Stammdaten

Register
Amtsgericht Bad Oeynhausen HRB 14629
Eingetragen
24.8.2015
Branche
Herstellung von Rohrform-, Rohrverschluss- und Rohrverbindungsstücken aus StahlHerstellung von PräzisionsstahlrohrenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von technischen Rohren aus Metallen und Kunststoffen, Maschinenteile, Oberflächenveredelungen sowie Dienstleistungen in den vorgenannten Geschäftsfeldern.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jan-Dominik Sturhan
seit 9.1.2026
Prokura
Michael Kassebeer
seit 8.1.2020
Prokura
Jörg Wenzel
seit 8.1.2020
Prokura
Stephan Palenga
seit 8.1.2020
Prokura
Geschäftsführer
Cedric Tappe
seit 24.8.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert70.01% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
499.922 €
99.98%
Germany
78 €
0.02%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AVANCO GmbH

Herford

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 23.835,59 31
2. Entgeltich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 81.127,99 109
3. Geschäfts- oder Firmenwert 2,00 -
4. Geleistete Anzahlungen 148.690,00 140
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.735.466,29 12.311
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.973.529,77 2.198
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.319.692,30 1.200
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 88.380,10 164
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 330,87 176
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 306.500,00 827
3. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 2.090.803,30 1.746
4. Sonstige Ausleihungen 1,00 -
17.768.359,21 18.902
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.344.124,70 4.430
2. Unfertige Erzeugnisse 5.067.663,25 3.518
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.076.413,47 1.465
4. Geleistete Anzahlungen 184.335,48 -
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -829.873,79 -896
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.120.947,75 5.020
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 140.784,85 25
3. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 263.275,67 101
4. Sonstige Vermögensgegenstände 560.815,17 169
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 10.534.352,43 6.003
34.462.838,98 19.835
C. Rechnungsabgrenzungsposten 356.103,57 173
D. Aktive latente Steuern 1.349.195,00 868
53.936.496,76 39.778

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100
II. Kapitalrücklage 509.600,18 510
III. Gewinnrücklagen 2.855.756,05 3.230
IV. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 0,00 8
V. Ergebnisvortrag 16.401.258,02 12.456
VI. Konzernergebnis 7.922.703,27 3.946
VII. nicht beherrschende Anteile 0,00 2
27.789.317,52 20.252
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.740.595,00 1.776
2. Steuerrückstellungen 712.974,00 108
3. Sonstige Rückstellungen 4.220.985,00 3.400
6.674.554,00 5.284
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.516.530,42 11.020
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.451.691,52 1.892
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 115.493,98 77
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.388.909,32 1.253
19.472.625,24 14.242
53.936.496,76 39.778

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 72.639.168,70 58.978
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 1.166.354,59 1.081
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.698.327,51 955
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -22.254.260,54 -17.039
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -4.552.823,00 -2.943
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -20.148.933,74 -18.703
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.958.834,53 -3.602
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.831.255,82 -1.883
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.849.328,03 -10.218
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 111.191,71 106
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 14.237,13 -
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -520.131,51 -
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -187.528,62 -160
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.371.067,16 -2.597
13. Ergebnis nach Steuern 7.955.116,69 3.975
14. Sonstige Steuern -32.413,42 -29
15. Konzern-Jahresüberschuss 7.922.703,27 3.946

A. Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungskosten
Stand 01.01.2022 Umrechnungs-differenzen Zugänge
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegengenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 54.481,43 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.022.650,26 0,00 5.504,00
3. Geschäfts- oder Firmenwert 1.436.879,92 0,00 0,00
4. Geleistete Anzahlungen 140.000,00 0,00 8.690,00
7.654.011,61 0,00 14.194,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.491.685,76 0,00 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 28.323.249,51 0,00 475.367,56
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.517.736,07 0,00 452.386,05
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 294.746,56 0,00 120.476,36
57.627.417,90 0,00 1.048.229,97
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 196.598,04 0,00 0,00
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 826.631,51 0,00 0,00
3. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 1.745.803,30 0,00 345.000,00
4. Sonstige Ausleihungen 213.683,82 0,00 0,00
2.982.716,67 0,00 345.000,00
68.264.146,18 0,00 1.407.423,97
Anschaffungskosten
Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2022
EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegengenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0,00 0,00 54.481,43
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0,00 6.028.154,26
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 1.436.879,92
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 148.690,00
0,00 0,00 7.668.205,61
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00 20.491.685,76
2. Technische Anlagen und Maschinen 124.663,04 199.685,12 28.723.594,99
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 71.389,09 166.531,84 8.874.979,37
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -196.052,13 0,00 219.170,79
0,00 366.216,96 58.309.430,91
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 176.136,48 20.461,56
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 826.631,51
3. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 0,00 0,00 2.090.803,30
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 213.683,82
0,00 176.136,48 3.151.580,19
0,00 542.353,44 69.129.216,71
Abschreibungen
Umrechnungs-differenzen Zu-/ Abschreibungen Umbuchungen Abgänge kumuliert
EUR EUR EUR EUR EUR
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0,00 6.810,24 0,00 0,00 30.645,84
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 33.833,68 0,00 0,00 5.947.026,27
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 1.436.877,92
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 40.643,92 0,00 0,00 7.414.550,03
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 575.777,96 0,00 0,00 8.756.219,47
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 804.503,90 10.288,96 190.079,39 26.750.065,22
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 398.322,81 1.718,27 162.519,80 7.555.287,07
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 12.007,23 -12.007,23 0,00 130.790,69
0,00 1.790.611,90 0,00 352.599,19 43.192.362,45
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 20.130,69
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 520.131,51 0,00 0,00 520.131,51
3. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 213.682,82
0,00 520.131,51 0,00 0,00 753.945,02
0,00 2.351.387,33 0,00 352.599,19 51.360.857,50
Buchwerte
Stand 31.12.2022 Stand 31.12.2021
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegengenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 23.835,59 31
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 81.127,99 109
3. Geschäfts- oder Firmenwert 2,00 -
4. Geleistete Anzahlungen 148.690,00 140
253.655,58 280
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.735.466,29 12.311
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.973.529,77 2.198
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.319.692,30 1.200
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 88.380,10 164
15.117.068,46 15.873
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 330,87 176
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 306.500,00 827
3. Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 2.090.803,30 1.746
4. Sonstige Ausleihungen 1,00 -
2.397.635,17 2.749
17.768.359,21 18.902

B. Allgemeine Angaben

Die AVANCO GmbH hat ihren Sitz in Herford und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Bad Oeynhausen (Reg.Nr. HRB 5591). Die AVANCO GmbH hat zum 31.12.2022 einen Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht aufgestellt. Als Zeitpunkt der Erstkonsolidierungen wurde der Zeitpunkt des Erwerbs bzw. der erstmaligen Einbeziehung in einen Konzern-Abschluss gewählt.

Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Der Konzern-Abschluss ist in Euro aufgestellt.

Bewertungsänderungen haben sich aus der in § 253 Abs. 2 S. 1 HGB vorgegebenen Ermittlung des Zinssatzes für die Pensionsrückstellungen ergeben.

C. Anwendung der Vorschriften

Der Konzern-Abschluss der AVANCO GmbH, Herford, wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt.

D. Erläuterungen zum Konzern-Abschluss

1. Konsolidierungskreis

Die AVANCO GmbH ist Mutterunternehmen für die im Konzern-Anhang in der Aufstellung des Anteilsbesitzes aufgeführten Unternehmen. In dem Konzern-Abschluss sind neben der AVANCO GmbH alle Tochterunternehmen einbezogen, bei denen das Mutterunternehmen direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte besitzt bzw. bei denen in anderer Weise ein beherrschender Einfluss vorliegt.

Der Konsolidierungskreis umfasst zum Bilanzstichtag neben der AVANCO GmbH, acht (Vorjahr: acht) inländische und ein (Vorjahr: ein) ausländisches Tochterunternehmen.

Der Einfluss der nicht in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe ist von untergeordneter Bedeutung. In der AVANCO-Gruppe wird von einer untergeordneten Bedeutung ausgegangen, sofern die Ergebnisauswirkung unter 5% liegt. Auf eine Einbeziehung in den Konzern-Abschluss wurde daher nach § 296 Abs. 2 HGB verzichtet (siehe Blatt 14, Anteilsbesitz). Für assoziierte Unternehmen wurde auf die Bewertung nach § 311 Abs. 2 HGB (at Equity Bewertung) aus diesem Grund ebenfalls verzichtet.

