Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 132433
Vorher
JÖRSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH
Eingetragen
30.6.2014
Branche
Ingenieurbüros für TragwerksplanungIngenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung von Ingenieurbauwerken und VerkehrsanlagenIngenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist - die Objektplanung von Bauwerken (Planung, Entwurf, Ausschreibung, Bauüberwachung und Bauoberleitung) - die Tragwerksplanung von Bauwerken - die Beratung von Bauherren bzw. deren Vertretern - die bautechnische Prüfung von Bauwerken - die Beratung, Entwicklung und Planung von Verfahren und Anlagen des Ingenieurbaus inkl. Tragwerksplanung im Bereich der Nutzung regenerativer und fossiler Energien sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistun gen, auch kaufmännischer und prüftechnischer Art

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Michael Schwedler
seit 13.6.2024
Prokura
Frank Ostermann
seit 13.6.2024
Prokura
Walid Al Otaibi
seit 13.6.2024
Geschäftsführer
Frank Heitmann
seit 13.6.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
Falk Lüdecke
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Falk Lüdecke
Lutherstadt Wittenberg
25.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

JÖRSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31.12.2023

JÖRSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH

Hamburg

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.686,00 62.834,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 66.245,00 71.248,00
83.931,00 134.082,00
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 25.675,00 0,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 211.907,00 183.045,00
237.582,00 183.045,00
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 22.500,00 12.500,00
Summe Anlagevermögen 344.013,00 329.627,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.463.059,48 3.351.366,40
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.057.984,33 604.059,31
- davon gegen Gesellschafter EUR 301.337,22 (EUR 0,00)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 23.145,88 (EUR 0,00)
7.521.043,81 3.955.425,71
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.386.173,01 3.404.608,52
Summe Umlaufvermögen 11.907.216,82 7.360.034,23
C. Rechnungsabgrenzungsposten 227.626,47 148.117,25
12.478.856,29 7.837.778,48

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Gewinnvortrag 5.011.958,41 4.930.179,59
III. Jahresüberschuss 360.651,25 81.778,82
Summe Eigenkapital 5.397.609,66 5.036.958,41
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 715.407,21 141.954,09
2. sonstige Rückstellungen 2.818.623,82 427.554,82
3.534.031,03 569.508,91
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.445.885,16 1.808.479,41
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 2.445.885,16 (EUR 1.808.479,41)
2. sonstige Verbindlichkeiten 1.101.330,44 422.831,75
- davon gegenüber Gesellschaftern EUR 0,00 (EUR 570,04)
- davon aus Steuern EUR 1.079.488,02 (EUR 405.686,25)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 10.883,41 (EUR 11.468,51)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.101.330,44 (EUR 422.831,75)
3.547.215,60 2.231.311,16
12.478.856,29 7.837.778,48

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

JORSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH

Hamburg

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Rohergebnis 11.597.555,00 6.055.515,51
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.873.038,65 3.662.059,36
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 848.597,01 583.686,87
- davon für Altersversorgung EUR 10.313,68 (EUR 5.654,49)
5.721.635,66 4.245.746,23
3. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 278.393,97 258.627,84
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.147.801,52 1.427.210,14
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 1.188,24 (EUR 0,00)
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.907,26 0,00
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 5,64
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.086.548,20 40.259,84
8. Ergebnis nach Steuern 365.082,91 83.665,82
9. sonstige Steuern 4.431,66 1.887,00
10. Jahresüberschuss 360.651,25 81.778,82

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Die JÖRSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH hat ihren Sitz in Hamburg und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg unter der laufenden Nummer HRB 132433 eingetragen.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 der JÖRSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH wurde nach den §§ 242 ff. und 264 ff. des HGB und den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Die Gesellschaft wendet die Anpassung der Größenklassen gem. Art. 93 Abs. 2 S. 1 EGHGB bereits im Jahr 2023 freiwillig an. Sie erfüllt zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf (Vorjahr: mittelgroße Kapitalgesellschaft).

Bei der Bewertung ist von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going concern) gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB ausgegangen worden, da weder tatsächliche noch rechtliche Gegebenheiten dem entgegenstehen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Eigentums zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bilanziert. Bezüglich der Nutzungsdauern werden hierbei grundsätzlich die von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA- Tabellen mit den zulässigen Höchstsätzen zugrunde gelegt. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB.

Der bei dem Erwerb der OWT Offshore Wind Technologie GmbH entstandene und aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert wird planmäßig über den Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben. Die Nutzungsdauer von 15 Jahren orientiert sich an den langjährigen Kundenbeziehungen.

Die Sachanlagen werden im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen und rechtlichen Eigentums zu Anschaffungs- / oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige und ggf. außerplanmäßige Abschreibungen angesetzt. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB.

Das Finanzanlagevermögen wird zum Nennwert bilanziert.

Die Bewertung des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken mit dem Nennwert bewertet.

Die liquiden Mittel werden zum Nennwert angesetzt.

Der Ansatz des aktiven Rechnungsabgrenzungsposten erfolgt gemäß § 250 Abs. 1 HGB.

