Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRB 1204
Vorher
Haftpflichtkasse Darmstadt - Haftpflichtversicherung des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes - VVaG
Eingetragen
16.3.2006
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
Der Zweck des Vereins ist, Mitglieder und Nichtmitglieder nach Maßgabe der Versicherungsbedingungen zu versichern. Er betreibt das Versicherungsgeschäft nur als Erstversicherer.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Claus Dr. Hunold
seit 30.10.2024
Vorstandsmitglied
Sascha René Quillet
seit 30.10.2024
Vorstandsmitglied
Frank Dr. Welfens
seit 17.9.2024
Vorsitzender des Vorstands
Harry Holzhäuser
seit 18.4.2018
Prokura
Udo Arnulf Wächter
seit 17.1.2017
Prokura
Sandra Kuban
seit 20.11.2013
Prokura
Matthias Wittek
seit 1.4.2008
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Die Haftpflichtkasse VVaG

Roßdorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

INHALT

1 Zum Geschäftsbericht 2023

1.1 Kennzahlen im Überblick

2 Lagebericht

2.1 Geschäftsmodell

2.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.3 Geschäftsentwicklung

2.4 Ertragslage

2.5 Vermögenslage

2.6 Finanzlage

2.7 Chancen- und Risikobericht

2.8 Ausblick

3 Jahresabschluss

3.1 Bilanz zum 31. Dezember 2023

3.2 Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

3.3 Anhang

3.4 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

3.5 Bericht des Aufsichtsrats

1.1 Kennzahlen im Überblick

2019 2020 2021 2022 2023
Versicherungsverträge Stück 2.041.637 2.196.841 2.301.876 2.355.303 2.402.032
Anzahl Mitarbeiter inkl. Auszubildende Ø 361 371 375 383 402
Beitragseinnahmen
gebuchte Brutto-Beiträge 202.767.079 218.839.943 232.289.040 243.236.689 253.361.041
verdiente Brutto-Beiträge 198.768.350 214.936.767 227.432.576 240.957.243 250.514.902
gebuchte Beiträge an Rückversicherer 48.187.594 54.938.704 65.306.197 71.500.836 72.598.825
verdiente Beiträge f. e. R. 151.715.426 161.335.446 163.221.759 170.693.855 176.431.205
Schäden/Kosten
Anzahl der GJ-Schäden Stück 70.085 78.354 72.802 73.643 76.310
Schadenaufwand brutto 99.736.974 281.710.354 119.343.864 107.433.333 127.429.613
Schadenaufwand f. e. R. 71.624.709 165.563.005 77.420.766 74.932.382 78.859.056
Brutto-Schadenquote % 50,2 131,1 52,5 44,6 50,9
Schadenquote f. e. R. % 47,2 102,6 47,4 43,9 44,7
Brutto-Kostenquote % 36,2 35,6 35,9 35,9 36,5
Kapitalanlagen
Kapitalanlagebestand 307.192.549 307.606.483 295.214.787 325.741.830 336.937.098
lfd. Erträge aus Kapitalanlagen 3.539.525 3.534.661 3.404.286 4.083.737 5.966.986
Nettoverzinsung (nach technischem Zins) % 0,93 0,39 0,49 -1,12 2,20
Ergebnisse
versicherungstechnischer Gewinn/Verlust 23.856.053 -74.638.841 20.454.419 31.400.441 28.203.535
Ergebnis vor Steuern 21.860.432 -77.680.696 17.479.751 24.040.376 28.519.634
Bilanzgewinn/-verlust Mio. € 16,0 -77,5 17,5 21,0 24,9
Combined Ratio brutto % 86,4 166,6 88,4 80,5 87,4
Rücklagen
Verlustrücklagen Mio. € 146,5 69,0 86,5 107,5 132,4
in % der gebuchten Beiträge f. e. R. % 94,8 42,1 51,8 62,6 73,2

2. Lagebericht

2.1 Geschäftsmodell

Seit unserer Gründung im Jahr 1898 ist die Haftpflichtkasse als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit tätig. Unsere Zielsetzung ist es, unseren Mitgliedern nachhaltig und langfristig Versicherungsschutz zu gewähren. Vor der Profitabilität und dem Ausbau von Marktanteilen steht für uns stets die Zufriedenheit unserer Kunden. Dazu bauen wir auf das Prinzip der Gegenseitigkeit. Unsere Produktpalette umfasst die Haftpflicht-, Unfall-, Hausrat- und Garderobenversicherung, die wir ganz überwiegend in Deutschland über Versicherungsmakler und Mehrfachagenten vertreiben. Mit 2,2 ‰ entfällt ein geringer Anteil des Beitragsaufkommens auf Versicherungsgeschäft in Österreich.

Unsere Produktpalette umfasste im Geschäftsjahr 2023

Privatkunden-Versicherungen

Privathaftpflicht

Dienst- und Amtshaftpflicht

Tierhalterhaftpflicht

Hausrat

Unfall

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Gewässerschadenhaftpflicht

Bauherrenhaftpflicht

Firmenkunden-Versicherungen

Betriebshaftpflicht

Gastronomie und Hotels

Handelsbetriebe

Bürobetriebbe

Hausverwalter

Baunebengewerbe

Gesundheitsfachberufe

Schönheitspflegeberufe

Alten- und Pflegebetriebe

Reha- und Kurkliniken

Veranstaltungen

Landwirtschaftliche Betriebe

Vereine

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Gewässerschadenhaftpflicht

Bauherrenhaftpflicht

Umweltschaden

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Wir betreiben ausschließlich das passive Rückversicherungsgeschäft mittels Quoten- und Schadenexzedentenverträgen. Hierfür arbeiten wir mit einem Rückversicherungskonsortium zusammen, an welches wir im Geschäftsjahr 28,7 % der gebuchten Bruttobeiträge abgegeben haben.

Unsere Kapitalanlagestrategie ist auf Sicherheit und Kapitalerhalt ausgerichtet. Abgesehen von vereinzelten Investitionen in Immobilien und Beteiligungen besteht unser Anlageportfolio fast ausschließlich aus festverzinslichen Wertpapieren mit relativ kurzen Laufzeiten. Investitionen in hochriskante Anlageformen tätigen wir nicht.

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 beschäftigten wir 431 Mitarbeiter (Vorjahr: 397 Mitarbeiter). Dazu zählen 390 Festangestellte, 25 Auszubildende und 16 Aushilfen. Auch wenn die Folgen des Fachkräftemangels für uns deutlich spürbar sind, so wollen wir unseren Personalbestand auf weitgehend konstantem Niveau halten. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit unserer Mitarbeiter beträgt 10,0 Jahre (Vorjahr: 10,3 Jahre). Die Fluktuation betrug im Geschäftsjahr 3,9 % (Vorjahr: 6,9 %).

Der wirtschaftliche Erfolg der Haftpflichtkasse wird maßgeblich durch die Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmt. Die Zufriedenheit der Geschäftspartner mit den Leistungen der Haftpflichtkasse zeigte sich auch im Geschäftsjahr 2023 in verschiedenen Auszeichnungen. Im Rahmen des "AssCompact AWARD Maklerservice 2023" erreichte die Haftpflichtkasse beispielsweise den ersten Platz in der Kategorie "Schaden/Unfall". Mit dieser Auszeichnung wurden das Engagement und die hohe Qualität der Arbeit des Unternehmens gewürdigt. Außerdem hat die Haftpflichtkasse den ersten Platz in vier Kategorien bei der angesehenen procontra-Leserbefragung "Maklers Lieblinge" erreicht: Private Haftpflicht -, Hausrat-, Tierhalterhaftpflicht- und Unfallversicherung. Diese Auszeichnungen zeigen das große Vertrauen, das Geschäftspartner und Kunden in die Haftpflichtkasse setzen, und belegen die herausragende Leistung und Servicequalität des Unternehmens. Zusätzlich erhielt die Haftpflichtkasse beim "dvb-Makler-Audit", dem Award für die beste technische Makleranbindung, eine Silber-Auszeichnung im jährlichen Audit "IT-Prozesse im Maklerunternehmen: Vertrieb, Administration, Technik". Dieses Audit gewährt einen detaillierten Einblick in die automatisierten Prozesse im Maklerbüro sowie eine Bewertung der Bemühungen von Versicherern zur Digitalisierung durch Makler.

2.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Lage der deutschen Wirtschaft ist im Geschäftsjahr 2023 abermals durch die weitreichenden Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bestimmt. Infolge gestiegener Leitzinsen und einer insgesamt relativ schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung hat die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2023 um 0,3 % abgenommen. 1

Großen Einfluss hatte hierbei die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Die energiehungrige Industrie ist zu einem wesentlichen Teil an der Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft beteiligt und wurde durch die gestiegenen Energiepreise massiv beeinträchtigt. Im Verlauf des Jahres konnte durch eine Kompensation der Energielieferungen, aber auch durch die Senkung der Bedarfe wieder eine rückläufige Entwicklung der Energiepreise beobachtet werden. 1

Die Inflation schwächte sich leicht ab und lag im Dezember 2023 bei 5,9 % (Vorjahr: 6,9 %). 2

Nachdem die Folgen der Corona-Pandemie weitgehend überwunden sind, hat die Europäische Union die Dekarbonisierung in den Fokus gerückt und grundlegende Weichenstellungen vorgenommen. Der damit verbundene Strukturwandel führte zu einer höheren Bepreisung von CO 2. Ein außergewöhnlich hoher Krankenstand bremste die wirtschaftliche Entwicklung. Hinzu kamen die Wirkungen einer restriktiven Geldpolitik, so dass die erwartete wirtschaftliche Erholung nur sehr zögerlich eingetreten ist. 1

1 Jahreswirtschaftsbericht 2024 (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Publikation vom 25. Januar 2024)
2 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 020 vom 16. Januar 2024

Das Bruttoinlandsprodukt sank vorläufigen Ermittlungen zufolge um 0,3 %, nachdem im Vorjahr noch eine Steigerung um 1,8 % zu beobachten war. Der Rückgang der Wertschöpfung traf mit -2,1 % insbesondere das Baugewerbe. Auch die Staatsausgaben erfuhren mit -1,7 % eine spürbare Reduzierung. 1

Kapitalmärkte

Wer auf das Finanzmarktgeschehen des Jahres 2023 zurückblickt, dem offenbart sich eine der eindrucksvollsten Episoden der Kapitalmarktgeschichte. Gemeint ist die konzertierte, restriktive Geldpolitik, die die weltweit bedeutendsten Notenbanken das zweite Jahr in Folge umsetzten. Letztere versuchen seit längerem mit allen Mitteln die hartnäckig hohe Inflation in den Griff zu bekommen. In erster Linie mithilfe höherer Leitzinsen. Begonnen hatten damit als erste die Notenbanker der Fed in den USA, die bereits im März 2022 agierten, 3 während die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals Ende Juli 2022 damit begann, die Zinsen Stück für Stück anzuheben. 4 In 2023 ging der Zinserhöhungszyklus nicht nur nahtlos weiter, sondern führte die Zinsen im Euroraum sogar auf das höchste Niveau seit Beginn der 2000er Jahre. Der in diesem Trend vorerst letzte Zinsschritt erfolgte Ende September 2023. Seitdem ruht der für den Euroraum festgelegte Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft auf dem relativ hohen Niveau von 4,5 Prozent.

