Stammdaten

Register
Amtsgericht Münster HRB 9746
Eingetragen
14.9.1967
Branche
Herstellung von pharmazeutischen GrundstoffenHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen ErzeugnissenGroßhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, die Herstellung, die Verpackung und der Vertrieb von chemischpharmazeutischen Erzeugnissen und/oder ähnlichen Stoffzubereitungen, insbesondere Arzneimittel jeder Art, und der Abschluß solcher Geschäfte, welche unmittelbar oder mittelbar hiermit zusammenhängen (u. a. pharmazeutische Dienstleistungen).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Erich Scheibner
seit 18.12.2023
Geschäftsführer
Gero Stüve
seit 18.12.2023
Prokura
Kevin Dr. Kiehm
seit 28.11.2023
Prokura
Marco Niemann
seit 30.9.2022
Geschäftsführer
Johannes Dr. Mai
seit 22.12.2015
Prokura
Monika Wördemann
seit 14.12.2004
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Rottendorf Stiftung
99.40%
Rottendorf GmbHEigenbeteiligung
0.60%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Rottendorf GmbH
Germany
1.840.700 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Rottendorf Pharma GmbH

Ennigerloh

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

Die Rottendorf Pharma GmbH mit Sitz in Ennigerloh ist eine Konzerngesellschaft der Rottendorf-Gruppe. Das oberste Mutterunternehmen der Rottendorf-Gruppe ist die Rottendorf GmbH, Berlin und ist die alleinige Gesellschafterin der Rottendorf Pharma GmbH sowie der Rottendorf Immobilien GmbH, Ennigerloh. Die Rottendorf Pharma GmbH wiederum ist alleinige Gesellschafterin der Tochterunternehmen der Rottendorf Service GmbH, Ennigerloh und der Rottendorf Pharma Inc., Bozeman (USA). Innerhalb der Rottendorf-Gruppe tritt lediglich die Rottendorf Pharma GmbH als Vertriebs- und Produktionsgesellschaft gegenüber dem Markt auf. Die Rottendorf Pharma Inc. fungiert als reine Vertriebsgesellschaft und repräsentiert die Rottendorf-Gruppe auf dem US-Markt. Die Rottendorf Service GmbH verfügte im Berichtsjahr über keine eigene Geschäftstätigkeit.

Das Kerngeschäft der Rottendorf-Gruppe und mithin auch der Rottendorf Pharma GmbH umfasst die Entwicklung, Herstellung und Verpackung von festen Darreichungsformen in den Bereichen Originalarzneimittel, Generika und rezeptfreie Produkte (Over-the-Counter-Produkte) auf dem Pharmamarkt. Zur Vermeidung von Konkurrenzsituationen mit seinen Kunden hat Rottendorf als ausschließlicher Auftragshersteller (Contract Development and Manufacturing Organization bzw. CDMO) keine eigenen Produkte im Markt. Als Full-Service-Dienstleister verfügt Rottendorf über eine hohe pharmazeutische und technologische Expertise, erfüllt stetig steigende regulatorische Anforderungen und kann effiziente und robuste Fertigungs- und Supply-Chain-Prozesse darstellen.

Darüber hinaus ist auch der Generikamarkt von Interesse. Das Geschäft mit frei verkäuflichen Arzneimitteln (OTC-Präparate) als weiteres Marktsegment für Arzneimittel ist ebenso von hoher Bedeutung. Ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum, insbesondere in den Bereichen Development und Transfer, rundet das Angebot ab.

Zusätzlich zu diesen Dienstleistungen bietet Rottendorf umfangreiche Verpackungsdienstleistungen an. Dabei werden sowohl die eigengefertigten Produkte als auch durch Kunden bereitgestellte Produkte verpackt.

In der jüngeren Vergangenheit wurde das Entwicklungsgeschäft (Development) nachhaltig am Markt etabliert. In diesem Geschäftszweig entwickelt Rottendorf im Kundenauftrag Arzneimittel in festen Darreichungsformen für von Kunden definierte Wirkstoffe. Dabei zielt Rottendorf auf Kunden ab, bei denen in der Beauftragungsphase noch keine Entscheidung über das kommerzielle Geschäft getroffen werden kann. Dieses Segment umfasst Start-up Unternehmen, Kunden mit Bedarf für Services im Entwicklungsbereich klinischer Phasen und kommerzieller Versuchsfertigung sowie Kunden, die einen hoch qualifizierten CDMO für ihre Entwicklungen suchen. Dabei dient Rottendorf als erfahrener CDMO mit ausgeprägter Entwicklungsexpertise für die erfolgreiche Umsetzung mit standardisierten robusten Prozessen. Eigene Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für Zwecke der Rottendorf-Gruppe werden hingegen nicht durchgeführt.

2. Ziele und Strategien

Rottendorf positioniert sich mit seiner pharmazeutisch-technologischen Kompetenz im Markt und fokussiert sich ausschließlich auf den Bereich fester Darreichungsformen. Der Wettbewerbsvorteil der Rottendorf-Gruppe liegt in diesem Bereich insbesondere in der Full-Service-Dienstleistung (One-Stop-Shop), die dem Kunden auch freistellt, nur modulare Dienstleistungen bei Rottendorf nachzufragen. Im Fokus des strategischen Vertriebs stehen Big-Pharma-Unternehmen, Start-Ups und Mid-Size-Kunden gleichermaßen. Um eine langfristige Kundenbeziehung aufzubauen und Rottendorf als starke Marke im Markt weiter zu etablieren, wird dabei auf das Servicekonzept TPO (Total Process Ownership) und das Kompetenzkonzept TTM (Total Technological Mastering) gesetzt. Diese beiden Konzepte wurden von Rottendorf entwickelt und gewährleisten die absolute Lösungs- und Kundenorientierung.

Ziel des Unternehmens ist es, das Geschäftsvolumen als CDMO-Dienstleister im Bereich fester Darreichungsformen in den strategischen Zielmärkten der Europäischen Union und Nordamerika weiter auszubauen. Strategische Partnerschaften mit kompetenten CDMOs werden von den Pharmaunternehmen gezielt auf- und ausgebaut. Ziel der Pharmaunternehmen ist durch die Begrenzung von Investitionen, Kapitalbindung und Risiken die Reduktion des eigenen Geschäftsmodells sowie die Fokussierung auf Forschung, Vertrieb und Marketing.

3. Personal- und Sozialbereich

Im Berichtsjahr hat die Rottendorf Akademie durch praxisnahes und vertiefendes Training die Fach- und Handlungskompetenzen der Rottendorf-Mitarbeiter in allen Bereichen nachhaltig und zielführend ausbauen können. Dazu wurden im Jahr 2022 die bereits eingeführten Module, die sich mit dem Ausbau der Fach- und Sozialkompetenz der Mitarbeiter beschäftigen, was u.a. bei der Mitarbeiterführung und -entwicklung eingesetzt werden kann, weiter optimiert und zusätzlich um Angebote ergänzt. Weiterhin wurden die Mitarbeiter aktiv durch externe Dienstleister in ihren fachlichen Qualifikationen geschult.