2. Konsolidierungsmethoden

Der Konzern-Abschluss der AVANCO GmbH, Herford, wurde zum 31.12.2022, dem Abschlussstichtag der AVANCO GmbH, Herford, und sämtlicher einbezogener Tochterunternehmen erstellt.

Die Kapitalkonsolidierung wurde für alle Erwerbsfälle vor Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 a. F. HGB i. V. m. Art. 66 Abs. 3 EGHGB nach der Buchwertmethode vorgenommen. Dabei wurde das konsolidierungspflichtige Eigenkapital mit dem Betrag angesetzt, der dem Buchwert der den in den Konzern-Abschluss aufzunehmenden Vermögensgegenständen entsprach.

Als Zeitpunkt für die Verrechnung des konsolidierungspflichtigen Kapitals i. S. d. § 301 Abs. 2 HGB wurde grundsätzlich der Zeitpunkt der erstmaligen Aufstellung des Konzern-Abschlusses (1.1.2006) gewählt. Für die nach dem 1.1.2006 erworbenen Anteile an verbundenen Unternehmen wurde die Erstkonsolidierung grundsätzlich auf den Erwerbszeitpunkt, in einzelnen Fällen auf den Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung, durchgeführt.

Die Kapitalkonsolidierung wird für alle Erwerbsvorfälle bzw. konsolidierungspflichtige Tochterunternehmen nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB vorgenommen. Dabei wird das konsolidierungspflichtige Eigenkapital mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert, der den in den Konzern-Abschluss aufzunehmenden Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht, zu dem die Gesellschaft zum Tochterunternehmen geworden ist. Die sich aus den Kapitalkonsolidierungen bis zum Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ergebenden passiven Unterschiedsbeträge entsprechen realisierten Gewinnen i. S. d. § 309 Abs. 2 Nr. 2 HGB und wurden daher den Rücklagen zugeordnet. Die sich aus Kapitalkonsolidierungen bis zum 31.12.2009 ergebenden aktiven Unterschiedsbeträge wurden im Rahmen der Erstkonsolidierung nach § 309 Abs. 1 S. 3 HGB a. F. mit den Rücklagen verrechnet. Da sich die Änderungen der Bilanzierungsmethoden für den Ausweis der Unterschiedsbeträge aus den Erstkonsolidierungen auf Grund der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes prospektiv auf Erwerbsvorgänge nach dem 31.12.2009 beziehen, wurden die aktiven Unterschiedsbeträge aus der erstmaligen Einbeziehung von Tochtergesellschaften im Rahmen der Erstkonsolidierung gemäß § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F. weiterhin mit den Rücklagen verrechnet.

Zum 31.12.2022 werden aktive Unterschiedsbeträge in Höhe von TEUR 51 (Vorjahr: TEUR 51) mit sich aus der Erstkonsolidierung ergebenen Unterschiedsbeträgen mit Rücklagencharakter in Höhe von TEUR 1.246 (Vorjahr: TEUR 1.624) verrechnet.

Ausleihungen und andere Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen wurden gemäß § 303 Abs. 1 HGB aufgerechnet. Differenzen werden ergebniswirksam erfasst. Soweit sich die Differenzen in Folgejahren ausgleichen, wurde eine Steuerabgrenzung vorgenommen. Die sich aus der Umrechnung in die Konzernwährung ergebenden Währungsdifferenzen (echte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung) werden ergebnisneutral verrechnet.

In den Konzern-Abschluss übernommenes Anlagevermögen sowie Vorräte, die auf Lieferungen zwischen den in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, werden mit den Konzernanschaffungs- oder -herstellungskosten angesetzt. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden erfolgswirksam eliminiert.

Umsatzerlöse und andere Erträge aus Lieferungen und Leistungen zwischen den in den Konzern-Abschluss einbezogenen Gesellschaften wurden gemäß § 305 Abs. 1 HGB mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

Latente Steuern werden gemäß § 274 i. V. m. § 298 HGB und § 306 HGB nach konzerneinheitlichen Grundsätzen für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten (Handelsbilanz II) und deren steuerlichen Wertansätzen bei den in den Konzern-Abschluss einbezogenen Einzelabschlüssen sowie für Konsolidierungsmaßnahmen in der Höhe angesetzt, in der eine entsprechende Steuerbe- und -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre absehbar ist. Des Weiteren werden gemäß § 274 Abs. 1 i. V. m. § 298 HGB aktive latente Steuern auf Verlustvorträge gebildet, sofern diese innerhalb der nächsten fünf Jahre mit dem für diese Jahre erwarteten steuerpflichtigen Einkommen verrechnet werden können. Für die Kapitalgesellschaften wurde von einer Steuerbelastung von rd. 30 %, für Personengesellschaften von einer Steuerbelastung von rd. 15 % ausgegangen. Für latente Steuern aus ergebniswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen wurde der unternehmensindividuelle Steuersatz der aufnehmenden Gesellschaft zu Grunde gelegt.

3. Währungsumrechnung

Für alle vollkonsolidierten Tochtergesellschaften entspricht die lokale Währung dem Euro, mit Ausnahme der dänischen Tochtergesellschaft. Die Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen erfolgt, gemäß § 308a HGB, nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei werden Aktiv- und Passivposten der Konzern-Bilanz, mit Ausnahme des Eigenkapitals, mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei dem Eigenkapital wird der historische Stichtagskurs zu Grunde gelegt. Die Bewertung der Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte mit dem Durchschnittskurs. Die sich bei der Fremdwährungsumrechnung nach § 308a HGB ergebende Umrechnungsdifferenz wurde innerhalb des Konzern-Eigenkapitals unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen.

Die Währungsumrechnung für Vermögensgegenstände und Schulden ist, sofern keine Kurssicherung besteht, mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag erfolgt. Bei Vermögensgegenständen und Schulden in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung gemäß § 298 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 256a HGB ohne Beschränkung auf die Anschaffungskostenobergrenze.

E. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Jahresabschlüsse der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen sind bei konzerngleichen Sachverhalten grundsätzlich nach den folgenden einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt worden:

Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde Gebrauch gemacht. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten, die externe Beratungsaufwendungen sowie interne Kosten in der Entwicklungsphase betreffen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und - soweit abnutzbar - um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungszeiträume des Sachanlagevermögens betragen zwischen 2 und 25 Jahren. Investitionszuschüsse wurden vom Sachanlagevermögen direkt abgesetzt.

Selbständig nutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 betragen, werden in einem Sammelposten zusammengefasst und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten bis zu EUR 250,00 betragen, werden im Zugangsjahr direkt im Aufwand gebucht.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren Wert angesetzt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Die Bilanzierung von Ausleihungen erfolgt zum Nennwert, eventuell vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei voraussichtlich dauernder Wertminderung.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Herstellungskosten umfassen Fertigungs- und Materialeinzelkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Die Grundsätze der verlustfreien Bewertung wurden beachtet. Nicht in den Herstellungskosten enthalten sind Fremdkapitalzinsen.

Forderungen werden zum Nennbetrag bzw. zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten oder mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert bewertet. Die in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls berücksichtigt; dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.

Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks werden zum Nennwert angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente werden als schwebende Geschäfte i. d. R. nicht bilanziert. Zusammengehörige Grundgeschäfte und Derivate werden zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Derivate, die mit bilanziellen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit bilden, werden, soweit sich die Ergebnisauswirkung von Grund- und Sicherungsgeschäft kompensieren, nicht erfolgswirksam erfasst. Gewinne aus Sicherungsgeschäften, die keinem bestimmten Grundgeschäft zugeordnet werden können, werden erst bei Fälligkeit realisiert. Unrealisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, die keinem bestimmten Grundgeschäft zugeordnet werden können, werden ergebniswirksam zurückgestellt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Rückstellungen für Pensionen, Jubiläen und Sterbegeld werden nach der Projected Unit Credit (PUC) Methode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 10 Jahren verwendet. Der Abzinsungssatz wird von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung ermittelt und monatlich bekannt gegeben.

