Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 230378
Eingetragen
30.12.2016
Branche
RückversicherungenTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernTätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertretern
Gegenstand
Betrieb des Erst- und Rückversicherungsgeschäfts im In- und Ausland.

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Great Lakes Insurance SE

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Wichtige Kennzahlen

Great Lakes Insurance SE (HGB)

2024 Vorjahr
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 5.209.649 5.190.497
Verdiente Beiträge für eigene Rechnung Tsd. € 1.116.628 1.040.795
Schadenquote (brutto) % 55,7 54,4
Schadenquote (netto) % 56,8 52,4
Eigenkapital Tsd. € 550.105 550.641

Berichtswährung ist Euro (€). Betragsangaben werden - sofern nicht anderslautend vermerkt - auf Tausend Euro (Tsd. €) gerundet dargestellt, daher können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. Aufwendungen, Auszahlungen, Verluste und Schäden werden mit negativen Vorzeichen, Erträge, Einzahlungen und Gewinne ohne Vorzeichen dargestellt.

Inhaltsverzeichnis

Bericht des Aufsichtsrats

Lagebericht

Grundlagen der Gesellschaft

Wirtschaftsbericht

Risikobericht

Chancenbericht

Prognosebericht

Im Geschäftsjahr 2024 betriebene Versicherungszweige und -arten.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024

Bilanz zum 31. Dezember 2024

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024

Anhang

Gesellschaftsorgane

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat nahm im Geschäftsjahr 2024 seine Aufgaben gemäß Gesetz und Satzung umfassend wahr. Er hat den Vorstand bei seiner Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und ihn bei allen wichtigen Belangen beratend begleitet. Prüfungsmaßnahmen gemäß § 111 Abs. 2 S. 1 AktG waren im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erforderlich.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat quartalsweise über den Gang der Geschäfte der Gesellschaft und deren voraussichtliche Entwicklung. Der Aufsichtsrat hielt im Geschäftsjahr zwei ordentliche Aufsichtsratssitzungen ab. Darüber hinaus unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat, außerhalb der regulären Sitzungen, zeitnah ausführlich über alle wichtigen Angelegenheiten der Gesellschaft sowie Ereignisse, die sich auf die Lage der Gesellschaft spürbar auswirken können.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über die Ergebnisentwicklung im Versicherungsgeschäft für eigene Rechnung, über die Auswirkungen von Großrisiken im Industrie-Segment sowie Entwicklungen im Geschäftsfeld Global Specialty Insurance (GSI).

Der Vorstand berichtete im Geschäftsjahr 2024 ferner über die weitere Umsetzung und den Abschluss des im Jahr 2022 begonnenen Projekts zur Umsetzung einer zukunftsgerichteten Geschäftsorganisation.

Schließlich informierte der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig über die Integration der Gesellschaft in das Geschäftsfeld GSI der Munich Re Gruppe.

Der Aufsichtsrat beschloss mit Wirkung zum 1. September 2024 eine Vergrößerung des Vorstands und genehmigte eine entsprechend angepasste Geschäftsverteilung.

Die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2024 sowie den Lagebericht ordnungsgemäß geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurde allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet. Nach einer eigenen Überprüfung hat der Aufsichtsrat diese Unterlagen in der Bilanzsitzung am 28. April 2025, an der auch der Abschlussprüfer teilgenommen hat, abschließend erörtert. Ebenso wurden hier die wesentlichen Ergebnisse des Erläuterungsberichts zur versicherungsmathematischen Bestätigung vorgestellt.

Einwendungen oder zusätzliche Anmerkungen waren auch insoweit nicht zu erheben.

Der Aufsichtsrat billigte in der Bilanzsitzung den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Nach Abwägung aller relevanten Aspekte folgte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns.

In der Bilanzsitzung vom 28. April 2025 beschloss der Aufsichtsrat zudem, der Hauptversammlung die Wahl der EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, zum Abschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2025 vorzuschlagen und zu empfehlen.

Wir danken dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihre Leistungen, ihren Einsatz und die im Berichtsjahr erzielten Erfolge.

 

München, den 28. April 2025

Für den Aufsichtsrat

Lagebericht

Grundlagen der Gesellschaft

Die Great Lakes Insurance SE ("Great Lakes" oder "die Gesellschaft") ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München (nachfolgend: Münchener Rück AG oder Munich Re), einem weltweit tätigen Rückversicherer und Risikoträger. Die Gesellschaft verfügt über die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für den Betrieb des Erst- und Rückversicherungsgeschäfts in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen). Die Erlaubnis der BaFin gilt ebenfalls weltweit, wobei etwaige lokale Anforderungen nach ausländischem Recht davon unberührt bleiben. Die Erlaubnis erstreckt sich auf alle Nicht-Lebensversicherungssparten inklusive der nicht-substitutiven Krankenversicherung. Die Great Lakes Insurance SE bietet Versicherungslösungen in Spezialmärkten und ist ein integraler Bestandteil des Geschäftsfeldes Global Specialty Insurance (GSI) der Munich Re Gruppe. Zusätzlich unterstützt die Gesellschaft mehrere Unternehmen der Munich Re Gruppe bei ausgewählten internationalen und nationalen Erstversicherungslösungen mit der Bereitstellung von speziellen Ressourcen und Kapazitäten. Die Great Lakes betreibt vor allem drei unterschiedliche Geschäftsmodelle: Die Gesellschaft zeichnet einen wesentlichen Teil ihres Prämienvolumens über Mitversicherung oder Managing General Agents (MGAs), Agenturen mit Zeichnungsvollmachten (auch Assekuradeure genannt). Auf Basis der Vollmachten werden von den MGAs im Namen der Great Lakes Risiken bewertet, Prämien kalkuliert, Policen erstellt sowie das Inkasso, Exkasso und die Schadenregulierung durchgeführt. Mit diesem Geschäftsmodell betreut Great Lakes Privatkunden sowie gewerbliche und industrielle Kunden. Weiter zeichnet die Gesellschaft selbst als Erst- oder Rückversicherer große gewerbliche und Industrierisiken vor allem in den Sparten Allgemeine Haftpflichtversicherung, Kreditversicherung, Sonstige Schadenversicherung und Technische Versicherung. Mit diesem Geschäftsmodell betreut Great Lakes vor allem große Geschäftskunden. Zusätzlich zeichnet die Gesellschaft weltweit mehrere Rückversicherungsverträge innerhalb der Munich Re Gruppe. Mit diesem Geschäftsmodell leistet die Gesellschaft vor allem einen Beitrag zum Management des Risikokapitals der Münchener Rück AG. Die Great Lakes Insurance SE zeichnet Erst- und Rückversicherungsgeschäft in den Zweigniederlassungen in Großbritannien (London), Schweiz (Cham), Italien (Mailand), Irland (Dublin) und Australien (Sydney). Des Weiteren agiert die Gesellschaft als lizensierter "Surplus Lines" Anbieter in mehreren Bundesstaaten der USA

Die Gesellschaft zediert große Teile ihres Geschäfts an Rückversicherungsgesellschaften innerhalb der Munich Re Gruppe, vor allem an die Münchener Rück AG.

Die Great Lakes Insurance SE wird in den Konzernabschluss der Münchener Rück AG einbezogen. Die Gesellschaft hat durch die Zweigniederlassung sowie der Tochtergesellschaft, Great Lakes Insurance UK Limited, in Großbritannien eine starke Präsenz am Londoner Markt. Die Tochtergesellschaft bietet seit 2023 vor allem Versicherungslösungen für Privatkunden in Großbritannien. Sie ist im vollständigen Besitz der Gesellschaft. Die Great Lakes Insurance UK Limited wurde im Geschäftsjahr 2022 erstmalig und mit weiteren Mitteln in diesem und im letzten Geschäftsjahr kapitalisiert.

Als Teil der Munich Re Gruppe ist es für die Gesellschaft ein definiertes Ziel, Ressourcen zu schonen und Belastungen von Umwelt und Klima durch den Geschäftsbetrieb zu vermeiden. Um die zukünftigen Anforderungen der EU an die ethischen, sozialen und ökologischen Aspekte der Geschäftsaktivitäten (ESG) zu berücksichtigen hat Great Lakes bereits im Jahr 2022 ein Projekt in enger Abstimmung mit Munich Re und Beraterunterstützung gestartet, welches diese nicht nur in der Berichterstattung, sondern auch in einem weiteren Kontext in allen Bereichen der Gesellschaft umsetzen wird. Es ist die feste Überzeugung der Gesellschaft, dass diese Aspekte immer wichtiger werden, um zum einen erfolgreich im Markt zu sein, aber auch zum anderen einen aktiven Beitrag zur Gesellschaft und der Welt, in der wir leben, zu leisten. Weitere Informationen zur Umsetzung der Munich Re gruppenweiten Nachhaltigkeitsziele und Handlungsfelder finden Sie im Konzerngeschäftsbericht von Munich Re. Die Gesellschaft ist in die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung im Konzerngeschäftsbericht der Munich Re Gruppe einbezogen.

Die Gesellschaft hat bereits am 25.01.2017 mit der MunichFinancialGroup GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Münchener Rück AG, mit dem Sitz in München (Amtsgericht München HRB 124792), als herrschender Gesellschaft einen Beherrschungsvertrag geschlossen. Die Hauptversammlung hat diesem mit Beschluss vom 24.02.2017 zugestimmt. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörde liegt vor. Die Handelsregistereintragung erfolgte am 12.04.2017. Die Great Lakes Insurance SE ist hierüber in eine umsatzsteuerliche Organschaft der Münchener Rück AG einbezogen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2024 setzte die Weltwirtschaft ihren moderaten Wachstumskurs fort. Während sich das zuvor sehr kräftige Wachstum der USA etwas abschwächte, erholte sich die Volkswirtschaft der Eurozone allmählich von ihrer Stagnation. Die deutsche Volkswirtschaft schrumpfte jedoch leicht. Chinas Wachstumsrate ging zurück und es kam zu umfangreichen wirtschaftspolitischen Stützungsmaßnahmen. Die Inflationsraten in den USA und in der Eurozone waren zwar niedriger als im Vorjahr, aber der Preisdruck bei Dienstleistungen war weiterhin erhöht.

Kapitalmärkte

Infolge sinkender Inflationsraten begannen wichtige Zentralbanken 2024 ihre Geldpolitik zu lockern. Die Europäische Zentralbank begann im Juni ihren Zinssenkungszyklus. Bis zum Ende des Jahres senkte sie den Zinssatz für ihre Einlagefazilität von 4 % auf 3 %. Die Notenbank der USA senkte den Zielkorridor ihres Leitzinses ab September in mehreren Schritten von 5,25-5,5 % auf 4,25-4,5 %. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen der USA und Deutschlands bewegten sich 2024 in einem etwas engeren Band als im Vorjahr und blieben im Jahresdurchschnitt trotz Leitzinssenkungen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. In den USA führten ansteigende Inflationserwartungen im Zusammenhang mit der Wahl Donald Trumps zum nächsten Präsidenten zu höheren Anlagerenditen. Ende Dezember standen die US-Renditen deutlich höher und die deutschen Renditen leicht höher als zu Jahresbeginn.

Zinsen 10-jährige Staatsanleihen

% 31.12.2024 Vorjahr
USA 4,6 3,9
Deutschland 2,4 2,0
UK 4,6 3,6

Wichtige Aktienmarktindizes wie der US-amerikanische Dow Jones Industrial Average und der EURO STOXX 50 stiegen im Jahresverlauf deutlich an. Die Volatilität an den internationalen Finanzmärkten war in der ersten Jahreshälfte niedrig. Im August kam es ausgelöst durch Sorgen um die US-Konjunktur zu Kursrutschen. Diese Volatilität bildete sich jedoch schnell wieder zurück.

Die Volatilität an den Währungsmärkten blieb ähnlich wie im Vorjahr im Rahmen. Im vierten Quartal wertete der US-Dollar gegen- über vielen Währungen auf, weil die Investoren eine höhere Inflation und eine Verzögerung im Zinssenkungszyklus erwarteten. Ende Dezember waren aus Euro-Sicht der US-Dollar und das Pfund Sterling deutlich teurer und der polnische Złoty etwas teurer als zu Jahresbeginn. Im Jahresdurchschnitt jedoch blieb der Wert des US-Dollars im Berichtsjahr mit 0,92€ gegenüber dem Vorjahreszeitraum unverändert. Der Wert des Pfund Sterlings gegenüber dem Euro war im Jahresdurchschnitt 2024 etwas höher, der Wert des polnischen Złoty deutlich höher als im Durchschnitt des Vorjahres. Der kanadische Dollar war gegenüber dem Euro sowohl im Vergleich des Jahresdurchschnitts mit dem Vorjahr als auch im Vergleich Jahresende zu Jahresbeginn günstiger.

Versicherungswirtschaft

Nach derzeitigen Hochrechnungen wuchsen die Beitragseinnahmen der deutschen Versicherungswirtschaft 2024 deutlich stärker als im Vorjahr. Nach mehreren Jahren mit Beitragsrückgängen stiegen die Beiträge in der Lebensversicherung 2024 leicht an. Das Beitragswachstum in der privaten Krankenversicherung und besonders in der Schaden- und Unfallversicherung war stärker als im langjährigen Mittel.

Weltweit verzeichneten 2024 mehrere große Schaden- und Unfallversicherungsmärkte in Industrieländern starkes Wachstum, sodass die globalen Beitragseinnahmen auch bereinigt um die erhöhte Inflation deutlich zulegten. Bei den Erneuerungsrunden der Schaden- und Unfallversicherungsverträgen schwächte sich insgesamt der Trend zu höheren Preisen ab. Diese Entwicklung war jedoch in den Regionen und Sparten unterschiedlich stark ausgeprägt, abhänig von Schadenerfahrung, Schadenerwartung und Marktsituation.

Wichtige Steuerungsinstrumente

Ziel unseres unternehmerischen Denkens und Handelns ist es, Risiken in allen Facetten zu erfassen, zu bewerten, zu diversifizieren und an den Risiken gemessen nachhaltig Wert für unsere Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter zu schaffen. Diesem Ziel dienen unser aktives Kapitalmanagement und die konsequente Anwendung wert- und risikoorientierter Steuerungssysteme.

Den Rahmen für jegliche Geschäftstätigkeit bildet unsere Risikostrategie, aus der wir verschiedene Limitierungen und Meldeschwellen ableiten. Kernelement ist unsere ökonomische Kapitalausstattung, die wir im Einklang mit dem Aufsichtsregime Solvency II ermitteln. Daneben beachten wir eine Vielzahl wichtiger Nebenbedingungen. Dazu gehören Regelungen nationaler Rechnungslegungsvorschriften, steuerliche Aspekte, Liquiditätsanforderungen sowie aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen und Anforderungen von Ratingagenturen.

Folgende Aspekte prägen unsere wertorientierte Unternehmensführung:

Das Risikokapital bzw. die Kapitalanforderung zur Bedeckung der Risiken ist Grundlage unserer wert- und risikoorientierten Steuerung. Die Kapitalanforderung entspricht der Solvenzkapitalanforderung gemäß Solvency II, die wir auf Basis unseres internen, zertifizierten Risikomodells ermitteln.

Dementsprechend werden geschäftliche Aktivitäten nicht einseitig nach ihrem Ertragspotenzial beurteilt, sondern auch nach dem Ausmaß der eingegangenen Risiken. Erst die Rendite-Risiko-Beziehung gibt Aufschluss darüber, ob eine Aktivität vorteilhaft ist.

Mit wertorientierten Steuerungsinstrumenten stellen wir die ökonomische Bewertung und die Vergleichbarkeit alternativer Initiativen sicher.