Das gezeichnete Kapital ist gemäß § 272 HGB zum Nennwert angesetzt.

Rückstellungen sind in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags angesetzt worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen und ausreichend abzudecken. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ggf. gem. § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht.

III. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in einer gesonderten Anlage zum Anhang dargestellt.

Die Forderungen gegenüber Gesellschaftern betragen zum Bilanzstichtag 301.337,22 Euro (Vorjahr: 0,00 Euro).

Sämtliche Forderungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen eine Rückstellung für drohende Verluste, die Personalrückstellungen für nicht genommenen Urlaub und Überstunden, eine Rückstellung für Betriebshaftpflichtversicherungsbeiträge sowie die Kosten für die Erstellung des Jahresabschlusses bzw. die Prüfung des Jahresabschlusses.

Angaben zu den Restlaufzeiten und der Entwicklung der Verbindlichkeiten sind in einer gesonderten Anlage zum Anhang dargestellt.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben nach § 285 Nr. 31 HGB

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung in Höhe von 2.000 T€ enthalten. Es handelt sich dabei um Aufwendungen für die im Jahr 2023 gebildete Rückstellung für einen möglichen Gewährleistungsfall im Zusammenhang mit dem Offshore-Projekt He Dreiht.

V. Weitere Angaben

1. Anteilsbesitz

Die Gesellschaft ist an der Firma Höhenwind GmbH beteiligt. Bis zum 17. Juli 2023 hat die Gesellschaft 50 % der Anteile an der Höhenwind GmbH gehalten; mit Vertrag vom 11. Juli 2023 wurden die übrigen 50 % erworben, sodass der Anteil zum Stichtag 100 % beträgt. Sitz der Gesellschaft ist Hamburg.

Im Jahresabschluss 2022 der Höhenwind GmbH (damals noch Offshore Project Partners GmbH) wird ein Eigenkapital in Höhe von 21.520,92 € sowie ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.891,87 € ausgewiesen.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten folgende sonstigen finanzielle Verpflichtungen:

 

für Mieten - jährlicher Aufwand netto 517,1 TEuro

 

für Leasing - jährlicher Aufwand netto 31,0 TEuro

 

für Lizenzen - jährlicher Aufwand netto 265,0 TEuro

3. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Unternehmen betrug in 2023:

Kaufmännische und technische Angestellte: 70 (Vorjahr: 67)

4. Geschäftsführer

Im Geschäftsjahr erfolgte die Geschäftsführung der JÖRSS-BLUNCK-ORDEMANN GmbH durch die einzelvertretungsberechtigten Geschäftsführer, Dr.-Ing. Falk Lüddecke und Dipl.-Ing. Horst-Ulrich Ordemann. Der Geschäftsführer sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Die Gesellschaft hat dem Geschäftsführer Dr.-Ing. Falk Lüddecke ein Darlehen in Höhe von 300 T€ gewährt. Das Darlehen wird mit einem Zinssatz von 0,85 % p.a. verzinst und hat eine Laufzeit von 8 Jahren.

5. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnungen vorzutragen.

6. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Herr Dipl.-Ing-Horst-Ulrich Ordemann wurde zum 30.09.2024 als Geschäftsführer abberufen.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Ergebnisrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ergeben.

 

Hamburg, den 24. Februar 2025

Dr. Falk Lüddecke, Geschäftsführer

Walid Al Otaibi, Geschäftsführer

Frank Heitmann, Geschäftsführer

Lagebericht 2023

Jörss-Blunck-Ordemann GmbH

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Forschung und Entwicklung

1.2.1 Patente

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

2.2.1 Ertragslage

2.2.2 Finanzlage

2.2.3 Vermögenslage

2.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

2.3.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.4 Gesamtaussage zur Lage der Gesellschaft

3 Nachtragsbericht

4 Prognose, Chancen und Risiken

4.1 Prognose- und Chancenbericht

4.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

4.1.2 Branchenentwicklung

4.1.3 Ergebnisprognose

4.2 Risikobericht

4.2.1 Änderung politischer Ausrichtungen

4.2.2 Personal

4.2.3 Finanzen

4.2.4 Gesamtrisiko

1 Grundlagen

1.1 Geschäftsmodell

Die Jörss - Blunck - Ordemann GmbH (JBO) ist ein Planungs- und Ingenieurbüro im Bauwesen mit einer über 60-jährigen Geschichte. JBO ist mit der Aufstellung und Prüfung von Tragwerksplanungen in den Bereichen Hochbau, Ingenieurbau/Tiefbau und Offshore-Strukturen sowie in der Objektplanung und Bauwerksüberwachung tätig.

Der Hauptsitz befindet sich in Hamburg mit zusätzlichen Standorten in Berlin, Osnabrück, und Leer (Ostfriesland) mit 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahr: 67).

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1963 mit Sitz in Hamburg. 2015 wurde der Bürostandort Berlin eröffnet. Im Jahr 2017 kam der Standort Osnabrück hinzu. Es folgte durch die Übernahme der OWT - Offshore Wind Technologie GmbH im Jahre 2022 der Standort Leer (Ostfriesland).

