
Überfällige Forderungen
- weniger als 90 Tage 117.723
- zwischen 90 und 180 Tagen 11.330
- zwischen 180 und 360 Tagen 9.070
- mehr als 360 Tage 8.510
Forderungen ohne beeinträchtigte Bonität (Ausfallquote: 2,15 %) 405.601 -8.717
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität 22.349 -21.529
Stand am 31.12.2022 427.950 -30.246
TEUR Bruttobuchwert Wertberichtigung
Nicht fällige Forderungen 213.126
Überfällige Forderungen
- weniger als 90 Tage 86.186
- zwischen 90 und 180 Tagen 10.872
- zwischen 180 und 360 Tagen 5.351
- mehr als 360 Tage 8.605
Forderungen ohne beeinträchtigte Bonität (Ausfallquote: 2,63 %) 324.140 -8.536
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität 16.620 -15.581
Stand am 31.12.2021 340.760 -24.117

Nachstehende Tabellen enthalten die Entwicklung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2022 bzw. im Vorjahr:

TEUR Stand am 01.01.2022 Währungsumrechnung Verbrauch Auflösung
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -24.117 -660 1.713 2.823
Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen -110 0 0 7
Gesamt -24.227 -660 1.713 2.830
TEUR Zuführung Umgliederung Veränderung des Konsolidierungskreises Stand am 31.12.2022
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -10.300 16 279 -30.246
Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen -8.388 0 0 -8.491
Gesamt -18.688 16 279 -38.737
TEUR Stand am 01.01.2021 Währungsumrechnung Verbrauch Auflösung
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -20.064 -1.312 2.203 2.068
Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen -131 -3 0 33
Gesamt -20.195 -1.315 2.203 2.101
TEUR Zuführung Umgliederung Veränderung des Konsolidierungskreises Stand am 31.12.2021
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -7.012 0 0 -24.117
Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen -9 0 0 -110
Gesamt -7.021 0 0 -24.227

33 Vertrags vermögenswerte und -verbindlichkeiten

Die Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr wie folgt entwickelt:

TEUR Vertragsvermögenswerte
Stand am 01.01.2021 114.187
Umgliederung in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -492.261
Änderungen aufgrund erhaltener Anzahlungen -8.123
Änderungen aus der Bestimmung des Leistungsfortschritts 463.386
Änderungen aus neuen Leistungsverpflichtungen 43.529
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.288
Veränderungen Wertberichtigungen 691
Stand am 31.12.2021 123.697
Umgliederung in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -571.255
Änderungen aufgrund erhaltener Anzahlungen -16.899
Änderungen aus der Bestimmung des Leistungsfortschritts 558.045
Änderungen aus neuen Leistungsverpflichtungen 60.160
Währungsumrechnungsdifferenzen 1.187
Veränderungen Wertberichtigungen -150
Veränderung des Konsolidierungskreises -3.140
Stand am 31.12.2022 151.645

Die Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte werden nach dem vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 ermittelt. Auf Vertragsvermögenswerte wurden zum 31. Dezember 2022 Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 821 (31. Dezember 2021: TEUR 677) ausgehend vom Bruttobuchwert in Höhe von TEUR 152.466 (31. Dezember 2021: 124.374) gebildet. Die Veränderung der Wertberichtigungen resultiert aus dem Anstieg der Summe der Vertragsvermögenswerte zum Bilanzstichtag im Vergleich zum 31. Dezember 2021.

TEUR Vertragsverbindlichkeiten
Stand am 01.01.2021 95.976
Erfasste Umsätze, die zum Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren -76.909
Veränderungen aufgrund erhaltener Anzahlungen und gestellter Rechnungen 81.929
Veränderungen erhaltener Anzahlungen 1.499
Währungsumrechnungsdifferenzen 4.161
Stand am 31.12.2021 106.656
Erfasste Umsätze, die zum Beginn der Periode in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren -85.102
Veränderungen aufgrund erhaltener Anzahlungen und gestellter Rechnungen 124.660
Veränderungen erhaltener Anzahlungen 1.474
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.112
Veränderung des Konsolidierungskreises -6.830
Stand am 31.12.2022 142.970

In der Berichtsperiode sind Erlöse in Höhe von TEUR 84.844 (2021: TEUR 76.909) erfasst, die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Ferner sind Erlöse aus Leistungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 727 (2021: TEUR 669) erfasst, die in früheren Perioden erfüllt worden sind.

Die Erlöserfassung der verbleibenden Leistungsverpflichtungen in Höhe der vereinbarten Transaktionspreise wird wie folgt erwartet:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Innerhalb eines Jahres 678.579 520.605
Nach mehr als einem Jahr aber innerhalb von zwei Jahren 92.314 60.850
Nach mehr als zwei Jahren 23.235 15.860
Verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordneter Transaktionspreis 794.128 597.315

Auf die Berücksichtigung von Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr sowie Leistungsverpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen wurden gemäß IFRS 15.121 verzichtet.

34 Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel in Höhe von TEUR 472.715 (31. Dezember 2021: TEUR 376.001) bestehen aus Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbeständen und erhaltenen Schecks. Die Zeitwerte der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entsprechen den Buchwerten.

Der identifizierte Wertberichtigungsbedarf für flüssige Mittel ist unwesentlich.

35 Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene gezeichnete Kapital, bestehend aus einem Geschäftsanteil mit einem Nennwert von TEUR 3.914 (31. Dezember 2021: TEUR 3.914), ist voll eingezahlt bzw. als Sacheinlage geleistet.

Die sonstigen Gewinnrücklagen enthalten neben dem Konzernergebnis des Jahres und der kumulierten Konzernergebnisse der Vorjahre im Wesentlichen die Effekte aus der IFRS-Erstanwendung.

Die anderen Rücklagen entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:

TEUR Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Neubewertung von Pensionen Währungsumrechnung Inflationsanpassung Sonstige Gesamt
Stand am 01.01.2021 276 -28.348 -16.732 6 -917 -45.715
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 0 3.676 0 0 917 4.593
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 0 0 33.168 6 0 33.174
Stand am 31.12.2021 276 -24.672 16.436 12 0 -7.948
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 0 20.521 0 0 0 20.521
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 0 0 25.064 -1.996 0 23.068
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0 -430 0 0 -430
Stand am 31.12.2022 276 -4.151 41.070 -1.984 0 35.211

36 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Abgegrenzte personalbedingte Aufwendungen 94.902 80.354
Abgegrenzte sonstige Aufwendungen 73.205 71.448
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 141.120 84.375
Sonstige Verbindlichkeiten 39.329 29.894
348.556 266.071
davon langfristig 1.842 1.826
davon kurzfristig 346.714 264.245
348.556 266.071

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Rückvergütungsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.344 (2021: TEUR 1.148) für Verträge mit Kunden mit Rückgaberechten.

37 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bankverbindlichkeiten 1.014.123 992.742
Leasingverbindlichkeiten 52.644 53.022
Langfristig 1.066.767 1.045.764
Leasingverbindlichkeiten 28.595 24.919
Ausgegebene Schecks 14.789 9.955
Bankverbindlichkeiten 10.116 9.658
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 1.525 1.609
Kontokorrentdarlehen 1.459 1.082
Andere Darlehen 3 3
Kurzfristig 56.487 47.226
1.123.254 1.092.990

Die Bankverbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus einer Darlehensaufnahme in Form eines Senior Secured Facilities Agreement mit einem internationalen Konsortium unter Führung der Deutsche Bank AG, London Branch, Großbritannien, das nach einer Refinanzierung und Aufstockung im Geschäftsjahr 2018 u.a. Darlehen in Höhe von EUR 514 Mio. an deutsche Konzerngesellschaften und USD 600 Mio. an die US-amerikanische Zwischenholding MX Holdings US, Inc. beinhaltet.

Für die Bankverbindlichkeiten ist ein variabler Zinssatz vereinbart, der dem für die Zinsperiode geltenden Euribor bzw. USD-LIBOR zuzüglich einer vertraglich vereinbarten Marge entspricht.

In den Bankverbindlichkeiten am Bilanzstichtag sind Transaktionskosten und Disagio in Höhe von TEUR 2.530 (2021: TEUR 3.391) enthalten, die den Buchwert reduzieren und im Rahmen der Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit den Darlehen zugeschrieben werden. Darlehen in Fremdwährung werden mit dem Stichtagskurs in Euro umgerechnet.

Zwischen Buchwert und Zeitwert der Bankverbindlichkeiten bestehen keine wesentlichen Abweichungen.

Die Restlaufzeiten der Bankverbindlichkeiten (ohne Transaktionskosten) stellen sich wie folgt dar:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Innerhalb eines Jahres 10.765 10.437
Nach mehr als einem Jahr aber innerhalb von fünf Jahren 1.015.672 995.186
1.026.437 1.005.623

Zur Absicherung sämtlicher gegenüber den Kreditgebern bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den oben genannten Finanzierungsverträgen haben die wesentlichen Konzerngesellschaften die nachfolgenden Vermögenswerte zu Gunsten der Kreditgeber abgetreten bzw. verpfändet.