Den Berechnungen der unmittelbaren Pensionsverpflichtungen liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

31.12.2022 31.12.2021
% %
Rechnungszinssatz p. a. (10-Jahres-Durchschnitt) 1,78 1,87
Rechnungszinssatz p. a. (7-Jahres-Durchschnitt) 1,44 1,35
Anwartschaftstrend p. a. 0,00 0,00
BBG-Trend p. a. 0,00 0,00
Rententrend p. a. 0,00 bis 2,20 0,00 bis 1,50
Fluktuation p. a. 0,00 0,00

Den Berechnungen der mittelbaren Pensionsverpflichtungen liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

31.12.2022 31.12.2021
% %
Rechnungszinssatz p. a. (10-Jahres-Durchschnitt) 1,78 1,87
Rechnungszinssatz p. a. (7-Jahres-Durchschnitt) 1,44 1,35
Anwartschaftstrend p. a. 0,00 0,00
Rententrend p. a. 2,20 1,50
Fluktuation p.a. 0,00 0,00
Gehaltstrend p. a. 2,00 2,00

Den Berechnungen der Sterbegeldrückstellungen liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

31.12.2022 31.12.2021
% %
Rechnungszinssatz p. a. (10-Jahres-Durchschnitt) 1,78 1,87
Rechnungszinssatz p. a. (7-Jahres-Durchschnitt) 1,44 1,35
Rententrend p. a. 0,00 0,00
Fluktuation p. a. 0,00 0,00
Gehaltstrend p. a. 0,00 0,00

Den Berechnungen der Altersteilzeitrückstellungen liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

31.12.2022 31.12.2021
% %
Rechnungszinssatz p. a. 1,42 1,37
Gehaltstrend p. a. 2,50 2,50

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersteilzeitverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Eventuell zu berücksichtigende Preis- und Kostensteigerungen wurden, soweit relevant, berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst worden. Der Abzinsungssatz wird von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung ermittelt und monatlich bekannt gegeben.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, sofern sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

F. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen ist im Einzelnen im unter A. aufgeführten Konzern-Anlagenspiegel dargestellt. Aus diesem ergeben sich auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 25) sonstige Forderungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände belaufen sich im Berichtsjahr auf TEUR 561 (Vorjahr: TEUR 169). Davon entfallen auf Steuererstattungsansprüche TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 8).

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

(3) Liquide Mittel

Zur Entwicklung der liquiden Mittel verweisen wir auf die Konzern-Kapitalflussrechnung.

(4) Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Übrige 356 173

(5) Aktive latente Steuern

Die Gesellschaft hat, wie bereits in Vorjahren, gemäß § 274 HGB i. V. m. § 298 HGB von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, bei einer sich ergebenden zukünftigen Steuerentlastung aktive latente Steuern zu aktivieren. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.349 (Vorjahr: TEUR 868) resultieren aus einer Gesamtbetrachtung der Differenzen zwischen Handelsbilanz I bzw. Handelsbilanz II- und Steuerbilanz-Werten der einbezogenen Abschlüsse zum Bilanzstichtag, aus steuerlichen Verlustvorträgen sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen. Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen betreffen das Sachanlagevermögen, die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie sonstige Rückstellungen.

(6) Eigenkapital

Der Posten gezeichnetes Kapital enthält den Betrag aus dem Einzelabschluss der AVANCO GmbH, Herford.

Dem Posten Gewinnrücklagen wurden die sich aus den Kapitalkonsolidierungen, bis zum Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes, ergebenden passiven Unterschiedsbeträge mit Rücklagencharakter nach Saldierung mit den aktiven Unterschiedsbeträgen, zugeordnet.

Ergänzend verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Konsolidierungsmethoden sowie auf den Konzern-Eigenkapitalspiegel.

(7) Rückstellungen

Die Rückstellung für Pensionen wurde mit dem Erfüllungsbetrag in Höhe von TEUR 1.741 (Vorjahr: TEUR 1.776) gebildet. Aus der Abzinsung der Rückstellung für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 59.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Personalrückstellungen, Rückstellungen für Umstrukturierungen, Rückstellungen für Gewährleistungen sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

(8) Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre insgesamt gesicherte Beträge Art der Sicherheit
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.689 - 4.827 14.516 9.689 Grundpfandrechte
Sicherungsübereignung
(1.253) (4.000) (5.767) (11.020) (1.253)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.452 - - 3.452
(1.892) (-) (-) (1.892)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 115 - - 115
(77) (-) (-) (77)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.389 - - 1.389
(1.253) (-) (-) (1.253)
4.775 4.000 5.767 14.242
(4.775) (4.000) (5.767) (14.242)

Die Vorjahreswerte sind in Klammern angegeben.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
auf Steuern 588 347
auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 54 11

G. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Die Erfassung der Umsatzerlöse und Materialaufwendungen erfolgte nach der Definition des § 277 Abs. 1 HGB.

Konzernumsätze nach Regionen: 2022 2021
TEUR % TEUR %
Inland 37.424 51,52 32.561 55,21
Ausland 35.215 48,48 26.417 44,79
72.639 100,00 58.978 100,00
Konzernumsätze nach Gesellschaften: 2022 2021
TEUR % TEUR %
Inometa GmbH 63.330 87,19 51.447 87,23
DYNEXA GmbH & Co. KG 7.928 10,91 4.984 8,45
XELIS GmbH 1.335 1,84 2.547 4,32
Übrige 46 0,06 - 0,00
72.639 100,00 58.978 100,00

(2) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 120 (Vorjahr: TEUR 161) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 416 (Vorjahr: TEUR 448), im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 243 (Vorjahr: TEUR 181), Erlöse aus der Auflösung von Wertberichtigungen von Forderungen TEUR 115 (Vorjahr: TEUR 64) und aus Versicherungserstattungen in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 13).

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten zudem Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung. Im Rahmen der Optimierung der Legalstruktur wurde eine nicht mehr benötigte Tochtergesellschaft inkl. ihrer Beteiligung geschlossen. Hieraus ergab sich insgesamt ein Ertrag von TEUR 684.

(3) Personalaufwand

Von den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung betreffen TEUR 409 (Vorjahr: TEUR 253) Aufwendungen für Altersversorgung.

(4) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 163 (Vorjahr: TEUR 23) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 48 (Vorjahr: TEUR 70). Die periodenfremden Aufwendungen betreffen eine Vielzahl von betragsmäßig geringen Einzelsachverhalten.

Zudem beinhalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Rückstellungszuführungen in Höhe von TEUR 871 (Vorjahr: TEUR 650) sowie Aufwendungen aus der Wertberichtigung von Forderungen in Höhe von TEUR 96 (Vorjahr: TEUR 127).

(5) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Von den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen auf die Aufzinsung von Pensionsrückstellungen TEUR 42 (Vorjahr: TEUR 44). Für gutachtenbasierte Rückstellungen wurde die Veränderung in einen Zinsanteil und einen Personalkostenanteil aufgeteilt.

(6) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen in voller Höhe Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung, die durch die Abschreibung einer Beteiligung im Rahmen der Optimierung der Legalstruktur entstanden sind.

(7) Steuern vom Einkommen und Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag sind als Saldo aus der Auflösung und Zuführung von aktiven latenten Steuern Erträge von TEUR 481 (Vorjahr: Aufwendungen TEUR 597) enthalten. Des Weiteren beinhalten die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 8) sowie Steuernachzahlungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 23).

(8) Sonstige Steuern

In den sonstigen Steuern sind Steuernachzahlungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1) und Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 20) enthalten.

I. Sonstige Angaben

(1) Anteilsbesitz zum 31.12.2022

Die folgenden Gesellschaften wurden in den Konzern-Abschluss einbezogen:

Gesellschaft Sitz Kapitalanteil
%
Unmittelbare Beteiligungen
Inometa GmbH Herford/Deutschland 100,0
AVANCO Composites GmbH 1) Herford/Deutschland 100,0
XELIS GmbH Herford/Deutschland 85,0
Mittelbare Beteiligungen
Inometa Immobilien-Verwaltungs GmbH Herford/Deutschland 100,0
HIRTUS Grundstücks-Vermietungsges. mbH & Co. Objekt Herford KG 2) Herford/Deutschland 94,0
HIRTUS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Herford/Deutschland 100,0
Inometa Thermoplastics GmbH Herford/Deutschland 100,0
Inometa Overseas GmbH Herford/ Deutschland 100,0
DYNEXA GmbH & Co. KG Laudenbach/Deutschland 100,0
DYNEXA Beteiligungs GmbH Laudenbach/Deutschland 100,0
XELIS GmbH Herford/Deutschland 15,0

1) Vormals X-Holding GmbH.