Unser Ziel ist es, die besten qualifizierten Fach- und Führungskräfte für das Unternehmen zu gewinnen und zu entwickeln - und zwar unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung und Identität sowie körperlichen Einschränkungen. Die Rottendorf-Gruppe nahm und nimmt Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern gemäß § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EntgTranspG vor.

4. Forschung und Entwicklung

Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung werden bei Rottendorf im Auftrag von Kunden durchgeführt. Dabei steht die Entwicklung und Optimierung von festen Darreichungsformen für von Kunden definierte Wirkstoffe im Fokus. Dem Kunden werden hierbei unterschiedliche Lösungen für deren Anfragen angeboten. Eigene Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für Zwecke der Rottendorf-Gruppe werden hingegen nicht durchgeführt.

5. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Geschäftstätigkeit wird grundsätzlich nach umsatz- und ergebnisorientierten Leistungsindikatoren gesteuert. Die umsatz- und ergebnisorientierten Leistungsindikatoren umfassen den Umsatz, das absolute EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) sowie die EBITDA-Marge (EBITDA im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) und stellen die finanziellen Leistungsindikatoren im engeren Sinne dar.

II. Geschäftsverlaufs und Lage des Unternehmens

1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Das weltwirtschaftliche Wachstum bleibt u.a. vor dem Hintergrund multipler Krisen, erhöhter Kreditkosten und Produktionsrückständen insgesamt auf einem geringen Niveau, wenngleich leichte Aufwärtstendenzen für 2024 erkennbar sind. Die Maßnahmen zur Inflationseindämmung zeigen in den meisten Regionen eine vielversprechende Wirkung. Das IFW rechnet mit einer Wachstumsrate für die Weltwirtschaft von 3,1 % in 2023 und 3,2 % für das Folgejahr. Für die USA wird ein Rückgang des Wirtschaftswachstums von 2,5 % in 2023 auf 2,1 % in 2024 erwartet. 1

In den ersten drei Quartalen 2023 stagnierte die durch das BIP angezeigte deutsche Wirtschaftsleistung noch weitestgehend. Im 4. Quartal 2023 nahm sie ab, sodass das Kalenderjahr insgesamt mit einem Rückgang von 0,3 % zum Vorjahr abschließt. 2

Der Umsatz auf dem deutschen Pharmamarkt belief sich in 2023 auf rund 59,8 Milliarden Euro und hat sich damit in den letzten fünfzehn Jahren mehr als verdoppelt. Somit ist Deutschland nicht nur der größte europäische Pharmamarkt, sondern mit einem globalen Marktanteil von ca. 4 % auch der viertgrößte Pharmamarkt überhaupt. Führend ist mit Abstand der amerikanische Markt mit ca. 631 Milliarden Marktvolumen. 3

Der globale pharmazeutische CDMO-Markt wird im Jahr 2023 auf 146 Mrd. USD geschätzt. 4

2. Vermögenslage

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen durch geleistete Anzahlungen und durch aktivierte Eigenleistungen im Rahmen der Einführung eines neuen ERP-Systems und der Digitalisierung des Produktionsablaufs auf 10,1 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) angestiegen. Das Sachanlagevermögen stieg im Berichtsjahr von 57,6 Mio. € um 11,5 % auf nunmehr 64,2 Mio. €. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau sowie aus Investitionen in technische Anlagen und Maschinen infolge der Erweiterung des Maschinenparks für die Bulk- und Verpackungsbereiche, der Vorbereitung der Produktionsumgebung auf anstehende regulatorische Anforderungen neuer Zielmärkte und der Gewährleistung von Kundenerfordernissen für die nächsten Jahre. Den Investitionen standen im Geschäftsjahr 2023 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen von insgesamt 7,7 Mio. € (Vorjahr: 6,1 Mio. €) gegenüber.

Das Umlaufvermögen erhöhte und belief sich zum 31. Dezember 2023 auf insgesamt 144,6 Mio. € (Vorjahr: 95,5 Mio. €), welches im Wesentlichen auf einen Anstieg des Vorratsvermögens um 43,4 % auf 85,1 Mio. € (Vorjahr: 59,3 Mio. €) zurückzuführen ist. Aufgrund der allgemein gestiegenen Betriebsleistung im Geschäftsjahr wurden insbesondere mehr Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (46,8 Mio. €) und die fertige Erzeugnisse und Waren (30,0 Mio. €) bevorratet.

Im Gegensatz zum Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 10,0 % auf 22,8 Mio. € (Vorjahr: 25,3 Mio. €) wirkte sich ein Anstieg bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 10,6 Mio. € auf 19,6 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €) auf das Umlaufvermögen aus.

Die sonstigen Rückstellungen beliefen sich auf 14,8 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €), welche in Höhe von 7,4 Mio. € durch die Zuführung von Rückstellungen für künftige Aufwendungen im Zusammenhang mit einem technischen Defekt geprägt sind.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 8,8 Mio. € auf 42,9 Mio. € an. Die Zunahme resultiert aus dem planmäßigen Abruf von einer weiteren Tranche zu 10 Mio. € aus einem Konsortialkredit für Investitionszwecke im Rahmen der geplanten Erweiterung der Produktionskapazitäten, u.a. im Bereich der Verpackungsdienstleistungen. Einen gegenläufigen Effekt hatten Tilgungen auf bereits in Anspruch genommene Darlehen aus sonstigen Kreditlinien.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Mio. € auf 75,6 Mio. €. Der Anstieg resultiert aus den planmäßig höheren Geschäftsvolumina und des höherpreisigen Produktportfolios im Vergleich zum Vorjahr.

Die Rottendorf Pharma GmbH verfügt über eine gesunde Eigenkapitalquote von 36,9 % (Vorjahr: 31,1 %). Die Bilanzsumme stieg um 59,7 Mio. € und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf nun mehr 221,5 Mio. €.

3. Finanzlage

Die Liquiditätslage stellt sich wie folgt dar:

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Veränderung
T€
Liquide Mittel 12.950 1.062 11.888
jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten 0 0 0
= absolute I. Liquidität 12.950 1.062 11.888
Vorräte und kurzfristige Forderungen 131.631 94.473 37.158
Lieferanten- und kurzfristige Schulden -109.353 -83.141 -26.212
= absolute II. Liquidität 35.228 12.394 22.834
Mittelfristige Forderungen 0 0 0
Mittelfristige Schulden -27.879 -25.871 -2.008
= absolute III. Liquidität 7.349 -13.477 20.826

Der Bestand an liquiden Mitteln beläuft sich auf 13,0 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) und liegt damit deutlich über dem Vorjahresniveau.

Von den Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 122,7 Mio. € (Vorjahr: 103,4 Mio. €) haben 27,9 Mio. € (Vorjahr: 25,9 Mio. €) eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren. Die übrigen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

Für geplante Investitionstätigkeiten wurde im Jahr 2021 ein Konsortialkredit mit einem abrufbaren Volumen von 77,0 Mio. € und einer Gesamtlaufzeit von 5 Jahren aufgenommen. Im 1. Quartal 2023 wurde ein weiterer Teilabruf von 10,0 Mio. € getätigt, sodass zum Stichtag insgesamt ein Volumen von 40 Mio. € beansprucht wurde. Im Berichtsjahr stand eine zusätzliche Kreditlinie bei einer Bank in Höhe von 2 Mio. € zur Verfügung, die zum Stichtag nicht in Anspruch genommen wurde.

