Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
PARAFLUID GmbHLiquidiert
Schloßstraße 8C, 22041 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Gabriele Piel seit 9.9.2011 | Prokura |
Markus Mencke seit 6.2.2008 | Geschäftsführer |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
FUCHS PETROLUB SEMannheimJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.20191 Zusammengefasster Lagebericht und zusammengefasste nichtfinanzielle ErklärungDer Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2019 der FUCHS PETROLUB SE veröffentlicht. Die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung nach §§ 289c bis 289e HGB ist als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ebenfalls im Geschäftsbericht 2019 der FUCHS PETROLUB SE veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE für das Geschäftsjahr 2019 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE sowie der Geschäftsbericht des Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 stehen auch im Internet zur Verfügung. → www.fuchs.com/finanzberichte 2 Gewinn- und Verlustrechnung
3 BilanzAktiva
4 Anhang für das Geschäftsjahr 2019der FUCHS PETROLUB SE, MannheimAllgemeine Angaben und ErläuterungenDie FUCHS PETROLUB SE ist eine europäische Aktiengesellschaft mit Sitz in Mannheim, eingetragen beim Registergericht Mannheim, Handelsregisternummer HRB 717394. Der Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Anhang umfasst sämtliche Pflichtangaben, die wahlweise im Anhang oder an anderer Stelle in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu machen sind. Im Interesse einer klareren und übersichtlicheren Darstellung werden Beträge in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung in Mio € angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist, und einzelne Posten zusammengefasst. Vorjahreswerte sind in Klammern angegeben. Es können sich Abweichungen zu den ungerundeten Beträgen ergeben. Der Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE wurde in Anwendung von § 315 Abs. 5 HGB i. V. m. § 298 Abs. 2 HGB mit dem Lagebericht des FUCHS-Konzerns zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE für das Geschäftsjahr 2019 werden im Bundesanzeiger bekanntgegeben. Die FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Konsolidierungskreis auf. Die FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, ist ein Konzernunternehmen der RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG, Mannheim, die den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis aufstellt. Beide Konzernabschlüsse werden beim Bundesanzeiger eingereicht. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert fortgeführt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten erfasst und werden linear entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer (Bandbreite: 3 bis 15 Jahre), im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Gegenstände des Sachanlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig linear (Bandbreite: 3 bis 33 Jahre), im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Im Jahr 2019 wurden geringwertige Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von bis zu 800,00 € im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Ist den Gegenständen des Sachanlagevermögens wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung am Bilanzstichtag ein niedrigerer Wert beizulegen, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Bei den Finanzanlagen sind Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Ausleihungen mit den Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen dem niedrigeren beizulegenden Wert aktiviert. Die Werthaltigkeit der Finanzanlagen wird auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells überprüft. Der beizulegende Wert wird durch Diskontierung der erwarteten künftigen Cashflows mit den landesspezifischen gewichteten Kapitalkosten für alle Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen ermittelt. Eine Zuschreibung erfolgt gemäß § 253 Abs. 5 HGB, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel sind zum Nennwert bewertet. Erkennbare Risiken sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Die FUCHS PETROLUB SE sieht in derivativen Finanzinstrumenten ("Derivate") ein geeignetes Mittel zur Begrenzung des Risikos aus Zins- und Währungsschwankungen. Diese Derivate werden ausschließlich zur Sicherung operativer Geschäfte und damit in Zusammenhang stehender Finanzierungsvorgänge eingesetzt. Im Jahr 2019 bestanden Devisentermingeschäfte grundsätzlich zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte (Intercompany-Forderungen) mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr. Es bestanden keine Devisentermingeschäfte zur Absicherung fester Verpflichtungen (firm commitments). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten im Berichtsjahr Fremdwährungsforderungen. Die Fremdwährungsforderungen sind zum Teil mittels Devisentermingeschäften kursgesichert. Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB bilanziell nachvollzogen. Soweit Fremdwährungspositionen kursgesichert sind, erfolgt die Bewertung des Grundgeschäfts zum entsprechenden Sicherungskurs (Einfrierungsmethode). Damit entfällt die Bilanzierung des Sicherungsgeschäfts. Der Gesamtbetrag der kursgesicherten Fremdwährungsforderungen bewertet zum Sicherungskurs beläuft sich auf 16 Mio € (13). Es sind Fremdwährungspositionen in Australischem Dollar und Südafrikanischem Rand kursgesichert. Die Laufzeiten der verwendeten Derivate liegen unter einem Jahr. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der im Geschäftsjahr geleisteten Ausgaben gebildet, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Die Pensionsrückstellungen für Direktzusagen wurden im Jahr 2011 auf einen externen Versorgungsträger übertragen. Für diese mittelbaren Verpflichtungen entfällt somit die Passivierung einer Pensionsrückstellung in Übereinstimmung mit Art. 28 Abs. 1 S. 2 EGHGB. Im Geschäftsjahr besteht ein Fehlbetrag in Höhe von 4,3 Mio € (1,6) wegen nicht bilanzierter Pensionsverpflichtungen aus mittelbaren Zusagen im Sinne von Artikel 28 Abs. 2 EGHGB. Die Pensionsrückstellungen im Rahmen der mitarbeiterfinanzierten Altersvorsorge werden passiviert. Es erfolgt eine Saldierung der Pensionsverpflichtungen mit dem Zeitwert der Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der Wert der Pensionsrückstellungen bestimmt sich zum Teil nach der Wertentwicklung des Aktivwerts der Rückdeckungsversicherung unter Anwendung des § 253 Abs. 1 S. 3 HGB (wertpapier-gebundene Altersvorsorge). Der übrige Teil wurde auf der Grundlage versicherungsmathematischer Gutachten anhand der sogenannten Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) berechnet. Neben den biometrischen Grundlagen der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck wurde für die Abzinsung pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren von 2,71 % (3,21) verwendet. Der Rententrend und Anwartschaftstrend beträgt jeweils 1 % (1). Bis zum 31. Dezember 2015 erfolgte die Abzinsung pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2019 unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen zehn Jahre sowie des durchschnittlichen Marktzinssatzes über die vergangenen sieben Jahre beläuft sich auf 0,1 Mio € (0,1). Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens dem Unterschiedsbetrag entsprechen. Der Zinsanteil der Rückstellungszuführung und der Zinsänderungseffekt werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Steuerrückstellungen und die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitäquivalenten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahren abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Einnahmen vor dem Abschlussstichtag gebildet, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. In die Ermittlung der latenten Steuern wurden neben der FUCHS PETROLUB SE als Organträger alle Organgesellschaften miteinbezogen. Insgesamt ergab sich nach Verrechnung ein Aktivüberhang. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt, da vom Ansatzwahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht wird. Die latenten Steueransprüche bzw. Steuerschulden (vor Verrechnung) auf temporäre oder quasi-permanente Differenzen resultieren im Wesentlichen aus den unterschiedlichen Wertansätzen bei den Bilanzposten Pensionsrückstellungen, Sonstige Rückstellungen, Vorräte, immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens bzw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Berechnung zum 31. Dezember 2019 wurde ein Steuersatz von 31 % (31) zugrunde gelegt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie FUCHS PETROLUB SE ist eine Holdinggesellschaft; das Betriebsergebnis ist insofern von Erträgen aus Beteiligungen geprägt. 1 Umsatzerlöse
Von den Umsatzerlösen entfallen 34 Mio € (33) auf Europa, den Mittleren Osten und Afrika (EMEA), 16 Mio € (18) auf Asien-Pazifik sowie 10 Mio € (10) auf Nord- und Südamerika. In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 0 Mio € (0) enthalten. 2 Beteiligungsergebnis
3 Sonstige betriebliche Erträge
In den übrigen Sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 0 Mio € (2) enthalten. 4 Personalaufwand
5 Abschreibungen
6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 1 Mio € (0) enthalten. In den übrigen Kosten sind, mit unverändert 7 Mio €, Positionen enthalten, die an Tochtergesellschaften weiterbelastet wurden. Die Kostenweiterbelastungen sind in den Sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. 7 Finanzergebnis
8 Steuern vom Einkommen und vom ErtragIn den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Erträge in Höhe von 0 Mio € (2) und periodenfremde Aufwendung en in Höhe von 4 Mio € (1) enthalten. 9 Mitarbeiter
Bilanzerläuterungen10 AnlagevermögenDie Zusammensetzung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Jahr 2019 sind gesondert im als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel dargestellt. Der Buchwert der Finanzanlagen ist mit 513 Mio € im Vergleich zum Vorjahr (524) um 11 Mio € gesunken. Dies betrifft im Wesentlichen mit 14 Mio € die Abschreibungen auf Beteiligungen an einer Tochtergesellschaft. Des Weiteren wurden Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 3 Mio € (3) vorgenommen. 11 Forderungen gegen verbundene Unternehmen
12 Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
13 Sonstige WertpapiereDie Wertpapiere in Höhe von 32 Mio € (120) haben eine Laufzeit von bis zu zwei Monaten. 14 Rechnungsabgrenzungsposten
15 Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital beträgt unverändert 139 Mio €. Es setzt sich zum 31. Dezember 2019 zusammen aus:
Genehmigtes Kapital:Die Hauptversammlung vom 6. Mai 2015 hat ein genehmigtes Kapital beschlossen. Es hat eine Laufzeit bis zum 5. Mai 2020 und ermächtigt den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital einmalig oder mehrmals um bis zu € 27.800.000 durch Ausgabe von bis zu 27.800.000 neuen auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen. Es dürfen jeweils Stamm- und / oder Vorzugsaktien ausgegeben werden. Der zum Bilanzstichtag noch nicht ausgenutzte Nennbetrag des genehmigten Kapitals beträgt € 27.800.000. Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien: Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2015 ist der Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 5. Mai 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Stamm- und / oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Vorstand ist ermächtigt, erworbene eigene Stamm- und / oder Vorzugsaktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats in anderer Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Alle Ermächtigungen zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien können ganz oder teilweise, einmal oder mehrmals ausgeübt werden. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG zu Beteiligungsmitteilungen: Die Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG sind als Anlage zum Anhang aufgeführt und spiegeln den Stand zum 31. Dezember 2019 wider. 16 und 17 RücklagenKapitalrücklage
Gewinnrücklagen
18 Bilanzgewinn
Aus dem Bilanzgewinn 2018 wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2019 Dividenden in Höhe von 131.355.000,00 € ausgeschüttet. 19 Rückstellungen für PensionenIm Rahmen der mitarbeiterfinanzierten Altersvorsorge wurden die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) mit ihrem Zeitwert, der in diesem Fall den Anschaffungskosten entspricht, in Höhe von 3,1 Mio € (2,7) mit den Pensionsverpflichtungen in Höhe von 3,5 Mio € (3,1) verrechnet. Nach Saldierung verbleiben Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 0,4 Mio € (0,4). In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden Aufwendungen in Höhe von insgesamt 0,4 Mio € (0,2) mit Erträgen in Höhe von 0,4 Mio € (0,1) verrechnet. Nach Saldierung verbleiben Aufwendungen (Erträge) in Höhe von 0,0 Mio € (0,1). 20 Übrige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen sind im Wesentlichen für Incentives, Tantiemen sowie Aufsichtsratsvergütungen gebildet. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Guthaben in Lebensarbeitszeitkonten einzubringen. Für die dafür eingerichteten Langzeitkonten wurden die mit ihrem Erfüllungsbetrag bewerteten Sonstigen Rückstellungen in Höhe von 2,7 Mio € (2,7) mit dem entsprechenden beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2,7 Mio € (2,7) der Vermögensgegenstände (Anschaffungskosten in Höhe von 2,4 Mio € (2,5)) verrechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden Aufwendungen und Erträge von jeweils 0,0 Mio € (0,6) verrechnet. 21 Verbindlichkeiten
Sämtliche Verbindlichkeiten haben unverändert zum Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Von den Sonstigen Verbindlichkeiten entfallen weiter auf:
22 Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenZum Bilanzstichtag setzen sich die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen wie folgt zusammen:
Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Bürgschaften für die Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen als gering eingeschätzt. Die finanziellen Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen betreffen im Wesentlichen das Fuhrparkmanagement und ein angemietetes Bürogebäude. Zum 31. Dezember 2019 beträgt die Jahresbelastung 0,3 Mio €, davon keine gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Verpflichtungen reichen beim Fuhrpark bis in das Jahr 2023 bzw. bei dem angemieteten Bürogebäude bis in das Jahr 2021. Ferner bestehen finanzielle Verpflichtungen für den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in Höhe von 16 Mio € zum 31. Dezember 2019. Neben den dargelegten finanziellen Verpflichtungen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung sind. Angaben zu den Organen der GesellschaftAufsichtsrat
Vorstand
Ereignisse nach dem BilanzstichtagEreignisse von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Bilanzstichtag nicht ereignet. Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des AufsichtsratsBezüge des Vorstands
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen 723T€ (791). Zu den weiteren Angaben der Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf den Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE. Honorar des Abschlussprüfers der FUCHS PETROLUB SELeistungen der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrafen in Höhe von 211T € (225) die Prüfung des Konzernabschlusses der FUCHS PETROLUB SE sowie des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlusses der FUCHS PETROLUB SE sowie Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Unterstützung bei Berichterstattungspflichten. Darüber hinaus wurden Steuerberatungsleistungen im Rahmen der Beratung zu steuerlichen Prozessabläufen in Höhe von 14T€ (0) sowie sonstige Leistungen in Höhe von 0T€ (5) erbracht. Corporate Governance KodexDer Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft haben die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Der Wortlaut wird im Geschäftsbericht und auf der Internetseite → http://www.fuchs.com/gruppe/entsprechenserklaerung/ öffentlich zugänglich gemacht. Vorschlag über die Verwendung des BilanzgewinnsDer Vorstand wird dem Aufsichtsrat empfehlen, der ordentlichen Hauptversammlung 2020 folgenden Gewinnverwendungsvorschlag vorzulegen (in €):
Mannheim, den 4. März 2020 FUCHS PETROLUB SE Vorstand S. Fuchs D. Steinert Dr. L. Lindemann Dr. R. Rheinboldt Dr. T. Reister Anteilsbesitz Stand 31. Dezember 2019
1 Anteil der FUCHS PETROLUB SE
einschließlich des mittelbaren Anteilsbesitzes.
Anlagen zum AnhangEntwicklung des Anlagevermögens
Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG zu BeteiligungsmitteilungenZum Bilanzstichtag 31.12.2019 bestehen Beteiligungen an der Gesellschaft, die nach § 33 Abs. 1, 2 WpHG (vormals § 21 Abs. 1, 1a WpHG) mitgeteilt und wie folgt nach § 40 Abs. 1 WpHG (vormals § 26 Abs. 1 WpHG) veröffentlicht worden sind und nachfolgend in verkürzter Form wiedergegeben werden (weitere Einzelheiten können den Veröffentlichungen der Stimmrechtsmitteilungen entnommen werden, die unter anderem über die Internetseite der Gesellschaft unter → www.fuchs.com/gruppe unter der Rubrik Investor Relations-Stimmrechtsmitteilungen zugänglich sind): Die Deutsche Bank AG, Frankfurt/Main, hat dem Vorstand gemäß § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihrer Tochtergesellschaft DWS Investment GmbH, Frankfurt, am 15.12.2003 gemäß § 33 Abs. 1 WpHG insgesamt 5,16 % der Stimmrechte an der FUCHS PETROLUB SE zustehen. Die Schutzgemeinschaft Fuchs, Mannheim, hat dem Vorstand gemäß § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihrer Gesellschafterin RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG, Mannheim, am 16.3.2009 insgesamt 59,83 % der Stimmrechte an der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, zustehen; davon sind ihr 12,68 % der Stimmrechte nach § 34 Abs. 2 WpHG zuzurechnen. Am 16.3.2009 haben die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Fuchs, Mannheim, dem Vorstand gemäß § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, die Schwelle von 50 % der Stimmrechte überschritten hat und 51,73 % beträgt. Die Meldungen am 16.3.2009 von Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Fuchs, Mannheim, betreffen die nachfolgenden Personen (-davon-Angabe der nach § 34 Abs. 2 WpHG zuzurechnenden Stimmrechte in Klammern): Dr. Dr. h. c. Manfred Fuchs, Mannheim, 51,73 % (49,83 %). Lieselotte Fuchs, Mannheim, 51,73 % (51,20 %). Christel Seyfert, Wendelstein, 51,73 % (51,37 %). Stefan Fuchs, Hirschberg, 51,73 % (51,39 %). Dr. Susanne Walla, Walldorf, 51,73 % (51,45 %). Dr. Caroline Seyfert, Schwanstetten, Dr. Christian Seyfert, Ludwigshafen, und Martina Seyfert, Wendelstein, 51,73 % (jeweils 51,54 %). Gerd Seyfert, Wendelstein, 51,73 % (51,62 %). Renate Hartig, Mannheim, 51,73 % (51,67 %). Victoria Walla, Walldorf, Katharina Walla, Walldorf, und Carla Walla, Walldorf, 51,73 % (jeweils 51,68 %). Anna-Louisa Fuchs, Hirschberg, und Mary-Ann Fuchs, Hirschberg, 51,73 % (jeweils 51,70 %). Andrea Fuchs, Hirschberg, Dr. Leopold Walla, Walldorf, Kathrin Dietz, München, und Klaus Hartig, Shanghai / China, 51,73 % (jeweils 51,71 %). Benedikt Dietz, München, Caspar Dietz, München, Donata Dietz, München, und Matilda Hartig, Shanghai / China, 51,73 % (jeweils 51,72 %). Günther Hartig, Mannheim, Oliver Horswill, Schwanstetten, Felix Horswill, Schwanstetten, Nick Seyfert, Schwanstetten, Moritz Seyfert, Mannheim, und Till Seyfert, Mannheim, 51,73 % (jeweils 51,73 %). Erik Leonardo Seyfert hat dem Vorstand gemäß § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, am 15.3.2011 infolge seiner Aufnahme in die Schutzgemeinschaft der Familie Fuchs die Schwelle von 50 % der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Tag 51,74 % (6.120.808 Stimmrechte) beträgt. Davon sind ihm 51,74 % (6.120.408 Stimmrechte) nach § 34 Absatz 2 WpHG zuzurechnen. Die Mawer Investment Management Ltd., Calgary, Kanada, hat dem Vorstand am 17.1.2018 gemäß § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, am 16.1.2018 die Schwelle von 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 5,02 % (3.491.718 Stimmrechte) beträgt. Davon sind ihr 5,02 % (3.491.718 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zuzurechnen. Frau Julia-Patricia Hartig, Mannheim, hat dem Vorstand am 1.6.2018 gemäß § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, am 1.6.2018 infolge ihrer Aufnahme in die Schutzgemeinschaft der Familie Fuchs die Schwelle von 50 % überschritten hat und zu diesem Tag 54,53 % (37.898.123 Stimmrechte) beträgt. Davon sind ihr 54,53 % (37.898.122 Stimmrechte) nach § 34 WpHG zuzurechnen. 5 Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Mannheim, den 4. März 2020 FUCHS PETROLUB SE Vorstand S. Fuchs D. Steinert Dr. L. Lindemann Dr. R. Rheinboldt Dr. T. Reister 6 Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die FUCHS PETROLUB SE, MannheimVermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537 / 2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Jahresabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: ① Sachverhalt und Problemstellung ② Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse ③ Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: (1) Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen ① Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 484 Mio € ausgewiesen. Darüber hinaus werden Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen in Höhe von 580 Mio € ausgewiesen. Zusammen beträgt der Buchwert des Gesamtengagements 1.064 Mio € (93,0 % der Bilanzsumme). Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Forderungen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Ermittlung der beizulegenden Werte erfolgt auf der Grundlage der Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Discounted-Cash-flow-Modellen. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten des jeweiligen verbundenen Unternehmens. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergaben sich für das Geschäftsjahr ein Abwertungsbedarf von 14 Mio € für eine Tochtergesellschaft in Schweden sowie ein Zuschreibungsbedarf von 3 Mio € für eine Tochtergesellschaft in Brasilien. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. ② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen der Gesellschaft zur Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte sachgerecht auf der Grundlage von Discounted-Cashflow-Modellen unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes und der Wachstumsraten werterheblich sein können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Abschließend haben wir beurteilt, ob die so ermittelten Werte zutreffend dem entsprechenden Buchwert gegenübergestellt wurden, um einen etwaigen Wertberichtigungs- oder Zuschreibungsbedarf zu ermitteln. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen sachgerecht vorzunehmen. ③ Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und zu den Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen sind in Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und den Textziffern 10 "Anlagevermögen" und 11 "Forderungen gegen verbundene Unternehmen" des Anhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 7. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. August 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dirk Fischer.
Mannheim, den 4. März 2020 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Dirk Fischer, Wirtschaftsprüfer Christina Pöpperl, Wirtschaftsprüferin 7 Hinweise zu RundungenAufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem und anderen Dokumenten nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Aus technischen Gründen kann es zu Abweichungen zwischen den in diesem Dokument enthaltenen und den aufgrund gesetzlicher Vorgaben veröffentlichten Rechnungslegungsunterlagen kommen. 8 Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäredas Geschäftsjahr 2019 war auch für den FUCHS-Konzern herausfordernd. Erstmals seit vielen Jahren konnte der Umsatz nicht gesteigert werden. Die über Erwarten kräftige Abschwächung der Konjunktur, vor allem in der Automobilindustrie, hat verhindert, dass FUCHS sein Wachstumsziel erreicht. Der Vorstand hat schnell auf diese Marktschwäche reagiert und die Kosten energisch angepasst. Gleichzeitig wurden die Maßnahmen zur Gestaltung der Zukunft, die hohen Investitionen und eine Reihe von Akquisitionen fortgeführt. Dabei bleibt das Unternehmen weiterhin grundsolide finanziert. Arbeit in Vorstand und AufsichtsratIm Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat seine ihm nach Gesetz, Satzung, Deutschem Corporate Governance Kodex und Geschäftsordnung obliegenden Beratungs- und Überwachungsaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. In der ersten Jahreshälfte erfolgte ein Wechsel im Aufsichtsrat. Herr Dr. Bock hat mit Ablauf der Hauptversammlung am 7. Mai die Nachfolge von Herrn Dr. Hambrecht angetreten, auf der Arbeitnehmerseite hat Herr Lehfeldt Herrn Münkel abgelöst. Im Geschäftsjahr 2019 haben Aufsichtsrat und Vorstand die gute und effektive Zusammenarbeit fortgesetzt. Der Vorstandsvorsitzende hat den Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig und unverzüglich über alle Ereignisse von wesentlicher Bedeutung unterrichtet. Darüber hinaus standen Aufsichtsrat und Vorstand auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt, um einen steten Informations- und Meinungsaustausch sicherzustellen. Bei der Überprüfung der Effizienz seiner eigenen Tätigkeit hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Dezember 2019 keinen wesentlichen Verbesserungsbedarf festgestellt. Dem Aufsichtsrat gehört eine angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder im Sinne von Nummer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Fassung 2017) an. Weder bei Vorstands- noch bei Aufsichtsratsmitgliedern traten im Berichtszeitraum Interessenkonflikte auf. Berichte und SitzungenIn insgesamt sechs Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2019, an denen jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen haben, hat der Vorstand den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über Geschäftspolitik, Geschäftsentwicklung, Rentabilität, Liquidität und Risikolage des Unternehmens sowie zu allen relevanten Fragen der strategischen Weiterentwicklung entsprechend den in der Geschäftsordnung festgelegten Pflichten unterrichtet. Des Weiteren waren die Berichte aus den Ausschüssen sowie die Themen Budgetüberwachung einschließlich Investitionsentwicklung und wesentliche Investitions- und Akquisitionsprojekte regelmäßige Informations- und Beratungsschwerpunkte. Nach entsprechender Prüfung und Beratung hat der Aufsichtsrat den Beschlussvorschlägen des Vorstands zugestimmt, soweit dies nach Gesetz oder Satzung erforderlich war. In der Bilanzsitzung am 19. März 2019 hat das Gremium den Jahres- und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht und die nichtfinanzielle Erklärung der FUCHS PETROLUB SE, den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und den Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen im Beisein des Abschlussprüfers abschließend geprüft, erörtert und verabschiedet. In dieser Sitzung erfolgte auch die Verabschiedung der Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung 2019 der FUCHS PETROLUB SE. Schließlich informierte sich der Aufsichtsrat ausführlich über die Human-Resources-Strategie des Konzerns. In der Sitzung am 7. Mai 2019, unmittelbar vor der Hauptversammlung, waren der Bericht des Vorstands über die aktuelle Geschäftslage des Konzerns nach Abschluss des ersten Quartals, die Investitions- und Akquisitionsprojekte sowie Maßnahmen zur Kostensenkung Schwerpunkte der Befassung. In der direkt im Anschluss an die Hauptversammlung durchgeführten Sitzung fanden die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden sowie Neuwahlen in den Personal- und Nominierungsausschuss statt. Herr Dr. Kurt Bock wurde zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und als Mitglied beider Ausschüsse gewählt. In der Sitzung am 12. Juli 2019 befasste sich der Aufsichtsrat insbesondere mit der Geschäftslage des Konzerns, den Investitions- und Akquisitionsprojekten sowie dem aktuellen Stand des Projekts FUCHS2025. Des Weiteren informierte er sich über die Geschäftsentwicklung der FUCHS SCHMIERSTOFFE GMBH und nahm an einer Werks- und Laborführung am Standort Mannheim teil. Die Strategie des Unternehmens, das Projekt FUCHS2025 sowie die Beratungen zur Lage des Konzerns und von Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland waren wesentliche Gegenstände der Aufsichtsratssitzung am 9. Oktober 2019. Darüber hinaus setzte sich der Aufsichtsrat mit den voraussichtlichen Neuerungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Entwurfsfassung 2019 auseinander. In der Sitzung am 16. Dezember 2019 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Lage des Konzerns, dem Budget 2020 einschließlich dem Investitionsbudget sowie mit aktuellen Akquisitionsthemen. Er informierte sich über das Chancen- und Risikomanagement, die Ergebnisse und Empfehlungen der Internen Revision sowie den Prüfungsplan für das Geschäftsjahr 2020. Des Weiteren beschäftigte sich das Gremium mit den Themen aus der Compliance-Organisation und der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung 2020. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat mit der nichtfinanziellen Erklärung nebst damit verbundenen Kennzahlen. Die Entsprechenserklärung 2019 zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde verabschiedet und Anpassungen in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wurden beschlossen. Ferner hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Personalausschusses die Vorstandsverträge im Hinblick auf zu erwartende Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex angepasst. Auf Basis der vom Personalausschuss ermittelten Zielerreichung legte der Aufsichtsrat außerdem den Leistungsfaktor zur Bestimmung der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 fest. Arbeit der AusschüsseIm Aufsichtsrat bestehen drei Ausschüsse: Prüfungsausschuss, Personalausschuss und Nominierungsausschuss. Die Ausschussvorsitzenden berichteten jeweils in der folgenden Aufsichtsratssitzung umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen. Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen. An den Sitzungen nahmen regelmäßig der Finanzvorstand und die Leiter der Abteilungen Finanzen und Controlling sowie Rechnungswesen teil. Der Abschlussprüfer war bei drei Sitzungen zu einzelnen Tagesordnungspunkten anwesend. Der Ausschuss befasste sich schwerpunktmäßig mit dem Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE und dem Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lagebericht, der nichtfinanziellen Erklärung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, dem Risikomanagementsystem, der Tätigkeit der Internen Revision und mit Compliance-Themen. Der Prüfungsausschuss hat die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht des Konzerns vor deren Veröffentlichung stets ausführlich erörtert. Er legte zudem die Prüfungsschwerpunkte für das Berichtsjahr fest, erteilte den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und befasste sich mit den Neuregelungen zur Rechnungslegung und Berichterstattung. Der Personalausschuss ist zu Vorstandspersonalangelegenheiten beratend und entscheidungsvorbereitend für den Aufsichtsrat tätig. Im Berichtsjahr fand am 15. Dezember 2019 eine Sitzung statt, in der sich der Ausschuss insbesondere mit der Bestimmung des Leistungsfaktors der variablen Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 und mit Vorschlägen zu Anpassungen der Vorstandsverträge befasste. Im Ergebnis wurde dem Aufsichtsrat eine Erhöhung der fixen Grundvergütung, die sich auch in einer Erhöhung der Altersvorsorge niederschlägt, sowie eine noch stärkere Betonung der langfristigen variablen Vergütung empfohlen. Übersicht über die Teilnahme der Mitglieder an den jeweiligen Sitzungen im Geschäftsjahr 2019
Der Nominierungsausschuss, dessen Aufgabe es ist, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorzuschlagen, trat im Berichtsjahr nicht zusammen. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDer Prüfungsausschuss hat den Auftrag zur Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2019 einschließlich Lagebericht entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2019 der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, (PwC) erteilt. Der Abschlussprüfer hat seine Unabhängigkeitserklärung abgegeben und erläutert. PwC hat den nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 sowie den auf Grundlage der in der EU anzuwendenden internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Dabei hat der Abschlussprüfer die bei der Auftragserteilung vom Prüfungsausschuss für den Berichtszeitraum festgelegten Prüfungsschwerpunkte vertieft behandelt. Insbesondere bestätigte der Abschlussprüfer, dass der Vorstand gemäß § 91 Absatz 2 AktG ein angemessenes Überwachungssystem eingerichtet hat, das geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Während der Prüfung hat der Abschlussprüfer keine Tatsachen festgestellt, die der von der FUCHS PETROLUB SE zum Deutschen Corporate Governance Kodex im Jahr 2019 veröffentlichten Entsprechenserklärung widersprechen. Ebenso hat er keine eigenen Ausschluss- oder Befangenheitsgründe festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht, die nichtfinanzielle Erklärung sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung eingehend geprüft. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen sämtlichen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden sowohl im Prüfungsausschuss in dessen Sitzung am 4. März 2020 als auch in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 18. März 2020 jeweils umfassend behandelt. An beiden Sitzungen nahm der Abschlussprüfer teil. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat bestanden keine Einwendungen gegen die Berichterstattung des Vorstands. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse gebilligt und damit den Jahresabschluss 2019 der FUCHS PETROLUB SE festgestellt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht auftragsgemäß geprüft, dem Aufsichtsrat über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands. DankDer Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des FUCHS Konzerns sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihren tatkräftigen Einsatz, ihre persönlichen Beiträge und die konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Unternehmens. Ein besonderer Dank des Aufsichtsrats gilt den ausgeschiedenen Mitgliedern für die gute und konstruktive Zusammenarbeit, insbesondere Herrn Dr. Hambrecht, der den Aufsichtsrat seit 2011 als dessen Vorsitzender führte. Herr Münkel hat als Vorsitzender des Betriebsrats dem Gremium auf der Arbeitnehmerseite seit 2009 angehört.
