Feintechnik GmbH Eisfeld

Seeweg 4, 98673 Eisfeld, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 509888
Vorher
RM 1328 Vermögensverwaltungs GmbHADKM Deutschland GmbH
Eingetragen
20.9.2013
Branche
Bearbeitung und Veredlung von KunststoffwarenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Entwicklung, Produktion, Montage und Vertrieb von Rasurprodukten und Rasurtechnik, Industrieklingen, Kunststoffspritzgussteilen und damit im Zusammenhang stehenden Produkten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Hardy Bauer
seit 25.9.2025
Prokura
Geschäftsführer
Julia Wollner
seit 4.5.2022
Prokura
Jeffrey Scott Lipkin
seit 16.7.2015
Geschäftsführer
Cornelia Roos
seit 7.8.2014
Prokura
Susanne Propst
seit 7.8.2014
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Mammoth Brands Inc.USA
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Mammoth Brands Inc.
United States
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Feintechnik GmbH Eisfeld

Eisfeld

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die Feintechnik GmbH Eisfeld, Eisfeld (nachfolgend: Feintechnik oder die Gesellschaft), ist eine 100%ige direkte Tochtergesellschaft der Harry's, Inc., einer Gesellschaft eingetragen in Delaware, Vereinigte Staaten von Amerika ("USA") mit Sitz in New York. Die Feintechnik ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Feintechnik entwickelt, produziert und vertreibt überwiegend Rasierprodukte und Rasiertechnik und damit im Zusammenhang stehende Produkte. Die Entwicklung dieser Produkte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft, sowie mit anderen Kunden und basiert auf ständigen Marktbeobachtungen sowie Designstudien und Trendanalysen. Die Produktion erfolgt im Wesentlichen am Sitz der Gesellschaft in Eisfeld.

Die Kunden der Gesellschaft sind zum einen die Muttergesellschaft in den USA sowie die Schwestergesellschaft im Vereinigten Königreich, die Großbritannien, Kanada und den europäischen Raum bedient, als auch führende Handelsgesellschaften im In- und Ausland. Die Produkte der Feintechnik werden bei letztgenannten im Private-Label-Geschäft vertrieben.

Die Harry's, Inc. und ihre Tochtergesellschaften entwickeln, produzieren und verkaufen überwiegend Körperpflegeprodukte. Das Unternehmen ist auch bemüht neue Geschäftsfelder zu erschließen und die Aktivitäten der Unternehmensgruppe auszubauen. Unter dem Namen "Harry's", "Flamingo", "CatPerson" , "Lume" und "Mando" vertreibt die Harry's, Inc. Produkte direkt an Endkunden über die entsprechenden Internetseiten sowie an Einzelhandelsketten, Drogeriemärkte und Onlineanbietern in Nordamerika und im Vereinigten Königreich sowie in einigen Länder der Europäischen Union, darunter auch Deutschland.

Der Feintechnik ist kulturelle Vielfalt und Diversität ein wichtiges Anliegen, was auch in den Unternehmenszielen festgelegt ist. Unbeachtet des Geschlechts und nur auf Grund der reinen fachlichen und persönlichen Eignung entscheidet die Gesellschaft über die Besetzung von Führungspositionen.

Nichts desto trotz hat sich die Geschäftsleitung dazu entschlossen, den Anteil der durch weibliche Mitarbeitende besetzten Führungspositionen in der ersten und zweiten Führungsebene (unterhalb der Geschäftsführung) bis auf 30% auszubauen. Hierbei liegt der Anteil in der ersten Ebene bereits bei 33%. In der zweiten Leitungsebene sind aktuell 17% der Stellen mit Frauen besetzt. Sind Positionen neu zu besetzen, werden alle eingehenden Bewerbungen ungeachtet des Geschlechts geprüft und ausschließlich nach fachlicher und persönlicher Eignung entschieden.