Das Umlaufvermögen wurde über Eigenmittel und kurzfristige Linien finanziert, während die Investitionen über Eigenkapital sowie kurz- und mittelfristige Fremdmittel bestritten wurden.

Die bestehenden Mittelfristdarlehen wurden im Berichtsjahr plangemäß getilgt. Die Konditionen der Linien-, Darlehens- und Leasingverträge entsprachen marktüblichen Konditionen.

Die Finanzierung der geplanten Investitionen erfolgte zu etwa 60 % des Gesamtinvestitionsbedarfs (Vorjahr: zu etwa 36 %) durch Neuaufnahme von Fremdkapital über einen zusätzlichen Konsortialkredit.

Gemäß Darlehensvertrag vom 31. Oktober 2023 gewährte die Gesellschaft der Rottendorf Immobilien GmbH eine Ausleihung von 1,1 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023 zur Finanzierung eines Grundstückserwerbs.

4. Ertragslage

Die Rottendorf Pharma GmbH konnte die Umsatzerlöse um 64,4 Mio. € auf 291,7 Mio. € steigern aufgrund zunehmender Auftragseingänge im inländischen Bulk- und Verpackungsgeschäft sowie einem veränderten Produktmix im Vergleich zum Vorjahr. Der Geschäftsverlauf war unterjährig durch konstant hohe Umsätze geprägt. Die Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung der Vorräte) im Jahr 2023 stieg von 238,0 Mio. € auf 303,8 Mio. € an.

Die Analyse der Umsatzerlöse nach einzelnen Segmenten ergibt im Jahresvergleich folgendes Bild:

2023
T€
2022
T€
Bulkware
Inland 122.561 98.288
EU-Ausland 11.657 11.460
übriges Ausland 21.288 22.915
155.506 132.663
Verpackung
Inland 49.356 28.066
EU-Ausland 3.979 5.422
übriges Ausland 15.629 11.751
68.964 45.239
Analysen
Inland 12.953 10.273
EU-Ausland 2.709 3.011
übriges Ausland 10.354 4.381
26.016 17.664
Sonstige
Inland 8.196 6.091
EU-Ausland 5.012 7.975
übriges Ausland 28.052 17.759
41.260 31.825
Umsatzerlöse 291.746 227.392

Der Materialaufwand erhöhte sich um 16,9 Mio. € auf 113,7 Mio. € (Vorjahr: 96,8 Mio. €) bei leicht verringerter Materialeinsatzquote von 39,0 % (Vorjahr: 42,6 %). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der deutlich gestiegenen Gesamtleistung und aus dem veränderten Produktmix mit höherpreisigen Rohstoffen und Produkten.

Der Personalaufwand stieg um 7,8 Mio. € auf 82,0 Mio. € (Vorjahr: 74,2 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem planmäßigen Personalaufbau, aus der tariflichen Anpassung und aus einer weiteren Einmalzahlung als Inflationsausgleich.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 1,1 Mio. € auf 1,7 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 14,8 Mio. € auf 42,2 Mio. € (Vorjahr: 27,5 Mio. €) im Wesentlichen aufgrund von Aufwendungen für die Zuführung von Rückstellungen im Zusammenhang mit einem technischen Defekt in Höhe von 7,4 Mio. € an.

Aufgrund der deutlich gestiegenen Gesamtleistung wurde ein EBITDA von 68,0 Mio. € mit einer EBITDA-Marge von 23,3 % im Vergleich zum Vorjahr mit 40,6 Mio. € und einer EBITDA-Marge von 17,8 % erzielt.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich auf 40,9 Mio. € (Vorjahr: 23,5 Mio. €).

5. Geschäftsergebnis und Vergleich mit der Vorjahresprognose

Der Umsatz und das operative EBITDA haben sich gegenüber dem Vorjahr und der Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Der Umsatz lag mit 291,7 Mio. € oberhalb des Vorjahresumsatzes von 227,4 Mio. €. Die Erwartung eines deutlichen Anstiegs gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 wurden erfüllt.

Das EBITDA fiel mit 68,0 Mio. € um 27,4 Mio. € höher aus als im Vorjahr. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus der deutlich gestiegenen Gesamtleistung und aus dem veränderten Produktmix mit höherpreisigen Rohstoffen und Produkten. Die EBITDA-Marge lag mit 23,3 % über dem Vorjahreswert von 17,8 %. Die Vorjahresprognose eines deutlichen EBITDA-Anstiegs sowie eines leichten Anstiegs der EBITDA-Marge wurde erreicht.

6. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Der Verlauf des Geschäftsjahres war im Berichtsjahr, unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Lage, für die Geschäftsführung sehr zufriedenstellend. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist stabil. Der Umsatz und die Auftragseingänge während des Geschäftsjahres lagen über denen des Vorjahres. Das operative Wachstum konnte durch den weiteren Ausbau des Bestandsgeschäfts mit langjährigen Kunden und der Akquise von Neukunden gesteigert werden.

III. Erklärung zur Unternehmensführung

Der angestrebte Frauenanteil in der Geschäftsführung soll gemäß § 52 Abs. 2 GmbHG mindestens 33 % (1 Person) betragen. Die Zielgröße von mindestens 33 % wurde zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses nicht erreicht.

Für die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung wird eine angestrebte Frauenquote von 33 % (3 Personen) durch die Geschäftsführung festgelegt. Aktuell beträgt diese 27 % (3 Personen).

Für die zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung wird eine angestrebte Frauenquote von 33 % (11 Personen) durch die Geschäftsführung festgelegt. Aktuell beträgt diese 38 % (15 Personen).

Alle Zielgrößen sind bis zum 31. Dezember 2026 zu erreichen.

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Der globale pharmazeutische CDMO-Markt wird im Jahr 2024 auf 238,5 Mrd. USD geschätzt und es wird erwartet, dass er bis 2029 etwa 330,4 Mrd. USD erreichen wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,7 % während des Prognosezeitraums (2024-2029). Aufgrund der kapitalintensiven Natur des Geschäfts und der komplexen Herstellungsanforderungen haben viele Pharmaunternehmen die potenzielle Rentabilität in der Beauftragung eines CMO (Contract Manufacturing Organization) sowohl für die klinische als auch für die kommerzielle Phase der Herstellung erkannt. Der größte Faktor, der das Wachstum von CMOs in der pharmazeutischen Industrie vorantreibt, ist der wachsende Bedarf an hochmodernen Prozessen und Produktionstechnologien, die sich als äußerst effektiv bei der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen erwiesen haben. 5

Die Planungen der Rottendorf Pharma GmbH sehen für das Geschäftsjahr 2024 einen leichten Umsatzrückgang bei einer nahezu gleichbleibenden Gesamtleistung gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 vor. Grund hierfür ist u.a. die Produktionsaufholung aufgrund des Produktionsstopps mit lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffen im Zusammenhang mit einem technischen Defekt. Ergebnisseitig wird erwartet, dass das EBITDA moderat sinkt bei einem moderaten Rückgang der EBITDA-Marge.