Mannheim, den 18. März 2020 Der Aufsichtsrat Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Aufsichtsrats 9 Zusammengefasster Lagebericht2.1 Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodellLUBRICANTS. 100% FokusFUCHS konzentriert sich zu 100% auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Schmierstoffen und verwandten Spezialitäten - seit über 85 Jahren. Mit mehr als 10.000 Produkten bietet das Unternehmen seinen Kunden ein Vollsortiment an Schmierstoffen an, das anspruchsvolle nationale und internationale Standards erfüllt. Dicht am Markt und an seinen Kunden kann das Unternehmen schnell und flexibel auf die Anforderungen in den verschiedensten Anwendungsgebieten reagieren. Die Produktgruppen lassen sich unterteilen in den Bereich Automotive - vor allem mit Ölen und Fetten - sowie den Bereich Industrieschmierstoffe - insbesondere Öle, Metallbearbeitungsflüssigkeiten und Schmierstoffe für Spezialanwendungen. Vervollständigt wird das Produktprogramm durch ein umfassendes Angebot technischer und prozessbezogener Serviceleistungen. TECHNOLOGY. Ganzheitliche LösungenTechnologisch fortschrittliche, prozessorientierte und ganzheitliche Schmierstofflösungen sind ein zentraler Erfolgsfaktor von FUCHS. Deshalb sind mehr als 500 bzw. knapp 10% der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. Sie arbeiten an optimalen Lösungen für unsere Kunden und greifen hierzu auf ein weltweites Expertennetzwerk zurück. Dabei werden Spezialkompetenzen in unserem weltweiten Expertennetzwerk effizient miteinander vernetzt. Ziel ist es, unsere Technologieführerschaft in bestehenden Geschäftsfeldern weiter zu festigen und in wichtigen neuen Geschäftsfeldern auf- und auszubauen. Dabei setzen wir auf Wirksamkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit unserer Schmierstoffe entlang der gesamten Prozess- und Wertschöpfungskette. Konzernstruktur
PEOPLE. Persönliches EngagementWeltweit engagieren sich rund 5.600 qualifizierte und spezialisierte Mitarbeiter für die Zufriedenheit unserer Kunden. Sie sind mit ihrem persönlichen Engagement die Basis unseres Erfolgs. Im intensiven und vertrauensvollen Austausch mit unseren Kunden und Geschäftspartnern arbeiten sie stets daran, die beste Schmierstofflösung anbieten zu können. Globale Kundenbetreuung mittels Internationalität und GrößeBasis des Geschäftserfolgs von FUCHS sind auch die globale Präsenz und das umfangreiche Produkt- und Kundenportfolio: Wir sind dort, wo unsere Kunden sind. Zum Bilanzstichtag waren von insgesamt 62 operativen Gesellschaften 38 in der Region Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA), sieben auf dem amerikanischen Kontinent und 17 in der Region Asien-Pazifik tätig. Diese breite geografische Aufstellung ermöglicht es FUCHS, global tätige Kunden weltweit zu bedienen und lokalen Kunden maßgeschneiderte Lösungen direkt vor Ort anzubieten. Mit seinen mehr als 10.000 Produkten gewährleistet FUCHS nicht nur die Erfüllung der zunehmenden Spezialisierungsanforderungen in reifen Märkten, sondern nimmt auch am Wachstum sich entwickelnder Märkte teil. Die Diversifikation in Regionen und Branchen sorgt für einen Ausgleich von Konjunktur- und Branchenzyklen. Einfacher Konzernaufbau mit weitgehend dezentraler SteuerungDer Konzernaufbau ist bewusst einfach gestaltet. Wir halten in der Regel unmittelbar 100% der Anteile an unseren Tochtergesellschaften. Ausnahmen sind die assoziierten Unternehmen in Afrika, im Nahen Osten und in SaudiArabien sowie ein Joint-Venture in der Türkei. Die Gesellschaften sind jeweils organisatorisch in den drei geografischen Regionen EMEA, Asien-Pazifik sowie Nord- und Südamerika zusammengefasst, was sich im Steuerungs- und Berichtssystem widerspiegelt. Die Steuerung des Geschäfts obliegt in der Regel den Landesgesellschaften. Die lokalen Verantwortlichen sind jedoch zunehmend in unsere globalen Expertennetzwerke eingebunden. Innerhalb dieser Netzwerke erfolgt ein Erfahrungs- und Wissensaustausch. Über Landes- und Gesellschaftsgrenzen hinweg werden gemeinsame Lösungen für aktuelle Herausforderungen und Fragestellungen erarbeitet. FUCHS agiert als einziger Vollsortiment-Anbieter in einem sehr fragmentierten Markt, der durch eine heterogene Struktur gekennzeichnet ist. Die Vorteile von FUCHS als unabhängiger Schmierstoffhersteller liegen in der Fokussierung auf Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten, die uns Zuverlässigkeit, Kunden- und Marktnähe, sowie Kontinuität ermöglicht. Die Basis unseres Erfolgs sind die globale Präsenz, die Forschungs- und Entwicklungsstärke, der Wissenstransfer sowie unsere Schnelligkeit, mit der wir zügig auf Veränderungen reagieren können. WettbewerbsumfeldÜberblick Schmierstoffhersteller
Verteilung der Marktanteile
Ranking Top 15 Schmierstoffhersteller
KonzernstrategieSteigerung des UnternehmenswertsDie FUCHS PETROLUB SE verfolgt das Ziel einer stetigen Steigerung des Unternehmenswerts. Wir schaffen Werte für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre. Die Sicherung und Erweiterung der Marktposition in reifen Märkten und der nachhaltige Ausbau der Marktstellung in Wachstumsmärkten bilden hierfür die Grundlage. Die Voraussetzungen dazu werden durch organisches und - sofern sinnvoll und möglich - externes Wachstum sowie durch die Aktivitäten zur Sicherung der führenden technologischen Position des FUCHS-Konzerns geschaffen. Im Herbst 2018 startete FUCHS die Zukunftsinitiative FUCHS2025. Unter breiter Mitarbeiterbeteiligung arbeiten wir gemeinsam daran, neben Unternehmenskultur und -struktur auch unsere Strategie weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt derzeit auf der Definition strategischer Initiativen zur Erreichung unserer Ziele. Von besonderer strategischer Bedeutung bleibt die Sicherung der Unabhängigkeit der FUCHS PETROLUB SE. Unsere Unabhängigkeit ermöglicht uns die Fokussierung auf Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten in einem effizienten Umfeld und gibt Raum zur weiteren Steigerung des Unternehmenswerts. Sie basiert zum einen auf der Familie Fuchs als Ankeraktionär und zum anderen auf einer stabilen finanziellen Ausstattung, die eine nachhaltige Dividendenpolitik ermöglicht und darüber hinaus Spielräume für Akquisitionen schafft. SteuerungssystemVier zentrale LeistungsindikatorenDer Vorstand steuert FUCHS auf Basis verschiedener finanzieller Leistungsindikatoren. Der bedeutsamste dieser Leistungsindikatoren - der FUCHS Value Added (FVA) -wird auf Ebene der Gesellschaften und des Konzerns ermittelt. Der FVA ist Ausprägung der strategischen Zielsetzung und verbindet Ertrag mit Kapitaleinsatz. Daneben werden weitere wesentliche Leistungsindikatoren regelmäßig an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Diese Leistungsindikatoren gehen auch in die externe Finanzberichterstattung von FUCHS ein und dienen ganz allgemein der Kommunikation mit sämtlichen Stakeholdern. Im Folgenden werden die vier bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren näher beschrieben. Diese sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. WachstumFUCHS strebt profitables Wachstum an. Zur Steuerung des Wachstums unserer Umsatzerlöse verwenden wir als zentrale Größe das organische Wachstum. Organisches Wachstum ist ein um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte bereinigtes Umsatzwachstum. Portfolioveränderungen werden als externes Wachstum beschrieben. Wir verwenden den Leistungsindikator organisches Wachstum sowohl für den gesamten Konzern als auch auf Ebene der Segmente. ProfitabilitätFür die Steuerung der Profitabilität auf Konzernebene ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) unsere zentrale Messgröße. Wir ziehen das EBIT zur Beurteilung der Profitabilität für den gesamten Konzern und auf Ebene der Segmente heran. Es handelt sich um eine verbreitete Kennzahl der operativen Leistungsfähigkeit von Unternehmen, die von Finanzierungs- und Steuereffekten unbeeinflusst ist. Das EBIT ist Bestandteil der Berechnung des FVA, der Zielgröße für die variable Vergütung des Managements und des Vorstands. LiquiditätFUCHS verwendet den Freien Cashflow vor Akquisitionen als Liquiditätskennzahl für den gesamten Konzern. Der Freie Cashflow vor Akquisitionen ist definiert als Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit, abzüglich Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Er zeigt, in welchem Umfang Mittel insbesondere für Akquisitionen, für Dividendenzahlungen, für die Speisung des Finanzmittelbestands und für die Tilgung von Schulden zur Verfügung stehen. Als wichtige Liquiditätskennziffer fließt der Freie Cashflow vor Akquisitionen in eine Vielzahl von Managemententscheidungen ein. FUCHS Value Added als zentrale FührungskennzahlZentrale Führungskennzahl des Gesamtkonzerns ist der FVA, der neben dem Ertrag auch den Kapitaleinsatz berücksichtigt. Relevante Ertragskennzahl ist das EBIT. Der Kapitaleinsatz spiegelt sich in der Vermögens- und Finanzlage wider. Nur wenn der erwirtschaftete Ertrag über den Kosten des eingesetzten Kapitals liegt, wird Wert geschaffen. Der Kapitaleinsatz wird maßgeblich von den Sachanlageinvestitionen, den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie von der Entwicklung des Nettoumlaufvermögens (NOWC) beeinflusst. Das Anlagevermögen wird über Investitionsrechnungen gesteuert, während das NOWC durch die gezielte Steuerung seiner Bestandteile (Vorräte sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) kontrolliert wird. Das durchschnittlich eingesetzte Kapital für ein Geschäftsjahr wird anhand der verzinslichen Finanzierungsquellen des Konzerns ermittelt und errechnet sich als Durchschnitt der Bestandsgrößen zu fünf Quartalsstichtagen, beginnend mit dem 31. Dezember des vorangegangenen Jahres: Eigenkapital + Pensionsrückstellungen (netto) + Finanzverbindlichkeiten - liquide Mittel + planmäßige Firmenwertabschreibungen früherer Jahre (bis 2004: 85 Mio €) = Eingesetztes Kapital (Capital Employed) Für die Berechnung der Kosten des eingesetzten Kapitals wird ein gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) verwendet, der auf Basis des Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelt wird. Die Höhe des WACC wird jährlich zum Bilanzstichtag auf der Grundlage aktueller Kapitalmarktdaten überprüft. Der FVA zeigt als zusammengefasster Leistungsindikator somit die Erfolge im Ertragsmanagement und in der Steuerung des Kapitaleinsatzes: FVA = EBIT - Eingesetztes Kapital x Kapitalkostensatz (WACC) Die variable Vergütung des lokalen, regionalen und globalen Managements basiert auf dem FVA. Nur wenn im betreffenden Geschäftsjahr ein positiver Wertbeitrag erwirtschaftet wurde, entsteht der Anspruch auf eine variable Vergütung. Budgetüberwachung als Teil des SteuerungssystemsZu den Instrumenten der operativen Führung der Gesellschaften gehört eine detaillierte Soll-Ist-Abweichungskontrolle des Budgets. Im Verlauf des jährlichen Budgetierungsprozesses werden Zielvorgaben für Gesellschaften und Regionen in Bezug auf Wachstum und EBIT anhand von Bruttomargen und der Entwicklung der übrigen Sach- und Personalkosten erarbeitet. Durch einen monatlichen Soll-Ist-Vergleich wird die Einhaltung des Budgets kontinuierlich überwacht. Bei Zielverfehlungen werden die Ursachen zeitnah untersucht und Gegenmaßnahmen eingeleitet. Forschung und EntwicklungKontinuierlicher Ausbau der AktivitätenAuch im Jahr 2019 war die Forschungs- und Entwicklungsarbeit (F&E) der FUCHS PETROLUB SE mit circa 600 Projekten, wie in den vergangenen Jahren, auf einem hohen Niveau. Mit 521 (523) Mitarbeitern und 55 Mio € (52) Aufwand ist die Gruppe weiterhin auf dem Vormarsch, die Technologieführerschaft in definierten Segmenten auszubauen und die Innovationskraft zu steigern. Organisatorisch setzt der Konzern im Bereich F&E verstärkt auf ein Drei-Hub-Konzept in Europa, Asien-Pazifik sowie Nord- und Südamerika und somit auf den weiteren Ausbau der Matrixstruktur, die das globale Agieren durch Netzwerkeffekte unterstützt. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein spielen bei unseren Entwicklungen eine signifikante Rolle, wie das neu entwickelte Motorenöl PLANTO MOT SAE 10W-40 zeigt, welches als einziges biologisch abbaubares Motorenöl die DEUTZ-Freigabe erhalten hat. Dieses Motorenöl ist biologisch abbaubar gemäß OECD 301B und enthält mehr als 25% der Rohstoffe aus erneuerbaren Quellen. Wir unterstützen unsere Kunden aus der Automobilbranche beim Ausbau ihrer Elektroaktivitäten. So haben wir ein Hochleistungsgetriebeöl für elektrische Endantriebe entwickelt, die im weltweit ersten Sportwagen mit 800 V-Architektur zum Einsatz kommen. Die Erfahrungen aus solchen Hochleistungsanwendungen haben entscheidende Erkenntnisse ermöglicht, die weiter in Lösungen für Breitenanwendungen in E-Plattformen eingebracht werden. Reibungsoptimierte Getriebeöle für schwere Lastkraftwagen (Lkw) sind ein wichtiger Ansatzpunkt, um die CO 2-Emissionen im Transportbereich zu reduzieren. Um sicherzustellen, dass die niederviskosen Öle die erwartete Getriebelebensdauer gewährleisten, sind umfangreiche Tests nötig. Der im Jahr 2018 bei der FUCHS SCHMIERSTOFFE GMBH in Betrieb genommene flexible Antriebsstrangprüfstand wurde infolgedessen erstmals für die Ölprüfung mit Lkw-Seriengetrieben eines europäischen OEM eingesetzt. Ein kundenspezifisches Prüfprogramm über 1.000 Stunden ermöglicht detaillierte Einsichten in das Verschleißverhalten des Getriebes in verschiedenen Gängen sowie unter voller Last. Weiterhin intensivieren wir unsere Aktivitäten, Konzepte zu entwickeln, um unsere Rohstoffbasis hinsichtlich des CO 2-Fußabdrucks zu verbessern. Beispielsweise beteiligen wir uns unter anderem an Projekten, in deren Rahmen Rohstoffe nicht von fossilen Quellen, sondern aus alternativen Ressourcen stammen, beziehungsweise Rohstoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft aus recycelten Materialien generiert werden. Auch Schmierfette stehen weiterhin im Fokus, weshalb wir unsere Aktivitäten im Bereich PU-Fette sowie bei der Entwicklung moderner Schmierfettkonzepte ausbauen, wie beispielsweise für die elektrische Steuerung mit verbessertem Stick-Slip-Verhalten (Haftgleiteffekt). In einem modernen Umfeld müssen auch Werkzeuge und Entwicklungsmethoden angepasst werden. Daher setzen wir verstärkt Simulationen, Kalkulationsmodelle wie auch Design-of-Experiments-Methoden (DoE) als integralen Bestandteil unserer Entwicklungsprojekte ein und steigern dadurch kontinuierlich die Effizienz unserer F&E-Aktivitäten. Durch Chemoinformatik konnten wir nachweisen, dass die Schmierwirkung von Fetten stark von deren rheologischen Eigenschaften abhängt. Mit Hilfe der multivarianten Regression war es so möglich, die Eigenschaften des Systems (der Fette), in Abhängigkeit von den eingesetzten Rohstoffen, vorherzusagen. MitarbeiterIm Jahr 2019 ist die Belegschaft weltweit insbesondere akquisitionsbedingt gewachsen und liegt nun bei rund 5.600 Mitarbeitern. In den letzten zehn Jahren ist die Gesamtbelegschaft um 60% gewachsen. Dieses Wachstum ermöglicht es uns, gezielt benötigte Kompetenzen und Erfahrungen für heutige und künftige Herausforderungen in der Organisation auszubauen. Um diese Kompetenzen schnellstmöglich verfügbar zu machen, ist eine schnelle Integration in die FUCHS-Kultur notwendig. Dabei unterstützen uns die fünf Werte unseres Leitbilds - Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität - sowie unsere Leadership Principles. Zusammenarbeit in einem globalisierten UmfeldIm Sinne unserer Zielsetzung "ACT GLOBAL" im Rahmen von FUCHS2025 hat auch im Jahr 2019 die grenzüberschreitende Interaktion der Mitarbeiter sowohl in den fachspezifischen Netzwerken als auch mittels kollaborativer Tools weiter zugenommen. Die Nutzung dieser Tools ermöglicht die Inklusion verschiedenster Sichtweisen und Expertisen der Kollegen aus allen Ländern. Durch diese Art der Zusammenarbeit werden schnell und effektiv Arbeitsergebnisse und Ideen generiert, welche eine unmittelbare Auswirkung auf unsere Projekte und unsere globalen Ziele haben. Den Führungskräften kommt, unter Wahrung unserer Leadership Principles sowie des FUCHS-Leitbilds, immer mehr die Rolle des Schnittstellenmanagers zwischen Fachbereichen und Unternehmenseinheiten zu. Dies wird wichtiger, da durch den Ausbau unserer Matrixstrukturen das Erreichen unterschiedlicher Mitarbeiterzielgruppen, wie auch die Deckung diverser Informationsbedarfe, in den Fokus rückt. Neben dem zielgerichteten Aufbau von Kommunikationsstrukturen über Grenzen hinweg steht im Fokus, Kommunikation hierarchiefrei und offen zu gestalten. Die Übermittlung der strategischen Ausrichtung, der Zielsetzungen, der Veränderungsbedarfe wie auch die Sensibilisierung für den eigenen Beitrag zum Gesamterfolg des Unternehmens ist Aufgabe der Führungskräfte aller Ebenen. Digitalisierung in der ArbeitsweltDie sich stetig entwickelnde Digitalisierung bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, agiles Arbeiten in einem globalisierten Unternehmen zu fördern. Wichtig ist hierbei auch die Gestaltung digitalisierter Arbeitsprozesse und -workflows in integrierten Systemlandschaften, um die Effizienz der Aufgabenbearbeitung zu steigern und dadurch mehr Zeit für wichtige interdisziplinäre Kollaborationen zu schaffen sowie für zukunftsträchtige Projekte und Initiativen. Die Digitalisierung der HR-Prozesse wurde 2019 nahezu finalisiert und umfasst neben der Harmonisierung und Pflege von zentralen Organisations- und Mitarbeiterstammdaten insbesondere auch die E-Learning-Plattform. Mitarbeiterzahl gestiegenZum 31. Dezember 2019 waren im FUCHS-Konzern 5.627 Mitarbeiter, davon 131 Trainees, beschäftigt. Die Gesamtbelegschaft ist somit gegenüber dem Vorjahr insbesondere akquisitionsbedingt, um 181 Personen oder 3%, gestiegen. Funktionale Mitarbeiterstruktur *Werte 2019 (2018)
Die Region EMEA wuchs insgesamt um 89 (+ 2%), die Region Asien-Pazifik um 37 (+ 4%) Mitarbeiter. In Nord- und Südamerika wurden zum Stichtag 55 Mitarbeiter (+ 8%) mehr beschäftigt als zum 31. Dezember 2018. Geografische Mitarbeiterstruktur
Weiterentwicklung der ArbeitgebermarkeIm Jahr 2019 ist das Employer-Branding-Konzept weiterentwickelt worden. Es wurde eine Zielgruppenanalyse zu den Bedarfen von besonders gesuchten Fachkräften durchgeführt und daraus wurden Ideen abgeleitet, wie man sowohl junge Fachkräfte als auch erfahrene Mitarbeiter besser auf FUCHS aufmerksam machen und als Arbeitnehmer gewinnen kann. Kombiniert wurde diese Fragestellung mit dem Wunsch, die globalen Karrieremöglichkeiten in einem mittelständischen Konzern stärker in den Vordergrund zu stellen. Unsere Informationsveranstaltungen zur Berufsorientierung sowie Betriebspraktika in unserem Haus werden gerne von Schülern angenommen. Schüler erhalten so die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von unserem Ausbildungsangebot und den betrieblichen Abläufen zu machen. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten wurde weiter gestärkt, um FUCHS als attraktiven Arbeitgeber bei Studenten, Absolventen und Nachwuchswissenschaftlern bekannt zu machen. Ein besonderes Augenmerk legen wir darauf, Kontakte zu Studenten mit besonderen Studienleistungen zu knüpfen und diese zu fördern. Hierbei werden beispielsweise auch Auslandseinsätze an unseren weltweiten Standorten angeboten, die sowohl den Geförderten wie auch den Kollegen in den jeweiligen Ländern eine Erweiterung ihrer Sichtweise ermöglichen. Darüber hinaus bieten wir regelmäßig Praktika sowie die Unterstützung bei Studien-, Bachelor- und Masterarbeiten an und fördern ausgewählte Studenten durch die Vergabe von Stipendien. Die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften ist nach wie vor in allen Arbeitsmärkten, insbesondere aber in Europa, Indien, China und den USA, eine besondere Herausforderung. Die interne Qualifizierung unserer für den Rekrutierungsprozess verantwortlichen Mitarbeiter und die verbesserte direkte Zusammenarbeit der lokalen und regionalen Personalverantwortlichen haben dazu beigetragen, unsere Position deutlich zu stärken. Neuere Wege, Talente auf dem Bewerbermarkt anzusprechen, wie Social-Media-Rekrutierung oder Active Sourcing, werden sukzessive erweitert. Durch unsere regionalen Personalleiter können diese modernen Rekrutierungswege sowie passende Auswahlinstrumente auch kleinen Standorten ohne eigenen Personalbereich nahegebracht werden. Unser Ziel ist unverändert, die besten Talente im jeweiligen Kompetenzfeld zu finden und für FUCHS zu begeistern. Auch die Besetzung von Positionen mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen spielt für uns eine wichtige Rolle. So wurde 2019 im Zuge des Konzernausbaus der globalen Divisionen ein besonderer Fokus darauf gelegt, Mitarbeiter aus den eigenen Reihen auf die neuen, attraktiven Stellen mit globaler Ausrichtung zu befördern. AusbildungZum Stichtag 31. Dezember 2019 waren 89 (82) junge Menschen in den deutschen Tochtergesellschaften in einer dualen Ausbildung. 20 Auszubildende und duale Studenten haben im Berichtsjahr ihre Ausbildung abgeschlossen. Wir bilden in verschiedenen kaufmännischen sowie technischen Berufsbildern aus. Zielbewussten und qualifizierten Abiturienten bieten wir darüber hinaus die Möglichkeit eines dualen Studiums in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), das mit dem staatlichen Abschluss "Bachelor" endet. Für FUCHS ist das duale Studium ein zentraler Baustein der Nachwuchsentwicklung. Neben den verschiedenen Ausbildungsrichtungen und DHBW-Studiengängen bieten wir auch studienbegleitende Praktika bei unseren Tochtergesellschaften im Ausland an. Im vergangenen Jahr wurden Praktika u. a. in unseren Tochtergesellschaften in den USA und Japan vermittelt. Viele unserer heutigen Leistungsträger sind ehemalige Studenten, Auszubildende und Praktikanten von FUCHS. Mittlerweile sind konzernweit auch zahlreiche Managementpositionen durch ehemalige Studenten besetzt, was uns besonders stolz macht. Die Förderung dieser potenziellen zukünftigen FUCHS Mitarbeiter ist für uns auch weiterhin eine wichtige Investition in die Zukunft. 2.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische RahmenbedingungenDie Entwicklung im Jahr 2019 und Prognosen für 2020 *Weltwirtschaft 2019 wächst langsamerEntwicklung des Bruttoinlandsprodukts
Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF)
Stahlindustrie 2019 außerhalb Chinas schwach, aber leichte Erholung 2020 möglichEntwicklung Rohstahlproduktion
Quelle: World Steel Association Der Bedarf wichtiger weiterverarbeitender Kundenindustrien war 2019 teilweise stark rückläufig. Daher wurde die Stahlproduktion in vielen Regionen zurückgefahren, in der EU sogar massiv und somit schlechter als prognostiziert. Gegen den negativen Trend wurde die Stahlproduktion in China jedoch substanziell um 8,3% gesteigert. Damit wuchs Chinas Anteil am Weltmarkt auf gut 53%. Insgesamt stieg die Weltstahlproduktion laut den Angaben der World Steel Association (WSA) daher stärker als prognostiziert. Angesichts einer leichten Belebung der Weltwirtschaft zeichnet sich laut der Vorausschätzung der WSA für 2020 ein moderat wachsender Stahlbedarf ab. Zwar ist die Investitionsneigung der Unternehmen in vielen Industrieländern noch gering, aber bei niedrigen Zinsen bleibt der Gebäudebau lebhaft. Zudem stimuliert ein in den Schwellenländern forcierter Ausbau der Infrastruktur die Stahlnachfrage. Laut WSA dürften 2020 alle Regionen moderate Zuwachsraten verzeichnen. Eine Ausweitung von Handelskonflikten würde die Entwicklung allerdings belasten. Maschinenbau global stagnierend, ohne China sogar auf SchrumpfungskursNach einer Vorabeinschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) verlief die globale Branchenentwicklung infolge der Handelskonflikte und des zyklischen Abschwungs der Industrie viel schwächer als prognostiziert. Der Weltmaschinenumsatz stagnierte 2019 lediglich, ohne China befindet sich der Maschinenbau laut dem VDMA sogar in der Rezession. Sowohl in den USA als auch im Euroraum ging der Maschinenumsatz zurück. Im stark exportorientierten deutschen Markt war der Einbruch überdurchschnittlich stark. In diesem Umfeld mussten die Maschinenbauer in Deutschland ihre Produktion, entgegen den ursprünglichen Planungen, um real 2% senken. Für 2020 sieht der Verband noch keine Besserung. So dürfte sich die schwache Auftragslage unter günstigen Bedingungen erst im Jahresverlauf erholen, da sich dies nur mit zeitlichem Verzug auf Produktion und Umsatz auswirkt. Daher rechnet der VDMA auch für 2020 lediglich mit einer Stagnation im Weltmaschinenumsatz, wobei sich die Trends in China und dem Euroraum sogar weiter abschwächen. Für Deutschland prognostiziert der VDMA für 2020 nochmals Umsatz- und Produktionseinbußen von 2%. Entwicklung Maschinenbauumsatz
Quelle: VDMA Automobilindustrie im Umbruch, keine Trendwende in Sicht Wegen des beschleunigten Technologieumbruchs, der Handelskonflikte sowie der Verunsicherungen über künftige Grenzwerte und Fahrverbote steckt die Automobilbranche in der Krise. Statt eines leichten Wachstums ist der globale Pkw-Absatz laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) im Jahr 2019 spürbar auf 80 Mio Fahrzeuge geschrumpft. Vor allem China erlitt massive Einbrüche, da neben dem Handelskonflikt auch Fördermaßnahmen für E-Autos ausliefen. Der US-Markt war ebenfalls rückläufig. Dagegen konnte der Absatz in Europa moderat und in Deutschland kräftig zulegen. Die deutsche Automobilindustrie hat die Inlandsproduktion erneut um 9% gekürzt, die Fertigung an ihren Auslandsstandorten hingegen stabil gehalten. Für 2020 wird mit keiner Trendwende gerechnet. Der VDA erwartet, dass der Pkw-Absatz weltweit weiter schrumpft, mit Einbußen in allen wichtigen Regionen. Die Belastungsfaktoren bleiben bestehen. In Europa sorgen zudem die nicht abschätzbaren Brexit-Folgen und verschärfte Klimaschutzregeln in den Städten für Unsicherheit. Laut VDA könnten die deutschen Hersteller ihre Produktion 2020 im In- und Ausland auf einem unveränderten Gesamtniveau von etwa 16 Mio Pkw halten. Das globale Branchenszenario würde sich jedoch drastisch verschlechtern, falls die USA tatsächlich Strafzölle auf Autos aus Europa erheben würden. Entwicklung des Pkw-Absatzes
Quellen: VDA, European Automobile Manufacturers Association (ACEA) Ende des kräftigen Chemieaufschwungs ist erreicht, moderater Kurs auch 2020 wahrscheinlichDie globale Chemieproduktion ist 2019 mit einem Anstieg von 3,0% vergleichsweise moderat und langsamer als erwartet sowie regional heterogen gewachsen. Während sich die Chemiebranche in der EU analog zur globalen Entwicklung verhielt, wurde eine Stagnation in den USA verzeichnet. Dagegen blieb das Chemiewachstum in China kraftvoll und leicht stärker als erwartet. In anderen Ländern Asiens flachte die Entwicklung spürbar ab (Indien) und rutschte teilweise sogar ins Minus (Japan, Südkorea). Mit einem Rückgang von 7,5% war der Einbruch der Chemieproduktion 2019 in Deutschland drastisch. Für 2020 sind die Perspektiven für die globale Chemieindustrie mit einem Wachstum von 3,0% leicht positiv. In allen wichtigen Märkten zeichnet sich, im Einklang mit der Weltkonjunktur, eine verhalten wachsende Chemieproduktion ab. Der Branchenverband VCI rechnet für die EU und China mit einem schwächeren Expansionstempo als zuletzt. Die US-Chemie wird moderat zulegen. Für die Branche in Deutschland geht der VCI von einem sehr schwachen Produktionszuwachs in Höhe von 0,5% aus. Entwicklung der Chemieproduktion
Quellen: VCI, Cefic Leichtes Wachstum der globalen SchmierstoffnachfrageIm Jahr 2019 stieg die globale Schmierstoffnachfrage erneut leicht an. In Asien-Pazifik ist die Nachfrage um 1,2% angestiegen. Maßgeblich verantwortlich waren hier die Märkte in Indien (+ 2,0%), Japan (+ 1,7%) und China (+ 1,0%). Der europäische Schmierstoffmarkt konnte nur gering um 0,5% zulegen. Im Wesentlichen wurde das Wachstum durch Russland (+ 1,8%) getragen. Während Nordamerika einen erneuten Absatzrückgang verzeichnete, belebt der Aufschwung Brasiliens (+ 3,0%) den südamerikanischen Markt mit einem Wachstum von 2,1 %. Entwicklung Schmierstoffbedarf
Quelle: Eigene Marktanalysen Regionale Aufteilung des Weltschmierstoffbedarfs
Umsatzstruktur des Konzerns nach Kunden-Sektoren
* Verarbeitendes Gewerbe =
Produktionsgüter, Investitionsgüter,
Verbrauchsgüter.
2.3 Geschäftsentwicklung 2019 - PrognosevergleichIm Berichtsjahr 2019 konnte der FUCHS-Konzern seine ursprünglich gesetzten Ziele für Umsatz, EBIT und FVA nicht erreichen. Die Prognose für den Freien Cashflow wurde übertroffen. Die wichtigsten Leistungsindikatoren haben sich wie folgt entwickelt:
Die Prognosen vom Jahresbeginn wurden im Jahresverlauf regelmäßig überprüft und angepasst bzw. konkretisiert. → Vergleich tatsächlicher - prognostizierter Geschäftsverlauf Mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau blieb der Konzern 2019 weit hinter den ursprünglichen Prognosen zurück. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konnte keine der drei Weltregionen das erwartete organische Wachstum erzielen. Die Krise der Automobilbranche führte in den Regionen Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA), Asien-Pazifik und Amerika zu deutlichen Volumenverlusten. Dem ausbleibenden Umsatzwachstum begegnete FUCHS mit Kostendisziplin: Maßnahmen zur Kostensenkung wurden implementiert - dies jedoch mit Augenmaß und ohne Zukunftsprojekte zu gefährden. Im Ergebnis stiegen die Funktionskosten des Konzerns 2019 im Vergleich zum Vorjahr nicht in dem ursprünglich geplanten Ausmaß. Die Investitionen, vor allem in Sachanlagen, stiegen 2019 erwartungsgemäß auf Rekordniveau, erreichten aber mit 154 Mio € nicht das ursprünglich geplante Niveau von rund 180 Mio €. Darüber hinaus konnten signifikant mehr Mittel des Nettoumlaufvermögens (NOWC) - insbesondere durch den Abbau von Vorräten - freigesetzt werden. Entsprechend liegt der Freie Cashflow vor Akquisitionen mit 175 Mio € deutlich über den Erwartungen. Der FVA beträgt 174 Mio € bei unveränderten Kapitalkosten von 10%. Aufgrund des im Jahresverlauf ansteigenden Rückgangs beim EBIT konnte die ursprüngliche Prognose nicht erreicht werden, die konkretisierte Erwartung Mitte des Jahres wurde übertroffen. Vergleich tatsächlicher - prognostizierter Geschäftsverlauf
2.4 Geschäftsverlauf und Ertragslage des KonzernsUmsatz (Geschäftsverlauf)Regionale Umsatzentwicklung nach dem Sitz der Gesellschaften
FUCHS behauptet sich in schwierigem Umfeld mit Umsatz auf VorjahresniveauIn einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erzielte FUCHS mit 2.572 Mio € (2.567) einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Der organische Rückgang in Höhe von - 26 Mio € oder - 1 % wurde neben geringen positiven Währungskurseffekten von 13 Mio € (+ 0%) durch externes Wachstum in Höhe von 18 Mio € (+ 1 %) ausgeglichen. Wachstumsfaktoren
Alle Regionen mit organischen UmsatzrückgängenDas abgeschwächte Weltwirtschaftsklima und insbesondere die Krise der Automobilmärkte in Asien und Europa führten in allen drei Konzern- / Weltregionen zu volumenbedingten organischen Umsatzrückgängen. Insgesamt verzeichnet der Konzern ein negatives organisches Wachstum von - 1 %, das durch externes Wachstum und Währungseffekte kompensiert wurde. Mit - 2% fiel das negative organische Wachstum in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) besonders stark aus und konnte dort - im Gegensatz zu den beiden anderen Regionen Asien-Pazifik und Nord- und Südamerika - auch nicht durch Währungseffekte und externes Wachstum ausgeglichen werden. Der Anteil der Region EMEA am unkonsolidierten Gesamtumsatz hat sich damit leicht von 59% auf 58% verringert, während der Anteil Asien-Pazifiks von 26% auf 27% anstieg, Nord- und Südamerika blieb konstant. Im Jahresverlauf entwickelte sich das Geschäft in den drei Regionen unterschiedlich und zum Teil auch gegenläufig. In Asien-Pazifik setzte sich der schwache Jahresausgang 2018 mit einer schwachen ersten Jahreshälfte 2019, die von deutlichem organischem Umsatzrückgang geprägt war, fort. Im dritten Quartal schwächte sich der organische Rückgang ab, zudem wurde ab 1. April 2019 externes Wachstum aus einer Akquisition in Australien erzielt. Ein starker Jahresendspurt mit hohem organischem Wachstum und fortgesetztem externem Wachstum führte für die Region im Gesamtjahr zu einem Umsatzplus von 2%. Konzernumsatz gegliedert nach dem Sitz der Kunden
Auch die Region EMEA startete schwach ins Jahr. Bedingt durch die Automobilkrise verzeichnete die Region nicht nur einen Rückgang der Lieferungen an europäische Drittkunden, sondern auch einen Rückgang der Konzernlieferungen nach China. Organische Umsatzrückgänge setzten sich in der zweiten Jahreshälfte abgeschwächt fort. Die Gesamtjahresbilanz fiel mit einem Umsatzrückgang um 2% negativ aus. Die Umsatzentwicklung Nord- und Südamerikas verlief konträr zu der in den beiden anderen Regionen: Dank hohen organischen Wachstums und positiver Währungseffekte stieg der Umsatz der Region im ersten Quartal um 12%. Auf den guten Jahresbeginn folgten zwei Quartale mit organischen Rückgängen, die jedoch durch positive Währungseffekte kompensiert werden konnten. Das vierte Quartal war für Nord- und Südamerika das schwächste: Deutliche organische Rückgänge konnten nicht ausgeglichen werden. Im Gesamtjahr konnte dennoch ein Umsatz um 2% über dem Vorjahr erzielt werden. Umsatzstruktur des Konzerns nach Produktgruppen
ErtragslageErtragslage des Konzerns
Der FUCHS-Konzern hat im Jahr 2019 mit 321 Mio € (383) ein im Vergleich zum Vorjahr um 62 Mio € niedrigeres EBIT erwirtschaftet. Das Ergebnis nach Steuern sank von 288 Mio € auf 228 Mio €. Einem nur minimal um 5 Mio € verbesserten Umsatz standen erhöhte Produktionsaufwendungen gegenüber, was in einem leichten Rückgang des Bruttoergebnisses um 9 Mio € oder 1 % resultierte. Die Bruttomarge ging bei weitgehend konstantem Materialeinsatz infolge dieser gestiegenen Produktionsaufwendungen von 35,0% auf 34,6% zurück. Die Sonstigen Funktionskosten stiegen um 7% oder 38 Mio € auf 580 Mio € (542) an. Ihr Anteil am Umsatz verschlechterte sich von 21,1 % auf 22,5%. Ursachen für die Steigerung sowohl bei den Produktions- als auch bei den Sonstigen Funktionskosten waren neben inflationsbedingten Lohn- und Gehaltsanpassungen höhere Abschreibungen durch neue Werke und Anlagen sowie gestiegene Mitarbeiterzahlen, mit denen der Konzern die Grundlage für zukünftiges Wachstum und zukünftige Ertragssteigerungen legt. Angesichts der Umsatzentwicklung wurde im Jahresverlauf das Kostenmanagement verstärkt und Personal nicht wie geplant weiter aufgebaut, so dass die Kostensteigerungen geringer als ursprünglich geplant ausfielen. Zusätzlich belastet wurde das Ergebnis durch eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 6 Mio €. Das EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen (EBIT vor at Equity) als Saldo aus Bruttoergebnis und Sonstigen Funktionskosten lag mit 310 Mio € 47 Mio € bzw. 13% unter Vorjahr. Die Marge EBIT vor at Equity zum Umsatz sank auf 12,1 % (13,9). Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen (At-Equity-Ergebnis) des Vorjahres enthielt einen Sonderertrag von 12 Mio € aus der Veräußerung eines 50%-Anteils an einem schweizer Vertriebs-Joint-Venture. Auch nach Eliminierung dieses Sonderertrags sank das At-Equity-Ergebnis um 3 Mio €. Dies ist wesentlich im Wegfall des Beteiligungsergebnisses des veräußerten Joint-Venture-Anteils begründet. Daneben resultierte die Schwäche der Währung in der Türkei in rückläufigen Ergebnissen unserer dortigen Beteiligungsgesellschaft. Das EBIT sank somit um 62 Mio € oder 16% (vergleichbar vor Sonderertrag um 50 Mio € oder 13%) auf 321 Mio €. Das Ergebnis nach Steuern reduzierte sich um 60 Mio € auf 228 Mio €. Der überproportionale Rückgang des Nachsteuerergebnisses ist Folge einer gestiegenen Steuerquote (Ertragsteuern bezogen auf das Ergebnis vor Steuern ohne Ergebnis aus at Equity). Der Anstieg auf 29,1 % (26,2) beruht im Wesentlichen auf höheren Quellensteuern auf Dividenden. Aus dem Ergebnis nach Steuern von 228 Mio € (288) errechnet sich eine Nettoumsatzrendite von 8,9% (11,2). Je Stamm- bzw. Vorzugsaktie reduziert sich das Ergebnis um 0,43 € oder knapp 21 % auf 1,63 € (2,06) bzw. 1,64 € (2,07). 2.5 Umsatz, Ertragslage und Investitionen der RegionenZum 1. Januar erfolgte auf Vorstandsebene eine Änderung der regionalen Zuständigkeiten. Diese ging mit einer Änderung der Segmente einher: Bis zum 31. Dezember 2018 wurden Gesellschaften des Mittleren Ostens und Afrikas im Segment Asien-Pazifik ausgewiesen. Seit dem Jahr 2019 erfolgt der Ausweis im Segment Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA). Zur besseren Nachvollziehbarkeit und Transparenz wird das Vorjahr im Folgenden vergleichbar zur aktuellen konzerninternen Organisations- und Berichtsstruktur dargestellt. Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA)Automobilkrise bedingt Umsatzrückgang in Höhe von 2%Das abgeschwächte Weltwirtschaftsklima und insbesondere die Krise der Automobilmärkte in Asien und Europa resultierten für die Region EMEA in einem organischen Umsatzrückgang in Höhe von 2%. Der Umsatz reduzierte sich von 1.618 Mio € im Vorjahr auf 1.579 Mio € im Berichtsjahr. Überdurchschnittlich hoch fielen die volumenbedingten Rückgänge vor allem in Deutschland aus, das nicht nur einen Rückgang seiner Lieferungen an europäische Drittkunden, sondern auch einen Rückgang der Konzernlieferungen nach China verzeichnete. Von den Gesellschaften mit positiver organischer Umsatzentwicklung sind besonders Großbritannien und Polen zu nennen. Größere Zuwächse konnten aber auch in Ungarn, Rumänien und Südafrika erzielt werden, wobei das organische Wachstum in Südafrika durch negative Wechselkurseffekte überkompensiert wurde. Weitere negative Effekte durch die Umrechnung der Umsätze in die Konzernwährung Euro resultierten neben der Schwäche des südafrikanischen Rands auch aus der Schwäche der schwedischen Krone und des polnischen Zlotys. In Summe wirkten sich die negativen Wechselkurseffekte mit - 3 Mio € auf den Umsatz aus. Segmentinformationen EMEA 1, 2
1 Weitere Informationen siehe Finanzbericht:
"Segmente".
Geringerer Umsatz und Wachstumsprogramm bedingen Ergebnisrückgang: Reduktion des EBIT vor at Equity um 29 Mio € (- 16%)Das Segmentergebnis (EBIT) der Region ging von 211 Mio € deutlich um 44 Mio € oder 21 % zurück auf 167 Mio €. Auch nach Eliminierung des im Vorjahresergebnis enthaltenen Sonderertrags von 12 Mio € aus dem Verkauf des 50%-Anteils an einem schweizer Vertriebs-Joint-Venture fällt der Rückgang mit 32 Mio € oder 16% deutlich aus. Ein Rückgang von 29 Mio € entfiel auf das EBIT vor at Equity: Grund hierfür waren neben Umsatzrückgängen und inflationsbedingten Lohn- und Gehaltsanpassungen Kostensteigerungen, die aus unserem Investitions- und Wachstumsprogramm resultierten. Bei verstärkter Kostenkontrolle stiegen insbesondere Personalkosten und Abschreibungen. Zusätzlich belastet wurde das Ergebnis der Region durch eine Goodwill-Abschreibung in Schweden in Höhe von 6 Mio €. Die Marge EBIT vor at Equity zum Umsatz sank von 11,4% im Vorjahr auf 9,9%. Das At-Equity-Ergebnis des Vorjahres enthielt einen Sonderertrag von 12 Mio € aus dem Verkauf eines 50%-Anteils an einem schweizer Vertriebs-Joint-Venture. Vergleichbar liegt das At-Equity-Ergebnis um 3 Mio € unter Vorjahr. Es wurde durch den Wegfall des Ergebnisbeitrags des schweizer Vertriebs-Joint-Ventures und die Schwäche der Währung in der Türkei belastet. Rekordinvestitionen in Höhe von 97 Mio €Nach 65 Mio € im Vorjahr hat die Region EMEA ihr Investitionsvolumen 2019 nochmals kräftig ausgeweitet und auf 97 Mio € erhöht. Rund 45% dieser Investitionen entfielen auf die beiden deutschen Standorte Mannheim und Kaiserslautern. Schwerpunkte bildeten der Neubau einer Spezialfettanlage in Kaiserslautern und die Vergrößerung des Tanklagers in Mannheim. Die größte Einzelinvestition der Region wurde in Schweden getätigt. Hier ist der Bau eines neuen Werks in vollem Gange. In Großbritannien wurde mit der Errichtung eines neuen Rohmateriallagers fortgefahren, in Belgien wurden Erweiterungsflächen zugekauft, in Russland wurde die Werkserweiterung fortgeführt und in Polen mit dem Ausbau der Fettanlage begonnen. Darüber hinaus wurden an vielen Standorten diverse Ersatzinvestitionen getätigt. Asien-PazifikExternes Wachstum und positive Währungseffekte kompensieren organischen UmsatzrückgangAuch die Wachstumsregion der vergangenen Jahre, AsienPazifik, verzeichnete, bedingt durch die Krise des chinesischen Automobilmarkts, die auf Gesamtasien abstrahlte, volumenbedingte organische Umsatzrückgänge in Höhe von 9 Mio €. Davon betroffen waren nahezu alle asiatischen Gesellschaften. Ein nennenswert positives organisches Umsatzplus wiesen hingegen Japan sowie im pazifischen Raum die australische Gesellschaft aus. Die Übernahme eines Herstellers von Schmierstoffen für den automotiven Retailbereich in Australien zum 1. April 2019 ermöglichte der Region ein externes Wachstum in Höhe von 17 Mio €. Positive Effekte bei der Umrechnung in die Konzernwährung Euro waren insbesondere in China zu verzeichnen. Segmentinformationen Asien-Pazifik 1, 2
1 Weitere Informationen siehe Finanzbericht:
"Segmente".
Insgesamt wuchs der Umsatz in der Region um 2% von 706 Mio € auf 718 Mio €. Gestiegene Kosten resultieren in EBIT-Rückgang um 9%Bei gestiegenem Umsatz weist die Region im Vergleich zum Vorjahr ein um 9 Mio € oder 9% niedrigeres EBIT aus. Wachstums- und Modernisierungsprojekte ließen bei einem Großteil der Gesellschaften insbesondere die Personal- und IT-Kosten, aber auch die Abschreibungen deutlich ansteigen. Dank strikter Kostenkontrolle und Einsparmaßnahmen angesichts der schwierigen Umsatzsituation fielen die Steigerungen jedoch weniger hoch als ursprünglich geplant aus. In Australien schlugen darüber hinaus nach der Akquisition von NULON, einem australischen Hersteller von Schmierstoffen für den automotiven Bereich, Integrationskosten negativ zu Buche. Die Marge EBIT vor at Equity zum Umsatz verschlechterte sich von 14,4% auf 13,0%. Investitionen mit Schwerpunkt auf ChinaDie Investitionen in Sachanlagen in der Region konzentrierten sich im Wesentlichen auf China, wo der Werksneubau in Wujiang abgeschlossen und die in Shanghai verbleibende Verwaltung sowie Entwicklungslabore ausgebaut wurden. In Korea wurde darüber hinaus die Produktion erweitert und modernisiert. Nord- und SüdamerikaPositive Wechselkurseffekte gleichen organischen Umsatzrückgang aus Nach zweistelligem organischem Wachstum im Vorjahr verzeichnete die Region 2019 einen organischen Umsatzrückgang um 1 % oder 3 Mio €. Organische Umsatzrückgänge waren im Wesentlichen in Nordamerika in der zweiten Jahreshälfte zu verzeichnen. Dem negativen internen Wachstum standen deutliche positive Wechselkurseffekte in Höhe von 11 Mio € gegenüber: Durch die Stärke des Dollars konnten die organischen Rückgänge ebenso wie negative Wechselkurseffekte, die insbesondere aus dem Kursverfall des Argentinischen Pesos resultierten, kompensiert werden. Daneben profitierte die Region von einem kleineren externen Wachstum in Höhe von 1 Mio €. Dies resultierte aus der bereits 2018 erfolgten Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an einer Vertriebsgesellschaft in Chile sowie der Akquisition eines kanadischen Dienstleistungsunternehmens für Services in den Bereichen Schmierstoffe und Chemical Process Management (CPM) zum 1. November 2019. In Summe konnte die Region ihren Umsatz um 2% oder 9 Mio € von 409 Mio € auf 418 Mio € steigern. Segmentinformationen Nord- und Südamerika 1
1 Weitere Informationen siehe Finanzbericht:
"Segmente".
Kostensteigerung und Wertberichtigungen auf Kundenforderung reduzieren EBIT um 10 Mio €Im Vergleich zum Vorjahr ist das EBIT der Region deutlich von 59 Mio € um 10 Mio € oder 17% auf 49 Mio € gesunken. Grund hierfür waren bei allen Gesellschaften zu verzeichnende Kostenanstiege. Infolge der Wachstums- und Investitionsinitiative lagen insbesondere Personalkosten und Abschreibungen über Vorjahr. Mit strikter Kostenkontrolle wurde erreicht, dass die Gesamtkosten weniger stark anstiegen als ursprünglich geplant. Belastet wurde das Ergebnis darüber hinaus durch Wertberichtigungen auf Forderungen eines nordamerikanischen Großkunden. Die Marge EBIT vor at Equity zum Umsatz sank von 14,4% auf 11,7%. Investitionen mit 22 Mio € auf VorjahresniveauMit rund 22 Mio € lagen die Investitionen im Berichtsjahr auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen flossen erneut überwiegend in die Standorte in den USA. Dort wurden umfangreiche Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen fortgesetzt. Am Standort Harvey konnte die Anlage für großvolumige OEM-Produkte weitestgehend fertiggestellt, die Modernisierung der Mischanlage fortgesetzt und in zusätzlichen Büroraum investiert werden. In Kansas wurde insbesondere in Produktionsbehälter für Fette investiert. 2.6 Vermögens- und FinanzlageBilanzstrukturVermögenslage
Investitionsbedingter Anstieg der BilanzsummeZum 31. Dezember 2019 überschritt die Bilanzsumme des Konzerns erstmalig die Schwelle von 2,0 Mrd. € und lag damit 7% über dem Vorjahresbetrag. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf unsere fortgesetzte Wachstums- und Investitionsprogramm, infolge derer die Sachanlagen deutlich um 24% anstiegen. Nennenswert erhöht haben sich daneben auch die liquiden Mittel (+ 12%). Eigenkapitalquote unverändert mit 77% auf hohem NiveauDas Eigenkapital konnte um 105 Mio € (+ 7%) auf 1.561 Mio € gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote verbleibt bei erhöhter Bilanzsumme konstant bei 77% und damit auf hohem Niveau. Zinsanpassung bei Ermittlung der Pensionsrückstellungen und IFRS 16 lassen Langfristiges Fremdkapital ansteigen 1.561 Mio € Eigenkapital standen zum 31. Dezember 2019 462 Mio € Fremdkapital gegenüber. Davon entfielen 89 Mio € (5% der Bilanzsumme) und damit 23 Mio € (+ 35%) mehr als im Vorjahr auf Langfristiges Fremdkapital. Dabei stiegen die Pensionsrückstellungen, die nach einer Ausfinanzierung in früheren Jahren im Wesentlichen unsere Gesellschaften in Deutschland und Großbritannien betreffen, deutlich von 25 Mio € auf 36 Mio €. Grund für diesen Anstieg war die Neuberechnung der Rückstellungen infolge sinkender Zinssätze. Leicht rückläufig entwickelten sich die - überwiegend akquisitionsbedingten - latenten Steuerschulden, die sich auf 32 Mio € (34) beliefen. Der Anstieg des Übrigen langfristigen Fremdkapitals um 14 Mio € auf 21 Mio € war bedingt durch die Umstellung auf IFRS 16 und die damit einhergehende Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse mit FUCHS als Leasingnehmer. Von insgesamt erstmalig bilanzierten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 22 Mio € entfielen 14 Mio € auf die unter dem Übrigen langfristigen Fremdkapital erfassten Langfristigen Finanzverbindlichkeiten und weitere 8 Mio € auf die Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Das Kurzfristige Fremdkapital stieg leicht um 4 Mio € oder 1 % auf 373 Mio € (369). Damit sank der Anteil an der Bilanzsumme von 20% auf 18%. Der Anstieg der Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 8 Mio € auf 12 Mio € war vollumfänglich bedingt durch die erstmalige Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten infolge der Einführung von IFRS 16. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, mit denen der Konzern zum Bilanzstichtag rund 11 % seiner Aktiva finanzierte, erhöhten sich leicht um 3% auf 219 Mio € (213). → 40 Kapitalstruktur Kapitalstruktur
Verwendung des eingesetzten Kapitals *
* Durchschnittswerte aus jeweils fünf
Quartalswerten.
