Behr AG
Selbe AdresseGroßhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Kai BEnedgeinRnöRtöutnugng Hölscher seit 12.4.2022 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Behr AGSeevetalKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021KonzernlageberichtGliederung Konzernlagebericht A. Grundlagen der Gesellschaft I. Geschäftstätigkeit II. Forschung und Entwicklung B. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen II. Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung, Geschäftsverlauf III. Lage 1. Ertragslage 2. Finanzlage 3. Vermögenslage IV. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren C. Prognose- Chancen- und Risikobericht I. Prognosebericht II. Risikobericht III. Chancenbericht A. Grundlagen des Konzerns I. Geschäftstätigkeit Der BEHR Konzern ist in der Produktion, im Handel und der Logistik von Gemüse und Salaten sowie von Agrarerzeugnissen tätig. Die Handelsaktivitäten der Holding und Vertriebsgesellschaft BEHR AG konzentrieren sich auf die Vermarktung des Gemüses der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte GmbH. In dieser Erzeugerorganisation haben sich verschiedene Erzeuger aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt sowie aus Spanien zusammengeschlossen. Neben den Erzeugern des BEHR Konzerns bündelt die Erzeugerorganisation folglich die Produktion einer Vielzahl weiterer assoziierter regionaler Erzeuger mit einem Produktionsspektrum von nunmehr über 50 verschiedenen Kulturen. Zusätzlich handelt die BEHR AG Ware von weiteren Erzeugern aus Deutschland und der Europäischen Union. Die Stärkung und der Ausbau von flexiblen Möglichkeiten des Warenzukaufs helfen, temporäre, insbesondere witterungsbedingte Lieferengpässe bei Produkten der Erzeugerorganisation zu überbrücken und eine durchgängige Belieferung unserer Kunden zu gewährleisten. Dieses Handelsgeschäft ist gleichwohl von untergeordneter Rolle für die Wertschöpfung von BEHR. Der eindeutige Fokus der Wertschöpfung liegt für BEHR als landwirtschaftlicher Betrieb auf der Vermarktung der eigenen Produktion, sowie der Produktion der angeschlossenen Erzeugerbetriebe. Im Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten stehen der organisierte Lebensmitteleinzelhandel sowie Großkunden aus der Industrie. Aufgrund der hohen Vielfalt sowohl auf Regional- als auch auf Artikelebene ist sowohl eine regional weitreichende als auch in den Produkten vielfältige und innovative Marktversorgung möglich. Das Produktspektrum zielt folglich neben der ganzjährigen überregionalen auch auf eine fokussierte regionale Marktversorgung ab. Eine starke Eigenproduktion im rein biologischen Anbau rundet das Produktspektrum ab. Diese Ausrichtung ermöglicht eine stringent innovative Unternehmensphilosophie, die darauf abzielt, bestehende Kulturen im Sinne der Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln und innovative Kulturen zu fördern. Dies gilt sowohl für den konventionellen als auch für den biologischen Gemüseanbau. Nachhaltigkeit und Biodiversität stehen bei allen Maßnahmen der Produktion im Fokus. Insektenhotels, eine eigene Imkerei, Blühwiesen sowie innovative Technologien in den Bereichen optimierter Dünger-, Pflanzenschutz- und Wasserausgabe sind maßgeblicher Bestandteil unserer Produktionsmethoden, um die Fruchtbarkeit der Natur und unserer Produkte zu erhalten. Gemüseproduktion sowie weitere Vertriebs- und Dienstleistungsaktivitäten werden über eine Reihe von deutschen, spanischen und einer polnischen Tochtergesellschaft umgesetzt, die von der BEHR AG als Konzernholding verantwortlich geführt werden. Für das Angebot einer tiefen Wertschöpfungskette sind Tochterunternehmen der BEHR AG weiterhin mit dem Angebot logistischer Dienstleistungen sowie der Erhebung und der Analyse von Anbau- sowie erntespezifischer Daten betraut. Die BEHR AG als Muttergesellschaft unterhält nahe am Hauptsitz in Seevetal ein Logistikzentrum, das auf die Bedürfnisse der Kunden, die Artikelvielfalt und die Sensibilität der schnelllebigen Produkte sowie deren hohe Verderblichkeit ausgerichtet ist. Um eine zeitlich sowie qualitativ optimale Kundenbelieferung zu gewährleisten, werden zudem an den Regionalstandorten weitere Logistikstandorte unterhalten. Anforderungen der Kunden sowie gesetzliche Vorgaben zum Anbau, zur Dokumentation und Rückverfolgbarkeit werden durch ein integriertes Qualitätsmanagement- und -sicherungssystem gewährleistet. Produktion und Vermarktung sind umfassend nach verschiedenen Richtlinien bzw. Systemen zur Gewährleistung von Qualität und Sicherheit zertifiziert. II. Forschung und Entwicklung Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten richten sich auf die gezielte Ergänzung und Erweiterung der Produktpalette sowie auf die qualitative Verbesserung unserer Produkte. Schwerpunkte bilden dabei kundenspezifische Aufbereitungsformen sowie Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen. Im Jahr 2021 wurden keine Projekte in der Forschung und Entwicklung umgesetzt und es wurde sich auf die Weiterentwicklung bestehender Maschinen konzentriert. Die Muttergesellschaft unterhält bei ihren produzierenden Tochtergesellschaften üblicher Weise ein Testanbauprogramm welches unter Führung des Vorstands das Ziel hat, aktuelle Trends im Gemüsebereich sowie spezifische Kundenwünsche in vermarktungsfähige Massenproduktion zu überführen. Regelmäßig werden auf diesem Wege neue Produkte, Sorten und Anbaumethoden getestet, entwickelt und auf ihre Marktreife hin überprüft. In 2021 wurden speziell im biologischen Anbau Kulturversuche unternommen, die Marktreife erlangt haben. Innerhalb der Unternehmensgruppe sind 2 Vollzeitkräfte in der Forschung und Entwicklung im Bereich der Maschinenentwicklung aktiv. Die F&E-Aktivitäten im Bereich der Kulturentwicklung findet laufend in den Betrieben statt und wird dort aus dem Tagesgeschäft heraus unterstützt. Der genaue Mitarbeitereinsatz ist hier abhängig vom Projektumfang. B. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen Die Obst- und Gemüsebranche ist traditionell durch starken, nachfragedominierten Wettbewerb gekennzeichnet. Vielen kleinen und mittelgroßen Produzenten oder Händlern steht als dominierender Abnehmer der europäische Lebensmitteleinzelhandel gegenüber. Dieser ist auf nationaler Ebene, insbesondere auch in Deutschland, stark oligopolistisch aufgestellt. Vier große Ketten (REWE, EDEKA, Aldi (Nord/Süd), Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)) teilen einen wesentlichen Teil des Marktes unter sich auf. Zukünftig wird auch der Handel mit Frischeprodukten über Online-Kanäle als wettbewerbs-treibender Faktor wahrgenommen. Der Onlinehandel im Frischesegment ist gegenüber dem stationären Handel jedoch weiterhin von untergeordneter Natur und auch die Pandemie-bedingte Verlagerung des Konsumverhaltens in den Onlinebereich hat dies nicht in maßgeblicher Weise verändert. Der Onlinehandel im Frischesegment ist unserer Wahrnehmung nach bisher eher ein regionales oder gar lokales Thema, das vom Bezug auf die Region und regionale Lebensmittel lebt. Produktionsseitig gehört der BEHR Konzern in einem Markt, der noch von vielen kleinen und mittelgroßen Produzenten bestimmt ist, zu einem der führenden Marktteilnehmer. Gleichwohl ist seit einigen Jahren eine deutliche Konsolidierung in dem Markt zu erkennen, die Großbetriebe mit großen Produktportfolios begünstigt. In der direkten Konkurrenz sind vor allem die großen Erzeugermärkte einzuordnen. Das Jahr 2021 war weiterhin von den Pandemie-Maßnahmen auf Ebene der Industrie und der Gruppe geprägt. So blieb die allgemeine Nachfrage nach Gemüse über den Lebensmitteleinzelhandel auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig hatten die Erzeuger mit organisatorischen und kostenseitigen Herausforderungen umzugehen, um die Gesetze und Verordnungen gewissenhaft einzuhalten. Speziell in kleinen und mittelgroßen Betrieben schlugen sich diese Entwicklung unserer Wahrnehmung nach in erheblichen Belastungen der Wirtschaftlichkeit in teilweise existenzbedrohender Weise nieder. Große Betriebe konnten aufgrund ihrer Infrastruktur besser mit diesen Herausforderungen umgehen. Insgesamt schätzen wir die Marktsituation sowohl für den konventionellen als auch biologischen Markt als sehr gut ein. "In der Bevölkerung erfreuen sich Obst und Gemüse weiterhin hoher Beliebtheit: 76 Prozent (+6 Prozent seit 2020) der Befragten des BMEL-Ernährungsreports 2021 gaben an, jeden Tag Obst und Gemüse zu verzehren. Zudem gaben 86 Prozent an, dass ihnen die regionale Herkunft der Obst- und Gemüseprodukte wichtig sei. […] Der Öko-Markt wächst weiter. Die deutsche Öko-Nachfrage ist auch 2021 weitergewachsen, nach der AMI vorliegenden GfK-Daten im mittleren einstelligen Bereich." (vgl. Bauernverband) Das Jahr 2021 war für den Gemüsebau hinsichtlich der Witterung nicht von außergewöhnlichen Ereignissen geprägt. Ein verregneter und kalter Herbst führte zwar zu Qualitätsproblemen zum Ende der deutschen Saison, aber diese Art der Witterungsphasen sind nichts Ungewöhnliches, sondern wiederkehrender Natur und damit Tagesgeschäft eines Gemüseproduzenten. Über den gesamten Saisonverlauf