Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 213406
Vorher
ES Food GmbHDeltiTrade GmbH
Eingetragen
2.2.2016
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehörErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Die weltweite Entwicklung, Beratung, Planung, Optimierung, Aufbau und Betrieb von Internet- und Handelspräsenzen, Lager- und Produktionssystemen im Logistikbereich sowie die Vernetzung dieser Bereiche für alle Branchen. Insbesondere gehören dazu die Entwicklung, Beratung, Planung, Aufbau, Wartung, Betrieb sowie Vertrieb von Autozubehör, Internet Angeboten, Intralogistik Angeboten, von Handels- und Franchisesystemen, Handelsketten, der Einzel-, Groß- und Außenhandel mit international handelbaren Produkten und Dienstleistungen sowie der Mediaeinkauf von Werbung hierfür.

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Mathias Reinhold Schenk
Knetzgau/Oberschwappach
25.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Delticom AG

Hannover

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben aufgrund der Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft gegenübersah, mit besonderer Intensität wahrgenommen und die damit in Zusammenhang stehenden Entscheidungen getroffen. Das Geschäftsjahr 2019 war geprägt von einem zunehmend schwieriger werdenden Geschäftsumfeld, von Maßnahmen zur Sicherung der kurz- und mittelfristigen Liquidität und der Einleitung eines Turnaround-Programms zur nachhaltigen Rückkehr in die Gewinnzone. Wegen dieser Herausforderungen hat sich der Aufsichtsrat 2019 häufiger als sonst üblich abgestimmt und Beschlüsse gefasst. Er konnte für seine Analysen in vollem Umfang auf das interne Kontrollsystem des Unternehmens und auf die Berichte der jeweiligen Funktionsträger zurückgreifen.

Regelmäßig und ausführlich haben wir uns mit der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage und mit dem Risikomanagement unserer Gesellschaft befasst. Wir ließen uns alle wesentlichen Einflussgrößen für das Geschäft und die wesentlichen Geschäftsvorfälleberichten. Vom Vorstand haben wir monatlich schriftliche Berichte mit dem von uns erbetenen Umfang und Inhalt erhalten. Darüberhinaus fand ein reger Informations- und Gedankenaustausch über aktuelle Vorkommnisse und Entwicklungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand statt, insbesondere auch durch regelmäßige Telefonate und Treffen zwischen einzelnen Vorstandsmitgliedern und einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats. Insbesondere über bedeutsame Entwicklungen bei den Gesprächen mit den kreditgebenden Banken und beim Turnaround-Konzept wurden wir stets zeitnah und ausführlich durch den Vorstand informiert.

In begründeten Einzelfällen hat der Aufsichtsrat externe Sachverständige zur Beratung hinzugezogen. Wir standen den Mitgliedern des Vorstands auch außerhalb der Sitzungen stets beratend zur Seite. Eilbedürftige Entscheidungen haben wir im schriftlichen Verfahren getroffen. Alle Beschlüsse wurden im Berichtszeitraum einstimmig gefasst. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr teilgenommen.

Dem Aufsichtsrat gehörten im Berichtszeitraum Herr Rainer Binder, Herr Michael Thöne-Flöge und Herr Alan Revie an. Herr Rainer Binder war bis zum 29.02.2020 Vorsitzender des Aufsichtsrats, Herr Michael Thöne-Flöge stellvertretender Vorsitzender sowie Finanzexperte im Sinne von § 100 Abs. 5 AktG . Ebenso sind die Mitglieder des Aufsichtsrats in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse im Sinne des § 107 Abs. 3 AktG eingerichtet, weil er dies bei einem Aufsichtsrat mit drei Mitgliedern nicht für sinnvoll erachtet.

Wesentliche Themen im Aufsichtsrat

Schwerpunkte der Beratungen des Aufsichtsrats waren die Verzögerungen bei der Aufstellung und der Prüfung der Rechnungslegungsunterlagen für das Geschäftsjahr 2018, das Insourcing der Rechnungslegung der Gesellschaft, die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Sicherung der kurz- und mittelfristigen Liquidität. Im Hinblick auf letzteres stand der Aufsichtsrat dem Vorstand bei der erfolgreichen Verhandlung einer Sanierungsvereinbarung mit den kreditgebenden Banken, durch welche die Finanzierung der Gesellschaft bis Ende 2021 gesichert werden konnte, mit Rat und Tat zur Seite. Angesichts eines zunehmend schwieriger werdenden Geschäftsumfeldes hat der Vorstand ferner mit spezialisierten Beratern ein umfassendes Turnaround-Konzept zur nachhaltigen Rückkehr in die Gewinnzone, Steigerung der Profitabilität und Fokussierung auf das Kerngeschäft "Reifen Europa" erarbeitet und nachhaltige Umsetzungsmaßnahmen ergriffen. Auch hierbei haben wir den Vorstand eng begleitet und tragen die im Turnaround-Konzept vorgesehenen Maßnahmen vollumfänglich mit. So wurde unter anderem die Einstellung der nicht profitablen Geschäftsbereiche mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen und umgesetzt. Dies betraf insbesondere den Handel mit Autoersatzteilen und Schmierstoffen sowie das Unternehmensportfolio im Bereich eFood. Die Marschrichtung ist klar: In ihrem Kerngeschäft soll Delticom bereits 2020 wieder ein positives operatives EBIT erwirtschaften.

Sitzungen und schriftliche Beschlussfassungen des Aufsichtsrats

Um der Tragweite der anstehenden Themen gerecht zu werden, hat der Aufsichtsrat im Jahre 2019 ergänzend zu den vier ordentlichen Sitzungen eine außerordentliche Sitzung am 18.10.2019 sowie zahlreiche Telefonkonferenzen und Treffen der Aufsichtsratsmitglieder mit dem Vorstand, dem Chief Performance Manager sowie weiteren externer Beratern in Ausübung seiner Informations- und Prüfungsrechte abgehalten (25.09.2019, 02.10.2019, 17.10.2019, 25.10.2019, 04.11.2019, 08.11.2019, 13.11.2019 sowie am 19.12.2019). Ziel dieses Austausches war die fortlaufende Überwachung und Informierung über den aktuellen Verhandlungsstand mit den finanzierenden Banken, die Liquiditätsentwicklung der Gesellschaft sowie deren Maßnahmenplanungen im Hinblick auf das Turnaround-Konzept.

In unserer ersten ordentlichen Sitzung am 19.03.2019 haben wir, da es bei der Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses zum 31.12.2018 zu Verzögerungen kam, die in dieser Sitzung üblichen Tagesordnungspunkte auf eine spätere Aufsichtsratssitzung verschoben und demgemäß der notwendigen Erklärung einer Abweichung von der Empfehlung gemäß Ziffer 7.1.2 des Corporate Governance Kodex, (in der Fassung bis 20. März 2020; entspricht Empfehlung F.2 des Kodex in der Fassung ab 20. März 2020), wonach der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende öffentlich zugänglich sein sollen, zugestimmt.

Der Abschlussprüfer hat dem Aufsichtsrat dann schließlich in der Sitzung vom 19.06.2019 über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und stand für Fragen des Aufsichtsrats zur Verfügung. Vor dem Hintergrund, dass am 19.06.2019 die Prüfungsberichte nicht im Original vorlagen, wurde diese Sitzung unterbrochen und am 25.06.2019 fortgesetzt. Der Aufsichtsrat hat sich in dieser Sitzung weiter mit dem Jahresabschluss und Lagebericht der Delticom AG sowie dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 und dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahrs 2018 befasst sowie den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. In dieser Sitzung haben wir uns auch für einen Wechsel des Abschlussprüfers entschieden. Ebenfalls Gegenstand der Sitzung waren die Tagesordnung und die Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats für die Hauptversammlung am 12.08.2019.

In der Sitzung am 12.08.2019 hat der Vorstand den Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung des Konzerns und Maßnahmen, die zur Effizienzsteigerung hauptsächlich im Marketing und in der Lagerlogistik mit dem Ziel der Kostensenkung ergriffen wurden, unterrichtet. In dieser Sitzung besprach der Aufsichtsrat mit dem Vorstand auch den Verlauf eines Treffens mit kreditgebenden Banken und Warenkreditversicherern. In diesem Meeting vereinbarten Delticom und die Banken und Warenkreditversicherer bestimmte Maßnahmen. Unter anderem verpflichtete sich die Delticom AG, die Position einer Chief Performance Managerin zu besetzen und mit einer Generalvollmacht auszustatten. Der Aufsichtsrat stimmte in dieser Sitzung der Erteilung einer entsprechenden Generalvollmacht für die neue Chief Performance Managerin Frau Monika Dussen von der Struktur Management Partner GmbH zu. Zudem hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit Wirkung zum 15.08.2019 Herrn Thomas Loock zum Finanzvorstand der Gesellschaft bestellt. Mit der Erweiterung des Vorstands trug der Aufsichtsrat den gestiegenen Anforderungen an das Management der Delticom AG vor dem Hintergrund der schwierigen Markt- und der rückläufigen Geschäftsentwicklung Rechnung.

In der Sitzung am 07.10.2019 berichtete der Vorstand zusammen mit der Chief Performance Managerin über den Status des Turnaround-Prozesses und den Verhandlungsstand mit den kreditgebenden Banken über eine Sicherstellung der Finanzierung bis Ende 2021.

In der außerordentlichen Sitzung am 18.10.2019 hat uns der Vorstand über den Stand der Erstellung des Sanierungsgutachtens durch Struktur Management Partner GmbH sowie der Einstellung des Geschäftsbereichs Carparts und Oil unterrichtet.

In der letzten ordentlichen Sitzung am 03.12.2019 hat uns der Vorstand über den Gang der Geschäfte berichtet. Ferner haben wir über die Mittelfrist- und Investitionsplanung des Vorstands für die Delticom AG beraten und dieser zugestimmt. In der gleichen Sitzung haben wir den vollständigen Risikobericht zur Kenntnis genommen und uns von der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überzeugt.

Außerdem wurden 14 Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst.

Diese betrafen:

die Ausgabe von Optionsrechten an Bezugsberechtige nebst Festlegung der Ausübungspreise sowie die Ausschreibung der Leistungen des Abschlussprüfers (01.03.2019),

die Zustimmung zur Mittelfrist- und Investitionsplanung für die Geschäftsjahre ab 2019 (08.03.2019),

die Zustimmung zum Logistikprojekt Ensisheim (15.03.2019),

die Zustimmung zur Ausgabe von Optionsrechten an bezugsberechtigte Arbeitnehmer nebst Festlegung der Ausübungspreise (11.04.2019),

die Zustimmung zu einer Patronatserklärung zu Gunsten der DS Road GmbH (17.04.2019),

die Zustimmung zum aktuellen Verhandlungsstand der Stillhaltevereinbarung mit den kreditgebenden Banken (09.10.2019),

die Zustimmung zum Auftrag an PricewaterhouseCoopers GmbH zu Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) durchgeführten Prüfung (10.10.2019),

die Zustimmung zur Einstellung des Geschäftsbereich Carparts und Oil (12.10.2019),

die Ergänzung des Dienstvertrags mit dem Vorstandsmitglied Herr Thomas Loock (13.11.2019),

die Zustimmung zur Einstellung des Geschäftsbetriebs der All you need GmbH (03.12.2019),

die Zustimmung zu einer Sicherheitenpoolvereinbarung mit kreditgebenden Banken (12.12.2019),

die Zustimmung zu einer Regressvereinbarung zwischen der Delticom AG und Herrn Andreas Prüfer, der Prüfer GmbH und der Seguti GmbH (17.12.2019),

die Zustimmung zur Einstellung des Geschäftsbetriebs der Gourmondo Food GmbH (18.12.2019),

die Zustimmung zur Erteilung einer Generalvollmacht an Herrn Dr. Blania als Chief Performance Manager in Nachfolge von Frau Dussen (19.12.2019).

Corporate Governance

Am 19.03.2019 haben wir gemeinsam mit dem Vorstand eine Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und auf der Internetseite der Delticom AG (www.delti.com/CG) dauerhaft zugänglich gemacht. Die Entsprechenserklärung wird jährlich nach der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats, ansonsten nach Bedarf, aktualisiert. Einer solchen Aktualisierung haben wir am 19.03.2019 zugestimmt (siehe oben).

Darüber hinaus wird über die Corporate Governance bei der Delticom AG im Rahmen des Corporate-Governance-Berichts im Sinne von Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (in der Fassung bis 20. März 2020) berichtet. Zukünftig wird zentrales Dokument für den Bericht über die Corporate Governance entsprechend des Grundsatzes 22 des Corporate Governance Kodex in der Fassung ab 20. März 2020 die Erklärung zur Unternehmensführung sein.

Prüfung von Jahres- und Konzernabschluss

Der Aufsichtsrat hat sich im Beisein des Abschlussprüfers intensiv mit den Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichten für das Geschäftsjahr beschäftigt, insbesondere dem Jahresabschluss nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und dem Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), jeweils zum 31.12.2019, sowie dem Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns und dem Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2019. Vertreter des Abschlussprüfers berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Die Berichte des Abschlussprüfers, der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der Abhängigkeitsbericht sowie der Bericht über die Lage der Delticom AG und des Konzerns jeweils für das Geschäftsjahr 2019, wurden uns so rechtzeitig vorgelegt, sodass ausreichend Gelegenheit zur Prüfung bestand. Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, hatte die Abschlüsse zuvor geprüft. An der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers bestehen keine Zweifel.

Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermitteln der Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme der Gesellschaft und des Konzerns; die Prüfung des Abhängigkeitsberichts für das Geschäftsjahr 2019 durch den Abschlussprüfer hat zu keinen Einwendungen geführt. Der Abschlussprüfer hat seine Bestätigungsvermerke jeweils in uneingeschränkter Form erteilt. Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers zum Abhängigkeitsbericht hat folgenden Wortlaut: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind."

Darüber hinaus hat der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Beurteilung des Risikomanagementsystems festgestellt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen getroffen hat, um Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Dem Bericht des Abschlussprüfers haben wir uns nach eigener Prüfung von Jahresabschluss, Konzernabschluss, Lagebericht, Konzernlagebericht und Abhängigkeitsbericht, jeweils für das Geschäftsjahr 2019, vollumfänglich angeschlossen. Der Aufsichtsrat hat am 24.03.2020 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 gebilligt. Der Jahresabschluss der Delticom AG ist damit festgestellt.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat gab es 2020 zwei personelle Veränderungen: Zum 29.02.2020 hat Rainer Binder, bis dahin Vorsitzender des Aufsichtsrats, aus persönlichen Gründen sein Amt als Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats niedergelegt. Herr Binder ist Mitgründer und mittelbarer Großaktionär der Delticom AG. In Zukunft wird er der Gesellschaft als Berater weiter verbunden bleiben und sein langjähriges Know-how in den Bereichen Einkauf und Pricing unentgeltlich zur Verfügung stellen. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Binder für den konstruktiven Beitrag, den er zur Arbeit des Aufsichtsrats geleistet hat. Zu seinem Nachfolger hat das Amtsgericht Hannover am 05.03.2020 Alexander Gebler bestellt, und zwar bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2020. Alan Revie hat sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats ebenfalls zum 29.02.2020 niedergelegt, da er seine berufliche Tätigkeit aus Altersgründen beenden möchte. Der Aufsichtsrat dankt auch Herrn Revie für seine langjährige Tätigkeit im Aufsichtsrat und die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Das Amtsgericht Hannover hat am 05.03.2020 Karl-Otto Lang zu seinem Nachfolger bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit im vergangenen Jahr. In einem schwierigen Marktumfeld haben sie die Herausforderungen bravurös angenommen, die Profitabilität der Gesellschaft zu steigern und Delticom AG nachhaltig in die Gewinnzone zu führen. Wir sind zuversichtlich, dass wir dies gemeinsam meistern werden.

 

Hannover, den 24.03.2020

Alexander Gebler

Zusammengefasster (Konzern-) Lagebericht

der Delticom AG

Grundlagen des Konzerns

Delticom wurde 1999 in Hannover gegründet und ist heute das führende Unternehmen in Europa für die Onlinedistribution von Reifen und Kompletträdern. In 75 Ländern ist die Gesellschaft mit 440 Onlineshops und Onlinevertriebsplattformen tätig. Im Oktober 2006 erfolgte als erstes deutsches E-Commerce-Unternehmen der Gang an die Börse. Seitdem sind die Aktien im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.

Refokussierung auf das Kerngeschäft

Im Geschäftsjahr 2016 hatte Delticom die Geschäftstätigkeit um den Onlinehandel vom hochwertigen Gourmetlebensmitteln und die für eine effiziente Abwicklung erforderliche Logistikeinheit erworben mit dem Ziel, sich im Onlinehandel langfristig breiter aufzustellen. Der Kauf der eFood- und Logistitikeinheiten erfolgte zu einem Zeitpunkt, wo dem Online-Lebensmittelhandel hohe Zuwachsraten prognostiziert wurden und das Marktumfeld im Kerngeschäft Reifen aufgrund eines Konsolidierungsprozesses zunehmed schwieriger wurde. Die Diversifikation erfolgte mit der klaren Zielsetzung, dass die Start-Ups innerhalb der Delticom-Gruppe mittelfristig einen positiven Ergebnisbeitrag liefern. Diese Zielsetzung wurde schlussendlich nicht erreicht. Die Verlustbeiträge der defizitären Start-Ups zusammen mit einer rückläufigen Ergebnisentwicklung im Kerngeschäft führten im Geschäftsjahr 2018 erstmalig in der Unternehmensgeschichte zu einem Jahresfehlbetrag.

Vor dem Hintergrund einer angespannten Ertrags- und Liquiditätslage hat Delticom Mitte 2019 einen Restrukturierungsprozess eingeleitet. Ein spezialisiertes Beratungsunternehmen wurde in diesem Zusammenhang mit der Erstellung eines Gutachtens in Anlehnung an den IDW S6 Standard beauftragt. Das im Oktover vorgestellte und vom Management verabschiedete Sanierungskonzept mündete im Dezember des letzten Jahres in einer Sanierungsvereinbarung mit den finanzierenden Banken. Die ebenfalls im Dezember des letzten Jahres geschlossene Sicherheitenpoolvereinbarung definiert die von Delticom zu stellenden Sicherheiten im In- und Ausland. Der Prozess zur Bestellung der Auslandssicherheiten läuft gegenwärtig noch.

Im Mittelpunkt des Sanierungskonzepts steht die Refokussierung auf das Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen und Kompletträder in Europa. In der Konsequenz wurde im abgeschlossenen Geschäftsjahr die Einstellung nicht profitabler Geschäftsfelder beschlossen und entsprechende Schließungsmaßnahmen eingeleitet (nachfolgend Deinvestment genannt). So wurde das operative Geschäft der All you need GmbH bereits zum Jahresende 2019 eingestellt. Das Geschäft der Gourmondo Food GmbH wird ebenso wie der Onlinehandel mit Autoersatzteilen und Ölen bis zum Ende des ersten Quartals 2020 vollumfänglich eingestellt. Mit dem Umstrukturierungsprozess verfolgt die Gesellschaft das Ziel, Delticom wieder auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zurückzubringen einhergehend mit Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen.

Aufgrund der Restrukturierung und der Refokussierung auf das Kerngeschäft wird das Gesamtjahresergebnis durch diverse Sondereffekte belastet, die zu einem guten Teil mit dem Deinvestmentkonzept einhergehen. Diese Effekte stellen sich innerhalb der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung wie nachstehend aufgeführt dar.

in Mio. € Sondereffekte davon Deinvestment
Materialaufwand 4,6 1,5
Personalaufwand 0,6 0,6
Miete (Drohverluste) 0,7 0,8
Restrukturierungskosten 3,5 0
Währungsverluste 3,8 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3,5 2,5
Summe vor Impairment 16,7 5,4
Impairment 22,1 22,1
Gesamt 38,8 27,5

Organisation

Im Berichtszeitraum beschäftigte die Delticom-Gruppe durchschnittlich 261 Mitarbeiter. Die weitgehend automatisierten Geschäftsprozesse bilden im Unternehmen eine skalierbare Wertschöpfungskette. Eventuell notwendige manuelle Routineaufgaben übernehmen Operations Center. Die Kooperationen mit Partnerunternehmen ermöglichen es uns, die Bedürfnisse unserer Kunden ganzheitlich zu erfüllen und beispielsweise kundenorientierte Lager- und Transportdienstleistungen durchzuführen.

Rechtliche Konzernstruktur

Nachfolgend werden die Tochterunternehmen aufgeführt, die im Konzernabschluss zum 31.12.2019 vollkonsolidiert sind:

All you need GmbH, Berlin (Deutschland)

DeltiCar SAS, Paris (Frankreich)

Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA)

Delticom OE S.R.L., Timisoara (Rumänien)

Delticom TOV, Kiew (Ukraine)

Delticom Russland OOO, Moskau (Russland)

Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland)

DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland)

DeltiLog Ltd., Witney (Großbritannien)

DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland)

DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz)

Extor GmbH, Hannover (Deutschland)

Giga GmbH, Hamburg (Deutschland)

Gigatires LLC, Benicia (Kalifornien, USA)

Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland)

MobileMech GmbH, Celle (Deutschland)

Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland)

Ringway GmbH, Hannover (Deutschland)

Tireseasy LLC, Benicia (Kalifornien, USA)

Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland)

Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland)

Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland)

Toroleo Tyres TT GmbH & Co. KG, Gadebusch (Deutschland)

TyresNet GmbH, München (Deutschland)

Die Delticom Japan GK, Tokio/Japan, wurde in 2019 liquidiert und entkonsolidiert.

Vorstand und Aufsichtsrat

Als deutsche Aktiengesellschaft verfügt die Delticom mit Aufsichtsrat und Vorstand über ein duales Führungssystem mit dem Ziel einer nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist unmittelbar in Entscheidungen eingebunden, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen sind. Im Rahmen seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion arbeitet der Aufsichtsrat auch außerhalb seiner Sitzungen eng mit dem Vorstand zusammen.

Vorstand

Der Vorstand stimmt die Strategie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Er informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien (Compliance).

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinschaftlich die Verantwortung für die Gesamtgeschäftsführung. Darüber hinaus haben sie über den Geschäftsverteilungsplan definierte und abgegrenzte Aufgabenbereiche, die sie in eigener Verantwortung leiten. Neben regelmäßigen Vorstandssitzungen findet ein permanenter Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern des Vorstands statt.

Externe Einflussfaktoren auf die Geschäftsentwicklung

Fahrzeugbestand, Fahrleistung, Ersatzzyklus

Neben der zunehmenden Bedeutung des Internets als Vertriebskanal ist das Unternehmen nicht völlig unabhängig von der zugrunde liegenden Mengenentwicklung des Reifenmarktes.

Auf den Straßen der Europäischen Union fahren mehr als 260 Millionen Autos. Gemäß dem Herstellerverband ACEA ist die Pkw-Flotte in der EU in den vergangenen fünf Jahren um 8,0 % gewachsen, ein Zuwachs von insgesamt rund 20 Millionen Pkw.

Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge liegt in Europa bei knapp 11 Jahren und in Deutschland (größter Pkw-Anteil in Europa) bei rund 10 Jahren. Durch eine längere Lebensdauer der Autos ist selbst im Falle sinkender Neuzulassungszahlen mit einem steigenden Fahrzeugbestand in den kommenden Jahren zu rechnen.

Auf Basis einer jährlichen durchschnittlichen Fahrleistung eines Pkw von etwa 14.000 km und ähnlichen Straßenverhältnissen in Europa sind Reifen nach spätestens 60.000 km abgefahren. Entsprechend liegt der Ersatzzyklus bei etwa vier Jahren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte sich der Trend weg von traditionellen Auto hin zu SUV (Sport Utility Vehicles) fort. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 760 Tsd. SUV (+21 % versus 2018) verkauft.

Allgemein wird erwartet, dass sich das Absatzwachstum im Ersatzgeschäft sowohl in Europa als auch in den USA in etwa auf gleichem Niveau wie 2019 bewegt.

Preis und Mix

Der Umsatz und die Marge eines E-Commerce-Unternehmens werden neben der mengenmäßigen Nachfrage insbesondere auch durch die Preise im Einkauf und im Vertrieb beeinflusst.

Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung im Reifenhandel ist die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Rohkautschuk und Öl. Preisänderungen für Rohmaterialien kommen in der Regel vier bis sechs Monate später in den Kalkulationen der Produzenten zum Tragen.

Die Reifenhersteller haben ihre Produktion in den zurückliegenden Jahren erfolgreich flexibilisiert. Sie können ihre Kapazität heute im Prinzip variabel auf die Nachfrage abstimmen. Trotzdem kann es zu Über- oder Unterbeständen in der Lieferkette kommen, die die Preise zwischen Herstellern, Handel und Endkunden beeinflussen. Überbestände setzen dabei in der Regel die Margen unter Druck.

Die Nachfrage verteilt sich je nach Region und wirtschaftlicher Lage der Autofahrer auf Premiummarken sowie preisgünstigere Zweit- und Drittmarken. Eine Mixverschiebung kann den durchschnittlichen Wert der verkauften Warenkörbe und damit Umsatz und Marge beeinflussen.

Wetterabhängige Nachfrage

Das Pkw-Ersatzreifengeschäft wird in vielen Ländern wesentlich von Jahreszeiten und einhergehenden unterschiedlichen Witterungs- und Straßenverhältnissen beeinflusst. Im nördlichen Teil Europas mit dem deutschsprachigen Raum ergeben sich zwei Spitzenzeiten im Jahr: Sommer- und Winterreifensaison. Ein Trend zum Ganzjahresreifen ist aufgrund der sich kontinuierlich verändernden Rahmenbedingungen erkennbar.

Das zweite und vierte Quartal ist sehr umsatzstark, da im Frühjahr auf Sommer- und im vierten Quartal auf Winterreifen gewechselt wird.

Das erste und dritte Quartal fällt in Übergangsphasen mit geringeren Umsätzen. Das letzte Quartal ist dann in vielen Ländern Europas das umsatzstärkste.

Sommer- und Winterreifengeschäft erstrecken sich über einen längeren Zeitraum und folgen einer wetterabhängigen Nachfrage. Schwankende Wachstumsraten durch unterschiedliche Wetterbedingungen erklären somit Abweichungen im Vorjahresvergleich.

Die Delticom-Gruppe ist europaweit tätig und kann daher wetterbedingte Nachfrageschwächen in einzelnen Ländern häufig durch gutes Wachstum in anderen Regionen ausgleichen.

Regulatorische Einflüsse

Auch der Gesetzgeber nimmt mit seinen Regelungen Einfluss auf die Reifennachfrage. In Deutschland gilt beispielsweise eine situative Winterreifenpflicht. Bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" müssen auf Kraftfahrzeugen Winterreifen aufgezogen sein.

Mit der zweiundfünfzigsten Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften wurde die Winterreifendefinition präzisiert und erstmals verbindliche Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit von Winterreifen bei schneebedeckten Straßen festgelegt. Zudem wird bei nicht adäquater Bereifung neben dem Autofahrer nun auch der Fahrzeughalter zur Verantwortung gezogen, wenn er zulässt oder sogar anordnet, dass sein Fahrzeug bei Schnee oder Glatteis ohne Winterreifen unterwegs ist.

In Teilen Skandinaviens und in den alpinen Regionen ist eine generelle Winterreifenpflicht für bestimmte Zeiträume die Regel.

EU-Reifenlabel

Gemäß Vorgaben der Europäischen Union müssen Pkw-, leichte Lkw- und Lkw-Reifen hinsichtlich Treibstoffeffizienz, Nasshaftung und Lärmerzeugung klassifiziert und gekennzeichnet werden.

Dabei wird bei der Treibstoffeffizienz eine farbige Skala von A bis G verwendet. Ein dunkelgrünes "A" steht dabei für die beste und ein rotes "G" für die schlechteste Energieeffizienz. Die Reifenhaftung bei nassen Straßenverhältnissen wird ebenfalls in einer Skala von A bis G bewertet. Die dritte Kategorie umfasst die in Dezibel ausgedrückte externe Lärmerzeugung.

Die betroffenen Reifen müssen entsprechend den von der Europäischen Kommission freigegebenen Testmethoden von den Reifenherstellern getestet und zertifiziert werden.

Die Delticom-Gruppe informiert pflichtgemäß ihre Kunden in den Online-Shops und in der Kundenkommunikation umfassend über die Kennzeichnung der jeweiligen Produkte und dessen Eigenschaften.

Reifendruckkontrollsysteme (RDKS)

Seit dem 01. November 2012 müssen alle in der EU verkauften neu typengenehmigten Pkw und Wohnmobile mit einem RDKS (Reifendruckkontrollsystem) ausgestattet sein und seit dem 01. November 2014 alle Pkw und Wohnmobile mit Erstzulassung über ein RDKS verfügen. Hinsichtlich ihrer Funktionsweise wird zwischen direkten und indirekten Systemen unterschieden.

Kompletträder

Bei Komplettradbestellungen für Fahrzeuge mit direktem RDKS werden zusätzliche Sensoren benötigt. Die Delticom-Gruppe verfügt über langjährige Erfahrung im Komplettradgeschäft und bietet diese Systeme durch ihre Montagespezialisten an.

Wettbewerbsposition

Markteintrittsbarrieren

Mit Delticom konkurrieren im reinen Onlinehandel meist kleinere, regional spezialisierte Unternehmen. Im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konsolidierungsprozess im Reifenhandel wurden einzelne lokale Onlinehändler teilweise oder vollständig von anderen Marktteilnehmern übernommen. Sowohl in 2019 als auch zu Beginn des laufenden Jahres haben verschiedene Anbieter in Europa ihre Onlineshops geschlossen.

Dank ihres Multi-Shop-Ansatzes kann Delticom die individuellen Anforderungen verschiedener Käufergruppen bestmöglich erfüllen und kann sich flexibel auf unterschiedliche Wettbewerbsanforderungen einstellen.

First Mover

Als "First Mover" haben wir in den zurückliegenden Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern in ganz Europa aufbauen können. Dies ermöglicht uns, auf regionale Unterschiede in Angebot und Nachfrage schnell zu reagieren. Mit dem Mix aus Lager- und Streckengeschäft können zudem Schwankungen in der Reifennachfrage gut ausgeglichen werden.

Cross-border

Für viele E-Commerce-Unternehmen stellt der grenzüberschreitende Handel nach wie vor eine Herausforderung dar. Neben einer Anpassung der Website-Gestaltung an lokale Anforderungen, Produktbeschreibungen und Kundensupport in der jeweiligen Landessprache, Abwicklung von Zahlungen in Fremdwährung und dem richtigen Angebot an gängigen und sicheren Zahlungsweisen spielen auch der grenzüberschreitende Versand, Zollbestimmungen und lokale Steuergesetze eine entscheidende Rolle. Die Delticom-Gruppe verfügt über viele Jahre Erfahrung im grenzüberschreitenden Onlinehandel und vertreibt ihre Produkte aktuell in 75 Ländern.

Schlanke Wertschöpfungskette

Wir konzentrieren uns auf den Onlinehandel und verfügen über ein dichtes Netz von rund 39.000 Montagepartnern, die auf Wunsch des Kunden den fachgerechten Reifenwechsel übernehmen.

Weitgehend automatisierte Geschäftsprozesse bilden im Unternehmen eine schlanke, skalierbare Wertschöpfungskette. Unsere effiziente Aufstellung verschafft uns den Spielraum, für unsere Kunden ein breites Angebot zu attraktiven Preisen bereitzuhalten. Aufgrund eines effektiven Working Capital Managements können wir auch außerhalb der Saison einkaufen und sichern so eine kontinuierliche Lieferfähigkeit.

Bei einem zunehmenden Wettbewerbsdruck erwarten wir, dass die Delticom-Gruppe aufgrund der Skalenvorteile und des bestehenden Wettbewerbsvorsprungs weiterhin zu den europaweit führenden E-Commerce-Unternehmen im Geschäftsfeld Reifen gehören wird.

Marktumfeld

Markt für Ersatzreifen

Der Weltreifenmarkt ist zweigeteilt: zum einen in an Neufahrzeugen montierte Erstausstattungsreifen, zum anderen in Ersatzreifen. In entwickelten Märkten werden überwiegend Ersatzreifen abgesetzt. Der für den Delticom-Konzern relevante Ersatzreifenmarkt macht in etwa drei Viertel des Weltreifenmarktes aus.

Mehr als 60 % aller verkauften Reifen sind Pkw-Reifen, rund 20 % Lkw-Reifen. Der Rest sind Motorrad-, Industrie- und Spezialreifen.

Knapp ein Drittel der weltweiten Ersatzreifennachfrage entfällt auf Europa, gut ein Viertel auf Nordamerika und etwa 35 % auf Asien. Die Nachfrage in Europa konzentriert sich im Wesentlichen auf fünf geografische Hauptmärkte: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Aus dem mengenmäßigen Absatz ergibt sich - nach Gewichtung mit durchschnittlichen Reifenpreisen - für Delticom in Europa ein relevantes Marktvolumen von jährlich mehr als 10 Mrd. €.

Lieferkette

Auf die größten Reifenhersteller entfällt ein bedeutender Anteil des Weltreifenmarktes. Darüber hinaus hat sich eine Vielzahl mittelgroßer, ebenfalls meist global tätiger Hersteller etabliert - zunehmend auch aus Schwellenländern.

Großhändler übernehmen klassischerweise eine Lager- und Logistikfunktion in der Lieferkette, meist für mehrere Marken. Zusätzlich agieren Großhändler auf den Weltmärkten als "Broker" und gleichen so regionale Unterschiede und den zeitlichen Versatz zwischen Angebot und Nachfrage aus.

Im fragmentierten europäischen Reifenhandel stehen verschiedene Vertriebswege in direktem Wettbewerb miteinander: der Reifenfachhandel, Ketten der Reifenhersteller, unabhängige Werkstätten und Werkstattketten, Autohäuser der Kfz-Hersteller, Einzelhändler und seit einigen Jahren auch Onlineanbieter.

Reifenhandel im Internet

Der kontinuierliche Trend zu E-Commerce und der weitere Ausbau der Breitbandverbindungen werden in Verbindung mit einer zunehmend internetaffinen Kundenbasis auch zukünftig den Reifenabsatz über E-Commerce steigen lassen.

Der Anteil der im Internet verkauften Reifen fällt noch vergleichsweise gering aus. Experten schätzen, dass 2019 europaweit knapp 13 % der Reifen online an Endverbraucher verkauft wurden.

So ist in den einzelnen Ländern Europas der Anteil des Onlinekanals im Reifenhandel noch sehr unterschiedlich. So liegt beispielsweise in Deutschland Experten zufolge der Anteil der im Internet verkauften Reifen aktuell bei knapp 13 % und hat Steigerungspotenzial. In einer Studie prognostiziert der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) dem Onlineverkauf von Reifen an Endverbraucher für die kommenden Jahre weiteres Zuwachspotenzial.

Zudem verfügt Delticom mit mehr als 39.000 Montagepartnern weltweit über ein einmaliges Netzwerk, welches den Kundenanforderungen in Bezug auf den Reifenwechsel vollumfänglich Rechnung trägt.

Als Marktführer ist Delticom gut positioniert, um an einer nachhaltigen Veränderung der Liefer- und Wertschöpfungskette zu partizipieren - und den Markt wesentlich mitzuprägen.

Wichtige Geschäftsprozesse

Einkauf

Delticom hat am 02.07.2019 ihr zwanzigjähriges Firmenjubiläum begangen. In den zurückliegenden 20 Jahren haben wir stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern aufgebaut (Supplier Capital). Der Einkauf prognostiziert regelmäßig den voraussichtlichen Absatz nach Reifenmarken und -typen, beschafft die Produkte und disponiert nach Lagern, Shops und Ländern. Zudem bestimmt der Einkauf entsprechend der Nachfrage auch die Verkaufspreise der aktuell verfügbaren Bestände.

Kundengewinnung

Einen großen Teil unserer Neukunden machen wir auf unsere Shops mit Onlinemarketing aufmerksam. Hierzu gehören Suchmaschinenmarketing und -optimierung, Affiliate-Marketing, Online-Marktplätze und Listung in Preissuchmaschinen. Regelmäßige Newsletter-Aktionen tragen zur Kundenbindung bei. Darüber hinaus kooperieren wir mit Multiplikatoren wie dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC).

Viele Endverbraucher wissen noch nicht, dass man im Internet einfach, preiswert und sicher Ersatzreifen kaufen kann. Unsere PR-Abteilung informiert die Verbraucher regelmäßig über Neuheiten in unseren Shops und die sicherheitsrelevanten Aspekte des Onlinereifenkaufs.

Customer Capital

Seit Gründung des Unternehmens haben rund 15 Mio. Millionen Kunden in unseren Onlineshops eingekauft (Vorjahr: 13,6 Millionen, Doppelzählungen können nicht ausgeschlossen werden). Unsere Kundenbasis ist wertvolles Customer Capital: Zum einen kommen zufriedene Kunden gerne wieder, zum anderen empfehlen sie uns auch an Freunde und Bekannte weiter.

Lagerlogistik

Delticom mietet Lagerhallen an, in denen eigene Ware gelagert wird. Mit Investitionen in Verpackungs- und Fördertechnik sowie in Software zur Steuerung von Warenfluss und -bestand haben wir über die Jahre erhebliches Process Capital aufgebaut.

Transportlogistik

Die verkauften Produkte werden von Paketdienstleistern und Spediteuren zum Kunden transportiert. Unsere Dienstleister holen die Ware direkt von den Lagerstandorten ab. Wir überwachen die Einrollung und Ausrollung der Artikel sowie Retouren mit Software, die über automatische Schnittstellen an die Systeme der Partnerunternehmen angebunden ist.

Bestellprozess und Auftragsabwicklung

Innerhalb der Delticom-Gruppe werden die einzelnen Schritte der Geschäftsabwicklung überwiegend durch proprietäre Software ausgeführt. Teile der Auftragsbearbeitung sowie die Beantwortung von Kundenanfragen übernehmen Operations-Center, welche durch sichere Verbindungen an unsere Systeme angebunden sind.

Produkte

Ersatzreifen

Der Delticom-Konzern erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf von fabrikneuen Pkw-Ersatzreifen. Wir bieten in unseren Webshops eine beispiellos breite Produktpalette an: mehr als 600 Reifenmarken und rund 18.000 Modelle, die in aller Regel innerhalb weniger Tage zum Kunden geliefert werden, sowie Felgen und Kompletträder. Reifen für andere Fahrzeuge wie Motorräder, Lkw, Industriefahrzeuge und Fahrräder runden das Produktangebot ab. Neben Reifen der Premiumhersteller verkaufen wir auch preisgünstige Qualitätsreifen im mittleren und niedrigen Preissegment. Kunden können in den Shops zu jedem angebotenen Artikel Testergebnisse und Herstellerangaben abrufen und sich umfassend informieren.

Saisonale Sortimente

In Nordeuropa, aber auch in der Alpenregion und in Deutschland, prägt eine wetterabhängige Nachfrage den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Mit unseren saisonalen Sortimenten tragen wir dem Rechnung.

Geschäftsmodell

Die Delticom-Gruppe verkauft Reifen und Kompletträder über Onlineshops und Onlinevertriebsplattformen an private und gewerbliche Endkunden. Im Kerngeschäft des Online-Reifenhandel ist der umsatzstärkste Reifenshop ist www.reifendirekt.de. Daneben ist im deutschsprachigen E-Commerce auch Tirendo eine bekannte Marke.

Der Delticom-Konzern erlöst einen erheblichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf eigener Lagerware und sichert eine stetige Lieferfähigkeit. Im Reifengeschäft mit fremder Ware verkaufen wir auch Produkte aus den Lägern von Herstellern und Großhändlern, die entweder direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert oder durch Paketdienste im Auftrag von Delticom zugestellt werden.

In den Online-Reifenshops wird den Kunden die gesamte, über beide Vertriebswege lieferbare Produktpalette einheitlich präsentiert. Hotlines in der jeweiligen Landessprache und das weltweite Montagepartner-Netz gewährleisten eine hohe Servicequalität.

Die Delticom-Gruppe ist in 75 Ländern tätig. Dazu gehören insbesondere die EU-Staaten, aber auch andere europäische Länder wie die Schweiz und Norwegen. Außerhalb Europas setzen wir den vertrieblichen Schwerpunkt in den USA.

Mitarbeiter

346 Mitarbeiter

Zum Stichtag 31.12.2019 waren insgesamt 242 Mitarbeiter (inkl. Auszubildender) im Delticom-Konzern beschäftigt. Der Rückgang der Mitarbeiteranzahl im Vergleich zum Vorjahr (2018: 346) resultiert im Wesentlichen aus der Schließung des operativen Geschäftsbetriebs der All you need GmbH zum 31.12.2019. Auf Gesamtjahressicht arbeiteten durchschnittlich 261 Mitarbeiter im Unternehmen (Vorjahr: 235). Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.

Aus- und Weiterbildung

Mit gezielten Aus- und Weiterbildungsprogrammen bieten wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Wo immer sinnvoll, wird das Gehalt durch Leistungsprämien ergänzt. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung an.

Wir bilden sowohl im kaufmännischen Bereich als auch in der IT junge Nachwuchskräfte aus. Im Geschäftsjahr 2019 absolvierten insgesamt 9 junge Menschen eine Ausbildung in unserem Unternehmen. Zum Jahresende 2019 waren insgesamt 8 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 10).

Eigenverantwortung

Kreative und motivierte Kollegen sind Grundlage für den Unternehmenserfolg. Daher gewähren wir in der täglichen Arbeit Freiräume und übertragen Verantwortung. Alle Mitarbeiter sind angehalten, eingeführte Prozesse hinsichtlich Kosten, Qualität, Durchsatz und Skalierbarkeit laufend zu verbessern. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, Prozesse und Systeme weiter zu entwickeln. Kurze Kommunikations- und Entscheidungswege fördern zudem eine effiziente und erfolgreiche Teamarbeit.

Vertrauen der Mitarbeiter in das Unternehmen und Loyalität untereinander sind wesentlich, um auch in schwierigen Situationen gut zusammenzuarbeiten und trägt gewinnbringend zum Unternehmenszweck bei.

IT-Infrastruktur

Ein gutes Arbeiten erfordert gute Werkzeuge. Für Delticom als E-Commerce-Unternehmen heißt dies: Highspeed-Internet, offene und dennoch sichere Browser und E-Mail-Konten auf leistungsfähigen Arbeitsplatzrechnern und ausgebauten Heimarbeitsplätzen. Die Netzwerkinfrastruktur schließt auch die Operations-Center mit ein.