2. Chancen- und Risikobericht

Das Chancen- und Risikomanagement ist integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Die Chancen- und Risikopolitik der Rottendorf-Gruppe besteht darin, vorhandene Chancen optimal zu nutzen und Risiken, welche die Geschäftstätigkeit mit sich bringt, nur einzugehen, sofern den Risiken ein entsprechendes Ertragspotenzial gegenübersteht.

Die Chancen und Risiken werden fortlaufend bewertet und im Rahmen des Planungs- und Budgetierungsprozesses analysiert. Dabei werden neben internen Einflussfaktoren auch externe Branchenanalysen in dem Prozess berücksichtigt, soweit dies erforderlich ist. Chancen und Risiken werden innerhalb der Rottendorf-Gruppe qualitativ erhoben und gesteuert und nicht quantifiziert. Das System wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Chancen

Chancen aus dem Branchenumfeld

Den internationalen Trend, dass die Entwicklung sowie die kommerzielle Fertigung für patentrechtlich geschützte Produkte und anspruchsvolle Generika an hochkompetente CDMOs ausgelagert wird, nimmt die Rottendorf-Gruppe bereits seit mehreren Jahren als Full-Service-CDMO auf. Die Wertschätzung der Kunden gegenüber Rottendorf als vollintegrierter Servicedienstleister, der die Prozesskette von der Beschaffung, Entwicklung, Produktion, Verpackung, Qualitätssicherung, Dokumentation und Logistik aus einer Hand anbietet, spiegelt sich in der langfristigen Zusammenarbeit mit langjährigen Kunden wider. Dies sieht die Rottendorf-Gruppe mit ihrem lösungs- und kundenorientierten Vertriebsansatz als große Chance, in der Zukunft als hochqualifizierter Dienstleister im gesamten Pharmamarkt wahrgenommen zu werden und daraus steigende Umsätze und Erträge zu generieren. Die Diskussion über die Rückverlagerung der Medikamentenproduktion aus Drittstaaten zurück nach Deutschland zur Sicherung der Medikamentenverfügbarkeit beinhaltet zusätzliche Umsatzpotentiale.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnende Entwicklung der Trennung zwischen anspruchsvolleren Produkten, die eine höhere pharmazeutische und technologische Expertise benötigen (bspw. Originalprodukte, komplexe Generika) und eher einfachen Produkten, schreitet weiter voran. Während sich für einfache Produkte der Wettbewerbs- und Preisdruck weiter erhöht, bieten anspruchsvolle Produkte nach wie vor ein wirtschaftlich interessantes Umfeld. Die Gesellschaft sieht hierin eine Chance und nimmt diese Entwicklung zum Anlass, die Zusammenarbeit mit den Kunden, die hohe Anforderungen an einen Auftragshersteller stellen, zu intensivieren. Dazu gehören neben großen Pharmaunternehmen auch Entwicklungsunternehmen und anspruchsvolle Generikahersteller.

Um für den Zielkundenkreis attraktiv zu sein, baut die Rottendorf Pharma GmbH sein Know-how über neue Fertigungstechnologien stetig weiter aus und richtet sich an der vollen Verantwortungsübernahme der Supply-Chain-Prozesse aus. Hierdurch hebt sich die Gesellschaft von reinen Lohnherstellern, die lediglich Maschinenkapazitäten in Standardtechnologien anbieten, deutlich ab. Wesentliche Chancen sind hierbei herausragende Kompetenz in Entwicklung, Upscaling und Transfer, eine hohe pharmazeutische Expertise sowie eine hohe Prozesseffizienz, welches durch das weit in das Unternehmen integriertes Operational-Excellence-Programm erreicht wird.

Standortbezogene Chancen

Die Fokussierung auf anspruchsvolle Produkte und die Positionierung als Full-Service-CDMO wird auch genutzt, um den am Standort Deutschland steigenden Kosten (z.B. Personal- und Energiekosten) zu begegnen. Das ausgeprägte Qualitätssystem ermöglicht hier eine sehr stabile Kundenbeziehung und überzeugt neue Kunden durch Auftragsplatzierung. Mit Hilfe seiner sehr gut ausgebildeten Mitarbeiter an dem Stammsitz in Ennigerloh können diese Prozesse methoden- und arbeitseffizient garantiert werden.

Die Gesellschaft intensiviert zudem seine Aktivitäten auf dem für den Pharma-Bereich sehr bedeutenden US-Markt und erreicht damit - neben den zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten - auch eine weitere Diversifizierung der eigenen Märkte. In den USA bietet die Rottendorf-Gruppe über die Rottendorf Pharma Inc. auch eine direkte Kundenbetreuung vor Ort an. Hieraus ergeben sich Chancen zur Erschließung von zusätzlichen Absatzmöglichkeiten und Neukundengeschäft.

Energiemanagement

Das Energiemanagement bietet der Rottendorf-Gruppe erhebliche Chancen, sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht. Durch die Implementierung effektiver Energiemanagementsysteme kann die Gesellschaft den Energieverbrauch nachhaltig senken und damit Kosten reduzieren. Die Rottendorf-Gruppe betreibt seit 2015 ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001. Bis Ende 2024 ist geplant, die Energieeffizienz um 8 % im Vergleich zum Jahr 2022 zu steigern und eine Strategie zu entwickeln, um die CO 2 -Emissionen um mindestens 40 % innerhalb von 10 Jahren reduzieren zu können. Bis zum 4. Quartal 2023 sind rund 30 % der Stromverbräuche mittels eines Online-Messsystems transparent abrufbar.

Risiken

Branchenrisiken

Die Pharmabranche unterliegt einer starken und stetig steigenden Regulierung. Die Rottendorf Pharma GmbH hat zahlreiche Auflagen seitens der Kunden und der Genehmigungsbehörden zu erfüllen. Diese können sich bei Nichterfüllung in höheren Kosten und Verlust von Kundenbeziehungen niederschlagen. Rottendorf begegnet diesem Risiko mit starker Fokussierung auf die Qualifikation seiner Mitarbeiter in den angesprochenen Bereichen und einem integrierten Qualitätssicherungssystem, welches die Einhaltung der Regularien sicherstellt und neue Anforderungen aus sich ändernden Regularien analysiert. Gegenwärtig werden die Branchenrisiken als nicht wesentlich eingestuft.

