KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH

Bernd-Beltrame-Straße 7, 09399 Niederwürschnitz, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRB 22828
Vorher
AB 23/02 Vermögensverwaltungs GmbH
Eingetragen
20.11.2002
Branche
Herstellung von Lagern, Getrieben, Zahnrädern und AntriebselementenHerstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und Gießmaschinen
Gegenstand
Metallbearbeitung und -verarbeitung, insbesondere Entwicklung und Herstellung von Aggregaten und Baugruppen für Getriebe, rotationssymmetrischen Teilen, Stanz- und Feinstanzteilen und Werkzeugen aller Art sowie deren Vertrieb

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Elsässer
seit 11.12.2024
Geschäftsführer
Heiko Vieweg
seit 11.12.2024
Prokura
Lynn Decker
seit 11.12.2024
Prokura
Marc Ludwar
seit 11.12.2024
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert0.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH

Niederwürschnitz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH befindet sich zu 100 % im Besitz der AVICEM KOKI GmbH & Co. KG mit Sitz in Glauchau.

Die KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH ist als Automobilzulieferer im Bereich Getriebe tätig und ist Spezialist für innere Schaltungen. Das Produktportfolio umfasst Schaltdome, Schaltgabeln sowie Parksperrsysteme und wird in Deutschland und Europa an namenhafte OEMs vertrieben. KOKI zeichnet sich dabei durch sein angebotenes Leistungsspektrum, beginnend bei der Entwicklung über den Prototypenbau bis hin zur Serienproduktion aus.

In Deutschland unterhielt KOKI im Geschäftsjahr zwei Standorte, einen in Niederwürschnitz und den zweiten in Glauchau (beide in Sachsen) mit einem Personalbestand im Durchschnitt von 356 Mitarbeitern (VJ. 329 Mitarbeiter).

International bedient KOKI mittels seines ehemaligen Joint Venture-Unternehmens in Indien (Auflösung JV Vertrag im März 2023, Kunden- / Lieferantenbeziehung besteht weiter) sowie dem Tochterunternehmen in Wuhan sowohl den lokalen indischen als auch den asiatischen Markt, wobei KOKI für diese Märkte vorrangig seine Entwicklungsleistungen aus Deutschland heraus einbringt.

Forschung und Entwicklung

Die KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH versteht sich wie bisher als Systemlieferant und wird auch zukünftig den kompletten Produktentstehungsprozess für Bauteile und Baugruppen im Automobil anbieten.

Dieser Bereich umfasst die Abteilungen Entwicklung, Konstruktion, Muster- und Werkzeugbau sowie Fertigungstechnik und besteht im Berichtsjahr aus durchschnittlich 9 Mitarbeitern.

Die im Vorjahr betrachteten Neuerungen beim Laserschweißen wurden implementiert und bilden einen wichtigen Baustein, um Kapazitätserhöhungen in 2024 ff darzustellen. Generell wurden über 200 Stück Prototypen für potentielle Neuprojekte im Musterbau hergestellt. Die dazugehörigen Designs wurden bei KOKI auf der Basis von Kundenzeichnungen weiterentwickelt und auf eine mögliche Serienproduktion bei KOKI optimiert.

Im Geschäftsjahr 2023 hält KOKI 37 Patente und ein Gebrauchsmuster. Aktuell sind 6 Offenlegungen aktiv, davon 5 Nationalisierungen und eine Neuanmeldung.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die allgemeine Situation in der Zulieferindustrie der Automobilhersteller ist signifikant geprägt von der Verunsicherung der Transformation zur E-Mobilität. Wegfallende staatliche Zuschüsse sowie fehlende Marktakzeptanz bringen den gesamten Prozess ins Stocken, was zu Überkapazitäten und Ausfällen in den Werken führt. Die Autohersteller arbeiten an neuen Strategien, um dem Bedarf der Kunden gerecht zu werden. Des Weiteren sind die Unsicherheiten der aktuellen Kriege spürbar.

Positiv entwickeln sich die reinen Energiepreise, diese sind im zweiten Halbjahr 2023 gefallen und die Prognosen zur Verfügbarkeit stimmen positiv.

Im Jahr 2023 wurden auf dem europäischen Pkw-Markt wieder mehr Fahrzeuge verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr erhöht sich die Menge um rund 14 Prozent auf 12,85 Mio. Neufahrzeuge. Damit blieb allerdings auch im vergangenen Jahr die Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen der beiden Vorjahre aus. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 lag der Absatz bei rund 17 Mio. Fahrzeugen. In den Prognosen der nächsten Jahre wird sich nach Schätzungen der Markt bei ca. 15 Mio. Fahrzeuge einpegeln. Betrachtet man die Antriebsquellen so sind in 2023 ca. 50% Benziner, ca. 14% Diesel, ca. 16 % reine Elektro sowie ein hoher Anteil Hybrid mit ca. 20% verkauft wurden.

Das Jahresergebnis konnte durch höheren Umsatz, im Vergleich zum Vorjahr, verbessert werden, dabei halfen höhere Mengen und höhere Preise von den Kunden. Dennoch war das Abrufverhalten der Kunden stark schwankend und von kurzfristigen Sprüngen geprägt. Damit ist, wie in den vergangenen Jahren, die Planung sowohl von Kapazitäten als auch von Umsätzen und Ergebnis in weiten Teilen unsicher und anfällig.

2.2 Geschäftsverlauf

Entgegen den Planvorgaben des Restrukturierungsplanes aus 2022 war das Geschäftsjahr 2023 zuletzt mit einem Umsatz in Höhe von EUR 64 Mio. und einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR -8,2 Mio. geplant. Der Umsatzerlös mit EUR 66,3 Mio. (Vorjahr EUR 55,2 Mio.) übertrifft schließlich die Erwartung, bleibt aber dennoch mit rund 6 Mio. hinter dem ursächlichen Restrukturierungsplan zurück. Hieraus folgt ein Ergebnis vor Steuern mit EUR -8,1 Mio. (Vorjahr EUR -16,0 Mio.), welches sowohl gegenüber der letzten Planung als auch gegenüber der Vorgabe des Restrukturierungsplanes positiver ist.

Die Gründe hierfür finden sich im Wesentlichen im Festhalten und Abarbeiten des Restrukturierungsplanes.

Die in 2022 begonnenen Preisverhandlungen mit den Kunden waren Schwerpunkt über das gesamte Geschäftsjahr 2023. Dabei konnte ein Großteil der geplanten Erhöhungen realisiert werden, nicht finalisierte Verhandlungen werden in 2024 weitergeführt.

Die strukturelle Marktänderung unserer Kunden, vom Verbrennungsmotor hin zum Elektoantrieb, hat in 2023 an Fahrt verloren. Die daraus resultierenden Unsicherheiten haben sich auch im Abrufverhalten niedergeschlagen. Über das gesamte Geschäftsjahr blieben die Abrufe hinter dem Budget zurück.