Während die Bereiche Hochbau und Ingenieurbau bereits seit den Anfängen vertreten sind, wird das Tätigkeitsfeld Offshore- Strukturen im Bereich der erneuerbaren Energien mit dem Einstieg von Dr. Lüddecke 2014 abgedeckt.

Die Schwerpunkte sind:

Tragwerksplanung (klassischer Hochbau, Brückenbau und Ingenieurbau)

Prüfung der Standsicherheit von Gebäuden

Offshore-Wind (Engineering Dienstleistungen zur Bemessung und den Betrieb von Offshore Gründungsstrukturen)

Sachverständigen-Gutachten (Privat, Gericht und Schiedsgericht)

Organisatorisch ist die Jörss-Blunck-Ordemann standortübergreifend in die technischen Bereiche für Offshore Wind sowie Hoch- und Ingenieurbau mit einzelnen Fachabteilungen, der Abteilung für Forschung und Entwicklung und Abteilungen für interne Verwaltung wie Buchhaltung, Controlling, Personalverwaltung, Angebotsmanagement und Business Development unterteilt.

Mit Hilfe der 100%-Beteiligung an der Höhenwind GmbH (vormals: Offshore Project Partners GmbH) soll in den kommenden Jahren ein Onshore-Wind Projekt in Deutschland realisiert werden.

1.2 Forschung und Entwicklung

Die Aktivitäten der Jörss - Blunck - Ordemann GmbH (JBO) im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) haben 2023 einen Anteil von 4% bis 6% bezogen auf den Einsatz an Personalressourcen. Zu den F&E-Aktivitäten im Jahr 2023, die ausschließlich in den Bereich Windenergie fallen, zählen folgende Projektkonstellationen (in abnehmender Relevanz bezüglich Umsatzes):

1. Verbundprojekte mit öffentlicher Förderung: In Kooperation mit anderen Verbundpartnern aus Forschung, angewandter Forschung und/oder Wirtschaft werden F&E-Projekte durchgeführt, die Verwertungsmöglichkeiten sowohl für JBO als Unternehmen (z.B. Wettbewerbsvorteil) als auch für die Branche bzw. letztlich für die Öffentlichkeit (z.B. Senkung der Stromgestehungskosten) bieten. Die Finanzierung der Arbeiten bei JBO erfolgt über einen Förderanteil der öffentlichen Hand im Bereich von 50% bis 71% und dem verbleibendem Eigenanteil, der als interne Entwicklungskosten zu verstehen ist. Fördermittelgeber sind im Wesentlichen die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Kommission.

2. JBO-interne Entwicklungsprojekte: Mit dem Ziel, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen treibt JBO mit Eigenmitteln die interne Entwicklung voran. Dazu zählen insbesondere die Prozessoptimierung bzw. Toolentwicklung und die Ausschöpfung bzw. Erweiterung der technischen Lösungsmöglichkeiten. Die Entwicklungsleistungen werden grundsätzlichin gesonderten Entwicklungsprojekten erfasst. Es wird derzeit geprüft, inwieweit für diese Projekte rückwirkend ein Förderantrag auf Basis des Forschungszulagengesetzes (FZulG) gestellt werden kann. Damit könnte eine finanzielle Entlastung von bis zu 35% der Personalkosten durch Bundesmittel erzielt werden.

3. Industrieprojekte / Auftragsforschung: Entweder im Auftrag eines Industrieverbandes (z.B. Offshore Wind Accelerator (OWA)) oder eines Einzelunternehmens (z.B. Energieerzeuger) führt JBO Forschungstätigkeiten durch, ohne an den Ergebnissen zwangsläufig direktes Interesse zu haben. Die Finanzierung erfolgt zu 100% durch den oder die Auftraggeber.

Die Verbundprojekte mit öffentlicher Förderung lassen sich für 2023 thematisch in folgende Ausrichtungen aufteilen:

1.

Verbessertes Schweißnahtdesign, Ausschöpfung bzw. Präzisierung der Nachweismöglichkeiten, Bruchmechanische Methoden zum Risswachtum: SmartWeld (FKZ: 03LB2022C), Orka3D (FKZ: 03EI5019D), Nanopflaster (FKZ: 03EE3105B)

2.

Verbesserte Nachweisführung im Bereich Wellen- und Seegangssimulation (EnviSim4Mare, FKZ: 03SX495C), Pfahlbeulen (VERBATIM, FKZ: 03EE3007C), Korrosion (MiCorFe, FKZ: 03EE3082D)

3.

Lebensdauermanagement: DiMoWind (FKZ: 03EE3039C), ReNEW (FKZ: 03EE3090B), NOAD (FKZ: 03SX622B)

4.

Erschließung von Turbinenstandorten oder -größen: GruenWinT (FKZ: 03EE3085C) ReaLCoE (Horizon 2020, Projekt 791875)

Die Motivation von JBO, sich in F&E-Projekten mit Eigenanteil zu beteiligen, liegt in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, der Verbesserung der internen Prozesse (Tools), der Gewinnung von fachlichen Erkenntnissen und der Vernetzung mit Akteuren der Branche. Patente werden i.d.R. nicht angemeldet.