Bei der Auswahl geeigneter Zielgrößen sind gegenläufige Aspekte abzuwägen: Einerseits sollte das oft komplexe ökonomische Umfeld so realistisch wie möglich abgebildet werden, um das Unternehmen dadurch auf nachhaltige Wertschaffung auszurichten, andererseits sollten die Ziele für Anleger, Mitarbeiter und Öffentlichkeit gut verständlich und nachvollziehbar sein.

Wichtige Steuerungsinstrumente sind die ökonomische Wertschaffung (Economic Earnings) sowie das HGB-Ergebnis. Gemeinsam mit den weiteren Steuerungsinstrumenten stellen sie für uns die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar. Die Economic Earnings entsprechen der Veränderung der anrechnungsfähigen Eigenmittel nach Solvency II, angepasst um Bestandteile, die keine ökonomische Wertschaffung darstellen, wie beispielsweise Kapitalmaßnahmen und Veränderung regulatorisch motivierter Beschränkungen.

Die gebuchten Bruttobeiträge, eine weitere Erfolgsgröße, umfassen die gesamten Beitragseinnahmen, die im Geschäftsjahr einer Berichtsperiode fällig geworden sind. Eine Steigerung der gebuchten Bruttobeiträge ist der wesentliche Indikator des Unternehmenswachstums. Die Steigerung dieser Erfolgsgröße ist aber kein unmittelbares Ziel für unsere Gesellschaft, da wir Beitragswachstum immer unmittelbar im Zusammenhang mit der Profitabilität des von uns gezeichneten Geschäfts anstreben.

Weiter betrachten wir das versicherungstechnische Ergebnis und die Schaden-Kosten-Quote als Erfolgsmaße. Beide zeigen den unmittelbaren Beitrag aus den Erst- und Rückversicherungsaktivitäten zum ökonomischen und HGB-Ergebnis und separiert insbesondere das Ergebnis aus Kapitalanlagen vom Erst- und Rückversicherungsgeschäft.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Der Verlauf des Geschäftsjahres 2024 ist im Vorjahresvergleich durch höhere Schadenaufwendungen geprägt, vor allem in Relation zu den verdienten Beiträgen für eigene Rechnung (56,8% gegenüber 52,4% im Vorjahr). Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb sind hingegen im Verhältnis zu den verdienten Beiträgen für eigene Rechnung nahezu unverändert geblieben (28,3% gegenüber 28,0% im Vorjahr). Die im Vergleich höhere Schadenbelastung resultiert vor allem aus einer im Verhältnis zum Beitragsvolumen höheren Belastung aus Großschäden nach Abgabe an Rückversicherer. Die Schadenbelastung für eigene Rechnung aus Naturkatastrophen, vor allem Wirbelstürmen in den USA, ist im Vergleich zum Vorjahr und im Verhältnis zu den verdienten Beiträgen höher. Die Belastung nach abgegebener Rückversicherung aus von Menschen verursachten Großschadenereignissen wie Explosionen oder Feuer in versicherten Industrieanlagen ist im Vergleich zum Vorjahr niedriger. Höher war im Geschäftsjahr allerdings die von Menschen verursachte Großschadenbelastung für eigene Rechnung aus Haftpflichtrisiken. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ergibt sich im Geschäftsjahr nach Rückversicherung keine Schadenbelastung. Vor der Abgabe an Rückversicherer ergaben sich Schadenbelastungen vor allem aus Kreditdeckungen, welche allerdings fast vollständig an Rückversicherer zediert wurden.

Die Bruttobeiträge liegen im Kalenderjahr 2024 bei 5.209.649 (5.190.497) Tsd. € und damit mit 0,4% leicht oberhalb dem Vorjahreswert. Im Kraftfahrzeuggeschäft konnte der weitere Abgang von Privatkunden-Portfolien in Großbritannien durch Wachstum vor allem in Italien überkompensiert werden. Rückläufig ist das Geschäft in der sonstigen Schadenversicherung. Verantwortlich hierfür ist vor allem ebenfalls das Privatkundengeschäft in Großbritannien im Bereich der Reise- und Haustierversicherung. Das Privatkundengeschäft in Großbritannien wird seit Anfang 2023 aufgrund regulatorischer Vorgaben von unserer Tochtergesellschaft in Großbritannien gezeichnet. Unsere Tochtergesellschaft verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 Bruttobeiträge von umgerechnet 2.037.699 (1.320.937) Tsd. €. In anderen Geschäftsbereichen, wie dem Haftpflicht- oder Luftfahrtgeschäft, verzeichnet die Great Lakes Insurance SE Beitragsanstiege. Bei seit längerem bestehenden Geschäftsbeziehungen mit Agenten in Italien und den USA konnten vor allem durch den Abschluss von Neuverträgen Zugewinne erzielt werden. Ebenso konnte das Geschäft mit Kreditrisiken weiter ausgebaut werden. Die Bruttobeiträge aus konzerninternen Rückversicherungsverträgen sind gegenüber dem Vorjahr stabil. Rückgänge in den Märkten Korea, Hong Kong und Indien konnten durch Wachstum in China kompensiert werden. Fremdwährungseffekte hatten auf die Entwicklung der Bruttobeitragseinnahmen in Summe einen negativen Effekt in Höhe von ca. -1,3% vor allem aus Beiträgen in Japanischen Yen. Der Durchschnittskurs des US-Dollars, der dominierenden Währung der Beiträge unseres Portfolios, ist im Kalenderjahr 2024 gegenüber dem Kalenderjahr 2023 gegenüber dem Euro kaum verändert (kleiner 0,1%). Der Durchschnittskurs im Kalenderjahr 2024 des Yuan Renminbi, der zweiten dominierenden Währung der Bruttobeiträge unseres Portfolios, hat sich gegenüber dem Kalenderjahr 2023 um ca. -1,6% (Yuan Renminbi schwächer) gegenüber dem Euro verändert. Das Bruttobeitragsvolumen besteht mit 56,3 (55,7)% überwiegend aus Beiträgen des selbst abgeschlossenen Geschäfts. Auf das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft entfallen 43,7 (44,3)% der Bruttobeitragseinnahmen. Die Anzahl der Versicherungsverträge ist auf Seite 40 dieses Berichts dargestellt.

Die verdienten Bruttobeiträge im Geschäftsjahr 2024 der Great Lakes Insurance SE entfallen im Wesentlichen auf den Hauptsitz mit 3.508.285 (3.260.554) Tsd. € und die Zweigniederlassung in Großbritannien mit 792.948 (1.536.194) Tsd. €. Damit ist der Anteil des Hauptsitzes gestiegen auf 69,0 (60,3)% und der Anteil der Zweigniederlassung in Großbritannien, durch den weiteren Übergang des Privatkundengeschäftes auf die Great Lakes Insurance UK Limited, auf 15,6 (28,4)% gesunken. Weitere 545.664 (448.756) Tsd. € stammen aus unserer wachsenden Zweigniederlassung in Italien. Diese erfreuliche Entwicklung lässt sich wie im Vorjahr auf das erfolgreiche Wachstum im Segment der Motorversicherung sowie im Geschäft mit Kreditrisiken zurückführen. Die Zweigniederlassung in der Schweiz verbucht im Kalenderjahr 2024 mit 34.053 (39.023) Tsd. € sinkende verdiente Bruttobeitragseinnahmen, durch einen weiteren Rückgang im Geschäft mit lokalen Agenten. Die Zweigniederlassung in Australien verbucht im Kalenderjahr 2024 mit 107.036 (94.971) Tsd. € gestiegene verdiente Bruttobeiträge aus dem Geschäft mit einem lokalen Agenten im Bereich der Agrarversicherung. Die Zweigniederlassung in Irland verbucht nach Implementierung einer neuen lokalen Organisation im Kalenderjahr 2023 mit 97.162 (24.528) Tsd. € weiter ansteigende verdiente Bruttobeiträge aus dem Geschäft mit Kreditrisiken. Grund für den Anstieg ist die im Jahr 2023 begonnene und im Jahr 2024 weiter geführte Bündelung des weltweiten Geschäftes mit Kreditrisiken in dieser Niederlassung.

Einen überwiegenden Teil unserer Beitragseinnahmen (98,3% gegenüber 99,2% im Vorjahr) zedieren wir an verbundene Rückversicherungsunternehmen innerhalb der Munich Re Gruppe. Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 1.116.628 (1.040.795) Tsd. €. Der Anstieg resultiert aus dem Wachstum eines konzerninternen Agenten mit Kunden in den USA. Das von der Gesellschaft selbst als Erstversicherer gezeichnete Geschäft mit großen gewerblichen und Industrierisiken ist im Geschäftsjahr leicht zurück gegangen.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle vor Abzug der Anteile der Rückversicherer betrugen 2.831.864 (2.938.846) Tsd. €, entsprechend einer Brutto-Schadenquote von 55,7 (54,4)%. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle nach Abzug der Anteile der Rückversicherer liegen bei 634.204 (545.766) Tsd. €, entsprechend einer gestiegenen Netto-Schadenquote von 56,8 (52,4)%. Unsere Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung belaufen sich auf 315.533 (291.417) Tsd. € und entsprechen einer stabilen Kostenquote von 28,3 (28,0)%.

Insgesamt liegt die Brutto-Schaden-Kostenquote bei 81,3 (77,7)%. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus den gegenüber dem Vorjahr höheren Schadenaufwendungen aus Naturkatastrophen, vor allem aus Stürmen in den USA, Japan und Australien. Für eigene Rechnung steigt die kombinierte Netto-Schaden-Kostenquote gegenüber dem Vorjahr auf 85,1 (80,4)% an. Die höhere Netto-Schadenquote resultiert vor allem aus einer gegenüber dem Vorjahr erhöhten Belastung für eigene Rechnung aus Großschadenereignissen.

Die Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen haben wir gemäß den handelsrechtlichen Anforderungen gebildet. Den der Berechnung der Schwankungsrückstellung zugrunde liegenden Beobachtungszeitraum haben wir dabei im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften mit den Schadenquoten aus den in den Geschäftsberichten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht veröffentlichten Tabellen aufgefüllt.

Der Bestand der Schwankungsrückstellungen zum 31.12.2024 beträgt 232.355 (167.108) Tsd. €. Die Erhöhung resultiert vor allem aus dem selbst abgeschlossenen Wohngebäudeversicherungsgeschäft (siehe auch Erläuterungen zur Bilanz - Passiva).

Im Geschäftsjahr 2024 haben wir ein Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung nach Schwankung in Höhe von 99.202 (110.866) Tsd. € erzielt.

Das Kapitalanlageergebnis ohne Zinserträge aus Depotforderungen beläuft sich auf 81.959 (73.626) Tsd. €. Im Kalenderjahr 2024 wurde das Ergebnis im Wesentlichen durch die laufenden Erträge, Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalanlagen, sowie Gewinnen aus Zuschreibungen in Folge eines Rückgangs des Zinsniveaus der Kapitalmärkte in EUR sowie starken Schwankungen in US-Dollar und Pfund Sterling geprägt.

Insgesamt beläuft sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit auf 146.538 (164.115) Tsd. € und der Jahresüberschuss vor Gewinnverwendung beträgt 101.087 (101.623) Tsd. €. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts ist die wirtschaftliche Lage der Great Lakes Insurance SE weiterhin positiv.

Die Bruttobeitragsannahmen liegen mit 5,2 Mrd. € unterhalb des für das Geschäftsjahr 2024 geplanten Volumens von 5,4 Mrd. €.

Auf Seite 23 dieses Berichts sind die im Geschäftsjahr 2024 betriebenen Versicherungszweige und -arten jeweils im selbst abgeschlossenen und im übernommenen Geschäft aufgeführt.

Geschäftsverlauf in den Versicherungssparten

Selbst abgeschlossenes und in Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft

Im folgenden Abschnitt erläutern wir den Geschäftsverlauf in den wesentlichen betriebenen Versicherungszweigen und -arten des selbst abgeschlossenen und des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts. Für Versicherungszweige und -arten, welche mit weniger als 5% zum gesamten Versicherungsgeschäft auf Basis der Bruttobeiträge beitragen, verzichten wir aus Gründen der Übersichtlichkeit auf eine eigene Berichterstattung. Die Erläuterungen beziehen sich immer auf das volle Geschäftsjahr 2024 und werden getrennt zwischen dem selbst abgeschlossenen und dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft dargestellt.

Haftpflichtversicherung

Im Kalenderjahr 2024 haben wir in der Haftpflichtversicherung, inklusive Luftfahrthaftpflichtversicherung, Bruttobeiträge in Höhe von 925.367 (817.543) Tsd. € erzielt. Der Anstieg des Geschäftsvolumens stammt im Wesentlichen aus dem Agenturgeschäft, während sich das Geschäft mit Industrie- und Cyberrisiken (Facultative & Corporate) und das konzernintern übernommene Rückversicherungsgeschäft nur leicht erhöhte. In Summe verzeichnen wir eine etwas höhere jedoch immer noch auskömmliche Schadenquote (brutto) von 62,9 (56,3)% mit Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle in Höhe von 571.493 (495.771) Tsd. €. Wesentliche Ursache hierfür ist eine etwas gestiegene Großschadenbelastung gegenüber dem Vorjahr. Das im Selbstbehalt befindliche Geschäft entwickelte sich im Berichtszeitraum ebenfalls positiv. Nach Zuführung von 14.187 (81.448) Tsd. € zur Schwankungsrückstellung beläuft sich im Kalenderjahr 2024 unser versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung nach Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellung (im Folgenden: versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung für eigene Rechnung) auf 25.616 (32.545) Tsd. €.

Haftpflichtversicherung

2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes und in Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 925.367 817.543
Schadenquote (brutto) % 62,9 56,3
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 25.616 32.545
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 596.904 525.855
Schadenquote (brutto) % 58,7 51,7
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 24.538 30.389
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 328.463 291.688
Schadenquote (brutto) % 70,5 65,6
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 1.077 2.156

Kraftfahrtversicherung bestehend aus der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und der sonstigen Kraftfahrtversicherung

In der Kraftfahrtversicherung haben wir in diesem Kalenderjahr Bruttobeiträge von 1.014.020 (947.563) Tsd. € erzielt. Dabei konnte der weitere Abgang von Privatkunden-Portfolien in Großbritannien durch Wachstum vor allem in Italien überkompensiert werden. Auch das konzerninterne Rückversicherungsgeschäft, insbesondere aus der Zweigniederlassung der Münchener Rück AG in China, wurde weiter ausgebaut. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle belaufen sich in Summe auf 531.004 (844.180) Tsd. € und führen zu einer deutlich verbesserten Schadenquote (brutto) von 56,5 (77,9)%. Wesentliche Ursache hierfür war eine deutliche Besserabwicklung von Basisschadenrückstellungen für Vorjahre in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Das versicherungstechnische Ergebnis nach Schwankung für eigene Rechnung beläuft sich auf 5.061 (6.012) Tsd. €.

Kraftfahrtversicherung

2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes und in Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 1.014.020 947.563
Schadenquote (brutto) % 56,5 77,9
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 5.061 6.012
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 614.493 580.531
Schadenquote (brutto) % 44,7 82,3
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 3.808 5.424
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 399.527 367.032
Schadenquote (brutto) % 73,2 68,1
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 1.253 588

Feuer- und Sachversicherung

In diesem Kalenderjahr hat die Gesellschaft in den Sparten der Feuer- und Sachversicherung Bruttobeiträge in Höhe von 2.134.140 Tsd. € erzielt und blieb damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (2.125.629 Tsd. €). Insgesamt verzeichnet die Gesellschaft zwar eine leicht erhöhte, aber immer noch erfreuliche Schadenquote (brutto) von 43,8 (39,8)% mit Aufwendungen für Versicherungsfälle in Höhe von 923.576 (825.097) Tsd. €. Der leichte Anstieg ist auf eine etwas höhere Großschadenbelastung gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Das sich im Selbstbehalt befindliche Geschäft entwickelt sich trotz erhöhter Schadenaufwendungen aus Naturkatastrophen, sehr positiv und profitiert dabei von Reserveauflösungen für Vorjahre. Nach einer im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Zuführung von 53.276 Tsd. € zur Schwankungsrückstellung beläuft sich das versicherungstechnische Ergebnis nach Schwankung für eigene Rechnung auf 2.620 (9.585) Tsd. €.