Die pandemiebedingten Einflüsse aus dem Jahr 2022 haben sich im Laufe 2023 auf ein Normalmaß zurückentwickelt. So ist eine höhere Personalverfügbarkeit auf Grund verbesserter Fitness-Quote zu verzeichnen. Auch übermäßig hohe Lieferzeiten von Verbrauchsmaterial oder Ersatzteilen sowie damit in Verbindung stehende Preissteigerungen für beispielsweise Energie oder Rohmaterial sind im Laufe des Jahres 2023 rückläufig. So begründet sich eine deutlich bessere Materialquote, im Vergleich zum Budgetansatz, in eben diesen Preissenkungen für Vormaterial.

Trotz der verbesserten Krankensituation gegenüber dem Jahr 2022, konnten die gesteckten Ziele zum Personalbudget nicht erreicht werden. Wesentlich hierfür war, dass die im Restrukturierungsplan verankerte Steigerung der Produktivität in Höhe von 20 % deutlich verfehlt wurde. Auf der anderen Seite konnte eine Stabilisierung der Produktivität, mit Schwerpunkt auf Ausbringung und Qualität, erzielt werden, was eine deutliche Verbesserung der Qualitätskosten und Sonderfahrten zur Folge hatte.

Zu Ende Juli 2023 erfolgte ein Wechsel in der Geschäftsführung. Zudem wurde ein Prokurist eingesetzt. Umfangreiche organisatorische Anpassungen folgten bis Ende des Geschäftsjahres. Auch hier wird dem Restrukturierungsplan gefolgt, um der Stabilisierungsphase die Optimierungsphase folgen zu lassen.

2.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme beläuft sich auf EUR 96,4 Mio. (Vj. EUR 80,8 Mio.) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um EUR 15,6 Mio. erhöht. Die Liquidität wurde im Geschäftsjahr 2023 ganz überwiegend aus liquiden Mitteln im Rahmen zusätzlich zur Verfügung gestellter Gesellschafterdarlehen abgesichert. Das Anlagevermögen in Höhe von EUR 18,4 Mio. (Vj. EUR 21,1 Mio.) besteht zum Stichtag vor allem aus Sachanlagen in Höhe von EUR 7,7 Mio. (Vj. EUR 9,8 Mio.) und Finanzanlagen in Höhe von EUR 10,6 Mio. (Vj. EUR 11,1 Mio.).

Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um EUR 2,7 Mio. reduziert. Die Reduzierung teilt sich im Wesentlichen auf in EUR 2,1 Mio. aus Reduzierung der Sachanlagen und EUR 0,5 Mio. aus Reduzierung der Finanzanlagen. Im Bereich der Sachanlagen stehen den Investitionen in Höhe von EUR 0,6 Mio. Abschreibungen in Höhe von EUR 2,7 Mio. gegenüber.

Die Veränderung in den Finanzanlagen in Höhe von EUR -0,5 Mio. resultiert aus dem Anteilrückkauf durch Best Koki und damit der Auflösung des JV Vertrages im März 2023.

KOKI TECHNIK Transmission Systems (China) Co., Ltd erzielte eine Gesamtleistung von umgerechnet EUR 22,1 Mio. (Vj. EUR 32,1 Mio.) mit einem Ergebnis vor Steuern EUR -1,0 Mio. (Vj. EUR 2,0 Mio.). Das Geschäft der ICV Industrie Coating GmbH, Oberndorf ist gemäß dem vorläufigen Jahresabschluss mit einem Umsatz von EUR 1,8 Mio. (Vj. EUR 1,6 Mio.) stabil.

Das Umlaufvermögen in Höhe von EUR 44,3 Mio. (Vj. EUR 34,0 Mio.) beinhaltet neben dem Vorratsvermögen in Höhe von EUR 13,9 Mio. (Vj. EUR 13,8 Mio.) hauptsächlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 5,6 Mio. (Vj. EUR 5,3 Mio.). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind von EUR 1,5 Mio. auf EUR 1,0 Mio. gesunken.

Der Kassen- und Bankbestand zum Ende des Geschäftsjahres beträgt EUR 22,9 Mio. (Vj. EUR 8,8 Mio.) und hat sich somit gegenüber dem Vorjahr um EUR 14,1 Mio., als Resultat aus den neuen Gesellschafter-Darlehen (siehe 2.5 Finanzlage), erhöht.

Auf der Passivseite der Bilanz, verringern sich im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 0,0 Mio. (Vj. EUR 48,3 Mio.) durch die Umwandlung eines Bankdarlehens BOCOM in ein Gesellschafterdarlehen.

Das Eigenkapital beträgt zum Ende des Jahres EUR 0 (Vj. TEUR 0). Es ergibt sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von EUR 33,6 Mio. (Vj. EUR 25,5 Mio.). Die Rückstellungen erhöhten sich auf EUR 11,7 Mio. (Vj. EUR 10,2 Mio.) vor allem aufgrund von Rückstellungen für Drohverluste aus einem bestehenden Mietverhältnis und für drohende Rückzahlungen aus erhaltenen Fördermitteln. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringern sich auf EUR 4,5 Mio. (Vj. EUR 5,0 Mio.). Ein erheblicher Anstieg ist bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 80,0 Mio. (Vj. EUR 14,5 Mio.) als Folge neu ausgereichter Gesellschafterdarlehen zu verzeichnen. Weiter findet sich hier die Umwandlung des vorgenannten Bankdarlehens BOCOM in ein Gesellschafterdarlehen EUR 48,1 Mio. wieder. Die Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen sinken in Folge der Beendigung der Beteiligung an Best Koki Automotive (P) Ltd. auf EUR 0,02 Mio. (Vj. EUR 0,6 Mio.) und beschränken sich fortan auf die Verbindlichkeiten ggü. der Beteiligung ICV. Die Reduzierung der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 0,3 Mio. (Vj. EUR 1,1 Mio.) ergibt sich im Wesentlichen aus dem sukzessiven Abbau von Mietkaufverbindlichkeiten.

2.4 Ertragslage

Allgemein

Für das Berichtsjahr war zuletzt ein Umsatz von EUR 64 Mio. geplant, der zum Jahresabschluss mit EUR 66 Mio. (Vj. EUR 55 Mio.) geringfügig übererfüllt werden konnte.

Das Unternehmen fertigt in Serien und Großserien auf Basis langjähriger Lieferverträge, die auf einer Jahresstückmenge basieren. Die Unterversorgung mit Halbleitern war in 2023 nicht mehr das dominierende Thema. Vielmehr sorgte der nicht planmäßig verlaufende Wandel hin zur Elektromobilität für Unsicherheiten in den Abrufen der Kunden.

Die Qualitätskosten betrugen im Geschäftsjahr 2,75% vom Umsatz.

Die teilweise drastischen Preiserhöhungen aus 2022 setzten sich in 2023 nicht fort. Im Gegenteil, insbesondere für Stahl und Aluminium und auch auf dem Energiesektor war eine Preisreduktion zu beobachten.

Im Bereich Personal konnte der hohe Krankenstand aus 2022 (10,3%) nur leicht verbessert werden (9,4%). Weiterhin ist die allgemeine Situation am Personalmarkt durch hohen Wettbewerb um Fachkräfte geprägt. Diesem Wettbewerb konnte teilweise nur durch finanzielle Anreize begegnet werden kann.