Die Entwicklung der F&E-Tätigkeit ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht steigend. Ziel ist es, den Anteil bezogen auf Umsatz und Mitarbeiterzahl etwa konstant zu halten. Es befinden sich kontinuierlich F&E-Projektideen in der Beantragungsphase.

Es ist geplant, die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Jahr 2024 und den Folgejahren durch die Bearbeitung von weiteren Projekten auszubauen.

1.2.1 Patente

Eigene Patente sind im Geschäftsjahr 2023 und davor nicht entstanden. Durch die Übernahme der OWT GmbH in Leer sind in den vergangenen Jahren 4 Patentanmeldungen übernommen worden, die bisher nicht zu Erteilungen von Patenten geführt haben und noch den Anmeldestatus besitzen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. "Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", so Brand weiter. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher.

Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Hiervon war vor allem der Hochbau betroffen. Dagegen konnte die Produktion im Tiefbau und im Ausbaugewerbe gesteigert werden. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein kleines Plus von 0,2 %. 1

Trotz schwachen Windenergie-Zubaus in 2023 lag die Stromerzeugung aus Windkraft über dem Vorjahresertrag. Die Windkraftanlagen in Deutschland haben mit rund 139 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh, TWh) in 2023 deutlich mehr Windstrom eingespeist als im Vorjahr. Damit lag der Windertrag 13% über dem Ergebnis von 2022 [123 TWh]. Windräder an Land haben 116 TWh ins deutsche Stromnetz eingespeist und damit 18% mehr als im Jahr davor. Die Stromerzeugung aus Windkraft auf See war mit 23,5 TWh etwas schwächer als im Vorjahr [5%]. Die Monate mit der höchsten Windproduktion waren der Januar [17 TWh] und Dezember [19 TWh]. 2023 wurden in Deutschland 772 neue Windräder mit einer Leistung von 3.824 MW neu installiert und in Betrieb genommen. Davon wurden 745 Windenergieanlagen mit einer Leistung vom 3.567 MW an Land installiert. Weitere 27 Anlagen haben auf See [257 MW] erstmals in das Stromnetz eingespeist. Dennoch verläuft der Windenergie-Ausbau aufgrund der nötigen Ausschreibungen und langen Bauzeiten langsamer als geplant und lag 2023 hinter dem Ausbauziel der Bundesregierung von 4 GW [4.000 MW] zurück. 2

2.2 Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

2.2.1 Ertragslage

Die Jörss-Blunck-Ordemann GmbH konnte im Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von 18,622 Millionen Euro (Vorjahr: 11,269 Millionen Euro) ein starkes Wachstum von 65 % verzeichnen. Die Umsatzerlöse der JBO lassen sich im Wesentlichen in zwei Geschäftsbereiche aufteilen:

1. Offshore Wind:

Der Bereich Offshore Wind konnte im Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von 16,781 Millionen Euro ein starkes Wachstum verzeichnen. Der Anstieg resultiert vor allem aus einer erhöhten Anzahl von Projekten in der Deutschen Nordsee und Ostasien sowie dem erfolgreichen Abschluss von mehreren Planungs- und Engineering-Dienstleistungen für große nationaler und internationaler Windparkbetreiber.

JBO hat sich erfolgreich an Ausschreibungen für große Konzerne wie z.B. RWE beteiligt und den Ausbau der Offshore- Windkraftinfrastruktur mit spezialisierten Ingenieurdienstleistungen für Gründungsstrukturen unterstützt. Besonders hervorzuheben ist der Einstieg in ein langfristiges Projekt in Taiwan für Formosa 4 International Investment Co., Ltd, bei dem JBO für die Planung der Gründungsstrukturen von Offshore-Windparks verantwortlich ist. Dies wird voraussichtlich zu einer stabilen Umsatzquelle in den kommenden Jahren sowie Folgeaufträgen in späteren Jahren führen. Für den Übertragungsnetzbetreiber Tennet konnte eine Studie für Gründungsstrukturen für Transformatoren-Plattformen durchgeführt werden, die fortgeführt wird und ebenfalls in späteren Jahren zu stabilen Umsätzen führen kann. Weitere größere Umsätze wurden durch Planungsleistungen für deutsche, polnische sowie asiatische Windparks erzielt.

1 Pressemitteilung Statistisches Bundesamt v. 15.01.2024 (Nr. 019/2024)
2 www.strom-report.com/windenergie

2. Hoch- und Ingenieurbau

Der Bereich Hochbau entwickelte sich im Jahr 2023 stabil. Der Umsatz betrug in diesem Segment 1,841 Millionen Euro und liegt im Vorjahresvergleich in derselben Größenordnung. Die Konstanz ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass JBO Prüf- und Planungsleistungen im selben Umfang erbrachte. Die JBO konnte sich vor dem Hintergrund der Krise in der Bauwirtschaft durch ihre hohe Expertise im Bereich der Aufstellung von Statiken behaupten. Der Bereich des Prüfwesens ist im Vergleich zur zum Vorjahr bezogen auf Umsätze in derselben Größenordnung geblieben.