Feuer- und Sachversicherung

2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes und in Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 2.134.140 2.125.629
Schadenquote (brutto) % 43,8 39,8
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 2.620 9.585
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 866.578 779.159
Schadenquote (brutto) % 44,1 39,8
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 12.085 20.913
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 1.267.562 1.346.470
Schadenquote (brutto) % 43,6 39,8
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € -9.464 -11.328

Kreditversicherung

In der Kreditversicherung konnte die Gesellschaft im Kalenderjahr 2024 weitere Wachstumschancen nutzen und die Bruttobeiträge um 11% auf 291.418 (262.626) Tsd. € erhöhen. Damit beläuft sich der Anteil des Kreditgeschäfts auf 6% des gesamten Bruttovolumens. Das Geschäft wird nahezu vollständig an unseren Rückversicherer Münchener Rück AG abgegeben. Die Schadenquote (brutto) konnte sich auf 48,8 (66,7)% verbessern und spiegelt den sehr positiven Schadenverlauf in dieser Sparte wider. Das versicherungstechnische Ergebnis nach Schwankung für eigene Rechnung beläuft sich auf 3.995 (1.072) Tsd. €.

Kreditversicherung

2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes und in Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 291.418 262.626
Schadenquote (brutto) % 48,8 66,7
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 3.995 1.072
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 266.020 231.190
Schadenquote (brutto) % 44,3 54,8
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 3.942 1.051
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 25.397 31.435
Schadenquote (brutto) % 93,0 121,1
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 54 21

Sonstige Schadenversicherung

In der sonstigen Schadenversicherung belaufen sich die Bruttobeiträge im Kalenderjahr 2024 auf 444.577 (642.737) Tsd. €. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Privatkunden-Portfolien aus Großbritannien im Bereich der Reise- und Haustierversicherung nun über die Tochtergesellschaft in Großbritannien gezeichnet werden. Die Gesellschaft verzeichnet in dieser Sparte eine deutlich erhöhte Schadenquote (brutto) von 102,5 (52,0)% mit Aufwendungen für Versicherungsfälle in Höhe von 455.920 (356.260) Tsd. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf eine deutlich höhere Großschadenbelastung im Geschäftsjahr zurückzuführen, insbesondere verursacht durch Stürme in den USA und Australien. Das im Selbstbehalt verbleibende Geschäft verzeichnete dagegen eine unterhalb der Erwartung liegende Großschadenbelastung. Zusätzlich sehen wir eine erfreuliche Basisschadenentwicklung. Insgesamt liegt das versicherungstechnische Ergebnis nach Schwankung für eigene Rechnung mit 61.224 (60.794) Tsd. € somit leicht über dem Vorjahreswert.

Sonstige Schadenversicherung

2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes und in Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 444.577 642.737
Schadenquote (brutto) % 102,5 52,0
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 61.224 60.794
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 341.015 525.743
Schadenquote (brutto) % 120,0 58,2
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 44.853 36.763
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Gebuchte Bruttobeiträge Tsd. € 103.562 116.419
Schadenquote (brutto) % 45,2 23,5
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankung f.e.R. Tsd. € 16.371 24.031

Vermögenslage

Kapitalanlagenbestand

Unser Kapitalanlagenbestand ohne Depotforderungen per 31.12.2024 beträgt 3.032.559 (2.683.656) Tsd. €.

Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen bestehen aus den Anteilen an unserer in Großbritannien lizensierten Versicherungstochter, der Great Lakes Insurance UK Limited. Im Laufe dieses Geschäftsjahres erhielt die Great Lakes Insurance UK Limited von der Gesellschaft weitere Kapitalzuführungen in Höhe von 90 Millionen GBP via Bankeinzahlung. Die Gesellschaft hält an der Tochter 100% der Anteile. Zusätzlich wurde im Laufe des Geschäftsjahres von der Gesellschaft ein weiteres Nachrangdarlehen in Höhe von 20 Millionen GBP an die Tochter vergeben (Ausleihungen an verbundene Unternehmen). Beide Maßnahmen waren notwendig, um eine ausreichende Kapitalisierung nach Solvency II sicher zu stellen.

Daneben haben wir unsere Kapitalanlagen größtenteils in festverzinsliche Wertpapiere investiert. Diese wiederum bestehen aus Papieren von Emittenten mit guter bis sehr guter Bonität. Wir beobachten unsere Investitionen im Rahmen unseres Risikomanagements sehr eng, um gegebenenfalls Verkäufe oder andere Gegenmaßnahmen unverzüglich ergreifen zu können. Unsere Kapitalanlagen erfüllen unsere hohen Anforderungen an ein nachhaltiges Investment. Wir sind überzeugt, dass diese Anforderungen sich langfristig günstig auf Risiko und Ertrag auswirken werden. Die Verwaltung unserer Kapitalanlagen ist an unsere Muttergesellschaft, die Münchener Rück AG, per Dienstleistungsvertrag ausgegliedert. Im Auftrag der Munich Re führen als Asset Manager die MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH sowie die MEAG New York Corporation (beide MEAG), welche beide wiederum Teil der Munich Re Gruppe sind, den Prozess zusammen mit den Fachabteilungen der Munich Re entsprechend unseren Vorgaben und den gesetzlichen Anforderungen durch. Ein weiterer Munich Re konzernexterner Asset Manager verwaltet im Auftrag einen kleineren Teil der festverzinslichen Wertpapiere unserer Zweigniederlassung in Großbritannien. Seit dem Geschäftsjahr 2021 ist die Great Lakes Insurance SE Teilnehmer am Cash Pooling des Konzerns, welches durch die MEAG Cash Management GmbH in München durchgeführt wird. Die Forderungen gegenüber der MEAG Cash Management GmbH aus den Einlagen im Cash Pool werden unter den anderen Kapitalanlagen ausgewiesen. Die Kapitalanlagen sind detailliert mit den jeweiligen Entwicklungen im Anhang auf der Seite 32 dieses Geschäftsberichts dargestellt.

Kapitalanlagen

31.12.2024 Vorjahr Veränderung
Tsd. € Tsd. € %
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundene Unternehmen 447.491 340.547 31,4%
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 133.043 103.860 28,1%
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.319.193 2.112.538 9,8%
2. Einlagen bei Kreditinstituten 110.401 103.559 6,6%
3. Andere Kapitalanlagen 22.430 23.153 -3,1%
Gesamt 3.032.559 2.683.656 13,0%

Bewertungsreserven

Auf Seite 32 dieses Geschäftsberichts weisen wir die Zeitwerte der Kapitalanlagen aus. Der Unterschied zwischen Zeit- und Buchwert wird als Bewertungsreserve bezeichnet. Zeitwerte sind Momentaufnahmen und spiegeln die Marktsituation zu einem bestimmten Zeitpunkt wider. Sie entwickeln sich nicht stetig, sondern unterliegen vielmehr größeren Schwankungen. Die Bewertungsreserven per 31.12.2024 betragen 205.516 (24.689) Tsd. €.

Forderungen

Unsere Forderungen bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft. Per 31.12.2024 betragen diese 2.110.914 (1.870.563) Tsd. € und betreffen vor allem Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern aus bereits abgeschlossenen Versicherungsverträgen, welche zum Bilanzstichtag noch nicht mit den Kunden bzw. den Vermittlern abgerechnet wurden. Die Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft betragen 706.191 (833.916) Tsd. €.

Finanzlage

Kapitalstruktur

Das Eigenkapital zum 31.12.2024 beträgt 550.105 (550.641) Tsd.€. Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 131.777 Tsd.€, die Kapitalrücklage ist ebenso unverändert 40.000 Tsd.€, die Gewinnrücklagen beträgt unverändert 13.178 Tsd. €. und der Bilanzgewinn zum 31.12.2024 beläuft sich auf 365.150 (365.687) Tsd.€.

Unser Versicherungsgeschäft prägt die Struktur unserer Bilanz: Die versicherungstechnischen Rückstellungen entsprechen 36,3 (34,3)% der Bilanzsumme mit einer durchschnittlichen Duration von ca. zwei bis drei Jahren. Das Eigenkapital 7,2 (8,0)% sowie die kurzfristigen (kleiner ein Jahr) Verbindlichkeiten gegenüber Vermittlern 13,7 (13,1)% und unseren Rückversicherern 17,8 (18,5)% stellen die weiteren wesentlichen Positionen der Passivseite der Bilanz dar 1. Die dominierenden Währungen der Verbindlichkeiten sind US-Dollar, Yuan Renminbi, Euro sowie Pfund Sterling.

1 Die Prozentsätze beziehen sich dabei auf die gesamte Bilanzsumme von 7.602.104 Tsd. €.

Als weltweit tätiges Versicherungsunternehmen unterliegen einige unserer Finanzmittel Verfügungsbeschränkungen. So verpflichten die Aufsichtsbehörden einiger Länder lokale Zweigniederlassungen oder ausländische Erstversicherer, bestimmte Kapitalanlagen zur Bedeckung von versicherungstechnischen Verpflichtungen vor Ort zu halten, unter anderem auch auf speziellen Treuhandkonten.

Die Finanzstärke der Great Lakes Insurance SE wird von der Ratingagentur A.M. Best mit der höchsten Ratingkategorie A+ (Superior) bewertet. Standard & Poor's bewertet die Finanzstärke mit der zweithöchsten Ratingkategorie AA.

Wesentliche Finanzierungsmaßnahmen und -vorhaben

Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2024 die Ergebnisse des Own Risk and Solvency Assessment (ORSA) diskutiert. Die Ergebnisse des Kapitalmanagements und der Solvabilitätsbeurteilung zeigen über den Planungszeitraum Solvenzquoten, die deutlich und komfortabel über 100% liegen. Die Solvenzquoten in den Planjahren liegen aufgrund der Wachstumserwartungen und der damit einhergehenden ansteigenden Solvenzkapitalanforderungen oberhalb der vom Vorstand gewünschten Zielwerte, und damit deutlich oberhalb der regulatorischen Anforderungen. Die per Ende 2020 von der Muttergesellschaft bereit gestellten ergänzenden Eigenmittel in Höhe von 100.000 Tsd. € wurden bereits Anfang des Geschäftsjahres 2021 als Tier-2 Eigenmittel nach Solvency II durch die Aufsichtsbehörde anerkannt. Weitere Kapitalmaßnahmen bei der Tochtergesellschaft in Großbritannien konnten in diesem Geschäftsjahr durch die Gesellschaft wie geplant ohne weitere eigene Kapitalmaßnahmen durchgeführt werden.

Liquidität

Im Rahmen der detaillierten Liquiditätsplanung stellen wir sicher, dass wir jederzeit uneingeschränkt in der Lage sind, unseren fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Great Lakes Insurance SE generiert signifikante Liquidität aus ihren Prämieneinnahmen, laufenden Kapitalanlageerträgen und aus Fälligkeiten von Investments. Wir legen besonderen Wert auf die Bonität und Fungibilität unserer Kapitalanlagen. Den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Vermittlern oder Rückversicherern stehen immer Prämienforderungen mit gleicher Laufzeit gegenüber. Der Liquiditätsbedarf für die Kapitalisierung der Tochtergesellschaft in Großbritannien konnte mit eigenen liquiden Mitteln abgedeckt werden.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Great Lakes Insurance SE weist im Geschäftsjahr 2024 einen Gewinn aus der normalen Geschäftstätigkeit vor Steuern in Höhe von 146.538 (164.115) Tsd. € aus. Nach Berücksichtigung der Steuern ergibt sich im Geschäftsjahr 2024 ein Jahresüberschuss vor Gewinnverwendung von 101.087 (101.623) Tsd. €.

Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung hat sich gegenüber dem Vorjahr um 11.664 Tsd. € verringert. Unser umfangreiches Rückversicherungsprogramm konnte u. a. Belastungen aus schadenträchtigen Stürmen in Australien und den USA deutlich reduzieren. Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich für Covid-19, nach Rückversicherung, keine nennenswerte Schadenbelastung. Dies gilt ebenso für den Krieg in der Ukraine. Aufgrund der geringen Schadenbelastung für eigene Rechnung wurde die Schwankungsrückstellung im Geschäftsjahr 2024 deutlich um 65.246 (91.211) Tsd. € erhöht. Ursächlich für den Anstieg ist vor allem die sehr erfreuliche Schadenentwicklung in der Wohngebäudeversicherung mit Geschäft vorwiegend in den USA.

Neben dem versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung von 99.202 (110.866) Tsd. € trägt zum Jahresüberschuss in diesem Geschäftsjahr auch das nichtversicherungstechnische Ergebnis in Höhe von 47.336 (53.249) Tsd. € bei. Aufgrund von Zuschreibungen und Gewinnen aus dem Verkauf festverzinslicher Wertpapiere in Folge sinkender Zinsen ist das Kapitalanlageergebnis von 97.509 (93.895) Tsd. € deutlich positiv. Die negativen Effekte aus Währungskursentwicklungen haben diese Gewinne nur leicht reduziert.

Aufgrund des Beherrschungsvertrags mit der MunichFinancialGroup GmbH, München, kam es letztmals im Geschäftsjahr 2022 zu einer teilweisen Verlustübernahme gemäß §302 AktG, die im Rahmen eines Schuldbeitritts durch die Münchener Rück AG übernommen wurde.

Insgesamt steht die Great Lakes Insurance SE auf einer stabilen wirtschaftlichen Basis. Die Ertragslage ist gut und die Gesellschaft ist in der Lage, auch in Zukunft alle Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft jederzeit und pünktlich zu bedienen. Die Solvenzquote per 31.12.2024 der Great Lakes Insurance SE liegt weiterhin deutlich über den gesetzlichen Anforderungen.

Risikobericht

Ziele des Risikomanagements

Ziel des Risikomanagements der Great Lakes Insurance SE ist es sicherzustellen, dass die Gesellschaft ihren Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern jederzeit nachkommen kann. Des Weiteren möchten wir auf Dauer Wert für unseren Aktionär schaffen und die Reputation der Gesellschaft und Munich Re schützen. Dazu nutzt das Risikomanagement Strategien, Methoden und Prozesse, um kurz- und langfristige Risiken für den Fortbestand der Gesellschaft zu identifizieren, zu analysieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen sowie rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Insbesondere soll die Finanzstärke der Great Lakes Insurance SE erhalten werden, um langfristig die Verpflichtungen gegenüber unseren Versicherungsnehmern und Geschäftspartnern erfüllen zu können sowie den Werterhalt für unseren Aktionär sicherzustellen. Die erfolgreiche Umsetzung der Risikostrategie und Kontrolle des Risikoappetits spielt eine signifikante Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens und liegt im Interesse aller Stakeholder.