konnte, abgesehen vom Monat Oktober an allen Standorten stabil angebaut und geerntet werden. Die kundenseitige Nachfrage können wir nach dem guten Jahr 2020 auch im Geschäftsjahr 2021 sowohl in der konventionellen als auch der biologischen Produktion weiterhin als hoch einstufen. Im Gegensatz zu der zweiten Hälfte der 2010er Jahre können wir seit 2018 eine allgemeine Verknappung der Angebotssituation erkennen, die sich daran zeigt, dass die Versorgungssicherheit bei kurzzeitigen Witterungsproblemen immer häufiger kurzfristig nicht mehr gewährleistet ist. Wir führen dies auf das allgemeine Bauernsterben zurück, das vor allem der schwierigen Preissituation der Vorjahre geschuldet ist. Die anhaltenden Niedrigpreisjahre haben dazu geführt, dass viele Betriebe dauerhaft unter Vollkosten vermarkten mussten und folglich aufgeben oder ihre Produktionsmengen drastisch reduzieren mussten. Die aus den Pandemiemaßnahmen notwendigen Mehraufwendungen haben diese Entwicklung nochmal beschleunigt, speziell bei kleinen und mittelgroßen Betrieben. Dies hat in Summe aus unserer Sicht zu der Verknappung der Marktversorgung geführt, die auch weiterhin anhalten und sich gegebenenfalls noch verschlimmern wird. Diese Entwicklungen sind struktureller Natur und daher nicht kurzfristig umkehrbar. Die vom statistischen Bundesamt erhobene Inflationsstatistik weist für Gemüse eine Teuerungsrate von knapp 4% aus, was eben diese Entwicklung der Angebotsknappheit unterstreicht. Die BEHR AG hat sich auf diese Marktsituation eingestellt und die Produktionsmengen in der Vergangenheit unter erheblichem Preis- und Verlustrisiken eher ausgeweitet als reduziert. Diese Entscheidung erweist sich heute nach vielen Jahren, in denen mit defizitären Preisen umgegangen werden musste, als richtig und ist Grundlage unserer aktuellen Marktposition unter den führenden Produzenten des Landes. II. Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung, Geschäftsverlauf Laut der AMI zählt der BEHR Konzern mit einer Gesamtanbaufläche von über 3.500 ha zu den größten Gemüsebaubetrieben Deutschlands. In den durch die Produktionsbetriebe in Seevetal, Gresse und Büttelborn bedienten deutschen Regionen haben die jeweiligen Tochtergesellschaften mit ihren Hauptkulturen in der Regel eine marktführende Stellung inne. Der spanische Betrieb ermöglicht zudem auch eine stetige Belieferung der Kunden in den Wintermonaten mit Eigenware. Die Betriebe des BEHR Konzerns bieten mit einer Produktpalette von über 50 Kulturen in Eigenproduktion ein umfassendes Sortiment traditioneller und innovativer Kulturen an. Unterstützend bietet die Vertriebsgesellschaft mehr als 30 weitere Kulturen assoziierter regionaler Erzeuger an. Daraus folgt ein im deutschen regionalen Gemüsemarkt einzigartiges Produktportfolio. Weiterhin bietet diese regionale Diversifikation die Möglichkeit, regional opportune Kulturen in einem Innovationsprozess zu entwickeln und in optimaler Qualität regional wie überregional anzubieten. Im Geschäftsjahr 2021 waren die Gesetzmäßigkeiten in den Monaten der spanischen Produktion (Januar-April und November-Dezember) umgekehrt zu den Gesetzmäßigkeiten der deutschen Saison. Während der spanische Markt weiterhin von einem Preisniveau dominiert ist, das unter den Vollkosten liegt, war die Angebotssituation am Markt über die gesamte deutsche Saison knapp, was zu einem Preisniveau profitablen Bereich in den Hauptkulturen geführt hat. Während die Winterproduktion uns vor allem der dauerhaften Kundenbedienung dient, ist die deutsche Saison, in der wir rd. 75% unserer Produktionsumsätze machen, von erheblicher Gewichtung für unser Geschäft. Entsprechend hohes Gewicht haben die Marktpreise und die Produktionserträge in den Monaten Mai bis Oktober. Der Start in die deutsche Saison war von einem frühen Erntebeginn am hessischen Standort geprägt, was den Übergang von der spanischen auf die deutsche Saison in weiten Teilen reibungslos verlaufen ließ. Die Monate Januar bis April waren in der spanischen Produktion weiterhin von einem geringen Preisniveau dominiert, das die Vollkosten kaum decken konnte. Die gesamte deutsche Sommersaison war hingegen von der zuvor erwähnten angespannten Mengenverfügbarkeit auf der Angebotsseite dominiert, die zu entsprechend hohen Durchschnittspreisen in den Hauptkulturen führte. Die Pandemie-Maßnahmen waren auch im Geschäftsjahr 2021 noch ein wesentliches organisatorisches Thema sowohl in den Betrieben als auch in den Zentralbereichen. Im Unterschied zum Vorjahr waren die Abläufe der Sicherheitsmaßnahmen in 2021 jedoch bereits eingeübt und konnten erfolgreich weitergeführt werden. Gleichwohl bedeuteten diese Maßnahmen Mehraufwendungen, die sich in der Preisentwicklung am Markt jedoch reflektierten. Die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe war in 2021 wie auch schon in den Vorjahren uneinheitlich. Während die Betriebe im Norden stabil hohe Ergebnisse erzielen konnten, gestalteten sich die Situationen an den Standorten in Hessen und in Spanien schwieriger. Das Preisniveau ist in der spanischen Saison traditionell stark unter Druck, was sich im Allgemeinen aus einer anhaltenden Überproduktion ergibt. Dies war auch im Geschäftsjahr 2021 der Fall. Für keinen der Marktteilnehmer ist das seit Jahren vorherrschende Preisniveau kostendeckend und die Anzahl der insolvenzgefährdeten Konkurrenten nimmt stetig zu. Der noch aktive Zugang zu Fremdkapital scheint aber einer Marktbereinigung im Wege zu stehen. Gleichwohl ist für BEHR die ganzjährige Lieferfähigkeit für unsere Kunden oberste Priorität, die uns weiter in diesem Markt hält und uns nach strategischen Lösungen der Ergebnisverbesserung suchen lässt. Der Ausbau des biologischen Anbaus ist einer der Investitionen in eine zukünftig erhöhte Profitabilitätsaussicht. Der hessische Betrieb befindet sich in einer andauernden Umstrukturierung. Eine hohe Anzahl kleiner Kulturen, die kundenseitig nachgefragt werden, führen dazu, dass sich der Betrieb weiterhin in einer strukturell bedingten Verlustzone befindet. Die konkreten Maßnahmen zielen auf eine Ausweitung der regionalen Verkaufsmengen in den Hauptkulturen ab, um den Anbau in profitabler Größenordnung zu gewährleisten. Die Mehrkosten, die ein Satellitenstandort struktureller Weise hat, können nur durch notwendige Deckungsbeiträge in den Treiberkulturen kompensiert werden. Die Maßnahmen und organisatorischen Umstrukturierungen sind auf mehrere Jahre ausgelegt und befinden sich in plangemäßer Umsetzung. Die Nordbetriebe lieferten auch im Geschäftsjahr 2021 sehr gute Erträge. Gute Produktionsleistungen in den großen Hauptkulturen sind die Grundlage dieses Erfolges. Der biologische Betrieb leistete wiederholt auf sehr hohem Niveau und konnte von dem anhaltend hohen Konsum sowie einer sehr guten Preissituation profitieren. Der biologische Markt entwickelt sich sehr dynamisch, was sich nicht rein an Wachstumszahlen ablesen lässt, sondern auch daran, dass stetig neue Kulturen nachgefragt werden und von BEHR entsprechend auch im biologischen Segment etabliert werden. Gleichzeitig nimmt auch das Angebot stark zu, was uns für das Geschäftsjahr eine Zunahme des Preisdrucks hat erwarten lassen. Diese Erwartung hat sich nicht bestätigt. Im Gesamtjahr 2021 erhöhte sich der Umsatz des BEHR Konzerns zum Vorjahr um etwa 14,3 Mio. EUR auf rund 294,4 Mio. EUR. Der für 2021 gesteckte Plan konnte aufgrund einer sehr guten preislichen Situation sowie guten Produktionsleistungen übertroffen werden. Dies unterstreicht die starke Marktposition der Unternehmensgruppe, die in den Vorjahren durch gezielte Umstrukturierungen erarbeitet worden ist. Wir sind entsprechend zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2021. Die Entwicklung des betrieblichen Cash Flows ist vor dem Hintergrund der zuvor genannten Entwicklungen ebenso als zufriedenstellend einzuordnen. Insgesamt haben sich die wichtigsten Kennzahlen des BEHR Konzerns als Folge der über Plan liegenden Ergebnissituation verbessert. Der Cash Flow erhöhte sich deutlich auf 14,4 Mio. EUR. Mit einer unbereinigten Eigenkapitalquote von rd. 37,6% erhöhte sich diese zum Vorjahr um rund 5,1%. Auch die Verschuldungsdauer konnte in den vergangenen Jahren deutlich reduziert werden und nahm von 2016 bis 2021 von 2,5 auf 0,9 ab. Der handelsrechtliche Jahresüberschuss des Konzerns im Geschäftsjahr 2021 beträgt 7,5 Mio. EUR und liegt damit 1,4 Mio. EUR über dem Vorjahresergebnis. Damit konnte der BEHR Konzern nach den Jahren 2018 und 2020 zum dritten Mal in vier Jahren ein Rekordergebnis erzielen. Das im Vorjahr prognostizierte Ergebnis von 2,5 Mio. EUR bis 4 Mio. EUR sowie die prognostizierten Umsatzerlöse von 250 Mio. EUR bis 280 Mio. EUR konnten demnach beide deutlich übertroffen werden. Die Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe und ihrer Tochtergesellschaften war während des gesamten Geschäftsjahres zu jeder Zeit sichergestellt. III. Lage 1. Ertragslage In der folgenden Übersicht sind die Erträge und Aufwendungen des Berichtsjahres aufbereitet und den Vorjahreswerten gegenübergestellt. Die wesentlichen Veränderungen der einzelnen GuV-Posten sind nachfolgend erläutert.
