Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 124672
Vorher
Fondshandel Direkt GmbHFHD Fondshandel Direkt GmbH
Eingetragen
28.9.2012
Branche
Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem AnteilsbesitzManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Gegenstand
(1) Die Gesellschaft erbringt die Anlagevermittlung gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 KWG, insbesondere die Vermittlung von Anteilen an geschlossenen Fonds auf dem so genannten Zweitmarkt. Bei der Erbringung dieser Finanzdienstleistung ist die Gesellschaft nicht befugt, sich Eigentum oder Besitz an Geldern oder Wertpapieren von Kunden zu verschaffen. (2) Gegenstand ist darüber hinaus die Verwaltung eigenen Vermögens sowie die Erbringung von mit dem Unternehmensgegenstand im Zusammenhang stehenden Beratungs-, Dienst- und Werkleistungen, ausgenommen erlaubnispflichtige Geschäfte und Tätigkeiten, soweit nicht eine entsprechende Erlaubnis vorliegt. Bei der Verwaltung des eigenen Vermögens handelt es sich um die Anlage der freien Liquidität der Gesellschaft in Termin- oder Festgelder.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Landsberg OT Gollma
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Fondshandel Direkt GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

der Fondshandel Direkt GmbH, Hamburg

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
täglich fällig 871.595,28 674.832,58
2. Forderungen an Kunden 87.956,41 226.837,83
3. Beteiligungen 22.712,32 22.712,32
4. Sachanlagen 2.345,00 5.374,00
5. Sonstige Vermögensgegenstände 7.745,79 7.745,79
6. Rechnungsabgrenzungsposten 4.455,99 4.610,69
996.810,79 942.113,21

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Andere Verbindlichkeiten
aa) Täglich fällig 0,00 175,00
2. Sonstige Verbindlichkeiten 22.069,22 23.749,17
3. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 4.641,00 50.680,00
b) Andere Rückstellungen 115.794,01 117.091,11
120.435,01
4. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
b) Kapitalrücklage 50.000,00 50.000,00
c) Bilanzgewinn 779.306,56 675.417,93
854.306,56
996.810,79 942.113,21

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 5.518,85 0,00
2. Laufende Erträge aus Beteiligungen 3.552,95 2.531,34
3. Provisionserträge 1.142.808,68 1.393.532,87
4. Sonstige betrieblichen Erträge 4.648,86 17.653,43
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 371.427,67 413.094,22
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 44.106,69 48.028,06
darunter: für Altersvorsorgung € 5.256,00 (Vorjahr: T€ 5,2)
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 216.092,23 631.626,59 193.968,71
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 3.283,99 1.147,71
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,00 0,00
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0,00
9. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 1.250,00
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 521.618,76 758.728,94
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 167.730,13 244.163,90
12. Jahresüberschuss 353.888,63 514.565,04
13. Gewinnvortrag 675.417,93 570.852,89
14. Entnahmen aus Gewinnrücklagen aus anderen Gewinnrücklagen 250.000,00 410.000,00
15. Bilanzgewinn 779.306,56 675.417,93

Anhang 2023

1. Allgemeine Angaben

Die Fondshandel Direkt GmbH hat ihren Sitz in der Lilienstraße 19, 20095 Hamburg und ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg (HRB 124672) eingetragen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung der Vorschriften der §§ 340 ff. des Handelsgesetzbuches unter Beachtung des Formblattes für den Jahresabschluss der Kreditinstitute nach der RechKredV aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß Formblatt der RechKredV in Staffelform aufgestellt. Die Nummerierung wurde vereinfacht.

Die Bewertung entspricht den gesetzlichen Vorschriften.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt.

Die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Bei den Abschreibungen wird die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Anlagegüter zugrunde gelegt. Bei Anlagenzugängen werden die Abschreibungen zeitanteilig beginnend mit dem Monat des Zugangs berechnet. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten in Höhe von bis zu € 1.000,00 netto werden im Erwerbsjahr voll abgeschrieben und sofort als Abgang ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten.

3. Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz

a) Forderungen gegen Kreditinstitute

Die Barreserven enthalten ausschließlich kurzfristig verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von T€ 872 (Vorjahr T€ 675).

b) Forderungen an Kunden

Die Forderungen enthalten ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden aus der Vermittlung von Anteilen an geschlossenen Fonds im Zweitmarkt in Höhe von T€ 88 (Vorjahr T€ 227) mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten. Forderungen in Fremdwährungen bestanden am Bilanzstichtag nicht im wesentlichen Umfang.

c) Entwicklung des Anlagevermögens

Bruttowerte
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
T€ T€ T€ T€
Finanzanlagen 23 0 0 23
Betriebs- und Geschäfts-Ausstattung 23 0 0 23
Summe Anlagevermögen 46 0 0 46
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
T€ T€ T€ T€
Finanzanlagen 0 0 0 0
Betriebs- und Geschäfts-Ausstattung 18 3 0 21
Summe Anlagevermögen 18 3 0 21
Restbuchwerte
Stand am 31.12.2023 Stand am 31.12.2022
T€ T€
Finanzanlagen 23 23
Betriebs- und Geschäfts-Ausstattung 2 5
Summe Anlagevermögen 25 28

d) Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten ausschließlich die Kaution für die angemieteten Büroräume in Höhe von T€ 8 (Vorjahr T€ 8).

e) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen mit T€ 8 Verbindlichkeiten Lohnsteuer (Vorjahr T€ 10), mit T€ 6 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr T€ 7), mit T€ 4 Rückzahlungen Corona-Hilfen (Vorjahr T€ 4) und mit T€ 4 gegenüber Gesellschaftern (Vorjahr T€ 2). Es handelt sich dabei nicht um Organkredite i.S.d. § 15 KWG. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen bestanden am Bilanzstichtag nicht.

f) Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit T€ 81 Personalkosten (Tantieme- bzw. Bonuszahlungen und Urlaubsansprüche; Vorjahr T€ 76), mit T€ 22 Jahresabschluss- und Prüfungskosten (Vorjahr T€ 31) sowie mit T€ 8 Kosten für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen (Vorjahr T€ 7).

g) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von T€ 25 ist in voller Höhe eingezahlt.

Der Bilanzgewinn des Vorjahres wurde im Berichtsjahr an den Gesellschafter teileweise in Höhe von T€ 250 ausgeschüttet.

4. Fristengliederung

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Alle Verbindlichkeiten sind innerhalb von drei Monaten fällig.

5. Mitarbeiterschaft

Die Fondshandel Direkt GmbH beschäftigte im Jahresdurchschnitt neben der Geschäftsführung weitere vier Mitarbeiter.

6. Sonstige Angaben

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar betrifft mit T€ 12 zzgl. Umsatzsteuer ausschließlich die Abschlussprüferleistungen.

7. Sonstige finanziellen Verpflichtungen

Es bestehen jährliche Zahlungsverpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von T€ 38.

Die übrigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen liegen im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs.

8. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung obliegt Herrn Dirk Reißhauer. Er ist alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Auf die Angaben gemäß § 285 Nr. 9 a HGB wird im Hinblick auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

9. Gewinnverwendung

Es ist geplant, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von ca. 80% auszuschütten. Darüber hinaus wird der verbleibende Gewinn vorgetragen.

 

Hamburg, den 31. März 2024

Fondshandel Direkt GmbH

Geschäftsführung

Dirk Reißhauer

Lagebericht 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

Die Fondshandel Direkt GmbH gilt seit dem 26. Juni 2021 als Wertpapierinstitut i. S. d. § 2 Abs. 1 WplG, mit einer von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erteilten Zulassung für die Anlagevermittlung. Die Gesellschaft besitzt seit dem Jahr 2013 Erfahrung in der Vermittlung von geschlossenen Fondsanteilen, insbesondere aus den Segmenten Immobilien und Schiffe, am sog. Zweitmarkt. Der Zweitmarkt ist der Markt, der es dem Anleger eines geschlossenen Fonds ermöglicht, seinen Fondsanteil während der Laufzeit des Fonds zu veräußern, also ohne den frühestmöglichen Kündigungstermin oder die Auflösung der Fondsgesellschaft abwarten zu müssen.