Buchwerte
in TEUR
31.12.2022 31.12.2021
Forderungen 485.734 393.020
Sachanlagen 148.944 142.974
Immaterielle Vermögenswerte 210.883 198.727
Guthaben bei Kreditinstituten 409.048 314.942
Vorräte 178.459 132.484
Grundschulden 32.120 32.120
1.465.188 1.214.267

Bei einer wesentlichen Verzögerung der Zahlung eines fälligen Betrages im Rahmen der oben genannten Finanzverbindlichkeiten bzw. bei einer Nichteinhaltung der im Darlehensvertrag enthaltenen Verpflichtungen sind die Kreditgeber nach Ablauf von unterschiedlichen Fristen berechtigt, den Darlehensvertrag zu kündigen und den ausstehenden Darlehensbetrag sofort zahlbar zu stellen, sofern seitens der Gesellschafter im Rahmen definierter Fristen keine Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden. Die im Darlehensvertrag geregelten Verpflichtungen betreffen u. a. die Bereitstellung von Finanzdaten an die Kreditgeber sowie die Einhaltung bestimmter Kennzahlen einschließlich solcher bezüglich der Nettoverschuldung und der Kapitaldienstfähigkeit des Konzerns auf Ebene der Minimax Viking GmbH, Bad Oldesloe.

Desweitern hat der Konzern Sicherheiten in Höhe von TEUR 2.213 (2021: TEUR 1.753) im Wesentlichen in Form von Mietkautionen ausgegeben.

Die Leasingverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Mindestleasingzahlungen:
Innerhalb eines Jahres 31.923 28.065
Nach mehr als einem Jahr aber innerhalb von fünf Jahren 53.711 52.408
Nach mehr als fünf Jahren 3.105 5.242
88.739 85.715
Künftiger Finanzaufwand für Leasingverhältnisse -7.501 -7.774
Barwert der Leasingverhältnisse 81.238 77.941
Innerhalb eines Jahres 28.595 24.919
Nach mehr als einem Jahr aber innerhalb von fünf Jahren 49.759 48.162
Nach mehr als fünf Jahren 2.884 4.860
Barwert der Leasingverhältnisse 81.238 77.941

Die Leasingverbindlichkeiten betreffen seit dem 1. Januar 2019 Mietverträge für Büro- und Lagerflächen sowie Fahrzeuge. Der durchschnittliche effektive Zinssatz für die Leasingverbindlichkeiten des Konzerns beträgt 4,9 % p.a. (2021: 4,8 % p.a.). Der Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeiten beträgt im Geschäftsjahr 2022 TEUR 4.062 (2021: TEUR3.748). Mögliche künftige Verpflichtungen aus Verlängerungsoptionen, die als nicht hinreichend sicher eingeschätzt wurden, betragen TEUR 53.118 (2021: TEUR 43.832).

Wir verweisen außerdem auf unsere Ausführungen zu Leasingverhältnissen unter Textziffer 17, zu Abschreibungen auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens unter Textziffer 25, zu Nutzungsrechten unter Textziffer 28 sowie zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen unter Textziffer 42.

38 Latente Steuern

Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten und -ansprüche werden saldiert, sofern diese sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und das Unternehmen einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat. Diese Beträge stellen sich wie folgt dar:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Latente Ertragsteueransprüche:
- die nach mehr als 12 Monaten realisiert werden 23.404 29.398
- die innerhalb von 12 Monaten realisiert werden 33.695 24.184
Summe Aktiva vor Saldierung 57.099 53.582
Summe Aktiva nach Saldierung 16.284 11.602
Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten:
- die nach mehr als 12 Monaten erfüllt werden -151.732 -148.100
- die innerhalb von 12 Monaten erfüllt werden -36.392 -25.932
Summe Passiva vor Saldierung -188.124 -174.032
Summe Passiva nach Saldierung -147.309 -132.052
Summe -131.025 -120.450

Die Entwicklung der latenten Bruttosteuern stellt sich wie folgt dar:

TEUR
Stand am 31.12.2021 -120.450
Ergebniswirksame Erfassung (Textziffer 27) 1.125
Nichtergebniswirksame Erfassung -8.234
Währungsumrechnungsdifferenzen -3.466
Stand am 31.12.2022 -131.025

Die Entwicklung der latenten Ertragsteueransprüche und -verbindlichkeiten vor Saldierung der von derselben Steuerbehörde erhobenen Steuern ist den nachfolgenden Übersichten zu entnehmen:

TEUR Stand 31.12.2021 Erfolgswirksame/ -neutrale Erfassung und Währungsumrechnung Stand 31.12.2022
Latente Ertragsteueransprüche:
Altersversorgungs- und ähnliche Verpflichtungen 20.923 -8.878 12.045
Vorräte 2.442 1.677 4.119
Verträge mit Kunden 2.318 1.156 3.474
Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge 6.084 -1.889 4.195
Drohverluste und andere steuerlich nicht anerkannte Verbindlichkeiten 2.693 5.745 8.438
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.162 -499 3.663
Finanzielle Vermögenswerte 1.192 507 1.699
Sachanlagen 320 -73 247
Immaterielle Vermögenswerte 0 4 4
Nutzungsrechte/Leasingverbindlichkeiten 8.376 -2.256 6.120
Sonstiges 5.072 8.023 13.095
53.582 3.517 57.099
Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten:
Immaterielle Vermögenswerte -133.143 -1.981 -135.124
Verträge mit Kunden -14.132 -6.076 -20.208
Sachanlagen -10.381 766 -9.615
Finanzielle Vermögenswerte -122 121 -1
Vorräte -7.916 -3.260 -11.176
Altersversorgungsverpflichtungen -683 4 -679
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.333 97 -1.236
Nutzungsrechte/Leasingverbindlichkeiten -4.648 -4.852 -9.500
Sonstiges -1.674 1.089 -585
-174.032 -14.092 -188.124
-120.450 -10.575 -131.025
TEUR Stand 31.12.2020 Erfolgswirksame/ -neutrale Erfassung und Währungsumrechnung Stand 31.12.2021
Latente Ertragsteueransprüche:
Altersversorgungs- und ähnliche Verpflichtungen 21.879 -956 20.923
Vorräte 2.589 -147 2.442
Verträge mit Kunden 3.347 -1.029 2.318
Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge 8.961 -2.877 6.084
Drohverluste und andere steuerlich nicht anerkannte Verbindlichkeiten 1.672 1.021 2.693
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.458 704 4.162
Finanzielle Vermögenswerte 2.457 -1.265 1.192
Sachanlagen 348 -28 320
Immaterielle Vermögenswerte 11 -11 0
Nutzungsrechte/Leasingverbindlichkeiten 4.770 3.606 8.376
Sonstiges 6.568 -1.496 5.072
56.060 -2.478 53.582
Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten:
Immaterielle Vermögenswerte -125.743 -7.400 -133.143
Verträge mit Kunden -14.765 633 -14.132
Sachanlagen -8.665 -1.716 -10.381
Finanzielle Vermögenswerte -35 -87 -122
Vorräte -3.663 -4.253 -7.916
Altersversorgungsverpflichtungen -271 -412 -683
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -527 -806 -1.333
Nutzungsrechte/Leasingverbindlichkeiten -9.656 5.008 -4.648
Sonstiges -1.504 -170 -1.674
-164.829 -9.203 -174.032
-108.769 -11.681 -120.450

Latente Ertragsteueransprüche für steuerliche Verlustvorträge werden mit dem Betrag angesetzt, zu dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist.

In 2022 konnte der gewerbesteuerliche Verlustvortrag des deutschen Organkreises in Folge der in 2021 erfolgten Erweiterung des deutschen Organkreises teilweise genutzt werden. Da eine Nutzung aufgrund der erwarteten positiven Ergebnisse der Organgesellschaften auch entsprechend in Zukunft wahrscheinlich ist, erfolgte auf den verbleibenden gewerbesteuerlichen Verlustvortrag des deutschen Organkreises in Höhe von TEUR 20.622 ein Ansatz von aktiven latenten Steuern in Höhe von insgesamt TEUR 2.986.

Darüber hinaus besteht noch im deutschen Organkreis ein Zinsvortrag in Höhe von TEUR 104.894. Eine Nutzung des Zinsvortrags wird auf Grund des weiterhin eingeschränkten Zinsabzuges sowie aufgrund der Höhe des vorhandenen Zinsvortrags als nicht wahrscheinlich erachtet. Daher wurden wie bereits in den Vorjahren keine aktiven latenten Steuern auf den Zinsvortrag gebildet.

Weiterhin wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge der Viking Fire Protection Equipment Trading (Shanghai) Co., Ltd. (TEUR 27), der Lehavot Services Ltd. (TEUR 767) sowie der Minimax France SAS (TEUR 411) gebildet.

Die o. g. Verlustvorträge sind in Deutschland und Frankreich unbegrenzt nutzbar. In China verfallen die Verlustvorträge innerhalb von 5 Jahren, in Israel nach 7 Jahren.

Für folgende Verlust- und Zinsvorträge wurden keine latenten Steueransprüche bilanziert, da mit einer kurz- bis mittelfristigen Realisierung der Ansprüche nicht zu rechnen ist:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Körperschaftsteuerliche Verluste 4.030 9.217
Zinsvorträge 104.894 92.880

Die o. g. Verlustvorträge betreffen größtenteils Tochtergesellschaften in Malaysia, Saudi-Arabien und Brasilien sowie Verlustvorträge von Organgesellschaften, die während der Organschaft nicht genutzt werden können.

Sie verfallen in Saudi-Arabien innerhalb von einem Jahr und in Malaysia innerhalb von 10 Jahren nach ihrer Festsetzung. In Brasilien können die Verlustvorträge zeitlich unbeschränkt genutzt werden.

