myneva Group GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dominique Yves Maurer seit 29.5.2024 | Geschäftsführer |
Dieter Prof.Dr. Weisshaar seit 1.3.2024 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
myneva Topco AB | 91.95% |
| 2.61% | |
| 1.31% | |
| 1.10% | |
| 1.02% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
5 Gesellschafter
GmbH-Struktur
4 von 5 angezeigt
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 90.24% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
myneva Holding GmbHEssen (vormals: Hamburg)Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023I KonzernbilanzAKTIVA
PASSIVA
II Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
III Konzern-Kapitalflussrechnung
IV Konzern-Eigenkapitalspiegel
V KonzernanhangI. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss Die myneva Holding GmbH (HRB 35423 Amtsgericht Essen, im Folgenden auch nur "myneva Holding" oder "Mutterunternehmen" genannt) ist gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Der Konzernabschluss umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023. Bei dem aufgestellten Konzernabschluss handelt es sich um einen nach § 290 HGB aufgestellten Konzernabschluss, da die Voraussetzungen für die Befreiung gemäß § 293 HGB in diesem Geschäftsjahrjahr wie auch im vorangegangenen Geschäftsjahr nicht mehr erfüllt sind. Die Aufstellung des Konzernabschlusses, die Bewertung aller Vermögenswerte und Schulden erfolgt nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (§§ 298 Abs. 1 i.V.m. 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB). Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Davon-Vermerken sowie die für einzelne Posten geforderten Zusatzangaben teilweise nicht in der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern an dieser Stelle gemacht. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. II. Angaben zum Anteilsbesitz Die Gesellschaft war zum 31. Dezember 2023 an den folgenden Gesellschaften unmittelbar und mittelbar beteiligt:
Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Folgende Tochterunterunternehmen nehmen die Erleichterungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB hinsichtlich der Erstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses und der ggf. notwendigen Erstellung eines Lageberichtes in Anspruch:
III. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss umfasst die myneva Holding GmbH als Mutterunternehmen sowie die in den obigen Angaben zum Anteilsbesitz unter den Ziffern 1. bis 11. aufgeführten vollkonsolidierte Tochterunternehmen. Diese Gesellschaften werden in den Konsolidierungskreis einbezogen, da der myneva Holding GmbH (un-)mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an den Gesellschaften zusteht. Die Mocca Software GmbH, Klagenfurth, Österreich und SBE IT-Solutions GmbH, Salzburg, Österreich wurden im September 2023 bzw. im Oktober 2023 rückwirkend zum 1. Januar 2023 auf die myneva Austria GmbH (Ziffer 6.) verschmolzen. Die TTS Technology to serve B.V. Zwolle, Niederlande wurde am 1. November 2023 liquidiert. IV. Konsolidierungsgrundsätze Gemäß § 299 HGB ist der Konzernabschluss auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaften erfolgte nach der Neubewertungsmethode zum Erwerbszeitpunkt gemäß § 301 HGB. Passivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung bestehen nicht. Schulden-, Ertrags- und Aufwandskonsolidierung Forderungen und Verbindlichkeiten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden in Anwendung von § 303 Abs. 1 HGB aufgerechnet. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt nach § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Zwischenergebnisse aus Geschäftsvorfällen zwischen einbezogenen Unternehmen bestehen nicht. Wesentliche latente Steuern auf diese ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgänge bestehen daher nicht. V. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Konzernabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Abweichend zum Vorjahr werden im Konzernabschluss die Fremdleistungen unter Aufwendungen für bezogene Leistungen statt unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen (T€ 1.324). Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Die myneva Holding aktiviert gem. § 248 Abs. 2 HGB selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände. Es handelt sich um Software, welche nach der Erstkonsolidierung in den Tochtergesellschaften erstellt wurde. Die Softwareprogramme werden zu Entwicklungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (nach der linearen Methode) vermindert. Aufwendungen für Forschung sowie Instandhaltung der bestehenden Software werden nicht aktiviert. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, entsprechend ihrer Nutzungsdauer (3-10 Jahre) um planmäßige Abschreibungen (nach der linearen Methode) vermindert. Der aus der Kapitalkonsolidierung resultierende Unterschiedsbetrag, der nicht einzelnen Vermögensgegenständen zuordenbar ist, wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen (Share Deal). Dieser wird über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren linear abgeschrieben. Die angenommene Nutzungsdauer begründet sich damit, dass davon ausgegangen wird, dass mindestens über diesen Zeitraum von diesen Werten profitiert wird. Die im Rahmen Erstkonsolidierungen aktivierten Software werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren und die erworbenen Kundenverträge über vier bis 13 Jahren abgeschrieben. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und - soweit abnutzbar - vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von ein bis 13 Jahren ermittelt. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht übersteigen, werden im Jahr der Anschaffung unmittelbar als Aufwand erfasst. Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten oder dem beizulegenden Wert angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden angemessene Abwertungen vorgenommen. Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Forderungsausfallrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert und werden zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden auf der Aktivseite für die Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen, gebildet. Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften, sowie zukünftige Kosten und Preissteigerungen. Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Für Wartungserlöse und SaaS-Leistungen, welche einen Zeitraum nach dem Stichtag betreffen, wurde ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Grundsätzlich werden latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen Konzern- Handelsbilanzwerten und Steuerbilanzwerten einzelner Bilanzposten gebildet, sofern die Unterschiede in künftigen Jahren zu einer Steuerentlastung (aktive latente Steuern) oder Steuerbelastung (passive latente Steuern) führen. Ferner werden latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen erfasst, nicht jedoch Differenz aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines passiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt mit den voraussichtlich künftigen individuellen Steuersätzen der jeweils betroffenen Konzernunternehmen (20 % in Finnland; 25,8 % in Niederlande, Österreich sowie 32,5 % in Deutschland). Die passiven latenten Steuern entfallen auf im Rahmen der Erstkonsolidierung erworbene Kundenverträge und Softwarerechte. Die Konzernbilanz weist zum 31.12.2023 passive latente Steuern i. H. v. T€ 10.651 aus (im Vorjahr: T€ 13.429). VI. Erläuterungen zur Konzernbilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachfolgenden Konzernanlagenspiegel dargestellt:
Finanzanlagen beinhalten Beteiligungen, die wegen untergeordneter Bedeutung gemäß § 311 Abs. 2 HGB zu Anschaffungskosten bilanziert werden sowie Wertpapiere des Anlagevermögens. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Personalkosten T€ 2.479, ausstehenden Rechnungen T€ 1.146 sowie Abschluss- und Prüfungskosten T€ 236 gebildet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 59.419 (Vorjahr: T€ 57.589) haben eine Restlaufzeit von 1-5 Jahren und sind endfällig. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten sind, wie im Vorjahr, alle im Folgejahr fällig. Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen mit T€ 2.129 (Vorjahr: T€ 1.247) solche aus Steuern und mit T€ 142 (Vorjahr: 298) solche im Rahmen der sozialen Sicherheit. VII. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsätze gliedern sich wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt in wiederkehrende und einmalige Umsätze:
Umsatzsplit nach Inland und Ausland:
Entwicklungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände werden in Höhe von T€ 3.539 (Vorjahr: T€ 4.186) aktiviert. Der Gesamtbetrag der angefallenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Geschäftsjahr betrug T€ 7.791 (Vorjahr: T€ 8.176). Die sonstigen betriebliche Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 361 (Vorjahr: T€ 121). Erträge aus Währungsumrechnungen betragen T€ 4 (Vorjahr: T€ 36). Der Personalaufwand beinhaltet T€ 171 (Vorjahr: T€ 57) Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnung von T€ 10 (Vorjahr: T€ 21) enthalten. Das Finanzergebnis in Höhe von T€ 5.978 (Vorjahr: T€ 4.164) enthält im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von T€ 5.769 (Vorjahr: T€ 4.152) aus dem Kreditvertrag. VIII. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung Die Konzern-Kapitalflussrechnung ist in der Anlage III dargestellt. Der Finanzmittelfonds ist definiert als die Differenz aus der Bilanzposition Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und jederzeit fälligen Bankverbindlichkeiten. IX. Sonstige Angaben Haftungsverhältnisse Wesentliche Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB ist der Konzern nicht eingegangen. Zur Besicherung der Finanzierung hat die myneva Holding ihre Anteile an den Tochtergesellschaften gegenüber dem finanzierenden Kreditinstitut verpfändet. Zusätzlich wurden die bestehenden und neu zu eröffnenden Bankkonten der myneva Holding und der Tochtergesellschaften verpfändet. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen finanzielle Verpflichtungen zum Abschlussstichtag 31.12.2023 in Höhe von T€ 1.854 mit einer Laufzeit von 1-5 Jahren (im Wesentlichen Miet- und Leasingverträge sowie Entwicklungszuschüssen) und T€ 495 mit einer Laufzeit größer 5 Jahre. Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten Die myneva Holding hat im Geschäftsjahr 2023 ein Zinsbegrenzungsgeschäft (CAP) zur anteiligen Absicherung des Zinsänderungsrisikos in Verbindung mit der vorhergehenden Fremdfinanzierung abgeschlossen und eine Bewertungseinheit (Wahlrecht nach § 254 HGB) gebildet. Zum Bilanzstichtag wurde ein Teil des Darlehens mit GLQC S.À R.L. (T€ 30.000) gegen ein Zinsänderungsrisiko des 3 Monats EURIBOR höher als 3,5% bzw. ab dem 31.03.2024 höher als 3,0% abgesichert (micro hedge). Die Absicherung erfolgte zum 07.03.2023 mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2026. Die Feststellung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung erfolgt mittels der Critical-Terms-Match-Methode. Die bilanzielle Abbildung der Bewertungseinheit wird anhand der Einfrierungsmethode vorgenommen. Der negative Marktwert des CAPs beträgt zum 31.12.2023 T€ 253. Mitarbeiterzahl Der Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 298 Mitarbeiter (im Vorjahr: 270 Mitarbeiter), davon 152 in Deutschland, 31 in den Niederlanden, 48 in Österreich und 8 in der Schweiz, 59 in Finnland. Honorar des Abschlussprüfers Das für die Konzernabschlussprüfung des Geschäftsjahres 2023 anfallende Gesamthonorar wurde mit T€ 98 (im Vorjahr T€ 93) im Konzernabschluss zurückgestellt. Geschäftsführer Geschäftsführer sind bzw. waren
Die Bezüge der Geschäftsführung betrug im Kalenderjahr 2023 T€ 483. ErgebnisverwendungsvorschlagDas Ergebnis des Mutterunternehmens soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Nachtragsbericht Es ist geplant, dass im Geschäftsjahr 2024 die Einzelgesellschaften GODO Systems GmbH und Dr. Heydenreich GmbH auf die myneva Deutschland GmbH verschmolzen werden. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die eine deutlich andere Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erfordert hätten, sind nach dem Schluss des Konzerngeschäftsjahrs nicht eingetreten. Von den Folgen des weiterhin bestehenden militärischen Konflikts in der Ukraine ist die myneva Gruppe wirtschaftlich nicht betroffen, da weder Kunden- noch Lieferantenbeziehungen nach Russland oder in die Ukraine bestehen. Weitere unmittelbare negative Auswirkungen aufgrund von steigenden Rohstoff- und Energiekosten, sowie mittelbare Auswirkungen aufgrund des veränderten Konsumverhalten (Inflation), sowie Zins und Wechselkursentwicklungen sind für die myneva Group nicht absehbar. Ebenso ist die myneva Gruppe bisher nicht von den Insolvenzen großer Pflegeheimbetreiber in Deutschland am Anfang des Jahres 2024 negativ betroffen.
Essen, 18. März 2025 Dieter Weißhaar VI KonzernlageberichtI. Grundlagen des Unternehmens 1. Geschäftsmodell des Unternehmens Die myneva Holding GmbH und ihre Tochtergesellschaften ("myneva" oder "myneva Gruppe") entwickeln und vertreiben Software für soziale Träger und ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Finnland und Großbritannien aktiv. Die Softwareprodukte umfassen die Planung, Dokumentation und Abrechnung von Arbeitsprozessen sowie elektronische Patientenakten. Langjährige Kundenbeziehungen bestehen insbesondere zu sozialen Einrichtungen und Trägern mit Schwerpunkt auf Altenpflege, Kinder- und Jugendhilfe sowie psychiatrische Kliniken. Die Softwaremodule können dabei in einem externen Rechenzentrum gehostet oder lokal auf Servern der Kunden installiert werden. Die Preismodelle variieren dabei je nach Kundenanforderungen von Software-as-a-Service, Miet- bis hin zu Lizenz- und Wartungsvertragsmodellen. Die myneva Gruppe generiert so einen hohen Anteil an vertraglich gesicherten wiederkehrenden Umsätzen. 2. Gruppenstruktur Der Konzern der myneva Holding GmbH ("myneva Holding Gruppe") besteht aus den folgenden Gesellschaften:
Im Oktober 2023 wurde beschlossen, die Einzelgesellschaften Mocca Software GmbH sowie SBE IT-Solutions GmbH auf die myneva Austria GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2023 zu verschmelzen. Die Verschmelzungen erfolgten zu Buchwerten. Des Weiteren wurde die TTS technology to serve B.V im November 2023 liquidiert. Sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden wurden von myneva Benelux B.V. übernommen. 1.3 Forschung und Entwicklung Die myneva Gruppe betreibt aktiv Innovationsprojekte mit dem Ziel, die Arbeitsprozesse von Mitarbeitenden und anderen Beteiligten in sozialen Einrichtungen stärker zu unterstützen. Forschungsaktivitäten werden im Wesentlichen in Form von öffentlich geförderten Forschungsprojekten durch das Tochterunternehmen myneva Austria GmbH getätigt. Forschungsschwerpunkte sind die technologische Unterstützung von Mitarbeitenden sowie Klienten und bedürftigen Menschen in sozialen Einrichtungen sowie die Einbindung der Telemedizin im Sozialbereich durch automatische Integration originär erhobener Patienten- und Sensorendaten. Aus den Forschungsprojekten heraus entwickelt myneva Austria regelmäßig Erweiterungen und neue Softwaremodule. Darüber hinaus wird intern an einer künstlichen Intelligenz in