Herr Dirk Reißhauer ist seit der Gründung der Gesellschaft als geschäftsführender Gesellschafter tätig. Neben dem Geschäftsführer arbeiten vier weitere Mitarbeiter für die Gesellschaft. Die Gesellschaft hat ihren Standort in Hamburg und kann grundsätzlich an private und professionelle Kunden Anteile an geschlossenen Fonds vermitteln. Der Fokus lag jedoch im Geschäftsjahr, wie bereits in Vorjahren, bei den Käufern allein auf professionelle Kunden.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Jahr 2023 um 0,2% im Vergleich zum Vorjahr. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Die schwache Auslandsnachfrage und die hohen Energiekosten lasteten auf der Industrie und den Exporten. Zugleich drückten die gestiegenen Finanzierungskosten auf die Investitionen, insbesondere im Wohnungsbau. Die privaten Haushalte hielten sich zudem mit ihren Konsumausgaben zurück, und der Staatskonsum sank kräftig, da pandemiebezogene Ausgaben entfielen. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona- Jahr 2020 nicht weiter fort.

Im Jahr 2023 lag die Inflationsrate, wie bereits im Vorjahr, im historischen Vergleich außergewöhnlich hoch. Die HVPI-Rate betrug im Jahresdurchschnitt 6,0 % (2022: 8,7%), wobei die Inflationsrate im Jahresverlauf deutlich rückläufig war. Für die nach wie vor hohe Teuerungsrate waren insbesondere die sehr hohen, gegenüber 2022 nochmals gestiegenen Preiszuwächse bei Nahrungsmitteln verantwortlich. Auch Dienstleistungen verteuerten sich 2023 noch stärker als zuvor. Dagegen blieb die Rate bei den Industriegütern unverändert und ermäßigte sich bei Energie ganz erheblich. Aber auch diese beiden Komponenten verteuerten sich gemessen am langjährigen Mittel weiterhin überdurchschnittlich.

Für das Jahr 2024 ist keine anhaltende Besserung für die deutsche Wirtschaft zu erwarten, da die belastenden Faktoren weiter anhalten. Die gestiegenen Finanzierungskosten und die erhöhte wirtschaftspolitische Unsicherheit dämpfen die Investitionstätigkeit der Unternehmen.

Die nationalen und internationalen Rahmenbedingungen hatten sich für die Gesellschaft im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr erneut leicht verschlechtert. Im Bereich der Containerschiffe korrigierten die Charterraten und die Secondhandpreise weiter. Die im Jahr 2023 deutlich gestiegenen Zinsen belasteten darüber hinaus weiter den Markt der Immobilienfonds. Der Transaktionsmarkt für Immobilien war daher stark rückläufig.

Potentielle Käufer von Anteilen an geschlossenen Fonds im Zweitmarkt sind grundsätzlich weiter interessiert, alternative Investitionen zu den traditionellen Geldanlagen (Termin- oder Festgeld) zu tätigen. Die Attraktivität der Termin- oder Festgelder sowie Anleihen hat in 2023 jedoch weiter zugenommen. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus werden höhere Erträge für die Investitionen in geschlossene Fonds erwartet. Es bleiben Unsicherheiten, wie sich die aktuelle konjunkturelle Entwicklung auf die Nachfrage nach geschlossenen Fonds auswirken wird.