39 Altersversorgungsverpflichtungen

Die betriebliche Altersversorgung im Konzern erfolgt sowohl auf Basis von Leistungs- als auch Beitragszusagen.

39.1 Leistungsorientierte Pläne

Gemäß einer Gesamtbetriebsvereinbarung vom 19. Juli 2000 (in der letzten Fassung vom 11. Dezember 2001), die zum 31. Dezember 2005 gekündigt wurde, gewähren die operativen deutschen Gesellschaften allen Mitarbeitern sowie deren Hinterbliebenen eine Altersrente, eine Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenrente an den Ehegatten. Die Altersrente wird nach der Erreichung der Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung bzw. bei einer vorherigen Inanspruchnahme von Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung zugesagt. Diese beträgt nach einer anrechnungsfähigen Dienstzeit von zehn Jahren monatlich EUR 46. Für jedes weitere Dienstjahr erhöht sich dieser Betrag um EUR 4,60 bis auf höchstens EUR 161. Die Hinterbliebenenrente an den Ehegatten beträgt 60 % des jeweils erreichten Anspruchs; daneben sind noch Waisenrenten in verschiedenen Formen zugesagt. Die Invalidenrente wird bei Eintritt in die Invalidität in Höhe des erreichten Anspruchs auf Altersrente gewährt, wobei jeweils eine Dienstzeit von mindestens zehn Jahren zugrunde gelegt wird. Weiterhin bestehen in Deutschland Sterbegeldverpflichtungen, die unter den sonstigen ähnlichen Verpflichtungen ausgewiesen werden.

Darüber hinaus bestehen noch kleinere Verpflichtungen in Frankreich, Indien, Israel, Italien, Österreich, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Thailand.

Die mit den Versorgungssystemen verbundenen Risiken betreffen im Wesentlichen die üblichen Risiken von leistungsorientierten Pensionsplänen in Bezug auf mögliche Änderungen des Abzinsungssatzes und in kleinem Maße der Inflationsentwicklung sowie der Langlebigkeit. Um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und demographischer Entwicklungen zu begrenzen, wurden die Pläne mit den höchsten Verpflichtungen in Deutschland vor einigen Jahren für Neueintritte geschlossen.

Der Barwert der Versorgungsverpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

TEUR 2022 2021
Barwert der Versorgungsverpflichtungen zum 01.01. 99.168 103.805
Laufender Dienstzeitaufwand 1.785 1.988
Zinsaufwand 1.394 1.158
Im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+):
- aus Veränderungen bei demographischen Annahmen -44 0
- aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen -28.017 -4.805
- aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen -1.300 -353
Sonstige Neubewertungen -18 27
Ausgezahlte Leistungen -3.348 -3.261
Effekte aus Übertragungen (Transferwerte) 0 227
Währungskurseffekte -182 382
Veränderung des Konsolidierungskreises -212 0
Barwert der Versorgungsverpflichtungen zum 31.12. 69.226 99.168

Dem gegenüber hat sich das Planvermögen des Konzerns wie folgt entwickelt:

TEUR 2022 2021
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.01. 2.861 2.215
Im Gewinn oder Verlust erfasster Ertrag des Planvermögens 66 43
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen -35 142
Arbeitgeberbeiträge 198 200
Ausgezahlte Leistungen -361 -184
Effekte aus Übertragungen (Transferwerte) 0 151
Währungskurseffekte -164 294
Veränderung des Konsolidierungskreises -165 0
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 2.400 2.861

Die Altersversorgungsverpflichtung für den Konzern leitet sich wie folgt ab:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Barwert der Versorgungsverpflichtungen aus voll oder teilweise fondsfinanzierten Plänen 2.868 3.562
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -2.400 -2.861
Unterdeckung/Überdeckung (-) 468 701
Barwert der Versorgungsverpflichtungen aus nicht fondsfinanzierten Plänen 66.358 95.606
Rückstellung für Altersversorgungsverpflichtungen 66.826 96.307
davon Altersversorgungsleistungen 66.409 95.918
davon sonstige ähnliche Verpflichtungen 417 389

Die Altersversorgungsverpflichtungen teilen sich auf in reine Altersversorgungsleistungen und sonstige ähnliche Verpflichtungen. Letztere umfassen Sterbegeldleistungen in Deutschland sowie Verpflichtungen zur Zahlung von Abfertigungsleistungen in Österreich.

In 2022 betrugen die ausgezahlten Leistungen TEUR 3.348 (2021: TEUR 3.261). Die künftigen Leistungsverpflichtungen verteilen sich wie folgt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Innerhalb eines Jahres 3.955 4.118
Nach mehr als einem Jahr aber innerhalb von fünf Jahren 14.893 14.430
Nach mehr als fünf Jahren aber innerhalb von zehn Jahren 20.608 20.544
39.456 39.092

Für das Jahr 2023 werden voraussichtlich TEUR 3.352 vom Arbeitgeber direkt erbracht. Die Beiträge in das externe Planvermögen im Jahr 2022 betrugen TEUR 198 (2021: TEUR 200).

Die Altersversorgungsverpflichtung hat sich wie folgt entwickelt:

TEUR 2022 2021
Altersversorgungsverpflichtung zum 01.01. 96.307 101.590
Laufender Dienstzeitaufwand 1.785 1.988
Nettozinsaufwand 1.328 1.115
Im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+):
- aus Veränderungen bei demographischen Annahmen -44 0
- aus Veränderungen bei finanziellen Annahmen -28.017 -4.805
- aufgrund von erfahrungsbedingten Anpassungen -1.300 -353
Sonstige Neubewertungen der Versorgungsverpflichtungen -18 27
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen des Planvermögens 35 -142
Arbeitgeberbeiträge -198 -200
Direkte Rentenzahlungen des Arbeitgebers -2.987 -3.078
Effekte aus Übertragungen (Transferwerte) 0 76
Währungskurseffekte -18 89
Veränderung des Konsolidierungskreises -47 0
Altersversorgungsverpflichtung zum 31.12. 66.826 96.307
davon Aktivum 0 0
davon Passivum 66.826 96.307

Der Zinsaufwand wurde in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erfasst. Die übrigen Aufwendungen wurden in den Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten berücksichtigt.

Für den in 2012 erstmals konsolidierten Plan bei der israelischen Gesellschaft besteht unverändert das Planvermögen ausschließlich aus Versicherungsverträgen. Eigene Finanzinstrumente oder von Konzerngesellschaften genutzte Immobilien sind im Planvermögen nicht enthalten.

Bei der Ermittlung von Pensionsverpflichtungen und Pensionsaufwand wurden die folgenden Annahmen verwendet. Der Ausweis erfolgt auf Basis von gewichteten Durchschnitten.

31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungsfaktor 4,22 % 1,45 %
Erwartete Gehaltserhöhungen 2,99 % 2,51 %
Erwartete Rentenerhöhungen 2,00 % 1,50 %

Der Abzinsungsfaktor für den Euro-Raum beträgt 4,2 % zum 31. Dezember 2022.

Die deutschen Pensionszusagen werden unter Berücksichtigung der biometrischen Rechnungsgrundlagen gemäß den Richttafeln "RT 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Der für die Abzinsung der künftigen Zahlungsverpflichtungen verwendete Zinssatz wurde für Deutschland und Österreich aus der "Mercer Pension Discount Yield Curve" abgeleitet. Diese basiert im Euroraum auf Basis der Anleihen aus den Indizes von Thomson Reuters Datastream. Die Ermittlung der erwarteten Verzinsung des Fondsvermögens erfolgt mit Hilfe externer Versicherungsmathematiker sowie unter Bezugnahme von Kapitalmarkterwartungen.

Die folgende Sensitivitätsanalyse basiert auf der Veränderung einer Annahme während alle anderen Annahmen konstant bleiben, das heißt mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt. Bei der Berechnung der Sensitivität der Versorgungsverpflichtungen auf wesentliche versicherungsmathematischen Annahmen wurde dieselbe Methode verwendet wie bei der Bewertung der Rückstellung.

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Auswirkung auf den Barwert der Versorgungsansprüche, falls
- die Lebenserwartung um 1 Jahr höher wäre 2.469 4.337
- der Abzinsungssatz 50 Basispunkte höher wäre -4.211 -7.575
- der Abzinsungssatz 50 Basispunkte niedriger wäre 4.623 8.560
- die erwartete Rentenerhöhung 50 Basispunkte niedriger wäre -3.411 -5.873
- die erwartete Rentenerhöhung 50 Basispunkte höher wäre 3.716 6.470

Eine Änderung der erwarteten Gehaltserhöhungen um +/- 50 Basispunkte hätte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Umfang der Versorgungsverpflichtung.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen beträgt 13,8 Jahre zum 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: 17 Jahre).

39.2 Beitragsorientierte Pläne

Die Mitarbeiter in Deutschland erhalten Leistungen aus der gesetzlich festgelegten Rentenversicherung, für die Beiträge als Teil des Einkommens eingezahlt werden. Eine US-amerikanische Tochtergesellschaft leistet Beiträge an eine Arbeitnehmer-Gewerkschaft. Da nach Zahlung der Beiträge an diese Institutionen für den Konzern keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden die Pläne als beitragsorientierte Pläne ("Defined Contribution Plan") behandelt. Laufende Beitragszahlungen wurden als Aufwendungen für den betreffenden Zeitraum angesetzt. Der Aufwand für alle beitragsorientierten Pläne betrug im Geschäftsjahr 2022 TEUR 42.760 (2021: TEUR 37.663).