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestanden zum Stichtag vertragliche Investitionsverpflichtungen in Höhe von 64 Mio € (76). 35 Mio € und damit mehr als die Hälfte entfielen auf deutsche Gesellschaften. Sie stehen in Zusammenhang mit dem projektierten Neubau eines Bürogebäudes für die Holding, einer PU-Spezialfettanlage in Kaiserslautern und diversen Einzelprojekten am Standort Mannheim. Die größte Einzelverpflichtung außerhalb Deutschlands weist Schweden für den dortigen Werksneubau aus. Die Finanzierung dieser Investitionen ist aus Eigenmitteln geplant. Weiterhin hohe NettoliquiditätInfolge der erstmaligen Bilanzierung von Leasingverhältnissen stiegen Kurz- und Langfristige Finanzverbindlichkeiten in Summe um 22 Mio € auf 26 Mio € an. Gleichzeitig erhöhten sich die zur Verfügung stehenden liquiden Mittel, so dass die Nettoliquidität als Differenz zwischen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten einerseits und Finanzverbindlichkeiten andererseits um 2 Mio € auf 193 Mio € (191) anstieg. Reduktion des NOWCIm Vergleich zum Jahresende 2018 konnte das NOWC (errechnet als Saldo aus Vorräten zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) um 33 Mio € auf 543 Mio € (576) gesenkt werden. Insbesondere die Reduktion der Vorräte um 29 Mio € (- 7%) ermöglichte neben der absoluten Reduktion des NOWC auch eine Reduktion des NOWC in Relation zum annualisierten Umsatz des vierten Quartals von 23,4% auf 21,8%. Dies entspricht einer Verbesserung der durchschnittlichen Kapitalbindung um 5 Tage auf 80 Tage (85). Im Durchschnitt über fünf Quartale setzte der FUCHS Konzern sein Kapital zu 41 % für Sachanlagevermögen ein, zu 19% für immaterielle Vermögenswerte und zu 40% für die Finanzierung seines Nettoumlaufvermögens. Diese drei Größen haben über die Kosten des eingesetzten Kapitals erheblichen Einfluss auf den FVA. Infolge der hohen Investitionen in das Sachanlagevermögen hat sich das durchschnittlich eingesetzte Kapital um 12% erhöht. Investitionen und AkquisitionenInvestitionenInvestitionsoffensive fortgesetzt2019 setzte FUCHS seine im Jahr 2016 begonnene Investitionsoffensive im vierten Jahr fort. Nach 93 Mio € im Jahr 2016, 105 Mio € im Jahr 2017 und 121 Mio € im Jahr 2018 erreichten die jährlichen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 154 Mio € 2019 einen neuen Höchstwert. In den kommenden Jahren wird schrittweise eine Reduktion des Investitionsvolumens erfolgen. In allen drei Weltregionen investierte FUCHS in die Modernisierung und den Ausbau seiner Anlagen. Mit 97 Mio € und damit über 60% aller Investitionen stand EMEA 2019 jedoch im Fokus der Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Allein in Schweden wurden rund 29 Mio € in den 2018 begonnenen Bau eines neuen Schmierstoffwerks investiert. Kaiserslautern weihte im März 2019 ein neues Hochregallager, zwei neue Produktionshallen und neue Büroflächen ein. Schwerpunkt der Investitionen bildeten im Berichtsjahr jedoch die fortgesetzten Arbeiten an einer neuen PU-Spezialfettanlage, mit der Kaiserslautern seine Position als Standort für Spezialschmierstoffe weiter ausbaut. Am Standort Mannheim wurde vielfältig an der Optimierung interner Prozesse weitergearbeitet und das Tanklager modernisiert und erweitert. Großbritannien setzte den Bau seines neuen Rohstofflagers fort, der 2020 abgeschlossen werden soll. In Russland wurden Bauarbeiten zur Werkserweiterung am Standort Kaluga begonnen. Mit geplanter Fertigstellung im Jahr 2020 wird hier durch die angestrebte Verdoppelung der Produktionskapazitäten die Basis für weiteres Wachstum gelegt. In Belgien wurde durch Zukauf eines Nachbargrundstücks die Grundlage für Erweiterungen geschaffen und in Polen mit dem Ausbau der Fettanlage begonnen. Investitionen in Höhe von 31 Mio € wurden in AsienPazifik getätigt. In China eröffnete FUCHS in Wujiang nach rund zwei Jahren Bauzeit eines seiner modernsten Produktionswerke mit automatisiertem Hochregallager und vollautomatischer Produktion. Es ersetzt mit nahezu verdoppelter Kapazität das bisherige Werk in Shanghai. Die in Shanghai verbleibende Verwaltung des China-Geschäfts und die ebenfalls in Shanghai verbleibenden Forschungs- und Entwicklungslabore wurden im Jahr 2019 deutlich ausgebaut. In der Region Nord- und Südamerika wurden rund 22 Mio € investiert. In den USA wurden am Standort Harvey die Arbeiten an einer Anlage zur Herstellung von Stoßdämpferölen sowie die Modernisierung des Werks für Metallbearbeitungsflüssigkeiten fortgesetzt und in zusätzliche Gebäude für Abfüllung und für Büros investiert. In Kansas wurde die Modernisierung des Standorts fortgesetzt und insbesondere in Produktionsbehälter für Fette investiert. AbschreibungenAbschreibungen deutlich erhöhtInfolge der deutlich ausgeweiteten Investitionen stiegen die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte deutlich von 58 Mio € im Jahr 2018 auf 73 Mio € im Jahr 2019. Dazu fielen zusätzlich Goodwill-Abschreibungen in Höhe von rund 6 Mio € an. AkquisitionenMit Wirkung zum 1. April 2019 erwarb FUCHS für rund 11 Mio € NULON, einen australischen Hersteller von Schmierstoffen für den automotiven Bereich. Zum 1. November 2019 wurde in Kanada für 3 Mio € ein Dienstleistungsunternehmen für Services in den Bereichen Schmierstoffe und Chemical Process Management (CPM) übernommen. Kapitalflussrechnung
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit stark angestiegenTrotz eines im Vergleich zum Vorjahr um 60 Mio € verringerten Ergebnisses nach Steuern lag der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 2019 um 62 Mio € über dem Vorjahreswert. Positiv wirkte sich neben höheren Abschreibungen die deutliche Mittelfreisetzung durch eine Reduzierung des NOWC aus. Diese wurde zu einem Großteil durch den deutlichen Vorratsabbau ermöglicht. Die Erhöhung des Mittelzuflusses aus betrieblicher Tätigkeit um 62 Mio € konnte den Anstieg der Investitionen von 121 Mio € auf 154 Mio € um 33 Mio € überkompensieren, so dass der Freie Cashflow vor Akquisitionen von 147 Mio € im Vorjahr auf 175 Mio € anstieg. Nach Auszahlungen für Akquisitionen (14 Mio €) und durch Akquisitionen erworbene Zahlungsmittel (1 Mio €) verblieb im Berichtsjahr ein Freier Cashflow in Höhe von 162 Mio € (159). Aus diesem Freien Cashflow wurden Ausschüttungen an die Aktionäre in Höhe von 131 Mio € (126) getätigt. 8 Mio € wurden für die Tilgung von Bank- und Leasingverbindlichkeiten eingesetzt. Unter Berücksichtigung von Effekten aus der Währungsumrechnung konnten die liquiden Mittel um 24 Mio € auf 219 Mio € (195) erhöht werden. Liquiditätslage, Finanzierungsstruktur und DividendenpolitikLiquiditätsentwicklung und FinanzierungsstrategieDer Konzern verfügte zum Ende des Berichtsjahres über liquide Mittel in Höhe von 219 Mio € (195), die FUCHS Flexibilität und Unabhängigkeit sichern. So ermöglicht der hohe Bestand liquider Mittel die Fortsetzung von Zukunftsinvestitionen auch in einem schwierigeren ökonomischen Umfeld, er erlaubt die Fortsetzung einer Politik mindestens stabiler, möglichst steigender Dividendenzahlungen an die Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE und schafft Freiräume für die Wahrnehmung eventueller Akquisitionschancen. Zudem stehen dem Konzern - neben der Möglichkeit, sich am Kapitalmarkt zusätzlich Mittel zu beschaffen - bei Kreditinstituten freie Kreditlinien in Höhe von 190 Mio € (183) zur Verfügung. 2.7 Gesamtlage und LeistungsindikatorenNach Einschätzung des Vorstands ist die wirtschaftliche Lage des FUCHS-Konzerns unverändert gut. Leistungsindikator FVAFUCHS verwendet mit dem FUCHS Value Added (FVA) eine einheitliche Kennzahl für Zwecke der wertorientierten Unternehmenssteuerung: → 24 Steuerungssystem FVA = EBIT - Eingesetztes Kapital x Kapitalkostensatz (WACC) WACC 2019Basisdaten 1
1 Empirische Finanzmarktdaten zum 31.12.2019.
Rückläufiges Ergebnis und Anstieg des gebundenen Kapitals reduzieren FVA
* Durchschnittswerte aus jeweils fünf
Quartalswerten.
Der aus den Basisdaten zum 31. Dezember 2019 errechnete WACC beträgt 10,2 % (9,8) vor bzw. 7,1 % (6,9) nach Steuern. Für das Jahr 2019 wird wie im Vorjahr ein WACC von 10,0% vor bzw. 7,0% nach Steuern verwendet. In die FVA-Berechnung fließt der WACC als Vorsteuerzinssatz ein, da auch die Ertragskomponente als Vorsteuergröße (EBIT) berücksichtigt wird. Fünfjahresübersicht des FVA und seiner Elemente
Die infolge des Wachstumsprogramms hohen Investitionen beanspruchten 2019 zusätzliches Kapital. Damit haben sich die Kapitalkosten bei unverändertem WACC um 15 Mio € (+ 11 %) erhöht. Gleichzeitig reduzierte sich das EBIT deutlich um 62 Mio €. In Summe resultierte dies in einem um 77 Mio € gesunkenen FVA in Höhe von 174 Mio € (251). Leistungsindikator LiquiditätLiquiditätFUCHS PETROLUB verwendet als Liquiditätskennzahl für den Konzern den Freien Cashflow vor Akquisitionen. Er ist definiert als Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Der Freie Cashflow vor Akquisitionen zeigt, in welchem Umfang Mittel insbesondere für Akquisitionen, für Dividendenzahlungen und für die Tilgung von Schulden bzw. zur Speisung des Finanzmittelbestands zur Verfügung stehen. Als wichtige Liquiditätskennziffer fließt der Freie Cashflow vor Akquisitionen in eine Vielzahl von Managemententscheidungen ein. Der FUCHS-Konzern hat im Jahr 2019 einen Freien Cashflow vor Akquisitionen von 175 Mio € (147) erwirtschaftet. Davon wurden 131 Mio € (126) an die Anteilseigner ausgeschüttet. 13 Mio € wurden für Akquisitionen und weitere 8 Mio € für die Tilgung von Bank- und Leasingverbindlichkeiten aufgewendet. Unter Berücksichtigung von geringen Effekten aus der Währungsumrechnung standen somit in Summe 24 Mio € zur Verfügung, um den Bestand an liquiden Mitteln von 195 Mio € auf 219 Mio € zu erhöhen. Die Liquiditätslage des Konzerns war damit auch im Jahr 2019 sehr gut. Die nachfolgende Übersicht stellt die Entwicklung des Freien Cashflows vor und nach Akquisitionen dar. Die an die Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE gezahlten Dividenden wurden von Jahr zu Jahr gesteigert. → Fünfjahresübersicht Freier Cashflow und Dividenden Leistungsindikator WachstumOrganisches und externes Wachstum FUCHS PETROLUB strebt profitables Wachstum an, das sowohl aus eigener Kraft (organisch) als auch aus Zukäufen (extern) stammen kann. Im Berichtsjahr musste der Konzern bei schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen organische Umsatzrückgänge in allen drei Regionen hinnehmen. Größeres externes Wachstum wurde im Berichtsjahr in der Region Asien-Pazifik erzielt. Erläuterungen zu organischem und externem Wachstum enthalten die Abschnitte Umsatz- und Ertragslage des Konzerns sowie der Regionen. Leistungsindikator ProfitabilitätEBITFUCHS PETROLUB misst die Profitabilität seines Geschäfts anhand des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern. 2019 sank das EBIT im Vergleich zum Vorjahr um 16%. Weitergehende Erläuterungen finden sich in den Abschnitten Umsatz- und Ertragslage des Konzerns sowie der Regionen. Fünfjahresübersicht Freier Cashflow und Dividenden (Ausschüttungssumme)
2.8 Chancen- und RisikoberichtChancenZukünftige Ereignisse, die zu einer positiven Budgetabweichung führen können. RisikenZukünftige Ereignisse, die zu einer negativen Budgetabweichung führen können. Chancen- und RisikomanagementFrühzeitige Identifikation und angemessene Bewertung von Chancen und Risiken sowie deren potenziellem Eintreffen. Identifikation von Maßnahmen zur Abwendung von Risiken und Realisierung von Chancen. Im Fokus unserer Chancen- und Risikopolitik stehen die nachhaltige Bestandssicherung und die Steigerung des Unternehmenswerts des FUCHS-Konzerns. Es ist unsere unternehmerische Zielsetzung, Chancen frühzeitig zu identifizieren und zu ergreifen. Risiken wollen wir schnellstmöglich erkennen, angemessen bewerten und adäquate Präventions- bzw. Reaktionsmaßnahmen zu deren Abwendung einleiten. Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE gibt die Leitlinien der Risikopolitik vor und ist bestrebt, ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken auf der Grundlage des Geschäftsmodells sicherzustellen. Das Abwägen von Chancen und Risiken ist Bestandteil sämtlicher unternehmerischer Entscheidungen und damit Teil der täglichen Geschäftssteuerung in allen operativen Einheiten. Unser Chancen- und Risikomanagement basiert auf strategischen Planungsprozessen, denen umfassende Chancen- und Risikobetrachtungen zugrunde liegen. Bei der Identifikation, Bewertung und Steuerung operativer und strategischer Chancen und Risiken arbeiten der Vorstand, das Group Management Committee (GMC) und das Management der dezentralen operativen Geschäftseinheiten deshalb eng zusammen. Unterstützt werden sie dabei durch die Compliance-Organisation, die Konzernrevision und die in der FUCHS PETROLUB SE verankerten Zentralfunktionen, die unter anderem die Bereiche Finanzen, Controlling, Recht, Steuern, Supply Chain, Personal und IT umfassen. → Organisation des Chancen- und Risikomanagements im FUCHS-Konzern Organisation des Chancen- und Risikomanagements im FUCHS-Konzern
Die Chancen- und Risikolage des Konzerns wird durch den Vorstand und das GMC kontinuierlich überwacht. Hierzu melden turnusmäßig sowohl die operativen Einheiten als auch die Zentralfunktionen identifizierte Chancen und Risiken. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat die Ergebnisse des Chancen- und Risikomanagementprozesses regelmäßig und - sachverhaltsbezogen - auch ad hoc. Wir streben an, Risiken durch entsprechende Gegenmaßnahmen abzuwenden oder zu vermindern. Sofern dies möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, übertragen wir Risiken - beispielsweise durch den Abschluss von Versicherungen - auf Dritte. Der Aufsichtsrat beschäftigt sich im Rahmen der Überwachung des Vorstands mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Die Eignung des nach § 91 Abs. 2 AktG eingerichteten Risikofrüherkennungssystems ist Gegenstand der Jahres- bzw. Konzernabschlussprüfung des gesetzlichen Abschlussprüfers. ChancenberichtChancenmanagement des KonzernsDie globale Geschäftstätigkeit des FUCHS-Konzerns innerhalb eines dynamischen Marktumfelds eröffnet fortlaufend neue Chancen, deren systematisches Erkennen und Nutzen wesentlicher Bestandteil unserer langfristig orientierten Wachstumspolitik ist. Der Konzern verfügt über Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse, um sicherzustellen, dass Chancen frühzeitig erkannt und im Strategiedialog bewertet werden. Auf der Grundlage volkswirtschaftlicher Analysen anerkannter Institute, Marktinformationen und Informationen unserer eigenen Monitoring-Systeme sind wir zudem bestrebt, aktuelle Entwicklungen angemessen und frühzeitig als Chance zu nutzen. Die Maßnahmen zur Realisierung der Chancen werden zwischen Vorstand bzw. GMC und dem Management der dezentralen operativen Geschäftseinheiten abgestimmt. Eine Verdichtung der globalen Informationen erfolgt regelmäßig im Rahmen der Budgetierung und Hochrechnungen. Potenzielle Chancen, die nicht in diesen Berechnungen berücksichtigt wurden, werden auf Gesellschaftsebene im Rahmen des Chancen- und Risikoreportings berichtet. Gesamtwirtschaftliche ChancenÜber die globale Präsenz des FUCHS-Konzerns in nahezu allen Industriemärkten etablierter und aufstrebender Volkswirtschaften partizipieren wir an Wachstumsimpulsen. Es ist unser Ziel, an der dynamischen Entwicklung dieser Märkte teilzuhaben sowie neue Kunden und zusätzliche Aufträge zu akquirieren. Auf der Grundlage des Geschäftsmodells ergeben sich über die verschiedenen Regionen, Abnehmerbranchen, Produkte und Kunden vielfältige Chancen. Unternehmensstrategische ChancenBasierend auf unserem Leitbild "LUBRICANTS.TECHNO-LOGY. PEOPLE." sind die Fokussierung auf Schmierstoffe, die Innovationsstärke, die Technologieführerschaft in wichtigen Geschäftsfeldern, ein ausgeprägtes Qualitäts-bewusstsein sowie insbesondere unsere qualifizierten Mitarbeiter die Grundpfeiler unseres unternehmerischen Erfolgs. Diese Stärken unterstützen in Verbindung mit dem bewährten Geschäftsmodell und in Kombination mit der frühzeitigen Identifikation zukünftiger Produkt-, Umweltschutz-, rechtlicher sowie regulatorischer Anforderungen den weiteren Ausbau unserer Marktstellung in den weltweiten Schmierstoffmärkten und die Entwicklung optimaler Schmierstofflösungen für unsere Kunden. Weiteres Wachstum wollen wir organisch und, wenn möglich, auch mittels strategischer Akquisitionen erreichen. Branchen- und wettbewerbsspezifische ChancenDie räumliche und organisatorische Aufstellung unseres globalen und leistungsfähigen Netzwerks von Vertriebsmitarbeitern, Anwendungsingenieuren und Handelspartnern ist auf die branchen- und marktspezifischen Anforderungen unserer Kunden abgestimmt. Die unternehmensstrategischen Vorgaben, die aus unserem Leitbild resultieren, werden operativ in den Einzelgesellschaften und Zentralfunktionen umgesetzt. Chancen aus Forschung und EntwicklungUm unsere Kundenstruktur zu stärken und unser Produktportfolio weiter zu diversifizieren, pflegen wir eine gemeinschaftliche Forschung und Entwicklung im Verbund mit Universitäten, verwandten Forschungseinrichtungen und unseren Kunden. Wir unterstreichen unsere Technologieführerschaft in wichtigen Geschäftsfeldern, indem wir gezielt in die Forschung und Entwicklung hochwertiger Schmierstoffe investieren. Wir erarbeiten maßgeschneiderte Produktlösungen, die unseren Kunden nachhaltigen Nutzen bieten. Produktinnovationen sollen dazu beitragen, profitables organisches Wachstum zu unterstützen und unsere Wertschöpfung sowie Wettbewerbsposition weiter zu stärken. Chancen aus Mitarbeiterförderung und NachhaltigkeitsaktivitätenChancen sehen wir vor allem auch darin, die Kompetenzen und Kapazitäten unserer Mitarbeiter und Führungskräfte gezielt zu fördern und für die Geschäftsentwicklung zu nutzen. Gleiches gilt für die frühzeitige Antizipation und Umsetzung von Trends auf dem Gebiet energieeinsparender und umweltschonender Produkte. Unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten vereinen die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekte unseres operativen Handelns. Chancen aus Digitalisierung und Industrie 4.0Die fortlaufende Digitalisierung verändert die gesamte Wirtschaft mit zunehmender Geschwindigkeit und transformiert so deren traditionellen Aufbau und etablierte Abläufe nachhaltig. Die vierte industrielle Revolution mit der intelligenten Vernetzung von Maschinen und Fabriken im "Internet of Things" wird in naher Zukunft die Verbindung von Software, Mechanik und Elektronik mittels des Internets mit bisher nicht vorstellbarer Komplexität ermöglichen. Diese sogenannten cyber-physischen Systeme werden die Wertschöpfung in allen Branchen nachhaltig steigern und eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle entstehen lassen. Wir erkennen in der Digitalisierung und der Industrie 4.0 in vielen Bereichen Potenziale für uns und unsere Kunden, Prozesse effizienter zu gestalten, Daten intensiver zu nutzen, eine Vernetzung intelligenter Systeme mitzugestalten und so auch für uns neue Geschäftsfelder zu erschließen. Wir wollen diese Entwicklungen deshalb als Chance nutzen, um unsere Position als Innovations- und Wettbewerbsführer weiter auszubauen und nachhaltig zu stärken. RisikoberichtRisikomanagementsystem des KonzernsDas vom Vorstand der FUCHS PETROLUB SE festgelegte und in allen Konzerneinheiten implementierte Risikomanagementsystem (RMS) regelt den Umgang mit Risiken innerhalb des FUCHS-Konzerns und definiert eine einheitliche Methodik, die in die Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse aller operativen Einheiten und Zentralfunktionen integriert ist. Der Aufbau des RMS und des Internen Kontrollsystems ist in Anlehnung an das international anerkannte Rahmenwerk COSO II des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission konzipiert. Wir verfolgen dabei eine nachvollziehbare und transparente Abbildung der Risiken sämtlicher Unternehmensaktivitäten und Unternehmensprozesse über einen strukturierten Prozess der Identifikation, Bewertung, Formulierung von Gegenmaßnahmen, regelmäßiger Berichterstattung und Nachverfolgung. Grundlage der globalen Risikosteuerung im Konzern sind Budgets und Prognoserechnungen und die damit verbundenen Risikoinventuren, die vom Management der operativen Einheiten halbjährlich und von den Zentralfunktionen jährlich strukturiert durchgeführt werden. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden solche Risiken gemeldet, die nicht bereits bei der Budget- und Hochrechnungserstellung im entsprechenden Zahlenwerk berücksichtigt wurden. Der Risikoberichterstattungsprozess wird dabei durch eine IT-Lösung unterstützt. Anhand eines Risikokatalogs kann die Vollständigkeit der Risikomeldungen beurteilt und sichergestellt werden. Die Bewertung der Risiken erfolgt unter der jeweiligen Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß. Das Schadensausmaß stellt die Abweichung zum budgetierten Ergebnis nach Steuern dar. Es wird zwischen einem Bruttoschaden vor und einem Nettoschaden nach risikomindernden Maßnahmen unterschieden. Risikomindernde Maßnahmen werden dezentral definiert, durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit überprüft. Eine Validierung der Meldungen erfolgt durch das regionale Management und den Konzernvorstand. Die einzelnen von den Konzerngesellschaften und Fachbereichen gemeldeten Risiken werden auf Konzernebene zu Risikoaggregaten zusammengefasst. Die Risikoaggregate werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Nettoschadensausmaßes klassifiziert. Somit gelten für die Risikoaggregate auf Konzernebene folgende Beurteilungsmaßstäbe: Eintrittswahrscheinlichkeit
Nettoschadensausmaß
Die Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Nettoschadensausmaß bestimmt aus Konzernsicht die Klassifizierung der Risiken in die Risikokategorie gering, mittel oder hoch. Entsprechend unserer Risikomethodik werden allein moderate und sehr wahrscheinliche sowie wesentliche und wahrscheinliche bzw. sehr wahrscheinliche Risikoaggregate als hohe Risiken klassifiziert. → Risikomatrix Auch bei angemessen und funktionsfähig eingerichteten Risikoreportingsystemen gibt es keine absolute Sicherheit, sämtliche Risiken zu identifizieren. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand und den uns zur Verfügung stehenden Informationen haben wir die Risiken der Geschäftstätigkeit angemessen berücksichtigt und abgebildet. Auf der Grundlage der dargestellten Klassifizierung von Risiken gibt es für den FUCHS-Konzern zurzeit keine als hoch eingestuften Risikoaggregate. Risikomatrix
Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bezogen auf den KonzernrechnungslegungsprozessNeben dem Risikomanagementsystem verfügt der Konzern über ein Internes Kontrollsystem (IKS), das zum Ziel hat, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und internen Regelungen sicherzustellen. Das System ist in den zugrunde liegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die Kontrollen zur Überwachung des Gesamtunternehmens umfassen ein umfangreiches Controlling-System zur Überwachung operativer und finanzieller Prozesse in der Form periodischer Finanzberichte, Hochrechnungen, Budgets, Compliance- und Revisionsberichte. Des Weiteren existieren auf Ebene der Gesellschaften Vorgaben zum Vier-Augen-Prinzip, zur Funktionstrennung und zur Einhaltung von Genehmigungsstufen. Der Prozess der Konzernrechnungslegung ist so gestaltet, dass eine konzernweit einheitliche Rechnungslegung sämtlicher Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, den internationalen Rechnungslegungsstandards, wie sie in der EU anzuwenden sind (International Financial Reporting Standards, kurz: IFRS), sowie den ergänzenden konzerninternen Richtlinien gewährleistet ist. Sämtliche in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen berichten in einheitlicher Form. Die dezentrale Organisation der Konzernrechnungslegung hat ihren Ausgangspunkt in den Abschlussinformationen der Einzelgesellschaften des Konzerns und umfasst ein Berichtswesen mit umfangreichen monatlichen Eckdaten sowie detaillierten vierteljährlichen Zwischen- und Jahresabschlüssen. Diese werden konzernintern regelmäßig hinsichtlich der Vollständigkeit sowie Richtigkeit plausibilisiert und überprüft. Die technische Abwicklung der Informationsaggregation erfolgt über ein konzernweites Berichtssystem. Wirksamkeit und AbsicherungDie Vorgaben zur Konzernrechnungslegung werden zentral erstellt und sind in einem regelmäßig aktualisierten Bilanzierungshandbuch beschrieben. Änderungen bestehender Rechnungslegungsvorschriften mit Auswirkung auf den Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE werden zeitnah analysiert und an die Konzerngesellschaften zur Umsetzung kommuniziert. Die fachliche Kompetenz des am Rechnungslegungsprozess beteiligten Personals wird über eine sorgfältige Auswahl, Ausbildung und laufende Weiterbildung der Mitarbeiter gewährleistet. Die weitreichend vereinheitlichten IT-Systeme und entsprechenden Sicherheitseinrichtungen schützen die im Bereich der Rechnungslegung verwendeten EDV-Systeme bestmöglich gegen unbefugte Zugriffe. Die Interne Revision überprüft im Rahmen der im Jahresverlauf stattfindenden Prüfungen die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems. Die für die Finanzberichterstattung relevanten internen Kontrollen werden zusätzlich durch den gesetzlichen Abschlussprüfer im Rahmen eines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Die vielfältigen Aktivitäten im Rahmen des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (insbesondere im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess) der FUCHS PETROLUB SE sind darauf ausgerichtet, Risiken und Fehlentwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen bzw. zeitnah aufzudecken. Jedoch bieten auch unsere Systeme keine absolute Sicherheit gegen eventuell auftretende Fehler. Der gesetzliche Abschlussprüfer hat im Rahmen der Jahresabschlussprüfung bestätigt, dass der Vorstand die nach § 91 Absatz 2 AktG geforderten Maßnahmen, insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems, in geeigneter Weise getroffen hat und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. RisikoaggregationAuf der Grundlage der oben dargestellten Klassifizierung von Risiken existieren derzeit für den FUCHS-Konzern keine als wesentlich eingestuften Risikoaggregate. Die Aggregation aller Risiken ergibt aus Konzernsicht eine Klassifizierung in die mittlere Kategorie (Nettoschadensausmaß: 45 Mio €, Eintrittswahrscheinlichkeit: 34%) und ist damit nicht wesentlich. Dennoch werden nachfolgend Risiken dargestellt, die aufgrund ihrer Wichtigkeit für den Konzern und die Einzelgesellschaften permanent betrachtet werden. Gesamtwirtschaftliche RisikenWie jedes global agierende Unternehmen ist auch der FUCHS-Konzern Risiken ausgesetzt, die sich aus einer unbekannten zukünftigen Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage ergeben und auch im Rahmen eines umfassenden Risikoreportings nicht vollumfänglich abgedeckt werden können. Eine Verschlechterung konjunktureller Rahmenbedingungen in unseren Absatzregionen kann die Umsatz- und Ertragslage des Konzerns beeinträchtigen. Geopolitische und wirtschaftliche Krisen können Auswirkungen auf regionale Märkte haben. Durch die konsequente Ausrichtung unseres Geschäfts auf die großen Wirtschaftsräume Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA) sowie Asien-Pazifik und Nord- und Südamerika ist die Abhängigkeit in einzelnen Kundenländern begrenzt und damit eine Risikostreuung gegeben. Das diversifizierte Produkt-, Regional- und Kundenportfolio trägt dazu bei, dass temporäre Konjunkturschwankungen, beispielsweise durch günstigere Entwicklungen in anderen Regionen, Märkten oder Branchen, zumindest teilweise kompensiert werden können. Unternehmensspezifische RisikenDie folgende Übersicht gibt die aktuelle Bewertung der permanent betrachteten, identifizierten unternehmensspezifischen Risiken wieder. → Übersicht der Risikoaggregate Übersicht der Risikoaggregate
Strategische Risiken1) Investitions- und AkquisitionsrisikenInvestitions- und Akquisitionsprojekte sind regelmäßig mit komplexen Risiken behaftet. Verändern sich wirtschaftliche oder rechtliche Rahmenbedingungen unvorhergesehen, können die jeweiligen Projektkosten steigen. Weiterhin können sich geplante Projektfertigstellungstermine verzögern. Investitions- und Akquisitionsentscheidungen werden deshalb nach bestimmten Abläufen und Verfahren durchgeführt, in mehreren Stufen sorgfältig geprüft und durch ein umfassendes Projekt- und Kostencontrolling umfassend überwacht. 2) Risiken aus Forschung und EntwicklungAus den Chancen unserer großen Innovationsfähigkeit und unseres hohen Spezialisierungsgrads resultieren gleichzeitig die Risiken eines komplexen Portfolios und der eingeschränkten Kalkulierbarkeit von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Zur Steuerung dieser Risiken werden die meisten Produkte in enger Abstimmung mit unseren Kunden entwickelt. Zudem betreiben wir eine gemeinschaftliche Forschung im Verbund mit Universitäten oder entsprechenden Forschungseinrichtungen. Technische Entwicklungen, die es ermöglichen, unternehmensspezifisches Know-how allgemein verfügbar zu machen, stellen regelmäßig potenzielle Risiken für eine Technologieführerschaft dar. Die Entwicklung neuer und innovativer Produkte macht daher einen effektiven und umfassenden Know-how-Schutz erforderlich, den wir intern über unsere Organisation und entsprechende Prozesse sicherstellen. 3) PersonalrisikenDer Einsatz und die Kompetenzen unserer Mitarbeiter sind die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Es ist daher unser Ziel, hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren und langfristig an unser Unternehmen zu binden. Sollte uns dies im "War for Talents" nicht gelingen, können daraus Personalverfügbarkeitsrisiken für das Unternehmen entstehen. Wir nutzen vielseitige Personalmarketinginitiativen, um die Attraktivität des FUCHS-Konzerns als Arbeitgeber im Markt sichtbar zu machen. Um Leistungsträger und Talente langfristig an das Unternehmen zu binden, haben wir u. a. ein Führungskräfteentwicklungsprogramm implementiert und bieten interessierten Mitarbeitern umfassende Möglichkeiten zur strukturierten Fort- und Weiterbildung. Unsere Werte und Führungsprinzipien bilden die Grundlage für die Attraktivität von FUCHS als Arbeitgeber. In unserer Risikoaggregation stellen wir bei Personalrisiken auch auf arbeitsrechtliche Prozesse und Streitigkeiten ab, deren Partei wir - sei es als Klägerin oder Beklagte -grundsätzlich werden können. Operative Risiken4) Branchen-, wettbewerbs- und kundenbezogene RisikenMaßgeblich für den FUCHS-Konzern sind der anhaltend intensive Wettbewerb auf den Absatzmärkten, steigende Qualitätsansprüche der Kunden und der technologische Fortschritt. Hierdurch sehen wir uns allgemeinen Wettbewerbsrisiken ausgesetzt. Durch Abhängigkeitsverhältnisse mit einzelnen Kunden und Industrien können darüber hinaus weitere Risiken entstehen. FUCHS ist durch das breite Produktportfolio in vielen Branchen aktiv. Ein wesentlicher Absatzmarkt ist die Automobilbranche. Allerdings wirken sich protektionistische Tendenzen im Handel zwischen den USA und China auf die Automobilbranche und deren Absatzmärkte aus. Dies stellt ein Risiko für die Nachfrage nach Produkten der Automobilindustrie dar. Ein damit für den Absatz von FUCHS-Produkten potenziell verbundenes Risiko haben wir bereits in unserem Ausblick für 2020 entsprechend berücksichtigt. Es ist deshalb nicht in unserer Risikoaggregation enthalten. Bei ausschreibungsbasierten, zeitlich befristeten Kundenverträgen stellen das Ablaufen solcher Verträge und bzw. oder die kundenseitige Neuausschreibung ein potenzielles Risiko für den Verlust dieser Geschäfte dar. Ein ähnliches Risiko besteht bei freigabebasierten automotiven Schmierstoffen, beispielsweise im Erstbefüllungsgeschäft, wenn Produkte der Wettbewerber solche Freigaben ebenfalls erhalten. Wir sind bestrebt, die bereits diversifizierte Geschäftstätigkeit des Konzerns durch neue Kundengruppen, Märkte und Industrien weiter auszubauen. Dabei wollen wir unsere Position als Technologieführer in strategisch bedeutsamen Geschäftsfeldern und Nischen über stetige Innovationsaktivitäten, partnerschaftliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie durch die anwendungstechnische Betreuung direkt beim Kunden festigen und weiter stärken. Es ist unser Ziel, das gesamte Produktportfolio weltweit anzubieten. 5) BeschaffungsrisikenAuf der Beschaffungsseite sehen wir die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Marktveränderungen, die Ausnutzung der Oligopolstellung von Lieferanten sowie durch diese Ausgangslage verursachte Preisschwankungen als wesentliche Risiken an. Weiterhin stellt die Beschaffung von Rohmaterialien in Fremdwährung bei volatilen Kursen ein Transaktionsrisiko dar. Organisatorisch werden die Beschaffungsmärkte innerhalb des Konzerns sowohl von zentraler Stelle als auch durch die produzierenden Landesgesellschaften beobachtet, um auf ungünstige Entwicklungen frühzeitig reagieren zu können. Weitere Gegenmaßnahmen bestehen in der Sicherung der Grundölversorgung und wichtiger Chemikalien über eine breite Bezugsbasis, in der ständigen Suche nach alternativen Lieferanten und der Mitarbeit in technischen Komitees mit dem Ziel einer größeren Austauschbarkeit von Grundölen. Der Rohstoffeinsatz des FUCHS-Konzerns unterteilt sich in chemische Rohstoffe und Basisflüssigkeiten. Zu den Basisflüssigkeiten zählen auch Grundöle. Viele der chemischen Rohstoffe basieren ursprünglich auf Rohöl und treffen bei FUCHS erst nach weiteren Veredlungsstufen, d. h. nach einer deutlichen Wertschöpfung, ein. Rohölpreisänderungen haben Auswirkungen auf die Beschaffungspreise einiger Rohstoffe, jedoch nicht unmittelbar und nicht im gleichen Maße. Darüber hinaus belasten der US-chinesische Handelskrieg und die in dessen Verlauf verhängten Zölle den weltweiten Materialstrom. Außerdem können ungeplante Ausfälle bei den Rohstofflieferanten des Konzerns ein Risiko darstellen, auch wenn interne Vorkehrungen getroffen werden können, um das Beschaffungsrisiko zu mindern. 6) Risiken der InformationstechnologieRisiken der Informationstechnologie erwachsen aus der zunehmenden Komplexität der organisatorischen und technischen Vernetzung von Standorten und Systemen. Wesentliche technische Störungen oder Ausfälle von relevanten Systemen können zu erheblichen Beeinträchtigungen in Geschäfts- und Produktionsabläufen führen und Betriebsstörungen und -unterbrechungen zur Folge haben. Wir begegnen diesen Risiken, indem wir eine globale IT-Strategie implementieren, mit etablierten IT-Serviceprovidern zusammenarbeiten und solide Back-up- und Recovery-Prozeduren nutzen. Weitere IT-Risiken sind solche, die sich hinsichtlich Computerkriminalität und Cyberattacken ergeben, bei denen zum Beispiel das Internet als Tatmittel genutzt wird. Der kriminelle Missbrauch digitaler Technologien stellt eine zunehmende Herausforderung dar. Wir schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Risikos als möglich ein, einen zu erwartenden Nettoschaden können wir allerdings nicht hinreichend verlässlich beziffern. Neben gezielten Attacken auf unsere Systeme mit dem Ziel, diese stillzulegen (etwa durch Ransomware-, Virus- oder Phishing-Attacken), zählen für uns unter anderem auch der Diebstahl interner Daten und die unterschiedlichsten Ausprägungen von sogenanntem CEO-Fraud als Risiken. Das Eintreten dieser Risiken versuchen wir durch die konsequente Absicherung unserer Systeme und IT-Infrastruktur zu vermeiden. Zudem werden unsere Mitarbeiter über Schulungen und Richtlinien laufend auf dem aktuellen Kenntnis- und Entwicklungsstand gehalten und hierdurch auch für das Erkennen potenzieller Betrugsversuche sensibilisiert. Rechtliche, regulatorische und haftungsbezogene Risiken7) StandortrisikenStandortrisiken (im weiteren Sinne rechtliche, regulatorische und politische Risiken) stellen für den FUCHS-Konzern die größte Risikoaggregation dar und erfahren deshalb nachfolgend eine umfassendere Würdigung. 7.1) Rechtliche RisikenWir sind bestrebt, rechtliche Risiken möglichst gering zu halten und zu kontrollieren. Daher haben wir die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um Gefährdungen zu entdecken und gegebenenfalls unsere Rechte zu verteidigen. Dennoch sind wir rechtlichen Risiken, unter anderem aus den Bereichen Produkthaftung (subsumiert unter Produktrisiken), Patent-, Arbeits- und Wettbewerbsrecht, Steuern (Einkommensteuern sowie sonstige Steuern und Abgaben) und Umweltschutz, ausgesetzt. Rechtliche Auseinandersetzungen, das Aufkommen neuer sowie die Einigung bei bestehenden Rechtsstreitigkeiten sind deshalb eine gewöhnliche Rahmenbedingung unseres unternehmerischen Handelns, unserer globalen Präsenz und unseres diversifizierten Produktportfolios. Wir begegnen diesen Risiken mit in den Zentralfunktionen verankerter juristischer Expertise sowie mit der Hilfe externer Fachleute. Den erwarteten Ausgang dieser Auseinandersetzungen bilden wir regelmäßig in Budgets und Hochrechnungen ab und überprüfen deren Status ständig. Weiterhin bleiben eine Verkehrssteuer- und Patentstreitigkeit ungelöst und befinden sich in laufenden Gerichtsverfahren. Ungesetzliches Verhalten birgt die Gefahr eines Imageschadens, schwächt unsere Marktposition und kann wirtschaftliche Schäden für unser Unternehmen herbeiführen. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten zu gewährleisten, hat der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE ein konzernweites Compliance Management System (CMS) implementiert. Wesentliche Bestandteile des CMS sind Prävention und Aufdeckung von Verstößen sowie die Reaktion auf diese. Missachtungen gesetzlicher Bestimmungen, des FUCHS-Verhaltenskodex, unserer fünf zentralen Werte oder weiterer interner Richtlinien werden von uns nicht toleriert. Eine ausführlichere Darstellung des CMS erfolgt in der Erklärung zur Unternehmensführung, die Bestandteil des Corporate Governance Berichts ist. 7.2) Regulatorische RisikenRegulatorische Risiken beziehen sich hauptsächlich auf Änderungen der Regulierungspolitik und Gesetzgebung -global wie auch in einzelnen Absatzmärkten. Diesen Risiken begegnen wir mit der Expertise eigener Fachleute sowie mit einer angemessenen juristischen und versicherungsrechtlichen Beratung. Für die Chemiebranche spezielle regulatorische Risiken stellen vor allem die Änderung des europäischen Chemikalienrechts und das Globally Harmonized System (GHS) dar. Die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) ändert das bisherige Chemikalienrecht in den EU-Mitgliedsstaaten grundlegend. Gemäß dem Grundsatz "Ohne Daten kein Markt" müssen seit dem 31. Mai 2018 alle vorregistrierten Altstoffe, die in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr in der EU hergestellt oder in die EU importiert werden, gemäß REACH registriert sein. Alle Stoffe, die bisher noch nicht registriert wurden, gelten ab sofort als Neustoffe und müssen vor der Herstellung oder dem Import ebenfalls registriert werden. Es besteht das Risiko, dass unsere Lieferanten für neue, von uns verwendete Rohstoffe keine Registrierung anstreben und die jeweiligen Rohstoffe nicht mehr vertreiben oder die Registrierung nicht rechtzeitig vornehmen. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir auf die fristgerechte Registrierung durch unsere Lieferanten hinwirken oder im Austausch mit unseren Lieferanten alternative Lösungen erarbeiten. Neben der europäischen Chemikalienverordnung werden weltweit sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene Chemieregelwerke neu aufgebaut oder aktualisiert. Um den Vertrieb unserer Produkte innerhalb der EU und weltweit zu ermöglichen, müssen wir unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen entsprechen. Aus diesem Grund haben wir ein Expertennetzwerk implementiert, das die entsprechende Gesetzgebung analysiert und in enger Kooperation mit unseren Lieferanten die Einhaltung der jeweiligen Regularien sicherstellt. Mit GHS verfolgen die Vereinten Nationen das Ziel der Einführung eines weltweit einheitlichen Systems zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Die Einführung von GHS führt zu einer neuen Bewertung der Toxizitätseigenschaften von Stoffen und Zubereitungen. Durch die Schaffung entsprechender organisatorischer Strukturen unterstützen wir weltweit die Einführung von GHS. Die Kennzeichnungspflicht kann allerdings dazu führen, dass Produkte aus dem FUCHS-Sortiment möglicherweise nicht mehr uneingeschränkt zu vertreiben sind. Für potenziell betroffene Produkte haben wir bereits Alternativformulierungen entwickelt. Unsere Expertenteams arbeiten an weiteren Alternativen. 7.3) Politische RisikenDie anhaltend angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, die wirtschaftliche und politische Lage im Nahen und Mittleren Osten, aber auch die potenzielle wirtschaftspolitische Neuausrichtung ganzer Volkswirtschaften wie in Großbritannien stellen Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der Absatzregionen dar. Somit werden auch die Rahmenbedingungen für die betroffenen FUCHS-Gesellschaften beeinflusst. Wie bereits im Abschnitt zu gesamtwirtschaftlichen Risiken beschrieben, begegnen wir diesem Risiko durch eine breite geografische Aufstellung und ein diversifiziertes Portfolio. 8) Produkt-, umwelt- und produktionsbezogene RisikenDie Produktion, Abfüllung, Lagerung sowie der Transport von chemischen Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen bringen mögliche Produkt- und Umweltrisiken mit sich. Diese können sich in Form von Störfällen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Personen, Umwelt und Produktionsabläufe äußern. Wir berücksichtigen daher hohe (sicherheits-)technische Standards beim Bau, Betrieb und bei der Instandhaltung unserer Werke. Weiterhin führen wir gezielte Maßnahmen zur Einhaltung des Boden- und Gewässerschutzes durch. Durch konzernweit bestehende Versicherungsprogramme werden die Risiken durch Sach- und Haftpflichtschäden, Transportschäden sowie mögliche Betriebsunterbrechungen gemindert. Den Auswirkungen von ungeplanten Betriebsunterbrechungen in unseren Werken begegnen wir auch durch Sicherheitsbestände sowie durch unser globales Produktionsnetzwerk. Durch den Einsatz unserer Produkte unter anderem an neuralgischen Maschinenbauteilen, Maschinen im Dauerbetrieb sowie bei der Erstbefüllung von Fahrzeugen und der Inbetriebnahme von Produktionsanlagen können Abweichungen der Produktqualität zu Produkthaftungsrisiken führen, insbesondere bei Betriebsunterbrechungen oder Rückrufaktionen. Diesen Risiken begegnen wir mit einer umfangreichen Qualitätskontrolle unserer Fertigerzeugnisse sowie einem umfassenden Versicherungsschutz. Neben haftungsrechtlichen produktbezogenen Risiken stellt beispielsweise die unautorisierte Verwendung unserer Markenrechte auf Plagiaten ein weiteres produktbezogenes Risiko dar. Finanzwirtschaftliche RisikenWesentliche finanzwirtschaftliche Risiken werden durch den Zentralbereich Treasury der FUCHS PETROLUB SE überwacht und gesteuert. Für den Umgang mit finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen vom Vorstand genehmigte detaillierte Richtlinien und Vorgaben. Finanz- und Währungsrisiken werden durch Fristen und währungskongruente Finanzierung sowie durch den Einsatz von Derivaten reduziert, die ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen werden. Der Fair Value (beizulegender Zeitwert) der Devisentermingeschäfte wird auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle und aktueller Marktdaten ermittelt. Die Modelle sind der Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Durch das Vier-Augen-Prinzip wird gewährleistet, dass eine ausreichende Funktionstrennung bei Handel und Abwicklung gegeben ist. 9) WährungsrisikenBei den Währungsrisiken ist zwischen Transaktionsrisiken und Translationsrisiken zu differenzieren. Die Transaktionsrisiken entstehen durch Einnahmen und Ausgaben in Fremdwährung, wie beispielsweise bei der Beschaffung von Rohstoffen. Aufgrund der Struktur des Schmierstoffgeschäfts, das keine langen Vorlaufzeiten oder hohen Auftragsbestände kennt, erfolgen keine langfristigen Währungsabsicherungen des operativen Geschäfts. Hingegen werden Wechselkursrisiken aus der Gewährung von konzerninternen Fremdwährungsdarlehen grundsätzlich abgesichert. Das Translationsrisiko ist Folge der Währungsumrechnung von Bilanzen sowie von Gewinn- und Verlustrechnungen in die Konzernwährung Euro. Da zum FUCHS-Konzern nicht im Euro-Raum ansässige Konzerngesellschaften gehören, können schwankende Wechselkurse das Konzernergebnis beeinflussen. Transaktions- und Translationsrisiken haben auf Konzernebene teilweise einen gegenläufigen und dadurch mitunter kompensierenden Effekt. Beim US-Dollar ist das Transaktionsrisiko des Konzerns größer als das Translationsrisiko. 10) ForderungsausfallrisikenDie Werthaltigkeit von Forderungen kann beeinträchtigt werden, wenn Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Die operativen Einheiten des FUCHS Konzerns arbeiten mit konzernweit einheitlichen Vorgaben zum Forderungsmanagement, in denen Kontroll- und Prüftätigkeiten zur Vermeidung von Forderungsausfällen festgelegt sind. Dazu gehören u. a. Bonitätsanalysen für Neukunden sowie regelmäßige Analyse von Bestandskunden und die Überprüfung sowie gegebenenfalls Herabsetzung gewährter Kreditlimits. Je nach Art der Geschäftsbeziehung sind zusätzliche Sicherheiten, wie beispielsweise Kreditversicherungen, Anzahlungen, Bankgarantien, Akkreditive und Bürgschaften für den Geschäftsabschluss erforderlich. 11) WerthaltigkeitsrisikenDie Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt jährlich auf Basis von Planungen, die auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Einschätzung der künftigen Entwicklung beruhen. Insbesondere durch Veränderungen der Verhältnisse auf den Absatz-, Beschaffungs- und Finanzmärkten können sich Abwertungsrisiken ergeben. Sonstige nicht quantifizierbare Chancen und RisikenDie Digitalisierung und zunehmende Vernetzung der Industrie wird zur Veränderung von Geschäftsprozessen, zur Ablösung von Technologien und zur vollständigen Infragestellung einzelner Geschäftsmodelle und Branchen führen. Durch die Zunahme alternativer Antriebssysteme wird langfristig die Nachfrage nach FUCHS-Produkten in konventionellen Antriebssystemen zurückgehen. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Schmierstoffen steigen, die in solchen alternativen Antriebssystemen verwendet werden. Für FUCHS sind mit den Themen Digitalisierung und E-Mobility sowohl Chancen als auch Risiken verbunden. Einzelne für den Konzern materielle Risiken entstehen daraus nicht. Im Rahmen der Digitalisierung werden bei globalen Unternehmen zudem Prozesse immer stärker zusammenwachsen und miteinander verflochten. Sind unsere Kernprozesse nicht global harmonisiert, kann es zu Ineffizienzen kommen. Gesamteinschätzung zu Chancen und Risiken des KonzernsDas vom Vorstand eingerichtete und weltweit praktizierte Chancen- und Risikomanagementsystem ist bezüglich des Chancen- und Risikoprofils des FUCHS-Konzerns angemessen und wird gegebenenfalls unter Berücksichtigung neuer Chancen und Risiken stetig weiterentwickelt. Die Chancendarstellung des Konzerns entspricht einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Chancen des Prognosezeitraums. Die Risikodarstellung des Gesamtkonzerns entspricht einer konsolidierten Betrachtung aller Risiken, die aus den Budget- und Risikomeldungen der Einzelgesellschaften sowie der Zentralfunktionen abgeleitet wurden und dem Prognosezeitraum entsprechen. In der Gesamtbetrachtung hat sich das Risikoprofil des FUCHS Konzerns im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Aus heutiger Sicht sind für den Vorstand keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Ein gleichzeitiges Auftreten sämtlicher Einzelrisiken erachten wir als unwahrscheinlich. 2.9 PrognoseberichtAusrichtung des Konzerns und wirtschaftliche RahmenbedingungenDer FUCHS-Konzern ist regional breit aufgestellt, bedient eine Vielzahl von Branchen und Spezialanwendungen und ist damit umfassend diversifiziert. Das Portfolio enthält eine große Anzahl von Produkten, die hohe Ansprüche an die Technologie stellen und mit Serviceaufwand verbunden sind. Der Konzern verbessert vorhandene Produkte oder entwickelt neue mit dem Ziel, bei den Kunden Kosten zu reduzieren oder technische Probleme zu lösen. Die Absatzmärkte liegen sowohl in den hochentwickelten Industrieländern als auch in den sich wirtschaftlich oft schneller entwickelnden Schwellenländern. Prognosen zur allgemeinen wirtschaftlichen EntwicklungDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Januar 2020 seine Prognose zum Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr um weitere 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 3,3% reduziert. Dabei sind die Konjunkturrisiken weiterhin hoch. Der IWF hebt die Gefahren von eskalierenden geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und dem Iran, von sozialen Unruhen und einer Verschlechterung der Beziehungen der USA zu den wichtigsten Handelspartnern hervor. Zudem sind die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus und des Brexits nicht kalkulierbar. Für das abgelaufene Jahr 2019 geht der IWF von einem Wachstum von 2,9% aus. Der Weltschmierstoffmarkt, der im Jahr 2019 um rund 1 % gewachsen ist, wird gemäß unseren Erwartungen im Jahr 2020 ebenfalls etwas schwächer als im Vorjahr wachsen. Die Marktentwicklung in unseren Abnehmerbranchen und in den drei Weltregionen ist im Abschnitt "Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen" dargestellt. Die Entwicklung im Jahr 2019 und die Prognosen für 2020 sind auf Seite 29 folgende erläutert. → 29 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen Voraussichtliche Ertrags-, Vermögens- und FinanzlageDer FUCHS-Konzern plant auf Basis der erwarteten weltwirtschaftlichen Entwicklung, des Wachstums des Schmierstoffmarkts sowie seiner globalen und breit diversifizierten Aufstellung im Jahr 2020 neben dem externen Wachstum ein organisches Umsatzwachstum. Beim Ergebnis geht der Vorstand von einer leichten Verbesserung aus. Zum einen wird weiterhin konsequent ein striktes Kostenmanagement beibehalten und Neueinstellungen werden auf ein Minimum begrenzt. Zum anderen werden im Rahmen unserer Wachstumsstrategie die umfangreichen Investitionen in Produktionsanlagen und die IT-Infrastruktur fortgesetzt und auch die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten weiter verstärkt. Ziel ist es, die komplexer werdenden Anforderungen der Zukunft frühzeitig zu erfüllen. Angesichts der Rentabilität und Finanzstärke des Konzerns soll dieser Prozess, der vorübergehend mit stärkeren Kosten- als Ertragssteigerungen einhergeht, trotz der schwachen Weltkonjunktur weiter fortgesetzt werden. Prognose Leistungsindikator *
* Die Auswirkungen des Corona-Virus auf die
Weltwirtschaft und FUCHS sind nicht abschätzbar.