2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Markt für geschlossene Publikums-AIF lag das prospektierte Angebotsvolumen mit € 720 Mio. im Jahr 2023 rund € 535 Mio. niedriger als 2022 (€ 1,26 Mrd.). Insgesamt wurden 18 Publikums-AIF von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zum Vertrieb zugelassen - drei Fonds weniger als 2022. Das prospektierte Angebotsvolumen des Jahres 2023 stellt mit rund € 720 Mio. den niedrigsten Wert der vergangenen sechs Jahre dar. Die Gründe für den starken Rückgang sind die Folgen des Krieges in Europa, der Anstieg von Inflation und Baukosten sowie die hohen Energiekosten. Vor allem das gestiegene Zinsniveau wirkte sich negativ auf das Angebotsvolumen aus. Das erhöhte Zinsniveau verteuerte die Finanzierungen. Dies schmälerte die Renditen von neu zu strukturierenden Fonds. Zudem ist der Immobilien-Transaktionsmarkt wegen der gestiegenen Zinsen eingebrochen. Auch befanden sich unter dem Neuangebot 2023 nur fünf großvolumige Fonds mit einem Eigenkapital von mehr als € 50 Mio ., davon nur zwei mit einem Eigenkapital > € 100 Mio. Diese fünf Fonds vereinen rund 53% des Neuangebots 2023 auf sich. Von den 18 im vergangenen Jahr zugelassenen Publikums-AIF investieren 14 in Immobilien. Diese 14 Fonds vereinen ein prospektiertes Eigenkapitalvolumen von € 618 Mio. auf sich. Dies entspricht rund 86% des gesamten Neuangebotes. 14 der zugelassenen 18 Publikums-AIF und damit rund vier Fünftel sind risikogemischt konzipiert. Alle 14 risikogemischten AIF sind Blindpool- bzw. Semi-Blindpool-Konstruktionen, bei denen zwar die Investitionskriterien feststehen, aber die Investitionsobjekte noch nicht bzw. nur zum Teil.

Insgesamt investierten Anleger 2023 rund € 683 Mio. in 46 geschlossene Publikums-AIF. Damit sank das platzierte Eigenkapitalvolumen gegenüber dem Vorjahr mit rund € 1,2 Mrd. um rund 45%. Die nach wie vor dominierende Assetklasse Immobilien konnte mit € 422 Mio. rund 62% des 2023 platzierten Eigenkapitals auf sich vereinen. An zweiter Stelle folgt das Segment Private Equity mit rund € 156 Mio. platziertem Eigenkapital (rund 23%). An dritter Stelle liegt die Assetklasse Erneuerbare Energien mit € 84 Mio. (rund 12%). An vierter Stelle steht die Assetklasse Multi-Asset mit € 14 Mio. (drei AIF, rund 2%) und an fünfter Stelle Infrastruktur (ein AIF, rund 1%). Der starke Einbruch des Platzierungsvolumens im Jahr 2023 ist mit der Unsicherheit auf den Immobilienmärkten, den deutlich gestiegenen Finanzierungskosten für die Fonds und der Zurückhaltung von privaten Anlegern zu begründen. Alternative Anlagen wie Festgeld oder Anleihen haben aufgrund der deutlich gestiegenen Attraktivität dem Langfristinvestment des geschlossenen Fonds 2023 zunehmend Konkurrenz gemacht.

Die Angebotsentwicklung im Erstmarkt wird sich mittelfristig auf den Zweitmarkt auswirken. Der Bereich der Schiffsfonds ist auch aufgrund der bestehenden Altersstruktur der Schiffe weiter von regelmäßigen Objektverkäufen und somit einer Reduzierung der handelbaren Fonds geprägt. Aufgrund des deutlich gestiegenen Zinsniveaus werden Immobilienfonds nur noch vereinzelt durch den Verkauf der Fondsobjekte aufgelöst. Diese Entwicklung unterstützt grundsätzlich den Zweitmarkt für geschlossene Fonds.

Im Schiffssegment werden neue Projekte vermehrt durch Direktbeteiligungen in enger Kooperation mit Reedereien realisiert. Die Fondshandel Direkt GmbH ist hier weiter im regelmäßigen Austausch mit verschiedenen Reedereien, um den Kunden diese Projekte anbieten zu können.

Der Handel von geschlossenen Fondsanteilen im Zweitmarkt erfolgt seit Jahren über unterschiedliche Kanäle. Neben der Vermittlung von Anteilen direkt an professionelle Käufer, die insbesondere von der Fondshandel Direkt GmbH betrieben wird, besteht die Möglichkeit der Vermittlung über Handelsplattformen.