Abhängigkeitsbericht (§ 312 Abs. 3 AktG)

Gemäß § 312 AktG hat die Gesellschaft einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und diesen mit folgender Erklärung des Vorstands abgeschlossen: "Wir erklären, dass die Delticom AG bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und dadurch, dass Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt worden ist. Unterlassene Maßnahmen lagen im Berichtszeitraum nicht vor."

Grundzüge des Vergütungssystems

Für die Festlegung der Struktur des Vergütungssystems sowie der Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist der Aufsichtsrat zuständig. Er überprüft die Vergütungsstruktur regelmäßig auf ihre Angemessenheit. Der Aufsichtsrat der Delticom hat in seiner Sitzung am 20.03.2012 die Einführung eines neuen, den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) genügenden Systems der Vergütung für die Mitglieder des Vorstands der Delticom AG beschlossen. Die Hauptversammlung vom 30.04.2012 hat dieses neue Vergütungssystem gebilligt. Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

erfolgsunabhängige, monatlich ausgezahlte Grundvergütung,

erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile,

variable Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung.

Die variablen Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung beinhalten sowohl die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile als auch die Ausgabe von Aktienoptionen.

Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile richten sich bei den Mitgliedern des Vorstands nach Umsatz und operativem Ergebnis der Delticom-Gruppe. Zur Ausrichtung der Vergütungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung erfolgt die Auszahlung zeitlich gestreckt. Diese Vergütungsbestandteile unterliegen einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bonus-/Malussystem. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr 2019 wie auch im Jahr zuvor keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Aktienoptionen

Unter Berücksichtigung der im Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 29.04.2014 enthaltenen Vorgaben zu den wesentlichen Merkmalen des Aktienoptionsprogramms 2014 hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft am 28.12.2016 beschlossen, die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft einzuladen, Optionsrechte zum Bezug von bis zu 135.000 Stückaktien in mehreren Tranchen zu beziehen. Am 05.01.2017 hat der Aufsichtsrat der Delticom AG die Ausgabe der ersten Tranche der Optionsrechte zum Bezug von neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft Susann Dörsel-Müller, Philip von Grolman, Thierry Delesalle und Andreas Prüfer zu je gleichen Teilen beschlossen.

Ferner hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft am 21.11.2017 beschlossen, die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft einzuladen, Optionsrechte zum Bezug von Stückaktien der zweiten Tranche zu beziehen. Am 05.01.2018 hat der Aufsichtsrat der Delticom AG die Ausgabe von Optionsrechten aus dieser zweiten Tranche an die Mitglieder des Vorstands Susann Dörsel-Müller, Philip von Grolman, Thierry Delesalle und Andreas Prüfer zu je gleichen Teilen beschlossen.

Ferner hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft am 04.12.2018 beschlossen, die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft einzuladen, Optionsrechte zum Bezug von Stückaktien der dritten und letzten Tranche zu beziehen. Am 28.12.2018 hat der Aufsichtsrat der Delticom AG die Ausgabe von Optionsrechten aus dieser dritten Tranche an die Mitglieder des Vorstands Susann Dörsel-Müller, Philip von Grolman und Andreas Prüfer zu je gleichen Teilen beschlossen.

Die Wartezeit beträgt bei allen Aktienoptionen vier Jahre, beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Die Aktienoptionen sind daher derzeit noch nicht ausübbar. Die Optionsrechte haben jeweils eine Laufzeit von maximal zehn Jahren ab dem Tag des Entstehens des jeweiligen Optionsrechts.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden über die gewährten Optionsrechte und die Ausübung von Optionsrechten für jedes Geschäftsjahr nach Maßgabe der anwendbaren Vorschriften im Anhang zum Jahresabschluss, im Konzernanhang oder im Geschäftsbericht im Detail berichten.

Die Hauptversammlung vom 12.08.2019 hat den Aufsichtsrat ermächtigt, bis zum 11.08.2024 einmalig, mehrmalig oder - soweit ausgegebene Optionsrechte verfallen oder sonst erlöschen - wiederholt Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 150.000 neuen nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Delticom AG zu gewähren (Aktienoptionsplan I/2019). Die Konditionen entsprechen denjenigen des Aktienoptionsplans 2014. Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine Aktienoptionen an Vorstände ausgegeben.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung ohne erfolgsabhängige Bestandteile.

Erklärung zur Unternehmensführung

Weitere Angaben über die Corporate Governance sowie die nach § 289 f. HGB und § 315d HGB geforderten Angaben enthält die Erklärung zur Unternehmensführung, die auf der Webseite www.delti.com/CG zum Download zur Verfügung steht.

Unternehmenssteuerung und Strategie

Die Delticom-Gruppe zählt auf ihrem Geschäftsgebiet zu den führenden E-Commerce-Unternehmen in Europa. Unsere Kunden profitieren von einem breiten Produkt- und Serviceangebot zu optimierten Preisen. Den vertrieblichen Schwerpunkt bildet der Onlineverkauf von Reifen und Kompletträdern. Das Unternehmen verkauft ausschließlich online. Geliefert wird sowohl aus eigenen Lagern heraus als auch im Streckengeschäft aus den Reifenlagern Dritter. Umsatz und EBITDA sind wesentliche Steuerungsgrößen.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Finanzielle Ziele

Wir steuern das Gesamtunternehmen mit finanziellen und nichtfinanziellen Zielen. Wesentliche finanzielle Ziele:

Umsatz und Umsatzwachstum werden für die Gruppe erfasst. Der aktuelle Umsatz wird unterjährig mit kurz- und mittelfristigen Zielvorgaben abgeglichen.

Bereichsleiter und Shopmanager steuern ihr Geschäft nach Absatz, Umsatz und den direkt zurechenbaren Kosten wie Transportkosten, Kosten der Lagerhaltung und Marketingkosten. Quartalsweise und jährliche Deckungsbeiträge sind Bestandteil der Zielvereinbarungen.

Für Delticom als Ganzes sind der Umsatz und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Gesamtkonzern die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren.

Neben diesen Hauptsteuerungsgrößen verwenden wir zudem nachfolgende Leistungsindikatoren.

Liquidität

Die aktuelle und die rollierend vorausgeplante Liquidität stellen wichtige Steuerungsgrößen im täglichen Geschäft dar. Hauptziel des Liquiditätsmanagements ist die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit des Unternehmens.

Nichtfinanzielle Ziele

Neben finanziellen Zielen nutzen Management und Mitarbeiter auch nichtfinanzielle Ziele für die Steuerung des Geschäfts. Die Entwicklung der Neukundenzahlen stellt den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikator dar.

Kundenzahlen

Die Entwicklung der Kundenzahlen hat einen wesentlichen Einfluss auf Umsatz und Ergebnis des Unternehmens. Dementsprechend werden Erfolg und Effizienz der Marketingmaßnahmen im Tagesgeschäft eng kontrolliert. In 2019 lag die Anzahl zusätzlicher Neukunden mit 1.339 Tausend leicht unter Vorjahr (2018: 1.372 Tausend). Dessen ungeachtet hat die Gesellschaft ihre zu Jahresbeginn formulierte Zielsetzung, mehr als 1 Mio. Neukunden von ihren Produkten und Preis-Leistungs-Angeboten im Berichtsjahr überzeugen zu können, übertroffen. Neben den Neukunden tragen auch Wiederkäufer zum Erfolg des Unternehmens bei. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben 701 Tausend Bestandskunden (2018: 699 Tausend) zum wiederholten Mal ihre Reifen bei Delticom gekauft. Seit Unternehmensgründung haben mehr als 14,9 Millionen Kunden in einem unserer Onlineshops eingekauft.

Lieferfähigkeit

Die Delticom-Gruppe erlöst einen erheblichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf eigener Lagerware. Eigene Warenbestände zu halten ist notwendig, um auch zum Höhepunkt einer Saison lieferfähig zu sein. Wir verfolgen die Strategie, uns möglichst frühzeitig und in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktsituation mit ausreichend Ware für die anstehende Saison zu bevorraten. Aufgrund der hohen Bedeutung eigener Lagerbestände für Marge und Lieferfähigkeit werden die Zu- und Abgänge mit Warenflussrechnungen eng kontrolliert. Das Streckengeschäft, in dem unsere Lieferanten die Kunden direkt beliefern, komplettiert unser Produktangebot und bietet uns die Möglichkeit, schnell und flexibel auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren.

Auftragsabwicklung

Die Auftragsabwicklung ist weitestgehend automatisiert. Der Großteil der täglichen Bestelleingänge wird innerhalb weniger Stunden ans Lager bzw. unsere Lieferanten übergeben, um einen zeitnahen Versand der Ware zu gewährleisten.

Effizientes Lagerhandling

Unser Ziel ist es, alle Aufträge, die bis zur definierten Cut-off-Zeit eines Werktages in einem der von uns betriebenen Lager bestellt werden, taggleich an die Paketdienstleister zum Versand an unsere Kunden zu übergeben. Die operative Kontrolle der Lagerprozesse erfolgt durch die jeweiligen Bereichsverantwortlichen mit Hilfe eines softwaregestützten Lagerverwaltungssystems. Darüber hinaus werden regelmäßig lagerübergreifende Gegenkontrollen durchgeführt (Vier-Augen-Prinzip).

Finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen werden unterschiedlich aggregiert, in Berichten aufbereitet und IT-gestützt verteilt. Das Reporting dient als Grundlage für Diskussionen zwischen Vorstand, Controlling und den einzelnen Abteilungen. Durch regelmäßige bereichsübergreifende Sitzungen wird ein stetiger Informationsaustausch im Unternehmen gewährleistet.

Strategie

Die Delticom-Gruppe verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen ECommerce. Fundierte Kenntnisse im Bereich des Onlinemarketings und die hochmoderne IT-Infrastruktur tragen wesentlich zum Geschäftserfolg des Unternehmens bei. Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes können wir nicht nur die Anforderungen verschiedener Käufergruppen bestmöglich erfüllen, sondern zudem auch schnell und flexibel auf veränderte Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse reagieren.

Nachhaltiges und profitables Wachstum

Das Marktvolumen im europäischen Ersatzreifenhandel beträgt jährlich mehr als 10 Mrd. €, der Onlineanteil liegt derzeit bei ca. 13 %. Mit einem Onlineumsatz im Kerngeschäft Automotive Europa von jährlich mehr als einer halben Mrd. € ist Delticom klarer Marktführer. Ziel der Delticom-Gruppe ist es, die bestehende Marktführerschaft im europäischen Reifenhandel zu behaupten und weiter auszubauen, um mittel- und langfristig das Umsatz- und Ertragspotenzial wieder zu steigern.

Dank unseres Multishop-Konzepts erreichen wir heute bereits verschiedene Zielgruppen. Die Internetpenetration ist in den einzelnen europäischen Märkten, in denen wir tätig sind, in Bezug auf den Onlinereifenhandel allerdings noch sehr unterschiedlich. Für die Zukunft bieten das Internet und der Internethandel in Europa dementsprechend weiterhin Wachstumspotenzial. Es gilt daher, den Konzern heute so zu positionieren und die notwendigen Strukturen dafür zu schaffen, um zukünftige Wachstumschancen weiterhin nutzen zu können.

Für ein nachhaltiges und profitables Wachstum stellt die kontinuierliche Verbesserung der Kosteneffizienz eine wesentliche Zielgröße dar. Das Unternehmen wird dementsprechend in den kommenden Jahren weiter in die Automatisierung und Optimierung seiner Prozesslandschaft investieren, um nicht nur die Marktführerschaft weiter zu behaupten und auszubauen und die Kostenführerschaft wiederzuerlangen.

Fokus

Wir legen den Schwerpunkt auf den Online-Vertrieb von Ersatzreifen und Kompletträdern an private und gewerbliche Endkunden in Europa.

Nur online

Wir verkaufen ausschließlich im Internet, und betreiben keine stationären Niederlassungen. Die Organisationsstruktur wird durch permanente Automatisierung und zusätzliches Outsourcing schlank gehalten. Mittel- und langfristig wird der vertriebliche Schwerpunkt der Delticom-Gruppe weiterhin auf dem Onlinehandel mit Reifen und Kompletträdern liegen.

Optimiertes Sourcing

Einen erheblichen Teil der Umsätze erzielen wir mit dem Verkauf eigener Lagerware, die vor der Saison in großen Stückzahlen eingekauft wird. Hierdurch erhalten wir gute Einkaufskonditionen und sind auch in saisonalen Spitzenzeiten lieferfähig. Um die Wachstums- und Profitabilitätsziele mittel- bis langfristig zu erreichen, wird Delticom weiterhin in die Lagerinfrastruktur investieren. Darüber hinaus liefern wir im Streckengeschäft aus den Lägern Dritter. Jeder Lieferweg birgt Vorteile; wir werden daher auch weiterhin beide nutzen.

Logistik

Zu den Kernkompetenzen der Gesellschaft zählt die weitestgehend automatisierte und hocheffiziente Warenkommissionierung und Distribution. Kurze Lieferzeiten und eine geringe Fehllieferungsquote zählen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren im E-Commerce. Innovative Weiterentwicklungen und fortlaufende Prozessoptimierungen sind unerlässlich, um zukünftiges Wachstum zu sichern und unseren Wettbewerbsvorsprung weiter auszubauen.

Liquiditätsmanagement

Das Hauptziel des Liquiditätsmanagements ist die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Die Saisonalität im Reifenhandel führt unterjährig zu starken Schwankungen im Bestand liquider Mittel. Um auch in Zukunft möglichst unabhängig von externen Kapitalgebern zu sein, haben wir das Liquiditätsmanagement mit einer Treasury-Abteilung organisatorisch verankert. Die Treasury-Abteilung bedient sich eines umfassenden Instrumentariums zur Liquiditätssteuerung.

Verlässliche Partner

Wir legen Wert darauf, die guten Beziehungen zu unseren Partnern immer weiter zu verbessern. In den zurückliegenden Jahren haben wir stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern im In- und Ausland aufgebaut. Leistungsfähige, langjährige Transportpartner liefern die Waren schnell und kostengünstig aus. Für die Montage der Reifen stellen wir unseren Kunden ein Netzwerk bestehend aus 39.000 Montagepartnern zur Verfügung. Hotline und Teile der Auftragsbearbeitung übernehmen Operations-Center.

Forschung und Entwicklung

Eigene Software

Wesentlich zum Unternehmenserfolg der vergangenen Jahre trugen die selbstentwickelten, hochspezifischen Softwarelösungen bei, mit denen die Bestell- und Lieferprozesse zu geringen Kosten weitestgehend automatisiert werden konnten. Die vorhandenen Lösungen werden laufend weiterentwickelt.

Anregungen und Änderungswünsche aus den Abteilungen werden von einem abteilungsübergreifenden Lenkungsausschuss priorisiert und von der Entwicklungsabteilung entsprechend umgesetzt.

Leistungen für Forschungs- und Entwicklungszwecke

Delticom entwickelt Software für E-Commerce (Shopsysteme und Back-End-Systeme) und technische Logistiksysteme durch eigene Mitarbeiter, kauft aber auch Entwicklungsleistungen zu.

Testmärkte

Innovationen in den Shops (wie unterschiedliche Bestellwege, Zahlungsarten und Serviceangebote) werden zunächst in Testmärkten auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft, bevor wir die Änderungen weltweit umsetzen. Zudem führt Delticom zur Erschließung neuer Absatzmärkte immer auch Testphasen in den jeweiligen Ländern durch, ohne dass damit in jedem Fall eine Erschließung des jeweiligen Landes verbunden ist. Wir passen regelmäßig Angebot, Bestellprozesse und Kundenkommunikation an regionale Besonderheiten an.

Wirtschaftsbericht

Restrukturierung

Vor dem Hintergrund einer angespannten Ertrags- und Liquiditätslage hat Delticom Mitte 2019 einen Restrukturierungsprozess eingeleitet, welcher im Dezember des letzten Jahres in einer Sanierungsvereinbarung mit den Finanzierern mündete. Die genauen Hintergründe zu diesem Prozess werden in den Grundlagen des Konzerns im Abschnitt "Refokussierung auf das Kerngeschäft" näher erläutert.

Rahmenbedingungen 2019

Der Abschwung der globalen Industriekonjunktur, internationale Handelskonflikte, der Brexit-Prozess und geopolitische Risiken trugen im letzten Jahr dazu bei, dass die Weltwirtschaft weiter an Fahrt verloren hat. Während sich die Konjunktur insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften weiter verschlechterte, hat sich die wirtschaftliche Dynamik in vielen Schwellenländern stabilisiert. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel rechnet für 2019 mit einem Anstieg der Weltkonjunktur um 3 %, nach 3,7 % im Vorjahr.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Europa

Im Sog der schwächeren Weltwirtschaft trübten sich auch die Konjunkturaussichten in der Eurozone im Jahresverlauf ein. Im vierten Quartal 2019 erzielte der Währungsraum das schwächste Wirtschaftswachstum des Jahres. Ein Grund hierfür liegt in der wirtschaftlichen Entwicklung in Italien und Frankreich. In beiden Ländern verringerte sich die Wirtschaftsleistung in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres. In Spanien hingegen wuchs die Wirtschaft dagegen schneller als von Experten erwartet. Der internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seiner Prognose für 2019 mit einem Anstieg des BIP im Eurogebiet von 1,2 %. Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten und einer verhaltenenen Produktionsentwicklung zeigte sich die Arbeitsmarktlage vielerorts robust. Im Oktober des letzten Jahres lag die Arbeitslosenquote im Euroraum mit 7,5 % nur leicht über dem im Jahr 2007 verzeichneten Tiefstwert von 7,3 %.

Deutschland

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen. Die konjunkturelle Dynamik hat sich im Jahresverlauf allerdings merklich verlangsamt. Dies ist insbesondere auf die Schwäche der Industrie zurückzuführen. Das eingetrübte weltwirtschaftliche Umfeld und die hohe weltweite politische Unsicherheit belastete die auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisierte deutsche Wirtschaft in besonderem Maße. Dessen ungeachtet bleiben die privaten Konsumausgaben eine verlässliche Stütze der Binnenkonjunktur. Hierzu tragen der hohe Beschäftigungsgrad sowie die merkliche Erhöhung der verfügbaren Einkommen bei.

Branchenspezifische Entwicklungen

E-Commerce

Knapp 60 % der Weltbevölkerung nutzen bereits das Internet. Die Internetpenetration und damit die Anzahl der e-shopper ist weltweit allerdings noch sehr unterschiedlich. Dies gilt auch für Europa. In Nord- und Westeuropa liegt die Internetpenetration derzeit jeweils bei rund 93 %. Während in Westeuropa bereits 81 % der Internetuser online eingekauft haben, sind es in Nordeuropa 77 %. Auch in Zentraleuropa ist die Penetration mit 81 % und einem e-shopper Anteil von 66 % bereits vergleichsweise hoch. Süd- und Osteuropa liegen im europäischen Vergleich hinsichtlich Internetpenetration und Onlineshopping (e-shopper) derzeit noch hinten: sind es in Südeuropa 77 % und 47 % (e-shopper), so bildet Osteuropa mit 71 % und 52 % (e-shopper) derzeit noch das europäische Schlusslicht.

Der elektronische Handel wächst schnell und gewinnt als Teil von Geschäftsmodellen und für die Verbraucher im Alltag immer mehr an Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass im europäischen E-Commerce im abgeschlossenen Geschäftsjahr ein Umsatz von 620 Mrd. € erzielt wurde. Dies entspricht einem Wachstum von 13 %. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) bestellt in Deutschland inzwischen jeder dritte Onlinekäufer mehrmals die Woche im Internet. Die heimische Branche konnte den Umsatz 2019 um annähernd 12 % auf knapp 73 Mrd. € steigern. Hiervon entfallen 35 % auf Multichannel-Anbieter, 47 % auf Online-Marktplätze und 15 % auf Internet-Pure-Player, die im letzten Jahr mit rund 11 % ein ähnliches Wachstum zeigten wie die Online-Marktplätze.

Ersatzreifengeschäft

Die vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseuerhandwerk (BRV) jüngst vorgelegten Marktdaten 2019 dokumentieren für den deutschen Ersatzreifenmarkt in der Produktgruppe Pkw und Off-Road-Reifen (4x4) ein Absatzrückgang von insgesamt 4,1 % gegenüber Vorjahr. Während der Absatz im Geschäft mit Sommerreifen um 7,7 % sank, legte das Geschäft mit Ganzjahresreifen um 13 % zu. Der Absatz an Winterreifen fiel um 7,5 % geringer aus als im Vorjahr.

Mit Blick auf den europäischen Reifenersatzmarkt spricht die European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) von einem schwachen Jahr für die Reifenindustrie. Im volumenmäßig größten Teilsegment Pkw-Ersatzreifen wurden auf Gesamtjahressicht 3 % weniger abgesetzt. Das Absatzminus im viertel Quartal lag bei rund 2 %, ein Rückgang um mehr als 51 Mio. Stück. Im Produktsegment Motorrad-/ Rollerreifen hingegen setzte sich auch in den letzten drei Monaten des Jahres der positive Absatztrend weiter fort. Bezogen auf das Gesamtjahr belief sich das Absatzplus im Zweiradbereich auf mehr als 2 %.

Konsolidierungsprozess Ersatzreifenmarkt

Auch im laufenden Jahr setzte sich der seit einigen Jahren anhaltende Konsolidierungsprozess im europäischen Reifenhandel fort. Infolge anhaltend schwieriger Marktbedingungen gab es entlang der europäischen Reifenhandelskette weitere Übernahmen und Insolvenzen.

Sommerreifengeschäft

Nach einem vergleichsweise milden Winter im Q4 2018 startete das neue Jahr mit einer kalten Wetterlage einhergehend mit Schneefällen bis teilweise in die tiefen Lagen. Folglich hat sich ein Teil der Winterreifennachfrage aus 2018 in das abgeschlossene Geschäftsjahr 2019 verschoben. Branchenkenner schätzen, dass im ersten Halbjahr 2019 insgesamt 12,1 % mehr Winterreifen vom deutschen Reifenhandel an den Verbraucher abgesetzt wurden.

Einige milde Tage im März veranlassten zudem - anders als im Jahr zuvor - viele Autofahrer dazu, bereits frühzeitig auf Sommerreifen zu wechseln. Nach wie vor rüsten allerdings einige Autofahrer ihr Fahrzeug gemäß der Faustformel von O bis O (Oktober bis Ostern) um. Während Ostern in 2018 auf das erste Wochenende im April gefallen war, lag das Osterfest in 2019 kalendarisch drei Wochen später. Nach Ostern und somit Ende April erreichte das Sommerreifengeschäft im abgeschlossenen Geschäftsjahr den zweiten saisonalen Höhepunkt.

Wurde für das heimische Geschäft mit Pkw-Sommerreifen für das erste Halbjahr 2019 ein Absatzrückgang von 6,4 % angegeben, setzte sich der negative Absatztrend auch in den darauffolgenden Monaten weiter fort. Auf Gesamtjahressicht lag der Absatz von Sommerreifen hierzulande 7,7 % unter Vorjahr. Ein deutlicher Absatzanstieg um 13 % konnte auf Gesamtjahressicht im Geschäft mit Ganzjahresreifen verzeichnet werden.

Winterreifengeschäft

Durch anhaltend milde Temperaturen hat sich der Start in die Winterreifensaison verzögert. Dem drittwärmsten Sommer seit Messbeginn vor knapp 140 Jahren folgte ein milder und regnerischer Witterungsverlauf bis in den Oktober hinein. In der zweiten Monatshälte war es bei teilweise hohem Luftdruck trockener, unter dem Strich war der Oktober spürbar zu warm. Erst zum Ende der Dekade brachte eine Kaltfront eine deutliche Abkühlung und vereinzelt Frost. Entsprechend ist das Winterreifengeschäft in 2019 später gestartet als im Jahr zuvor. Aufgrund der weiterhin vergleichsweise milden Temperaturen bis Jahresende verlief die Saisonkurve im abgeschlossenen Geschäftsjahr insgesamt flacher, eine starke Saisonspitze blieb aus.

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) geht davon aus, dass im deutschen Reifenhandel im letzten Jahr insgesamt 7,5 % weniger Winterreifen abgesetzt wurden.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Restrukturierung

Angesichts eines zunehmend schwieriger werdenden Geschäftsumfelds und zur Sicherung ihrer langfristigen Liquidität hat Delticom seit Mitte August 2019 zusammen mit spezialisierten Unternehmensberatern ein umfassendes Zukunftskonzept zur Rückkehr in die Gewinnzone, Steigerung der Profitabilität und Fokussierung auf das Kerngeschäft "Reifen Europa" erarbeitet, dessen einzelne Maßnahmen nunmehr umgesetzt werden. Ziel ist es, schnellstmöglich zurück in die Gewinnzone zu kommen und durch eine Rückbesinnung auf das Erfolgsmodell Reifen online die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft nachhaltig zu sichern. Dabei wurde die Fortsetzung aller Nicht-Kernaktivitäten der Gesellschaft auf den Prüfstand gestellt. Die Refokussierung auf das Kerngeschäft geht mit der Einstellung der verlustbringenden Geschäftsfelder einher. Zu Ende 2019 wurde folglich entschieden, das operative Geschäft der Gourmondo Food GmbH einzustellen. Der Abverkauf fand noch bis Mitte März 2020 statt. Das operative Geschäft der All you need GmbH wurde zum 31.12.2019 eingestellt. Auch das nicht-profitable Geschäft mit Autoersatzteilen und Schmierstoffen wurde im ersten Quartal 2020 eingestellt.

Die im Zusammenhang mit den Deinvestments anfallenden Kosten führen im Berichtszeitraum 2019 zu einem negativen Ergebnisbeitrag von insgesamt 27,5 Mio. €. Davon entfallen 22,1 Mio. € auf Wertminderungen. Bei der verbleibenden Differenz handelt es sich im Wesentlichen um sonstige betriebliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausbuchung von Anlagegütern sowie um erforderliche Wertkorrekturen des Warenbestands. Das Management ist von der Notwendigkeit zur Rückbesinnung auf das Kerngeschäft überzeugt. Durch die daraus resultierenden nachhaltigen Verbesserungen wird die Delticom-Gruppe zu alter Stärke zurückfinden.

Erstmalige Anwendung IFRS 16

Die nachfolgenden Kennzahlen sind zum Teil der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 unterworfen. Dies führt insbesondere bei den Abschreibungen sowie bei den Mieten und Betriebskosten zu erheblichen Abweichungen gegenüber den Vorjahreswerten. In Summe gleichen sich diese Abweichungen jedoch nahezu aus und haben somit keinen materiellen Einfluss auf die Ertragslage im Berichtszeitraum.

Umsatz

Konzern

Die Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Onlineverkauf von Ersatzreifen für Pkw, Motorräder, Lkw und Industriefahrzeuge.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erlöste der Delticom-Konzern insgesamt Umsätze in Höhe von 625,8 Mio. €, ein Rückgang um 3,1 % gegenüber dem Vorjahreswert von 645,7 Mio. €. Aufgrund eines außergewöhnlich milden Winters fiel die wetterdingte Nachfrage nach Winterreifen niedriger aus als erwartet. Neben der schwächeren Nachfrage trug auch der verstärkte Fokus auf Profitabilität zu diesem Umsatzrückgang bei.

Regionale Verteilung

Die Gruppe ist weltweit in 75 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 463,0 Mio. € (2018: 490,3 Mio. €, -5,6 %) erzielt. Außerhalb der EU ist die Gesellschaft in weiteren europäischen Nicht-EU-Ländern und in den USA tätig. Auf die Länder außerhalb der EU entfiel in 2019 ein Umsatz von 162,7 Mio. € (2018: 155,4 Mio. €, +4,7 %). Der Umsatzanstieg in den Nicht-EU-Ländern resultiert vornehmlich aus der positiven Geschäftsentwicklung in den USA.

Saisonalität

Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Umsätze je Halbjahr.

Umsatzentwicklung

pro Halbjahr, in Mio. € (%-Veränderung yoy)

1. Halbjahr

Aufgrund der kalten Wetterlage zu Jahresbeginn, einhergehend mit Schneefällen bis in die tiefen Lagen, hat sich nach einem vergleichsweise mildem Winter im Q4 2018 ein Teil der Winterreifennachfrage in 2019 verschoben. Zudem veranlassten einige milde Tage im März - anders als im Jahr zuvor - viele Autofahrer dazu, bereits frühzeitig auf Sommerreifen umzurüsten. Vor diesem Hintergrund erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres insgesamt Umsätze in Höhe von 122,2 Mio. € (Q1 18: 110,8 Mio. €, +10,2 %).

Durch die vergleichsweise milden Temperaturen im März hat sich der Beginn des Sommerreifengeschäfts im abgeschlossenen Geschäftsjahr in das erste Quartal vorgeschoben. Zwar erreichte das Sommerreifengeschäft in den klassischen Umrüstländern nach Ostern und damit Ende April eine zweite Saisonspitze, jedoch reichte diese nicht aus, um die marktbedingt schwächere Nachfrage im Rest von Europa im weiteren Verlauf des zweiten Quartals zu kompensieren. Entsprechend erlöste die Gesellschaft im Q2 19 insgesamt einen Umsatz in Höhe von 162,4 Mio. € (Q2 18: 179,7 Mio. €, -9,6 %).

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte die Delticom-Gruppe Umsatzerlöse von insgesamt 284,6 Mio. €, ein Rückgang um 2,0 % gegenüber dem Vergleichszeitraum (H1 18: 290,5 Mio. €).

2. Halbjahr

Nachdem der Sommer 2019 hierzulande der drittwärmste seit Messbeginn vor knapp 140 Jahren war, zeigte sich das Wetter im September eher wechselhaft. Durch die im Abschnitt "Branchenspezifische Entwicklungen" dargestellten Wetter- und Witterungsverhältnisse in Bezug auf das Winterreifengeschäft, erreichte der Winterreifenabsatz erst Anfang November einen ersten Höhepunkt, welcher jedoch flacher ausfiel als die erste Saisonspitze im Oktober des Vorjahres. Der Umsatz lag im zweiten Halbjahr mit 341,2 Mio. € um 3,9 % unter dem Vorjahr (H2 2018: 355,2 Mio. €).

Wesentliche Aufwandsposten

Materialaufwand

Der größte Aufwandsposten ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die verkauften Waren erfasst werden. Der Rückgang im Berichtszeitraum um 2,9 % von 505,1 Mio. € auf 490,6 Mio. € geht mit der Umsatzentwicklung einher. Die Materialaufwandsquote (Verhältnis von Materialaufwand zu Umsatzerlösen) erhöhte sich im Vorjahresvergleich dennoch von 78,2 % auf 78,4 %. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Wertberichtigung von Warenbeständen im abgeschlossenen Geschäftsjahr.

Personalaufwand

Zum Stichtag 31.12.2019 waren insgesamt 242 Mitarbeiter (inkl. Auszubildende) im Konzern angestellt. Im Berichtszeitraum beschäftigte der Konzern im Durchschnitt 261 Mitarbeiter (2018: 235). Der Personalaufwand belief sich im Berichtszeitraum auf 19,9 Mio. € (2018: 15,9 Mio. €, +25,4 %). Im Jahresverlauf 2018 hatte die Gesellschaft zusätzliches Lagerpersonal eingestellt, welches zuvor über Leih- und Zeitarbeit für Delticom tätig war. Dieser Effekt ist in 2019 auf Gesamtjahressicht enthalten. Zum Zeitpunkt der Übernahme im November 2018 beschäftigte die All you need GmbH insgesamt 110 Mitarbeiter, welche bis zur Geschäftseinstellung im Dezember 2019 schrittweise abgebaut wurden.

Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 3,2 % (2018: 2,5 %).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Transportkosten

Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Trotz des Absatzrückgangs fielen die Transportkosten im Berichtszeitraum mit 62,2 Mio. € nur um 0,4 % höher aus als im Vergleichszeitraum (2018: 61,9 Mio. €). Dieser Effekt resultiert aus einer niedrigeren Kostenbasis im Vorjahr. Im H1 2018 war eine Korrektur der Transportkosten in Höhe von 1,8 Mio. € erforderlich gewesen, nachdem die Transportkosten in den beiden Geschäftsjahren 2016 und 2017 insgesamt um diesen Betrag zu hoch ausgewiesen worden waren. Unter Berücksichtigung dieses Effekts fallen die Transportkosten um 2,4 % niedriger aus als der Vorjahreswert vor Korrektur.

Mieten und Betriebskosten

Der Aufwand für Mieten und Betriebskosten verringerte sich im Berichtszeitraum von 7,4 Mio. € im Vorjahr um 46,8 % auf 3,9 Mio. € (vor IFRS 16: 8,8 Mio. €). Der Rückgang resultiert vornehmlich aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 zum 01. Januar 2019. Leasingverpflichtungen werden nun entsprechend bilanziert, sodass die Mietaufwendungen für die Operate-Lease-Verhältnisse vor allem in den Abschreibungen enthalten sind.

Direkte Kosten der Lagerhaltung

Die Gesellschaft hatte im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 die Lagerkapazität durch Inbetriebnahme weiterer Lagerstandorte erweitert. In 2019 wurden die Lager-Logistikprozesse in Vorbereitung der Wintersaison optimiert, um die Lieferfähigkeit zu erhöhen und die Lieferzeiten weiter zu verkürzen. Die direkten Kosten der Lagerhaltung stiegen im Berichtszeitraum folglich um 17,3 % auf 11,0 Mio. € (2018: 9,3 Mio. €). Der Anteil der Lagerhaltungskosten am Umsatz liegt mit 1,8 % über dem Vorjahresniveau (2018: 1,4 %).

Marketing

Die Marketingaufwendungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 28,6 Mio. €, nach 33,0 Mio. € im Vorjahr. Der deutliche Rückgang um 13,3 % resultiert aus den im letzten Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung. Die Marketingaufwandsquote beträgt 4,6 % vom Umsatz (2018: 5,1 %).

Finanzen und Recht

Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im Berichtszeitraum auf 9,3 Mio. €, nach 4,9 Mio. € im Vorjahr (+90,0 %). Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus angefallenen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3,5 Mio. € im Zusammenhang mit der Restruktierung der Gesellschaft sowie aus den periodenfremden Mehrkosten der Abschlussprüfung 2018.

Forderungsverluste

Die Forderungsverluste betrugen im Berichtszeitraum 4,1 Mio. €, nach 5,1 Mio. € in 2018. Trotz des Rückgangs um 18,8 % ist die Ausfallrate mit 0,7 % vom Umsatz (2018: 0,8%) nach wie vor vergleichsweise hoch. Dies begründet sich vornehmlich aus der Abstimmung und Bereinigung offener Posten. Zudem wurde ein aktiveres Forderungsmanagement in Hinblick auf säumige Kunden durchgeführt.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf Sachanlagen erhöhten sich im Berichtsjahr auf 11,5 Mio. € (2018: 2,6 Mio. €). Der deutliche Anstieg im Vorjahresvergleich begründet sich im Wesentlichen durch Wertminderungen in Höhe von 7,9 Mio. €, welche im Zuge des Deinvestmentkonzepts vorgenommen wurden.

Die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte beliefen sich auf 19,1 Mio. € (2018: 5,3 Mio. €). Im Zusammenhang mit dem Deinvestmentkonzept wurden Wertminderungen auf die Vermögenswerte bereits geschlossener oder noch zu schließender Teilbereiche in Höhe von 14,2 Mio. € vorgenommen.

Im Zuge der Erstanwendung des IFRS 16 waren im Geschäftsjahr 2019 Abschreibungen für Nutzungsrechte in Höhe von 4,8 Mio. € zu berücksichtigen.

Insgesamt stiegen die Abschreibungen inklusive der Wertminderungen im Berichtszeitraum um 350,0 % von 7,9 Mio. € auf 35,4 Mio. € (vor IFRS 16: 30,6 Mio. €).

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge

Die Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge) betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr 21,6 %, nach 21,8 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wenngleich die Gesellschaft im letzten Jahr den Fokus verstärkt auf Profitabilität gelegt hat, fällt die Bruttomarge im H2 2019 mit 21,3 % gegenüber dem Vorjahr niedriger aus (H2 2018: 21,9 %). Dies begründet sich durch die im Schlussquartal vorgenommene Wertberechtigung von Warenbeständen in Höhe von 4,6 Mio. € im Zusammenhang mit der Optimierung des Working Capital Managements. Ohne diesen Effekt beläuft sich die Bruttomarge im H2 2019 auf 22,6 %.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Berichtszeitraum um 1,2 % auf 37,6 Mio. € (vor IFRS 16: 38,0 Mio. €, 2018: 38,1 Mio. €). Im Berichtsjahr wurden Erträge aus der Beteiligung an einem laufenden Logistik-/ Grundstücksprojekt in Höhe von 14,0 Mio. € erzielt. Im Vorjahr waren Erträge in Höhe von 11,4 Mio. € durch die Übernahme der All you need GmbH realisiert worden. Ferner beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge auch Gewinne aus Währungskursdifferenzen in Höhe von 3,4 Mio. € (2018: 3,5 Mio. €). Währungsverluste weisen wir innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus (2019: 6,5 Mio. €, 2018: 3,2 Mio. €). Der Anstieg der Währungsverluste begründet sich im Wesentlichen durch Wertbereinigungen im Fremdwährungsgeschäft in Höhe von 2,7 Mio. €. Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich im Berichtszeitraum auf -3,1 Mio. € (2018: 0,3 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten zudem Marketingzuschüsse, Erlöse aus Transportverlusten und sonstige Erlöse, die in Summe im Vorjahresvergleich nahezu unverändert sind.

Rohertrag

Im Berichtszeitraum verringerte sich der Rohertrag gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um 3,3 % von 178,7 Mio. € auf 172,7 Mio. €. Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 663,4 Mio. € (2018: 683,8 Mio. €) betrug der Rohertrag 26,0 % (2018: 26,1 %).

Operatives EBITDA

Das in 2019 erzielte Ergebnis vor Abschreibungen wird durch Sondereffekte einhergehend mit der Restrukturierung und Refokussierung in Höhe von insgesamt 16,7 Mio. € belastet. Das operative EBITDA vor außerordentlichen Aufwendungen beläuft sich für das abgeschlossene Geschäftsjahr somit auf 10,0 Mio. €.

EBITDA

Das EBITDA verringerte sich im Berichtszeitraum von 9,0 Mio. € auf -6,6 Mio. € (vor IFRS 16: -11,2 Mio. €), ein Rückgang um 174,0 %. Die EBITDA-Marge für das Gesamtjahr beträgt -1,1 % (vor IFRS 16: -1,8 %, 2018: 1,4 %).

In den ersten sechs Monaten 2019 lag das erzielte EBITDA mit -3,7 Mio. € (vor IFRS 16: -6,3 Mio. €) um 153,8 % unter dem Vergleichszeitraum (H1 18: 6,8 Mio. €). Die EBITDA-Marge für H1 19 betrug -1,3 % (vor IFRS 16: -2,2 %, H1 18: 2,3 %). Eine erhöhte Kostenbasis resultierend aus der Akquisition der All you need GmbH im November 2018, die Umstrukturierung von Lägern und der Anstieg der Transportkosten wirkten im H1 19 ergebnisbelastend.

In der zweiten Jahreshälfte wurde ein EBITDA in Höhe von -2,9 Mio. € (vor IFRS 16: -4,9 Mio. €) erzielt, nach 2,2 Mio. € im H2 18 (-233,9 %). Der deutliche Rückgang resultiert neben der schwächeren Umsatzentwicklung im vierten Quartal insbesondere auch aus den im H2 2019 entstandenen Einmalaufwendungen aus Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten. Mittels der im zweiten Halbjahr erzielten Kosteneinsparungen insbesondere im Marketing und dem vereinnahmten Ertrag aus dem Logistikprojekt konnten die ergebnisbelastenden Faktoren nicht vollumfänglich kompensiert werden. Die in der zweiten Jahreshälfte erzielte EBITDA-Marge beläuft sich auf -0,8 % (vor IFRS 16: -1,4 %), nach 0,6 % im Vergleichszeitraum.

EBITDA

pro Halbjahr, in Mio. € (%-Veränderung yoy)

EBIT

Das in 2019 erzielte EBIT betrug -42,1 Mio. € (vor IFRS 16: -41,7 Mio. €), nach 1,1 Mio. € im Jahr zuvor. Die Umsatzrendite (Verhältnis von EBIT zu Umsatzerlösen) für das abgeschlossene Geschäftsjahr belief sich auf -6,7 % (vor IFRS 16: -6,7 %, 2018: 0,2 %). Neben einem erhöhten Aufwand aufgrund der eingeleiteten Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen wirkten auch die negativen Ergebnisse von Tochtergesellschaften und Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte in Höhe von 22,1 Mio. € im Zusammenhang mit der Schließung oder möglichen Verkäufen von Tochtergesellschaften bzw. langfristigen Vermögenswerten ergebnisbelastend.

Finanzergebnis

Im Berichtszeitraum wurde ein Finanzertrag in Höhe von 86 Tsd. € erzielt (vor IFRS 16: 57 Tsd. €, 2018: 22 Tsd. €). Dem stand ein Zinsaufwand von 1,5 Mio. € gegenüber (vor IFRS 16: 1,2 Mio. €, 2018: 0,7 Mio. €). Der deutliche Anstieg resultiert zum einen aus dem Sanierungszinssatz, welcher sowohl für die Kreditlinien als auch für die bestehenden Mittelfrist-Darlehen im Sanierungszeitraum zum Tragen kommt. Zum anderen führt die erstmalige Anwendung von IFRS 16 zu einem um 0,3 Mio. € erhöhten Finanzaufwand. Das Finanzergebnis betrug -1,5 Mio. € (vor IFRS 16: -1,2 Mio. €, 2018: -0,7 Mio. €).

Ertragsteuern

Aufgrund des negativen Vorsteuerergebnisses (EBT) in Höhe von -43,5 Mio. € (vor IFRS 16: - 42,9 Mio. €) ergibt sich in der Position "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ein Ertrag von 2,7 Mio. €. In 2018 belief sich der Steueraufwand auf 2,1 Mio. €. Die Steuerquote betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 6,3 % (2018: 493,1 %). Der Ertrag in 2019 resultiert im Wesentlichen aus Verlustvorträgen in Höhe von 3,1 Mio. €, welche die Delticom AG zukünftig nutzen kann.