Das prognostizierte Umsatzwachstum beruht auf organischem Volumenwachstum und externem Wachstum. Letzteres im Wesentlichen aufgrund der Ende Januar 2020 abgeschlossenen Übernahme von NYE, einem Hersteller synthetischer Hochleistungsschmierstoffe in den USA. Ob im Verlauf des Jahres 2020 weitere Akquisitionen getätigt werden können, bleibt abzuwarten. Der Planung liegen die Währungsrelationen von Ende September 2019 zugrunde. Bei Umrechnung des geplanten Umsatzes in die Konzernwährung Euro mit den Währungsrelationen Januar 2019 ergibt sich ein geringer positiver Währungseffekt von unter 1 %. Mangels verlässlicher Währungsprognosen lässt sich jedoch nicht vorhersagen, ob dieser Effekt im Jahresverlauf bestehen bleibt oder wie er sich weiterentwickelt. Während die steigende Kostenbasis, die aus den Investitionen in die Zukunft des Konzerns resultiert, geplant und gesteuert wird, lassen sich mögliche Rohstoffpreissteigerungen und die Chancen für eine zügige Weitergabe nicht vorhersagen. Das Erreichen unserer Umsatz- und Ergebnisprognose setzt voraus, dass die für das Jahr 2020 getroffenen makroökonomischen Annahmen zutreffend sind. Sollten die Weltwirtschaft und der Weltschmierstoffverbrauch doch stärker wachsen als prognostiziert, wäre mit einem höheren EBIT zu rechnen. Neben diesen Chancen für eine bessere als die prognostizierte Entwicklung bestehen umgekehrt Risiken einer schwächeren Entwicklung, z. B. weil sich im Falle eines schwächeren Wachstums die genannten Kostensteigerungen eventuell deutlicher auswirken. Alle Regionen planen organisches Umsatzwachstum, auch beim EBIT sehen die Planungen vieler Gesellschaften Zuwächse vor. Aufgrund der geplanten Kostensteigerungen erwarten einige Gesellschaften vor allem in Deutschland einen vorübergehenden Ergebnisrückgang. Das eingesetzte Kapital wird weiter zunehmen. Der Konzern plant Investitionen in Sachanlagen von 120 Mio €. Die Investitionen sollen insbesondere in Deutschland, USA, China, Südafrika, Russland und Schweden erfolgen. In Deutschland planen wir an den Standorten Mannheim, Kaiserslautern und Kiel die Modernisierung und Erweiterung von Produktionsanlagen, die Schaffung von Lagerflächen und Verbesserung der Logistik, die Erweiterung unserer IT- und Forschungs- und Entwicklungs-Infrastruktur sowie zusätzlichen Büroraum. In China wird der Büro- und Laborstandort Shanghai erweitert und modernisiert, in Yingkou die Fettfabrik weiter automatisiert. Darüber hinaus werden auch noch zusätzliche Erweiterungsinvestitionen am neuen Standort Wujiang getätigt. In den USA wird der Ausbau des Fettstandorts in Kansas City fortgeführt, am Standort Chicago wird in diversen größeren Projekten weitergearbeitet, in Südafrika werden Erweiterungsflächen zugekauft, in Russland wird das bestehende Werk fertiggestellt. Auch das NOWC wird mit dem zunehmenden Geschäftsumfang weiter wachsen. Insofern erwarten wir - bei einer Verbesserung des EBIT -einen FVA um 170 Mio €. Dabei gehen wir von einem unveränderten Kapitalkostensatz (WACC) aus. Den Freien Cashflow vor Akquisitionen erwarten wir in Höhe von rund 130 Mio € (175). Im Hinblick auf den Brexit rechnet FUCHS nicht mit wesentlichen direkten Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Derzeit steuert unsere britische Gesellschaft weniger als 5% zum Konzern-EBIT bei. Die möglichen indirekten Auswirkungen des Brexits auf den FUCHS Konzern durch einen eventuellen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität lassen sich derzeit nicht seriös beziffern. Das Corona-Virus wird zumindest das Ergebnis des ersten Quartals belasten. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den FUCHS-Konzern sind nicht abschätzbar. 2.10 FUCHS PETROLUB SE (HGB)Die FUCHS PETROLUB SE ist die Muttergesellschaft und strategische Management-Holding des FUCHS-Konzerns. Die Gesellschaft ist eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht. Die Lage der FUCHS PETROLUB SE wird im Wesentlichen durch den geschäftlichen Erfolg des Konzerns bestimmt. Der Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gesellschaft hält Tochterunternehmen und Beteiligungsunternehmen und sichert mit ihren Mitarbeitern den Bestand sowie die Fortentwicklung des Konzerns. Neben den betriebswirtschaftlichen Aufgaben sind die Entwicklung und der Transfer von technischem Know-how, das Marketing und der Schutz der FUCHS-Marke wichtige Funktionen. Dividendeneinkünfte, Beteiligungserträge sowie Lizenzeinkünfte für technisches Know-how und Markenrechte dominieren die Erträge der FUCHS PETROLUB SE. Aufwendungen der FUCHS PETROLUB SE betreffen vor allem die Verwaltung, die technische Entwicklung und die Markenpflege. Ferner sind Steuerzahlungen für den Organkreis abzuführen sowie Dividendenzahlungen an die Aktionäre zu leisten. Die FUCHS PETROLUB SE befindet sich in einer sehr guten wirtschaftlichen Lage. Sowohl die Ertragslage als auch die Vermögens- und Finanzlage sind sehr solide. ErtragslageDer Jahresüberschuss der FUCHS PETROLUB SE beträgt 180 Mio € und damit 4 Mio € weniger als im Vorjahr. Damit wurde die zum Jahresbeginn geäußerte Prognose eines Jahresüberschusses von mindestens 200 Mio € verfehlt. Ursache hierfür waren Dividendenzahlungen aus dem Ausland, die aufgrund der rückläufigen Ergebnisse der Tochtergesellschaften und einer erwarteten Akquisition geringer als erwartet ausfielen. → Ertragslage FUCHS PETROLUB SE Ertragslage FUCHS PETROLUB SE
Die Umsatzerlöse der SE resultieren aus Lizenzerträgen in Höhe von 49 Mio € (50) und Kostenumlagen in Höhe von 11 Mio € (11). Dominiert wird die Ergebnisrechnung weiterhin vom Beteiligungsergebnis. Die Ergebnisausschüttungen ausländischer Kapitalgesellschaften betrugen 109 Mio € (78). Aus Gewinnabführungsverträgen mit deutschen Tochtergesellschaften wurden 119 Mio € (132) vereinnahmt. Aufgrund des Ergebnisrückgangs in China und einer erwarteten Akquisition in den USA wurden Ausschüttungen dieser beiden Länder im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen reduziert. Negativ beeinflusst wurde das Beteiligungsergebnis durch eine Abwertung in Höhe von 14 Mio € auf eine Beteiligung in Schweden, positiv wirkte sich eine Wertaufholung auf die brasilianische Beteiligung in Höhe von 3 Mio € aus. Die Sonstigen betrieblichen Erträge resultieren in erster Linie aus den Weiterbelastungen von durch die Holding verauslagten Aufwendungen und Gebühren. Sie gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht von 9 Mio € auf 8 Mio € zurück. Der Personalaufwand blieb stabil bei 23 Mio € (23). Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 2 Mio € auf 34 Mio € (32). Unverändert stellen Forschungs- und Entwicklungszuschüsse den größten Aufwandsposten dar. Daneben fallen insbesondere Beratungs-, Wartungs-, Reise- und sonstige Personalkosten an. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 4 Mio € auf 227 Mio €. Nach Zurechnung von Zinserträgen in Höhe von 1 Mio € (0) betrug das Ergebnis vor Steuern 228 Mio € (231). Nach Steuern von 48 Mio € (47) für den Organkreis verbleibt ein Jahresüberschuss von 180 Mio € (184). Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 beträgt - nach Zuführung von 46 Mio € zu den Gewinnrücklagen -134 Mio € (131). Vermögens- und Finanzlage FUCHS PETROLUB SE
Vermögens- und FinanzlageVermögens- und Finanzlage FUCHS PETROLUB SEDas Vermögen der FUCHS PETROLUB SE als Holdinggesellschaft besteht im Wesentlichen aus Anteilen und Beteiligungen an Unternehmen sowie aus Forderungen gegenüber diesen Unternehmen. Die Finanzanlagen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind mit 1.093 Mio € (962) ausgewiesen. Das entspricht 96% (88) der Aktiva. Daneben wurden flüssige Mittel und kurzfristige Wertpapiere von 32 Mio € (120) gehalten. Eine außerplanmäßige Abschreibung auf eine Beteiligung betrug 14 Mio €. Dem gegenüber stand die Zuschreibung auf eine Beteiligung in Höhe von 3 Mio €. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestanden im Wesentlichen gegenüber inländischen Gesellschaften. Allein die FUCHS FINANZSERVICE GMBH, die Finanzierungsgesellschaft des Konzerns, hat 545 Mio € (402) bzw. 94% (91) der Mittel in Anspruch genommen. Durch weitere Thesaurierung hat sich das Eigenkapital der FUCHS PETROLUB SE um 49 Mio € auf 1.120 Mio € (1.071) erhöht. Die Eigenkapitalquote beträgt unverändert 98%. Die in Höhe von 21 Mio € (23) gebildeten Rückstellungen betrafen wie im Vorjahr vor allem Steuern und variable Vergütungen. Die außerbilanziellen Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen der FUCHS PETROLUB SE beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 82 Mio € und lagen damit 27 Mio € über Vorjahr. Sie resultieren vollumfänglich aus Bürgschaften zugunsten verbundener Unternehmen bzw. zugunsten von Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Aus einem geplanten Büroneubau ergaben sich vertragliche Investitionsverpflichtungen, die sich zum 31. Dezember 2019 auf 16 Mio € beliefen. Die Finanzierung ist über Eigenmittel geplant. PrognoseberichtDie Entwicklung des FUCHS-Konzerns wirkt sich unmittelbar auf die Entwicklung der FUCHS PETROLUB SE aus. Die im Prognosebericht des Konzerns getroffenen Annahmen und Aussagen sind deshalb gleichermaßen relevant für die FUCHS PETROLUB SE. Die Planung sieht für das Jahr 2020 rund 40 Mio € niedrigere Beteiligungserträge als im Jahr 2019 vor. Wir erwarten deshalb einen Jahresüberschuss von rund 140 Mio €. Bilanzgewinn und DividendenvorschlagAuf Basis des handelsrechtlichen Ergebnisses, das einen Bilanzgewinn von 134 Mio € ausweist, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, die Dividende gegenüber dem Vorjahr um 0,02 € je Aktie
zu erhöhen. Die Dividendensumme beträgt in diesem Fall 134 Mio € (131). 2.11 Zusammengefasste nichtfinanzielle ErklärungMit der vorliegenden zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung (nfE) kommen wir unserer Berichtspflicht nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz nach. Die Inhalte der nfE haben der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE geprüft. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der nfE. Sämtliche Angaben in der nfE gelten, soweit nicht kenntlich gemacht, gleichermaßen für den Konzern und das Mutterunternehmen. Um Dopplungen innerhalb des Lageberichts zu vermeiden, verweisen wir an den betreffenden Stellen auf weiterführende Informationen in anderen Kapiteln. Verweise auf Angaben außerhalb des zusammengefassten Lageberichts sind ergänzende Erläuterungen. Sie sind nicht Bestandteil der nfE. FUCHS verfügt über Ziele, Konzepte, Maßnahmen und Due-Diligence-Prozesse für Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange sowie für die Achtung der Menschenrechte, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung und die Lieferkette. Die folgende Erklärung enthält Angaben der FUCHS PETROLUB SE zu den nichtfinanziellen Aspekten dieser Belange. Für die Erstellung der Erklärung hat das Unternehmen kein bestimmtes nationales, europäisches oder internationales Rahmenwerk herangezogen, sondern sich an den inhaltlichen Anforderungen gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungs-gesetz (CSR-RLUG) orientiert. Allerdings wird FUCHS alle notwendigen Prozesse und Strukturen dahingehend anpassen, dass für das Geschäftsjahr 2021 eine Berichterstattung gemäß den Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) erfolgen kann. Die FUCHS PETROLUB SE übernimmt unternehmerische sowie gesellschaftliche Verantwortung. Diese Verantwortung beinhaltet rechtliche und sozialethische Aspekte, unter deren Beachtung FUCHS als Unternehmen erfolgreich sein will. FUCHS hat sich zu einer fairen und transparenten Führung der Geschäfte verpflichtet und die Tätigkeit in allen Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist, auf die Grundlagen von Recht und Gesetz gestellt. Weiterführende Informationen sind im Kapitel Geschäftsmodell enthalten. → 22 Geschäftsmodell Das FUCHS-Leitbild mit dem Wertekanon: Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität bildet die Grundlage und ist der Maßstab für das verantwortliche Handeln von FUCHS. Die beiden Kernelemente Leitbild und Wertekanon ermöglichen der Organisation das zielgerichtete Handeln in einer fairen und transparenten Firmenkultur. Zur Sicherung unserer Zukunftsfähigkeit ist Nachhaltigkeit in den Werten des FUCHS-Konzerns fest verankert. Die Wahrnehmung von sozialer und ökologischer Verantwortung ist Teil des unternehmerischen Selbstverständnisses von FUCHS. Daher sind die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales für FUCHS Kernelemente einer guten Unternehmensführung. Nachhaltigkeit bedeutet für uns zudem eine ständige Weiterentwicklung und Optimierung. FUCHS achtet die Menschenrechte und bekämpft aktiv Korruption und Bestechung. Unser unternehmerisches Handeln ist dabei auch auf die Lieferkette als strategisch wichtigen Teil der Geschäftsbeziehungen ausgerichtet. Das Unternehmen betrachtet und bewertet im Rahmen des bestehenden Risikomanagementsystems die mit seiner Geschäftstätigkeit und seinen Geschäftsbeziehungen verbundenen wesentlichen Risiken. Dazu gehören auch die möglichen negativen Auswirkungen dieser Risiken, auf die in dieser Erklärung näher eingegangen wird. Soweit entsprechende Risiken bestehen, sind diese im Chancen- und Risikobericht dargestellt. → 45 Chancen- und Risikobericht Die Grundsätze für nachhaltiges Wirtschaften im FUCHS Konzern werden vom Vorstand festgelegt und sind in einem Nachhaltigkeitsleitfaden zusammengefasst. Der Konzern-Nachhaltigkeitsbeauftragte (CSO) begleitet unternehmensweit die Aktivitäten zum nachhaltigen Wirtschaften, insbesondere zu den ökologischen Aspekten. FUCHS hat in jeder produzierenden Landesgesellschaft einen lokalen Nachhaltigkeitsbeauftragten etabliert, der als Schnittstelle für den CSO fungiert und als dessen Ansprechpartner zur Verfügung steht. Der Vorstand setzt den diesbezüglichen strategischen Rahmen in enger Zusammenarbeit mit dem CSO. Das Nachhaltigkeitsgremium (FUCHS Sustainability Committee) stellt den Informationsaustausch innerhalb des Konzerns entlang der Wertschöpfungskette sicher. Weiterführende Informationen sind im Nachhaltigkeitsbericht enthalten. → www.fuchs.com/nachhaltigkeitsbericht Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten zu gewährleisten, hat FUCHS ein Compliance Management System (CMS) implementiert. Die Grundlagen des CMS sind im FUCHS-Verhaltenskodex sowie in weiteren verpflichtenden compliancerelevanten Richtlinien fest verankert. Wesentliche Bestandteile des CMS sind die Prävention und Aufdeckung von Verstößen sowie die angemessene Reaktion auf Verstöße. UmweltbelangeFUCHS hat seit dem Unterzeichnen des "Leitbilds für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft" im Jahr 2010 seine Nachhaltigkeitsarbeit konsequent weiterentwickelt. Neben schonendem Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist zunehmend auch der Themenkomplex der CO 2-Emissionen in den Vordergrund gerückt. Für FUCHS hat das Ziel, die Lebensqualität nachfolgender Generationen zu gewährleisten, hohe Priorität. Das Unternehmen achtet deshalb darauf, in den Bereichen Forschung und Produktion, aber auch bei Werksneubauten und -erweiterungen Reduzierungen der Emissionen zu verwirklichen. Ein wichtiger Meilenstein in Bezug auf die Emission von Kohlendioxid konnte im zehnten Jahr der FUCHS-Nachhaltigkeitsbestrebungen mit der angestrebten CO 2-Neutralstellung unserer Produktion erreicht werden. Durch eine qualifizierte Berechnung des CO 2-Fußabdrucks innerhalb des unmittelbaren FUCHS-Einflussbereichs unter Anwendung der Richtlinien des "Greenhouse Gas Protocol" wurde die genaue Höhe der Emissionen innerhalb unserer Werkstore quantifiziert. Aufgrund der geringen Fertigungstiefe, die FUCHS als Veredler am Ende der Prozess- und Wertschöpfungskette aufweist, ist der unmittelbare ökologische Fußabdruck bei der Herstellung von Schmierstoffen vergleichsweise gering. Damit unterscheidet sich FUCHS von der klassischen Chemieindustrie. Dennoch besteht die Zielsetzung, durch eine umweltschonende Produktionsweise den ökologischen Fußabdruck kontinuierlich zu verbessern. Daher entwickelt FUCHS spezielle Technologien und investiert in moderne und sichere Anlagen zur Schmierstoffproduktion sowie in die stetige Verfahrens- und Prozessoptimierung. Ziel ist es, den Energie- und Wasserverbrauch sowie das Abfallaufkommen im Produktionsbetrieb gering zu halten bzw. weiter zu senken und die CO 2-Emissionen zu reduzieren. Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Reduzierung des FUCHS-eigenen CO 2-Fußabdrucks reichen noch nicht aus, um eine vollständige CO 2-Neutralität zu gewährleisten. FUCHS hat sich daher entschieden, für das Jahr 2020 die verbliebenen CO 2-Emissionen durch Kompensationsmaßnahmen auszugleichen. Dies geschieht durch Investitionen in qualitativ hochwertige und von unabhängiger Seite zertifizierte weltweite Klimaschutzprojekte, die vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. FUCHS folgt dem Prinzip: vermeiden - reduzieren - kompensieren. Rund 80% der FUCHS-CO 2-Emissionen entstehen durch Wärme- und Stromverbrauch. Ein wichtiger Hebel zur CO 2-Vermeidung bzw. -Reduktion ist daher u. a. die Energieeffizienz. Mittelfristig will FUCHS die CO 2-Kompensationsleistungen sukzessive zurückfahren und dafür seinen Versorgungsanteil an regenerativen Energien erhöhen und weiter in die Energieeffizienz seiner Standorte investieren. Die von FUCHS hergestellten Produkte helfen in den Anwendungen unserer Kunden, Reibung und Verschleiß zu vermindern und Korrosion vorzubeugen. Ebenso kann durch hochwertige Produktspezifikationen eine gesteigerte Effizienz in der Anwendung erreicht werden. Durch eine enge Zusammenarbeit mit seinen Kunden entwickelt und produziert FUCHS viele direkt auf den Anwendungszweck abgestimmte Schmierstoffprodukte. Um die Vorteile hoch qualitativer Produkte zu quantifizieren, arbeitet FUCHS mit Projektpartnern aus der vorgelagerten Prozesskette zusammen. Durch die Erstellung von Ökobilanz- und Lebenszyklusanalysen wird der Einfluss der Schmierstoffe über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg aufgezeigt. Die FUCHS-Produktionsstandorte liegen in ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebieten und werden gemäß den konzernweiten Sicherheits- und Umweltvorgaben so geplant und geführt, dass möglichst wenige Stoffe, die die Biodiversität beeinträchtigen können, in die Umwelt gelangen. Ein wichtiger Teil des Nachhaltigkeitsmanagements ist die Zertifizierung der FUCHS-Managementsysteme nach den einschlägigen ISO-Normen. Zum Jahresende 2019 sind
Im Jahr 2019 lag der Fokus im Bereich Zertifizierung auf dem Ausbau der im Automobilsektor geforderten Zertifizierung gemäß IATF 16949. An sechs weiteren Produktionsstandorten konnte FUCHS die Zertifizierung gemäß diesem Standard erfolgreich abschließen. FUCHS strebt auch weiterhin danach, die Zertifizierung der Produktionsstandorte gemäß den einschlägigen ISO-Normen bzw. der IATF-Norm voranzutreiben. Für das Jahr 2020 ist eine Abstimmung der globalen Strategie bezüglich der Zertifizierung gemäß den Umwelt- und Arbeitssicherheitsnormen ISO 14001, ISO 45001 und ISO 50001 geplant. Key Performance Indicator (KPI) im Bereich CO 2-EmissionenFUCHS arbeitet einerseits an einem besseren Verständnis für die portfoliospezifischen Produktionsprozesse und Ressourcenverbräuche seiner Standorte und andererseits an Möglichkeiten für weiterführende Ressourceneinsparungen. Die Reduktion der von FUCHS verursachten CO 2-Emissionen durch schrittweise Umstellung auf die Verwendung von Energie aus erneuerbaren Ressourcen sowie durch die grundsätzliche Senkung des Energieverbrauchs stellt einen neuen KPI von FUCHS dar. Ökologische KennzahlenDie stetige Optimierung von Prozessen hin zu einer immer ressourcenschonenderen Produktion steht für FUCHS im Fokus. Der Wasserverbrauch sowie das Abfallaufkommen pro produzierter Tonne Schmierstoff konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter geringfügig gesenkt werden. Im Gegensatz hierzu ist der Energieverbrauch pro produzierter Tonne im Jahr 2019 gestiegen. Dies lag zum einen an widrigen Klimaeinflüssen in den USA und Kanada zu Beginn des Jahres und zum anderen an diversen Werksneubauten. Hierbei mussten für einige Zeit Produktionsprozesse getestet werden, welche Energie verbrauchen, im Gegenzug jedoch keinen Produktionsoutput erzeugen. Hieraus resultierten auch steigende energiespezifische CO 2-Emissionen. Entwicklung des Energieverbrauchs(in Kilowattstunden pro produzierter Tonne)
Basis: FUCHS-Produktionsstandorte. Entwicklung des Wasserverbrauchs(in Liter pro produzierter Tonne)
Basis: FUCHS-Produktionsstandorte. Abfallaufkommen(in Kilogramm pro produzierter Tonne)
Basis: FUCHS-Produktionsstandorte. CO 2-Emissionen(in Kilogramm pro produzierter Tonne)
ArbeitnehmerbelangeSicherheit am Arbeitsplatz hat für FUCHS eine große Bedeutung. Das Unternehmen unterliegt in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheit verschiedenen standortabhängigen nationalen und internationalen Vorschriften. Die jeweils gültigen Vorschriften für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit stellen den Mindeststandard für die umzusetzenden unternehmerischen Maßnahmen dar. Alle FUCHS-Mitarbeiter sind über die für sie relevanten Gesetze, Vorschriften und unternehmensinternen Richtlinien zur Arbeitssicherheit und Gesundheit informiert und auf die Pflichten zu deren Einhaltung hingewiesen worden. Wichtig ist insbesondere die Schärfung der Wachsamkeit für das Thema Sicherheit im Sinne von "Awareness", auch im Alltag und in gewohnten Situationen die Augen offen zu halten für potenzielle Gefahren, sowohl im eigenen Interesse der Mitarbeiter als auch im Interesse der Kollegen. Verbesserungsvorschläge aus Eigeninitiative in Punkto Sicherheit und Gesundheit werden gefördert. Zum Jahresende 2019 sind 40% der Produktionsstandorte nach dem Arbeitsschutzmanagement-System OHSAS 18001 zertifiziert. Zertifikate gemäß OHSAS 18001 dürfen nur noch bis zum 11. März 2021 ausgestellt werden. Danach ist nur noch eine Zertifizierung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes nach der im März 2018 veröffentlichten neuen ISO-Norm 45001 "Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" möglich. FUCHS hat beschlossen, neue Zertifizierungen nur noch nach der neuen ISO-Norm 45001 anzustreben. Da deren Anforderungen umfangreicher sind als die des bisherigen OHSAS-18001-Standards, wird angestrebt, in den nächsten zwei Jahren den Anteil der zertifizierten Produktionsstandorte auf 50% zu erhöhen. Zu einer verantwortungsvollen Personalpolitik gehört für FUCHS die Wahrung der Chancengleichheit sowie ein striktes Diskriminierungsverbot. FUCHS unterstützt die Ziele der Grundsatzerklärung der International Labour Organization. Dazu gehören die Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Kollektivverhandlungen, die Beseitigung und Ächtung von Zwangs- und Kinderarbeit sowie das Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. FUCHS toleriert keinerlei Diskriminierungen und hat sich im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen dazu verpflichtet, die Prinzipien der Chancengleichheit bei Einstellung und Beförderung der Beschäftigten zu wahren. Darüber hinaus respektieren wir die Rechte der Mitarbeiter auf Gleichbehandlung, ungeachtet Abstammung, Nationalität, Religion, Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Orientierung, politischer oder gewerkschaftlicher Betätigung, Alter, Krankheit, Behinderung oder anderer persönlicher Merkmale. FUCHS sorgt für ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld und fördert aktiv die verschiedenen Aspekte der Diversität. Die Integration verschiedener Nationalitäten ist für das Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. Im Rahmen der Globalisierung werden zunehmend auch interne Kollegen aus den Standorten dazu motiviert, sich auf Vakanzen im Ausland zu bewerben. FUCHS nimmt auf Handicaps von Menschen Rücksicht und schafft ihnen ein Umfeld, in dem sie ihre Fähigkeiten im Betrieb einbringen können. Die FUCHS PETROLUB SE beteiligt sich seit Gründung an der Initiative deutscher Wirtschaftsführer, die ein Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft unter der Schirmherrschaft des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik vorgestellt haben. Der Vorstand hat sich als Unterzeichner des Leitbilds zu einer sowohl erfolgs- als auch werteorientierten Unternehmensführung im Sinne der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet. Dazu gehören fairer Wettbewerb, Sozialpartnerschaft, Leistungsprinzip und Nachhaltigkeit. Nachhaltige PersonalpolitikVor dem Hintergrund eines nachhaltigen Personalmanagements haben wir die Projekte im Gesundheitsmanagement, in der Weiterbildung sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin ausgebaut und teilweise auch mit Themenschwerpunkten belegt. Wir verfolgen konsequent das Ziel, die geschäftlichen Interessen von FUCHS mit den privaten und familiären Bedürfnissen unserer Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Entsprechend hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei FUCHS einen hohen Stellenwert. Ein wichtiger Baustein sind dabei flexible Arbeitszeitmodelle. Neben klassischen Gleitzeitmodellen werden Teilzeit-Varianten angeboten, die von 15 bis 32 Stunden wöchentlich reichen und auch in JobsharingModellen oder Schichtarbeit umgesetzt werden. Der Aufbau von Homeoffice-Regelungen ermöglicht ebenfalls selbstbestimmteres Arbeiten. Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels ist es für uns enorm wichtig, gerade junge Eltern wieder schnell in den Arbeitsprozess zu integrieren. Die Förderung von Kitabetreuung und Überbrückung von Ferienzeiten, z. B. durch geförderte Ferienprogramme, ist bei uns daher üblich. Mehr und mehr möchten auch junge Familienväter wertvolle Zeit mit ihren Kindern verbringen und nehmen daher Elternzeit. Wir ermöglichen dies z. B. durch Teilzeitarbeit während der Elternzeit. So bleiben dem Unternehmen das Fachwissen und die Kompetenz erhalten und gleichzeitig können sich Väter besser der Familie widmen. Wir prüfen kontinuierlich, wie wir die familienorientierten Maßnahmen weiterentwickeln können, um den unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter besser gerecht zu werden. Das betriebliche Gesundheitsmanagement umfasst mittlerweile ganz selbstverständlich Schulungen zum Lastenhandling, dem Hautschutz oder zur Ergonomie an Bildschirmarbeitsplätzen. Darüber hinaus werden z. B. am Standort Mannheim regelmäßig Aktionen zur Darmkrebsfrüherkennung, Suchtprävention sowie gesunder Ernährung durchgeführt. Im Rahmen des Gesundheitsmanagements gab es im Jahr 2019 einen Thementag mit dem Fokus auf Stressreduktion, Resilienz und einer Art Infomarktplatz mit verschiedensten Gesundheitsaktionen. Wir fördern Initiativen der Mitarbeiter zu unterschiedlichsten gemeinsamen Sportaktivitäten und bauen außerdem Kooperationen mit Fitnessstudios aus. Soziale KennzahlenDie Altersstruktur sowie die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit sind konstant geblieben. Während sich die Fluktuation im Vergleich zum Vorjahr verringerte, blieb die Anzahl an Fehltagen konstant. → Soziale Kennzahlen MitarbeiterentwicklungNeben der Berufsausbildung bleibt die bedarfsgerechte Weiterbildung die Basis für die Entwicklung von Fachkräften und Potenzialträgern. Um diesen Bedarfen künftig noch zielgerichteter und zukunftsorientierter zu entsprechen, wurde im Jahr 2019 mit dem Aufbau einer strukturierten und globalen Personalentwicklung begonnen. Startpunkt war die Diskussion von Management und Personalbereich, wie eine weltweite Personalentwicklungsstrategie aussehen sollte. Im Rahmen der allgemeinen Weiterbildung wurden neben fachlichen, schmierstoffbezogenen Grundlagen-Themen auch Themenbereiche wie Verhaltenskodex, Compliance und IT-Tools bis hin zu spezifischer, FUCHS-interner Wissensvermittlung angeboten. Soziale Kennzahlen
1 Anteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen
auf eigenen Wunsch verlassen.