Das Jahresergebnis erreichte 361 T€ (Vorjahr: 81,8 T€), was einer Steigerung von 341 % entspricht. JBO konnte nach der Phase der internen Neuaufstellung im Jahr 2022, die stark von der Übernahme des Unternehmens OWT - Offshore Wind Technologie GmbH und der Entwicklung neuer Geschäftsfelder im Bereich Offshore Wind geprägt war, noch nicht wieder in die Phase stärkerer Gewinne zurückkehren, da für einen möglichen Gewährleistungsfall im Zusammenhang mit dem Offshore-Projekt He Dreiht eine Rückstellung in Höhe von 2 Mio. € gebildet wurde.

Insgesamt hat die JBO im Geschäftsjahr 2023 ihre Marktstellung im Bereich Offshore Wind weiter ausgebaut und unter Berücksichtigung des Drohverlustes ein starkes Ergebnis erzielt. JBO profitiert bei der Aufteilung eigener Ressourcen von der Ergänzung der zwei Bereiche Offshore Wind sowie Hoch- und Ingenieurbau und zeigt sich gut positioniert, um von dem anhaltenden Wachstumsimpuls im Bereich Offshore Wind zu profitieren.

2.2.2 Finanzlage

Die Finanzlage der JBO zeigt sich im Geschäftsjahr 2023 leicht verbessert im Vergleich zum Vorjahr. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 59 % auf 12,5 Millionen Euro (Vorjahr: 7,8 Millionen Euro). Diese Zunahme ist hauptsächlich auf die gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.

Die Eigenkapitalquote liegt bei 43%, was auf eine gesunde Kapitalstruktur hinweist. Das Unternehmen konnte sein Eigenkapital durch die einbehaltenen Gewinne weiter stärken.

Das Fremdkapital setzt sich hauptsächlich aus kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten für Dienstleistungen zusammen. Die Liquiditätssituation ist ebenfalls positiv zu bewerten. Die flüssigen Mittel zum Geschäftsjahresende stiegen von 3.404 T€ im Jahr 2022 auf 4.386 T€ in 2023.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten konnten durch die vorhandenen liquiden Mittel und kurzfristigen Forderungen vollständig gedeckt werden. JBO hat im Geschäftsjahr 2023, wie in den Vorjahren auch, keine Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten aufgenommen, was die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens unterstreicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass JBO im Geschäftsjahr 2023 eine solide Finanzlage aufweist. Die Erhöhung des Eigenkapitals, die positive Liquiditätssituation und die nicht vorhandene Verschuldung gegenüber Banken bilden eine gute Basis für zukünftiges Wachstum.

Investitionen in größerem Umfang wurden im Jahr 2023 nicht getätigt.

JBO ist an der Höhenwind GmbH (vormals: Offshore Project Partners GmbH) beteiligt und wurde durch Kauf von 50% der Anteile zur alleinigen Eigentümerin. Es ist für die kommenden Jahre geplant, ein Windprojekt an Land durch diese Gesellschaft zu realisieren. Dies soll Planungs- und Ingenieursdienstleistungen bis hin zum Betrieb einer Windenergieanlage umfassen. Ingenieursdienstleistungen für diese Windenergieanlage sollen ab 2024 durch die JBO gemeinsam mit anderen Gesellschaften erbracht werden.

2.2.3 Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2023 haben folgende wesentliche Veränderungen des Vermögens stattgefunden:

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich um 3.112 T€ auf 6.463 T€ erhöht.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um 454 T€ höher. Dies resultiert im Wesentlichen aufgrund der Gewährung eines Darlehens an den Gesellschafter in Höhe von 300 T€.

2.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die zur Steuerung der Gesellschaft eingesetzten finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis.

2.3.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die Kundenzufriedenheit und - bindung wird als hoch eingeschätzt, weil wichtige und langjährige Kunden im Offshore-Wind Bereich wie RWE oder EnBW bei Ausschreibungen JBO fortlaufend anfragen. Gleiches gilt für den Hoch- und Ingenieurbau, wo lokale Kunden wie NDR, Otto oder Hamburg Wasser durch Rahmenverträge langfristig gebunden werden konnten.

Das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ebenfalls als hoch eingeschätzt. Diese Einschätzung beruht auf Mitarbeiterbefragungen und dem Engagement, wenn es um die Weiterentwicklung des Unternehmens bzgl. technischer und auch sozialer Aspekte geht. Die Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter bringen sich aktiv in technische Projekte ein, um die Qualität der abgelieferten Dienstleistungen durch die eingesetzten intern und extern entwickelten Werkzeuge ständig zu verbessern. Bei sozialen Aspekten, wenn es um den Zusammenarbeit innerhalb der Kolleginnen und Kollegen geht, wird ständig nach Potential gesucht, um die Barrieren, die durch die Entfernung der verschiedenen Standorte zwangsläufig entstehen, zu überwinden. Es entstehen Ideen für Teamevents oder regelmäßige Vortragsreihen, die teilweise digital stattfinden.

