Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 203
Eingetragen
20.4.1964
Branche
Verlegen von BüchernVerlegen von ZeitschriftenVerlegen von Zeitungen
Gegenstand
Verlegen von Büchern, Medien und Zeitschriften in den Bereichen Religion, Erziehung und Lebensgestaltung auf Basis des christlichen Wertekanons, außerdem das Halten von notwendigen Beteiligungen an Dienstleistungsunternehmen zur Durchführung der genannten Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Valeria Sittner
seit 1.2.2024
Prokura
Anna Magdalena Kanele
seit 20.5.2022
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Roman Holletschek
seit 23.11.2017
Prokura
Stefan Dr. Orth
seit 23.11.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Herder Verwaltungs GmbH
94.90%
Bartholomä Herder Stiftung
5.10%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
52.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
75.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Verlag Herder GmbH

Freiburg im Breisgau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Verlag Herder GmbH

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die ersten Herder-Bücher wurden 1798 von Bartholomä Herder in Rottweil verlegt. 1801 erhielt Herder in Meersburg die offizielle Befugnis, einen Verlag zu gründen. Seit 1808 hat dieser seinen Stammsitz in Freiburg. Neben Freiburg hat die Verlag Herder GmbH (nachfolgend auch Verlag Herder, Herder oder Verlag genannt) heute Niederlassungen in München und Berlin. Der Verlag mit seiner mittlerweile über 225-jährigen Geschichte wird innerhalb der Herder-Gruppe seit 2000 in sechster Generation von Manuel Herder geführt. Manuel Herder zog sich 2021 aus dem operativen Geschäft der Verlag Herder GmbH zurück. Seit März 2021 liegt sein Fokus auf den strategischen Aufgaben der Holding. Seither bilden Simon Biallowons und Philipp Lindinger die geschäftsführende Doppelspitze der Verlag Herder GmbH.

Der Verlag Herder ist sowohl im B2C- als auch im B2B-Geschäft aktiv und veröffentlicht Bücher und Zeitschriften in Fach- und Publikumsmärkten. Im Buchbereich sind die Marken Herder, Verlag Kreuz und Paulusverlag für das Geschäftsjahr 2023 maßgeblich. Das Buchprogramm erstreckt sich über die Themenbereiche Theologie und Philosophie, Religion und Spiritualität, Lebensgestaltung und Psychologie, Pädagogik und Kinderbuch sowie Geschichte und Politik. Im Jahr 2023 wurden etwa 330 Neuerscheinungen veröffentlicht, wovon sich 10 unter den Top-50-Spiegel-Bestsellern platzierten.

Das Zeitschriftenprogramm umfasst 20 Titel mit Schwerpunkten in den Bereichen Religion, Theologie und Pädagogik, insbesondere mit Fokus auf frühkindliche Pädagogik. Die religiös-theologischen Zeitschriften behandeln ein breites Spektrum von kirchlicher Praxis bis hin zu lebensnaher spiritueller Begleitung im Alltag und fachwissenschaftlichem Diskurs. Das Programm der Pädagogik enthält Fachzeitschriften für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen. 2023 konnte die Zeitschrift "Communio" akquiriert werden, Gespräche über andere Zeitschriften und Kooperationen laufen. Die Übernahme rentabler Zeitschriftenobjekte in den bekannten Segmenten ist ein strategisches Ziel.

Die Unternehmensstruktur orientiert sich an der sogenannten Holokratie, einer agilen Unternehmensorganisation. Diese umfasst drei Steuerungsteams: Business, Content und Reach. Gemeinsam mit der Geschäftsführung bilden die Steuerungsteams ein agiles Entscheidungsgremium, das sogenannte Management-Board. Dieses behandelt sowohl operative als auch strategische Themen. Die enge Verzahnung des Management-Boards zeigt sich unter anderem anhand eines gemeinsam abgestimmten Strategieprozesses, regelmäßiger bereichsübergreifender Projekte sowie von Austauschformaten. Außerdem unterstützen einheitliche Prozesse und Standards die Nutzung von Synergieeffekten. Das Management-Board steht entsprechend für eine direkte Einbindung der Mitarbeitenden. Dies zeigt sich insbesondere auch in der Bottom-up-Kultur der Verlag Herder GmbH.

Um die Produkt- und Organisationsentwicklung weiter voranzutreiben, hat Herder nebst dem Digital Advisory Board auch die beiden Teams Plattform und Kulturwandel aufgebaut. Das Digital Advisory Board besteht aus internen und externen Experten verschiedenster Branchen. Dieses beschäftigt sich prioritär mit der digitalen Produktentwicklung und der Portfoliostrategie. 2023 wurden die Nähe und die hohen Überschneidungen des Teams Plattform mit den Bereichen Reach und Content deutlich. Aufgrund der Synergien und engen Zusammenarbeit dieser Bereiche wurden die Aufgaben des Teams Plattform in die bestehenden Teams von Reach und Content integriert. Diese Entscheidung gewährleistet, dass die Zielgruppen des Verlags durch übergreifende Maßnahmen besser erreicht werden und die aktuellen sowie künftigen Bedürfnisse erfüllt werden können.

Das Team Kulturwandel als interdisziplinäres Team nutzt die Chance, Themen aus allen Unternehmensbereichen zu bündeln, zu aktivieren und gleichermaßen aktuelle Projektinformationen in die Bereiche zu transportieren. Im Fokus der Teamarbeit stand in 2023 das Nachhalten der angestoßenen Themen Kommunikation und transparentes Informationsmanagement sowie die Auseinandersetzung mit den neuen Themen Prozesserfassung und Feedback bzw. Wertschätzung gemeinsamer Arbeit. Die Themen wurden mit entsprechenden Maßnahmen und Angeboten weiterentwickelt, um Potenziale von Tools und Kommunikationsplattformen auszuschöpfen und Optionen zur verbesserten Selbstorganisation aufzuzeigen.

Im Bereich Human Resources fördert Herder proaktiv sein Employer Branding. In diesem Rahmen wurde Herder 2023 als Great Place to Work ® ausgezeichnet und stärkt somit seine Positionierung als attraktiver Arbeitgeber in der Verlagsbranche. Der Verlag schafft Raum, um neue Formen der Zusammenarbeit zu etablieren, schafft Transparenz über die Transformation des Unternehmens und fördert durch zielgerichtete Maßnahmen die Arbeitsplatzkultur sowie die Mitarbeitendenbindung und -gewinnung. Dabei steht er für eine transparente Organisations- und nachhaltige Personalentwicklung, für die Professionalisierung von Arbeitsformen sowie für die Förderung der Arbeitsplatzzufriedenheit.