Mittels der ebenfalls aufgesetzten E-Learning-Strategie kann das Angebot künftig auch grenzüberschreitend und zeitzonenunabhängig ausgebaut werden. Das klassische Präsenztraining wird auch zukünftig durch die FUCHS ACADEMY angeboten werden. Als weltweit eingesetzte Schulungsinstitution bietet die FUCHS ACADEMY regelmäßig verschiedenste technische Seminare an und versorgt u. a. unsere Vertriebsprofis mit fundiertem Hintergrundwissen zu unseren Produkten und deren Anwendungen. Die FUCHS ACADEMY ist auch die umfassend genutzte Plattform für Nachwuchs- und Potenzialentwicklungsmaßnahmen und damit für die kontinuierliche, gezielte Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Im Jahr 2019 wurde im Bereich Executive Training ein neues Konzept ausgearbeitet, das die Aspekte unserer Reise im Rahmen von FUCHS2025 (Strategie, Kultur, Struktur) noch besser abdeckt und neu beförderte interne sowie extern hinzugekommene Führungskräfte noch besser mit ihren Führungsaufgaben vertraut machen soll. Aufgrund unserer globalen Organisationsstruktur stellt interkulturelle Kompetenz für unsere Beschäftigten einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Wir fördern diese Kompetenz durch den globalen Einsatz unserer Mitarbeiter. Das gilt nicht nur für die gezielte Entsendung von Fach- und Führungskräften in FUCHS-Tochtergesellschaften, sondern auch für duale Studenten und Praktikanten. Ergänzt werden die oben genannten Maßnahmen durch Sprachtrainings. Wir stellen damit sicher, dass die Konzernsprache Englisch eine verlässliche Grundlage für den Know-how-Austausch ist. Darüber hinaus sorgt FUCHS durch interne Schulungen für einen optimalen Wissenstransfer von unseren Know-how-Trägern an neue Mitarbeiter. Im Bereich Onboarding von neuen Mitarbeitern wurde ebenfalls ein erstes Konzept erarbeitet, um neuen Mitarbeitern mit virtuellen Trainings und Informationen besser an allen Standorten weltweit nahezubringen, dass sie Teil eines global agierenden Konzerns im Sinne von "ACT GLOBAL" sind. In gemischten Führungsteams sehen wir eine signifikante Stärkung unseres Unternehmens. Daher legen wir unter anderem besonderen Wert auf die gezielte Förderung von Frauen und stellen deren angemessene Berücksichtigung bei der Besetzung von Führungspositionen sicher. Aktuell beträgt der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft 25%. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen blieb konstant bei 22% (22). KPI im Bereich WeiterbildungFUCHS hat sich zum Ziel gesetzt, auch in Zukunft intensiv in den Auf- und Ausbau von Mitarbeiterkompetenzen zu investieren. Daher wurde ein KPI im Bereich der nachhaltigen Weiterbildung beschlossen. Die Weiterbildungsstunden pro Mitarbeiter sollen künftig weltweit systematisch erfasst werden. Zielsetzung ist, das Thema Weiterentwicklung noch stärker auf die Agenda und in den Fokus zu setzen. Ergänzend zu den bisher meist lokalen Statistiken soll Weiterbildung durch konsistente Berichtswege und klar verständliche Definition künftig mit global einheitlicher Struktur gemeldet und nachverfolgt werden. Durch eine KPI-gesteuerte Nachverfolgung ermöglichen wir, dass Aktivitäten wie auch Verbesserungsbedarfe im Bereich Weiterbildung so transparenter werden. Nach Einführung der Grundlagen erstellen wir auf Basis anspruchsvoller Mittelfristziele eine jährliche Zielerreichungsanalyse. SozialbelangeGesellschaftliche Akzeptanz ist aus Sicht von FUCHS eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Eine Vielzahl der Konzerngesellschaften ist in ihren Regionen stark verwurzelt. Das Unternehmen sieht sich als Partner dieser Regionen und engagiert sich gezielt in Initiativen und Kooperationen in den Bereichen Bildung und Kultur. Darüber hinaus unterstützt FUCHS zahlreiche soziale Projekte und gemeinnützige Einrichtungen. Weitere Informationen enthält der Nachhaltigkeitsbericht. → www.fuchs.com/nachhaltigkeitsbericht Achtung der MenschenrechteFür FUCHS ist die Beachtung der Menschenrechte ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsethik. Sie ist die Grundlage des gesamten unternehmerischen Handelns und schließt somit auch die Beziehungen zu Kunden und anderen Geschäftspartnern ganz selbstverständlich mit ein. Wesentlicher Ausdruck dieses gelebten Wertverständnisses bei FUCHS ist der Verhaltenskodex. Die Unterzeichnung des Modern Slavery Act Statements in Großbritannien unterstreicht den unbedingten Willen von FUCHS, kriminelle Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, wie z. B. durch Menschenhandel, Zwangs- und Kinderarbeit oder Sklaverei, über die eigenen operativen Geschäfte hinaus auch in der Lieferkette zu verhindern. Die Respektierung der Menschenrechte in der vorgelagerten Wertschöpfungskette sichert FUCHS bei seinen Lieferanten durch vertragliche Vereinbarungen, selbstverpflichtende Erklärungen der Lieferanten und durch Audits vor Ort. Bekämpfung von Korruption und BestechungIm Wettbewerb baut FUCHS auf die Qualität und Werthaltigkeit seiner Produkte und Serviceleistungen. Der FUCHS-Verhaltenskodex beinhaltet verbindliche Leitlinien zur Verhinderung korrupten Verhaltens jeder Art und unterstützt alle Beschäftigten bei der Beachtung der Gesetze und Vorschriften zur Vermeidung von Korruption und Bestechung. Es soll sichergestellt werden, dass sich weder die Beschäftigten von FUCHS noch die Geschäftspartner oder Amtsträger durch rechtswidrige und unangemessene Verhaltensweisen in ihren Geschäftsentscheidungen beeinflussen lassen. Compliance Management System (CMS)FUCHS hat ein CMS eingerichtet, das den gesamten Konzern umfasst. Wichtige Bestandteile des CMS sind die Bereitstellung und Vermittlung einer geeigneten Compliance-Kultur durch den Vorstand der FUCHS PETROLUB SE und die Führungskräfte des FUCHS-Konzerns, die konzernweite Compliance-Organisation sowie ein Compliance-Programm, das auf adäquate und effiziente Maßnahmen ausgerichtet ist, z. B. in Form von Schulungen, Informationsveranstaltungen, einer Hinweisgeberplattform für Mitarbeiter und Geschäftspartner sowie weiteren aus den Richtlinien abgeleiteten Maßnahmen. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen (IDW PS 980) sind Orientierungspunkt für die Gestaltung des CMS bei FUCHS. Die Compliance-Organisation des Unternehmens hat auf der Grundlage der vom Vorstand beschlossenen allgemeinen Unternehmensziele und unter Berücksichtigung der für das Unternehmen besonders bedeutsamen Regelungen verschiedene Ziele entwickelt, die mit dem CMS des Konzerns erreicht werden sollen: Zu den primären Zielen des CMS gehören bei FUCHS die Prävention, Aufdeckung und Sanktionierung von Rechtsverstößen, unter anderem von Korruption und Bestechung. FUCHS hat eine zugleich zentrale wie auch dezentrale Compliance-Organisationsstruktur implementiert. Teile der zentralen Organisation bilden der Chief Compliance Officer (CCO) und das Group Compliance Committee (GCC). Die dezentrale Compliance-Organisation wird durch die in jeder Konzerngesellschaft bestellten Local Compliance Officer (LCO) und die im Berichtsjahr erstmals ernannten Regional Compliance Officer (RCO) repräsentiert. Der CCO kommuniziert die vom Vorstand festgelegten Compliance-Ziele sowie die jeweils relevanten Compliance-Felder an sämtliche Führungskräfte und Mitarbeiter des Konzerns und sorgt gemeinsam mit dem GCC für deren Umsetzung. Der Vorstand überwacht und überprüft die Qualität des CMS kontinuierlich, entscheidet über den Umgang mit den Erkenntnissen aus den Risikoanalysen und den Compliance-Untersuchungen und berät sich dazu regelmäßig mit dem Aufsichtsrat, entwickelt es weiter und sorgt dafür, dass festgestellte Schwächen des CMS durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden. Diese Maßnahmen können sowohl prozessuale als auch organisatorische Anpassungen des CMS umfassen. Verstöße gegen Compliance-Vorgaben bedrohen die für FUCHS wichtigen Erfolgsfaktoren und werden nicht toleriert. Im Rahmen eines festgelegten Compliance-Prozesses werden potenzielle Compliance-Verstöße identifiziert und aufgeklärt. Alle Mitarbeiter sind dazu aufgefordert, potenzielle Compliance-Verstöße mitzuteilen. Festgestellte Verstöße werden angemessen sanktioniert, wobei die konkrete Sanktion u. a. von deren Art, Schwere, Dauer und dem Grad des Verschuldens abhängt. Sanktionen können in der gesamten rechtlich möglichen Bandbreite verhängt werden, bis hin zur außerordentlichen Beendigung des Anstellungsverhältnisses, der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen und auch der Strafanzeige. KPI im Bereich ComplianceDie wichtigste Maßnahme zur Sicherstellung eines funktionierenden CMS sowie zur Beseitigung seiner eventuellen Schwachstellen ist die Aufklärung und Information der Mitarbeiter zu den relevanten Compliance-Themen. Zur Steuerung der Funktionsfähigkeit und Angemessenheit des CMS misst FUCHS ab dem Geschäftsjahr 2020 anhand des "Enlightenment-Performance-Indicators" (EPI) den Informationsgrad der Mitarbeiter zu den für sie relevanten Compliance-Feldern. Der EPI gibt Auskunft darüber, ob und inwieweit die Mitarbeiter die von ihnen benötigten Schulungen und Informationen zu den für sie relevanten Compliance-Feldern erhalten und verstanden haben (anhand von Tests). Dabei werden die Anzahl an durchgeführten Compliance-Schulungen und -Trainings sowie die weiteren schriftlichen und mündlichen Informationen, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wurden, schwerpunktmäßig in die Messung mit einbezogen. Ziel ist die Aufklärung aller Mitarbeiter des Unternehmens über die für sie jeweils relevanten Compliance-Felder. Dabei stehen neben den Grundlagenschulungen zur Compliance auch Schulungen in den Compliance-Feldern Korruptionsvorbeugung und Beachtung des Kartellrechts im Vordergrund. Die Messung des EPI erfolgt sowohl in Form der Mitarbeiterbefragung als auch durch die Ermittlung der Anzahl der pro Geschäftsjahr von den jeweiligen Zielgruppen durchgeführten E-Learning-Schulungen und sonstigen Compliance-Trainings. Eine weitere Maßnahme besteht in der kontinuierlichen Durchführung von Compliance-Risikoanalysen, auf deren Basis auch etwaiger Anpassungsbedarf für das CMS identifiziert wird. Ein geschäftsbezogenes Risk Assessment der relevanten Compliance-Felder bis zur Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften bildet die Grundlage für die regelmäßige Analyse der Compliance-Risiken. Die Ergebnisse der Risikoanalysen werden zu einem Risikoportfolio des gesamten FUCHS-Konzerns konsolidiert. Dabei werden spezifische Gewichtungsfaktoren, wie z. B. der von Transparency International Deutschland e.V. herausgegebene Korruptionswahrnehmungsindex (= Corruption Perception Index (CPI)), berücksichtigt. Zu den für das CMS wesentlichen Risikofeldern gehören demnach unter anderem die Risiken von Verstößen gegen das Kartellrecht sowie gegen die Verbote von Korruption und Bestechlichkeit. Bei der Integration neu akquirierter Gesellschaften und Geschäftsbetriebe in das CMS von FUCHS besteht die Zielsetzung, die Akquisitionen schnellstmöglich in die für sie relevanten Compliance-Prozesse und Risikoevaluierungen des Unternehmens einzubinden. Der Bereich Internal Audit überprüft Funktionsfähigkeit und Angemessenheit des CMS sowohl in Form von regelmäßigen als auch im Rahmen von anlassbezogenen Revisionen. Weitere Informationen zum CMS sind im Kapitel Corporate Governance enthalten. → 70 Corporate Governance LieferketteZur Produktion von Schmierstoffen ist der Einsatz komplexer chemischer sowie nachwachsender Rohstoffe und unterschiedlichster Basisflüssigkeiten notwendig. Als Teilprozess innerhalb einer umfangreichen Wertschöpfungskette beginnt somit für FUCHS der Prozess beim Rohstoffeinkauf. FUCHS stellt sicher, dass nur Rohstoffe verwendet werden, die sämtlichen Vorschriften in Bezug auf Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz (EHS-Regularien) entsprechen. Parallel hierzu investiert FUCHS in alternative Rohstofflösungen, die helfen, Umwelt und Ressourcen zu schonen. Für FUCHS sind Rohstoffe der wichtigste Baustein in der Produktformulierung. Ein sorgfältig überwachtes und administriertes Rohstoffportfolio stellt sicher, dass die marktgängigen Produkte stets in gleichbleibender Qualität verfügbar sind. Der Rohstoffeinkauf ist bei FUCHS sowohl zentral als auch dezentral organisiert. Die strategisch wichtigsten Lieferanten steuert FUCHS über das zentrale Lead-Buyer-Konzept, während die Steuerung der ausschließlich für die jeweiligen Landesgesellschaften relevanten Lieferanten durch die lokalen Einkaufsverantwortlichen erfolgt. Eine kontinuierliche Rohstoffversorgung und die Vermeidung von Beschaffungsrisiken werden sowohl durch eine breite Bezugsbasis als auch durch die strukturierte Suche nach alternativen Lieferanten gewährleistet. Technische Arbeitskreise unterstützen die Einkaufsverantwortlichen bei der Validierung alternativer Rohstoffquellen, um "Single-Supply"-Szenarien auszuschließen. Aufgrund der strategischen Bedeutung, die die wichtigsten Rohstofflieferanten für die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Rohstoffe haben, steuert FUCHS aktiv die Beziehung zu den Rohstofflieferanten. Dabei werden die zentral betreuten FUCHS-Lieferanten im Rahmen der globalen Lieferantenbewertung jährlich anhand diverser Kriterien befragt und systematisch bewertet. Eventuelle Defizite bei der Erfüllung dieser Kriterien werden im Rahmen der Lieferantenentwicklung mit konkreten Maßnahmeplänen und Umsetzungsfristen versehen. Die zu bewertenden Kriterien sind: Qualität, Geschäftsbeziehungen, Technikaspekte, Preisgestaltung, Auftrags- und Liefermanagement sowie Nachhaltigkeitsaspekte. Bei FUCHS wird der größte Teil der Treibhausgasemissionen nicht innerhalb der eigenen und somit direkt beeinflussbaren Unternehmensgrenzen, sondern in der vorgelagerten Lieferkette erzeugt. FUCHS hat daher das Ziel, durch die Zusammenarbeit mit strategischen Lieferanten einen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette zu leisten und nur mit solchen Lieferanten zusammenzuarbeiten, die sich ebenfalls dieser Zielstellung verpflichtet haben. Das geschieht nicht nur in Bezug auf Ressourceneffizienz und Umweltstandards, sondern auch mit dem Ziel, den Anteil an umweltschonenden Rohstoffen für die eigenen Produktionsprozesse zu erhöhen. In der aktuellen Lieferantenbewertung nimmt daher der CO 2-Fußabdruck der an FUCHS gelieferten Rohstoffe einen noch höheren Stellenwert als in den vorangegangenen Jahren ein. So sollen die Lieferanten stärker für das Thema CO 2-Emissionen sensibilisiert und zur Zusammenarbeit in der gesamten Wertschöpfungskette animiert werden. Diese Vorgehensweise führt zur Etablierung von ausgesuchten partnerschaftlichen Nachhaltigkeitsprojekten. In diesen Projekten quantifiziert FUCHS in Zusammenarbeit mit den Lieferanten die ökologische Nachhaltigkeit in seinem Schmierstoffportfolio. Die Erwartung des Unternehmens ist, dass der Wechsel von einer qualitativen zu einer quantitativen Bewertung von ökologischer Nachhaltigkeit einen deutlichen Fortschritt hinsichtlich der Umwelteigenschaften bringt und eine entsprechende Kategorisierung ein zukünftiger Spezifikationsbestandteil für FUCHS Schmierstoffe sein wird. Weiterhin arbeitet FUCHS daran, seine Lieferanten bei wichtigen Kriterien ethischen Handelns, etwa in den Bereichen Arbeitsstandards, Ächtung von Kinderarbeit, Diskriminierungsverbote und Compliance, in die Pflicht zu nehmen. Hierdurch möchte FUCHS als führendes unabhängiges Schmierstoffunternehmen seine besondere Verantwortung wahrnehmen. 2.12 Corporate GovernanceIm nachfolgenden Kapitel berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Nummer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance bei der FUCHS PETROLUB SE und gemäß §§ 289 f, 315 d HGB über die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse. Die FUCHS PETROLUB SE richtet ihre Corporate Governance an den Vorschriften des Aktiengesetzes, der SE-Verordnung und den Regelungen des Kodex aus. Der Kodex enthält Empfehlungen und Anregungen zur Leitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften und formuliert national und international anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. FUCHS versteht Corporate Governance als zentrale Voraussetzung zur Erreichung der Unternehmensziele und zur Steigerung des Unternehmenswerts. Zu einer guten und verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Kontrolle zählen insbesondere
Gute und transparente Corporate Governance ist bei FUCHS Teil des Selbstverständnisses und ein Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens erfasst. Sie ist eine wesentliche Grundlage für den unternehmerischen Erfolg von FUCHS. Anleger, Finanzmärkte, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Öffentlichkeit bringen FUCHS im Hinblick auf das unternehmerische Handeln Vertrauen entgegen. Dieses Vertrauen will FUCHS dauerhaft bestätigen und die Corporate Governance im Konzern fortlaufend weiterentwickeln. Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE befassten sich im März 2019 im Rahmen der Verabschiedung des Corporate Governance Berichts ausführlich mit den Empfehlungen und Anregungen des Kodex. Gegenstände von Befassungen waren in weiteren Sitzungen darüber hinaus die Themen Vorstandsvergütung, Compliance Management System und dessen Weiterentwicklung sowie entsprechend Nummer 5.6 des Kodex die Prüfung der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats. Am 16. Dezember 2019 haben Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG beschlossen und diese - zusammen mit den Erklärungen der Vorjahre - unverzüglich den Aktionären auf der Internetseite des Unternehmens zugänglich gemacht. Erklärung zur UnternehmensführungFührungs- und Kontrollstruktur - Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratDie FUCHS PETROLUB SE mit Sitz in Mannheim unterliegt als Europäische Gesellschaft (Societas Europaea - "SE") insbesondere den Vorschriften der SE-Verordnung sowie des deutschen Aktiengesetzes. Entsprechend den Vorgaben des deutschen Aktienrechts besteht bei FUCHS ein duales Führungssystem mit der personellen Trennung zwischen Vorstand als Leitungs- und Geschäftsführungsorgan und Aufsichtsrat als Überwachungs- und Beratungsorgan mit jeweils eigenständigen Kompetenzen. Eine gute Corporate Governance verlangt die fortlaufende Weiterentwicklung dieses dualen Führungssystems unter Einbeziehung sämtlicher Unternehmensbereiche. Für die Arbeit des Vorstands hat der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung und einen Geschäftsverteilungsplan beschlossen. Diese regeln die Arbeit und die Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder. Die Geschäftsordnung enthält Regelungen zu den gegenüber dem Aufsichtsrat bestehenden Informationspflichten des Vorstands. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung Nummer 3.3 des Kodex darin für bestimmte Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Festlegung des Investitionsbudgets oder größere Akquisitionen - Zustimmungsvorbehalte festgelegt. Unternehmensleitung durch den VorstandDer Vorstand führt das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist als Leitungsorgan an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen dabei gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Vorstandsmitglieder die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Der Vorstand entscheidet insbesondere über die Unternehmensstrategie, die Geschäftspolitik und die Jahres- und Mehrjahresplanung. Der Vorstand sorgt für ein angemessenes Chancen- und Risikomanagement und Risikocontrolling sowie für ein angemessenes Compliance Management System zur Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien (Compliance). Er achtet bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversity) und auf eine angemessene Beteiligung von Frauen. Die personelle Zusammensetzung des Vorstands sowie die Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands (Organisation der Ressorts, Regionen und Sparten) sind im Abschnitt Organisation detailliert dargestellt. → 8 Organisation Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die individuelle Vergütung der Mitglieder des Vorstands werden im Vergütungsbericht erläutert. → 77 Vergütungsbericht Für die Bestellung des Vorstands ist nach § 84 AktG der Aufsichtsrat zuständig. Gemeinsam mit dem Vorstand sorgt der Aufsichtsrat für eine langfristige Nachfolgeplanung und lässt sich über den jeweiligen Stand der Planung und die Umsetzung der dabei festgelegten Kriterien regelmäßig berichten. Der Aufsichtsrat hat die Vorbereitung der Entscheidung dem Personalausschuss zugewiesen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder orientiert sich an den Notwendigkeiten, die sich aus dem Geschäft und der Arbeitsteilung im Vorstand ergeben. Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE besteht aus fünf Mitgliedern. Erstbestellungen von Vorständen erfolgen in der Regel nicht für mehr als drei Jahre. Die FUCHS PETROLUB SE als weltweit tätiges, innovationsgetriebenes Unternehmen der Schmierstoffindustrie achtet bei der systematischen Managemententwicklung und langfristigen Nachfolgeplanung im Vorstand auf
Ausschlaggebend für eine Bestellung zum Mitglied des Vorstands der FUCHS PETROLUB SE ist jedoch letztlich die Würdigung der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Die derzeitige Zusammensetzung des Vorstands gewährleistet eine umfassende Erfüllung der dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft obliegenden Aufgaben. Dazu stellt FUCHS sicher, dass der Vorstand als Ganzes folgendes Profil im Sinne eines Diversitätskonzepts aufweist:
Entsprechend Nummer 5.1.2 Absatz 2 des Kodex hat der Aufsichtsrat für Vorstandsmitglieder eine Regelaltersgrenze von 65 Jahren festgelegt. Überwachung und Beratung der Unternehmensleitung durch den AufsichtsratDer Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands und berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er ist in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Die Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE tauschen sich regelmäßig aus. Der kontinuierliche und von gegenseitigem Vertrauen geprägte Dialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet eine wichtige Grundlage für den unternehmerischen Erfolg von FUCHS. Der Aufsichtsrat trifft seine Entscheidungen durch Beschlüsse, die mit einfacher Mehrheit der an der Abstimmung teilnehmenden Aufsichtsratsmitglieder gefasst werden. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Der Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE besteht aus insgesamt sechs Mitgliedern. Hiervon wählen die Anteilseigner in der Hauptversammlung vier Mitglieder. Der europäische Betriebsrat (SE-Betriebsrat) und die Vertretung der europäischen Arbeitnehmer des Unternehmens wählen zwei Mitglieder. Bei Bedarf finden entsprechend Nummer 3.6 des Kodex getrennte Vorbesprechungen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter statt und tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Der Aufsichtsrat setzt sich aus Personen zusammen, die eine Erfüllung der einer börsennotierten Gesellschaft obliegenden Aufgaben gewährleisten, insbesondere die qualifizierte Beratung des Vorstands sowie die Wahrnehmung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats sicherstellen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erfüllen die Anforderungen gemäß Nummer 5.4.1 des Kodex. Sie sind aufgrund ihrer fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen, Integrität, Leistungsbereitschaft, Unabhängigkeit und Persönlichkeit in der Lage, ihre Aufgaben in einem international tätigen Konzern der Schmierstoffbranche wahrzunehmen und das Ansehen des FUCHS-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren. Der Aufsichtsrat hat entsprechend der Empfehlung Nummer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benannt und beschäftigt sich regelmäßig mit Überlegungen zur langfristigen Nachfolge planung, zuletzt in seiner Sitzung am 16. Dezember 2019. In dieser Sitzung hat der Aufsichtsrat zudem eine angepasste Geschäftsordnung für das Gremium beschlossen. Entsprechend den vom Aufsichtsrat beschlossenen Kriterien soll das Gremium in seiner Gesamtheit
Der Aufsichtsrat strebt mit dem Ziel des größtmöglichen Nutzens für das Unternehmen eine hinreichende Vielfalt der Anteilseignervertreter im Hinblick auf Persönlichkeit, insbesondere Geschlecht, Internationalität sowie berufliche Hintergründe, Fachkenntnisse und Erfahrungen sowie Altersverteilung und Unabhängigkeit wie folgt an:
Darüber hinaus sollen die Mitglieder der Anteilseignervertreter zum Zeitpunkt ihrer Wahl nicht über 75 Jahre alt sein und gemäß der Kodex-Empfehlung Nummer 5.4.1 Absatz 2 in der Regel nicht mehr als 15 Jahre dem Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE angehören, wobei die Geschäftsordnung als Hilfestellung für die Beurteilung des Kriteriums der Unabhängigkeit eine Zugehörigkeitsdauer von nicht mehr als zwölf Jahren festlegt. Die unternehmerische Mitbestimmung bei FUCHS PETROLUB SE gemäß der Vereinbarung über die Beteiligung der Arbeitnehmer trägt zur Vielfalt hinsichtlich beruflicher Erfahrung und kultureller Herkunft bei. Benennung und Wahl der Arbeitnehmervertreter für den Aufsichtsrat erfolgt gemäß den Vorgaben der SE-Beteiligungsgesetze durch autonome Entscheidung der Mitarbeiter. Sämtliche Kriterien des Diversitätskonzepts sind bei FUCHS erfüllt. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind fünf der sechs auf Seite 142 aufgeführten Mitglieder und damit ein angemessener Anteil der Mitglieder unabhängig im Sinne der Kodex-Empfehlung Nummer 5.4.2. Frau Dr. Susanne Fuchs ist aufgrund einer persönlichen Beziehung zur Gesellschaft und deren Vorstand sowie eines nennenswerten Besitzes an Aktien des Unternehmens nicht unabhängig. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre. Die nächste Amtsperiode beginnt am 5. Mai 2020 nach Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung. Zielgrößen für weibliche FührungskräfteNach dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der Aufsichtsrat für den Zeitraum bis zum 12. Dezember 2021 folgende Zielgrößen als Mindestzielgrößen für den Anteil bzw. die Anzahl weiblicher Mitglieder in Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt:
Die vorgenannten Zielgrößen werden erfüllt bzw. übererfüllt. Der Vorstand hat die beiden Führungsebenen der FUCHS PETROLUB SE unterhalb des Vorstands wie folgt definiert: Zur ersten Führungsebene gehören die Mitglieder des Group Management Committee und die Bereichsleiter innerhalb der FUCHS PETROLUB SE; zur zweiten Führungsebene gehören die Abteilungsleiter der FUCHS PETROLUB SE. Der Vorstand hat als Zielgrößen für den Anteil weiblicher Führungskräfte auf diesen Führungsebenen 10% bzw. 30% festgelegt, gültig jeweils bis zum 12. Dezember 2021. Die Zielgröße des Frauenanteils für die erste Führungsebene wird am Jahresende 2019 mit 19% übererfüllt, die Zielgröße des Frauenanteils für die zweite Führungsebene wird erreicht (31 %). Entsprechend Nummer 5.4.5 Absatz 2 des Kodex übernimmt die FUCHS PETROLUB SE die angemessenen Kosten der Aufsichtsratsmitglieder für die aufgrund der Aufsichtsratstätigkeit durchgeführten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Erstmalig bestellte Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine strukturierte Einführung in ihre Tätigkeit. Ausschüsse des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE hat entsprechend den Empfehlungen der Nummer 5.3 des Kodex fachlich qualifizierte Ausschüsse - einen Prüfungs-, einen Personal- sowie einen Nominierungsausschuss - gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Ausschüsse tragen zu einer effizienten Arbeitsweise des Aufsichtsrats bei. Personal- und Prüfungsausschuss tagen üblicherweise mehrmals im Jahr, der Nominierungsausschuss tritt entsprechend seiner Aufgabenzuweisung bei Bedarf zusammen. Der Personalausschuss beschäftigt sich mit den personellen Angelegenheiten im Vorstand. Zu den wesentlichen Aufgaben des Prüfungsausschusses gehören entsprechend Nummer 5.3.2 des Kodex die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems sowie die Befassung mit der Abschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer und mit Compliance. Die jeweiligen Ausschussvorsitzenden berichten regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit der Ausschüsse. Auch außerhalb von Sitzungen tauschen sich der Prüfungsausschussvorsitzende und der Wirtschaftsprüfer aus. Daneben erörtern Prüfungsausschuss und Vorstand vorab auch die an die Kapitalmärkte zu veröffentlichenden Zwischenmitteilungen und Finanzberichte. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, die Sitzungsteilnahme sowie Einzelheiten der Arbeit des Gremiums im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats dargestellt. → 10 Bericht des Aufsichtsrats Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats werden im Vergütungsbericht erläutert. → 77 Vergütungsbericht Aktionäre und HauptversammlungDie FUCHS PETROLUB SE hat sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien ausgegeben. Die in der Hauptversammlung vertretenen Stammaktionäre beschließen über sämtliche der Hauptversammlung durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben wie beispielsweise Gewinnverwendung, Satzungsänderungen, Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern, Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Wahl des Abschlussprüfers. Bei den Abstimmungen gewährt jede Stammaktie eine Stimme. Rund 55% der Stammaktien hält die Schutzgemeinschaft Familie Fuchs. Das Stimmrecht der Vorzugsaktien besteht nur in den gesetzlich bestimmten Ausnahmefällen. Die Vorzugsaktien sind jedoch mit einem Vorzug bei der Verteilung des Bilanzgewinns und einer erhöhten Dividende (Vorzug) ausgestattet. Die Inhaber der Stamm- und Vorzugsaktien nehmen ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte in der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung wahr. Jeder Aktionär ist unter Beachtung der gesetzlichen und satzungsgemäßen Voraussetzungen zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht selbst an der Hauptversammlung teilnehmen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht unter Vollmachterteilung durch einen Bevollmächtigten, z. B. ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung sowie in Entsprechung von Nummer 2.3.2 des Kodex durch die von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter ausüben zu lassen. Die der Hauptversammlung nach dem Aktiengesetz vorzulegenden Berichte, Unterlagen und Informationen einschließlich des Geschäftsberichts sind im Internet verfügbar, ebenso die Tagesordnung und eventuell zugänglich zu machende Gegenanträge oder Wahlvorschläge von Aktionären. Entsprechend Nummer 2.3.3 des Kodex haben die Aktionäre der FUCHS PETROLUB SE die Möglichkeit, Teile der Hauptversammlung im Internet zu verfolgen. ComplianceUnter Compliance versteht das Unternehmen sowohl die Einhaltung von Recht, Gesetz und Satzung als auch die Befolgung interner Regelwerke sowie freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen. Regelwidriges Verhalten birgt die Gefahr eines Imageschadens, schwächt die eigene Marktposition und kann zu wirtschaftlichen Schäden für unser Unternehmen führen. Geschäftsleitung und Mitarbeiter sind ausnahmslos dazu verpflichtet, im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit die für sie geltenden Gesetze, Richtlinien und sozialen Standards einzuhalten. Zur Vermeidung der vorgenannten Gefahren und Schäden hat FUCHS ein Compliance Management System (CMS) eingerichtet. Wesentliche Grundlagen des CMS sind der FUCHS-Verhaltenskodex sowie die Compliance-Richtlinien zur Beachtung insbesondere der Wettbewerbsregeln und zur Verhinderung von Geldwäsche, Korruption und Bestechlichkeit. Der Verhaltenskodex und die Compliance-Richtlinien bilden für FUCHS einen verbindlichen Handlungsrahmen, um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten zu gewährleisten. Sie werden ergänzt durch vielfältige Informations- und Schulungsmaßnahmen, ein Compliance-Risikomanagement, ein Hinweisgeberportal einschließlich einer Compliance-Hotline zur Meldung rechtswidriger Verhaltensweisen, eine konsequente Aufarbeitung und angemessene Sanktionierung von Compliance-Verstößen, das regelmäßige Compliance-Reporting an Vorstand und Aufsichtsrat sowie Compliance-Audits der Internen Revision. Die Umsetzung des CMS erfolgt durch eine konzernweite Compliance-Organisation, deren Gesamtverantwortung in der Ressortzuständigkeit des Finanzvorstands (CFO) liegt. Der vom Vorstand beauftragte Chief Compliance Officer (CCO) steuert das CMS weltweit gemeinsam mit dem Group Compliance Committee (GCC) sowie weiteren sowohl regional (RCOs) als auch lokal (LCOs) beauftragten Compliance-Verantwortlichen und unterstützt und berät die Mitarbeiter. Dem CCO obliegt ferner die Weiterentwicklung des CMS zu allen compliancerelevanten Fragestellungen. Dem GCC gehören neben dem CCO auch die Gesamtverantwortlichen für die Bereiche Personal und Internal Audit an. Auf der Grundlage einer eigenen Geschäftsordnung erarbeitet das GCC die strategische Ausrichtung der Compliance-Organisation, unterstützt den CCO und bündelt das Know-how für das CMS im Unternehmen umfassend. Zudem stellt das GCC den Informationsaustausch zwischen den hauptsächlich mit Compliance-Fragen befassten zentralen Konzern- und Fachbereichen sicher, begleitet die Bearbeitung und Untersuchung compliancerelevanter Vorgänge und veranlasst bei Compliance-Verstößen angemessene Sanktionen. Die RCOs setzen die Compliance-Strategie auf regionaler Ebene um und bearbeiten die in ihrer jeweiligen Zuständigkeit liegenden Compliance-Vorfälle mit Hilfe eines elektronischen Fallbearbeitungsprogramms. Das digitale Hinweisgeberportal bietet sowohl allen Beschäftigten als auch allen Geschäftspartnern die Möglichkeit, in einen Dialog mit der Compliance-Organisation zu treten und dabei auf Wunsch anonym zu bleiben. Somit können erkannte Schwachstellen beseitigt und das CMS mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse weiterentwickelt werden. Alle Beschäftigten sind explizit dazu aufgefordert, compliancerelevante Verhaltensweisen und Vorfälle unverzüglich an die zuständigen Stellen zu kommunizieren. Corporate Governance PoliciesDie Satzung der FUCHS PETROLUB SE, der FUCHS-Verhaltenskodex, die Erklärung zur Unternehmensführung sowie weitere Dokumente zur Corporate Governance wie die Richtlinie gegen Korruption, die Richtlinie zum Kartellrecht oder der FUCHS-Nachhaltigkeitsleitfaden sind auf der Internetseite der Gesellschaft verfügbar. In Entsprechung der Nummer 3.10 des Kodex stellt die Gesellschaft Entsprechenserklärungen fünf Jahre lang auf ihrer Internetseite zur Verfügung. → www.fuchs.com/gruppe/entsprechenserklaerung Bekenntnis zur nachhaltigen, erfolgs- und werteorientierten UnternehmensführungDie Begriffe Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität bilden die Kernwerte des FUCHS-Verhaltenskodex und prägen so das Leitbild des Unternehmens für eine gute Corporate Governance. Dieses Leitbild drückt eine gemeinsame Haltung der Führungsebenen aus und bietet eine klare Orientierung für verantwortliches Handeln. Die Kernwerte gelten für den FUCHS-Konzern als Maßstab für interne Zielsetzungen und als Grundlage individuellen Handelns. Gute Unternehmensführung beinhaltet auch ein nachhaltiges Wirtschaften. Die Grundsätze für nachhaltiges Wirtschaften hat FUCHS in einem umfassenden Nachhaltigkeitsleitfaden zusammengefasst. Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit sind in der nichtfinanziellen Erklärung und im Nachhaltigkeitsbericht dargestellt. → 61 Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung → www.fuchs.com/nachhaltigkeitsbericht Chancen- und RisikomanagementZu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Chancen und Risiken. Der Vorstand stellt ein angemessenes Chancen- und Risikomanagement im Unternehmen sicher. Vorstand und Aufsichtsrat beraten regelmäßig über bestehende Chancen und Risiken, deren Entwicklung sowie zu ergreifende Maßnahmen. Das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagement- und das Interne Revisionssystem werden kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst. Einzelheiten sind im Chancen- und Risikobericht dargestellt. → 45 Chancen- und Risikobericht Hohe Transparenz durch umfangreiche InformationDie FUCHS PETROLUB SE informiert die Kapitalmarktteilnehmer entsprechend Nummer 6.1 Absatz 1 des Kodex regelmäßig, umfassend, einheitlich und unverzüglich über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und über wesentliche Ereignisse. Die Berichterstattung erfolgt mittels des Geschäftsberichts, der Halbjahresfinanzberichte und anhand von Zwischenmitteilungen. Darüber hinaus informiert die FUCHS PETROLUB SE im Rahmen von Pressemeldungen und Ad-hoc-Mitteilungen. Sämtliche Informationen sind im Internet unter → @ www.fuchs.com/gruppe verfügbar. Die Internetseite enthält einen Finanzkalender mit den geplanten Terminen der wesentlichen Ereignisse und Veröffentlichungen. Dort sind auch meldepflichtige Aktiengeschäfte (Managers' Transactions) veröffentlicht. → www.fuchs.com/meldepfl_aktienAbsatzkontrolle Vorstand und Aufsichtsrat sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie dürfen bei ihren Entscheidungen weder persönliche Interessen verfolgen noch dem Unternehmen zustehende Geschäftschancen für sich nutzen. Entsprechend der Empfehlung Nummer 4.3.3 des Kodex regelt die Geschäftsordnung des Vorstands dessen Pflicht zur Offenlegung etwaiger Interessenkonflikte gegenüber dem Aufsichtsrat. Im Berichtsjahr lagen keine Interessenkonflikte vor. Rechnungslegung und AbschlussprüfungDer Konzernabschluss und der Halbjahresfinanzbericht der FUCHS PETROLUB SE werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Den gesetzlich vorgeschriebenen und für die Dividendenzahlung maßgeblichen Jahresabschluss erstellt die FUCHS PETROLUB SE nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB). Nach Aufstellung durch den Vorstand prüft der durch die Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer den Jahres- und den Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lagebericht. Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss nach anschließender eigener Prüfung fest. Der Konzernabschluss erläutert entsprechend der Empfehlung Nummer 7.1.4 des Kodex Beziehungen zu Aktionären, die im Sinn der anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften als nahestehende Personen zu qualifizieren sind. → 140 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Der Aufsichtsrat hat mit dem Abschlussprüfer gemäß Nummer 7.2.1 des Kodex vereinbart, dass der Abschlussprüfer den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende, den Abschlussprüfer betreffende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sofort unterrichtet, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer berichtet in Entsprechung der Empfehlung Nummer 7.2.3 des Kodex unverzüglich auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben. Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren, wenn er bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die auf eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung hindeuten. Angaben zum AbschlussprüferDie Hauptversammlung hat am 7. Mai 2019 - auf Vorschlag des Aufsichtsrats - die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, zum Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE für das Geschäftsjahr 2019 gewählt. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer ist Herr Dirk Fischer. Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE haben am 16. Dezember 2019 folgende Entsprechenserklärung beschlossen: Die FUCHS PETROLUB SE hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 10. Dezember 2018 sämtlichen Empfehlungen der vom Bundesministerium der Justiz am 24. April 2017 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017 entsprochen und beabsichtigt, diesen Empfehlungen auch zukünftig ohne Ausnahme zu entsprechen.