Die US-amerikanischen Mitarbeiter haben das Recht, an dem beitragsorientierten '401 (k) Plan' teilzunehmen. Die Mitarbeiter können Teile ihres Gehaltes im Rahmen dieses Planes anlegen. Der Gesamtaufwand aus diesem Beitragsplan im Geschäftsjahr betrug TEUR 6.780 (2021: TEUR 5.559) und ist in dem oben genannten Aufwand für die beitragsorientierten Pläne enthalten.

40 Rückstellungen

TEUR Gewährleistungen Produkthaftung/ Schadensfälle Personalaufwendungen
Stand am 01.01.2022 21.358 8.179 3.330
Umgliederung 30 0 0
Verbrauch -2.503 -4.794 -420
Auflösung -1.478 0 -108
Zuführung 5.715 11.628 67
Auf-/Abzinsung, Währungsumrechnung -29 650 0
Stand am 31.12.2022 23.093 15.663 2.869
TEUR Rechtsstreitigkeiten Belastende Verträge Sonstige Gesamt
Stand am 01.01.2022 4.521 749 12.038 50.175
Umgliederung -914 0 884 0
Verbrauch -31 -45 -699 -8.492
Auflösung -167 -574 -1.827 -4.154
Zuführung 159 215 7.350 25.134
Auf-/Abzinsung, Währungsumrechnung 234 14 112 981
Stand am 31.12.2022 3.802 359 17.858 63.644

Die Fristigkeiten der Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristig 20.792 21.194
Kurzfristig 42.852 28.981
Nettobuchwert 63.644 50.175

Gewährleistungen

Abgesehen vom US-amerikanischen Markt, für den zum Teil nur eine Gewährleistungsfrist von einem Jahr vereinbart ist und der erfahrungsgemäß eine niedrige Reklamationsquote aufweist, bildet der Konzern Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche der Kunden in allen Geschäftsbereichen. Neben der Berücksichtigung von Einzelrisiken werden die Rückstellungen als prozentualer Anteil aus den erzielten Umsatzerlösen und der historischen Reklamationsquoten abgeleitet. Es wird erwartet, dass diese Rückstellungen in Höhe von TEUR 5.741 innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag in Anspruch genommen werden. Die Gewährleistungsrückstellungen im Geschäftsjahr 2022 beinhalten Zuführungen in Höhe von insgesamt TEUR 5.715.

Produkthaftung/Schadensfälle

Für das Produktgeschäft auf dem US-amerikanischen Markt werden Rückstellungen für Produkthaftung auf Basis von Vergangenheitswerten bzw. für potentielle Schadensfälle unter Abschätzung künftig anfallender Kosten ermittelt. Diese betragen TEUR 15.663 und werden als kurzfristige Rückstellung ausgewiesen.

Personalaufwendungen

Es handelt sich hier im Wesentlichen um Jubiläumsleistungen und Überbrückungsgelder. Die Rückstellungen werden anhand versicherungsmathematischer Bewertungen der wahrscheinlichen Verpflichtungen gebildet, wobei angenommen wird, dass innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag Rückstellungen in Höhe von TEUR 252 in Anspruch genommen werden.

Rechtsstreitigkeiten

Der Konzern bildet Rückstellungen für die Prozessrisiken und Prozesskostenrisiken aus Rechtsstreitigkeiten im Wesentlichen aus Schadenersatz, die von Konzernunternehmen geführt werden. Es sind für Rechtsangelegenheiten in Europa und Nordamerika Rückstellungen gebildet worden. Zum Schutz der rechtlichen Verhandlungsposition des Konzerns erfolgen hier keine weiteren Angaben.

Belastende Verträge

Die betreffenden Rückstellungen betreffen vorwiegend Verträge mit Kunden.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen sind mit hoher Unsicherheit verbunden, gelten jedoch überwiegend als kurzfristig, da angenommen wird, dass etwaige Zahlungen in Höhe von TEUR 17.858 innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu leisten wären.

E Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung setzt sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember jeweils wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Flüssige Mittel (Textziffer 34) 472.715 376.001
Ausgegebene Schecks (Textziffer 37) -14.789 -9.955
Kontokorrentdarlehen (Textziffer 37) -1.459 -1.082
Finanzmittelfond 456.467 364.964

Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 1.558 (31. Dezember 2021: TEUR 1.821) sind derzeit dem unmittelbaren Zugriff des Konzerns entzogen. Des Weiteren verweisen wir auf die Angabe zur Abtretung/Verpfändung von Guthaben bei Kreditinstituten in Textziffer 37.

Die Mittelzu- und -abflüsse aus der Finanzierungstätigkeit lassen sich wie folgt zu den in Textziffer 37 ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten überleiten:

TEUR 31.12.2021 Zahlungswirksam
Zugänge Leasingverhältnisse Abgänge Leasingverhältnisse
Bankverbindlichkeiten 1.002.400 -50.142 0 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -10.841
- Zinsen aus Bankverbindlichkeiten -39.301
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 1.609 -90 0 0
Leasingverbindlichkeiten 77.941 -35.624 35.304 -2.168
- Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -31.562
- Zinsen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -4.062
Andere Darlehen 3 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.081.953 -85.856 35.304 -2.168
Veränderungen von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten 8
Sonstige gezahlte Zinsen -5.131
Erhaltene Zinsen 1.276
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -8
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -89.711
Ausgegebene Schecks 9.955 4.259 0 0
Kontokorrentdarlehen 1.082 435 0 0
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Finanzmittelfond 11.037 4.694 0 0
Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten 1.092.990 -81.162 35.304 -2.168
TEUR Zinsaufwand Effektivzinsen Währungsumrechnung Zahlungsunwirksam Veränderung des Konsolidierungskreises 31.12.2022
Bankverbindlichkeiten 39.460 986 31.535 0 1.024.239
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten
- Zinsen aus Bankverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 6 0 0 0 1.525
Leasingverbindlichkeiten 4.062 0 1.853 -130 81.238
- Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
- Zinsen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
Andere Darlehen 0 0 0 0 3
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 43.528 986 33.388 -130 1.107.005
Veränderungen von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten
Sonstige gezahlte Zinsen
Erhaltene Zinsen
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit
Ausgegebene Schecks 0 0 575 0 14.789
Kontokorrentdarlehen 0 0 -58 0 1.459
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Finanzmittelfond 0 0 517 0 16.248
Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten 43.528 986 33.905 -130 1.123.253
TEUR 31.12.2021 Zahlungswirksam Zugänge Leasingverhältnisse Abgänge Leasingverhältnisse
Bankverbindlichkeiten 1.002.400 -50.142 0 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -10.841
- Zinsen aus Bankverbindlichkeiten -39.301
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 1.609 -90 0 0
Leasingverbindlichkeiten 77.941 -35.624 35.304 -2.168
- Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -31.562
- Zinsen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -4.062
Andere Darlehen 3 0 0 0
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.081.953 -85.856 35.304 -2.168
Veränderungen von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten 8
Sonstige gezahlte Zinsen -5.131
Erhaltene Zinsen 1.276
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -8
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -89.711
Ausgegebene Schecks 9.955 4.259 0 0
Kontokorrentdarlehen 1.082 435 0 0
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Finanzmittelfond 11.037 4.694 0 0
Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten 1.092.990 -81.162 35.304 -2.168
TEUR Zinsaufwand Effektivzinsen Währungsumrechnung Zahlungsunwirksam Veränderung des Konsolidierungskreises 31.12.2022
Bankverbindlichkeiten 39.460 986 31.535 0 1.024.239
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten
- Zinsen aus Bankverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 6 0 0 0 1.525
Leasingverbindlichkeiten 4.062 0 1.853 -130 81.238
- Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
- Zinsen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
Andere Darlehen 0 0 0 0 3
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 43.528 986 33.388 -130 1.107.005
Veränderungen von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten
Sonstige gezahlte Zinsen
Erhaltene Zinsen
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit
Ausgegebene Schecks 0 0 575 0 14.789
Kontokorrentdarlehen 0 0 -58 0 1.459
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Finanzmittelfond 0 0 517 0 16.248
Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten 43.528 986 33.905 -130 1.123.253
TEUR 31.12.2020 Zahlungswirksam Zugänge Leasingverhältnisse Abgänge Leasingverhältnisse
Bankverbindlichkeiten 972.290 -41.750 0 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -10.313
- Zinsen aus Bankverbindlichkeiten -31.437
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 2.054 -450 0 0
Leasingverbindlichkeiten 77.014 -30.657 26.263 -1.637
- Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -26.909
- Zinsen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -3.748
Andere Darlehen 2 1 0 0
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.051.360 -72.856 26.263 -1.637
Veränderungen von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten -900
Sonstige gezahlte Zinsen -5.169
Erhaltene Zinsen 425
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -1.928
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit -80.428
Ausgegebene Schecks 10.068 -912 0 0
Kontokorrentdarlehen 1.303 -323 0 0
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Finanzmittelfond 11.371 -1.235 0 0
Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten 1.062.731 -74.091 26.263 -1.637
TEUR Zinsaufwand Effektivzinsen Währungsumrechnung Zahlungsunwirksam Umgliederungen 31.12.2021
Bankverbindlichkeiten 31.511 923 39.426 0 1.002.400
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten
- Zinsen aus Bankverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Textziffer 44) 5 0 0 0 1.609
Leasingverbindlichkeiten 3.748 0 3.200 10 77.941
- Auszahlungen zur Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
- Zinsen aus Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
Andere Darlehen 0 0 0 0 3
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 35.264 923 42.626 10 1.081.953
Veränderungen von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten
Sonstige gezahlte Zinsen
Erhaltene Zinsen
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit
Ausgegebene Schecks 0 0 799 0 9.955
Kontokorrentdarlehen 0 0 102 0 1.082
Finanzverbindlichkeiten enthalten im Finanzmittelfond 0 0 901 0 11.037
Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten 35.264 923 43.527 10 1.092.990

F Sonstige Angaben

41 Eventualverbindlichkeiten

Am Bilanzstichtag bestehen keine Eventualverbindlichkeiten (31. Dezember 2021: TEUR 0).