2) Einbeziehung in den Konzern-Abschluss gemäß § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Die restlichen Anteile werden von der 100%igen Tochtergesellschaft HIRTUS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH gehalten.

Nicht in den Konzern-Abschluss einbezogene Tochterunternehmen

Die nachfolgend aufgeführten Tochtergesellschaften wurden gemäß § 296 Abs. 2 HGB und § 311 Abs. 2 HGB nicht konsolidiert, da sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind.

Gesellschaft Sitz Kapitalanteil %
Mittelbare Beteiligungen
INOMETA Inc. Appleton/USA 100,0
Maxwell Oil Tools GmbH Herford/Deutschalnd 50,0
Maxwell Oil Tools Ltd Edinburg/UK 50,0

(2) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Verpflichtungen aus Leasing-Verträgen in Höhe von TEUR 854 (Vorjahr: TEUR 1.323) und aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 1.640 (Vorjahr: TEUR 2.276). Bei den Leasingverpflichtungen handelt es sich um Maschinen-Leasing, Kfz-Leasing sowie Mietleasing. Die Verpflichtung aus Mietverträgen betrifft Immobilien und angemietete Wirtschaftsgüter.

Des Weiteren besteht im Zusammenhang mit den in 2020 getätigten Anteilserwerben die Verpflichtung zur Leistung von Earn-Out-Zahlungen.

Die Verpflichtungen aus mittelbaren Pensionszusagen betragen unter Anwendung eines Durchschnittszinssatzes von 10 Jahren zum 31.12.2022 TEUR 2.765 Das entsprechende Kassenvermögen beträgt TEUR 2.087, sodass sich eine Unterdeckung von TEUR 551 ergibt. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre im Vergleich zum durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre beträgt TEUR 154.

Risiken im Zusammenhang mit den Leasing- und Mietverträgen können sich aus dem Fehlen einer vorzeitigen Kündigung oder einer vorzeitigen Kündigung nur gegen Zahlung eines Schadenersatzes sowie der Notwendigkeit einer Prolongation oder dem Neuabschluss zu ggf. ungünstigeren Konditionen ergeben.

(3) Art und Zweck sowie Risiken und Vorteile von nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften

Die oben genannten Verpflichtungen aus Leasing-Verträgen beinhalten ein Sale-Lease-Back-Geschäft. Dieses Leasinggeschäft dient zur Finanzierung und Optimierung der Konzern-Bilanzstruktur. Der Leasingaufwand entspricht in etwa den Abschreibungen und den Refinanzierungsaufwendungen. Der Restwert der Leasingverpflichtungen beträgt zum 31.12.2022 TEUR 546.

(4) Haftungsverhältnisse

Das Mutterunternehmen haftet gesamtschuldnerisch für Zusagen von Banken, die Kreditlinien in einem Umfang von zum Vorjahr unverändert TEUR 2.000 den in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen zur Verfügung gestellt haben. Diese Kreditlinien waren zum Stichtag mit TEUR 89 (Vorjahr: TEUR 3) in Anspruch genommen.

Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der o. g. Verbindlichkeiten aus Haftungsverhältnissen schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Unternehmensplanungen der Begünstigten als gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor.

(5) Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

2022 2021
Arbeiter 165 148
Angestellte 154 147
Aushilfen 2 1
Auszubildende 16 17
337 313

(6) Bezüge der Organmitglieder

Die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung nach § 314 Absatz 1 Nr. 6 HGB unterbleibt gemäß § 286 Absatz 4 HGB.

(7) Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der AVANCO GmbH obliegt:

Name Vorname Beruf
Tappe Cedric Geschäftsführer (Kaufmann)

(8) Offenlegung

Der Konzern-Abschluss der AVANCO GmbH wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Bei den nachfolgenden Gesellschaften wird von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB hinsichtlich der Offenlegung Gebrauch gemacht:

Gesellschaft Sitz
Inometa GmbH Herford/Deutschland
DYNEXA GmbH & Co. KG Laudenbach/Deutschland
HIRTUS Grundstücks-Vermietungsges. mbH & Co. Objekt Herford KG Düsseldorf/Deutschland

(9) Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die AVANCO-Gruppe an den Abschlussprüfer HLB Dr. Stückmann und Partner mbB Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Bielefeld, folgenden Honoraraufwand erfasst:

TEUR
Jahresabschlussprüfung 97,5
(davon für das Vorjahr) -
Sonstige Leistungen 3,0
Gesamt 100,5

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

2022 2021
TEUR TEUR
Konzern-Jahresüberschuss 7.923 3.945
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 1.831 1.883
Abschreibung auf Finanzanlagen 520 -
Zu-/Abnahme der Rückstellungen 743 743
Zu-/Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und anderer Aktiva -14.403 -9.242
Zu-/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und anderer Passiva 1.733 555
Gewinne aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -284 -
Sonstige Beteiligungserträge -111 -106
Zinserträge -14 -
Zinsaufwendungen 188 160
Ertragsteueraufwand 2.393 2.606
Ertragsteuerertrag -22 -8
Ertragsteuerzahlungen 1.888 2.707
Erträge aus Endkonsolidierung -390 -
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.995 3.243
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -14 -155
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 5 -
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -1.048 -798
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -345 -
Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 470 -
Auszahlungen für den Erwerb von Unternehmensanteilen - -45
Erhaltene Zinszahlungen 14 -
Erhaltene Beteiligungserträge 111 106
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -807 -892
Einzahlungen/Auszahlungen aus der Aufnahme/Tilgung von Finanzkrediten 3.496 -1.900
Gezahlte Zinsen -145 -116
Konsolidierungsbedingte Änderungen des Eigenkapitals -8 -
Ausschüttung an Gesellschafter - -1.000
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 3.343 -3.016
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 4.531 -665
Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahrs 6.003 6.668
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahrs 10.534 6.003

Der Finanzmittelfonds entspricht dem Konzern-Bilanzposten "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks".

Konzern-Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022

Summe Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Kapital-rücklagen Gewinn-rücklagen Ergebnis-vortrag Eigenkapital-differenz aus Währungs-umrechnung nicht beherr-schende Anteile Konzern-ergebnis
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 31.12.2020/1.1.2021 17.306 100 510 3.230 13.664 8 2 -208
Ausschüttung -1000 - - - -1.000 - - -
Konzern-Jahresüberschuss/-fehlbetrag
2020 - - - - -208 - - 208
2021 3.945 - - - - 4 3.945
Stand zum 31.12.2021/1.1.2022 20.251 100 510 3.230 12.456 8 2 3.945
Konzern-Jahresüberschuss/-fehlbetrag
2021 - - - - 3.945 - - -3.945
2022 7.923 - - - - - - 7.923
Änderungen des Konsolidierungskreises -385 - - -375 - -8 -2 -
Stand zum 31.12.2022 27.789 100 510 2.855 16.401 0 0 7.923

 

Herford, den 27. Juni 2023

AVANCO GmbH

gez. Cedric Tappe

Hinweis:

Der Konzernabschluss der AVANCO GmbH, Herford, wurde in der Gesellschaftsversammlung vom 04. Juli 2023 gebilligt.

Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Grundlagen der AVANCO-Gruppe

a) Geschäftsmodell

Nachfolgend wird anstelle des gesetzlichen Begriffs "Konzern" der Begriff "Gruppe" synonym verwendet.

Die AVANCO-Gruppe entwickelt, produziert, veredelt und vertreibt technische Rohre und darauf basierende Produkte aus Faserverbundwerkstoffen (Kohlestofffaser- und Glasfaser) und Aluminium sowie technische Profile, rohrförmige und prismatische Bauteile und Strukturen aus Kohlestofffaser- und Glasfaserverbundwerkstoffen. Die gesamte Wertschöpfungskette ist auf technisch anspruchsvolle Lösungen für High- und Middle-End Anwendungen und deren industrielle Herstellung ausgerichtet.