Die Gesamtleistung konnte um 16,2 Mio. EUR gegenüber 2020 gesteigert werden. Dies ergab sich sowohl aus einer guten und über das Jahr stabilen Preissituation als auch aus anhaltend hohen Erträgen in den Hauptkulturen. Entsprechend konnte durch gute Produktionsleistungen an dem hohen Preisniveau partizipiert werden. Folglich setzt der BEHR Konzern seinen über die vergangenen Jahre eingeschlagenen Wachstumskurs ohne Unterbrechung fort. Die Rohmarge erhöhte sich damit zum Vorjahr leicht um 1,6% auf 40,4%. Die Personalaufwendungen steigen zum Vorjahr um rund 3,6 Mio. EUR und damit leicht überproportional zum Umsatz. Wesentlicher Treiber sind die variablen Personalaufwendungen für die Saisonkräfte, die sich proportional zu Mengenausweitung und Mehrarbeit entwickelte. Anpassungen in den Löhnen und Gehältern für feste Mitarbeiter sind in den Kostensteigerungen ebenfalls enthalten. Die Beteiligungserträge haben sich aufgrund der satzungsgemäßen Neufestlegung der Beteiligungsanteile an der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte GmbH gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Dies führte zu einem Ertragsrückgang von 1,1 Mio. EUR an dem Sondervermögen der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte GmbH. Die Veränderungen der Steueraufwendungen ist im Wesentlichen auf Bewertungskorrekturen bei den aktiven latenten Steuern zurückzuführen. 2. Finanzlage Kapitalstruktur Die Kapitalstruktur der Unternehmensgruppe und die wesentlichen Veränderungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht der Passivposten der Bilanz
Die Eigenkapitalausstattung hat sich im Geschäftsjahr auf 37,6% ausgeweitet. Damit konnte die Eigenkapitalausstattung in den vergangenen Jahren durch anhaltend gute Ergebnisse vervielfacht werden. Das sonstige mittelfristige Kapital bleibt auf Vorjahresniveau. Das kurzfristige Kapital ist von mehreren Effekten geprägt. Während die Rückstellungen zum Vorjahr sinken, nehmen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu. Dies resultiert hauptsächlich aus einem Anstieg in den Verbindlichkeiten aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit heraus, die sich mit dem Umsatz proportional ausweiten. Hierzu zählen auch die Verbindlichkeiten gegenüber der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte GmbH, die sich im Geschäftsjahr um rd. ca. 1,2 Mio. EUR ausweiten. Die Erhöhung der Bilanzsumme auf der Passivseite gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der sehr guten Ergebnis- und damit Eigenkapitalentwicklung. Investitionen In das Sachanlagevermögen werden Investitionen in Höhe von rund 5,1 Mio. EUR getätigt. Die größte Position war dabei der Erwerb und der Bau von Unterkunft für Saisonkräfte an den Standorten Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von ca. TEUR 2.414. Das Investitionsniveau ist im Konzern damit gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Liquidität Die Zahlungsströme aus dem operativen, dem investiven und dem finanziellen Bereich ergeben sich aus der Kapitalflussrechnung. Die Liquidität war während des gesamten Geschäftsjahres uneingeschränkt sichergestellt. 3. Vermögenslage In der folgenden Übersicht sind die Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2021 den Vorjahreswerten gegenübergestellt. Die wesentlichen Veränderungen der einzelnen Bilanzposten sind nachstehend erläutert.
Das langfristig gebundene Vermögen erhöhte sich aufgrund des Beteiligungsertrages an der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte GmbH und der Investition in das Sachanlagevermögen um rund 2,2 Mio. EUR. Bei der Erhöhung das Sachanlagevermögen handelt es sich vor allem um Investitionen in Unterkünfte für Saisonkräfte an den Standorten Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, die im Vorjahr erworben und nun modernisiert wurden. Das kurzfristig gebundene Vermögen erhöht sich im Geschäftsjahr. Ein wesentlicher Grund dafür sind im Dezember getätigte Vorkäufe in den Betriebsmitteln, um Lieferengpässe und anhaltende Kostensteigerungen in der laufenden deutschen Produktionssaison zu vermeiden. Die liquiden Mittel weiten sich gemäß der sehr guten Ertragssituation deutlich aus. Damit hat sich die Kassensituation in den vergangenen zwei Jahren bei gleichzeitigem Abbau von Verbindlichkeiten auf ein sehr gesundes Niveau entwickelt, das in einem derart volatilen Geschäft genügend Puffer für die jeweiligen Mengen- und Preissituationen bietet. IV. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Finanzielle Leistungsindikatoren Folgende finanzielle Leistungsindikatoren wurden analysierend ermittelt:
Kennzahl Kennzahldefinition
Die wesentlichen Kennzahlen haben sich als Folge der weiterhin sehr guten Ergebnissituation im Geschäftsjahr wiederholt deutlich positiv entwickelt. Die Umsatzrentabilität liegt mit 3,5% knapp über dem bereits sehr guten Vorjahr und stabilisiert sich somit auf sehr hohem Niveau. Entsprechend zufrieden sind wir mit der Umsatzrentabilität im Geschäftsjahr 2021. Der Rohertrag konnte preisbedingt verbessert werden. Auch der Cash Flow hat sich im Geschäftsjahr auf einem sehr hohen Niveau stabilisiert und folglich die Liquiditätsausstattung des BEHR Konzerns auf ein sehr gesundes und resilientes Niveau gehoben. Die Verschuldungsdauer liegt sogar leicht unter dem bereits sehr positiv zu bewertenden Niveau des Vorjahres. Die Eigenkapitalquote erhöht sich als Folge der zuvor genannten Ergebnissituation deutlich und liegt mit 37,6% nun auf einem Niveau, mit dem wir mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre sehr zufrieden sind. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die Produktions- sowie Absatzmengen konnten in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet werden und nachfragebedingte Mengeneinbußen in einigen Kulturen durch positive Mengeneffekte in anderen Kulturen, getrieben durch Produktinnovation und das folglich ansteigende Produktangebot, weit überkompensiert werden. Diese Mengenausweitungen sprechen für unseren positiven Kundennutzen. Die anhaltende Profitabilität bei steigenden Kosten zeugen von der Produktivität und Effizienz in der Produktion, deren stete Verbesserung eines unserer zentralen Ziele ist. Zu unseren Kunden pflegen wir langjährige, vertrauensvolle und partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen. Die in der Pandemie dauerhaft aufrecht erhaltene operative Leistungs- und Lieferfähigkeit hat unsere Reaktionsfähigkeit auf Sondersituationen nach den herausfordernden Dürrejahre 2018 und 2019 wiederholt unter Beweis gestellt. Die Breite unserer Wertschöpfungskette betrachten wir als ein Alleinstellungsmerkmal zu unserer direkten Konkurrenz und neben den guten Kundenbeziehungen sowie des starken Marktanteils unserer Hauptkulturen der wesentlichste nichtfinanzielle Leistungsindikator. BEHR kann als Privatunternehmen in Konkurrenz zu den größten Erzeugerorganisationen Deutschlands eine marktführende Stellung für sich beanspruchen und im Gegensatz zu einigen direkten Konkurrenten überregionale und ganzjährig eigenproduzierte Waren anbieten. Die ganzjährige und überregionale Eigenproduktion wird komplementiert durch eine sehr agile eigene Hochleistungs-Logistik, die die Superfrische unserer Produkte gewährleistet. Der Handel mit der Ware von über die Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte assoziierten Erzeugern sowie von Dritterzeugern runden das Wertschöpfungsspektrum ab. BEHR ist damit Produzent, Logistiker und Plattformanbieter in einer Entität. Als privatwirtschaftliches Unternehmen hält das Management die Reaktionsfähigkeit gegenüber gemeinschaftlich kontrollierten Erzeugerorganisationen für effizienter. Dieser nichtfinanzielle Leistungsindikator unterscheidet maßgeblich von der direkten Konkurrenz. Ein dezidiertes digitales Produktionscontrolling ermöglicht uns, die Profitabilität der Produktion auf Basis einer Kostenträgerrechnung nach Kultur und Betrieb im wöchentlichen Turnus auszuwerten. Damit ist jederzeit gewährleistet, dass Fehlentwicklungen identifiziert und von dem Produktions-Management Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Vor dem Hintergrund der geringen Margen ist ein Controlling aller Arbeitsschritte in einer Vollkostenbetrachtung auf Kostenträgerbasis von zentraler Bedeutung, um die Aufwände aller Arbeitsschritte transparent zu machen und gegebenenfalls anzupassen. Regelmäßige eigene und fremde Analysen der Produkte der Produktionsbetriebe auf Einhaltung gesetzlicher und vertraglicher Normen haben keine Abweichungen ergeben. Die notwendigen Zertifizierungen und Genehmigungen haben unverändert Bestand. Nicht zuletzt ermöglicht die gesellschaftsrechtliche Aufstellung als Aktiengesellschaft die Umsetzung einer starken Governance, die die Unabhängigkeit der Organe gewährleistet und diese stringent dem Unternehmensnutzen verpflichtet. C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht I. Prognosebericht Die rasch voranschreitende Inflation in Verbrauchsgütern, aufgrund der geopolitischen Situation durch den begonnen Krieg Russlands gegen die Ukraine, trifft die Landwirtschaft und damit auch BEHR in signifikantem Ausmaß. So sehen wir erhebliche Kostensteigerungen in den Bereichen Dünger, Energie, Pflanzenschutz, Saat, Jungpflanzen und Logistik. Hinzu kommen Preissteigerungen und Versorgungsknappheit im Güterverkehr und auch die Verfügbarkeit an qualifizierten Arbeitskräften ist eine strukturelle Herausforderung für die Unternehmensgruppe. Die stark steigenden und rasch zu erwartenden Tendenzen im Mindestlohn führen zu ganz erheblichen Mehraufwendungen, die den arbeitsintensiven