Beschaffungsrisiken

Für Rohstoffe wie Verpackungsmaterialien sowie für Energielieferungen bestehen mit den Lieferanten langfristige Kooperationsverträge. Die Beendigung von langfristigen Lieferverträgen ohne adäquaten Ersatz, eine Einschränkung der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energielieferungen sowie der durch den anhaltenden Russland-Ukraine-Konflikt hervorgerufenen allgemeinen Inflations- und Preiserhöhungen, die nicht kurzfristig oder nur anteilig absatzseitig weitergegeben werden können, stellen die wesentlichen Beschaffungsrisiken dar. Die Auswirkungen der Preisentwicklungen im Energiesektor auf die Konjunktur, auf das Investitions- und Konsumverhalten der Unternehmen sowie der Verbraucher sind weiterhin volatil und aktuell für das Geschäftsjahr 2024 noch nicht vollständig absehbar. Diesen Risiken wird durch eine breite Auswahl von Lieferanten, langfristigen Lieferantenbeziehungen und eine hohe Reichweite in den Vorräten, die keinem Verfallsrisiko unterliegen, begegnet. Es wird in den letzten Jahren auf eine hohe Lagerhaltung gesetzt, um mögliche Störungen innerhalb der Supply Chain zu vermeiden. Dieses Konzept garantiert eine hohe Rohwarenverfügbarkeit von bis zu 12 Monaten.

Im Rahmen unserer Verpflichtungen gemäß dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) haben wir mit einer umfassenden Risikoanalyse unserer Lieferketten begonnen, um sicherzustellen, dass unsere globalen Lieferketten den gesetzlichen Anforderungen, insbesondere der Einhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards, entsprechen.

Im Bereich der Wirkstoffe wird ein Teil durch den Kunden direkt gestellt und verbleibt im Eigentum des Kunden durch den Produktionsprozess hindurch. Somit können der Rottendorf Pharma GmbH hieraus keine Beschaffungsrisiken erwachsen. Wesentliche Beschaffungsrisiken sind insgesamt derzeit nicht zu erkennen.

Produktionsrisiken

Produktionsrisiken umfassen Maschinen- und Anlagenausfälle sowie Qualitätsprobleme. Technische Defekte und unzureichende Wartung können zu Produktionsstopps und erhöhten Kosten führen. Um diese Risiken zu minimieren, setzen wir auf präventive Wartungspläne und strenge Qualitätskontrollen. Wesentliche Produktionsrisiken sind derzeit nicht bekannt.

Personalrisiken

Die Rottendorf-Gruppe ist auf ausreichend Fachpersonal u.a. mit speziellen pharmazeutisch-technischen Kenntnissen angewiesen. Können offene Stellen nicht adäquat besetzt werden, besteht für Rottendorf das Risiko von Umsatz- und Ertragseinbußen sowie dem Nichteinhalten von Lieferverpflichtungen. Um qualifizierte Arbeitskräfte in der Region zu gewinnen, legt die Geschäftsführung ihr Augenmerk auf die Wahrnehmung der Rottendorf-Gruppe als attraktiver Arbeitgeber durch ein internes Ausbildungskonzept, attraktive Bezahlung, familienfreundliche Arbeitszeitgestaltung und einen gleichberechtigten Austausch mit den entsprechenden Sozialpartnern. Gleichzeitig wird ab 2023 die Zufriedenheit des vorhandenen Personals durch eine Mitarbeiterumfrage eines international renommierten Meinungsforschungsinstituts evaluiert und weiter gestärkt.

Wesentliche Personalrisiken sind derzeit nicht zu erkennen.

Absatzrisiken

Absatzpreise können infolge von Kostendruck der Krankenkassen, den diese an die Kunden weitergeben, unter Druck geraten. Können geringere Absatzpreise nicht oder nur teilweise beschaffungsmarktseitig durch günstigere Einkaufskonditionen kompensiert werden, besteht das Risiko von sinkenden Margen und in der Folge von Ergebniseinbußen.

Die Rottendorf Pharma GmbH begegnet den Absatzrisiken durch eine starke Diversifikation seiner Kundenstruktur und die Ausrichtung seines Geschäftsmodells auf mehrere Geschäftsfelder, um ggf. auf andere Kunden oder margenstärkeren Produkte oder Dienstleistungen ausweichen zu können.

Mit der Fokussierung auf die drei Merkmale Pharmazeutische Kompetenz, Manufacturing Technology und Operational Excellence verstärkt die Gesellschaft seine Attraktivität im Markt für langfristige, nachhaltige Partnerschaften. Bedeutsame Absatzrisiken sind derzeit nicht zu erkennen. Aufgrund der Entkoppelung von konjunkturellen Schwankungen oder externer Sondereinflüsse sind schwankende Absatzentwicklungen nicht erkennbar.

IT - Risiken

Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Nutzung von Cloud Services bei Rottendorf sehen wir uns Risiken, wie bspw. Cyberangriffen und der Abhängigkeit der Verfügbarkeit der Cloudsysteme ausgesetzt. Diesen Risiken beugt das Unternehmen durch die Umsetzung einer IT-Sicherheits- und Cyberstrategie vor. Im Zentrum dieser Strategie steht die "Zero Trust" Architektur, die durch den Einsatz modernster Firewall-Konzepte in Verbindung mit einem Security Operation Center ein 24/7 Monitoring der Systeme und Netzwerke ermöglichen. Ein Dokumentenrahmenwerk, angelehnt an ISO 27001, vervollständigt den Maßnahmenkatalog mit Regelungen zu Business Continuity Plänen, Incident Response Prozessen und Notfallszenarien. Rottendorf investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung und Modernisierung der IT-Sicherheitsprozesse und -strukturen. Wesentliche IT-Risiken sind derzeit nicht bekannt.

Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten

Im Berichtsjahr wurden nennenswerte Umsätze auf dem US-Markt über die Tochtergesellschaft Rottendorf Pharma Inc., Bozeman, getätigt. Risiken können sich für Rottendorf aus der Entwicklung des Dollarkurses zu dem Euro ergeben. Die Entwicklung der Wechselkurse wird von der Gesellschaft eng beobachtet und analysiert. Der Einsatz von Wechselkurssicherungsinstrumenten wurde in der Vergangenheit nicht für notwendig erachtet und ist im Berichtsjahr wie im Vorjahr auch nicht erfolgt. Eine negative Entwicklung des Dollars zum Euro könnte sich in Fremdwährungsverlusten niederschlagen. Um das Währungskurs- bzw. Fremdwährungsrisiko zu mindern, wurden die größten Rechnungsbeträge von US-Dollar auf Eurobeträge in enger Abstimmung mit den US-amerikanischen Kunden umgestellt. Die verbleibenden US-Dollarbeträge werden im Rahmen des Natural-Hedgings gegenüber dem Beschaffungsbereich aktiv genutzt.

Bedeutsame Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten sind derzeit nicht zu erkennen.

Gesamtbild der Chancen- und Risikolage

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Risiken wie im Vorjahr in der Gesamtsicht insgesamt begrenzt und überschaubar sind. Es sind derzeit, auch unter Berücksichtigung des anhaltenden Russland-Ukraine-Konflikts, keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Die Chancen- und Risikolage hat sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt nicht wesentlich verändert.

