SEGULA GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sören Dr. Müller seit 19.5.2025 | Prokura |
Hilmar Eucken seit 19.5.2025 | Prokura |
Volker Hoffbauer seit 19.5.2025 | Prokura |
Holger Reinhard Dr. Jené seit 11.5.2021 | Geschäftsführer |
Friederike Dr. Bredt seit 20.2.2020 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
SEGULA Technologies S.A.S. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
SEGULA TECHNOLOGIES GmbHRüsselsheimJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die SEGULA Technologies GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der SEGULA Technologies GmbH, Rüsselsheim am Main - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SEGULA Technologies GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Lagebericht im Abschnitt 4.5 enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Darstellung in den Abschnitten "1. Allgemeine Angaben" und "Vorgänge von besonderer Bedeutung/Nachtragsbericht" im Anhang und auf die Ausführungen in den Abschnitten "3.2 Finanzlage" und "4.2 Chancen- und Risikoanalyse", Unterabschnitt "Finanzielle Chancen und Risiken" im Lagebericht, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft seit Ende 2021 bilanziell überschuldet ist und auch zum Geschäftsjahr 2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag ausweist. Die Gesellschaft hat unter der im Winter 2020 ausgebrochenen Covid-19-Pandemie, der schwierigen Branche und der langfristigen Kundenverträge mit niedrigen Margen massive Verluste zu verzeichnen und plant im Prognosezeitraum negative operative Cash Flows, die nicht mit vorhandenen liquiden Mitteln gedeckt werden können. Die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft ist daher von der finanziellen Unterstützung durch die Segula Technologies SA, Nanterre/Frankreich (seit dem 16. September 2022 nach einem Formwechsel: Segula Technologies SAS, Nanterre/Frankreich), abhängig. Die Segula Technologies SA, Nanterre/Frankreich, hat sich am 9. September 2022 im Rahmen einer betragsmäßig auf EUR 17,4 Mio. begrenzten und bis einschließlich 31. Dezember 2024 befristeten Patronatserklärung zugunsten der Segula Technologies GmbH verpflichtet, der Gesellschaft finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, sodass diese jederzeit in der Lage sein soll, ihre fälligen Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gläubigern zu erfüllen. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Eschborn/Frankfurt am Main, 28. Juni 2023 Ernst
& Young GmbH
Jeanneaux, Wirtschaftsprüferin Margulis, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 20211. Allgemeine Angaben Die SEGULA Technologies GmbH (im Folgenden auch "STG" oder "Gesellschaft") hat ihren Sitz in Rüsselsheim am Main und ist unter der Nummer HRB 98297 im Handelsregister B des Amtsgerichts Darmstadt eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gem. §§ 242 ff. HGB und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten im Geschäftsjahr 2021 die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Jahresabschluss ist unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Sinne des § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt. Hinsichtlich bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt "4.2 Chancen- und Risikoanalyse", Unterabschnitt "Finanzielle Chancen und Risiken" des Lageberichts. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend und im Wesentlichen unverändert. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen, welches im August 2019 erworben wurde, ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarteten voraussichtlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagegruppen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Wertaufholungen waren nicht vorzunehmen. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis € 250 werden im Zugangsjahr sofort abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über € 250 und bis € 1.000 werden der steuerlichen Regelung des § 6a Abs. 2a EStG folgend aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz im Jahr des Zugangs in einem Sammelposten eingestellt und werden mit 20 % p.a. über fünf Jahre linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern des Anlagevermögens sind nachfolgend dargestellt:
Innerhalb der Finanzanlagen werden die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Vorräte: Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder niedrigeren beizulegenden Werten. Die selbst erstellten Vorräte in Form von unfertigen Leistungen resultieren aus der aktivierten Arbeit an langfristigen Projekten, bei denen noch keine Umsatzrealisierung möglich war. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch die anteiligen Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Fremdkapitalzinsen wurden nicht einbezogen. Als niedrigerer beizulegender Wert werden bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen die Wiederbeschaffungskosten, als beizulegender Wert bei unfertigen Leistungen der voraussichtliche Verkaufserlös abzüglich der beim Verkauf noch anfallenden Kosten angesetzt. Abwertungen werden für Bestandsrisiken, die sich aus geminderter Verwertbarkeit und technischer Veralterung ergeben, sowie im Rahmen der verlustfreien Bewertung von unverrechneten Leistungen vorgenommen. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie liquide Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Ausfallrisiken wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Latente Steuern: Soweit die aktiven latenten Steuern den vorhandenen passiven latenten Steuern entsprechen, werden diese gem. § 274 Abs. 1 S. 2 HGB unter Anwendung des Wahlrechts verrechnet dargestellt. Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden insoweit einbezogen, als von künftigen Steuerbe- und -entlastungen aus der Umkehrung von temporären Differenzen bei der Gesellschaft auszugehen ist. Der verwendete durchschnittliche Steuersatz beträgt 30,53 % und entspricht den am Bilanzstichtag geltenden Steuergesetzen und Steuersätzen. Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung enthält die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB), die mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet werden. Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung: Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen sowie von Erfüllungsrückständen aus Altersteilzeitvereinbarungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit den Aufwendungen aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Der Wertansatz für die versicherungsmathematischen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde nach den Vorgaben des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) nach der Anwartschaftsbarwertmethode ermittelt. Für die Ermittlung des Rückstellungsbetrages wurden folgende Bewertungsannahmen zugrunde gelegt: Rechnungszinssatz 1,87 % p.a. (Vj.: 2,30 %); Fluktuation gemäß der WTW Standardfluktuationstabellen; Gehaltstrend 2,75 % (Vj.: 2,55 %) (Gehaltsempfänger) und 2,55 % (Vj.: 2,30 %) (Lohnempfänger); Rententrend 1,70 % p.a. (Vj.: 1,50 %). Es werden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Für die Abzinsung wird der jeweilige durchschnittliche Marktzinssatz verwendet, den die Deutsche Bundesbank für eine Restlaufzeit von 10 Jahren veröffentlicht. Von der Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 S. 2 HGB wurde kein Gebrauch gemacht. Leistungsansprüche aus Plänen, die auf Investmenterträgen von zugrundeliegenden Vermögensgegenständen basieren, werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert der zugrundeliegenden Vermögensgegenstände am Abschlussstichtag bewertet. Ist die Wertentwicklung der zugrundeliegenden Vermögensgegenstände niedriger als eine zugesagte Rendite, werden zur Ermittlung der Pensionsrückstellung die Beiträge mit der zugesagten Rendite aufgezinst und auf den Barwert abgezinst. Die Steuerrückstellungen und die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag erkennbaren ungewissen Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen abzudecken. Wesentliche Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Passive Ausgleichsposten beinhaltet zum einen den Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 118,6 Mio. als Differenz zwischen dem Kaufpreis von EUR 70,0 Mio. für Grundstücke, Gebäude sowie technische Anlagen zuzüglich Anschaffungsnebenkosten von EUR 1,4 Mio. und der von Opel Automobile GmbH, Rüsselsheim am Main, insgesamt zu zahlenden "Additional Ramp-up Consideration" (nachfolgend kurz ARC) von EUR 190,0 Mio. Die ARC dient der Kompensation von Anfangsverlusten im Zusammenhang mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit und der Herstellung der Betriebsbereitschaft. Das Anschaffungskostenprinzip i.S.d. § 253 Abs. 1 HGB sowie das Realisationsprinzip gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB führen im Zeitpunkt des Zuflusses der jeweiligen Zahlungen zu einer ergebnisneutralen bilanziellen Behandlung. Eine anteilige ergebniserhöhende Auflösung erfolgt aufgrund des Realisationsprinzips maximal in Höhe der angefallenen Verluste des jeweiligen Geschäftsjahres (TEUR 36.763) und stellt einen Ertrag von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung gem. § 285 Nr. 31 HGB dar. Zum anderen umfasst der Passive Ausgleichsposten den Unterschiedsbetrag zwischen den Zeitwerten des Deckungsvermögens für die Pensionen sowie der Pensionsverpflichtung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion. Dieser Unterschiedsbetrag wird über einen Zeitraum von 15 Jahren gleichmäßig ergebniswirksam aufgelöst und stellt einen Ertrag von außergewöhnlicher Bedeutung gem. § 285 Nr. 31 HGB dar. Umsatz aus Kundenverträgen wird realisiert, sobald die vertragliche Leistung erbracht ist und die Realisierung des Umsatzes als sicher angenommen wird. Bei Testprojekten und laufendem Service ist dies in der Regel der Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Bei Engineering-Projekten erstreckt sich der Leistungszeitraum über eine längere Periode und die Umsatzrealisierung erfolgt erst mit Projektabschluss. 3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 3.1 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 67.867 (Vorjahr: TEUR 62.225) setzen sich aus generierten Umsätzen aus Testing-Aktivitäten, aus Engineering-Projekten, Mieterträgen sowie sonstigen Umsatzerlösen zusammen. Verschiebungen in der regionalen Aufteilung spiegeln die zunehmenden Aufträge von Dritten wider und die damit einhergehende Reduktion des Umsatzanteils mit Opel.