Organisatorischer Aufbau des Risikomanagements

Das Risikomanagement der Great Lakes Insurance SE wird durch drei Verteidigungslinien umgesetzt. Somit wird eine effektive Trennung zwischen den Risiko aufbauenden Funktionen (erste Verteidigungslinie) und den unabhängigen Risikocontrolling-Funktionen (zweite und dritte Verteidigungslinie) sichergestellt. Die Geschäftseinheiten stellen die erste Verteidigungslinie dar und sind für die Identifikation, Bewertung und Umsetzung von Risikoentscheidungen innerhalb des definierten Risikoappetits und der Risikoneigung der Gesellschaft zuständig. Die unabhängige Risikocontrolling-Funktion bildet gemeinsam mit der Compliance-Funktion und der versicherungsmathematischen Funktion die zweite Verteidigungslinie. Die Risikocontrolling-Funktion ist insbesondere für die Umsetzung eines effektiven Risikomanagementsystems zuständig, das sicherstellt, dass unsere operative Geschäftsführung und unsere Risikoentscheidungen mit der definierten Risikostrategie der Gesellschaft im Einklang stehen und dass die Gesamtrisikosituation der Gesellschaft überwacht und dem Management und sonstigen Stakeholdern darüber Bericht erstattet wird. Die dritte Verteidigungslinie wird durch die Funktion der internen Revision umgesetzt, welche sicherstellt, dass die notwendigen Prozesse für eine effektive Kontrolle funktionieren.

Das Risikomanagement ist eine zentrale Schlüsselfunktion der Great Lakes Insurance SE. An der Spitze der Risikomanagement- Organisation steht die (gemäß Solvency II) zugelassene Inhaberin der Schlüsselfunktion Risikomanagement. Sie berichtet direkt an das verantwortliche Vorstandsmitglied (zuständig für Risikomanagement, Compliance und Legal). Der Inhaber der Schlüsselfunktion Compliance berichtet ebenfalls direkt an dasselbe Vorstandmitglied, während der Inhaber der Schlüsselfunktion Versicherungsmathematik an den Chief Financial Officer (CFO) berichtet. Die Funktionen werden von unterschiedlichen Personen wahrgenommen.

Der vierteljährlich tagende Risiko- und Kapitalausschuss ist bei der Risikocontrolling-Funktion angesiedelt. Dem Ausschuss gehören ranghohe Vertreter dieser Funktion, das verantwortliche Vorstandsmitglied (zuständig für Risikomanagement, Compliance und Legal) und ein Vertreter des Risikomanagements von Munich Re als ständige Mitglieder an. Mitglieder des Vorstands und der nachgelagerten Führungsebene nehmen als Gäste an den Ausschusssitzungen teil. Der Ausschuss hat primär das Ziel, den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgabe der Überwachung des Risikomanagementsystems der Gesellschaft zu unterstützen, insbesondere mit Blick auf die Festlegung der Risikostrategie, die Risikoberichterstattung und -kontrolle sowie das Kapitalmanagement.

Zusätzlich findet vierteljährlich die Schlüsselfunktionssitzung statt. Vertreter der unabhängigen Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion, der versicherungsmathematischen Funktion und der Funktion der internen Revision, nehmen teil. Somit wird die Unabhängigkeit der Schlüsselfunktion bewahrt.

Risikostrategie

Die Risikostrategie der Gesellschaft leitet sich aus deren Geschäftszielen ab und legt fest, wo, wie und in welchem Ausmaß die Gesellschaft Risiken eingeht. Dies umfasst die Identifizierung exponierter Risikobereiche, deren Priorisierung anhand von Risikokriterien sowie die Festlegung einer angemessenen Risikotoleranz im Einklang mit der Strategie und den Zielen der Gesellschaft. Der Vorstand verabschiedet die Risikostrategie im jährlichen Turnus und wird dabei von der unabhängigen Risikomanagement- Funktion unterstützt. Zusätzlich wird sie mit dem Aufsichtsrat der Gesellschaft besprochen.

Umsetzung der Risikostrategie

Die Risikostrategie wird in der gesamten operativen Geschäftsführung der Gesellschaft verankert und umgesetzt. Die unabhängige Risikocontrolling-Funktion hat die Aufgabe, dies regelmäßig zu überwachen und darüber zu berichten. Die operative Umsetzung des Risikomanagements umfasst die Identifikation, Analyse und Bewertung aller wesentlichen Risiken. Bei Risikokapazitätsengpässen oder Konflikten mit der definierten Risikotoleranz wird nach Eskalations- und Entscheidungsprozessen verfahren und im Rahmen des Risikomanagementprozesses darüber berichtet. Diese Prozesse stellen sicher, dass die Geschäftsinteressen auf der Grundlage der Risikoüberlegungen abgestimmt, überwacht und gegebenenfalls aktiv gesteuert werden.

Risikoberichterstattung

Die Risikoberichterstattung erfüllt nicht nur die gesetzlichen Anforderungen, sondern schafft auch interne Transparenz für das Management (interner Risikobericht, ORSA) und informiert die Öffentlichkeit durch die öffentlichen Berichte (Jahresabschluss, Bericht über Solvabilität und Finanzlage). Die interne Risikoberichterstattung informiert den Vorstand und das Senior Management vierteljährlich über die Risikolage der Gesellschaft insgesamt und bewertet wesentliche Risikobereiche und Ereignisse. Bei einer signifikanten Veränderung der Risikosituation kann darüber hinaus eine unverzügliche Ad-hoc-Berichterstattung an den Vorstand erfolgen.

Wesentliche Risiken

Wesentliche Risiken sind Risiken, die sich nachhaltig negativ auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gesellschaft oder deren Ablauforganisation auswirken können. Auf Basis ihres Beitrags zu den Kapitalanforderungen nach internem Modell sind dies vor allem die versicherungstechnischen Risiken sowie die Kreditrisiken aus den Exponierungen gegenüber unseren Versicherungsnehmern und Rückversicherern. Marktrisiken, vor allem aus Zins- und Währungsschwankungen, und operationelle Risiken, vor allem durch Verstoß gegen Aufsicht und Vorschriften im Versicherungsgeschäft, gegen Datenschutz, und gegen vertriebsbezogene Compliance, tragen einen vergleichsweise geringen Teil zur Gesamtrisikosituation der Gesellschaft bei. Es werden die folgenden Risikokategorien unterschieden:

Versicherungstechnische Risiken

Unter versicherungstechnischen Risiken verstehen wir das Risiko, dass sich die Erträge aus dem Versicherungsgeschäft schwächer als erwartet entwickeln. Wesentliche Risiken sind dabei das Beitrags-, das Reserve- und das Kumulrisiko. Das Beitragsrisiko besteht darin, dass die vereinnahmten Beiträge zur Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen in der Zukunft nicht ausreichen. Das Reserverisiko besteht darin, dass die gebildeten Schadenreserven nicht ausreichen, um alle berechtigten Ansprüche zu erfüllen. Das Kumulschadenrisiko resultiert aus einer Häufung von Einzelschäden infolge eines einzigen Schadenereignisses. Dabei kann es sich um Naturkatastrophen oder von Menschen verursachte Ereignisse handeln.

Ein großer Teil der versicherungstechnischen Risiken wird über proportionale und nicht proportionale Rückversicherungsprogramme mitigiert. Dadurch wird die Volatilität des versicherungstechnischen Ergebnisses für eigene Rechnung reduziert. Jedes Jahr führt die Gesellschaft Analysen durch, um die Struktur des Rückversicherungsprogramms zu optimieren. Um langfristig die Erfüllung unserer Verpflichtungen sicherzustellen, steuern wir die versicherungstechnischen Risiken darüber hinaus durch geeignete Zeichnungs- und Reservierungsrichtlinien. Diese beruhen auf regelmäßigen, auf die jeweiligen Risikoarten abgestimmten Risikoanalysen und -berichten. Die Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses überprüfen wir kontinuierlich durch unabhängige Kontrollprozesse und leiten, sofern nötig, Gegenmaßnahmen ein.

Risiken aus Kapitalanlagen und sonstigen Vermögenswerten

Die Gesellschaft legt Vermögenswerte nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht an und berücksichtigt dabei die Kriterien Rendite, Sicherheit und Bonität. Auch die Aspekte Liquidität und Diversifikation werden überwacht und gesteuert. Grundsätzlich folgt die Kapitalanlagestrategie der Struktur der versicherungstechnischen Verpflichtungen, vor allem hinsichtlich Laufzeit und Währung.

Marktrisiko

Die Gesellschaft definiert Marktrisiko als einen finanziellen Verlust, der infolge von Kursveränderungen auf den Kapitalmärkten auftritt. Hierzu gehören unter anderem das allgemeine Zinsrisiko, das spezifische Zinsrisiko, Währungsrisiko, Rentenmarktrisiko und Inflationsrisiko. Das allgemeine Zinsrisiko beschreibt dabei Änderungen der Basiszinskurven, während das spezifische Zinsrisiko Änderungen in den Kreditrisikoaufschlägen modelliert. Marktrisiken werden durch geeignete Limit- und Frühwarnsysteme im Rahmen des Asset-Liability-Managements gesteuert. Die Auswirkungen von Zeitwertveränderungen unserer festverzinslichen Wertpapiere und Ausleihungen durch wesentliche Verschiebungen der Zinskurven auf die Solvenzsituation sind durch das angewandte Asset-Liability-Management begrenzt. Dadurch ist die Gesellschaft in der Lage, die Verbindlichkeiten aus den Versicherungsverträgen jederzeit zu erfüllen, unabhängig von den Marktbedingungen wie Wechselkursen und Zinssätzen. Die Gesellschaft hat grundsätzlich einen geringen Risikoappetit für Marktrisiken. Daher stellt sie die Optimierung der Risikostreuung in den Mittelpunkt und nicht die Maximierung der Kapitalerträge. Die Kapitalanlagen der Gesellschaft bestehen derzeit aus festverzinslichen Wertpapieren und Geldmarktpapieren (Staatsanleihen, Unternehmensanleihen sowie Barmittel) und sind daher primär Wechselkurs-, Inflations- und Zinsrisiken ausgesetzt. Das derzeitige Investmentmandat der Gesellschaft lässt innerhalb festgelegter Grenzen auch Investitionen in Aktien und Infrastrukturwerte zu.

Das allgemeine und spezifische Zinsrisiko ist im Laufe des Geschäftsjahres auf einem stabilen Niveau. Neben dem EUR sind USD und GBP die dominierenden Währungen im Versicherungsgeschäft und damit folgend auch im Kapitalanlageportfolio. Das Währungsrisiko insgesamt ist im Laufe des Geschäftsjahres auf einem stabilen Niveau. Der größte Teil unserer Kapitalanlagen entfällt mit 76,5 (Vorjahr: 78,7)% auf festverzinsliche Wertpapiere. Hiervon besitzen 93,1 (Vorjahr: 94,4)% ein Rating von A oder besser.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft und andere Kontrahentenrisiken

Das Kreditrisiko beschreibt mögliche Verluste durch den vollständigen oder teilweisen Ausfall eines Kontrahenten. Es umfasst auch potenzielle Verluste aufgrund der Veränderung der Kreditwürdigkeit einer Gegenpartei. Neben Kreditrisiken aus Kapitalanlagen entstehen Kreditrisiken auch gegenüber Rückversicherern. Weitere Kreditrisiken resultieren aus Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Agenturen. Bei ihren Anlagen steuert die Gesellschaft das damit verbundene Kreditrisiko, indem sie Emittenten mit angemessener Qualität auswählt sowie gegebene Kontrahentenlimite regelmäßig überwacht. Die Steuerung des Kreditrisikos erfolgt vor allem über im Rahmen der Risikostrategie festgelegte von der Kreditqualität abhängige Limite und Frühwarnmechanismen (Trigger).

Der größte Anteil der Forderungen aus der Rückversicherung ergibt sich gegenüber Unternehmen der Münchener Rück Gruppe, deren Bonität mit AA bewertet ist. Vertreter aus dem Risikomanagement der Gruppe berichten im Risiko- und Kapitalausschuss der Gesellschaft regelmäßig über die Solvabilität und Finanzstärke. Zum 31. Dezember 2024 bestehen bei der Great Lakes Insurance SE keine überfälligen oder abgeschriebenen Forderungen gegenüber Rückversicherern. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft resultieren vor allem aus Beitragsforderungen gegenüber Versicherungsnehmer bzw. Vermittlern. Dieses Ausfallrisiko wird einerseits über die gewissenhafte Auswahl und Prüfung unserer Vermittler sowie über entsprechende Vorgaben für den Zahlungsverkehr gesteuert. Zusätzlich wird für einen Großteil des Geschäftes das Ausfallrisiko an Rückversicherer weitergegeben.

Zum 31. Dezember 2024 beträgt die Duration der Kapitalanlagen ca. 2 Jahre. Die Duration der versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung beträgt ebenfalls ca. 2 Jahre.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Unternehmen nicht in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen. Ein substanzieller Teil der Kapitalanlagen wird in hoch liquide Instrumente investiert, um auch unvorhergesehene Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können. Durch das Asset Liability Management wird die Volatilität in Abstimmung der zukünftigen Zahlungsströme aus Vermögensanlagen, Prämien und Verpflichtungen aktiv gemanagt. Im Rahmen einer detaillierten Liquiditätsplanung wird die Liquidität regelmäßig prognostiziert und überprüft.

Operationelle Risiken

Die Gesellschaft versteht unter dem operationellen Risiko das Risiko von Verlusten aufgrund von unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen, mitarbeiter- und systembedingten oder externen Vorfällen. Darunter fallen zum Beispiel kriminelle Handlungen von Mitarbeitern oder Dritten, Verstöße gegen das Kartellrecht, Geschäftsunterbrechungen, Fehler in der Geschäftsabwicklung, Nichteinhaltung von Meldepflichten sowie Unstimmigkeiten mit Geschäftspartnern.

Das Management der operationellen Risiken erfolgt über das Operationelle Risiko Kontrollsystem (ORKS) der Gesellschaft, ergänzt durch Ergebnisse, die aus Szenarioanalysen gewonnen werden. Die zur Quantifizierung der operationellen Risiken verwendeten Szenarioanalysen werden auch im internen Kapitalmodell der Gesellschaft berücksichtigt. Zur Behebung erkannter Prozessschwächen oder -fehler werden angemessene Maßnahmen bis hin zu größeren Projekten umgesetzt. Darüber hinaus hat die Gesellschaft Rahmenvorgaben, die sich grundsätzlich am einheitlichen Vorgehen innerhalb von Munich Re orientieren, insbesondere bei der Erkennung und Steuerung von Risiken für die Geschäftskontinuität sowie von Sicherheitsrisiken für Menschen, Sachwerte und Informationen.

Beim speziellen "Delegated Authority"-Geschäftsmodell der Gesellschaft wird ein erheblicher Teil der geschäftlichen Aktivitäten ausgelagert - sowohl an andere Unternehmen innerhalb von Munich Re als auch an Fremdfirmen, darunter Agenturen mit Zeichnungsvollmachten oder auf Schadenabwicklung und Policenverwaltung spezialisierte Unternehmen. Aus diesem Grund kann die Gesellschaft einem wesentlichen Ausgliederungs- und Verhaltens-Risiko ausgesetzt sein.

Ausgliederungsrisiko

Ausgliederungsrisiko ist definiert als das Risiko, dass Great Lakes infolge unzureichender Umsetzung, Überwachung oder Kontrolle der Leistung einer Fremdfirma, die mit der Durchführung einer oder mehrerer Aufgaben der Great Lakes betraut ist, einen finanziellen Verlust oder sonstigen Schaden erleidet. Die Gesellschaft steuert dieses Risiko, indem sie bei der Auswahl externer Dienstleister stringente Due-Diligence-Prozesse anwendet und diese in regelmäßigen Abständen, unter anderem bei Besuchen vor Ort überprüft. Die Risikomanagementfunktion der Gesellschaft erhält hierzu aus den Geschäftseinheiten regelmäßig Berichte, in denen mittels quantitativer Schwellenwerte und sachkundiger Einschätzung eine Bewertung des Risikos vorgenommen wird. Die jeweiligen Risikoeinschätzungen werden in aggregierter Form im vierteljährlichen Risikobericht an den Vorstand weitergegeben.

