Herstellung von elektrischem Installationsmaterial
LieferFactory GmbH
Essener Bogen 1, 22419 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
LieferFactory GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2020 bis zum 28.02.2021BilanzAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. März 2020 bis 28. Februar 2021
ANHANG für das Geschäftsjahr vom 01.03.2020 bis 28.02.20211. Allgemeine Angaben Die LieferFactory GmbH mit Sitz in Berlin ist beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg unter der Nummer HRB 187360 B im Handelsregister eingetragen. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt. Zwar hat die Gesellschaft gemäß Beschluss der Gesellschafter aus November 2020 ihren bisherigen operativen Geschäftsbetrieb zum 28. Februar 2021 eingestellt, jedoch geht damit keine Liquidation der Gesellschaft einher. Am 25. März 2021 und am 28. Juni 2021 hat Hermes Germany GmbH, Hamburg, zur Finanzierung der Beendigung der bisherigen operativen Geschäftstätigkeit weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage von EUR 5,2 Mio. beschlossen. Die Gesellschaft ist daher weiterhin von der finanziellen Unterstützung durch die Gesellschafterin und insbesondere von der Umsetzung der beschlossenen Kapitalerhöhungen abhängig. Diese Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden in den Vorjahren entsprechend dem Wahlrecht nach § 248 Abs. 2 HGB mit direkt zuzuordnenden externen Kosten (Softwareentwicklungskosten) aktiviert. Seit dem 01.01.2016 wird auf die weitere Ausübung des Wahlrechts verzichtet. Die Abschreibung der bis einschließlich 2015 aktivierten Softwareentwicklungskosten erfolgt linear über die planmäßige Nutzungsdauer von fünf Jahren. Durch die Beendigung der operativen Tätigkeit am Ende des Geschäftsjahres 2020/21 wurden die Softwareentwicklungskosten vollständig abgeschrieben. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren vermindert. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen linear auf der Grundlage der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Auch hier wurde durch den zukünftig fehlenden Geschäftszweck das Sachanlagevermögen vollständig abgeschrieben. Geringwertige Anlagegegenstände mit Einzelanschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Abgang gezeigt. Die Zugänge geringwertiger Anlagegegenstände mit Einzelanschaffungskosten größer EUR 800,00, die aber EUR 1.000,00 nicht übersteigen, werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Bei erkennbaren Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung für ungewisse Steuer- und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bewertet. 3. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in voller Höhe aus dem laufenden Verrechnungsverkehr. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr keine eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Ungeachtet des in der Bilanz ausgewiesenen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages in Höhe von TEUR 4.174 (i. Vj. TEUR 0) ist die Liquidität aufgrund der Finanzierung durch die Hermes Germany GmbH, Hamburg, und somit die Fortführung des Unternehmens gewährleistet. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 2 (i. Vj. TEUR 986) gegenüber Gesellschaftern. Davon haben TEUR 2 (i. Vj. TEUR 986) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbunden Unternehmen beinhalten Darlehensforderungen mit einem Saldo von TEUR 4 (i. Vj. Darlehensverbindlichkeiten TEUR 1.078), Verbindlichkeiten aus Einlageverpflichtungen mit einem Saldo von TEUR 264 (i. Vj. TEUR 0) und Forderungen aus dem laufenden Verrechnungsverkehr mit einem Saldo von TEUR 7 (i. Vj. Verbindlichkeiten TEUR 225). Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Personalaufwand Der Personalaufwand enthält Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 12 (i. Vj. TEUR 11). Der Personalaufwand enthält außergewöhnliche Aufwendungen aus Restrukturierung in Höhe von TEUR 4.950 (i. Vj. TEUR 0). Abschreibungen auf Sachanlagen Es wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von TEUR 181.435,02 (i. Vj. TEUR 0) vorgenommen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Der sonstige betriebliche Aufwand enthält außergewöhnliche Aufwendungen aus Restrukturierung in Höhe von TEUR 670 (i. Vj. TEUR 0). Zinserträge und Zinsaufwendungen Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 109 (i. Vj. TEUR 104). In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen in Höhe von TEUR 46 (i. Vj. TEUR 296) an verbundene Unternehmen enthalten. Abschreibungen auf Finanzanlagen Abschreibungen auf Finanzanlagen wurden aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von TEUR 125 (i. Vj. TEUR 0) zur Anpassung an den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. 5. Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr wurden im Durchschnitt 164 Arbeitnehmer, davon 96 Angestellte und 68 Arbeiter beschäftigt (i. Vj. 118). Beirat Mitglieder des Beirats waren bis zur ersatzlosen Auflösung des Beirats am 4. Januar 2021:
Geschäftsführer
Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen von mind. 20 Prozent der Anteile Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:
Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag von EUR 15.162.382,76 zuzüglich des Verlustvortrags von EUR 25.784.552,09 auf neue Rechnung vorzutragen: Nachtragsbericht Am 25. März 2021 und am 28. Juni 2021 hat Hermes Germany GmbH, Hamburg, zur Finanzierung der Beendigung der bisherigen operativen Geschäftstätigkeit weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage von EUR 5,2 Mio. beschlossen.