Konzernergebnis und Dividende

Das Konzernergebnis fällt mit -40,8 Mio. € (vor IFRS 16: -40,2 Mio. €) bzw. -3,27 € (vor IFRS 16: -3,22 €) je Aktie im Vorjahresvergleich deutlich niedriger aus (2018: -1,7 Mio. € bzw. -0,13 € je Aktie). Das für die Ausschüttung relevante Ergebnis der Delticom AG ist mit -49,0 Mio. € bzw. -3,93 € je Aktie negativ (2018: -3,4 Mio. € bzw. -0,27 € je Aktie).

Vor dem Hintergrund der Ergebnisentwicklung im letzten Jahr und mit Blick auf die angespannte Liquiditätssituation erfolgt keine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2019.

Die Tabelle Verkürzte Gewinn- und-Verlustrechnung fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. €

2019 % +% 2018 % +%
Umsatz 625.755 100,0 -3,1 645.724 100,0 -3,3
Sonstige betriebliche Erträge 37.610 6,0 -1,2 38.064 5,9 47,4
Gesamtleistung 663.364 106,0 -3,0 683.788 105,9 -1,4
Materialaufwand -490.643 -78,4 -2,9 -505.100 -78,2 -4,8
Rohertrag 172.722 27,6 -3,3 178.688 27,7 9,5
Personalaufwand -19.936 -3,2 25,4 -15.893 -2,5 45,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen -159.423 -25,5 3,6 -153.829 -23,8 7,5
EBITDA -6.637 -1,1 -174,0 8.965 1,4 -3,3
Abschreibungen -35.417 -5,7 350,0 -7.871 -1,2 8,8
EBIT -42.054 -6,7 -3944,3 1.094 0,2 -46,3
Finanzergebnis (netto) -1.460 -0,2 118,7 -668 -0,1 76,0
EBT -43.514 -7,0 -10306,5 426 0,1 -74,3
Ertragsteuern 2.734 0,4 -230,0 -2.102 -0,3 289,9
Konzernergebnis -40.780 -6,5 2333,4 -1.676 -0,3 -249,9
2017 %
Umsatz 667.711 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 25.827 3,9
Gesamtleistung 693.539 103,9
Materialaufwand -530.311 -79,4
Rohertrag 163.228 24,4
Personalaufwand -10.916 -1,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen -143.039 -21,4
EBITDA 9.273 1,4
Abschreibungen -7.237 -1,1
EBIT 2.036 0,3
Finanzergebnis (netto) -379 -0,1
EBT 1.657 0,2
Ertragsteuern -539 -0,1
Konzernergebnis 1.118 0,2

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertragslage

In unserem Kerngeschäft - dem Onlinhandel mit Reifen und Kompletträdern in Europa - ist die Ertragslage seit 2018 angespannt. Neben einem durch Konsolidierung geprägten Marktumfeld begründet sich dies nicht zuletzt auch durch eine zu hohe Kostenbasis. Sowohl im Geschäftsjahr 2018 als auch in 2019 wurde das Konzernergebnis in erheblichem Maße durch Einmaleffekte gestützt. Solche positiven Ergebnisbeiträge lassen sich nicht in jedem Jahr erzielen. Mit dem im abgeschlossenen Geschäftsjahr eingeleiteten Restrukturierungsprozess und der damit einhergehenden Refokussierung auf unser Kerngeschäft haben wir die Kehrtwende eingeleitet, um Delticom zurück auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zu führen. Trotz der im letzten Jahr geschlossenen Sanierungsvereinbarung benötigen wir weiterhin die konsequente Fortsetzung unseres eingeschlagenen Wegs und somit Rückbesinnung auf unser Kerngeschäft - Reifen Europa. Bis Ende 2021 gilt es, die vereinbarten Milestones schrittweise zu erreichen, um die Delticom-Gruppe zu alter Stärke zurückzubringen.

Neben dem verstärkten Managementfokus auf Profitabilität sorgte im abgelaufenen Geschäftsjahr auch der ungewöhnlich milde Winter für einen Umsatzrückgang um 3,1 % auf 625,8 Mio. € (2018: 645,7 Mio. €). Das EBITDA fiel mit -6,6 Mio. € (vor IFRS 16: -11,2 Mio. €) negativ aus (2018: 9,0 Mio. €, -174,0 %), das Konzernergebnis belief sich insgesamt auf -40,8 Mio. € (vor IFRS 16: -40,2 Mio. €), nach einem Vorjahresergebnis von -1,7 Mio. €. Einmalaufwendungen aus Restrukturierungskosten, negative Effekte aus Verlusten einzelner Tochtergesellschaften und Wertminderungen wirkten im letzten Jahr deutlich ergebnisbelastend. Mit Blick auf das Deinvestmentkonzept zur Einstellung der verlusttragenden Gesellschaften aus dem Bereich efood- und Logistik wurden die bilanziellen Wertansätze dieser Gesellschaften bereits im abgeschlossenen Geschäftsjahr vollständig bereinigt. Wenngleich wir mit der daraus resultierenden Ergebnisentwicklung im letzten Jahr nicht zufrieden sein können, so ist ein wichtiger Schritt zur Effizienz- und Profitabilitätssteigerung getan. Durch die Kosteneinsparungen im Marketing und dem erzielten Ertrag aus der Beteiligung an einem Logistik- / Grundstücksprojekt konnte ein Teil der vorgenannten Effekte kompensiert werden. Das im Oktober des letzten Jahres verabschiedete Sanierungskonzept hat Banken und Warenkreditversicherer von der Zukunftsfähigkeit der Delticom-Gruppe überzeugt. Aus den definierten Maßnahmen wurden bereits in 2019 erste Erfolge erzielt. So zahlte sich beispielsweise die bereits zu Jahresbeginn eingeleitete Optimierung der Lagerlogistik-Prozesse im Wintergeschäft des abgelaufenen Geschäftsjahres für unsere Kunden aus. Delticom konnte insgesamt schneller ausliefern und war damit erheblich leistungsfähiger als noch in 2018. Mit der Fokussierung auf das Kerngeschäft kann Delticom rasch wieder in die Gewinnzone gelangen und damit die Basis für eine nachhaltige Steigerung der Profitabilität schaffen.

Finanz- und Vermögenslage

Die Finanz- und Vermögenslage der Delticom-Gruppe zum Bilanzstichtag 31.12.2019 ist geprägt von umfassenden Maßnahmen zur Restrukturierung und Neuausrichtung der Gesellschaft. Über die im letzten Jahr ergriffenen Maßnahmen zur Sicherung der Finanzierung und Stärkung der Liquidität verweisen wir auf die Ausführungen im Risikobericht im Abschnitt "Bestandsgefährdendes Risiko".

Investitionen

Sachanlagen

Bei den für 2019 ausgewiesenen Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 4,5 Mio. € (2018: 7,2 Mio. €) handelt es sich hauptsächlich um Ersatz- und Ausstattungsinvestitionen in unsere Läger.

Immaterielle Vermögenswerte

Darüber hinaus investierte die Gesellschaft im Berichtszeitraum 2,1 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte (2018: 3,5 Mio. €). Bei den in 2019 getätigten Investitionen handelt es sich im Wesentlichen um Software.

Die Summe der in 2019 getätigten Investitionen in Höhe von 6,6 Mio. € liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 10,7 Mio. €.

Nutzungsrechte - IFRS 16

Die nach IFRS 16 zu bilanzierenden Nutzungsrechte aus Leasingverträgen betrugen zum Bilanzstichtag 24,3 Mio. €, nachdem im Berichtszeitraum planmäßige Abschreibungen in Höhe von 4,8 Mio. € vorgenommen wurden.

Working Capital

Working Capital

Als Net Working Capital bezeichnen wir die Netto-Kapitalbindung in den Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit unseren Handelsaktivitäten. Die Forderungen werden sowohl um erhaltene Anzahlungen von Kunden als auch um die Verbindlichkeitsposition aus Guthaben von Kunden gekürzt. Die Kapitalbindung im Working Capital wurde im Jahresverlauf von -15,1 Mio. € um 12,6 Mio. € auf -2,5 Mio. € erhöht.

Die Grafik Working Capital zeigt die Veränderungen der Bestandteile des Net Working Capital von Halbjahr zu Halbjahr für die letzten drei Jahre.

Working Capital

in Mio. €

Forderungen

In Summe reduzierte sich die Kapitalbindung in den Forderungen - gekürzt um erhaltene Anzahlungen und Guthaben von Kunden - im Working Capital von 16,2 Mio. € zum 31.12.2018 auf 4,0 Mio. € zum 31.12.2019. Das mittlere Kundenziel (durchschnittlicher Forderungsbestand dividiert durch den durchschnittlichen Umsatz pro Tag) verringerte sich im Vorjahresvergleich auf 5,9 (2018: 9,4).

Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich zum Jahresende auf 10,5 Mio. € (31.12.2018: 24,3 Mio. €). Durch die wetterbedingt schwächere Nachfrage lag das Auftragsvolumen in der zweiten Dezemberhälfte unter dem Vorjahresniveau. Dementsprechend fallen auch die erhaltenen Anzahlungen von Kunden zum Jahresende mit 6,2 Mio. € geringer aus (31.12.2018: 7,8 Mio. €). Die Verbindlichkeitsposition aus Guthaben von Kunden blieb im Stichtagsvergleich mit 0,3 Mio. € nahezu unverändert (31.12.2018: 0,3 Mio. €).

Vorräte

Größter Posten im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Vor dem Hintergund eines aktiven Working Capital Managaments konnten die Bestände im Jahresverlauf um 36,6 Mio. € auf 62,9 Mio. € verringert werden (31.12.2018: 99,6 Mio. €). Aufgrund von Auslieferungsschwierigkeiten zum Saisonhochpunkt im Oktober 2018 war der Bestand an Winterware zum Bilanzstichtag 31.12.2018 überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Ein guter Teil dieses Lagerbestands konnte aufgrund des anhaltenden Winters im Q1 2019 abverkauft werden.

Bedingt durch den unterjährig niedrigeren Vorratsbestand und den rückläufigen Absatz hat sich 2019 die durchschnittliche Reichweite (durchschnittliche Höhe des Vorratsbestands dividiert durch durchschnittlichen Materialaufwand pro Tag) auf 60,2 Tage reduziert (2018: 64,8 Tage).

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Reifenhandel traditionell eine wesentliche Finanzierungsquelle. Zum Zwecke der Analyse kürzen wir diese Verbindlichkeiten um die Guthaben bei Lieferanten (enthalten in den sonstigen Vermögenswerten). Dieser Saldo aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gekürzt um Guthaben bei Lieferanten fällt im Stichtagsvergleich mit 69,4 Mio. € um 61,5 Mio. € niedriger aus (31.12.2018: 130,9 Mio. €). Dieser Rückgang korrespondiert mit dem im Stichtagsvergleich ebenfalls deutlich niedrigeren Vorratsvermögen.

Cashflow

Laufende Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war im Berichtszeitraum mit -22,5 Mio. € deutlich niedriger als im Vergleichszeitraum (2018: -11,7 Mio. €). Die deutliche Verschlechterung des EBIT im Berichtszeitraum wird vornehmlich durch signifikant höhere Abschreibungen, der Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen und dem positiven Effekt aus den gezahlten Ertragsteuern kompensiert. Der Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fällt im Jahresverlauf höher aus als die Reduzierung des Vorratsvermögens und der Forderungen und sonstige Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind.

Investitionstätigkeit

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,5 Mio. € (2018: 7,2 Mio. €). Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 2,1 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (2018: 3,5 Mio. €). Den Auszahlungen stehen Inflows aus Abgängen des Sachanlagevermögens in Höhe von 2,5 Mio. € gegenüber. Im Ergebnis betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit -4,1 Mio. € (Vorjahr: -3,1 Mio. €).

Finanzierungstätigkeit

Die Delticom-Gruppe verzeichnete im Berichtszeitraum einen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 28,5 Mio. € (2018: 14,3 Mio. €). Bis zur Verabschiedung des Sanierungskonzepts Ende Oktober wurden Finanzschulden in Höhe von 5,8 Mio. € getilgt. Dem stehen Inanspruchnahmen von Kreditlinien in Höhe von 34,2 Mio. € gegenüber.

Liquidität gemäß Cashflow

Ausgangspunkt ist die Liquidität zum Stichtag 31.12.2018 von 3,4 Mio. €. Der Saldo aus zahlungswirksamen Veränderungen des Finanzmittelbestands belief sich im Berichtszeitraum auf 1,9 Mio. €. Zum Bilanzstichtag betrug die Liquidität 5,3 Mio. €. Zum Stichtag verfügte die Gruppe entsprechend über eine Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) in Höhe von -59,0 Mio. €. Ausgangspunkt ist die Netto-Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden zu Jahresbeginn in Höhe von -23,9 Mio. € zuzüglich der Veränderung des Finanzmittelbestands um 1,9 Mio. € und der Ausweitung kurzfristiger Finanzschulden im Stichtagsvergleich um -37,2 Mio. €. Hinsichtlich der Gründe für diese Entwicklung verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt "Bilanzstruktur - Kurzfristige Finanzierungsmittel".

Free Cashflow

Der Free Cashflow (operativer Cashflow abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit) ist im Vorjahresvergleich von -14,8 Mio. € auf -26,5 Mio. € gesunken.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme lag zum 31.12.2019 mit 188,2 Mio. € (vor IFRS 16: 159,5 Mio. €) um 19,1 % unter dem Vorjahreswert von 232,5 Mio. €. Die Grafik Aufteilung der Bilanzsumme veranschaulicht die Kapitalintensität des Geschäftsmodells.

Aufteilung der Bilanzsumme

in Mio. €

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. € 31.12.19 % +% 31.12.18 % 30.06.18 %
Aktiva
Langfristig gebundenes Vermögen 88.800 47,2 3,4 85.858 36,9 79.357 36,1
Anlagevermögen 76.364 40,6 -6,2 81.369 35,0 74.104 33,7
sonstige Vermögenswerte 12.436 6,6 177,0 4.490 1,9 5.253 2,4
Kurzfristig gebundenes Vermögen 99.412 52,8 -32,2 146.677 63,1 140.737 63,9
Vorräte 62.950 33,4 -36,8 99.586 42,8 93.784 42,6
Forderungen 31.123 16,5 -28,8 43.686 18,8 42.977 19,5
Liquidität 5.339 2,8 56,8 3.404 1,5 3.976 1,8
Bilanzsumme 188.212 100,0 -19,1 232.535 100,0 220.094 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 38.021 20,2 -32,7 56.490 24,3 60.680 27,6
Eigenkapital 8.274 4,4 -83,2 49.254 21,2 53.337 24,2
Fremdkapital 29.748 15,8 311,1 7.236 3,1 7.343 3,3
Rückstellungen 384 0,2 52,2 252 0,1 191 0,1
Verbindlichkeiten 29.030 15,4 343,4 6.547 2,8 6.723 3,1
Andere langfristige Verbindlichkeiten 334 0,2 -23,5 437 0,2 429 0,2
Kurzfristige Schulden 150.190 79,8 -14,7 176.045 75,7 159.414 72,4
Rückstellungen 3.694 2,0 177,7 1.330 0,6 1.365 0,6
Verbindlichkeiten 146.496 77,8 -16,2 174.715 75,1 158.049 71,8
Bilanzsumme 188.212 100,0 -19,1 232.535 100,0 220.094 100,0

Langfristig gebundenes Vermögen

Auf der Aktivseite erhöhte sich das langfristig gebundene Vermögen leicht von 85,9 Mio. € auf 88,8 Mio. € (vor IFRS 16: 60,5 Mio. €). Die immateriellen Vermögenswerte verringerten sich von 59,7 Mio. € auf 41,6 Mio. €. Einen wesentlichen Anteil an diesem Rückgang hatten deinvestmentbedingte Wertminderungen in Höhe von 14,2 Mio. €. Ebenso ging das Sachanlagevermögen vornehmlich durch entsprechende Wertminderungen in Höhe von 7,9 Mio. € von 21,7 Mio. € um 11,2 Mio. € auf 10,4 Mio. € zurück. Durch die erstmalige Anwendung des IFRS 16 wurden im Berichtsjahr erstmals sogenannte Nutzungsrechte aus Leasingverträgen (Right of Use Assets) in Höhe von 24,3 Mio. € bilanziert.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerten erhöhten sich um 7,9 Mio. € auf 12,4 Mio. € (vor IFRS 16: 8,5 Mio. €, 31.12.2018: 4,5 Mio. €) was nahezu ausnahmslos auf gestiegene latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen sowie auf die erstmalige Anwendung des IFRS 16 - Forderungen aus Untervermietung zurückzuführen ist.

Vorräte

Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Diese gingen im Berichtszeitraum um 36,6 Mio. € zurück und betrugen zum Bilanzstichtag 31.12.2019 nur noch 62,9 Mio. € (Vorjahr: 99,6 Mio. €). Die Gründe für den Rückgang um 36,8 % sind unter Finanz- und Vermögenslage - Working Capital detailliert dargestellt.

Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Jahresende auf 10,5 Mio. € und fielen damit um 13,8 Mio. € bzw. 56,6 % niedriger aus als im Vorjahr (31.12.2018: 24,3 Mio. €). Diese Entwicklung geht neben einer schwächeren Geschäftsentwicklung zum Jahresende auch mit dem aktiven Forderungsmanagement im letzten Jahr einher. Innerhalb der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 20,6 Mio. € (vor IFRS 16: 20,1 Mio. €, 2018: 12,8 Mio. €) verringerten sich die Erstattungsansprüche aus Steuern um 54,3 % von 9,8 Mio. € auf 4,5 Mio. €. Diese Veränderung resultiert aus verringerten Umsatzsteuerforderungen zum Jahresende. Der Anstieg der übrigen kurzfristigen Forderungen von 1,7 Mio. € zum 31.12.2018 auf 15,1 Mio. € (vor IFRS 16: 14,6 Mio. €) resultiert maßgeblich aus Forderungen im Zusammenhang mit einem Logistik- / Grundstücksprojekt in Höhe von 10,9 Mio. €, die in 2020 cashwirksam realisiert werden. Hierbei handelt es sich mit 0,9 Mio. € um eine Darlehensrückforderung, welche im Zusammenhang mit diesem Projekt an einen Projektbeteiligten gewährt wurde. Der gesamte Forderungsbestand inklusive Ertragsteuerforderungen reduzierte sich im Stichtagsvergleich auf 31,1 Mio. € (vor IFRS 16: 26,7 Mio. €, 31.12.2018: 43,7 Mio. €).

Liquidität

Die flüssigen Mittel verzeichneten einen Nettozufluss von 1,9 Mio. €. Somit betrug der Finanzmittelbestand am Abschlussstichtag 5,3 Mio. € (31.12.2018: 3,4 Mio. €). Letzlich war der sehr hohe Periodenverlust von 40,8 Mio. € (vor IFRS 16: -40,2 Mio. €) nur zu einem sehr geringen Teil auch cashwirksam. Aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 blieben die Schulden mit 179,9 Mio. € (vor IFRS 16: 150,6 Mio. €) im Stichtagsvergleich leicht unter dem Vorjahr (2018: 183,3 Mio. €). Die Optimierung des Working Capital führte zu einer Erhöhung der liquiden Mittel in der Stichtagsbetrachtung (vgl. hierzu auch die detaillierten Ausführungen unter Cashflow).

Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum Bilanzstichtag insgesamt auf 99,4 Mio. € (vor IFRS 16: 93,6 Mio. €, 31.12.2018: 146,7 Mio. €). Der Rückgang um 47,3 Mio. € resultiert vorrangig aus der Verringerung der Vorräte im Stichtagsvergleich.

Kurzfristige Finanzierungsmittel

Auf der Passivseite verringerten sich die kurzfristigen Finanzierungsmittel um 25,9 Mio. € oder 14,7 % auf 150,2 Mio. € (vor IFRS 16: 144,3 Mio. €, 31.12.2018: 176,0 Mio. €). Die sonstige kurzfristigen Rückstellungen stiegen um 2,5 Mio. € auf 3,4 Mio. €, insbesondere aufgrund gestiegener Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit der Restrukturierung. Die Steuerverpflichtungen verminderten sich um 0,1 Mio. € auf 0,3 Mio. €.

Innerhalb der 146,5 Mio. € (vor IFRS 16: 140,6 Mio. €) an kurzfristigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2019 entfielen 69,4 Mio. € oder 36,9 % der Bilanzsumme auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 131,4 Mio. € sind diese um 62,0 Mio. € bzw. um 47,2 % gesunken.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum Bilanzstichtag 64,3 Mio. € (vor IFRS 16: 58,4 Mio. €), ein Anstieg um 37,2 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2018: 27,1 Mio. €). Für den planmäßigen Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vor dem Bilanzstichtag war auch vor dem Hintergrund der schwächeren Geschäftsentwicklung im vierten Quartal die Ausweitung der Kreditlinieninanspruchnahme erforderlich. Hier handelt es sich im Wesentlichen um einen Stichtagseffekt.

In den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 12,7 Mio. € (Vorjahr: 16,2 Mio. €) entfielen 6,2 Mio. € auf erhaltene Anzahlungen von Kunden (Vorjahr: 7,8 Mio. €) und 0,3 Mio. € auf Guthaben von Kunden (Vorjahr: 0,3 Mio. €).

Fremdkapital

Das langfristige Fremdkapital in Höhe von 29,7 Mio. € (vor IFRS 16: 6,3 Mio. €, Vorjahr: 7,2 Mio. €) beinhaltet langfristige verzinslichen Schulden in Höhe von 28,8 Mio. € (31.12.2018: 3,7 Mio. €). Der Anstieg um 25,0 Mio. € geht im Wesentlichen mit der Aktivierung der Nutzungsrechte in Höhe von 23,4 Mio. € aus den Miet-Leasingverpflichtungen im Zuge der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 einher. Das langfristige Fremdkapital beinhaltet ferner langfristige Rückstellungen in Höhe von 0,4 Mio. € (31.12.2018: 0,3 Mio. €), sonstige langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 0,3 Mio. € (31.12.2018: 0,4 Mio. €) sowie latenten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 0,3 Mio. € (31.12.2018: 2,8 Mio. €).

Die Summe aus langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden belief sich am Bilanzstichtag auf 93,1 Mio. € (vor IFRS 16: 63,8 Mio. €), eine Steigerung um 62,3 Mio. € im Stichtagsvergleich (31.12.2018: 30,9 Mio. €). Der Anteil zinstragender Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme betrug zum Stichtag 49,5 % (31.12.2018: 13,3 %).

Eigenkapital und Eigenkapitalquote

Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital um 41,0 Mio. € oder 83,2 % auf 8,3 Mio. € (vor IFRS 16: 8,9 Mio. €, Vorjahr: 49,3 Mio. €). Der Rückgang resultiert vorrangig aus dem negativen Konzernergebnis im abgeschlossenen Geschäftsjahr in Höhe von 40,8 Mio. € (vor IFRS 16: 40,2 Mio. €). Die Struktur der Passiva zeigt entsprechend im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Eigenkapitalquote von 21,2 % auf 4,4 % (vor IFRS 16: 5,5 %). Die Summe aus Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten, Nutzungsrechte, Finanzanlagen und Vorratsvermögen in Höhe von 139,3 Mio. € (vor IFRS 16: 115,0 Mio. €) war zum Stichtag 31.12.2019 zu 27,3 % durch langfristige Finanzierungsmittel gedeckt (Vorjahr: 31,2 %).

Gesamtaussage des Vorstands zur Finanz- und Vermögenslage

Tragfähige Bilanz

Aufgrund der angespannten Finanz- und Vermögenslage haben wir im angeschlossenen Geschäftsjahr gemeinsam mit spezialisierten Beratern ein umfassendes Restrukturierungskonzept erarbeitet und verabschiedet, welches auch aus Sicht der Finanzierer insgesamt tragfähig ist und in einer entsprechenden Sanierungsvereinbarung mündete. Damit ist die Finanzierung der Gesellschaft bis Ende 2021 abgesichert unter der klaren Maßgabe, dass die vereinbarten Maßnahmen von der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt werden. Die Gesellschaft erhält von ihren Lieferanten weiterhin marktgerechte Zahlungsziele und kann für die Finanzierung von Teilen der Lagerbestände unterjährig eingeräumte Kreditlinien in unveränderter Höhe in Anspruch nehmen. Die Sanierungsvereinbarung sieht bis zum Ende 2021 verschiedene Meilensteine vor, um die Gesellschaft auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zurückzubringen. Die Refokussierung auf das Kerngeschäft "Reifen Europa" einhergehend mit der Einstellung nicht profitabler Geschäftsfelder wird die Finanz- und Vermögenslage bereits im laufenden Jahr entlasten. Die im letzten Jahr ergriffenen Maßnahmen hinsichtlich der Optimierung des Working Capitals haben sich insbesondere im Bereich der Warenbestände positiv ausgewirkt. Liquidität und Cashflow werden eng gesteuert, um den Free-Cashflow zu optimieren. Wir sind zuversichtlich, die sich gemäß Gutachten im August ergebende Finanzierungslücke im niedrigen einstelligen Millionenbereich zu schließen. Die Liquidität unterliegt unterjährig deutlichen Schwankungen aufgrund der Saisonalität und der im Reifenhandel üblichen Zahlungsziele. Wenngleich wir mit der Finanz- und Vermögenslage zum Ende des abgeschlossenen Geschäftsjahres nicht zufrieden sein können, so sehen wir uns vor dem Hintergrund der eingeleiteten Maßnahmen auf einem guten Weg, diese zukünftig nachhaltig zu stärken.

Einzelabschluss Delticom AG

Kurzfassung nach HGB

Ergänzend zur Berichterstattung über den Delticom-Konzern wird nachfolgend die Entwicklung der Delticom AG (Einzelgesellschaft) erläutert.

Der Jahresabschluss der Delticom AG wird nach den Bestimmungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes aufgestellt und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Konzernabschluss folgt den International Financial Reporting Standards (IFRS).

Die Steuerung der Einzelgesellschaft unterliegt den gleichen Grundsätzen wie die des Konzerns und erfolgt auf Basis der IFRS. Aufgrund ihres hohen Anteils an der Wertschöpfung im Konzern gelten für die Delticom AG die gleichen Aussagen in Bezug auf das Kapitel "Unternehmenssteuerung und Strategie" wie für den Delticom-Konzern.

Die Delticom AG hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr keine eigenen Aktien gehalten oder erworben. Über die Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf und zur Verwendung eigener Aktien verweisen wir auf die Angaben im Anhang des Einzelabschlusses der Delticom AG für das Geschäftsjahr 2019.

Ertragslage der Delticom AG

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2019 hat die Delticom weiterhin Lagerware von Fremdlieferanten erworben und zum Zeitpunkt der Anlieferung in das Lager an die Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH (nachfolgend "Pnebo" genannt) verkauft. Die daraus resultierenden Umsätze betrugen 231,3 Mio. € (2018: 273,9 Mio. €). Um den Geschäftsverlauf und die Ertragslage realistischer darzustellen, wird nachfolgend mit Umsatzzahlen gearbeitet, die um den Betrag in Höhe von 231,3 Mio. € reduziert wurden, nachfolgend "bereinigter Umsatz" genannt.

Delticom erlöste im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt Umsätze in Höhe von 737,8 Mio. € (2018: 799,2 Mio. €), der bereinigte Umsatz betrug 506,5 Mio. € (2018: 525,3 Mio. €, -3,6 %).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Berichtszeitraum signifikant um 374,3 % auf 22,9 Mio. € (2018: 4,8 Mio. €). Der Anstieg ist maßgeblich auf Erträge aus der Beteiligung an einem laufenden Logistik-/ Grundstücksgeschäft in Höhe von 14,0 Mio. € sowie aus der Auflösung des passiven Ausgleichspostens für die All you need GmbH in Höhe von 4,8 Mio. € zurückzuführen. Gewinne aus Währungskursdifferenzen beliefen sich in 2019 auf 2,5 Mio. € und lagen damit nahezu auf Vorjahresniveau (2018: 2,7 Mio. €). Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus (2019: 5,5 Mio. €, 2018: 2,6 Mio. €). Dieser Anstieg begründet sich im Wesentlichen durch Wertbereinigungen im Fremdwährungsgeschäft. Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich im Berichtszeitraum auf -3,0 Mio. € (2018: 0,1 Mio. €). Insgesamt fielen 0,8 Mio. € an Erträgen aus Anlagenabgängen an, die sich jeweils zur Hälfte auf die immateriellen Vermögensgegenstände und auf das Sachanlagevermögen aufteilten (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Wesentliche Aufwandsposten

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Lagerware der Delticom an die Pnebo in Höhe von 231,3 Mio. € (2018: 273,9 Mio. €) wurden ohne Verkaufsmarge erzielt. Der um diese Tatsache geminderte Materialaufwand wird fortführend "bereinigter Materialaufwand" genannt und findet darüber hinaus in allen Berechnungen, in denen der Materialaufwand Grundlage ist, wie z. B. Bruttomarge, Verwendung.

Materialaufwand

Der größte Aufwandsposten ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die verkauften Reifen erfasst werden. Der bereinigte Materialaufwand betrug im Berichtszeitraum 371,2 Mio. € (2018: 389,4 Mio. €, -4,7 %). Die Materialaufwandsquote verringerte sich im Vorjahresvergleich von 74,1 % auf 73,3 %.

Personalaufwand

Im Berichtszeitraum beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 156 Mitarbeiter (2018: 144). Der Personalaufwand erhöhte sich um 9,3 % auf 10,9 Mio. € (2018: 10,0 Mio. €). Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu den bereinigten Umsatzerlösen) betrug im Berichtszeitraum 2,2 % (2018: 1,9 %).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Transportkosten

Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Der Anstieg der Transportkosten von 51,7 Mio. € um 3,9 % auf 53,7 Mio. € resultiert aus einer korrekturbedingt niedrigeren Kostenbasis im Vorjahr. Im H1 2018 wurden Transportkosten in Höhe von 1,8 Mio. € aufwandsmindernd gebucht, nachdem diese Position in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 insgesamt um diesen Betrag zu hoch ausgewiesen worden waren. Ohne Berücksichtigung dieses Effekts sind die Transportkosten im Vorjahresvergleich nahezu unverändert. Der Anteil der Transportkosten am bereinigten Umsatz belief sich auf 10,6 % (2018: 9,8 %).

Kosten der Lagerhaltung

Der Aufwand für Lagerhaltung erhöhte sich im Berichtszeitraum von 7,7 Mio. € im Vorjahr um 7,4 % auf 8,3 Mio. €. Der Anteil der Lagerhaltungskosten am bereinigten Umsatz betrug 1,6 % (2018: 1,5 %).

Marketing

Der Marketingaufwand betrug im Berichtszeitraum 22,6 Mio. €, nach 24,4 Mio. € für 2018. Dies entspricht einem Anteil von 4,5 % am bereinigten Umsatz (2018: 4,6 %).

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen verringerten sich im Berichtszeitraum von 4,5 Mio. € um 20,8 % auf 3,5 Mio. €. Diese Reduzierung ist maßgeblich auf Anlagenabgänge zurückzuführen, die zu sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 0,8 Mio. € führten.

Verlustübernahmen & Abschreibungen Finanzanlagen

Der Betrag der Verlustübernahme von Tochtergesellschaften belief sich auf 44,3 Mio. € (2018: 11,7 Mio. €). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betrugen 20,8 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge

Die Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge) betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr 26,7 % nach 25,9 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Durch die Margensteigerung konnte der bereinigte Umsatzrückgang in Höhe von 18,8 Mio. € nahezu kompensiert werden. Der Rohertrag - ohne die sonstigen betrieblichen Erträge - lag mit 135,3 Mio. € nur leicht unter Vorjahr (2018: 135,9 Mio. €).

Rohertrag

Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge erhöhte sich der Rohertrag gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um 12,5 % von 140,7 Mio. € auf 158,2 Mio. €. Im Verhältnis zur bereinigten Gesamtleistung in Höhe von 529,5 Mio. € (2018: 530,1 Mio. €) betrug der Rohertrag 29,9 % (2018: 26,5 %).

EBITDA

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsergebnis, Beteiligungsergebnis und Abschreibungen stieg im Berichtszeitraum von 10,3 Mio. € auf 15,6 Mio. € und damit um 51,1 %. Der Anstieg resultiert aus den deutlich höheren sonstigen betrieblichen Erträgen.

EBIT

Durch den Anstieg im Rohertrag und verringerte Abschreibungen konnte der Kostenanstieg im Bereich Personal und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen kompensiert werden. Im Ergebnis stieg das Ergebnis vor Steuern, Zinsergebnis und Beteiligungsergebnis (EBIT). Dieses belief sich im Berichtszeitraum auf 12,1 Mio. € (2018: 5,9 Mio. €, +105,8 %). Dies entspricht einer Umsatzrendite von 2,3 % (2018: 1,1 %).

Finanzergebnis

Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 0,9 Mio. € (2018: 1,4 Mio. €). Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen erhöhten sich von 0,2 Mio. € in 2018 um 278,3 % auf 0,9 Mio. € in 2019.

Ertragsteuern

Hinsichtlich der Ertragsteuern ergibt sich für den Berichtszeitraum ein Ertrag von 3,2 Mio. €. In 2018 betrug der Ertragsteueraufwand 2,1 Mio. €. Der Effekt im abgeschlossenen Geschäftsjahr resultiert im Wesentlichen aus einem latenten Steuerertrag.

Ergebnis und Dividende

Das Ergebnis 2019 betrug -49,0 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von -3,4 Mio. €. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr von -3,93 € (2018: -0,27 €). Hinsichtlich der Dividende verweisen wir auf die Erläuterungen im Konzernlagebericht.

in Tausend € 01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
Umsatzerlöse 737.836 799.201
Sonstige betriebliche Erträge 22.911 4.831
Materialaufwand -602.513 -663.322
Personalaufwand -10.893 -9.967
Abschreibungen -3.529 -4.457
Sonstige betriebliche Aufwendungen -131.745 -120.423
Erträge aus Beteiligungen 932 1.388
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 315 470
Abschreibungen auf Finanzanlagen -20.754 -182
Aufwendungen aus Verlustübernahme -44.332 -11.704
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.356 -1.535
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 916 242
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.192 2.093
Ergebnis nach Steuern -49.021 -3.364
Gewinnvortrag 0 19.301
Bilanzergebnis -33.084 15.936

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertragslage

Unsere Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität haben im letzten Jahr zu einem Anstieg der Bruttomarge geführt. Trotz des Umsatzrückgangs liegt der Rohertrag vor sonstigen betrieblichen Erträgen nur leicht unter Vorjahr. Mittels der erzielten sonstigen betrieblichen Erträge aus der Beteiligung an einem Logistik-/ Grundstücksgeschäft konnten wir zumindest einen Teil der ergebnisbelastenden Effekte aus dem letzten Jahr kompensieren. Die Verlustübernahmen von Tochtergesellschaften belasten das Ergebnis der Delticom AG im letzten Jahr erheblich. Wenngleich wir mit der daraus resultierenden Ergebnisentwicklung im abgeschlossenen Geschäftsjahr nicht zufrieden sein können, so haben wir mit der Entscheidung zur Schließung nicht profitabler Gesellschaften die Grundlage zur nachhaltigen Steigerung der Profitabilität gelegt. Da der Delticom AG hinsichtlich Profitabilität ein starkes Gewicht innerhalb der Delticom-Gruppe zukommt, werden sich folglich die Restrukturierungsmaßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage auch auf die Einzelgesellschaft positiv auswirken.

Finanz- und Vermögenslage der Delticom AG

Die Finanz- und Vermögenslage der Delticom-AG zum Bilanzstichtag 31.12.2019 ist geprägt von umfassenden Maßnahmen zur Restrukturierung und Neuausrichtung der Gesellschaft. Die Liquiditätslage der Gesellschaft ist angespannt. Über die im abgeschlossenen Geschäftsjahr ergriffenen Maßnahmen zur Sicherung der Finanzierung und zur Stärkung der Liquidität verweisen wir auf die Ausführungen im Konzern-Risikobericht im Abschnitt "Bestandsgefährdendes Risiko".

Investitionen

Um Skalen- und Lerneffekte in der Lagerlogistik bestmöglich zu nutzen, investieren wir laufend in den Ausbau der Informations-, Förder- und Verpackungstechnik in den von uns angemieteten Lagern. Bei den für 2019 ausgewiesenen Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 3,0 Mio. € (2018: 3,8 Mio. €) handelt es sich hauptsächlich um die Erweiterung der Versandkapazität in unseren Lägern. Darüber hinaus investierte Delticom im Berichtszeitraum 0,5 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um Erweiterungen von Softwarelizenzen.

Bei den Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 4,8 Mio. € handelt es sich vornehmlich um Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme lag zum 31.12.2019 mit 215,2 Mio. € um 12,6 % unter dem Vorjahreswert von 246,2 Mio. €.

Langfristig gebundenes Vermögen

Auf der Aktivseite verringerte sich das langfristig gebundene Vermögen gegenüber der Vorjahresbasis von 113,9 Mio. € auf 94,6 Mio. €. Der Rückgang begründet sich im Wesentlichen durch die getätigten außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen im Zuge des Deinvestments.

Vorräte

Die Vorräte beliefen sich im Berichtszeitraum auf 6,7 Mio. € (2018: 20,8 Mio. €). Sie bestehen fast ausschließlich aus unterwegs befindlicher Ware. Der Rückgang im Stichtagsvergleich geht mit dem aktiven Bestandsmanagement zur Optimierung des Working Capital einher.

Forderungen

Größter Posten im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 82,4 Mio. € (2018: 78,3 Mio. €). Die Forderungen gegen die Pnebo betragen 82,0 Mio. € (2018: 75,4 Mio. €) und sind die größte Position innerhalb dieser. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6,7 Mio. € sind um 44,1 % gegenüber dem Vorjahr gesunken (2018: 12,0 Mio. €).

Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände von 17,5 Mio. € (2018: 16,7 Mio. €) waren insbesondere Forderungen aus der Beteiligung an einem laufenden Logistik-/Grundstücksprojekt in Höhe von 10,9 Mio. € zu berücksichtigen. Gegenläufig entwickelten sich vor allem die Steuererstattungsansprüche.

Liquidität

Die flüssigen Mittel verzeichneten einen Nettoabfluss von 0,2 Mio. €. Zum 31.12.2019 betrug die "bilanzielle Liquidität" 0,9 Mio. € (2018: 1,1 Mio. €, -14,6 %).

Die Summe des Umlaufvermögens von 118,2 Mio. € lag vornehmlich aufgrund der im Stichtagsvergleich reduzierten Bestände an Vorräten und Forderungen aus Lieferung und Leistung unter dem entsprechenden Vorjahreswert (2018: 128,9 Mio. €).

Latente Steueransprüche

Delticom macht vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB Gebrauch und hat einen Aktivüberhang von 5,8 Mio. € (2018: 2,7 Mio. €) der aktiven gegenüber den passiven latenten Steuern aktiviert.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Auf der Passivseite erhöhten sich die Rückstellungen und Verbindlichkeiten um 23,1 Mio. € oder 13,1 % von 176,8 Mio. € auf 199,9 Mio. €. Dieser Anstieg geht im Wesentlichen mit den höheren Finanzverbindlichkeiten zum Stichtag und den deutlichen höheren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen einher. Die Rückstellungen stiegen um 87,5 % oder 1,8 Mio. € auf 3,9 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €).

Innerhalb der 196,0 Mio. € an Verbindlichkeiten zum 31.12.2019 (2018: 174,7 Mio. €) entfielen 56,3 Mio. € auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Lieferanten. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 109,5 Mio. € ist dieser Verbindlichkeitswert um 53,3 Mio. € oder 48,6 % gesunken.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 63,8 Mio. € (2018: 30,8 Mio. €) beinhalten langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 5,4 Mio. € (2018: 3,7 Mio. €). Der übrige Teil der Finanzverbindlichkeiten ist kurzfristiger Natur. Der deutliche Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten geht mit der Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einher. Hierbei handelt es sich um einen feiertagsbedingten Stichtagseffekt.

Eigenkapital

Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital um 49,0 Mio. € oder 76,2 % auf 15,3 Mio. € (2018: 64,3 Mio. €). Die Struktur der Passiva zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Eigenkapitalquote von 26,1 % auf 7,1 %.

Nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte

Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt Delticom auch nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Diese betreffen im Wesentlichen bestimmte geleaste oder gemietete Güter. Einzelheiten hierzu finden sich im Anhang des Einzelabschlusses im Abschnitt D Ergänzende Angaben - Sonstige finanzielle Verpflichtungen.

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Anlagevermögen 94.585 113.934
Immaterielle Vermögensgegenstände 4.020 6.103
Sachanlagen 7.965 8.842
Finanzanlagen 82.600 98.989
Umlaufvermögen 114.229 128.928
Vorräte 6.652 20.791
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.730 12.042
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 82.413 78.306
Sonstige Vermögensgegenstände 17.497 16.691
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 937 1.098
Rechnungsabgrenzungsposten 629 602
Aktive latente Steuern 5.760 2.700
Aktiva 215.203 246.164
in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Eigenkapital 15.275 64.296
Gezeichnetes Kapital 12.463 12.463
Kapitalrücklage 35.696 35.696
Gewinnrücklagen 200 200
Bilanzgewinn -33.084 15.936
Passiver Ausgleichsposten 0 5.000
Rückstellungen 3.948 2.105
Steuerrückstellungen 0 32
Sonstige Rückstellungen 3.948 2.073
Verbindlichkeiten 195.977 174.703
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 63.836 30.824
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.566 6.039
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 56.285 109.535
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 66.858 24.440
Sonstige Verbindlichkeiten 4.433 3.865
Rechnungsabgrenzungsposten 3 60
Passiva 215.203 246.164

Gesamtaussage des Vorstands zur Finanz- und Vermögenslage

Tragfähige Bilanz

Aufgrund der angespannten Finanz- und Vermögenslage haben wir im abgeschlossenen Geschäftsjahr gemeinsam mit spezialisierten Beratern ein umfassendes Restrukturierungskonzept erarbeitet und verabschiedet, welches auch aus Sicht der Finanzierer insgesamt tragfähig ist und in einer entsprechenden Sanierungsvereinbarung mündete. Damit ist die Finanzierung der Gesellschaft bis Ende 2021 abgesichert unter der klaren Maßgabe, dass die vereinbarten Maßnahmen von der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt werden. Die Gesellschaft erhält von ihren Lieferanten weiterhin marktgerechte Zahlungsziele und kann für die Finanzierung von Teilen der Lagerbestände unterjährig eingeräumte Kreditlinien in unveränderter Höhe in Anspruch nehmen. Die Sanierungsvereinbarung sieht bis zum Ende 2021 verschiedene Meilensteine vor, um die Gesellschaft auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zurückzubringen. Die Refokussierung auf das Kerngeschäft "Reifen Europa" einhergehend mit der Einstellung nicht profitabler Geschäftsfelder wird die Finanz- und Vermögenslage der Delticom AG bereits im laufenden Jahr entlasten. Die im letzten Jahr ergriffenen Maßnahmen hinsichtlich der Optimierung des Working Capitals haben sich insbesondere im Bereich der Warenbestände bereits im abgeschlossenen Geschäftsjahr positiv ausgewirkt. Die Liquidität unterliegt unterjährig deutlichen Schwankungen aufgrund der Saisonaliät und der im Reifenhandel üblichen Zahlungsziele. Wenngleich wir mit der Finanz- und Vermögenslage zum Ende des abgeschlossenen Geschäftsjahres nicht zufrieden sein können, so sehen wir uns vor dem Hintergrund der eingeleiteten Maßnahmen auf einem guten Weg, diese zukünftig nachhaltig zu stärken.