3.2 Sonstige betriebliche Erträge Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.380 (Vorjahr: TEUR 521) enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Anpassung von Transferpreisen in Höhe von TEUR 1.053. 3.3 Materialaufwand Der Materialaufwand in Höhe von TEUR 30.723 (Vorjahr: TEUR 22.335) umfasst im Wesentlichen bezogene Leistungen von externen und internen Dienstleistern für die Durchführung laufender Projekte. Die Veränderung zum Vorjahr resultiert aus dem gestiegenen Geschäftsvolumen. Die im Vergleich zum Umsatz überproportionale Steigerung ist auf das langfristige Projektgeschäft ohne Umsatzrealisierung in 2021 zurückzuführen. 3.4 Personalaufwand Der Personalaufwand enthält Aufwendungen für Altersversorgung, einschließlich der Effekte aus der Änderung von versicherungsmathematischen Annahmen, mit Ausnahme der Zinssatzänderungen. 3.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr resultieren aus der außergewöhnlichen Zuführung zu den Restrukturierungsrückstellungen im Vorjahr und den gestiegenen Nebenkosten und Instandhaltungskosten sowie höheren Aufwänden für Gebühren und Honorare. 3.6 Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 8.914 (Vorjahr: TEUR 2.604) umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus der Veränderung versicherungsmathematischer Annahmen, der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen sowie aus der Folgebewertung des Deckungsvermögens. 3.7 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind in 2021 nicht angefallen (Vorjahr: TEUR 4.566). Die Veränderung zum Vorjahr resultiert vor allem aus der im Vorjahr noch gebildeten Steuerrückstellung für die Erfassung des Erwerbergewinns und der Auflösung des Überhangs an aktiven latenten Steuern. 3.8 Erträge aus dem anteiligen Verbrauch des passiven Ausgleichspostens Die Erträge aus der anteiligen Auflösung des passiven Ausgleichspostens in Höhe von TEUR 36.763 (Vorjahr: TEUR 64.434) dienen zum einen dem Ausgleich der im Geschäftsjahr 2021 angefallenen Verluste in Höhe von TEUR 34.620 (Vorjahr: TEUR 61.285). Aufgrund des Realisationsprinzips gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB ist der passive Ausgleichsposten maximal in Höhe der angefallenen Verluste des jeweiligen Geschäftsjahres anteilig aufzulösen. Entsprechend ist die Höhe der Auflösung eine direkte Funktion der sonstigen GuV-Positionen und Resultat der in Summe höheren Verluste in 2021. Zum anderen ist in den Erträgen die anteilige Auflösung in Höhe von TEUR 2.143 aus dem Unterschiedsbetrag zwischen der ergebnisneutralen Zugangsbewertung der erworbenen Pensionsverpflichtungen (TEUR 35.644) sowie des dazugehörigen Deckungsvermögens (TEUR 67.787) enthalten. Der Unterschiedsbetrag wird über einen Zeitraum von 15 Jahren gleichmäßig aufgelöst. 4. Erläuterungen zur Bilanz 4.1 Anlagevermögen Das aktvierte Sachanlagevermögen setzt sich im Wesentlichen aus der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie geringwertigen Wirtschaftsgütern zusammen. Zusätzlich wurden im Rahmen der Transaktion in 2019 Grundstücke, Gebäude sowie technische Anlagen für einen Kaufpreis in Höhe von EUR 70,0 Mio. erworben. Anschaffungsnebenkosten sind in Höhe von EUR 1,4 Mio. angefallen und betreffen die Grunderwerbssteuer für die Grundstücke. Die von Opel zu zahlende Anschubfinanzierung in Form einer "Additional Ramp-up Consideration" ("ARC") von insgesamt EUR 190,0 Mio. ist wirtschaftlich als weiterer Bestandteil des Kaufpreises zu betrachten. Die Zuzahlung durch Opel stellte für die STG eine wesentliche Voraussetzung für den Erwerb der Vermögensgegenstände und die damit verbundenen Verluste dar. Im Ergebnis entstand durch die Zuzahlung ein negativer Kaufpreis von EUR 118,6 Mio., der zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion in einem Passiven Ausgleichsposten passiviert wurde. Demzufolge wurden die im Rahmen der Transaktion erworbenen Sachanlagen abweichend vom obigen Kaufpreis zu Anschaffungskosten in Höhe von EUR 0 aktiviert. Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel ersichtlich. Die Ausleihungen enthalten solche an Gesellschafter in Höhe von TEUR 475 (Vj. TEUR 475). 4.2 Vorräte Die Unfertigen Leistungen in Höhe von TEUR 59.709 (Vorjahr: TEUR 24.507) umfassen bereits begonnene Engineering-Projekte mit teils mehrjährigen Laufzeiten. Für diese Projekte wurden vertraglich vereinbarte Anzahlungen sowie monatliche Abschlagszahlungen geleistet. Risiken im Vorratsbestand werden - sofern erforderlich - durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Zum 31. Dezember 2021 wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 10.710 (Vorjahr: TEUR 4.552) auf die unfertigen Leistungen vorgenommen. Zusätzlich wurde eine Rückstellung für drohende Verluste in Höhe von TEUR 109 (Vorjahr: TEUR 386) gebildet. 4.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 73.638 (Vorjahr: TEUR 102.458) haben mit einem Betrag von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 28.740) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Wesentlichen Cash-Pooling-Forderungen gegen die Segula Technologies SAS, Nanterre/Frankreich in Höhe von TEUR 24.363 (Vorjahr: TEUR 19.863) und gegen deutsche Schwestergesellschaften in Höhe von TEUR 5.299 (Vorjahr TEUR 0) enthalten. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen gegen Opel für ausstehende Kaufpreiszahlungen in Höhe von EUR 30 Mio. (Vorjahr: EUR 63 Mio.) abzüglich der dagegen verrechneten Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Die für eine Saldierung zugrunde liegenden Voraussetzungen des § 387 BGB waren zum Bilanzstichtag allesamt erfüllt. 4.4 Aktive latente Steuern Im Geschäftsjahr wurden keine aktiven latenten Steuern mehr angesetzt. 4.5 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung Der aktive Unterschiedsbetrag resultiert aus der Saldierung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB von Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB). Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um einen Wertpapierfonds mit gemischten Wertpapierarten und geringen Barbeständen. Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:
Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wurden die vom externen Fonds-Manager ermittelten Bewertungen angewendet. Die ermittelten Werte wurden in der Regel von aktiven Märkten abgeleitet. Falls keine entsprechenden Kurse verfügbar waren, kamen anerkannte Bewertungsmethoden, wenn möglich unter Bezug auf beobachtbare Marktparameter zur Anwendung. 4.6 Eigenkapital Die Gesellschaft verfügt über ein vollständig eingezahltes Stammkapital in Höhe von TEUR 500 (Vorjahr: TEUR 25). Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine Kapitalerhöhung von TEUR 475 durch die Muttergesellschaft SEGULA GmbH, Rüsselsheim am Main, angestoßen. Die Einzahlung erfolgte bis zum Bilanzstichtag, die Eintragung erfolgte jedoch erst Anfang 2021. Unverändert zum Vorjahr werden 100 % der Anteile von der SEGULA GmbH, Rüsselsheim am Main, gehalten. Das Eigenkapital der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr mit einem Betrag von TEUR 2.061 negativ und teilt sich auf die Positionen Gezeichnetes Kapital (TEUR 500) und Jahresfehlbetrag (TEUR 2.561) auf. Die SEGULA Technologies SA (mittlerweile nach Formwechsel SEGULA Technologies SAS), Nanterre, Frankreich, ist über mehrere Zwischengesellschaften an der Gesellschaft beteiligt und hat eine befristete Patronatserklärung (bis zum 31. Dezember 2024) abgegeben, in der sie sich verpflichtet, die Gesellschaft mit einem Maximalbetrag von TEUR 17.400 finanziell so auszustatten, dass sie in der Lage sein soll, ihre fälligen Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gläubigern zu erfüllen. Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge gem. § 268 Abs. 8 HGB beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 7.741 (Vorjahr: TEUR 9.280) und resultiert vollständig aus dem Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB. 4.7 Rückstellungen 4.7.1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen basiert auf der sogenannten "Projected-Unit-Credit"-Methode. Der Rechnungszinssatz für Pensionsverpflichtungen ist gemäß § 253 Abs. 2 HGB als 10-Jahres-Durchschnitt zu berechnen und fällt damit vorübergehend höher aus als der bisherige 7-Jahres-Durchschnitt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt in 2021 TEUR 7.741 (Vorjahr: TEUR 9.280). Für Details zu den Wertansätzen sei auf die Ausführungen unter 4.5 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung verwiesen. Der Zinsaufwand aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen beträgt TEUR 8.290 (Vorjahr: TEUR 2.735) und ist unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen. 4.7.2 Steuerrückstellungen Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 1.971 (Vorjahr: TEUR 1.971) resultieren in Höhe von TEUR 1.567 unverändert zum Vorjahr aus der anteiligen Auflösung des steuerlichen Erwerbergewinns gem. § 5 Abs. 7 S.5 EStG und in Höhe von TEUR 400 für die Grundsteuer 2021. 4.7.3. Sonstige Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 4.893 (Vorjahr: TEUR 20.329) setzen sich wie folgt zusammen:
Die mitarbeiterbezogenen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Boni, Prämien, Urlaub sowie Ansprüche aus Gleitzeitkonten. 4.8 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Die Erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen zum 31. Dezember 2021 in Höhe von TEUR 61.875 (Vorjahr: TEUR 27.992) enthalten vertraglich vereinbarte Anzahlungen sowie monatliche Abschlagszahlungen, jeweils bezogen auf Engineering-Projekte. Die signifikante Erhöhung resultiert aus der Langfristigkeit der Engineering-Projekte, die Anzahlungen teils über mehrere Jahre ansammeln. 4.9 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 130.449 (Vorjahr: TEUR 71.291) setzen sich wie folgt zusammen:
Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 58.945 (Vorjahr: TEUR: 38.936) beinhalten hauptsächlich ein Darlehen in Höhe von TEUR 28.729 (Vorjahr: TEUR 28.729) sowie Verbindlichkeiten für konzernintern erbrachte Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 30.216 (Vorjahr: TEUR 10.208). Das Darlehen besteht gegenüber der Muttergesellschaft SEGULA GmbH und wird ab dem Jahr 2023 verzinst. 4.10 Passiver Ausgleichsposten Der Passive Ausgleichsposten in Höhe von TEUR 25.709 (Vorjahr: TEUR 62.477) zum 31. Dezember 2021 ergibt sich zum einen aus dem negativen Kaufpreis von EUR 118,6 Mio. aus 2019 abzüglich der ergebniswirksam aufgelösten Anteile für angefallene Verluste in den Vorjahren bis zum Bilanzstichtag. Zum anderen ist zum Bilanzstichtag ein Betrag von TEUR 25.709 (Vorjahr: TEUR 27.847) enthalten, der sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen der ergebnisneutralen Zugangsbewertung der 2019 erworbenen Pensionsverpflichtungen (TEUR 35.644) sowie des dazugehörigen Deckungsvermögens (TEUR 67.787) abzüglich einer anteiligen jährlichen Auflösung in Höhe von TEUR 2.143 zusammensetzt. Dieser Unterschiedsbetrag von ursprünglich EUR 32,1 Mio. wird über einen Zeitraum von 15 Jahren gleichmäßig ergebniswirksam aufgelöst und stellt einen Ertrag von außergewöhnlicher Bedeutung gem. § 285 Nr. 31 HGB dar. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestehen keine gem. § 251 HGB angabepflichtigen Haftungsverhältnisse. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2021 setzen sich wie folgt zusammen:
Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 3.000 aus der Bereitstellung von IT-Mietverpflichtungen für das Jahr 2022. Mitarbeiter/innen Die Gesellschaft beschäftigte 2021 im Durchschnitt gem. § 267 Abs. 5 HGB 754 (Vorjahr 825) Mitarbeiter/innen.