Sonstige Risiken

Strategisches Risiko wird definiert als Risiko, das von falschen Geschäftsentscheidungen, schlechter Umsetzung von Entscheidungen oder mangelnder Anpassungsfähigkeit an Veränderungen in der Unternehmensumwelt ausgeht, bezogen auf die definierten strategischen Ziele der Gesellschaft. Strategische Risiken existieren in Bezug auf die vorhandenen und neuen Erfolgspotenziale. Das strategische Risiko wird gesteuert, indem für wesentliche strategische Themen Risikoanalysen vorgenommen werden. Darüber hinaus wird die Implementierung für notwendig erachtete Maßnahmen regelmäßig nachgehalten. Die Strategie der Gesellschaft wird regelmäßig überprüft und der Geschäftsführung anhand der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) erläutert.

Das Risikofrüherkennungssystem erfasst u. a. sogenannte Emerging Risks. Solche neuen oder neu aufkommenden Risiken entstehen, weil sich beispielsweise die rechtlichen, sozialpolitischen, ökologischen oder naturwissenschaftlich-technischen Rahmenbedingungen ändern. Diese können noch nicht erfasste bzw. noch nicht erkannte Auswirkungen auf das Portfolio der Gesellschaft haben. Innerhalb des Risikomanagementsystems werden potenzielle Emerging Risks jährlich mit den Risikoträgern überprüft.

Weiterhin werden Compliance-Risiken (einschließlich regulatorischer Risiken), rechtliche und steuerliche Risiken berücksichtigt. Seit längerer Zeit ist eine zunehmende Dynamik und Komplexität in der Regulierung zu beobachten, die eine gesteigerte Aufmerksamkeit verlangt und zunehmend und dauerhaft Ressourcen bindet. Die Gesellschaft muss hierbei nicht nur die Regulierung auf europäischer Ebene beachten, sondern ist durch ihre internationalen Zweigniederlassungen und breit angelegte Geschäftsfelder an weitere Regulierungen im Ausland gebunden. Insgesamt sieht sich die Gesellschaft diesen Herausforderungen aber gewachsen und hierfür gut aufgestellt.

Internes Kapitalmodell

Die Great Lakes Insurance SE nutzt, als Teil des Munich Re Gruppenmodells, ein internes Modell zur Bestimmung der Solo-Solvabilität unter Solvency II. Die Verwendung des internen Modells wurde im September 2016 von der zuständigen Aufsichtsbehörde (BaFin) bzw. dem Aufsichtskollegium genehmigt. Das interne Modell ist darüber hinaus für die Risikocontrolling-Funktion ein zentrales quantitatives Instrument zur Bewertung der wesentlichen Risikobereiche der Gesellschaft.

Gesamtbild der Risikolage

Die Gesellschaft verfügt über eine stabile Eigenmittelausstattung und über eine hohe Bonität des Kapitalanlageportfolios. Die Gesellschaft zeigt eine deutliche Überdeckung der aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Solvenzkapitalanforderungen. Die Nutzung von Übergangsmaßnahmen wurde nicht beantragt. Zudem liegt die Bedeckung der versicherungstechnischen Verpflichtungen durch das Sicherungsvermögen nach Buch- und Marktwerten über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Das SCR (Solvency Capital Requirements) gibt den Betrag an anrechnungsfähigen Eigenmitteln an, der benötigt wird, um mit einer vorgegebenen Risikotoleranz unerwartete Verluste des Folgejahres ausgleichen zu können. Dabei entspricht das SCR dem Value-at-Risk der ökonomischen Gewinn- und Verlustverteilung über einen einjährigen Zeithorizont zu einem Sicherheitsniveau von 99,5 %. Diese Größe gibt somit den ökonomischen Verlust an, der bei den zugrunde liegenden Exponierungen statistisch in höchstens einem von 200 Jahren überschritten wird. Die Gesellschaft hat 2024 ihr SCR unter Verwendung ihres von der Versicherungsaufsicht genehmigten internen Modells und ihre Eigenmittel gemäß den Anforderungen unter Solvency II ermittelt.

Nach der Vor-Ort-Prüfung durch die BaFin im Jahr 2022 wurde von der Gesellschaft bereits im gleichen Jahr ein Projekt aufgesetzt, damit die Great Lakes durch eine zukunftsgerichtete Geschäftsorganisation auch weiterhin alle rechtlichen und geschäftlichen Anforderungen nachhaltig und aufsichtsrechtskonform erfüllen wird. Dieses Projekt wurde in den Folgejahren planmäßig umgesetzt und zum Jahresende 2024 abgeschlossen.

Zum 31. Dezember 2024 nimmt die Great Lakes Insurance SE keine der unter Solvency II zulässigen Übergangsregelungen in Anspruch. Zusammenfassend stellen wir fest, dass der Bestand der Great Lakes Insurance SE und die Interessen der Versicherungsnehmer und anderer Geschäftspartner zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren. Uns sind derzeit auf Basis der aktuellen Informationen keine Entwicklungen bekannt, die eine solche Bestandsgefährdung herbeiführen könnten. Darüber hinaus ist uns zum aktuellen Zeitpunkt keine Entwicklung bekannt, die sich nachhaltig negativ auf die Vermögens-, Solvenz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken könnte. Insgesamt ist die Risikosituation der Great Lakes Insurance SE stabil.

Chancenbericht

Das Geschäftsmodell der Great Lakes Insurance SE kombiniert Erst- und Rückversicherung unter einem Dach. Mit unseren Erstversicherungsaktivitäten im Bereich der Versicherung von großen Einzelrisiken und der Kooperation mit bestehenden und neuen Agenten im gewerblichen und Privatkundensegment haben wir als Teil des Geschäftsfelds Rückversicherung der Munich Re Gruppe profitable Wachstumsfelder erschlossen. Durch unser integriertes Geschäftsmodell, starke Kapitalisierung, Innovationsstärke, hohe Kundenorientierung und unser Branchenwissen sind wir gut aufgestellt, um von sich kontinuierlich wandelnden Märkten und veränderten Kundenbedürfnissen zu profitieren. Mit maßgeschneiderten Lösungen für unsere Kunden erzielen wir profitables Wachstum. Wir sehen uns gut gerüstet, um entstehende Chancen und Potenziale zum Nutzen unseres Unternehmens zu ergreifen.

Wir gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft 2025 nur moderat wachsen wird. Während niedrigere Inflation, starkes Lohnwachstum und geldpolitische Lockerung den privaten Konsum stützen, wirken wirtschaftspolitische und geopolitische Unsicherheiten dämpfend auf das Wirtschaftswachstum. Unsere Diversifikation und unsere starke Kapitalisierung begrenzen dabei für uns die Risiken und eröffnen gleichzeitig erweiterte Geschäftsmöglichkeiten, sollten sich die für uns wichtigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser entwickeln. Ein stärkeres Wirtschaftswachstum, z. B. aufgrund handelspolitischer und geopolitischer Entspannung, sollte sich positiv auf die Nachfrage nach Versicherungsschutz auswirken und in den meisten Sparten höhere Prämienvolumina nach sich ziehen. Zudem haben viele Kunden durch die Erfahrungen der Corona-Pandemie den Bedarf eines erhöhten Risikoschutzes erkannt.

Durch die Digitalisierung wandeln sich die Märkte in einem immer stärkeren Maße, und ein sich kontinuierlich veränderndes Kundenverhalten erfordert Flexibilität auf der Zugangs-, Deckungs- und Lösungsseite sowie bei den dahinterliegenden internen Strukturen. Die digitale Transformation voranzutreiben ist daher weiterhin eine der strategischen Prioritäten für 2025 und kommende Jahre.

Wir passen interne Strukturen und Prozesse laufend an, um Komplexität abzubauen, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig Chancen aus der digitalen Transformation zu nutzen. Über die gesamte Wertschöpfungskette und alle Geschäftseinheiten hinweg streben wir einen möglichst hohen Automatisierungsgrad an. Für unsere Kunden und für uns selbst gilt es, die Erwartungen hinsichtlich Qualität, Geschwindigkeit und Sicherheit zu erfüllen und dabei die Effizienz kontinuierlich zu steigern. Dies betrifft nicht nur die klassischen kundenbezogenen Bereiche wie Vertrieb und Vertragsverwaltung sowie Schadenabwicklung, sondern zum Beispiel auch die Digitalisierung unseres Asset Managements. Daneben nutzen wir die Chancen flexibler mobiler Arbeitsmodelle zur Bindung der vorhandenen und zur gezielten Gewinnung neuer Fachkräfte.

Unsere weltweiten Kapitalanlagen werden von den Experten bei der Munich Re und MEAG betreut. Die Volatilität auf den Kapitalmärkten fordert unser Asset Management heraus, Erträge bei überschaubaren Risiken zu erzielen. Chancen bei höher rentierenden Anleihen nutzen wir nur, sofern die Risiken in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden können. Dazu bauen die Kollegen im Kapitalanlagebereich ihre Kompetenzen zur Beurteilung dieser Risiken kontinuierlich aus, um alternative Anlagechancen wahrnehmen zu können, die auch in zunehmend illiquiden Märkten gehandelt werden.

Ökologisch und sozial nachhaltiges Handeln gewinnt für Versicherungsunternehmen immer mehr an Bedeutung. Weitere Informationen zur Umsetzung der Munich Re gruppenweiten Nachhaltigkeitsziele und Handlungsfelder finden Sie im Konzerngeschäftsbericht von Munich Re.

Trotz der globalen Bemühungen gehen wir davon aus, dass der Klimawandel langfristig zu einer Zunahme von wetterbedingten Naturkatastrophen führt; das wachsende Schadenpotenzial erhöht den Bedarf an Erst- und Rückversicherungsprodukten. Unsere 4Kompetenzen im Umgang mit Naturgefahrenrisiken und Fortschritte in unserem Risikomanagement wie neue hochauflösende Risikomodelle ermöglichen uns, Präventionsmaßnahmen zu unterstützen, wettbewerbsgerechte Preise für die traditionellen Absicherungsprodukte zu kalkulieren sowie neue Lösungen für unsere Erst- und Rückversicherungskunden zu entwickeln und anzubieten.

Bei der Transformation der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität sehen wir grundsätzlich Geschäftspotenzial. Wir erwarten steigende globale Investitionen in erneuerbare Energien, um dem Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu entsprechen. Wir verfügen über führendes Engineering- und Risikobewertungs-Know-how und stehen mit innovativen Risikotransferkonzepten für diesen Investitionsschub bereit.

Wir arbeiten mit unseren Kunden daran, in vielerlei Weise die Grenzen der Versicherbarkeit auszudehnen und ihnen neue und erweiterte Risikodeckungen anzubieten. Dafür entwickeln wir für unsere Kunden ein breites Spektrum an Versicherungsdeckungen für Risiken, von denen viele in einer veränderten Welt stärkeres Gewicht zusätzlich zu den traditionell abgedeckten Gefahren bekommen.

Prognosebericht

Wir beurteilen und erläutern die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft nach bestem Wissen und berücksichtigen hierbei die wesentlichen Chancen und Risiken. Darüber hinaus berücksichtigen wir die heute zur Verfügung stehenden Erkenntnisse über Branchenaussichten sowie wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen. Insgesamt kann die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft und deren Ergebnisse jedoch wesentlich von den Prognosen abweichen.

Im Rahmen der Brexit-Strategie der Munich Re hat die Gesellschaft eine wichtige Rolle als Risikoträger in Großbritannien übernommen. Dies gilt für Versicherungsgeschäft aus dem Rückversicherungs- und ERGO-Segment der Munich Re. Die erforderliche Gründung einer neuen Versicherungstochter in Großbritannien wurde bereits im Jahr 2022 abgeschlossen. Die Great Lakes Insurance UK Limited hatte im Jahr 2023 ihren Versicherungs-Geschäftsbetrieb voll aufgenommen. In der Folge führte das von der neuen Gesellschaft in Großbritannien, vorwiegend mit Agenten, betriebene Erstversicherungsgeschäft zu einem Rückgang der Beitragseinnahmen in unserer Zweigniederlassung in Großbritannien in gleicher Höhe im Geschäftsjahr 2023 und auch 2024. Dieser regulatorisch bedingte Rückgang des Geschäftsvolumen wird sich auch im Jahr 2025 nochmals auf die Beitragseinnahmen der Zweigniederlassung auswirken, wenn auch deutlich reduziert.

Weiterhin plant die Gesellschaft das kontinuierliche Wachstum ihres Kreditgeschäftes durch den bereits im Jahr 2022 begonnenen Ausbau der Zweigniederlassung in Irland, mit einem eigenen Team an spezialisierten Experten und Verwaltungskapazitäten.

Die bestehende Zweigniederlassung in Italien wird in 2025 weiter ausgebaut, um dem starken Wachstum im Kraftfahrtversicherungsgeschäft Rechnung zu tragen.

Alle Prognosen sind weiterhin von Unsicherheit geprägt: Die weiteren Entwicklungen des Kriegs in der Ukraine oder die Entwicklungen im Nahen Osten und in den USA sind nicht vorhersehbar, die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen werden fragil und die Volatilität an den Finanzmärkten bleibt hoch. Für die Gesellschaft ergeben sich in diesem Zusammenhang weiterhin Risiken aus einer möglichen Ausweitung der Kreditrisikoaufschläge sowie möglicher Zahlungsausfälle für Anleihen. Zudem bergen Zinsänderungen ein weiteres Verlustpotenzial.

Trotz dieser Unsicherheiten erwarten wir im Jahr 2025 ein steigendes Geschäftsvolumen. Die relativ geringen Rückgänge aus dem weiteren Übergang des Privatkundengeschäftes mit Agenten in Großbritannien in das neue Tochterunternehmen werden mit Wachstum in anderen Geschäftsfeldern überkompensiert. Vor diesem Hintergrund sollte die Great Lakes Insurance SE im Planjahr 2025 gebuchte Bruttobeiträge von rund 5,7 Mrd. € erwirtschaften bei der Annahme stabiler Wechselkurse im Jahr 2025 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024. Die Schaden-Kosten-Quote für eigene Rechnung vor Zuführung zur Schwankungsrückstellung erwarten wir mit rund 94% der verdienten Beiträge für eigene Rechnung. Eine verlässliche Vorhersage ist nicht nur wegen der offenkundigen Schwankungen im Anfall von Großschäden und Naturkatastrophen nur bedingt möglich. Der unerwartet niedrige Aufwand für eigene Rechnung aus Basisschäden sowie geringeren Schäden aus Naturkatastrophen und einzelnen Großschadenereignissen ist auch der Grund für die, gegenüber der Prognose, niedrigere Schadenquote und das erfreuliche versicherungstechnische Ergebnis für das Geschäftsjahr 2024.

Zudem dürfte sich die Kapitalanlagerendite der Great Lakes Insurance SE wegen des insgesamt volatilen, aber hohem Zinsniveaus verbessern. Allerdings können steigende Zinsen, vor allem im US-Dollar Bereich, zu weiteren Abschreibungen auf den Bestand an festverzinslichen Wertpapieren führen. Insgesamt gehen wir nach derzeitigem Stand davon aus, dass wir nach Steuern und Zuführungen zur Schwankungsrückstellung 2025 ein positives HGB-Ergebnis nach Steuern im mittleren zweistelligen Millionenbereich erreichen werden.

In Summe rechnen wir 2025 bei einem durchschnittlichen Schadenverlauf mit einem versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung vor Zuführungen zur Schwankungsrückstellung von ca. 72 Mio. € und einem Ergebnis nach Steuern von ca. 51 Mio. €.