Berlin, 20. Januar 2022 Zusätzliche Angaben zur Offenlegung Hinweis zum Bestätigungsvermerk Der offengelegte Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss und nicht auf die Offenlegungsversion. Entwicklung des Anlagevermögens für die Zeit vom 1. März 2020 bis 28. Februar 2021
LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr vom 01. März 2020 bis 28. Februar 2021I. Grundlagen des Unternehmens LieferFactory GmbH, Berlin (nachfolgend "Liefery"), wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 17. Juni 2014 und Eintragung in das Handelsregister am 1. Juli 2014 gegründet. Die Mehrheit der Anteile an Liefery hält die Hermes Germany GmbH, Hamburg (nachfolgend "Hermes"), die wiederum mehrheitlich zu Otto (GmbH & Co KG), Hamburg (nachfolgend "Otto Group"), gehört. Liefery ist damit ein Unternehmen der Otto Group. Zum 28. Februar 2021 hat Liefery gemäß Beschluss der Gesellschafter aus November 2020 seinen bisherigen operativen Geschäftsbetrieb eingestellt. Ungeachtet dessen ist eine Liquidation der Gesellschaft gegenwärtig nicht beabsichtigt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Liefery eine Technologie- und Service plattform für Same Day, Next Day und FMCG (Fast Moving Consumer Goods) Delivery. Mit innovativen Servicekonzepten und intelligenten Algorithmen in einer digitalen Technologie-Plattform übernimmt Liefery die taggleiche Belieferung von Endkunden durch den lokalen Einzelhandel und Multi Channel Retailer im B2C-Umfeld. Durch die Vernetzung von verfügbaren Kurieren des Liefery-Netzwerkes mit dem aktuellen Bedarf der Kunden, ermöglicht Liefery ihren Händlern die taggleiche Belieferung ihrer Endkunden innerhalb von nur 90 Minuten oder in einem frei wählbaren Wunschzeitfenster von einer Stunde. Die von Liefery entwickelte Spezialsoftware wurde ebenfalls als Lizenzmodell für Logistikunternehmen angeboten. Liefery entwickelte stetig eine Reihe von innovativen und nachhaltigen "Last-Mile"-Lösungen, um perfekt auf die Herausforderungen des stetig steigenden Paketvolumens, der Kurierknappheit und der ökologischen Nachhaltigkeit vorbereitet zu sein Zu Liefery's Kunden zählten führende deutsche (Multi-Channel-)Händler wie Hello Fresh, ASOS, REWE Online, Marley Spoon, Würth 1&1 und Apple. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Aufgrund der Corona-Krise und dem damit einhergehenden Shutdown der Wirtschaft ist in Deutschland ein starker Einbruch zu verzeichnen. Im Jahr 2020 nahm das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 4,9% 1 ab, vor allem im Q2 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal betrug der Rückgang -11,3%. 2 Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank blieben im Jahr 2020 weiterhin auf einem Rekordtief von 0 %. 3 Der Verbraucherpreisindex erhöhte sich 2020 auf 105,8 4 Die Inflationsrate für das Jahr 2020 lag bei 0,5 % - und damit 0,9 %-Punkte unter der Inflationsrate des Vorjahres. 5 Die Logistik in Deutschland ist eine der wachstumsstärksten Branchen in Deutschland. Mit steigenden Sendungszahlen erhöht die Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) in Deutschland auch ihre Effizienz. Die Corona-Krise führt durch die schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu reduzierten B2B-Sendungen, aber die Verschiebung von stationärem Handel zum E-Commerce führt zu einem deutlichen Anstieg des B2C-Segments. Nach der KEP-Studie 20206 des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) wurden im Jahr 2019 insgesamt 3,65 Mrd. Sendungen transportiert (+3,8% zum Vorjahr). Für das Jahr 2020 war der Ausblick positiv, eine genaue Prognose aufgrund der Auswirkungen der Pandemie gestaltete sich jedoch schwierig. Beim Sendungsvolumen wird weiterhin mit einem hohen Wachstum beim Endkundengeschäft gerechnet, 3,5% - 7% über dem Niveau von 2019. Bestätigt wurde dies zum Beispiel durch das Weihnachtsgeschäft 2020, welches Corona-bedingt um 23% 7 über dem Vorjahr lag. Die Lockdown-Maßnahmen verstärkten das Sendungsvolumen im Endkundengeschäft auf 435 Mio B2C-Sendungen im Weihnachtsgeschäft 2020, 80 Mio Sendungen über dem Vorjahr.