Die Geschäftsführungsebene des Unternehmens besteht satzungsgemäß aus drei Geschäftsführern. Hiervon sind zwei mit Anstellungsverträgen am Standort in Eisfeld beschäftigt. Die Anstellungsverträge dieser beiden Geschäftsführer sehen keine zeitliche Befristung vor. Vor diesem Hintergrund besteht keine Notwendigkeit, die gegenwärtigen Zusammensetzung der Geschäftsführung in absehbarer Zukunft zu ändern. Aus diesen Gründen sehen wir für die Ebene der Geschäftsführung für die nächsten fünf Geschäftsjahre eine Frauenquote von Null vor.

2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Feintechnik GmbH Eisfeld als Hersteller von Nassrasursystemen wird im Wesentlichen durch die Entwicklung der Konsumgütermärkte in Deutschland, den übrigen Staaten der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich und insbesondere Nordamerika beeinflusst.

Der Markt für Nassrasursysteme wird weltweit von zwei großen Unternehmen dominiert - Procter & Gamble mit der Marke Gillette und Edgewell Personal Care mit den Marken Wilkinson Sword/Schick und ASR. Jedoch werden diese insbesondere in den USA, aber auch zunehmend in Europa durch innovative neue Marken, wie auch Harry's, unter Druck gesetzt. Weitere Unternehmen, die auf einem vergleichbaren Qualitätslevel wie die Marktführer im Nassrasurgeschäft produzieren und ihre Produkte sowohl unter kleineren Marken als auch mit Private-Labels vertreiben, machen den Markt zukünftig interessanter. Die Feintechnik hat sich vorgenommen, ein wichtiger Teil dieser Entwicklung zu sein und durch Innovation und Flexibilität am Markt zu bestehen.

Die Konjunktur in Deutschland stellt sich aktuell schwach dar. Die Aussichten auf eine nachhaltige Verbesserung der Situation sind eher schlecht. Es überwiegt derzeit eher der Pessimismus, was die Aussichten einer raschen Besserung der konjunkturellen Entwicklung betrifft. Dabei haben sich die generellen Rahmenbedingungen durch sinkende Energiepreise und die Stabilisierung der Lieferketten durchaus verbessert. Durch eine rückläufige, wenn auch noch auf einem hohen Niveau befindliche Inflation, ist eine zunehmende Konsumbereitschaft der privaten Haushalte zu erwarten.

Durch die Platzierung der Produkte der Feintechnik und der Muttergesellschaft Harry's Inc. im Segment der Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs waren die Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung der Feintechnik ohnehin nie so stark spürbar wie in anderen Branchen. Ein steigender privater Konsum sollte sich jedoch auch auf die Umsätze der Feintechnik positiv auswirken.

Ein weiterer zu betrachtender Faktor der sich auf die Feintechnik ausgewirkt, sind die zunehmenden weltweiten Spannungen, wie der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine oder die Gefährdungslage im Roten Meer. Weder Russland noch die Ukraine zählen direkt zu den Absatzgebieten des Unternehmens, jedoch wirken sich geopolitische Szenarien auch immer auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft aus, indem sie beispielsweise die Energiepreise negativ beeinflussen. Durch den frühzeitigen Abschluss von neuen Energielieferverträgen für das Jahr 2024 und teilweise schon darüber hinaus, hat die Feintechnik die Versorgung mit Strom und Gas auf eine sichere Basis gestellt. Transportwege für Rohstoffe oder auch Halbfabrikate sind aktuell durch besagte Situationen nicht betroffen. Die Gesellschaft beobachtet jedoch die Entwicklungen aufmerksam, um jederzeit angemessen zu reagieren.

Bezogen auf die oben genannten Hauptabsatzgebiete der Produkte der Feintechnik ist zur Branchen- und Marktentwicklung folgendes festzuhalten:

Deutschland

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist laut Statistischem Bundesamt im abgelaufenen Wirtschaftsjahr um 0,3% geschrumpft. Für 2024 geht man in der Bundesregierung von einem Zuwachs um lediglich 1,3% aus.