Die AVANCO-Gruppe betreibt insgesamt drei Produktionsstandorte in Deutschland. In den Regionen Europa, Asien und Amerika wird die AVANCO Gruppe durch Vertriebspartner vertreten. Die Zentrale und das Shared-Service-Center der AVANCO-Gruppe, in Form der AVANCO Holding, befindet sich in Herford.

Die Produkte der AVANCO-Gruppe sind in die Segmente "Advanced Rollers", "Surfaces", "Tubes & Profiles", "Automotive Applications", "Industrial Applications" sowie "Premium Polymer Composites" eingeteilt und werden in den Gesellschaften Inometa GmbH (kurz: INOMETA), DYNEXA GmbH & Co. KG (kurz: DYNEXA) und XELIS GmbH (kurz: XELIS) vertrieben.

INOMETA ist technologisch führend in der Entwicklung, Produktion und Veredelung technischer Leichtbauprodukte aus Aluminium und Faserverbundwerkstoffen wie CFK 1 und GFK 2 Die Gesellschaft ist spezialisiert auf qualitativ anspruchsvolle und innovative Leichtbaulösungen sowie auf die Entwicklung und Fertigung von Funktionsoberflächen. Mit den Produkten wird das gesamte Spektrum an rotierenden Elementen für die Folien-, Papier-, Druck- und Verpackungsindustrie abgedeckt. DYNEXA ist ein Leichtbauspezialist mit einer einzigartigen Expertise in der Entwicklung und Produktion maßgeschneiderter Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen. Als Technologieführer im Bereich Filament Winding und kompetenter Entwicklungspartner bietet DYNEXA Lösungen, bei denen herkömmliche Werkstoffe wie Aluminium oder Stahl an die Grenzen der Physik und des technisch Machbaren stoßen. DYNEXA zählt zu den wichtigsten Leichtbaupartnern für die Branchen Automotive, Marine, Windenergie und Maschinenbau. XELIS ist ein Spezialist für die Entwicklung und Produktion thermoplastischer Produkte aus Faserverbundwerkstoffen und fokussiert sich neben der Luftfahrt insbesondere auf industrielle Anwendungen.

1 Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (Kohlenstofffaser)

2 Glasfaserverstärkter Kunststoff (Glasfaser).

b) Forschungs- und Entwicklungstätigkeit

Die AVANCO-Gruppe beschäftigt 15 Mitarbeiter (Vorjahr: 15 Mitarbeiter) in der Forschung und Entwicklung.

Der Bereich F&E der INOMETA arbeitete 2022 an der Markteinführung neuer Produkte. Insbesondere die Markteinführung einer elektrisch beheizten und selbstregelnden Funktionswalze mit hochverschleißfester Oberflächenbeschichtung ist hierbei hervorzuheben. Auch die erfolgreiche Weiterentwicklung der hochpräzisen Bahnführungswalzen sind Erfolge des abgelaufenen Geschäftsjahres

Im Geschäftsjahr 2022 konnte die DYNEXA im Segment Automotive neben dem Hochlauf der bestehenden Serienproduktion von CFK-Antriebswellenrohren weitere Automotive Prototypenprogramme für Längswellenrohre zur Serienvorbereitung 2023 ff. erfolgreich begleitet. Weiterhin wurde auf die Verbesserung der Produktivität/Bauteilqualität/Digitalisierung des Kern-Fertigungsprozesses "Faserwickeln" hohe Entwicklungs- und Produktionsanstrengungen gerichtet, dies sowohl in den Teilprozessen "Fasertränkung", "Faserführung" als auch bezogen auf die "Bauteilvermessung". Das 3D-Druckverfahren wurde in der Produktion etabliert und die Basis für einen Ausbau wurde geschaffen. Ein Förderprojekt zum Herstellungsvergleich/zur Herstellungsoptimierung von duro- und thermoplastischen Antriebswellenrohren wurde vom Projektträger genehmigt und gestartet.

Die XELIS brachte das Forschungsprojekt im Bereich neuer Rumpfbauweisen aus thermoplastischen Faserverbundwerkstoffen mit dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), welches durch die Europäische Union unterstützt wurde, zu Ende. Hierauf aufbauend konnte ein weiteres Projekt für die Luftfahrtforschung in diesem Bereich gewonnen werden, um das Ziel des klimafreundlichen Flugverkehrs zu realisieren. Mit diesem Projekt arbeitete das Unternehmen an den Grundlagen umfangreicher Leichtbaustrukturkonzepte der nächsten Flugzeuggeneration. Damit wird eine Produktpalette für Strukturkomponenten geschaffen, die nachhaltiges Wachstum für die nächsten zwei Jahrzehnte ermöglicht. Zudem hat die Gesellschaft Entwicklungstätigkeiten im Bereich der Medizintechnik gestartet, die im Rahmen von direkten Entwicklungsaufträgen seitens eines international agierenden Kunden bei der XELIS platziert wurden.

Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Insgesamt war das Geschäftsjahr 2022 weltweit begleitet von einer hohen Inflation, den Herausforderungen bei den Lieferketten, dem Fachkräftemangel sowie dem Ukraine-Krieg mit all seinen Folgen. Dabei war die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland insbesondere "geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen", erklärte Dr. Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. Der Weltwirtschaft hat sich allerdings vom corona-bedingten Einbruch weiter erholen können. Gemäß dem Internationale Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung in 2022 um +3,4 % gewachsen. Diese Entwicklung war auch in Deutschland zu beobachten. Insbesondere in den ersten drei Quartalen konnte das Wirtschaftswachstum erhöht werden. In diesem Zusammenhang stellt das statistische Bundesamt für 2022 fest, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 % höher ausgefallen ist als im Vorjahr. Ähnliche Meldungen verzeichnete das Deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für das Jahr 2022, wonach sich die deutsche Industrie insbesondere in den ersten drei Quartalen positiv entwickelte. Zum Jahresende hingegen war eine Abschwächung zu verzeichnen.

Für die INOMETA und die DYNEXA sind die Märkte in den Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus, Automotive, Marine sowie der Aluminium- und Stahlindustrie maßgeblich. Dem VDMA zur Folge blickt der deutsche Maschinen- und Anlagenbau auf ein gutes Jahr 2022 zurück. Die Exporte sind nominal um 6,1% auf einen Rekordwert von 192,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte der VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers mit. Bereinigt um Preiseffekte könne sich "auch das reale Ergebnis sehen lassen". Beim Auftragseingang konnten wesentliche Zuwächse insbesondere in den ersten drei Quartalen 2022 erwirtschaftet werden. Die Stimmung innerhalb der Automobilindustrie, einem der bedeutendsten Industriezweige in Deutschland, hat sich im Geschäftsjahr 2022 durchwachsen entwickelt. Auf der einen Seite wirkten die Elektromobilität sowie die Durchsetzbarkeit höherer Verkaufspreise positiv auf die Absatzmärkte der Automobilisten, auf der anderen Seite stellten gestiegene Energiekosten sowie eine hohe Inflation die Branche vor Herausforderungen. Dabei hat sich die Erholung von der Corona Pandemie auch in diesem Bereich fortgesetzt und die Versorgungssituation in den Lieferketten etwas entspannt.

Im Bereich der Aluminium- und Stahlindustrie setze sich der Trend steigender Preise in 2022 weiter fort. Eine Tonne Aluminium kostete im Jahr 2022 weltweit durchschnittlich 2.706 US-Dollar und ist somit im Vorjahresvergleich um ca. 300 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Dabei erhöhte sich die globale Aluminiumproduktion gemäß dem International Aluminium Institute (IAI) um 2,0 %. Den Pressemitteilungen des Weltstahlverbands (WSA) zur Folge hat sich die Stahlnachfrage in 2022 rückläufig entwickelt. Laut der European Steel Association (EUROFER) ist die Stahlnachfrage um 3,5 % zurückgegangen. Während sich die Erholung von der Pandemie positiv auswirkte, wirkten der Ukraine-Krieg sowie die steigende Inflation konträr. Perspektivisch wird sich allerdings die Stahlnachfrage aufgrund des Anstiegs der Weltbevölkerung und der damit einhergehenden benötigten Stahlreserven für Gebäudebau und Infrastruktur weiter steigen. Diese Tendenz wird sich auch aufgrund der Nachfrage aus dem industriellen Bereich ergeben.

Für die XELIS ist der Markt für Luftfahrt von wesentlicher Bedeutung. Bekanntermaßen hat sich die Corona-Pandemie in den letzten Jahren insbesondere auf den Luftverkehr und den Markt im Bereich der Luftfahrt ausgewirkt. Nach einigen herausfordernden Jahren war in 2022 eine Erholung zu beobachten. So ist gemäß dem internationalen Luftverband IATA der weltweite Passagierluftverkehr (gemessen in verkauften Passagierkilometern) in 2022 um 64,4 % auf 68,5% gestiegen und erreichte somit das Niveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. Für die Flugzeughersteller Airbus und Boeing war diese positive Entwicklung ebenfalls spürbar. So erwies sich das Jahr 2022 trotz der Herausforderungen in der Lieferkette, der Inflation, der makroökonomischen Schwäche, des Arbeitskräftemangels und des Krieges in der Ukraine als ein weiteres Jahr der Erholung.

Geschäftsverlauf

Im Folgenden wird der Geschäftsverlauf und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AVANCO-Gruppe analysiert. Hierzu wird auf wesentliche finanzwirtschaftliche Leistungsindikatoren der AVANCO-Gruppe wie die Umsatzerlöse und das EBT eingegangen. Dabei bilden die Umsatzerlöse das Wachstum und das EBT den Gewinn bzw. Verlust vor Steuern ab. Zur weiteren Unterstützung der Analyse wird zudem auf das EBITDA 1 und das EBIT 2 eingegangen. Ferner wird Bezug genommen auf den Rohertrag 3

1 EBITDA stellt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände dar.

2 Der EBIT ist das Ergebnis vor Steuern und Zinsen.

3 Der Rohertrag setzt sich zusammen aus den Umsatzerlösen, der Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, den aktivierten Eigenleistungen sowie dem Materialaufwand.

Insgesamt verzeichnete die AVANCO Gruppe in nahezu allen Produktsegmenten einen Umsatzanstieg. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf den Konzern-Anhang. Dabei lag der konsolidierte Umsatz der AVANCO-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 bei EUR 72,6 Mio. (Vorjahr: EUR 59,0 Mio.) und hat sich im Vorjahresvergleich um + 23,2 % verändert. Die positive Entwicklung ist einerseits auf die Erholung der etablierten Märkte von den Corona-Einflüssen zurückzuführen, andererseits konnten diverse neue Projekte erfolgreich umgesetzt werden, sodass in Summe die deutliche Umsatzsteigerung realisiert werden konnte.

Mit dem ausgesprochen hohen Umsatzanstieg ging ein deutlich verbessertes EBITDA einher. Dieses betrug im Geschäftsjahr 2022 EUR 12,7 Mio. (Vorjahr: 8,5 Mio.) und mündete in einer stark verbesserten EBT-Marge von + 14,2 % bzw. in einem EBT 2022 in Höhe von EUR 10,3 Mio. (Vorjahr: EUR 6,6 Mio.).

Die im Vorjahr prognostizierte Entwicklung der Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und EBT konnte demnach deutlich übertroffen werden.

Per 31.12.2022 betrug der konsolidierte gruppenweite Auftragsbestand EUR 34,3 Mio. und lag somit über dem Vorjahresniveau von EUR 26,0 Mio. Die nachfolgende Darstellung spiegelt diesen Autragsbestand in Produktgruppen wider:

Auftragsbestand (in m€) 2022 2021
Advanced Rollers 29,5 17,9
Tubes & Profiles 2,0 4,3
Surfaces 1,2 1,8
Industrial Applications 0,7 0,6
Automotive Applications 0,5 1,1
Premium Polymer Composites 0,4 0,3

Der konsolidierte gruppenweite Auftragseingang lag per 31.12.2022 bei EUR 75,1 Mio. (Vorjahr: EUR 69,2 Mio).

b) Lage

Ertragslage

Die AVANCO-Gruppe verzeichnete im Berichtsjahr 2022 einen Anstieg in der Gesamtleistung in Höhe von + EUR 13,8 Mio. auf EUR 73,8 Mio. (Vorjahr: EUR 60,1 Mio.), was im Wesentlichen auf die oben genannten Effekte im Umsatz zurückzuführen ist. Die Materialaufwandsquote hat sich im Vorjahresvergleich um 3,0 %-Punkte auf von 36,3 % verändert. Die Steigerung im Umsatz führte zu einer entsprechenden Entwicklung im Rohertrag und mündete in einer Veränderung des Rohertrages um + EUR 6,9 Mio. auf EUR 47,0 Mio. im Berichtsjahr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen EUR 1,7 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.) und lagen damit um + EUR 0,7 Mio. unter dem Vorjahresniveau. Hierauf ausgewirkt haben sich im Wesentlichen Erträge im Rahmen der Optimierung der Legalstruktur (vgl. auch Ausführungen im Anhang).

Der Personalaufwand erhöhte sich im Vorjahresvergleich um + EUR 1,8 Mio. Dies ist vorwiegend auf ergebnisbedingte Rückstellungen sowie dem Anstieg personeller Ressourcen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 1,6 Mio. auf 11,8 Mio. angestiegen, was überwiegend mit dem Anstieg umsatzabhängiger Kosten einhergeht. Zudem waren im Berichtsjahr deutlich höhere Raumkosten aufgrund gestiegener Nebenkosten zu verzeichnen. Mehr Investitionen sowie die Zunahme bei den Marketingkosten haben ebenfalls zum Anstieg beigetragen.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen betragen insgesamt EUR 1,8 Mio. (Vorjahr: EUR 1,9 Mio.). Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf den Konzern-Anlagenspiegel.

Der Ertragssteueraufwand reduzierte sich um EUR 0,2 Mio. auf EUR 2,4 Mio. Überwiegend haben sich hierauf Ertragsteuervorauszahlungen sowie latente Steuern ausgewirkt.

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 beträgt EUR 7,9 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio.).

Finanz- und Vermögenslage

Das Finanzmanagement der AVANCO-Gruppe hat als oberstes Ziel, die Finanzkraft zu erhalten und die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Durch die zentrale Organisation des Finanzmanagements der AVANCO-Gruppe werden eine weitestgehende Reduzierung der Finanzierungskosten, eine Einhaltung von Kreditauflagen sowie eine bestmögliche Absicherung der Zins- und Wechselrisiken gewährleistet. Aktivitäten des Finanzmanagements umfassen vornehmlich das Cash- und Liquiditätsmanagement, die Gruppenfinanzierung und Geldversorgung für Gruppen-Gesellschaften, das Kundenkreditmanagement sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzlage im Geschäftsjahr verweisen wir auf die in einer gesonderten Anlage dargestellte Konzern-Kapitalflussrechnung.

Die Bilanzsumme hat sich im Jahresvergleich um + EUR 14,2 Mio. auf EUR 54,0 Mio. erhöht.

Dabei hat sich innerhalb der Aktiva das Anlagevermögen insgesamt um ./. EUR 1,1 Mio. auf EUR 17,8 Mio. reduziert. Innerhalb des Finanzanlagevermögens ist dies vorwiegend auf die bereits erwähnte Optimierung der Legalstruktur zurückzuführen. Im Bereich des Sachanlagevermögens haben sich planmäßige Abschreibungen ausgewirkt.

Retrospektiv betrachtet wurden wesentliche Investitionen in den letzten Jahren durch Leasing finanziert und werden demzufolge in der Gruppe nicht bilanziert. Hierzu verweisen wir auf den Konzern-Anhang. Im Berichtsjahr 2022 betrugen die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen insgesamt EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.). Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf den Konzern-Anlagenspiegel.

Der Vorratsbestand erhöhte sich im Berichtsjahr 2022 um + EUR 6,3 Mio. (+ 74,25 %). Um möglichen Lieferengpässen sowie Preissteigerungen vorzubeugen, wurden deutlich höhere Vorratsbestände aufgebaut. Zudem ergibt sich durch den allgemein hohen Auftragsbestand auch ein höherer Bedarf an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie unfertigen Erzeugnissen.