Obgleich die höheren Zinskurven Investoren dies- und jenseits des Atlantiks aufatmen ließen und jene wieder scharenweise in festverzinsliche Anlageformen strömten, fanden die Zinserhöhungsbeschlüsse von Fed, EZB und Co. nicht überall Gefallen. Denn die deutlich höheren Leitzinsen bedeuteten nicht nur, dass höheren Teuerungsraten entgegengewirkt wurde. Vielmehr verteuerten sich auch zeitgleich Kredite für Unternehmen, Verbraucher und Bauherren spürbar. 5 Ein Umstand, der die wirtschaftliche Nachfrage und die Immobilienaktivitäten in Deutschland deutlich zu bremsen vermochte. Zwar regulieren die Notenbanken in aller Regel lediglich die kurzfristigen Zinssätze. Jedoch zogen im Laufe des Jahres 2023 auch am langen Laufzeitende die Renditen stetig an. In Deutschland beispielsweise startete die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit 2,55 % in das neue Jahr, sackte Mitte Januar zügig unter die Zwei-Prozent-Marke ab, um sich dann Anfang Oktober bis auf über drei Prozent nach oben zu schwingen. 6 Von diesem hohen Niveau folgte dann zum Jahresende ein regelrechter Kurssturz der Rendite auf ein neues Jahrestief. Diese für Rentenmärkte teils dramatischen Kursbewegungen bescherten vielen institutionellen Anlegern stellenweise reichlich unerwünschte Volatilität in ihren Portfolios. Am Jahresende zeigten sich die Anleihemärkte wie zuvor geschildert jedoch von ihrer besten Seite, was sich in den positiven Bewertungen zinssensitiver Anlagen niederschlug.

Zu sehr positiven Bewertungskursen trugen 2023 gleichfalls die globalen Aktienmärkte bei. 7 Der Aktienindex MSCI World vollzog einen Anstieg gegenüber dem Schlussstand des Vorjahres um knapp 22 %. Der deutsche Aktienindex DAX zog von seinem Tiefstand zu Jahresbeginn knapp unter der 14.000er Marke auf und davon und markierte kurz vor dem Jahresende mit Kursen leicht jenseits der 17.000er Marke sogar ein neues Allzeit-Hoch. Diese Entwicklungen trugen innerhalb gemischter Portfolios ebenfalls dazu bei, deutlich gestiegene Marktwerte auszuweisen.

1 Jahreswirtschaftsbericht 2024 (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Publikation vom 25. Januar 2024)
3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/419455/umfrage/leitzins-der-zentralbank-der-usa/
4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201216/umfrage/ezb-zinssatz-fuer-das-hauptrefinanzierungsgeschaeft-seit-1999/#
5 https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-09/ezb-erhoeht-die-zinsen-zum-zehnten-mal-in-folge
6 https://de.tradingview.com/chart/?symbol=TVC%3ADE10Y
7 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/202736/umfrage/jaehrliche-entwicklung-des-msci-world-index-seit-1969/# und https://de.tradingview.com/chart/

Wie bereits im Vorjahr blieb auch in 2023 die inverse Zinsstrukturkurve ein Gesprächsthema der Finanzmärkte. Hierbei handelt es sich um das Phänomen, dass Zinsen langfristiger Anleihen unter denen kurzfristiger liegen. Eine Zinsstruktur, die in "normalen" Zeiten in die andere Richtung geformt zeigt. Die Zinskurve war sowohl in den USA als auch Europa das gesamte Jahr invers, was von Ökonomen als klares Rezessionssignal interpretiert wurde. Allerdings zeigte die US-Wirtschaft im Gegensatz zum deutschen Wachstum keine Schwächezeichen. Im Gesamtjahr 2023 gelang den USA ein Wachstum von 2,5 % (+0,6 Prozentpunkte ggü. Vorjahr). 8 Die deutsche Wirtschaft schrumpfte indes um 0,3 %.

Versicherungswirtschaftliches Umfeld

Das Geschäftsklima in der Versicherungswirtschaft ist im Geschäftsjahr 2023 wieder moderat gestiegen. Die Einschätzung der aktuellen Lage hat sich in allen Sparten verbessert. Sie ist in erster Linie getrieben von Zukunftserwartungen im Bereich der privaten Krankenversicherung und der Kompositversicherung, wohingegen die Aussichten der Lebensversicherer insbesondere im Bereich der klassischen Kapitalversicherung und Rentenprodukte weiterhin eingetrübt sind. Der Geschäftsklimaindex hat sich im vierten Quartal 2023 leicht erholt, liegt mit 5,5 Punkten aber weiterhin deutlich unter dem langfristigen Mittel von 12,4 Punkten. 9

In der Schaden-/Unfall-Versicherung hat sich die Stimmung leicht verbessert. Der Saldo für das Geschäftsklima liegt mit 6,9 Punkten wieder im positiven Bereich. Damit liegt der Indikator jedoch weiter unter dem langfristigen Mittel von 9,4 Punkten. 9

Die Versicherungswirtschaft verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 über alle Sparten hinweg einen leichten Beitragsanstieg um 0,7 %, nachdem das Beitragsvolumen im Vorjahr um 0,5 % rückläufig war. In der Schaden-/Unfall-Versicherung betrug das Beitragswachstum nach ersten Hochrechnungen 6,8 % und lag damit deutlich über den Wachstumsraten der vergangenen 25 Jahre. 10

Aufgrund der Gesamtschadenentwicklung rechnet der GDV für das Geschäftsjahr 2023 in der Schaden-/ Unfall-Versicherung mit einer Geschäftsjahres-Schadenquote von 80,0 % (Vorjahr: 74,6 %) und einer Combined Ratio von 99,0 % (Vorjahr: 94,6 %). 11

Auf Sparten bezogen betrug das Beitragswachstum in der Allgemeinen Haftpflicht-Versicherung 3,0 %. 12 In der Allgemeinen Unfall-Versicherung betrug das Beitragswachstum 0,2 %; 13 Die Hausrat-Versicherung entwickelte sich 2023 ersten Hochrechnungen zufolge mit einem Beitragsplus von 4,5 %. 14

2.3 Geschäftsentwicklung

Auch im vergangenen Jahr haben wir unser Beitragsvolumen erneut weiter steigern können. Die gebuchten Bruttobeiträge haben sich um 4,2 % (Vorjahr: 4,7 %) von T€ 243.237 auf T€ 253.361 erhöht.

Die gebuchten Bruttobeiträge verteilten sich wie folgt auf die Sparten:

8 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/usa-wirtschaftswachstum-bip-konjunktur-100.html
9 GDV ifo Konjunkturtest 4. Quartal 2023 (Publikation vom 15. Februar 2024)
10 Gebuchte Bruttobeitragseinnahmen in der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV-Info INF-188031 vom 6. März 2024)
11 Schaden/Unfall - Vorläufiges Ergebnis inländisches Direktgeschäft 2023 auf Basis des 4. Quartals (GDV Statistik-Info SI-174003 vom 23. Februar 2024)
12 Allgemeine Haftpflichtversicherung - Zeitreihen Jahresstatistik (GDV Statistik-Info SI-3022462 vom 27. Februar 2024)
13 Allgemeine Unfallversicherung - Zeitreihen Jahresstatistik (GDV Statistik-Info SI-3016719 vom 27.02.2024)
14 Schaden/Unfall - Vorläufiges Ergebnis inländisches Direktgeschäft 2023 auf Basis des 4. Quartals (GDV Statistik-Info SI-174003 vom 23. Februar 2024)

Der Bestand an selbst abgeschlossenen Versicherungsverträgen mit mindestens einjähriger Laufzeit erhöhte sich von 2.355.303 auf 2.402.032 Stück. Die Geschäftsjahres-Schadenaufwendungen stiegen brutto von 129.263 T€ auf 143.405 T€. Die Geschäftsjahres-Bruttoschadenquote betrug 57,2 % (Vorjahr: 53,6 %), die Nettoschadenquote erhöhte sich von 53,2 % auf 56,0 %.

Unter Berücksichtigung der Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb in Höhe von 91.559 T€ (Vorjahr: 86.545 T€) und der Abwicklung der Vorjahresrückstellungen ergab sich eine Combined Ratio brutto von 87,4 % (Vorjahr: 80,5 %). Die Schadenhäufigkeit lag bei 35,7 Schäden je tausend Verträge (Vorjahr: 35,3). Der durchschnittliche Geschäftsjahres-Bruttoschadenaufwand liegt mit 1.879 € inflationsbedingt über dem Vorjahresniveau von 1.755 €.

Geschäftsjahres-Schadenaufwand brutto 2014-2023 (in T€)

Die Aufwendungen für Provisionen und sonstige Bezüge der Vermittler betrugen - bezogen auf die gebuchten Bruttobeiträge - 27,1 % (Vorjahr: 27,0 %). Die übrigen Kosten für den Versicherungsbetrieb stiegen von 8,5 % im Vorjahr auf 9,0 %.

Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung zeigt einen Überschuss von 28.204 T€ (Vorjahr: 31.400 T€). Dieser entfällt zum Großteil auf das Haftpflichtgeschäft, welches mit 18.662 T€ (Vorjahr: 26.235 T€) zum Ergebnis beiträgt, sowie auf die in Abwicklung befindliche Sparte Betriebsschließungs-Versicherung mit einem versicherungstechnischen Gewinn von von 15.187 T€ (Vorjahr: 3.213 T€).

2.4 Ertragslage

Die Ertragslage in den einzelnen Versicherungssparten entwickelte sich wie folgt:

Haftpflicht-Versicherung

Die gebuchten Bruttobeiträge in der Haftpflicht-Versicherung sind um 1,3 % von 132.974 T€ auf 134.745 T€ gestiegen. Die Anzahl der Versicherungsverträge konnte von 1.554.990 auf 1.565.070 gesteigert werden.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stiegen von 48.625 T€ auf 58.300 T€. Bei unveränderter Schadenfrequenz erhöhte sich der durchschnittliche Schadenaufwand inflationsbedingt um 8,0 % von 1.197 € auf 1.293 €. Die Geschäftsjahres-Bruttoschadenquote erhöhte sich von 40,7 % auf 44,2 %. Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb betrugen 51.018 T€ (Vorjahr: 50.202 T€). Die Combined Ratio erhöhte sich auf 81,5 % (Vorjahr: 74,4 %).

Die Sparte schloss das Geschäftsjahr mit einem versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung in Höhe von 18.662 T€ (Vorjahr: 26.235 T€). Davon entfallen 45,0 % (Vorjahr: 40,7 %) auf das Firmenkundensegment und 55 % (Vorjahr: 59,3 %) auf das Privatkundensegment.

Unfall-Versicherung

In der Unfall-Versicherung erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 4,5 % von 52.413 T€ auf 54.751 T€. Die Anzahl der Versicherungsverträge stieg um 3,3 % von 243.918 auf 252.013 Stück.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stiegen von 25.288 T€ im Vorjahr auf 32.881 T€. Die Geschäftsjahres-Bruttoschadenquote erhöhte sich von 79,9 % auf 82,7 %, ebenso wie die Geschäftsjahres-Nettoschadenquote (88,8 % gegenüber 87,2 % im Vorjahr). Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb betrugen 18.266 T€ (Vorjahr: 17.153 T€). Die Combined Ratio brutto erhöhte sich mit 94,1 % um 12,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (81,7 %), lag aber weiterhin unter dem langjährigen Mittel, so dass aus dem Spartenergebnis 364 T€ (Vorjahr: 2.236 T€) der Schwankungsrückstellung zuzuführen waren.