Dabei schützt uns unser Rückversicherungsprogramm auch im Jahr 2025 vor weiteren möglichen materiellen Schadenbelastungen aus den Kriegsereignissen in der Ukraine.

Im Geschäftsjahr 2024 betriebene Versicherungszweige und -arten

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Krankenversicherung

Unfallversicherung (ohne Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr)

Haftpflichtversicherung

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Kraftfahrtversicherung

Luftfahrtversicherung

Rechtsschutzversicherung

Feuerversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Gebäudeversicherung

Sonstige Sachversicherung

Transportversicherung

Kreditversicherung

Kautionsversicherung

Beistandsleistungsversicherung

Luft- und Raumfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Schadenversicherung

In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft

Krankenversicherung

Unfallversicherung (ohne Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr)

Haftpflichtversicherung

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Kraftfahrtversicherung

Luftfahrtversicherung

Rechtsschutzversicherung

Feuerversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Gebäudeversicherung

Sonstige Sachversicherung

Transportversicherung

Kreditversicherung

Kautionsversicherung

Luft- und Raumfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Schadenversicherung

Bilanz zum 31. Dezember 2024

Aktiva

Vorjahr
Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. €
A. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 447.491 340.547
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 133.043 103.860
580.534 444.407
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.319.193 2.112.538
2. Einlagen bei Kreditinstituten 110.401 103.559
3. Andere Kapitalanlagen 22.430 23.153
2.452.024 2.239.249
III. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 1.376.172 1.172.685
4.408.730 3.856.341
B. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 1.530.846 1.341.845
2. Versicherungsvermittler 580.069 528.718
2.110.914 1.870.563
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 706.191 833.916
davon Forderungen gegen
- verbundene Unternehmen: 578.590 (609.532) Tsd. €
III. Sonstige Forderungen 58.163 48.375
davon Forderungen gegen
- verbundene Unternehmen: 868 (4.768) Tsd. €
2.875.268 2.752.854
C. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 302.969 236.845
302.969 236.845
D. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 15.114 9.760
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 23 22
15.136 9.782
Summe der Aktiva 7.602.104 6.855.823

Passiva

Vorjahr
Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. €
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 131.777 131.777
II. Kapitalrücklage 40.000 40.000
III. Gewinnrücklage
gesetzliche Rücklage 13.178 13.178
IV. Bilanzgewinn 365.150 365.687
550.105 550.641
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 1.671.975 1.503.999
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 1.133.661 999.497
538.314 504.502
II. Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 9.627.996 9.072.201
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 7.663.118 7.413.059
1.964.878 1.659.142
III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 232.355 167.108
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 77.962 37.827
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 50.586 18.751
27.376 19.076
2.762.923 2.349.828
C. Andere Rückstellungen
I. Pensionsrückstellungen 473 330
II. Steuerrückstellungen 67.976 63.908
III. Sonstige Rückstellungen 8.655 8.633
77.104 72.871
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 1.710.358 1.617.152
E. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber
1. Versicherungsnehmern 11.838 18.097
2. Versicherungsvermittlern 1.042.781 898.924
1.054.619 917.021
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.399.446 1.324.965
davon Verbindlichkeiten gegenüber - verbundenen Unternehmen: 1.353.362 (1.257.469) Tsd. €
III. Sonstige Verbindlichkeiten 47.550 23.342
davon Verbindlichkeiten gegenüber - verbundenen Unternehmen: 26.339 (307) Tsd. €
davon aus Steuern: 2.264 (745) Tsd. €
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 44 (3) Tsd. €
2.501.615 2.265.329
Summe der Passiva 7.602.104 6.855.823

Bestätigung des Verantwortlichen Aktuars

Aufgrund der mir vorliegenden Unterlagen über den Bestand habe ich die Berechnung der Renten-Deckungsrückstellung zum 31.12.2024 überprüft.

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter Posten B.II der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung in Höhe von 119.168 Tsd. € unter Beachtung von § 341f und § 341g HGB sowie der aufgrund des § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.

 

München, den 21.03.2025

Der Verantwortliche Aktuar

Dr. Alexander Itigin

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024

Posten

Vorjahr
Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. €
I. Versicherungstechnische Rechnung
1 Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 5.209.649 5.190.497
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -4.082.735 -4.141.777
1.126.915 1.048.720
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -124.502 213.528
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 114.214 -221.453
-10.287 -7.925
1.116.628 1.040.795
2 Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 101 35
3 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
a) Bruttobetrag -2.623.543 -2.987.041
b) Anteil der Rückversicherer 2.200.439 2.634.923
-423.104 -352.119
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
a) Bruttobetrag -208.321 48.195
b) Anteil der Rückversicherer -2.780 -241.843
-211.101 -193.648
-634.204 -545.766
4 Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Nettorückstellungen
a) Sonstige versicherungstechnische Nettorückstellungen -698 317
-698 317
5 Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb -1.301.671 -1.258.486
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 986.138 967.069
-315.533 -291.417
6 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -1.845 -1.887
davon: Anteil der Rückversicherer 9.996 2.938
7 Zwischensumme 164.448 202.076
8 Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen (- = Aufwand) -65.246 -91.211
9 Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 99.202 110.866
Vorjahr
Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. €
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1 Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 83.377 63.200
davon aus verbundenen Unternehmen 7.740 (1.310) Tsd. €
b) Erträge aus Zuschreibungen 15.092 32.439
c) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 16.119 4.911
114.588 100.550
2 Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen -6.953 -4.185
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen -6.238 -292
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen -3.888 -2.178
-17.079 -6.655
97.509 93.895
3 Sonstige Erträge 185.962 84.061
4 Sonstige Aufwendungen -236.135 -124.707
5 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 146.538 164.115
6 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -42.728 -60.576
7 Sonstige Steuern -2.723 -1.915
8 Erträge aus Verlustübernahme 0 0
9 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 101.087 101.623

Anhang

Angaben zur Identifikation

Die Great Lakes Insurance SE hat seit dem 30.12.2016 ihren Sitz in München (Handelsregisternummer: HRB 230378, Registergericht: Amtsgericht München).

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Grundlagen der Bilanzierung

Der Jahresabschluss der Great Lakes Insurance SE wurde nach Maßgabe des Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), der Verordnung für die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) und des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (VAG) erstellt.

Die Struktur und Inhalte des Lageberichts entsprechen den Regelungen des Handelsgesetzbuches, wobei wir uns am Deutschen Rechnungslegung Standard Nr. 20 (DRS 20) orientiert haben.

Wir weisen jede Zahl und Summe jeweils kaufmännisch gerundet aus.

Soweit Abrechnungen zum Buchungsschluss noch nicht vorliegen, werden Schätzungen der entsprechenden Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung vorgenommen.

Technische Zinserträge nach §38 RechVersV sind nicht angefallen.

Kapitalanlagen

Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. bei dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere bewerten wir zu den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Börsen- oder Marktwert am Bilanzstichtag gem. §341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit §253 Abs. 1, Abs. 4 und 5 HGB.

Forderungen

Wir bewerten Forderungen grundsätzlich zum Nennwert, gegebenenfalls abzüglich geleisteter Tilgungen und unter Abzug von Einzelwertberichtigungen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Einlagen bei Kreditinstituten haben wir mit dem Nennwert bilanziert.

Steuerabgrenzung

Für die Berechnung der latenten Steuern wird über die Steuerrechtskreise hinweg eine Gesamtbetrachtung der temporären Differenzen und Verlustvorträge vorgenommen. Das Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB haben wir ausgeübt. Ein über den Saldierungsbetrag hinausgehender Überhang aktiver latenter Steuern wird nicht angesetzt. Die abzugsfähigen temporären Differenzen übersteigen die zu versteuernden temporären Differenzen der Gesellschaft um 262.069 (269.424) Tsd. €. Die abzugsfähigen temporären Differenzen ergeben sich aus der Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen, immaterieller Vermögensgegenstände sowie der Kapitalanlagen. Die bestehenden zu versteuernden temporären Differenzen sind von untergeordneter Bedeutung. Der für den deutschen Steuerrechtskreis anzuwendende latente Steuersatz beträgt gerundet 33,0 %. Er setzt sich aus der Körperschaftsteuerbelastung einschließlich Solidaritätszuschlag von 15,8 % und der Gewerbesteuer von 17,2 % zusammen. Der anzuwendende Steuersatz in der materiellen Betriebsstätte in Großbritannien beträgt 25,0 %.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Modellregeln für Pillar II - die Globale Mindestbesteuerung veröffentlicht. In Deutschland sind diese Regelungen durch das Mindeststeuergesetz (MinStG) zum 01.01.2024 in Kraft getreten. Für 2024 ergaben sich für die Gesellschaft keine steuerlichen Effekte aus der Anwendung des Mindeststeuergesetzes. Die Gesellschaft hat entsprechend § 274 Abs. 3 Nr. 1 und 2 HGB keine aktiven und passiven latenten Steuern in Zusammenhang mit Pillar II bilanziert.

Steuerliche Bilanzierungseinflüsse bestehen nicht.

Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden

Die Verrechnung von Vermögensgegenständen mit den entsprechenden Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen erfolgte gemäß §246 Abs. 2 HGB, da diese Vermögensgegenstände durch eine Pfandrechtsvereinbarung dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die versicherungstechnischen Rückstellungen bilden wir nach handelsrechtlichen Erfordernissen. In allen Fällen haben wir dabei berücksichtigt, dass die dauernde Erfüllbarkeit unserer Verpflichtungen sichergestellt ist.

Beitragsüberträge

Die Beitragsüberträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft haben wir auf der Grundlage der Beitragsfälligkeiten grundsätzlich zeitanteilig ermittelt. Als nicht übertragungsfähige Einnahmeteile wurden entsprechend der steuerrechtlichen Vorschriften 85% der Provisionen und sonstigen Bezüge der Vertreter angesetzt. Die Beitragsüberträge für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft sind grundsätzlich anhand der Aufgaben der Vorversicherer einschließlich der Beträge aufgrund der Clean-Cut-Vereinbarungen oder nach dem Bruchteilsystem ermittelt worden. Für Teile des auf Zeichnungsjahren basierenden übernommenen Versicherungsgeschäfts kommen für einen Beobachtungszeitraum von maximal drei Jahren handelsrechtlich übliche Näherungs- und Vereinfachungsverfahren zur Anwendung. Die Anteile der Rückversicherer an den Beitragsüberträgen haben wir entsprechend den Berechnungsmethoden des selbst abgeschlossenen beziehungsweise des übernommenen Versicherungsgeschäfts festgestellt. Die Bemessungsgrundlage ist durch Abzug von 92,5% der Rückversicherungsprovisionen von den Rückversicherungsbeiträgen errechnet worden.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle enthält folgende Positionen:

Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle (ohne Renten-Versicherungsfälle)

Rentendeckungsrückstellung

Spätschadenrückstellungen

Rückstellungen für Schadenregulierungsaufwendungen

Die Rückstellung für bekannte, noch nicht abgewickelte Schadenfälle (ohne Renten-Versicherungsfälle) für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurde im Wesentlichen für jeden Versicherungsfall einzeln ermittelt. Die Rückstellung für das übernommene Versicherungsgeschäft entspricht im Allgemeinen den Aufgaben der Vorversicherer. Zudem wurden Rückstellungen für bereits bekannte Versicherungsfälle, deren Ausmaß sich als umfangreicher erweist, als zunächst abzusehen war, gebildet. Die Rückstellung ist der Höhe nach angemessen, um zukünftige Zahlungen für Versicherungsfälle aus dem Geschäftsjahr und den Vorjahren zu decken. Berücksichtigt wurden dabei Versicherungsfälle, die bis zum Bestandsfeststellungszeitpunkt eingetreten und bekannt geworden sind.

Die Rentendeckungsrückstellung wurde nach anerkannten versicherungsmathematischen Methoden unter Beachtung der §§ 341f und 341g HGB berechnet. Die Rentendeckungsrückstellungen werden vollständig an Rückversicherer zediert.

Eine Spätschadenrückstellung wurde gebildet, um in gleichem Maße Versicherungsfälle zu berücksichtigen, die vor dem Bilanzstichtag eingetreten sind, aber erst nach dem Bestandsfeststellungszeitpunkt der Gesellschaft bekannt geworden sind. Die Spätschadenrückstellung ist pauschal nach Erfahrungswerten der Vorjahre mit Hilfe anerkannter versicherungsmathematischer Methoden gebildet worden.

Die Rückstellungen für Schadenregulierungsaufwendungen wurden getrennt für interne und externe Regulierungsaufwendungen gemäß §341g Abs. 1 Satz 2 HGB ermittelt. Die Rückstellung für interne Regulierungsaufwendungen berechnen wir unter Beachtung des Schreibens des Bundesministers für Finanzen vom 22. Februar 1973 pauschal.

Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen werden gemäß §26 Abs. 2 RechVersV in den Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle berücksichtigt.

Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen

Der Posten "Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen" enthält, soweit dies handelsrechtlich vorgeschrieben und zulässig ist, die Rückstellungen zum Ausgleich der Schwankungen im Schadenverlauf künftiger Jahre.

Die Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen werden nach den Vorschriften von §341h HGB in Verbindung mit den §§ 29, 30 der RechVersV gebildet. Die Bildung der Schwankungsrückstellung erfolgt gemäß der Anlage zu §29 RechVersV.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Die sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen haben wir gemäß dem voraussichtlichen zukünftigen Bedarf gebildet. Unter diesem Posten weisen wir unter anderem Rückstellungen für zukünftige zu erwartende erfolgsabhängige Provisionszahlungen aus. Eine Drohverlustrückstellung wird auf Basis der zu erwartenden Schaden- und Kostenbelastung je Sparte und dem Betrag der Beitragsüberträge zum Bilanzstichtag ermittelt. Dabei werden keine Nettoerträge aus Kapitalanlagen mit einbezogen.

Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen sind analog den Berechnungsmethoden des selbst abgeschlossenen beziehungsweise übernommenen Versicherungsgeschäfts ermittelt worden. Die Anteile an den Spätschadenrückstellungen wurden entsprechend den prozentualen Anteilen gemäß den Rückversicherungsverträgen ermittelt.

Andere Rückstellungen

Die Rückstellung für Jubiläen berechnen wir in Bezug auf die Gesellschaftsverhältnisse nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Anwendung der modifizierten "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck. Der Rechnungszinssatz betrug dabei 1,97 (1,76)%, der Gehaltstrend 3,0 (3,0)%. Die Rückstellung für nicht rückgedeckte Pensionsverpflichtungen berechnen wir in Bezug auf die Gesellschaftsverhältnisse nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) unter Anwendung der modifizierten "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck. Der Rechnungszinssatz betrug dabei 1,90 (1,83)%, der Gehaltstrend 3,0 (3,0)%. Die Verpflichtung für die kongruent rückgedeckten Pensionsverpflichtungen wurde mit dem beizulegenden Wert des Rückdeckungsanspruchs angesetzt und mit dem zugehörigen Deckungsvermögen saldiert, da diese Rückdeckungsansprüche verpfändet sind und somit dem Zugriff der sonstigen Gläubiger entzogen sind.

Die übrigen Rückstellungen bilden wir in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Ihrer Laufzeit entsprechend verwenden wir zur Abzinsung die von der Deutschen Bundesbank herausgegebenen Zinssätze gemäß §253 Abs. 2 HGB.

Verbindlichkeiten

Die Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft, die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft, Verbindlichkeiten aus selbst abgeschlossenem Geschäft (s.a.G) und die sonstigen Verbindlichkeiten setzen wir mit dem Erfüllungsbetrag an.