Entwicklung im Berichtszeitraum

Der Umsatz in 2023 wurde weiterhin von unserem Hauptkunden Volkswagen bestimmt.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt EUR -8,1 Mio. (Vj. EUR -16,0 Mio.). Das entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr von EUR 7,9 Mio. Maßgeblichen Einfluss hatten die erfolgreichen Preisverhandlungen mit unseren Kunden, deren Effekt sich auf EUR 6,2 Mio. beläuft.

2.5 Finanzlage

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgte im Wesentlichen über Gesellschafterdarlehen (EUR 31,4 Mio.) sowie bis Dezember 23 über einen Darlehensvertrag der Bank of Communication (EUR 48,1 Mio.), der im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung zur Schuldübernahme vorfristig durch den mittelbaren Gesellschafter AVICEM HK Ltd. abgelöst wurde und in ein Darlehen gegenüber dem mittelbaren Gesellschafter - der AVICEM HK Ltd. - in Höhe von EUR 48,1 Mio. übergegangen ist.

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist mit EUR +0,1 Mio. (Vj. EUR -6,5 Mio.) cash neutral. Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR -0,6 Mio (Vj. EUR -0,3 Mio.) Weiterhin liegt der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit mit EUR +14,6 Mio. (Vj. EUR +9,0 Mio.) im positiven Bereich, was hauptsächlich aus den im Geschäftsjahr neu gewährten Gesellschafterdarlehen resultiert. Bereits zum Vorjahr bestehende Gesellschafterdarlehen wurden im Q3 2023 um 2 Jahre verlängert und neu im Q3 2023 ausgereichte Darlehen basieren auf einer Laufzeit von 2 Jahren, so dass zum Ende des Geschäftsjahres alle Gesellschafterdarlehen eine Laufzeit bis 2025 ausweisen.

Das Darlehen der Bank of Communication bestand bis Dezember 2023 in Höhe von EUR 48,3 Mio. und hatte eine Laufzeit von 3 Jahren bis 9. Juli 2024. Seit Ende August 2023 lag dem Unternehmen eine schriftliche Erklärung der AVIC Aerospace System Co., Ltd, Peking, Volksrepublik China, vor, wonach die Refinanzierung direkt durch den Konzern abgesichert wird. Zum 21.12.2023 wurde dies umgesetzt und das Bankdarlehen durch ein Gesellschafterdarlehen ersetzt. Die bis 31. Dezember 2023 befristete Patronatserklärung ist ausgelaufen. Vor diesem Hintergrund wurden zur finanziellen Absicherung des Unternehmens bis einschließlich Q1 2025 im Q3 2023 drei weitere Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 16.978 Mio. vertraglich vereinbart und im Verlauf des 3. und 4. Quartals ausgezahlt. Ergänzend wurden separate qualifizierte Rangrücktrittserklärungen durch die Gesellschafterin und den mittelbaren Gesellschafter ausgestellt bzw. in den neuen Verträgen mit aufgenommen. Mittels dieser Maßnahmen ist eine Finanzierung des Unternehmens mittelfristig abgesichert.

2.6 Restrukturierung

Vor dem Hintergrund der in der Vergangenheit, speziell im Geschäftsjahr 2022, nicht erreichten Ziele wurde ein überarbeitetes Restrukturierungsprogramm durch die Geschäftsführung in 2022 auf den Weg gebracht. Die Restrukturierung umfasst einen Zeitraum von 2 Jahren und wird in mehreren klar definierten Schritten durchgeführt.

Wesentliche Elemente des neu definierten Restrukturierungsprogrammes sind:

- Stabilisierung der Produktionsleistung sowie Steigerung der Produktivität einschließlich des Abbaus von Rückständen in der Belieferung

- Durchführung dringender Investitionen (Capex) sowie Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen (insbesondere vorbeugende Instandhaltung)

- Wiederaufbau einer stabilen Stammbelegschaft nach dem dramatischen Personalabbau der Vergangenheit; Abbau von Leihpersonal

- Verbesserung der Materialverfügbarkeit

- Durchgängige Prozessverbesserungen unter Einsatz standardisierter IT-Lösungen

- Reduzierung von Qualitätskosten

- Optimierung der Bereiche Logistik und Disposition

Zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Restrukturierung sind Beiträge aller Stakeholder:

Gesellschafter

Der Gesellschafter trägt das Restrukturierungskonzept mit, so dass dem Unternehmen wie im Punkt 2.5 ausgeführt liquide Mittel zugeführt wurden. Diese Geldmittel ermöglichen es dem Unternehmen, Investitionen und dringende Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

In 2023 wurden EUR 2,1 Mio. für Restrukturierungsmaßnahmen mit hauptsächlichem Fokus auf Instandhaltungsmaßnahmen verwendet. Für 2024 sind weitere EUR 1,2 Mio. budgetiert. Aus Investitionstätigkeit sind in 2023 EUR 0,6 Mio. in das Programm geflossen, für 2024 sind EUR 2,1 Mio. geplant.

Arbeitnehmer, Betriebsrat und Gewerkschaft

Das neue Restrukturierungskonzept wird ebenfalls von diesen Parteien unterstützt. Dies dokumentiert sich im Abschluss von Betriebsvereinbarungen und einer Einigung mit der Gewerkschaft über die Höhe einer zu leistenden Einmalzahlung in 2023.

Kunden

Das Unternehmen ist mit den Kunden in Gespräche über nennenswerte Preisanpassungen eingetreten. Wie im Punkt 2.4 erwähnt unterstützen auch unsere Kunden das Restrukturierungsprogramm.

Lieferanten

Wir beobachten im ersten Quartal 2023 eine gewisse Stabilisierung der Beschaffungspreise auf hohem Niveau und teilweise sogar Entspannung bei den Beschaffungspreisen, dies besonders bei den Energiepreisen. Folglich wurde in Preisverhandlungen mit Lieferanten eingetreten. Darüber hinaus wurden die Zahlungsbedingungen ebenfalls im ersten Halbjahr überprüft und punktuell angepasst.

Infolge der unter 2.7 ausgeführten Verzögerungen kann in 2024 eine "Schwarze Null" entgegen dem Restrukturierungsplan noch nicht vollständig erreicht werden. Dafür ist eine Cash-Neutralität realisierbar.

2.7 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die wesentlichen Leistungsindikatoren sind Umsatz und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, deren Entwicklung unter "2.2 Geschäftsverlauf" dargestellt wird. Für die interne Unternehmenssteuerung werden die monatliche Ergebnisanalyse und Budget-Ist-Vergleiche herangezogen.

Für das Geschäftsjahr 2024 wurde auf Grund der vom Kunden vorgesehenen Abnahmemengen eine marginale Umsatzreduzierung von ca. -5,1% budgetiert.

Im Vergleich zum Berichtsjahr und auch infolge nachlaufender Investitionen aus dem Berichtsjahr sind für 2024 abweichend vom originären Restrukturierungsplan Investitionen in Höhe von EUR 2,1 Mio. (EUR 1,6 Mio. laut Restrukturierungsplan) mit Fokus auf die Erneuerung von Fertigungsanlagen vorgesehen. Damit wird sowohl dem Restrukturierungsansatz, als auch der verstärkten Akquise von Neugeschäft Rechnung getragen. Die mit diesen Investitionen verbundene Steigerung der Produktivität um 20% in 2024 im Vergleich zum Vorjahr, bei gleichzeitiger Reduzierung der Qualitätskosten auf 1,3% des Umsatzes ist Fokus und Schwerpunkt der operativen Steuerung.