Das IT-Management bei Herder setzte im Rahmen der Strategie 2023 weiterführende Schwerpunkte zur Digitalisierung und Optimierung interner Prozesse um. Hierzu gehört unter anderem der Ausbau des Projektes "Radar" inklusive der KI-gesteuerten Absatzprognose, auch die Ablösung der bisherigen Rechte- und Lizenzdatenbank mit unserem Kooperationspartner Pondus als Verlagssoftware-Hersteller. Außerdem wurde das Business Analytics-System "Power BI" mit dem Schwerpunkt Abonnement um weitere Berichte und KPI erweitert. Darüber hinaus fand die Durchführung verschiedener Cyber-Security-Maßnahmen zur Gewährung der Sicherheit des Verlages im digitalen Raum statt.

Herder fokussiert sich in Forschung und Entwicklung auf eine inhaltliche Weiterentwicklung und die Anpassung des Produktportfolios, um den sich verändernden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Die inhaltliche Weiterentwicklung umfasst die Filterung und Prognose relevanter Themengebiete für die Zielgruppen, wobei bestehende Autoren aktiv eingebunden werden, um gemeinsam neue Produkte zu entwickeln.

Parallel dazu erweitert der Verlag kontinuierlich sein Produktportfolio durch den Ausbau des digitalen Angebots. Dies umfasst die digitale Erweiterung von Zeitschriftenprodukten und des Webshops, wobei zielgruppenspezifische Angebote entwickelt werden, die einen Mehrwert beim Konsum bestehender Produkte bieten. Dies beinhaltet die Entwicklung von E-Paper-Apps, die etablierte Apps durch Paid-Content ergänzen.

Seit 2023 bietet Herder Einrichtungen und Institutionen Mehrfachlizenzen seiner Zeitschriften an. Im Bereich Pädagogik hat der Herder Verlag seine digitale Präsenz durch die intensivierte Zusammenarbeit mit der Kitalino GmbH ausgebaut. Die gemeinsame strategische Marktplatzierung wird vorangetrieben, um Synergieeffekte zu maximieren und die effizienten Strukturen zu stärken.

Die finanziellen Leistungsindikatoren (KPIs) sind insbesondere die Umsatzerlöse sowie die EBIT-Marge (Verhältnis von EBIT = Jahresergebnis vor Finanzergebnis und Steuern zu den Umsatzerlösen).

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

"Deutschland hat mit der Corona-Pandemie und der Energiepreiskrise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zwei außergewöhnliche und sich überlappende Krisen erlebt", so das BMWK (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) im Jahreswirtschaftsbericht 2024. Gemäß den Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 % gesunken. Dr. Ruth Brand (Präsidentin Destatis) erläutert: "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort."

Die Inflation srate stieg 2023 im Jahresdurchschnitt um 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr. "Die Inflationsrate für das Jahr 2023 lag unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022. Sie ist mit knapp 6 Prozent aber weiterhin auf einem hohen Stand. Nahrungsmittel [mit einem Plus von 12,4 %] verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2023 besonders stark", erläutert Dr. Ruth Brand. Brand erläutert weiter: "Die Teuerung für das Jahr 2023 wurde wie im vorangegangenen Jahr von den Auswirkungen der Kriegs- und Krisensituation beeinflusst, die die Preisentwicklung auf allen Wirtschaftsstufen prägte." Entsprechend sind gemäß dem BMWK die preisbereinigten privaten Konsumausgaben um 0,8 % im Vorjahresvergleich gesunken. Grund seien nebst den Kaufkraftverlusten auch eine Kaufzurückhaltung aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten infolge der geopolitischen Konflikte. Diese Zurückhaltung ergab sich trotz des gestiegenen verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte von 5,9 %.

Die geringere Ausgabenbereitschaft der Konsumenten spiegelte sich 2023 erneut in deutlich gesunkenen Gesamtumsätzen im deutschen Onlinehandel wider. Das geht aus einer Verbraucherbefragung des Branchenverbands BEVH hervor. Verbraucher bestellten dem BEVH zufolge im vergangenen Jahr weniger Waren im Internet. Der Bruttoumsatz mit Waren im deutschen E-Commerce fiel 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 % auf 79,7 Milliarden Euro.

2023 stieg die Anzahl an Erwerbstätigen (+ 333.000) mit Arbeitsort in Deutschland. Der Beschäftigungsaufbau fand vor allem im Dienstleistungsbereich statt. Der Aufbau war trotz des demografischen Wandels unter anderem aufgrund der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte möglich. Die Arbeitslosenquote lag mit 5,7 % leicht über dem Vorjahr (5,3 %). Als Grund hierfür erläutert das BMWK im Jahreswirtschaftsbericht 2024: "Aufgrund der schwachen Konjunktur hat die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen zuletzt [...] etwas abgenommen."

2.2. Branchenentwicklung

"Wir leben in herausfordernden Zeiten. Auch die Buchbranche bekommt diese zu spüren. [...] Gerade in schwierigen Zeiten nutzen Menschen Bücher, um ihr Wissen zu erweitern, abzuschalten, aber auch, um sich mit der aktuellen Realität auseinanderzusetzen - ein gutes Zeichen angesichts großer politischer und gesellschaftlicher Themen und Konflikte", kommentiert Karin Schmidt-Friderichs (Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels) die Entwicklungen des Buchmarktes 2023.

Die Entwicklung des deutschsprachigen Buchmarktes (DACH) fällt 2023 über alle Absatzkanäle je nach Land hinsichtlich des Umsatzes sehr unterschiedlich aus. Gemäß den Auswertungen von Media Control schloss die Schweiz mit einem Umsatzminus von 0,8 %, Österreich mit einem Plus von 0,8 % und Deutschland vorneweg mit einem Plus von 2,9 % im Vorjahresvergleich ab. Alle drei Länder weisen hinsichtlich des Absatzes und dem durchschnittlichen Preis den gleichen Trend aus. Am stärksten ist der Absatz in Österreich mit - 3,6 % eingebrochen. Darauf folgt die Schweiz mit - 2,5 % und Deutschland mit - 1,9 %. Entsprechend der Umsatz- und Absatzkennzahlen fallen die durchschnittlichen Preissteigerungen aus. Die geringste Steigerung fand in der Schweiz mit 1,7 % statt, darauf folgend stiegen die Preise in Österreich um 4,9 % und am höchsten in Deutschland um 4,9 % im Vorjahresvergleich.