Die Sparte schloss das Geschäftsjahr mit einem versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung in Höhe von 1.399 T€ (Vorjahr: 1.878 T€) nach Schwankung.

Hausrat-Versicherung

Die gebuchten Bruttobeiträge in der Hausrat-Versicherung erhöhten sich erneut deutlich um 10,4 % von 57.830 T€ auf 63.861 T€. Treiber des starken Wachstums ist nach wie vor die zur Jahresmitte 2018 eingeführte Tarifgeneration "HR Einfach", die am Markt gut angenommen wird. Die Vertragsstückzahl konnte von 556.002 auf 584.534 Stück gesteigert werden. Dies entspricht einem Plus von 5,1 %.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich insbesondere aufgrund der Witterungsbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13,8 % von 33.971 T€ auf 38.645 T€. Die Geschäftsjahres-Bruttoschadenquote stieg um 3,2 Prozentpunkte auf 63,1 %. Netto ergab sich eine Erhöhung der Geschäftsjahres-Schadenquote von 67,5 % auf 60,5 %. Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb betrugen 22.314 T€ (Vorjahr: 19.180 T€). Die Combined Ratio brutto erhöhte sich auf 98,3 % (Vorjahr: 94,6 %).

Infolge gestiegener Rückversicherungs-Beitragssätze ergibt sich für das Geschäftsjahr 2024 eine negative Ertragsprognose, so dass für das Bestandsgeschäft eine Drohverlustrückstellung in Höhe von € 3,4 Mio. gebildet wurde. Hierdurch stellt sich ein versicherungstechnischer Verlust von 4.119 T€ brutto bzw. 7.050 T€ netto ein (Vorjahr: Gewinn 2.769 T€ brutto und Gewinn 70 T€ netto).

Betriebsschließungs-Versicherung

Die Sparte Betriebsschließungs-Versicherung befindet sich im Run-off. Der letzte Vertrag, der sich zum Jahresende noch im Bestand befand, endete zum 1. Januar 2024. Aus der Abwicklung der COVID-19-Pandemieschäden resultieren Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle mit einem Gewinn von 2.401 T€ (Vorjahr: 451 T€), die zusammen mit der Auflösung der in Vorjahren gebildeten Drohverlustrückstellung zu einem versicherungstechnischen Gewinn von 8.389 T€ (Vorjahr: 3.454 T€) führt.

Nach Berücksichtigung des Anteils der Rückversicherer am versicherungstechnischen Ergebnis weist die Sparte ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung von 15.187 T€ (Vorjahr: 3.213 T€) aus.

Ergebnis aus Kapitalanlagen

Die laufenden Kapitalerträge erhöhten sich gegen- über dem Vorjahr von 4.084 T€ auf 5.967 T€, so dass sich bei einem zugrundeliegenden durchschnittlichen Kapitalanlagebestand von 331.339 T€ eine laufende Bruttoverzinsung von 1,80 % (Vorjahr: 1,32 %) ergibt. Das Gesamtergebnis der Kapitalanlagen unter Einbeziehung aller außerordentlicher Einflussfaktoren insbesondere der Wertaufholungen auf Immobilien (504 T€) und festverzinsliche Wertpapiere des Umlaufvermögens (2.591 T€) und Verwaltungskosten (1.118 T€) - beläuft sich auf 7.296 T€ (Vorjahr: -3.486 T€), woraus eine Nettoverzinsung von 2,20 (Vorjahr: -1,12 %) resultiert.

Laufende Eträge aus Kapitalanlagen 2014-2023 (in T€)

Die Aufwendungen für Kapitalanlagen lagen bei 2.192 T€ (Vorjahr: 7.779 T€). Hohe aufsichtsrechtliche Anforderungen und eine steigende Nachfrage im Hinblick auf nachhaltige Investments erfordern eine permanente Anpassung der Handelsaktivitäten. Hierzu hat das Kapitalanlagemanagement die zur Verfügung stehende Produktpalette erweitert sowie das Berichtswesen verbessert. Wie in der Vergangenheit wird weiterhin ein defensives Zielportfolio favorisiert, um den Schutz der Vermögensanlagen zu gewährleisten. Die weiterhin hohen Reservevolumina in der Betriebsschließungs-Versicherung erfordern eine vorausschauende Portfoliosteuerung, um die Bereitstellung ausreichender Liquidität zu gewährleisten.

Gesamtergebnis

Das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres 2023 weist einen Gewinn nach Steuern von 24.900 T€ (Vorjahr: 21.000 T€) aus.

2.5 Vermögenslage

Kapitalanlagebestand

Der Kapitalanlagebestand erhöhte sich auf 336.937 T€ (Vorjahr: 325.742 T€). Die Bewertungsreserven der Kapitalanlagen betrugen 1.251 T€ (Vorjahr: 9.956 T€).

Buchwerte der Kapitalanlagen

2014-2023 (in T€)

Auf Basis der Buchwerte setzen sich die Kapitalanlagen zum 31. Dezember 2023 wie folgt zusammen:

Unter Berücksichtigung einer angemessenen Mischung und Streuung wurde im Zuge von Neu- und Wiederanlagen ein Schwerpunkt auf Inhaberschuldverschreibungen gelegt, deren Bestände sich um 26.863 T€ bzw. 14,2 % erhöhten.

Die Bankeinlagen wurden von 40.000 T€ auf 20.000 T€ reduziert. Der Anteil eigengenutzter Immobilien des Kapitalanlage-Portfolios reduzierte sich infolge planmäßiger Abschreibungen auf 5,6 %. Der Bestand an Fondsinvestments sowie Beteiligungen war trotz Neuinvestitionen im Vergleich zum Gesamtanlagevolumen nach wie vor gering und beträgt lediglich 1,1 % bzw. 2,5 %. Es wurden weiterhin keine Investitionen in Staatsanleihen getätigt.

Die Zinspapiere weisen zum 31. Dezember 2023 folgenden Branchenmix auf:

Eigenkapital

Das Eigenkapital erhöhte sich infolge des erzielten Jahresüberschusses von 107.500 T€ auf 132.400 T€ und betrug damit 73,2 % der gebuchten Nettobeiträge (Vorjahr: 62,6 %). Die Eigenkapitalquote liegt bei 29,0 % (Vorjahr: 30,6 %). Für die Zukunft rechnen wir mit einer weiteren Stärkung des Eigenkapitals durch nachhaltig erzielte Gewinne in den Kernsparten.

Eigenkapital 2014-2023 (in T€)

Versicherungstechnische Netto-Rückstellungen

Der Gesamtbetrag der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen beträgt 215.038 T€ (Vorjahr: 221.178 T€) und setzt sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 wie folgt zusammen (in T€):

Der Anteil der Rückversicherer an den Schadenrückstellungen beträgt 45,8 % (Vorjahr: 43,1 %). Die Rückversicherungsstruktur blieb unverändert zum Vorjahr.

Absolut verminderten sich die Schadenrückstellungen für eigene Rechnung um 8.254 T€ auf 147.719 T€ (Vorjahr: 155.972 T€). Darin enthalten ist die Sparte Betriebsschließungs-Versicherung, deren Schadenrückstellungen sich um 20.293 T€ reduziert haben. Die prozentuale Verteilung auf die Sparten sieht am 31. Dezember 2023 wie folgt aus:

Die Schwankungsrückstellung erhöht sich infolge des guten Schadenverlaufs in der Sparte Unfall-Versicherung von insgesamt 7.798 T€ auf 8.163 T€.

2.6 Finanzlage

Die Finanzlage und die Entwicklung der Zahlungsströme werden durch das versicherungstechnische Geschäft geprägt. Zur Erfüllung der Verpflichtungen wird eine laufende Liquidiätssteuerung betrieben, deren Effektivität sich insbesondere im Rahmen der Regulierung der COVID-19-Schadenfälle bewiesen hat. Darüber hinaus erfolgt die Vermögensanlage mit der Zielsetzung, dass eine ausreichende Fungibilität gewährleistet wird sowie jederzeit ein angemessener Betrag an liquiden Mitteln zur Verfügung steht. Mit den Rückversicherern bestehen darüber hinaus Schadeneinschussvereinbarungen, so dass auch im Fall von Großschäden eine Beeinträchtigung unserer Liquiditätslage ausgeschlossen werden kann. Dadurch war im Jahr 2023 - und wird auch weiterhin - die jederzeitige Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen gewährleistet.

2.7 Chancen- und Risikobericht

Risikobericht

Das Risikomanagementsystem der Haftpflichtkasse spiegelt die mit der Geschäftsstrategie abgestimmte Risikostrategie wider und dient dazu, Risiken frühzeitig zu erkennen, eine angemessene Risikotragfähigkeit sicherzustellen und somit langfristig und nachhaltig zum Fortbestand des Unternehmens beizutragen. Dazu werden sämtliche Risiken, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beinträchtigen können, identifiziert, bewertet, überwacht, gesteuert und kommuniziert. Das Risikomanagementsystem unterliegt einer kontinuierlichen Überwachung hinsichtlich geänderter Anforderungen sowie Weiterentwicklungsbzw. Verbesserungspotenzialen.

Die auf der operativen Ebene identifizierten Einzelrisiken werden anhand des internen Kontrollsystems gesteuert und überwacht. Die übergeordnete Steuerung und Überwachung der aggregierten Risiken erfolgt mit dem Risikotragfähigkeitskonzept und Limitsystem. Entsprechend des Wesentlichkeitskonzepts werden die identifizierten und bewerteten Risiken in wesentliche und nicht wesentliche Risiken unterteilt. Als wesentlich gelten Risiken, deren Eintritt

die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Haftpflichtkasse erheblich beeinträchtigen kann,

die Kapitalanforderung eines Risikos deutlich erhöht oder

die Solvency-II-Bedeckungsquote nach dem Standardansatz erheblich verschlechtert.

Durch die allmählich abklingenden Reserven und Unsicherheiten aus COVID-19-Schäden sowie die deutlichen Abwicklungsgewinne, konnte die Verlustdeckungsmasse der Haftpflichtkasse im Geschäftsjahr 2023 weiter gestärkt werden. Die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen werden weiterhin deutlich übererfüllt. Die Unternehmensplanung sieht für den Projektionszeitraum Gewinne vor, welche die Risikotragfähigkeit sukzessive stärken werden.

Im Folgenden werden die Risikokategorien beschrieben:

Versicherungstechnisches Risiko

Das versicherungstechnische Risiko setzt sich aus dem Prämien- und Reserverisiko, dem Stornorisiko sowie dem Katastrophenrisiko zusammen und resultiert i. d. R. schwerpunktmäßig aus den gezeichneten Sparten Allgemeine Haftpflicht- und Unfall-Versicherung. Das hohe Inflationsniveau gepaart mit einem beobachteten Anstieg der Schadenhäufigkeit führte im Geschäftsjahr 2023 zu erhöhten Reservevolumina, welche ebenfalls das Prämien- und Reserverisiko beeinflussten. Infolge der fortschreitenden Abwicklung der COVID-19-Schäden wird in den Folgejahren mit einem weiteren Rückgang des Reserverisikos aus der Betriebsschließungs-Versicherung gerechnet.