 

Ennigerloh, den 27. Mai 2024

Rottendorf Pharma GmbH

gez. Marco Niemann

gez. Erich Scheibner

1 Vgl. https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/03/10-globale-wachstumsperspektive.html
2 Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_038_811.html
3 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158096/umfrage/pharma-gesamtmarkt-umsatzentwicklung-seit-2006/
4 Vgl. https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/pharmaceutical-cdmo-market-report
5 Vgl. https://www.mordorintelligence.com/de/industry-reports/pharmaceutical-contract-development-and-manufacturing-organization-cdmo-market

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten 1.173.335,80 1.424.133,80
2. geleistete Anzahlungen 8.916.270,15 5.813.871,41
10.089.605,95 7.238.005,21
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 2.685.504,00 2.937.934,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 27.198.574,30 22.400.997,30
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.890.804,00 16.916.018,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 16.422.633,38 15.314.071,21
64.197.515,68 57.569.020,51
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 137.157,92 137.157,92
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.080.193,07 0,00
1.217.350,99 137.157,92
75.504.472,62 64.944.183,64
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 46.755.882,30 33.006.086,47
2. unfertige Erzeugnisse 8.352.115,96 4.883.668,93
3. fertige Erzeugnisse und Waren 29.966.590,04 21.418.631,41
85.074.588,30 59.308.386,81
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22.777.674,77 25.302.792,18
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 19.578.311,89 9.028.192,40
3. sonstige Vermögensgegenstände 4.200.768,14 833.974,87
46.556.754,80 35.164.959,45
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 12.950.051,38 1.062.223,90
144.581.394,48 95.535.570,16
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.122.860,67 1.055.441,29
D. Aktive latente Steuern 339.057,13 314.828,92
221.547.784,90 161.850.024,01

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.840.700,00 1.840.700,00
II. Kapitalrücklage 3.792.331,86 3.792.331,86
III. Gewinnrücklagen 729.243,77 729.243,77
IV. Bilanzgewinn 75.339.881,20 43.913.485,69
81.702.156,83 50.275.761,32
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.921.760,00 461.395,26
2. sonstige Rückstellungen 14.839.954,43 7.214.083,69
16.761.714,43 7.675.478,95
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 42.870.594,01 34.040.058,21
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.282.792,87 2.629.577,54
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 75.626.573,32 62.300.802,07
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.353,84 25.007,61
5. sonstige Verbindlichkeiten 1.845.099,60 4.397.588,31
(davon aus Steuern: € 717.633,52; Vorjahr: € 3.529.192,10)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 91.991,74; Vorjahr: € 127.793,58)
122.650.413,64 103.393.033,74
D. Rechnungsabgrenzungsposten 433.500,00 505.750,00
221.547.784,90 161.850.024,01

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 291.746.028,84 227.391.801,74
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 12.016.405,66 10.642.686,15
3. andere aktivierte Eigenleistungen 534.671,35 476.480,46
4. sonstige betriebliche Erträge 1.688.794,94 605.197,49
(davon aus Währungsumrechnung: € 36.521,97; Vorjahr: € 30.345,94)
305.985.900,79 239.116.165,84
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 108.749.651,52 90.976.604,88
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.986.020,70 5.864.898,62
113.735.672,22 96.841.503,50
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 69.212.989,85 62.854.966,06
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 12.816.892,12 11.381.351,40
82.029.881,97 74.236.317,46
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 7.650.093,63 6.100.629,62
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 42.248.620,86 27.477.240,68
(davon aus Währungsumrechnung: € 28.890,02; Vorjahr: € 63.895,95)
9. Verluste aus Gewinnabführungsverträgen 0,00 -564,47
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.445.593,81 205.494,41
(davon von verbundenen Unternehmen: € 1.128.541,63; Vorjahr: € 197.513,85)
(davon aus Abzinsung: € 39.883,37; Vorjahr: € 7.170,58)
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.334.035,02 509.508,10
(davon an verbundene Unternehmen: € 605.927,50; Vorjahr: € 17.928,04)
(davon aus Aufzinsung: € 12.759,00; Vorjahr: € 11.663,00)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 18.484.660,80 10.649.628,00
(davon latenter Steuerertrag: € 24.228,21; Vorjahr € 14.033,97)
13. Ergebnis nach Steuern 40.948.530,10 23.506.268,42
14. sonstige Steuern 14.494,52 16.108,64
15. Jahresüberschuss 40.934.035,58 23.490.159,78
16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 43.913.485,69 31.289.200,27
17. Gewinnausschüttung 9.507.640,07 10.865.874,36
18. Bilanzgewinn 75.339.881,20 43.913.485,69

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Rottendorf Pharma GmbH, Ennigerloh, wird beim Registergericht Münster unter der Nummer HR B 9746 geführt und ist zum Bilanzstichtag eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss 2023 wurde nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 264 ff. HGB) sowie der ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, bewertet. Abschreibungen werden grundsätzlich linear vorgenommen. Die Abschreibungen auf Zugänge erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die wirtschaftlichen Nutzungsdauern zugrunde. Die planmäßige Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände beträgt grundsätzlich fünf Jahre. Für das Sachanlagevermögen werden die Nutzungsdauern der AfA-Tabelle für die Chemische Industrie zugrunde gelegt. Für Bauten auf fremden Grundstücken liegen die Nutzungsdauern zwischen 9 und 15 Jahren sowie für das übrige Anlagevermögen zwischen 1 und 25 Jahren.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Für alle im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Anlagegüter mit Nettoanschaffungskosten von mehr als 250,00 € bis zu 1.000,00 € wurde insgesamt ein Sammelposten gebildet, der in den folgenden fünf Geschäftsjahren linear abgeschrieben wird.

Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder im Falle einer dauernden Wertminderung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren Wert führen, wurden entsprechend Abwertungen vorgenommen.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte nach einem gleitenden Durchschnitt. Für Qualitätsminderung, ungängiges oder schwer verwertbares Material wurden Bewertungsabschläge vorgenommen. Das Niederstwertprinzip ist beachtet worden.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurde zu Herstellungskosten vorgenommen. Diese umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der zugehörigen Gemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Vertriebs wurden nicht berücksichtigt. Die Bewertung entspricht den Grundsätzen der §§ 255 Abs. 2 und 253 Abs. 4 HGB.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit den Nennwerten bilanziert.

Erkennbare Einzelrisiken werden grundsätzlich durch Einzelwertberichtigungen ausreichend berücksichtigt. Diese waren jedoch im Berichtsjahr nicht erforderlich. Dem allgemeinen Ausfallrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde durch die Bildung einer Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Unter Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB erfolgt der Ansatz von aktiven latenten Steuern.

Bei der Bewertung der latenten Steuern werden unternehmensindividuelle Steuersätze herangezogen. Die Körperschaftsteuer nebst Solidaritätszuschlag wird mit 15,825 % abgegrenzt. Für die Gewerbesteuer wird aufgrund des aktuellen Hebesatzes in Ennigerloh von 427 % und der Steuermesszahl von 3,50 % ein Steuersatz von 14,945 % berücksichtigt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe ihres voraussichtlichen Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken, gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, fristenkongruenten Marktzinssatz abgezinst.

Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert auf Basis eines Teilwertverfahrens unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, eines Rechnungszinses von 1,74 % p. a. (Vorjahr: 1,44 % p. a.) und eines Gehaltstrends von 2,5 % p. a. (Vorjahr: 2,5 % p.a.).