Risikobericht

Die Geschäftsentwicklung der Delticom AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie der Delticom-Konzern.

Prognose

Aufgrund der Verflechtung der Delticom AG mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern verweisen wir auf unsere Aussagen im Kapitel Ausblick (Prognosebericht), die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln.

Nachtragsbericht

Laufendes Logistik- / Grundstücksprojekt

Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Anteils online verkaufter Reifen beabsichtigt die Delticom AG, ihre logistische Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen. Voraussichtlich zu Ende 2020 erfolgt die Eröffnung eines neuen Reifenlagers in der französischen Gemeinde Ensisheim unweit gelegen von der Grenze sowohl zu Deutschland als auch der Schweiz. Mit der Errichtung des neuen Logistikzentrums nach Vorgaben der Delticom AG wurde seinerzeit eine Projektgesellschaft beauftragt. Die gesamte Industrieimmobilie bestehend aus zwei Hallen wurde durch den Projektberater bereits erfolgreich an einen Investor verkauft. Die Delticom AG wird eine der beiden im Bau befindlichen Hallen langfristig mieten und partizipiert an dem Ertrag aus dem Verkauf an den Investor. In 2019 wurden entsprechend sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 14 Mio. € generiert. Weitere 2,3 Mio. € werden über die kommenden zwölf Jahre ergebniswirksam realisiert. Von diesen 16,3 Mio. € wurden im laufenden Geschäftsjahr 2020 bereits 10 Mio. € cashwirksam an die Delticom AG gezahlt. Die verbleibende Differenz wird zunächst als Barkaution gewährt, die Ansprüche daraus sind mittels einer Bürgschaft gesichert. Zu Beginn der Nutzung des Lagers wird die Barkaution in eine Mietkaution umgewandelt.

Corona-Virus

Zu Jahresbeginn 2020 hat sich in China das neuartige Corona-Virus in hoher Geschwindigkeit ausgebreitet. Asiatische Reifenhersteller produzieren mittlerweile einen gewissen Teil der europäischen Reifenersatznachfrage im niedrigen Preissegment. Aufgrund der umfassenden Maßnahmen der chinesischen Regierung mit dem Ziel zur Eindämmung des neuartigen Virus, waren zu Jahresbeginn die chinesischen Reifenfabriken geschlossen worden, inzwischen ist die Produktion allerdings wieder angelaufen. Aufgrund des Seewegs von 4- 6 Wochen muss davon ausgegangen werden, dass es bei der Anlieferung der chinesischen Reifen für den europäischen Markt zu einer entsprechenden Verzögerung kommt. Dementsprechend könnten wir gemeinsam mit unseren europäischen Marktbegleitern vor der Herausforderung stehen, unseren Kunden zum Saisonstart im April nicht das gesamte Portfolio an Reifen anbieten zu können. Kurzfristig könnten marktweite Preiserhöhungen für einen Teil des Sortiments die Folge sein.

Die zunehmende Corona-Ausbreitung in Europa stellt den Handel vielerorts vor großer Herausforderungen. In den Mitgliedsländern wird das private Leben der europäischen Verbraucher zunehmend eingeschränkt, Großveranstaltungen werden vielerorts abgesagt.

Eine Einschätzung darüber, ob oder inwieweit sich das Corona-Virus negativ auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr auswirken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: 24.03.2020) nur mit erheblicher Unsicherheit eingeschätzt werden. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen im Prognosebericht im Abschnitt "Prognose 2020 - COVID-19". Das Management der Delticom AG behält die Informationslage weiterhin fest im Blick und wird in Abhängigkeit von der Entwicklung in den kommenden Wochen das Geschäft steuern. Die Organisation der Delticom hat weitreichende Maßnahmen ergriffen, um die betrieblichen Abläufe auch im Falle einer weiteren Virus-Ausbreitung in Deutschland sicherzustellen. Der Großteil der Belegschaft arbeitet entsprechend ausgestattet bereits von zu Hause und ist über die notwendigen Verhaltensregeln und Kommunikationsabläufe informiert. Dort wo eine Anwesenheit in der Organisation erforderlich ist (z.B. in den Lägern) wird in Teams gearbeitet, die nicht persönlich miteinander in Kontakt kommen. Delticom hofft mit den ergriffenen Maßnahmen dazu beitragen zu können, eine flächendeckende Ausbreitung in Deutschland zumindest zu verzögern.

Risiko- und Chancenbericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet.

Definitionen

Risiken und Chancen

Als Risiken fassen wir Ereignisse auf, die es uns erschweren oder sogar unmöglich machen, unsere Geschäftsziele in einem festgelegten Betrachtungszeitraum zu erreichen. Die Ereignisse können sowohl unternehmensintern als auch extern begründet sein. Wesentliche Risikofelder sind Marktanteile, Umsatzerwartungen, Margen und das Ausmaß der Kundenzufriedenheit.

Da wir verpasste Chancen als Risiken betrachten, verfügen wir nicht über ein eigenständiges Chancenmanagementsystem.

Risikomanagement

Im Risikomanagement formulieren und überwachen wir Maßnahmen, die geeignet sind,

den möglichen Schaden zu verringern (z. B. Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung und Versicherungen),

die Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren (z. B. durch Entscheidung für eine risikoärmere Handlungsalternative, Initiierung von Kontrollen) oder

Risiken zu vermeiden.

Im Rahmen des Risikomanagements kann auch die Entscheidung getroffen werden, bewusst Risiken einzugehen. Wir tun dies, wenn die Chancen überwiegen und der mögliche Schaden keine bestandsgefährdenden Auswirkungen hat.

System zur Risikofrüherkennung

Das System zur Risikofrüherkennung umfasst alle organisatorischen Abläufe, die dem eigentlichen Management der Risiken vorausgehen. Es hat die Aufgabe,

wesentliche und bestandsgefärdende Risiken frühzeitig zu erkennen,

diese Risiken zu analysieren und zu bewerten,

Verantwortlichkeiten für die Risikoüberwachung festzulegen und

Risiken an die richtigen Adressaten rechtzeitig zu kommunizieren.

Da Risikofrüherkennung und Risikomanagement Hand in Hand gehen, werden beide Begriffe im Folgenden unter "Risikomanagement" im weiteren Sinne zusammengefasst.

Risikobewertung

Betrachtungszeitraum 12 Monate

Was als Risiko gilt und wie es zu bewerten ist, ergibt sich aus dem Abgleich der laufenden Geschäftstätigkeit mit den Geschäftszielen. Wir stellen regelmäßig Ziele im Rahmen der strategischen Planung (Zeitraum von 5 Jahren) und der Budgetplanung (laufendes und nächstes Jahr) auf. Für das Risikomanagement legen wir einheitlich einen Betrachtungszeitraum von 12 Monaten zugrunde.

Meldeschwellen

Als Berechnungsgrundlage für Meldeschwellen wird das Eigenkapital der Gesellschaft herangezogen. Unterschieden wurden zum 31.12.2019 bestandsgefährdende (20 Mio. €), wesentliche (2,5 Mio. €) und geringe Risiken (0,2 Mio. €).

Brutto-/Nettorisiko

In der Analyse verstehen wir Risiken zunächst immer als Bruttorisiken, also ohne Gegenmaßnahmen. Letztere werden dahingehend bewertet, wie wirksam sie das Risiko (Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe) vermeiden, verringern oder auf Dritte abwälzen können.

Aus dem Bruttorisikowert abzüglich der erwarteten Wirkung der spezifischen Gegenmaßnahmen ergeben sich die Nettorisiken. Die erwarteten Schadenshöhen folgen aus den Brutto- und Nettorisiken, indem diese mit Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet werden.

Maßnahmen zur Risikobegrenzung

Die Delticom-Gruppe ist gegen Risiken verschiedenster Art versichert und arbeitet mit namhaften Versicherern zusammen. Zu den versicherten Risiken gehören neben Elementarrisiken (Feuer, Explosion, Überflutung, Sturm und Erdbeben) auch diverse operative Risiken, wie beispielsweise Kreditversicherungen im Geschäft mit gewerblichen Händlerkunden zur Begrenzung des Zahlungsausfallrisikos.

Als E-Commerce-Unternehmen ist die Delticom-Gruppe zudem IT-Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Diesen begegnen wir mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog:

Maßnahmen zum Schutz gegen unberechtigte Systemzugriffe: Ein komplexer Passwortschutz sichert alle webbasierten Anwendungen. Unsere Server sind nur über vorgelagerte Loadbalancer/Firewalls erreichbar, der Zugang zu den Servern ist auf wenige Personen begrenzt und wird durch Sicherheitspersonal überwacht. Auf interne Systeme kann von außerhalb des Firmennetzwerkes nur mit gültigem VPN-Zertifikat zugegriffen werden. Der TÜV und ein PCI-Auditor führen darüber hinaus regelmäßig einen unabhängigen Schwachstellenscan auf allen Servern durch.

Maßnahmen zum Schutz gegen Manipulation von Programmen/Daten durch Mitarbeiter: Durch ein Changemanagementsystem und 4-Augen-Prinzip in der Programmierung wird dieses Risiko begrenzt. Mögliche Manipulationen können über Änderungshistorien jederzeit nachvollzogen werden. User haben in Applikationen nur auf solche Teilbereiche Zugriff, die zur täglichen Aufgabenbewältigung notwendig sind. Mittels eines umfassenden Berechtigungskonzepts werden die Zugänge zu den eingesetzten Applikationen verwaltet.

Ausfall der IT-Landschaft durch Programmierfehler: Diesem Risiko wird durch ein umfangreiches Testing auf Entwicklungsebene entgegengewirkt. Mögliche Fehler können so bereits vor Livebetrieb entdeckt werden.

Durch einen technischen Ausfall sind Applikationen oder Onlineshops nicht mehr erreichbar: Trotz hohen Stands der Technik kann es zum Ausfall diverser Bauteile kommen. Unsere Systeme und Server sind redundant ausgelegt. Bei einem Ausfall eines Geräts/Dienstes übernimmt automatisch ein Notfallsystem. Die Systeme werden softwaregestützt überwacht, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Delticom ist ein schlankes Unternehmen und in hohem Maße von Schlüsselpersonen in allen Bereichen des Unternehmens abhängig. Das Personalrisiko umfasst im Wesentlichen einen Wegfall von Know-How Trägern, einen fehlenden Informationsaustausch und Fehlern durch Mitarbeiter. Zur Begrenzung des Personalrisikos wird eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen:

Kurze Abstimmungs- und Entscheidungswege: Die flache Organisationshierarchie innerhalb der Delticom-Gruppe sichert kurze Abstimmungs- und Entscheidungswege. Es finden regelmäßig Meetings statt (sowohl abteilungsintern als auch bereichsübergreifend), um den Informationsaustausch sicherzustellen und das im Unternehmen vorhandene Know-how zu bündeln und gezielt zu nutzen.

Newsletter: Mittels Newsletter werden alle Mitarbeiter regelmäßig über wichtige Änderungen und Neuerungen innerhalb der Delticom-Gruppe informiert. In speziellen Personalnewslettern informiert die Personalabteilung der Delticom zudem über wichtige Personalthemen.

Dokumentationen: Dank der im Einsatz befindlichen Kollaborationssoftware wird Wissen zentral erfasst und historisiert. Mittels Arbeits- und Verfahrensanweisungen erhalten Mitarbeiter einen definierten Handlungsrahmen.

Schulungen und Trainings: Durch Schulungen, Trainings und Seminare werden der Wissensaufbau und die individuelle Leistung der Mitarbeiter gezielt gefördert.

Mitarbeitergespräche: Durch regelmäßige Mitarbeitergespräche erhalten Mitarbeiter und Führungskräfte die Möglichkeit, sich jenseits des Tagesgeschäfts auszutauschen, gemeinsam über die Zusammenarbeit und gegenseitige Erwartungen zu sprechen und sich Feedback zu geben, damit sich alle Beteiligten weiterentwickeln können.

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom verschiedenen operativen Risiken ausgesetzt. Diesen wirken wir mit einer Reihe von Maßnahmen entgegen.

Marktrisiken: Aufgrund der internationalen Ausrichtung unseres Geschäfts ist das Marktrisiko begrenzt. Relevante Konjunkturindikatoren und Branchenberichte werden für die Einschätzung möglicher zukünftiger Entwicklungen herangezogen und analysiert. Hierdurch werden Marktrisiken und -chancen frühzeitig erkannt.

Währungsrisiken: Die Treasury-Abteilung sichert Fremdwährungsgeschäfte ab, um das Risiko von Währungsschwankungen zu minimieren. Darüber hinaus führt Delticom eine Vielzahl von Bankkonten im Ausland, auf welche die Kunden überweisen. Für Zahlungseingänge in Fremdwährungen besteht größtenteils ein natürlicher Hedge durch Zahlungsausgänge in gleicher Währung.

Forderungsausfälle: Delticom bietet den Kunden eine Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten in den Onlineshops an. Ausfallgefährdete Zahlungsarten, bei denen die Bezahlung erst nach Auslieferung der Ware erfolgt, bedürfen eines umfassenden Maßnahmenkatalogs, um das Forderungsausfall- und Betrugsrisiko zu begrenzen. Im Bereich der Zahlungsabwicklung arbeiten wir mit namhaften Dienstleistern zusammen und haben darüber hinaus ein internes Scoring-System im Einsatz, um ausfallgefährdete Aufträge frühzeitig zu erkennen.

Kundenunzufriedenheit durch ungeschultes Personal: Delticom arbeitet mit Callcenter-Dienstleistern im In- und Ausland zusammen. Die jeweiligen Schicht- und Abteilungsleiter werden regelmäßig durch Fachpersonal von Delticom geschult und geben das Wissen entsprechend weiter. Die Callcenter-Mitarbeiter haben darüber hinaus jederzeit Zugriff auf Dokumentationen, Handbücher und Verfahrensanweisungen. Service-Level-Agreements regeln den Erfüllungsgrad der von den Dienstleistern zu erbringenden Serviceleistung. Die Einhaltung dieser Service-Level-Agreements und der definierten KPIs wird kontinuierlich von Delticom überwacht.

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagement bei Delticom stützt sich auf vier Eckpfeiler: Risk-Support-Team, Riskmanager, Interne Risiko-Revision und Vorstand.

Risk-Support-Team

Die kleinsten organisatorischen Einheiten im Risikomanagement sind die Funktionsbereiche und deren Untereinheiten. Die Leiter der Funktionsbereiche identifizieren und bewerten als "Risk-Support-Team" die jeweiligen Risiken. Sie schlagen Maßnahmenpläne vor und setzen diese um.

Riskmanager

Der Riskmanager verfügt über Methoden- und Richtlinienkompetenz. Er koordiniert die Risikoberichterstattung und ist direkt dem verantwortlichen Vorstandsmitglied unterstellt.

Interne Risiko-Revision

Die Prüfung des Risikomanagements wird durch einen unabhängigen, externen Revisor verantwortet. Dabei wird die Wirksamkeit des Risikomanagements im Allgemeinen und der eingesetzten Methoden und Gegenmaßnahmen im Speziellen durch Stichproben jährlich überprüft.

Vorstand

Zusammen mit dem Riskmanager stellt der Vorstand sicher, dass die Berichterstattung vollständig ist. Entsprechend den aktienrechtlichen Vorgaben sorgt der Vorstand für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen und bezieht den Aufsichtsrat ein. Der Vorstand gibt geeignete Maßnahmen zur Risikohandhabung frei.

Erweiterter Risikokonsolidierungskreis

Für alle Tochtergesellschaften gilt, dass keine wesentlichen Risiken identifiziert werden konnten, die sich bestandsgefährdend auf die Delticom-Gruppe auswirken können. Die Risikosteuerung erfolgt über die Muttergesellschaft. Da die Tochtergesellschaften im Wesentlichen lediglich Vertriebsgesellschaften sind, findet keine separate Risikobetrachtung der Töchter statt. Diese Entscheidung wird vom Riskmanager jährlich neu bewertet. Aufgrund des hohen Umsatzanteils des Online-Reifengeschäfts resultieren die Risiken im Wesentlichen aus unserem Kerngeschäft. Die Risiken aus dem operativen Geschäft der neu hinzugewonnenen Geschäftsbereiche unterscheiden sich nicht wesentlich von den Risiken im Reifengeschäft. Die Tochtergesellschaften sind über den Vorstand ins Risikomanagement einbezogen.

Kommunikation und Berichterstattung

Neben einem regelmäßigen Risikoreporting des Riskmanagers ist bei Bedarf zu jedem Zeitpunkt eine Ad-hoc-Berichterstattung möglich. Grundsätzlich wird eine permanente Risikokommunikation im Rahmen der Geschäftssteuerung betrieben.

Software

Delticom verwendet zur Unterstützung des Risikomanagements eine Spezialsoftware.

Risikoinventur

Der Riskmanager führt eine jährliche Risikoinventur durch, die er unterjährig an geänderte Risikosituationen anpasst. Im Rahmen einer solchen Risikoinventur wird in allen Funktions- und Unternehmensbereichen festgestellt, ob neue Risiken gegenüber der kurz- und mittelfristigen Planung aufgetreten sind. Gleichzeitig wird überprüft, ob und wie verabschiedete Maßnahmen bereits bekannte Risiken erfolgreich eingegrenzt haben oder ob noch weiterer Handlungsbedarf besteht. Hierbei unterstützt das Risk-Support-Team den Riskmanager und lässt bereichsspezifische Entwicklungen in die Bewertung einfließen.

Risikorevision

Nach erfolgter jährlicher Risikoinventur wählt die unabhängige Interne Risiko-Revision mehrere erkannte Risiken aus. Anschließend werden die Bruttorisiko-Einschätzung und die Wirksamkeit der implementierten Gegenmaßnahmen bei diesen Risiken überprüft. Neue Erkenntnisse werden an den Riskmanager berichtet und im Risikomanagementsystem aktualisiert. Der Revisionsverantwortliche erstellt hierzu ein Protokoll zur Dokumentation und berichtet dem Vorstand.

Bestandsgefährdendes Risiko

Liquiditätsengpass / Überschuldung

Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und dem frühzeitigen Einkauf der Lagerware teilweise Monate vor dem erwarteten Saisonhochpunkt ergibt sich unterjährig die Notwendigkeit zur Inanspruchnahme von Kontokorrent- und Akkreditivlinien. Dementsprechend ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft in erheblichem Maße von der Fortführung des Finanzierungsrahmens bei den Bankenpartnern abhängig. Hierbei handelte es sich bis zum Abschluss der Sanierungsvereinbarung im Dezember 2019 um bilaterale Vereinbarungen mit den einzelnen Häusern. Teile der Kreditlinien waren in der Vergangenheit saisonal befristet, da der volle Finanzierungsrahmen nicht über das gesamte Jahr hinweg benötigt wurde.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisentwicklung in 2018, der Verzögerung bei der Aufstellung des Jahresabschlusses 2018 und der damit einhergehenden Verschiebung der ordentlichen Hauptversammlung gestalteten sich die bilateralen Gespräche zur Fortführung bzw. Verlängerung kurzfristig auslaufender Kreditlinien ab Mitte 2019 zunehmend schwierig.

Dies hat die Gesellschaft zum Anlass genommen, unverzüglich korrigierende Maßnahmen wie folgt einzuleiten:

Beauftragung eines spezialisierten Beratungsunternehmen mit der Erstellung eines Gutachtens das sich an den IDW S6 Standard anlehnt.

Beauftragung eines auf M&A spezialisierten Unternehmens, um Käufer für Tochterunternehmen zu akquirieren und insbesondere die Suche nach Möglichkeiten für neues Kapital (Eigenkapital/Fremdkapital) außerhalb der bestehenden Finanzierungspartner.

Einberufung einer ersten Finanzierersitzung zur Festlegung und Vereinbarung der weiteren Vorgehensweise.

Rekrutierung und Bestellung eines erfahrenen Finanzvorstandes.

Etablierung eines Chief Performance Managers, der zusätzlich zum Gesamtvorstand die Restrukturierung ganzheitlich und über alle Funktionen hinweg steuert.

Systematische und detaillierte Analyse der aktuellen wirtschaftlichen Situation, Identifikation von verlustträchtigen Bereichen.

Festlegung des Unternehmenszwecks für die Zukunft - Konzentration auf das Reifengeschäft Europa und damit einhergehend die Entscheidung zur Aufgabe unprofitabler Geschäftsbereiche / - einheiten.

Einführung einer detaillierten Cashflow-Planung, Monitoring und Einleitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität.

Signifikanter Abbau von Vorräten im Vergleich zum Vorjahr.

Kosten- und Margenmanagement sowie tiefgehende Analyse der Forderungen und Verbindlichkeiten.

Durch diese ab Jahresmitte 2019 zügig, systematisch und umfangreich eingeleiteten Maßnahmen, konnte über diverse Standstill Vereinbarungen der Prozess mit den Finanzierungspartnern erfolgreich gestaltet werden und mündete in einer Sanierungsvereinbarung, die am 13. Dezember 2019 mit allen Finanzierern geschlossen wurde. Im Wesentlichen wurden die bestehenden und notwendigen Finanzierungsbedarfe bestätigt und sind nun bis Ende 2021 unter der Voraussetzung der Einhaltung der mit den Banken vereinbarten Milestones sichergestellt. Ein weiterer notwendiger Finanzierungsbaustein ist noch neben der vorgannten erfolgreich abgeschlossenen Bankenfinanzierung in 2020 zu schließen. Die eingeleiteten Maßnahmen sind im weiteren Verlauf erfolgreich umzusetzen. Das Sanierungsgutachten bestätigt die überwiegende Wahrscheinlichkeit der Sanierung aufgrund der im Turnaround Konzept, welches dem Sanierungsgutachten zugrunde liegt, beschriebenen Sachverhalte, Erkenntnisse, Maßnahmen und plausiblen Annahmen. Trotz der Sanierungsvereinbarung bleibt eine Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierungssicherheit bestehen, da Delticom die für den Sanierungszeitraum bis Ende 2021 vereinbarten Milestones zur Sicherung der Finanzierung zu erfüllen hat.

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen bzw. Gegebenheiten besteht eine wesentliche Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Delticom AG (bzw. des Delticom Konzern) zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und die Delticom AG bzw. der Delticom Konzern daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen (bestandsgefährdendes Risiko).

Wesentliche Einzelrisiken und -chancen

Nachfolgend werden die wesentlichen Einzelrisiken und -chancen mit einer Meldeschwelle zwischen 2,5 Mio. € bis 20 Mio. € dargestellt, absteigend sortiert nach Schadenserwartung.

Als global tätiges Unternehmen fakturiert und bezahlt Delticom Rechnungen auch in anderen Währungen als dem Euro. Hieraus ergeben sich Währungsrisiken. Die Gesellschaft sichert sich dagegen durch den Einsatz geeigneter Finanzinstrumente ab, insbesondere durch Forward-Geschäfte. Interne Richtlinien definieren zulässige Sicherungsinstrumente. Die Hedge-Effektivität wird in der Treasury-Abteilung fortlaufend kontrolliert. Wir arbeiten mit Bankpartnern zusammen, die über langjährige Erfahrung im Import-/Export-Geschäft verfügen.

Durch einen starken Euro kann sich die Wettbewerbsposition in Ländern mit schwacher Währung verschlechtern. Die Delticom verkauft ihre Produkte auch an Endkunden außerhalb des Euro-Währungsraums. Hieraus entstehen ökonomische Währungsrisiken, denen wir so weit wie möglich mit der Beschaffung von Reifen in Fremdwährung begegnen. Im Falle eines fortgesetzten Wertverlusts der Fremdwährung prüfen wir auch komplexe Sicherungsstrategien, sofern der entsprechende Markt strategisch bedeutend ist. In den USA kauft unsere Tochtergesellschaft in US-Dollar ein. Dies stellt einen natürlichen Hedge zum Geschäft mit Endkunden dar; das verbleibende Translationsrisiko wird akzeptiert.

Fehleinschätzungen hinsichtlich künftiger Marktentwicklungen können zum Verlust an Marktanteilen führen. Im Reifenhandel besteht immer das Risiko, zukünftige Absatzmengen falsch einzuschätzen. Der Vertriebskanal E-Commerce wächst und gewinnt in Summe Marktanteile. Sollten wir die Geschwindigkeit dieser Entwicklung falsch einschätzen, so reduziert sich unter Umständen unser relativer Marktanteil gegenüber unseren Online-Wettbewerbern. Aufgrund der strategischen Ausrichtung werten wir Umsatz und Ertrag aber als gleichwertige Zielgrößen (siehe Abschnitt Unternehmenssteuerung und Strategie - Unternehmensinternes Steuerungssystem). Ein schnelles Wachstum ist nur möglich, wenn auch die Prozesse schnell an das größere Geschäftsvolumen angepasst werden können.

Als international tätiges und gleichzeitig schlankes Unternehmen wird es uns nicht überall und jederzeit möglich sein, den Vorsprung vor unserer Konkurrenz auszubauen oder zu halten. Wir begrenzen die Verwässerung unserer Marktanteile, indem wir die Organisation samt ihren Mitarbeitern, Partnerschaften im In- und Ausland und unser Produkt- und Serviceangebot schrittweise weiterentwickeln.

Die internationale Ausrichtung unseres Geschäfts, die Erschließung weiterer geografischer Regionen und die Erweiterung des Produkt- und Serviceangebots birgt für Delticom die Chance, die Abhängigkeit von Entwicklungen in einzelnen lokalen Märkten weiter zu reduzieren und zusätzliches Umsatz- und Ergebnispotenzial zu erschließen.

Kunden können in Zahlungsprobleme geraten, was zu Forderungsausfällen führen kann. Die Zahlungsmoral unserer Kunden ist üblicherweise gut, kann aber in schwierigen Zeiten abnehmen. Sollte sich die wirtschaftliche Situation der Verbraucher in Europa verschlechtern, so könnte sich dies in einer nachlassenden Zahlungsbereitschaft im Endkundengeschäft widerspiegeln. Wir haben ein stringentes Forderungsmanagement und kooperieren mit Spezialfirmen in den Bereichen Risikoprüfung und Inkasso. Ausfälle im Großhandel beschränken wir so weit wie möglich durch Kreditversicherungen.

Sonstige Einzelrisiken und -chancen gruppiert nach Risikokategorie

Strategische Risiken

Die Geschäftstätigkeit von Delticom ist davon abhängig, dass das Internet als Medium zum Kauf von Reifen weiterhin Akzeptanz findet. Der Reifenfachhandel und die anderen Vertriebskanäle im weltweiten Reifengeschäft übernehmen in der Handelskette eine wichtige Funktion. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern: Viele Autofahrer werden weiterhin ihre Reifen im Autohaus, in der Werkstatt oder beim Reifenfachhändler kaufen. Ähnlich wie in anderen Warengruppen auch hat der Absatz von Reifen über Onlineshops allerdings bereits eine wahrnehmbare Größe erreicht und wächst weiter.

Branchenspezifische Risiken

Der Handel mit Ersatzreifen unterliegt saisonalen Schwankungen. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich. Umsatzschwächere Zeiten können von Delticom für die weitere Verbesserung der Kostenstruktur und die Durchdringung weniger saisonabhängiger Geschäftsfelder genutzt werden.

Delticom erweitert fortlaufend das Produktportfolio. Unsere modular aufgebaute, leicht skalierbare Infrastruktur lässt zudem eine schnelle Implementierung von weiteren Onlineshops zu, die speziell auf verschiedene Kundengruppen zugeschnitten sind.

Regionale oder globale Überbestände entlang der Lieferkette können das Preisniveau belasten. Aufgrund wetterbedingter Nachfrageschwankungen können in der Lieferkette Überbestände anfallen. Dies führt unter Umständen zu Preisverwerfungen am Markt. Da der Kauf von Ersatzreifen nicht beliebig hinausgezögert werden kann, bereinigt sich in der Folgesaison die Lieferkette meist von selbst. Wir berücksichtigen im Einkauf das europaweite Gesamtangebot und bewerten regelmäßig Alternativen der Lager- und Preispolitik.

Durch ungünstiges Wetter kann es bei Delticom zum Aufbau von Überbeständen kommen. Wir beschaffen einen Teil der zuvor prognostizierten Absatzmengen vor der Saison und lagern die Reifen ein, um auch in Spitzenzeiten lieferfähig zu sein. Ein erheblicher Teil des Umsatzes wird mit eigener Lagerware erzielt. Bleibt der Umsatz aus, so bleibt die Ware gegebenenfalls liegen, mit dem Risiko der Überalterung.

Um das Risiko zu minimieren, werden die Bestände routinemäßig auf Überalterung geprüft. Ältere Reifen bieten wir - entsprechend gekennzeichnet - in den Onlineshops mit einem Preisabschlag an oder verkaufen sie im Großhandel. Auch aufgrund der langen Haltbarkeit von Reifen musste Delticom in den vergangenen Jahren keine Waren abschreiben.

Die durchschnittliche Fahrleistung könnte aufgrund steigender Kraftfahrzeugkosten zurückgehen. Steigen die Kosten für den Betrieb eines Kraftfahrzeugs nachhaltig, dann schränken Autofahrer die Nutzung ein. Die Reifen nutzen sich in diesem Fall weniger ab, halten länger und der Kauf von Ersatzreifen verschiebt sich folglich. Einige Fahrzeughalter könnten den Kauf von Ersatzreifen sogar trotz gefährlich geringer Profiltiefe zusätzlich hinauszögern.

Die Nachfrage nach verschleißfesten Reifen könnte steigen. Dank Innovationen und neuer Technologien werden zunehmend auch Reifen mit geringerem Abrieb angeboten. Hierdurch wird der Reifen langlebiger und der Ersatzzyklus steigt. Auf nassen oder winterlichen Straßen kommt es jedoch auf die richtige Gummimischung an, um eine optimale Sicherheit zu bieten. Wir gehen davon aus, dass Autofahrer hinsichtlich Sicherheit auch in Zukunft nur wenig Spielraum für Kompromisse sehen werden.

Die Nachfrage nach Elektroautos könnte steigen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden laut dem Electric Vehicle Index weltweit 2,3 Millionen Elektroautos verkauft. Mehr als die Hälfte der verkauften E-Autos entfiel dabei auf den chinesischen Markt. In Europa ist die Nachfrage nach Elektroautos in 2019 um 44 % gegenüber Vorjahr angestiegen. Wenngleich die Anzahl welweit zugelassenen E-Autos nach wie vor noch vergleichsweise gering ist, gehen Experten davon aus, dass der Anteil von Pkw mit alternativen Antriebsformen mittel- bis langfristig weiter zunehmen wird. Allerdings wird selbst im Falle steigender Neuzulassungszahlen alternativ betriebener Kraftfahrzeuge der Flottenbestand in Europa auch mittelfristig mehrheitlich mit Verbrennungsmotoren ausgestattet sein.

Dessen ungeachtet wird sich der Automotive-Aftermarket langfristig dennoch verändern. Hinsichtlich der Frage, wie der Trend zu E-Autos langfristig die Ersatzreifennachfrage beeinflussen wird, sind sich Experten zum aktuellen Zeitpunkt noch uneins. Während manche Stimmen davon ausgehen, dass sich im Falle von Elektroautos der Abrieb und damit der Reifenverschleiß erhöhen wird, halten es andere für ebenso wahrscheinlich, dass es Regelsysteme geben wird, die das Anfahren und Bremsen so sanft machen, dass es weniger Abrieb geben wird.

Beschaffungs- und Einkaufsrisiken

Die für die Reifenherstellung relevanten Rohstoffpreise können sich ändern. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung ist die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Öl und Rohkautschuk. Preisänderungen bei den Rohmaterialien kommen in der Regel vier bis sechs Monate später in den Kalkulationen der Reifenhersteller zum Tragen und werden dann an die nachgelagerten Handelsstufen weitergegeben.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Preise über mehrere Quartale hinweg im Zuge belastender Marktentwicklungen verstärkt unter Druck geraten. Wir beobachten laufend die Inputfaktoren und richten uns in unserer Einkaufspolitik auf wahrscheinliche Preisänderungen ein. Zudem können wir in einem solchen Umfeld den Anteil des Streckengeschäfts am Umsatz erhöhen, um das Risiko weiter zu begrenzen.

Eine permanente Prozessoptimierung und die zunehmende Automatisierung von Geschäftsvorgängen bieten Delticom die Chance, ihre Kostenposition fortlaufend zu verbessern. Um diese Chance bestmöglich zu ergreifen, hat die Gesellschaft eine eigene Abteilung zum Prozessmanagement eingerichtet und eine unterstützende Software angeschafft, mit welcher die anstehenden Aufgaben bereichsübergreifend priorisiert werden.

Lieferanten können in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Risiko ist deshalb nur gering, weil wir als Händler ein breites Markenportfolio führen. Fällt ein Lieferant aus, dann beschaffen wir die Waren von einem Alternativlieferanten.

Wettbewerbsspezifische Risiken

Delticom operiert in einem Markt, der durch hohen Wettbewerb und niedrige Einstiegsbarrieren gekennzeichnet ist. Das Preisniveau und damit die erzielten Margen könnten durch Wettbewerbsdruck deutlich fallen.

Um die Größe von Delticom zu erreichen, müssen Wettbewerber jedoch erhebliche Barrieren überwinden. Gute Einstandspreise und eine schlanke Kostenbasis ermöglichen uns eine hohe Beweglichkeit im Preis. Die zunehmende Internationalisierung der Delticom streut das Risiko, da Preise meist nicht gesamteuropäisch, sondern nur in einzelnen Ländern unter Druck geraten.

Bei anhaltender Nachfrageschwäche kann es zum Preisverfall kommen.

Eine auf Dauer geringere Nachfrage könnte das Preisniveau belasten. Solch eine Entwicklung ist nicht sehr wahrscheinlich, der Schaden für das Unternehmen kann aber beträchtlich sein. Delticom verfügt aber über ein umfangreiches Sicherheitsnetz und ausreichend liquide Mittel, um auch einem fortgesetzten Preisverfall widerstehen zu können.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die Unterhaltung eines Kraftfahrzeugs stellt häufig einen wesentlichen Kostenfaktor in der privaten Lebenshaltung dar. Sparanstrengungen könnten dazu führen, dass Autofahrer die Nutzung ihres Pkw einschränken. Hierdurch verlängert sich der Zeitraum bis zum nächsten Reifenkauf. Pkw-Halter in gut erschlossenen, urbanen Ballungsgebieten könnten sich in Zukunft auch vermehrt zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder zum Carsharing entschließen. Immer mehr Verbraucher suchen im Internet nach preisgünstigen Alternativen. Aufgrund der guten Positionierung der Delticom-Shops in den Suchmaschinen und unseres wettbewerbsfähigen Angebots sehen wir die Chance, dass Delticom auch zukünftig von einem verstärkten E-Commerce-Trend profitieren wird.

Personalrisiken

Durch ungeschultes Personal und mangelnde Überwachung von Kundenaufträgen kann es zu fehlerhafter Kundenbetreuung und Auftragsabwicklung kommen. Dies würde schnell zu einer hohen Kundenunzufriedenheit und somit zu einem erhöhten Umsatzrückgang führen. Die Mitarbeiter in den für die Kundenbetreuung zuständigen Operations-Centern werden regelmäßig durch Fachpersonal der Delticom geschult. Unabhängig von den Fachabteilungen sind Revisionsprozesse eingerichtet worden, um die Einhaltung vereinbarter Service-Level zu überprüfen und zu gewährleisten. Im Rahmen der Prüfung "S@ferShopping" untersucht der TÜV SÜD jährlich alle Prozesse und Systeme der Delticom auch hinsichtlich der Kundenfreundlichkeit.

Der Weggang von wertvollen Mitarbeitern kann den Geschäftserfolg beeinträchtigen. Die Gesellschaft ist in nicht unerheblichem Maße abhängig von Schlüsselpersonen in allen Bereichen des Unternehmens. Als Marktführer haben wir Know-how aufgebaut, das zu Wettbewerbern abwandern könnte. Wir berücksichtigen dieses Risiko in der Gestaltung der Arbeitsverträge und legen Wert auf leistungsabhängige Vergütungsbestandteile.

IT-Risiken

Die Geschäftstätigkeit von Delticom hängt in hohem Maße vom Funktionieren und der Stabilität komplexer IT-Systeme ab. Bei Delticom sind daher alle wichtigen IT-Systeme und Servicedienstleister redundant ausgelegt. Sollten Systeme oder Dienstleister IT-bedingt ausfallen, so gibt es immer mindestens eine Alternative, welche die Aufgaben übernimmt. Bei einem Ausfall unseres Rechenzentrums weichen wir auf ein Backup-Rechenzentrum aus.

Ein Notfallhandbuch mit einem umfangreichen Katalog von Eskalationsmaßnahmen hilft uns, im Ernstfall schnell und strukturiert zu reagieren.

Die Rechenzentren sind gegen unbefugten Zugang gesichert und verfügen über die notwendigen Vorkehrungen für den Brandschutz. Der Zugriff auf Systeme über das Internet wird durch Firewalls und weitere technische Maßnahmen abgesichert. Dabei orientieren wir uns an aktuellen Standards.

Delticom besitzt aus den IT-gestützten Geschäftsvorfällen sensible Informationen über Kunden, Partner und Lieferanten. Kunden ist der sorgfältige Umgang mit ihren persönlichen Informationen wichtig. In den Onlineshops klären wir unsere Kunden ausführlich über den Datenschutz auf. Wir gehen gewissenhaft mit diesen schutzwürdigen Daten um und berücksichtigen alle gesetzlichen Vorgaben. Strikte Regeln und umfangreiche technische Maßnahmen gewährleisten, dass Kundendaten nicht in fremde Hände kommen. Die IT-Sicherheit im Unternehmen wird von unabhängiger Seite regelmäßig geprüft.

Im Verhältnis zu unseren Lieferanten sind Konditionen der Beschaffung vertrauliche Informationen. Wir verlassen uns dabei nicht auf bloße Verfahrensanweisungen, sondern sichern die Bestandsführungs- und Pricing-Systeme mit technischen Zugangskontrollen ab.

Rechtliche Risiken

Rechtsstreitigkeiten können sich negativ auf die Delticom-Gruppe auswirken. Um schon im Vorfeld hinsichtlich marken-, urheber-, vertrags- oder haftungsrechtlicher Fragen beraten zu sein, beschäftigt Delticom in der internen Rechtsabteilung Anwälte und arbeitet mit renommierten Kanzleien im In- und Ausland zusammen. Delticom betreibt in diesem Zusammenhang eine angemessene Rückstellungspolitik.

Gesamtaussage zur Risikosituation

Delticom besitzt ein umfangreiches und gut integriertes Risikofrüherkennungsbzw. Risikomanagementsystem. Mögliche Risikopotenziale wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr frühzeitig erkannt und umgehend an den Vorstand gemeldet, so dass schnell gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden konnten. Systeme und Prozesse im Bereich des Risikomanagements haben sich bewährt; sie werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Das dargestellte bestandsgefärdende Risiko eines Liquiditätsenpasses bzw. einer Überschuldung stellt grundsätzlich eine Gefahr für den Fortbestand der Delticom dar.

Rechnungslegungsbezogenes IKS und RMS

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) in Hinsicht auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess (§ 289Abs. 4 HGB und § 315 Abs. 4 HGB)

In Ergänzung zu den oben bereits getroffenen Aussagen zum Risikomanagement können die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess wie folgt beschrieben werden:

Organisation

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem erstreckt sich auf die Abteilungen Controlling, Recht, Rechnungswesen und Treasury, deren Verantwortungsbereiche innerhalb des Kontrollsystems eindeutig zugeordnet sind. Das Kontrollsystem erfasst alle erforderlichen Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsgemäßheit der Rechnungslegung zu sichern und die maßgeblichen rechtlichen Vorschriften einzuhalten.

Rolle des Vorstands und Aufsichtsrats

Der Vorstand ist für die Umsetzung und Einhaltung der gesetzlichen Regelungen verantwortlich. Er berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die finanzielle Gesamtlage der Delticom. Der Aufsichtsrat überwacht die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Vereinbarungsgemäß berichtet der Abschlussprüfer unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich aus der Abschlussprüfung ergeben.

Konzernrechnungslegung

Aufgrund des wesentlichen Gewichts der Delticom AG innerhalb des Konzerns ist der Rechnungslegungsprozess zentral organisiert. Das Konzernrechnungswesen der Delticom AG erstellt die Konzernabschlüsse gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS). Wir haben hierzu Konzernrichtlinien für die folgenden Themen aufgestellt:

IT-gestützte Arbeitsabläufe

allgemeine Bilanzierungsgrundsätze und -methoden

Regelungen zu Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Anhang, Lagebericht, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung

Anforderungen, die sich aus der in der Europäischen Union geltenden Rechtslage ergeben

konkrete formale Anforderungen an den Konzernabschluss

Konsolidierungskreis

Zusätzlich geben die Konzernrichtlinien konkrete Anweisungen, wie der KonzernVerrechnungsverkehr abgebildet, abgerechnet und entsprechende Salden abgestimmt werden.