Bezug auf private KI- Modelle geforscht, damit wesentliche Dokumentationsschritte über Spracheingabe erfolgen und die Planung von Aktivitäten automatisiert werden können. In 2023 wurden weitere mobile Applikationen in der Pflege bei Pilotkunden in Österreich mit dem Ziel getestet, diese in 2024 international einzusetzen. Die myneva.care App zielt auf die Mitarbeitenden in der Pflege und soll die Pflegekräfte im mobilen Arbeiten von der Dokumentation bis zu Planung der Pflege unterstützen. Die myneva.care App ist eine Weiterentwicklung der myneva ToGo App. Als zweite Innovation wurde die myneva.connect App bei Kunden in Österreich, die den verschiedenen Beteiligten des Pflegeprozesses zum sicheren Datenaustausch verbindet und in 2024 ebenso gruppenweit zum Einsatz kommen soll. Weiterhin wurde an einem SaaS Service gearbeitet, der in 2024 als myneva.analytics zur Produktreife gebracht wird, der Kunden eine moderne umfassende Reporting- und Analyseplattform zur Verfügung stellt. Neben den Forschungsprojekten erfolgen vor allem Weiterentwicklungen in der bestehenden Produktfamilie, der Verbindung der Produkte, sowie Neuproduktentwicklungen. So wurde z.B. auch im Jahr 2023 in der Tochterfirma myneva Finland Oy (ehemals: Fastroi Oy) in Finnland Erweiterungen und Anwendungen entwickelt, um die Anforderungen des finnischen nationalen Klientendatenarchivs für Sozialfürsorgedienste ("Kanta") zu erfüllen. Ähnliche Erweiterungen wurden für die Digitalpattformen an-derer Länder umgesetzt, wie in Deutschland: Telematikinfrastruktur, in Österreich: ELGA und in der Schweiz: SHIP. Der Gesamtpersonalaufwand für die Produktentwicklung betrug im Jahr 2023 T€ 7.791 (Vorjahr: T€ 8.176), wovon T€ 3.539 (Vorjahr: T€ 4.186) auf aktivierte Eigenleistungen entfallen. Dies entspricht einer Aktivierungsquote von 66% (Vorjahr: 43%). Dies berücksichtigt die Weiterentwicklung der bestehenden Produkte als auch die Neuentwicklung einer neuen Produktlinie. Auf aktivierte Eigenleistungen fielen Abschreibungen in Höhe von T€ 2.426 (Vorjahr: T€ 2.561) an. Zusätzlich zu eigenen Mitarbeitern sind für die myneva Gruppe externe Entwicklungspartner tätig. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Der Markt für Software in der Sozialwirtschaft ist in den für die myneva Gruppe relevanten Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Benelux und Finnland in den vorangegangenen Jahren stetig gewachsen. Nach Angaben der Statista wird der europäische Markt für Digital Health bis zum Jahr 2028 auf 42,5 Mrd. Euro ansteigen, was einem jährlichen Umsatzwachstum von 6,43% (CAGR 2024-2028) entspricht. Digital Health verzeichnet ein stetiges Wachstum und hilft Gesundheits- und Pflegeunternehmen sowie soziale Einrichtungen bei der Reduzierung von Papierdokumenten und der Rationalisierung von Verfahren wie Terminplanung, Abrechnung, Rechnungsstellung, Personaleinsatzplanung und Patientenaufnahme. (1)
(1)
https://de.statista.com/outlook/hmo/digital-health/europa
Ein wesentlicher Treiber des anhaltenden und ansteigenden Wachstums der Branche sind vor allem eine steigende IT-Durchdringungsquote bedingt durch die voranschreitende Digitalisierung der Sozialwirtschaft, die zunehmende Vernetzung verschiedener Teilnehmer am Sozialmarkt sowie eine steigende Verbreitung mobiler Endgeräte in sozialen Einrichtungen. Unterstützt wird der Trend zudem durch den demografischen Wandel und der damit absolut steigenden Anzahl von Pflegebedürftigen, insbesondere in der Altenpflege. Die Knight Frank European Healthcare Studie aus 2022 geht davon aus, dass die Ausgaben für Langzeitpflege bis 2060 von 1,8% auf 3 bis 5% des Bruttoinlandsproduktes steigen werden. (2) In den letzten Jahren schritt zudem die Konsolidierung von Trägern sozialer Einrichtungen weiter voran. Die Übernahme von sozialen Einrichtungen führt in der Regel eine Vereinheitlichung der Software nach sich. Aufgrund ihrer diversifizierten Kundenbeziehungen und dem bestehenden Einsatz der Software bei großen Kunden konnte die myneva Gruppe partiell davon profitieren. Die hohen Kostensteigerungen als Folge des Krieges in der Ukraine, insbesondere für Gas, Elektrizität und Lebensmittel, haben auch im Jahr 2023 zu einer Zurückhaltung bei neuen IT-Projekten in stationären Einrichtungen der Sozialwirtschaft geführt, da die Einnahmenseite nicht entsprechend verbessert wurde. Eine wachsende Zahl an Pflegeheimbetreibern haben in dieser Zeit Insolvenz anmelden müssen. Mittel- und langfristig ist mit einem Wachstum der Investitionen in Digitalisierung der Sozialbranche zu rechnen, da die Kostensteigerungen aufgrund der Inflation durch die erhöhten Pflegesätze refinanziert werden. Kurzfristig kommt es immer wieder zu Unterfinanzierungen, da die Pflegesätze nur zeitversetzt angepasst werden. Zudem zeigt sich die hohe Bedeutung einer zunehmend digitalisierten Arbeitsweise in sozialen Einrichtungen, die durch die Pandemie sogar beschleunigt wurden. Die hohe Nachfrage nach Digitalisierung führt langfristig zu attraktiven Marktbedingungen. Die myneva erwartet für den Softwaremarkt in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum von CAGR 6 bis 10%.