Unter dem Prämienrisiko wird das Risiko verstanden, dass (abgesehen von Katastrophen) die Versicherungsprämien nicht ausreichen, um künftige Schadenzahlungen, Provisionen und sonstige Kosten zu decken. Dem Prämienrisiko begegnet die Haftpflichtkasse durch umfassende Marktbeobachtungen und -umfragen, marktorientierte und versicherungsmathematisch berechnete Prämien sowie diversen Controlling-Instrumente.

Das Reserverisiko bezeichnet das Risiko, dass der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen (bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung) vom prognostizierten Aufwand abweicht. Es wird durch eine konservative Reservierungspolitik begrenzt, um die Wahrscheinlichkeit von Abwicklungsverlusten zu reduzieren. Das Abwicklungspotenzial der Schadenrückstellungen wird zusätzlich von der versicherungsmathematischen Funktion überwacht.

Das Stornorisiko bezeichnet die Unsicherheit des Fortbestehens von auskömmlichen Erstversicherungsverträgen. Mit dem Stornorisiko wird das Risikopotenzial aus einem signifikanten Rückgang der Einnahmen aus Versicherungsverträgen bemessen. Zur Risikobegrenzung und Steuerung verwendet die Haftpflichtkasse diverse Controllinginstrumente wie unter anderem das Risikotragfähigkeitskonzept und Limitsystem. Zudem wird dem Risiko mit hohen Ansprüchen an die Qualität und das Servicelevel gegenüber den Versicherungsnehmern begegnet.

Das Katastrophenrisiko kann in Form von Natur- und Unfallkatastrophen sowie sogenannten "von Menschen verursachten Katastrophen" auftreten. Es bezeichnet das Risiko, dass der tatsächliche Aufwand für Katastrophenschäden von dem in der Versicherungsprämie kalkulierten Anteil abweicht. Für die Haftpflichtkasse besteht das Risiko innerhalb der Sparte Hausrat-Versicherung im Wesentlichen aus Naturkatastrophen in Form von Sturm und Überschwemmung. Die Unfall-Versicherung unterliegt dem Risiko von Unfallkatastrophen (bspw. Massenunfallereignisse) wobei Risiken aus "von Menschen verursachten Katastrophen" auf die Haftpflicht- und die Hausrat-Versicherung wirken. Die Gefahr eines Eintritts von Katastrophenszenarien steuert die Haftpflichtkasse einerseits mit auf Sicherheit bedachten Eigenbehaltlimits und andererseits durch ein effektives Rückversicherungsprogramm mit finanzstarken Rückversicherungspartnern sowie einer vorsichtigen Annahme- und Zeichnungspolitik. Naturkatastrophenrisiken werden zusätzlich mithilfe von Klimamodellen modelliert und bewertet. Die Absicherungsstrategie der Haftpflichtkasse hat sich in der Vergangenheit bewährt.

Marktrisiko

Das Marktrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes oder einer nachteiligen Veränderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, das sich direkt oder indirekt aus der Volatilität der Marktpreise für die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumente ergibt. Es setzt sich bei der Haftpflichtkasse aus den folgenden Risiken zusammen:

Zinsänderungsrisiko/Wiederanlagerisiko,

Kreditrisiko,

Konzentrationsrisiko,

Immobilienrisiko,

Aktienrisiko.

Durch die auf Sicherheit bedachte Anlagestrategie sowie das Risikotragfähigkeitskonzept und das Limitsystem wird die Höhe des Marktrisikos grundsätzlich begrenzt. Aufgrund der Zusammensetzung des Kapitalanlageportfolios resultieren die unternehmensspezifischen Marktrisiken im Wesentlichen aus den Schwankungen des Marktzinses sowie des Risikoaufschlags bei Rentenpapieren (Credit Spreads).

Dem Zinsänderungsrisiko wird durch eine angemessene Laufzeitkongruenz zwischen den Kapitalanlagen und den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten, eine umsichtige Durations-Steuerung und eine selektive Auswahl bei den festverzinslichen Wertpapieren begegnet. Die Stressberechnungen zeigen, dass ein Zinsanstieg von 100 Basispunkten eine Reduktion der Marktwerte in Höhe von 6.910 T€ und eine verlustrelevante Auswirkung in Höhe von 1.613 T€ zur Folge hätte.

Das Risiko, dass der allgemeine Marktzins möglicherweise während der Laufzeit unter die Verzinsung eines festverzinslichen Wertpapiers fällt, wird als Wiederanlagerisiko bezeichnet und betrifft die frei werdenden Zahlungsströme. Dieses resultierte in der Vergangenheit aus den Niedrig-/Negativzinsen und Anlageknappheit bei festverzinslichen Investments mit guter Bonität. Das Wiederanlagerisiko gewinnt im Hinblick auf mögliche Zinssenkungen in den kommenden Jahren zunehmend an Relevanz. Die Haftpflichtkasse beobachtet die Zinsentwicklung und EZB-Entscheide aufmerksam und bespricht diese regelmäßig in Gremien.

Mit Blick auf das Kredit- und das Konzentrationsrisiko wird auf eine angemessene Diversifikation von Emittenten und Anlageklassen, geeignete Anlagegrenzen pro Emittent und die Investition in Papiere mit einer guten Bonität geachtet. Mithilfe dieser Maßnahmen steuert und mindert die Haftpflichtkasse das Konzentrationsrisiko innerhalb des Kapitalanlagebestands. Das Anlagemanagement analysiert und überwacht das Portfolio diesbezüglich kontinuierlich, sodass im Bedarfsfall schnell reagiert werden kann. Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere entfielen zum Bilanzstichtag 94 % der Investitionen auf den Investment-Grade-Bereich, 4 % auf den Non- Investment-Grade-Bereich und 2 % auf Anlagen ohne Rating.

Die Haftpflichtkasse trägt das aus einer potenziellen Marktwertveränderung der eigengenutzten und fremdvermieteten Immobilien resultierende Immobilienrisiko in vollem Umfang. Durch die Konzentration auf attraktive Lagen in Roßdorf und Darmstadt sowie die überwiegende Vermietung an Mitarbeiter der Haftpflichtkasse wird das Risiko von Wertschwankungen begrenzt. Feuer- und Elementarrisiken werden an Dritte übertragen.

Das Aktienrisiko ist aufgrund des Investitionsvolumens in Investmentfonds sowie Beteiligungen eher von untergeordneter Bedeutung. Begrenzungsmaßnahmen sind vor allem in der Anlagestrategie festgesetzt. Zudem gehen Aktieninvestments detaillierte Chancen-/Risikoanalysen voraus. Das Aktienrisiko wird mithilfe des Risikotragfähigkeitskonzepts und Limitsystems gesteuert.

Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes oder einer nachteiligen Veränderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufgrund eines Ausfalls oder aufgrund einer Veränderung der Bonität von Gegenparteien (zum Beispiel Rückversicherer, Versicherungsnehmer, Versicherungsvermittler), gegenüber welchen Forderungen bestehen. Diesem Risiko wird unter anderem durch die Zusammenarbeit mit einem bonitätsstarken Rückversicherungskonsortium sowie einer sorgfältigen Auswahl unserer Geschäftsbanken und der mit Inkassovollmacht betrauten Versicherungsmakler begegnet.

Liquiditätsrisiko

Ein Liquiditätsrisiko besteht, wenn die vom Unternehmen benötigten Mittel nicht fristgerecht oder nicht vollumfänglich zur Begleichung der finanziellen Verpflichtungen bereitgestellt werden können. Durch die in den internen Leitlinien definierten Limits, die aktive Liquiditätssteuerung, das angebotene Produktportfolio und die bestehenden Schadeneinschussvereinbarungen mit den Rückversicherern wird das Liquiditätsrisiko begrenzt. So besteht auch bei unvorhergesehenen Belastungen in der Versicherungstechnik kein erhöhtes Liquiditätsrisiko.

Operationelle Risiken

(inklusive IT- und Rechtsrisiken)

Das operationelle Risiko umfasst die Verlustrisiken, die sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergeben. Diese Risiken werden über das interne Kontrollsystem abgedeckt, gesteuert und überwacht. Implementierte Maßnahmen und Kontrollen umfassen unter anderem das Vier-Augen-Prinzip, Sicherungssysteme, Stellvertretungsregelungen, Freigaben und Kompetenzregelungen sowie Berichterstattungen. Zudem sind für die Bewertung der operationellen Risiken Schwellenwerte definiert, die mittels Ampelsystem überwacht werden.

IT-Risiken werden durch bedarfsorientierte Maßnahmen wie zum Beispiel Versicherungen, Back-ups, redundante Systeme, Firewalls, Penetrationstests und laufende Anpassungen gemindert und begrenzt. Der Haftpflichtkasse ist bewusst, dass trotz Risikominderungsmaßnahmen immer ein Restrisiko im Cyber-Bereich existiert. Diesem wird durch kontinuierliche Überprüfung der Systemsicherheit sowie durch Sensibilisierung der Mitarbeiter begegnet.

Rechtsrisiken werden kontinuierlich überwacht und bewertet. Durch ein präventives Rechtsmonitoring wird sichergestellt, dass interne und externe Anforderungen angewendet und eingehalten werden.

Andere wesentliche Risiken (Reputations- und strategisches Risiko)

Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko, welches sich aus einer möglichen Schädigung des Rufs der Haftpflichtkasse infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ergibt. Das Unternehmen begegnet dem Reputationsrisiko unter anderem durch hohe vorgegebene Standards für Bearbeitungszeiten, Service-Level und Erreichbarkeit, deren Einhaltung unter anderem mithilfe von Risikoindikatoren überwacht wird. Nach den ereignisreichen Jahren 2020 und 2021 (COVID-19-Pandemie, Cyberangriff und Sturmtief Bernd) sowie der weiterhin hohen Arbeitsbelastung durch das Schadenaufkommen steht das Reputationsrisiko unter besonderer Beobachtung des Risikomanagements. Im Geschäftsjahr 2023 verhielt sich das Reputationsrisiko unauffällig.

Das strategische Risiko ist das Risiko, das sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen ergibt. Dazu zählt beispielsweise auch, dass Geschäftsentscheidungen einem geänderten Wirtschaftsumfeld nicht angepasst werden. Strategische Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Vertrag (Produktneuentwicklung, Preisgestaltung) und Vertrieb (Fokussierung auf das Maklergeschäft). Durch die Ausrichtung auf das Deutschlandgeschäft besteht darüber hinaus eine Abhängigkeit von der volkswirtschaftlichen Entwicklung im Heimatmarkt. Der bestehende Spartenmix wird vom Haftpflichtgeschäft mit Privatkunden dominiert. Zur Steuerung der strategischen Risiken finden regelmäßige Sitzungen des Vorstands und des erweiterten Führungskreises sowie Planungsklausuren zur strategischen Ausrichtung statt.