2.4 Gesamtaussage zur Lage der Gesellschaft

Die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Geschäftsjahr verlief insgesamt positiv.

3 Nachtragsbericht

Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Anhang und auf die Ausführungen unter Abschnitt 4.

4 Prognose, Chancen und Risiken

4.1 Prognose- und Chancenbericht

4.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2024 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,2 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland ebenfalls 0,2 %. "Konjunkturelle und strukturelle Belastungen standen im Jahr 2024 einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung im Wege", sagte Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2024 für Deutschland" in Berlin. "Dazu zählen zunehmende Konkurrenz für die deutsche Exportwirtschaft auf wichtigen Absatzmärkten, hohe Energiekosten, ein nach wie vor erhöhtes Zinsniveau, aber auch unsichere wirtschaftliche Aussichten. In diesem Umfeld schrumpfte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2024 erneut", so Brand weiter.

Die preisbereinigte gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung ging im Jahr 2024 um 0,4 % zurück. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen. 3

3 Pressemitteilung Statistisches Bundesamt v. 15.01.2025 (Nr. 019/2025)

4.1.2 Branchenentwicklung

1. Offshore-Windenergie

Die Offshore-Windenergie spielt eine immer wichtigere Rolle in der europäischen Energielandschaft. Da der Kontinent bestrebt ist, seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Klimaziele zu erreichen, setzen viele europäische Länder auf die Entwicklung von Offshore-Windkraftprojekten. Diese Prognose gibt einen Überblick über die voraussichtlichen Ausbauziele der erneuerbaren Energien im Bereich Offshore-Wind in verschiedenen europäischen Staaten.

Vereinigtes Königreich

Das Vereinigte Königreich ist derzeit der weltweit größte Offshore-Windmarkt und hat ambitionierte Pläne für die Zukunft. Bis 2030 will das Land eine Offshore-Windkapazität von 40 GW erreichen. Zusätzlich hat die britische Regierung angekündigt, dass bis 2050 mindestens 100 GW installiert werden sollen. Diese Ausbauziele sind Teil des Plans, das Vereinigte Königreich bis 2050 klimaneutral zu machen.

Frankreich

Frankreich hat ebenfalls ambitionierte Ziele im Bereich der Offshore-Windenergie. Bis 2030 plant das Land, eine installierte Offshore-Windkapazität von 10 GW zu erreichen. Bis 2050 sollen insgesamt 40 GW installiert werden. Frankreich sieht die Offshore-Windenergie als eine Schlüsseltechnologie, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energieunabhängigkeit zu erhöhen.

Niederlande

Die Niederlande haben sich das Ziel gesetzt, bis 2030 eine Offshore-Windkapazität von 11 GW zu erreichen. Bis 2050 soll diese Kapazität auf 60 GW erhöht werden. Die niederländische Regierung betrachtet die Offshore-Windenergie als einen wichtigen Bestandteil ihrer Energiepolitik, um die Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Dänemark

Dänemark, ein Pionier der Windenergie, plant bis 2030 eine Offshore-Windkapazität von 10 GW zu erreichen. Langfristig strebt das Land an, bis 2050 eine Kapazität von 35 GW zu installieren. Dänemark setzt stark auf Offshore-Wind als eine nachhaltige Energiequelle, um seine Klimaziele zu erreichen und den Übergang zu einer grünen Wirtschaft zu unterstützen.

Spanien

Spanien hat kürzlich seine Pläne zur Entwicklung der Offshore-Windenergie bekannt gegeben. Bis 2030 plant das Land, eine Offshore-Windkapazität von 3 GW zu erreichen. Langfristig sollen bis 2050 insgesamt 17 GW installiert werden. Spanien sieht die Offshore-Windenergie als eine wichtige Komponente, um die Energieversorgungsicherheit zu erhöhen und die Emissionen zu reduzieren.

Italien

Italien hat ehrgeizige Pläne im Bereich der Offshore-Windenergie. Bis 2030 strebt das Land an, eine Offshore-Windkapazität von 5 GW zu erreichen. Bis 2050 sollen insgesamt 30 GW installiert werden. Italien betrachtet die Offshore-Windenergie als eine Schlüsseltechnologie, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Klimaziele zu erreichen.

Schweden

Schweden hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 eine Offshore-Windkapazität von 8 GW zu erreichen. Langfristig plant das Land, bis 2050 eine Kapazität von 35 GW zu installieren. Schweden setzt stark auf erneuerbare Energien, um die CO 2 - Emissionen zu reduzieren und die Energieunabhängigkeit zu erhöhen.

Norwegen

Norwegen, bekannt für seine reichen Windressourcen, plant bis 2030 eine Offshore-Windkapazität von 4 GW zu erreichen. Langfristig strebt das Land an, bis 2050 insgesamt 20 GW zu installieren. Norwegen sieht die Offshore-Windenergie als eine bedeutende Möglichkeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energiewende voranzutreiben.