(2) European Healthcare Elderly Care Market,
Research 2022, https://www.knightfrank.com/research
Von den Folgen des Krieges in der Ukraine ist die myneva Gruppe nicht wirtschaftlich direkt betroffen. Es bestehen weder Kunden- noch Lieferantenbeziehungen nach Russland oder in die Ukraine. Auch für die Kunden der myneva Gruppe, Pflegeeinrichtungen und -dienstleister in Deutschland, Österreich, Schweiz. Benelux Staaten, Finnland und Großbritannien sind keine Folgen zu erwarten, die eine Veränderung der Absatzsituation für die Gesellschaft darstellen. Trotz des aktuellen Fachkräftemangels in der IT und im Pflegebereich, ist es der myneva gelungen, neue Mitarbeiter zu akquirieren und die Fluktuation blieb im Geschäftsjahr unter dem Branchendurchschnitt. 2.2 Geschäftsverlauf Der Haupttreiber der Umsatzentwicklung sind die wiederkehrenden Umsätze durch Nutzerentgelte und Wartungserlöse. Es gab durch den verstärkten Fokus im Vertrieb auf wiederkehrende Umsätze eine Verschiebung vom Lizenzgeschäft zur Softwaremiete, was strategisch zu nachhaltigeren Umsätzen führt. Die Umsätze mit Bestandskunden haben sich über fast alle Unternehmen der Gruppe positiv entwickelt. Das abgelaufene Geschäftsjahr ist hierbei dennoch von einer wirtschaftlich angespannten Lage der Kunden begleitet, da die Betriebskostenkostensteigerungen vor allem bei Energie- und Personalkosten nicht vollständig durch zusätzliche Einnahmen gedeckt werden konnten. Durch eine zunehmende Steigerung der Effizienz in wesentlichen Geschäftsprozessen der myneva Gruppe, konnte sowohl ein Umsatz- und Ergebniswachstum nahe am Marktwachstum realisiert werden. 2.3 Lage 2.3.1 Steuerungskennzahlen Die relevanten finanzwirtschaftlichen Zielgrößen, die im Rahmen der Konzernsteuerung besondere Bedeutung haben, sind die Entwicklung der Umsatzerlöse sowie des EBITDAs. 2.3.2 Ertragslage Die Umsatzerlöse der myneva Gruppe betragen konsolidiert T€ 42.566 (Vorjahr T€ 36.526 bzw. pro forma T€ 40.256), und liegen damit über der Planung für das Geschäftsjahr 2023. Der Anstieg um 17% bzw. pro forma 6% ist insbesondere auf den Anstieg der wiederkehrenden Umsätze in den Bereichen SaaS und Maintenance/ Support zurückzuführen. Auch bei den einmaligen Umsatzerlösen ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Das Geschäft mit dem Verkauf von Hardware wurde weiter reduziert und auch das Geschäft mit Papierformularen ist rückläufig, was zu einer Reduktion der sonstigen operativen Umsätze führte. Der Auftragseingang lag im Geschäftsjahr 2023 bei T€ 6.498 und damit 25% über dem Vorjahr. Durch eine zu wenig an dem Auftragseingang orientierte Personalplanung konnten jedoch die Auftragseingänge im Bereich der Beratung und des Lizenzgeschäftes nicht vollständig realisiert werden. Dadurch wurden T€ 1.500 Umsatz erst im Folgejahr abgeschlossen und realisiert. Der Personalaufwand der Gruppe beträgt T€ 25.141 (Vorjahr: T€ 21.490 bzw.proforma T€ 24.536). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition und durchgeführte Gehaltserhöhungen und Bonusauszahlungen sowie Abfindungszahlungen im Managementbereich. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen T€ 10.652 (Vorjahr: T€ 8.777 bzw. pro forma T€ 9.541). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen im Bereich Rechts- und sonstigen Beratungsleistungen, sowie externen Dienstleistungen im Bereich des Finanzbereiches. Das EBITDA beträgt T€ 6.396 (Vorjahr: T€ 7.244 bzw. pro forma T€ 7.285) und liegt damit unter dem geplanten Rückgang. Der Rückgang von 18% bzw. pro forma 12% im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus Investitionen in den Aufbau, Umbau und die Verbesserung der Organisationsstruktur, der Transformation sowie in den Entwicklungskapazitäten der myneva Gruppe. Die Abschreibungen (ohne Abschreibungen auf akquirierte Firmenwerte und aufgedeckte stille Reserven) betragen T€ 2.765 (Vorjahr: T€ 2.911). 