3. Geschäftsverlauf

Die geschäftliche Situation der Gesellschaft hat im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr eine leicht abgeschwächte Entwicklung genommen. Es konnten in Summe 1.011 Anteile (Vorjahr 1.115 Anteile) an 137 verschiedenen Fonds (Vorjahr 131 Fonds) vermittelt werden. Die vermittelten Anteile hatten ein Nominalvolumen von zusammen ca. € 39 Mio. (Vorjahr ca. € 41 Mio.). Die kumulierten Kaufpreise betrugen ca. € 22 Mio. (Vorjahr ca. € 31 Mio.). Der durchschnittliche Kaufpreis entsprach daher 57% (Vorjahr 75%) bezogen auf die Beteiligungshöhe. Hierbei unterschieden sich die durchschnittlichen Kaufpreise für Immobilienfonds mit 78% (Vorjahr 106%) deutlich von den durchschnittlichen Kaufpreisen für Schiffsfonds mit 50% (Vorjahr 61%).

Bezogen auf die Kaufpreise war die Assetklasse Schiff mit 48% (Vorjahr 44%) vor dem Bereich Immobilien mit 40% (Vorjahr 52%) führend. Der Anteil der sonstigen Fonds betrug 12% (Vorjahr 4%).

III. Vermögens,- Finanz- und Ertragslage

Die Gesellschaft verfügt über keine wesentlichen Anlagegüter, da die Anlagevermittlung keinen Immobilienbesitz oder sonstige produzierende Anlagegüter erfordert. Kurz- bis mittelfristig sind auch keine wesentlichen Investitionen geplant. Wesentlicher Vermögensposten der Gesellschaft sind drei eigene Beteiligungen an Fonds, hauptsächlich um zeitnah die Informationen aus diesen Fonds über Geschäftsberichte, Anlegerschreiben etc. zu erhalten und damit Entwicklungen der Fonds besser zum Nutzen der Kunden der Fondshandel Direkt GmbH nachvollziehen zu können.

Die Bilanzsumme ist von T€ 942 auf T€ 997 gestiegen und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 6% erhöht. Die liquiden Mittel (Bankguthaben) stiegen um T€ 197 und betragen zum Bilanzstichtag 2023 T€ 872 (Vorjahr: T€ 675). Die kurzfristigen Forderungen an Kunden aus der Vermittlung von Beteiligungen im Zweitmarkt (per Ultimo T€ 88) fielen um T€ 139. Die Steuerrückstellungen haben sich deutlich um T€ 46 auf T€ 5 reduziert.

Die Eigenkapitalquote betrug 86% und erhöhte sich leicht gegenüber dem Vorjahresniveau (80%). Die Verbindlichkeiten betrugen im Jahr 2023 T€ 22 (Vorjahr: T€ 24). Die Gesellschaft verfügt über keine Fremdkapitalfinanzierung und plant diese auch nicht.

Die Provisionsumsätze belaufen sich 2023 auf ca. T€ 1.143 gegenüber T€ 1.394 im Vorjahr. Die Umsätze haben sich damit im Jahr 2023 um ca. 18% reduziert. Die Gesellschaft konnte erneut neue Kunden an sich binden und hat auch von deren guter Ausstattung mit Liquidität profitiert. Die Gesellschaft ist ausschließlich in der Anlagevermittlung tätig und allein auf professionelle Käufer spezialisiert. Die Vermittlungsprovisionen stammen zu 49% aus dem Schiffsbereich, zu 38% aus dem Segment Immobilien, und zu 13% aus dem Bereich sonstige Fonds.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen bestehen im Wesentlichen aus den Bürokosten (T€ 83), Raumkosten (T€ 43), Prüfungskosten (T€ 22) sowie Abgaben (T€ 21). Die Personalkosten haben sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 46 auf T€ 416 reduziert.

Das Geschäftsjahr 2023 konnte mit einem Jahresüberschuss von T€ 354 klar unter dem Vorjahresniveau von T€ 515 abgeschlossen werden.

IV. Offenlegung nach § 26a KWG/Artikel 431-455 CRR

Als Wertpapierinstitut gem. § 2 WpIG, welches ausschließlich Anlagevermittlungsleistungen erbringt, beruft sich die Gesellschaft auf die Befreiungsvorschriften hinsichtlich der Offenlegungsvorschriften und Anforderungen gem. § 26a KWG und Artikel 431-455 der CRR.