Bereich der Sonderkulturen in signifikantem Ausmaß treffen werden. Diese Effekte werden den gesamten Markt kostenseitig stark beeinflussen und eine Inflation in den Erzeugerpreisen wird das notwendige Resultat daraus sein. Auch für das Jahr 2022 werden die Hygiene- und Präventions-Maßnahmen im Rahmen der Pandemie-Situation bestehen bleiben. Das bedeutet in der Folge, dass auch die Sonderaufwendungen, die durch diese Maßnahmen bedingt sind, auch im Jahr 2022 anfallen werden. Die Beurteilung der zu erwartenden Entwicklung der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2022 bleibt trotz der kostenseitigen Herausforderungen positiv. Diese Aussage stützt sich auf die Einschätzung des Vorstandes in Abwägung der Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe und der Kenntnis der Produktions-, Vermarktungs- und Beschaffungssituation. Die allgemeine Marktversorgung im deutschen Gemüsesektor ist in den vergangenen Jahren unter Druck geraten, was zu einer notwendigen Inflation der Erzeugerpreise geführt hat. Den Grund dafür sehen wir in der allgemeinen Marktkonsolidierung, die sich als Folge dessen ergibt, dass viele mittelgroße Betriebe den Preisdruck der Vorjahre finanziell nicht aushalten konnten. Diesem Preisdruck sind wir mit Effizienzerhöhungen und einer risikobehafteten Ausweitung des Produktportfolios entgegengetreten, was sich in einer starken heutigen Marktposition widerspiegelt. Wir gehen davon aus, dass die inflationären Effekte in den Kosten die Erzeugerpreise weiterhin (wenn auch zeitversetzt) steigend beeinflussen wird, da die Versorgungsengpässe in Zukunft immer gravierender werden. Aus einem Markt mit einem andauernden Angebotsüberhang ist durch die preisbedingte Bereinigung ein Markt mit einem tendenziellen Nachfrageüberhang geworden. Die spanische Saison 2021/2022 entwickelte sich im ersten Quartal leicht über dem gesteckten Budgetplan. Die anhaltende Überproduktion im spanischen Gemüsemarkt hält zwar weiterhin an, jedoch kommt es durch Versorgungsmängel immer wieder zu Phasen, in denen die Preise auf ein auskömmliches Niveau steigen. Zudem wird im Geschäftsjahr 2022 die Neuordnung des hessischen Betriebes weiter vorangetrieben. Das Ziel dieser langfristigen Ausrichtung bleibt, den Betrieb innerhalb der kommenden Jahre durch Anpassungen auf allen Ebenen (Strategie, Produktion, Organisation) nachhaltig in die Gewinnzone zu entwickeln und für den Gesamtkonzern den mitteldeutschen Markt weiter zu öffnen. Im biologischen Segment wollen wir weiterhin auf Wachstum setzen und sehen uns hier als einen der wesentlichen First-Mover mit einem erheblichen Wissensvorsprung ausgestattet, den wir in stetige Kulturentwicklung und Markterschließung übersetzen werden. Die Beurteilung der zu erwartenden Entwicklung der Unternehmensgruppe über die kommenden fünf Jahre fällt positiv aus. Bereits die Vorjahre haben die operative Leistungsfähigkeit von BEHR unter Beweis gestellt. Die starke Diversifikation der Eigenproduktion hinsichtlich der Vielzahl an produzierten Kulturen sowie der regionalen Verteilung der Produktionsstandorte wirken sich positiv auf die Risikostruktur des Anbaus aus. Negative Entwicklungen in einigen Kulturen und Standorten konnten in den vergangenen Jahren immer wieder durch positive Effekte in anderen Kulturen und Standorten aufgefangen werden. Weiterhin konnte die Produktivität in Anbau und Ernte in den Nordbetrieben wiederholt gesteigert werden, so dass Mindestlohneffekte kompensiert und die Sozialstandards für die Mitarbeiter weiter erhöht werden konnten. Auch angebotsseitig sieht sich die BEHR AG durch das in der Vergangenheit stark ausgeweitete Anbauprogramm sowohl im konventionellen als auch im biologischen Sektor für den Absatzmarkt der Zukunft sehr gut gerüstet. Innovative Produkte und eine stetige Erweiterung der Wertschöpfung stehen dabei auch in der Zukunft im Fokus der Marktbearbeitung eines Marktes, geprägt durch eine hohe Nachfragedynamik. BEHR beschreitet hier auch den Weg in den Convenience-Bereich, um die eigene Wertschöpfung weiter zu stärken. Für das Geschäftsjahr 2022 erwarten wir bei allen Unsicherheiten auf der Kostenseite eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Angestrebt wird ein positives Jahresergebnis im Bereich von 2,0 Mio. EUR bis 4,0 Mio. EUR. Wir erwarten für den Konzern Umsätze im Bereich von 270 Mio. EUR bis 290 Mio. EUR. Für 2022 ist eine Mengenausweitung geplant, jedoch gibt es im Verlaufe der Saison abhängig vom Kundenbedarf immer wieder deutliche Anpassungen des Anbauprogrammes. Zudem wird weiter in die Infrastruktur für Saisonkräfteunterkünfte investiert und eine Vielzahl an Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit und Biodiversität fortgeführt und ausgebaut werden. Fortentwicklungen der Sozialstandards sowie der Nachhaltigkeit in allen Facetten unseres Geschäftes sind für uns Leitfaden einer jeden wirtschaftlichen Entscheidung. Wir gehen für das Jahr 2022 von einer kosteninflationsbedingt sinkenden Umsatzrentabilität aus. Diese wird im Bereich von 1% bis 1,5% erwartet. Auch der geplante Cash Flow wird sich folglich unter dem Vorjahresniveau bewegen. Zudem werden weiterhin Verbindlichkeiten abgebaut. Die Eigenkapitalquote wird steigend und die Fremdkapitalquote durch geplante Regeltilgungen entsprechend sinkend geplant. Die Kapitaldienstfähigkeit ist nach unseren Planzahlen im gesamten Geschäftsjahr 2022 sichergestellt. Im Geschäftsjahr 2022 wird eine Ausschüttung in Höhe von 10% gleich TEUR 750 an die Aktionäre der BEHR AG eingeplant. II. Risikobericht Ein Risikomanagementsystem ist in unserem Unternehmen etabliert und wird laufend gepflegt. Im Rahmen der Risikosteuerung sollen Gefahren ausgeschlossen oder zumindest erheblich reduziert werden. Die Überwachung von unternehmerischen Risiken wird durch den Vorstand persönlich laufend durchgeführt und verantwortet. Dabei stehen folgende Risiken gesondert im Fokus: 1 Preisrisiken 2 finanzwirtschaftliche Risiken 3 Umfeld- und Branchenrisiken / politische Risiken 4 unternehmensstrategische Risiken, leistungswirtschaftliche Risiken 5 IT-Risiken Wir gewichten hierbei aufgrund der hohen zu beobachtenden Preisvolatilität die Preisrisiken als am höchsten, gefolgt von leistungswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Risiken. Risiken im Bereich des Branchenumfelds und mittlerweile auch wieder des politischen Umfelds spielen eine immer stärkere Rolle. Risiken im Bereich IT spielen in Relation zu den zuvor genannten Risiken zwar eine untergeordnete Rolle in unserer gesamtheitlichen Risikobeurteilung, gewinnen im Zuge einer fortschreitenden Digitalisierung jedoch an Gewicht und sind den vorgenannten mehr und mehr gleichzusetzen. Durch ein umfassendes monatliches und im Bereich des Anbaus und des Verkaufs wöchentliches Planungs- und Berichtswesen wird sichergestellt, dass die Geschäftsführung über mögliche Risiken regelmäßig und zeitnah informiert wird und somit unmittelbar notwendige Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Diese Systeme werden jährlich internen Prüfungen und Optimierungen unterzogen. Insbesondere das Preisrisiko wird vom Vorstand der Gesellschaft strukturiert mehrmals wöchentlich überwacht. Das Preisrisiko spielt wegen der teilweise erheblichen Volatilität der Verkaufspreise und des hohen Einflusses auf das Geschäftsergebnis eine maßgebliche Rolle. Der Preisdruck ist im Gemüsemarkt ein bestimmender und anhaltender Faktor. Die Aussagen zur Ergebnisprognose der Gesellschaft beziehen sich auf die der Planung zugrundeliegenden Durchschnittspreise aus der Vertriebsplanung der Gesellschaft. Über die Bandbreite dieser Durchschnittspreise ergeben sich erhebliche Schwankungen, die temporär zu deutlich besseren oder deutlich schlechteren Ergebnissen der Gesellschaft führen können. So sind die unterjährigen Ergebnisabweichungen (EBT) zum Plan teilweise erheblicher Natur und können sowohl eine positive als auch negative Volatilität in Höhe von +/- 1-3 Mio. EUR aufweisen. Die einerseits branchentypische Volatilität unserer Zahlungsströme und die andererseits vorhandenen Zahlungsverpflichtungen bei Lieferanten und Finanzierungspartnern resultieren in einer wesentlichen Herausforderung für unser Unternehmen. Die saisonale Geschäftsausrichtung bedingt im Anbau ein signifikantes Vorfinanzierungsvolumen der deutschen sowie der spanischen Saison. Die aus dem Anbau resultierenden Umsätze realisieren sich wachstumsbedingt zeitverzögert und sind witterungsbedingt Risiken ausgesetzt. Dem unterjährigen Liquiditätsmanagement kommt eine hohe Bedeutung zu. Mit Hilfe unserer installierten Prozesse und Instrumente zur Liquiditätssteuerung, insbesondere einer rollierenden wöchentlichen Liquiditätsprognose, wollen wir sicherstellen, alle unsere kurz- und mittelfristigen Verpflichtungen auch in den Liquiditätsintensiven Phasen jederzeit bedienen zu können. Die erfolgreiche finanzwirtschaftliche Restrukturierung der vergangenen Jahre hat zudem dazu geführt, dass die Liquiditätsreserven der Gruppe deutlich aufgebaut werden konnten. Zu den originären, in der Unternehmensgruppe eingesetzten Finanzinstrumenten gehören im Wesentlichen langfristiges Fremdkapital von einem Bankenkonsortium sowie die Finanzierung durch die Andienung bzw. den Verkauf von Forderungen und Zahlungsziele bei unseren Lieferanten. Zur Sicherung des derzeitigen Zinsniveaus und zur Absicherung gegen deflationäre oder inflationäre Zinseffekte sowie plötzliche Kreditklemmen- oder Inflations-induzierte Zinssprünge wurde ein Zinsswap abgeschlossen, der sich mit einem Marktwert von deutlich über 1 Mio. EUR zu