Etwaige Eventualverbindlichkeiten werden als unwahrscheinlich angesehen, können aber nicht ausgeschlossen werden.

42 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bestellobligo Anlagevermögen

Das zum Bilanzstichtag bereits entstandene aber noch nicht abgerechnete Bestellobligo aus Investitionen in Sachanlagen beträgt TEUR 5.398 (31. Dezember 2021: TEUR 1.103) und in immaterielle Vermögenswerte beträgt TEUR 324 (31. Dezember 2021: TEUR 131).

Kaufverpflichtungen von Vorräten

Abnahmeverpflichtungen aus Bestellobligo und langfristigen Kaufvereinbarungen betragen per 31. Dezember 2022 TEUR 38.128 (31. Dezember 2021: TEUR 25.751).

Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverträgen und Leasingverträge über Vermögenswerte mit geringem Wert - Konzernunternehmen als Leasingnehmer

Der Konzern mietet im Rahmen nichtkündbarer Leasingverhältnisse technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Bei kündbaren Leasingverträgen ist eine Kündigungsfrist zu beachten. Die Leasingverträge weisen unterschiedliche Laufzeiten, Eskalationsklauseln und Verlängerungsoptionen auf.

Folgende Beträge wurden erfolgswirksam erfasst:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 14.273 11.546
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert 3.228 2.473
17.501 14.019

Die künftigen Mindestzahlungen aus diesen Leasingverträgen betragen insgesamt:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Innerhalb eines Jahres 2.495 1.143
Nach mehr als einem Jahr aber innerhalb von fünf Jahren 3.736 1.637
Nach mehr als fünf Jahren 0 16
6.231 2.796

Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen im Geschäftsjahr 2022 betragen TEUR 53.125 (2021: TEUR 44.676). Wir verweisen außerdem auf unsere Ausführungen zu Leasingverhältnissen unter Textziffer 17 sowie zu Leasingverbindlichkeiten unter Textziffer 37.

Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuwendungen in Form von Zuschüssen der öffentlichen Hand für den Bau und die Finanzierung einer Fertigungsstätte. Diese Zuwendungen stehen unter der Voraussetzung, dass bestimmte projektbezogene Kriterien geschaffen beziehungsweise erhalten werden, wie zum Beispiel die Schaffung einer gewissen Anzahl von Dauerarbeitsplätzen über einen gewissen Zeitraum. Der Konzern ist verpflichtet, diese Bedingungen zu erfüllen. Sollten jedoch diese Bedingungen nicht erfüllt werden, können maximal TEUR 10.329 der bis zum 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: TEUR 10.329) erhaltenen Zuwendungen zurückgefordert werden.

43 Finanzrisikomanagement

43.1 Finanzrisikofaktoren

Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Dies sind insbesondere das Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und das Zinsrisiko sowie das Währungskursrisiko. Das Risikomanagement fällt in die Zuständigkeit der Konzernfinanzabteilung auf Basis von durch die Konzerngeschäftsführung erlassenen Regeln. Die Konzernfinanzabteilung stellt in enger Absprache mit den Fachbereichen des Konzerns etwaige Risiken fest, bewertet diese und sichert sie ab. Die Geschäftsführung hat allgemeine schriftliche Risikomanagementvorschriften sowie Vorschriften zur Regelung bestimmter Teilbereiche wie beispielsweise Währungsrisiko, Zinsrisiko, Kreditrisiko, Verwendung derivativer und nicht-derivativer Finanzinstrumente sowie der Anlage von überschüssiger Liquidität erlassen. Ziel des Konzernrisikomanagements ist es, der Unvorhersehbarkeit der Finanzmärkte entgegenzuwirken und eine mögliche Beeinträchtigung der Konzernfinanzen gering zu halten. Zur Minimierung gewisser Risiken können auch Sicherungsgeschäfte abgeschlossen werden.

Im Rahmen des Senior Secured Facilities Agreements ist die Gesellschaft verpflichtet, regelmäßig über die Einhaltung vertraglich festgelegter "Financial Covenants" zu berichten. Bei diesen Financial Covenants handelt es sich um vereinbarte Kennzahlen bezogen auf die Nettoverschuldung und die Kapitaldienstfähigkeit der Gruppe. Sollte eine dieser Kennzahlen die vertraglich vereinbarten Grenzwerte über- oder unterschreiten, hätte dies Margenerhöhungen und ggf. Vertragsstrafen für die Gesellschaft zur Folge. Im laufenden Geschäftsjahr wurden alle Kennzahlen mit ausreichender Deckung eingehalten. Die Geschäftsführung geht auch zukünftig von der Erfüllung der Kennzahlen aus.

(a) Liquiditätsrisiko

Zum umsichtigen Liquiditätsmanagement gehören die Sicherung ausreichender Barmittel, die Verfügbarkeit von Fremdmitteln im Rahmen angemessener Kreditlinien sowie die Fähigkeit zur Schließung von Marktpositionen. Aufgrund der Dynamik des zugrunde liegenden Geschäfts ist die Konzernfinanzabteilung um hohe Flexibilität durch die Verfügbarkeit von Kreditlinien bemüht.

Die Liquiditätsversorgung des Konzerns stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Finanzmittelfond 456.467 364.964
Nicht ausgenutzte Kreditlinien 40.139 42.000
496.606 406.964

Der Gesamtbetrag der den Gesellschaften des Konzerns zur Verfügung gestellten Kreditlinien beläuft sich auf ein Volumen in Höhe von TEUR 1.068.036 (davon TUSD 572.021) (31. Dezember 2021: TEUR 1.048.468, davon TUSD 578.021). Von den Kreditlinien sind ca. TEUR 40.139 (31. Dezember 2021: TEUR 42.000) noch frei verfügbar. Bei den Kreditlinien handelt es sich sowohl um die Unternehmensfinanzierung in Zusammenhang mit der Leverage Buy Out Finanzierung als auch um Betriebsmittellinien. Die Linien wurden im Wesentlichen durch die Deutsche Bank AG, London Branch, und deren Konsortialpartner bereitgestellt. Die Laufzeit dieser Linien ist maximal bis zum 31. Juli 2025 vereinbart. Zusätzlich stehen dem Konzern Avallinien in Höhe von TEUR 270.336 (31. Dezember 2021: TEUR 250.223) zur Verfügung. Von den Avallinien sind ca. TEUR 24.932 frei verfügbar (31. Dezember 2021: TEUR 56.862). Der Konzern verfügt zudem über Zahlungsmittelbestände in Höhe von TEUR 456.467 (31. Dezember 2021: TEUR 364.964).

Mit Hilfe einer mittelfristigen Liquiditätsplanung, der Streuung der Fristen der in Anspruch genommenen Darlehen und Finanzierungsleasingverhältnisse sowie durch bestehende Kreditlinien und Finanzierungszusagen stellt der Konzern sicher, dass die Liquidität jederzeit gewährleistet ist.

Zukünftig werden folgende Liquiditätsabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten erwartet. Dabei werden Zinszahlungen aus variabel verzinsten Positionen einheitlich mit dem letzten Zinsfixing vor dem Bilanzstichtag berechnet. Auszahlungen in Fremdwährungen werden einheitlich mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Die Analyse betrifft nur Finanzinstrumente. Nicht finanzielle Verbindlichkeiten werden nicht erfasst.

TEUR 31.12.2022
Bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre 4 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 121.328 95.614 1.055.645 8.968 3.445 3.105
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 218.770 1.831 7 4 0 0
340.098 97.445 1.055.652 8.972 3.445 3.105
TEUR 31.12.2021
Bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre 4 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 81.946 62.373 55.945 1.001.759 4.958 5.242
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 157.689 1.810 7 8 1 0
239.635 64.183 55.952 1.001.767 4.959 5.242

(b) Währung srisiko

Durch seine internationalen Geschäftsaktivitäten ist der Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Währungsrisiken entstehen, wenn künftige geschäftliche Transaktionen sowie erfasste Vermögenswerte und Verbindlichkeiten eine Währung aufweisen, bei der es sich nicht um die funktionale Währung des entsprechenden Konzernunternehmens handelt. Der Konzern hat für die wesentlichen Fremdwährungszahlungsströme ein natürliches Hedging realisiert und wird dies auch weiterhin optimieren. Die größte Nettowährungsposition der geplanten Fremdwährungs-Cash-Flows besteht in USD, sie ist jedoch in Relation zum Umsatz gering.