V. Prognosebericht

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich in den Jahren 2024 und 2025 das Provisionsergebnis und der Jahresüberschuss auf die langfristigen Durchschnitte der vergangenen acht Jahre reduzieren werden. Einerseits verfügt der Zweitmarkt weiter über zahlreiche gut handelbare Fondsanteile und insbesondere Anleger im Rentenalter streben aus Altersgründen zur Vereinfachung der Vermögensverwaltung den Verkauf von Fondsanteilen an. Darüber hinaus führen die gestiegenen Zinsen zu weniger Verkäufen von Fondsobjekten bei Immobilienfonds und die Käufer sind weiterhin gut mit Liquidität ausgestattet. Andererseits steigt aufgrund der konjunkturellen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen die Unsicherheit im Markt und die Käufer haben angesichts des gestiegenen Zinsniveaus erhöhte Renditeerwartungen sowie alternative Anlagemöglichkeiten.

Die Gesellschaft verfügt weiter über ein stabiles Netzwerk von Käufern und Verkäufern, sodass es für die Gesellschaft derzeit keine Anhaltspunkte gibt, dass die Geschäftsbeziehungen mit dem bestehenden Kundenstamm künftig deutlich abnehmen. Obwohl die Gesellschaft aktiv nur sehr wenige Werbemaßnahmen schaltet, wird davon ausgegangen, dass das Netzwerk und der Kundenstamm aufgrund von Empfehlungen weiter ausgebaut werden kann.

Veränderungen der Geschäftstätigkeit sind nicht geplant.

VI. Risiko- und Chancenbericht

Risikobericht

Das Eingehen von Risiken ist untrennbar mit der unternehmerischen Tätigkeit und dem Erfolg der Fondshandel Direkt GmbH verbunden. Zur Sicherstellung des nachhaltigen Erfolges ist es von entscheidender Bedeutung, Risiken zu erkennen, die die Geschäftsziele negativ beeinflussen könnten.

Die Gesellschaft trägt den Anforderungen dadurch Rechnung, indem die Geschäftsführung interne Prozesse für die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung und Überwachung von Risiken eingerichtet hat. Sie hat darüber hinaus Organisationsrichtlinien zur operativen Umsetzung eines Risikomanagementprozesses erstellt.

Unter anderem wurden insbesondere folgende Risikobereiche identifiziert und Maßnahmen zur Risikokontrolle implementiert:

- Adressatenausfallrisiko:

Nach einer erfolgreichen Vermittlung hat die Gesellschaft Provisionsforderungen an die Käufer der geschlossenen Fonds. Bei den Käufern handelt es sich um professionelle Käufer, die in der Regel langjährig mit der Gesellschaft zusammenarbeiten und an deren Zahlungsfähigkeit keine Zweifel bestehen.

- Entwicklung Vermittlungsgeschäft:

Geschlossene Fonds/Publikums-AIF werden seit einigen Jahren im geringeren Umfang platziert. Mittel- bis langfristig hat dies Auswirkungen auf den Zweitmarkt. Dies wird zum Teil jedoch dadurch ausgeglichen, dass insbesondere ältere Anleger Fondsanteile vermehrt verkaufen, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Darüber hinaus sind insbesondere im Immobilienbereich einige Zweitmarktfonds bestrebt, den Verkauf von Fondsobjekten grundsätzlich zu verhindern. Aufgrund des guten Marktes konnten in den vergangenen beiden Jahren zahlreiche Schiffsgesellschaften langfristige Charterverträge abschließen und damit die Fondslaufzeit verlängern. Andererseits wird im Schiffsbereich der aktuell gute Markt vermehrt für den Verkauf älterer Schiffe genutzt. Im Immobilienbereich sind aktuell Objektverkäufe aufgrund der gestiegenen Zinsen kaum möglich.

- Marktpreisrisiken:

Die Gesellschaft erhält Vermittlungsprovisionen, die sich grundsätzlich auf die Kaufpreise der vermittelten Fondsbeteiligung beziehen. Daher kann die Wertentwicklung der Fonds für die Gesellschaft einen Einfluss darstellen. In der Vergangenheit konnten negative Kursentwicklungen teilweise durch eine erhöhte Abgabebereitschaft der Verkäufer und somit gestiegener Anteilsvermittlungen ausgeglichen werden. Ferner entwickeln sich Märkte in der Regel unterschiedlich und zum Teil gegenläufig. Im Bereich der Immobilienfonds haben sich die gestiegenen Zinsen in gesunkenen Anteilskursen bemerkbar gemacht.