unseren vollen Zufriedenheiten entwickelt hat und steigende variable Zinsen in den kommenden Jahren kompensieren wird. In Erwartung höherer Aufwendungen im Rahmen der COVID-Pandemie wurde über die Partnerbanken ein bundbesicherter Förderkredit mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank aufgenommen. Politische Eingriffe in das Marktgeschehen werden nicht erst seit der Pandemie-Situation ein immer größerer Risikofaktor. Innerhalb unserer Branche stellt die Einführung und rasche Erhöhungsgeschwindigkeit des Mindestlohns ein relevantes Risiko für alle produzierenden und auf Saisonarbeitskräfte zurückgreifenden Betriebe dar. Vor allem die Sicherstellung der flächendeckenden Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen im gesamten Markt ist von hoher Relevanz für uns, damit das Preisniveau nicht durch Umgehung der gesetzlichen Mindestlohnbestimmungen durch einige Anbieter künstlich nach unten verzerrt wird, womit diejenigen Betriebe benachteiligt würden, die sich gesetzeskonform verhalten. BEHR gewährleistet durch eine lückenlose Dokumentation der Arbeitszeiten sowie regelmäßiger Überprüfung der durch uns eingesetzten Entlohnungs- und Bonussysteme, die gesetzlichen Vorgaben uneingeschränkt und vollständig einzuhalten. Weiterhin sind die ackerbaulichen Vorschriften in den Bereichen der Düngeverordnung und der Pflanzenschutzvorschriften Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, was mit jeder Verschärfung zunehmend schwerer wird. Zumal viele Verschärfungen negative Nebeneffekte haben, zum Beispiel auf die Möglichkeiten in der Fruchtfolge. Generell können vermehrt Markteingriffe in den verschiedensten Wirtschaftsbereichen beobachtet werden, die planwirtschaftliche und nicht marktwirtschaftliche Ansätze verfolgen, die Bereitschaft der Politik zu weiteren Markteingriffen symbolisieren und entsprechend kritisch zu betrachten sind. Zum Jahr 2022 wird die Möglichkeit zur steuerlichen Pauschalierung aufgehoben. Dies wird die produzierenden Betriebe von BEHR relevante Einnahmen kosten, sollte sich jedoch in einem Preisniveau widerspiegeln, da auch die Konkurrenz von diesem Umstand betroffen ist. Sollte sich dies nicht in den Preis übersetzen, stellt dies ein relevantes Risiko für alle Gemüsebetriebe dar. Die Ergebnissituation bei der für die Ganzjahresproduktion wichtige spanischen Tochtergesellschaft Agrar Systems S.A.U. hat sich nach den profitablen Jahren 2017 und 2018 in den Folgejahren eher defizitär entwickelt. Die Wintersaison bleibt in den Hauptkulturen wiederkehrend einem hohen Preisdruck ausgesetzt. Vom Vorstand werden Maßnahmen getroffen, um den Margendruck durch Anpassung des Kostenniveaus zu verringern. Es bleibt aber festzuhalten, dass das spanische Geschäft durch Verkaufsprovisionen und Förderungen Beiträge zum Konzernergebnis beisteuert, die dem Verlust gegenüberzustellen sind. Die Ergebnissituation der Konzerngesellschaft Gemüse-Garten Büttelborn GmbH ist auch in 2021 defizitär geblieben. Das Konzept zur Neuorganisation konnte zwar umgesetzt werden, jedoch werden in den kommenden Jahren vertriebliche Markterschließungen ein wesentlicher Schlüssel zum langfristigen Erfolg in Mitteldeutschland. Dies wird in 2022 vorangetrieben, jedoch wird weiterhin mit einer defizitären Ergebnissituation geplant, da die Sanierungsmaßnahmen Zeit beanspruchen werden. Die Unternehmensgruppe nutzt ein standardisiertes ERP-System mit branchenüblicher Anpassung zur Organisation der Warenströme und betriebsinternen Lieferkette. Ein temporärer Ausfall des Systems oder der genutzten Server-Infrastruktur könnte sich negativ auf die Lieferfähigkeit und damit aufgrund der Kurzlebigkeit der Produkte ebenfalls auf die Ergebnissituation der Gesellschaft auswirken. Durch regelmäßige technische Überprüfung, Wartung und den Abschluss von Serviceverträgen mit kurzen Reaktionszeiten wird dieses Risiko einerseits kontinuierlich überwacht und andererseits systematisch reduziert. Weiterhin wird die Serverstruktur stetig erneuert und im Rahmen einer Server-Virtualisierung wurden die Risiken beim Ausfall eines Servers minimiert. Die Serverlandschaft und die Datensicherungen wurden in großen Teilen in den vergangenen Jahren erneuert und mit neuen Systemen zur Abwehr von Schadsoftware versehen. Im Jahr 2021 wurde das IT-Dienstleistungsunternehmen HMM Computer GmbH durch eine Übernahme des Personals in die BEHR Gruppe integriert. Im Rahmen dieser Integration wurde die interne Dienstleistungsgesellschaft Behr IT-Systeme GmbH gegründet und personell aufgestockt. In Folge dieser Maßnahme kann gewährleistet werden, dass die BEHR Gruppe IT-seitig eine optimale 24/7-Betreuung erfährt. Aus heutiger Sicht wird bei weiterhin plankonformem Absatzmengen für das Jahr 2022 mit einem deutlichen Ergebnisrückgang gerechnet, der sich aus einem inflationären Kosten- aber deflationären Preisniveau ergibt. Es sind aber zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der aufgebauten Puffer der Vorjahre keine bestandsgefährdenden bzw. die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigenden Risiken erkennbar. III. Chancenbericht Gute Chancen für den Ausbau der Marktposition leiten wir aus dem hohen Innovationspotential der Unternehmensgruppe und ihrer Lieferanten zur Entwicklung effektiver Technologien und neuer Produkte ab. Mit Hilfe permanenter Weiterentwicklung und technischer Upgrades bei unseren Erntemaschinen, sind wir üblicherweise in der Lage, die erzielten Ernteleistungen Jahr für Jahr zu steigern und somit zusätzliche Effizienzgewinne zu generieren. Insbesondere unsere jahrzehntelange Kooperation mit den in Europa führenden Erntemaschinenherstellern erweist sich immer mehr als nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Im Vergleich zu den meisten unserer Mittbewerber nehmen wir einen hohen bzw. sehr hohen Mechanisierungsgrad bei unseren Produktionsbetrieben wahr. Dieser eröffnet im Zuge der Einführung des Mindestlohns weitere Chancen für die Unternehmensgruppe, insbesondere im Anbau von lohnintensiveren Kulturen. Gleiches gilt für die Pflichten, die sich aus der Düngeverordnung ergeben und denen mit einem hohen Mechanisierungsgrad am effektivsten begegnet werden kann. Die Entwicklungen in der Robotik und der künstlichen Intelligenz werden unserer Einschätzung nach in naher Zukunft weitere Lösungen liefern, die diese Entwicklung beschleunigen könnten. Diejenigen Betriebe, die bereits heute mechanisch und technologisch denken, werden hier unserer Ansicht nach als "First-Mover" einen deutlichen Vorteil in der Implementierung und Weiterentwicklung dieser Lösungen haben. Für diese Herausforderungen fühlen wir uns gut gerüstet. Die Diversifikation der BEHR AG und ihrer Tochterunternehmen im Sinne der produzierten Kulturen, der assoziierten Erzeuger sowie der regionalen Präsenz ist eine wesentliche Chance des Konzerns. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Vorteil immer wieder herausgestellt. So konnten regional witterungsbedingte Mengenausfälle an einem Standort immer wieder durch die Mengen von einem anderen Standort ausgeglichen werden. Die Zusammenarbeit mit assoziierten Erzeugern bietet BEHR zudem die Chance, das Kulturportfolio abzurunden und die Lieferzuverlässigkeit weiter zu stärken. So ist es dem BEHR-Konzern möglich, durch die Gewährleistung höchster qualitativer Standards, höchsten stetiger Lieferzuverlässigkeit sowie dem Angebot eines umfassenden Produktportfolios die wesentlichen Anforderungen der Kunden zu bedienen. Da der Markt an Produzenten durch eine Vielzahl kleiner und mittelgroßer Betriebe geprägt ist, sieht der BEHR-Konzern eine wesentliche Chance in dieser diversifizierten und von signifikantem Markteinfluss geprägten Aufstellung. Umfassende Investitionen im Bio-Bereich eröffnen uns zudem die Möglichkeit der schrittweisen Verbreiterung unseres Produktprogramms in diesem Segment. Zusammen mit dem allgemeinen Mengenwachstum von biologisch erzeugten Lebensmitteln erhoffen wir uns daraus in Zukunft zusätzliche Umsätze in diesem Wachstumssegment. Wir streben an, in diesem Markt unsere starke Stellung weiter auszubauen. Die zunehmende Regionalisierung der Einkaufsstrukturen der Hauptkunden der Gesellschaft bietet neben den Risiken auch erhebliche Chancen für neue Produkte und regionale Produktprogramme, die außerhalb des sonst üblichen starken Preisfokus liegen. Die gezielte, regionale Produkt- und Kundenentwicklung wird konsequent fortgeführt. Gleichzeitig ist BEHR stets in der Lage, Ware in signifikanten Mengen überregional anzubieten und befriedigt so das gesamte Spektrum der Kundennachfrage im LEH. Zudem sehen wir den Trend zu hochwertigen Lebensmitteln als sehr willkommen an, da unsere Produkte stets an den höchsten Ansprüchen in der Produktion und der unmittelbaren Superfrische-Logistik gemessen werden. Dies gilt sowohl für die konventionelle als auch die biologische Produktion. Wir verfolgen als einer der Marktführer in einem sich konsolidierenden Markt eindeutig weiter eine Wachstumsstrategie. Die Sicherung weiterer Marktanteile kann nur über eine Erschließung von Marktsegmenten über den Nordmarkt hinaus erreicht werden. Die regionale Aufstellung, der hohe Technisierungsgrad sowie die starke Marktposition im biologischen Segment erweisen sich aus unserer Perspektive als gute und zukunftsorientierte Absprungbasis für dieses Ziel. Während der Portfolioeffekt zwischen den verschiedenen Betrieben das Witterungsrisiko abschwächt, resultiert aus der regionalen Diversifikation auch die Möglichkeit eine Vielzahl verschiedenster Kulturen anzubauen, die nur in bestimmten Klimazonen und auf bestimmten Böden gedeihen können. Produktinnovationen, neue Produktplatzierungen sowie technologisch konsequente Fortentwicklung bleiben daher fundamentaler Bestandteil unserer Strategie.