Mannheim, 16. Dezember 2019 Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Aufsichtsrats Stefan Fuchs, Vorsitzender des Vorstands Die aktuelle Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht unter: → www.fuchs.com/gruppe/entsprechenserklaerung VergütungsberichtDer Vergütungsbericht beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die individuelle Vergütung für die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats. Vergütung der Mitglieder des VorstandsMaßgeblich für die Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind die folgenden Kriterien:
Die Gesamtvergütung setzt sich zusammen aus einer erfolgsunabhängigen Jahresfestvergütung, einer aus einem Short-Term-Incentive (STI) und einem Long-Term-Incentive (LTI) bestehenden erfolgsbezogenen variablen Vergütung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen. Die Jahresfestvergütung ist eine fixe, auf das Gesamtjahr bezogene Vergütung, die in monatlichen Teilen ausgezahlt wird. Sie wird in regelmäßigen Abständen durch den Aufsichtsrat überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Nebenleistungen umfassen Sachbezüge, die im Wesentlichen aus der Dienstwagennutzung und aus Versicherungsprämien bestehen. Die erfolgsabhängigen Komponenten der Vergütung orientieren sich am FUCHS Value Added (FVA) Q 43 Leistungsindikator FVA, der im Konzern durchgängig die Basis für die variablen Vergütungsbestandteile bildet. Der FVA als Kennzahl für eine wertorientierte Unternehmenssteuerung verbindet Ertrag mit Kapitaleinsatz und basiert auf langfristigen Entscheidungen u. a. hinsichtlich Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie Personalentwicklung. Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg als Parameter für die Vergütung war und ist dabei Kern der Führungsphilosophie von FUCHS. Die Leistung des Vorstands wird durch den Aufsichtsrat auf der Grundlage des Zielerreichungsgrads der auf den nachhaltigen Unternehmenserfolg ausgerichteten langfristigen Ziele ermittelt. Die Ziele orientieren sich an den strategischen Leitlinien von FUCHS und beziehen sich auf den Gesamtvorstand. Die variable Vergütung, die auf dem FVA beruht, wird daher um einen Leistungsfaktor ergänzt, der die Anforderung einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage in den Vordergrund stellt und sich zwischen 0,75 und 1,25 bewegt (variable Vergütung = FVA x Leistungsfaktor). Der Leistungsfaktor berücksichtigt neben profitablem Wachstum und effizientem Cash Management den Ausbau der technischen Kompetenz und damit die fortschreitende Penetrierung der Märkte mit Spezialschmierstoffen. Weitere Aspekte sind die Einhaltung einer guten Corporate Governance sowie die Etablierung und Weiterentwicklung eines Nachhaltigkeitskonzepts. Die variable Vergütung umfasst jeweils zur Hälfte eine einjährige Komponente (STI) und eine mehrjährige Komponente (LTI). 50% des auf das LTI entfallenden Betrags sind vom jeweiligen Vorstandsmitglied - als verpflichtendes Eigeninvestment - in FUCHS-Vorzugsaktien anzulegen, die mit einer dreijährigen Veräußerungssperre versehen sind. In dieser Zeit unterliegen die Aktien sämtlichen Chancen und Risiken der Kapitalmarktentwicklung. Die Versorgungszusagen der vor dem 1. Januar 2016 bestellten Vorstandsmitglieder entsprechen einem prozentualen Anteil der durchschnittlichen Festvergütung der letzten drei Jahre vor Beendigung des Dienstvertrags. Dieser prozentuale Anteil beträgt maximal 40% und wird über die Bestelldauer als Vorstandsmitglied sukzessive erdient. Seit dem 1. Januar 2016 bestehen für neu hinzugekommene Mitglieder des Vorstands Versorgungszusagen über die Allianz Unterstützungskasse. Der reguläre Pensionsfall tritt ein, wenn der Vorstandsvertrag mit oder nach Vollendung des 65. Lebensjahres endet. Die Vorstandsverträge sehen für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, in Entsprechung der Nummer 4.2.3 Absatz 4 Satz 1 des Kodex eine Ausgleichszahlung vor, deren Höhe auf maximal zwei Jahresvergütungen begrenzt ist und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet (Cap), wobei eine vorzeitige Auszahlung variabler Vergütungsbestandteile für den Fall einer vorzeitigen Vertragsauflösung nicht erfolgt. Die Mitglieder des Vorstands haben keine Leistungen oder Zusagen von Dritten im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten. Die Einzelheiten der Vergütung der Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 in individualisierter Form sowie der Versorgungsaufwand sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Gesamtvergütung VorstandGewährte Zuwendungen
Der Zufluss umfasst neben den zugeflossenen Vergütungsbestandteilen in der Zeile Versorgungsaufwand den ermittelten Dienstzeitaufwand für Stefan Fuchs, Dr. Lutz Lindemann und Dr. Ralph Rheinboldt, obwohl der Dienstzeitaufwand keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt. Basis für die jährliche variable Ist-Vergütung sind der FVA sowie der Leistungsfaktor. Die variable Vergütung wird im März des Folgejahres ausgezahlt. → Gesamtvergütung Vorstand: Zufluss Gesamtvergütung VorstandZufluss
Der Barwert der Pensionszusagen abzüglich Fondsvermögen, der dem Rückstellungsbetrag entspricht, beträgt für die am Jahresende tätigen Mitglieder des Vorstands 8.885 T € (4.822). Davon entfallen auf Stefan Fuchs 4.048 T € (DBO 6.885 T €; Fondsvermögen 2.837 T €), Dr. Lutz Lindemann 2.564 T €(DBO 5.318 T €; Fondsvermögen 2.754 T €) und Dr. Ralph Rheinboldt 2.273 T € (DBO 4.124 T €; Fondsvermögen 1.851 T €). Die Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich im Jahr 2019 auf 566 T € (543). Die Pensionsrückstellungen - Pensionsverpflichtung abzüglich Fondsvermögen - für die früheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen betrugen 3.359 T €(2.025). Anpassung der Vergütung und der Verträge der Mitglieder des Vorstands ab 1. Januar 2020Der Aufsichtsrat legt für jedes Mitglied des Vorstands dessen konkrete Ziel- und Maximal-Gesamtvergütung fest, die in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben und Leistungen des Vorstandsmitglieds sowie zur Lage des Unternehmens stehen und die im Vergleich - sowohl zu anderen Unternehmen als auch zu FUCHS - übliche Vergütung nicht ohne besondere Gründe übersteigen. Als geeignete Vergleichsgruppe zur Beurteilung der Üblichkeit der konkreten Gesamtvergütung im Vergleich zu anderen Unternehmen hat der Aufsichtsrat die im MDAX gelisteten Unternehmen herangezogen. Als geeignete Vergleichsgruppe zur Beurteilung der Üblichkeit im eigenen Unternehmen hat der Aufsichtsrat die Vorstandsvergütung im Verhältnis zur Vergütung der oberen Führungskreise und der Belegschaft der Gesellschaft insgesamt beurteilt und wird dieses Verhältnis sukzessive über einen Zeitraum von fünf Kalenderjahren betrachten. Zum 1. Januar 2020 wurden die seit dem Jahr 2015 unveränderten Festvergütungen jeweils um 10% angepasst. Damit erhält der Vorstandsvorsitzende eine Festvergütung von 880 T € und die übrigen Mitglieder des Vorstands jeweils 550 T €. Die erfolgsbezogenen Komponenten der Vergütung orientieren sich unverändert am FVA und werden ebenfalls unverändert durch den Leistungsfaktor für den Gesamtvorstand ergänzt. Ab dem Jahr 2020 sind 55% (bisher 50%) des LTI als verpflichtendes Eigeninvestment in FUCHS-Vorzugsaktien anzulegen. Die Veräußerungssperre wird von drei auf vier Jahre angehoben. Die Anhebung der Festvergütung ab dem Jahr 2020 resultiert für die Versorgungszusagen der vor dem 1. Januar 2016 bestellten Vorstandsmitglieder in einer entsprechenden Erhöhung der Zusage für die Altersrente. Für die seit dem 1. Januar 2016 neu hinzugekommenen Mitglieder des Vorstands erhöht sich die jährliche Zahlung an die Allianz Unterstützungskasse um 10% auf 220 T € ab dem Jahr 2020. Vergütung der Mitglieder des AufsichtsratsDie Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats richtet sich nach §16 der Satzung der FUCHS PETROLUB SE. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten neben dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung von 60.000 € sowie eine variable, am Erfolg des Unternehmens orientierte Vergütung in Höhe von 200 € je 0,01 €, um die das durchschnittliche Ergebnis je Aktie das Mindestergebnis je Aktie übersteigt. Vergütung des Aufsichtsrats 2019 (2018)
Das Mindestergebnis je Aktie beträgt für das Geschäftsjahr 2015 0,50 € und erhöht sich in jedem folgenden Geschäftsjahr, beginnend mit dem 1. Januar 2016, um jeweils 0,03 €. Für das Geschäftsjahr 2019 beträgt das Mindestergebnis je Aktie 0,62 €. Die variable Vergütung ist auf zwei Drittel der festen jährlichen Vergütung begrenzt (Cap). Die Hälfte der variablen Vergütung ist in Vorzugsaktien der Gesellschaft mit einer Haltefrist von fünf Jahren anzulegen, wobei diese Haltefrist mit dem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat entfällt. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden sind jeweils die doppelten Bezügevorgesehen, für seinen Stellvertreter das Eineinhalbfache dieser Vergütungen. Für die Tätigkeit im Prüfungsausschuss erhalten die Mitglieder eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung von 20.000 €, für die Tätigkeit im Personalausschuss entsprechend 10.000 €. Der Vorsitzende des Prüfungs- bzw. Personalausschusses erhält jeweils das Doppelte der vorgenannten Beträge. Aufsichtsrats- und Ausschussmitglieder, die dem Aufsichtsrat oder Ausschuss nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten eine zeitanteilige Vergütung. → 80 Vergütung des Aufsichtsrats D & O-VersicherungDie FUCHS PETROLUB SE hat eine D&O-Versicherung (Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung) abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats eingeschlossen ist. Die Versicherung sieht für Vorstand und Aufsichtsrat jeweils einen Selbstbehalt von 10% des Schadens - maximal des Eineinhalbfachen der individuellen Festvergütung - vor. Übernahmerechtliche AngabenDie nach den §§ 289a, 315a HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben sind im Folgenden dargestellt. Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsZum 31. Dezember 2019 belief sich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft auf 139.000.000 €. Das Grundkapital ist in 69.500.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) ohne Nennbetrag und 69.500.000 auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien (Stückaktien) ohne Nennbetrag eingeteilt. Damit beträgt der Anteil am Grundkapital der Gesellschaft je Aktiengattung 50%. Auf jede Aktie entfällt zum Bilanzstichtag ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1 €. Die Stammaktien gewähren die nach dem Aktiengesetz vorgesehenen Rechte. Die Vorzugsaktien gewähren mit Ausnahme des Stimmrechts dieselben Rechte in den Angelegenheiten der Gesellschaft. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG. Gemäß der Satzung der Gesellschaft wird der Bilanzgewinn in nachstehender Reihenfolge verwendet: a. zur Nachzahlung etwaiger Rückstände von Gewinnanteilen auf die stimmrechtslosen Vorzugsaktien aus den Vorjahren, b. zur Zahlung eines Vorzugsgewinnanteils von 0,03 € je ein Stück stimmrechtsloser Vorzugsaktie ohne Nennbetrag, c. zur Zahlung eines ersten Gewinnanteils von 0,02 € je ein Stück Stammaktie ohne Nennbetrag, d. zur gleichmäßigen Zahlung weiterer Gewinnanteile auf die Stammaktien und die stimmrechtslosen Vorzugsaktien, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung beschließt. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenDie RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG, Mannheim, bildet zusammen mit Mitgliedern der Familie Fuchs die Schutzgemeinschaft Fuchs. Innerhalb der Schutzgemeinschaft Fuchs gibt es Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung von Stimmrechten und der Übertragung von Aktien. Die Stimmrechte sämtlicher Mitglieder der Schutzgemeinschaft Fuchs werden einheitlich durch die Geschäftsführung der Schutzgemeinschaft ausgeübt. Bei entgeltlichen und unentgeltlichen Übertragungen von Aktien von Mitgliedern der Familie Fuchs oder auch der RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG an Dritte sind die Aktien zunächst schutzgemeinschaftsintern anzubieten. Darüber hinaus hat die RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG zusammen mit einigen Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Fuchs zusätzlich eine Stimmrechts- und Verfügungsvereinbarung abgeschlossen. Danach dürfen Aktien nur an Mitglieder dieser Stimmrechts- und Verfügungsvereinbarung übertragen werden. Stammaktien, die im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms berechtigten Mitarbeitern in Deutschland zu vergünstigten Bedingungen zum Kauf angeboten werden, unterliegen einer Veräußerungssperre von einem Jahr. Vorzugsaktien, die von Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats im Rahmen der variablen Vergütung erworben werden, unterliegen einer Haltefrist von drei bzw. fünf Jahren. Die Haltefrist bei Aufsichtsratsmitgliedern entfällt im Falle des Ausscheidens aus dem Aufsichtsrat. Sonstige Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt. Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreitenEs bestehen folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte überschreiten: Die Schutzgemeinschaft Fuchs verfügt über die Mehrheit des stimmberechtigten Kapitals. Die RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG hält 50% der Stimmrechte, die natürlichen Personen, die Mitglieder der Familie Fuchs sind, weitere 5%. Insgesamt hält die Schutzgemeinschaft Fuchs somit 55% der stimmberechtigten Aktien. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenEs bestehen keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausübenDie am Kapital der Gesellschaft beteiligten Arbeitnehmer können ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungDie Satzung der Gesellschaft in der derzeit gültigen Fassung stimmt hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und der Satzungsänderungen mit den gesetzlichen Vorschriften gemäß Artikel 39 SE-Verordnung, § 16 SE-Ausführungsgesetz und §§ 84, 85 AktG bzw. Artikel 59 SE-Verordnung und § 179 AktG überein. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenDie Satzung der Gesellschaft enthält die Ermächtigung zur Durchführung einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 5. Mai 2020 einmalig oder mehrmals um bis zu 27.800.000 € durch Ausgabe bis zu 27.800.000 neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen. Es dürfen unter Beachtung des § 139 Absatz 2 AktG jeweils Stamm- und / oder Vorzugsaktien ohne Stimmrecht ausgegeben werden. Der Vorstand ist bis zum 5. Mai 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Stamm- und / oder Vorzugsaktien bis zu 10% des bei der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu erwerben. Die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung erworbener eigener Aktien kann ganz oder teilweise, einmal oder mehrmals ausgeübt werden. Diese Ermächtigungen können zum Erwerb und zur Verwendung sowohl von Stammaktien als auch von Vorzugsaktien oder zum Erwerb und zur Verwendung lediglich von Stammaktien oder lediglich von Vorzugsaktien ausgeübt werden. Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehenDie Gesellschaft hat mit zwei Banken Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels die Kündigung oder Fälligstellung der eingeräumten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 60 Mio € bzw. der darunter gezogenen Kredite ermöglichen, sofern unter den veränderten Eigentümer- / Kontrollverhältnissen keine Einigung über die Fortsetzung der Kreditvereinbarung gefunden wird. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sindEntschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen nicht. Abhängigkeitsbericht bzw. Bericht über die Beziehungen zu verbundenen UnternehmenDie Familie Fuchs verfügt über die Mehrheit des stimmberechtigten Kapitals. Die RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG, über die der Stammaktienbesitz der Familie überwiegend gehalten wird, ist herrschendes Unternehmen für die FUCHS PETROLUB SE und Letztere ist abhängiges Unternehmen. Es wurde deshalb gemäß § 312 AktG ein Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens lagen nicht vor." Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, hat als Abschlussprüferin der FUCHS PETROLUB SE diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit ihrem uneingeschränkten Testat versehen. Konzernabschlussder FUCHS PETROLUB SE10 Gewinn- und Verlustrechnung
1 Jeweils unverwässert und verwässert.
11 Gesamtergebnisrechnung
Weitere Erläuterungen vgl. Konzernanhang Anmerkung 24. 12 BilanzAktiva
13 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
1 Im Eigenkapital der Aktionäre der FUCHS
PETROLUB SE erfasste Erträge und Aufwendungen.
Die Entwicklung des Eigenkapitals wird im Konzernanhang unter Anmerkung 23 erläutert. 14 Kapitalflussrechnung
Die gezahlten Ertragsteuern belaufen sich auf 97 Mio € (95) und sind im Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit berücksichtigt. Die geleisteten Zinszahlungen machen 4 Mio € (2) aus, die erhaltenen Zinszahlungen betragen 1 Mio € (1). Beide sind im Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit berücksichtigt. Weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung vgl. Konzernanhang Anmerkung 32. 15 Segmente 1
1 Bestandteil des Anhangs.
16 KonzernanhangGrundsätzeAllgemeine AngabenDer Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, zum 31. Dezember 2019 wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen Standards und Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB), London, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend gemäß § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Regelungen erstellt. Sämtliche für das Geschäftsjahr 2019 verbindlichen International Financial Reporting Standards (IFRS, vormals International Accounting Standards IAS) und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, wurden angewendet. Von einer vorzeitigen Anwendung neuer Standards wurde kein Gebrauch gemacht. Die Muttergesellschaft FUCHS PETROLUB SE ist eine europäische Aktiengesellschaft mit Sitz in Mannheim (Friesenheimer Straße 17, 68169 Mannheim), eingetragen beim Registergericht Mannheim, Handelsregisternummer HRB 717394. Der FUCHS-Konzern konzentriert sich zu 100% auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Schmierstoffen und verwandten Spezialitäten - seit über 80 Jahren. Die Berichtswährung ist Euro (€). Alle Beträge werden in Millionen € (Mio €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Vorjahreswerte sind in Klammern angegeben. Aufgrund der Angabe von Beträgen in Millionen € können sich Rundungsdifferenzen ergeben. Prozentwerte beziehen sich auf volle Millionenbeträge. Im Interesse einer klareren und übersichtlicheren Darstellung werden einzelne Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt worden. Der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE hat den Konzernabschluss am 4. März 2020 aufgestellt und mit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats besprochen. Der Konzernabschluss wird dem Aufsichtsrat in der Sitzung am 18. März 2020 zur Billigung vorgelegt und zur Veröffentlichung freigegeben. Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB verzichten die folgenden inländischen Gesellschaften auf die Anwendung der Vorschriften §§ 264 bis 289 f) HGB (Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft) und auf die Offenlegung (§ 325 HGB):
Die großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften wurden darüber hinaus von der Aufstellung eines Lageberichts befreit. Anwendung neuer RechnungslegungsvorschriftenNachfolgend werden die erstmals für das Geschäftsjahr 2019 anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften erläutert. IFRS 16 - LeasingIFRS 16 "Leasing" ist ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden und ersetzt die bestehenden Leitlinien des IAS 17 zu Leasingverhältnissen. IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht, das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Vermögenswerte, die der FUCHS-Konzern in Anspruch nimmt. Die neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen betreffen den FUCHS-Konzern als Leasingnehmer insbesondere bei Leasingverträgen von Immobilien und Fahrzeugen. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber, die für den FUCHS-Konzern keine nennenswerte Relevanz hat, ist vergleichbar mit den Regelungen des IAS 17. Die Umstellung auf IFRS 16 erfolgte im FUCHS-Konzern nach der modifiziert retrospektiven Methode mit Erfassung des kumulativen Umstellungseffekts zum 1. Januar 2019. Daher wurden die Vergleichsinformationen für das Vorjahr nicht angepasst. Darüber hinaus wurden die Angabepflichten in IFRS 16 nicht generell auf die Vergleichsinformationen angewendet. Die ab dem Jahr 2019 zu bilanzierenden Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse mit FUCHS als Leasingnehmer sind mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen angesetzt. Die Höhe der bilanzierten Leasingverbindlichkeiten beträgt zum 1. Januar 2019 insgesamt 22 Mio €, welche mit 14 Mio € unter den Langfristigen und mit 8 Mio € unter den Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst wurden. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz, der zur Abzinsung der am 1. Januar 2019 bestehenden Leasingverhältnisse verwendet wurde, betrug 3,2%. Im Umstellungszeitpunkt ist in der Konzernbilanz ein Buchwert für Nutzungsrechte, welcher unter den Sachanlagen ausgewiesen wird, in Höhe von 24 Mio € (davon 17 Mio € Immobilien und 7 Mio € Fahrzeuge) erfasst. Der Unterschied zwischen den zum 31. Dezember 2018 ausgewiesenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus künftigen Mindestleasingzahlungen für operatives Leasing in Höhe von 31 Mio € und den erstmals bilanzierten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 22 Mio € (undiskontiert: 23 Mio €) zum 1. Januar 2019 entfällt im Wesentlichen auf die in Anspruch genommenen Anwendungserleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringwertigen Wirtschaftsgütern. Im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise der vollständigen Erfassung von Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verträgen in den jeweiligen Funktionskosten wird der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten, der bei FUCHS 1 Mio € im Jahr 2019 beträgt und damit von untergeordneter Bedeutung ist, im Finanzergebnis erfasst. Grundsätzlich erfolgt eine Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten (z. B. in Finanzierungs- und Servicerate bei Fahrzeugen), d. h. die Nichtleasingkomponente verbleibt direkt im laufenden Aufwand. Die Abschreibungen in Höhe von 8 Mio € auf die Nutzungsrechte für das Jahr 2019 werden unter den jeweiligen Funktionskosten erfasst. In der Kapitalflussrechnung hat der FUCHS-Konzern hinsichtlich der Veränderung der Leasingverbindlichkeiten den Zinsanteil von 1 Mio € im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sowie den Tilgungsanteil von 8 Mio € im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erfasst. Leasingzahlungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen von geringwertigen Wirtschaftsgütern sowie Nichtleasingkomponenten werden unverändert weiterhin im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen. Für die nachfolgenden erstmals ab dem Jahr 2019 anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FUCHS-Konzerns. IFRIC 23 - Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen BehandlungIFRIC 23 enthält Regelungen zum Ansatz und zur Bewertung von Steuerrisikopositionen. Die Bilanzierung erfolgt unter der Annahme, dass der Steuerbehörde alle relevanten Informationen vorliegen. Die Voraussetzung für den Ansatz einer Steuerrisikoposition als Vermögenswert oder Schuld ist, dass eine Zahlung oder eine Erstattung als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Zu den genannten Schätzungen, Annahmen sowie Ermessensentscheidungen sind jeweils Anhangangaben zu machen. Zudem sind Angaben zu potenziellen Auswirkungen der Unsicherheit als steuerbezogene Eventualverbindlichkeit und Eventualforderungen nach IAS 12.88 zu machen. Änderungen an IFRS 9 - Finanzinstrumente: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer AusgleichsleistungDie Anpassungen betreffen eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Anpassungen an IAS 28 - Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenDie Änderungen enthalten eine Klarstellung, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt. Anpassungen an IAS 19 - Planänderung, -kürzung oder -abgeltungNach IAS 19 sind die Pensionsverpflichtungen bei Planänderungen, -kürzungen und -abgeltungen auf Basis aktualisierter Annahmen zu bewerten. Die Änderung stellt klar, dass nach einem solchen Ereignis der Dienstzeitaufwand und der Nettozinsaufwand für den Rest der Periode auf Basis aktualisierter Annahmen zu berücksichtigen sind. Improvements to IFRS 2015 - 2017Durch die Annual Improvements to IFRSs (2015- 2017) wurden vier IFRSs (IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23) geändert. Für die künftigen Änderungen ab dem Jahr 2020 ff., von welchen keine vorzeitig im Jahr 2019 angewendet wird, geht der FUCHS-Konzern derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Von der EU übernommene StandardsAnpassungen an IAS 1 und IAS 8 - Definition von "wesentlich"Mit den Änderungen wird in den IFRS ein einheitlicher und genauer umrissener Definitionsbegriff der Wesentlichkeit von Abschlussinformationen geschaffen und durch begleitende Beispiele ergänzt. In diesem Zusammenhang findet eine Harmonisierung der Definitionen aus dem Rahmenkonzept, IAS 1, IAS 8 und dem IFRS Practice Statement 2 statt. Die Änderungen sind zum 1. Januar 2020 erstmalig anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Rahmenkonzept - Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS-StandardsDas überarbeitete Rahmenkonzept besteht aus einem neuen übergeordneten Abschnitt "Status und Zweck des Rahmenkonzepts" sowie aus nunmehr acht vollständig enthaltenen Abschnitten. Enthalten sind überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden und neue Leitlinien zur Bewertung und Ausbuchung, Ausweis und Angaben. Änderungen an IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7 -Reform der ReferenzzinssätzeDie Änderungen begründen sich auf bestehende Unsicherheiten im Zusammenhang mit der IBOR-Reform. Nach den vorhandenen Regelungen zum Hedge-Accounting hätten die anstehenden Änderungen der Referenzzinssätze in vielen Fällen eine Beendigung von Sicherungsbeziehungen zur Folge. Nun ist für einen Übergangszeitraum die bilanzielle Fortführung bestehender Hedge-Accounting-Beziehungen möglich. Hierzu sehen die Änderungen punktuell verpflichtende Ausnahmen von den bisherigen Hedge-Accounting-Vorgaben vor. Von der EU noch nicht übernommene StandardsÄnderungen an IFRS 3 - Definition eines GeschäftsbetriebsMit der Änderung stellt das IASB klar, dass ein Geschäftsbetrieb eine Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mindestens einen Ressourceneinsatz (Input) und einen substanziellen Prozess beinhalten, die dann zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Leistungen (Output) zu produzieren. Weiterhin wird im Hinblick auf die Leistungen (Output) nun auf die Erbringung von Waren und Dienstleistungen an Kunden abgestellt; der Verweis auf Kostenreduktionen entfällt. Die neuen Vorschriften enthalten darüber hinaus auch einen optionalen "Konzentrationstest", der eine vereinfachte Identifikation eines Geschäftsbetriebs ermöglichen soll. Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - auf Unternehmenszusammenschlüsse, bei denen der Erwerbszeitpunkt am oder nach dem 1. Januar 2020 liegt, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Änderungen an IAS 1 - Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristigDie Änderungen stellen klar, dass eine Verbindlichkeit als langfristig einzustufen ist, wenn das Unternehmen am Abschlussstichtag über ein Recht verfügt, die Erfüllung der Schuld um mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Dabei genügt das reine Vorhandensein eines Rechts, es muss keine Absicht des Unternehmens vorliegen, dieses auch auszuüben. Die Änderungen treten - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen, in Kraft. Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 - Veräußerung bzw. Einlage von Vermögenswerten an bzw. in ein assoziiertes Unternehmen oder ein GemeinschaftsunternehmenDie Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen. Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben. KonsolidierungskreisÜbersicht Konsolidierungskreis
Die FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, ist ein Konzernunternehmen der RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG, Mannheim, die den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis aufstellt. Der Konzernabschluss der RUDOLF FUCHS GMBH & CO. KG, in den die Gesellschaft einbezogen ist, wird beim Bundesanzeiger eingereicht. In den Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim / Deutschland, werden neben der FUCHS PETROLUB SE alle inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften einbezogen. Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses, d.h. auf den 31. Dezember, aufgestellt. Die Tochterunternehmen werden unverändert zum Vorjahr weitgehend zu 100% gehalten. Der Anteilsbesitz ist unter Anmerkung 38 aufgeführt. → 145 Anteilsbesitz Der Konsolidierungskreis umfasst einschließlich des Mutterunternehmens insgesamt 68 (66) Gesellschaften. Die Veränderungen des Konsolidierungskreises im Jahr 2019 sind im nachfolgenden Abschnitt erläutert. Veränderungen des KonsolidierungskreisesZugänge vollkonsolidierter Unternehmen
Mit Wirkung zum 1. April 2019 hat FUCHS LUBRICANTS (AUSTRALASIA) PTY. LTD., Sunshine-Melbourne / Australien, sämtliche Anteile an NULON PRODUCTS AUSTRALIA PTY. LTD., Sydney /Australien, und deren Tochtergesellschaft NULON NZ LTD., Auckland / Neuseeland, erworben. Der Zukauf ist Teil der Expansion in das automotive Retailgeschäft und wird das bestehende Geschäft in den Bereichen Automotive, Bergbau, Industrie und OEM ergänzen. Mit Wirkung zum 1. November 2019 hat FUCHS LUBRICANTS CO., Harvey, Illinois / USA, das Geschäft von ZIM-MARK INC. übernommen. Bei dem in Burlington, Ontario (Kanada), ansässigen Unternehmen handelt es sich um ein Dienstleistungsunternehmen, das Services in den Bereichen Schmierstoffe und Chemical Process Management (CPM) anbietet. Mit der Übernahme erweitert der FUCHS Konzern sein Serviceportfolio im Markt für Industrieschmierstoffe. Der Gesamtkaufpreis für beide Akquisitionen in Höhe von 14 Mio € entfällt im Wesentlichen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte (5 Mio €), insbesondere Kundenbeziehungen und die Marke NULON, Sachanlagen (2 Mio €), das Nettoumlaufvermögen (3 Mio €) und latente Steuerschulden (1 Mio €) sowie den Geschäfts- oder Firmenwert (5 Mio €). Der Geschäfts- oder Firmenwert, der in Höhe von 4 Mio € steuerlich nicht abzugsfähig ist, ergibt sich aus Synergie- und Ertragspotenzialen, die aus der Eingliederung des operativen Geschäfts in den FUCHS-Konzern erwartet werden. Der Umsatz für den Zeitraum der Konzernzugehörigkeit 2019 beträgt insgesamt 18 Mio € und würde für den Zeitraum Januar bis Dezember 2019 rund 26 Mio € betragen. Der EBIT-Beitrag für beide zuvor genannten Zeiträume 2019 beträgt unter Berücksichtigung der Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation gerundet 0 Mio €. Darüber hinaus sind Integrationskosten von gerundet 1 Mio € im zweiten Halbjahr 2019 angefallen. Zugänge at Equity einbezogene Unternehmen
FUCHS PETROLUB SE hat sich Anfang Juni 2019 mit 48% bzw. rund 0,3 Mio € an der oben genannten Gesellschaft in Tansania beteiligt, die unter den Anteilen an at Equity einbezogenen Unternehmen bilanziert wird. Damit ist es Kunden und Händlern zukünftig möglich, qualitativ hochwertige Schmierstoffe direkt zu beziehen. In den vergangenen Jahren wurde der tansanische Markt über einen Lizenzpartner von FUCHS bedient. KonsolidierungsgrundsätzeSämtliche Unternehmenszusammenschlüsse sind nach der Erwerbsmethode nach IFRS 3 zum Erwerbszeitpunkt bilanziert. Dabei werden zunächst alle Vermögenswerte, Schulden und zusätzlich zu aktivierende immaterielle Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Anschließend werden die Anschaffungskosten der Beteiligungen mit dem anteilig erworbenen, neu bewerteten Eigenkapital aufgerechnet. Hierbei entstehende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Überprüfung sofort ergebniswirksam erfasst. Die Anschaffungsnebenkosten eines Unternehmenszusammenschlusses werden ergebniswirksam erfasst. Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird nach IAS 36 mindestens einmal jährlich oder im Falle des Vorliegens von Anzeichen einer Wertminderung aufgrund von Werthaltigkeitsrechnungen zur Bestimmung des erzielbaren Betrags beurteilt (Impairment Test). Details hierzu sind im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Anmerkung 13 erläutert. → 99 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden → 112 Immaterielle Vermögenswerte Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Veränderungen der Beteiligungsquote, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Transaktion zwischen Anteilseignern behandelt und direkt im Eigenkapital erfasst. Solche Transaktionen führen weder zum Ansatz von Geschäfts- oder Firmenwerten noch zur Realisierung von Veräußerungserfolgen. Für die nach der Equity-Methode bewerteten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen gelten die Konsolidierungsgrundsätze entsprechend. Bei Verlust der gemeinschaftlichen Führung oder des maßgeblichen Einflusses werden die verbleibenden Anteile erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Die Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen werden mit den Anschaffungskosten zu- oder abzüglich der kumulierten Änderungen des Nettovermögens bewertet, wobei ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird. Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Tochterunternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen zwischen einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert. Ausgenommen hiervon sind Zwischenergebnisse, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von insgesamt untergeordneter Bedeutung sind. Auf Nicht beherrschende Anteile entfallende Anteile am konsolidierten Eigenkapital und am konsolidierten Jahresergebnis werden getrennt von den auf die Aktionäre des Mutterunternehmens entfallenden Anteilen ausgewiesen. WährungsumrechnungDie Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt nach IAS 21 auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung. Die funktionale Währung ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem ein Unternehmen tätig ist. Für die Tochtergesellschaften ist damit in der Regel ihre jeweilige Landeswährung die funktionale Währung. Eine Fremdwährungstransaktion wird bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen in ihrer funktionalen Währung angesetzt, indem sie mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs umgerechnet wird. In den Einzelabschlüssen der FUCHS PETROLUB SE und der konsolidierten Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit dem Stichtagskurs bewertet. Die am Bilanzstichtag noch nicht realisierten Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam berücksichtigt. Im Konzernabschluss werden für den Ausweis in der Berichtswährung Euro die in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften wie folgt umgerechnet: Aufwendungen und Erträge unter Anwendung der Vereinfachungsregelung des IAS 21.40 zum Jahresdurchschnittskurs (Ausnahme: FUCHS Argentinien als Hochinflationsland zum Stichtagskurs), Eigenkapital zu historischen Kursen sowie Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs. Der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung wird im Eigenkapital erfasst. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr wird in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Zum Zeitpunkt des Abgangs von Tochterunternehmen werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst. Die im Rahmen der Schuldenkonsolidierung aufgetretenen Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam in der GuV-Position "Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" berücksichtigt. Bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden der Stand zu Beginn und am Ende des Geschäftsjahres zum jeweiligen Stichtagskurs und die übrigen Bewegungen zu Durchschnittskursen umgerechnet. Ein sich aus Wechselkursänderungen ergebender Unterschiedsbetrag wird sowohl bei den Anschaffungs- und Herstellungskosten als auch bei den kumulierten Wertberichtigungen separat als Kursdifferenz gezeigt. Die Währungsumrechnung des anteiligen Eigenkapitals von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, welche sich in den Anteilen an at Equity einbezogenen Unternehmen in der Bilanz des FUCHS Konzerns widerspiegelt, erfolgt zum jeweiligen Kurs am Einbeziehungsstichtag. Die anteiligen Jahresergebnisse der Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet und als Ergebnisse aus at Equity einbezogenen Unternehmen in der Gewinn- und Verlustrechnung des FUCHS-Konzerns erfasst. Gewinnausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden zum jeweiligen Kurs im Zeitpunkt der Ausschüttung umgerechnet. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf den Konzernabschluss haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert: Stichtagskurse
Durchschnittskurse
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Abschlüsse der FUCHS PETROLUB SE sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Grundlegendes Bewertungskonzept ist der Ansatz historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Auf Ausnahmen wird an entsprechender Stelle hingewiesen. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der IFRS, wie sie in der EU angewendet werden. Die Ansatz-, Bewertungs- und Ausweismethoden sowie die Erläuterungen und Angaben zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 folgen grundsätzlich dem Stetigkeitsprinzip. Ausnahmen ergeben sich aus Änderungen aufgrund der Anwendung neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften (siehe "Allgemeine Angaben") bzw. im Sinne der Vermittlung relevanter Informationen. Soweit Anpassungen von Vorjahresbeträgen erfolgen, wird dies bei den betroffenen Anhangangaben erläutert. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird zusätzlich zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen ausgewiesen. Wird diese Kennzahl in Bezug zum Umsatz gesetzt, sind in der relativen Größe sowohl im Ertrag wie im Umsatz allein die von den vollkonsolidierten Gesellschaften erwirtschafteten Beträge berücksichtigt. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei einigen Posten Ermessensausübungen hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die sich auf den Ansatz und die Bewertung in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie bei der Angabe von Eventualvermögen und -verbindlichkeiten auswirken. Die Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten, dem aktuellen Kenntnisstand und aktuell verfügbaren Informationen sowie auf anderen Faktoren, die vom Vorstand unter den jeweiligen Umständen für zutreffend gehalten werden. Zukunftsbezogene Annahmen sowie Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei Beurteilung, Ansatz und Bemessung der nachfolgend aufgeführten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten: Geschäfts- oder FirmenwerteDie Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich oder im Falle des Vorliegens von Anzeichen einer Wertminderung auch häufiger aufgrund von Werthaltigkeitsberechnungen mittels des erzielbaren Betrags beurteilt (Impairment Test). Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Zum Zwecke der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, werden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units), denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, bewertet. In der Regel entspricht eine zahlungsmittelgenerierende Einheit einer Tochtergesellschaft. Falls der erzielbare Betrag den Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterschreitet, erfolgt eine ergebniswirksame Abschreibung des Firmenwerts dieser Einheit auf den erzielbaren Betrag. Der Nutzungswert wird anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Als Planungsgrundlage wird die Mittelfristplanung der Tochtergesellschaften, die aus dem Budget des Folgejahres und den darauffolgenden zwei Planjahren besteht, verwendet. Aufgrund des Werksneubaus in Schweden wurde der Detailplanungszeitraum für FUCHS LUBRICANTS SWEDEN AB, Stockholm/ Schweden, auf fünf Jahre erweitert. Neben den zugrunde liegenden Cashflow-Planungen ist die Ermittlung des Abzinsungssatzes von wesentlicher Bedeutung für die Werthaltigkeitsberechnungen. Der Abzinsungssatz ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (WACC), der sich aus den mit der Kapitalstruktur gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten zusammensetzt. Basis ist die Kapitalstruktur vergleichbarer Unternehmen zu Marktwerten. Die Eigenkapitalkosten werden gemäß dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ebenfalls aus Kapitalmarktdaten ermittelt und setzen sich aus einem risikofreien Zins und einem Risikozuschlag (bestehend aus Marktrisikoprämie und Betafaktor) zusammen. Die Fremdkapitalkosten entsprechen dem risikofreien Zins zuzüglich eines Aufschlags für das Kreditrisiko. Zur Abbildung des nachhaltigen Wachstums der Gesellschaften in den sich an die Mittelfristplanung anschließenden Jahren wird im Terminal Value ein Wachstumsabschlag im Abzinsungssatz berücksichtigt. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 13 verwiesen. → 112 Immaterielle Vermögenswerte Kaufpreisallokationen (beizulegende Zeitwerte identifizierter Vermögenswerte und Schulden)Die Kaufpreisallokationen bzw. die Ermittlungen der beizulegenden Zeitwerte identifizierter Vermögenswerte und Schulden erfolgen auf der Basis von Schätzungen. Für die Bewertung immaterieller Vermögenswerte werden verschiedene Bewertungsmethoden angewendet. Der beizulegende Zeitwert von Kundenbeziehungen wird nach der Residualwertmethode ermittelt. Diese berücksichtigt den Barwert der erwarteten Netto-Cashflows, die die Kundenbeziehungen erzeugen, mit Ausnahme aller Cashflows, die mit unterstützenden Vermögenswerten verbunden sind. Der beizulegende Zeitwert von Technologien wird nach der Lizenzpreisanalogiemethode ermittelt. Diese berücksichtigt die abgezinsten geschätzten Zahlungen von Nutzungsentgelten, die voraussichtlich dadurch eingespart werden, dass sich die Technologie im eigenen Besitz befindet. Bewertung Beteiligungen zum beizulegenden ZeitwertDer beizulegende Zeitwert einer nicht notierten Beteiligung wird anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Die der dreijährigen Cash-Planung zugrunde liegenden Annahmen basieren auf Erfahrungswerten, dem aktuellen Kenntnisstand und aktuell verfügbaren Informationen. Neben den zugrunde liegenden Cash-flow-Planungen ist die Ermittlung des Abzinsungssatzes von Bedeutung für die Werthaltigkeitsberechnungen. Der Abzinsungssatz ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (WACC), der sich aus den mit der Kapitalstruktur gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten zusammensetzt. Rückstellungen für PensionenDer Aufwand aus leistungsorientierten Plänen und die Pensionsrückstellungen sowie Vermögenswerte aus Pensionsplänen werden anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von der tatsächlichen Entwicklung in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählen die Bestimmung der Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, künftige Rentensteigerungen sowie die Sterblichkeitsrate. Aufgrund der Komplexität der Bewertung, der zugrunde liegenden Annahmen und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Sämtliche Parameter werden regelmäßig zum Abschlussstichtag überprüft. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste werden direkt im Eigenkapital mit den Gewinnrücklagen des Konzerns verrechnet. Sie entstehen durch Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen und des Pensionsvermögens von den zu Jahresbeginn getroffenen Annahmen sowie durch Aktualisierung der versicherungsmathematischen Annahmen. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 24 verwiesen. → 125 Rückstellungen für Pensionen Realisierbarkeit aktiver latenter SteuernDie Realisierbarkeit latenter Steueransprüche hängt von künftigen steuerpflichtigen Ergebnissen der jeweiligen Konzerngesellschaft ab. Wenn Zweifel an der Realisierbarkeit bestehen, erfolgen im Einzelfall entsprechende Wertberichtigungen der latenten Steueransprüche. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 17 verwiesen. → 120 Latente Steueransprüche und Steuerschulden Auswirkungen des Brexits auf die FinanzberichterstattungIm Hinblick auf den Brexit rechnet FUCHS nicht mit wesentlichen direkten Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Für weitere Informationen wird auf den Prognosebericht im zusammengefassten Lagebericht verwiesen. → 56 Prognosebericht Weitere wichtige zukunftsbezogene Annahmen sowie Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei Beurteilung, Ansatz und Bemessung von:
Die künftige tatsächliche Entwicklung kann von den getroffenen Annahmen und Schätzungen aufgrund vieler Faktoren abweichen. Die Einschätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. UmsatzerlöseUmsatzerlöse umfassen die Erlöse für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Der Ausweis erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie nach Abzug von Erlösschmälerungen und nach Eliminierung konzerninterner Vorgänge. Die Erlöse werden in Höhe des im Vertrag festgelegten Preises abzüglich geschätzter Volumenrabatte erfasst. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit (ausgewiesen in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) wird für voraussichtlich an den Kunden zu zahlende Volumenrabatte für bis zum Ende der Berichtsperiode getätigte Verkäufe erfasst. Die Schätzung der Verbindlichkeiten basiert auf Erfahrungswerten (Erwartungswertmethode). Umsatzerlöse gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden und die Kontrolle nach IFRS 15 an den Kunden übergegangen ist. Dies ist zeitpunktbezogen der Fall, wenn das Eigentum und damit die wesentlichen mit den Gütern zusammenhängenden Risiken und Chancen sowie die tatsächliche Verfügungsgewalt auf den Kunden übergegangen sind. Da der Anspruch auf den Erhalt der Gegenleistung unbedingt im Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtung zur Lieferung der Ware entsteht, wird in der Regel sofort eine Forderung aktiviert. Zum Ansatz eines vertraglichen Vermögenswerts kommt es daher nicht. Zahlungen sind in angemessenem Zeitraum nach Rechnungseingang beim Kunden fällig, langfristige Finanzierungskomponenten liegen in der Regel nicht vor. Zeitraumbezogene Leistungen aus Dienstleistungen werden als Umsatz erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Sofern Anspruch auf eine Gegenleistung in einer Höhe besteht, die direkt dem Wert der bereits erbrachten Leistung entspricht, werden Umsätze in Höhe des Betrags erfasst, der in Rechnung gestellt werden darf. Kosten der umgesetzten LeistungDie Kosten der umgesetzten Leistung umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, Waren und Leistungen. Sie enthalten neben den direkt zurechenbaren Material-, Personal- und Energiekosten auch Fertigungseinzelkosten sowie die dem Produktionsbereich zuzuordnenden Gemeinkosten. Die Gemeinkosten schließen Abschreibungen auf Fertigungsgebäude und Anlagen sowie Abwertungen auf Vorräte ein. VertriebsaufwandDie Vertriebskosten enthalten neben den Kosten der Vertriebsorganisation und der anwendungstechnischen Beratung bei Kunden die Kosten für Werbung, Provisionen und Logistik. VerwaltungsaufwandDie Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der Leitungs- und Verwaltungsstellen, soweit diese nicht als konzerninterne Dienstleistungen auf andere Funktionsbereiche verrechnet werden. Forschungs- und EntwicklungsaufwandZu den Forschungskosten zählen Kosten der Suche nach alternativen Materialien oder alternativen Produkten zur Beherrschung von technischen Prozessen oder Verfahren. Entwicklungstätigkeit beinhaltet die Anwendung von Forschungsergebnissen im Hinblick auf die Entwicklung neuer Produkte und / oder Verfahren vor Beginn der kommerziellen Nutzung. Entwicklungsaufwendungen werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
Die Kriterien für den Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten sind in unseren Produktbereichen erst kurz vor der Marktreife der Produkte vollständig erfüllt. Entwicklungskosten, die nach der Erfüllung der Aktivierungskriterien entstehen, sind unwesentlich. Demzufolge werden auch diese Entwicklungskosten zum Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. FinanzergebnisFinanzierungskosten werden ergebniswirksam abgegrenzt und unmittelbar unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst und im Finanzergebnis dargestellt, soweit sie nicht nach IAS 23.8 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten zu aktivieren sind. Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Zinsaufwendungen aus Pensionsverpflichtungen werden zusammen mit dem Zinsertrag aus dem Fondsvermögen erfasst und im Finanzergebnis ausgewiesen. Immaterielle VermögenswerteErworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet und aktiviert. Hinsichtlich der Nutzungsdauern wird unterschieden zwischen begrenzter und unbestimmbarer Nutzungsdauer. Unbestimmbare Nutzungsdauer liegt vor, wenn keine vorhersehbare Begrenzung der Periode erkennbar ist, in welcher der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows für den Konzern erzeugen wird. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer sowie Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden mindestens einmal jährlich sowie bei Anhaltspunkten für eine Wertminderung einer Prüfung auf ihre Werthaltigkeit unterzogen (Impairment Test). Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßig nach der linearen Methode abgeschrieben. Für Software wird eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren angesetzt. Sonstige immaterielle Vermögenswerte wie Patente und Lizenzen werden entsprechend ihrer vertraglich vereinbarten Nutzungsdauer abgeschrieben. Für erworbene Kundenbeziehungen im Rahmen von Akquisitionen wurde eine Nutzungsdauer von 5 bis 13 Jahren angesetzt. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Bereichskosten für Herstellung, Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung ausgewiesen. SachanlagenSachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen bilanziert. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden mit den Anschaffungskosten verrechnet. Die Abschreibungen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen. Den planmäßigen Abschreibungen im Sachanlagenbereich liegen grundsätzlich folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde: Nutzungsdauer