In Deutschland wurde 2023 für ein Buch im Durchschnitt 15,07 EUR (Vj. 14,37 EUR) bezahlt. Die Preissteigerung fand in allen Sortimentsbereichen inkl. Hard-/Softcover und Taschenbüchern statt. Die Entwicklung innerhalb der Warengruppen fällt sehr unterschiedlich aus. Auffallend ist, dass einzig die Warengruppe Belletristik eine Steigerung des Absatzes (1,2 %) und Umsatzes (7,7 %) im Vorjahresvergleich erzielen konnte. Die wissenschaftlichen Titel hingegen schnitten sowohl mit Blick auf den Absatz (bis zu - 9,2 %) als auch auf den Umsatz (bis zu - 7,1 %) besonders rückgängig ab, so Media Control.

Als Hauptlesemotive analysierte Media Control für 2023: Verstehen, Entspannen, Eintauchen sowie Orientieren. Die Altersgruppen 30 bis 49 konsumierten gemeinsam knapp die Hälfte des Gesamtmarktes. Die Altersklasse bis 29 Jahren stieg anteilig um 1,4 %. Diese positive Entwicklung ist insbesondere mit Blick in den zukünftigen Buchmarkt positiv zu bewerten. Gemäß den Auswertungen von Media Control verteilt sich der Marktanteil der Leserschaft mit rund 60 % auf Frauen und rund 40 % auf Männer und hat damit eine ähnliche Verteilung wie im Vorjahr.

Auffällig und für die Programmentwicklung der Verlage relevant, ist die immer höhere Konzentration auf einzelne Spitzentitel in den populären Bereichen Belletristik und Sachbuch sowie bei den Ratgebern. Der Wettbewerb insbesondere für kleine und mittelständische Verlage wird mit den Konzernverlagen noch härter, was sorgfältigere Analyse und Risikoabwägung auf der einen und noch wichtigere Autorenschaftbindung und optimale Vermarktungsstrategie auf der anderen Seite erfordert.

2.3. Entwicklung der Verlag Herder GmbH

2.3.1. Erläuterung zur Ertragslage

Das Rohergebnis blieb mit 17,9 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vj. 17,9 Mio. EUR). 2023 ergab sich ein Umsatzrückgang um 2,7 %. Der Umsatzrückgang ergab sich insbesondere aufgrund der sich schwieriger als erwarteten Umweltfaktoren, die bereits in Abschnitt 2.1 und 2.2 beschrieben wurden. Dies führte dazu, dass die Vorjahreserwartung eines leicht steigenden Umsatzes nicht erreicht werden konnte.

Die Personalkosten stiegen 2023 auf 7,6 Mio. EUR (Vj. 7,4 Mio. EUR). Die leichte Erhöhung ergibt sich vor allem aufgrund gestiegener Löhne und Gehälter.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 8,3 Mio. EUR (Vj. 8,0 Mio. EUR) leicht gestiegen. Die Steigerung ergibt sich insbesondere aufgrund gestiegener Aufwendungen für Werbemaßnahmen. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Vertriebs- und Verwaltungskosten.

Die EBIT-Marge (Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) als wesentliche intern verwendete Kennzahl zur Darstellung des Geschäftsverlaufs fällt positiv aus, liegt jedoch unter dem Vorjahresniveau und damit unter den Erwartungen des Vorjahres. Dies ist vor allem auf den entgegen den Erwartungen stehenden Umsatzrückgang zurückzuführen.

Der Aufwand für Körperschaft- und Gewerbesteuer beläuft sich im Jahr 2023 auf 0,6 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio. EUR).

Das Ergebnis nach Steuern vor Gewinnabführung beträgt 1,2 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der sonstigen Steuern kann an die Muttergesellschaft ein Gewinn in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vj. 1,6 Mio. EUR) abgeführt werden.

2.3.2. Erläuterung zur Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme beläuft sich auf 16,4 Mio. EUR (Vj. 14,4 Mio. EUR). Das Anlagevermögen stieg auf 2,0 Mio. EUR (Vj. 1,6 Mio. EUR). Die Steigerung ergibt sich unter anderem aus der Erweiterung des Fuhrparks und der Betriebsausstattung. Außerdem hat die Verlag Herder GmbH ihre Beteiligung an der Kitalino GmbH auf 47,74 % erhöht. Den Abschreibungen in Höhe von 356 TEUR standen Investitionen in Höhe von 772 TEUR gegenüber. Die Investitionen flossen insbesondere in Software-Lizenzen, um die IT-Landschaft des Verlages auszubauen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beläuft sich auf 12,1 % (Vj. 10,9 %).

Das Umlaufvermögen stieg auf 14,4 Mio. EUR (Vj. 12,7 Mio. EUR). Die Vorräte erhöhten sich leicht um 346 TEUR auf 3,5 Mio. EUR. Die Erhöhung ist vor allem auf die Entwicklung der fertigen Erzeugnisse und Waren (+ 339 TEUR) abzuleiten. Diese ergibt sich insbesondere, da im Geschäftsjahr 2023 keine Makulatur der älteren Titel stattfand. Der vergleichsweise geringe Anstieg der Vorräte gründet unter anderem auf der erfolgreichen strategischen Umsetzung zur Präzisierung der Auflagenhöhe.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben sich von 7,8 Mio. EUR auf 8,6 Mio. EUR erhöht. Die Entwicklung basiert zum einen auf den gestiegenen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (+ 345 TEUR), ableitbar insbesondere auf eine Erhöhung der angefallenen Zinsen von Darlehen an ein beteiligtes Unternehmen. Zum anderen stiegen die sonstigen Vermögensgegenstände um 360 TEUR. Die Steigerung basiert vor allem auf Steuervorauszahlungen.

Die flüssigen Mittel haben sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 521 TEUR auf 2,3 Mio. EUR deutlich erhöht.

Das Eigenkapital beläuft sich auf 7,5 Mio. EUR (Vj. 5,7 EUR). Dementsprechend stieg die Eigenkapitalquote von 39,2 % auf 45,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Steigerung ergibt sich aufgrund einer Erhöhung zugunsten der Kapitalrücklagen.