Im Bereich Personal sind im Rahmen des Restrukturierungsplanes die Ziele einer nahezu vollständigen Reduzierung des Leihpersonals sowie Reduzierung der Krankheitsquote auf 7,5% für 2023 auf 2024 geschoben. Die beschriebene Abruferhöhung gegenüber Budget macht den Einsatz von Leihpersonal jedoch punktuell notwendig. Das gesetzte Ziel zur Reduzierung der Krankheitsquote ist voraussichtlich nicht erreichbar.

2.8 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Das Berichtsjahr 2023 zeigte, wie auch die Vorjahre, sehr deutlich, welche Auswirkungen das Fehlen einer qualifizierten Stammbelegschaft zur Folge hat. Aus diesem Grund konzentriert sich das Unternehmen vorrangig auf die Qualifizierung und die Etablierung eines Personalstamms. Zu diesem Zweck wurden in 2023 alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Personalsuche in Festanstellung ausgenutzt. Die Weiterbildung und Qualifizierung des vorhandenen Stammpersonals sind weitere Maßnahmen, um ein hochqualifiziertes Stammpersonal zu erhalten.

Kundenbelange

Ein Ziel des Restrukturierungsprogrammes ist die Wiederherstellung der Lieferperformance und damit der Kundenzufriedenheit. Ferner ist die Aushandlung kostendeckender Preise für alle Produkte mit den Kunden unerlässlich und zwingende Voraussetzung für den Erfolg der Restrukturierung. Die Verhandlungen konnten bis Q3 2023 erfolgreich und weitgehend abgeschlossen werden. Ausstehende Verhandlungen werden in 2024 finalisiert.

Energie und Umwelt

Das Unternehmen ist DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Im Bereich "Energiemanagement" verfolgt das Unternehmen das Ziel, vorhandene Standorte energetisch zu sanieren und damit verbunden auch Kosten zu senken sowie den CO 2 Ausstoß zu reduzieren. In 2023 wurden keine konkreten Maßnahmen umgesetzt, die Investitionsplanung 2024 sieht allerdings die Installation eines nachhaltigen Solar-Luft-Kollektors vor.

Qualität

Das ambitionierte Ziel des Unternehmens, im Jahr 2023 die Qualitätskosten um 50% zu reduzieren wurde erreicht. Eine weitere Reduzierung von 2,75% in 2023 auf 1,3% in 2024 ist im Budget verankert.

2.9 Gesamtaussage

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2023 kann als durchaus befriedigend bezeichnet werden.

Die Verbesserung im Unternehmensergebnis ist zusammenfassend das Ergebnis der konsequenten Umsetzung des Restrukturierungsplanes. Die bereits verhandelten Preiserhöhungen beim Kunden in Verbindung mit den, vor allem im zweiten Halbjahr stabileren Abrufen, führte in 2023 zu einem soliden Umsatzniveau. Die deutlich verbesserte Qualitätsperformance und eine produktive Ausbringung auf Niveau der Kundenabrufe sorgte für eine deutliche Senkung der Sondertransportkosten.

Die Stabilisierung der Stammbelegschaft erlaubte eine erste leichte Steigerung der Produktivität. Hier liegt für 2024, wie bereits erwähnt, der größte Fokus. Die gemäß Restrukturierungsplan eingesetzten Mittel aus OPEX und CAPEX stützen diese Fokussierung.

3. Chancen- und Risikobericht

Bestandsgefährdende Liquiditätsrisiken

Auch das Geschäftsjahr 2023 war durch eine angespannte Liquiditätslage geprägt, die nur durch weitere liquide Mittel des Gesellschafters bewältigt werden konnte. Infolge der anhaltenden Verlustsituation weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 33,6 Mio. (Vj. EUR 25,5 Mio.) aus.

Da die Gesellschaft im Berichtsjahr nicht in der Lage war und auch bis zum Abschluss des Restrukturierungsprogrammes in 2024 nicht in der Lage sein würde, ihren finanziellen Verpflichtungen aus dem operativen Cashflow nachzukommen, war diese auf weitere Darlehen aus dem Gesellschafterkreis oder Zahlungen aus der seit dem 23. Juli 2020 bestehenden und zum 31.12.2023 ausgelaufenen Patronatserklärung angewiesen. Folglich wurden im Verlauf des Jahres 2023 zur finanziellen Absicherung des Unternehmens bis Q1 2025 und vor dem Hintergrund der auslaufenden Patronatserklärung weitere Gesellschafterdarlehen vertraglich abgeschlossen und ausgegeben. Bereits bestehende Gesellschafterdarlehen wurden im Q3 2023 um jeweils 2 Jahre verlängert, so dass eine Rückzahlungsverpflichtung frühestens in 2025 eintritt. Die Rückzahlungsverpflichtung unterliegt ergänzend einer qualifizierten Rangrücktrittserklärung. Des Weiteren erfolgte zum Ende des Berichtsjahres die vorfristige Refinanzierung des in 2024 auslaufenden Darlehens gegenüber der Bank of Communication durch den mittelbaren Gesellschafter, so dass auch für diesen Umfang frühestens zum Ende 2025 eine Rückzahlungsverpflichtung, die gleichfalls einem entsprechenden qualifizierten Rangrücktritt unterliegt, eintritt. Somit ist der Fortbestand der Gesellschaft und des Konzerns auf Basis der aufgestellten Liquiditätsplanung mittelfristig finanziell abgesichert.

Zur Überwachung der Liquiditätsrisiken erstellt die Gesellschaft einen rollierenden mittelfristigen Liquiditätsplan unter Einbeziehung aller vorhandenen Kreditlinien.

Betriebstypische Risiken

Risiken bestehen grundsätzlich in den konjunkturellen Schwankungen der Automobilindustrie u.a. im europäischen Markt, wenn gleich die aktuelle Tendenz eine Verringerung im Tempo der Wende hin zur Elektromobilität aufzeigt. Eine geringere Auslastung von kundenspezifischen Anlagen kann auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Unterjährig besteht für das Unternehmen nahezu keine Möglichkeit zur Einflussnahme im Rahmen einer Abnahmeverpflichtung. Die bestehenden Verträge lassen mehrheitlich unterjährig wechselnde Abrufmengen zu. Auch auf Jahresbasis ergibt sich somit keine verpflichtende Abnahmemenge für die Kunden.

Auf der Lieferantenseite ist das Unternehmen auch weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert. Verlängerungen der Lieferzeiten sind nahezu in allen Bereichen von Rohmaterial bis hin zu Kaufteilen oder Ersatzteilen zu verzeichnen. Wenn gleich sich die generelle Verfügbarkeit der genannten Materialien in 2023 verbessert hat. Gleichfalls deutlich verbessert hat sich das Preisniveau im Verlauf des Geschäftsjahres. Die weitere Entwicklung ist jedoch unter den Voraussetzungen der noch anhaltenden Krisenherde, wie Ukraine oder der nahe Osten, sowie der anhaltenden inflationären Situation nur schwer abschätzbar.