Belgien

Belgien hat ehrgeizige Pläne im Bereich der Offshore-Windenergie. Bis 2030 soll die installierte Kapazität auf 6 GW erhöht werden. Bis 2050 plant Belgien, diese Kapazität auf 30 GW zu steigern. Die Offshore-Windenergie ist ein wichtiger Bestandteil der belgischen Energiepolitik, um die Klimaziele zu erreichen und die Energieversorgung sicherzustellen.

Irland

Irland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 eine Offshore-Windkapazität von 5 GW zu erreichen. Langfristig plant das Land, bis 2050 insgesamt 25 GW zu installieren. Irland sieht die Offshore-Windenergie als eine Schlüsseltechnologie, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Klimaziele zu erreichen.

Deutschland

Deutschland hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Offshore-Windenergie auszubauen. Bis 2030 strebt das Land an, eine installierte Offshore-Windkapazität von 30 Gigawatt (GW) zu erreichen. Dies entspricht einer Vervierfachung der derzeitigen Kapazität. Langfristig plant Deutschland, bis 2040 insgesamt 40 GW und bis 2050 sogar 70 GW zu installieren. Diese Ziele sind Teil des nationalen Klimaschutzplans, der darauf abzielt, die CO 2 -Emissionen bis 2045 auf null zu reduzieren.

Die Prognose über die Ausbauziele der erneuerbaren Energien im Bereich der Offshore-Windenergie in Europa zeigt, dass viele europäische Länder ehrgeizige Pläne haben, um die Offshore-Windkapazitäten in den kommenden Jahrzehnten erheblich zu steigern. Diese Ziele sind ein wesentlicher Bestandteil der nationalen und internationalen Bemühungen, den Klimawandel zu bekämpfen, die Energieversorgung zu sichern und eine nachhaltige Zukunft für kommende Generationen zu schaffen.

Im gleichen Maße wie die Erhöhung der Ausbauziele steigt das verknüpfte Bauvolumen und damit die Basis der Honorare der Planungsleistungen der Jörss-Blunck-Ordemann GmbH. Vergleicht man nun auch die Ausbauziele der weiteren europäischen Länder, so ist hoher Bedarf an Ingenieurdienstleistungen im Bereich Offshore Wind zu erkennen.

Ferner ist abschließend noch mitzuteilen, dass die Landschaft der Marktbegleiter im Bereich Offshore Wind weiterhin sehr überschaubar ist und bleibt. Wesentlich trägt hierzu bei, dass sich weitere Planungsbüros aufgrund der hohen Hürden an Referenzen, Erfahrungen, Teamstärke und Qualität nicht im Markt etablieren. Daher scheint der Markt lediglich von 5 etablierten Planungsbüros (Ramboll, JBO, Cowi, Wood Thilsted, Kent) bedient zu werden.

2. Hochbau - / Ingenieurbau

Im Baugewerbe nahm die Bruttowertschöpfung 2024 gegenüber dem Vorjahr mit -3,8 % noch etwas stärker ab. Die nach wie vor hohen Baupreise und Zinsen führten dazu, dass insbesondere weniger Wohngebäude errichtet wurden. Auch das Ausbaugewerbe musste Produktionsrückgänge hinnehmen. Die Modernisierung und der Neubau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken und Leitungen führten dagegen zu einem Plus im Tiefbau. 4

Der Hochbau wurde in den letzten Jahren durch die bautechnische Prüfung wie auch die Tragwerksplanung von Wohnungsbauten stark geprägt. Die Anzahl der Bauprojekte ist jedoch seit den letzten beiden Jahren stark rückläufig. Der Start dieser Entwicklung ist auf stark gestiegene Baupreise, einhergehend mit einem Anstieg des Basiszinssatzes zu bergründen. Der Markt hat sich hiervon nicht erholt, wie die nachfolgende Übersicht der Bauanträge exemplarisch im Vergleich zu den vergangenen Jahren zeigt.

Die Jörss-Blunck-Ordemann GmbH hat jedoch nicht im gleichen Maße Umsatzverluste im Bereich Hochbau verzeichnet. Dies liegt zum einen an den langjährigen Kooperationen mit Hamburger Institutionen wie Hamburg Wasser, NDR, OTTO oder Airbus. Ergänzend hat JBO die Weichen gestellt, sich im Bereich des Energiemarktes stärker zu bewegen. Der Umbau der Kraftwerkes Reuter West in Berlin, ein angehender Rahmenvertrag mit der Fa. Hamburger Energiewerke oder die Zuarbeit zu diversen Batteriespeicherprojekten im norddeutschen Bereich haben dazu beigetragen, fehlende Auslastungen mit zukunftsorientierten Themen im Bereich Hochbau zu füllen.

Da der Markt der Energiespeicher, der Ausbau der Energien an Land sowie der Umbau bestehender Energiestandorte zu nachhaltigeren Energien weiter steigt, sieht sich JBO auch in diesem Bereich gut aufgestellt. Die Geschäftsführung erwartet durch diesen Mix eine Verstetigung der Auslastungen und Aufgaben, basierend auf dem aktuellen Mitarbeiterpool des Hochbaus.