IT-gestützte Arbeitsabläufe

Die Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden mit Hilfe von IT-gestützten Arbeitsabläufen erfasst. Diese beinhalten ein Berechtigungskonzept, Prüfroutinen und Versionskontrollen. Neben manuellen Prozesskontrollen unter Anwendung des "Vier-Augen-Prinzips" kontrollieren wir die Prozesse auch softwaregestützt. Für die eigentlichen Berechnungen verwenden wir ein integriertes Buchhaltungs- und Konsolidierungssystem.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Delticom-Gruppe mit einem Gesamtjahresumsatz in einer Spanne zwischen 600 Mio. € und 630 Mio. €, einhergehend mit einem EBITDA zwischen 1,0 Mio. € und 5,0 Mio. €. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Kostensenkungen als Bestandteil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms, um die Delticom mittelfristig auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zurückzubringen. Der vertriebliche Schwerpunkt liegt auf dem europäischen Onlinereifenhandel. Verlustbringer innerhalb der Delticom-Gruppe werden bis zum Ende des ersten Quartals 2020 entweder vollständig abgewickelt oder wie im Fall von der DeltiLog GmbH im Verlauf des ersten Halbjahres 2020 voraussichtlich verkauft.

Prognosebericht

Gesamtjahresprognose 2019 - Begründung der Abweichungen

Umsatz

In unserer ersten Prognose zu Jahresbeginn sind wir davon ausgegangen, auf Gesamtjahressicht einen Konzernumsatz in einer Spanne zwischen 660 Mio. € und 690 Mio. erzielen zu können. Obwohl der Umsatz nach Ablauf der ersten sechs Monate um 2 % hinter dem Vorjahr zurücklag, hielten wir an dieser Zielsetzung fest, da dem vierten Quartal hinsichtlich Umsatz und Ergebnis eine zentrale Rolle zukommt. Im Jahresverlauf hat die Gesellschaft die Prozesse in den Lägern weiter optimiert, um zum Hochpunkt der Winterreifensaison uneingeschränkt lieferfähig zu sein und die Lieferzeiten weiter zu verkürzen. Auf Neunmonatssicht lag der Konzernumsatz mit 420 Mio. € nicht zuletzt auch Dank der verbesserten Logistikperformance 2 Mio. € über Vorjahr (2018: 418 Mio. €). Aufgrund anhaltend milder Temperaturen bis weit in den Oktober hinein, gewann das Winterreifengeschäft - anders als im Jahr zuvor - erst Anfang November an Dynamik. Nach dem Ausbleiben einer deutlichen Saisonspitze bis Mitte November passten wir unsere Umsatzprognose entsprechend an. Zu diesem Zeitpunkt erachteten wir für den Konzernumsatz im Gesamtjahr eine Spanne von 640 Mio. € bis 660 Mio. € als erreichbar. Dieses unter der Annahme, dass das Winterreifengeschäft in den verbleibenden Wochen bis Jahresende nicht deutlich schwächer ausfällt als im Vorjahr. Mit einem Konzernumsatz in Höhe von 625,8 Mio. € haben wir die Spanne der adjustierten Prognose verfehlt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist zum einen der durchweg milde Winter in weiten Teilen Europas. Der Umsatzrückgang begründet sich teilweise auch durch den verstärkten Fokus auf Profitabilität im Zusammenhang mit dem im Q3 eingeleiteten Restrukturierungsprogramm.

EBITDA

Auch unsere zu Jahresbeginn formulierte Zielsetzung hinsichtlich eines EBITDA in einer Spanne von 8 Mio. € bis 12,5 Mio. € haben wir Mitte November adjustiert. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Ergebnisentwicklung im Kerngeschäft hatte der Vorstand der Delticom AG Mitte August einen auf Restrukturierung spezialisierten Berater damit beauftragt, gemeinsam mit dem Management ein umfassendes Konzept zur nachhaltigen Rückkehr in die Gewinnzone zu erarbeiten. Der Konzeptentwurf wurde Ende Oktober von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigt. Das Konzept beinhaltet einen umfassenden Maßnahmenplan für den Sanierungszeitraum bis Ende 2021 zur nachhaltigen Steigerung der Profitabilität einhergehend mit Prozessoptimierungen. Im Mittelpunkt des Sanierungskonzepts steht die Fokussierung auf das Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen und Kompletträdern in Europa - und damit einhergehend die Einstellung verlusttragender Geschäftsbereiche. Entsprechende Maßnahmen wurden bereits in 2019 eingeleitet und teilweise bereits umgesetzt. Mit der Anpassung der EBITDA-Prognose im November trugen wir der veränderten Unternehmenssituation Rechnung. Entsprechend der reduzierten Umsatzprognose passten wir unsere Planung für das operative EBITDA im Gesamtjahr an, welches sich nunmehr innerhalb eines Planungkorridors von + 5 Mio. € und + 8 Mio. € bewegte. Die operative Planung enthielt einen positiven Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an einem Logistik- / Grundstücksgeschäft. Vor dem Hintergrund der im Zusammenhang mit den Optimierungsmaßnahmen voraussichtlich anfallenden Kosten, erachteten wir für das EBITDA der Delticom-Gruppe insgesamt nunmehr eine Spanne von -5 Mio. € und -8 Mio. € als in 2019 erreichbar. Dank der im letzten Jahr eingeleiteten Maßnahment ist es Delticom trotz der schwächeren Umsatzentwicklung gelungen, die Zielsetzung für das Ergebnis vor Abschreibungen zu erreichen. Mit + 10,0 Mio. € liegt das operative EBITDA oberhalb der prognostizierten Spanne, das EBITDA liegt mit -6,6 Mio. € innerhalb der adjustierten Prognose.

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft wird sich gemäß Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr erholen. Diese Einschätzung erfolgte zu Beginn des laufenden Jahres und damit vor der rasanten Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus ausgehend von Asien, welches inzwischen alle Kontinente in unterschiedlicher Breite erreicht hat. In ihrer ursprünglichen Prognose rechnen die Experten nach einem Wachstum von 2,9 % in 2019 für das laufende Jahr mit einer Wachstumsrate von 3,3 %. Gründe für die leichte Erholung werden in einer weiterhin lockeren Geldpolitik der Zentralbanken, einer teilweisen Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der nachlassende Sorge vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU gesehen. Als Risiken für die globale Konjunktur im laufenden Jahr nennt der IWF eine neuerliche Eskalation im Handelsstreit, geopolitische Spannungen sowie Anti-Regierungsproteste in vielen Ländern. Die weltweite Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus wird mit zunehmender Sorge betrachtet und führt zu einer hohe Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten. Nach Meinung von Experten birgt die Corona-Epidemie grundsätzlich ein Rezessionspotential. Das Virus könnte einen ökonomischen Schock auslösen, welcher die Welt ähnlich wie bei der Finanzkrise 2008 in Gänze treffen würde.

Europa

In ihrer Mitte Februar dieses Jahres veröffentlichten Winterprognose rechnet die Europäische Kommission mit einem stabilen aber gedämpften Wachstum der europäischen Wirtschaft. Für das laufende Jahr wird im Euro-Währungsgebiet ein Bruttoinlandsprodukt von 1,2 % erwartet. Die kontinuierliche Schaffung von Arbeitsplätzen und ein robustes Lohnwachstum stützen den privaten Konsum. Darüber hinaus tragen öffentliche Vorhaben der Mitgliedsstaaten wie beispielsweise Investitionen in den Verkehr und in die digitale Infrastruktur ebenfalls dazu bei, dass die europäische Wirtschaft ihren gemäßigten Wachstumskurs fortsetzt. Abwärtsrisiken ergeben sich laut der EU-Kommission aus den sich verändernden geopolitischen Verhältnissen in Verbindung mit Handelsunsicherheiten. Der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) und dessen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, Wirtschaft und Handel wird als weiteres Abwärtsrisiko genannt. Ob und in welchem Ausmaß das Virus die europäsiche Wirtschaft negativ beeinflussen wird, bleibt gemäß der Kommission abzuwarten. Die Ratingagentur S&P geht derweil davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone aufgrund des neuartigen Virus in diesem Jahr um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte weniger wachsen könnte als bisher angenommen.

Deutschland

Neben einer schwächeren Weltkonjunktur und internationalen Handelskonflikten bremsten nicht zuletzt auch die Brexit-Hängepartie und stagnierende Exporte hierzulande zum Ende des letzten Jahres vor allem die exportorientierte Industrie. Die Auftragseinbußen vieler Konzerne und die zunehmende Kurzarbeit gelten als Vorboten einer gedämpften konjunkturellen Entwicklung. Wenngleich im Januar dieses Jahres erstmals seit 2013 mehr Menschen als im Vorjahr arbeitslos waren, wird die Arbeitslosenquote in diesem Jahr nach Meinung der Wirtschaftsweisen nur leicht von 5,0 % auf 5,1 % steigen. Dank der guten Arbeitsmarktlage bleibt der Konsum eine wesentliche Stütze der heimischen Konjunktur. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht davon aus, dass die Konsumlaune der privaten Haushalte in den kommenden zwei Jahren aufgrund höherer Renten, Steuererleichterungen und der Abschaffung des Solidaritätszuschlags weiter steigen wird.

Zukünftige branchenspezifische Entwicklungen

E-Commerce

Der "Global Digital Report 2020" geht davon aus, dass bereits mehr als 4,5 Mrd. Menschen und damit knapp 60 % der weltweiten Bevölkerung das Internet nutzen. Dies ist ein Anstieg von 7,0 % gegenüber dem Vorjahr. In Europa liegt die Online-Penetration gemäß der Studie mit 84 % bereits höher. Im Rahmen der Studie gaben 74 % der Internetnutzer weltweit an, im letzten Monat einen Onlinekauf getätigt zu haben. Wachsende Rechenleistungen und umfangreiche Daten ermöglichen es, die Customer-Journey immer besser zu erforschen und die Wünsche der Kunden noch besser vorauszusagen. Es verwundert daher nicht, dass die Kundenzufriedenheit der deutschen Onlinekäufer im letzten Jahr von knapp 94 % auf 94,5 % weiter gestiegen ist. Die E-Commerce Verbraucherstudie des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) zeigt zudem auch, dass in Deutschland bereits eine von drei Bestellungen über Smartphones und Tablets erfolgt. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei unter 20 %. E-Commerce wird immer effizienter und der Trend Richtung E-Commerce wird auch künftig weiter zunehmen. Für das laufende Jahr erwartet der Bundesverband ECommerce und Versandhandel (bevh) einen Zuwachs für den heimischen E-Commerce Umsatz um 10 % auf voraussichtlich 80 Mrd. €. Ob und inwieweit der von der Bundesregierung Mitte März beschlossene Shutdown zur Verlangsamung der Ausbreitung der Corona-Pandamie kurzfristig für eine eine zusätzliche Nachfrage im Onlinehandel sorgen wird, bleibt abzuwarten.

Deutscher Ersatzreifenmarkt

Der Absatz im deutschen Ersatzreifenmarkt war 2019 leicht rückläufig. Nach Meinung des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) bewegt sich der Reifenersatzmarkt seit Jahren in einem weitgehend gesättigten und daher tendenziell stagnierenden Absatzmarkt, sodass die Experten auch für das laufende Jahr keine nennenswerten Absatzimpulse erwarten.

Engpässe

Aufgrund der globalen Zulieferketten und komplexer Wertschöpfungsstufen rechnen Experten damit, dass das neuartige Coronavirus in ausgewählten Branchen kurzfristig Produktions- und Lieferengpässe zur Folge hat. Es wird davon ausgegangen, dass insbesondere die Branchen Auto, Konsum, Rohstoffe und Technologie von den Auswirkungen der Lungenkrankheit betroffen sein werden. Zu Jahresbeginn waren in China viele Fabriken für einige Zeit geschlossen, Frachtschiffe benötigen in der Regel vier bis sechs Wochen für den Export nach Europa. Da asiatische Reifenhersteller mittlerweile einen gewissen Teil der europäischen Reifenersatznachfrage im niedrigen Preissegment abdecken, könnte es im anstehenden Sommerreifengeschäft möglicherweise selektiv zu Engpässen kommen. Wir könnten gemeinsam mit unseren europäischen Marktbegleitern vor der Herausforderung stehen, unseren Kunden nicht das gesamte Portfolio an Reifen anbieten zu können. Marktweite Preiserhöhungen für einen Teil des Sortiments könnten die Folge sein. Die tatsächlichen Auswirkungen bleiben allerdings abzuwarten. Diese werden vor allem von der weiteren Ausbreitung des Virus und des damit einhergehenden Umfangs an eventuellen Produktionsrückständen abhängen.

Prognose 2020

Einstellung nicht profitabler Geschäftsbereiche

Die Fokussierung auf das Kerngeschäft "Reifen Europa" zur nachhaltigen Rückkehr in die Gewinnzone geht mit der Einstellung von nicht profitablen Geschäftsfeldern einher. Bereits in 2019 wurden entsprechende Schließungsmaßnahmen eingeleitet und teilweise auch bereits umgesetzt. So wurde das Geschäft der All you need GmbH beispielsweise bereits zum Jahresende 2019 eingestellt. Das Geschäft der Gourmondo Food GmbH wird ebenso wie der Onlinehandel mit Autoersatzteilen und Ölen bis zum Ende des ersten Quartals 2020 vollumfänglich eingestellt. Alle wesentlichen Bewertungsfragen im Zusammenhang mit der Aufgabe von Geschäftsfeldern wurden bereits im Geschäftsabschluss 2019 berücksichtigt.

Fokus auf das Kerngeschäft

Von der zunehmenden Bedeutung des Internets als Vertriebskanal wird Delticom auch zukünftig weiter profitieren. Aufgrund der zuletzt rückläufigen Ergebnisentwicklung im Kerngeschäft hat das Management der Gesellschaft im letzten Jahr ein umfassendes Restrukturierungsprogramm aufgelegt. Im Mittelpunkt dieses Programms stehen Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel, Delticom mittelfristig auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zurückzubringen. Um Wachstums- und Ertragspotenziale bestmöglich zu nutzen, wird der vertriebliche Schwerpunkt der Delticom-Gruppe wieder verstärkt auf dem Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen und Kompletträdern in Europa - liegen.

Positive Neukundenentwicklung

Dank ihres Multi-Shop-Ansatzes spricht die Delticom-Gruppe verschiedene Kundengruppen an und erfüllt damit die unterschiedlichen Anforderungen der Onlinekäufer. Darüber hinaus erschließen wir zunehmend auch weitere Onlinevertriebskanäle zur Gewinnung zusätzlicher Käuferschichten. Aufgrund unseres erweiterten Produkt- und Serviceangebots und unserer internationalen Ausrichtung gehen wir davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr mehr als 1 Mio. Neukunden von unseren Produkten und Preis-Leistungs-Angeboten überzeugen zu können.

Wiederkäufer

Seit Unternehmensgründung haben mehr als 14,9 Millionen Kunden in einem unserer Onlineshops eingekauft. Wir rechnen für das laufende Geschäftsjahr damit, einen Teil dieser über die letzten Jahre gewonnenen Kunden erneut in einem unserer Onlineshops begrüßen zu dürfen. Dementsprechend wird erwartet, dass sich die Anzahl der Wiederkäufer auf Gesamtjahressicht positiv entwickelt.

Umsatz und EBITDA

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Maßnahmen und Zielsetzungen rechnen wir damit, im laufenden Jahr einen Konzernumsatz in einer Spanne von 600 Mio. € und 630 Mio. € erzielen zu können. Der Fokus liegt auch in diesem Jahr auf einer ausgewogenen Balance zwischen Profitabilität und Volumenwachstum. Für das EBITDA planen wir in Abhängigkeit vom Umsatz mit einer Spanne von 1 Mio. € und 5 Mio. €.

Auch im laufenden Geschäftsjahr ergeben sich aus der laufenden Restruktierung heraus außerordentliche Aufwendungen. Wir planen diese in einer Höhe von 4 Mio. €. Das operative EBITDA wird sich im Gesamtjahr folglich in einer Spanne von 5 bis 9 Mio. € bewegen.

COVID-19

Die zunehmende Corona-Ausbreitung in Europa stellt den Handel vielerorts vor große Herausforderungen. Italien, welches in Europa derzeit am stärksten von COVID-19 betroffen ist, ist das erste europäische Land wo seitens der Regierung eine temporäre Schließung der Einzelhandelsgeschäfte, welche nicht zur Sicherstellung der täglichen Bedarfe erforderlich sind, angeordnet wurde. Weitere große Volkswirtschaften, darunter Deutschland und Frankreich, haben sich inzwischen ebenfalls zu einem sogenannten Shutdown entschieden. In immer mehr europäischen Ländern wird das private Leben der europäischen Verbraucher zunehmend eingeschränkt, Großveranstaltungen werden vielerorts abgesagt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation suchen Verbraucher verstärkt nach Alternativen im Internet, um ihre Bedarfe zu decken. Folglich könnte das neuartige Corona-Virus kurzfristig zu einer erhöhten Onlinenachfrage führen. Sollte sich das Virus allerdings flächendeckend in Europa ausbreiten und rigide Maßnahmen der Regierungen zur Eindämmung der Pandemie erforderlich werden, könnte dies dazu führen, dass die private Nutzung des Fahrzeugs verstärkt eingeschränkt ist. Dies könnte sich kurzfristig auf die Ersatzreifennachfrage auswirken. Wir rechnen allerdings damit, dass sich die Nachfrage in einer solchen Situation nur temporär verschiebt, da der Ersatzreifenkauf nicht unbegrenzt aufgeschoben werden kann. Sollte COVID-19 trotz Stützungsmaßnahmen der Institutionen und Regierungen im Verlauf diesen Jahres zu einer gesamteuropäischen oder weltweiten Rezession führen, so müssten wir unsere Gesamtjahresprognose entsprechend der im Jahresverlauf gewonnenen Erkenntnisse gegebenenfalls adjustieren.

Investitionen

Für das laufende Jahr planen wir, in die Erweiterung und technische Ausstattung unserer Lagerinfrastruktur zu investieren. Die Höhe der Investitionen im Gesamtjahr wird sich auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag belaufen, welcher weitestgehend über Leasing abgebildet werden soll.

Liquidität

Entsprechend unserer Umsatz- und Liquiditätsplanung für das laufende Jahr werden wir in den kommenden Quartalen den Lageraufbau bzw. -abbau steuern. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Turnaround-Maßnahmen erwarten wir im laufenden Jahr einen positiven Free-Cashflow im hohen einstelligen Millionenbereich. Gemäß dem vorliegenden Sanierungsgutachten ergibt sich im August diesen Jahres eine Finanzierungslücke in Höhe von rund 2 Mio. €. Um diese zu schließen, wurde bereits in 2019 ein M&A Prozess gestartet. Neben einer möglichen Veräußerung der nicht zum Kerngeschäft Automotive Europa gehörenden Geschäftseinheiten, läuft parallel ein Prozess zum Einwerben von zusätzlichem Eigen- oder Fremdkapital in die Delticom AG. Mit Blick auf den laufenden Prozess ist die Durchfinanzierung im Sanierungszeitraum bis Ende 2021 gemäß dem vorliegenden Sanierungsgutachten, welches in Anlehnung an IDW S6 erstellt wurde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sichergestellt.

Mittelfristiger Ausblick

Die weltweit zunehmende Digitalisierung einhergehend mit einer stetig ansteigenden Onlinepenetration ist ein wesentlicher Faktor für zukünftiges Wachstum. Als Marktführer im europäischen Online-Reifenhandel wird Delticom auch mittelfristig von der weiter zunehmenden Bedeutung des E-Commerce als Vertriebskanal profitieren. Durch die Refokussierung auf das Kerngeschäft und die konsequente Umsetzung der mit dem Sanierungsgutachten verabschiedeten Turnaround-Maßnahmen, wird die Delticom-Gruppe bereits in 2021 wieder positive Ergebnisse erzielen. Mittelfristig wird eine operative EBIT-Marge in Höhe von 2 % angestebt.

Freier-Cashflow

Durch die Optimierung der Lagerbestände und ein konsequentes Working Capital Management wird Delticom mittelfristig wieder positive Free-Cashflows erzielen.

Übernahmerechtliche Angaben

Bericht zu den Angaben gemäß § 289a Abs. 1 und § 315a Abs. 1 HGB

Der Vorstand der Delticom AG berichtet nachfolgend zu den Angaben im Lagebericht für die Delticom AG und im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 unter Berücksichtigung der Erkenntnisse und Ereignisse bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gemäß § 289a Abs. 1 HGB und § 315a Abs. 1 HGB wie folgt:

Nr. 1: Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital setzte sich nach dem Börsengang am 26.10.2006 aus 3.946.480 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Aktie zusammen. Durch die von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die damit verbundene Ausgabe neuer Aktien verdreifachte sich das gezeichnete Kapital auf 11.839.440. Am 06.05.2011 erhöhte sich das gezeichnete Kapital durch Ausübung von 8.000 Optionsrechten, die zum Bezug von 8.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien an der Gesellschaft berechtigten, auf EUR 11.847.440, am 02.05.2013 durch Ausübung weiterer 12.000 Optionsrechte, die zum Bezug von 12.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien an der Gesellschaft berechtigten, auf EUR 11.859.440, und am 30.04.2014 durch Ausübung weiterer 85.810 Optionsrechte, die zum Bezug von 85.810 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien an der Gesellschaft berechtigten, auf EUR 11.945.250. Die vorgenannten Ausübungen von Optionsrechten erfolgten durch das ehemalige Mitglied des Vorstands Frank Schuhardt. Am 01.03.2016 erhöhte sich das gezeichnete Kapital aufgrund Eintragung der Durchführung einer Erhöhung des Grundkapitals durch teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals I/2011 um EUR 518.081 auf EUR 12.463.331.

Nr. 2: Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Die Aktionäre der Delticom AG sind in ihrer Entscheidung, Aktien zu erwerben oder zu veräußern, weder durch deutsche Gesetze noch durch die Satzung der Gesellschaft beschränkt. Es gelten ausschließlich die gesetzlichen Stimmrechtsverbote.

Im Hinblick auf Vereinbarungen zwischen Aktionären über Beschränkungen betreffend die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien gilt folgendes:

Die Aktionäre Prüfer GmbH und Binder GmbH sind als Parteien einer Pool-Vereinbarung dergestalt in der Ausübung ihrer Stimmrechte beschränkt, dass sie ihr Stimmverhalten im Hinblick auf eine einheitliche Stimmabgabe in der Hauptversammlung abzustimmen haben. Der Aktionär Binder GmbH hat sich zudem gegenüber dem Aktionär Prüfer GmbH verpflichtet, in Hauptversammlungen der Gesellschaft für alle Maßnahmen zu stimmen, die Bestandteil des Einstiegs eines Investors auf Ebene der Delticom AG mit dem Ziel der Stärkung der Kapitalbasis der Delticom AG sind. Die Binder GmbH hat sich ferner gegenüber der Prüfer GmbH verpflichtet, im Fall des Verkaufs und der Übertragung der von der Prüfer GmbH und der Seguti GmbH an der Delticom AG gehaltenen Aktien an einen Investor auf Verlangen der Prüfer GmbH ihre Aktien ebenfalls zu denselben wirtschaftlichen Bedingungen an den Investor zu verkaufen und zu übertragen, sofern der Investor nicht mit der Prüfer GmbH oder der Seguti GmbH verbunden ist oder diesen sonst nahesteht, der Investor alle Aktien der Binder GmbH zu denselben Bedingungen zu erwerben bereit ist, die Garantien und Gewährleistungen im Rahmen der Transaktion üblich sind und keine gesamtschuldnerische Haftung der Binder GmbH mit anderen Veräußerern besteht.

Die vorstehenden Verpflichtungen der Binder GmbH stehen im Zusammenhang mit ähnlichen Verpflichtungen, welche die Prüfer GmbH und die Seguti GmbH gegenüber einem Aktientreuhänder, welcher die Sicherungsinteressen bestimmter Kreditinstitute als Finanzierer der Delticom AG wahrnimmt, übernommen haben.

Nr. 3: 10-% der Stimmrechte überschreitende Kapitalbeteiligungen

Direkte, 10 % der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligungen bestehen ausschließlich seitens der Aktionäre Binder GmbH und Prüfer GmbH, jeweils mit Sitz in Hannover. Indirekte, 10 % der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligungen bestehen seitens Herrn Rainer Binder, Hannover, dem die direkte Beteiligung der Binder GmbH gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet wird, und seitens Herrn Dr. Andreas Prüfer, Hannover, dem die direkte und indirekte Beteiligung der Prüfer GmbH gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet wird. Die Pool-Vereinbarung, deren Parteien die Prüfer GmbH, die Binder GmbH, Herr Rainer Binder und Herr Dr. Andreas Prüfer sind, führt daneben auch zu einer gegenseitigen Zurechnung von Stimmrechten im Sinne des § 34 Abs. 2 Satz 1 WpHG.

Nr. 4

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen: Aktien mit Sonderrechten, die Inhabern Kontrollbefugnisse verleihen, gibt es nicht.

Nr. 5

Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung: Es besteht keine Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital, aus der die Arbeitnehmer ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben könnten.

Nr. 6: Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands bestimmen sich grundsätzlich nach den §§ 84 ff. AktG § 6 Abs.1 Satz 3 der Satzung der Delticom AG regelt zudem, dass Vorstandsmitglieder bei Beendigung der Amtszeit, für die sie bestellt werden, das 65. Lebensjahr noch nicht überschritten haben sollen. Gemäß § 6 Abs. 2 Satz 2 der Satzung wird die Zahl der Mitglieder des Vorstands durch den Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen festgelegt. Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 17 Abs. 3 Satz 1 der Satzung der Delticom AG der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, abweichend von § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG, nur der einfachen Mehrheit des vertretenen Grundkapitals, soweit das Gesetz nicht zwingend eine größere Kapitalmehrheit fordert.

Nr. 7: Befugnisse des Vorstands, insbesondere zur Aktienausgabe und zum Aktienrückkauf a) Genehmigtes Kapital

Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe von Aktien sind in § 5 "Höhe und Einteilung des Grundkapitals" der Satzung der Delticom AG und hinsichtlich des Rückkaufs von Aktien in den §§ 71 ff. AktG und entsprechenden Ermächtigungsbeschlüssen der Hauptversammlung geregelt.

Die Hauptversammlung vom 02.05.2017 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 01.05.2022 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 6.231.665 neuen nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu EUR 6.231.665 zu erhöhen (genehmigtes Kapital I/2017).

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen, soweit die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien insgesamt 20 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung.

Bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien einzuräumen. Die neuen Aktien sollen dann von mindestens einem Kreditinstitut oder mindestens einem nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen auszuschließen, soweit die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien insgesamt 20% des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausnutzung dieser Ermächtigung,

aa) um etwaige Spitzen zu verwerten,

bb) soweit es zum Verwässerungsschutz erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten, die von der Delticom AG oder von Gesellschaften, an denen die Delticom AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Wandlungs oder Optionsrechte oder nach Erfüllung von Wandlungsplichten zustünde,

cc) wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die gemäß oder in sinngemäßer Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts während der Laufzeit dieser Ermächtigung ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals sind (1) diejenigen Aktien anzurechnen, welche zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs oder Optionsrechten ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern und soweit die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden und (2) eigene Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden.

Das genehmigte Kapital I/2017 wurde am 17.05.2017 in das Handelsregister eingetragen.

Es besteht sonst kein genehmigtes Kapital.

b) bedingte Kapitalia

Die Hauptversammlung vom 29.04.2014 hatte den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 28.04.2019 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 540.000 neuen nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführung von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen zu gewähren (Aktienoptionsprogramm 2014). Zur Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem vorstehend beschriebenen Ermächtigungsbeschluss durch die Gesellschaft ausgegeben werden, wurde das Grundkapital um bis zu EUR 540.000 durch Ausgabe von bis zu 540.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2014). Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. August 2019 wurde das bedingte Kapital I/2014 reduziert, so dass das Grundkapital um insgesamt bis zu EUR 142.332 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 142.332 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht ist. Dies entspricht dem maximal erforderlichen Umfang zur Bedienung der auf Basis vorgenannter Ermächtigung ausgegebenen Optionsrechte. Da die Ermächtigung ausgelaufen ist, können auf dieser Basis keine weiteren Optionsrechte ausgegeben werden. Das bedingte Kapital I/2014 wurde ursprünglich am 11.06.2014 im Handelsregister eingetragen, die Reduzierung durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12.08.2019 am 23.09.2019.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12.08.2019 wurde zudem die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29.04.2014 erteilte Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionsrechten (Aktienoptionsprogramm 2014), soweit die Ermächtigung noch nicht ausgenutzt wurde, aufgehoben.

Auf Basis dieser Ermächtigung wurde durch Beschlüsse des Vorstands der Gesellschaft vom 25.12.2016 und des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 27.12.2016 ein Aktienoptionsplan für Arbeitnehmer der Gesellschaft und durch Beschluss des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 28.12.2016 wurde ein Aktienoptionsplan für Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft eingeführt. Auf Basis dieser Pläne wurden am 10.01.2017 insgesamt 16.003 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 05.01.2017 insgesamt 32.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Am 05.01.2018 wurden insgesamt 18.337 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und insgesamt 32.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Ferner wurden am 17.12.2018 insgesamt 16.660 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 28.12.2018 insgesamt 24.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Am 17.04.2019 erfolgte darüber hinaus eine Ausgabe von 3.332 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft. Die Wartezeit beträgt bei allen Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Die Aktienoptionen sind daher derzeit noch nicht ausübbar.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden über die gewährten Optionsrechte und die Ausübung von Optionsrechten für jedes Geschäftsjahr nach Maßgabe der anwendbaren Vorschriften im Anhang zum Jahresabschluss, im Konzernanhang oder im Geschäftsbericht im Detail berichten. Die Ausgabe von Aktienoptionen aus dem vorgenannten Aktienoptionsprogramm ist aufgrund Zeitablaufs seit 29.04.2019 nicht mehr möglich.

Die Hauptversammlung vom 12.08.2019 hat den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 11.08.2024 einmalig, mehrmalig oder - soweit ausgegebene Optionsrechte verfallen oder sonst erlöschen - wiederholt Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 540.000 neuen nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführung von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen zu gewähren (Aktienoptionsprogramm 2019).

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 540.000 (in Worten: Euro fünfhundertvierzigtausend) durch Ausgabe von bis zu 540.000 (in Worten: fünfhundertvierzigtausend) neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht (bedingtes Kapital l/2019). Das bedingte Kapital I/2019 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 12. August 2019 (Tagesordnungspunkt 6 lit. b)) durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Die Ausgabe der Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Beschlusses jeweils festzulegenden Ausübungspreises. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur durchgeführt, soweit die Inhaber der Optionsrechte von diesen Gebrauch machen. Die Aktien nehmen - sofern sie bis zum Beginn der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft entstehen - vom Beginn des vorhergehenden Geschäftsjahrs, ansonsten vom Beginn des Geschäftsjahrs an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil.

Das bedingte Kapital I/2019 wurde am 23.09.2019 im Handelsregister eingetragen. Auf Basis des Aktienoptionsprogramms 2019 wurden noch keine Optionsrechte ausgegeben.

c) Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf und zur Verwendung eigener Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 05.05.2015 wurde die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10% ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehen-den Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 04.05.2020. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft, durch ihre Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots.

Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den Durchschnitt der Schlusspreise an den drei Börsenhandelstagen, welche der Eingehung der Verpflichtung zum Erwerb vorangehen, ("Referenztage") um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten.

"Schlusspreis" ist dabei, im Hinblick auf jeden einzelnen Börsenhandelstag, der in der Schlussauktion ermittelte Schlusskurs oder, wenn ein solcher Schlusskurs an dem betreffenden Handelstag nicht ermittelt wird, der letzte im fortlaufenden Handel ermittelte Preis der Aktie der Gesellschaft. Abzustellen ist dabei für alle drei Referenztage auf denjenigen im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der Frankfurter Wertpapierbörse oder im Parketthandel an einer deutschen Wertpapierbörse gebildeten Schlusskurs oder letzten im fortlaufenden Handel gebildeten Preis, welchem in den zehn Börsenhandelstagen vor dem ersten der drei Referenztage der höchste Umsatz zugrunde lag. Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, darf der angebotene Kaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) je Aktie den Durchschnitt der Schlusspreise (wie oben definiert) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Stichtag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

"Stichtag" ist der Tag der Veröffentlichung der Entscheidung der Gesellschaft, ein öffentliches Angebot abzugeben, oder, bei einer Angebotsänderung betreffend den Kaufpreis, der Tag der endgültigen Entscheidung des Vorstands über die Angebotsänderung.

Das Kaufangebot kann Bedingungen vorsehen. Sofern der Gesellschaft mehr Aktien zum Rückerwerb angedient werden als die Gesellschaft den Aktionären insgesamt zum Rückerwerb angeboten hat, erfolgt der Erwerb durch die Gesellschaft nach dem Verhältnis der angedienten Aktien. Es kann eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär erfolgen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, gegen Sachleistung übertragen, zur Erfüllung von Wandlungs- oder Optionsrechten aus Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder im Zuge der Erfüllung von Wandlungspflichten aus Wandelschuldverschreibungen übertragen oder unter bestimmten Voraussetzungen auch in anderer Weise als über die Börse veräußern. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien kann unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden.

Nr. 8: Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Durch Beschlüsse des Vorstands der Gesellschaft vom 25.12.2016 und des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 27.12.2016 wurde ein Aktienoptionsplan für Arbeitnehmer der Gesellschaft und durch Beschluss des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 28.12.2016 wurde ein Aktienoptionsplan für Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft eingeführt.

Beide Aktienoptionspläne sehen vor, dass im Fall eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft (in den Optionsbedingungen definiert als direkter oder indirekter Erwerb von mindestens 50% der Stimmrechte an der Gesellschaft durch eine natürliche oder juristische Person oder eine Mehrzahl von abgestimmt handelnden natürlichen oder juristischen Personen) die auf Basis dieser Optionspläne ausgegebenen Aktienoptionen sofort ausübbar werden, sofern die Wartefrist für diese Aktienoptionen bereits abgelaufen und das Erfolgsziel erreicht ist. Optionsrechte, bei denen die Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, verfallen ersatzlos.

Auf Basis dieser Pläne wurden am 10.01.2017 insgesamt 16.003 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 05.01.2017 insgesamt 32.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Am 05.01.2018 wurden insgesamt 18.337 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 05.01.2018 insgesamt 32.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Ferner wurden am 17.12.2018 insgesamt 16.660 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 28.12.2018 insgesamt 24.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Am 17.04.2019 erfolgte darüber hinaus eine Ausgabe von 3.332 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft. Die Wartezeit beträgt bei allen Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Die Aktienoptionen sind daher derzeit noch nicht ausübbar.

Die Delticom AG und eine weitere Gruppengesellschaft sind ferner Partei einer Sanierungsvereinbarung mit kreditgebenden Banken. Jede dieser kreditgebenden Banken ist berechtigt, die Sanierungsvereinbarung bei Eintritt eines Kontrollwechsels wie in der Sanierungsvereinbarung definiert außerordentlich zu kündigen, wobei sich die verbleibenden kreditgebenden Banken für eine Fortsetzung der Vereinbarung ohne die kündigende Bank entscheiden können. Die Definition des Kontrollwechsels in der Sanierungsvereinbarung ist nicht deckungsgleich mit einem Wechsel der Unternehmenskontrolle im Sinne des § 29 Abs. 2 WpÜG, allerdings kann ein Wechsel der Unternehmenskontrolle im Sinne des § 29 Abs. 2 WpÜG auch einen Kontrollwechsel im Sinne der Sanierungsvereinbarung darstellen. Eine Kündigung der Sanierungsvereinbarung hätte Auswirkungen auf die Finanzierungssituation der Delticom AG und ihrer Gruppengesellschaften und könnte zu deren Zahlungsunfähigkeit führen.

Nr. 9: Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots

Solche Vereinbarungen hat die Gesellschaft nicht abgeschlossen.

Konzernabschluss

der Delticom AG

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

in Tausend € Anhang 01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
Umsatz (1) 625.755 645.724
Sonstige betriebliche Erträge (2) 37.610 38.064
Gesamtleistung 663.364 683.788
Materialaufwand (3) -490.643 -505.100
Rohertrag 172.722 178.688
Personalaufwand (4) -19.936 -15.893
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle (5) -35.417 -7.871
Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen -4.130 -5.084
Sonstige betriebliche Aufwendungen (6) -155.292 -148.745
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) -42.054 1.094
Finanzaufwand -1.546 -689
Finanzertrag 86 22
Finanzergebnis (netto) (7) -1.460 -668
Ergebnis vor Steuern (EBT) -43.514 426
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (8) 2.734 -2.102
Konzernergebnis -40.780 -1.676
davon entfallen auf:
Anteile in Fremdbesitz -341 -221
Gesellschafter des Mutterunternehmens -40.439 -1.455
unverwässertes Ergebnis je Aktie (9) -3,27 -0,13
verwässertes Ergebnis je Aktie (9) -3,27 -0,13

Gesamtergebnisrechnung

in Tausend € 01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
Konzernergebnis -40.780 -1.676
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres
Summe der erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen -328 160
Wertänderungen, die künftig über die Gewin-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
Veränderungen aus der Währungsumrechnung -328 176
Net Investment Hedge Reserve
Zeitwertänderungen direkt im Eigenkapital erfasst 0 -23
Latente Steuern auf Net Investment Hedge Reserve 0 7
Gesamtergebnis der Periode -41.108 -1.516
Auf Anteile in Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis -157 -377
Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen -40.951 -1.139

Konzernbilanz

Aktiva

in Tausend € Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 88.800 85.858
Immaterielle Vermögenswerte (10) 41.629 59.671
Nutzungsrechte (11) 24.280 0
Sachanlagen (12) 10.448 21.688
Finanzanlagen 8 10
nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 0 0
sonstige Finanzanlagen 8 10
Latente Steueransprüche (13) 3.999 4.033
Sonstige langfristige Forderungen (14) 8.437 457
Kurzfristige Vermögenswerte 99.412 146.677
Vorräte (15) 62.950 99.586
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (16) 10.533 24.283
Sonstige Vermögenswerte (17) 20.583 12.753
Ertragsteuerforderungen (18) 7 6.650
Flüssige Mittel (19) 5.339 3.404
Summe Vermögenswerte 188.212 232.535

Passiva

in Tausend € Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Eigenkapital 8.274 49.254
Eigenkapital der Anteilseigner der Delticom AG 8.325 49.148
Gezeichnetes Kapital (20) 12.463 12.463
Kapitalrücklage (21) 33.739 33.739
Aktienoptionsprogramm (20) 231 103
Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge (22) 46 374
Gewinnrücklagen (23) 200 200
Konzernbilanzgewinn (24) -38.354 2.269
Anteile in Fremdbesitz -51 106
Summe Schulden 179.938 183.281
Langfristige Schulden 29.748 7.236
Langfristige Finanzschulden (25) 28.777 3.750
Langfristige Rückstellungen (26) 384 252
Latente Steuerverbindlichkeiten (27) 253 2.797
Andere langfristige Verbindlichkeiten 334 437
Kurzfristige Schulden 150.190 176.045
Steuerverpflichtungen (26) 257 401
Sonstige kurzfristige Rückstellungen (26) 3.437 929
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (28) 69.422 131.408
Kurzfristige Finanzschulden (25) 64.350 27.119
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (30) 12.724 16.188
Summe Eigenkapital und Schulden 188.212 232.535

Konzernkapitalflussrechnung

in Tausend € 01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) -42.054 1.094
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 35.417 7.871
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 2.640 -1.190
Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus Anlagenabgängen 3.293 111
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -309 -5.802
Veränderung der Vorräte 36.636 -18.599
Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.648 -3.538
Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -65.321 17.008
Erhaltene Zinsen 86 22
Gezahlte Zinsen -1.275 -689
Gezahlte Ertragsteuern 6.785 -7.997
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -22.454 -11.708
Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 2.515 1.913
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -4.478 -7.213
Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens 0 114
Auszahlungen für Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte -2.110 -3.530
Mittelzufluss aus dem Erwerb einer Tochtergesellschaft 0 5.634
Cashflow aus Investitionstätigkeit -4.073 -3.082
Gezahlte Dividenden der Delticom AG 0 -1.246
Kapitaltransaktionen mit Minderheiten 0 12
Aufnahme von Finanzschulden 34.218 19.110
Tilgung von Finanzschulden -5.754 -3.562
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 28.464 14.313
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands -2 0
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 3.404 3.881
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands 1.935 -477
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 5.339 3.404

Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Tausend € Gezeichnetes Kapital Kapital-Rücklage Währungsumrechnungsrücklage
Stand am 1. Januar 2018 12.463 33.739 215
Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von Minderheitenanteilen
Gezahlte Dividende
Aktienoptionen
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 159
Gesamtergebnis nach Steuern 159
Stand am 31. Dezember 2018 12.463 33.739 374
Stand am 1. Januar 2019 12.463 33.739 374
Gezahlte Dividende
Aktienoptionen
Veränderungen von Minderheitenanteilen
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -328
Gesamtergebnis nach Steuern -328
Stand am 31. Dezember 2019 12.463 33.739 46
in Tausend € Net Investment Hedge Reserve Aktienoptionsplan Gewinnrücklagen
Stand am 1. Januar 2018 16 71 200
Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von Minderheitenanteilen
Gezahlte Dividende
Aktienoptionen 32
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -16
Gesamtergebnis nach Steuern -16
Stand am 31. Dezember 2018 0 103 200
Stand am 1. Januar 2019 0 103 200
Gezahlte Dividende
Aktienoptionen 129
Veränderungen von Minderheitenanteilen
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0
Gesamtergebnis nach Steuern 0
Stand am 31. Dezember 2019 0 232 200
in Tausend € Konzernbilanzgewinn Summe Anteile in Fremdbesitz Summe Eigenkapital
Stand am 1. Januar 2018 5.651 52.355 585 52.940
Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von Minderheitenanteilen -854 -854 -102 -956
Gezahlte Dividende -1.246 -1.246 -1.246
Aktienoptionen 32 0 32
Konzernergebnis -1.455 -1.455 -221 1.676
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 173 316 -156 160
Gesamtergebnis nach Steuern -1.282 -1.139 -377 -1516
Stand am 31. Dezember 2018 2.269 49.148 106 49.254
Stand am 1. Januar 2019 2.269 49.148 106 49.254
Gezahlte Dividende 0 0 0
Aktienoptionen 129 0 129
Veränderungen von Minderheitenanteilen 0 0 0 0
Konzernergebnis -40.439 -40.439 -341 -40.780
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -184 -512 184 -328
Gesamtergebnis nach Steuern -40.623 -40.951 -157 -41.108
Stand am 31. Dezember 2019 -38.354 8.325 -51 8.274

Konzernanhang

der Delticom AG

Allgemeine Angaben

Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover mit der Registernummer HRB58026 eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover, Brühlstraße 11, Deutschland.