Resultierend aus bestehenden Lieferverpflichtungen besteht grundsätzlich das Risiko, dass bei Nichterfüllung der vereinbarten Stückzahlen die Kunden Schadenersatz geltend machen. Die Ursache kann in mangelnder Verfügbarkeit von Material (Abbruch von Lieferketten), Maschinenkapazität (z.B. durch technische Ausfälle), oder Personal (hohe Krankheitsquote) liegen.

Die Ausfallrisiken für Forderungen sind angesichts unserer Kunden der Automobilindustrie (große europäische OEMs) gering. Eine drohende Rückzahlung aus erhaltenen Fördermitteln wurde im Jahresabschluss rückgestellt.

Alle bekannten Risiken aus Reklamationen u.a. aus Qualitätsproblemen wurden im Rahmen des Jahresabschlusses benannt und entsprechend berücksichtigt.

Im Rahmen von schwebenden Geschäften im Sinne eines Mietvertrages sowie im Sinne von Lieferverträgen für Kundenprojekte wird erwartet, dass die Aufwendungen die hieraus zu erwartenden Erträge übersteigen. Folglich wurden Drohverlustrückstellungen zum Jahresende gebildet. Diesen Drohverlusten wird mit Verhandlungen zu Preispanpassungen bzw. der Akquise von Nach-/Untermietern respektive Bemühungen zur vorfristigen Vertragsauflösung begegnet.

Chancen

Die für die Umsatzentwicklung des Unternehmens relevanten Faktoren haben sich aus heutiger Sicht auch mit dem abgelaufenen Jahr positiv entwickelt. Der Prozess des Überganges vom konventionellen Antrieb zum Elektroantrieb wird sich mittel und langfristig fortsetzen und bleibt daher für die Gesellschaft eine Herausforderung. Jedoch sieht die Gesellschaft derzeit eine gewisse Verlangsamung in der Umsetzung gestützt durch die jüngste europäische Entscheidung in Bezug auf die Euro-7-Norm.

Das Unternehmen sieht zudem weiterhin Chancen zur Generierung von Aufträgen außerhalb der klassischen Getriebeplattformen in fortlaufenden Prototypenanfragen für Schaltgabelsätze in E-Getrieben von Nutzfahrzeugen sowie Schaltdomen für E-Clutch-Systeme und Parksperren für alle Antriebsformen.

Auf Basis der uns vorliegenden Kundenerwartungen sieht sich das Unternehmen in 2024 im Vergleich zu 2023 mit einem vergleichbaren Geschäftsvolumen konfrontiert.

4. Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2024 plant das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von EUR 63 Mio. Bei nahezu stabilem Umsatz wird ein Ergebnis vor Steuern von rund EUR -2,9 Mio. erwartet. Die ursprünglich im Restrukturierungsplan verankerte "Schwarze Null" in 2024 ist somit nicht mehr realisierbar. Dafür ist eine Cash-Neutralität erreichbar. Dies setzt jedoch voraus, dass die im Budgetprozess vereinbarten Maßnahmen konsequent und nachhaltig umgesetzt werden.

Besonderes Augenmerk wird auf die Realisierung der signifikanten Produktivitätssteigerung über nahezu alle Linien gelegt. Gleichzeitig ist eine weitere, deutliche Verbesserung der Qualitätskosten unabdingbar. Die in 2023 erzielten Preissteigerungen stützen die Umsatzerwartungen für 2024, ausstehende Verhandlungen müssen finalisiert werden.

Auf den Beschaffungsmärkten sehen wir für 2024 ein stabiles Preisniveau in Höhe des Ende 2023 bekannten Levels. Weitere Anstrengungen gemäß Restrukturierungsplan zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung des Maschinenparks sind wichtiger Teil der Planung, wobei unterstellt wird, in 2024 sukzessive den Wandel von reaktiver zu vorbeugender Wartung zu vollziehen.

Die Personalkostenentwicklung in 2024 wird von der bevorstehenden Tarifrunde mit der IG-Metall abhängen, eine Erhöhung ist eingeplant. Fokussiert werden weiterhin Maßnahmen zur Entwicklung der Führungskräfte und Senkung der Krankenquote.

 

Niederwürschnitz, den 8. April 2024

KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH

Jian Gao, Geschäftsführer

Gang Qu, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 18.402.937,93 21.087.481,80
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 73.526,69 239.303,25
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 73.526,69 239.303,25
II. Sachanlagen 7.705.993,05 9.777.529,29
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.305.357,99 4.607.030,43
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.245.266,46 4.010.697,63
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.047.274,91 1.159.801,23
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 108.093,69 0,00
III. Finanzanlagen 10.623.418,19 11.070.649,26
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.000.000,00 10.000.000,00
2. Beteiligungen 623.418,19 1.070.649,26
B. Umlaufvermögen 44.341.813,93 33.986.862,12
I. Vorräte 13.941.691,71 13.810.391,69
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.971.190,98 7.759.603,65
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 4.360.962,13 5.206.015,99
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.609.538,60 844.772,05
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.520.535,55 11.372.247,14
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.606.246,67 5.292.676,04
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 992.857,10 1.548.180,07
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 3.556.032,32
4. Sonstige Vermögensgegenstände 921.431,78 975.358,71
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 22.879.586,67 8.804.223,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten 114.754,33 280.052,74
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 33.580.012,90 25.494.765,43
Bilanzsumme, Summe Aktiva 96.439.519,09 80.849.162,09

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Kapitalrücklage 35.359.116,26 35.359.116,26
III. Gewinnrücklagen 997.761,83 997.761,83
1. Andere Gewinnrücklagen 997.761,83 997.761,83
IV. Verlustvortrag 61.877.643,52 45.052.198,25
V. Jahresfehlbetrag 8.085.247,47 16.825.445,27
VI. Nicht gedeckter Fehlbetrag 33.580.012,90 25.494.765,43
B. Rückstellungen 11.662.527,23 10.262.493,11
1. Steuerrückstellungen 300.000,00 590.000,00
2. Sonstige Rückstellungen 11.362.527,23 9.672.493,11
C. Verbindlichkeiten 84.776.991,86 70.586.668,98
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 48.300.000,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 1.128.024,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.479.996,79 4.961.208,37
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 79.951.599,80 14.516.254,82
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 23.647,68 556.418,03
6. Sonstige Verbindlichkeiten 321.747,59 1.124.763,76
Davon aus Steuern 141.275,01 144.464,76
Bilanzsumme, Summe Passiva 96.439.519,09 80.849.162,09