Die Rückstellungen sind von 3,7 Mio. EUR auf 3,3 Mio. EUR gesunken. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Rückstellungen für ausstehende Absatzhonorare, Remissionen, Kundenboni und Rückstellungen aus dem Personalbereich. Der Rückgang resultiert vor allem aus gesunkenen Steuerrückstellungen als Resultat einer unterjährigen Anpassung der Steuervorauszahlungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten umfassen 0 TEUR (Vj. 1 TEUR). Die laufenden Bankkonten werden auf Guthabenbasis geführt. Zum Bilanzstichtag besteht eine nicht ausgenutzte Kreditlinie für die Herder-Gruppe in Höhe von 2,0 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit 1,3 Mio. EUR (Vj. 1,0 Mio. EUR) etwas gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,8 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio. EUR) enthalten im Wesentlichen die Verbindlichkeit aus der Ergebnisabführung an die Muttergesellschaft nach Verrechnung mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen gegen die Muttergesellschaft. Die sonstigen Verbindlichkeiten fallen mit 1,3 Mio. EUR etwas höher als im Vorjahr (Vj. 1,2 Mio. EUR) aus. Es handelt sich im Wesentlichen um kreditorische Debitoren sowie Verbindlichkeiten gegenüber den Finanzämtern.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten blieben mit 2,0 Mio. EUR konstant (Vj. 2,0 Mio. EUR). Es handelt sich vor allem um Zeitschriften-Abonnement-Erlöse.

Die Gesellschaft nutzt zur Finanzierung die bestehenden Bankguthaben und den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Insgesamt fällt der Cashflow aus laufenden Geschäftstätigkeiten positiv und der Cashflow aus Investitions- bzw. Finanzierungstätigkeiten negativ aus. Die primäre Liquiditätsquelle zum Aufbau von Zahlungsmitteln und sonstigen Geldanlagen ist die laufende Geschäftstätigkeit. Mit einem soliden Bestand an liquiden Mitteln von 2,3 Mio. EUR werden Flexibilität, Sicherheit und Unabhängigkeit sichergestellt. Kreditlinien, über die im Bedarfsfall zusätzliche Liquiditätspotenziale genutzt werden können, stehen in ausreichendem Maße zur Verfügung, sie wurden im laufenden Geschäftsjahr nicht in Anspruch genommen. Die Verlag Herder GmbH war im Geschäftsjahr 2023 jederzeit in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie hat im Berichtsjahr die aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft resultierende Zahlungsverpflichtung des Vorjahres von 1,6 Mio. EUR abgeführt.

2.3.3 Gesamtbetrachtung

Das Geschäftsjahr 2023 der Verlag Herder GmbH war in der Gesamtbetrachtung erfolgreich. Zwar ergab sich ein Umsatzrückgang, welcher in der Form nicht vorgesehen war und auf die sehr schwierigen Umweltfaktoren zurückzuführen ist, allerdings konnte dennoch ein deutlich positives EBIT erzielt werden. Herder zeigte erneut seine Flexibilität und Reaktionsfähigkeit. Die eingeleiteten (Kostensenkungs-)Maßnahmen konnten die Umweltfaktoren merklich abfedern. Die Strategie 2023 wurde trotz allem erfolgreich umgesetzt. Dies ist nicht nur an den harten Kennzahlen aus dem Finanzbereich erkennbar, sondern auch an weichen Faktoren wie der Auszeichnung als Great Place to Work ®, welche Herder 2023 erhielt. Herder beweist erneut wirksame Strategien nicht nur planen zu können, sondern diese erfolgreich umzusetzen, was wiederum die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage positiv beeinflusst.

3. Prognosebericht

3.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das BMWK prognostiziert für 2024 Erholung: "Mit einem rückläufigen Trend der Inflation, steigenden Reallöhnen und einer allmählichen Belebung der Weltwirtschaft dürften sich zentrale Belastungsfaktoren für die deutsche Wirtschaft [...] im Verlauf dieses Jahres verringern und eine vor allem binnenwirtschaftlich getragene Erholung einsetzen." Das ifo-Institut (Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung) schätzt ein Plus von 0,9 % für 2024. Die Prognose basiert auf der Annahme, dass alle beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen trotz Haushaltslücke durchgeführt werden. Sollte die Regierung einen verfassungskonformen Haushalt aufstellen, so schätzt das ifo-Institut ein preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt von 0,7 %.

Das ifo-Institut prognostiziert eine Inflation srate von 2,2 % für 2024. Dies würde eine Senkung von 3,7 Prozentpunkten im Vorjahresvergleich bedeuten. Das BMWK geht von einer Inflationsrate von 2,8 % aus. "Nach zwei Jahren mit für deutsche Verhältnisse sehr hohen Inflationsraten rückt [... das] Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent [näher]", so das BMWK. Die Frühindikatoren zur Entwicklung des privaten Konsums seien gemäß dem BMWK tendenziell positiv. Grund für die Einschätzung werden rückläufige Inflationsraten sowie steigendes Einkommen genannt.

Das BMWK geht für 2024 davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland noch etwas steigen wird. Das ifo-Institut prognostiziert für 2024 sowohl eine Steigerung der erwerbstätigen (83.000) als auch der arbeitslosen Personen (82.000). Entsprechend geht das ifo von einer Arbeitslosenquote von 5,9 % und somit von einem leichten Anstieg von 0,2 Prozentpunkten aus. Das BMWK erläutert im Jahreswirtschaftsbericht 2024: "Der Fachkräftemangel stellt für Unternehmen weiterhin eine große Herausforderung dar und bremst den Beschäftigungsaufbau."

Hinsichtlich der anstehenden Herausforderungen geht das BMWK nicht von einer schnellen Trendwende aus "Angesichts der zuletzt weiter schwachen Frühindikatoren, anhaltender und neu hinzugekommener geopolitischer Krisen, die zu steigenden Transportkosten und Verzögerungen in Lieferketten führen können, sowie temporär administrativ erhöhter Verbraucherpreise zu Jahresbeginn ist auch für das erste Quartal dieses Jahres noch nicht mit einer konjunkturellen Trendwende zu rechnen."

3.2. Branchenentwicklung

"Viele [Kundinnen und Kunden] sind verunsichert und noch immer zurückhaltend im Konsum. Frequenzrückgänge in den Innenstädten bedeuten auch, dass in den Buchhandlungen weniger Entdeckungen gemacht werden können [...] Zudem nimmt der Kostendruck in den Unternehmen bei Energie, Beschaffung und Herstellung nur langsam ab", so Karin Schmidt-Friderichs mit Blick in das Jahr 2024. Die Problematik eines sehr unruhigen Marktes und stetig steigenden Kosten, insbesondere von Produktions- und Papierkosten, sowie der steigenden Zurückhaltung des Endkonsumenten ist leider keine neue Entwicklung. Gemäß Jens Korch vom Chemnitzer Verlag Edition Wannenbuch entwickelten sich Bücher zu einem "nice to have, aber kein must-have". Bei vielen Menschen fällt beim täglichen Sparen das Buch hinten runter. Die ZMG (Zeitungsmarktforschung Gesellschaft der deutschen Zeitungen) geht auf drei Handlungsfelder genauer ein, welche die Verlage aktiv (mit)gestalten können: Zukunft des Content, generative KI sowie Employer Branding.