Da der Kundenkreis der Gesellschaft der private Konsument ist, spielen die Entwicklung der Verbraucherpreise und die privaten Konsumausgaben eine wesentliche Rolle. Der Handelsumsatz verzeichnet in den letzten Jahren einen stetigen Aufwärtstrend. Nach einem überproportionalen Anstieg der Verbraucherpreise im Jahr 2022 um 7,9% bewegten sich die Teuerungsraten zum Ende des Jahres 2023 wieder auf ein etwas moderateres Niveau. Für 2024 rechnet das ifo-Institut mit einer Inflation von 3,4%. Eine Steigerung der Löhne und Gehälter, die erstmals seit über zwei Jahren wieder stärker als die Preise ausfallen dürfte, stützt die Nachfrage. Die Kaufkraft der Einkommen nimmt also zu. Das dürfte den privaten Konsum und damit die Konjunktur stützen. Der private Konsum sank erwartungsgemäß, jedoch stärker als ursprünglich prognostiziert. Für 2024 rechnet das ifo-Institut mit einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um 1,1%.

Die Feintechnik ist, bedingt durch die Art der gefertigten Güter des täglichen Bedarfs, weniger abhängig von den allgemeinen Trends, jedoch stellt ein nur leicht steigender privater Konsum eine Herausforderung dar, der sich die Gesellschaft stellen muss.

Vereinigtes Königreich und Europa

Haupthandelspartner der Feintechnik für die gefertigten Produkte für ganz Europa inklusive des Vereinigten Königreiches ist die Harry's Grooming Limited mit Sitz in London. Im Jahr 2023 erzielte das Markengeschäft von Harry's in Großbritannien und der EU einen Nettoumsatz von 24,0 Mio. £, ein Rückgang von 0,4 Mio. £ gegenüber 2022 und 4,5 Mio. £ weniger als das ursprüngliche Budget für das Jahr, was auf die Änderung der Geschäftsstrategie im Laufe des Jahres zurückzuführen ist, die auf ein bescheideneres Wachstum mit höherer Rentabilität durch geringere Marketinginvestitionen ausgerichtet ist.

Gemäß der Statistik des Monatsberichts des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) für den Monat Januar 2024 ist das reale Bruttoinlandsprodukt innerhalb der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich um jeweils 0,6% im Jahr 2023 gewachsen. Damit fiel auch hier das Wachstum deutlich niedriger als noch im Vorjahr aus. Gleichzeitig bewegte sich die Inflation in der EU mit 6,5% und dem Vereinigten Königreich mit 7,3% immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Für das Folgejahr rechnet das BMF mit weiter sinkenden Inflationsraten.

Die Perspektiven für den privaten Verbrauch für das Vereinigte Königreich sind durchaus günstig. Die rückläufige Teuerung bei einem nach wie vor robusten Lohnwachstum wird die Realeinkommen steigen lassen und die Nachfrage ankurbeln. Nach Einschätzung der EZB dürfte der private Konsum in den nächsten Jahren der Hauptmotor für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone sein.

USA

Im Jahr 2023 verzeichneten die Vereinigten Staaten ein moderates Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dieses Wachstum, das sich auf etwa 2,08 % belief, spiegelt die Gesamtleistung aller Waren und Dienstleistungen wider, die innerhalb der Landesgrenzen hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Das BIP ist ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes. Trotz einiger Herausforderungen, wie beispielsweise der anhaltenden globalen Pandemie und geopolitischen Unsicherheiten, konnte die US-Wirtschaft im Jahr 2023 ein solides Wachstum verzeichnen. Die Arbeitslosenquote sank auf den niedrigsten Stand seit Jahren, und die Verbraucherausgaben blieben stabil.

Ein wichtiger Faktor für das Wachstum war die expansive Geldpolitik der Federal Reserve, die niedrige Zinssätze aufrechterhielt und die Kreditvergabe anregte. Dies unterstützte Investitionen in den Wohnungsbau, die Technologiebranche und den Energiesektor.

Die Inflation stieg im Jahr 2023 leicht an, was zu Diskussionen über die Geldpolitik führte. Die Federal Reserve bemühte sich, einen ausgewogenen Ansatz zu finden, um die Inflation im Zaum zu halten, ohne das Wachstum zu gefährden.