Delticom ist Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für Reifen und Kompletträder. Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst mehr als 600 Marken und rund 18.000 Modelle von Reifen für Pkw, Motorräder, Lkw, Nutzfahrzeuge und Busse sowie Kompletträder. Kunden können die bestellten Produkte zur Montage auch zu einem der weltweit rund 39.000 Servicepartner der Delticom AG schicken lassen.

Das Unternehmen ist weltweit in 75 Ländern tätig. Dazu gehören insbesondere die Länder der EU, aber auch andere europäische Staaten wie die Schweiz und Norwegen. Außerhalb Europas setzt Delticom den vertrieblichen Schwerpunkt in den USA.

Die Gesellschaft erlöst einen wesentlichen Umsatzanteil mit dem Verkauf eigener Lagerware. Durch den zeitlich versetzten Einkauf und die Lagerung von Reifen ist Delticom jederzeit lieferfähig und kann gute Margen erzielen. Im Geschäft mit fremder Ware verkauft das Unternehmen auch Produkte aus den Lagern von Herstellern und Großhändlern. Solche Waren werden entweder direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert oder durch Paketdienste im Auftrag von Delticom zugestellt.

In den Onlineshops wird den Kunden die gesamte, über beide Vertriebswege lieferbare Produktpalette einheitlich präsentiert. Hotlines in der jeweiligen Landessprache und das weltweite Montagepartnernetz gewährleisten eine hohe Servicequalität.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 24.03.2020 durch den Vorstand freigegeben. Der Konzernabschluss wird offengelegt und beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht, um ihn dort bekanntmachen zu lassen.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr 2019

Angesichts eines zunehmend schwieriger werdenden Geschäftsumfelds und zur Sicherung ihrer langfristigen Liquidität hat Delticom seit Mitte August 2019 zusammen mit spezialisierten Unternehmensberatern ein umfassendes Zukunftskonzept zur Rückkehr in die Gewinnzone, Steigerung der Profitabilität und Fokussierung auf das Kerngeschäft "Reifen Europa" erarbeitet, dessen einzelne Maßnahmen nunmehr umgesetzt werden. Ziel ist es, schnellstmöglich zurück in die Gewinnzone zu kommen und durch eine Rückbesinnung auf das Erfolgsmodell Reifen online die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft nachhaltig zu sichern. Dabei wurde die Fortsetzung aller Nicht-Kernaktivitäten der Gesellschaft auf den Prüfstand gestellt. Die Refokussierung auf das Kerngeschäft geht mit der Einstellung der verlustbringenden Geschäftsfelder einher. Zum Ende des Geschäftsjahres wurde folglich entschieden, den operativen Geschäftsbetrieb der Gourmondo Food GmbH zu schließen. Der Abverkauf findet noch bis Ende März 2020 statt. Der operative Geschäftsbetrieb der All you need GmbH wurde zum 31.12.2019 eingestellt, die Schließung von Lebensmittel.de ist für das Ende des ersten Quartals 2020 geplant. Auch das nicht-profitable Geschäft mit Autoersatzteilen und Schmierstoffen wird zum Ende des ersten Quartals 2020 eingestellt.

Die Sondereffekte aus den Deinvestments bzw. der Fokussierung auf das Kerngeschäft stellen sich innerhalb der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung wie nachstehend aufgeführt dar:

in Mio. € Sondereffekte davon Deinvestment
Materialaufwand 4,6 1,5
Personalaufwand 0,6 0,6
Miete (Drohverluste) 0,7 0,8
Restrukturierungskosten 3,5 0
Währungsverluste 3,8 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3,5 2,5
Summe vor Impairment 16,7 5,4
Impairment 22,1 22,1
Gesamt 38,8 27,5

Aufgrund der Deinvestments bzw. der Fokussierung auf das Kerngeschäft erfolgten im Geschäftsjahr dementsprechend Wertminderungen auf das Anlagevermögen innerhalb der Delticom-Gruppe von insgesamt 22.141 Tsd. € sowie Wertberichtigungen auf Vorratsvermögen von insgesamt 1.469 Tsd. €. Außerdem waren zusätzliche Rechts- und Beratungskosten aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen mit 3.470 Tsd. € zu berücksichtigen. Darüber hinaus waren weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausbuchung von Anlagevermögen, Wertberichtigungen von Forderungen und weiteren Vorräten sowie antizipierte Schließungskosten zu erfassen.

Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Anteils online verkaufter Reifen beabsichtigt die Delticom AG, ihre logistische Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen. Voraussichtlich zu Ende 2020 erfolgt die Eröffnung eines neuen Reifenlagers in der französischen Gemeinde Ensisheim unweit gelegen von der Grenze sowohl zu Deutschland als auch der Schweiz. Mit der Errichtung des neuen Logistikzentrums nach Vorgaben der Delticom AG wurde seinerzeit eine Projektgesellschaft beauftragt. Die gesamte Industrieimmobilie bestehend aus zwei Hallen wurde durch den Projektberater bereits erfolgreich an einen Investor verkauft. Die Delticom AG wird eine der beiden im Bau befindlichen Hallen langfristig mieten und partizipiert an dem Ertrag aus dem Verkauf an den Investor. In 2019 wurden entsprechend sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 13.952 Tsd. € generiert. Weitere 2.248 Tsd. € werden über die kommenden zwölf Jahre ergebniswirksam realisiert. Von diesen 16.200 Tsd. € wurden im laufenden Geschäftsjahr 2020 bereits 10.000 Tsd. € cashwirksam an die Delticom AG gezahlt. Die verbleibende Differenz wird zunächst als Barkaution gewährt, die Ansprüche daraus sind mittels einer Bürgschaft gesichert. Zu Beginn der Nutzung des Lagers wird die Barkaution in eine Mietkaution umgewandelt.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundsätze

Delticom AG stellt gemäß § 315e HGB einen befreienden Konzernabschluss nach IFRS auf.

Der Konzernabschluss von Delticom für das Geschäftsjahr 2019 wurde nach den aufgrund der EU-Verordnung Nr.-1606/2002 am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) auf der Grundlage des Prinzips historischer Anschaffungskosten (mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, die zu Zeitwerten ausgewiesen werden) erstellt. Die Anforderungen der angewandten Standards und Interpretationen (SIC/ IFRIC) wurden ausnahmslos erfüllt und führen zur Darstellung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Delticom.

Der Konzernabschluss wird in der Währung Euro (EUR) aufgestellt. Der Euro ist funktionale Währung und Berichtswährung der Delticom. Sofern nichts anderes angegeben ist, erfolgen die Betragsangaben im Anhang grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. €).

Standards, die im Berichtsjahr zum ersten Mal angewendet wurden (Angabepflicht nach IAS 8.28):

Die Delticom-Gruppe hat zum 1. Januar 2019 erstmals IFRS 16 (Leasingverhältnisse) angewendet. Weitere ab 1. Januar 2019 anzuwendende Standards, die jedoch für den Abschluss der Delticom AG keinen wesentlichen Einfluss haben, sind:

Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung - Änderungen an IFRS 9

Langfristige Finanzinstrumente an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -Änderungen an IAS 28

Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2015 - 2017)

Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen - Änderungen an IAS 19

IFRIC 23 "Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung"

Standard IFRS 16 - Leasingverhältnisse

Im Januar 2016 veröffentlichte das IASB den Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse", welcher am 9. November 2017 in europäisches Recht übernommen wurde. Der Standard ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 "Leasingverhältnisse", IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC 15 "Operating-Leasingverhältnisse - Anreize" und SIC 27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen".

IFRS 16 führt ein einheitliches Bilanzierungsmodell für Leasingnehmer ein, dass vorsieht, dass generell alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Pflichten in der Bilanz des Leasingnehmers abzubilden sind. Damit entfällt die unter IAS 17 erforderliche Klassifizierung in Operating- bzw. Finanzierungsleasingverhältnisse beim Leasingnehmer. Für Leasingverhältnisse bilanziert der Leasingnehmer eine Verbindlichkeit für die in Zukunft anfallenden Leasingverpflichtungen. Korrespondierend wird ein Nutzungsrecht am geleasten Vermögenswert aktiviert, welches grundsätzlich dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht und über die Nutzungsdauer abgeschrieben wird.

Delticom hat infolge der Übernahme von IFRS 16 seine Rechnungslegungsmethoden geändert. Die Umstellung auf IFRS 16 erfolgte nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz. Die Vergleichsinformationen für die Vorjahresperioden wurden gemäß IFRS 16.C7 nicht angepasst.

Mit Erstanwendung des IFRS 16 erfasst Delticom Leasingverbindlichkeiten für zuvor unter IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse klassifizierte Leasingverhältnisse. Diese Verbindlichkeiten werden zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers zum 1. Januar 2019 bewertet. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, der auf die Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 angewendet wurde, beträgt 1,06 %.

Bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 hat Delticom folgende Erleichterungen in Anspruch genommen:

Übernahme früherer Beurteilungen, ob ein Leasingverhältnis belastend ist als Alternative zur Durchführung von Wertminderungstests - zum 1. Januar 2019 bestanden keine belastenden Verträge

Die Bilanzierung von Leasingverträgen, die zum 1. Januar 2019 eine Restlaufzeit von weniger als 12 Monaten auswiesen, als kurzfristige Leasingverhältnisse.

Die Nichtberücksichtigung anfänglicher direkter Kosten bei der Bewertung der Nutzungsrechte zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung.

Die Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen bei Verträgen mit Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen.

Keine Trennung von Nichtleasing- und Leasingkomponenten

Keine Berücksichtigung von Leasingverträgen über Vermögenswerte von geringem Wert

Delticom hat sich dazu entschieden, für Leasingverträge, die vor dem Übergangszeitpunkt abgeschlossen wurden, nicht neu zu überprüfen, ob ein Vertrag zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, sondern die bisherige unter IAS 17 und IFRIC 4 getroffene Einschätzung beizubehalten.

in Tausend €
Zum 31.12.2018 angegebene Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen 29.374
Am 1. Januar 2019 bilanzierte Leasingverbindlichkeit 27.262
Hiervon sind
kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 4.594
langfristige Leasingverbindlichkeiten 22.668
27.262

Die Differenz zwischen den sonstigen Verpflichtungen zum 31.12.2018 und den zum 01.01.2019 bilanzierten Leasingverbindlichkeiten ergibt sich im Wesentlichen aus der Abzinsung der Leasingzahlungen sowie den erfolgswirksam zu berücksichtigenden kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Leasingverhältnisse von Vermögenswerten mit geringem Wert.

Bewertung der Nutzungsrechte

Die damit verbundenen Nutzungsrechte wurden in Höhe der zugehörigen Leasingverbindlichkeit angesetzt.

In der Bilanz zum 1. Januar 2019 erfasste Anpassungen

Nutzungsrechte - Zunahme um 27.262 Tsd. €

Leasingverbindlichkeiten - Zunahme um 27.262 Tsd. €

Bilanzierung als Leasinggeber

Delticom vermietet geleaste Vermögenswerte (Lagerflächen) an Dritte weiter und ist somit auch Leasinggeber. Die Untervermietung wird als Finanzierungsleasing klassifiziert. Dementsprechend erfolgt in der anteiligen Höhe der Weitervermietung die Bilanzierung einer Forderung. Gegenläufig vermindert sich der Wert des Nutzungsrechts im Anlagevermögen. Eine Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. von Aufwendungen und Erträgen erfolgt nicht.

Bei Delticom sind keine Verträge als Leasinggeber geschlossen worden, die im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen zu berücksichtigen wären.

Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Die Delticom-Gruppe wird künftig die folgenden anzuwendenden Standards berücksichtigen:

Anwendungspflicht Standard / Interpretation Übernahme durch EU
01. Januar 2020 Änderungen IAS 1 und IAS 8 Darstellung des Abschlusses sowie Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler: Definition von Wesentlichkeit ja
Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS ja
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Reform der Referenzzinssätze ja
Änderungen zu IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Definition eines Geschäftsbetriebes nein
01. Januar 2021 IFRS 17 Versicherungsverträge nein
01. Januar 2022 Änderungen IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten nein

Die Auswirkungen dieser neuen Regelungen auf die laufende oder auf künftige Berichtsperioden sowie auf absehbare künftige Transaktionen werden vom Konzern als nicht wesentlich angesehen.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft 15 (Vorjahr: 15) inländische und 9 (Vorjahr: 9) ausländische Tochtergesellschaften, die in den Konzernabschluss vollkonsolidiert wurden.

Die Delticom AG hat im Geschäftsjahr 2019 die DS Road GmbH, Pratteln/Schweiz gegründet. Die Gesellschaft ist im Bereich der Güterbeförderung tätig. Die Delticom Japan GK, Tokio/Japan, wurde in 2019 liquidiert und entkonsolidiert. Das Entkonsolidierungsergebnis ist von untergeordneter Bedeutung.

Konsolidierungsmethoden

Tochterunternehmen sind alle Unternehmensbeteiligungen, bei denen die AG die Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die übertragenen Gegenleistungen des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang der Minderheitsanteile.

Der Überschuss der übertragenen Gegenleistungen des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Sind die übertragenen Gegenleistungen geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird nach nochmaliger Überprüfung der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Grundlage für den Konzernabschluss bilden die nach einheitlich geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses.

Alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung eliminiert. Umsatzerlöse aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinszahlungen und weitere Erträge zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet (Aufwands- und Ertragskonsolidierung). Zwischengewinne aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen wurden unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebniswirksam bereinigt. Minderheitenanteile am Eigenkapital und am Ergebnis von Tochtergesellschaften, die vom Mutterunternehmen nicht kontrolliert werden, werden separat ausgewiesen.

Unternehmenszusammenschlüsse nach IFRS 3

Identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten eines erworbenen Unternehmens werden grundsätzlich mit ihrem Fair Value zum Transaktionszeitpunkt bewertet. Verbleibende Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem erworbenen Nettovermögen werden als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Ein eventueller Gewinn aus einem Unternehmenszusammenschluss wird nach nochmaliger Überprüfung sofort ergebniswirksam erfasst.

Die übertragene Gegenleistung enthält keine Beträge im Zusammenhang mit bereits bestehenden Beziehungen. Solche Beträge werden ergebniswirksam erfasst.

Segmentberichterstattung

Delticom ist ein Ein-Segment-Unternehmen: Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht im Onlineverkauf von Reifen und Kompletträdern. Im E-Commerce werden Waren an Händler, Werkstätten und Endverbraucher über 440 Onlineshops und -vertriebsplattformen in 75 Ländern vertrieben. Steuerungsgrößen sind Umsatz und EBITDA auf Gesamtkonzern-Ebene. Weitere Geschäftsfelder neben ECommerce, die separat berichtspflichtige Segmente darstellen könnten, gibt es nicht.

Die vom Vorstand bewerteten Wirtschaftsindikatoren werden im Konzernabschluss aufgrund der ähnlichen wirtschaftlichen Merkmale des Onlinehandels zusammengefasst.

Währungsumrechnung

Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der AG und von deren Tochtergesellschaften mit den Kursen zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet. In der Bilanz werden monetäre Posten in fremder Währung unter Verwendung des Kurses am Bilanzstichtag angesetzt, wobei die eingetretenen Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst werden.

Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis derjenigen Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds entspricht, in dem das Unternehmen operiert (funktionale Währung). Zur Delticom gehörende ausländische Gesellschaften sind grundsätzlich selbstständige Teileinheiten, deren Abschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung umgerechnet werden.

Alle Vermögenswerte und Schulden werden zum Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Das Eigenkapital wird mit dem historischen Kurs angesetzt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem gewichteten Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen im Eigenkapital erfasst und verbleiben dort bis zum Abgang des betreffenden Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis.

Mittelkurs zum Bilanzstichtag Gewichtete Jahresdurchschnittskurs
Land 1 € = 1 € =
Großbritannien GBP 0,8476 GBP 0,8769
USA USD 1,1219 USD 1,1187
Rumänien RON 4,7855 RON 4,7388
Russland RUB 69,6111 RUB 72,4099

Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwandt worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern im Anlagevermögen, die Dauer von Leasingverhältnissen sowie des dazugehörigen Grenzfremdkapitalzinssatzes, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen sowie die Bewertung des Anlagevermögens inklusive des Geschäfts- oder Firmenwertes und die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Der jeweiligen Schätzung zugrunde liegende Annahmen sind bei den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz erläutert. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Solche Abweichungen werden zum Zeitpunkt der Kenntnisgabe erfolgswirksam berücksichtigt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bilanzierung von Erwerben

Als mögliche Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten am Erwerbsstichtag angesetzt. Eine der wesentlichsten Schätzungen bezieht sich dabei auf die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während marktgängige Wertpapiere zum Börsenpreis angesetzt werden. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswertes und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes auf das unabhängige Gutachten eines externen Bewertungsgutachters zurückgegriffen. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes getroffen hat.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der Konzern überprüft jährlich und zusätzlich, sofern irgendein auslösendes Ereignis dafür vorliegt, ob eine Wertminderung der bilanzierten Firmenwerte eingetreten ist. Dann ist der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu schätzen. Dieser entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags beinhaltet die Vornahme von Anpassungen und Schätzungen bezüglich der Prognose und Diskontierung der künftigen Cashflows.

Effekte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 wurden im Rahmen des nach den Regelungen des IAS 36 durchgeführten Wertminderungstests berücksichtigt. So wurden in den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auch die Nutzungsrechte nach IFRS 16 einbezogen.

Für die Ermittlung des erzielbaren Betrages legt Delticom im Geschäftsjahr 2019 den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (FVLCOD) zugrunde. Basis für die Bewertung des FVLCOD ist die vom Management erstellte Planung für das Delticom-Geschäft. Diese Planung basiert auf der Annahme, dass E-Commerce im Reifenhandel in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnt. Die Möglichkeit eines weiter zunehmenden Wettbewerbs wurde für die Erwartungen hinsichtlich der Umsatz- und Ergebnisentwicklung ebenfalls berücksichtigt.

Das Management geht davon aus, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Konjunktureinflüssen, Margen und Umsatzwachstum, angemessen sind. Die verwendeten Inputfaktoren stützen sich auf Marktdaten. Veränderungen dieser Annahmen könnten zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen würde.

Für die Bewertung der Werthaltigkeit des erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 35,3 Mio. € auf Gesamtkonzernebene wurde ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 6,1 % (Vorjahr 7,9 %), eine durchschnittliche EBITDA-Marge von 2,5 % (Vorjahr 2,3 %), ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 2,0 % (Vorjahr 6,2 %) sowie ein Wachstumsabschlag von 1,0 % (Vorjahr 1,0 %) angewendet.

Die Ermittlung des Diskontierungszinssatzes basiert auf dem risikofreien Zinssatz, der Marktrisikoprämie und dem Fremdkapitalzinssatz. Darüber hinaus werden spezifische Peer Group Informationen für den Beta Faktor und den Verschuldungsgrad berücksichtigt, wobei Änderungen im Verschuldungsgrad durch die erstmalige IFRS 16 Anwendung entsprechend Berücksichtigung finden.

Die Planung basiert ferner auf den Annahmen, dass Delticom die Position als Europas führender Online-Reifenhändler weiter behaupten wird und die Kostenstruktur durch zusätzliche Automatisierungen und Outsourcing schlank bleibt. Die Planungsperiode erstreckt sich auf einen Zeitraum von vier Jahren zzgl. einer ewigen Rente. Hierbei werden plausible Annahmen über die künftige Entwicklung getroffen. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst.

Das budgetierte EBITDA basiert auf den Erwartungen der zukünftigen Ergebnisse, wobei die Erfahrungen der Vergangenheit berücksichtigt wurden. Das Umsatzwachstum wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten fünf Jahre und des geschätzten Umsatz- und Preiswachstums für die nächsten vier Jahre prognostiziert.

Der geschätzte erzielbare Betrag überstieg den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit um rund 67 Mio. € (Vorjahr 15 Mio. €).

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte sind zu Anschaffungskosten zuzüglich der Kosten für die Versetzung in einen nutzungsbereiten Zustand aktiviert und werden, sofern sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer pro rata temporis linear abgeschrieben. Die selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte sind zu Herstellungskosten angesetzt und werden jährlich auf Wertberichtigungsbedarf überprüft, sofern sie sich noch in der Entwicklung befinden. Sie werden ebenfalls linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Fremdkapitalkosten werden aufgrund der fehlenden Aktivierungsvoraussetzungen nicht aktiviert, sondern als Aufwand in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen. Kosten, die mit der Aufrechterhaltung von Software verbunden sind, werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens als Aufwand erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer in Jahren
Internet Domains 3-20
EDV-Software 3-10
Kundenbeziehungen 5-10
Marken 5-10
Vertriebs,- und ähnliche Rechte 2

Leasingverhältnisse

In dieser Anhangangabe werden Informationen zu Leasingverhältnissen gegeben, in denen der Konzern Leasingnehmer und auch Leasinggeber ist.

In der Bilanz werden nachfolgende Posten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ausgewiesen:

in Tausend € 31.12.2019 01.01.2019
Nutzungsrechte
Gebäude 22.522 27.262
Technische Anlagen und Maschinen 1.631 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 128 0
Leasingforderungen 24.281 27.262
kurzfristig 443 0
langfristig 3.974 0
Leasingverbindlichkeiten 4.417 0
kurzfristig 5.930 4.594
langfristig 23.361 22.668
29.291 27.262

Weitere Angaben sind in Abschnitt 11 aus dem Anlagespiegel ersichtlich.

Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

in Tausend € 2019
bis zu 1 Jahr 5.930
1-5 Jahre 17.911
über 5 Jahre 5.451
Gesamt 29.291

Die Zuführungen zu den Nutzungsrechten während des Geschäftsjahres 2019 betrugen 6.534 Tsd. €.

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge

Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen:

in Tausend € 2019
Abschreibungen auf Nutzungsrechte
Gebäude 4.690
Technische Anlagen und Maschinen 144
Betriebs- und Geschäftsausstattung 9
Gewinne aus Sale and lease back-Transaktionen 256
Zinsaufwendungen 300
Aufwendungen i.Z.m. kurzfristigen Leasingverhältnissen (erfasst in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen) 1.617
Aufwendungen i.Z.m. Leasingverhältnissen über Vermögenswerte mit geringem Wert und nicht in den kurzfristigen Leasingverhältnissen (erfasst in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen) 89

Die gesamten Auszahlungen für Leasing betragen 7.048 Tsd. €.

Für einen in 2019 abgeschlossenen Mietvertrag für das Lager in Ensisheim, welches erst Ende 2020 genutzt wird, werden Zahlungsmittelabflüsse von 37.427 Tsd. € über die Mietlaufzeit von 12 Jahren ab Nutzungsbeginn erwartet.

Darüber hinaus bestehen Mietverlängerungsoptionen für verschiedene Lager und Büroräume über Zeiträume zwischen 2 und 5 Jahren, die bei maximaler Ausnutzung zu Zahlungsmittelabflüssen von 36.730 Tsd. € führen könnten.

Delticom hat im Wesentlichen Mietverträge für Bürogebäude, Läger, IT-Equipment und Lagerausrüstung abgeschlossen. Die Verträge haben eine Laufzeit von bis zu 12 Jahren und können darüber hinausgehende Verlängerungsoptionen enthalten.

Für kurzfristige Leasingverträge und Leasingverträge über Vermögenswerte mit geringem Wert bestehen Ausnahmeregelungen bzgl. des Ansatzes i.S.d. IFRS 16. Zahlungen für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverträge werden erfolgswirksam erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten und ohne Kaufoption. Vermögenswerte von geringem Wert beinhalten im Wesentlichen IT-Ausstattungen und Büromöbel.

Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten werden bei Erstansatz zu Anschaffungskosten bzw. zum Barwert erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert von festen und variablen, indexbasierten Leasingzahlungen.

Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Leasingverträge der Delticom beinhalten auch Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen werden dazu verwendet, um der Gruppe die maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf die vom Konzern genutzten Vermögenswerte zu erhalten. Die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen können nur durch den Konzern und nicht durch den jeweiligen Leasinggeber ausgeübt werden.

In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind darüber hinaus Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen berücksichtigt.

Leasingzahlungen werden mit dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden impliziten Zinssatz abgezinst, sofern dieser ohne Weiteres bestimmbar ist. Andernfalls - und dies ist in der Regel im Konzern der Fall - erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers, d.h. dem Zinssatz, den die Delticom zahlen müsste, wenn sie Mittel aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleichbaren Wert für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit unter vergleichbaren Bedingungen zu erwerben.

Leasingraten werden in Tilgungs- und Zinsanteil aufgeteilt. Der Zinsanteil wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst.

Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts und Laufzeit des zugrundeliegenden Leasingvertrags abgeschrieben. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Nutzungsrechte wird auf die Ausführungen zu den Sachanlagen verwiesen.

Sale and lease back

Delticom hat in 2019 einzelne Vermögenswerte veräußert und dann vom neuen Eigentümer zurückgemietet. Das mit dem Rückleasing verbundene Nutzungsrecht wird mit dem Anteil des früheren Buchwertes angesetzt, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Gewinne bzw. Verluste werden nur insoweit erfasst, als sie sich auf die übertragenen Rechte beziehen.

Das Sachanlagevermögen ist zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten umfassen den Kaufpreis einschließlich direkt zurechenbarer Anschaffungsnebenkosten, die anfallen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Rabatte, Boni und Skonti werden vom Kaufpreis abgezogen. Die Abschreibungen erfolgen linear pro rata temporis.

Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Alle anderen Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind.

Die Restbuchwerte und die wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ggf. angepasst. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswertes seinen geschätzten erzielbaren Betrag, so wird auf diesen niedrigeren Betrag abgeschrieben. Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer in Jahren
Lagerausstattung 12-33
Maschinen 4-14
Geschäftsausstattung 3-15
Büroeinrichtung 3-15

Finanzinstrumente

i. Ansatz und erstmalige Bewertung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst, an dem das Unternehmen Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Instruments wird.

Ein finanzieller Vermögenswert (außer einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente) oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei einem Posten, der nicht zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet wird, kommen hierzu die Transaktionskosten, die direkt seinem Erwerb oder seiner Ausgabe zurechenbar sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet.

ii. Klassifizierung und Folgebewertung

Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:

zu fortgeführten Anschaffungskosten

FVOCI-Schuldinstrumente (Investments in Schuldinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert mit Änderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden)

FVOCI-Eigenkapitalinvestments (Eigenkapitalinvestments, die zum beizulegenden Zeitwert mit Änderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden)

FVTPL (zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust)

Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode reklassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde:

Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und

die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI designiert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als FVTPL designiert wurde:

Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte und

seine Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinvestments, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Diese Wahl wird einzelfallbezogen für jedes Investment getroffen.

Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögenswerte. Bei der erstmaligen Erfassung kann der Konzern unwiderruflich entscheiden, finanzielle Vermögenswerte, die ansonsten die Bedingungen für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI erfüllen, zu FVTPL zu designieren, wenn dies dazu führt, ansonsten auftretende Rechnungslegungsanomalien ("accounting mismatch") zu beseitigen oder signifikant zu verringern.

Finanzielle Vermögenswerte - Einschätzung des Geschäftsmodells

Der Konzern trifft eine Einschätzung der Ziele des Geschäftsmodells, in dem der finanzielle Vermögenswert gehalten wird, auf einer Portfolio-Ebene, da dies am besten die Art, wie das Geschäft gesteuert wird und Informationen an das Management gegeben werden, widerspiegelt. Die zu berücksichtigenden Informationen schließen ein:

die Risiken, die sich auf die Ergebnisse des Geschäftsmodells (und der nach diesem Geschäftsmodell gehaltenen finanziellen Vermögenswerte) auswirken, und wie diese Risiken gesteuert werden;

Häufigkeit, Umfang und Zeitpunkt von Verkäufen finanzieller Vermögenswerte in vorherigen Perioden und die Erwartungen über zukünftige Verkaufsaktivitäten.

Übertragungen von finanziellen Vermögenswerten an fremde Dritte durch Übertragungen, die nicht zur Ausbuchung führen, sind in Einklang damit, dass der Konzern die Vermögenswerte weiterhin bilanziert, für diesen Zweck keine Verkäufe.

Finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten oder verwaltet werden und deren Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwertes beurteilt wird, werden zu FVTPL bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte - Einschätzung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen sind

Für Zwecke dieser Einschätzung ist der "Kapitalbetrag" definiert als beizulegender Zeitwert des finanziellen Vermögenswertes beim erstmaligen Ansatz. "Zins" ist definiert als Entgelt für den Zeitwert des Geldes und für das Ausfallrisiko, das mit dem über einen bestimmten Zeitraum ausstehenden Kapitalbetrag verbunden ist, sowie für andere grundlegende Kreditrisiken, Kosten (zum Beispiel Liquiditätsrisiko und Verwaltungskosten) und eine Gewinnmarge.

Bei der Einschätzung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den Kapitalbetrag sind, berücksichtigt der Konzern die vertraglichen Vereinbarungen des Instruments. Dies umfasst eine Einschätzung, ob der finanzielle Vermögenswert eine vertragliche Vereinbarung enthält, die den Zeitpunkt oder den Betrag der vertraglichen Zahlungsströme ändern könnte, sodass diese nicht mehr diese Bedingungen erfüllen. Bei der Beurteilung berücksichtigt der Konzern:

bestimmte Ereignisse, die den Betrag oder den Zeitpunkt der Zahlungsströme ändern würden;

Bedingungen, die den Zinssatz, inklusive variabler Zinssätze, anpassen würden;

vorzeitige Rückzahlungs- und Verlängerungsmöglichkeiten und

Bedingungen, die den Anspruch des Konzerns auf Zahlungsströme eines speziellen Vermögenswertes einschränken.

Eine vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit steht im Einklang mit dem Kriterium der ausschließlichen Zins- und Tilgungszahlungen, wenn der Betrag der vorzeitigen Rückzahlung im Wesentlichen nicht geleistete Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag umfasst, wobei angemessenes zusätzliches Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrages enthalten sein kann.

Zusätzlich wird eine Bedingung für einen finanziellen Vermögenswert, der gegen einen Auf- oder Abschlag gegenüber dem vertraglichen Nennbetrag erworben worden ist, die es erlaubt oder erfordert, eine vorzeitige Rückzahlung zu einem Betrag, der im Wesentlichen den vertraglichen Nennbetrag plus aufgelaufener (jedoch nicht gezahlter) Vertragszinsen (die ein angemessenes Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrages beinhalten können) darstellt, zu leisten, als im Einklang mit dem Kriterium behandelt, sofern der beizulegende Zeitwert der vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit zu Beginn nicht signifikant ist.

Finanzielle Vermögenswerte - Folgebewertung und Gewinne und Verluste:

Finanzielle Vermögenswerte zu FVTPL - Diese Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Nettogewinne und -verluste, einschließlich jeglicher Zins- oder Dividendenerträge, werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten - Diese Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode folgebewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden durch Wertminderungsaufwendungen gemindert. Zinserträge, Währungskursgewinne und -verluste sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Ein Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung wird im Gewinn oder Verlust erfasst.

Schuldinstrumente zu FVOCI - Diese Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Zinserträge, die mit der Effektivzinsmethode berechnet werden, Wechselkursgewinne und -verluste sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Andere Nettogewinne oder -verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei der Ausbuchung wird das kumulierte sonstige Ergebnis in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Eigenkapitalinvestments zu FVOCI - Diese Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Dividenden werden als Ertrag im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn, die Dividende stellt offensichtlich eine Deckung eines Teils der Kosten des Investments dar. Andere Nettogewinne oder -verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und nie in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Finanzielle Verbindlichkeiten - Klassifizierung, Folgebewertung und Gewinne und Verluste

Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz als ein solches designiert wird.

Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen und Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden ebenfalls im Gewinn oder Verlust erfasst.

iii. Ausbuchung

Finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Zahlungsströme in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden.

Eine Ausbuchung findet ebenfalls statt, wenn der Konzern alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält und er die Verfügungsgewalt über den übertragenen Vermögenswert nicht behält.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der Konzern bucht des Weiteren eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die Vertragsbedingungen geändert werden und die Zahlungsströme der angepassten Verbindlichkeit signifikant anders sind. In diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit basierend auf den angepassten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

Bei der Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit wird die Differenz zwischen dem Buchwert der getilgten Verbindlichkeit und dem gezahlten Entgelt (einschließlich übertragener unbarer Vermögenswerte oder übernommener Verbindlichkeiten) im Gewinn oder Verlust erfasst.

iv. Verrechnung

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und in der Bilanz als Nettobetrag ausgewiesen, wenn der Konzern einen gegenwärtigen, durchsetzbaren Rechtsanspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und es beabsichtigt ist, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

v. Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken. Eingebettete Derivate werden unter bestimmten Voraussetzungen vom Basisvertrag getrennt und separat bilanziert.

Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst.

Zum Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern die Risikomanagementziele und -strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Der Konzern dokumentiert des Weiteren die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument und ob erwartet wird, dass sich Veränderungen der Zahlungsströme des gesicherten Grundgeschäfts und des Sicherungsinstruments kompensieren.

Absicherung von Zahlungsströmen

Wenn ein Derivat als ein Instrument zur Absicherung von Zahlungsströmen (cash flow hedge) designiert ist, wird der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen eingestellt. Der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, der im sonstigen Ergebnis erfasst wird, ist begrenzt auf die kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Grundgeschäfts (berechnet auf Basis des Barwertes) seit Absicherungsbeginn. Ein unwirksamer Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivats wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst.

Wenn eine abgesicherte erwartete Transaktion später zum Ansatz eines nicht finanziellen Postens, wie etwa Vorräte, führt, wird der kumulierte Betrag aus der Rücklage für Sicherungsbeziehungen und der Rücklage für Kosten der Absicherung direkt in die Anschaffungskosten des nicht finanziellen Postens einbezogen, wenn dieser bilanziert wird.

Bei allen anderen abgesicherten erwarteten Transaktionen wird der kumulierte Betrag, der in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen und die Rücklage für die Kosten der Absicherung eingestellt worden ist, in dem Zeitraum oder den Zeiträumen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert, in denen die abgesicherten erwarteten zukünftigen Zahlungsströme den Gewinn oder Verlust beeinflussen.

Wenn die Absicherung nicht mehr die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften erfüllt oder das Sicherungsinstrument verkauft wird, ausläuft, beendet oder ausgeübt wird, wird die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung prospektiv beendet. Wenn die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Zahlungsströmen beendet wird, verbleibt der Betrag, der in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen eingestellt worden ist, im Eigenkapital, bis - für eine Sicherungstransaktion, die zur Erfassung eines nicht finanziellen Postens führt - dieser Betrag in die Anschaffungskosten des nicht finanziellen Postens bei der erstmaligen Erfassung einbezogen wird oder - für andere Absicherungen von Zahlungsströmen - dieser Betrag in dem Zeitraum oder den Zeiträumen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird, in denen die abgesicherten erwarteten zukünftigen Zahlungsströme den Gewinn der Verlust beeinflussen. Falls nicht mehr erwartet wird, dass die abgesicherten zukünftigen Zahlungsströme eintreten, werden die Beträge, die in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen und die Rücklage für Kosten der Absicherung eingestellt worden sind, unmittelbar in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Absicherung von Nettoinvestitionen

Wenn ein derivatives Instrument oder eine nicht derivative finanzielle Verbindlichkeit als ein Sicherungsinstrument zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designiert wird, wird der wirksame Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Sicherungsinstruments (im Falle von Derivaten) oder der Wechselkursdifferenzen (für Nicht-Derivate), im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage für Währungsumrechnung innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Der unwirksame Teil der Veränderungen im beizulegenden Zeitwert des Sicherungsinstruments bei Derivaten oder der Wechselkursdifferenzen des Nicht-Derivates wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Betrag, der im sonstigen Ergebnis erfasst ist, wird als Umgliederungsbetrag bei der Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs in den Gewinn oder Verlust umgebucht.

Vorräte sind grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert sowie ggf. unter Berücksichtigung einer Wertberichtigung für eingeschränkte Verwertbarkeit bewertet.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden auf Grundlage der Durchschnittskostenmethode gebildet. Der Nettoveräußerungswert der Vorräte entspricht dem Verkaufspreis im normalen Geschäftsgang abzüglich der Vertriebskosten. Fremdkapitalkosten waren nicht als Teil der Anschaffungsoder Herstellungskosten zu aktivieren.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertminderungen bewertet. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht bzw. nicht vollständig einbringlich sind.

Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus dieser Forderung, diskontiert mit dem Effektivzinssatz. Der Buchwert der Forderung wird durch den Ansatz eines Wertminderungskontos gemindert. Die Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst. In Fremdwährung valutierende Posten wurden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind zum jeweiligen Nennwert angesetzt. Ausgewiesen werden Bankguthaben sowie Kassenbestände und vereinzelt Schecks, die ausnahmslos kurzfristig fällig sind. Liquide Mittel in Fremdwährung werden zum jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12. Aktive latente Steuern werden grundsätzlich für temporäre Differenzen zwischen Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz erfasst, dies jedoch nur dann, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die temporäre Differenz verwendet werden kann. Darüber hinaus werden latente Steuern auf künftig als realisierbar eingeschätzte Verlustvorträge aktiviert. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche zu versteuernden temporären Differenzen zwischen Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet.

Latente Steuern werden unmittelbar im Eigenkapital erfasst, sofern sich die Steuer auf Posten bezieht, die in der gleichen oder einer anderen Periode unmittelbar dem Eigenkapital gutgeschrieben oder belastet werden.

Latente Steuern werden unter der Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet worden sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Latente Steuerposten inländischer Gesellschaften werden mit einem Steuersatz von 32,49 % (Vorjahr: 32,54 %) bewertet. Hinsichtlich der Bewertung der rumänischen Tochtergesellschaft wird ein Steuersatz von unverändert 16 % berücksichtigt. Die Auswirkungen des geänderten Steuersatzes sind unwesentlich.

Eine Saldierung von aktiven latenten Steuern mit passiven latenten Steuern erfolgt, soweit eine Identität der Steuergläubiger und Fristenkongruenz besteht.

Latente Steuerforderungen und latente Steuerverbindlichkeiten werden gemäß IAS 1.70 unter den langfristigen Vermögenswerten bzw. langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Eine Abzinsung latenter Steueransprüche und -verbindlichkeiten ist gem. IAS 12.53 nicht zulässig.

Die deutschen Gesellschaften unterliegen einer Gewerbeertragsteuer von 16,7 % (Vorjahr: 16,7 %) des Gewerbeertrags. Der Körperschaftsteuersatz beträgt 15,0 % (Vorjahr: 15,0 %) zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) auf die Körperschaftsteuer.

Die Berechnung der ausländischen Ertragsteuern basiert auf den in den einzelnen Ländern gültigen Gesetzen und Verordnungen. Es werden die jeweiligen länderspezifischen Steuersätze verwendet.

Ertragsteuerverpflichtungen werden mit entsprechenden Erstattungsansprüchen saldiert, wenn sie in demselben Steuerhoheitsgebiet bestehen und hinsichtlich Art und Fristigkeit gleichartig sind. Mittels der bestmöglichen Schätzung werden potenzielle Steuerrisiken und unsichere Steueransprüche bewertet.

Rückstellungen werden nur unter folgenden Voraussetzungen ausgewiesen: Das Unternehmen besitzt eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung gegenüber Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses, und es ist wahrscheinlich, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird und der Betrag der Verpflichtung verlässlich ermittelt werden kann. Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller daraus erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtige beste Schätzung angepasst. Resultiert aus dem Erfüllungszeitpunkt der Verpflichtung ein wesentlicher Zinseffekt, so wird die Rückstellung zum Barwert bilanziert. Der zur Ermittlung des Barwerts verwendete Diskontierungszinssatz ist ein Zinssatz vor Steuern, der die aktuellen Markteinschätzungen des Zeitwerts und der für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Die Aufzinsung der Rückstellung wird als Zinsaufwand erfasst. Soweit in einzelnen Fällen keine zuverlässige Schätzung möglich ist, wird keine Rückstellung gebildet, sondern eine Eventualschuld angegeben.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Finanzschulden werden mit Ausnahme von Leasingverbindlichkeiten erstmals zu ihren beizulegenden Zeitwerten unter Einbeziehung von Transaktionskosten erfasst und in der Folgezeit zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Differenz zwischen dem Auszahlungskurs und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit des jeweiligen Vertrages unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In Fremdwährung valutierende Posten werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die Erfassung von Umsatzerlösen sowie sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich zufließen wird. Erträge aus Dienstleistungen, deren Umfang unwesentlich ist, werden grundsätzlich zeitanteilig über die Periode der Leistungserbringung erfasst. Die Umsatzerlöse werden um Erlösschmälerungen gemindert. Bei der Veräußerung von Handelswaren an Kunden liegt die Leistungserbringung grundsätzlich zu dem Zeitpunkt vor, an dem die Handelswaren in die Kontrolle des Kunden übergegangen sind. Der Übergang der Kontrolle ist dabei nicht an den Übergang des rechtlichen Eigentums gebunden. Lieferungen von Handelswaren, bei denen aufgrund von Erfahrungswerten eine Rückgabe erwartet wird, werden nicht ergebniswirksam erfasst.

Aufwendungen werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit dem Geschäftsvorfall verbundene wirtschaftliche Nutzen von der Gesellschaft abfließt und die Höhe der Aufwendungen verlässlich bemessen werden kann. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine Aktivierung als Teil von Anschaffungs- oder Herstellungskosten findet nicht statt.

Zinsen werden entsprechend der effektiven Verzinsung der Vermögenswerte und Schulden erfasst.

Abschreibungen und Wertminderungen auf nicht-finanzielle Vermögenswerte

Abschreibungen werden planmäßig entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte vorgenommen. Wertminderungen von Vermögenswerten (Impairment-Test) unter die fortgeführten Anschaffungskosten werden durch außerplanmäßige Abschreibungen erfasst. An jedem Bilanzstichtag überprüft Delticom die Buchwerte ihrer immateriellen Vermögenswerte, ihrer Nutzungsrechte und ihres Sachanlagevermögens, um festzustellen, ob Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag geschätzt, um den Umfang des Wertminderungsaufwands festzustellen.

Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der aus dem Vermögenswert zufließende Nutzen niedriger ist als dessen Buchwert. Der aus einem Vermögenswert zufließende Nutzen entspricht dem höheren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert bestimmt sich aus dem Barwert der zukünftigen dem Vermögenswert zuzuordnenden Zahlungsströme. Wenn der Grund für eine früher vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, wird eine Zuschreibung vorgenommen.

Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte

Delticom bilanziert Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste (ECL) für:

finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden;

Schuldinstrumente bewertet zu FVOCI und

Vertragsvermögenswerte.

Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte werden immer in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts bewertet.

Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt der Konzern angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf vergangenen Erfahrungen des Konzerns und fundierten Einschätzungen, inklusive zukunftsgerichteter Informationen, beruhen.

In ihrer Bonität beeinträchtigte finanzielle Vermögenswerte

Zu jedem Berichtsstichtag beurteilt Delticom, ob finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und Schuldtitel zum FVOCI in ihrer Bonität beeinträchtigt und somit ausfallgefährdet sind. Ein finanzieller Vermögenswert gilt als ausfallgefährdet, wenn ein oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die einen negativen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswertes haben.

Der Nachweis, dass ein finanzieller Vermögenswert ausfallgefährdet ist, beinhaltet die folgenden beobachtbaren Daten:

erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Kreditnehmers oder Emittenten;

ein Ausfall;

die Restrukturierung eines Darlehens durch den Konzern zu Bedingungen, die der Konzern sonst nicht berücksichtigen würde;

es ist wahrscheinlich, dass der Kreditnehmer in Konkurs geht oder eine Reorganisation stattfindet;

oder das Verschwinden eines aktiven Marktes für ein Wertpapier aufgrund finanzieller Schwierigkeiten.

Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn:

es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtung vollständig an den Konzern zahlen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (falls welche vorhanden sind) zurückgreifen muss, oder

der finanzielle Vermögenswert über mehr als 90 Tage überfällig ist.

Abhängig von der Entwicklung des Kreditrisikos, das einem finanziellen Vermögenswert innewohnt, müssen erwartete Kreditverluste (ECLs) entweder als 12-Monats-ECLs oder Lifetime-ECLs berechnet werden. Lifetime-ECLs sind die ECLs, die sich aus allen möglichen Ausfallereignissen über die erwartete Laufzeit eines Finanzinstruments ergeben und zu erfassen sind, wenn sich das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit dem erstmaligen Ansatz deutlich erhöht hat.

12-Monats-ECLs sind der Teil der ECLs, der sich aus Ausfallereignissen, die innerhalb der kommenden 12 Monate nach dem Bilanzstichtag (oder eines kürzeren Zeitraums, wenn die erwartete Laufzeit des Instruments weniger als 12 Monate beträgt) möglich sind, ergibt. Abweichend vom allgemeinen Vorgehen werden Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Auftragsbestände grundsätzlich in Höhe von Lifetime-ECLs bewertet (vereinfachte Vorgehensweise).

Der bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten maximal zu berücksichtigende Zeitraum ist die maximale Vertragslaufzeit, in der der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist.

Bemessung erwarteter Kreditverluste

Erwartete Kreditverluste sind die wahrscheinlichkeitsgewichteten Schätzungen der Kreditverluste. Kreditverluste werden als Barwert der Zahlungsausfälle (das heißt die Differenz zwischen den Zahlungen, die einem Unternehmen vertragsgemäß geschuldet werden, und den Zahlungen, die das Unternehmen voraussichtlich einnimmt) bemessen. Erwartete Kreditverluste werden mit dem Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes abgezinst.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Auftragsbestände werden ECLs auf Portfoliobasis ermittelt. Die Vermögenswerte werden nach Überfälligkeit gruppiert und die ECLs werden auf der Grundlage historischer Ausfallraten und Prognosen über das wirtschaftliche Umfeld, in dem sich die Gegenparteien befinden und tätig sind (z. B. Länderrisiko), geschätzt.

Darstellung der Wertminderung für erwartete Kreditverluste in der Bilanz

Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, werden vom Bruttobuchwert der Vermögenswerte abgezogen. Zum aktuellen Bilanzstichtag sind die erwarteten Kreditverluste (ECL) auf finanzielle Vermögenswerte von unwesentlicher Bedeutung für die Gruppe.

Kapitalrisikomanagement

Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Dies dient auch dem Ziel, die Kosten der Kapitalbeschaffung zu reduzieren. Dabei wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können.

Um die Kapitalstruktur beizubehalten oder zu optimieren, obliegt es dem Vorstand des Mutterunternehmens, die Höhe der Dividendenzahlungen anzupassen, Kapitalrückzahlungen an die Anteilseigner zu tätigen, neue Aktien auszugeben oder Vermögenswerte zu veräußern, um Schulden zu reduzieren.

Bilanzierung von Vermögenswerten und Schulden unter Abkehr Going concern

Die Vermögenswerte und Schulden der Gourmondo Food GmbH und der All you need GmbH wurden unter Abkehr von der Going concern-Prämisse zu Zeitwerten bilanziert.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Umsatzerlöse bestehen ausschließlich aus Erlösen aus Kundenverträgen und betreffen nahezu ausschließlich die Kategorie "Verkauf von Gütern". Weitere Erlöse aus Dienstleistungen sind von untergeordneter Bedeutung.

Die Umsatzerlöse im Inland betragen 236.665 Tsd. € (Vorjahr 238.483 Tsd €).

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.533 24.283
Erhaltene Anzahlungen von Kunden (Vertragsverbindlichkeiten) -6.214 -7.816

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden zu dem Zeitpunkt erfasst, in dem der Kunde die Kontrolle über die Waren ausübt und diese in Besitz nimmt. Dies geschieht in der Regel, wenn der Kunde die Ware erhält. Der ausgewiesene Umsatz wird um die erwarteten Rücklieferungen angepasst, die basierend auf den historischen Daten geschätzt werden. Die erwarteten Rücklieferungen sind nicht signifikant.

Die Kunden verwenden drei Zahlungsmethoden: Vorauszahlung, Zahlung bei Wareneingang sowie, für bestimmte Kunden und gemäß der Kreditrisikopolitik, Zahlung bei Fälligkeit. Die ersten beiden Methoden werden hauptsächlich verwendet, die dritte Methode wird selten genutzt.

Weitere Informationen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Abschnitt (15) enthalten. Die von Kunden erhaltenen Anzahlungen werden als Umsatzerlöse berücksichtigt, wenn die Kontrolle über die Waren an den Kunden übergeben wird, was üblicherweise bei Lieferung der Waren erfolgt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden 7.816 Tsd. € als Umsatzerlöse erfasst, die zu Beginn der Periode in den erhaltenen Anzahlungen enthalten waren.

(2) Sonstige betriebliche Erträge

in Tausend € 2019 2018
Erträge aus Kursdifferenzen 3.256 3.509
Erträge aus dem Erwerb der All You need GmbH 0 11.436
Erträge aus der Beteiligung an einem Logistik- bzw. Grundstücksgeschäft 13.952 0
Übrige 20.402 23.119
Summe 37.610 38.064

Die Kursgewinne enthalten Gewinne aus Kursänderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt sowie der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursverluste aus diesen Vorgängen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Entwicklung der übrigen sonstigen betrieblichen Erträge resultiert vorrangig aus Marketingzuschüssen, Erlösen aus Transportverlusten und sonstigen Erlösen.

(3) Materialaufwand

Der Materialaufwand in Höhe von 490,6 Mio. € (Vorjahr: 505,1 Mio. €) resultiert ausschließlich aus bezogener Handelsware.

(4) Personalaufwand

in Tausend € 2019 2018
Löhne und Gehälter 17.515 13.708
Soziale Abgaben 2.082 1.937
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 188 49
Altersversorgung und Unterstützung 151 199
Summe 19.936 15.893

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland handelt es sich um einen beitragsorientierten Plan. Delticom leistet aufgrund ihrer ihr durch den Gesetzgeber auferlegten Verpflichtung Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung.

Delticom hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge in Höhe von 1.060 Tsd. € (Vorjahr: 800 Tsd. €) wurden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst.

Die Angaben zum Aktienoptionsprogramm sind unter dem Punkt Eigenkapital enthalten.

2019 hatte Delticom im Durchschnitt 261 Mitarbeiter (Vorjahr: 235 Mitarbeiter).

(5) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen

in Tausend € 2019 2018
Auf immaterielle Vermögensgegenstände 19.078 5.292
Auf Nutzungsrechte 4.842 0
Auf Sachanlagen 11.497 2.579
Summe 35.417 7.871

Wertminderungen auf der Grundlage von Impairment-Tests (IAS 36) ergaben sich für immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 14.224 Tsd. € und für Sachanlagen in Höhe von 7.917 Tsd. €. Ursächlich hierfür sind die Abwertungen des Anlagevermögens der All you need GmbH, der Gourmondo GmbH und der DeltiLog GmbH. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2019 erstmalig Abschreibungen auf die Nutzungsrechte für Leasingverhältnisse von 4.842 Tsd. € vorgenommen.

(6) Sonstige betriebliche Aufwendungen

In Tausend € 2019 2018
Ausgangsfrachten 62.171 61.934
Lagerhandlingskosten 10.953 9.341
Gebühren Kreditkarten 5.453 5.956
Externe Werbekosten 28.600 33.000
Operations-Center 9.458 10.165
Mieten und Betriebskosten 3.917 7.359
Finanzen und Recht 9.294 4.892
IT und Telekommunikation 3.870 4.060
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 6.527 3.235
Übrige 15.049 8.804
Summe sonstige betriebliche Aufwendungen 155.292 148.745

Die ausgewiesenen Mieten und Betriebskosten beinhalten kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert und insbesondere Nebenkosten. Der Anstieg der Aufwendungen für Finanzen und Recht resultiert im Wesentlichen aus zusätzlichen Beratungskosten im Zusammenhang mit der Restrukturierung.

Die Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen (4.130 Tsd. €; Vorjahr: 5.084 Tsd. €) werden als separater Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung geführt.

(7) Finanzergebnis

in Tausend € 2019 2018
Finanzaufwand -1.546 -689
Finanzertrag 86 22
Summe -1.460 -668

Im Finanzergebnis werden Zinsen nur für solche Finanzinstrumente ausgewiesen, die nicht zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet wurden.

Die Finanzaufwendungen betreffen überwiegend Zinsaufwendungen für Bankdarlehen sowie Kontokorrentkredite.

(8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern ergeben sich aus:

2019 2018
in Tausend € Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
Laufende Ertragssteuern 113 1 114 454 129 583
Latente Ertragssteuern -2.841 -6 -2.847 1.636 -117 1.519
Gesamt -2.728 -5 -2.733 2.090 12 2.102

Im Berichtsjahr wurden 0 Tsd. € (Vorjahr: -5 Tsd. €) Ertragsteuern direkt im Eigenkapital erfasst.

Aktive und passive latente Steuern wurden im Zusammenhang mit den folgenden Positionen und Sachverhalten gebildet:

2019 2018
in Tausend € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Verlustvorträge 3.853 0 3.792 0
Immaterielle Vermögenswerte 0 0 448 3.142
Nutzungsrechte 0 7.234 0 0
Sachanlagen 61 16 5 78
Vorräte 0 229 0 133
Forderungen 0 1.430 0 1
Langfristige Rückstellungen 6 0 26 0
Kurzfristige Rückstellungen 61 0 0 0
Verbindlichkeiten 8.681 0 0 2
Sonstige Passiva 0 7 9 4
Gesamt 12.662 8.916 4.595 3.360
Saldierung -8.663 -8.663 -563 -563
Bilanzansatz 3.999 253 4.032 2.797

Eine Überleitung des erwarteten Ertragsteuerergebnisses auf das tatsächliche Ertragsteuerergebnis zeigt die folgende Übersicht:

in Tausend € 2019 2018
Ergebnis vor Ertragsteuern -43.514 426
Ertragsteuersatz Delticom AG 32,49% 32,54%
Erwarteter Steueraufwand -14.138 139
Abweichungen vom erwarteten Ertragsteueraufwand
Anpassung an abweichenden Steuersatz 25 -59
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 43 248
Periodenfremde Ertragsteuern -135 405
Steuerfreie Erträge 0 -3.720
Effekte aus Konzernumstrukturierungen 7.530 0
Effekte aus Verlustvorträgen 4.139 5.089
Sonstige Steuereffekte -199 0
Summe der Anpassungen 11.404 1.963
Tatsächlicher Steueraufwand -2.733 2.102

Im Geschäftsjahr wurden jeweils Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge (BEAV) zwischen der Delticom AG und der All you need GmbH abgeschlossen. Es bestehen bereits Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge mit der DeltiLog GmbH, Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Giga GmbH, Deltiparts GmbH, TyresNet GmbH und DeltiStorage GmbH. Mit der Tirendo Holding GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag (EAV).

Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 3,9 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) entfallen in Höhe von 1,7 Mio. € auf Verluste des laufenden Jahres bei der Delticom AG. Die Nutzung der unverfallbaren Verlustvorträge ist in künftigen Jahren aufgrund von erwarteten positiven steuerlichen Ergebnissen wahrscheinlich. Die übrigen aktiven latenten Steuern in Höhe von 0,3 Mio. € auf Verlustvorträge entfallen auf Gesellschaften, die bereits in den Vorjahren und im laufenden Jahr die Verlustvorträge teilweise genutzt haben sowie mit positiven steuerlichen Ergebnissen in künftigen Jahren rechnen.

Im Berichtsjahr wurden in Vorjahren gebildete aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von rund 0,7 Mio. € nicht angesetzt, da ihr Bestand zum Bilanzstichtag rechtlich unsicher und die Nutzung in künftigen Jahren nicht wahrscheinlich ist. Zudem wurden auf aufgelaufene Verluste in Höhe von 12,8 Mio. € keine aktiven latenten Steuern von ca. 4,1 Mio. € angesetzt. Die nicht angesetzten latenten Steuern auf Verlustvorträge entfallen im Wesentlichen auf die Delticom AG. Die Aktivierung erfolgte auf Basis einer substantiierten Unternehmensplanung, die in Zusammenarbeit mit einem externen Berater erstellt wurde.

Die Konzernumstrukturierung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres. Dieser bestimmte sich maßgeblich aus der Neueinschätzung zur Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern aus abzugsfähigen Differenzen und Verlustvorträgen in den nicht mehr fortgeführten Bereichen der Gruppe. Darüber hinaus können keine Steuervorteile aus der vollständigen Abwertung des Anlagevermögens der nicht fortgeführten Aktivitäten erzielt werden. In Summe ergibt sich ein Effekt auf die Steuerquote von ca. 17 %. Aufgrund der Einmaligkeit des Effektes wird dieser gesondert in der steuerlichen Überleitungsrechnung dargestellt.

(9) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt -3,27 € (Vorjahr: -0,13 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich auf -3,27 € (Vorjahr: -0,13 €).

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS-33 als Quotient aus dem Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von -40.780.477,72 € (Vorjahr: -1.675.893,95 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von 12.463.331 Stück (Vorjahr: 12.463.331 Stück) ermittelt.

Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei allen gewährten Aktienoptionen vier Jahre, beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich müssen sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie berücksichtigt werden, sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt haben. Dieser liegt vor, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien unter dem durchschnittlichen Marktpreis der im Umlauf befindlichen Stammaktien in der Betrachtungsperiode liegt. Es besteht kein Verwässerungseffekt in 2019.

Erläuterungen zur Bilanz

Langfristige Vermögenswerte

(10) Immaterielle Vermögenswerte

in Tausend € Goodwill Kundenbeziehungen Marken Geleistete Anzahlungen
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2019 35.338 4.343 12.531 2.022
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 0 0 0
Sonstige Zugänge 0 0 0 1.865
Abgänge 0 0 0 -297
Umbuchungen 0 0 0 -3.260
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 35.338 4.343 12.531 330
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2019 0 1.846 9.422 0
Zugänge planmäßig 0 336 1.441 0
Wertminderungen 0 2.028 1.600 0
Abgänge 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 0 4.210 12.463 0
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2019 35.338 133 68 330
in Tausend € Vertriebs- und ähnliche Rechte Domains Software Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2019 6.539 5.162 23.795 89.730
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 0 0 0
Sonstige Zugänge 0 0 245 2.110
Abgänge -3.089 -381 -2.584 -6.351
Umbuchungen 0 0 3.260 0
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 3.450 4.781 24.716 85.489
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2019 6.539 1.323 10.929 30.059
Zugänge planmäßig 0 1.040 2.037 4.854
Wertminderungen 0 1.007 9.589 14.224
Abgänge -3.089 -192 -1.996 -5.277
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 3.450 3.178 20.559 43.860
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2019 0 1.603 4.157 41.629
in Tausend € Goodwill Kundenbeziehungen Marken Geleistete Anzahlungen
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2018 35.338 4.343 11.162 2.555
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 0 1.369 0
Sonstige Zugänge 0 0 0 2.983
Abgänge 0 0 0 -115
Umbuchungen 0 0 0 -3.401
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2018 35.338 4.343 12.531 2.022
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2018 0 1.425 7.596 155
Zugänge 0 421 1.826 0
Abgänge 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 -155
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2018 0 1.846 9.422 0
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2018 35.338 2.498 3.108 2.022
in Tausend € Vertriebs- und ähnliche Rechte Domains Software Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2018 6.539 5.074 16.833 81.844
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 21 3.081 4.471
Sonstige Zugänge 0 67 480 3.530
Abgänge 0 0 0 -115
Umbuchungen 0 0 3.401 0
Währungskursumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2018 6.539 5.162 23.795 89.730
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2018 6.539 1.067 7.989 24.771
Zugänge 0 256 2.789 5.292
Abgänge 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 155 0
Währungskursumrechnung 0 0 -4 -4
Stand 31. Dezember 2018 6.539 1.323 10.929 30.059
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2018 0 3.839 12.866 59.671

(11) Nutzungsrechte

in Tausend € Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2019 - IFRS 16 Erstanwendung 27.262 0 0 27.262
Zugänge 4.623 1.774 136 6.533
Abgänge -4.673 0 0 -4.673
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 27.212 1.774 136 29.122
Kumulierte Abschreibungen 0 0 0 0
Stand 1. Januar 2019 0 0 0 0
Zugänge 4.690 144 9 4.842
Abgänge 0 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 4.690 144 9 4.842
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2019 22.522 1.630 127 24.280

Zur Bilanzierung der Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 verweisen wir auf den Abschnitt Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Die Zugänge beinhalten in 2019 abgeschlossene neue Leasingverhältnisse. Die Abgänge betreffen ein in 2019 abgeschlossenes Untermietverhältnis für einen Teil eines Lagers.

(12) Sachanlagen

in Tausend € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2019 2.799 16.824 22.943 42.566
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 0 0 0
Zugänge 29 3.377 1.073 4.479
Abgänge -1.595 -1.295 -2.141 -5.031
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 1.233 18.906 21.875 42.014
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2019 318 6.667 13.893 20.878
Zugänge planmäßig 48 2.689 843 3.580
Wertminderungen 0 5.761 2.156 7.917
Abgänge -353 -339 -117 -809
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2019 13 14.778 16.775 31.566
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2019 1.220 4.128 5.100 10.448
in Tausend € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2018 1.204 15.614 19.347 36.165
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 731 809 1.540
Zugänge 1.595 822 4.795 7.212
Abgänge 0 -343 -2.008 -2.351
Umbuchungen 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2018 2.799 16.824 22.943 42.566
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2018 258 5.601 12.960 18.819
Zugänge 62 1.259 1.258 2.579
Abgänge 0 -189 -326 -515
Umbuchungen -2 -4 1 -5
Währungsumrechnung 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2018 318 6.667 13.893 20.878
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2018 2.481 10.157 9.050 21.688

Das Sachanlagevermögen beinhaltet überwiegend die Büroeinrichtung für die gemieteten Büroräume sowie Reifenverpackungsmaschinen und Lagerausrüstung.

(13) Latente Steuern

Die latenten Steueransprüche werden in Höhe von 3.922 Tsd. € (Vorjahr: 2.162 Tsd. €) nach mehr als 12 Monaten realisiert. Darüber hinaus werden von den saldierten aktiven latenten Steuern auf die Leasingverbindlichkeit 7.590 Tsd. € nach mehr als 12 Monaten realisiert.

(14) Sonstige langfristige Forderungen

Die Forderungen bestehen primär aus dem langfristigen Anteil der Forderungen aus der Beteiligung an einem Lager- und Grundstücksgeschäft (3.990 Tsd. €), Forderungen aus Untermietverhältnissen (3.973 Tsd. €) sowie geleisteten Kautionen gegenüber der Oberzolldirektion Bern und der Eidgenössischen Steuerverwaltung Bern. Die Währungsumrechnung erfolgte zum Stichtagskurs. Die Forderungen haben langfristigen Charakter.

Leasingvereinbarungen

Die Untervermietung von geleasten Vermögenswerten wird als Finanzierungsleasing klassifiziert. Dementsprechend erfolgt in der anteiligen Höhe der Weitervermietung die Bilanzierung von Forderungen. Die Forderungen in Höhe der Mindestleasingzahlungen (Nominalwert) aus diesen Leasingverhältnissen stellen sich wie folgt dar:

2019
in Tausend € nominal diskontiert
bis zu 1 Jahr 490 444
1-2 Jahre 490 448
2-3 Jahre 490 453
3-4 Jahre 490 458
4-5 Jahre 490 464
über 5 Jahre 2.204 2.150
Gesamt 4.654 4.417

Aus der Untervermietung ergaben sich sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 286 Tsd. € sowie Zinserträge von 29 Tsd. €.

Kurzfristige Vermögenswerte (15) Vorräte

In Tausend € 2019 2018
Reifen und Zubehör 55.325 72.961
Unterwegs befindliche Ware 6.604 21.565
Sonstige 1.021 5.060
Gesamt 62.950 99.587

Für die unterwegs befindliche Ware sind am Stichtag zum Teil bereits Verkaufsgeschäfte abgeschlossen. Die eingelagerten Waren sind für den Verkauf im E-Commerce vorgesehen. Der Ansatz des Vorratsvermögens erfolgt unter Berücksichtigung der vereinbarten Lieferbedingungen bei Kontrollübergang.

Im Berichtsjahr wurden 314.360 Tsd. € (Vorjahr: 263.276 Tsd. €) der Vorräte als Aufwand erfasst. Aus der verlustfreien Bewertung ergaben sich Wertberichtigungen in Höhe von 96 Tsd. €. Darüber hinausgehende Wertberichtigungen erfolgten für Lagerbestände aus dem Food- und Autoteile-Bereich in Höhe von 1.469 Tsd. €. Wertaufholungen wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen.

(16) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In Tausend € 2019 2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.533 24.283
davon Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselpositionen) 0 0
davon Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen (Kategorie: Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften) 0 0

Informationen zum Kredit- und Marktrisiko der Gruppe sowie zu den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in den "Sonstigen Erläuterungen" enthalten.

(17) Sonstige Vermögenswerte

In Tausend € 2019 2018
Vergütungs- und Erstattungsansprüche aus Steuern 4.494 9.832
Guthaben bei Lieferanten 1 516
Abgrenzungsposten 1.028 687
Forderungen aus der Beteiligung an einem Logistik- bzw. Grundstücksgeschäft 10.893 0
übrige kurzfristige Forderungen 4.166 1.719
Gesamt 20.582 12.754

Die übrigen kurzfristigen Forderungen enthalten mit 8 Tsd. € Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten (Vorjahr: 42 Tsd. €)

(18) Ertragsteuerforderungen

Die Ertragsteuerforderungen betreffen im Wesentlichen die erwarteten Steuererstattungen für das Geschäftsjahr 2019. Im Vorjahr waren hier Vorauszahlungen für Körperschaft- und Gewerbesteuer berücksichtigt, die in 2019 erstattet wurden.

(19) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter den Zahlungsmitteln werden Bankguthaben, die ausnahmslos kurzfristig fällig sind, sowie Kassenbestände und vereinzelt Schecks ausgewiesen.

Die Zahlungsmittel teilen sich wie folgt auf:

In Tausend € 2019 2018
Kasse 3 4
Guthaben bei Kreditinstituten 5.336 3.400
Gesamt 5.339 3.404

Eigenkapital

(20) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital setzte sich nach dem Börsengang am 26.10.2006 aus 3.946.480 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Aktie zusammen (vollständig eingezahlt). Durch die von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die damit verbundene Ausgabe neuer Aktien verdreifachte sich das gezeichnete Kapital auf 11.839.440 €.

Am 06.05.2011 erhöhte sich das gezeichnete Kapital durch Ausübung von 8.000 Optionsrechten, die zum Bezug von 8.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien an der Gesellschaft berechtigten, auf 11.847.440 €, am 02.05.2013 durch Ausübung weiterer 12.000 Optionsrechte, die zum Bezug von 12.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien an der Gesellschaft berechtigten, auf 11.859.440 € und am 30.04.2014 durch Ausübung weiterer 85.810 Optionsrechte, die zum Bezug von 85.810 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien an der Gesellschaft berechtigten, auf 11.945.250 €. Die vorgenannten Ausübungen von Optionsrechten erfolgten durch das ehemalige Mitglied des Vorstands Frank Schuhardt. Am 01.03.2016 erhöhte sich das gezeichnete Kapital aufgrund Eintragung der Durchführung einer Erhöhung des Grundkapitals durch teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals I/2011 um 518.081 € auf 12.463.331 €.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 1. Mai 2022 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 6.231.665 (in Worten: sechs Millionen zweihunderteinunddreißigtausendsechshundertfünfundsechzig) neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu 6.231.665 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2017).

Bedingtes Kapital Aktienoptionsprogramm I/2014

Die Hauptversammlung vom 29.04.2014 hat den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 28.04.2019 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 540.000 neuen nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführung von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen zu gewähren.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um insgesamt bis zu EUR 142.332 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 142.332 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2014). Das bedingte Kapital 1/2014 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 29.04.2014 durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Das bedingte Kapital I/2014 wurde am 11.06.2014 im Handelsregister eingetragen.

Durch Beschlüsse des Vorstands der Gesellschaft vom 25.12.2016 und des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 27.12.2016 wurde ein Aktienoptionsplan für Arbeitnehmer der Gesellschaft und durch Beschluss des Aufsichtsrats der Gesellschaft vom 28.12.2016 wurde ein Aktienoptionsplan für Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft eingeführt, unter Berücksichtigung der im Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 29. April 2014 enthaltenen Vorgaben zu den wesentlichen Merkmalen.

Auf Basis dieses Plans wurden am 10.01.2017 insgesamt 16.003 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 05.01.2017 insgesamt 32.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Am 05.01.2018 wurden insgesamt 18.337 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 10.01.2018 insgesamt 32.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Ferner wurden am 17.12.2018 insgesamt 16.660 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft und am 28.12.2018 insgesamt 24.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben. Am 17.04.2019 wurden 3.332 Aktienoptionen an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben.

Die Wartezeit beträgt bei allen Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Die Aktienoptionen sind daher derzeit noch nicht ausübbar. Die Optionsrechte haben jeweils eine Laufzeit von maximal zehn Jahren ab dem Tag des Entstehens des jeweiligen Optionsrechts. Die Bezugsberechtigten können die Optionsrechte frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren, beginnend am Ausgabetag, ausüben. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden über die gewährten Optionsrechte und die Ausübung von Optionsrechten für jedes Geschäftsjahr nach Maßgabe der anwendbaren Vorschriften im Anhang zum Jahresabschluss bzw. im Konzernanhang im Detail berichten. Die Laufzeit des Aktienoptionsprogramms endete am 28. April 2019. Nach diesem Zeitpunkt ist eine Ausgabe von Aktienoptionen aus diesem Aktienoptionsplan nicht mehr zulässig. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 12. August 2019 erfolgte dementsprechend die teilweise Aufhebung der Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2014.

Der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt wird unabhängig mittels einer angepassten Form des Black-Scholes-Modells ermittelt, das ein Monte-Carlo-Simulationsmodell enthält, das den Ausübungspreis, die Laufzeit der Option, die Auswirkung der Verwässerung (sofern wesentlich), den Aktienkurs zum Zeitpunkt der Gewährung und die erwartete Kursvolatilität der zugrunde liegenden Aktie, die erwartete Dividendenrendite, den risikofreien Zinssatz für die Laufzeit der Option sowie die Korrelationen und Volatilitäten der Vergleichsunternehmen berücksichtigt.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Aktienoptionen wurden folgende Annahmen getroffen:

Dividendenrendite: 0%

Volatilität der Aktien, basierend auf historischen Daten: 25%

risikoloser Zinssatz: -0,095%

Basierend auf dieser Grundlage ergeben sich beizulegende Zeitwerte von 3,75 € (05.01.2017), 2,88 € (10.01.2018), 1,91 € (28.12.2018) und 1,42 € (17.04.2019) je Aktienoption.

Durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 12.08.2019 wurde die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29.04.2014 erteilte Ermächtigung zur Gewährung von Aktienoptionsrechten (Aktienoptionsprogramm 2014), soweit die Ermächtigung noch nicht ausgenutzt wurde, aufgehoben.

Aktienoptionsprogramm I/2019

Die Hauptversammlung vom 12.08.2019 hat den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 11.08.2024 einmalig, mehrmalig oder - soweit ausgegebene Optionsrechte verfallen oder sonst erlöschen - wiederholt Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 540.000 neuen nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft, an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführung von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen zu gewähren.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 540.000 (in Worten: Euro fünfhundertvierzigtausend) durch Ausgabe von bis zu 540.000 (in Worten: fünfhundertvierzigtausend) neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht (bedingtes Kapital l/2019). Das bedingte Kapital 1/2019 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 12. August 2019 (Tagesordnungspunkt 6 lit. b)) durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Die Ausgabe der Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Beschlusses jeweils festzulegenden Ausübungspreises. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur durchgeführt, soweit die Inhaber der Optionsrechte von diesen Gebrauch machen. Die Aktien nehmen - sofern sie bis zum Beginn der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft entstehen vom Beginn des vorhergehenden Geschäftsjahrs, ansonsten vom Beginn des Geschäftsjahrs an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil.

Unter diesem Aktionsoptionsplan wurden im Geschäftsjahr 2019 keine Aktienoptionen ausgegeben.

Eigene Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11.05.2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10 % ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung galt bis zum 10.05.2015 und wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 05.05.2015 aufgehoben, soweit von ihr bis dahin kein Gebrauch gemacht wurde.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 05.05.2015 wurde insoweit eine neue Ermächtigung geschaffen. Danach ist die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10 % ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 04.05.2020. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft, durch ihre Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots.

Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den Durchschnitt der Schlusspreise an den drei Börsenhandelstagen, welche der Eingehung der Verpflichtung zum Erwerb vorangehen ("Referenztage"), um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

"Schlusspreis" ist dabei, im Hinblick auf jeden einzelnen Börsenhandelstag, der in der Schlussauktion ermittelte Schlusskurs oder, wenn ein solcher Schlusskurs an dem betreffenden Handelstag nicht ermittelt wird, der letzte im fortlaufenden Handel ermittelte Preis der Aktie der Gesellschaft. Abzustellen ist dabei für alle drei Referenztage auf denjenigen im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der Frankfurter Wertpapierbörse oder im Parketthandel an einer deutschen Wertpapierbörse gebildeten Schlusskurs oder am letzten Börsenhandelstag im fortlaufenden Handel gebildeten Preis, welchem in den zehn Börsenhandelstagen vor dem ersten der drei Referenztage der höchste Umsatz zugrunde lag.

Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot, darf der angebotene Kaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) je Aktie den Durchschnitt der Schlusspreise (wie oben definiert) an den drei Börsenhandelstagen vor dem Stichtag um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

"Stichtag" ist der Tag der Veröffentlichung der Entscheidung der Gesellschaft, ein öffentliches Angebot abzugeben, oder, bei einer Angebotsänderung betreffend den Kaufpreis, der Tag der endgültigen Entscheidung des Vorstands über die Angebotsänderung.

Das Kaufangebot kann Bedingungen vorsehen. Sofern der Gesellschaft mehr Aktien zum Rückerwerb angedient werden, als die Gesellschaft den Aktionären insgesamt zum Rückerwerb angeboten hat, erfolgt der Erwerb durch die Gesellschaft nach dem Verhältnis der angedienten Aktien. Es kann eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär erfolgen.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, gegen Sachleistung veräußern, übertragen, zur Erfüllung von Wandlungs- oder Optionsrechten aus Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder im Zuge der Erfüllung von Wandlungspflichten aus Wandelschuldverschreibungen übertragen oder unter bestimmten Voraussetzungen auch in anderer Weise als über die Börse veräußern. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien kann unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden.

(21) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die bei der Ausgabe der auf den Namen lautenden Stückaktien über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie Rücklagen aus dem Aktienoptionsprogramm. Darüber hinaus erhöhte sich die Kapitalrücklage im Zuge des Kaufs der eFood- und Logistikgesellschaften in 2016 durch Ausgabe von 518.081 Stückaktien zu einem Aktienkurs am Erwerbszeitpunkt von 17,15 € (8,4 Mio. €).

(22) Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge

Die in der bilanziellen Umrechnungsdifferenz entstandenen Währungsabweichungen der ausländischen Tochtergesellschaften nebst Tochtergesellschaften wurden in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt.

(23) Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen bestehen ausschließlich aus der gesetzlichen Rücklage, die gemäß § 150 AktG bei der AG zu bilden ist.

(24) Bilanzgewinn

Die Gewinnvorträge sind im Konzernbilanzgewinn erfasst. Die Entwicklung ist dem Eigenkapitalspiegel zu entnehmen.

Die Stimmrechtsanteile, die auf Minderheitsgesellschafter entfallen, sind aus der Anteilsbesitzliste ersichtlich. Der auf Minderheiten entfallene Anteil am Konzernergebnis beträgt -341 Tsd. €. Auf die Darstellung zusammengefasster Finanzinformationen für Tochterunternehmen wird aus Gründen von Unwesentlichkeit verzichtet.

Schulden

(25) Finanzschulden

Die Finanzschulden setzen sich am Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Finanzschulden 28.779 3.750
Kurzfristige Finanzschulden 64.350 27.119
Summe 93.129 30.869

Bei den Finanzschulden handelt es sich um lang- und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten (insgesamt 29.291 Tsd. €) sowie um mittelfristige Annuitätendarlehen und um die Inanspruchnahme von Kreditlinien.

Die langfristigen Darlehen haben eine Laufzeit zwischen ein und fünf Jahren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind entsprechend der in 2019 geschlossenen Vereinbarungen vollständig zum 31.12.2021 fällig. Für sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen auf Basis einer Sicherheitenpoolvereinbarung mit den kreditgebenden Banken die folgenden Sicherheiten:

Verpfändung sämtlicher Zahlungsverkehrskonten der Gesellschaft und anderer Konzerngesellschaften im In- und Ausland auf Basis von Kontoverpfändungsverträgen

Verpfändung von IP-Rechten

Sicherungsübereignung von Warenlagern im In- und Ausland

Abtretung sämtlicher Ansprüche aus Warenkreditversicherungen

Abtretung des Vergütungsanspruchs und des Darlehensrückzahlungsanspruchs aus einem Kooperationsvertrag, Verpfändung des dazugehörigen Mietsicherheitskontos

Abtretung sämtlicher Ansprüche aus Intercompany-Darlehen, Kundenforderungen und Versicherungsansprüche im Rahmen von Globalzessionen nach deutschem und ausländischem Recht

Verpfändung der Anteile der Delticom AG an der Delticom North America Inc.

Sicherheiten an allen weiteren wesentlichen Vermögenswerten der Delticom-Gruppe

(26) Rückstellungen

Im Einzelnen setzen sich die Rückstellungen wie folgt zusammen:

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Rückstellungen 384 252
Sonstige Rückstellungen kurzfristig 3.437 928
Gesamt 3.821 1.180

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

in Tausend € 01.01.2019 Verbrauch Auflösung Zuführung 31.12.2019
Sonstige Rückstellungen langfristig 252 113 0 245 384
Sonstige Rückstellungen kurzfristig 928 774 154 3.437 3.437
Gesamt 1.180 887 154 3.682 3.821

Die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen aufgrund der Restrukturierung gestiegene Personalrückstellungen und darüber hinaus u. a. noch zu entrichtende Entsorgungsgebühren und Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei den langfristigen Rückstellungen liegt die Fälligkeit über einem Jahr. Der Zinseffekt aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen ist von untergeordneter Bedeutung.

Unter den langfristigen Rückstellungen werden die Kosten für die Erfüllung der gesetzlichen Aufbewahrungsverpflichtung für Geschäftsunterlagen ausgewiesen. Des Weiteren werden hier die langfristigen Anteile der erfolgsabhängigen Vorstandsvergütung ausgewiesen. Die Rückstellungen werden mittels laufzeitadäquater Zinssätze abgezinst.

(27) Latente Steuerverbindlichkeiten

Die latenten Steuerverbindlichkeiten werden in Höhe von 12 Tsd. € (Vorjahr: 2.376 Tsd. €) nach mehr als 12 Monaten realisiert. Darüber hinaus werden von den saldierten passiven latenten Steuern auf Nutzungsrechte sowie Forderungen aus dem Untermietverhältnis 7.254 Tsd. € nach mehr als 12 Monaten realisiert.

(28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 69.422 131.408
davon Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselpositionen) 0 0
davon Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (Kategorie: Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften) 0 0

Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Fälligkeit von bis zu einem Jahr.

(29) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Finanzinstrumenten stellen sich wie folgt dar:

in Tausend € 2019 2018
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten -34 286
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (FVTPL) -1.507 -666
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -1.537 -676
Davon Zinsergebnis -1.537 -683

Die Entwicklung der Wertansätze der Finanzinstrumente in der Bilanz ist aus der folgenden Aufstellung ersichtlich:

Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.19 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in Tausend € Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 5.339 5.339
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 10.533 10.533
Sonstige Forderungen AC 16.088 16.088
Derivative finanzielle Vermögenswerte FVTPL 8 0
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 69.422 69.422
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten FLAC 2.302 2.302
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 93.129 93.129
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten FVTPL 99 0
Davon kumuliert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 31.960 31.960
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte (FVTPL) 8 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 164.853 164.853
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (FVTPL) 99 0
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Beizulegender Zeitwert 31.12.19
in Tausend € Fair value erfolgsneutral (FVOCI) Fair value erfolgswirksam (FVTPL)
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 5.339
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 10.533
Sonstige Forderungen 0 0 16.088
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0 8 8
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 69.422
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 0 0 2.302
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 93.129
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 99 99
Davon kumuliert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 31.960
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte (FVTPL) 8 8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 0 164.853
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (FVTPL) 99 99
Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.18 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in Tausend € Fortgeführte Anschaffungskosten (AC)
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 3.404 3.404
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 24.283 24.283
Sonstige Forderungen AC 2.914 2.914
Derivative finanzielle Vermögenswerte FVTPL 42 0
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 131.402 131.402
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten FLAC 4.602 4.602
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 30.869 30.869
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten FVTPL 30 0
Davon kumuliert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 30.601 30.601
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte (FVTPL) 42 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 162.784 162.784
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (FVTPL) 30 0
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 Beizulegender Zeitwert 31.12.18
in Tausend € Fair value erfolgsneutral (FVOCI) Fair value erfolgswirksam (FVTPL)
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 3.404
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 24.283
Sonstige Forderungen 0 0 2.914
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0 42 42
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 131.402
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 0 0 4.602
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 0 0 30.869
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 30 30
Davon kumuliert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 30.601
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte (FVTPL) 42 42
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 0 162.784
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (FVTPL) 30 30

Der Fair Value der sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten entfällt auf kurzfristige und langfristige Bankdarlehen. Aufgrund der kurzen Laufzeit und der teilweisen unterjährigen Anpassung von Zinssätzen entspricht der Buchwert der kurzfristigen Bankdarlehen dem Fair Value. Dies gilt auch für die langfristigen Bankdarlehen.

Der beizulegende Zeitwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, kurzfristigen Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeit annähernd dem Buchwert. Bei den nicht konsolidierten Gesellschaften entspricht der beizulegende Zeitwert zum Bilanzstichtag den Anschaffungskosten für diese Beteiligungen. Der Buchwert der derivaten Finanzinstrumente entspricht dem beizulegenden Zeitwert.

Das maximale Ausfallrisiko ist durch den in der Bilanz angesetzten Buchwert jedes finanziellen Vermögenswertes einschließlich der derivativen Finanzinstrumente abzüglich der zum Bilanzstichtag berücksichtigten Wertberichtigungen auf diese Vermögenswerte ersichtlich. Da bei Derivaten die Vertragspartner renommierte Finanzeinrichtungen sind, geht der Konzern davon aus, dass diese ihre Verpflichtungen erfüllen.

Die Finanzinstrumente der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 8 Tsd. € (2018: 42 Tsd. €) sowie der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 99 Tsd. € (2018: 30 Tsd. €) haben wir in der Fair-Value-Hierarchie in Stufe 2 eingeordnet.

Für die Stufe 2 ist Bedingung, dass ein Börsen- oder Marktpreis für ein ähnliches Finanzinstrument vorliegt bzw. dass die Berechnungsparameter auf Daten aus beobachtbaren Märkten basieren. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem laufzeitäquivalenten Marktzinssatz. Da die Zinskonditionen annähernd dem Marktniveau entsprechen, entspricht der Buchwert der Finanzschulden näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert (Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie).

Finanzinstrumente, bei denen Bewertungsmethoden angewendet werden, für welche die signifikanten Eingangsparameter nicht aus Daten aus beobachtbaren Märkten resultieren (Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie), liegen nicht vor.

Delticom erfasst Übertragungen zwischen den Stufen der Fair-Value-Hierarchie am Ende des Berichtszeitraums, in dem die Änderung eingetreten ist. Während des Geschäftsjahres 2019 fanden keine derartigen Übertragungen statt.

Die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus dem Abgang, Zahlungseingänge, Wertaufholungen auf ursprünglich wertberichtigte Darlehen und Forderungen sowie aus Währungsumrechnungen.

Die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden, deren Fair Value ergebniswirksam erfasst wird, enthalten Marktwertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente, für die kein Hedge Accounting angewendet wird, sowie unterjährige Gewinne und Verluste bei Fälligkeit.

Die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, setzen sich aus Gewinnen oder Verlusten aus dem Abgang und der Währungsumrechnung zusammen.

(30) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Es handelt sich im Wesentlichen um erhaltene Anzahlungen, Guthaben von Kunden, Umsatzsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und Lohn- und Kirchensteuer. Zudem wurden Verbindlichkeiten im Wege der bestmöglichen Schätzung abgegrenzt.