1
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1251/umfrage/entwicklung-des-bruttoinlandsprodukts-seit-dem-jahr-1991/
2. Geschäftsverlauf Liefery war mit dem Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 01.03.2020 bis 28.02.2021 nicht zufrieden. Der Fokus stand vor allem im weiteren Wachstum und der Gewinnung von Neukunden. Der im Vorjahr erfolgreich gestartete Geschäftszweig Mobility Logistics, die Zusammenarbeit mit Anbietern von E-Rollern, konnte Corona-bedingt nicht fortgeführt werden. Vom Wachstum des KEP-Marktes konnte Liefery nicht vollständig profitieren. Es wurde im November 2020 beschlossen, die operative Tätigkeit zum 31.12.2021 und für den Kunden Hello Fresh zum 28.02.2021 einzustellen. Somit sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 01.03.2019 bis 29.02.2020 um absolut EUR 10,0 Mio. auf EUR 14,0 Mio. bzw. relativ um 42 %. Die insgesamt im Geschäftsjahr 2020/21 zugestellten Pakete betrugen 2,3 Mio. Stück (Vj. 3,6 Mio. Stück). Das entspricht einer Verringerung der Sendungszahlen zum Vorjahreszeitraum um 36 %. Aufgrund der negativen Umsatz- und Absatzentwicklung und der beschlossenen Beendigung der operativen Geschäftstätigkeit der Gesellschaft zum 28.Februar 2021 hat Liefery einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 15,2 Mio. (Vj. EUR 4,6 Mio.) erzielt. Das operative Geschäft der Gesellschaft ist eingestellt. Zum 28. Februar 2021 weist Liefery in ihrer Bilanz einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 4,2 Mio. aus und ist damit bilanziell überschuldet. Im Vorjahr war das Eigenkapital mit EUR 2,7 Mio. positiv. 3. Lage a) Ertragslage Die Umsatzerlöse haben sich um TEUR 10.029 auf TEUR 14.018 (Vj. TEUR 24.047) reduziert. Das entspricht einem Minus von 42 %. Der Umsatz wird mit TEUR 13.374 (95 %) im Wesentlichen im Inland erzielt. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2 auf TEUR 202 gestiegen. Im Berichtsjahr wurden vor allem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 128) erzielt. Der Materialaufwand sank auf TEUR 12.222 (Vj. TEUR 20.111), dies entspricht einem Rückgang von 39%, etwa in dem gleichen Verhältnis wie der Umsatzrückgang zu verzeichnen war. Im Materialaufwand sind Restrukturierungsaufwendungen von TEUR 139 enthalten. Der Personalaufwand ist gegenüber Vorjahr um TEUR 1.061 bzw. 18 % auf TEUR 6.899 gestiegen. Dies lag im Wesentlichen an Aufwendungen aufgrund der Freisetzung von Mitarbeitern nach Beendigung der operativen Tätigkeit am Ende des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 1.360. Der Jahresdurchschnitt der Mitarbeiter (164, Vj. 118) stieg an, jedoch erhöhte sich auch die Teilzeitquote auf 46% (Vj. 43%). Der Umsatz pro Mitarbeiter sank vom Vorjahreswert TEUR 204 (TEUR 24.047 / 118) auf TEUR 85 (TEUR 14.018 / 164). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen auf TEUR 9.727 (Vj. TEUR 2.406), davon TEUR 6.871 Aufwendungen aufgrund der Beendigung der operativen Tätigkeit. Der Zinsaufwand resultiert im Wesentlichen aus Darlehen der Hermes (TEUR 46; Vj. TEUR 296). Insgesamt weist Liefery für das Geschäftsjahr 01.03.2020 bis 28.02.2021 somit einen Jahresfehlbetrag von TEUR 15.162 aus. b) Vermögenslage Für die Erläuterung der Vermögenslage werden die Bilanzen zum 28.02.2021 und zum 29.02.2020 gegenübergestellt. Die Bilanzsumme ist von TEUR 5.855 zum 29.02.2020 auf TEUR 7.005 zum 28.02.2021 gestiegen. Dies ist auf der Aktivseite vor allem auf den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von TEUR 4.174 (Vj. TEUR 0) zurückzuführen. Gegenläufig war ein Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf TEUR 451 (Vj. TEUR 3.319) zu verzeichnen, wobei gleichzeitig ein Anstieg der Cash-Bestände einen Teil der Auszahlungen der Restrukturierungsaufwendungen sicherstellen soll. Zudem wurde das Anlagevermögen vollständig