Als zuverlässiges und glaubwürdiges Medienunternehmen ist es in diesen unruhigen Zeiten wichtig geworden, die Inhalte noch zielgenauer an den Bedürfnissen der Zielgruppe auszurichten. Entsprechend gilt es "die Zielgruppen besser zu verstehen. Wer nutzt wann welche Medien, und vor allem auch: warum? Die Rezipientenmärkte werden immer differenzierter, was immer besser verstanden werden muss".

"In der Verlagsbranche scheint sich eine Haltung abzuzeichnen, dass generative KI in Form von Assistenzsystemen zum Alltag gehören wird." Entsprechend wird sich KI voraussichtlich als Alltagshelfer für Routine- und zeitfressende Aufgaben abzeichnen. Darüber hinaus könnte die generative KI die Transparenz von Wettbewerbsinformationen und somit die Werbewirksamkeit erhöhen. Auch findet die KI bei der Gestaltung von Bildern und Grafiken als ideen- und anregungsgebendes Instrument ihren Einsatz bei Verlagen.

Die technische Entwicklung wird den Fachkräftemangel nicht ausbremsen können. Gemäß einer Untersuchung von Prof. Seeger (Hochschule der Medien), durchgeführt bei Studierenden, zeigt die Wichtigkeit des Images eines Arbeitgebers auf. "Es wird sich zu einer zentralen Aufgabe entwickeln, junge Menschen mit marktfähigen Arbeitsverhältnissen in einer New Work-Welt, die von Remote-Arbeit, wertschätzender Führung, aber auch einer persönlichen Förderung geprägt ist, von der Branche überzeugen zu können".

3.3. Prognose für die Verlag Herder GmbH

Aufgrund der andauernden stark wandelnden Umweltfaktoren ergibt sich verstärkt ein stetiger Bedarf an Flexibilität. Zwar ist der Verlag Herder in der Position, nicht nur auf teils sich schnell ändernde Bedürfnisse der Konsumenten, sondern auch auf Bedürfnisse der Mitarbeitenden, Lieferanten und B2B-Kunden zu reagieren, allerdings erschwert diese Schnelllebigkeit die Abgabe einer Prognose für die Verlag Herder GmbH.

Der Fokus für das Geschäftsjahr 2024 und Folgejahre liegt auf der stetig positiven Entwicklung der EBIT-Marge. Zur Erreichung dieser Ziele hat der Verlag zum 2. Januar 2024 Teile der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg) mit einem Gesamtumsatzvolumen von ca. 3 Millionen EUR erworben. Die Transaktion umfasst mehr als 200 lieferbare Back- und Frontlisttitel, die Zeitschriften "Archäologie in Deutschland" und "Antike Welt" sowie den Bereich "Publishing Services". Herder erweitert durch die Übernahme seine Präsenz im historischen Sach- und Fachbuch sowie dem Special Interest-Zeitschriftenmarkt.

Dieser Kauf ist in der Strategie 2024 ein zentraler Baustein, welcher auf das Wachstum des Verlages einzahlt. Darüber hinaus werden noch stärker die Bereiche Marketing und Vertrieb mit den verlegerischen Bereichen verzahnt. Hierdurch können die Erlösmodelle noch passgenauer auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppen angepasst werden. Ebenfalls umfasst die Strategie die klare Ausrichtung hin zu einer modernen, effizienten und schlanken IT-Systemlandschaft. Trotz Auszeichnung als Great Place to Work ® ist die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität weiterhin ein zentraler Baustein.

Die Strategie 2024 stellt den nächsten Schritt hin zur Erreichung der Vision 2025 dar. Die Vision umfasst die Kernpunkte: Wachstum, Communities und New Work inklusive BI/KI. Durch die jährliche Entwicklung von Strategien zur Erreichung der Vision wird sichergestellt, dass Herder an die stetig verändernden Marktbedingungen angepasst ist. Gleichzeitig sind für alle Mitarbeitenden das Ziel der Vision und der damit einhergehende rote Faden für alle Entscheidungen greifbar.

Für 2024 rechnet Herder mit einem deutlichen steigenden Umsatz gegenüber 2023. Darüber hinaus erwartet Herder weiterhin eine deutlich positive EBIT-Marge, die voraussichtlich leicht höher als im Vorjahr ausfallen wird. Mit Kostenbewusstsein, der weiteren Digitalisierung der Prozesse und dem internen Kulturwandel begegnet der Verlag den wirtschaftlichen Herausforderungen.

4. Chancen- und Risikobericht

Anhand der vorausgehenden Analysen ist erkennbar, dass für das kommende Jahr die drei größten Herausforderungen für Verlage in Deutschland

der andauernde Fachkräftemangel,

die stetige Preissensibilität des Endverbrauchers sowie

der verstärke Kostendruck (Herstellung und technische Weiterentwicklung)

darstellen. Hieran ist erkennbar, dass im Grunde die Herausforderungen im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben sind. Entsprechend zentral ist es, auf diese Herausforderungen aktiv zu reagieren und aus den sich hieraus ergebenden Potenzialen die Stärke auf dem Markt zu festigen und auszubauen.

Herder hat bereits frühzeitig die sich ändernden Marktbedingungen erkannt und entsprechende Maßnahmen gegen den vorherrschenden Fachkräftemangel in Deutschland entwickelt. Der Human-Resources-Abteilung hat ein breit angelegtes Programm zur Professionalisierung des Personalmanagements aufgebaut, in dem die Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen. Die sowohl nach innen als auch nach außen ausgelegten Maßnahmen heben die Qualität, die Herder als Arbeitgeber bietet, hervor und bauen diese aus. Aus diesem Grund versteht der Verlag diese Entwicklung als Chance, um auch zukünftig ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Die Wirkung dieser Maßnahmen ist an der Auszeichnung als Great Place to Work ® erkennbar. Jede und jeder Mitarbeitende des Verlages erfährt eine individuell auf die Person zugeschnittene Förderung. Hierbei liegt der Fokus sowohl auf der fachlichen als auch auf der persönlichen Weiterentwicklung. Ziel ist es, die Zufriedenheit der bestehenden Mitarbeitenden auf ein nachhaltig hohes Niveau zu heben und zu halten. Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten, die Herder bietet, auch nach außen getragen werden, um so das Employer Branding Verlag Herder GmbH nachhaltig hervorzuheben und zu stärken.