Inwiefern die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine die Wertentwicklung der Fondsbeteiligungen beeinflussen, bleibt abzuwarten. Marktverwerfungen sind bisher ausgeblieben.

Compliance und regulatorische Anforderungen insbesondere im Zusammenhang mit der erlangten WpIG-Erlaubnis

unbekannte neue oder geänderte Gesetzesregelungen

Die Gesellschaft versucht dies mit kontinuierlicher Fortbildung (Fachzeitschriften, digital) und regelmäßigem Austausch mit Beratern und Wirtschaftsprüfer zu begegnen.

IT-Risiken:

Das Geschäft der Gesellschaft wird weitgehend unter Einsatz elektronischer Medien durchgeführt. Der Ausfall der IT, des Internets oder der Telefone kann zu einer Beeinträchtigung des Geschäfts führen. Die Gesellschaft versucht diese Risiken durch die Auswahl qualifizierter externer Dienstleister, die Vorhaltung von Ersatzhardware und regelmäßige Datensicherungen weitgehend zu reduzieren.

- Wettbewerb bei Ankaufsaktionen:

Einige Wettbewerber spezialisieren sich auf die Auftragsverarbeitung für Kunden, d.h. auf der Basis der von den Fondsgesellschaften abgeforderten Anlegeradressen werden Kaufwünsche von Mitgesellschaftern unterbreitet. Ferner setzen einzelne Käufer auch direkte Ankaufsaktionen um. Bei insgesamt weniger handelbaren Fonds verstärkt sich der Wettbewerb. Die Gesellschaft versucht mit einzelnen Käufern eng zusammenzuarbeiten und diese gezielt zu unterstützen. Ferner wird der Markt intensiv beobachtet.

Existenzbedrohende Risiken für die Gesellschaft bestehen nicht.

Chancenbericht

Neben den Risiken ergeben sich für die Fondshandel Direkt GmbH auch Chancen, die insbesondere aus der Regulierung und dem Aufbau enger Kundenbeziehungen rühren. Im Detail sind hierbei zu nennen:

Durch die Verabschiedung des ersten Finanzmarktnovellierungsgesetzes bedarf die Vermittlung von Anteilen im Zweitmarkt einer WplG-Erlaubnis. Durch die in diesem Zusammenhang stark gestiegenen Kosten und regulatorischen Anforderungen wurden die Markteintrittsbarrieren deutlich erhöht.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich die Fondshandel Direkt GmbH in den vergangenen Jahren eine gute Reputation erarbeiten konnte. Dadurch besteht die Chance zukünftig das Geschäft mit der bestehenden Kundenbasis auszubauen sowie neue Kunden über Mund-zu-Mund-Propaganda zu gewinnen.

Durch die Einführung der PRIIP-Verordnung ist für professionelle Anleger ein Verkauf von Anteilen an geschlossenen Fonds praktisch nur an ebenfalls professionelle Anleger möglich. Diese Entwicklung kommt der Fondshandel Direkt GmbH mit ausschließlich professionellen Käufern entgegen. Die Fondshandel Direkt GmbH war bereits an der Auflösung verschiedener Portfolien von Zweitmarktfonds beteiligt.

Die Implementierung und Weiterentwicklung einer Datenbank erhöhen die Leistungsfähigkeit.

Die Käufer verfügen weiter über Liquidität und sind bestrebt diese zu investieren.

Gesamtaussage

Die Gesellschaft wird sich im Jahr 2024 darauf konzentrieren, den Kundenbedarf durch die Vermittlung von Anteilen an geschlossenen Fonds weiter zu erfüllen, die Prozesse weiter zu optimieren bzw. zu automatisieren und neue Kunden zu gewinnen.

 

Hamburg, den 30. Mai 2024

Fondshandel Direkt GmbH

Geschäftsführung

Dirk Reißbauer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Fondshandel Direkt GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Fondshandel Direkt GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Fondshandel Direkt GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 30. Mai 2024

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