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 66.269.875,66 55.178.703,99
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -80.287,31 698.333,71
3. Gesamtleistung 66.189.588,35 55.877.037,70
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.391.337,98 2.258.464,66
a) Davon Erträge aus Währungsumrechnung 3.436,07 0,00
5. Materialaufwand -34.859.103,69 -34.844.730,49
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -29.277.782,86 -30.211.184,16
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -5.581.320,83 -4.633.546,33
6. Personalaufwand -18.758.739,17 -17.163.677,70
a) Löhne und Gehälter -16.014.520,73 -14.605.734,63
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.744.218,44 -2.557.943,07
7. Abschreibungen -2.852.539,74 -3.293.090,85
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.852.539,74 -3.293.090,85
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -18.477.187,30 -17.827.346,26
a) Davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung -3.842,10 -1.534,17
9. Erträge aus Beteiligungen 148.499,68 1.919.581,71
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 76,26 0,00
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 -1.513.310,52
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.846.821,76 -1.387.218,94
a) Davon an verbundene Unternehmen -597.572,43 -76.782,38
13. Steuern vom Einkommen und Ertrag 59.343,62 -649.343,62
14. Ergebnis nach Steuern -8.005.545,77 -16.623.634,31
15. Sonstige Steuern -79.701,70 -201.810,96
Jahresfehlbetrag 8.085.247,47 16.825.445,27

Anhang

Allgemeine Hinweise

Die Gesellschaft ist unter der Firma KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH mit Sitz in Niederwürschnitz im Handelsregister des Amtsgerichts Chemnitz unter der Nummer HRB 22828 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der Jahresabschluss ist unter der Prämisse der Unternehmensfortführung der Gesellschaft aufgestellt, da die Geschäftsführung den Fortbestand der Gesellschaft für überwiegend wahrscheinlich hält. Bezüglich der bestandsgefährdenden Risiken verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt 3 des Lageberichtes.

A. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten einen Geschäfts- oder Firmenwert, der zum 31. Dezember 2023 analog zum Vorjahr einen Restbuchwert von EUR 0 hatte und daher nicht mehr gesondert ausgewiesen wird.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten abzüglich Abschreibungen bilanziert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen im Wesentlichen zwischen einem und fünfzehn Jahren, Gebäude werden über einen Zeitraum von 25 Jahren abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter mit einem Wert zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 werden im Jahr des Zugangs als Sammelposten aktiviert und über fünf Jahre linear abgeschrieben. Nach fünf Jahren wird ihr Abgang unterstellt.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Im Falle voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung und die Anteilsrechte werden zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte der vollständige Abgang der Beteiligung Best KOKI Indien infolge des im März 2023 abgeschlossenen Anteilrückkaufs.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden mit den Durchschnittspreisen oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag aktiviert. Für einzelne Hilfs- und Betriebsmittel, u.a. Instandhaltungsmaterial, Werkzeuge und Vorrichtungen wurde ein Festwert gebildet, welcher alle drei Jahre einer Inventur unterzogen wird. Dieser wurde ausgehend von der letzten körperlichen Aufnahme im Geschäftsjahr 2020 in 2023 einer planmäßigen Bestandsaufnahme und -prüfung unterzogen. Hieraus resultierend ergibt sich ein Wert i.H.v. 4.859 TEUR bei einer Aufwertung um 627 TEUR.

Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag. Neben den Einzelkosten werden auch aktivierungspflichtige Teile der Gemeinkosten in die Herstellungskosten einbezogen. In diese Bewertung fließt auch die verlustfreie Bewertung der Fertigerzeugnisse ein.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert bzw. zum Barwert bewertet. Allen risikobehafteten Forderungen ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Ausfallrisiko wird durch einen pauschalen Abschlag von 1 % auf den Forderungsbestand berücksichtigt.

Liquide Mittel werden zum Nennwert angesetzt.

Für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, werden Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag bilanziert.

Die Rückstellungen beinhalten alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten. Sie werden in Höhe des Betrages ausgewiesen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die Verpflichtung zu erfüllen ("Erfüllungsbetrag").

Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen werden durch ein finanzmathematisches Gutachten nach der Projected-Unit-Credit-Verfahren (PUC-Verfahren) unter Verwendung der biometrischen Rechnungsgrundlagen "Heubeck-Richttafeln 2018 G" ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,75 % (Vj. 1,44 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009, die zuletzt durch Artikel 9 des Gesetzes vom 11. März 2016 geändert worden ist, verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,0 % (Vj. 2,5 %) berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit einer Rate von 10,00 % (Vj. 15,00 %) angegeben.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbelastung und -entlastung nicht abgezinst.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuersätze. Der Körperschaftsteuersatz betrug im Geschäftsjahr 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 0,83 Prozent der Körperschaftsteuerbelastung. Unter Berücksichtigung des effektiven Gewerbesteuersatzes von 14,00 Prozent ergab sich für die Ermittlung der latenten Steuern ein anzuwendender Gesamtsteuersatz in Höhe von 29,83 Prozent.

Die KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH hat ihr Wahlrecht gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB dahingehend ausgeübt, dass eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung aus latenten Steuern nicht in der Bilanz ausgewiesen wird.

Auf Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen entfallen die folgenden nicht bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:

Aktiv 31.12.2023
TEUR
Passiv 31.12.2023
TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände 0 0
Grundstück/Gebäude 454 0
Anteilabschreibung 0 0
Jubiläumsrückstellungen 34 0
Drohverlustrückstellung (Mietverhältnis) 3.392 0
Drohverlustrückstellung (Lieferverpflichtung) 899 0
Summe 4.779 0

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

B. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Anschaffungskosten
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchung Stand am 31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.361.990,11 0,00 0,00 0,00 3.361.990,11
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.274.158,78 0,00 0,00 0,00 2.274.158,78
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 5.636.148,89 0,00 0,00 0,00 5.636.148,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.715.388,95 0,00 2.016,50 0,00 10.713.372,45
2. Technische Anlagen und Maschinen 91.008.953,12 130.659,74 1.812.017,12 0,00 89.327.595,74
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.202.775,61 241.460,53 111.934,50 135.012,98 23.467.314,62
4. Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 0,00 243.106,67 0,00 -135.012,98 108.093,69
Summe Sachanlagen 124.927.117,68 615.226,94 1.925.968,12 0,00 123.616.376,50
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 17.270.413,37 0,00 1.960.541,59 0,00 15.309.871,78
Summe Finanzanlagen 17.270.413,37 0,00 1.960.541,59 0,00 15.309.871,78
Summe Anlagevermögen 147.833.679,94 615.226,94 3.886.509,71 0,00 144.562.397,17
Abschreibungen
Stand am 01.01.2023 Zuführungen Abgänge Stand am 31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.122.686,86 165.776,56 0 3.288.463,42
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.274.158,78 0,00 0,00 2.274.158,78
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 5.396.845,64 165.776,56 0,00 5.562.622,20
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.108.358,52 301.672,44 2.016,50 6.408.014,46
2. Technische Anlagen und Maschinen 86.998.255,49 1.896.090,91 1.812.017,12 87.082.329,28
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.042.974,38 488.999,83 111.934,50 22.420.039,71
4. Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 115.149.588,39 2.686.763,18 1.925.968,12 115.910.383,45
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 6.199.764,11 0,00 1.513.310,52 4.686.453,59
Summe Finanzanlagen 6.199.764,11 0,00 1.513.310,52 4.686.453,59
Summe Anlagevermögen 126.746.198,14 2.852.539,74 3.439.278,64 126.159.459,24
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 73.526,69 239.303,25
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 73.526,69 239.303,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.305.357,99 4.607.030,43
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.245.266,46 4.010.697,63
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.047.274,91 1.159.801,23
4. Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 108.093,69 0,00
Summe Sachanlagen 7.705.993,05 9.777.529,29
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an verbundenen Unternehmen 10.623.418,19 11.070.649,26
Summe Finanzanlagen 10.623.418,19 11.070.649,26
Summe Anlagevermögen 18.402.937,93 21.087.481,80