Für zukünftige Aufwendungen aus der Erfüllung gesetzlicher oder vertraglicher Aufbewahrungspflichten für Geschäftsunterlagen wurden entsprechende Rückstellungen in Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrags, d.h. unter Berücksichtigung der voraussichtlich um Erfüllungszeitpunkt geltenden Kostenverhältnisse, gebildet. Die Archivierungskosten wurden auf Basis einer Restaufbewahrungsdauer von zehn Jahren zuzüglich eines 20 %-igen Anteils einer Restbewahrungsdauer von 11 bis 30 Jahren aufgrund vertraglicher Verpflichtungen gebildet. Außerdem wurden Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt worden.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

3. Angaben zur Bilanz

Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sowie der Finanzanlagen ist dem beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen, der Bestandteil dieses Anhangs ist.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Name , Sitz Anteil am Kapital
%
Eigenkapital 31.12.2023 Ergebnis des Geschäftsjahres 2023
Inland
Rottendorf Service GmbH, Ennigerloh 100,0 TEUR 25 TEUR 0,2
Ausland
Rottendorf Pharma Inc., Bozeman, USA 100,0 TUSD 2.981 TUSD 232

Der Posten Ausleihungen an verbundene Unternehmen beinhaltet eine Darlehensgewährung an die Rottendorf Immobilien GmbH von 1.080 T€ (Vorjahr: 0 T€).

Der Posten Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrifft mit 13.186 T€ (Vorjahr: 8.121 T€) Forderungen gegen die Rottendorf Pharma Inc. (USA) aus Lieferungen und Leistungen, mit 6.171 T€ (Vorjahr: 908 T€) Forderungen gegen die Gesellschafterin aus laufender Verrechnung sowie mit 221 T€ (Vorjahr: 0 T€) Forderungen gegen die Schwestergesellschaft Rottendorf Immobilien GmbH aus Finanzierungstätigkeit.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr, mit Ausnahmen von 150 € (Vorjahr: 150 €) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Stand zum Beginn des Geschäftsjahres 1.1.2023
T€
Stand zum Ende des Geschäftsjahres 31.12.2023
T€
Veränderung
T€
aktive latente Steuern 315 339 24

Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern in Höhe von 339 T€ resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen im Bereich der Jubiläumsrückstellungen und Rückstellungen für Dokumentenarchivierung.

Die Gewinnrücklage in Höhe von 729 T€ ist per 1. Januar 2010 durch die erfolgsneutrale Einbuchung der aktiven latenten Steuern zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des BilMoG (1. Januar 2010) entstanden und resultiert im Wesentlichen aus den zum 31. Dezember 2009 bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für künftige Aufwendungen im Zusammenhang mit einem technischen Defekt von 7.413 T€ (Vorjahr: 0 T€), aus Urlaubsansprüchen von 1.335 T€ (Vorjahr: 1.137 T€), für Jubiläumszahlungen von 1.168 T€ (Vorjahr: 1.135 T€), für Dokumentenarchivierung von 1.013 T€ (Vorjahr: 951 T€), für Einzelgarantien von 956 T€ (Vorjahr 404 T€) und für variable Bezüge von 782 T€ (Vorjahr: 840 T€).

Art und Umfang der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel:

Restlaufzeit bis zu einem Jahr (Vorjahr)
T€
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren (Vorjahr)
T€
Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren (Vorjahr)
T€
Gesamtbetrag (Vorjahr)
T€
davon gesichert (Vorjahr)
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.992 27.879 0 42.871 0
(8.169) (25.871) (0) (34.040) (0)
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.283 0 0 2.283 0
(2.630) (0) (0) (2.630) (0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 75.627 0 0 75.627 0
(62.301) (0) (0) (62.301) (0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25 0 0 25 0
(25) (0) (0) (25) (0)
5. sonstige Verbindlichkeiten 1.845 0 0 1.845 0
(4.397) (0) (0) (4.397) (0)
Gesamt 94.772 27.879 0 122.650 0
(77.522) (25.871) (0) (103.393) (0)

Der Posten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthält Verbindlichkeiten gegenüber dem Tochterunternehmen Rottendorf Service GmbH in Höhe von 25 T€ (Vorjahr: 25 T€), die mit 22 T€ (Vorjahr: 23 T€) aus Lieferungen und Leistungen sowie mit 3 T€ (Vorjahr: 3 T€) aus dem Gewinnabführungsvertrag resultieren. Mit Ablauf des 31. Dezember 2022 wurde der Gewinnabführungsvertrag aufgehoben.

Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen kreditorische Debitoren von 656 T€ (Vorjahr: 683 T€) sowie Lohnsteuerverbindlichkeiten von 718 T€ (Vorjahr: 663 T€).

5. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die erzielten Umsatzerlöse gliedern sich nach Tätigkeitsbereichen und Absatzgebieten wie folgt auf:

2023
in T€
2022
in T€
Bulkware
Inland 122.561 98.288
EU-Ausland 11.657 11.460
übriges Ausland 21.288 22.915
155.506 132.663
Verpackung
Inland 49.356 28.066
EU-Ausland 3.979 5.422
übriges Ausland 15.629 11.751
68.964 45.239
Analysen
Inland 12.953 10.273
EU-Ausland 2.709 3.011
übriges Ausland 10.354 4.381
26.016 17.664
Sonstige
Inland 8.196 6.091
EU-Ausland 5.012 7.975
übriges Ausland 28.052 17.759
41.260 31.825
Umsatzerlöse 291.746 227.392

Die Umsatzerlöse beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Gutschriften in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 36 T€).

Die anderen aktivierten Eigenleistungen resultieren in voller Höhe aus dem Projekt für die Umstellung des bestehenden ERP-Systems.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen von 387 T€ (Vorjahr: 58 T€), aus Erstattungen von Energie- und Stromsteuer von 121 T€ (Vorjahr: 95 T€), aus Stromeinspeisungsgutschriften für das Vorjahr von 92 T€ (0 T€), aus Gewinnen aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens von 69 T€ (Vorjahr: 4 T€), aus Ausbuchungen von Kreditoren/Debitoren von 57 T€ (Vorjahr: 65 T€), aus der Herabsetzung der Pauschalwertberichtigung von 9 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie aus der Weiterberechnung von Buchhaltungskosten für das Vorjahr an die Rottendorf Stiftung von 5 T€ (0 T€).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen Betriebsaufwendungen von 23.846 T€ (Vorjahr: 19.717 T€), Verwaltungsaufwendungen von 7.343 T€ (Vorjahr: 5.031 T€), Vertriebsaufwendungen von 2.724 T€ (Vorjahr: 2.239 T€) und sonstige Aufwendungen von 8.336 T€ (Vorjahr: 490 T€). Der Posten beinhaltet periodenfremde Aufwendungen aus Forderungsverlusten von 3 T€ (Vorjahr: 41 T€) sowie aus Verlusten aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens von 19 T€ (Vorjahr: 20 T€).

6. Sonstige Angaben

a) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

Gesamt Restlaufzeiten
T€ bis zu einem Jahr
T€
ein bis fünf Jahre
T€
mehr als fünf Jahre
T€
aus Mietverträgen 10.436 3.571 6.865 0
aus Leasingverträgen 3.864 1.215 2.376 273
Summe 14.300 4.786 9.241 273

Die bestehenden Verpflichtungen aus Mietverträgen sind in Höhe von 10.297 T€ Verpflichtungen gegenüber der Muttergesellschaft Rottendorf GmbH, Berlin.