Die Preissensibilität des Endverbrauchers hat sich 2023 aufgrund der schwachen deutschen Wirtschaft und der sich hieraus resultierenden hohen Inflation und Preissteigerungen nochmals verschärft. Der Endkonsument neigt trotz des durchschnittlich gestiegenen Einkommens zu höheren Sparquoten. Indessen wird das Buch als Luxusgut betrachtet. Herder hat aufgrund seiner langjährigen Erfahrung auf dem Markt diese Entwicklung zu einem frühen Zeitpunkt erkannt und bei der Produktentwicklung berücksichtigt. Für 2024 sieht Herder hier eine klare Chance, indem die Kundenbeziehungen gestärkt werden. Hierbei setzt der Verlag auf mehrere Faktoren. Zum einen ging Herder mit dem Verlagssoftware-Hersteller Pondus bereits 2021 eine Kooperation ein. Im Rahmen der Kooperation entsteht mit dem Projekt "Radar" ein KI-gestütztes Absatzprognose-Tool. Hiermit ist es Herder möglich, die Auflagenhöhe noch präziser zu benennen, was wiederum zur Vermeidung von zu hohen Kosten führt. Zum anderen werden erweiterte und neue Produktformate und Erlösmodelle ausgearbeitet. Dies ermöglicht es Herder, das Angebot noch zielgenauer auf die Bedürfnisse des Endkunden auszurichten. Mit den aufgeführten Maßnahmen kann der Verlag die Kundenzufriedenheit erhöhen, die wiederum für eine hohe Kundenloyalität sorgt.

Die Belastung des hohen Kostendruck es hat sich in der Verlagsbranche zu einem stetigen Thema entwickelt. Hierzu zählen zum einen die hohen Herstellkosten. Insbesondere Papier und Druck weisen eine hohe Energieintensität auf, die besonders seit dem Angriffskrieg Russlands einen zentralen Kostensteigerungspunkt umfasst. Zum anderen zählt die Notwendigkeit der technischen Weiterentwicklung unter anderem in Richtung generative KI dazu. Die entstandenen Belastungen und Handlungsfelder beeinflussen auch die Entscheidungen und Entwicklungen der Verlag Herder GmbH. Dies ist am Beispiel der gestiegenen Investitionskosten insbesondere in die technische Weiterentwicklung des Verlages zu sehen. Hieran ist zu erkennen, dass Herder diese Situation als Chance versteht, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Herder profitiert hinsichtlich der Teuerung der Herstellkosten von seiner langjährigen Erfahrung auf dem Markt und den gefestigten Geschäftsbeziehungen mit seinen Lieferanten. Die technische Weiterentwicklung gestaltet der Verlag bereits seit Jahren aktiv unter anderem zusammen mit seinem Kooperationspartner Pondus weiter. Die Verzahnung der beiden Themenfelder ist am Beispiel der Vermeidung von zu hohen Kosten, durch die verbesserte Kalkulation der Auflagenhöhe mittels KI erkennbar.

Anhand der aufgeführten drei Herausforderungen der Verlagsbranche ist erkennbar, dass die Verlag Herder GmbH hinsichtlich ihrer sehr guten Struktur sowie ausgereiften Prozesse in der Lage ist, auch kurzfristig auf die sich ergebenden Umweltfaktoren zu reagieren. Diese Flexibilität ist insbesondere aufgrund der mittel- und langfristig ausgelegten Strategien und Vision möglich. Jede und jeder Mitarbeitende kennt nicht nur das gemeinsame Ziel, sondern hat es auch selbst mitskizziert und kann es aktiv mitgestalten. Dies fördert nicht nur die Verbundenheit zum Verlag, sondern bietet Sicherheit und fördert die Gemeinschaft. Außerdem sind hierdurch potenzielle Risiken früh bekannt und eine schnelle Reaktion ist möglich.

Die Führung des Verlages stellt sicher, dass Herder seinen Werten und Grundprinzipien in der Moderne treu bleibt und somit einen zuverlässigen Begleiter für seine Stakeholder darstellt. Gleichzeitig wird die Marke Herder weiterentwickelt, um als einer der Toparbeitgeber in der Region zu gelten. Die zweigeteilte Aufstellung des Bereiches Forschung und Entwicklung garantiert, dass der Verlag hinsichtlich seiner Themen sowie Autorinnen und Autoren am Puls der Zeit ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass Herder frühzeitig auf sich verändernde Kundenbedürfnisse und Marktentwicklungen reagiert.

Hinzu kommt die Chancenergreifung der Digitalisierung: Herder investiert weiterhin in seine Technologien. Der Paradigmenwechsel der Branche wird nicht nur angenommen, sondern aktiv mitgestaltet, wie am Beispiel des Projektes "Radar" erkennbar ist. Darüber hinaus sorgt Herder auch mittels des Digital Advisory Board und des Teams Kulturwandel dafür, dass die Produktformen und Geschäftsmodelle digital gedacht werden und der Transformationsprozess jede und jeden Mitarbeitenden miteinschließt. Die KPI-gesteuerte Ausrichtung stellt sicher, dass der Verlag die positive Entwicklung der vergangenen Jahre nicht nur beibehält, sondern ausbaut.

Branchenübergreifende Unternehmensrisiken wie Forderungsausfall werden als gering eingeschätzt. Die Verlag Herder GmbH ist mit seinem Angebotsportfolio und der Kundenstruktur sehr breit aufgestellt, sodass Forderungsausfälle durch Insolvenzen in Bezug auf Umsatz und Forderungsbestand gering sind. Potenzielle Einzelausfallrisiken werden über ein kontinuierliches Debitoren-Management mittels Wertberichtigungen bilanziell berücksichtigt. Cyberangriffe werden als moderat eingestuft. Um diese zu verhindern ist ein detailliertes Risikomanagement implementiert. Wie für alle Unternehmen ist Cyber-Security auch für Herder ein andauernder Prozess, welcher in Zusammenarbeit mit externen Experten kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Das Risikomanagement fokussiert im Wesentlichen folgende Bereiche:

tägliche Kontrolle der Liquiditätsentwicklung,

tägliche Kontrolle der Umsatzentwicklung,

monatliche Kontrolle sämtlicher Kostenblöcke sowie

monatliche Kontrolle der Ergebnisentwicklung.