wertberichtigt. Auf der Passivseite ist der Anstieg der Bilanzsumme im Wesentlichen auf die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen (TEUR 5.091) bei einem gleichzeitigen Rückgang des Eigenkapitals (TEUR -2.739) zurückzuführen. Zudem reduzieren sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR -1.050) im Vergleich zum Vorjahr. Der gesamte Forderungsbestand ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 4.579 auf TEUR 453 gesunken. Die sonstigen Rückstellungen (TEUR 6.685; Vj. TEUR 1.594) resultieren vor allem aus Restrukturierungsrückstellungen (TEUR 5.620), insbesondere für zukünftige vertragliche Mietverpflichtungen und Aufwendungen, die sich aus der Freisetzung des Personals ergeben sowie weitere Restrukturierungskosten. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 253; Vj. TEUR 1.303) resultiert vor allem aus der Rückzahlung von Hermes-Darlehen. c) Finanzlage Für die Erläuterung der Finanzlage werden die Bilanzen zum 28.02.2021 und zum 29.02.2020 gegenübergestellt. Der Zahlungsmittelbestand hat sich stichtagsbezogen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.465 erhöht, um Zahlungen im Rahmen der Restrukturierung sicherzustellen. Hermes leistete zur Finanzierung Einzahlungen in die Kapitalrücklage von Liefery. Zur Überbrückung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs gewährt Hermes monatlich sog. Abruf-Darlehen. Diese dienen der Finanzierung des Working Capital und sind kurzfristig wieder von Liefery zurückzuführen. 4. Gesamtaussage Insgesamt waren der Beirat und die Geschäftsführung der Liefery mit der operativen Geschäftsentwicklung nicht zufrieden, weswegen der bisherige operative Betrieb zum 28.02.2021 eingestellt wurde. Durch den Wegfall des Geschäftsfeldes Mobility Logistics und rückläufiger Entwicklungen bei exklusiven Lieferleistungen konnte das leicht ansteigende Konsol-Geschäft dies nicht ausgleichen. Mit dem Umsatzrückgang um rd. 42 % und dem Rückgang des Sendungsvolumens wurde ein weiteres, signifikantes Wachstum verfehlt. Die Finanzierung der Beendigung der operativen Tätigkeit zum 28. Februar 2021 ist durch den Gesellschafter Hermes sichergestellt. III. Chancen- und Risikobericht 1. Risikomanagement Ziel und Zweck des Risikomanagements ist es, Risiken jeglicher Art frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und sie so weit zu begrenzen, dass der wirtschaftliche Nutzen überwiegt. Das bedeutet insbesondere geschäftsgegenstands- und rohertragsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und mit entsprechenden Maßnahmen entgegenzuwirken. Die Risikofrüherkennung ist als integraler Bestandteil der Unternehmensführung in die bestehenden Prozesse integriert. Das interne Controlling stellt die notwendigen Daten zur Unternehmenssteuerung zuverlässig und regelmäßig zur Verfügung. Quartals- und Monatsreports sowie wöchentliche Berichterstattungen an Hermes gewährleisten einen hohen Informationsgehalt, um Risikopotenziale rechtzeitig zu erkennen. Der Beirat wird durch regelmäßige Berichterstattung und, soweit erforderlich, durch Ad- hoc-Berichte der Geschäftsführung informiert und in die wesentliche Unternehmensentwicklung eingebunden. 2. Chancenbericht Da die bisherige operative Geschäftstätigkeit der Liefery zum 28. Februar 2021 beendet wurde, sind keine wesentlichen zukünftigen Chancen zu bewerten. 