Zur Darstellung der Währungsrisiken gemäß IFRS 7 wurden für die wichtigsten Fremdwährungen des Konzerns sämtliche monetären Vermögenswerte und monetären Verbindlichkeiten in Fremdwährung für alle konsolidierten Gesellschaften zum Bilanzstichtag analysiert und Sensitivitätsanalysen für die jeweiligen Währungspaare, bezogen auf das Nettorisiko, vorgenommen. Dabei wurden für die in den nachfolgenden Tabellen genannten Währungspaare nennenswerte Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern des Konzerns identifiziert und ermittelt.

Bei einer Aufwertung des Euro bzw. einer Abwertung des Euro gegenüber den anderen Währungen würde sich aus den Währungspaaren jeweils folgender Nettoeffekt in TEUR auf das Ergebnis vor Steuern ergeben:

EUR-Aufwertung um 10
%
EUR-Abwertung um 10
%
2022 2021 2022 2021
EUR/USD 21.687 20.673 -26.506 -25.267
EUR/HUF 1.839 -852 -2.247 1.041
EUR/SGD 1.385 1.078 -1.693 -1.317
EUR/AED 469 351 -573 -429
EUR/CNY -472 -171 577 209

Darüber hinaus ergeben sich folgende Nettoeffekte in TEUR auf das Ergebnis vor Steuern bei einer Auf- bzw. Abwertung des US-Dollar gegenüber anderen Währungen:

USD-Aufwertung um 10
%
USD-Abwertung um 10
%
2022 2021 2022 2021
USD/HKD 592 2.320 -723 -2.835
USD/SGD 1.164 1.225 -1.422 -1.497
USD/CNY 1.841 1.316 -2.250 -1.608
USD/AED 239 308 -293 -376

Die Sensitivitätsanalyse stellt nicht das eigentliche Wechselkursrisiko dar, da das Risiko zum Ende der Berichtsperiode nicht zwingend das Risiko während des Jahres widerspiegelt.

(c) Zinsrisiko

Das Zinsrisiko des Konzerns entsteht ausschließlich aus kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten, die zu variablen Konditionen aufgenommen wurden, so dass der Konzern insofern dem Risiko einer Zinsänderung ausgesetzt wird. Das Zinsrisiko wird bei Bedarf situativ und unter Berücksichtigung des jeweiligen Marktumfelds durch den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften reduziert.

Sofern zum Bilanzstichtag Sicherungsinstrumente bestehen, wird für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert im Konzernabschluss ein Aufwand oder Ertrag in Höhe der Differenz des Zeitwertes zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr erfasst. Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgt durch qualifizierte Finanzdienstleister.

Folgende Sensitivitätsanalysen zeigen auf, welche Effekte sich aus einer isolierten Schwankung um einen Prozentpunkt des jeweiligen Marktzinsniveaus auf das Jahresergebnis ergeben hätten.

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Marktzinsniveau steigt um einen Prozentpunkt fällt um einen Prozentpunkt *) steigt um einen Prozentpunkt fällt um einen Prozentpunkt *)
Änderung des Ergebnisses (vor Steuern) aufgrund zinsvariabler Positionen -7.982 4.098 -4.017 0
*) auf maximal 0 %

Darüber hinaus bestehen keine weiteren Zinsrisiken, die das Eigenkapital beeinflussen könnten.

(d) Ausfallrisiko

Der Konzern weist keine wesentliche Häufung von Ausfallrisiken auf. Sofern ein Ausfallrisiko besteht, ist es auf den Buchwert der bilanzierten Forderungen und sonstigen Finanzanlagen beschränkt. Der Konzern hat Regelungen in Form von Vertriebsrichtlinien getroffen, damit Geschäfte nur mit Kunden einer ausreichenden Bonität getätigt werden. Die Kontrahenten bei derivativen Finanzinstrumenten bestehen ausschließlich aus Finanzinstituten mit einer einwandfreien Bonität.

Das Risikomanagement im operativen Geschäft erfolgt durch konzernweite Vorschriften. Bei erstmaliger Erfassung einer Forderung wird diesem Risiko durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen und bei beeinträchtigter Bonität individuell bemessen. Objektive Hinweise auf eine Bonitätsbeeinträchtigung könnten Folgende sein: Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden oder einer Gruppe von Kunden, die Nichteinhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalbeträgen, die Wahrscheinlichkeit, Insolvenz anzumelden oder einer anderen finanziellen Restrukturierung zu unterliegen, und erkennbare Tatsachen, die auf eine messbare Verringerung der geschätzten zukünftigen Kapitalflüsse hindeuten, wie beispielsweise ungünstige Veränderungen der Zahlungslage des Kunden bzw. des Kreditnehmers oder der Wirtschaftslage, die mit dem Leistungsverzug übereinstimmen. Die Wertberichtigungen werden über ein gesondertes Wertberichtigungskonto geführt. Wenn sich der Betrag der Wertminderung in einer Folgeperiode reduziert und diese Reduzierung aus Umständen resultiert, die nach der erstmaligen Erfassung der Wertminderung eingetreten sind (beispielsweise ein besseres Rating), wird die Wertaufholung ergebniswirksam erfasst. Steht der Ausfall der Forderung jedoch final fest, werden Forderungen und Wertberichtigungen ausgebucht.

Zudem verlangen die Gesellschaften des Konzerns in Einzelfällen den Erhalt von Sicherheiten zur Besicherung von Forderungen. Unter anderem werden hierbei Gewährleistungs-, Vertragserfüllungs-, Vorauszahlungs- und Zahlungsbürgschaften hereingenommen.

Nennenswerte Risikokonzentrationen existieren bezüglich der Ausfallrisiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verteilen sich im Wesentlichen auf eine sehr große Anzahl von Kunden. Die Werthaltigkeit größerer Einzelforderungen wird regelmäßig überprüft und innerhalb der weder überfälligen noch wertberichtigten finanziellen Vermögensgegenstände als hoch angesehen. Diese Einschätzung wird dabei vor allem auf die langjährigen Geschäftsbeziehungen zu den meisten Kunden zurückgeführt. Die historischen Ausfallraten bezüglich dieser Forderungsbestände sind äußerst niedrig.

Hinsichtlich des Ausfallrisikos verweisen wir weiterhin auf unsere Ausführungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Textziffer 32.

43.2 Kapitalmanagement

Bei dem Kapitalmanagement verfolgt der Konzern folgende Ziele:

Sicherstellung kontinuierlicher Liquiditätsfähigkeit sowie Steuerung und Kontrolle der Verschuldung

Erhaltung der finanziellen Substanz des Unternehmens

Die Kapitalsteuerung verfolgt das Ziel der Sicherstellung, dass sämtliche Konzernunternehmen weiterhin ihr Geschäft unter der Prämisse der Unternehmensfortführung betreiben können. Durch die bedarfsweise Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital werden die Kapitalkosten im Rahmen der gegebenen Leverage-Finanzierungsstruktur so gering wie möglich gehalten.

Zur Steuerung und Überwachung der Liquidität des Konzerns werden regelmäßig Liquiditätsplanungen erstellt. Dies erfolgt durch die Geschäftsführung auf Basis einer monatlich aktualisierten und revolvierenden Planung des operativen Cash-Flows für alle Gesellschaften. Die hierbei wesentlichen Kennzahlen leiten sich aus den Monats- und Jahresabschlüssen ab.

Die Kapitalstruktur setzt sich aus den in der Bilanz ausgewiesenen lang- und kurzfristigen Schulden abzüglich der flüssigen Mittel als Netto-Fremdkapital und dem bilanziellen Eigenkapital zusammen. Die Geschäftsführung beurteilt und überprüft regelmäßig die Kapitalstruktur des Konzerns. Im Rahmen dieser Beurteilung werden risikoadäquate Kapitalkosten berücksichtigt. Die Gesamtstrategie des Kapitalrisikomanagements hat sich im laufenden Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Das von der Gesellschafterin langfristig zur Verfügung gestellte Eigenkapital und die Finanzverbindlichkeiten stellen eine wichtige Kenngröße gegenüber Investoren, Analysten und Ratingagenturen dar. Als wichtige Kennzahl stellt sich dabei die Fremdkapitalquote dar, die sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt hat:

TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Summe Vermögenswerte 2.497.478 2.183.723
Summe Verbindlichkeiten 1.898.332 1.751.664
Fremdkapitalquote 76,0 % 80,2 %

43.3 Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten

Eine Aufgliederung der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 ergibt sich wie folgt:

Klassifizierung Finanzielle Vermögenswerte Nichtfinanzielle Vermögenswerte Bilanzausweis
Bewertung nach IFRS 9 Bewertung außerhalb des IFRS 9
31.12.2022
TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 401.014 0 0 0 15.082 416.096
Flüssige Mittel 472.715 0 0 0 0 472.715
Vertragsvermögenswerte 0 0 0 0 151.645 151.645
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 9.256 0 0 0 0 9.256
Beteiligungen 0 714 0 0 0 714
882.985 714 0 0 166.727 1.050.426
Klassifizierung Finanzielle Vermögenswerte
Bewertung nach IFRS 9 Bewertung außerhalbdes IFRS 9
31.12.2021
TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungkosten Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 318.353 0 0 0
Flüssige Mittel 376.001 0 0 0
Vertragsvermögenswerte 0 0 0 0
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 7.242 0 0 0
Beteiligungen 0 714 0 0
701.596 714 0 0
Klassifizierung Nichtfinanzielle Vermögenswerte Bilanzausweis
31.12.2021
TEUR
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 18.301 336.654
Flüssige Mittel 0 376.001
Vertragsvermögenswerte 123.697 123.697
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 0 7.242
Beteiligungen 0 714
141.998 844.308
Klassifizierung Finanzielle Verbindlichkeiten Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten Bilanzausweis
Bewertung nach IFRS 9 Bewertung außerhalb des IFRS 9
31.12.2022
TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.014.123 0 52.644 0 1.066.767
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 218.770 0 0 127.944 346.714
Vertragsverbindlichkeiten 0 0 0 142.970 142.970
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 27.892 0 28.595 0 56.487
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 1.842 0 0 0 1.842
1.262.627 0 81.239 270.914 1.614.780
Klassifizierung Finanzielle Verbindlichkeiten Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten Bilanzausweis
Bewertung nach IFRS 9 Bewertung außerhalb des IFRS 9
31.12.2021
TEUR
Zu fortgeführten Anschaffungskosten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 992.742 0 53.022 0 1.045.764
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 157.689 0 0 106.556 264.245
Vertragsverbindlichkeiten 0 0 0 106.656 106.656
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Finanzverbindlichkeiten 22.304 0 24.919 3 47.226
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 1.826 0 0 0 1.826
1.174.561 0 77.941 213.215 1.465.717

Bei den kurzfristigen Finanzinstrumenten entsprechen aufgrund der kurzen Restlaufzeiten bzw. der Bilanzierung zum Zeitwert die Buchwerte weitestgehend den Zeitwerten zum Abschlussstichtag. Sie werden der 2. Stufe der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zugeordnet, bei der die Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen erfolgt, die auf den am Markt beobachtbaren Input-Parametern basieren.

Die langfristigen unverzinslichen Forderungen werden angemessen diskontiert; daher stimmen Buchwerte und Zeitwerte im Wesentlichen überein. Innerhalb der langfristigen Finanzinstrumente der Passivseite entsprechen, aufgrund der variablen Verzinsung, die Buchwerte weitestgehend den Zeitwerten. Die langfristigen Finanzinstrumente werden der 2. Stufe der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zugeordnet.

Der beizulegende Zeitwert der nicht börsennotierten Anteile wurde unter Berücksichtigung der im Berichtsjahr durchgeführten Finanzierungsrunde ermittelt.

Saldierungen von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten lagen in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 nur in unwesentlichem Maße vor; die Beträge, bei denen die Saldierungskriterien erfüllt waren, bei denen jedoch keine Saldierung vorgenommen wurde, sind ebenfalls unwesentlich. Die in Textziffer 37 dargestellten Sicherheiten für Finanzverbindlichkeiten in Form von verpfändeten Barsicherheiten und Finanzinstrumenten wurden nicht mit den Kreditverbindlichkeiten saldiert, da die Kriterien für eine Aufrechnung in der Bilanz nicht gegeben sind. Dies gilt auch für die erhaltenen Sicherheiten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Textziffer 32).

In der nachfolgenden Tabelle werden die Nettoergebnisse aus den Bewertungskategorien nach IFRS 9 dargestellt:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
Zinserträge 1.304 341
Forderungsausfall sowie Zuführung Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -10.899 -7.673
Auflösung Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.823 2.068
Zuführung Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen -8.388 -9
Auflösung Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen 7 33
Währungsumrechnung 6.338 2.873
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen -40.769 -32.735
Aufwand aus Anwendung der Effektivzinsmethode -986 -923
Währungsumrechnung -19.409 -19.607
-69.979 -55.632

In die Ermittlung des Nettoergebnisses aus Finanzinstrumenten werden Wertberichtigungen/-aufholungen, Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, Abgangsgewinne bzw. -verluste und sonstige erfolgswirksam erfasste Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten einbezogen.

Bewertungsstufen der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente

Die Bewertung von Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen sind, erfolgte im Geschäftsjahr mittels der folgenden Bewertungslevels - der sogenannten Fair Value-Hierarchie:

TEUR Bewertungslevel 31.12.2022 31.12.2021
Originäre Finanzinstrumente
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente Level 3 714 714

Im Konzern werden drei Bewertungsstufen unterschieden:

Level 1:

Die Bewertung erfolgt anhand von Marktpreisen für das spezifische Finanzinstrument.

Level 2:

Die Bewertung erfolgt anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern basieren.

Level 3:

Die Bewertung erfolgt anhand von Bewertungsmodellen mit signifikanten, nicht am Markt beobachtbaren Input-Parametern.

In den letzten beiden Geschäftsjahren ist kein Wechsel zwischen den Bewertungsstufen erfolgt. Die Erfassung von Umgliederungen in und Umgliederungen aus den Hierarchiestufen der beizulegenden Zeitwerte erfolgen zum Zeitpunkt des Ereignisses oder der Veränderung der Umstände, die die Umgliederung ausgelöst haben.

44 Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 gelten Unternehmen beziehungsweise Personen, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können beziehungsweise die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können. Die wesentlichen Beziehungen zwischen vollkonsolidierten Gesellschaften des Konzerns und nahestehenden Unternehmen beziehungsweise Personen betreffen insbesondere die Gesellschafterin, Aufsichtsräte der MV Holding GmbH sowie die Geschäftsführung als Management in Schlüsselpositionen sowie ein assoziiertes Unternehmen. Sie sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt.

Die nachfolgenden Transaktionen, welche marktgerecht durchgeführt wurden, wurden mit nahestehenden Unternehmen und Personen durchgeführt:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Empfangene Lieferungen und Leistungen
Aufsichtsräte / Beiräte 3 0
Assoziierte Unternehmen 284 0
287 0
Erbrachte Lieferungen und Leistungen
Gesellschafterin 0 1
Assoziierte Unternehmen 705 0
705 1

Die Höhe der ausstehenden Salden stellt sich wie folgt dar:

TEUR Forderungen 31.12.2022 31.12.2021
Assoziierte Unternehmen 12.830 0
davon wertberichtigt 12.738 0
92 0
Verbindlichkeiten
Pensionsverpflichtung gegenüber Geschäftsführern 1.808 2.650
Bonusverpflichtung gegenüber Geschäftsführern 6.550 5.000
Pensionsverpflichtung gegenüber Aufsichtsräten der MV Holding GmbH 70 116
Gesellschafterin 1.525 1.609
Assoziierte Unternehmen 2 0
9.955 9.375

Den Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin zum 31. Dezember 2022 liegt ein unbefristeter Darlehensvertrag ("Deposit Agreement") mit einem ursprünglichen Volumen in Höhe von 4.500 TEUR zugrunde. Die Verzinsung des jeweiligen Anlagebetrages bemisst sich nach dem Monatsdurchschnitt der Euro Short-Term Rate (€STR average rate), bei einer Mindestverzinsung von 0,25% p.a. (in 2021 nach dem EONIA, bei einer Mindestverzinsung von 0,25% p.a.). Die abgegrenzten Zinsen betrugen im Jahr 2022 TEUR 6 (2021: TEUR 4).

Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen enthalten Darlehensforderungen nebst Zinsen in Höhe von umgerechnet TEUR 874 (Zinssatz: 4,00 %) sowie TEUR 694 (Zinssatz: 3,00 %). Diese sind vollständig wertberichtigt.

Alle sonstigen aufgeführten Forderungen und Verbindlichkeiten sind unverzinslich.

Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Geschäftsführer
Kurzfristig fällige Leistungen 9.411 6.976
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses -821 -19
8.590 6.957
TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Aufsichtsräte der MV Holding GmbH
Kurzfristig fällige Leistungen 508 511
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses -21 21
487 532
TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Sonstige nahestehende Personen
Kurzfristig fällige Leistungen 45 40
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses -9 8
36 48

Die Auflösung von Pensionsverpflichtungen für die ehemaligen Organmitglieder betrugen TEUR 112 (2021: TEUR 7). Der Barwert leistungsorientierter Pensionsverpflichtungen belief sich auf TEUR 326 (31. Dezember 2021: TEUR 485). Im Geschäftsjahr erhielten ehemalige Organmitglieder bzw. ihre Hinterbliebenen TEUR 84 (2021: TEUR 326).

45 Organe der Gesellschaft

Mitglieder der Geschäftsführung der Gesellschaft waren:

Klaus Hofmann (Vorsitzender)

Dr. Volker Bechtloff

Karin Juliane Groß

46 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet, die nach dem Schluss des Konzerngeschäftsjahres eingetreten sind.