Seevetal, 30. Mai 2022/15. August 2022 BEHR AG Vorstand gez. Rudolf Behr gez. Kai Hölscher gez. Christine Behr KonzernbilanzAktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Ergebnisverwendung
Konzernkapitalflussrechnung
Konzerneigenkapitalspiegel
KonzernanhangA. Allgemeine Angaben Die BEHR AG ist nach § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Die BEHR AG hat ihren Sitz in Seevetal und ist eingetragen im Handelsregister B des Amtsgerichts Lüneburg (HRB 111441). Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Wertansätze aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020 sind unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches als Vortrag unverändert übernommen worden. B. Grundsätze der Konsolidierung Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden die BEHR AG und ihre Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind Gesellschaften, bei denen die Behr AG mittelbar oder unmittelbar die Stimmrechtsmehrheit hält oder die Leitung ausübt. Assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, auf die die Behr AG einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Regelmäßig handelt es sich hierbei um Beteiligungen mit einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 Prozent und 50 Prozent. Diese Gesellschaften werden at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Übrige Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zum Konzern gehörten neben der Behr AG als Muttergesellschaft am 31. Dezember 2021 die nachstehenden Gesellschaften:
* Für diese Unternehmen hat die Offenlegung des Konzernabschlusses befreiende Wirkung nach § 264 Absatz 3 Nr. 4 HGB ** Aufgrund untergeordneter Bedeutung wurde auf die Einbeziehung verzichtet.
Konsolidierungsgrundsätze Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der BEHR AG und der einbezogenen Tochtergesellschaften. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungswertmethode. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem anteiligen, dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entsprechenden Eigenkapital des Tochterunternehmens grundsätzlich zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss verrechnet. Danach verbleibende Unterschiedsbeträge werden aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2014 wurden die Unterschiedsbeträge vollständig abgeschrieben. Der bilanzierte Geschäfts- und Firmenwert betrifft den Ansatz im Einzelabschluss einer Tochtergesellschaft. Für Kapitalkonsolidierungen, für die die Erstkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2009 nach der Buchwertmethode vorgenommen wurden, wird die Buchwertmethode fortgeführt. Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung aus der Auf- und Abstockung von Anteilen an Tochterunternehmen ohne Statusänderung werden als Kapitalvorgang erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet. Assoziierte Unternehmen werden nach der Buchwertmethode bilanziert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der assoziierten Unternehmen entsprechen den Methoden der Muttergesellschaft. Unterschiedsbeträge gem. § 312 Abs. 1 S. 2 HGB bestehen nicht. Zur besseren Darstellung der Ertragslage erfolgte für das assoziierte Unternehmen Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse Mecklenburger Ernte GmbH eine Konsolidierung der Umsatzerlöse und des Materialaufwandes im Konzernabschluss. Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander verrechnet bzw. eliminiert. In Einzelabschlüssen vorgenommene Wertberichtigungen und Abschreibungen auf diese Forderungen werden erfolgswirksam zurückgenommen. Umsatzerlöse und sonstige konzerninterne Erträge werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen, die noch nicht durch Umsätze mit Dritten realisiert sind, werden im Konzernabschluss grundsätzlich eliminiert, falls sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Abschreibungen auf Anteile an einbezogenen Unternehmen werden, soweit die jeweiligen Risiken durch die Einbeziehung der Einzelabschlüsse bereits berücksichtigt sind, erfolgswirksam zurückgenommen, falls nicht aus Konzernsicht eine Umgliederung in Rückstellungen erforderlich ist. C. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erworbene immaterielle Anlagenwerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige bzw. soweit erforderlich außerplanmäßige Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauer des Geschäfts- und Firmenwertes beträgt 10 Jahre. Die übrigen immateriellen Wirtschaftsgüter werden über eine Laufzeit zwischen ein und 15 Jahre abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen wurden die bilanzierten Anteilsrechte, Ausleihungen und Genossenschaftsanteile zu Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere, beizulegende Wert angesetzt. Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum Nennwert bewertet. In den Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter wird ihr rechnerischer Anteil am Eigenkapital des Konzernunternehmens einschließlich Bilanzgewinn und Rücklagen eingestellt. Investitionszuschüsse werden ertragswirksam erfasst oder in einen Sonderposten für Zuschüsse eingestellt. Bei Einstellung in einen Sonderposten erfolgt die Auflösung linear entsprechend der Abschreibungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände, die über den Posten "sonstige betriebliche Erträge" verrechnet wird. Die Steuerrückstellungen beinhalten die noch nicht veranlagten Steuern. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Langfristige Rückstellungen werden unter Berücksichtigung von jährlichen Kostensteigerungen von 2% ermittelt und einzeln, laufzeitadäquat nach § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Zur Absicherung von gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströmen aus Zinsänderungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente bei bestehenden Verbindlichkeiten sowie zukünftigen Verbindlichkeiten aus mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen eingesetzt. Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, wird eine Bewertungseinheit gemäß § 254 HGB gebildet. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheit wird die sog. Einfrierungsmethode (kompensatorische Bewertung) angewendet. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird zu jedem Bilanzstichtag prospektiv festgestellt. Für Verlustüberhänge wird - sofern vorhanden - eine Rückstellung für Bewertungseinheiten gebildet. Ertragsteuern Für alle im Konzernabschluss berücksichtigten Geschäftsvorfälle werden laufende und latente Steuern nach den Bestimmungen der entsprechenden Steuergesetze der jeweiligen Länder erfasst. Aktive und passive latente Steuern werden für zukünftige Steuereffekte gebildet, die aus Differenzen zwischen den im Abschluss angesetzten Buchwerten der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten und deren steuerrechtlichen Ansätzen resultieren. Aktive latente Steuern für Verlustvorträge werden nur gebildet, wenn ihnen zu versteuernde zeitliche Differenzen gegenüberstehen oder die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile mit hinreichender Sicherheit bestimmt werden kann. Aktive latente Steuern werden, soweit erforderlich, auf den Betrag abgeschrieben, der auf der Grundlage verfügbarer Informationen als wahrscheinlich realisierbar eingeschätzt wird. Aktive und passive latente Steuern werden in der Periode um Änderungen der Steuergesetze und Steuersätze bereinigt, in der die Änderungen beschlossen werden. Das Saldierungswahlrecht für die Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern wurde nicht ausgeübt. Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten Die Aufstellung des Konzernabschlusses wie auch des Abschlusses der Muttergesellschaft erfolgt in EUR. Der Konzernabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte. In den einbezogenen Einzelabschlüssen werden auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -schulden mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten-, Realisations- und Imparitätsprinzips bewertet. Solche Fremdwährungsforderungen werden mit dem Devisenkassakurs am Buchungstag oder dem niedrigeren Kurs am Bilanzstichtag, Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Devisenkassakurs am Buchungstag oder dem höheren Kurs am Bilanzstichtag bewertet, sofern keine Sicherungsgeschäfte abgeschlossen sind oder geschlossene Positionen vorliegen. Im Falle von Sicherungsgeschäften erfolgt die Umrechnung mit dem Sicherungskurs, bei geschlossenen Positionen mit dem Kurs am Buchungstag. Hieraus resultierende Kursdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Kursaufwendungen sind im Posten "sonstige betriebliche Aufwendungen", Kurserträge im Posten "sonstige betriebliche Erträge" erfasst. Im Konzernabschluss erfolgt die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Bilanzen mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Die Erträge und Aufwendungen der in ausländischer Währung erstellten Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgen dagegen mit den Jahresdurchschnittskursen des Geschäftsjahres. Die auf dieser Umrechnung beruhenden Währungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital im Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" erfasst. D. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte sowie die Geschäftsjahresabschreibung je Posten sind aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel zu entnehmen.