3. Risikobericht Aus der Beendigung des bisherigen Geschäftsbetriebs zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 ergeben sich Risiken, die durch die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen abgebildet wurden. Dabei werden alle weiteren vertraglichen Verpflichtungen eingeschlossen sowie potenzielle Risiken aus der Freistellung von Mitarbeitern und sonstigen Themen berücksichtigt. Bis zum Stichtag 28.02.2021 hat Hermes folgende weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage vorgenommen: am 19.03.2020 über TEUR 750 (Beschluss vom 09.03.2020), am 01.06.2020 über TEUR 1.500 (Beschluss vom 25.05.2020), am 01.07.2020 über TEUR 600 (Beschluss vom 25.05.2020), am 31.07.2020 über TEUR 1.500 (Beschluss vom 23.07.2020), am 01.09.2020 über TEUR 700 (Beschluss vom 26.08.2020), am 02.11.2020 über TEUR 800 (Beschluss vom 19.10.2020), am 27.11.2020 über TEUR 1.000 (Beschluss vom 18.11.2020), am 08.01.2021 über TEUR 900 (Beschluss vom 22.12.2020), am 05.02.2020 über TEUR 500 (Beschluss vom 27.01.2021). Liefery hing zum Bilanzstichtag 28.02.2021 dennoch weiterhin in hohem Maße von der Aufrechterhaltung und Fortsetzung der Finanzierung durch Hermes ab. Zum 28. Februar 2021 weist Liefery in ihrer Bilanz einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 4,2 Mio aus und ist damit zum Bilanzstichtag noch bilanziell überschuldet. Am 25. März 2021 und am 28. Juni 2021 hat Hermes zur Finanzierung der Beendigung der bisherigen operativen Geschäftstätigkeit weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage von EUR 5,2 Mio. beschlossen. Die Gesellschaft ist auch weiterhin zur Sicherung der künftigen Zahlungsfähigkeit und zur Abwendung einer Überschuldung auf weitere finanzielle Unterstützung der Gesellschafterin und dabei insbesondere auf die Umsetzung der beschlossenen Kapitalerhöhungen angewiesen. Nach Einschätzung dieses Risikos und der bereits beschlossenen Kapitalmaßnahmen wurde der Jahresabschluss zum 28. Februar 2021 gleichwohl nach dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Diese Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. IV. Prognosebericht Für das Geschäftsjahr 2021/22 werden keine Umsätze mehr erwartet, der geplante Jahresfehlbetrag (TEUR 350) ergibt sich aus den Aktivitäten zur Einstellung des bisherigen operativen Geschäftsbetriebes.
Berlin, den 29. September 2021 Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die LieferFactory GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der LieferFactory GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 28. Februar 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2020 bis zum 28. Februar 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LieferFactory GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. März 2020 bis zum 28. Februar 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß S 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angabe "Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss" und "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und Risiken für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit" im Anhang und im Abschnitt III. 3. "Risikobericht" des Lageberichts. Dort haben die gesetzlichen Vertreter beschrieben, dass die Gesellschaft infolge der Einstellung des bisherigen operativen Geschäfts aufgrund der zum Bilanzstichtag noch bestehenden Schulden auf weitere finanzielle Unterstützung der Gesellschafterin angewiesen sein wird. Die Gesellschafterin hat zur Finanzierung der Beendigung der bisherigen operativen Geschäftstätigkeit weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage beschlossen. Wie in der Angabe "Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss" und "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und Risiken für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit" im Anhang und im und im Abschnitt III. 3. "Risikobericht" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des S 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unser Prüfungsurteil ist bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit S 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 27. Januar 2022 KPMG
AG
gez. Heckert, Wirtschaftsprüfer gez. Ecke, Wirtschaftsprüferin |
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