Chancenbericht

Die Versicherungsbranche erlebt seit der Pandemie eine Beschleunigung der digitalen Transformation, das Geschäftsmodell wird durch die Anwendung von neuen Technologien effizienter und kundenorientierter. Wettbewerber passen ihre Unternehmensstrukturen den Anforderungen des Marktes an und werden dadurch handlungsschneller und flexibler. Neue Marktteilnehmer agieren mit modernster Technologie und agilen Strukturen. Diese Entwicklungen antizipiert die Haftpflichtkasse und treibt Veränderungen aktiv voran. Dazu gehört, das Geschäftsmodell ertragreich und nachhaltig zu stärken, die Services auszubauen, die Geschäftsprozesse zu digitalisieren, die IT zu modernisieren und die Unternehmenskultur an die veränderten Bedingungen anzupassen. Für das Geschäftsjahr 2024 liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der IT-Strukturen sowie der Modernisierung des Bestandsführungssystems, um die zukünftigen Handlungsmöglichkeiten der Digitalisierung mit neuen Technologien voll ausschöpfen zu können. Eine weitere Zielstellung wird die noch stärkere Ausrichtung der Organisation auf die Vermittler und Kunden sein. Hierbei sollen in den nächsten Jahren die Ansprache, die Leistungen und der persönliche Service durch ein Customer Relationship Management System (CRM) einfacher und zielgerichteter gestaltet werden. Ferner soll die Haftpflichtkasse der gewohnte verlässliche, unbürokratische und bodenständige Partner bleiben. Basis dieser Vorhaben wird die gemeinsame Arbeit an der Unternehmenskultur sein, mit der die Wertschöpfung und Leistungsfähigkeit in der Zusammenarbeit gestärkt werden soll.

Regulatorische Vorgaben wie der Digital Operational Resilience Act (DORA) oder die Europäische Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden nicht als zusätzliche Last angesehen, sondern sinnvoll und bewusst in die Weiterentwicklungsbestrebungen der Haftpflichtkasse integriert.

Die gestiegenen Zinsen ermöglichen weiterhin das sukzessive Umschichten des Kapitalanlagebestands in renditestärkere Anlagen. Unter Beachtung von Risikogesichtspunkten besteht die Möglichkeit der Ausweitung der Duration zur längerfristigen Sicherung des gestiegenen Renditeniveaus.

Mit einer vergleichsweise jungen und sehr gut qualifizierten Belegschaft verfügt die Haftpflichtkasse über ein großes Potenzial, in den kommenden Jahren ihr Qualitätsversprechen weiter auszubauen. Es gilt der Grundsatz "fordern und fördern", um gemeinsam besser zu werden. Um notwendige Zukunftskompetenzen wie die Nutzung neuer Technologien und Methodenkompetenzen für eine flexiblere Zusammenarbeit aufzubauen, wird systematisch in die Entwicklung der Mitarbeiter und Führungskräfte investiert. Es werden neue Rollenprofile für die Anforderungen der digitalen Transformation eingeführt, um individuelle Karrierechancen noch leichter zu ermöglichen. Sowohl in den operativen Serviceteams als auch den Projektteams soll auf die Erhöhung der persönlichen Entscheidungsbefugnis und die Stärkung der Eigenverantwortung gebaut werden. Als attraktiver Arbeitgeber bieten wir unseren Mitarbeitern individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitsgestaltung sowie Sicherheit. Mit der kontinuierlichen Ausrichtung hin zu einer agilen, projektorientierten Organisation wird die Haftpflichtkasse am Markt noch schneller agieren und Wettbewerbschancen nutzen.

Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit einer 125-jährigen Tradition haben wir uns verpflichtet unsere Geschäftstätigkeiten nachhaltig auszurichten.

Auch wenn auf regulatorischer Ebene das Thema Nachhaltigkeit von hoher Relevanz ist, sind wir uns bewusst, dass die nachhaltige Entwicklung nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung ist, sondern auch eine unternehmerische Verantwortung.

Bereits 2019 haben sich erste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammengefunden um an der nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens zu arbeiten, ein Ergebnis dieser Arbeit ist unser Nachhaltigkeitskodex, zu dem wir uns verpflichten. Seit 2023 arbeitet eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsbeauftragten daran, die regulatorischen Anforderungen umzusetzen und das Nachhaltigkeitsmanagement in der Haftpflichtkasse weiterzuentwickeln. Auch bei unserer Kapitalanlagestrategie ist das Thema Nachhaltigkeit bereits seit mehreren Jahren etabliert. Schon heute haben 23,8 % der Kapitalanlagen einen Nachhaltigkeitsbezug, dieser Anteil soll weiter ausgebaut werden.

Zusammenfassung

In Folge der Zinswende konnten auch im Geschäftsjahr 2023 weiterhin hohe Zinsen am Markt erzielt und die Marktwertverluste des Vorjahres teilweise revidiert werden. Auf die Versicherungstechnik wirkten dabei zweierlei Entwicklungen die sich in höheren Schaden- und Kostenquoten wiederspiegelten. Das waren einerseits die Teuerungsrate sowie andererseits der Anstieg der Schadenhäufigkeit. Im Ergebnis erhöhten sich die versicherungstechnischen Rückstellungen und Risiken. Nichtsdestotrotz entwickelten sich die Kernsparten gewohnt stark. Das ursprünglich prognostizierte Brutto-Beitragswachstum von 2,9 % konnte mit den erzielten 4,2 % sogar übertroffen werden. Die tatsächlichen Brutto-Schadenaufwendungen entwickelten sich ungünstiger als angenommen und lagen 6,0 % oberhalb des erwarteten Niveaus. Im Vergleich zur Unternehmensplanung liegt das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung mit 31.602 T€ deutlich über dem prognostizierten Betrag von 24.032 T€.

Die vorliegenden Erkenntnisse und die Einschätzung der künftigen Entwicklung lassen auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen eine weitere Stärkung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Haftpflichtkasse erwarten. Der Fortbestand des Unternehmens ist auch in Extremszenarien nicht gefährdet. Alle wesentlichen Risiken werden frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert.

2.8 Ausblick

Mit dem Abschluss unseres Jubiläumsjahres gilt es, unsere strategischen Projekte im Rahmen der digitalen Transformation voranzutreiben und weiterhin notwendige strategische Entscheidungen zu treffen. Dies dient der Erreichung unseres HK Zielbildes, weiterhin optimal für unsere Kunden und Geschäftspartner aufgestellt zu sein und nachhaltig mit unseren Produkten und Services zu überzeugen.

Durch die Implementierung eines Customer Relationship Management Systems (CRM) werden wir die Wirksamkeit unserer Vertriebsaktivitäten deutlich erhöhen. Damit einhergehend werden wir die Struktur unserer Vertriebsorganisation an den Bedürfnissen unserer Kunden und Vermittler neu ausrichten. Unser Alleinstellungsmerkmal, die erstklassige Serviceerbringung, wird im neu konzipierten Kundenmanagement durch ein Neudenken der Prozesse und eine Optimierung über alle Kanäle weiter gestärkt. Ein vollständig überarbeiteter Webauftritt wird die Ansprache von Interessenten und Kunden auf den Stand der Technik bringen. Durch eine inkrementelle Modernisierung unseres zentralen Bestandsverwaltungssystems werden wir die HK in allen Dimensionen flexibilisieren und den Automatisierungsgrad deutlich erhöhen. Desweiteren verbessern wir fortgesetzt mit höchster Intensität unsere regulatorische Compliance (u. a. VAIT und DORA) sowie unsere Resilienz gegen Cyberangriffe. Ergänzend investieren wir in Personalentwicklung und Nachhaltigkeitsmanagement.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir ein Beitragswachstum von 2,8 %. Schadenseitig rechnen wir mit einer Schadenquote auf Vorjahresniveau. Nach einer Brutto-Schadenquote von 50,9 % im Geschäftsjahr 2023 geht unsere Planungsrechnung für das Geschäftsjahr 2024 von einer Brutto-Schadenquote in Höhe von 50,2 % aus. Netto erwarten wir mit 50,1 % eine Schadenquote vergleichbarer Größe.

Unseren Planungen zufolge wird sich für 2024 ein versicherungstechnisches Ergebnis von € 18,8 Mio. einstellen. Die erzielten Überschüsse werden wir auch weiterhin zur Stärkung unserer Eigenkapitalausstattung nutzen.

Aus unserer Kapitalanlagetätigkeit rechnen wir aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus vor dem Hintergrund unserer kurzen Duration mit einem Ergebnis von rd. € 2,4 Mio. Mit unserem konservativen und qualitativ hochwertigen Kapitalanlageportfolio sehen wir uns zusammen mit einem starken versicherungstechnischen Ergebnisbeitrag solide für drohende Risiken aufgestellt.

3. Jahresabschluss

3.1 Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite in €

31.12.2023
A Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 553.017,00
II. Geleistete Anzahlungen 361.814,31
914.831,31
B Kapitalanlagen
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1. eigengenutzte Geschäftsbauten 20.067.741,00
2. Wohnbauten 1.697.947,00
21.765.688,00
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00
2. Beteiligungen 3.787.558,69
3.787.558,69
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 8.984.522,00
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 216.399.329,50
3. Sonstige Ausleihungen
a. Namensschuldverschreibungen 3.000.000,00
b. Schuldscheinforderungen und Darlehen 63.000.000,00
66.000.000,00
4. Einlagen bei Kreditinstituten 20.000.000,00
311.383.851,50
336.937.098,19
C Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 3.755.486,55
2. Versicherungsvermittler 146.346,17
3.901.832,72
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 11.414.200,76
III. Sonstige Forderungen 1.902.554,53
17.218.588,01
D Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 1.984.850,00
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 11.170.058,48
13.154.908,48
E Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 2.351.859,62
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 501.285,99
2.853.145,61
Summe der Aktiva 371.078.571,60
31.12.2022
A Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 358.156,00
II. Geleistete Anzahlungen 558.991,67
917.147,67
B Kapitalanlagen
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
1. eigengenutzte Geschäftsbauten 20.793.809,00
2. Wohnbauten 1.237.582,00
22.031.391,00
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 125.000,00
2. Beteiligungen 3.787.558,69
3.912.558,69
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.740.294,70
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 189.536.446,75
3. Sonstige Ausleihungen
a. Namensschuldverschreibungen 4.000.000,00
b. Schuldscheinforderungen und Darlehen 59.521.138,73
63.521.138,73
4. Einlagen bei Kreditinstituten 40.000.000,00
299.797.880,18
325.741.829,87
C Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 4.231.885,27
2. Versicherungsvermittler 168.178,94
4.400.064,21
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 11.619.338,87
III. Sonstige Forderungen 1.894.580,84
17.913.983,92
D Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 2.301.700,41
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 2.628.207,15
4.929.907,56
E Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 1.321.732,57
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 614.950,57
1.936.683,14
Summe der Aktiva 351.439.552,16

Passivseite in €

31.12.2023 31.12.2022
A Eigenkapital
I. Gewinnrücklagen
1. Verlustrücklage gemäß § 193 VAG 132.400.000,00 107.500.000,00
B Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 65.913.074,00 63.066.935,00
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 10.484.381,00 11.969,253,00
55.428.693,00 51.097.682,00
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 272.618.633,83 274.001.857,38
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 124.900.077,72 118.029.730,81
147.718.556,11 155.972.126,57
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 8.162.509,00 7.798.286,00
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen 1. Bruttobetrag 3.728.000,00 6.310.000,00
215.037.758,11 221.178.094,57
C Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.586.498,98 1.095.422,61
II. Steuerrückstellungen 4.175.797,92 3.409.670,93
III. Sonstige Rückstellungen 4.512.372,57 4.271.264,00
10.274.669,47 8.776.357,54
D Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 2.944.947,05 3.006.593,15
2. Versicherungsvermittlern 5.479.818,38 5.663.931,56
8.424.765,43 8.670.524,71
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 89.923,66 452.933,81
III. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern: 3.709.734,70 € (Vorjahr: 3.638.144,84 €) 4.850.122,39 4.859.354,99
13.364.811,48 13.982.813,51
E Rechnungsabgrenzungsposten 1.332,54 2.286,54
Summe der Passiva 371.078.571,60 351.439.552,16

Versicherungsmathematische Bestätigung

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten B II. Der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von § 341f und § 341g HGB sowie unter Berücksichtigung der auf Grund des § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.