Mitarbeiter/innen aus dem direkten Bereich sind mit der Abarbeitung von kundenbezogenen Aufträgen und Projekten betraut. Die Mitarbeiter/innen der indirekten Funktionen unterstützen in den Bereichen HR, Finanzen, Beschaffung, Marketing, IT und Recht. Ausschüttungssperre In Höhe der folgenden Beträge ergibt sich aus Aktivierungen gemäß § 268 Abs. 8 HGB sowie aufgrund des Unterschiedsbetrags i.S.v. § 253 Abs. 6 HGB eine Gewinnausschüttungssperre:
Name des Geschäftsführers Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch Dr. Martin Lange als Geschäftsführer geführt. Herr Lange war bis zum April 2021 als Geschäftsführer tätig. Mit Wirkung zum 28. April 2021 wurde Dr. Holger Jené zum alleinigen Geschäftsführer der Gesellschaft ernannt. Die Möglichkeit zur Unterlassung von Angaben zu § 285 Nr. 9 a) und b) HGB wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat der SEGULA Technologies GmbH setzt sich im Geschäftsjahr 2021 mit konstituierender Sitzung vom 28. Oktober 2020 wie folgt zusammen:
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr betrugen 0 EUR. Konzernzugehörigkeit Die SEGULA Technologies GmbH wurde per 31. Dezember 2021 in den Konzernabschluss der SEGULA Holding S.A.R.L. (seit dem 16. September 2022 nach einem Formwechsel SEGULA Holding SAS), Nanterre, Frankreich, einbezogen. Die SEGULA Holding S.A.R.L., Nanterre, Frankreich, stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Konzernkreis auf. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Muttergesellschaft erhältlich. Honorar der Abschlussprüfer Für den Abschlussprüfer, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurden im Geschäftsjahr 2021 Honorare gem. § 285 Nr. 17 HGB in Höhe von insgesamt TEUR 155 ausschließlich für Abschlussprüfungsleistungen aufwandswirksam erfasst. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Es wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen durchgeführt. Vorgänge von besonderer Bedeutung / Nachtragsbericht Die Ausläufer von Corona aber vor allem auch der Ukraine Krieg führen dazu, dass der Sachverständigenrat für 2022 ein Wachstum von nur 1,9 % erwartet. Für 2023 liegt die Erwartung bei 3,6 %. Im Jahr 2022 und im angefangenen Jahr 2023 war es der Gesellschaft möglich, den Umsatz weiter zu steigern und neben dem Hauptkunden aus der Stellantis-Gruppe weitere Kunden zu gewinnen. Aufgrund der ungünstigen Kostenstruktur waren jedoch weitere Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich und wurden in 2022 angestoßen, vor allem um die Personalkostenstruktur an Marktkonditionen und das tatsächlich am Markt platzierbare Leistungsangebot anzugleichen. Im Jahr 2022 wurde zur Erhaltung der Liquidität der Gesellschaft seitens der Segula Technologies SA eine Liquiditätszusage in Form eines Comfort Letters (harte Patronatserklärung) abgegeben. Hierbei wurde eine Liquiditätszusage in Höhe von bis zu € 17,4 Mio. bis längstens 31. Dezember 2024 erteilt. Damit wird dem Liquiditätsbedarf der Gesellschaft Rechnung getragen, die unter der im Winter 2020 ausgebrochenen Covid-19-Pandemie, der schwierigen Branche und der langfristigen Kundenverträge mit niedrigen Margen massive Verluste zu verzeichnen hat. Hinsichtlich bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt "4.2 Chancen- und Risikoanalyse", Unterabschnitt "Finanzielle Chancen und Risiken", des Lageberichts.
Rüsselsheim am Main, den 28. Juni 2023 Dr. Holger Jené, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens 2021
LAGEBERICHT zum 31. Dezember 2021Darstellung des Geschäftsverlaufs 1 Grundlagen des Unternehmens 1.1 Geschäftsmodell Die SEGULA Technologies GmbH (im Folgenden "STG", "Unternehmen" oder "Gesellschaft"), 100 %ige Tochter der SEGULA GmbH und Teil des französischen Mutterkonzerns SEGULA Holding S.A.R.L. (seit dem 16. September 2022 nach einem Formwechsel SEGULA Holding SAS) und seiner Zwischenholding SEGULA Technologies SA (seit dem 16. September 2022 nach einem Formwechsel SEGULA Technologies SAS), wurde am 29. Mai 2018 gegründet, um bestimmte Vermögensgegenstände und Funktionen des internationalen Opel-Entwicklungszentrums von der Opel Automobile GmbH ("Opel") zu übernehmen. Darüber hinaus betreibt die Gesellschaft eine von Opel gepachtete Teststrecke in Rodgau-Dudenhofen. Mit Wirkung zum 30. August 2019 wurde die Transaktion rechtswirksam vollzogen. Die Gesellschaft entwickelt vornehmlich für die Automobilindustrie - von einzelnen Baugruppen und Komponenten bis zu kompletten Fahrzeugen vom Design über die Detailkonstruktion und Berechnung bis zur Validierung auf den eigenen Prüfständen in Rüsselheim und Dudenhofen. Weiterhin baut die Gesellschaft den Bereich Software und Digitales aus, um die Automobilindustrie bei der Digitalisierung des Automobils zu unterstützen. Die Leistungen erbringt die Gesellschaft als echter Projektanbieter unter Nutzung der Kapazitäten in der Segula-Gruppe. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein Testzentrum für die Erprobung von Fahrzeugen. Das Geschäft ist dabei in die Divisionen Vehicle Engineering & Testing, Powertrain Engineering & Testing sowie Software & Digital gegliedert. Für die zukünftige Ausrichtung ab 2023 fokussiert sich Segula einerseits auf skalierbare Testing-Aktivitäten und anderseits positioniert sich die Gesellschaft in der Gruppe als Anbieter von Full-Service Engineering Projekten. 1.2 Unternehmensinternes Steuerungssystem Das Steuerungssystem der STG unterstützt die Unternehmensführung bei der Überwachung, Lenkung und Steuerung der Geschäftsaktivitäten. Neben internen (Compliance-)Regelungen sind Kennzahlen definiert, die die Leistungsfähigkeit sowie den Erfolg des Unternehmens abbilden. Das jährlich aufgestellte Budget wird auf Basis von IFRS-Zahlen und speziell unter Berücksichtigung der leistungsabhängigen Umsatzerfassung erstellt. Es gilt als Basis für die Steuerung und reflektiert die technischen, vertrieblichen und wirtschaftlichen Ziele. Neben der Berücksichtigung von Markt- und Segmententwicklungen werden bereits erhaltene Aufträge integriert sowie die möglichen Auftragseingänge geschätzt. Top-down wird daraus eine Umsatz- und Ergebnisentwicklung abgeleitet. Diese Werte werden anschließend mit der Bottom-up-Planung abgeglichen und auf Machbarkeit geprüft. Die Bottom-up-Planung bezieht sich insbesondere auf die Kapazitäts-, Personal-, Investitions- und Kostenplanung. Das Budget wird pro Bereich über die Monate ausgeplant und monatlich mit den IST-Zahlen abgeglichen. Abweichungen werden analysiert. Sofern erforderlich werden wertschöpfende Maßnahmen definiert und umgesetzt. Die wichtigsten Kennzahlen zur Steuerung des Unternehmens sind:
Der Umsatz zeigt den aktuellen Erfolg des Unternehmens am Markt und stellt die Basis für den Liquiditätszufluss dar. Die Steuerung erfolgt auf dem IFRS Umsatz. Die Nettomarge (um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) wird als zentrale Steuerungsgröße für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens herangezogen. 1.3 Forschung und Entwicklung In Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen sowie mit der Technischen Universität Darmstadt ist das Unternehmen an der Umsetzung von gemeinsamen Projekten bis hin zur Erstellung von Prototypen, die umfangreichen Tests unterzogen werden, beteiligt. Im Geschäftsjahr 2021 wurden insgesamt TEUR 2.507 (Vorjahr TEUR 2.356) für interne Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet. 1.4 Beschaffung Die Beschaffung erfolgt deutschland- und europaweit und ist produzentenunabhängig. In der Regel können Dienstleistungen und Produkte von unterschiedlicher Qualität zu günstigen Konditionen eingekauft werden. Die meisten dieser konzernexternen Lieferanten sind dabei austauschbar und es bestehen keine unmittelbaren Abhängigkeiten. Als Teil der SEGULA-Gruppe hat die Gesellschaft auch über die Schwestergesellschaften Zugriff auf ein sehr breites Dienstleistungsportfolio, so dass keine Engpässe bei der Durchführung von Projekten entstehen und eine ständige Verfügbarkeit gewährleistet ist. Darüber hinaus können über den Einsatz von Mitarbeitern aus günstigeren Standorten der Segula-Gruppe preissensitive Projekte gewonnen und wirtschaftlich erfolgreich realisiert werden. 1.5 Investitionen Im Geschäftsjahr 2021 hat die Gesellschaft in Höhe von TEUR 1.072 (Vorjahr: TEUR 1.510) in die sogenannte "TISAX"-Zertifizierung investiert. TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) stellt einen von der Automobilindustrie definierten Standard für Informationssicherheit dar. Eine zunehmende Zahl von Automobilherstellern und Zulieferern verlangt mittlerweile als wesentliche Voraussetzung für eine Auftragsvergabe eine TISAX-Zertifizierung. Weiterhin wurden Investitionen in EDV-Anlagen in Höhe von TEUR 892 (Vorjahr: TEUR 52) sowie in Technische Anlagen und Maschinen TEUR 1012 (Vorjahr TEUR 1.612) getätigt. Das Investitionsvolumen betrug im Jahr 2021 insgesamt TEUR 3.765 (Vorjahr: TEUR 3.052). 