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Von diesen Forderungen entfallen TEUR 5.356 (Vorjahr: TEUR 4.706) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sonstige Vermögensgegenstände/Rechnungsabgrenzungsposten Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wurden Ansprüche auf Steuererstattungen und öffentliche Zuschüsse in Höhe von ca. TEUR 1.026 (Vorjahr: TEUR 432) ausgewiesen, die erst nach dem Bilanzstichtag entstehen. Die Einstellung erfolgte auf der Grundlage der Steuer- und Anspruchsberechnungen. In die Rechnungsabgrenzungsposten wurden Disagiobeträge in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 7) eingestellt. Die Auflösung erfolgt linear über die Laufzeit der Darlehen. Angaben über die Gattung der Aktien Das Grundkapital der Muttergesellschaft von EUR 2.728.000,00 ist eingeteilt in 2.728 Aktien im Nennbetrag von je EUR 1.000,00. Es handelt sich um Namensaktien, die nur mit Zustimmung durch die Hauptversammlung übertragbar sind. Weitere Angabepflichten nach dem Aktiengesetz Die v.S. Holding GmbH, Potsdam, hält mehr als 25% der Aktien. Zusätzliche Angaben zur Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage hat sich im Geschäftsjahr nicht verändert. Ausgleichsposten für die Anteile anderer Gesellschafter
Ergebnisvortrag In den Konzernbilanzgewinn wurde ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von EUR 14.555.783,08 einbezogen. Vorschlag zur Ergebnisverwendung des MutterunternehmensDer Bilanzgewinn des Mutterunternehmens beträgt EUR 2.884.887,61. Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn EUR 750.000,00 an die Aktionäre auszuschütten und den verbleibenden Betrag von EUR 2.134.887,61 auf neue Rechnung vorzutragen. Betrag der Verbindlichkeiten und Sicherungsrechte Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt TEUR 13.798 (Vorjahr: TEUR 6.365). Die Verbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 13.070 (Vorjahr: TEUR 6.365) unter Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und in Höhe von TEUR 728 unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten sind durch Grundschulden, Forderungs- und Markenrechtszessionen, Sicherungsübereignungen und Pfandrechte gesichert. Darüber hinaus bestehen für die Verbindlichkeiten im üblichen Umfang branchenübliche bzw. kraft Gesetzes entstehende Sicherheiten. Verbindlichkeitenspiegel (in TEUR)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Diese Verbindlichkeiten entfallen auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB
Mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen ist nicht zu rechnen, da die Schuldner der den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Grundschuldverhältnisse auf Grund ihrer Vermögenssituation bis zum Bilanzstichtag und nach den vorliegenden Planungen für das Folgejahr selbst in der Lage sind, die Verpflichtungen vertragsgemäß zu erfüllen. Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von ca. TEUR 42.987 (Vorjahr: TEUR 41.371, davon bis 1 Jahr: TEUR 8.058 (Vorjahr: TEUR 8.615), davon gegenüber assoziierten Unternehmen TEUR 1.082 (Vorjahr: TEUR 1.180), davon bis 1 Jahr: TEUR 98 (Vorjahr: TEUR 98). Latente Steuern/Ertragsteuern a) Aktive latente Steuern Die Konzernbilanz enthält aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 67. Aktive latente Steuern wurden für Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen bei immateriellen Vermögensgegenständen aus Zwischengewinneliminierung (TEUR 64, Vorjahr: TEUR 70) und für steuerliche Verlustvorträge bei spanischer Einkommensteuer (TEUR 3, Vorjahr: TEUR 4) gebildet. Für die Berechnung wurde der spanische Einkommensteuersatz von 25% zugrunde gelegt. Bei der Bewertung der Ansprüche wurden die Unternehmensplanungen berücksichtigt, die einen Verbrauch der Verlustvorträge innerhalb von 5 Jahren wahrscheinlich erscheinen lassen. b) Passive latente Steuern Der Gewinn aus der Immobilienveräußerung im Rahmen einer Sale&Lease-back-Transaktion wurde auf eine Grundstücksverwaltungsgesellschaft, an der die BEHR AG beteiligt ist, gem. § 6b EStG übertragen. Auf den Veräußerungsgewinn war die Körperschaftssteuer inkl. des Solidaritätszuschlages eine passive latente Steuer in Höhe von TEUR 777,4 abzugrenzen. Der berücksichtigte Steuersatz beträgt 15,82%. Die latenten Steuern entwickeln sich wie folgt:
c) Steuerüberleitungsrechnung
Aufteilung Umsatzerlöse Von den Umsatzerlösen in Höhe von TEUR 294.372 (VJ TEUR 280.031) entfielen auf die spanischen Gesellschaften TEUR 22.722 (VJ TEUR 24.132) und auf Polen TEUR 5.781 (VJ TEUR 4.565). Während die polnischen Umsätze nahezu vollständig an den polnischen Lebensmitteleinzelhandel gingen, sind die Umsätze der spanischen Vertriebsgesellschaft primär dem deutschen Markt zuzurechnen (Abnehmer: deutsche Lebensmitteleinzelhändler bzw. deren Einkaufsgesellschaften). Umsätze in Höhe von TEUR 4.430 (VJ TEUR 4.991) wurden von Deutschland aus in europäische Nachbarländer ausgeführt. E. Sonstige Pflichtangaben Angaben zu den für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses im Geschäftsjahr als Aufwand erfassten Honorare gemäß § 314 Nr. 9 HGB Die für Dienstleistungen des Abschlussprüfers im Geschäftsjahr 2021 angefallenen Honorare betrafen in Höhe von TEUR 125 Abschlussprüfungsleistungen und in Höhe von TEUR 6 sonstige Bestätigungsleistungen. Namen der Mitglieder der Unternehmensorgane der Muttergesellschaft Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an: Herr Helmut Hörz, Vorsitzender, CEO Warsteiner Brauerei Haus Cramer KG Herr Matthias Behr, Stellvertreter, Vorstand der Raiffeisenbank eG Bargteheide Herr Gerrit van Schoonhoven, Geschäftsführer der v.S. Holding GmbH Herr Jürgen Boruszewski, Geschäftsführer der Tettara C GmbH Herr Hanno-David Alberts, Geschäftsführer Gut Schwechow GmbH & Co. KG Herr Joachim Schlarmann, Geschäftsf. Partner Schlarmann Ahlberg Partnerschaftsges. mbB Dem Vorstand gehörten an: Herr Rudolf Behr, Vorsitzender Herr Dr. Georg Hürth, Vorstand Finanzen Vergütungen der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates Auf die Darstellung der Gesamtbezüge des Vorstandes wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen TEUR 122 -zuzüglich Umsatzsteuer- (Vorjahr: TEUR 122). Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer
Nachtragsbericht Der Ukraine-Krieg hat die globalen Lieferketten unter Druck gesetzt und zu erheblichen Lieferengpässen und Kostenexplosionen für wichtige Rohstoffe geführt. Eine hohe Inflation verbunden mit zu erwartenden Kaufzurückhaltungen, auch im Obst- und Gemüsebereich, ist zu erwarten. Dadurch wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in gewissem Umfange negativ beeinflusst werden. Dennoch beurteilen wir grundsätzlich die zu erwartende Entwicklung positiv und verweisen insbesondere auf die Aussagen im Lagebericht.