Wertminderungen bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer und bei SachanlagenBei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer sowie bei den Sachanlagen wird die Werthaltigkeit des aktivierten Buchwerts dann überprüft, wenn Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts, der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, den Buchwert unterschreitet, wird eine Wertminderung (Impairment) vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die um planmäßige Abschreibungen fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Sonstiger betrieblicher Aufwand und Wertaufholungen als Sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, über den die entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, erfasst werden. Hinsichtlich der Zuwendungen für einen Vermögenswert erfolgt ein Abzug der Zuwendung vom Buchwert des betroffenen Vermögenswerts. Die Zuwendung wird dann mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Nutzungsdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. LeasingLeasingverhältnisse werden in der Bilanz des Leasingnehmers erfasst. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht, das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Vermögenswerte, die der FUCHS-Konzern in Anspruch nimmt. Die Vorschriften zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen betreffen den FUCHS-Konzern als Leasingnehmer insbesondere bei Leasingverträgen von Immobilien und Fahrzeugen. Zu den Auswirkungen verweisen wir auf den Abschnitt "Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften" sowie Anmerkung 14 Sachanlagen. → 115 Sachanlagen Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstige FinanzanlagenGesellschaften, auf die FUCHS einen maßgeblichen Einfluss hat, was in der Regel bei einer Beteiligungsquote zwischen 20% und 49% angenommen wird (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bilanziert. Gesellschaften unter gemeinschaftlicher Führung (Joint Ventures) werden ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert. Dabei wird neben der Beteiligungsquote auch eine gegebenenfalls bestehende Stimmrechtsverteilung berücksichtigt. Nach der Equity-Methode werden Gesellschaften mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zugeschrieben. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Buchgewinne aus der Veräußerung eines at Equity einbezogenen Unternehmens werden unter dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen ausgewiesen. Die unter Sonstigen Finanzanlagen ausgewiesene Beteiligung betrifft eine nicht notierte Beteiligung, die seit dem Vorjahr nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) nach einem Discounted-Cashflow-Verfahren bewertet wird. Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten oder bei unverzinslichen Darlehen zum Barwert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Wertminderungen Rechnung getragen. HyperinflationFür die FUCHS-Tochtergesellschaft in Argentinien mit dem argentinischen Peso als funktionaler Währung wird seit dem Vorjahr der Standard für Hochinflation (IAS 29) rückwirkend angewendet, d.h. so, als ob die Volkswirtschaft schon immer hochinflationär gewesen wäre. Der Standard verlangt die Anpassung von nicht-monetären Vermögenswerten und Schulden, Eigenkapital und allen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung unter Verwendung eines Preisindex an die am Abschlussstichtag geltende Maßeinheit. Es ergab sich eine Anpassung des Eigenkapitals von rund 1 Mio € (1). Der Effekt auf das laufende Ergebnis ist von untergeordneter Bedeutung. Somit ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des FUCHS-Konzerns. Alle Beträge im Abschluss des Tochterunternehmens wurden zu Stichtagskursen umgerechnet. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn das Unternehmen bei einem Finanzinstrument Vertragspartner wird. In der Regel werden marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten zum Erfüllungstag bilanziert. Derivate werden zum Handelstag erfasst. Bei der Bewertung von Finanzinstrumenten wird zwischen "fortgeführten Anschaffungskosten" und "beizulegendem Zeitwert" (Fair Value) unterschieden. Weiterhin wird zwischen erfolgswirksamer und erfolgsneutraler Erfassung von Änderungen des Fair Value unterschieden. Finanzielle VermögenswerteDie Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten basiert zum einen auf der sogenannten Zahlungsstrombedingung (ausschließlich Zahlungsströme aus Zinsen und Kapitalrückzahlung), das heißt der konkreten Ausgestaltung der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme eines einzelnen finanziellen Vermögenswerts. Zum anderen hängen sie auch vom Geschäftsmodell ab, nach dem Portfolios finanzieller Vermögenswerte gesteuert werden. Mit Ausnahme der Devisentermingeschäfte und der nachfolgend erläuterten Beteiligung, die beide zum Fair Value angesetzt werden, werden alle anderen finanziellen Vermögenswerte unverändert zum Vorjahr zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, da diese die Zahlungsstrombedingung sowie das Geschäftsmodell "Halten" erfüllen. Beim Geschäftsmodell "Halten" ist das Ziel, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, um deren vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen. Hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte wird eine Beteiligung seit dem Vorjahr nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) nach einem Discounted-Cashflow-Verfahren bewertet. Für diese Beteiligung, welche als nicht notiertes Eigenkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, macht der FUCHS-Konzern vom Wahlrecht Gebrauch, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung zu erfassen. Finanzielle Verbindlichkeiten
Die Kategorien und die Bewertung finanzieller Verbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Zu den Klassifizierungen der finanziellen Vermögenswerte und auch finanziellen Verbindlichkeiten verweisen wir auf Anmerkung 31 Finanzinstrumente. → 132 Finanzinstrumente Nach IFRS 9 sind Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, auch für erwartete Kreditverluste zu berücksichtigen. Deren Ausmaß wird sowohl durch das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts als auch durch die Veränderung ihres jeweiligen Kreditrisikos determiniert: Sofern sich das Kreditrisiko des finanziellen Vermögenswerts seit dessen erstmaliger bilanzieller Erfassung signifikant erhöht hat, erfolgt grundsätzlich die Berücksichtigung von über die gesamte Laufzeit eines Vermögenswerts erwarteten Kreditverlusten. Hat sich das Kreditrisiko im genannten Zeitraum hingegen nicht signifikant erhöht, werden grundsätzlich lediglich die innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarteten Kreditverluste als Wertminderung erfasst. Abweichend von diesen Vorgaben werden entsprechend dem vorgesehenen vereinfachten Ansatz beispielsweise auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stets die über die jeweilige Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertminderung berücksichtigt. Dabei werden zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste kalkulierte prozentuale Abschlagssätze zugrunde gelegt, die den Kundenbranchen und dem ökonomischen Umfeld der jeweiligen geografischen Region Rechnung tragen. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie weitere finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wie beispielsweise Ausleihungen sowie Übrige Forderungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte, bei objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung einzeln auf Wertberichtigungen geprüft. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung der zuvor genannten finanziellen Vermögenswerte vor, wird eine Einzelwertberichtigung vorgenommen. Bei der Beurteilung des Wertberichtigungsbedarfs werden darüber hinaus Überfälligkeiten sowie regionale, branchen- und unternehmensspezifische Gegebenheiten berücksichtigt und es wird auf externe Ratings und die Einschätzung von Kreditversicherern zurückgegriffen, soweit solche verfügbar sind. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass alle Forderungen sowie Ausleihungen von nicht einwandfreier Kreditqualität wertberichtigt werden. Forderungen und Ausleihungen werden ausgebucht, wenn ihre Uneinbringlichkeit endgültig feststeht. Bei Wegfall der Gründe für Wertminderungen werden erfolgswirksame Zuschreibungen bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. IFRS 9 enthält zudem neue Regelungen zur Anwendung von Hedge Accounting, um die Risikomanagementaktivitäten eines Unternehmens besser darzustellen, insbesondere im Hinblick auf die Steuerung nichtfinanzieller Risiken. Derivative Finanzinstrumente, wie z. B. die vom Konzern genutzten Devisentermingeschäfte, sind zum Marktwert zu bilanzieren. Marktwerte entsprechen den Aufwendungen bzw. Erträgen bei einer (theoretischen) Auflösung der Derivatvereinbarungen zum Bilanzstichtag. Der Bewertung dieser Finanzinstrumente liegen allgemein anerkannte Bewertungsmodelle und mathematische Verfahren (Barwertmethode für Devisentermingeschäfte) auf der Basis aktueller Marktdaten zugrunde. Der FUCHS-Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente (Derivate) ausschließlich zur Begrenzung der Währungs- und Zinsrisiken aus seinem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungsvorgängen. Alle getätigten Sicherungsgeschäfte sind - unverändert zum Vorjahr - erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Erträge aus verzinslichen Aktiva werden unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und der nach der Effektivzinsmethode anzuwendenden Zinssätze abgegrenzt. Detaillierte Informationen zu Finanzinstrumenten sind im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz" unter der Anmerkung 31 angegeben. → 132 Finanzinstrumente Latente SteuernLatente Steuern werden für sämtliche temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und den IFRS-Bilanzansätzen der konsolidierten Gesellschaften sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Aktive latente Steuern betreffen im Wesentlichen Steuerabgrenzungen auf eliminierte Zwischengewinne im Konzern, insbesondere im Bereich des Vorratsvermögens, sowie auf Pensionsrückstellungen. Sie umfassen auch Steuerminderungsansprüche, sofern sie sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Aktive latente Steuern unterliegen einer Wertberichtigung, soweit die Realisierung des Steueranspruchs unwahrscheinlich ist. Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Abschreibungsunterschieden im Anlagevermögen aufgrund abweichender konzerneinheitlicher und steuerlicher Abschreibungsregeln sowie aus der Bewertung der Vermögenswerte zu beizulegenden Zeitwerten nach IFRS im Rahmen von Akquisitionen, für welche die Werte in der Steuerbilanz abweichen. Die latenten Steuern werden auf der Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Die Veränderungen von aktiven und passiven latenten Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden aktiven und passiven latenten Steuern ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. VorräteVorräte umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen sowie fertige Erzeugnisse und Handelswaren. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Wenn die Marktpreise bzw. die beizulegenden Zeitwerte der Absatzprodukte auf Basis von Nettoveräußerungswerten niedriger sind, erfolgt eine Wertminderung auf diesen niedrigeren Wert. Die Vorratsbewertung basiert grundsätzlich auf der Methode des gewogenen Durchschnitts. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf der Grundlage einer normalen Kapazitätsauslastung ermittelt werden. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerreichweite oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Für Abwertungen aus der Überschreitung bestimmter Lagerdauern bestehen konzerneinheitliche Vorgaben. Forderungen und sonstige VermögenswerteForderungen und sonstige Vermögenswerte sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Erkennbare Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Einzelwertberichtigungen werden vorgenommen, wenn Forderungen uneinbringlich sind oder die Uneinbringlichkeit wahrscheinlich ist. Unverzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden abgezinst. Forderungen in ausländischer Währung sind mit dem Stichtagskurs bewertet. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zahlungsmitteläquivalente umfassen Wertpapiere mit einer Laufzeit bis zu drei Monaten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind zu Anschaffungskosten bewertet. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) gemäß IAS 19 gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Für die biometrischen Grundlagen werden in Deutschland die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Pensionsverpflichtungen sind um die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Planvermögen vermindert dargestellt (saldiert). Ein gegebenenfalls sich ergebender Aktivüberhang wird unter den Langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Aufwand aus der Dotierung der Pensionsrückstellungen in Höhe des laufenden Dienstzeitaufwands wird den Personalkosten in den Funktionsbereichen zugeordnet. Die Verzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie der Zinsertrag aus Planvermögen werden innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen. Die Ergebnisse aus Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen bzw. des Fondsvermögens in Form von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten werden im Sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne, bei denen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an zweckgebundene Versorgungskassen hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden im Jahr des Anfalls ergebniswirksam erfasst. Sonstige RückstellungenSonstige Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und deren Höhe zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtung erfasst werden. Der Wertansatz der Rückstellungen zeigt diejenigen Beträge, die zur Abdeckung zukünftiger Zahlungsverpflichtungen, erkennbarer Risiken und ungewisser Verbindlichkeiten des Konzerns erforderlich sind. Bei der Bewertung werden mögliche Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der Mittelwert erfasst. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinsen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen. Erstattungsansprüche gegenüber Dritten werden nicht mit den Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung nahezu sicher ist. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Ausnahme bilden Derivate, die mit dem negativen Zeitwert bilanziert werden. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verträgen werden in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingraten in den Sonstigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung1 UmsatzerlöseDie Umsatzaufteilung nach Produktgruppen stellt sich wie folgt dar: → Umsatzaufteilung nach Produktgruppen 1 Umsatzaufteilung nach Produktgruppen
Im Produktbereich Automotive-Schmierstoffe sind insbesondere die Motoren-, Getriebe- und Stoßdämpferöle zusammengefasst. Der zeitpunktbezogen realisierte Umsatz dieses Bereichs liegt im FUCHS-Konzern mit 1.153 Mio € (1.152) auf Vorjahresniveau. Der Anteil am Konzernumsatz blieb unverändert bei 45%. Die Produktgruppe Industrieschmierstoffe und Spezialitäten enthält vor allem Metallbearbeitungsflüssigkeiten, Korrosionsschutzmittel, Hydraulik- und Industriegetriebeöle sowie Fette und andere Spezialitäten. Der zeitpunktbezogen realisierte Umsatz dieser Produktgruppe ist im FUCHS-Konzern mit 1.338 Mio € (1.343) auf Vorjahresniveau. Mit 52% (52) stellt sie den größten Teil des Konzernumsatzes dar. Der Bereich Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Lohnherstellung, das Chemical Process Management und Handelsaktivitäten. Der Anteil im FUCHS-Konzern blieb mit 81 Mio € (72) oder 3% (3) unverändert zum Vorjahr. 2 Kosten der umgesetzten Leistung
3 Vertriebsaufwand
Die Marketingaufwendungen enthalten u. a. Ausgaben für Kfz- und Motorradsponsoring, Messeteilnahmen, Werbematerialien, Werbegeschenke und Anzeigen. Die Fremdleistungen umfassen u. a. Distributionsservice, Warenzeichenverwaltung und anteilige Kosten für den Betrieb des Rechenzentrums und der ERP-Systeme. In den Sonstigen Kosten sind anteilige Kosten der Kommunikation und anteilige Versicherungsprämien enthalten. 4 Verwaltungsaufwand
Die Fremdleistungen umfassen u. a. Kosten der Warenzeichen- und Markenverwaltung sowie anteilige Kosten für den Betrieb des Rechenzentrums und der ERP-Systeme. In den Sonstigen Kosten sind anteilige Kommunikationskosten und anteilige Versicherungsprämien enthalten. 5 Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDiese Position umfasst alle betrieblichen Aufwendungen und Erträge, die nicht unmittelbar den Funktionsbereichen zurechenbar sind. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
In den Übrigen betrieblichen Erträgen sind Erstattungsansprüche und Erträge aus sonstigen Verkäufen und Dienstleistungen ausgewiesen. Die Wertberichtigungen auf Forderungen enthalten uneinbringliche Forderungen in Höhe von 3 Mio € (1). Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen auf unsere Tochtergesellschaft in Schweden. Für weitere Informationen wird auf Anmerkung 13 verwiesen. → 112 Immaterielle Vermögenswerte Die Übrigen betrieblichen Aufwendungen umfassen u. a. Einstandskosten der sonstigen Verkäufe, Lizenzaufwendungen sowie Risiken aus dem nicht-operativen Bereich, z. B. für Umweltverpflichtungen, Vorsorgen für Verkehrssteuerrisiken sowie Rechts- und Prozesskosten. 6 Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst die anteiligen Ergebnisse aus Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen war im Vorjahr durch einen Sondereffekt in Höhe von 12 Mio € aus dem Verkauf einer 50%igen Beteiligung positiv beeinflusst. Weitere Angaben erfolgen unter Anmerkung 15 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen. → 119 Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen 7 Finanzergebnis
8 ErtragsteuernAls Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt zu erwartenden Steuersätze zugrunde; diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen oder verabschiedeten gesetzlichen Regelungen. Ertragsteuern
Die laufenden Steuern enthalten Steuererträge von 0 Mio € (1) für vergangene Geschäftsjahre. Der deutsche Steuersatz basiert auf dem Körperschaftsteuersatz von 15,8% (15,8) unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags von 5,5%. Einschließlich der Gewerbesteuer von 15,1 % (15,1) liegt die gesamte inländische Steuerbelastung damit bei etwa 30,9% (30,9). Der von den ausländischen Gesellschaften erzielte Gewinn wird mit den lokalen Sätzen versteuert. Die in den einzelnen Ländern zur Anwendung kommenden Steuersätze für die Berechnung der latenten Steuern liegen zwischen 10% (10) und 34% (34). Ansprüche und Rückstellungen werden insoweit saldiert, als sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und verrechnet werden können. Der Unterschied zwischen erwartetem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen: Steuerüberleitungsrechnung
Der ausgewiesene Ertragsteueraufwand bezogen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) führt zu einer Steuerquote von 28,1 % (24,4). Die um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigte Steuerquote des Konzerns liegt bei 29,1 % (26,2). 9 Nicht beherrschende AnteileDer anderen Gesellschaftern zustehende Gewinn in Höhe von 0 Mio € (0) entfällt auf Mitgesellschafter in Österreich, Chile, Griechenland und Frankreich. 10 Ergebnis je Aktie
Entsprechend IAS 33 wird die Mehrdividende der Vorzugsaktionäre in Höhe von 0,01 € je Aktie den Vorzugsaktionären vorab zugerechnet, der verbleibende Teil des Konzernergebnisses nach Steuern und nach Abzug von Fremdanteilen wird gewichtet auf beide Aktiengattungen verteilt. Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis. 11 Sonstige SteuernDer Ausweis in Höhe von 7 Mio € (6) betrifft ertragsunabhängige Steuern, welche in den betrieblichen Funktionskosten enthalten sind. Auf die ausländischen Konzerngesellschaften in Argentinien, China, Frankreich, Großbritannien und den USA entfallen hiervon 5 Mio € (4). 12 Personalaufwand / MitarbeiterPersonalaufwand
Der Personalaufwand entfällt mit 92 Mio € (88) auf die Kosten der umgesetzten Leistung, mit 172 Mio € (164) auf den Vertriebsaufwand, mit 77 Mio € (73) auf den Verwaltungsaufwand und mit 35 Mio € (33) auf den Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Für Stammaktien im Wert von 0,6 Mio € (0,6), die im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms berechtigten Mitarbeitern in Deutschland zu vergünstigten Bedingungen zum Kauf angeboten wurden, ist ein Aufwand von 0,1 Mio € (0,1) angefallen. Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt beinhaltet Auszubildende. Erläuterungen zur Bilanz13 Immaterielle VermögenswerteEntwicklung der immateriellen Vermögenswerte 2019
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte 2018
Geschäfts- oder Firmenwerte der zahlungsmittelgenerierenden EinheitenÜbersicht über die Geschäfts- oder Firmenwerte
Die Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden nach Maßgabe von IAS 36 mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft (Impairment Test). Sofern erforderlich, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Eine ergebniswirksame Abschreibung hat zu erfolgen, wenn der Buchwert des Reinvermögens der zahlungsmittelgenerierenden Einheit einschließlich des zugeordneten Firmenwerts den erzielbaren Betrag übersteigt. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit wird in der Regel durch eine Tochtergesellschaft gebildet. Der erzielbare Betrag wurde nach dem Konzept des Nutzungswerts bestimmt. Zur Ermittlung des Nutzungswerts wird ein Discounted-Cashflow-Verfahren verwendet. Als Planungsgrundlage für die Cashflows wurde die Mittelfristplanung der Tochtergesellschaften, die aus der Budgetplanung 2020 und grundsätzlich den Planjahren 2021 und 2022 besteht, verwendet. Die Planungen beruhen auf Erfahrungen der Vergangenheit, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Einschätzung durch die Unternehmensführung zur künftigen Entwicklung. Die verwendeten Planzahlen basieren auf detaillierten Einzelbudgets und deren Fortschreibung. Darin fließen Wachstumsannahmen ein, die die lokalen Absatzmarktverhältnisse zum Zeitpunkt der Planerstellung berücksichtigen, aktuelle Erwartungen über die Preisentwicklung auf den Beschaffungsmärkten und Inflationserwartungen. Der Abzinsungssatz berücksichtigt neben Inflations- und Länderrisiken auch die lokalen Steuersätze. Für den Zeitraum nach der Mittelfristplanung wird ein Endwert (Terminal Value) unter Fortschreibung des letzten detaillierten Planungsjahres ermittelt. Bei der Ermittlung des Terminal Value werden zur Berücksichtigung eines inflationsbedingten Wachstums landesspezifische Wachstumsraten von 0,5% (0,5) bis 1,0% (1,0) berücksichtigt. Der Werthaltigkeitsprüfung bei FUCHS CORPORATION und FUCHS SCHMIERSTOFFE GMBH liegt die Annahme einer landesspezifischen nachhaltigen Wachstumsrate von 0,5% (0,5) zugrunde. Der Abzinsungssatz ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz (WACC), der sich aus den mit der Kapitalstruktur gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten zusammensetzt. Die Eigenkapitalkosten werden gemäß dem CAPM aus Kapitalmarktdaten ermittelt und setzen sich aus einem risikofreien Zins und einem Risikozuschlag (bestehend aus Marktrisikoprämie und Betafaktor) zusammen. Bei der Ermittlung des Nutzungswerts der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind Abzinsungssätze unter Berücksichtigung landesspezifischer Risiken von 7% (7) bis 13% (13) nach Steuern zur Anwendung gekommen. Die Abzinsungssätze vor Steuern liegen in einer Bandbreite von 9% (9) bis 18% (16). Bei der Werthaltigkeitsprüfung von FUCHS CORPORATION und FUCHS SCHMIERSTOFFE GMBH wurde jeweils ein gewichteter Kapitalkostensatz von 8% (7) und 7 % (7) nach Steuern bzw. von 11% (9) und 10% (10) vor Steuern berücksichtigt. Bei der FUCHS LUBRICANTS SWEDEN AB, Stockholm/ Schweden, wurden im Geschäftsjahr 2019 angesichts rückläufiger Ergebnisse Wertminderungen (Impairments) in Höhe von 6 Mio € (0) auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen. Der für diese zahlungsmittelgenerierende Einheit mit 66 Mio € ermittelte erzielbare Betrag lag unter dem Buchwert. Wesentliche cashflowrelevante Annahme ist die Ablösung des gemieteten Werks durch den Werksneubau, der im Jahr 2020 fertiggestellt werden soll. Aufgrund des Werksneubaus wurde der Detailplanungszeitraum auf fünf Jahre erweitert. In den Planjahren ab 2021 sind positive Cashflows aus der Optimierung der Produktion eingeflossen. Für die Werthaltigkeitsprüfung wurden ein gewichteter Kapitalkostensatz von 7,0% (7,0) nach Steuern und eine nachhaltige Wachstumsrate von 0,5% (0,5) berücksichtigt. Der Ausweis der Wertminderungen erfolgt unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Zur Berücksichtigung von Schätzunsicherheiten wurden Sensitivitätsrechnungen durchgeführt. Dazu wurde zum einen eine Reduzierung der zukünftigen Cashflows um 20% angenommen. Zum anderen wurden die gewichteten Kapitalkostensätze um 1 %-Punkt erhöht. Bei beiden Varianten würden sich keine zusätzlichen Wertminderungen ergeben. Sonstige Immaterielle VermögenswerteHierbei handelt es sich hauptsächlich um erworbene Kundenbeziehungen, Technologien, Rezepturen und Markenrechte sowie aktivierte Lizenzen für EDV-Software. Für die erworbenen Kundenbeziehungen aus den Akquisitionen der letzten fünf Jahre beträgt der Restbuchwert rund 61 Mio € (67). Die Restnutzungsdauer liegt grundsätzlich zwischen 6 und 9 Jahren (zwischen 7 und 10 Jahren). Anzahlungen auf immaterielle VermögenswerteIn den Immateriellen Vermögenswerten sind darüber hinaus geleistete Anzahlungen von 1 Mio € (0) enthalten. Sachanlagen→ 116 Entwicklung der Sachanlagen Die Zugänge des Jahres 2019 betrafen im Wesentlichen die Standorte in Deutschland, USA, China und Schweden. Die bereits in Vorjahren vereinnahmten Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 20 Mio € für den Werksneubau in Wujiang / China wurden im Jahr 2018 mit den Zugängen in Höhe von 20 Mio € bei den Anlagen im Bau verrechnet. Entwicklung der Sachanlagen 2019
Entwicklung der Sachanlagen 2018
LeasingDie Aufteilung zwischen im Eigentum befindlichen Sachanlagen und geleasten Sachanlagen stellt sich wie folgt dar: Aufteilung zwischen im Eigentum befindlichen Sachanlagen und geleasten Sachanlagen
Die Abschreibungen, Zugänge und sonstigen Veränderungen bei geleasten Sachanlagen teilen sich folgendermaßen auf die Anlagenklassen auf: Zugänge, Abschreibungen und sonstige Veränderungen bei geleasten Sachanlagen
Die Aufteilung der diskontierten und undiskontierten Leasingverbindlichkeiten nach Fristigkeiten wird in der folgenden Tabelle dargestellt: Leasingverbindlichkeiten diskontiert und undiskontiert
Die auf Leasingverhältnisse entfallenden Beträge aus der Gewinn- und Verlustrechnung sind in der folgenden Tabelle dargestellt: Leasing in der Gewinn- und Verlustrechnung
Die auf die Leasingverhältnisse entfallenden Beträge aus der Kapitalflussrechnung sind in der folgenden Tabelle dargestellt: Leasing in der Kapitalflussrechnung
Leasingzahlungen im Zusammenhang mit kurzfristigenLeasingverhältnissen und Leasingverhältnissen von geringwertigen Vermögenswerten sowie sonstige Zahlungen, die nicht in die Leasingverbindlichkeit miteinbezogen wurden, werden unverändert weiterhin im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen. Zukünftige nicht bilanzierte LeasingzahlungenZukünftige leasingbezogene Zahlungen sind aufgrund der IFRS-16-Vorschriften in der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht enthalten. Es bestehen zukünftige Zahlungen aus Leasingverhältnissen, die nicht begonnen, jedoch bereits vertraglich eingegangen wurden, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger (short-term leases) und für Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten (low-value leases), die jedoch aus Sicht des FUCHS Konzerns unwesentlich sind. 15 Anteile an at Equity einbezogenen UnternehmenDie Position umfasst fünf (vier) at Equity einbezogene Unternehmen. Bei der Equity-Bewertung wurde die Ermittlung des anteiligen Eigenkapitals auf Basis der landesrechtlichen Abschlüsse zum 31. Dezember 2019 vorgenommen, die an die Vorgaben der IFRS angepasst wurden. Für Informationen zur Zusammensetzung der Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste unter Anmerkung 38. → 145 Anteilsbesitz Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen: Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen
Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Ergebnisses aus at Equity einbezogenen Unternehmen:
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen war im Vorjahr durch einen Sondereffekt in Höhe von 12 Mio € aus dem Verkauf einer 50%igen Beteiligung positiv beeinflusst. Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Ergebnisdaten und den Buchwert für ein nicht wesentliches Gemeinschaftsunternehmen: Buchwert und zusammengefasste Ergebnisdaten des Gemeinschaftsunternehmens
Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Ergebnisdaten und den Buchwert für die vier (Vorjahr drei) einzeln nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen: Buchwert und zusammengefasste Ergebnisdaten der assoziierten Unternehmen
16 Sonstige Finanzanlagen
Eine nicht notierte Beteiligung wird seit dem Vorjahr nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) nach einem Discounted-Cashflow-Verfahren bewertet. Entsprechend ihrem Finanzierungscharakter ist der langfristige Teil der Forderungen im Zusammenhang mit Liefervereinbarungen in Frankreich von 1 Mio € (1) unter den Sonstigen Ausleihungen ausgewiesen. Latente Steueransprüche und SteuerschuldenDie bilanzierten latenten Steuern resultieren aus folgenden Bewertungsunterschieden bzw. Sachverhalten: 17 Latente Steueransprüche und Steuerschulden
Der Gesamtbetrag der aktiven latenten Steuern von 29 Mio € (26) ist im Wesentlichen zurückzuführen auf Bewertungsunterschiede zwischen IFRS-Bilanz und Steuerbilanz in den Positionen Vorräte (Eliminierung konzerninterner Zwischengewinne), Übrige kurzfristige Vermögenswerte, Pensionsverpflichtungen und kurzfristige Rückstellungen und lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten. Die passiven latenten Steuern von 32 Mio € (34) entstehen im Wesentlichen aufgrund von temporären Bewertungsunterschieden (unterschiedliche Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern) zwischen IFRS-Bilanz und Steuerbilanz im Anlagevermögen sowie aus der Bewertung der Vermögenswerte zu beizulegenden Zeitwerten nach IFRS im Rahmen von Akquisitionen, für welche die Werte in der Steuerbilanz abweichen. Die Erhöhung der passiven latenten Steuern auf Sachanlagen sowie die Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf kurz- und langfristige Verbindlichkeiten im Jahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus der Bruttodarstellung von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten nach IFRS, denen keine Steuerbilanzwerte gegenüberstehen. Die steuerlichen Verlustvorträge im Konzern belaufen sich auf 5 Mio € (3). Davon entfallen 4 Mio € (2) auf die Region EMEA (ohne Deutschland) und 1 Mio € (1) auf die Region Asien-Pazifik. Die hierfür gebildeten aktiven latenten Steuern von 1 Mio € (1) sind in Höhe von 1 Mio € (1) wertberichtigt, da mit der Nutzung der Verlustvorträge in absehbarer Zeit nicht mit hinreichender Sicherheit zu rechnen ist. Für künftige Steuerlasten aus geplanten Gewinnausschüttungen ausländischer Tochterunternehmen ist eine latente Steuerschuld von 5 Mio € (6) bilanziert. Darüber hinaus wurden auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 22 Mio € (17) keine latenten Steuerschulden bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. Die Veränderung der Netto-Bilanzansätze an latenten Steuern beträgt im Berichtsjahr 5 Mio € (3). Unter Berücksichtigung der für das Geschäftsjahr 2019 ergebnisneutral erfassten latenten Steuern, die mit 3 Mio € (0) aus der Verrechnung von Pensionsverpflichtungen resultieren, ergibt sich unter Berücksichtigung von Währungseffekten der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von - 2 Mio € (- 4). 18 VorräteDer ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen: Zusammensetzung der Vorräte
Im Berichtsjahr wurden aufwandswirksame Abwertungen aus geminderter Verwertbarkeit von 5 Mio € (1) vorgenommen. Zum Bilanzstichtag haben die einer Abwertung unterzogenen Bestände einen Restbuchwert von 7 Mio € (5). 19 Forderungen aus Lieferungen und LeistungenZusammensetzung der Forderungen
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sich aus erwarteten Kreditverlusten und Einzelwertberichtigungen zusammensetzen, haben sich wie folgt entwickelt: Im Vorjahr führte die Erstanwendung des IFRS 9 im Umstellungszeitpunkt zum 1. Januar 2018 zu einer Erhöhung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1 Mio €, die - nach Berücksichtigung von latenten Steuern von gerundet 0 Mio € - gegen die Gewinnrücklagen erfasst wurde. Die folgenden Tabellen geben Informationen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken zum 31.12. 2019 bzw. 31.12.2018: Entwicklung der Wertberichtigungen
Forderungen nach Fälligkeiten zum 31.12.2019
Forderungen nach Fälligkeiten zum 31.12. 2018
Die Werthaltigkeit von Forderungen kann beeinträchtigt werden, wenn Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Im FUCHS-Konzern werden weitestgehend gewerbliche Kunden (B2B-Kunden) beliefert. Im Rahmen des vereinfachten Ansatzes für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden stets die über die jeweilige Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertminderung berücksichtigt. Der größte Teil der Brutto-Forderungen, die noch nicht fällig sind, sowie Brutto-Forderungen, die bis 180 Tage überfällig sind, kann zu einer Risikoklasse mit geringem Kreditrisiko zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste zusammengefasst werden. Dabei werden für diese Risikoklasse zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste kalkulierte prozentuale Abschlagssätze zugrunde gelegt, die den Kundenbranchen und dem ökonomischen Umfeld der jeweiligen geografischen Region auf Basis historischer Daten und zukünftiger Erwartungen Rechnung tragen. Darüber hinaus erfolgen bei objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung Einzelwertberichtigungen. Bruttoforderungen, die mehr als 181 bis 360 Tage bzw. mehr als 360 Tage überfällig sind, werden zur zweiten Risikoklasse mit einem höheren Kredit- bzw. Ausfallrisiko zusammengefasst. Für diese Risikoklasse erfolgen bei objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung ebenfalls Einzelwertberichtigungen, z. B. für Kunden in finanziellen Schwierigkeiten. Darüber hinaus erfolgen Einzelwertberichtigungen in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderungen. 20 Kurzfristige Steuerforderungen (Ertragsteuer)Hierbei handelt es sich um Steuererstattungsansprüche im Wesentlichen aus australischen, deutschen, italienischen, schwedischen, amerikanischen und südafrikanischen Ertragsteuern. 21 Übrige Forderungen und sonstige VermögenswerteKurzfristige übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Die Sonstigen Steuern betreffen mit 11 Mio € (8) hauptsächlich Umsatzsteuerforderungen. Die Übrigen sonstigen Vermögenswerte des Konzerns enthalten den kurzfristigen Anteil von Kundendarlehen in Höhe von 2 Mio € (2) im Zusammenhang mit Liefervereinbarungen in Frankreich. Der langfristige Teil dieser Darlehen wird unter den langfristigen sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen. Darüber hinaus enthalten die Sonstigen Vermögenswerte Devisentermingeschäfte mit positiven Zeitwerten in Höhe von 0 Mio € (0). Ferner enthalten die sonstigen Vermögenswerte Mietvorauszahlungen, Rechnungsabgrenzungen, Erstattungsansprüche sowie andere Kundendarlehen und Forderungen aus sonstigen Verkäufen. Hierbei sind Wertberichtigungen von insgesamt 3 Mio € (3) berücksichtigt. Langfristige übrige Forderungen und sonstige VermögenswerteLangfristige übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte bestehen in Höhe von 1 Mio € (1). 22 Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteBei den liquiden Mitteln in Höhe von 219 Mio € (195) handelt es sich um Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände, noch nicht eingereichte Schecks und Wechsel sowie Wertpapiere in Höhe von 32 Mio € (120) mit einer Fälligkeit innerhalb von drei Monaten. 23 EigenkapitalFür den Fortbestand des Unternehmens ist eine solide Eigenkapitalausstattung unabdingbar. Das Gearing (die Relation von Finanzverbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen abzüglich liquiden Mitteln zu Eigenkapital) und die Eigenkapitalquote sind wichtige Indikatoren für die Kapitalstruktur. Gezeichnetes KapitalDie Höhe des gezeichneten und voll einbezahlten Kapitals der FUCHS PETROLUB SE hat sich im Berichtsjahr nicht verändert. Bei den Aktien der FUCHS PETROLUB SE handelt es sich um Inhaberaktien. Jede Stammstückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Vorzugsstückaktien sind ohne Stimmrecht, sie haben nur in den vom Gesetz vorgeschriebenen Fällen Stimmberechtigung. Die Vorzugsstückaktien erhalten nach der Satzung einen Vorzugsgewinnanteil von 0,01 € je Stück Vorzugsaktie gegenüber einer Stammstückaktie. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien beläuft sich auf: Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien
Rücklagen des KonzernsUnter diesem Posten sind die Kapitalrücklage der FUCHS PETROLUB SE (Agio) und die Bilanzgewinne und Währungsrücklagen sowie die Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Pensionszusagen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen zusammengefasst. Die Bilanzgewinne enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. In den Währungsrücklagen sind die erfolgsneutralen Differenzen aus der Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und von nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen ausgewiesen. KonzerngewinnDer Konzerngewinn entspricht dem Ergebnis nach Steuern des Konzerns nach Abzug der Nicht beherrschenden Anteile. GewinnverwendungsvorschlagFUCHS PETROLUB SEDer Vorstand wird dem Aufsichtsrat empfehlen, der ordentlichen Hauptversammlung 2020 den Gewinnverwendungsvorschlag von 0,96 € je dividendenberechtigter Stammstückaktie und von 0,97 € je dividendenberechtigter Vorzugsstückaktie vorzulegen. Im Jahr 2019 wurden Dividenden von 0,94 € für die Stammstückaktie und von 0,95 € für die Vorzugsstückaktie ausgeschüttet. Nicht beherrschende AnteileDiese Position enthält die Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis der konsolidierten Tochterunternehmen. Dabei entfällt der Betrag in Höhe von 1 Mio € (1) auf Mitgesellschafter in Österreich, Chile, Frankreich und Griechenland. 24 Rückstellungen für PensionenPensionsrückstellungen werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an ehemalige Mitarbeiter des FUCHS-Konzerns sowie deren Hinterbliebene gebildet. Die betrieblichen Altersversorgungssysteme sind im Konzern rückstellungs- und fondsfinanziert, die Versorgungspläne sind sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Der Verpflichtungsumfang wird um den beizulegenden Zeitwert des Fondsvermögens gekürzt. Veränderungen aus der Neubewertung der Nettoschuld werden in der Periode ihrer Entstehung unmittelbar ergebnisneutral mit den Rücklagen des Konzerns verrechnet. Diese Veränderungen sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns dargestellt. → 90 Entwicklung des Konzerneigenkapitals Für das Inland sind die folgenden Bewertungsprämissen unterstellt: Bewertungsprämissen Inland
Die Verpflichtungen im Ausland werden unter Berücksichtigung der jeweiligen landesspezifischen Rechnungsgrundlagen und Parameter ermittelt. Die Durchschnittswerte sind auf gewichteter Basis berechnet. Bewertungsprämissen Ausland
Unter Berücksichtigung der genannten Berechnungsgrundlagen ergibt sich folgender Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen: Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen
Die wesentlichen Versorgungsregelungen sind im Folgenden beschrieben: Im Inland bestehen für einen Teil der Mitarbeiter inländischer Konzerngesellschaften betriebliche Altersversorgungen auf der Basis leistungsorientierter ("defined benefit") Versorgungszusagen. Die Leistungen bemessen sich in der Regel nach Beschäftigungsdauer und Festbeträgen oder den letzten Bezügen der begünstigten Mitarbeiter. Die Leistungen umfassen Altersrente, Invalidenrente und Hinterbliebenenrente. Die inländischen leistungsorientierten Versorgungspläne sind grundsätzlich seit dem Jahr 1983 geschlossen. Im Jahr 2011 sind die rückstellungsfinanzierten inländischen Pensionsverpflichtungen auf den externen Versorgungsträger ALLIANZ nahezu vollständig übertragen worden. Im Jahr 2016 wurden weitere bisher rückstellungsfinanzierte inländische Pensionsverpflichtungen in Höhe von 4 Mio € auf den externen Versorgungsträger ALLIANZ übertragen. Der Ausweis erfolgt seitdem unter den fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen. Der verbleibende Betrag ist rückstellungsfinanziert. Die Übertragung beinhaltete ein Kombinationsmodell aus der Übertragung von bereits erdienten Ansprüchen auf den ALLIANZ Pensionsfonds und der künftig noch zu erdienenden Ansprüche auf die ALLIANZ Unterstützungskasse. Darüber hinaus bestehen im Inland mitarbeiterfinanzierte Versorgungsverpflichtungen aus dem sogenannten Deferred-Compensation-Programm. Zum 31. Dezember 2019 bestehen Versorgungsverpflichtungen in Höhe von 7 Mio € (6), die in der Konzernbilanz mit Vermögenswerten von 6 Mio € (5) saldiert werden. Der Saldo aus Verpflichtungen und Vermögenswerten ist unter "Pensionsähnliche Verpflichtungen" in Höhe von 1 Mio € (1) ausgewiesen. Sofern bei ausländischen Konzerngesellschaften eine betriebliche Altersversorgung besteht, handelt es sich um fondsfinanzierte Versorgungssysteme mit "Defined-Benefit"-Zusagen sowie teilweise um beitragsorientierte ("Defined-Contribution"-) Zusagen. In den USA und in Großbritannien wurde für Neuzusagen zwischenzeitlich bereits das beitragsorientierte System eingeführt. Bestehende leistungsorientierte Versorgungszusagen in den USA wurden 2009 eingefroren und auf ein beitragsorientiertes Altersversorgungssystem umgestellt. Die Planbeendigung und Auszahlung der Altbestände in den USA erfolgte bereits im Jahr 2011. Die ausländischen fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen betreffen im Wesentlichen unsere Gesellschaft in Großbritannien. Die betrieblichen Altersversorgungen auf der Basis leistungsorientierter ("defined benefit") Versorgungszusagen ergeben sich durch einen dienstzeitabhängigen endgehaltsbezogenen leistungsorientierten Versorgungsplan, der mittlerweile geschlossen ist. Die Leistungen umfassen Altersrente und Hinterbliebenenrente. Die Finanzierung erfolgt über einen Fonds, der von der Gesellschaft unabhängig ist. Das Fondsmanagement ist gesetzlich verpflichtet, im Interesse der Planbegünstigten zu handeln, und legt die Ziele und Strategien des Fonds fest, zum Beispiel die Anlagepolitik, Beitragsfestsetzungen oder Indexierungen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer entrichten Beiträge in den Fonds. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Barwerts der Leistungsverpflichtungen: Leistungsverpflichtungen
SensitivitätsanalyseEine Änderung des Abzinsungssatzes um 0,5%-Punkte und der Lohn- / Gehalts- bzw. Rentenentwicklungen um 0,25%-Punkte hätte bei ansonsten konstant gehaltenen Annahmen folgende Auswirkungen auf die Barwerte der Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2019 (31. Dezember 2018): Sensitivitätsanalyse
Zum 31. Dezember 2019 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen bei 15 Jahren (14,4) für das Inland und 18 Jahren (19) für das Ausland. Die Verlängerung der Lebenserwartung um ein Jahr würde zu einem Anstieg des Barwerts der Leistungsverpflichtungen in Höhe von 4 Mio € (3) führen; davon entfallen 2 Mio € (2) auf das Inland und 2 Mio € (1) auf das Ausland. Das Fondsvermögen entwickelte sich wie folgt: Entwicklung des Fondsvermögens
Der Nettobilanzansatz der Pensionsrückstellungen entwickelte sich wie folgt: Nettobilanzansatz der Pensionsrückstellungen
Der beizulegende Zeitwert des Fondsvermögens verteilt sich auf folgende Anlageklassen: → 129 Anlageklassen des Fondsvermögens Das deutsche Fondsvermögen wird ausschließlich über Versicherungsverträge der ALLIANZ Lebensversicherung finanziert. Für die Verzinsung des Fondsvermögens für das Jahr 2019 wurde der Abzinsungssatz von 1,9% (1,8) zugrunde gelegt. Die rechnerisch ermittelte tatsächliche Verzinsung des Fondsvermögens betrug 1,4% (3,3). Aus dem gewählten ALLIANZ Versicherungstarif (Chance- / Risikoportfolio) kann ein begrenztes Nachfinanzierungsrisiko bei sinkender Gesamtverzinsung entstehen. Das Fondsvermögen in Großbritannien besteht aus Eigenkapitalinstrumenten, Schuldinstrumenten und Zahlungsmitteln. Für die Verzinsung des Fondsvermögens wurden durchschnittlich 2,8 % (2,5) zugrunde gelegt. Die tatsächliche Verzinsung des Fondsvermögens betrug durchschnittlich 18% (-5,8). Für das Jahr 2020 sind insgesamt laufende Fondsdotierungen von 4 Mio € (4) für das In- und Ausland vorgesehen. In Großbritannien sind gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen berücksichtigt. FUCHS LUBRICANTS UK hat sich gegenüber dem Fonds verpflichtet, ab dem 31. Dezember 2013 für einen Zeitraum von 7 Jahren und 10 Monaten jährliche Zahlungen von mindestens 2 Mio € (2) mit einer jährlichen Steigerungsrate von 3% in den Fonds zu leisten. Anlageklassen des Fondsvermögens
Asset-Liability-Matching-StrategieDie Asset-Liability-Matching-Strategie von FUCHS zielt auf die möglichst deckungsgleiche Finanzierung der Pensionsverpflichtungen ab. Wesentliche Elemente sind ein vergleichbares Fälligkeitsprofil von Vermögenswerten (Assets) und Verbindlichkeiten (Liabilities) und zusätzlich, soweit technisch möglich und finanziell sinnvoll, die Abdeckung von Langlebigkeitsrisiken. Daraus erklärt sich der hohe Anteil von Versicherungsverträgen. Sie ermöglichen die Abdeckung des Langlebigkeitsrisikos, gepaart mit einer reduzierten Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) der Vermögenswerte. 51 % (59) des Fondsvermögens sind in Versicherungsverträge investiert. Für sie gibt es keine Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt. Die Überprüfung des Asset-Liability-Matchings für die fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen erfolgt jährlich durch das Fondsmanagement. Für Eigenkapital- und Schuldinstrumente stehen Marktpreise zur Verfügung. Rund 40% (32) des Fondsvermögens sind in Eigenkapitalinstrumente, weitere 8% (9) in Schuldinstrumente und 1 % (0) in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente investiert. Die Fondsmanager verfolgen durch den Einsatz von Swaps und an Index gekoppelte Instrumente Risikominderungsstrategien. Der Mix von Eigenkapital- und Schuldinstrumenten berücksichtigt das Fälligkeitsprofil der Pensionsverpflichtungen. Eine regelmäßige Überprüfung des Asset-Liability-Matchings führt gegebenenfalls zu einer Anpassung beim Assetmix. Aus den Versorgungssystemen ergab sich im FUCHS Konzern ein Pensionsaufwand in Höhe von 18 Mio € (19), der sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt: Pensionsaufwand
Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Pensionszusagen in Höhe von 1 Mio € (1) ist eine Saldogröße aus dem Zinsaufwand in Höhe von 3 Mio € (3) aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen abzüglich dem Zinsertrag in Höhe von 2 Mio € (2) aus der Verzinsung des Fondsvermögens. Die Pensionsaufwendungen sowie die Pensionszahlungen umfassen auch die Zahlungen für beitragsorientierte Pensionspläne. Im Aufwand für beitragsorientierte Pensionspläne sind die inländischen Arbeitgeberanteile zur Altersversorgung mit 9 Mio € (7) enthalten. 25 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
26 Sonstige RückstellungenKurzfristige RückstellungenDie Kurzfristigen Rückstellungen entfallen hauptsächlich auf: Kurzfristige Rückstellungen
Die Kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt: Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen
Die Rückstellungen für Restrukturierungen und Abfindungen enthalten insbesondere Abfindungszahlungen für ausscheidende Mitarbeiter. Die Rückstellungen für Umweltverpflichtungen betreffen die Beseitigung von Altlasten und decken erwartete Belastungen aus der Beseitigung von Bodenverunreinigungen ab. In den Sonstigen Verpflichtungen sind u. a. Rückstellungen für Rechts- und Prozesskosten ausgewiesen. Entwicklung der Sonstigen langfristigen RückstellungenDurch den kurzfristigen Charakter dieser Rückstellungen haben sich keine Aufzinsungsbeträge ergeben. Sonstige langfristige Rückstellungen→ Entwicklung der Sonstigen langfristigen Rückstellungen Hierunter sind u. a. langfristige Rückstellungen aus Personalverpflichtungen, wie z. B. Jubiläumsgelder, ausgewiesen. Inländische Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Guthaben in Lebensarbeitszeitkonten einzubringen. Für die eingerichteten Langzeitkonten wurden die mit ihrem Erfüllungsbetrag bewerteten Rückstellungen in Höhe von 10 Mio € (9) mit dem entsprechenden beizulegenden Zeitwert in Höhe von 10 Mio € (9) der Vermögensgegenstände (Anschaffungskosten in Höhe von 10 Mio € - Vorjahr 9 Mio €) verrechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden Aufwendungen und Erträge von jeweils 1 Mio € (2) verrechnet. Entwicklung der Sonstigen langfristigen Rückstellungen
27 Kurzfristige SteuerverbindlichkeitenInsgesamt sind unter dieser Position Ertragsteuerverbindlichkeiten von 27 Mio € (29) ausgewiesen. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf den Rückgang von Steuerrückstellungen in Deutschland zurückzuführen. 28 FinanzverbindlichkeitenLangfristige FinanzverbindlichkeitenDie Langfristigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten ausschließlich Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Kurzfristige FinanzverbindlichkeitenUnter den Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sowie verzinsliche Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr ausgewiesen. 29 Sonstige VerbindlichkeitenSonstige kurzfristige VerbindlichkeitenDie Sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf: Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich betreffen hauptsächlich Gratifikationen, Tantiemen, Provisionen, Mitarbeiterprämien, ausstehenden Urlaub und Gleitzeit, Abfindungen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. Die Sonstigen Steuerverbindlichkeiten umfassen Verbrauchsteuern, Lohnsteuer und Abgeltungssteuern. Die Übrigen Verbindlichkeiten umfassen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 6 Mio € (6) im Zusammenhang mit den unter den Sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen Liefervereinbarungen in Frankreich. Ferner werden hierunter auch Provisionsverpflichtungen und kreditorische Debitoren sowie Vorauszahlungen ausgewiesen. Sonstige langfristige VerbindlichkeitenBei den Sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern einer französischen Tochtergesellschaft -diese Verbindlichkeiten entstehen aus einem gesetzlich vorgesehenen Mitarbeitergewinnbeteiligungsprogramm; sie sind frühestens 12 Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig. Außerdem handelt es sich Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern einer amerikanischen Tochtergesellschaft. 30 Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle VerpflichtungenBei den Haftungsverhältnissen aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um Garagistendarlehen. Bei diesem in Frankreich üblichen Vorgehen garantiert unsere Landesgesellschaft die Rückzahlung von direkt von einer Bank an die Garagisten gewährten Darlehen. Diese Garantie ist Teil der mit unseren Garagisten abgeschlossenen Liefer- und Finanzierungsvereinbarungen. Es bestehen Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von 10 Mio € (9). Diese sind zum Großteil über Kreditversicherungen oder Sicherheiten der Garagisten gesichert, wodurch das verbleibende Nettorisiko für FUCHS noch 1 Mio € (2) beträgt. Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen bestehen zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 64 Mio € (76). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen unsere Werksneubauten in China und Schweden sowie unsere neuen Rohmateriallager in Großbritannien. 31 Finanzinstrumentea) Buch- und beizulegende Zeitwerte vonFinanzinstrumentenDer beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und / oder die Pflichten aus diesem Finanzinstrument von einer unabhängigen anderen Partei übernehmen würde. Aufgrund variierender Einflussfaktoren können die beizulegenden Zeitwerte nur als Indikation für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden. Die beizulegenden Zeitwerte aller Finanzinstrumente wurden auf der Grundlage der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der nachstehend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt. Mit Ausnahme der Beteiligungen und derivativen Finanzinstrumente, die beide zum Fair Value angesetzt werden, werden alle anderen finanziellen Vermögenswerte unverändert zum Vorjahr zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, bei denen der Buchwert des Finanzinstruments weitestgehend dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, welche unverändert zum Vorjahr zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird, beinhaltet die Buchwerte der Wertpapiere mit einer Fälligkeit innerhalb von drei Monaten. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und Kategorien der Finanzinstrumente zum 31.12.2019: Buchwerte und Kategorien der Finanzinstrumente (in Mio €)