1.6 Personal- und Sozialbereich Zum Ende des Jahres 2021 hat die Gesellschaft insgesamt 754 Mitarbeiter/innen (Vorjahr: 861) beschäftigt. Der Anteil der Mitarbeiterinnen betrug in 2021 8,1 % (Vorjahr 8,5 %). Mitarbeiter/innen aus dem direkten Bereich sind mit der Abarbeitung von kundenbezogenen Aufträgen und Projekten betraut. Die Mitarbeiter/innen der indirekten Funktionen unterstützen in den Bereichen HR, Finanzen, Beschaffung, Marketing, IT und Recht. Nachhaltige Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Automobilsektor sowie sich verändernde Kundenanforderungen haben im weiteren Verlauf des Jahres 2020 zur Beschließung einer Restrukturierung geführt. Diese Restrukturierung konnte in 2021 erfolgreich abgeschlossen werden, und einen ersten Schritt zur Herstellung der Wirtschaftlichkeit leisten, musste jedoch durch weitere Restrukturierungsmaßnahmen, welche in 2022 umgesetzt und erfolgreich abgeschlossen wurden, ergänzt werden. Ergebnis der Restrukturierungsmaßnahmen mit drei Personalabbauwellen ist, dass die Gesellschaft eine schlankere Organisation, stärker an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet ist, durch kompetitivere Preisgestaltung marktfähiger ist und im Ergebnis neue Kundenaufträge mit bestehenden sowie neuen Kunden gewinnt. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2021 Das globale Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2021 laut IMF (International Monetary Fund) im Vergleich zum Vorjahr um 13,45 % gestiegen. Treiber dieses Wachstums war die ökonomische Erholung trotz anhaltender Corona Pandemie, die jedoch durch die Entwicklung und Verbreitung von Impfstoffen geringere Auswirkungen zeigte. Das Wachstum wurde sowohl durch die entwickelten Volkswirtschaften mit einem Wachstum von 5,2 % als auch durch die restliche Welt mit 6,6 % - angeführt von China und Indien mit jeweils über 8 % Wachstum getragen. Mit 2,6 % viel das Wachstum in Deutschland deutlich schwächer aus als in den meisten anderen entwickelten Volkswirtschaften. Der weltweite Automobilmarkt erholte sich in 2021 mit einem Wachstum der Neuzulassungen von 4 % nach dem starken Einbruch in 2020. Die Entwicklung verlief letztes Jahr in den einzelnen Regionen uneinheitlich. Während in Europa die Zahl der Zulassungen erneut um 2 % auf 11,8 Millionen Neufahrzeuge schrumpfte, war China mit einem Wachstum von 7 % und 21,1 Millionen Neufahrzeugen eine Stütze des globalen Automobilmarktes. In Deutschland setzte sich die Dynamik bei den Elektrofahrzeugen mit einem Wachstum von 73 % weiter fort. Der Anteil an den Neuzulassungen stieg auf 26 % während der Anteil der Benzin- und Diesel-Fahrzeuge auf 37 % bzw. 20 % fiel. 2.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2022 Im Jahr 2022 verzeichnete das globale Bruttoinlandsprodukt erneut ein starkes Wachstum. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IMF) stieg das BIP im Vergleich zum Vorjahr um 4,06 % bzw. in realen Preisen 3,4 %. Die Erholung der Weltwirtschaft setzte sich fort, obwohl die Auswirkungen der anhaltenden Corona-Pandemie in einigen Regionen weiterhin zu spüren waren. Das Wachstum wurde von den entwickelten Volkswirtschaften mit einem Anstieg von 2,7 % und den Schwellenländern mit einem Anstieg von 4,0 % jeweils in realen Preisen getragen. Besonders positiv fiel das Wachstum in China aus, wo das BIP um 3 % zunahm. Indien verzeichnete ebenfalls ein starkes Wachstum von 6,8 %. Deutschland konnte sein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verbessern und verzeichnete ein Plus von 1,8 %. Allerdings blieb das Wachstum in Deutschland weiterhin deutlich hinter anderen entwickelten Volkswirtschaften zurück. Insgesamt blieb der Pkw-Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau. Es wurden 71,2 Millionen Pkw abgesetzt. Die Entwicklung verlief in den einzelnen Regionen jedoch uneinheitlich. Während Europa erneut einen Rückgang von 4 % auf 11,3 Millionen Neufahrzeuge verzeichnete, konnte China mit einem Anstieg von 10 % und 23,2 Millionen Neufahrzeugen das Wachstum des globalen Automobilmarktes stützen. In Deutschland setzte sich die Dynamik bei Elektrofahrzeugen weiter fort. Der Absatz von Elektrofahrzeugen stieg um 89 %, während der Anteil der Benzin- und Diesel-Fahrzeuge auf 33 % bzw. 18 % fiel. Die Elektrofahrzeuge erreichten damit einen Anteil von 49 % an den Neuzulassungen in Deutschland. 2.3 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Das Berichtsjahr 2021 war durch die fortwährende Pandemie und die damit auch auf Herstellerseite verbreitete Kurzarbeit und Werkschließungen geprägt. Anderseits war es der Gesellschaft möglich neben dem Hauptkunden aus der Stellantis-Gruppe weitere Kunden zu gewinnen. Kostenseitig wurde die erste Restrukturierungswelle umgesetzt und die Kostenstruktur damit jedoch noch nicht ausreichend verbessert, so dass weiterer Restrukturierungsbedarf im Folgejahr klar wurde. Darstellung der Lage 3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1 Vermögenslage Die Bilanzsumme beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 163.752 (Vorjahr: TEUR 157.258) und hat sich somit um TEUR 6.494 erhöht. Die signifikante Reduktion der sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 33.870 wurde im Wesentlichen durch den weiteren Aufbau der unfertigen Leistungen in Höhe von TEUR 35.202 und der Intercompany Forderungen in Höhe von TEUR 6.033 überkompensiert. Auf der Passivseite wurde der Verbrauch des passiven Ausgleichsposten in Höhe von TEUR 36.768 durch den Anstieg der Anzahlungen um TEUR 33.883 weitestgehend kompensiert. Das Working Capital (Vorräte plus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen minus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 70.759 (Vorjahr: TEUR 38.122). Der starke Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus gestiegenem Vorratsvermögen aufgrund der fortschreitenden Projektarbeit mehrjähriger Projekte. Die Höhe des Working Capital war in 2021 nach wie vor durch die vertraglich vereinbarten Projektleistungen für den Hauptkunden Opel bestimmt und beschränkte daher ein aktives Working Capital Management. Mit der zunehmenden Gewinnung von anderen signifikanten Kunden in den Folgejahren reduziert sich diese Abhängigkeit. Das Anlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.520 erhöht und beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 6.038 (Vorjahr: TEUR 3.518). Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus der Investition in die Sachanlagen in Höhe von TEUR 3.758. Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 25.022 auf TEUR 60.299 angestiegen und kann mit der Fortführung mehrjähriger Projekte sowie der Aufnahme weiterer Projekte im Engineering-Bereich begründet werden. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von TEUR 402 (Vorjahr: TEUR 515) beinhalten ausschließlich Treibstoffe. Die Unfertigen Leistungen in Höhe von TEUR 59.709 (Vorjahr: TEUR 24.507) umfassen bereits begonnene Engineering-Projekte mit teils mehrjährigen Laufzeiten. Für diese Projekte wurden vertraglich vereinbarte Anzahlungen sowie monatliche Abschlagszahlungen geleistet. Risiken im Vorratsbestand werden - sofern erforderlich - durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Zum 31. Dezember 2021 wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 10.710 (Vorjahr: TEUR 4.552) auf die unfertigen Leistungen vorgenommen. Zusätzlich wurde eine Rückstellung für drohende Verluste in Höhe von TEUR 109 (Vorjahr: TEUR 386) für Projekte mit negativer Marge gebildet, bei denen eine Wertberichtigung des angefallene, aktivierungsfähigen Projektaufwands noch nicht den erwarteten Verlust deckt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 15.343 (Vorjahr: TEUR 16.325) und beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus erbrachten Dienstleistungen. Die Reduktion der Forderungen ist im Wesentlichen auf ein verbessertes Forderungsmanagement bei einer allgemeinen Ausweitung der Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen zum 31. Dezember 2021 in Höhe von TEUR 32.322 (Vorjahr: TEUR 20.991) und umfassen hauptsächlich Cash-Pooling Forderungen gegen die französische Zwischenholding Segula Technologies SAS in Höhe von TEUR 24.363 (Vorjahr TEUR 19.863) sowie deutsche Schwestergesellschaften in Höhe von TEUR 5.299 (Vorjahr TEUR 0). Der Rückgang der Sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 33.870 von TEUR 65.142 auf TEUR 31.272 zum 31. Dezember 2021 resultiert im Wesentlichen aus einer Teilzahlung der ARC Forderung durch Opel in Höhe von TEUR 33.000. Zum 31. Dezember 2021 bestehen Forderungen gegenüber Opel aus ausstehenden Kaufpreiszahlungen in Höhe von TEUR 30.000 (Vorjahr TEUR 63.000). Die liquiden Mittel sind mit TEUR 7.833 im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 7.749) nahezu unverändert. Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von TEUR 8.417 (Vorjahr TEUR 18.156) resultiert aus einem zum Bilanzstichtag bestehenden Überhang des Deckungsvermögens über den Pensions- und Jubiläumsverpflichtungen. Zum 31. Dezember 2021 beträgt das gezeichnete Kapital TEUR 500 (Vorjahr: TEUR 25). Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 475 durch die Muttergesellschaft SEGULA GmbH, Rüsselsheim am Main, durchgeführt, die jedoch erst in 2021 eingetragen wurde und sich entsprechend auch erst in 2021 niedergeschlagen hat. Unverändert zum Vorjahr werden 100 % der Anteile von der SEGULA GmbH gehalten. Aufgrund des Realisationsprinzips gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB ist die anteilige Auflösung des passiven Ausgleichspostens in Höhe des angefallenen Verlustes beschränkt und führt somit zu keiner Erhöhung der Gewinnrücklage. Die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 1.971 (Vorjahr: TEUR 1.971) resultieren zum einen aus der anteiligen Auflösung des steuerlichen Erwerbergewinns gem. § 5 Abs. 7 S.5 EStG und einer unveränderten Rückstellung von TEUR 1.571. Zum anderen ist ein Betrag in Höhe von TEUR 400 (Vorjahr: TEUR 400) für die Grundsteuer 2020 enthalten. Die Erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von TEUR 61.875 (Vorjahr: TEUR 27.992) enthalten Anzahlungen auf Engineering-Projekte mit teils mehrjährigen Laufzeiten und dienen der Projektfinanzierung. Der Anstieg ist auf den Zuwachs von Projekten und dem Projektfortschritt zurückzuführen, da eine Realisierung der Anzahlungen erst mit Abschluss der Projekte erfolgt. Der Rückgang der Sonstigen Rückstellungen auf TEUR 4.893 (Vorjahr: TEUR 20.329) resultiert im Wesentlichen aus dem Verbrauch der Rückstellung für Restrukturierung (TEUR 14.457). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 58.945 (Vorjahr: TEUR 38.936) umfassen neben einem Darlehen der Muttergesellschaft SEGULA GmbH (TEUR 28.729) Verbindlichkeiten aus konzerninternen Dienstleistungen. Die Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 4.746 (Vorjahr: TEUR 1.136) umfassen Verbindlichkeiten im Rahmen sozialer Sicherheit in Höhe von TEUR 1.466 (Vorjahr TEUR 1.127) sowie Umsatzsteuerverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.280 (Vorjahr 0). Der Passive Ausgleichsposten in Höhe von TEUR 25.709 (Vorjahr: TEUR 62.477) beinhaltet zum einen den Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 118,6 Mio. als Differenz zwischen dem Kaufpreis von EUR 70 Mio. für Grundstücke, Gebäude sowie technische Anlagen zuzüglich Anschaffungsnebenkosten von EUR 1,4 Mio. und der von Opel insgesamt zu zahlenden "Additional Ramp-up Consideration" von EUR 190 Mio. Der passive Ausgleichsposten vermindert sich um eine jährliche Auflösung in Höhe der angefallenen Verluste. Für 2021 wurden TEUR 34.620 als Verlustausgleich aufgelöst. Damit ist dieser Teil vom passiven Ausgleichsposten zum 31. Dezember 2021 komplett aufgelöst. Zum anderen ist der Differenzbetrag aus der Zugangsbewertung zwischen den erworbenen Pensionsverpflichtungen zum Zeitwert (TEUR 35.644) sowie dem Deckungsvermögen (TEUR 67.787) abzüglich einer ergebniswirksamen Auflösung in Höhe von TEUR 2.143 für das Geschäftsjahr 2021 enthalten. Der Differenzbetrag wird über einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren gleichmäßig ergebniswirksam aufgelöst. 3.2 Finanzlage Die Gesellschaft verfügt zum 31. Dezember 2021 über liquide Mittel in Höhe von TEUR 7.833 (Vorjahr: TEUR 7.749) sowie eine Cash-Pool Forderung von TEUR 24.363 (Vorjahr: TEUR 19.863). Im Geschäftsjahr 2021 verfügte sie über ausreichend Finanzmittel, um ihre finanziellen Verbindlichkeiten zu bedienen bzw. weiter in ihr Geschäftsmodell zu investieren. Die liquiden Mittel in Höhe von TEUR 7.833 resultieren im Wesentlichen aus Zahlungseingängen des größten Kunden (Opel). Ein vertraglich zugesicherter "Committed Workload" sowie vertraglich festgelegte Zahlungen mit einem Gesamtvolumen von EUR 190 Mio. verteilt zwischen 2019 und 2023 ermöglichen der Gesellschaft die Generierung von Neukundengeschäft, den Aufbau der Organisation, Investitionen zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells sowie der angebotenen Dienstleistungen. Darüber hinaus ermöglicht das Working Capital von TEUR 70.759 zum Bilanzstichtag die Deckung von bestehenden kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote von 0,0 % (Vorjahr: 0,0 %) resultiert aus den geplanten Anlaufverlusten der Gesellschaft in den ersten Jahren der Geschäftstätigkeit sowie der Begrenzung der anteiligen Auflösung des passiven Ausgleichspostens maximal in Höhe der angefallenen Verluste. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 wurden keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufgenommen. Die Muttergesellschaft SEGULA GmbH hat ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 28.729 (Vorjahr: TEUR 28.729) ausgereicht. Liquide Mittel sind dabei nicht geflossen. Das Gesellschafterdarlehen steht in Zusammenhang mit der für die Gesellschaft befreienden Schuldübernahme des verbleibenden Restkaufpreises in Höhe von TEUR 28.729 durch die oberste Konzerngesellschaft SEGULA Holding S.A.R.L. (mittlerweile SAS nach Formwechsel) in Nanterre, Frankreich. Zinszahlungen sind vertraglich mit Beginn des Geschäftsjahres 2023 vereinbart. Im Geschäftsjahr hatte die Gesellschaft einen positiven Gesamt-Cash Flow in Höhe von TEUR 84. Die Liquiditätsabflüsse im operativen Geschäft wurden durch den Zufluss aus der Anschubfinanzierung (ARC) durch Opel weitestgehend kompensiert. Wesentliche Finanzierungs-Cash Flows oder Cash Flows aus unüblicher Investitionstätigkeit sind nicht geflossen. Neben der bereits bestehenden Cash-Pooling-Vereinbarung wurde zur Erhaltung der Liquidität der Gesellschaft im September 2022 seitens der Segula Technologies SA (mittlerweile SAS nach Formwechsel) eine Liquiditätszusage in Form eines Comfort Letters (harte Patronatserklärung) abgegeben. Hierbei wurde eine Liquiditätszusage in Höhe von bis zu € 17,4 Mio. bis längstens 31. Dezember 2024 erteilt. Damit wird dem Liquiditätsbedarf der Gesellschaft Rechnung getragen, die unter der im Winter 2020 ausgebrochenen Covid-19-Pandemie, der schwierigen Branche und der langfristigen Kundenverträge mit niedrigen Margen massive Verluste zu verzeichnen hat. 3.3 Ertragslage Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 67.867. (Vorjahr: TEUR 62.225) generiert. Über eine Laufzeit bis zum August 2023 garantiert Stellantis auf Basis eines "Committed Workloads" der Gesellschaft eine vertragliche Mindestauslastung mit entsprechend festgelegten Honoraren für Ingenieure bzw. definierten Umsatzvolumina für Testaktivitäten. Weitere Aufträge mit Dritten konnten in 2021 akquiriert und Umsätze realisiert werden. Die Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen in Höhe von TEUR 35.202 (Vorjahr: TEUR 15.684) ist auf eine Vielzahl von teils mehrjährigen Engineering-Projekten zurückzuführen. Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.380 (Vorjahr: TEUR 521) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Anpassung von Transferpreisen in Höhe von TEUR 1.053. Der Materialaufwand in Höhe von TEUR 30.723 (Vorjahr: TEUR 22.335) beinhaltet insbesondere externe Dienstleistungen zur Bearbeitung der einzelnen Projektaufträge. Der Anstieg resultiert vor allem aus der Ausweitung der Gesamtbetriebsleistung. Der Personalaufwand in Höhe von TEUR 66.191 (Vorjahr: TEUR 73.171) umfasst neben den regulären Lohn- und Gehaltskosten Aufwendungen in Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen, Boni, Prämien sowie weitere mitarbeiterbezogene Verpflichtungen (z.B. Gleitzeit und Urlaub). Der Unterschied zum Vorjahr resultiert vor allem aus der ersten erfolgreichen Restrukturierungswelle. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung beträgt für das Geschäftsjahr 2021 64,2 % % (Vorjahr: 93,3 %). Die Reduktion der Quote ist vor allem auf die ersten Auswirkungen der Restrukturierung zurückzuführen. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 37.350 (Vorjahr: TEUR 39.681) beinhalten neben Aufwendungen für konzerninterne Dienstleistungen Aufwendungen für Miete und Leasing, Wartungsarbeiten sowie externe Dienstleistungen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen von insgesamt TEUR 8.914 (Vorjahr: TEUR 2.604) resultieren aus Veränderungen versicherungsmathematischer Annahmen aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen, aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie einer Erhöhung des dazugehörigen Deckungsvermögens. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind auf Grund der Ertragssituation im Geschäftsjahr nicht angefallen (Vorjahr: Aufwand in Höhe von TEUR 4.566). Die Erträge aus der anteiligen Auflösung des passiven Ausgleichspostens in Höhe von TEUR 36.763 (Vorjahr: TEUR 64.434) dienen zum einen dem Ausgleich der im Geschäftsjahr 2021 angefallenen Verluste. Aufgrund des Realisationsprinzips gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB ist der passive Ausgleichsposten maximal in Höhe der angefallenen Verluste des jeweiligen Geschäftsjahres anteilig aufzulösen. Zum anderen ist die anteilige Auflösung in Höhe von TEUR 2.143 aus dem Unterschiedsbetrag zwischen der ergebnisneutralen Zugangsbewertung der erworbenen Pensionsverpflichtungen (TEUR 35.644) sowie des dazugehörigen Deckungsvermögens (TEUR 67.787) in den Erträgen enthalten. Der Unterschiedsbetrag wird über einen Zeitraum von 15 Jahren gleichmäßig aufgelöst. Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich nach vollständiger Auflösung des passiven Ausgleichsposten ein Jahresverlust in Höhe von TEUR 2.561. Angefallene Anfangsverluste, Aufwendungen für die Gewinnung von neuen Kunden sowie den Aufbau der Organisation konnten durch die anteilige Auflösung des dafür vorgesehenen passiven Ausgleichspostens nicht vollständig eliminiert werden. 3.4 Zusammenfassende Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Gesellschaft sah aufgrund der vorab beschriebenen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und des schwierigen Branchenumfeldes und des andauernden Kostendrucks die Notwendigkeit von drei in den Jahren 2021 und 2022 vollzogenen Restrukturierungsrunden, um sich zukünftig erfolgreich entwickeln zu können. Insgesamt ist die Geschäftsführung davon überzeugt, dass die Gesellschaft ihre Marktposition festigen und weiter ausbauen kann und mit den erfolgten Restrukturierungen die Grundlage für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft gelegt hat. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt, da die Gesellschaft durch ihre Konzernzugehörigkeit, die Einbindung in das Cashpooling sowie die erhaltene Liquiditätszusage über einen entsprechenden Zugang zu liquiden Mitteln verfügt. Insgesamt beurteilte die Gesellschaft die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 als unbefriedigend, was zu den angesprochenen Restrukturierungen führte. 4 Prognose-, Chancen und Risikobericht 4.1 Risikomanagement-System und Grundzüge des Chancenmanagements Die Gesellschaft ist integraler Bestandteil einer global aufgestellten französischen Gruppe. Die Geschäfte und insbesondere die neuen Geschäfte beinhalten nicht nur Chancen, sondern sind auch bestimmten Risiken wie beispielsweise einem sich verändernden wirtschaftlichen und politischen Umfeld ausgesetzt. Die Ziele des Risikomanagement-Systems liegen insbesondere in der frühzeitigen Identifizierung potenzieller Risiken, deren Bewertung sowie Minimierung beziehungsweise vollständigen Vermeidung. Das Risikomanagement-System beinhaltet Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung sowie zum Umgang mit den Risiken und wird fortlaufend evaluiert und aktualisiert. Die laufende Risikofrüherkennung und das Risikomanagement sind dem Kreis der erweiterten Geschäftsleitung zugeordnet. Bei der Identifikation der Risiken und der Erarbeitung von Gegenmaßnahmen arbeitet das Management eng mit dem Controlling und - sofern erforderlich - weiteren Bereichen zusammen. Das Chancenmanagement der Gesellschaft bildet eine zentrale Komponente der internen Unternehmenssteuerung und stellt eine wesentliche Säule eines nachhaltigen Unternehmenserfolges dar. In Einklang mit der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft und des SEGULA-Konzerns werden die Chancen im Rahmen von regelmäßigen Meetings der erweiterten Geschäftsleitung fortlaufend identifiziert, bewertet und gesteuert. Identifizierte Chancen werden grundsätzlich in marktseitige und strategische Chancen sowie finanzielle Chancen aufgeteilt. Auf Basis einer Priorisierung der Chancen werden Maßnahmen und notwendige Ressourcen zur Sicherstellung der Zielerreichung festgelegt. 4.2 Chancen- und Risikoanalyse Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken Das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Jahr 2021 zeigte einen moderaten Anstieg im Vergleich zu 2020, der auf Lockerungsschritte und die Aufhebung von Corona-Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte 2021 in Kombination mit der Reduzierung von Infektionsgefahren durch fortlaufende Impfungen zurückzuführen war. 2022 war vor allem durch den Ukrainekrieg geprägt, so dass nur ein moderates Wachstum zu verzeichnen war. Im direkten Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg stehen die Verfügbarkeit und der Preis von Energie. Darüber hinaus existieren weiterhin Unsicherheiten in Handelsstreitangelegenheiten (insbesondere zwischen den USA und China) sowie aufgrund immer wieder auftretender politischer Unruhen (z.B. im Mittleren Osten). Gesamtwirtschaftliche Chancen ergäben sich aus einer Beendigung des Ukrainekriegs und einem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung. Das Potential für die Realisierung von Chancen aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden für 2023 als gering eingestuft. Das Potential für Risiken hingegen als mittel bis hoch. Branchen-Chancen und Risiken Die Automobilbranche steht bereits seit dem Dieselskandal unter Druck. Die Zahl der weltweit zugelassenen Autos in 2020 ist im Vergleich zu 2019 m- getrieben durch die Covid-19-Pandemie um 15 % niedriger ausgefallen. Viele OEMs (Original Equipment Manufacturers) haben seit März 2020 in mehreren europäischen Ländern Produktionswerke vorübergehend geschlossen, darunter auch die Stellantis-Gruppe. Im weiteren Verlauf des Jahres 2020 haben nahezu alle OEMs das Instrument der Kurzarbeit mehr oder weniger intensiv zur Reduzierung der Personalkosten genutzt. Als Folge daraus haben sich vor allem Privathaushalte aufgrund der bestehenden Unsicherheiten mit der Anschaffung eines PKW zurückgehalten. In den Folgejahren 2021 und 2022 haben lange Lieferzeiten und gestörte Lieferketten zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Neufahrzeugen geführt und verhindert, dass die Automobilhersteller das Marktpotential ausschöpfen konnten. Mittel- und langfristig bestehen laut VDA vielfältige Chancen. Insbesondere Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung sind aktuelle Trends, welche die Branche massiv beeinflussen und zahlreiche Chancen bieten. Bei den OEMs werden dementsprechend Budgets für Investitionen in diese Zukunftstrends eingestellt und Modellpaletten um Fahrzeuge mit Elektroantrieb erweitert. Der steigende Kostendruck bei den OEMs wird Segula Chancen bieten, da sich diese vermehrt auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren werden und damit die Nachfrage nach externer Entwicklung steigen wird. Mit der TISAX-Zertifizierung im Jahr 2020 und der Fortführung in 2021 hat die Gesellschaft auf die Anforderung der Automobilindustrie reagiert, einen definierten Standard zur Informationssicherheit zu implementieren. Durch die Zertifizierung ergeben sich für die Gesellschaft zukünftig neue Möglichkeiten der Gewinnung von Neukunden- und Projektgeschäft. Die Zukunftsthemen führen aber auch zu zunehmendem Wettbewerb. Neue und/oder branchenfremde Unternehmen möchten auch von den Trends profitieren. Dem muss Segula mit einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit, zusätzlichem Know-how sowie einer kompetitiven Preisgestaltung und optimierten Kostenstrukturen begegnen. Als Reaktion auf sich verändernde Markt- und Kundenanforderungen und bestehenden Unsicherheiten hat die Gesellschaft eine Restrukturierung ihrer Organisation sowie der Geschäftsaktivitäten im Jahr 2020 beschlossen. Mit der Umsetzung in 2021 und der erfolgreich abgeschlossenen Folgerestrukturierung in 2022 erhofft sich die Gesellschaft durch die Verschlankung der Strukturen und einer verstärkten Ausrichtung auf Zukunftstechnologien (z.B. Elektrifizierung, Digitalisierung) eine marktfähigere Positionierung zur Gewinnung neuer Kundenaufträge und -projekte sowohl mit bestehenden als auch neuen Kunden. Insgesamt werden die Chancen von der Geschäftsführung höher als die Risiken eingeschätzt. Operative Chancen und Risiken Das in den Jahren 2021 und 2022 zum großen Teil neu aufgestellte Management, welches auch für die erfolgreiche Restrukturierung verantwortlich ist, sieht sich Segula mit Abschluss der Restrukturierungsreihe grundsätzlich gut aufgestellt, um im Zusammenspiel mit der Segula-Gruppe qualitativ hochwertige aber auch kostentechnisch wettbewerbsfähig Projekte für die Automobilindustrie anzubieten. Als Betreiber der Teststrecke in Rodgau-Dudenhofen hat das Unternehmen die Möglichkeit, neben Engineering- auch Testaktivitäten anzubieten, was ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu den Wettbewerbern darstellt. Zudem bietet die funktionale Integration der Dienstleistungen der Schwestergesellschaften SEGULA Technologies Services GmbH, München und SEGULA Technologies Experts AG, Stuttgart im Bereich der Systementwicklung mit den Kernkompetenzen Design, Entwicklung und Produktion noch mehr Möglichkeiten, bestehenden und potenziellen Kundenlösungen "aus einer Hand" zu offerieren. Die Positionierung am Markt und auch innerhalb der Gruppe als Vollanbieter von Entwicklungs- und Testprojekten stellt nach Einschätzung des Managements ein wesentliches Differenzierungsmerkmal und Potential gegenüber Wettbewerbern dar, die sich eher auf Personalgestellung fokussieren. Im Rahmen der Restrukturierung sind jedoch auch nicht geplante Lücken im Personalbestand aufgerissen worden, die zügig zu füllen sind. Mit dem Fokus auf Rekrutierungsmaßnahmen in Kombination mit der Möglichkeit auf Ressourcen der Segula Gruppe zurückzugreifen, um die Lücken zeitnah zu schließen, ist das Risiko als moderat einzustufen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens besteht in der Umsetzung von Engineering-Projekten und Testing-Aktivitäten. Insbesondere die Großprojekte gestalten sich durch die Größe und die globale/standortübergreifende Zusammenarbeit als sehr komplex. Auch die Einhaltung der (technischen) Spezifikationen, Meilensteine und Zeitfenster stellen eine zunehmende Herausforderung dar. Regelmäßige Projektreviews sind ein wichtiges Instrument, um frühzeitig Abweichungen festzustellen, damit entsprechend schnell beigesteuert werden kann. Unter Verwendung dieser Steuerungsmaßnahmen schätzt die Geschäftsleitung das Risiko als gut beherrschbar ein. Der Fokus der Aktivitäten wird weiterhin auf der Automobilindustrie liegen. Darüber hinaus ist der SEGULA-Konzern auch in anderen Branchen wie Schienenverkehr, Luftfahrt und Energie tätig. Hieraus resultieren für die STG weitere Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten für das eigene Geschäft. Im Geschäftsjahr 2020 und auch den Folgejahren 2021 und 2022 wurden bereits erste Projekte im Bereich des Schienenverkehrs durchgeführt. Für 2023 ist eine Ausweitung auf weitere Branchen geplant. Die erfolgreiche Akquisition von Neukunden in den Jahren 2021 und 2022 führt zu einer Reduktion der Abhängigkeit von Aufträgen aus der Stellantis Gruppe. Trotzdem macht das Geschäftsvolumen weiterhin einen erheblichen Anteil aus. Das Risiko diesen Schlüsselkunden abrupt zu verlieren, wird auch aufgrund der unterschiedlich langlaufenden aktiven Projekte als gering eingestuft. Finanzielle Chancen und Risiken Das Unternehmen sieht sich mit verschiedenen finanziellen Risiken konfrontiert. So ist das Liquiditätsrisiko vorhanden, da die Segula aus den abgeschlossenen Restrukturierungen heraus und der Kundendifferenzierung noch an einem eingeschwungenen Projekt- und Liquiditätsfluss arbeitet. Etwaige verspätete Zahlungseingänge hätten sofort einen Einfluss auf die Liquidität. Neuaufträge wurden und werden mit fast ausnahmslos namhaften und solventen OEMs (z.B. Mercedes, Audi, etc.) abgewickelt. Die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls der Stellantis Gruppe sowie von Neukunden wird als sehr gering eingeschätzt. Trotzdem auftretenden Risiken aus Forderungsausfällen wird bei Bedarf mit entsprechender Risikovorsorge begegnet. Da momentan nahezu alle Einkäufe und Leistungen in Euro stattfinden, gibt es keine signifikanten Währungsrisiken. Die Entwicklung der Gesellschaft ist unmittelbar von der Segula Technologies SA (mittlerweile SAS) abhängig. Die Gesellschaft ist seit Ende 2021 bilanziell überschuldet und weist auch zum Geschäftsjahr 2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Die Gesellschaft plant im Prognosezeitraum negative operative Cash-Flows. Da diese nicht mit vorhandenen liquiden Mitteln gedeckt werden können, stellt dies ein bestandsgefährdendes Risiko dar. Daher ist die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft von der finanziellen Unterstützung der Segula Technologies SA (mittlerweile SAS), abhängig. Diese hat am 9. September 2022 eine befristete Patronatserklärung (bis zum 31. Dezember 2024) in Höhe von € 17,4 Mio. abgegeben, in der sie sich verpflichtet, der Gesellschaft finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, sodass diese jederzeit in der Lage sein soll, ihre fälligen Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gläubigern zu erfüllen. Im Jahr 2021 wurde zur Reduzierung des Risikos einer bilanziellen Überschuldung bei fortlaufenden Anlaufverlusten eine Kapitalerhöhung um TEUR 475 auf nunmehr TEUR 500 durchgeführt (Vorjahr: TEUR 25). Darüber hinaus diente die Zahlung der ARC in Höhe von insgesamt EUR 190 Mio. bis einschließlich 2022 der Kompensation von erwartetem Liquiditätsbedarf aus Anlaufverlusten. Durch die Bildung eines Passiven Ausgleichspostens und dessen anteilige Auflösung in Höhe des jährlich anfallenden Verlustes wurde die Tragfähigkeit weiterer Verluste durch das Eigenkapital in 2020 zunächst nicht geschwächt. In 2021 wurde der Ausgleichsposten - bis auf den Teil, der mit den Pensionen zusammenhängt - aufgebraucht, so dass sich aus der verbleibenden Verlustspitze und dem Verlust in 2022 eine bilanzielle Überschuldung ergab. Die Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr 2022 jedoch auch aufgrund der Patronatserklärung nicht als gefährdet einzustufen. Das Potential aus stillen Reserven in Form von unterbewertetem Anlagevermögen wurde bisher nicht vollständig quantifiziert, wird jedoch als wesentlich eingestuft. Es bestehen keine konzernexternen Kreditverbindlichkeiten oder Ausleihungen. Die Gesellschaft schätzt die Risiken für einen Ausfall der Ausleihungen an Konzernunternehmen aufgrund der engen Verflechtung der Geschäftstätigkeit als gering ein. Soweit Ausleihungen oder Darlehen variabel verzinst sind, besteht ein Zinsrisiko, dass jedoch aufgrund der geringen variabel verzinslichen Positionen im Betrachtungszeitraum als gering eingestuft wird. EDV Chancen und Risiken Die Gesellschaft ist in hohem Maße auf eine gut funktionierende EDV angewiesen. Datenvolumen, Sicherheit und Datenschutz stellen dabei wichtige Herausforderungen dar. Im Jahr 2020 und 2021 wurde die Zertifizierung DIN ISO/IEC 27001 ("TISAX") erfolgreich umgesetzt. Durch diese von OEMs geforderte Zertifizierung werden zusätzliche Anforderungen an die EDV-Struktur (z.B. Zwei-Faktor-Authentifizierung, lokale Server, starke Verschlüsselungen für Kundenanbindungen) gestellt. Die Zertifizierung bietet allerdings auch Chancen, da diese insbesondere bei den deutschen OEMs eine Voraussetzung für eine Auftragsvergabe darstellt. Das im Einsatz befindliche ERP-System bietet viele Möglichkeiten zur Prozessintegration und -abstimmung. In jedem Bereich sind Mitarbeiter/innen dafür verantwortlich, ihre Erfahrungen zu sammeln und diese mit der IT-Abteilung zu teilen, um damit das System weiterzuentwickeln. Personalchancen und -risiken Personal ist das größte und wichtigste Asset des Unternehmens. Die Leistung, Motivation und Qualifikation jedes einzelnen Mitarbeiters bzw. Mitarbeiterin bestimmen die Qualität des Projekts und die Zufriedenheit des Kunden. Risiken von Nachzahlungen und/oder Nacharbeiten können mit guten Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen signifikant reduziert werden. Kontinuierliche Fortbildung der Mitarbeiter/innen trägt zu einer fortlaufenden Risikominimierung bei. Engpässe am Arbeitsmarkt erschweren die Suche und Einstellung gut qualifizierter Mitarbeiter/innen. Maßnahmen wie die rechtzeitige Definition erforderlicher Fähigkeiten der neuen Mitarbeiter/innen, eine vorausschauende Personalplanung, Weiterbildung und Kontakte zu Universitäten und anderen Hochschulen sind nur einige Beispiele, wie neue Mitarbeiter/innen gesucht und gefunden werden können. Juristische Risiken Mit Abschluss der Transaktion hat die Gesellschaft ein komplexes Vertragswerk übernommen. Opel ist nicht nur Kunde, sondern auch Dienstleister, z.B. im Bereich Energieversorgung. Durch einen kontinuierlichen Austausch und Abstimmung mit Opel hinsichtlich der Vertragsauslegung wird das Risiko einer möglichen Eskalation reduziert bzw. vermieden. Zusätzlich arbeitet das Management an einer nachhaltigen strategischen Partnerschaft mit Opel bzw. dem Stellantis-Konzern. Auch wenn die STG noch ein junges Unternehmen ist, wurde von Beginn an ein Compliance Management System aufgesetzt mit dem Ziel, Schaden vom Unternehmen und Mitarbeitern abzuwenden. Gesamteinschätzung der Chancen und Risiken Zusammenfassend stellt sich die Gesamtrisikosituation im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert dar. Aus Sicht zum Ende 2022 erscheinen Chancen im operativen Umfeld mit der abgeschlossenen Restrukturierung deutlich gewachsen zu sein, zusätzlich entstehen weitere aus dem branchenspezifischen Potential. In 2021 und 2022 sind keine der aufgeführten, wesentlichen Risiken eingetreten, die negative Auswirkungen auf den operativen Geschäftsverlauf hatten. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2023 werden die vorgenannten Risiken kontinuierlich beobachtet und nach ihrer Tragweite und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist von vielen Unsicherheiten geprägt und mit Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Entwicklung behaftet. Nach unserer Einschätzung wird sich die Gesellschaft positiv entwickeln, wobei bestehende Risiken und Unsicherheiten die Unternehmensentwicklung beeinträchtigen können. Aus heutiger Sicht geht die Gesellschaft davon aus, dass sie die bestehenden Risiken erfolgreich bewältigen kann. Sollte sich die Auftragssituation jedoch signifikant verschlechtern und keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden könnten, könnten sich die Liquiditätsrisiken zu einem relevanten Faktor entwickeln. Zur Mitigation dieses Risikos stünde die Patronatserklärung der Konzernzwischenholding Segula Technologies SA (mittlerweile SAS) zur Verfügung. 4.3 Prognosebericht Nach der Erholung im Jahr 2022 wird das globale reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich im Jahr 2023 weiterwachsen. Die Weltwirtschaft wird voraussichtlich um etwa 2,8 % wachsen, wie es der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert hat. Das Wachstum wird voraussichtlich von den USA, Europa und China angetrieben, während sich das Wachstum in anderen Schwellenländern verlangsamt. Die USA werden voraussichtlich ein solides Wachstum verzeichnen, angetrieben von der steigenden Investitionstätigkeit und der Konsumnachfrage. Europa wird ebenfalls ein moderates Wachstum verzeichnen, obwohl einige Volkswirtschaften aufgrund der anhaltenden Pandemie und der Herausforderungen der Lieferketten langsamer wachsen werden. China wird voraussichtlich das stärkste Wachstum unter den großen Volkswirtschaften verzeichnen, angetrieben von der robusten Nachfrage nach Konsumgütern und Investitionen. In Bezug auf die Inflation wird die Teuerung voraussichtlich moderat bleiben, obwohl einige Sektoren, wie beispielsweise der Rohstoffmarkt, eine erhöhte Inflation aufweisen werden. Der Automobilsektor wird im Jahr 2023 weiterhin von verschiedenen Herausforderungen beeinflusst werden. Die globale Nachfrage nach Fahrzeugen wird voraussichtlich weiterhin steigen, da sich die wirtschaftliche Erholung in vielen Teilen der Welt fortsetzt. Gleichzeitig werden jedoch auch strukturelle Veränderungen in der Branche stattfinden, insbesondere im Hinblick auf den weiteren Übergang zu Elektrofahrzeugen und autonomen Fahrzeugen. Laut Prognosen wird die Anzahl der Elektrofahrzeuge weltweit bis Ende 2023 auf über 14 Millionen ansteigen. Gleichzeitig wird der Markt für autonome Fahrzeuge voraussichtlich weiterwachsen. Der Markt für autonome Fahrzeuge wird voraussichtlich bis 2023 ein Volumen von über 50 Milliarden US-Dollar erreichen. Im Jahr 2023 wird die Automobilbranche jedoch auch mit Herausforderungen konfrontiert sein. Eine wichtige Herausforderung ist die anhaltende Knappheit von Halbleitern, die die Produktion von Fahrzeugen beeinträchtigen könnte. Mit Blick auf das Kundenportfolio des Unternehmens, welches neben Stellantis alle deutschen Premium OEMs beinhaltet, ist von einer stabilen Weiterentwicklung der Auftragssituation auszugehen. Begründet wird diese Annahme durch die Tatsache, dass das Unternehmen von den Absatzzahlen der Kunden unabhängig ist, da es auf die Entwicklungsabteilungen fokussiert ist. Das R&D Budget der Kunden ist aufgrund der Anforderungen an neue und nachhaltige Technologien in den nächsten Jahren als stabil bzw. wachsend einzuschätzen. Gefestigt wird die Aussage durch die äußerst positive Entwicklung der Marge von Stellantis sowie von den deutschen Premium OEMs. Durch den russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 und den anhaltenden Krieg ergaben sich gesamtwirtschaftliche Risiken und Herausforderungen auf das Wachstum und Lieferketten. Segula ist insofern nur indirekt von den Auswirkungen des Konflikts betroffen, als das weder bestehende Kunden noch signifikante potentielle Kunden direkt aus der Ukraine oder Russland stammen. Die allgemeinen Auswirkungen eines reduzierten Wirtschaftswachstums haben jedoch über das Wachstum der Automobilbauer Potential Segula indirekt zu treffen. Bisher sind jedoch keine signifikanten Auswirkungen im Geschäft von Segula direkt auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen. Er wird mit den folgenden finanziellen Leistungsindikatoren (basierend auf IFRS-Zahlen) gerechnet:
Im Geschäftsjahr 2022 rechnet die Gesellschaft mit einem Umsatz nach HGB in Höhe von TEUR 117.854 und einer Gesamtleistung von TEUR 149.642. Die Personalkosten sind im Rahmen der Restrukturierungen abermals rückläufig und haben sich auf TEUR 63.473 reduziert. Weitere Effekte aus der letzten Restrukturierungswelle im Herbst 2022 werden sich in 2023 niederschlagen. Die Restrukturierungen haben zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf TEUR 54.909 geführt. Für 2023 wird damit gerechnet, dass sich diese Kosten wieder auf das Niveau des Jahres 2021 reduzieren. In Folge der Erhöhungen des Marktzinses, der sich sofort auf die Bewertung der Plan-Assets durchgeschlagen hat, aber sich aufgrund des 10-Jahresdurchschnitts nicht analog in der Bewertung der Pensionsverpflichtungen niedergeschlagen hat, hat sich aus den Pensionsverpflichtungen der Segula ein negativer Bewertungseffekt in Höhe von TEUR 23.340 ergeben. Mit einem zukünftigen Angleich des laufenden Zinssatzes und des langfristigen Durchschnittszinses ist mit einem entsprechenden Umkehreffekt zu rechnen. Dieser wird sich jedoch voraussichtlich auf mehrere Jahre verteilen. Eine Zahlungswirksamkeit dieses Bewertungseffekts besteht nicht. In der Bilanz schlug sich das Geschäftswachstum mit einem Anstieg der unfertigen Erzeugnisse auf TEUR 90.466 und der Anzahlungen auf TEUR 87.472 nieder. Mit der Zahlung der finalen Tranche der ARC haben sich die sonstigen Vermögenswerte auf TEUR 1.439 reduziert. Insgesamt rechnet die Geschäftsführung für das Jahr 2022 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von ca. MEUR 38. Es wird ein negativer Cash-Flow von ca. MEUR 8 erwartet. Die finale Zahlung der Ramp-Up Consideration hatte eine wesentliche Kompensationswirkung auf den sonst noch deutlich negativeren Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Für 2023 rechnet Segula mit einem weiteren Wachstum des Gesamtgeschäftsvolumens. Für die Kernsteuerungskennzahlen Umsatz und Nettomarge nach IFRS wurden TEUR 133.530 bzw. TEUR -10.227 budgetiert. Nach HGB wird aufgrund des Auslaufens der ESA Projekte im Spätsommer 2023 mit einem Nachholeffekt bei der Umsatzrealisierung zu Lasten der unfertigen Leistungen gerechnet. Anlog hierzu sollten sich das Volumen der Kundenanzahlungen deutlich reduzieren und in Summe eine deutliche Bilanzverkürzung erzielt werden. Für 2023 geht Segula davon aus, sich ohne Unterstützung der Muttergesellschaft aus der bestehenden Liquidität und dem operativen Geschäft finanzieren zu können, so dass keine Inanspruchnahme der Patronatserklärung geplant wird. Für 2024 werden weitere Liquiditätsabflüsse im mittleren einstelligen Millionenbetrag erwartet, die aus heutiger Sicht nicht vollständig durch liquide Mittel der Gesellschaft gedeckt werden können. Die Liquiditätslücke ist aber durch die Patronatserklärung gedeckt. 4.5 Unternehmerische Mitbestimmung Gem. § 289f. Abs. 4 HGB ist die Gesellschaft grundsätzlich dazu verpflichtet, den Stand der Zielerreichung von Frauenquoten darzustellen. Demzufolge hat die Gesellschaft einen Anstieg des Frauenanteils der beiden obersten Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung bis Juni 2026 auf jeweils 30 Prozent festgelegt. Für die Geschäftsführung wurde eine Zielquote von 30 % bis 2026 festgelegt. Für den Aufsichtsrat gilt die gesetzliche Quote von 30 % bis 2026. Zum Stichtag lag die Quote der Frauen in der Geschäftsführung bei 0 %. Für die beiden Ebenen unterhalb der Geschäftsführung lag die Quote bei 15 % und für den Aufsichtsrat bei 17 %.
Rüsselsheim am Main, den 28. Juni 2023 Dr. Holger Jené, Geschäftsführer |
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