Seevetal, 30. Mai 2022/15. August 2022 Behr AG Vorstand gez. Rudolf Behr gez. Kai Hölscher gez. Christine Behr Bericht des AufsichtsratsBericht gemäß § 171 AktG des Aufsichtsrates der BEHR AG an die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2021 Sehr geehrte Aktionäre, der Aufsichtsrat hat während des gesamten Berichtsjahres die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Im Rahmen seiner Überwachungs- und Beratungstätigkeit ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand im Rahmen der jeweiligen Sitzungen umfassend über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung informieren. Darüber hinaus berichtete er ausführlich und schriftlich über Vorgänge besonderer Bedeutung. I. Sitzungen des Aufsichtsrates In gemeinsamen Sitzungen wurde die strategische und geschäftspolitische Ausrichtung des Unternehmens besprochen und diskutiert. Die Sitzungen wurden mündlich abgehalten und schriftlich zu Protokoll gegeben. Bei den Sitzungen des Aufsichtsrates war der Vorstand vertreten. Im Jahr 2021 fanden Sitzungen des Aufsichtsrates am 23. Februar, 2. Juni, 1. September und 24. November statt. Dabei wurde der Aufsichtsrat ausführlich über 1. den Gang der Geschäfte und der Geschäftslage, 2. die Finanz- und Liquiditätslage sowie die Finanzplanung einschließlich der Finanzierungsmaßnahmen und -vorhaben, 3. die Unternehmensentwicklung und Unternehmensplanung sowie besondere Vorkommnisse der Geschäftstätigkeit und zustimmungsbedürftige Geschäftsvorfälle informiert. In der Sitzung am 23. Februar 2021 wurde der Aufsichtsrat über das vorläufige Ergebnis des BEHR Konzerns, das Budget des BEHR Konzerns für das Jahr 2021, die Ergebnisentwicklung der spanischen Tochtergesellschaften sowie den Status der Sanierungsmaßnahmen am Standort Büttelborn informiert. Das Budget für 2021 wurde vom Aufsichtsrat bewilligt. In dieser Sitzung wurden außerdem die Pachtverhältnisse zwischen der Behr Gemüse-Garten GmbH in Gresse und den Gesellschaften Agrar GmbH Schaaletal Kogel und AFM Nostorf GmbH sowie die Beteiligungsverhältnisse der letztgenannten Gesellschaften und mögliche Einbringungsszenarien durch die Gesellschafter Thomas Arndt und Gerrit van Schoonhoven diskutiert. Eine Lösung für die Einbringung konnte in der Sitzung nicht erreicht werden. In der Sitzung am 2. Juni 2021 nahm der Aufsichtsrat den Bericht der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 entgegen und beschloss einstimmig die Billigung der Abschlüsse und zugehörigen Lageberichte sowie des Vorschlags zur Ergebnisverwendung. Der Aufsichtsrat entlastete die Vorstände einstimmig. Für die Prüfung des Abschlusses 2021 einigt sich der Aufsichtsrat auf die RGB GmbH und gab eine entsprechende Empfehlung an die Hauptversammlung. Einschränkend erwähnt der Abschlussprüfer Herr Markus Glüsing, dass noch nicht gesichert sei, ob die Gesellschaft den Auftrag mangels personeller Ressourcen erfüllen kann. Daher sei eine Beauftragung unter Vorbehalt der Sicherung der notwendigen personellen Ressourcen zu sehen. Weiterhin stellte sich Oke Skau als neuer Geschäftsführer der AMG Agrarmanagement GmbH vor und gab dem Aufsichtsrat einen Überblick über die aktuell bearbeiteten Themen und die Vision, die er für die Gesellschaft hat. In der Sitzung wurde außerdem über das vom Vorstand vorgeschlagene Vergütungsmodell für die Betriebsleiter beraten und dieses in Grundzügen verabschiedet. Gerrit van Schoonhoven legte in der Sitzung sein Amt als ruhend nieder, bis der Sachverhalt der gerichtlichen Auseinandersetzung über die Beteiligungen der Landgesellschaften Kogel und Nostorf hinreichend geklärt ist. In der Sitzung vom 1. September 2021 wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand über den Status der Sanierungen der Betriebe in Spanien und Büttelborn informiert. Der Agendapunkt der Vorstellung der Konzernstrategie musste entfallen, da Dr. Georg Hürth krankheitsbedingt nicht an der Sitzung hat teilnehmen können. Weiterhin wurde in der Sitzung über eine angepasste Version der Geschäftsordnung des Vorstandes diskutiert und Anpassungen angemerkt. In der Sitzung wurde vom Aufsichtsrat beschlossen, die Gespräche mit dem Vorstandskandidaten Kai Hölscher zu führen. In der Sitzung vom 24. November 2021 wurde die Geschäftsordnung des Vorstandes verabschiedet. Zudem wurde von Dr. Stiller der Sanierungsfortschritt für den Standort Büttelborn vorgestellt. Dabei wurde festgehalten, dass Dr. Stiller zum Herbst 2022 das Unternehmen verlassen wird. Weiterhin stellte der Vorstand in der Sitzung die 5-Jahres Konzernstrategie sowie die Budgetplanung der spanischen Gesellschaften vor, die beide vom Aufsichtsrat anschließend verabschiedet wurden. Aufgrund der personellen Engpässe bei dem Abschlussprüfer RGB empfiehlt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Wahl des Abschlussprüfers SKN Schlarmann, Kilian, Niemeyer GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, da die Gesellschaft den BEHR Konzern bereits in der Vergangenheit erfolgreich und zuverlässig geprüft hat sowie die Komplexität des Geschäftsmodells versteht. Weiterhin wurde in der Sitzung Christine Behr zum Vorstand Vertrieb zum 1.1.2022 berufen. Außerdem wurde für die neuen Vorstände Christine Behr und den neuen Vorstand Finanzen Kai Hölscher eine angepasste Tantiemeregelung beschlossen, die in die Verträge aufzunehmen ist. In allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand über die Finanz- und Ertragslage sowie das laufende operative Geschäft informiert. II. Besetzung des Aufsichtsrates Der Aufsichtsrat war wie folgt besetzt: Herr Helmut Hörz, Aufsichtsratsvorsitzender Herr Matthias Behr, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Herr Gerrit van Schoonhoven Herr Jürgen Boruszewski Herr Joachim Schlarmann Herr Hanno-David Alberts Gerrit van Schoonhoven legte in der Sitzung am 2. Juni 2021 sein Amt als ruhend nieder. III. Jahresabschluss 2020 Gegenstand der Prüfung des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2020 waren der Jahresabschluss und der Lagebericht der BEHR AG und des Konzerns BEHR AG zum 31. Dezember 2020, die Ergebnisse der Prüfung der Jahresabschlüsse und der Lageberichte zum 31. Dezember 2020 sowie der Vorschlag des Vorstandes für die Ergebnisverwendung. Den Jahresabschluss der BEHR AG und des Konzerns der BEHR AG zum 31. Dezember 2020 und die Lageberichte der BEHR AG und des Konzerns der BEHR AG hat die RGB GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Ibbenbüren, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Bericht der RGB GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über die Prüfung der Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2020 wurde in der Sitzung des Aufsichtsrates in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt. In dieser Sitzung hat der Abschlussprüfer auch detailliert über die wesentlichen Ergebnisse der Abschlussprüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2020 gebilligt; die Jahresabschlüsse sind somit festgestellt. IV. Jahresabschluss 2021 Gegenstand der Prüfung des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2021 waren der Jahresabschluss und der Lagebericht der BEHR AG und des Konzerns BEHR AG zum 31. Dezember 2021, die Ergebnisse der Prüfung der Jahresabschlüsse und der Lageberichte zum 31. Dezember 2021 sowie der Vorschlag des Vorstandes für die Ergebnisverwendung. Den Jahresabschluss der BEHR AG und des Konzerns der BEHR AG zum 31. Dezember 2021 und die Lageberichte der BEHR AG und des Konzerns der BEHR AG hat die SKN GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Bericht der SKN GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über die Prüfung der Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2021 wurde in der Sitzung des Aufsichtsrates am 30.08.2022 in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt. In dieser Sitzung hat der Abschlussprüfer auch detailliert über die wesentlichen Ergebnisse der Abschlussprüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen zum Bericht von Herrn Oestreich. Die Billigung und Zustimmung zu dem Ergebnis der Abschlussprüfung erfolgte in einer anschließenden Aufsichtsratssitzung per Umlaufbeschluss. In dieser Aufsichtsratssitzung hat der Aufsichtsrat die vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2021 gebilligt; die Jahresabschlüsse sind somit festgestellt. Für die Prüfung des Abschlusses 2022 einigt sich der Aufsichtsrat auf die SKN GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und gibt eine entsprechende Empfehlung an die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BEHR AG und des Konzerns BEHR AG für ihren Einsatz und für ihre Arbeit im Berichtszeitraum.
Hamburg, den 09. September 2022 gez. Helmut Hörz sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 09.09.2022 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die BEHR AG, Seevetal Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der BEHR AG, Seevetal, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der BEHR AG, Seevetal, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, 15. August 2022 SKN GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gez. Gerold Winter, Wirtschaftsprüfer gez. Olaf Oestreich, Wirtschaftsprüfer |
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