Finanzanlagen

Die Gesellschaft hält unmittelbar Anteile an folgenden Gesellschaften:

Währung Beteiligung
%
Eigenkapital
in Tsd. LW
Ergebnis
in Tsd. LW
Inland
ICV Industrie-Coating-Verfahrenstechnik GmbH, Oberndorf * EUR 45,00 1.492,0 384,6
Ausland
KOKI TECHNIK Transmission Systems (China) Co., Ltd., Wuhan, Volksrepublik China * CNY 100,00 89.942 -9.132

* vorläufiger Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

** Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

Die Beteiligungsverhältnisse haben sich gegenüber dem Vorjahr verändert. Die Auslandsbeteiligung BEST KOKI Automotive (P) Ltd. in Gurgaon/Indien mit 47,33% wurde im Rahmen des Anteilrückkaufs zum März 2023 beendet.

Umlaufvermögen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 993 (Vj. TEUR 1.548) betreffen Lieferungen und Leistungen und Umsatzsteuererstattungen, davon TEUR 911 (Vj. 1.237) gegen Gesellschafter aus umsatzsteuerlicher Organschaft. Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen, die zum Ende des Geschäftsjahres 2022 ausschließlich gegenüber Best Koki bestanden, entfallen aufgrund des Anteilrückkaufs und betragen damit zum Geschäftsjahresende TEUR 0 (Vj. TEUR 3.556). Die Forderungen zum 31. Dezember 2022 wurden im Rahmen des Anteilrückkaufs vollständig getilgt. Zukünftige Forderungen gegenüber Best Koki werden unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten antizipative Aktiva aus Strom- und Energiesteuererstattungen in Höhe von TEUR 235 die nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital beträgt unverändert TEUR 0.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für sonstigen Aufwand TEUR 7.461 (Vj. TEUR 5.240), die sich im Geschäftsjahr maßgeblich in Bezug auf Drohverluste aus einem bestehenden Mietverhältnis infolge der vollständigen Standortaufgabe (+ TEUR 1.056) und bestehenden Lieferverpflichtungen (+ TEUR 649) erhöht haben und um ein Risiko aus erhaltenen Fördermitteln (+ TEUR 823) ergänzt wurden. Weiterhin stellen die Personalrückstellungen in Höhe von TEUR 2.501 (Vj. TEUR 3.105) einen erheblichen Anteil dar. Eine Erhöhung in den sonstigen Rückstellungen resultiert zudem aus der angestiegenen Rückstellung für Gewährleistungsrisiken TEUR 446 (Vj. TEUR 267).

Die im Vorjahr gebildete Rückstellung für Körperschafts- und Gewerbesteuer konnte hingegen auf Basis des vorliegenden Abschlussberichtes zur Betriebsprüfung auf TEUR 300 (Vj. TEUR 590) reduziert werden.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung sind im folgenden Verbindlichkeitenspiegel dargestellt.

Art der Verbindlichkeit 31.12.2023
in TEUR
Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre über 5 Jahre gesamt davon besichert
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0 0
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.480 0 0 4.480 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 107 79.845 0 79.952 0
davon gegen Gesellschafter 0 48.100 0 48.100 0
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 24 0 0 24 0
6. Sonstige Verbindlichkeiten 309 12 0 321 63
4.920 79.857 0 84.777 63
Art der Verbindlichkeit 31.12.2022
in TEUR
Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre über 5 Jahre gesamt davon besichert
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 48.300 0 48.300 0
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.128 0 0 1.128 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.961 0 0 4.961 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 116 14.400 0 14.516 0
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 557 0 0 557 0
6. Sonstige Verbindlichkeiten 1.057 68 0 1.125 836
7.819 62.768 0 70.587 836

Die noch im Vorjahr bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden basierend auf einer Vergleichsvereinbarung zur Schuldübernahme durch die AVICEM HK. Ltd im Dezember 2023 vorzeitig abgelöst und entfallen damit zum Ende des Geschäftsjahres (TEUR 0 (Vj. TEUR 48.300)).

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind Mietkaufverbindlichkeiten und Maschinenfinanzierungen in Höhe von TEUR 63 (Vj. TEUR 836) ausgewiesen, die in voller Höhe durch Eigentumsvorbehalte/Sicherungsübereignungen bezüglich der finanzierten Maschinen und Anlagen abgesichert sind.

Alle übrigen Verbindlichkeiten sind - vom üblichen Eigentumsvorbehalt abgesehen - nicht besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 79.952 (Vj. TEUR 14.516) betreffen eine neue Verbindlichkeit gegenüber der AVICEM HK Ltd. - in Höhe von TEUR 48.100 (Vj. TEUR 0) in Form eines Darlehens mit Laufzeit bis Dezember 2025 sowie Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft - der AVICEM KOKI GmbH & Co. KG - infolge von Gesellschafterdarlehen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen TEUR 24 (Vj. TEUR 556) betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und beschränken sich seit März 2023 infolge des Anteilrückkaufs nur noch auf Verbindlichkeiten ggü. der ICV.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und -Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse betreffen ausschließlich solche aus der Metallbe- und -verarbeitung für Getriebetechnik und gliedern sich nachfolgenden Regionen

2023
TEUR
2022
TEUR
Inland 32.334 25.915
Tschechische Republik 14.193 8.861
Spanien 6.082 6.401
Italien 5.472 5.650
Rumänien 4.005 3.592
Frankreich 2.366 1.698
Indien 1.102 1.106
China 333 918
Österreich 166 545
Brasilien 142 0
Slowakische Republik 71 361
Übrige 4 132
Ausland 33.936 29.264
Gesamt 66.270 55.179

Die sonstigen betrieblichen Erträge TEUR 2.391 (Vj. TEUR 2.258) beinhalten neben Erträgen aus Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.582 (Vj. TEUR 2.149) vorrangig resultierend aus der Auflösung der nicht mehr in der ursächlich vorgesehenen Höhe erforderlichen Rückstellungen für Abfindungen Erträge aus Schadensersatz i.H.v. TEUR 770 (Vj. TEUR 2) sowie Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 21.