Beim Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist im Jahresvergleich ein Anstieg um + EUR 3,1 Mio. zu verzeichnen. Diese Veränderung ergibt sich hauptsächlich aus stichtagsbedingten Schwankungen.

Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um + EUR 0,5 Mio. Hierauf ausgewirkt haben sich steuerliche Verlustvorträge, Differenzen zwischen Handelsbilanz I bzw. Handelsbilanz II- und Steuerbilanz-Werten sowie Konsolidierungsmaßnahmen.

Die liquiden Mittel sind um EUR 4,5 Mio. auf 10,5 Mio. gestiegen. Für Einzelheiten verweisen wir auf die Konzern-Kapitalflussrechnung.

Der Abschluss der AVANCO-Gruppe weist zum 31.12.2022 eine solide Eigenkapitalquote von 51,5 % (Vorjahr: 50,9 %) aus. Hierauf ausgewirkt hat sich insbesondere das positive Jahresergebnis. Zu weiteren Einzelheiten verweisen wir auf den Konzern-Eigenkapitalspiegel.

Bei den kurzfristigen Rückstellungen ergab sich eine Zunahme von insgesamt EUR 1,4 Mio. Hierauf ausgewirkt haben sich im Wesentlichen Ertragsteuerrückstellungen (+ EUR 0,6 Mio.) sowie Zuführungen zu den sonstigen Rückstellungen (+ EUR 0,8), hierbei stiegen vorwiegend die ergebnisbedingten Rückstellungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich im Vorjahresvergleich um + EUR 3,5 Mio. Insgesamt wirkten sich in diesem Bereich die Aufnahme neuer Darlehen sowie planmäßige Tilgungsleistungen aus. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergab sich stichtagsbedingt ein Anstieg von + EUR 1,6 Mio.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns

Die AVANCO-Gruppe konnte ihre für 2022 prognostizierte Umsatz- und Ergebniserwartung deutlich übertreffen. Die Aufhellung der wirtschaftlichen Lage sowie das operative Wachstum und diverse Projekte führten im Ergebnis zum Umsatzanstieg und mündeten in einem EBT von EUR 10,3 Mio. (Vorjahr: EUR 6,6).

Umweltschutz

Bei allen Aktivitäten der AVANCO-Gruppe wird auf den umweltschonenden und effizienten Einsatz der Ressourcen geachtet. Mögliche Belastungen der Umwelt werden frühzeitig identifiziert und bestmöglich reduziert.

Hierzu gehören der ressourcenschonende Umgang mit Materialien und Stoffen genauso wie die Zuführung von Abfällen in den Wiederverwertungsprozess. Die Reduzierung von Emissionen wird mit modernen Filteranlagen für Staub, Feinstaub und Aerosolen und ein effizienter Einsatz von Energie durch die Nutzung von Abwärme aus Heizöfen, Kompressoren und Kältegeräten, Energierückgewinnung über Wärmetauscher erreicht. Mit Hilfe von planerischen Optimierungen bei von Maschinenlaufzeiten bzw. Pausenregelungen können Spitzenlasten geglättet werden.

Das eingeführte Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 5001 fordert jährlich eine positive Entwicklung bei der Effizienz der eingesetzten Energie. Dieses konnte durch ein konsequentes Management und der Umsetzung von energetischen Maßnahmen auch erreicht werden. Hierzu zählen u.a. die vollständige Umrüstung der Produktion auf eine LED-Beleuchtung. Parallel zu diesen Maßnahmen ist das vordergründige Ziel, die Verbräuche transparenter zu machen, um Verbesserungspotentiale zu erkennen und somit die Energiekosten nachhaltig zu senken. Ein großer Teil der Hallenflächen wurde in 2022 bereits mit einer PV-Anlage ausgestattet. Ein Ausbau der weiteren Flächen wird aktuell geprüft und zur Umsetzung vorbereitet. Die Anzahl der Hybrid- /Elektrofahrzeuge wird in der Firmenflotte kontinuierlich erhöht. Um die Nutzung auch effizient zu gestalten, wurden im Jahr 2022 an der Firmenzentrale in Herford insgesamt 50 Ladepunkte errichtet, welche zukünftig auch von den Mitarbeitern ohne Firmenwagen genutzt werden dürfen.

Risiko- und Chancenbericht

Das Risikomanagement der AVANCO-Gruppe wird unter dem Dach der Holding der AVANCO GmbH betrieben und ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen und diese systematisch zu minimieren. Währungsrisiken, als ein Beispiel des Risikomanagements, werden frühzeitig durch Währungssicherungsgeschäfte minimiert. Eine aktive Steuerung stellt sicher, dass die Unternehmensziele erreicht werden und somit ein Beitrag zu einer positiven Entwicklung des Unternehmenswertes geleistet wird.

Risiken, die sich weder auf Kern 1 oder auf Unterstützungsprozesse beziehen, werden von der AVANCO-Gruppe grundsätzlich nicht eingegangen. Geschäfte mit hohem Risikopotential oder Spekulationsgeschäfte, die nicht zur Ausrichtung des Unternehmens passen, sind unzulässig.

1 Unter Kernprozessen werden die Entwicklung und Umsetzung der jeweiligen Geschäftsmodelle, die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen, Standortentscheidungen, die Sicherstellung der Liquidität sowie die Entwicklung von Fach- und Führungskräften verstanden.

Das im Unternehmen eingesetzte Risikomanagement wird durch regelmäßige Berichterstattung und Abweichungsanalysen erreicht. Dazu stehen Geschäftsführungsvorlagen, der Planungszyklus inkl. Budgets, Forecast und Abweichungsanalysen und nicht zuletzt die zeitnahen Monatsberichte sämtlicher Gruppenunternehmen zur Verfügung.

Die Geschäftsführung legt besonderes Augenmerk auf die Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Produktpalette und der Identifizierung sich entwickelnder neuer Anwendungsfelder für Bauteile und Komponenten, auch aus Faserverbundwerkstoffen wird eine enge dauerhafte und partnerschaftliche Geschäftsbeziehung zu Kunden angestrebt. Der hohe Exportanteil ist nicht nur produkt-, kunden- und bedarfsimmanent, sondern ist mit Blick auf die Möglichkeit der Risikominimierung durch Ausgleich von Nachfrageschwankungen bewusst angestrebt.

Für die im Industriebereich tätigen Gruppenunternehmen ergibt sich insgesamt eine ausreichend breite und grundsätzlich risikoarme Kundenstruktur. In der Luftfahrt ist die Vielzahl der Kunden allerdings naturgemäß etwas geringer und Produktinnovationen können in Einzelfällen als Folge einer kundenspezifischen Entwicklung bei Erreichen der Serienreife zunächst von wenigen oder nur einem Kunden abhängen, weshalb hier auch intensiv und erfolgreich an einer Ausdehnung der Kundenstruktur gearbeitet wird. Ausschließlichkeits- bzw. Exklusivverträge mit einzelnen Kunden werden grundsätzlich nicht eingegangen. Durch Produktinnovationen und die Aufstellung in verschiedenen Marktsegmenten wird die Abhängigkeit von einzelnen Branchen und Kundengruppen reduziert. Die Entwicklung von innovativen Produkten bringt aber auch Risiken mit sich. Diese können insbesondere aus den hohen Entwicklungskosten bis zur Erreichung der Serienreife und durch die wirtschaftliche Entwicklung in wesentlichen Kundenbranchen resultieren. Im Business Segment Automotive OEM werden Serienaufträge üblicherweise für die Laufzeit der Serie, das heißt im Durchschnitt für sieben Jahre vergeben, wodurch Stabilität des Geschäftsverlaufes in diesem Segment erzielt werden kann.

Insgesamt ist zu konstatieren, dass der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie mit Zuversicht in das Jahr 2023 gestartet sind. Die Luftfahrt ist ebenfalls positiv gestimmt. Allerdings wird betont, dass die zukünftige Entwicklung aufgrund des Ukraine-Krieges, den Lieferengpässen und steigender Energiekosten weiterhin von Unsicherheiten begleitet ist, wodurch sich auch Implikationen auf die Risikolage der AVANCO-Gruppe ergeben könnten. Dabei werden auch Forderungen nach wettbewerbsfördernden Instrumenten und Regelungen mit Blick auf die politische Bühne intensiver. In diesem Zusammenhang werden aktuelle Entwicklungen von Seiten der Geschäftsführung engmaschig beobachtet.