2.3.3 Finanzlage Kapitalstruktur Das Konzerneigenkapital beträgt zum Abschlussstichtag T€ 68.117 (Vorjahr: T€ 89.893). Zur Finanzierung der Beteiligungserwerbe wurden Darlehen aufgenommen, die sich zum 31.12.2023 einschließlich aufgelaufener Zinsen auf T€ 59.419 belaufen (Vorjahr: T€ 57.587). Insgesamt beläuft sich das Fremdkapital auf T€ 84.169 (Vorjahr: T€ 78.442), so dass sich per 31.12.2023 eine Eigenkapitalquote von 45% (Vorjahr: 53%) ergibt. Zur Besicherung der Finanzierung hat die myneva Holding ihre Anteile an den Tochtergesellschaften gegenüber dem finanzierenden Kreditinstitut verpfändet. Zusätzlich wurden die bestehenden und neu zu eröffnenden Bankkonten der myneva Holding und der Tochtergesellschaften verpfändet. Des Weiteren wurde im März 2023 über einen Teil des Darlehens (T€ 30.000), dass im Jahre 2021 mit der GLQC S.À R.L. über T€ 63.000 geschlossen wurde, neu verhandelt und ein partielles Hedging vereinbart. Investitionen Die in 2023 getätigten Investitionen betreffen Investitionen in neue Softwaremodule und -produkte sowie wesentliche Verbesserungen der bestehenden Softwarelösungen. Zudem wurden u.a. Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung der Gesellschaften durchgeführt. Weiterhin wurde eine Transformation des Managements umgesetzt. Erhaltungsinvestitionen in die vorhanden Softwareprodukte werden nicht aktiviert und sind entsprechend als Aufwand in der GuV ausgewiesen. Liquidität Die myneva Gruppe verfügt zum 31.12.2023 über flüssige Mittel in Höhe von T€ 7.617 (Vorjahr T€ 3.289). Die Liquidität hat sich durch die im vierten Quartal 2023 eingeführten Kundenvorauszahlungen von Wartungsverträgen für das Folgejahr mit einer frühzeitigen Preisfestlegung besser entwickelt als operativ geplant. Zudem besteht eine ungenutzte Kreditlinie für Akquisitionen und Investitionen in Höhe von T€ 8.000. Zusätzlich wurde mit der Sparkasse Essen eine Universalkreditlinie von Mio. € 1 vereinbart, aber nicht genutzt. Die Einhaltung der im Kreditrahmenvertrag festgelegten Kennzahlen ("Covenants") unterliegt einer quartalsmäßigen Überwachung. Im Rahmen der Unternehmensplanung zeigt sich die erwartete Einhaltung der festgelegten Kennzahlen. Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2023 jederzeit in der Lage seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. 2.3.4 Vermögenslage Das Net Working Capital beläuft sich auf T€ 570 (Vorjahr: T€ 1.732). Es setzt sich aus den Komponenten Vorräten, Forderungen aus Lieferung und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltenen Anzahlungen von Kunden zusammen. Die Bilanzsumme von T€ 152.286 entfällt zu 57,15% (Vorjahr: 59%) auf die infolge der Beteiligungserwerbe entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte. 2.3.5 Gesamteinschätzung Die myneva Gruppe hat sich im Jahr 2023 in einem herausfordernden Umfeld ohne anorganisches Wachstum moderat entwickelt. Neben dem anhaltenden Wachstum der wiederkehrenden Erlöse, der Weiter- und Neuentwicklung von innovativen Produkten für unsere Kunden sowie der Verbesserung der internen Strukturen, wurden jedoch die Umsatzziele übertroffen. Der Auftragseingang lag über Plan, die Realisierung des Auftragseingangs blieb aufgrund der Personalplanung hinter den Erwartungen zurück. Durch die eingeleiteten und fortzuführenden Maßnahmen sieht sich das Unternehmen für eine positive Entwicklung in den kommenden Jahren mit einer Steigerung von Umsatz und Ertrag gut aufgestellt. 2.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Personal Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl im Jahr 2023 beträgt 298 Mitarbeitende (FTE). Im Vorjahr betrug die durchschnittliche Anzahl 270 FTE. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht Absatz, Umsatz und Ergebnis Weiteres Wachstum ist vor allem durch Neukunden in allen Regionen zu erwarten. Hierzu wurden umfangreiche Marketingprogramme zur Leadgenerierung aufgesetzt. Wir erwarten für 2024 ein Umsatzwachstum von 5-10% im Vergleich zum Vorjahr. In Bezug auf die Profitabilität erwarten wir ein EBITDA, das ca. 5-10% über dem Niveau des Vorjahres liegen wird, dies ist Ergebnis der umfangreichen Transformation der Gruppe im 2. Halbjahr 2023. Investitionsprojekte Um weiterhin Leistungen auf einem hohen technischen Niveau anbieten zu können, werden die vorhandene Arbeitsplatzausstattung kontinuierlich erneuert und die Software permanent verbessert. Die geplanten Investitionen in 2024 betreffen vor allem Investitionen in neue innovative Applikationen, Services, Cyber Security und neue Feature, sowie künstliche Intelligenz und Data Analytics. Zudem werden Möglichkeiten für weitere potenzielle Zukäufe in Hinblick auf eine Stärkung des Produktportfolios sowie einer Erhöhung der Marktabdeckung überprüft. 