Etwaige Abweichungen der IST-Zahlen gegenüber der Jahres- und Monatsplanzahlen werden mit den jeweils Verantwortlichen der Geschäftsbereiche analysiert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Hierauf basierend ergeben sich keine aggregierten Risiken.

Bestandsgefährdende Risiken sind nicht ersichtlich. Chancen und Risiken der Verlag Herder GmbH sind ausgewogen.

 

Freiburg im Breisgau, 29. April 2024

Simon Biallowons, Geschäftsführer

Philipp Lindinger, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

EUR EUR EUR 31.12.2022
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 393.332,82 115
2. Geleistete Anzahlungen 28.268,76 332
421.601,58 447
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 60.084,88 71
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 291.078,28 151
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 66
351.163,16 288
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.219.786,00 843
1.219.786,00 843
1.992.550,74 1.578
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 37.194,80 131
2. Unfertige Erzeugnisse 359.606,60 258
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.108.357,59 2.770
3.505.158,99 3.159
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.519.026,30 4.456
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.361.427,55 3.017
3. Sonstige Vermögensgegenstände 707.999,59 348
8.588.453,44 7.821
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 2.276.350,08 1.755
14.369.962,51 12.735
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 71.738,86 94
16.434.252,11 14.407

PASSIVA

EUR EUR 31.12.2022
TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 52.000,00 52
II. Kapitalrücklagen 7.403.955,82 5.552
III. Gewinnrücklagen 47.920,03 48
7.503.875,85 5.652
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 500,00 386
2. Sonstige Rückstellungen 3.266.045,00 3.358
3.266.545,00 3.744
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 1
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 189.269,27 125
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.341.576,51 986
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 794.617,19 698
5. sonstige Verbindlichkeiten 1.326.621,79 1.204
3.652.084,76 3.013
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.011.746,50 1.997
16.434.252,11 14.407

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

EUR EUR EUR 2022
TEUR
1. Rohergebnis 17.877.286,15 17.933
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.270.473,61 6.174
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.325.371,38 1.264
davon für Altersversorgung: 118,92 EUR ( Vj . 1 TEUR)
7.595.844,99 7.438
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 356.185,77 239
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.282.876,13 8.013
16.234.906,89 15.690
1.642.379,26 2.243
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 117.801,63 67
davon aus verbundenen Unternehmen: 115.536,67 EUR ( Vj . 67 TEUR)
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 25.944,92 9
davon an verbundenen Unternehmen: 17.182,06 EUR ( Vj . 0 TEUR)
91.856,71 58
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 546.666,55 710
8. Ergebnis nach Steuern 1.187.569,42 1.591
9. Sonstige Steuern 233,00 0
10. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführter Gewinn -1.187.336,42 -1.591
11. Jahresüberschuss 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Allgemeine Hinweise

Die Verlag Herder GmbH mit Sitz in Freiburg im Breisgau ist im Handelsregister des Amtsgerichts Freiburg unter HRB 203 eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden einzelne Posten der Bilanz zusammengefasst und daher nachfolgend aufgegliedert sowie erläutert. Aus dem gleichen Grund sind die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz und Davon-Vermerke nachfolgend dargestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Vorjahres wurden beibehalten.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer über einen Zeitraum zwischen 3 und 5 Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden linear abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum zwischen 2 und 13 Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Die Abschreibung auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgt zeitanteilig. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Nettoeinzelwert von 250,00 EUR sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Nettoeinzelwert von mehr als 250,00 EUR bis 1.000,00 EUR wurde das Sammelpostenverfahren angewandt. Von den jährlichen Sammelposten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden pauschalierend jeweils 20 % p. a. im Jahr für dessen Zugänge gebildet und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen wurden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Als Verbrauchsfolgeverfahren kommt die Lifo-Methode (Last in, first out) zur Anwendung.

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind auf Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Kostenträgerrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren technischen Herstellungskosten und direkt zurechenbaren Pauschal- und Garantiehonoraren auch die Lektorats- und Herstellungsgemeinkosten je Programmbereich berücksichtigt wurden.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten sowie aus verlustfreier Bewertung ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennwert bilanziert.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß Veröffentlichung der Deutschen Bundesbank abgezinst.

Erhaltene Anzahlungen sind mit dem Nennbetrag bilanziert.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als passiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden sowie ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen. Der Ansatz eines Überhangs von aktiven latenten Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nicht angesetzt. Als Steuersatz zur Ermittlung der latenten Steuern wurde der Steuersatz der Muttergesellschaft in Höhe von 30 % angewendet.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag unter Beachtung des Imparitäts- und Realisationsprinzips umgerechnet. Bei einer Laufzeit von einem Jahr oder weniger werden auch unrealisierte Kursgewinne vereinnahmt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt.

Angaben zum Anteilsbesitz in TEUR

Eigenkapital Ergebnis Beteiligung
Inland
Kitalino GmbH, Berlin - 4.176 - 1.870 47,74 %

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in TEUR

31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus Lieferung und Leistung 4.519 4.456
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.361 3.017
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 2.818
Sonstige Vermögensgegenstände 708 348
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
8.588 7.821

Vorbehaltlich des gesonderten Ausweises wären die Forderungen gegen verbundene Unternehmen als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 258 TEUR (Vj. 199 TEUR) und in Höhe von 3.103 TEUR (Vj. 2.818 TEUR) als sonstige Vermögensgegenstände auszuweisen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen solche gegen Gesellschafter in Höhe von 0 TEUR (Vj. 0 TEUR). Die Verbindlichkeit aus der Ergebnisabführung wurde mit einer bestehenden Forderung gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 466 TEUR verrechnet.