 

Köln, 5. Februar 2024

Dr. Andreas Meyerthole, Verantwortlicher Aktuar

3.2 Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Versicherungstechnische Rechnung in € 2023 2022
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 253.361.041,43 243.236.689,32
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge 72.598.825,18 71.500.836,27
180.762.216,25 171.735.853,05
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge 2.846.139,00 -2.279.446,00
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen -1.484.872,00 1.237.448,00
4.331.011,00 -1.041.998,00
176.431.205,25 170.693.855,05
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 82.908,02 85.081,05
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 639.425,58 604.300,05
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 128.812.836,18 124.379.190,89
ab) Anteil der Rückversicherer 41.700.210,00 42.292.789,45
87.112.626,18 82.086.401,44
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
ba) Bruttobetrag 1.383.223,55 16.945.858,17
bb) Anteil der Rückversicherer 6.870.346,91 9.791.839,05
8.253.570,46 7.154.019,12
78.859.055,72 74.932.382,32
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen
a) Sonstige versicherungstechnische Netto-Rückstellungen 2.582.000,00 2.986.000,00
2.582.000,00 2.986.000,00
6. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 91.558.955,68 86.545.320,03
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 21.329.938,19 21.208.505,45
70.229.017,49 65.336.814,58
7. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 2.079.707,99 1.788.220,54
8. Zwischensumme 28.567.757,65 32.311.818,71
9. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 364.223,00 911.378,00
10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 28.203.534,65 31.400.440,71
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung in € 2023 2022
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen 138.853,73 123.067,74
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen
ba) Erträge aus Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.552.629,76 1.569.516,76
bb) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 4.275.502,63 2.391.152,24
5.828.132,39 3.960.669,00
c) Erträge aus Zuschreibungen 3.095.533,30 30.186,00
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 508.723,75 264.268,25
9.571.243,17 4.378.190,99
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a. Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen 1.147.698,98 1.136.584,58
b. Abschreibungen auf Kapitalanlagen 1.031.165,50 6.591.882,80
c. Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 13.167,89 50.665,00
2.192.032,37 7.779.032,38
3. Technischer Zinsertrag -82.908,02 -85.081,05
7.296.302,78 -3.485.922,44
4. Sonstige Erträge 143.239,89 1.103.386,98
5. Sonstige Aufwendungen 7.123.443,30 4.977.528,95
-6.980.203,41 -3.874.141,97
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 28.519.634,02 24.040.376,30
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.429.395,27 2.976.422,65
8. Sonstige Steuern 190.238,75 63.953,65
3.619.634,02 3.040.376,30
9. Jahresüberschuss 24.900.000,00 21.000.000,00
10. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) In die Verlustrücklage gemäß § 193 VAG 24.900.000,00 21.000.000,00
24.900.000,00 21.000.000,00
11. Bilanzgewinn 0.00 0,00

3.3 Anhang

1) Allgemeine Angaben

Der Verein wird unter der Firma Die Haftpflichtkasse VVaG mit Sitz in Roßdorf beim Handelsregister der Stadt Darmstadt in der Abteilung B unter der Nummer 1204 geführt.

2) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen sowie unter Beachtung der Vorschriften des VAG und der Satzung aufgestellt. Die im amtlichen Formblatt vorgesehenen, aber nicht belegten Posten werden nicht aufgeführt.

Aktiva

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in einer Spannbreite zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Von einer Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB wird abgesehen. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennbetrag bewertet.

Kapitalanlagen

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen erfolgten sowohl nach der linearen Methode entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdatuer über 33 und 50 Jahre als auch nach der degressiven Methode. Die Zeitwerte der eigen- und fremdgenutzten Gebäude wurden nach dem Ertragswertverfahren anhand von externen Gutachten auf den Wertermittlungsstichtag 31. Dezember 2020 berechnet.

Die Bilanzierung der Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten. Für die Ermittlung des Zeitwerts werden interne Wertermittlungen auf den Stichtag 31. Dezember 2023 auf Basis aktueller mehrjähriger Planungsrechnungen, unter Berücksichtigung aktueller Marktrisikoprämien, herangezogen. Nachhaltige Wertminderungen werden erforderlichenfalls durch Abschreibungen berücksichtigt.

Aktien, Anteile oder Aktien an Investementvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sowie Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden nach den Vorschriften für das Umlaufvermögen nach dem strengen Niederstwertprinzip zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, sofern sie nicht wie Anlagevermögen bewertet werden. Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgt mit den Börsenkursen oder Rücknahmepreisen zum 31. Dezember 2023.

Das Wertaufholungsgebot nach § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Die gemäß § 341b Abs. 2 i. V. m. § 253 Abs. 3 HGB wie Anlagevermögen bewerteten Aktien, Anteile oder Aktien an Investementvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sowie Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag. Die wie Anlagevermögen bewerteten Wertpapiere sind zu fortgeführten Buchwerten bewertet. Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wird beachtet.

Namensschuldverschreibungen werden zum Nennwert bilanziert. Ist dieser geringer als die Anschaffungskosten, wird von dem Wahlrecht gemäß § 341c Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht und der Unterschiedsbetrag in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite aufgenommen und planmäßig aufgelöst. Die Bilanzierung von Schuldscheinforderungen und -darlehen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sofern Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag voneinander abweichen, werden die Anschaffungskosten entsprechend § 341c Abs. 3 HGB zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisation der vorliegenden Differenz unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. Da für die Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen keine Marktpreise aus einem aktiven Markt abgeleitet werden können, erfolgt die Ermittlung der Zeitwerte mit der Discounted Cash Flow-Methode unter Verwendung der risikolosen EIOPA-Zinsstrukturkurve und Berücksichtigung von Liquiditäts- und Bonitätsabschlägen.

Die Einlagen bei Kreditinstituten sind mit den Nominalbeträgen ausgewiesen.

Forderungen

Die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind zum Nennbetrag abzüglich Einzelabschreibungen und Abschreibungen wegen allgemeiner und besonderer Kreditrisiken angesetzt. Für die Beitragsforderungen an Versicherungsnehmer ist eine Stornorückstellung in Höhe der erwarteten Ausfälle gebildet.

Die Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft sind den vertraglichen Regelungen entsprechend ermittelt.

Die sonstigen Forderungen werden zum Nennwert bilanziert. Pauschalwertberichtigungen werden nicht vorgenommen, Einzelabschreibungen nur bei Vorliegen entsprechender Kreditrisiken.

Sonstige Aktiva

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten bilanziert, vermindert um lineare Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer in einer Spannbreite zwischen drei und zwanzig Jahren.

Die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nominalbetrag angesetzt.

Als abgegrenzte Zinsen und Mieten werden die Zinserträge ausgewiesen, die auf die Zeit bis zum Abschlussstichtag entfallen, aber noch nicht fällig sind.

Alle übrigen Aktivposten werden zum Nominalbetrag bilanziert.

Passiva

Verlustrücklage

Die Verlustrücklage gemäß § 193 VAG wurde nach den Vorschriften der Satzung gebildet.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die Bildung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfolgt in der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Höhe, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Im Einzelnen:

Beitragsüberträge

Die Beitragsüberträge sind unter Beachtung des § 341e HGB i. V. m. § 24 RechVersV nach dem 1/360-System unter Berücksichtigung unterjähriger Zahlungsweisen ermittelt. Als nicht übertragsfähige Teile werden 85 % der Provisionen abgesetzt. Bei der Berechnung wird der koordinierte Ländererlass des Finanzministeriums Niedersachsen vom 20. Mai 1974 beachtet.

Der Anteil der Rückversicherer an den Beitragsüberträgen ist nach den gleichen Grundsätzen errechnet.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die bis zum Bilanzstichtag gemeldeten Schäden wurden einzeln nach Aktenlage, Stand 31. Dezember 2023, beurteilt und Einzelreserven in Höhe der voraussichtlich noch zu zahlenden Leistungen geschätzt und zurückgestellt.

Die in der Schadenrückstellung enthaltenen Schadenregulierungsaufwendungen sind nach den Bestimmungen des Erlasses des Finanzministeriums vom 2. Februar 1973 und dem hierzu vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft entwickelten Berechnungsschema (Rundschreiben GV-Nr. 5/73 vom 20. März 1973) ermittelt.

Für Renten-Versicherungsfälle in den Sparten Haftpflicht- und Unfall-Versicherung wurde eine Rentendeckungsrückstellung nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet und unter Beachtung der einschlägigen gesetzlichen Vorschriften gebildet. Die Ermittlung erfolgt unter Zugrundelegung der jeweils geltenden Höchstzinssätze (0,25 % bis 2,75 %).

Für alle bis zum Abschlussstichtag bereits eingetretenen, aber noch nicht gemeldeten Schäden ist eine pauschale Spätschadenrückstellung nach den Erfahrungen der Vorjahre gebildet. Darüber hinaus wurde in der Haftpflicht-Versicherung und in der Hausrat-Versicherung eine pauschale Rückstellung zur Berücksichtigung inflationsgetriebener Preissteigerungen bei Sachschäden gebildet, um der Neueinschätzung des Sachverständigenrats zur Inflationserwartung in seinem Jahresgutachten 2023/2024 Rechnung zu tragen.

Aktivierungsfähige Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen (RPT-Forderungen) werden nicht abgesetzt.

Die Anteile der Rückversicherer an den Schadenrückstellungen sind entsprechend den bestehenden Rückversicherungsverträgen und -abrechnungen in Abzug gebracht.

Schwankungsrückstellung

Die Höhe der Schwankungsrückstellung wurde gemäß § 341h HGB in Verbindung mit § 29 und der Anlage zu § 29 RechVersV ermittelt.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Die Rückstellung für Beitragsstorni wurde mit dem festgestellten Stornosatz aus den Beiträgen ermittelt.

Die Rückstellung für drohende Verluste wurde gemäß § 341e Abs. 2 Nr. 3 HGB i.V.m. § 31 Abs. 1 Nr. 2 RechVersV ermittelt und betrifft drohende Verluste aus der Sparte Hausrat-Versicherung.

Andere Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen sind nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Ermittlung des Marktzinssatzes erfolgt gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (Rück-AbzinsVO) mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wurde unter Verwendung der Projected Unit Credit Method (PUC) ein Rechnungszins von 1,83 % herangezogen. Bei der Berechnung sind ein Gehaltstrend von 2,5 % und ein Rentendynamisierungsfaktor von 2,0 % berücksichtigt sowie die Richttafeln 2018 G der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln.

Alle sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des voraussichtlich notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Ihre Restlaufzeit beträgt weniger als ein Jahr.