3.2 Chancen- und Risikobericht Die myneva Gruppe pflegt langjährige Geschäftsbeziehungen mit einer Vielzahl von Kunden. Die Kundenbasis ist ausgewogen, sowohl in den einzelnen Vertriebsregionen als auch in den einzelnen Teilmärkten. Sie profitiert dabei von einer wachsenden Anzahl an Software Miet- und Wartungsverträgen, welche jährlich wiederkehrende Umsätze einbringen. Zudem profitiert die Gruppe von ihren technisch wertvollen Softwareprodukten sowie gut ausgebildeten und in den einzelnen Teilmärkten der Sozialwirtschaft erfahrenen Mitarbeitern. Chancen für das Unternehmen ergeben sich aus der fortlaufenden Digitalisierung der Sozialwirtschaft. Der stetig zunehmende Fachkräftemangel sozialer Einrichtungen, insbesondere Altenpflege, kann den Trend der Digitalisierung unterstützen. Unsicherheiten für die Entwicklung des Unternehmens sind in Zusammenhang mit der Entwicklung des Marktes für Software der Sozialwirtschaft, wie z.B. einer veränderten Gesetzgebung, der Konjunkturentwicklung und dem Verhalten von Wettbewerbern zu betrachten. Die Risikobereiche des Unternehmens werden permanent beobachtet, analysiert, kontrolliert und dokumentiert. Bei Risiken wird mit geeigneten Maßnahmen kurzfristig gegengesteuert. Sich bietende Chancen können, unterstützt durch die flache Organisation, konsequent genutzt werden. Die leicht rückläufige Inflation hat die Geschäftsentwicklung der myneva beeinflusst. Der zunehmende Digitalisierungsdruck und technologische Innovationen ergaben anderseits auch Potentiale für Wachstum. Die Kunden sind besonders von den Kostensteigerungen bei Gas, Elektrizität, Personalkosten und Lebensmitteln betroffen. Als Konsequenz aus den Kostensteigerungen in Verbindung mit niedrigen Belegungszahlen infolge des Fachkräftemangels in der Pflege ist es im Geschäftsjahr vermehrt zu Insolvenzen von Pflegeheimbetreibern gekommen. Dies betrifft allerdings kaum Kunden der myneva Gruppe. Es besteht jedoch das Risiko, dass es bei möglichen zukünftigen Insolvenzen von Kunden der myneva Gruppe zu Zahlungsausfällen kommen kann. Darüber hinaus erhöhen die inflationsbedingten Kostensteigerungen auch die Kostenbasis der myneva Gruppe. Diese Kostensteigerungen können teilweise im Rahmen von Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden. Zudem ist zu erwarten, dass die Investitionsneigung bei den stationären Leistungserbringern zunimmt, sobald die gestiegenen Kosten durch die Anpassung der Vergütungen refinanziert werden. Zudem bestehen Risiken hinsichtlich Ausschreibungen für Softwareprodukte durch Bestandskunden der myneva Gruppe. Solche Ausschreibungen werden, trotz oft langjähriger Geschäftsbeziehungen mit den Kunden, unregelmäßig von wenigen Bestandskunden, teilweise aus regulatorischer Notwendigkeit, durchgeführt. Wir sind davon überzeugt, dass die myneva Gruppe als Zusammenschluss einzelner Experten von Teilbereichen und -regionen des Sozialmarktes, überaus wettbewerbsfähig auf solche Ausschreibungen sowohl für kleinere Kunden als auch größere Komplexträger reagieren kann. Gleichzeitig bieten eben diese unregelmäßig auftretenden Ausschreibungen Chancen für die myneva Gruppe, Neukunden von ihrer Expertise und Produkten zu überzeugen. In Bezug auf das Zinsänderungsrisiko für die Bankenfinanzierung hat die myneva Holding GmbH ein Zinssicherungsgeschäft (CAP) zur Absicherung eines Anstiegs des EURIBORs für einen Teil der Finanzierung abgeschlossen. Zum Thema IT-Risiken kann wie folgt festgestellt werden: In den letzten Jahren ist die Bedrohung durch Cyber-Angriffe kontinuierlich gewachsen. Seit dem Frühjahr 2022 sind Bedrohungen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hinzugekommen. Wir sind uns bewusst, dass auch myneva verstärkt Ziel von Phishing- und Social-Engineering-Angriffen geworden ist. Bislang haben diese jedoch keine feststellbaren Schäden, Datenverluste oder Ausfälle verursacht. Wir haben Sicherheitsmaßnahmen wie UTM-Firewalls, Sicherheitssoftware