Eigenkapital

Bei den Gewinnrücklagen handelt es sich ausschließlich um andere Gewinnrücklagen nach § 266 Abs. 3 A.III.4 HGB.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten im Wesentlichen die Körperschaft- und Gewerbesteuer für das laufende Geschäftsjahr. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für noch zu zahlende Autorenhonorare, Remittenden, Übersetzungs- und Abdruckrechte sowie für Rückstellungen im Personalbereich und ausstehende Lieferantenrechnungen gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt:

Verbindlichkeitenspiegel in TEUR

31.12.2023
Restlaufzeit Gesamt
Art der Verbindlichkeit ≤ 1 Jahr > 1 Jahr davon > 5 Jahre
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 0 0 0 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 189 0 0 189
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 1.342 0 0 1.342
Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 795 0 0 795
Sonstige Verbindlichkeiten 1.327 0 0 1.327
davon aus Steuern 818 0 0 818
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0 0 0
3.652 0 0 3.652
31.12.2022
Restlaufzeit Gesamt
Art der Verbindlichkeit ≤ 1 Jahr > 1 Jahr
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 1 0 1
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 125 0 125
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 986 0 986
Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 698 0 698
Sonstige Verbindlichkeiten 1.204 0 1.204
davon aus Steuern 749 0 749
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0 0
3.013 0 3.013

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind vorbehaltlich des gesonderten Ausweises in Höhe von 73 TEUR (Vj. 68 TEUR) als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von 722 TEUR (Vj. 630 TEUR) als sonstige Verbindlichkeiten auszuweisen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen solche gegen Gesellschafter in Höhe von 722 TEUR (Vj. 630 TEUR).

Haftungsverhältnisse

Aus der Beanspruchung von Avalkrediten aus dem Kreditrahmenvertrag mit der Sparkasse Freiburg - Nördlicher Breisgau bestehen Haftungsverbindlichkeiten aus Bankbürgschaften in Höhe von 44 TEUR (Vj. 44 TEUR).

Das Risiko einer Inanspruchnahme für die Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen gegenüber Kreditinstituten wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Gesellschaft als gering eingeschätzt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 5.013 TEUR (davon gegenüber der Gesellschafterin 850 TEUR). Im Einzelnen betreffen diese jährlichen Zahlungsverpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen. Die Mietverträge betreffen im Wesentlichen die Büroräume in München und Berlin. Die Dienstleistungsverträge betreffen im Wesentlichen einen mit der Gesellschafterin, der Herder GmbH, abgeschlossenen Konzernumlagevertrag über zentral erbrachte Dienstleistungen sowie EDV-Dienstleistungsverträge mit der badenIT GmbH sowie Pondus Software GmbH.

Die Verträge enden zwischen 2024 und 2029.

Fälligkeit
in TEUR
Im Folgejahr 2.384
Innerhalb von 2 bis 5 Jahren 2.629

Außerbilanzielle Geschäfte

Auslagerung betrieblicher Funktionen - Zweck

Die Verlagsauslieferung für End- und Handelskunden erfolgt über externe Dienstleister. Diese übernehmen die Einlagerung, Lagerhaltung sowie Auslieferung der Verlagswerke. Bei Handelskunden übernimmt der Dienstleister außerdem die Auftragsbearbeitung, Fakturierung und Debitorenbuchhaltung.

Die IT-Infrastruktur des Verlages wird durch einen externen Dienstleister betrieben. Er übernimmt die Betreuung der gesamten Hard- und Software des Verlages, insbesondere den Betrieb der Server, Betriebssysteme, Datenbanken sowie die Erbringung von Cyber Security Maßnahmen als Generalunternehmer. Der Application Support und der Service Desk wurden in 2023 wieder ins Haus geholt.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Währungsgewinne in Höhe von 11 TEUR (Vj. 65 TEUR) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Währungsverluste in Höhe von 1 TEUR (Vj. 23 TEUR) enthalten.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag enthalten Steuern für Vorjahr in Höhe von 5 TEUR (Vj. 2 TEUR).

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

 

Simon Biallowons, verlegerischer Geschäftsführer, München

 

Philipp Lindinger, kaufmännischer Geschäftsführer, Freiburg

Bezüglich der Angabe der Organgesamtbezüge wird von der Befreiung gemäß § 286 (4) HGB Gebrauch gemacht.

Mitarbeitende

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeitenden:

2023
Angestellte 152
Arbeitende 7
Geringfügig Beschäftigte 18
177

Nachtragsbericht

Die Verlag Herder GmbH hat zum 2. Januar 2024 Teile der wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg) übernommen. Die Transaktion umfasst mehr als 200 lieferbare Backlist- und Frontlisttitel, die Zeitschriften "Archäologie in Deutschland" und "Antike Welt" sowie den Bereich "Publishing Services". Die beiden Zeitschriften erscheinen weiter wie gewohnt, die Verlagsmarken wbg, Theiss, Lambert Schneider und Philipp von Zabern werden bis auf Weiteres fortgeführt.

Konzernverhältnisse

Die Verlag Herder GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Herder GmbH, Freiburg i. Br. Es besteht gegenüber der Muttergesellschaft ein Ergebnisabführungsvertrag.

 

Freiburg i. Br., 29. April 2024

Simon Biallowons, Geschäftsführer

Philipp Lindinger, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.935.091,36 185.484,51 310.822,46 15.714,75 6.415.683,58
2. Geleistete Anzahlungen 332.153,09 6.938,13 -310.822,46 0,00 28.268,76
6.267.244,45 192.422,64 0,00 15.714,75 6.443.952,34
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 506.449,61 0,00 0,00 25.608,42 480.841,19
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 844.186,80 203.497,10 66.100,00 361.442,87 752.341,03
3. Geleistete Anzahlungen 66.100,00 0,00 -66.100,00 0,00 0,00
1.416.736,41 203.497,10 0,00 387.051,29 1.233.182,22
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 843.275,00 376.511,00 0,00 0,00 1.219.786,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
843.275,00 376.511,00 0,00 0,00 1.219.786,00
8.527.255,86 772.430,74 0,00 402.766,04 8.896.920,56
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023
EUR
Umbuchungen
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.820.386,17 217.679,34 15.714,75 6.022.350,76
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
5.820.386,17 217.679,34 15.714,75 6.022.350,76
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 435.915,18 10.449,55 25.608,42 420.756,31
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 693.562,80 128.056,88 360.356,93 461.262,75
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
1.129.477,98 138.506,43 385.965,35 882.019,06
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
6.949.864,15 0,00 356.185,77 401.680,10 6.904.369,82
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 393.332,82 114.705,19
2. Geleistete Anzahlungen 28.268,76 332.153,09
421.601,58 446.858,28
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 60.084,88 70.534,43
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 291.078,28 150.624,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 66.100,00
351.163,16 287.258,43
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.219.786,00 843.275,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00
1.219.786,00 843.275,00
1.992.550,74 1.577.391,71

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Verlag Herder GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 30. April 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marco Fortenbacher, Wirtschaftsprüfer

ppa. Kerstin Riewe, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 6. Mai 2024 festgestellt.

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