JBO ist im Ingenieurbau neben weiteren Randthemen in der Tragwerksplanung Windkraft an Land sowie auf die Nachrechnung von Bestandsbrücken spezialisiert. Für die Windkraft an Land gelten die oben aufgeführten Angaben zu Offshore Wind sinngemäß.

Die Nachrechnung von Bestandbrücken wird in naher Zukunft weiter an Stellenwert gewinnen. Wie die nachfolgende Grafik verdeutlicht sind nur eine sehr geringe Anzahl an Brückenbauwerke in einem guten Zustand. Bauwerke, die nur Prädikat Befriedigend oder schlechter erhalten haben, sind in naher Zukunft weiter rechnerisch und sanierungstechnisch zu betreuen oder durch einen Ersatzneubau zu ersetzen. Aufgrund der finanziell angespannten Haushaltslage der öffentlichen Hand werden Ersatzneubauten nur im äußersten Notfall zum Tragen kommen. Daher spielen die Bewertungen und Nachrechnungen zur Ermittlung der Restnutzungsdauer von Bestandsbrücken eine sehr wichtige Rolle. In diesem Bereich ist JBO technisch exzellent aufgestellt und kann so den weiteren steigenden Bedarf an diesen Leistungen zukünftig gut bedienen.

4 Pressemitteilung Statistisches Bundesamt v. 15.01.2025 (Nr. 019/2025)

4.1.3 Ergebnisprognose

Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und korrespondierend zur Branchenentwicklung geht die Geschäftsführung für das Jahr 2024 von Umsatzerlösen in Höhe von 24 Millionen Euro und einem Jahresergebnis in Höhe von 2,8 Millionen Euro aus. Für 2025 rechnet die Geschäftsführung mit Umsatzerlösen in Höhe von 25 Millionen Euro und einem Jahresergebnis in Höhe von 3 Millionen Euro.

4.2 Risikobericht

4.2.1 Änderung politischer Ausrichtungen

Im Bereich der erneuerbaren Energien erscheint die Nachfrage an Planungsleistungen weitaus höher als das Angebot. Daher wären auch bei politischen Änderungen in einzelnen Ländern und damit verbundenen möglichen Reduktionen von Ausbauzielen keine Änderungen in der dann immer noch sehr positiven Aussicht zu erwarten.

Der Hochbau hat durch die erfolgte Diversifikation der Planungsaufgaben sich für etwaige Änderungen politischer Natur aufgestellt und kann bedarfsweise die Tätigkeiten in dem einen oder anderen Bereich intensivieren.

Der Ingenieurbau ist lediglich singulär teilweise an den Brückenbau gebunden. Hier muss jedoch die Politik weiterhin aktiv bleiben, um Gefahr von Leib und Leben aufgrund maroder Bauwerke abzuwenden.

4.2.2 Personal

Das Kapital der Gesellschaft ist das Personal. Die JBO verfolgt eine kooperative, nachhaltige und familiäre Verhaltensweise mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Fluktuation ist seit Jahren mit weniger als 1% sehr gering.

Um jedoch Risiken, die mit der Fluktuation verbunden entstehen können, hält JBO weiter an der Strategie fest, die o.g. Tugenden im täglichen Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu leben.

4.2.3 Finanzen

Die JBO steht finanziell derart gut da, als dass jährlich Gewinne erzielt werden. Durch das stetige Wachstum der Belegschaft und der immer größere Planungsaufträge, steigt der monatliche finanzielle Bedarf zur Deckung der Fixkosten. Zum anderen steigt jedoch bei den Großaufträgen die Dauer der Vorfinanzierung der Projektarbeit durch die gesetzten projektspezifischen Zahlungsmeilensteine und der anschließenden Zahlungsziele.

Dieser Gap ist durch das Eigenkapital der JBO zwischen zu finanzieren. Dies erfolgte bisher ohne Probleme durch den nicht entnommenen Gewinn. Dies stellt jedoch ein Risiko dar falls keine Gewinne erzielt werden oder kurzfristig es zu Zahlungsverzögerungen beim Kunden kommt.

Um diese Gefahr abzufedern, hat die JBO im Jahr 2024 bei ihrer Hausbank eine Bereitstellungskredit beantragt und bewilligt bekommen. Dieser Kredit wurde bisher nicht in Anspruch genommen, wird jedoch weiterhin aus Gründen der Redundanz vorgehalten.

4.2.4 Gesamtrisiko

Die Gesamtstruktur der Chancen und Risiken hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir keine Einzelrisiken festgestellt, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens hätten gefährden können.

 

Hamburg, den 24. Februar 2025

Dr. Falk Lüddecke,

Walid Al Otaibi,

Frank Heitmann

(Geschäftsführer)

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Jörss-Blunck-Ordemann GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Jörss-Blunck-Ordemann GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Jörss- Blunck-Ordemann GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Jörss-Blunck-Ordemann GmbH für das vorherige, am 31.12.2022 endende Geschäftsjahr, die Grundlage für die Vergleichsangaben im Jahresabschluss und Lagebericht zum 31.12.2023 sind, wurden nicht geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Lingen (Ems), 4. April 2025

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