47 Sonstige Angaben

(a) Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Für die erbrachten Dienstleistungen des weltweiten Netzwerkes von PricewaterhouseCoopers (PwC) bzw. der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

TEUR 01.01. - 31.12.2022 01.01. - 31.12.2021
Gesamt davon Deutschland Gesamt davon Deutschland
Abschlussprüfungsleistungen 1.467 510 1.235 461
Andere Bestätigungsleistungen 13 12 13 11
Steuerberatungsleistungen 134 45 116 0
Sonstige Leistungen 24 23 50 47
1.638 590 1.414 519

(b) Inanspruchnahme des § 264 Abs. 3 bzw. des § 291 HGB

Einige Kapitalgesellschaften, die verbundene, vollkonsolidierte Unternehmen der Minimax Viking GmbH sind und für die der Konzernabschluss der Minimax Viking GmbH der befreiende Konzernabschluss ist, nehmen die Befreiungsmöglichkeit des § 264 Abs. 3 bzw. des § 291 HGB hinsichtlich der Offenlegung und - soweit gesetzlich gefordert - hinsichtlich der Aufstellung eines Konzernabschlusses ( *) sowie eines Lageberichts ( **) in Anspruch:

Brandschutz Heimlich GmbH, Altendiez

Fire Protection Equipment GmbH, Bad Oldesloe

Minimax E.I.S. GmbH, Barleben **

Minimax Fire Solutions International GmbH, Bad Oldesloe * , **

Minimax GmbH, Bad Oldesloe * , **

Minimax Mobile Services GmbH, Bad Urach * , **

Minimax International GmbH, Bad Oldesloe *

Minimax Viking Research & Development GmbH, Bad Oldesloe **

MV Pipe Technologies GmbH, Wittenberge **

Viking GmbH, Bad Oldesloe **

 

Bad Oldesloe, den 6. März 2023

Klaus Hofmann, Vorsitzender der Geschäftsführung

Dr. Volker Bechtloff, Geschäftsführer

Karin Juliane Groß, Geschäftsführerin

1 Ohne Berücksichtigung stimmrechtsloser Vorzugsgeschäftsanteile

Entwicklung von Nutzungsrechten, Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
TEUR Stand zum 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen Währungsumrechungs differenzen Stand zum 31.12.2022
Nutzungsrechte (Ziffer 28)
Grund und Boden, Bauten 98.030 19.658 6.996 0 2.487 113.179
Fahrzeuge 46.227 15.695 10.850 -1.111 846 50.807
144.257 35.353 17.846 -1.111 3.333 163.986
Sachanlagen (Ziffer 29)
Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschl. Bauten auf fremdem Grund und Boden 97.313 2.580 26 271 2.283 102.421
Technische Anlagen und Maschinen 74.847 2.860 2.289 4.238 1.319 80.975
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 123.076 10.339 7.117 7.803 4.797 138.898
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.387 15.804 1.082 -5.047 190 17.252
302.623 31.583 10.514 7.265 8.589 339.546
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte (Ziffer 30)
Markennamen 259.353 0 0 0 10.801 270.154
Kundenbeziehungen 298.041 0 0 0 6.399 304.440
Zertifizierungen 832 0 0 0 0 832
Technologien 46.003 0 0 0 2.111 48.114
Konzessionen, Patente, Lizenzen, andere Warenzeichen
und ähnliche Rechte und Werte 31.489 1.641 889 -498 676 32.419
Entwicklungskosten 147.998 21.705 3.194 0 2.714 169.223
Geschäfts- oder Firmenwert 396.493 0 62 -191 7.327 403.567
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 370 304 0 -124 0 550
1.180.579 23.650 4.145 -813 30.028 1.229.299
1.627.459 90.586 32.505 5.341 41.950 1.732.831
Abschreibungen
TEUR Stand zum 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen Währungsumrechungs differenzen Stand zum 31.12.2022
Nutzungsrechte (Ziffer 28)
Grund und Boden, Bauten 44.661 18.476 4.920 0 1.130 59.347
Fahrzeuge 24.578 12.649 10.638 -1.026 429 25.992
69.239 31.125 15.558 -1.026 1.559 85.339
Sachanlagen (Ziffer 29)
Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschl. Bauten auf fremdem Grund und Boden 27.669 3.819 22 0 595 32.061
Technische Anlagen und Maschinen 34.766 4.993 2.102 3.008 1.031 41.696
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 74.991 14.676 6.693 4.286 2.755 90.015
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
137.426 23.488 8.817 7.294 4.381 163.772
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte (Ziffer 30)
Markennamen 4.662 1.502 0 0 300 6.464
Kundenbeziehungen 186.146 4.614 0 0 6.388 197.148
Zertifizierungen 832 0 0 0 0 832
Technologien 44.287 1.716 0 0 2.111 48.114
Konzessionen, Patente, Lizenzen, andere Warenzeichen
und ähnliche Rechte und Werte 21.816 3.179 877 -736 293 23.675
Entwicklungskosten 32.572 11.044 3.192 0 576 41.000
Geschäfts- oder Firmenwert 235 0 0 -191 3 47
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0 0 0
290.550 22.055 4.069 -927 9.671 317.280
497.215 76.668 28.444 5.341 15.611 566.391
Restbuchwert
TEUR zum 31.12.2022 zum 31.12.2021
Nutzungsrechte (Ziffer 28)
Grund und Boden, Bauten 53.832 53.369
Fahrzeuge 24.815 21.649
78.647 75.018
Sachanlagen (Ziffer 29)
Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fremdem Grund und Boden 70.360 69.644
Technische Anlagen und Maschinen 39.279 40.081
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48.883 48.085
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.252 7.387
175.774 165.197
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte (Ziffer 30)
Markennamen 263.690 254.691
Kundenbeziehungen 107.292 111.895
Zertifizierungen 0 0
Technologien 0 1.716
Konzessionen, Patente, Lizenzen, andere Warenzeichen und ähnliche Rechte und Werte 8.744 9.673
Entwicklungskosten 128.223 115.426
Geschäfts- oder Firmenwert 403.520 396.258
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 550 370
912.019 890.029
1.166.440 1.130.244

Entwicklung von Nutzungsrechten, Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
TEUR Stand zum 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen Währungsumrechnungsdifferenzen Stand zum 31.12.2021
Nutzungsrechte (Ziffer 28)
Grund und Boden, Bauten 82.178 14.805 3.028 0 4.075 98.030
Fahrzeuge 44.939 11.499 10.558 -1.052 1.399 46.227
127.117 26.304 13.586 -1.052 5.474 144.257
Sachanlagen (Ziffer 29)
Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fremdem Grund und Boden 91.378 920 1 1.798 3.218 97.313
Technische Anlagen und Maschinen 68.410 3.916 497 1.305 1.713 74.847
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 105.105 4.911 1.813 8.957 5.916 123.076
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.739 11.636 15 -11.314 341 7.387
271.632 21.383 2.326 746 11.188 302.623
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte (Ziffer 30)
Markennamen 245.912 0 0 0 13.441 259.353
Kundenbeziehungen 290.030 0 0 0 8.011 298.041
Zertifizierungen 832 0 0 0 0 832
Technologien 43.340 0 0 0 2.663 46.003
Konzessionen, Patente, Lizenzen, andere Warenzeichen
und ähnliche Rechte und Werte 29.110 1.174 408 773 840 31.489
Entwicklungskosten 126.275 21.558 3.123 -7 3.295 147.998
Geschäfts- oder Firmenwert 388.398 0 0 0 8.095 396.493
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 167 663 0 -460 0 370
1.124.064 23.395 3.531 306 36.345 1.180.579
1.522.813 71.082 19.443 0 53.007 1.627.459
Abschreibungen
TEUR Stand zum 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen Währungsumrechnungsdifferenzen Stand zum 31.12.2021
Nutzungsrechte (Ziffer 28)
Grund und Boden, Bauten 28.840 16.482 2.299 0 1.638 44.661
Fahrzeuge 22.530 12.060 9.651 -1.036 675 24.578
51.370 28.542 11.950 -1.036 2.313 69.239
Sachanlagen (Ziffer 29)
Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fremdem Grund und Boden 23.152 3.638 1 0 880 27.669
Technische Anlagen und Maschinen 29.224 4.651 374 -74 1.339 34.766
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 59.594 12.630 1.765 1.110 3.422 74.991
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
111.970 20.919 2.140 1.036 5.641 137.426
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte (Ziffer 30)
Markennamen 4.289 0 0 0 373 4.662
Kundenbeziehungen 173.543 4.607 0 0 7.996 186.146
Zertifizierungen 832 0 0 0 0 832
Technologien 41.624 0 0 0 2.663 44.287
Konzessionen, Patente, Lizenzen, andere Warenzeichen 0 0 0 0 0
und ähnliche Rechte und Werte 19.705 2.144 407 -4 378 21.816
Entwicklungskosten 27.303 7.427 2.861 4 699 32.572
Geschäfts- oder Firmenwert 232 0 0 0 3 235
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0 0 0
267.528 14.178 3.268 0 12.112 290.550
430.868 63.639 17.358 0 20.066 497.215
Restbuchwert
TEUR zum 31.12.2021 zum 31.12.2020
Nutzungsrechte (Ziffer 28)
Grund und Boden, Bauten 53.369 53.338
Fahrzeuge 21.649 22.409
75.018 75.747
Sachanlagen (Ziffer 29)
Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fremdem Grund und Boden 69.644 68.226
Technische Anlagen und Maschinen 40.081 39.186
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48.085 45.511
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.387 6.739
165.197 159.662
Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte (Ziffer 30)
Markennamen 254.691 241.623
Kundenbeziehungen 111.895 116.487
Zertifizierungen 0 0
Technologien 1.716 1.716
Konzessionen, Patente, Lizenzen, andere Warenzeichen 0
und ähnliche Rechte und Werte 9.673 9.405
Entwicklungskosten 115.426 98.972
Geschäfts- oder Firmenwert 396.258 388.166
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 370 167
890.029 856.536
1.130.244 1.091.945

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Minimax Viking GmbH, Bad Oldesloe

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Minimax Viking GmbH, Bad Oldesloe, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Minimax Viking GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Kiel, den 6. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Andreas Focke, Wirtschaftsprüfer

ppa. Ann-Kathrin Klischat, Wirtschaftsprüferin

Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 24.05.2023 festgestellt.

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