zum Schutz vor E-Mail-Bedrohungen und Awareness-Trainings für Mitarbeiter verstärkt. Wir haben auch Passwortrichtlinien, Multi-Faktor- Authentifizierung, Einschränkungen von Zugangsrechten, standardisierte und dokumentierte On- und Offboardingprozesse für Mitarbeitende, Verschlüsselung und Backup-Strategien implementiert. Wir sind uns bewusst, dass wir Risiken eingehen, wenn wir nicht die regulatorischen Anforderungen in Bezug auf die GDPR erfüllen, z. B. in den Verträgen, Cookie-Bannern usw. Wir haben daher einen Konzerndatenschutzbeauftragten für die myneva-Gruppe und Datenschutzkoordinatoren je Länderorganisation benannt. Wir bieten Datenschutz-/Compliance- und Awareness-Trainings für Mitarbeitende an und haben Prozesse in Bezug auf Datenschutzvorfälle etabliert, um diese Risiken zu minimieren. Wir betreiben IT-Systeme sowohl für interne Zwecke als auch für unsere Kunden. Es bestehen Risiken in Bezug auf die Systemverfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit dieser Systeme. Wir haben standardisierte Dokumentationen, Passwort-Management, Backup-Strategien, Desaster Recovery Pläne, Business Continuity Pläne und interne Reviews implementiert, um diese Risiken zu reduzieren. Wir arbeiten kontinuierlich daran, diese Maßnahmen zu verbessern. Weitere Risiken bestehen im Bereich der Systemverfügbarkeit und Datensicherheit. Dies gilt insbesondere für Softwareprodukte, die über die Cloud oder Rechenzentren angeboten werden, was in zunehmendem Maße erfolgt. Hierfür anwendbare Betriebskonzepte und -überwachungen werden je nach Anwendungsbereich entwickelt und kontinuierlich verbessert. Die digitalen Herausforderungen werden in Zukunft weiterhin für alle Unternehmen substanziell sein. Die Nachfrage dafür ist hoch und deshalb werden auch immer mehr IT-Fachkräfte benötigt, die Unternehmen in den Digitalisierungsprozessen unterstützen. Wenn nicht genügend IT-Fachkräfte ausgebildet werden, um dieser steigenden Nachfrage gerecht zu werden, ist eine mögliche Stagnation des derzeitigen Wachstums im Unternehmen zu befürchten. Der Mangel an IT-Fachkräften wird sich durch die demografische Entwicklung in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Der myneva-Gruppe ist dieses Risiko bekannt, hat jedoch die Lage analysiert und ist dabei kreative und effektive Maßnahmen zu ergreifen, um den Kampf um IT-Talente zu gewinnen. Die finanzielle Hochrechnung für das Kalenderjahr wird regelmäßig aktualisiert. Derzeit sind für die nächsten 12 Monate keine Risiken erkennbar, die die Gefährdung des Fortbestandes des Konzerns erkennen lassen. Die relevanten finanzwirtschaftlichen Zielgrößen Umsatz und EBITDA werden monatlich und zeitnah der Geschäftsführung zur Verfügung gestellt, um auch hier umfassend über mögliche Risiken zu informieren. Spezielle - über das generelle Geschäftsrisiko hinausgehende, oder bestandsgefährdende - Liquiditätsrisiken liegen nicht vor.
Essen, 18. März 2025 myneva Holding GmbH Dieter Weißhaar VII Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die myneva Holding GmbH, Essen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der myneva Holding GmbH, Essen und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, sowie dem Konzernanhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern- Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der myneva Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Hinweis zur Nachtragsprüfung Diesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem geänderten Konzernabschluss aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 13. Mai 2024 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 18. März 2025 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderungen der Konzernanhangsangabe zur Inanspruchnahme der Befreiungsvorschriften gem. § 264 Abs. 3 HGB für Tochterunternehmen bezog. Auf die Darstellung der Änderungen durch die gesetzlichen Vertreter im geänderten Konzernanhang wird verwiesen.
Hamburg, 13. Mai 2024 / Begrenzt auf die im Hinweis zur Nachtragsprüfung genannten Änderungen: 18. März 2025 AC
CHRISTES & PARTNER GmbH
Arne Christes, Wirtschaftsprüfer Burhan Altun, Wirtschaftsprüfer |
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