Hintergrund der eingegangenen Leasing- und Mietverträge ist die bilanzneutrale Verwendungsmöglichkeit von Vermögensgegenständen, die ansonsten dem Anlagevermögen zuzuordnen wären. Daneben wird durch diese Geschäfte eine Konvergenz zwischen Erträgen und Aufwendungen aus der Verwendung der Vermögensgegenstände erreicht. Sie dienen auch der Diversifikation der Finanzierung und damit zur Stärkung der unternehmerischen Unabhängigkeit. Die Eigenkapitalquote und der Verschuldungsgrad bleiben durch die Leasingfinanzierung im Wesentlichen unberührt. Die Risiken aus diesen Verträgen bestehen darin, dass die angegebenen Beträge die künftige Liquidität belasten, obwohl keine entsprechenden Verbindlichkeiten in der Bilanz enthalten sind.

Bedeutende finanzielle Verpflichtungen im Sinne von § 285 Nr. 3a HGB, die nicht nach § 251 HGB anzugeben sind, ergeben sich aus Bestellobligos von 54.908 T€, aus Abrufkontrakten zum Bezug von Materialien (im Wesentlichen Wirk- und Hilfsstoffe) von 1.110 T€ und aus Verträgen im Zusammenhang mit der Umstellung des bestehenden ERP-Systems von 250 T€.

b) Ausschüttungsgesperrte Beträge (§ 268 Abs. 8 HGB)

Zum Abschlussstichtag unterliegt der Aktivsaldo der latenten Steuern in Höhe von 339 T€ (Vorjahr: 315 T€) einer Ausschüttungssperre. Die frei verfügbaren Rücklagen übersteigen zum Bilanzstichtag den Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge. Daher besteht keine Ausschüttungssperre in Bezug auf den Bilanzgewinn.

c) Gesellschaftsorgane und Arbeitnehmer

In die Geschäftsführung der Gesellschaft im Berichtsjahr waren bestellt:

 

Herr Marco Niemann, Kaufmann

 

Herr Erich Scheibner, Kaufmann (ab 1. Dezember 2023)

 

Frau Dr. Silke Huster, Chemikerin (bis 12. Dezember 2023)

Hinsichtlich der Angaben gem. § 285 S. 1 Nr. 9 HGB betreffend die Mitglieder der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht und dementsprechend die Angabe unterlassen.

Im Berichtsjahr wurde durchschnittlich folgende Anzahl von Mitarbeitern (ohne Auszubildende) beschäftigt:

2023 2022
Gewerbliche Mitarbeiter 706 627
Angestellte 512 488
1.218 1.115

d) Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe der Abschlussprüferhonorare wird unter Verweis auf § 285 Nr. 17 HGB und die Angabe im Konzernanhang der Rottendorf GmbH verzichtet.

e) Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Rottendorf Pharma GmbH wird in den Konzernabschluss der Muttergesellschaft Rottendorf GmbH mit Sitz in Berlin einbezogen. Die Rottendorf GmbH, Berlin, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und für den größten Kreis von Unternehmen auf und befreit damit die Rottendorf Pharma GmbH von der Pflicht zur Aufstellung eines gesonderten Konzernabschlusses, § 291 Abs. 1 i. V. m. § 291 Abs. 2 HGB. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Unternehmensregister veröffentlicht.

f) Geschäfte mit nahestehenden Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu verbundenen Unternehmen, die als nahestehend gelten. Dies betrifft insbesondere den Bezug bzw. die Erbringung von Dienstleistungen, die Nutzung und die Nutzungsüberlassung von Vermögensgegenständen sowie Finanzierungen.

Da alle Geschäfte mit und zwischen mittel- oder unmittelbar in hundertprozentigem Anteilsbesitz stehenden, in den Konzernabschluss der Rottendorf GmbH, Berlin, einbezogenen Unternehmen getätigt werden, entfällt gemäß § 285 Nr. 21 HGB eine weitere Angabe.

g) Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Gesellschafterversammlung wird vorgeschlagen den Bilanzgewinn des Berichtsjahres auf neue Rechnung vorzutragen.

h) Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres (Nachtragsbericht)

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres liegen nicht vor.

 

Ennigerloh, den 27. Mai 2024

Rottendorf Pharma GmbH

gez. Marco Niemann

gez. Erich Scheibner

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchung
31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten 5.468.893,25 192.848,69 22.550,00 11.505,67 5.650.697,61
2. geleistete Anzahlungen 5.813.871,41 3.113.904,41 0,00 -11.505,67 8.916.270,15
11.282.764,66 3.306.753,10 22.550,00 0,00 14.566.967,76
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 4.296.194,54 10.760,20 0,00 4.306.954,74
2. technische Anlagen und Maschinen 63.583.009,21 921.175,68 383.893,50 8.233.472,31 72.353.763,70
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.766.839,00 2.630.059,99 445.193,40 980.947,32 42.932.652,91
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 15.410.975,55 10.390.993,92 164.916,46 -9.214.419,63 16.422.633,38
123.057.018,30 13.952.989,79 994.003,36 0,00 136.016.004,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 137.157,92 0,00 0,00 0,00 137.157,92
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 1.080.193,07 0,00 0,00 1.080.193,07
137.157,92 1.080.193,07 0,00 0,00 1.217.350,99
134.476.940,88 18.339.935,96 1.016.553,36 0,00 151.800.323,48
Abschreibungen
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten 4.044.759,45 449.493,36 16.891,00 4.477.361,81
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.044.759,45 449.493,36 16.891,00 4.477.361,81
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.358.260,54 263.190,20 0,00 1.621.450,74
2. technische Anlagen und Maschinen 41.182.011,91 4.353.071,17 379.893,68 45.155.189,40
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.850.821,00 2.584.338,90 393.310,99 25.041.848,91
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 96.904,34 0,00 96.904,34 0,00
65.487.997,79 7.200.600,27 870.109,01 71.818.489,05
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
69.532.757,24 7.650.093,63 887.000,01 76.295.850,86
Buchwerte
31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Lizenzen an gewerblichen Schutzrechten 1.173.335,80 1.424.133,80
2. geleistete Anzahlungen 8.916.270,15 5.813.871,41
10.089.605,95 7.238.005,21
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 2.685.504,00 2.937.934,00
2. technische Anlagen und Maschinen 27.198.574,30 22.400.997,30
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.890.804,00 16.916.018,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 16.422.633,38 15.314.071,21
64.197.515,68 57.569.020,51
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 137.157,92 137.157,92
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.080.193,07 0,00
1.217.350,99 137.157,92
75.504.472,62 64.944.183,64

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Rottendorf Pharma GmbH, Ennigerloh

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Rottendorf Pharma GmbH, Ennigerloh, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Rottendorf Pharma GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bielefeld, den 16. Juli 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Ull, Wirtschaftsprüfer

ppa. Matthias Nicolmann, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 26.06.2024 festgestellt.

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