Des Weiteren enthält der Bilanzposten 99 Tsd. € Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten (Vorjahr: 30 Tsd. €), die innerhalb von einem Jahr fällig werden.

Sämtliche kurzfristigen Verbindlichkeiten haben eine Fälligkeit von bis zu einem Jahr.

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Umsatzsteuer 4.208 3.771
Vertragsverbindlichkeiten (Erhaltene Anzahlungen) 6.214 7.816
Guthaben von Kunden 344 296
Sozialversicherungsbeiträge 93 101
Lohn- und Kirchensteuer 122 212
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.744 3.992
Gesamt 12.724 16.189

Sonstige Angaben

Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden aus der Begebung oder Übertragung von Schecks und Wechseln und aus der Hingabe von Bürgschaften, Garantien oder sonstigen Sicherheiten für Dritte bestanden nicht.

Wesentliche finanzielle Verpflichtungen bestehen aus:

in Tausend € 31.12.2019 31.12.2018
Bestellobligo für Waren 36.363 18.381
Übrige finanzielle Verpflichtungen 48.603 48.655
Gesamt 84.966 67.036

Im Vorjahr waren in den übrigen finanziellen Verpflichtungen solche aus Leasingverhältnissen enthalten, die nunmehr gemäß IFRS 16 bilanziell erfasst sind.

Des Weiteren bestehen Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert sowie mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten. In 2019 wurde darüber hinaus ein Mietvertrag für ein Lager in Ensisheim abgeschlossen, dessen Nutzung erst ab Ende 2020 mit einer Laufzeit von 12 Jahren geplant ist.

Die zukünftigen kumulierten Mindestleasingzahlungen zum 31.12.2018 (IAS 17 Anwendung) betrugen:

in Tausend € 2018
bis zu einem Jahr 5.804
2 Jahre bis zu 5 Jahre 17.353
mehr als 5 Jahre 6.217
Gesamt 29.374

Der Betrag der Zahlungen aus Leasingverhältnissen, der nach IFRS 16.6 als Aufwand erfasst wurde, belief sich im Geschäftsjahr auf 1,7 Mio. €.

Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten

Derivative Finanzinstrumente werden bei der Delticom nur zu betriebswirtschaftlichen Sicherungszwecken eingesetzt.

Die Derivate erfüllen, mit Ausnahme der Net Investment Hedge Reserve, nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft gemäß IAS 39.71 ff. oder IFRS 9. Alle Derivate sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen.

Die Restlaufzeiten der Devisentermingeschäfte lagen zum Bilanzstichtag sämtlich unter 6 Monaten (Vorjahr: 6 Monate).

Risikomanagement

Zu den Grundsätzen des Risikomanagements verweisen wir auf den Abschnitt Risikobericht im Konzernlagebericht.

Währungsrisiko

Delticom ist international tätig, wodurch das Unternehmen Marktrisiken aufgrund von Änderungen der Wechselkurse ausgesetzt ist. Währungsrisiken entstehen hauptsächlich aus Zahlungsmitteln sowie den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in fremder Währung. Delticom verwendet derivative Finanzinstrumente zur Minderung dieser Risiken. Es werden Einkaufsverträge in Fremdwährung (überwiegend USD) abgesichert, die entweder der eigenen Bevorratung dienen oder für die ein Verkaufsvertrag in € existiert.

Ferner werden im Bereich Großhandel bei Bedarf Verkaufsverträge in Fremdwährung abgesichert. Einkaufs- und zugehörige Verkaufsverträge in der gleichen Fremdwährung werden nicht abgesichert. Für Verkaufsverträge in Fremdwährung im Bereich E-Commerce werden keine Währungskurssicherungsgeschäfte getätigt. Nach Möglichkeit nutzt Delticom die natürliche Absicherung von Währungen: Zuflüsse in Fremdwährungen werden zur Deckung der Abflüsse in Fremdwährungen verwendet.

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Periodenergebnis und das Eigenkapital zeigen. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch nicht auf Euro lautende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Nachfolgende Tabelle zeigt die positiven und negativen Auswirkungen auf, wenn die dargestellten Währungen gegenüber dem Euro um 10 % an Wert gewonnen bzw. um 10 % an Wert verloren hätten. Bei den Angaben handelt es sich um Ergebnisse vor Ertragsteuern.

Währung 1 Euro = GE FW (Kurs per 31.12.2019) Ergebnis +10%
in €
Ergebnis -10%
in €
Nettorisiko
in €
CHF 1,0858 -53.815 53.815 -538.154
DKK 7,4723 -7.790 7.790 -77.902
GBP 0,8476 13.305 -13.305 133.045
NOK 9,8608 -24.661 24.661 -246.605
PLN 4,2518 -47.082 47.082 -470.823
RON 4,7855 4.829 -4.829 48.293
RUB 69,6111 -105 105 -1.051
SEK 10,4899 -5.788 5.788 -57.878
USD 1,1219 -1.070.856 1.070.856 -10.708.555
Sonstige n/a 136.795 -136.795 1.367.951
Währung 1 Euro = GE FW (Kurs per 31.12.2018) Ergebnis +10%
in €
Ergebnis -10%
in €
Nettorisiko
in €
CHF 1,126 -697 697 -6,973
DKK 7,466 -10 10 -98
GBP 0,898 8.359 -8.359 83.594
NOK 9,912 -866 866 -8.662
PLN 4,294 -76 76 -760
RON 4,654 -4 4 44
RUB 79,796 2 -2 20
SEK 10,163 -3.737 3.737 37.373
USD 1,145 -42.857 42.857 428.574
Sonstige N/A 310 -310 3.096

Zinsänderungsrisiko

Für variabel verzinsliche Finanzinstrumente besteht ein Cashflow-Risiko aus der Verzinsung. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus wurden die Sensitivitäten unter Verwendung einer hypothetischen Veränderung von 10 Basispunkten ermittelt. Bei einer Erhöhung der Zinssätze um 10 Basispunkte ergibt sich ein Verlust in Höhe von 86 Tsd. € (Vorjahr: 18 Tsd. €), bei einer Minderung der Zinssätze um 10 Basispunkte ergibt sich ein Gewinn von 86 Tsd. € (Vorjahr: 18 Tsd. €). In die Sensitivitätsanalyse wurden sowohl Bankbestände als auch variabel verzinsliche Finanzschulden einbezogen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko, d. h. das Risiko, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln nicht erfüllen zu können, wird im Delticom-Konzern zentral gemanagt. Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und dem frühzeitigen Einkauf der Lagerware teilweise Monate vor dem erwarteten Saisonhochpunkt ergibt sich unterjährig die Notwendigkeit zur Inanspruchnahme von Kontokorrent- und Akkreditivlinien. Dementsprechend ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft in erheblichem Maße von der Fortführung des Finanzierungsrahmens bei den Bankenpartnern abhängig. Hierbei handelt es sich um bilaterale Vereinbarungen mit den einzelnen Häusern. Teile der Kreditlinien waren in der Vergangenheit saisonal befristet, da der volle Finanzierungsrahmen nicht über das gesamte Jahr hinweg benötigt wurde.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisentwicklung in 2018, der Verzögerung bei der Aufstellung des Jahresabschlusses 2018 und der damit einhergehenden Verschiebung der ordentlichen Hauptversammlung gestalteten sich die bilateralen Gespräche zur Fortführung bzw. Verlängerung kurzfristig auslaufender Kreditlinien ab Mitte 2019 zunehmend schwierig.

Dies hat die Gesellschaft zum Anlass genommen, unverzüglich korrigierende Maßnahmen wie folgt einzuleiten:

Beauftragung eines spezialisierten Beratungsunternehmens mit der Erstellung eines Gutachtens, das sich an den IDW S6 Standard anlehnt.

Beauftragung eines auf M&A spezialisierten Unternehmens, um Käufer für Tochterunternehmen zu akquirieren und insbesondere die Suche nach Möglichkeiten für neues Kapital (Eigenkapital/Fremdkapital) außerhalb der bestehenden Finanzierungspartner.

Einberufung einer ersten Finanzierersitzung zur Festlegung und Vereinbarung der weiteren Vorgehensweise.

Rekrutierung und Bestellung eines erfahrenen Finanzvorstandes

Etablierung eines Chief Performance Managers, der zusätzlich zum Gesamtvorstand die Restrukturierung ganzheitlich und über alle Funktionen hinweg steuert.

Systematische und detaillierte Analyse der aktuellen wirtschaftlichen Situation, Identifikation von verlustträchtigen Bereichen.

Festlegung des Unternehmenszwecks für die Zukunft - Konzentration auf das Reifengeschäft Europa und damit einhergehend die Entscheidung zur Aufgabe unprofitabler Geschäftsbereiche / - einheiten

Einführung einer detaillierten Cashflow-Planung, Monitoring und Einleitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität.

Signifikanter Abbau von Vorräten im Vergleich zum Vorjahr.

Kosten- und Margenmanagement sowie tiefgehende Analyse der Forderungen und Verbindlichkeiten.

Durch diese ab Jahresmitte 2019 zügig, systematisch und umfangreich eingeleiteten Maßnahmen, konnte über diverse Standstill Vereinbarungen der Prozess mit den Finanzierungspartnern erfolgreich gestaltet werden und mündete in einer Sanierungsvereinbarung, die am 13. Dezember 2019 mit allen Finanzierern geschlossen wurde. Im Wesentlichen wurden die bestehenden und notwendigen Finanzierungsbedarfe bestätigt und sind nun bis Ende 2021 sichergestellt. Das Sanierungsgutachten bestätigt die Sanierungsfähigkeit auch ohne den Verkauf von Tochtergesellschaften, jedoch unter Verkauf / Schließung der verlustträchtigen Geschäftsbereiche.

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen bzw. Gegebenheiten besteht eine wesentliche Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Delticom AG (bzw. des Delticom Konzern) zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und die Delticom AG bzw. der Delticom Konzern daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen (bestandsgefährdendes Risiko).

Bedeutung des Liquiditätsrisikos

Im Folgenden werden die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Verbindlichkeiten am Abschlussstichtag einschließlich geschätzter Zinszahlungen dargestellt. Es handelt sich um nicht diskontierte Bruttobeträge inklusive vertraglicher Zinszahlungen, jedoch ohne Darstellung der Auswirkung von Verrechnungen:

in Tausend € Vertragliche Zahlungsströme
2019 Buchwert Gesamt 2 Monate oder weniger 2-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre
Kontokorrentkredite 58.420 58.420 58.420 0 0 0
Bankdarlehen 5.417 5.945 22 242 5.681 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 69.422 69.422 69.422 0 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 99 99 99 0 0 0
in Tausend € Vertragliche Zahlungsströme
2019 Mehr als 5 Jahre
Kontokorrentkredite 0
Bankdarlehen 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0
in Tausend € Vertragliche Zahlungsströme
2018 Buchwert Gesamt 2 Monate oder weniger 2-12 Monate 1-2 Jahre 2-5 Jahre
Kontokorrentkredite 24.203 24.503 24.503 0 0 0
Bankdarlehen 6.666 6.914 441 2.573 2.544 1.357
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 131.408 131.408 131.408 0 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 30 30 30 0 0 0
in Tausend € 2018 Vertragliche Zahlungsströme Mehr als 5 Jahre
Kontokorrentkredite 0
Bankdarlehen 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0

Kreditrisiko

Delticom liefert Waren an Handelsunternehmen mit unterschiedlicher Bonität. Bezüglich einiger Kunden kann es temporär zu Risikokonzentrationen kommen, die eine Belastung der Ertrags- und Liquiditätslage des Konzerns darstellen können. Delticom hat deshalb mit einigen Kunden Kreditversicherungen und Kommissionsgeschäfte abgeschlossen, die die finanziellen Auswirkungen auf die Gesellschaft so weit begrenzen, dass eine existenzgefährdende Bedrohung ausgeschlossen werden kann. Die Summe der kreditversicherten Bruttoforderungen beträgt 2.711 Tsd. € (Vorjahr: 3.835 Tsd. €). Der Selbstbehalt bei kreditversicherten Forderungen beträgt zwischen 10 % und 15 %.

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts für den Konzern, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei eines Finanzinstruments den vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Es ergibt sich im Wesentlichen aus den Forderungen gegen Kunden.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und der Vertragsvermögenswerte entsprechen dem maximalen Kreditrisiko.

Die erfolgswirksam erfassten Wertberichtigungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte lauten wie folgt:

in Tausend € 2019 2018
Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen -4.130 -4.175
Erträge aus dem Eingang auf ausgebuchte Forderungen 113 142

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte

Das Kreditrisiko der Delticom wird hauptsächlich durch die individuellen Merkmale jedes Kunden beeinflusst. Aufträge, bei denen Kunden nicht im Voraus bezahlen, werden automatisch anhand komplexer Regeln geprüft und gesperrt. Bei gesperrten Bestellungen führt das Kreditrisikoteam eine manuelle Prüfung durch.

Der Konzern begrenzt sein Kreditrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch die Festlegung einer Kreditlimitpolitik. Es ist eine maximale Zahlungsfrist von 30 Tagen für Privat- und Firmenkunden festgelegt.

Der Konzern verlangt keine Sicherheiten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen. Unter Berücksichtigung der Fälligkeiten der Forderungen ergeben sich die jeweiligen Wertberichtigungsquoten:

In Tausend € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Buchwert Nicht überfällig kleiner 30 Tage 30 bis 60 Tage 60 bis 90 Tage über 90 Tage
zum 31.12.2019 10.533 3.144 4.815 919 378 4.423
Wertberichtigungsquote in % 0,2 0,4 1,0 2,0 70,0
zum 31.12.2018 24.283 14.278 7.024 1.568 236 3.104
Wertberichtigungsquote in % 0,2 0,4 1,5 2,0 70,0
In Tausend € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Wertberichtigt
zum 31.12.2019 3.145
Wertberichtigungsquote in %
zum 31.12.2018 3.028
Wertberichtigungsquote in %

Forderungen, die älter als 90 Tage sind, werden wertberichtigt und an ein Inkassounternehmen gegeben. Eine Ausbuchung der wertberichtigten Forderungen erfolgt erst, wenn mit der Einbringlichkeit über ein Inkassounternehmen nicht mehr zu rechnen ist. Die Ermittlung der Wertberichtungen erfolgt unter Verwendung des über die Laufzeit erwarteten Verlusts (vereinfachter Ansatz für erwartete Kreditverluste).

Die Wertberichtigungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in Tausend € 2019 2018
Stand Wertberichtigungen am 1. Januar 3.028 2.240
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 4.130 3.992
Auflösungen -113 -121
Verbrauch von Wertberichtigungen -3.900 --3.083
Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 3.145 3.028

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Personen in Schlüsselpositionen verweisen wir auf die Ausführungen zu "Organe der Gesellschaft".

Eine Auflistung aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen findet sich im Abschnitt Anteilsbesitz. Geschäftsvorfälle zwischen dem Unternehmen und seinen vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert.

Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss auf den Konzern gemäß IAS 24 sind:

Binder GmbH (Anzahl der Aktien 2.133.561, 17,12 % der Anteile)

Prüfer GmbH (Anzahl der Aktien 4.427.671, 35,52 % der Anteile)

Die Beteiligungen an der Delticom AG sind Rainer Binder (Aufsichtsratsvorsitzender seit 01.01.2014), Hannover, über die Binder GmbH und Andreas Prüfer (Vorstand seit 01.01.2014), Hannover, über die Prüfer GmbH und die Seguti GmbH nach § 34 I S. 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Daneben besteht zwischen der Binder GmbH und der Prüfer GmbH eine Vereinbarung i. S. d. § 34 II S. 1 WpHG (Stimmrechtsbindungsvertrag).

Verkauf von Waren:

in Tausend € 2019 2018
an nahestehende Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselpositionen) 3 3
an nahestehende Unternehmen und Personen (Kategorie: Nicht konsolidierte Tochterunternehmen) 0 0

Einkauf von Waren und Dienstleistungen:

in Tausend € 2019 2018
von nahestehenden Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselpositionen) 0 500
von nahestehenden Unternehmen und Personen (Kategorie: Nicht konsolidierte Tochterunternehmen) 0 0

Daneben besteht ein Darlehen von einem nahestehenden Unternehmen (Kategorie: Personen in Schlüsselpositionen) an ein konsolidiertes Tochterunternehmen in Höhe von 90 Tsd. €. Darüber hinaus begleiten nahestehende Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselpositionen) den Restrukturierungsprozess und sind Teil von Vereinbarungen, die im Zusammenhang mit der Sanierungsvereinbarung geschlossen wurden. Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch unter fremden Dritten üblich sind.

Organe der Gesellschaft

Organe der Gesellschaft sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand. Im Geschäftsjahr 2019 bestand der Vorstand aus folgenden Mitgliedern:

Susann Dörsel-Müller, Isernhagen: Großkundengeschäft (B2B) PKW Reifen Europa/Food, Flottengeschäft, Montagepartner, Konsumentengeschäft B2C/B2B Reifen, Spezialreifen und NFZ, Zweirad, Recht, Personal

Philip von Grolman, Hemmingen: Nordamerika, Einkauf Reifen PKW und Spezialreifen, Transport/Logistik Services

Andreas Prüfer, Hannover: Logistik Zentrallager, Konsumentengeschäft (B2C) PKW Osteuropa mit Österreich, IT, Corporate Communications, Risk Management

Thomas Loock, Kleve (seit 15. August 2019): Finanzen

Die Bezüge des Vorstands setzen sich wie folgt zusammen:

Thomas Loock (seit 15.08.2019)
Zuflüsse Zuwendungen
in Tausend € 2018 2019 2018 2019 2019 (Min) 2019 (Max)
Festvergütung 0 102 0 102 102 102
Nebenleistungen 0 0 0 0 0 0
Summe 0 102 0 102 102 102
Einjährige variable Vergütung 0 0 0 25 0 25
Mehrjährige variable Vergütung 0 0 0 12 0 500
Komponente mit langfr. Anreizwirkung 0 0 0 12 0 500
Gewährung von Aktienoptionen 0 0 0 0 0 0
Summe 0 102 0 139 102 627
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 0 102 0 139 102 627
Susann Dörsel-Müller
Zuflüsse Zuwendungen
in Tausend € 2018 2019 2018 2019 2019 (min) 2019 (Max)
Festvergütung 240 240 240 240 240 240
Nebenleistungen 0 0 0 0 0 0
Summe 240 240 240 240 240 240
Einjährige variable Vergütung 0 0 0 0 0 0
Mehrjährige variable Vergütung 24 28 58 0 0 500
Komponente mit langfr. Anreizwirkung 24 28 27 0 0 500
Gewährte Aktienoptionen 24 0 31 0 0 0
Summe 264 268 298 240 240 740
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 264 268 298 240 240 740
Thierry Delesalle (bis 05.09.2018)
Zuflüsse Zuwendungen
in Tausend € 2018 2019 2018 2019 2019 (min) 2019 (Max)
Festvergütung 220 95 220 0 0 0
Nebenleistungen 0 0 0 0 0 0
Summe 220 95 220 0 0 0
Einjährige variable Vergütung 540 0 635 0 0 0
Mehrjährige variable Vergütung 24 0 42 0 0 0
Komponente mit langfr. Anreizwirkung 24 0 27 0 0 0
Gewährte Aktienoptionen 0 0 15 0 0 0
Summe 784 95 897 0 0 0
Versorgungsaufwand 1 0 1 0 0 0
Gesamtvergütung 785 95 898 0 0 0
Philip von Grolman
Zuflüsse Zuwendungen
in Tausend € 2018 2019 2018 2019 2019 (min) 2019 (Max)
Festvergütung 243 243 243 243 243 243
Nebenleistungen 0 0 0 0 0 0
Summe 243 243 243 243 243 243
Einjährige variable Vergütung 0 0 0 0 0 0
Mehrjährige variable Vergütung 69 63 93 0 0 500
Komponente mit langfr. Anreizwirkung 69 63 62 0 0 500
Gewährte Aktienoptionen 0 0 31 0 0 0
Summe 312 306 336 243 243 743
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 312 306 336 243 243 743
Andreas Prüfer
Zuflüsse Zuwendungen
in Tausend € 2018 2019 2018 2019 2019 (min) 2019 (Max)
Festvergütung 475 475 475 475 475 475
Nebenleistungen 0 0 0 0 0 0
Summe 475 475 475 475 475 475
Einjährige variable Vergütung 0 0 0 0 0 0
Mehrjährige variable Vergütung 139 125 155 0 0 750
Komponente mit langfr. Anreizwirkung 139 125 124 0 0 750
Gewährte Aktienoptionen 0 0 31 0 0 0
Summe 614 600 630 475 475 1.225
Versorgungsaufwand 0 0 0 0 0 0
Gesamtvergütung 614 600 630 475 475 1.225

Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus einer erfolgsunabhängigen, einer erfolgsabhängigen Komponente, grundsätzlich mit langfristiger Anreizwirkung, sowie einer anteilsbasierten Vergütung zusammen, die im Folgenden dargestellt sind:

erfolgsunabhängige Vergütung erfolgsabhängige Vergütung anteilsbasierte Vergütung
in Tausend € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Susann Dörsel-Müller 240 240 0 27 0 31
Philip von Grolman 243 243 0 62 0 31
Thierry Delesalle 0 220 0 27 0 15
Thomas Loock 102 0 37 0 0 0
Andreas Prüfer 475 475 0 124 0 31
Gesamt 1.060 1.178 37 240 0 108

Im Geschäftsjahr 2019 sind kurzfristig fällige Leistungen an Vorstandsmitglieder von 1.060 Tsd. € (Vorjahr 1.178 Tsd. €) sowie andere langfristig fällige Leistungen von 12 Tsd. € (Vorjahr 240 Tsd. €) angefallen. Eine variable kurzfristige Vergütung wird Herrn Loock in Höhe von 25 Tsd. € gewährt. Die anteilsbasierte Vergütung beläuft sich auf insgesamt 0 Tsd. € (Vorjahr: 108 Tsd. €).

Der Bestand der gewährten Aktienoptionen hat sich für die Vorstandsmitglieder wie folgt entwickelt:

In Tausend € 1. Tranche 05.01.2017 2. Tranche 10.01.2018 3. Tranche 28.12.2018 Gesamtbestand 31.12.2019
Susann Dörsel-Müller 8.000 8.000 8.000 24.000
Philip von Grolman 8.000 8.000 8.000 24.000
Andreas Prüfer 8.000 8.000 8.000 24.000
Thierry Delesalle 8.000 8.000 0 16.000

Die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt der an die Vorstandsmitglieder gewährten Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:

In Tausend € Zeitwert 1. Tranche 05.01.2017 Zeitwert 2. Tranche 10.01.2018 Zeitwert 3. Tranche 28.12.2018
Susann Dörsel-Müller 30.000 23.040 15.280
Philip von Grolman 30.000 23.040 15.280
Andreas Prüfer 30.000 23.040 15.280
Thierry Delesalle 30.000 23.040 0

Die beizulegenden Zeitwerte je Aktie zum jeweiligen Gewährungszeitpunkt betrugen 3,75 € (05.01.2017), 2,88 € (10.01.2018) und 1,91 € (28.12.2018). In 2019 erfolgte keine Ausgabe von Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands. Aufgrund des Ausscheidens von Thierry Delesalle sind entsprechend des Aktienoptionsplans insgesamt 11.000 Aktienoptionen von ihm verfallen.

Wertveränderungen aufgrund von Änderungen der Ausübungsbedingungen waren nicht zu verzeichnen.

Im Geschäftsjahr 2019 setzte sich der Aufsichtsrat wie folgt zusammen:

Rainer Binder, Unternehmer, Hannover: Aufsichtsratsmitglied und Vorsitzender (bis 29.02.2020)

Alan Revie, Unternehmer, Hamilton/Großbritannien: Aufsichtsratsmitglied (bis 29.02.2020)

Michael Thöne-Flöge, Unternehmer, Hannover: stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Im Geschäftsjahr 2019 belief sich die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder Rainer Binder auf 50 Tsd. € (Vorjahr: 50 Tsd. €), Michael Thöne-Flöge auf 20 Tsd. € (Vorjahr: 20 Tsd. €) und Alan Revie auf 10 Tsd. € (Vorjahr: 10 Tsd. €). Dies umfasst ausschließlich eine feste Vergütung ohne erfolgsabhängige Bestandteile.

Zum Nachfolger von Herrn Binder als Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Alexander Gebler und zum Nachfolger von Herrn Revie Karl-Otto Lang bestellt.

Dividende

Die Hauptversammlung hat am 12.08.2019 beschlossen, für das Geschäftsjahr 2018 keine Dividende auszuschütten und den Bilanzgewinn 2018 von 15.936 Tsd. € auf neue Rechnung vorzutragen.

Vorschlag der Ergebnisverwendung

Vor dem Hintergrund der Ergebnisentwicklung im letzten Jahr und mit Blick auf die angespannte Liquiditätssituation erfolgt keine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2019.

Befreiender Konzernabschluss

Die Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, die Tirendo Holding GmbH, die Giga GmbH, die Deltiparts GmbH, die TyresNet GmbH, die DeltiLog GmbH, die All you need GmbH sowie die DeltiStorage GmbH haben durch die Einbeziehung in den Konzernabschluss die Bedingungen des § 264 Abs. 3 HGB erfüllt und nehmen die Befreiungsvorschrift so weit als möglich in Anspruch. Die Tirendo Deutschland GmbH nimmt die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB so weit wie möglich in Anspruch.

Anteilsbesitz

Vollkonsolidierte Gesellschaften:

Vollkonsolidierte Gesellschaften:

Festkapital Anteil
in %
Name, Sitz 2019 2018
Unmittelbar
All you need GmbH, Berlin 100 100
DeltiCar SAS, Paris (Frankreich) 100 100
Delticom North America Inc., Benicia (USA) 75 75
Delticom O.E. S.R.L., Timisoara (Rumänien) 100 100
Delticom Russland OOO, Moskau (Russland) 100 100
Deltiparts GmbH, Hannover 100 100
DeltiLog Ltd., Witney (Großbritannien) 100 100
DeltiLog GmbH, Hannover 100 100
DeltiStorage GmbH, Hannover 100 100
DS Road GmbH (CH), Pratteln (Schweiz) 100 0
Giga GmbH, Hamburg 100 100
Gourmondo Food GmbH, München 88 88
MobileMech GmbH, Hannover 100 100
Pnebo Gesellschaft für Reifengrosshandel und Logistik mbH, Hannover 100 100
Tirendo Holding GmbH, Berlin 100 100
Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch 100 100
Toroleo Tyres TT GmbH & Co.KG Gadebusch 100 100
TyresNet GmbH, München 100 100
Mittelbar
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) (über Delticom O.E. SRL) 99 99
Extor GmbH, Hannover (über DeltiLog GmbH) 60 60
Ringway GmbH, Hannover (über DeltiLog GmbH) 100 80
Gigatires LLC, Benicia (USA) (über Delticom North America Inc.) 100 100
Tireseasy LLC, Benicia (USA) (über Delticom North America Inc.) 100 100
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (über Tirendo Holding GmbH) 100 100

Nachtragsbericht

Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Anteils online verkaufter Reifen beabsichtigt die Delticom AG, ihre logistische Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen. Voraussichtlich zu Ende 2020 erfolgt die Eröffnung eines neuen Reifenlagers in der französischen Gemeinde Ensisheim unweit gelegen von der Grenze sowohl zu Deutschland als auch der Schweiz. Mit der Errichtung des neuen Logistikzentrums nach Vorgaben der Delticom AG wurde seinerzeit eine Projektgesellschaft beauftragt. Die gesamte Industrieimmobilie bestehend aus zwei Hallen wurde durch den Projektberater bereits erfolgreich an einen Investor verkauft. Die Delticom AG wird eine der beiden im Bau befindlichen Hallen langfristig mieten und partizipiert an dem Ertrag aus dem Verkauf an den Investor. In 2019 wurden entsprechend sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 13.952 Tsd. € generiert. Weitere 2.248 Tsd. € werden über die kommenden zwölf Jahre ergebniswirksam realisiert. Von diesen 16.200 Tsd. € wurden im laufenden Geschäftsjahr 2020 bereits 10.000 Tsd. € cashwirksam an die Delticom AG gezahlt. Die verbleibende Differenz wird zunächst als Barkaution gewährt, die Ansprüche daraus sind mittels einer Bürgschaft gesichert. Zu Beginn der Nutzung des Lagers wird die Barkaution in eine Mietkaution umgewandelt.

Zu Jahresbeginn hat sich in China das neuartige Corona-Virus in hoher Geschwindigkeit ausgebreitet. Asiatische Reifenhersteller produzieren mittlerweile einen gewissen Teil der europäischen Reifenersatznachfrage im niedrigen Preissegment. Aufgrund der umfassenden Maßnahmen der chinesischen Regierung mit dem Ziel zur Eindämmung des neuartigen Virus, waren zu Jahresbeginn die chinesischen Reifenfabriken geschlossen worden, inzwischen ist die Produktion allerdings wieder angelaufen. Aufgrund des Seewegs von 4- 6 Wochen muss davon ausgegangen werden, dass es bei der Anlieferung der chinesischen Reifen für den europäischen Markt zu einer entsprechenden Verzögerung kommt. Dementsprechend könnten wir gemeinsam mit unseren europäischen Marktbegleitern vor der Herausforderung stehen, unseren Kunden zum Saisonstart im April nicht das gesamte Portfolio an Reifen anbieten zu können. Kurzfristig könnten marktweite Preiserhöhungen für einen Teil des Sortiments die Folge sein.

Die zunehmende Corona-Ausbreitung in Europa stellt den Handel vielerorts vor große Herausforderungen. In den Mitgliedsländern wird das private Leben der europäischen Verbraucher zunehmend eingeschränkt, Großveranstaltungen werden vielerorts abgesagt.

Eine Einschätzung darüber, ob oder inwieweit sich das Corona-Virus negativ auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr auswirken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nur mit erheblicher Unsicherheit eingeschätzt werden. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen im Prognosebericht im Abschnitt "Prognose 2020 - COVID-19". Das Management der Delticom AG behält die Informationslage weiterhin fest im Blick und wird in Abhängigkeit von der Entwicklung in den kommenden Woche das Geschäft steuern. Die Organisation der Delticom hat weitreichende Maßnahmen ergriffen, um die betrieblichen Abläufe auch im Falle einer weiteren Virus-Ausbreitung in Deutschland sicherzustellen. Der Großteil der Belegschaft arbeitet entsprechend ausgestattet bereits von zu Hause und ist über die notwendigen Verhaltensregeln und Kommunikationsabläufe informiert. Dort wo eine Anwesenheit in der Organisation erforderlich ist (z.B. in den Lägern) wird in Teams gearbeitet, die nicht persönlich miteinander in Kontakt kommen. Delticom hofft mit den ergriffenen Maßnahmen dazu beitragen zu können, eine flächendeckende Ausbreitung in Deutschland zumindest zu verzögern.

Honorar des Abschlussprüfers

In 2019 wurden für den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH, Hannover, folgende Honorare erfasst:

In Tausend € 2019
Abschlussprüfungsleistungen 459
Andere Bestätigungsleistungen 2
Steuerberatungsleistungen 0
Sonstige Leistungen 1
Gesamt 462

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung, die Prüfung des Abhängigkeitsberichts sowie die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Delticom AG.

Die unter den anderen Bestätigungsleistungen ausgewiesenen Honorare betreffen Leistungen im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen der Verpackungsverordnung. Die sonstigen Leistungen umfassen allgemeine Fragestellungen zum IT-Umfeld.

Zudem wurden in 2019 für den Vorjahresabschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, periodenfremde Aufwendungen für Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von 356 Tsd. € erfasst. Diese Vorjahresabschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung, die Prüfung des Abhängigkeitsberichts sowie die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Delticom AG.

Entsprechenserklärung zur Übernahme der Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat am 24.03.2020 abgegeben und den Aktionären auf unserer Internetseite www.delti.com zugänglich gemacht.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde gemäß IAS-7 erstellt. Mit ihrer Hilfe soll beurteilt werden, inwiefern der Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erwirtschaftet. Dabei werden die Zahlungsströme in Finanzmittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Die Darstellung der Zahlungsströme aus laufender Tätigkeit erfolgt dabei mittels der sogenannten indirekten Methode, bei der der Jahresüberschuss um nicht zahlungswirksame Vorgänge modifiziert wird. Der Finanzmittelbestand setzt sich zusammen aus Barmitteln und Guthaben bei Kreditinstituten.

In Tausend € 31.12.2018 Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Erstanwendung IFRS 16
Langfristige Bankdarlehen 3.750 1.667 0
Kurzfristige Bankdarlehen 27.119 31.301 0
Leasingverbindlichkeiten 0 -4.505 27.262
Summe 30.869 28.463 27.262
In Tausend € Nicht zahlungswirksame Veränderungen 31.12.2019
Wechselkursbedingte Änderungen Zugänge Leasingverbindlichkeiten
Langfristige Bankdarlehen 0 0 5.417
Kurzfristige Bankdarlehen 0 0 58.420
Leasingverbindlichkeiten 0 6.534 29.291
Summe 0 6.534 93.128

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Hannover, 24. März 2020

Susann Dörsel-Müller

Philip v. Grolman

Thomas Loock

Andreas Prüfer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Delticom AG, Hannover

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Delticom AG, Hannover, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Delticom AG, Hannover, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Liquiditätsrisiko - Bestandsgefährdendes Risiko" des Konzernanhangs sowie in Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht - Bestandsgefährdendes Risiko" des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand des Konzerns von der erfolgreichen Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen und Realisierung zusätzlicher Finanzierungsbausteine abhängig ist. Wie in Abschnitt "Liquiditätsrisiko - Bestandsgefährdendes Risiko" und Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht - Bestandsgefährdendes Risiko" dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das von der Gesellschaft eingeholte Sanierungsgutachten und die fachliche Qualifikation des externen Gutachters gewürdigt. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Angemessenheit der im Sanierungsgutachten getroffenen Annahmen beurteilt und nachvollzogen, ob die im Sanierungsgutachten dargestellten Maßnahmen sachgerecht auf der Grundlage dieser Annahmen abgeleitet wurden. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Zusätzlich zu dem im Abschnitt "Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit" beschriebenen Sachverhalt haben wir die unten beschriebenen Sachverhalte als die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte bestimmt, die in unserem Bestätigungsvermerk mitzuteilen sind.

Bilanzierung der Umsatzerlöse

Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte (inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts) und Sachanlagen

Auswirkungen aus der Erstanwendung des IFRS 16 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

Sachverhalt und Problemstellung

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

Bilanzierung der Umsatzerlöse Sachverhalt und Problemstellung

Delticom ist ein E-Commerce-Konzern mit Kompetenzen in den Bereichen Reifen und Autozubehör, eFood sowie Lagerlogistik. Den Großteil der Umsatzerlöse erlöst der Konzern mit dem Verkauf von Reifen an Privatkunden sowie gewerbliche Abnehmer über das Internet, wobei der überwiegende Teil der erzielten Umsatzerlöse mit Privatpersonen erzielt wird. Die erzielten Umsatzerlöse stellen Massentransaktionen dar und prägen die Ertragslage des Konzerns. Die Abwicklung und Überwachung dieser Massentransaktionen erfolgt EDV-gestützt.

Bei den Verkäufen handelt es sich um klassische Liefergeschäfte, die einen Übergang der Chancen und Risiken auf den Kunden bei Empfang der Ware vorsehen, wobei sich die Delticom für die Lieferungen verschiedener Logistikdienstleister bedient.

Die Umsatzerlöse im Bereich Reifen sind angesichts der Höhe prägend für die Ertragslage des Konzerns. Aufgrund der Massentransaktionen bestehen erhöhte Anforderungen an die EDV-Systeme sowie an die Prozesse zur Sicherstellung der periodengerechten Umsatzrealisierung. Vor diesem Hintergrund ist die Bilanzierung der Umsatzerlöse ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben bei unserer Prüfung unter anderem einen Schwerpunkt auf die Angemessenheit und Wirksamkeit des eingerichteten internen Kontrollsystems zur Abwicklung und Realisation der Umsatzerlöse einschließlich der zum Einsatz kommenden IT-Systeme im Bereich Reifen gesetzt.

Die Warenverkäufe sind darüber hinaus mittels analytischer Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Stichproben geprüft worden. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten IT-Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffene Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse unter Anwendung des IFRS 15 zu gewährleisten.

Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben zu den Umsatzerlösen sind im Abschnitt "Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung - Umsatzerlöse" des Konzernanhangs enthalten.

Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte (inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts) und Sachanlagen Sachverhalt und Problemstellung

In dem Konzernabschluss der Gesellschaft wird unter den Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" und "Sachanlagen" ein Betrag von insgesamt € 41,6 Mio (22,1 % der Bilanzsumme bzw. 501,2 % des Eigenkapitals) ausgewiesen. Der innerhalb der immateriellen Vermögenswerte ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert beträgt € 35,3 Mio.

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie der sonstigen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen wurde zum Bilanzstichtag durch Werthaltigkeitstests (sog. "Impairment-Tests") gemäß IAS 36 überprüft. Während der Geschäfts- oder Firmenwert einmal jährlich oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen wird, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln, erfolgt dies für die sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen lediglich anlassbezogen.

Grundlage dieser Überprüfung ist der Barwert der künftigen Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die entsprechenden Vermögenswerte zugeordnet sind. Dieser Barwert wird im Rahmen des Werthaltigkeitstests als erzielbarer Betrag dem Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gegenübergestellt. Die Ermittlung des Barwerts erfolgt grundsätzlich auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wurden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Konzernebene zusammengefasst.

Der Barwert wird mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt, wobei die von den gesetzlichen Vertretern erstellte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene operative Vier-Jahresplanung des Konzerns zugrunde gelegt und mit Annahmen über z.B. langfristige Wachstumsraten zwecks Abbildung eines nachhaltigen Zustands (sog. "ewige Rente") fortgeschrieben wird. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des Nutzungswerts bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Online Lebensmittelhandel und Deltilog (Logistik) zu einer Wertminderung in Höhe von insgesamt € 22,1 Mio. Für den Geschäfts- oder Firmenwert wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der methodischen Anforderungen an die Impairment-Tests war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Dabei haben wir auch die Analysen und Ergebnisse eines aktuellen Sanierungsgutachtens durch einen Sachverständigen Dritten, das unter Beachtung der durch die höchstrichterliche Rechtsprechung festgelegten Mindestanforderungen und der im Standard IDW S6 definierten Grundprinzipien zur Anfertigung von Sanierungsgutachten erstellt wurde, verwertet.

Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.

Für zahlungsmittelgenerierende Einheiten, bei denen eine für möglich gehaltene Änderung einer Annahme zu einem erzielbaren Betrag unterhalb des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts führen würde, haben wir uns davon vergewissert, dass die erforderlichen Anhangangaben gemacht wurden.

Verweis auf weitergehende Informationen

Die Angaben der Gesellschaft zum Werthaltigkeitstest zu den Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte (inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts)" und "Sachanlagen" sind in den Abschnitten "Wesentliche Bilanzierung und Bewertungsmethoden - Geschäfts- und Firmenwert", "Wesentliche Bilanzierung und Bewertungsmethoden - Geschäfts- und Firmenwert" und "Erläuterungen zu der Gewinn- und Verlustrechnung'' des Konzernanhangs enthalten.

Auswirkungen aus der Erstanwendung des IFRS 16 auf die Bilanzierung von Leasingverhältnissen

Sachverhalt und Problemstellung

In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden zum Bilanzstichtag Nutzungsrechte von € 24,3 Mio und Leasingverbindlichkeiten von € 29,3 Mio. ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten repräsentieren damit 15,6 % der Bilanzsumme. Im Geschäftsjahr ergaben sich aus der Erstanwendung des neuen Rechnungslegungsstandards zu Leasingverhältnissen (IFRS 16) wesentliche Auswirkungen auf die Eröffnungsbilanzwerte und deren Fortschreibung im Geschäftsjahr. Die Umstellung auf IFRS 16 erfolgte nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz. Die Vergleichszahlen der Vorjahresperioden wurden nicht angepasst. Aufgrund des hohen wertmäßigen Betrags der Leasingverhältnisse hat die Gesellschaft konzernweite Prozesse und Kontrollen zur vollständigen und richtigen Erfassung von Leasingverhältnissen eingerichtet. Zudem erforderte die Erstanwendung besondere Maßnahmen zur Erfassung und Abbildung der Leasingverhältnisse. Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 bedingt für bestimmte Bereiche Schätzungen und Ermessensentscheidungen durch die gesetzlichen Vertreter, deren Angemessenheit im Rahmen unserer Prüfung zu beurteilen war. Dies trifft insbesondere auf Einschätzungen zur Ausübung von Optionen mit Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu. Vor diesem Hintergrund, und aufgrund der Komplexität der neuen Anforderungen des IFRS 16, war die Bilanzierung der Leasingverhältnisse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten für Rechnungslegung die Auswirkungen aus der Erstanwendung des IFRS 16 beurteilt. Gemeinsam haben wir die Implementierungsarbeiten nachvollzogen sowie die Ausgestaltung der eingerichteten Prozesse zur Abbildung der Transaktionen in Einklang mit IFRS 16 und die Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Vorgaben beurteilt. Hierbei haben wir auf Basis von Stichproben Einsicht in Leasingverträge genommen, die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen nachvollzogen und gewürdigt, ob diese vollständig und zutreffend in dem neu implementierten zentralen System zur Abbildung von Leasingverhältnissen erfasst wurden.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die ergriffenen Maßnahmen zur Anwendung von IFRS 16 sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind. Ferner konnten wir nachvollziehen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Leasingverhältnisse unter erstmaliger Anwendung des IFRS 16 zu gewährleisten.

Verweis auf weitergehende Informationen

Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen und den Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 16 sind im Konzernanhang unter den Gliederungspunkten "Wesentliche Bilanzierung und Bewertungsmethoden - Standard IFRS 16 Leasingverhältnisse", "Wesentliche Bilanzierung und Bewertungsmethoden - Geschäfts- und Firmenwert" und "Erläuterungen zur Bilanz'' enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden von uns vor Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

der im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" des Konzernlageberichts enthaltene Verweis auf die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB

der im Abschnitt "Grundlagen des Konzerns" des Konzernlageberichts enthaltene Verweis auf den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. August 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. September 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Konzernabschlussprüfer der Delticom AG, Hannover, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Martin Schröder.

 

Hannover, den 24. März 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin Schröder, Wirtschaftsprüfer

ppa. Michael Meseberg, Wirtschaftsprüfer

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