1 Enthalten in den Sonstigen Finanzanlagen.
b) Nettogewinne oder -verluste aus FinanzinstrumentenDie folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten: → Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen beinhalten den Saldo aus gebildeten und aufgelösten Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Ausbuchungen uneinbringlicher Forderungen. Sie sind unter den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen. Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten
c) Gesamtzinsertrag und -aufwandDie Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, ergeben sich wie folgt: Gesamtzinsertrag und -aufwand
Die Zinsen aus diesen Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis des Konzerns ausgewiesen. d) Angaben zu derivativen FinanzinstrumentenZiel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist die Absicherung von Zins- und Währungsrisiken. Angesichts einer nur geringen Brutto-Finanzverschuldung des Konzerns - unter Berücksichtigung der liquiden Mittel ergibt sich eine Netto-Cash-Position - sieht die Konzernstrategie keine Zinsfestschreibungen oder andere Methoden der Zinsbegrenzung vor. Insofern wurden wie im Vorjahr keine Derivate zur Absicherung von Zinsrisiken abgeschlossen. Es bestanden zum Bilanzstichtag allein folgende, nach Restlaufzeiten gegliederte derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken: → Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge der Währungsderivate. Die Nominalbeträge entsprechen grundsätzlich dem Volumen der gesicherten Grundgeschäfte. Die vom FUCHS-Konzern abgeschlossenen Devisentermingeschäfte dienen der Absicherung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Marktwertveränderung des Derivats geht in die Ergebnisrechnung ein, Gleiches gilt für die Marktwertveränderungen damit gesicherter Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten. Der Saldo aus beiden Veränderungen gleicht sich aus. Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte nur zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte (im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Intercompany-Darlehen). Die Intercompany-Darlehen wurden im Rahmen der Konsolidierungsbuchungen im Konzernabschluss eliminiert. Es bestanden daneben im geringen Umfang Devisentermingeschäfte zur Absicherung fester Verpflichtungen (firm commitments) sowie zukünftiger (antizipativer) Transaktionen. Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken
Für die zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken aus den oben genannten Intercompany-Darlehen wurden die nachfolgenden durchschnittlichen Terminkurse verwendet. Durchschnittlicher Terminkurs
Die Intercompany-Darlehen als Grundgeschäfte und die zugehörigen Devisentermingeschäfte sind kurzfristig, die Laufzeit liegt grundsätzlich unter einem Jahr. Bei Bedarf werden bei Verlängerung der Intercompany-Darlehen erneut Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente stellten sich wie folgt dar: Marktwert zum 31.12.2019
Marktwert zum 31.12.2018
Management der Risiken aus FinanzinstrumentenDer FUCHS-Konzern ist durch seine internationale Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Dazu gehören insbesondere Kreditrisiken, z. B. bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Marktrisiken, wie die Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Rohstoffpreisen. Aus diesen Risiken, aus dem operativen Geschäft sowie aus abrupten Schwankungen auf den Finanzmärkten können darüber hinaus Liquiditätsrisiken resultieren. Wesentliche finanzwirtschaftliche Risiken werden durch den Zentralbereich Treasury der FUCHS PETROLUB SE überwacht und gesteuert. Für den Umgang mit finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen vom Vorstand genehmigte detaillierte Richtlinien und Vorgaben. Finanz- und Währungsrisiken werden durch fristen- und währungskongruente Finanzierung sowie durch den Einsatz von Derivaten reduziert, die ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen werden. Der Fair Value (beizulegender Zeitwert) der Devisentermingeschäfte wird auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle und aktueller Marktdaten ermittelt. Die Modelle sind der Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Durch das Vier-Augen-Prinzip wird gewährleistet, dass eine ausreichende Funktionstrennung bei Handel und Abwicklung gegeben ist. Der beizulegende Zeitwert einer nicht notierten Beteiligung wird anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Das Bewertungsmodell ist der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf die Anmerkung "Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen". → 99 Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen KreditrisikoKreditrisiko meint die Gefahr, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Kreditrisiken können aus der Anlage liquider Mittel ebenso wie aus der Gewährung von Zahlungszielen im Zusammenhang mit Lieferungen und Leistungen entstehen sowie aus anderen Vereinbarungen, die von der Gegenpartei erst in der Zukunft erfüllt werden müssen. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDer Konzern beschränkt den Bestand an liquiden Mitteln in der Regel auf den für das operative Geschäft notwendigen Umfang. Die Finanzrichtlinie des Konzerns sieht außerdem vor, dass Bankguthaben nur bei bonitätsmäßig einwandfreien Banken angelegt werden dürfen. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenAus der Geschäftsbeziehung mit seinen weltweit vertretenen Kunden hält der FUCHS-Konzern ständig nennenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Den Umgang mit den daraus resultierenden Kreditrisiken regelt eine Richtlinie, wobei ländertypisch abweichende Vorgehensweisen zulässig sind. Sofern die interne Kreditbeurteilung, die unter Verwendung externer Kreditinformationen erfolgt, ein zu hohes Kreditrisiko anzeigt, werden Kreditsicherheiten z. B. in Form von Bankgarantien oder Akkreditiven verlangt. Alternativ werden auch Kreditversicherungen eingesetzt. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen über insgesamt 7 Mio € (6) abgesichert. Für die verbleibenden Kreditrisiken werden, sobald sie bestimmte Niveaus überschreiten, Wertberichtigungen vorgenommen. → 121 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Derivative Finanzinstrumente sowie sonstige Forderungen und VermögenswerteBei der Auswahl von Banken, mit denen derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, wird auf ausreichende Bonität der Gegenpartei geachtet. Alle Derivatgeschäfte werden nur mit Banken mit einem Moody's Langfristrating im Investmentbereich abgeschlossen. Das Risiko der Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarung seitens der Vertragspartner (Kreditrisiko) ist dadurch minimiert. Maximale Kreditrisikoposition bei den vorgenannten Positionen ist der Buchwert der Forderung oder des finanziellen Vermögenswerts, auch soweit der Vermögenswert derivative Finanzinstrumente oder liquide Mittel betrifft. Der FUCHS-Konzern hält seine Kreditrisiken aufgrund der natürlichen Diversifikation sowie seines Kreditrisikomanagements für begrenzt. Konzentrationsrisiken sind derzeit nicht erkennbar. LiquiditätsrisikoAls Liquiditätsrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maß erfüllen kann. Die finanziellen Mittel des FUCHS-Konzerns stammen im Wesentlichen aus seinem operativen Geschäft. Darüber hinaus werden zeitweise oder auch revolvierend finanzielle Mittel in Form von z. B. Anleihen oder Bankkrediten vor allem zur Finanzierung operativer Betriebsmittel sowie von Investitionsvorhaben genutzt. Dem Konzern standen neben den bereits genutzten Kreditlinien von 4 Mio € (4) weitere freie Linien in Höhe von 190 Mio € (183) zur Verfügung. Daneben hat der Konzern die Möglichkeit, durch die Vereinbarung zusätzlicher Bankdarlehen, durch die Begebung von Schuldscheindarlehen, Private Placements oder Anleihen weitere Finanzierungsquellen zu nutzen. Die folgende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Summe der vertraglich fixierten Zahlungen des Konzerns für Rückzahlungen und Zinsen aus den bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2019 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflusst (undiskontiert): Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019
Fälligkeiten vertraglicher Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2018
Der FUCHS-Konzern schätzt seine Liquiditätslage als gut ein und sieht für sich kein nennenswertes Liquiditätsrisiko. Dem Konzern stehen liquide Mittel in Höhe von 219 Mio € (195) und freie Kreditlinien in Höhe von 190 Mio € (183) zur Verfügung. Daneben verfügt der Konzern aus dem operativen Geschäft über kurzfristig fällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 381 Mio € (379). MarktrisikoAufgrund seiner weltweiten Aktivitäten unterliegt FUCHS Marktrisiken in Form von Wechselkursrisiken und Zinsänderungsrisiken. Aktienmarktrisiken bestehen nicht, da der Konzern keine frei handelbaren Aktien hält. Die von Pensionsfonds zur Abdeckung von Pensionsverpflichtungen gehaltenen Anlagen sind unter Anmerkung 24 erläutert. → 125 Rückstellungen für Pensionen WechselkursrisikenBei den Wechselkursrisiken ist zwischen Transaktionsrisiken und Translationsrisiken zu differenzieren. Die Transaktionsrisiken des Konzerns resultieren insbesondere aus Einkäufen operativer Gesellschaften in einer anderen Währung als der, in welcher die Umsatzerlöse anfallen. Ein Teil der von FUCHS verarbeiteten Rohstoffe wird auf US-Dollar-Basis gehandelt. Gleichzeitig wird der überwiegende Teil der Umsatzerlöse der Gesellschaften auf deren jeweiligem Heimatmarkt erwirtschaftet. Damit unterliegen alle nicht im US-Dollarraum beheimateten Gesellschaften einem US-Dollar-Transaktionsrisiko. Beim Export von Fertigprodukten ist die Währung des Exporteurs gleichzeitig Fakturierungswährung. Damit liegen Transaktionsrisiken bei importierenden Konzerngesellschaften oder Drittkunden. Aus Dividenden- und Lizenzeinnahmen der FUCHS PETROLUB SE, welche fast ausnahmslos in der Währung der zahlenden Gesellschaft erfolgen, unterliegt auch die Holding einem Transaktionsrisiko. Insbesondere in Bezug auf den US-Dollar ist dieses dem Transaktionsrisiko vieler operativer Gesellschaften entgegengesetzt, so dass hier ein natürlicher Hedge (Absicherung) vorliegt, der zur Reduzierung der insgesamt im Konzern bestehenden Transaktionsrisiken führt. Wechselkursrisiken aus der Gewährung von konzerninternen Fremdwährungsdarlehen werden grundsätzlich durch die Vereinbarung entsprechender Devisentermingeschäfte abgesichert. Basierend auf der Struktur des Schmierstoffgeschäfts, das keine langen Vorlaufzeiten oder hohen Auftragsbestände kennt, tätigt FUCHS keine langfristigen Währungsabsicherungen seines operativen Geschäfts. Der Wechselkurs ist für die operativen Gesellschaften stattdessen einer von mehreren preisbestimmenden Faktoren, der bei der Kalkulation zu berücksichtigen ist. Zum FUCHS-Konzern gehören eine ganze Reihe nicht im Euro-Raum ansässiger Konzerngesellschaften. Damit bedingen schwankende Wechselkurse im Rahmen der Umrechnung der Umsatzerlöse und Ergebnisse für die Konzernergebnisrechnung sogenannte Translationsrisiken. Sie können unter Umständen die Konzernergebnisrechnung spürbar beeinflussen. Nennenswerte Translationsrisiken für FUCHS kommen aus den Regionen Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik. Soweit diese Risiken direkt oder auch indirekt gegenüber dem US-Dollar bestehen, sind sie ein natürlicher Hedge des vorgenannten US-Dollar-Transaktionsrisikos. Transaktions- und Translationsrisiken haben damit auf Konzernebene eine gegenläufige Wirkung. Auch bei der Umrechnung der von den ausländischen Tochtergesellschaften gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegt der Konzern Translationsrisiken. Zur Begrenzung dieser Risiken werden kurzfristig zu finanzierende Vermögenswerte in der Regel in lokaler Währung refinanziert und nur die langfristig benötigten Vermögenswerte durch Eigenkapital unterlegt. Die Entwicklung der Eigenkapitalposition wird kontinuierlich beobachtet, in der Regel jedoch nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. ZinsänderungsrisikenAngesichts der guten Liquiditätslage des Konzerns gibt es derzeit keine nennenswerten Zinsänderungsrisiken, die eine Absicherung mittels derivativer Instrumente erfordern. Aufgeteilt nach Zinsvereinbarung gliedern sich die Finanzverbindlichkeiten wie folgt. Sicherheiten wurden mit Ausnahme bei Finanzleasing-Transaktionen keine gestellt. Finanzverbindlichkeiten nach Zinsvereinbarung
Zusammenfassung der ZinssicherungsfristenZinssicherungsfristen
Sonstige PreisrisikenDer FUCHS-Konzern ist Risiken aus Preisänderungen bei den Waren ausgesetzt, die er für die Herstellung seiner Fertigprodukte benötigt. Eine Absicherung dieser Warenbezüge mittels Derivaten erfolgt nicht, da die verfügbaren Instrumente über keine ausreichende Wirksamkeit verfügen. In der Regel werden Rohstoffpreisveränderungen in den Markt weitergegeben, eventuell mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Insofern sind diese Preisrisiken begrenzt. SensitivitätsanalysenSensitivitätsanalysen beziffern näherungsweise und im Rahmen bestimmter Annahmen, welches Risiko besteht, wenn bestimmte Einflussfaktoren Änderungen erfahren. Im Hinblick auf das Zinsänderungsrisiko sowie das Wechselkursrisiko werden folgende Veränderungen unterstellt:
In die Ermittlung des Zinsänderungsrisikos zum Bilanzstichtag fließen nur originäre variabel verzinsliche Finanzinstrumente ein. Originäre Finanzinstrumente mit fester Verzinsung, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, sind gemäß IFRS 7 keinen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zinsderivate, die unter Umständen eine Auswirkung auf das Finanzergebnis haben könnten, bestanden nicht. Damit hätte ein um einen Prozentpunkt höheres Marktzinsniveau auf die am 31. Dezember 2019 ausgewiesenen variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten - wie im Vorjahr - keinen mindernden Effekt auf das Finanzergebnis gehabt. Unterstellt ist, dass der höhere Zinssatz für ein ganzes Jahr Anwendung gefunden hätte. Das Fremdwährungsrisiko wird über alle am Bilanzstichtag ungesicherten Netto-Fremdwährungspositionen ermittelt. Eine gleichzeitige Abwertung des Euros gegenüber allen Fremdwährungen um 10% hätte einen ergebniserhöhenden Effekt von 4 Mio € (4) zur Folge gehabt. Weitere Anhangangaben32 Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die liquiden Mittel des FUCHS-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 ("Cashflow Statements") werden die Zahlungsströme unterschieden zwischen betrieblicher Tätigkeit sowie solchen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst den in der Bilanz ausgewiesenen Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Diese beinhalten neben den flüssigen Mitteln im engeren Sinne, also Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, auch kurzfristige Geldanlagen, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird ausgehend vom Ergebnis nach Steuern indirekt abgeleitet. Hierbei werden die zugrunde liegenden Veränderungen von Bilanzpositionen um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Diese Veränderungen der Bilanzpositionen können daher nicht direkt mit den entsprechenden Werten aus der Konzernbilanz abgestimmt werden. Überleitungsrechnung gemäß IAS 7
Die erhaltenen Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen werden im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen. Auch in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt der Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen im EBIT. Damit wird ein besserer Einblick in die Ertrags- und Finanzlage gewährt. Die Cashflows aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit sind jeweils zahlungsbezogen ermittelt. Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus der Veränderung des Konsolidierungskreises werden dabei bereinigt. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. → Überleitungsrechnung gemäß IAS 7 Der Freie Cashflow errechnet sich aus dem Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit und dem Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit. Der Freie Cashflow vor Akquisitionen errechnet sich aus dem Freien Cashflow bereinigt um Auszahlungen für Akquisitionen sowie Einzahlungen aus Desinvestitionen. 33 Erläuterungen zur SegmentberichterstattungIm Rahmen der Segmentberichterstattung bilden die geografischen Regionen entsprechend der konzerninternen Organisations- und Berichtsstruktur des FUCHS-Konzerns die operativen Geschäftssegmente. Diese Aufgliederung orientiert sich gemäß den Grundsätzen des IFRS 8 "Geschäftssegmente" an der konzerninternen Steuerung und spiegelt die Berichterstattung der Geschäftsfelder in den Konzernleitungsgremien wider. Die einzelnen Gesellschaften werden dabei nach ihrer regionalen Zugehörigkeit den Segmenten zugeordnet. Zum 1. Januar 2019 erfolgte eine Änderung der Zuständigkeiten auf Vorstandsebene, entsprechend wurden die Gesellschaften im Mittleren Osten und Afrika einem anderen Segment zugeordnet. Bis zum 31. Dezember 2018 wurden die Gesellschaften im Segment Asien-Pazifik, Afrika ausgewiesen. Seit dem Jahr 2019 erfolgt ein Ausweis im nun neuen Segment Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA). Zur besseren Nachvollziehbarkeit und Transparenz wird das Vorjahr in der Segmentberichterstattung vergleichbar zur aktuellen konzerninternen Organisations- und Berichtsstruktur dargestellt. Den Segmentinformationen liegen dieselben Ansatz- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in den Überleitungen eliminiert. Die Überleitung der Segmentdaten zu den Gesamtwerten des Konzerns ergibt sich aus der Spalte "Holdinggesellschaften inklusive Konsolidierung". Hier sind neben den Abschreibungen und Ergebnissen der Holdinggesellschaften auch die Intersegmenteliminierungen im Bereich der Umsätze enthalten. Konzerninterne Umsätze und Transfers erfolgen zu Preisen und Bedingungen unabhängiger Geschäftspartner. Das Segmentergebnis enthält alle direkt zurechenbaren Positionen sowie in geringem Umfang indirekte Werte. Die Umsatzerlöse und langfristigen Vermögenswerte der Konzerngesellschaften setzen sich wie folgt zusammen: Umsatzerlöse und langfristige Vermögenswerte der Konzerngesellschaften
Die Gesamtentwicklung der Segmente ist auf der Seite 92 dargestellt und zeigt die Werte für das Berichtsjahr und die entsprechenden Vergleichszahlen des Vorjahres. → 92 Segmente Die Aufstellung zeigt für jede geografische Region als zentrale Steuerungsgrößen die Umsatzerlöse und das jeweilige Segmentergebnis (EBIT). Die Summe aus Holdinggesellschaften inkl. Konsolidierungen teilt sich wie folgt auf: Holdinggesellschaften inkl. Konsolidierungen
Die Summe der Segmentergebnisse ist wie folgt auf das Konzernergebnis nach Steuern überzuleiten: Überleitung Summe der Segmentergebnisse auf Konzernergebnis
Die Segmentberichterstattung enthält ebenfalls die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen und Zugänge aus Akquisitionen sowie die Anzahl der Mitarbeiter (inkl. Auszubildende) der Segmente zum Bilanzstichtag und die jeweils erzielten Margen bezogen auf das EBIT vor at Equity einbezogenen Unternehmen. Angaben zu den Umsätzen nach Tätigkeitsbereichen sind in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung unter Anmerkung 1 aufgeführt. → 107 Umsatzerlöse 34 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls nahestehende Unternehmen und Personen (related parties) des FUCHS-Konzerns im Sinne von IAS 24 sind anzusehen:
Beherrschendes Unternehmen ist die RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG. Für die nahestehenden Unternehmen RUDOLF FUCHS GMBH & CO KG, RUDOLF FUCHS KAPITALANLAGEGESELLSCHAFT MBH und FUCHS VERWALTUNGSGESELLSCHAFT MBH erbringt FUCHS PETROLUB SE Dienstleistungen, die durch eine Verwaltungskostenumlage abgegolten werden. Der Umfang dieser Dienstleistungen ist nicht materiell. Weiterhin bestehen Darlehensbeziehungen sowie Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen der Holdinggesellschaft FUCHS PETROLUB SE und ihren in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen; diese Beziehungen sind im vorliegenden Konzernabschluss eliminiert. Gleiches gilt für Bürgschaften der FUCHS PETROLUB SE für Verbindlichkeiten ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Für die von der Holdinggesellschaft wahrgenommenen Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung, Produktmarketing, Markenpflege, Werbung etc. werden den Tochtergesellschaften in Abhängigkeit von deren Umsatz Lizenzgebühren verrechnet. Darüber hinaus werden für Managementleistungen und ähnliche Dienstleistungen Kostenumlagen vorgenommen. Die Abrechnung des Leistungsverkehrs zu nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgt zu Bedingungen wie unter unabhängigen Geschäftspartnern. Gegenüber den at Equity einbezogenen Unternehmen bestehen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr Forderungen des FUCHS-Konzerns zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 2 Mio € (2) sowie sonstige Forderungen in Höhe von 0 Mio € (0). Die Verbindlichkeiten betragen 0 Mio € (0). Der Wert der Warenlieferungen an at Equity einbezogene Unternehmen im Jahr 2019 betrug 14 Mio € (14), die Sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 1 Mio € (1). Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands umfasst folgende Leistungen: Vergütungen des Vorstands
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen 723 T € (791) und sind als kurzfristige sonstige Rückstellung erfasst. Den Arbeitnehmervertretern des Aufsichtsrats wurden über ihre Aufsichtsratsvergütung hinaus Vergütungen von 0,4 Mio € (0,3) für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer gewährt. Mit Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats bestehen keine Beraterverträge. Zu den weiteren Angaben der Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf die Anmerkung 35 sowie den Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE. → 142 Organe → 77 Vergütungsbericht Hinsichtlich der Informationen zu den Pensionsfonds verweisen wir auf die Anmerkung 24. → 125 Rückstellungen für Pensionen Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde gemäß § 312 AktG ein Abhängigkeitsbericht erstellt und dort abschließend erklärt: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens lagen nicht vor." Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat als Abschlussprüferin der FUCHS PETROLUB SE diesen Abhängigkeitsbericht geprüft und mit ihrem Bestätigungsvermerk versehen. 35 OrganeAufsichtsrat
Vorstand
Vergütung der Mitglieder des VorstandsBezüge des Vorstands
Die variablen Vergütungen wurden zum Bilanzstichtag als Sonstige Verbindlichkeiten erfasst. Der Versorgungsaufwand für Pensionszusagen an tätige Mitglieder des Vorstands setzt sich zusammen aus Dienstzeitaufwand für leistungsorientierte Pläne in Höhe von 540 T € (556) und Aufwand für beitragsorientierte Pläne in Höhe von 400 T € (200). Vergütung der Mitglieder des AufsichtsratsDie Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen 723 T € (791). Zu den weiteren Angaben der Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf den Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE. 36 Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktGDer Vorstand und Aufsichtsrat der FUCHS PETROLUB SE haben die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Der Wortlaut ist auf Seite 76 abgedruckt und auf der Internetseite → www.fuchs.com/gruppe/entsprechenserklaerung öffentlich zugänglich gemacht. 37 Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers nach §§ 315e i.V.m. 314 Abs. 1 Nr. 9 HGBUnternehmen der FUCHS-Gruppe haben weltweit folgende Dienstleistungen von PwC in Anspruch genommen: Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers
Davon wurden im Inland für die PwC GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Honorare von 0,4 Mio € (0,4) für Abschlussprüfungsleistungen als Aufwand erfasst. Diese Leistungen bezogen sich auf die Prüfung des Konzernabschlusses der FUCHS PETROLUB SE sowie der gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlüsse der FUCHS PETROLUB SE und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen sowie Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Unterstützung bei Berichterstattungspflichten. Weiterhin wurden im Inland für die PwC GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 0,0 Mio € (0,0) für sonstige Bestätigungsleistungen im Rahmen von Bescheinigungen, 0,0 Mio € (0,0) für Steuerberatungsleistungen im Rahmen der Beratung zu steuerlichen Prozessabläufen und 0,0 Mio € (0,0) für sonstige Leistungen als Aufwand erfasst. 38 Anteilsbesitz nach § 315e i.V.m. § 313 Abs. 2 HGBStand 31. Dezember 2019
1 Anteil der FUCHS PETROLUB SE
einschließlich des mittelbaren Anteilsbesitzes.
39 Ereignisse nach dem BilanzstichtagMit Wirkung zum 24. Januar 2020 hat FUCHS CORPORATION, Delaware (USA) sämtliche Anteile an NYE LUBRICANTS INC, Massachusetts (USA), erworben. Mit dieser Übernahme erweitert der FUCHS-Konzern sein Produktportfolio im Bereich Spezialschmierstoffe. NYE LUBRICANTS INC, Massachusetts (USA), beschäftigt 183 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2019 und erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 50 Mio USD (45 Mio €). Die finanziellen Auswirkungen dieses Erwerbs sind nicht im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 bilanziell abgebildet. Die Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen von NYE LUBRICANTS INC. werden ab dem 24. Januar 2020 in den Konzernabschluss einbezogen. Wir haben die bilanzielle Abbildung des Unternehmenserwerbs noch nicht abgeschlossen. Insbesondere die Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden liegen noch nicht vor. Darüber hinaus haben sich keine Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ereignet.
Mannheim, den 4. März 2020 FUCHS PETROLUB SE Vorstand S. Fuchs D. Steinert Dr. L. Lindemann Dr. R. Rheinboldt Dr. T. Reister 17 Vorschlag über die Verwendung des BilanzgewinnsDer Vorstand wird dem Aufsichtsrat empfehlen, der ordentlichen Hauptversammlung 2020 folgenden Gewinnverwendungsvorschlag vorzulegen: Gewinnverwendungsvorschlag
18 Erklärung des Vorstands und Versicherung nach §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGBWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Mannheim, den 4. März 2020 FUCHS PETROLUB SE Vorstand S. Fuchs D. Steinert Dr. L. Lindemann Dr. R. Rheinboldt Dr. T. Reister 19 Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die FUCHS PETROLUB SE, Mannheim Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der FUCHS PETROLUB SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: ① Sachverhalt und Problemstellung ② Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse ③ Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ① In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt 175,0 Mio € (8,7% der Bilanzsumme) unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt. Dabei bilden die verabschiedeten Mittelfristplanungen den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde ein Wertminderungsbedarf bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Schweden in Höhe von 6 Mio € festgestellt. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. ② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit den verabschiedeten Mittelfristplanungen haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes und der Wachstumsraten wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen. Für Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, bei denen eine für möglich gehaltene Änderung einer Annahme zu einem erzielbaren Betrag unterhalb des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts führen würde, haben wir uns davon vergewissert, dass die erforderlichen Anhangangaben gemacht wurden. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten. ③ Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz" sowie in Textziffer 13 des Konzernanhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Da rüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 7. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. August 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der FUCHS PETROLUB SE, Mannheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dirk Fischer.
Mannheim, den 4. März 2020 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Dr. Bernd Roese, Wirtschaftsprüfer Dirk Fischer, Wirtschaftsprüfer 20 Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,das Geschäftsjahr 2019 war auch für den FUCHS-Konzern herausfordernd. Erstmals seit vielen Jahren konnte der Umsatz nicht gesteigert werden. Die über Erwarten kräftige Abschwächung der Konjunktur, vor allem in der Automobilindustrie, hat verhindert, dass FUCHS sein Wachstumsziel erreicht. Der Vorstand hat schnell auf diese Marktschwäche reagiert und die Kosten energisch angepasst. Gleichzeitig wurden die Maßnahmen zur Gestaltung der Zukunft, die hohen Investitionen und eine Reihe von Akquisitionen fortgeführt. Dabei bleibt das Unternehmen weiterhin grundsolide finanziert. Arbeit in Vorstand und AufsichtsratIm Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat seine ihm nach Gesetz, Satzung, Deutschem Corporate Governance Kodex und Geschäftsordnung obliegenden Beratungs- und Überwachungsaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. In der ersten Jahreshälfte erfolgte ein Wechsel im Aufsichtsrat. Herr Dr. Bock hat mit Ablauf der Hauptversammlung am 7. Mai die Nachfolge von Herrn Dr. Hambrecht angetreten, auf der Arbeitnehmerseite hat Herr Lehfeldt Herrn Münkel abgelöst. Im Geschäftsjahr 2019 haben Aufsichtsrat und Vorstand die gute und effektive Zusammenarbeit fortgesetzt. Der Vorstandsvorsitzende hat den Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig und unverzüglich über alle Ereignisse von wesentlicher Bedeutung unterrichtet. Darüber hinaus standen Aufsichtsrat und Vorstand auch außerhalb der Sitzungen in engem Kontakt, um einen steten Informations- und Meinungsaustausch sicherzustellen. Bei der Überprüfung der Effizienz seiner eigenen Tätigkeit hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Dezember 2019 keinen wesentlichen Verbesserungsbedarf festgestellt. Dem Aufsichtsrat gehört eine angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder im Sinne von Nummer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex (Fassung 2017) an. Weder bei Vorstands- noch bei Aufsichtsratsmitgliedern traten im Berichtszeitraum Interessenkonflikte auf. Berichte und SitzungenIn insgesamt sechs Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2019, an denen jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen haben, hat der Vorstand den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über Geschäftspolitik, Geschäftsentwicklung, Rentabilität, Liquidität und Risikolage des Unternehmens sowie zu allen relevanten Fragen der strategischen Weiterentwicklung entsprechend den in der Geschäftsordnung festgelegten Pflichten unterrichtet. Des Weiteren waren die Berichte aus den Ausschüssen sowie die Themen Budgetüberwachung einschließlich Investitionsentwicklung und wesentliche Investitions- und Akquisitionsprojekte regelmäßige Informations- und Beratungsschwerpunkte. Nach entsprechender Prüfung und Beratung hat der Aufsichtsrat den Beschlussvorschlägen des Vorstands zugestimmt, soweit dies nach Gesetz oder Satzung erforderlich war. In der Bilanzsitzung am 19. März 2019 hat das Gremium den Jahres- und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht und die nichtfinanzielle Erklärung der FUCHS PETROLUB SE, den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und den Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen im Beisein des Abschlussprüfers abschließend geprüft, erörtert und verabschiedet. In dieser Sitzung erfolgte auch die Verabschiedung der Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung 2019 der FUCHS PETROLUB SE. Schließlich informierte sich der Aufsichtsrat ausführlich über die Human-Resources-Strategie des Konzerns. In der Sitzung am 7. Mai 2019, unmittelbar vor der Hauptversammlung, waren der Bericht des Vorstands über die aktuelle Geschäftslage des Konzerns nach Abschluss des ersten Quartals, die Investitions- und Akquisitionsprojekte sowie Maßnahmen zur Kostensenkung Schwerpunkte der Befassung. In der direkt im Anschluss an die Hauptversammlung durchgeführten Sitzung fanden die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden sowie Neuwahlen in den Personal- und Nominierungsausschuss statt. Herr Dr. Kurt Bock wurde zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und als Mitglied beider Ausschüsse gewählt. In der Sitzung am 12. Juli 2019 befasste sich der Aufsichtsrat insbesondere mit der Geschäftslage des Konzerns, den Investitions- und Akquisitionsprojekten sowie dem aktuellen Stand des Projekts FUCHS2025. Des Weiteren informierte er sich über die Geschäftsentwicklung der FUCHS SCHMIERSTOFFE GMBH und nahm an einer Werks- und Laborführung am Standort Mannheim teil. Die Strategie des Unternehmens, das Projekt FUCHS2025 sowie die Beratungen zur Lage des Konzerns und von Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland waren wesentliche Gegenstände der Aufsichtsratssitzung am 9. Oktober 2019. Darüber hinaus setzte sich der Aufsichtsrat mit den voraussichtlichen Neuerungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Entwurfsfassung 2019 auseinander. In der Sitzung am 16. Dezember 2019 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Lage des Konzerns, dem Budget 2020 einschließlich dem Investitionsbudget sowie mit aktuellen Akquisitionsthemen. Er informierte sich über das Chancen- und Risikomanagement, die Ergebnisse und Empfehlungen der Internen Revision sowie den Prüfungsplan für das Geschäftsjahr 2020. Des Weiteren beschäftigte sich das Gremium mit den Themen aus der Compliance-Organisation und der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung 2020. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat mit der nichtfinanziellen Erklärung nebst damit verbundenen Kennzahlen. Die Entsprechenserklärung 2019 zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde verabschiedet und Anpassungen in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wurden beschlossen. Ferner hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Personalausschusses die Vorstandsverträge im Hinblick auf zu erwartende Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex angepasst. Auf Basis der vom Personalausschuss ermittelten Zielerreichung legte der Aufsichtsrat außerdem den Leistungsfaktor zur Bestimmung der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 fest. Arbeit der AusschüsseIm Aufsichtsrat bestehen drei Ausschüsse: Prüfungsausschuss, Personalausschuss und Nominierungsausschuss. Die Ausschussvorsitzenden berichteten jeweils in der folgenden Aufsichtsratssitzung umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen. Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen. An den Sitzungen nahmen regelmäßig der Finanzvorstand und die Leiter der Abteilungen Finanzen und Controlling sowie Rechnungswesen teil. Der Abschlussprüfer war bei drei Sitzungen zu einzelnen Tagesordnungspunkten anwesend. Der Ausschuss befasste sich schwerpunktmäßig mit dem Jahresabschluss der FUCHS PETROLUB SE und dem Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lagebericht, der nichtfinanziellen Erklärung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, dem Risikomanagementsystem, der Tätigkeit der Internen Revision und mit Compliance-Themen. Der Prüfungsausschuss hat die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht des Konzerns vor deren Veröffentlichung stets ausführlich erörtert. Er legte zudem die Prüfungsschwerpunkte für das Berichtsjahr fest, erteilte den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und befasste sich mit den Neuregelungen zur Rechnungslegung und Berichterstattung. Der Personalausschuss ist zu Vorstandspersonalangelegenheiten beratend und entscheidungsvorbereitend für den Aufsichtsrat tätig. Im Berichtsjahr fand am 15. Dezember 2019 eine Sitzung statt, in der sich der Ausschuss insbesondere mit der Bestimmung des Leistungsfaktors der variablen Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 und mit Vorschlägen zu Anpassungen der Vorstandsverträge befasste. Im Ergebnis wurde dem Aufsichtsrat eine Erhöhung der fixen Grundvergütung, die sich auch in einer Erhöhung der Altersvorsorge niederschlägt, sowie eine noch stärkere Betonung der langfristigen variablen Vergütung empfohlen. Übersicht über die Teilnahme der Mitglieder an den jeweiligen Sitzungen im Geschäftsjahr 2019
Der Nominierungsausschuss, dessen Aufgabe es ist, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorzuschlagen, trat im Berichtsjahr nicht zusammen. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDer Prüfungsausschuss hat den Auftrag zur Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2019 einschließlich Lagebericht entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2019 der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, (PwC) erteilt. Der Abschlussprüfer hat seine Unabhängigkeitserklärung abgegeben und erläutert. PwC hat den nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 sowie den auf Grundlage der in der EU anzuwendenden internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der FUCHS PETROLUB SE geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Dabei hat der Abschlussprüfer die bei der Auftragserteilung vom Prüfungsausschuss für den Berichtszeitraum festgelegten Prüfungsschwerpunkte vertieft behandelt. Insbesondere bestätigte der Abschlussprüfer, dass der Vorstand gemäß § 91 Absatz 2 AktG ein angemessenes Überwachungssystem eingerichtet hat, das geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Während der Prüfung hat der Abschlussprüfer keine Tatsachen festgestellt, die der von der FUCHS PETROLUB SE zum Deutschen Corporate Governance Kodex im Jahr 2019 veröffentlichten Entsprechenserklärung widersprechen. Ebenso hat er keine eigenen Ausschluss- oder Befangenheitsgründe festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht, die nichtfinanzielle Erklärung sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung eingehend geprüft. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen sämtlichen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden sowohl im Prüfungsausschuss in dessen Sitzung am 4. März 2020 als auch in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 18. März 2020 jeweils umfassend behandelt. An beiden Sitzungen nahm der Abschlussprüferteil. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat bestanden keine Einwendungen gegen die Berichterstattung des Vorstands. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse gebilligt und damit den Jahresabschluss 2019 der FUCHS PETROLUB SE festgestellt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht auftragsgemäß geprüft, dem Aufsichtsrat über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands. DankDer Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des FUCHS Konzerns sowie den Arbeitnehmervertretungen für ihren tatkräftigen Einsatz, ihre persönlichen Beiträge und die konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Unternehmens. Ein besonderer Dank des Aufsichtsrats gilt den ausgeschiedenen Mitgliedern für die gute und konstruktive Zusammenarbeit, insbesondere Herrn Dr. Hambrecht, der den Aufsichtsrat seit 2011 als dessen Vorsitzender führte. Herr Münkel hat als Vorsitzender des Betriebsrats dem Gremium auf der Arbeitnehmerseite seit 2009 angehört.
Mannheim, den 18. März 2020 Der Aufsichtsrat Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Aufsichtsrats 21 Hinweise und zukunftsgerichtete AussagenZukunftsgerichtete Aussagen und PrognosenDieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der FUCHS PETROLUB SE beruhen. In die Zukunft gerichtete Aussagen sind alle Aussagen, die sich nicht auf historische Tatsachen und Ereignisse beziehen und solche in die Zukunft gerichtete Formulierungen wie "glaubt", "schätzt", "geht davon aus", "erwartet", "nimmt an", "prognostiziert", "beabsichtigt", "könnte", "wird" oder "sollte" oder Formulierungen ähnlicher Art enthalten. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, des politischen Umfelds, der Beschaffungspreise, der Wechselkurse und der Zinssätze sowie Veränderungen innerhalb der Schmierstoffindustrie gehören. Die FUCHS PETROLUB SE übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Geschäftsbericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren. RundungshinweisAufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Geschäftsbericht nicht exakt zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Hinweise zum GeschäftsberichtDieser Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor, bei Abweichungen geht die deutsche maßgebliche Fassung des Geschäftsberichts der englischen Übersetzung vor. Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten verzichten wir auf den Druck des Geschäftsberichts und veröffentlichen diesen ab diesem Jahr ausschließlich in digitaler Form. |
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