Währungsumrechnung und Bewertungseinheiten für Währungsrisiken

Grundsätzlich erfassen wir alle Geschäftsvorgänge in der Originalwährung und stellen diese umgerechnet zum aktuell gültigen Tageskurs in Euro dar. Die fortgeführten Fremdwährungswerte in der Bilanz werden mit dem jeweiligen Stichtagskurs zum Jahresende neu bewertet.

Pro Währung werden die Fremdwährungspassiva zusammen mit den sie kongruent bedeckenden Fremdwährungsaktiva in Bewertungseinheiten gemäß §254 HGB (Portfolio-Hedges) zusammengefasst, wobei den Bewertungseinheiten primär langfristige Aktiva, Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten zugeordnet werden. Die Umrechnung erfolgt grundsätzlich unabhängig von den Restriktionen des Anschaffungskosten- und Realisationsprinzips.

Liegen bei einer Währung Überdeckungen vor, werden diese daraufhin untersucht, ob sie nachhaltig oder nicht nachhaltig sind. Nachhaltige Überdeckungen werden zusammen mit Devisentermingeschäften in separaten Bewertungseinheiten gemäß §254 HGB zusammengefasst und ebenfalls grundsätzlich unabhängig von den Restriktionen des Anschaffungskosten- und Realisationsprinzips umgerechnet.

Auf den wirksamen Teil der gebildeten Bewertungseinheiten haben wir die Durchbuchungsmethode angewendet. Nicht nachhaltige Überdeckungen sowie (nachhaltige und nicht nachhaltige) Unterdeckungen werden grundsätzlich sofort ergebniswirksam umgerechnet. Die verbleibenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten außerhalb der oben beschriebenen Bewertungseinheiten pro Währung haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und werden deshalb im Einklang mit §256a HGB bewertet. Gleiches gilt für Rückstellungen, deren Restlaufzeit für die Nichtbeachtung des Anschaffungs- und Realisationsprinzips jedoch unerheblich ist.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Erträgen bzw. unter den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva

Entwicklung der Aktivposten

Aktivposten

Tsd. € Buchwert Vorjahr Währungseffekte Zugänge Abgänge
A. I Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 340.547 0 106.945 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 103.860 5.053 24.130 0
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.112.538 70.715 1.446.949 -1.319.863
2. Einlagen bei Kreditinstituten 103.559 95 1.588.314 -1.581.567
3. Andere Kapitalanlagen 23.153 0 407.677 -408.400
Gesamt 2.683.656 75.864 3.574.015 -3.309.830
Tsd. € Zuschreibungen Abschreibungen Buchwert 31.12.2024
A. I Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 447.491
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 133.043
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 15.092 -6.238 2.319.193
2. Einlagen bei Kreditinstituten 0 0 110.401
3. Andere Kapitalanlagen 0 0 22.430
Gesamt 15.092 -6.238 3.032.559

Der Anlagespiegel wird zu Stichtagskursen vom 31. Dezember 2024 dargestellt.

Aktiva mit einem Marktwert von 53.680 (48.989) Tsd. € werden als Sicherheiten für Verbindlichkeiten, vor allem im Rahmen von Treuhand-Fonds ("Trust Fund Obligations") aus dem Versicherungsgeschäft in den USA gestellt.

Zeitwerte der Kapitalanlagen

Bewertungsreserven der Kapitalanlagen

Buchwert Zeitwert Bewertungsreserven
Tsd. € 31.12.2024 31.12.2024 31.12.2024
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 447.491 634.444 186.952
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 133.043 130.381 -2.662
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.319.193 2.340.419 21.226
2. Einlagen bei Kreditinstituten 110.401 110.401 0
3. Andere Kapitalanlagen 22.430 22.430 0
Gesamt 3.032.559 3.238.075 205.516

Zum 31.12.2024 sind keine sonstigen Kapitalanlagen der dauernden Vermögensanlage gewidmet.

B. III. Sonstige Forderungen

In den sonstigen Forderungen sind Steuerforderungen für Ertragsteuern in Höhe von 15.624 (17.000) Tsd. € und Umsatzsteuer in Höhe von 2.546 (2.292) Tsd. € enthalten.

C. Sonstige Vermögensgegenstände

Hierunter werden die Bankguthaben bei in- und ausländischen Kreditinstituten ausgewiesen.

D. Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten beinhaltet abgegrenzte Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren, im Wesentlichen aus Inhaberschuldverschreibungen.

Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt 131.776.704 € und ist auf 11.400.000 Stückaktien aufgeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallene rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 11,56 €.

II. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage aus dem Geschäftsjahr 2020 bleibt unverändert bestehen in Höhe von 40.000 Tsd. €.

III. Gewinnrücklage

Die Gewinnrücklage beträgt 13.178 (13.178) Tsd. €. Die gesetzliche Rücklage ist gemäß den gesetzlichen Vorgaben voll dotiert.

IV. Bilanzgewinn

Tsd. € 31.12.2024 Vorjahr
Jahresüberschuss 101.087 101.623
Gewinnvortrag aus Vorjahr 264.063 264.063
Gesamt 365.150 365.687

Der Bilanzgewinn in Höhe von 365.150 (365.687) Tsd. € ergibt sich aus dem Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2024 und dem Gewinnvortrag aus der Zeit vor der Sitzverlagerung der Great Lakes von London nach München.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, den gesamten Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2024 in Höhe von 101.087 Tsd. € an den Aktionär auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 264.063 Tsd. € als Gewinn vorzutragen.

B. Versicherungstechnische Rückstellungen

Tsd.€ Versicherungstechnische Brutto- Rückstellungen gesamt davon: Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
31.12.2024 Vorjahr 31.12.2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: 53.676 72.341 13.873 52.568
Unfallversicherung 44.936 30.155 5.993 10.523
Krankenversicherung 8.739 42.186 7.879 42.045
Haftpflichtversicherung 2.606.314 2.427.468 2.278.626 2.141.407
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 1.895.128 2.158.064 1.729.525 1.993.352
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 374.320 372.988 282.813 292.577
Feuer- und Sachversicherung, davon: 1.496.361 1.378.483 1.058.713 1.044.581
Feuerversicherung 638.264 656.790 492.224 523.298
Verbundene Hausratversicherung 12.947 35.191 7.819 30.136
Verbundene Wohngebäudeversicherung 323.756 204.829 130.578 93.397
Sonstige Sachversicherung 521.394 481.672 428.091 397.750
Transport- und Luftfahrtversicherung 255.053 254.360 218.456 218.860
Kredit- und Kautionsversicherung 330.511 230.930 317.141 218.124
Rechtsschutzversicherung 10.018 15.365 6.505 13.903
Beistandsleistungsversicherung 30.609 14.592 2.568 2.888
Sonstige Versicherungen 946.914 740.018 821.742 646.363
Summe 7.998.903 7.664.608 6.729.962 6.624.623
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe 3.611.384 3.116.527 2.898.034 2.447.577
Gesamtes Versicherungsgeschäft 11.610.287 10.781.135 9.627.996 9.072.201
Tsd.€ davon: Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen
31.12.2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon:
Unfallversicherung
Krankenversicherung
Haftpflichtversicherung 93.979 84.327
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2.375
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 21.901 18.069
Feuer- und Sachversicherung, davon: 89.928 33.928
Feuerversicherung 2.266 1.551
Verbundene Hausratversicherung
Verbundene Wohngebäudeversicherung 87.662 32.377
Sonstige Sachversicherung
Transport- und Luftfahrtversicherung 2.335
Kredit- und Kautionsversicherung 421
Rechtsschutzversicherung
Beistandsleistungsversicherung
Sonstige Versicherungen 5.469 8.010
Summe 213.611 147.130
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe 18.743 19.979
Gesamtes Versicherungsgeschäft 232.355 167.108

C. Andere Rückstellungen

Einem Erfüllungsbetrag aus Altersversorgungsverpflichtungen von insgesamt 2.520 (1.765) Tsd. € stand ein zu verrechnendes Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert von insgesamt 2.047 (1.436) Tsd. € gegenüber. Durch die Saldierung auf Einzelplanebene ergab sich kein zu aktivierender Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung und eine Pensionsrückstellung in Höhe von 473 (330) Tsd. €. Die Anschaffungskosten des zu verrechnenden Vermögens betrugen rund 2.047 (1.436) Tsd. €. Der Ertrag dieser Vermögensgegenstände betrug im Geschäftsjahr 60 (47) Tsd. €. Der Zinsaufwand der Pensionsrückstellungen und vergleichbar langfristig fälliger Verpflichtungen betrug insgesamt -24 (-18) Tsd. €.

Verrechnete Aufwendungen und Erträge aus der Pensionsverpflichtung und dem zu verrechnenden Deckungsvermögen

Tsd. € 31.12.2024 Vorjahr
Aufwand aus der Abzinsung von Altersvorsorgeverpflichtungen -32 -22
Ertrag aus der Änderung des Abzinsungssatzes von Altersversorgungsverpflichtungen 8 4
Ertrag aus mit Altersversorgungsverpflichtungen zu verrechnenden Vermögensgegenständen 60 47
Nettoertrag aus Altersversorgungverpflichtungen 36 29
Aufwand aus der Abzinsung von Altersteilzeitverpflichtungen -12 -10
Ertrag aus der Änderung des Abzinsungssatzes von Altersteilzeitverpflichtungen 5 7
Ertrag/Aufwand aus mit Altersteilzeitverpflichtungen zu verrechnenden Vermögensgegenständen 6 -3
Nettoaufwand aus Altersteilzeitverpflichtungen -1 -6

Bei den Altersteilzeitverpflichtungen stand einem Erfüllungsbetrag von 823 (904) Tsd. € ein zu verrechnendes Vermögen von 466 (672) Tsd. € gegenüber.

Für Jubiläumsverpflichtungen betrug die Rückstellung 1.014 (919) Tsd. €.

Fast alle Mitarbeiter haben für sich und ihre Hinterbliebenen Versorgungszusagen erhalten, die von der Great Lakes Insurance SE selbst zu erfüllen sind.

C. III. Sonstige Rückstellungen

Tsd. € 31.12.2024 Vorjahr
Gehaltsverpflichtungen 4.694 4.645
Sonstige 2.027 2.006
Ausstehende Rechnungen 920 1.063
Jubiläumsleistungen 1.014 919
Gesamt 8.655 8.633

D. Verbindlichkeiten

Fälligkeiten

Tsd. € Bis zu 1 Jahr Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
E. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 11.838 0 0
2. Versicherungsvermittler 1.038.257 4.081 443
1.050.095 4.081 443
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.355.647 43.798 0
davon gegenüber: verbundenen Unternehmen 1.353.361 (1.257.469) Tsd. €
III. Sonstige Verbindlichkeiten 47.550 0 0
davon Verbindlichkeiten gegenüber - verbundenen Unternehmen: 26.339 (307) Tsd. €
davon aus Steuern: 2.264 (745) Tsd. €
davon i. R. d. sozialen Sicherheit: 44 (3) Tsd. €
Gesamt 2.453.292 47.879 443

E. Bewertungseinheiten

Bewertungseinheit Grundgeschäfte Absicherungsgeschäfte Art der Risiken Höhe der abgesicherten Risiken
Portfolio-Hedge Fremdwährungspassiva Fremdwährungsaktiva Währungskursrisiken Währungsergebnis aus den abgesicherten Fremdwährungspassiva, Ausweis effektiver Wertänderung von Grund- und Absicherungsgeschäften in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund Durchbuchungsmethode bei gebildeten Bewertungseinheiten

Zum Bilanzstichtag sind folgende - hinsichtlich der Volumina größte - Bewertungseinheiten gebildet worden:

Pfund Sterling: 2.389 Mio. (in Mio. € 2.890)

US-Dollar: 4.763 Mio. (in Mio. € 4.600)

Yuan Renminbi: 21.768 Mio. (in Mio. € 2.880)

Im Wesentlichen werden die Bruttoreserven durch die Nettoreserven bedeckt.

Angaben zur Effektivität

Grund Umfang Zeitraum Methode zur Messung der Effektivität
Währungsidentität voraussichtlicher Ausgleich zukünftiger gegenläufiger Wertänderungen nach Fristigkeit Passiva Critical term match-Methode, prospektiv

Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. Versicherungstechnische Rechnung

I.1 Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

Tsd. € Gebuchte Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge
2024 Vorjahr 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: 71.752 82.587 72.228 105.384
Unfallversicherung 47.391 47.748 47.889 48.766
Krankenversicherung 24.361 34.838 24.339 56.618
Haftpflichtversicherung 596.904 525.855 585.035 588.903
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 449.186 420.770 395.782 560.716
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 165.307 159.760 153.151 188.062
Feuer- und Sachversicherung, davon: 866.578 779.159 844.140 772.001
Feuerversicherung 352.562 326.481 352.579 347.991
Verbundene Hausratversicherung 9.654 10.279 9.589 32.826
Verbundene Wohngebäudeversicherung 255.433 209.613 237.838 163.215
Sonstige Sachversicherung 248.929 232.786 244.134 227.970
Transport- und Luftfahrtversicherung 132.994 140.823 135.533 133.359
Kredit- und Kautionsversicherung 266.020 231.190 265.314 232.117
Rechtsschutzversicherung 5.738 6.809 5.060 6.715
Beistandsleistungsversicherung 37.091 28.426 33.196 28.166
Sonstige Versicherungen 341.015 525.743 340.629 564.214
Summe 2.942.239 2.911.400 2.839.658 3.212.463
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe 2.277.064 2.289.376 2.255.079 2.224.963
Gesamtes Versicherungsgeschäft 5.209.649 5.200.776 5.094.737 5.437.426
Tsd. € Verdiente Beiträge f.e.R
2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: 71 1.099
Unfallversicherung 37 95
Krankenversicherung 35 1.004
Haftpflichtversicherung 205.949 215.224
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -525 4.998
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 28.368 40.766
Feuer- und Sachversicherung, davon: 592.744 502.685
Feuerversicherung 269.922 246.899
Verbundene Hausratversicherung 89 745
Verbundene Wohngebäudeversicherung 193.799 131.620
Sonstige Sachversicherung 128.934 123.420
Transport- und Luftfahrtversicherung 6.605 3.130
Kredit- und Kautionsversicherung 425 592
Rechtsschutzversicherung -25 8
Beistandsleistungsversicherung -303 -74
Sonstige Versicherungen 174.527 155.907
Summe 1.007.926 925.063
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe 108.790 116.478
Gesamtes Versicherungsgeschäft 1.116.628 1.041.541

I.2 Gebuchte Bruttobeiträge nach Herkunft

Tsd. € 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Aus dem Inland 250.850 176.528
Aus den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft sowie anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum 894.993 675.379
Aus Drittländern 1.786.743 2.049.214
Gesamt 2.932.585 2.901.121

I.3. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung sind um den Gewinn aus der Abwicklung der aus dem vorhergehenden Geschäftsjahr übernommenen Rückstellung, der sich in einem angemessenen Rahmen bewegt, reduziert.

Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle

Tsd. € 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: 11.305 -32.336
Unfallversicherung 2.902 7.675
Krankenversicherung 8.403 -40.011
Haftpflichtversicherung -343.527 -304.642
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -112.065 -455.543
Sonstige Kraftfahrtversicherungen -133.128 -160.862
Feuer- und Sachversicherung, davon: -372.263 -307.536
Feuerversicherung -170.167 50.559
Verbundene Hausratversicherung -2.702 -32.666
Verbundene Wohngebäudeversicherung -99.117 -120.417
Sonstige Sachversicherung -100.277 -205.012
Transport- und Luftfahrtversicherung -146.972 -182.662
Kredit- und Kautionsversicherung -117.461 -127.271
Rechtsschutzversicherung 5.157 3.011
Beistandsleistungsversicherung -3.070 -3.715
Sonstige Versicherungen -408.867 -327.744
Summe -1.623.593 -1.931.965
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe -1.210.972 -1.039.546
Gesamtes Versicherungsgeschäft -2.834.565 -2.971.512

Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Tsd. € 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: -53.507 -25.689
Unfallversicherung -36.815 -18.946
Krankenversicherung -16.691 -6.744
Haftpflichtversicherung -86.227 -79.797
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -166.082 -207.712
Sonstige Kraftfahrtversicherungen -48.448 -60.467
Feuer- und Sachversicherung, davon: -257.404 -222.312
Feuerversicherung -110.856 -94.575
Verbundene Hausratversicherung -4.154 -5.699
Verbundene Wohngebäudeversicherung -79.384 -63.802
Sonstige Sachversicherung -63.010 -58.235
Transport- und Luftfahrtversicherung -28.901 -26.492
Kredit- und Kautionsversicherung -8.389 -9.169
Rechtsschutzversicherung -2.938 -3.151
Beistandsleistungsversicherung -24.404 -10.412
Sonstige Versicherungen -68.194 -97.207
Summe -748.646 -748.107
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe -557.178 -516.078
Gesamtes Versicherungsgeschäft -1.305.824 -1.264.185

Von den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb entfallen 1.247.008 (1.207.941) Tsd. € auf Abschluss- und 54.663 (50.545) Tsd. € auf Verwaltungsaufwendungen.

I.9. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung

Tsd. € 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: 238 858
Unfallversicherung 400 -476
Krankenversicherung -162 1.334
Haftpflichtversicherung 24.538 30.389
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 6.813 8.654
Sonstige Kraftfahrtversicherungen -3.005 -3.230
Feuer- und Sachversicherung, davon: 12.085 20.913
Feuerversicherung 25.533 72.128
Verbundene Hausratversicherung 345 1.405
Verbundene Wohngebäudeversicherung -25.012 -29.332
Sonstige Sachversicherung 11.218 -23.287
Transport- und Luftfahrtversicherung -160 -55
Kredit- und Kautionsversicherung 3.942 1.051
Rechtsschutzversicherung 34 -1
Beistandsleistungsversicherung 148 271
Sonstige Versicherungen 44.853 36.763
Summe 89.831 97.019
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe 9.716 15.252
Gesamtes Versicherungsgeschäft 99.547 112.270

Rückversicherungssaldo *

Tsd. € 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: -29.789 -46.496
Unfallversicherung -13.576 -37.971
Krankenversicherung -16.213 -8.525
Haftpflichtversicherung -120.536 -104.444
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -112.923 113.440
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 29.694 26.982
Feuer- und Sachversicherung, davon: -143.466 -214.244
Feuerversicherung -42.603 -228.455
Verbundene Hausratversicherung -2.388 6.948
Verbundene Wohngebäudeversicherung -29.064 -4.678
Sonstige Sachversicherung -69.410 11.941
Transport- und Luftfahrtversicherung 42.772 75.608
Kredit- und Kautionsversicherung -135.944 -94.753
Rechtsschutzversicherung -7.244 -6.576
Beistandsleistungsversicherung -5.574 -13.768
Sonstige Versicherungen 179.727 -97.859
Summe -305.670 -355.164
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft
Summe -478.582 -639.000
Gesamtes Versicherungsgeschäft -784.252 -994.163

* = zugunsten der Rückversicherer

Der Rückversicherungssaldo ergibt sich aus den verdienten Beiträgen der Rückversicherer sowie den Anteilen der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle und den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb.

Nichtversicherungstechnische Rechnung

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Währungskursgewinnen in Höhe von 178.362 (77.782) Tsd. € sowie Währungskursverlusten in Höhe von -184.196 (-84.882) Tsd. € zusammen. Aufgrund unseres Geschäftsmodells halten wir höhere Volumina in den versicherungstechnischen Rückstellungen vor Rückversicherung in Fremdwährungen. Nach Rückversicherung relativieren sich die entsprechenden Positionen auf ein deutlich geringeres Niveau. In Summe ergeben sich dadurch hohe, jedoch gegenläufige Währungskurseffekte. Unsere Zweigniederlassungen in Italien und Australien halten ihre Vermögensgegenstände zum großen Teil in der jeweiligen Landeswährung vor. Für unser Portefeuille wesentliche Währungen sind das Britische Pfund, Australische Dollar sowie US-Dollar.

Im Geschäftsjahr 2024 resultiert aus der deutschen Steuersphäre ein Steueraufwand in Höhe von -22.554 (-25.617) Tsd. €, Steueraufwendungen der Betriebsstätte in Großbritannien in Höhe von -16.973 (-33.079) Tsd. € sowie aus der Betriebstätte in Italien in Höhe von -2.654 (-1.826) Tsd. €.

Sonstige Angaben

Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Stück 2024 Vorjahr
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfall- und Krankenversicherung, davon: 730.680 890.833
Unfallversicherung 730.499 890.566
Krankenversicherung 181 267
Haftpflichtversicherung 83.275 286.209
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2.395.792 1.658.882
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 599.540 1.105.921
Feuer- und Sachversicherung, davon: 157.720 153.610
Feuerversicherung 26.447 18.628
Verbundene Hausratversicherung 5.023 34.723
Verbundene Wohngebäudeversicherung 81.318 59.298
Sonstige Sachversicherung 44.932 40.961
Transport- und Luftfahrtversicherung 14.045 12.416
Kredit- und Kautionsversicherung 50.882 9.529
Rechtsschutzversicherung 378.873 256.597
Beistandsleistungsversicherung 873.045 579.538
Sonstige Versicherungen 743.251 1.093.370
Summe 6.032.126 6.081.628

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen aktuell keine Haftungsverhältnisse. Sonstige finanzielle Verpflichtungen liegen für das Geschäftsjahr 2024 nicht vor.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Es liegen keine weiteren nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte vor.

Nachtragsbericht

Auch wenn die Belastungen durch die verheerenden Brände in Los Angeles im Januar 2025 noch nicht genau abgeschätzt werden können, ist bereits absehbar, dass es sich für die Versicherungsindustrie um den historisch bislang höchsten Waldbrandschaden handelt. Die Great Lakes erwartet daraus eine Belastung nach Rückversicherung von bis zu 15 Mio. €. Diese Schätzung ist zu diesem frühen Zeitpunkt angesichts der Komplexität des Schadenbilds noch mit hoher Unsicherheit behaftet.

Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2024 haben wir durchschnittlich 59 (47) eigene Mitarbeiter am Hauptsitz der Gesellschaft beschäftigt. Alle Mitarbeiter waren im Innendienst tätig.

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen

Tsd. € 31.12.2024 Vorjahr
Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des §92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 663.860 677.512
Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des §92 HGB 32.828 27.020
Löhne und Gehälter 14.240 11.729
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 1.623 1.881
Aufwendungen für Altersversorgung 688 501
Gesamt 713.240 718.642

Vergütungsbericht

Die Gesamtbezüge des Vorstands der Great Lakes Insurance SE betrugen 2.470 (1.907) Tsd. €. Für den Aufsichtsrat der Great Lakes Insurance SE entstanden in 2024 keine Aufwendungen. Die Organmitglieder erhielten im Berichtsjahr keine Vorschüsse oder Kredite. Die Übersicht über die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands befindet sich auf Seite 42 und Seite 43. Sie ist Bestandteil des Anhangs.

Die Great Lakes Insurance SE legt jährlich Long-Term Incentive Pläne mit einer Laufzeit von jeweils 4 Jahren auf. Maßgeblich für die Höhe der Bonuszahlung ist der Total Shareholder Return (TSR) der Münchener-Rück Aktie im Vergleich zu einer definierten Peer Group. Darüber hinaus werden seit der Planauflage 2023 ESG-Ziele berücksichtigt. Der Anspruch auf Bonuszahlung entsteht im fünften Jahr nach Planbeginn. Die Rückstellung beläuft sich zum 31.12.2024 auf 1.284 (1.433) Tsd. €.

Abschlussprüferhonorar

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar erfolgen gemäß § 285 Nr. 17 HGB befreiend im Konzernabschluss der Münchener Rück AG.

Gruppenzugehörigkeit

Die Great Lakes Insurance SE ist eine hundertprozentige Tochter der Münchener Rück AG. Die Mitteilung entsprechend § 20 Abs. 4 AktG liegt vor.

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wird in den nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS aufgestellten Konzernabschluss der Münchener Rück AG zum 31. Dezember 2024 einbezogen (gleichzeitig kleinster und größter Konsolidierungskreis). Somit liegen die Voraussetzungen zur Befreiung der Gesellschaft von der Konzernrechnungslegungspflicht vor.

Der Konzernabschluss und -lagebericht der Munich Re werden beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und dort bekannt gemacht. Zudem sind sie auf der Internetseite der Munich Re verfügbar.

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2024 gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Die Angaben über Eigenkapital und Jahresergebnis sind dem zuletzt verfügbaren Jahresabschluss (Geschäftsjahr 2023) nach nationalen Rechnungslegungsvorschriften entnommen.

Great Lakes Insurance SE (HGB)

%-Anteil am Eigenkapital Jahresergeb-
Firma und Sitz Kapital in Tsd. € nis in Tsd. €
Great Lakes Insurance UK Limited, London 100 340.223 -20.067

Gesellschaftsorgane

Aufsichtsrat

Michael Kerner

Vorsitzender des Aufsichtsrates, Vorstand des Geschäftsbereichs Global Specialty Insurance (GSI) der Münchener Rück AG

Ralph Ronnenberg

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates, Leiter des Zentralbereiches Reinsurance Controlling der Münchener Rück AG

Dr. Carsten Prussog

Leiter des Geschäftsbereichs Europe and Latin America 1 (UK, Ireland, Netherlands, Nordic and Baltics) der Münchener Rück AG

Vorstand

Christoph Carus

Vorsitzender des Vorstands

Dr. Stefan Pasternak

Dr. Tobias Klauß

Stéphane Deutscher

Claire Weston (neu seit 1.9.2024)

Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben in München, den 21. März 2025. Der Vorstand

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Great Lakes Insurance SE

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Great Lakes Insurance SE, München - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Great Lakes Insurance SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

Bewertung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle umfasst die Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle, deren Bewertung sich jeweils nach den Vorschriften des § 341g HGB richtet.

Die Bewertung der Brutto-Teilschadenrückstellung für bekannte Versicherungsfälle (bekannte Schäden) im selbst abgeschlossenen Geschäft erfolgt dabei grundsätzlich einzeln je Schadenfall und basiert auf den Erkenntnissen und Informationen zum Stichtag sowie den Erfahrungen der Gesellschaft aus ähnlichen Schadenfällen. Im übernommenen Geschäft erfolgt die Bewertung der Teilschadenrückstellung für bekannte Versicherungsfälle nach den Aufgaben der Zedenten oder aber bei besseren Erkenntnissen durch das Management selbst. Soweit bei Aufstellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft keine Aufgaben der Zedenten vorliegen, werden die Rückstellungen geschätzt. Die Schätzung wird durch die Zahlen gemäß den Ist-Abrechnungen der Zedenten sukzessive abgelöst. Aus der Differenz zwischen Schätzung und Ist-Abrechnung ergibt sich ein Anpassungseffekt, der erfolgswirksam erfasst wird.

Die Teilschadenrückstellung für unbekannte Versicherungsfälle wird auf der Basis von Erfahrungswerten unter Anwendung aktuarieller Verfahren und statistischer Methoden ermittelt. Hierbei sind Annahmen über künftige Prämien, Endschadenquoten, Abwicklungszeiträume, -faktoren und -geschwindigkeit sowie zur Schadeninflation unter Zugrundelegung der Erfahrungen aus der Vergangenheit zu treffen.

Die Bewertung von Großschäden wird bei der Berechnung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle gesondert betrachtet.

Die Ermittlung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle ist mit Unsicherheiten behaftet und ermessensabhängig, da sie in hohem Maß auf Schätzungen und Annahmen beruht und daher das Risiko besteht, dass die Brutto-Rückstellung insgesamt nicht ausreichend bemessen ist. Unsicherheiten bei der Schätzung bestehen insbesondere in Bezug auf den Eintritt, die Höhe und Geschwindigkeit der Abwicklung von Großschäden sowie die langfristige Schadenentwicklung unter Berücksichtigung der Schadeninflation und spezifische Schadenszenarien.

Wir haben die Bewertung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle deshalb als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt. Zudem ist die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle ein wesentlicher Passivposten in der Bilanz.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben uns im Rahmen unserer Prüfung mit den Prozessen zur Ermittlung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle befasst und die implementierten Kontrollen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zur Sicherstellung der vollständigen und richtigen Erfassung der Versicherungsfälle als auch der Bewertung getestet.

Weiterhin haben wir die Angemessenheit der bei der Bewertung der Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle verwendeten versicherungsmathematischen Verfahren und Methoden und die Ableitung und Nachvollziehbarkeit wesentlicher verwendeter Annahmen, beispielsweise Schadenquoten und Annahmen zur Schadenabwicklung, beurteilt. Zudem haben wir die im Berichtsjahr vorgenommenen Schätzungen insgesamt nachvollzogen und im Falle von wesentlichen Abweichungen Befragungen durchgeführt.

Ferner haben wir untersucht, ob die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in den Vorjahren ausreichend bemessen war, um die tatsächlich eingetretenen Schadenfälle insgesamt zu decken und um die Qualität der Schätzungen der Vergangenheit ("Soll-Ist-Vergleich") zu beurteilen. In diesem Zusammenhang haben wir die Auskömmlichkeit der gebuchten Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle anhand der Abwicklungsergebnisse gewürdigt.

Ferner haben wir im Rahmen einer Zufallsstichprobe von einzelnen bekannten Versicherungsfällen einschließlich Großschäden für verschiedene Versicherungszweige und -arten anhand der Schadenaktenlage untersucht, ob die hierfür jeweils gebildeten Rückstellungen unter Berücksichtigung der vorliegenden Informationen und Erkenntnisse zum Bilanzstichtag ausreichend bemessen sind.

Zur Beurteilung der ausreichenden Bemessung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle haben wir eigene Schadenprojektionen für die größten Versicherungszweige bzw. -arten auf der Grundlage mathematisch-statistischer Verfahren durchgeführt. Hierbei haben wir einen besten Schätzwert mithilfe statistischer Wahrscheinlichkeiten ermittelt und mit den Berechnungen des Managements verglichen und auf dieser Basis die insgesamt ausreichende Bemessung der Brutto-Rückstellung beurteilt.

Wir haben die Annahmen zur Weiterentwicklung der Verbraucherpreis-, Baukosten-, Gehaltssteigerung- und Gesundheitskostenindizes und deren Auswirkung auf das Gesamtportfolio beurteilt und anhand einer zufällig ausgewählten Stichprobe portfoliospezifische Inflationsannahmen gewürdigt.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir eigene Spezialisten mit Kenntnissen der Versicherungsmathematik eingesetzt.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bewertung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen für die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs enthalten. Angaben zur Zusammensetzung der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für die betriebenen Versicherungszweige bzw. -arten finden sich im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz - Passiva/Versicherungstechnische Rückstellungen".

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

Wichtige Kennzahlen

Bericht des Aufsichtsrats

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungs-prozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftiger-weise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrol- A len und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens -, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 22. April 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 29. April 2024 von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der Great Lakes Insurance SE tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Claus-Peter Wagner.

 

München, 27. März 2025

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wagner, Wirtschaftsprüfer

Dr. Ott, Wirtschaftsprüfer

Impressum

Great Lakes Insurance SE

Königinstraße 107

80802 München

Tel.: +49 (0)89 244455270

Fax: +49 (0)89 244455271

www.glise.com

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