Verbindlichkeiten

Die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft sind mit den Beträgen bilanziert, die sich aus den Abrechnungen mit den Rückversicherern ergeben.

Alle übrigen Passiva sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind nicht vorhanden.

Latente Steuern

Auf Differenzen, die sich infolge unterschiedlicher handelsrechtlicher und steuerlicher Wertansätze ergeben, wurden latente Steuern mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz ermittelt. Hierbei wurden auch solche Differenzen berücksichtigt, deren Umkehrzeitpunkt gegenwärtig noch nicht absehbar ist. Ergibt sich aus dem Saldo sämtlicher Differenzen insgesamt eine künftige Steuerbelastung, so wird diese als passive latente Steuer ausgewiesen. Eine aktive latente Steuer wird in Ausübung des Bilanzierungswahlrechts nicht berücksichtigt.

3) Angaben zur Aktivseite der Bilanz

Entwicklung der Aktivposten A, B I. bis III. im Geschäftsjahr 2023

Bilanzwerte Vorjahr Zugänge Abgänge Umbuchungen Abschreibungen Bilanzwerte Geschäftsjahr
A Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 358.156,00 193.736,06 0,00 298.329,35 297.204,41 553.017,00
II. Geleistete Anzahlungen 558.991,67 101.151,99 0,00 0,00 0,00 361.814,31
Summe A 917.147,67 294.888,05 0,00 298.329,35 297.204,41 914.831,31
Bilanzwerte Vorjahr Zugänge Abgänge
B Kapitalanlagen
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 22.031.391,00 78.341,15 0,00
davon Eigennutzung 20.067.741,00 € (Vorjahr: 20.793.809,00 €)
Summe B I. 22.031.391,00 78.341,15 0,00
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 125.000,00 0,00 125.000,00
2. Beteiligungen 3.787.558,69 0,00 0,00
Summe B II. 3.912.558,69 0,00 125.000,00
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.740.294,70 2.324.985,35 0,00
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 189.536.446,75 67.195.494,00 42.821.781,25
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 4.000.000,00 0,00 1.000.000,00
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 59.521.138,73 15.500.000,00 12.021.138,73 15
4. Einlagen bei Kreditinstituten 40.000.000,00 11.000.000,00 31.000.000,00
Summe B III. 299.797.880,18 96.020.479,35 86.842.919,98
Zuschreibungen Abschreibungen Bilanzwerte Geschäftsjahr
B Kapitalanlagen
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 504.162,00 848.206,15 21.765.688,00
davon Eigennutzung 20.067.741,00 € (Vorjahr: 20.793.809,00 €)
Summe B I. 504.162,00 848.206,15 21.765.688,00
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 3.787.558,69
Summe B II. 0,00 0,00 3.787.558,69
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 96.441,30 177.199,35 8.984.522,00
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.494.930,00 5.760,00 216.399.329,50
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 0,00 0,00 3.000.000,00
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 0,00 0,00 63.000.000,00
4. Einlagen bei Kreditinstituten 0,00 0,00 20.000.000,00
Summe B III. 2.591.371,13 182.959,35 311.383.851,50

15 davon Zins-Amortisierungen 21.138,73 €

Zu B Kapitalanlagen

Zeitwerte der Kapitalanlagen

Buchwert Zeitwert
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 21.765.688,00 29.010.000,00
Summe 21.765.688,00 29.010.000,00
II. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
- BCA AG, Oberursel 2.250.058,69 2.664.963,86
- vfm Service GmbH, Pegnitz 1.537.500,00 2.043.491,25
Summe 3.787.558,69 4.708.455,11
III. Sonstige Kapitalanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert
- Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 8.984.522,00 9.505.218,55
- Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 216.399.329,50 210.442.637,70
Summe 235.383.851,50 229.453.074,80
davon wie Anlagevermögen bewertet 91.556.206,50 84.431.687,50 16
zum Anschaffungswert oder nominal bilanziert
- Namensschuldverschreibungen 3.000.000,00 2.948.210,53
- Schuldscheinforderungen und Darlehen 63.000.000,00 61.573.776,85
- Einlagen bei Kreditinstituten 20.000.000,00 20.000.000,00
Summe 86.000.000,00 85.948.210,53

Zu B I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

Anzahl Buchwert
mit Geschäfts- und anderen Bauten sowie Vorrichtungen (eigengenutzt) 4 20.067.741,00
mit Wohnbauten (fremdgenutzt) 3 1.697.947,00
Gesamt 7 21.765.688

16 Eine Abschreibung auf den niedrigeren Zeitwert wurde nicht vorgenommen. Die Wertminderung ist vollständig zinsinduziert und wird voraussichtlich bis zur Endfälligkeit der sie betreffenden Wertpapiere beseitigt sein.

Zu B II. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
%
BCA AG, Oberursel 9,99 9.704.899,77 2.403.949,42
vfm Service GmbH, Pegnitz 7,5 2.648.075,58 2.448.075,58

Zu B III. 1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Der Posten in Höhe von 8.984.522,00 € beinhaltet ausschließlich Anteile oder Aktien an Investmentvermögen.

Zu B III. 2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Der Posten in Höhe von 216.399.329,50 € besteht ausschließlich aus Inhaberschuldverschreibungen.

4) Angaben zur Passivseite der Bilanz

Zu B Versicherungstechnische Rückstellungen

Versicherungstechnische Bruttorückstellungen insgesamt 2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 141.983.904,45 136.245.396,45
Betriebsschließungs-Versicherung 34.535.938,23 62.003.584,33
Unfall-Versicherung 128.677.169,64 118.536.411,58
Hausrat-Versicherung 45.218.787,74 34.386.687,02
Garderoben-Versicherung 6.416,77 4.999,00
Gesamt 350.422.216,83 351.177.078,38
davon: Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 105.647.444,45 100.481.044,45
Betriebsschließungs-Versicherung 34.535.936,23 56.003.582,33
Unfall-Versicherung 111.157.750,64 101.826.011,58
Hausrat-Versicherung 21.275.880,74 15.691.119,02
Garderoben-Versicherung 1.621,77 100,00
Gesamt 272.618.633,83 274.001.857,38
davon: Schwankungsrückstellung 2023 2022
Unfall-Versicherung 8.162.509,00 7.798.286,00
Gesamt 8.162.509,00 7.798.286,00
davon: Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen 2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 228.000,00 219.000,00
Betriebsschließungs-Versicherung 0,00 6.000.000,00
Unfall-Versicherung 46.000,00 43.000,00
Hausrat-Versicherung 3.454.000,00 48.000,00
Gesamt 3.728.000,00 6.310.000,00

Die sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen entfallen mit 328.000,00 € auf die Stornorückstellung und mit 3.400.000,00 € auf eine Drohverlustrückstellung für die Sparte Hausrat-Versicherung.

Zu C I. Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen betreffen zwei Anwärter. Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 3.524,00 €. Er unterliegt der Ausschüttungssperre des § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB.

Pensionsverpflichtungen gegenüber vier Anwärtern und 23 Pensionären sind an einen externen Versorgungsträger ausgelagert.

Das Deckungsvermögen der mittelbaren Versorgungsverpflichtungen beläuft sich auf 10.858.246,51 €, der Fehlbetrag auf 1.384.793,49 €.

Zu C III. Sonstige Rückstellungen

Gewinnbeteiligungen 1.850.000,00
Tantiemen 1.180.000,00
Urlaubs- und Gleitzeitguthaben 655.325,00
Sonderzahlungen 415.000,00
Kosten des Jahresabschlusses 270.000,00
ausstehende Rechnungen 142.047,57
Gesamt 4.512.372,57

Latente Steuern

Zum 31. Dezember 2023 ergab sich ein Aktivüberhang in Höhe von 13.981.740,76 €, der sich wie folgt zusammensetzte:

Schadenrückstellungen 9.480.593,12
Verlustvorträge 3.129.851,70
Drohverlustrückstellung 1.008.100,00
Teilwertansatz bei Inhaberschuldverschreibungen 371.439,34
Pensionsrückstellungen 50.345,11
Ausgleichsposten InvStG 2.755,27
Übertragungswahlrecht gem. § 6b EStG -61.343,77
Gesamt 13.981.740,77

Bei der Ermittlung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wurde ein Gewerbesteuersatz von 13,825 % bzw. ein Körperschaftsteuersatz von 15,825 % verwendet. Den übrigen Berechnungen liegt ein Steuersatz von 29,650 % zugrunde. In Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde auf den Ansatz aktiver latenter Steuern verzichtet.

5) Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zu I. 1. Gebuchte und verdiente Beiträge

2023
Gebuchte Beiträge brutto Verdiente Beiträge brutto Verdiente Beiträge netto
Haftpflicht-Versicherung 134.745.115,82 134.182.007,82 125.277.598,14
Betriebsschließungs-Versicherung -18.527,98 -18.527,98 -3.117.039,41
Unfall-Versicherung 54.751.326,02 54.309.530,02 25.174.407,82
Hausrat-Versicherung 63.860.646,01 62.019.307,01 29.073.653,14
Garderoben-Versicherung 22.481,56 22.585,56 22.585,56
Gesamt 253.361.041,43 250.514.902,43 176.431.205,25
2022
Gebuchte Beiträge brutto Verdiente Beiträge brutto Verdiente Beiträge netto
Haftpflicht-Versicherung 132.973.522,61 132.782.244,61 123.997.029,36
Betriebsschließungs-Versicherung 2.427,86 2.737,86 -2.997.224,38
Unfall-Versicherung 52.412.810,45 51.975.262,66 23.814.176,62
Hausrat-Versicherung 57.830.104,66 56.182.262,66 25.865.290,71
Garderoben-Versicherung 17.823,74 14.582,74 14.982,74
Gesamt 243.236.689,32 240.957.243,32 170.693.855,05

Die gebuchten Bruttobeiträge wurden nahezu ausschließlich im Inland erzielt.

Zu I. 2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung

Haftpflicht-Versicherung 3.095,21
Unfall-Versicherung 79.812,81
Gesamt 82.908,02

Bei dem technischen Zinsertrag (GuV-Posten I.2. und II.3.) handelt es sich um den Zinstransfer zwischen versicherungstechnischer und nichtversicherungstechnischer Rechnung zugunsten der Rentendeckungsrückstellung. Der technische Zinsertrag ergibt sich als rechnungsmäßige Verzinsung auf das arithmetische Mittel der Rentendeckungsrückstellung zu Beginn und zum Ende des Geschäftsjahres. Die Zinssätze liegen zwischen 0,25 % und 2,75 %.