Die Aufwendungen für Personal sind im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um rund EUR 1,6 Mio. gestiegen. Maßgeblich hierfür sind ein Anstieg der Gemeinkostenlöhne in Höhe von TEUR 10.402 im Geschäftsjahr 2023 (Vj. TEUR 9.939) infolge des Aufbaus von Festpersonal sowie die geleisteten Sonderzahlungen im Rahmen der staatlich gestützten Inflationsprämie (rund TEUR 530).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen TEUR 18.477 (Vj. TEUR 17.827) enthalten insbesondere Aufwendungen für Lohn für Leihpersonal in Höhe von TEUR 3.361 (Vj. TEUR 2.602), für Instandhaltung in Höhe von TEUR 3.323 (Vj. TEUR 2.950) sowie für Restrukturierungsaufwendungen gemäß dem Restrukturierungsplan vom November 2022 mit Fokus auf vorbeugende Instandhaltung und Ersatzteilbestandserhöhung in Höhe von TEUR 2.053 (Vj. TEUR 50). Des Weiteren sind maßgeblich enthalten Aufwendungen für Miete Immobilien in Höhe von TEUR 1.652 (Vj. TEUR 2.891), wobei hierin in beiden Geschäftsjahren jeweils Rückstellungen für Drohverluste bis Vertragslaufzeitende enthalten sind, die sich zum 31.12.2023 auf insgesamt TEUR 3.392 summieren. Zudem enthalten sind Aufwendungen für Intercompany Dienstleistungen der AVICEM KOKI GmbH & Co. KG an die KOKI TECHNIK in Höhe von TEUR 1.204 (Vj. TEUR 1.177) sowie sonstige Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.414 (Vj. TEUR 351). Die Erhöhung der sonstigen Aufwendungen um rund TEUR 1.063 resultiert dabei vor allem aus einer drohenden Rückzahlungsforderung für bis Ende 2016 erhaltene Fördermittel. Entlastend im Geschäftsjahr, im Vergleich zum Vorjahr, wirkten vorrangig die reduzierten Aufwendungen im Bereich Qualität, im Schwerpunkt Aufwendungen für Sonderfahrten in Höhe von TEUR 90 (Vj. TEUR 1.644) und Aufwendungen für Regresskosten in Höhe von TEUR 351 (Vj. TEUR 1.816).

D. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von insgesamt TEUR 88 (Vj. TEUR 85) und aus Mietverträgen in Höhe von rd. TEUR 458 pro Jahr bis 2031. Das Obligo für Investitionen beträgt zum Bilanzstichtag ca. TEUR 157.

Aus einem 2007 eingetragenen Erbbaurecht für das Betriebsgrundstück in Glauchau bestehen jährliche Verpflichtungen bis 2067 in Höhe von TEUR 16,10 (Vj. TEUR 16,10).

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

• Herr Jian Gao, Xiangyang

• Herr Rolf Rickmeyer, Darmstadt (01.09.2022 - 31.07.2023)

• Herr Gang Qu, Chemnitz

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wurde nach § 286 Abs. 4 HGB verzichtet, da lediglich zwei der Geschäftsführer (Herr Qu und Herr Rickmeyer) Bezüge für die Geschäftsführertätigkeit erhalten haben.

Aufsichtsrat

Vorsitzender: Herr Yumin Hu, Xiangyang

Stellvertretende Vorsitzende: Frau Xiaoyan Zhao, Xiangyang

Arbeitnehmervertreter: Herr Axel Christoph, Neukirchen

Der Aufsichtsrat hat für seine Tätigkeit im Berichtsjahr keine Vergütung erhalten und wurde mit Veröffentlichung im Handelsregister vom 6.9.2023 aufgelöst.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
Gesamt Arbeitnehmer 356 329
Seriengeschäft (direkte/indirekte) 324 294
Overhead 32 35
daneben Auszubildende 0 0

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der AVICEM KOKI GmbH & Co. KG, Glauchau, einbezogen.

Die AVICEM KOKI GmbH & Co. KG, Glauchau, erstellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen. Dieser wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die AVIC Aerospace System Co., Ltd, Peking, Volksrepublik China, stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Dieser Konzernabschluss wird nicht veröffentlicht.

Gewinnverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 8.085.247,47 auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Es wurden keine Geschäfte zu marktunüblichen Bedingungen mit nahestehenden Personen getätigt.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das im Aufwand gebuchte Honorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 65 und betrifft ausschließlich Leistungen als Abschlussprüfer für den Jahresabschluss.

Nachtragsbericht

Zum März 2024 konnten noch offene Preisverhandlungen abgeschlossen werden und erzielen positive Preiseffekte für 2024 in Höhe von rund TEUR 730.

Im Anschluss an die zum Ende des Geschäftsjahres ausgelaufene Friedenspflicht wurden Verhandlungen mit der Gewerkschaft im Februar 2023 aufgenommen. Der Forderungskatalog vor allem im Hinblick auf das über 2024 hinaus anzupassende Lohnniveau ist weitreichender als zunächst angenommen. Die Tarifverhandlungen wurden Ende März 2024 abgeschlossen und resultieren u.a. in schrittweisen Lohnerhöhungen für 2024 und 2025 sowie der Bestätigung zur Auszahlung der vollen Inflationsprämie. Der neue Tarifvertrag wird hierauf basierend erstellt und wird eine Gültigkeit bis 31.08.2025 haben. Die verhandelten Steigerungsraten werden in weiterer Folge Gegenmaßnahmen zur Absicherung der Wirtschaftlichkeit erfordern.

Die noch zum Ende des Geschäftsjahres 2023 laufende Umsatzsteuerprüfung der polnischen Finanzbehörde wurde im Januar 2024 ohne Feststellungen abgeschlossen.

Die im Geschäftsjahr 2023 mittels Bericht abgeschlossene Betriebsprüfung wurde im Januar mit den entsprechenden Korrekturbescheiden für die Jahre 2016 bis 2018 finalisiert. Die sich daraus ergebenden Nachzahlungen, denen eine entsprechende Steuerrückstellung gegenübersteht, wurden im Februar 2024 geleistet. Die Steuererklärung 2021 ist infolge der vorzunehmenden Anpassungen auf Basis der Ergebnisse der Betriebsprüfung noch überfällig. Seitens der Finanzbehörde wurde bereits angekündigt, dass der Einreichung der Steuererklärung der Beginn der Betriebsprüfung für den Zeitraum 2019 bis 2021 unmittelbar folgen wird.

Andere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschluss des Berichtszeitraums sind nicht eingetreten.

 

Niederwürschnitz, den 8. April 2024

KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH

Jian Gao, Geschäftsführer

Gang Qu, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 28.05.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Anhang unter Allgemeines sowie auf die Angaben in Abschnitt 3 "Chancen- und Risikobericht" / Bestandsgefährdende Liquiditätsrisiken des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft von dem Erhalt weiterer finanzieller Mittel aus dem Gesellschafterkreis abhängig war und die Gesellschaft infolge der anhaltenden Verlustsituation einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von EUR 33,6 Mio. ausweist. Die Gesellschaft war im Berichtsjahr nicht in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen aus dem operativen Cashflow nachzukommen.

Im Verlaufe des Jahres 2023 wurden bereits weitere Gesellschafterdarlehen vertraglich abgeschlossen und bereits ausgegeben, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Zudem wurde das Darlehen gegenüber der Bank of Communication vom mittelbaren Gesellschafter AVICEM HK Ltd., abgelöst, wodurch die Finanzierung nach jetzigem Stand bis 2025 gesichert ist.

Wie in den Angaben im Anhang unter Allgemeines sowie in Abschnitt 3 "Chancen- und Risikobericht" / Bestandsgefährdende Liquiditätsrisiken des Lageberichts dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Augsburg, 8. April 2024

O&P GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wolfgang Leeb, Wirtschaftprüfer

Stefan Biechele, Wirtschaftsprüfer

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