Der Luftfahrtbereich wird weiterhin auf die Unterstützung der AVANCO-Gruppe angewiesen sein. Auf mittelfristige Sicht erwarten wir eine Verbesserung der Ertragslage mit einhergehender Verbesserung der Eigenkapitalausstattung und halten daher an der Fortführung dieses Bereichs fest.

Auf der Chancenseite ist zu erwähnen, dass in den kommenden Jahren sich insbesondere durch die weltweiten Wachstumsfelder im Bereich der Faserverbundwerkstoffe zahlreiche strategische und operative unternehmerische Chancen ergeben werden. Leichtbaulösungen aus Faserverbundwerkstoffen sind hervorragend geeignet, zusätzliche Effektivität im industriellen Produktionsprozess (wie z. B. höhere Prozessgeschwindigkeiten bei verringerten Vibrationen) zu erreichen und werden daher weiter an Bedeutung gewinnen. Durch Gewichtsreduzierung können energieeffiziente Konzepte und Lösungen realisiert werden. Durch den Fokus auf ressourcenschonende und effiziente Produkte und Produktionsprozesse wird die Nachfrage nach zunehmend technisch anspruchsvollen und hochwertigen Werkstoffen in einem globalen Umfeld weiter steigen.

Die Entwicklung von neuen Produkten fokussiert sich dabei auf Zielmärkte mit bedeutendem Umsatzpotenzial und das Erreichen der Marktführerschaft. Die AVANCO-Gruppe sieht sich hier als Innovator und mit einer guten und teilweise führenden Marktstellung für die Zukunft gut aufgestellt. Innovative Produkte sind zudem der Schlüssel für den erreichten Technologievorsprung; um diesen zu halten wird auch weiterhin konsequent in Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Technologien investiert.

Durch den Aufbau und die systematische Erweiterung von Produktionsstandorten und Vertriebsbüros ergeben sich für die strategische Ausrichtung der AVANCO-Gruppe erhebliche Markterschließungs- und Wachstumspotentiale. Insgesamt sieht die Geschäftsleitung die genannten Chancen der Gruppe grundsätzlich als realistisch und realisierbar an.

Prognosebericht

In seiner Berichterstattung April 2023 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognoseerwartung für das Jahr 2023 korrigiert und rechnet mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von nunmehr + 2,8 %. Gemäß dem Fonds, sind die Aussichten für die globale Wirtschaft angesichts der Turbulenzen im Finanzsektor, dem Ukraine-Krieg sowie der hohen Inflation ungewiss. Noch zu Beginn des Jahres 2023 prognostizierte die Weltbank für die deutsche Wirtschaft ein leichtes Wachstum von + 0,1 %. In seiner jüngsten Berichterstattung wird die deutsche Wirtschaft in 2023 sogar leicht schrumpfen (- 0,1 %). Die Bundesregierung hat bisher (Januar 2023) ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von + 0,2 % vorhergesagt. Dem ifo Institut zufolge wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in etwa auf dem Vorjahresniveau stagnieren (- 0,1 %). Die Wachstumsprognosen für die Eurozone belaufen sich beim IWF auf + 0,8 %. Bei den Schwellen- und Entwicklungsländern rechnete die Weltbank mit einem Wachstum für 2023 von + 3,9 %.

Laut VDMA blickt der Maschinen- und Anlagenbau mit Zuversicht auf das Geschäftsjahr 2023. Insgesamt zeichnet sich der Maschinen- und Anlagenbau durch seine Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit aus. Für 2023 rechnet Karl Haeusgen, Präsident des VDMA, zwar mit einem leichten realen Produktionsrückgang um 2 %, dies sei aber "weit von den Rückschlägen früherer Jahre entfernt". Zeitgleich wird betont, dass eine hohe Inflation, der Ukraine-Krieg mit seinen Folgen sowie voraussichtliche Lieferengpässen das kommende Jahr weiterhin belasten können. Auf politischer Ebene seien Exportförderinstrumente sowie Freihandelsabkommen weiterhin von Bedeutung. Auswirkungen aufgrund des sog. Inflation Reduction Act können dem VDMA zufolge ggf. in bestimmten Bereichen wie Windenergie oder Wasserstoff ergeben, worauf perspektivisch mit einer europäischen Lösung begegnet werden kann.

Auch im Bereich der Automobilindustrie werden die Stimmen nach wettbewerbsfördernden Maßnahmen deutlicher. So fordert der Präsident des Verbands der Europäischen Automobilhersteller ACEA Luca de Meo von den Staats-und Regierungschefs der EU eine ehrgeizige Industriepolitik zugunsten der Automobilindustrie und bemängelt: "In der Tat sehen wir, wie die Vereinigten Staaten mit dem Inflation Reduction Act (IRA) ihre Industrie im grünen Wandel stimulieren, während Europas Ansatz darin besteht, die Branche zu regulieren". Der Automobilbereich steht im Lichte der Klimadebatte weiterhin vor ökonomischen, regulatorischen und technischen Herausforderungen. Dennoch sind die sind die Automobilisten grundsätzlich positiv gestimmt und erwarten für 2023 weiteres Wachstum. Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge werden für 2023 steigende Absatzzahlen aufgrund stabilisierender Chipversorgung sowie Entspannung der Lieferkettensituation erwartet. Eine Angleichung an das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 sei aber immer noch nicht erreicht. Für Deutschland geht der Verband von einem Wachstum des Marktes um 4 % auf 2,8 Mio. Pkw aus

Die Flugzeughersteller Airbus und Boeing sind mit einem Auftragsbestand von 12.669 (Vorjahr: 12.222) Flugzeugbestellungen ins Geschäftsjahr 2022 gestartet. Insgesamt wächst der Markt im Bereich der Luftfahrt. In diesem Bereich wird sich die Erholung weiter fortsetzen, was zu einer deutlichen Verbesserung beim weltweiten Passagierluftverkehr in 2023 führen wird, konstatiert der Director General Willie Walsh des internationalen Luftverband IATA.

Die Produkte bzw. Segmente der AVANCO-Gruppe spiegeln sich in den Gesellschaften INOMETA, DYNEXA und XELIS wider. Die INOMETA geht in 2023 von einem positiven Ergebnis aus und rechnet mit einem stärkeren Umsatzwachstum. Bei der DYNEXA wird in 2023 mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau sowie einem weiterhin positiven Ergebnis ausgegangen. Die XELIS ist mit den Leichtbau-Themen und der bewiesenen Innovationskraft technologisch hervorragend positioniert. Die Fokussierung lag in der Vergangenheit ausschließlich auf der Luftfahrt. Vielseitige Anfragen aus den Bereichen Automotive- und Medizintechnik zeigen jedoch, dass die extrem vielfältig einsetzbaren Thermoplasten für unterschiedliche Markt- und Produktsegmente interessant sind und somit große Potenziale in weiteren Geschäftsfeldern liegen. Folglich werden zukünftig auch diese Geschäftsfelder neben der Luftfahrt bedient. In 2023 werden sich voraussichtlich sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis spürbar verbessern.

In Erwartung einer weiterhin guten Auftragssituation und angesichts der beschriebenen Potentiale der Leichtbauprodukte sowie initiierten Optimierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen hat die AVANCO-Gruppe eine Planung für das folgende Geschäftsjahr erstellt. Hiernach werden die weiterhin in der AVANCO-Gruppe enthaltenen Unternehmen unter den Prämissen des Nicht-Eintretens von unwägbaren Einflüssen sowie der besonderen Beachtung des Projektgeschäfts, dass zu verzögerten Auftragseingängen führen kann, einen moderaten Umsatzanstieg erzielen. Für das Geschäftsjahr 2023 wird aus heutiger Sicht mit einer EBT-Entwicklung unter dem Vorjahreswert sowie einem weiterhin positiven Jahresergebnis gerechnet.

 

Herford, den 27. Juni 2023

AVANCO GmbH

gez. Cedric Tappe

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der AVANCO GmbH, Herford, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der AVANCO GmbH, Herford, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bielefeld, den 28. Juni 2023

Dr. Stückmann und Partner mbB
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