Zu I. 4. Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle

2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 58.299.574,68 48.624.799,80
Betriebsschließungs-Versicherung -2.401.823,49 -451.399,28
Unfall-Versicherung 32.880.855,50 25.288.035,93
Hausrat-Versicherung 38.644.867,87 33.971.266,82
Garderoben-Versicherung 6.138,07 629,45
Gesamt 127.429.612,63 107.433.332,72

Zu I. 6. Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb

2023
Gesamt Abschluss Verwaltung
Haftpflicht-Versicherung 51.017.842,38 37.869.457,16 13.148.385,22
Betriebsschließungs-Versicherung -6.133,76 -8.659,17 2.525,41
Unfall-Versicherung 18.226.897,88 13.683.761,12 4.543.136,76
Hausrat-Versicherung 22.313.590,48 17.521.050,17 4.792.540,31
Garderoben-Versicherung 6.758,70 189,36 6.569,34
Gesamt 91.558.955,68 69.065.798,64 22.493.157,04
2022
Gesamt Abschluss Verwaltung
Haftpflicht-Versicherung 50.201.705,19 37.497.727,42 12.703.977,77
Betriebsschließungs-Versicherung 2.446,15 -8.314,66 10.760,81
Unfall-Versicherung 17.153.320,07 12.923.496,12 4.229.672,82
Hausrat-Versicherung 19.180.400,41 15.077.496,12 4.102.904,29
Garderoben-Versicherung 7.448,21 265.52 7.182,69
Gesamt 86.545.320,03 65.490.821,65 21.054.498,38

Rückversicherungssaldo

2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 6.500.314,09 8.072.760,72
Betriebsschließungs-Versicherung -6.797.892,97 240.295,66
Unfall-Versicherung 1.549.602,52 5.541.899,09
Hausrat-Versicherung 2.931.178,44 2.698.976,95
Gesamt 4.183.202,08 16.553.932,42

Netto-Abwicklungsergebnis

2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 422.691,53 3.135.138,43
Betriebsschließungs-Versicherung 12.298.227,89 3.219.427,32
Unfall-Versicherung 7.147.244,54 8.165.241,97
Hausrat-Versicherung 102.449,33 -176.883,43
Garderoben-Versicherung -3,77 0,00
Gesamt 19.970.609,52 14.342.924,29

Zu I. 10. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung

2023 2022
Haftpflicht-Versicherung 18.661.694,22 26.234.543,70
Betriebsschließungs-Versicherung 15.187.322,24 3.213.395,33
Unfall-Versicherung 1.399.094,95 1.878.449,34
Hausrat-Versicherung -7.050.079,33 70.116,92
Garderoben-Versicherung 5.502,57 3.935,42
Gesamt 28.203.534,65 31.400.440,71

Zu II. 2. Abschreibungen auf Kapitalanlagen

2023 2022
Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 Satz 1 und 2 HGB 848.206,15 855.154,00
Abschreibungen nach § 253 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 341b Abs. 2 HGB 182.959,35 5.736.728,80
Gesamt 1.031.165,50 6.591.882,80

Zu II. 4. Sonstige Erträge

2023 2022
Zinserträge 9.235,20 15.335,83
Versicherungsleistungen 16.095,94 591.415,39
übrige Erträge 117.908,75 496.635,76
Gesamt 143.239,89 1.103.386,98

Zu II. 5. Sonstige Aufwendungen

2023 2022
Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes 6.221.977,18 3.909.440,80
Zinsaufwendungen aus der Abzinsung 5.880,00 95.406,00
übrige Aufwendungen 895.586,12 972.682,15
Gesamt 7.123.443,30 4.977.528,95

6) Ergänzende Angaben

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvermittler, Personalaufwendungen

2023 2022
1. Provisionen jeglicher Art an Versicherungsvermittler im Sinne des § 92 HGB und Makler für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 67.186.770,95 63.848.923,31
2. Sonstige Bezüge der Versicherungsvermittler im Sinne des § 92 HGB und Makler 1.450.486,40 1.931.014,57
3. Löhne und Gehälter 24.503.356,01 21.984.368,33
4. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 4.284.985,26 3.915.553,93
5. Aufwendungen für Altersversorgung 1.688.406,83 488.327,62
Gesamt 99.114.005,45 92.168.187,76

Sonstige Angaben

Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge 2023 2022
Stück Stück
Haftpflicht-Versicherung 1.565.070 1.554.990
Betriebsschließungs-Versicherung 1 1
Unfall-Versicherung 252.013 243.918
Hausrat-Versicherung 584.534 556.002
Garderoben-Versicherung 414 392
Gesamt 2.402.032 2.355.303
Gesamtbezüge 2023 2022
des Aufsichtsrats 258.250,00 266.455,78
des aktiven Vorstands 1.025.174,65
des früheren Vorstands 30.000,00 399.431,32

Für die Vorjahresangabe der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands wird von § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Die Pensionsansprüche des früheren Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2022 auf einen externen Versorgungsträge übertragen, so dass im Geschäftsjahr keine direkten Pensionszahlungen an frühere Vorstände geleistet wurden.

Das dem Geschäftsjahr 2023 zuzuordnende Honorar für Abschlussprüfer beläuft sich auf 145 T€ (Vorjahr: 243 T€). Der Betrag entfällt vollständig auf Abschlussprüfungsleistungen.

Durchschnittliche Zahl der während des Berichtsjahres beschäftigten Arbeitnehmer

2023 2022
Vollzeit 283,5 273,5
Teilzeit 97,8 93,8
Auszubildende 20,8 16,0
Gesamt 402,0 383,3

Gesellschaftsorgane

Aufsichtsrat

Roman Blaser (Vorstand i. R., Grünwald)

Vorsitzender

Dr. Dietmar Kohlruss (Vorstand, Wiesbaden)

stellvertretender Vorsitzender

Klaus-Jürgen Eistert (Vorstand i. R., Köln)

Mitglied

Prof. Dr. Matthias Beenken (Professor, freier Fachjournalist, Bochum)

Mitglied bis 10. Mai 2023

Dietmar Schmidt (geschäftsführender Gesellschafter, Bad Nauheim)

Mitglied

Dr. Andreas Freiling (Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Bad Vilbel)

Mitglied

Julia Bangerth (Vorstand, Nürnberg)

Mitglied seit 10. Mai 2023

Vorstand

Roland Roider, Nürnberg und Roßdorf

Seit 1. Juni 2019 Vorsitzender des Vorstands

Vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. Mai 2019 Mitglied des Vorstands

Roland Roider unterstehen die Bereiche Vertrieb, Marketing, Anlagemanagement, Finanz- und Rechnungswesen, Governance, Allgemeine Verwaltung, Datenschutz und Justitiariat.

Torsten Wetzel, Ubstadt-Weiher

Seit 1. Juli 2018 Mitglied des Vorstands

Torsten Wetzel verantwortet die Bereiche Betrieb, Schaden, Rückversicherung und Service Center.

Rolf Saalfrank, Königsbrunn

Seit 1. Januar 2023 Mitglied des Vorstands

Rolf Saalfrank verantwortet seitdem die Bereiche Personal, IT, Betriebsorganisation, Unternehmensentwicklung, Projektportfoliomanagement und Informationssicherheit.

 

Roßdorf, den 10. Mai 2024

Der Vorstand

Roland Roider, Vorstandsvorsitzender

Rolf Saalfrank, Vorstand

Torsten Wetzel, Vorstand

3.4 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An den Die Haftpflichtkasse VVaG, Roßdorf

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Die Haftpflichtkasse VVaG, Roßdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Die Haftpflichtkasse VVaG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tat sächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Vereins zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Vereins. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahres abschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt ,Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EUAPrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1

Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB

2

Bewertung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1

Sachverhalt und Problemstellung

2

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3

Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB

1 Nach § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB können Versicherungsunternehmen bestimmte Kapitalanlagen, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, in das Anlagevermögen umwidmen und in der Folge nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewerten. Der Verein hat von der Regelung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB Gebrauch gemacht und Kapitalanlagen in Höhe von € 91.556.207 wie Anlagevermögen bewertet. In diesem Fall werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen (gemildertes Niederstwertprinzip) und nur vorübergehende Wertminderungen als stille Lasten in Höhe von € 7.124.519 in Folgejahre vorgetragen. Eine Bestimmung als dauernd dem Geschäftsbetrieb dienend setzt eine Dauerhalteabsicht und -fähigkeit, für diese Kapitalanlagen voraus.

Aufgrund des Umfangs der in Folge des gemilderten Niederstwertprinzips vorgetragenen stillen Lasten sowie den Ermessensspielräumen der gesetzlichen Vertreter bei der vorgenommenen Einschätzung hinsichtlich der Dauerhalteabsicht und -fähigkeit war die Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Umwidmung einschließlich der Einschätzungen hinsichtlich Dauerhalteabsicht und -fähigkeit für die Darstellung der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Vereins gemeinsam mit unseren internen Spezialisten für Kapitalanlagen die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Hinsichtlich der Beurteilung vorhandener stiller Lasten haben wir gewürdigt, inwiefern die Voraussetzungen zur Dauerhalteabsicht und -fähigkeit vorlagen und vorhandene Wertminderungen voraussichtlich nicht von Dauer sind. Dazu haben wir unter anderem die Liquiditätsplanung des Vereins, insbesondere hinsichtlich Großschäden, Fälligkeitsstruktur, Wiederanlage sowie Annahmen bezüglich Storno und Neugeschäft gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen zu den nach §341b Abs. 2 Satz 1 HGB als Anlagevermögen gewidmeten Kapitalanlagen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3 Die Angaben des Vereins zur Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und in "Angaben zur Aktivseite der Bilanz zu B Kapitalanlagen" des Anhangs enthalten.

2 Bewertung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

1 Im Jahresabschluss des Vereins werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Brutto-Schadenrückstellungen") in Höhe von € 272.618.634 (73,5 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern des Vereins neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der erhöhten Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage des Vereins sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft des Vereins gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von dem Verein verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen des Vereins zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse des Vereins zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich erhöhter Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3 Die Angaben des Vereins zu den Schadenrückstellungen sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie den Angaben zur Passivseite der Bilanz zu den Bilanzposten B. Versicherungstechnische Rückstellungen des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Vereins vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Vereins zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Vereins vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Vereins zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Vereins vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme des Vereins abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Vereins zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Verein seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Vereins vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Vereins.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Mitgliedervertreterversammlung am 10. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. September 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der Die Haftpflichtkasse VVaG, Roßdorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Maximilian Roestel.

 

Frankfurt am Main, den 13. Mai 2024

PriceWaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin Eibl, Wirtschaftsprüfer

ppa. Maximilian Roestel, Wirtschaftsprüfer

3.5 Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat konnte sich laufend durch die Überprüfung der ihm vom Vorstand während des Geschäftsjahres erstatteten Berichte und Informationen über die Geschäftslage sowie wichtige Geschäftsvorgänge orientieren und hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt.

Im Geschäftsjahr 2023 fanden am 7. Februar, 10. Mai, 12. September und 15. November Aufsichtsratssitzungen statt.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und der Lagebericht, soweit er den Jahresabschluss erläutert, wurden von der ordnungsgemäß bestellten Prüfungsgesellschaft, der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, 60327 Frankfurt am Main, geprüft. Dem Aufsichtsrat lag der Prüfungsbericht der PricewaterhouseCoopers GmbH vor.

Die Prüfung durch die genannte Gesellschaft gab zu Beanstandungen keinen Anlass.

Der erforderliche uneingeschränkte Bestätigungsvermerk liegt vor.

Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023, der Prüfungsbericht der PricewaterhouseCoopers GmbH und der Lagebericht des Vorstands wurden vom Aufsichtsrat geprüft.

Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand vorgelegten Lagebericht und den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023, der gemäß § 172 des Aktiengesetzes hiermit heute festgestellt ist.

 

Roßdorf, den 25. Juni 2024

Roman Blaser, Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Dietmar Kohlruss, stv. Aufsichtsratsvorsitzender

Julia Bangerth

Dr. Andreas Freiling

Klaus-Jürgen Eistert

Dietmar Schmidt

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