Für das Jahr 2024 gibt es verschiedene Prognosen. Der Gesamtindex zur Konjunktureinschätzung der USA stieg im Februar 2024 auf 12,1 Punkte, was der höchste Wert seit Februar 2022 ist. Dies deutet auf eine positive Einschätzung der US-Wirtschaft hin. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die globalen und internen Faktoren weiterentwickeln werden.

Insgesamt zeigt die ökonomische Situation der USA im Jahr 2023 eine solide Performance, und die Erwartungen für 2024 sind optimistisch, aber es bedarf weiterer Beobachtung und Anpassung, um nachhaltiges Wachstum sicherzustellen.

Für die Feintechnik lässt sich zusammenfassend festhalten, dass derzeit im Allgemeinen ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld besteht. Bedingt durch die wechselnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Inland, als auch geopolitische Verwerfungen, wird es zu einer Herausforderung durch unternehmerische Entscheidungen dem sich stetig entwickelndem Wettbewerbsdruck entgegenzuwirken. Die Positionierung der Marke Harry's in den USA und auch in Europa soll auch zukünftig für ein stabiles Umsatzvolumen sorgen.

Um die für die Bedienung des Bedarfs notwendigen hochwertigen Produkte zeitnah fertigen zu können, ist geplant, den im Vorjahr bereits begonnen Ausbau der Produktionskapazitäten weiter voranzutreiben, damit sich der Standort in Eisfeld als zukunftssicherer Pfeiler im Konzernverbund der Harry's Inc. entwickelt.

3. Lage des Unternehmens

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Feintechnik schätzen wir als stabil ein.

Unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist bedingt durch einzelne, im Folgenden näher beschriebene Umstände in 2023 indes rückläufig.

Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Wir konnten im Berichtsjahr bei vielen Lieferverbindlichkeiten durch kurzfristige Zahlungen Skontoabzüge realisieren. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie die Rückstellungen sind durch liquide Mittel und kurzfristige Vermögenswerte gedeckt.

Im Einzelnen lässt sich folgendes feststellen:

a. Ertragslage

Der Gesamtumsatz, als ein wesentlicher Leistungsindikator der Feintechnik, ist im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreswert um 5.747 TEuro gesunken und betrug am Jahresende 64.850 TEuro. Damit konnten die gesetzten Umsatzziele nicht erreicht werden und blieben etwa 5.500 TEuro oder 7,8% hinter den Erwartungen zurück. Die abgesetzten Mengen für die Marke Harry's sanken im Jahresvergleich um 6,8%. Die gelieferten Mengen der Marke Flamingo sanken um etwas mehr als 29,9%, da die Fertigung der Marke Flamingo am Standort in Eisfeld lediglich für den europäischen Markt fortgesetzt wurde. Der Rückgang der Umsätze bei der Marke Harry's resultiert aus einer Konsolidierung der Bestände an Fertigerzeugnissen in den USA, um eine bessere Konzernbilanz beim Working Capital zu erreichen. Im Private-Label-Geschäftsbereich der Feintechnik gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 8,3% zurück. Grund hierfür war ein allgemeiner Nachfragerückgang auf Grund der bereits beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Entscheidung eines Private-Label-Kunden einen Teil der bisher bei Feintechnik bezogenen Waren zukünftig nicht mehr abnehmen zu wollen, hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen Einfluss auf die Mengen, da der Vertrag planmäßig erst im Jahr 2024 auslaufen wird.

Wie auch in den Vorjahren lag das Hauptaugenmerk auf dem weiteren Ausbau des Nordamerika-Geschäfts und des Geschäfts im Vereinigten Königreich und den von dort aus belieferten Gebieten auf dem europäischen Festland unter der Marke Harry's im Konzernverbund mit unserer Muttergesellschaft. Harry's ist eine vertikal integrierte Marke in diesem Markt und führt die Gesellschaft näher an die Bedürfnisse der Endkunden heran. Durch den direkten Kontakt zu unseren Kunden werden dabei auch immer wertvolle Impulse für die weitere Produktentwicklung erwartet.

Durch einen ständigen Austausch mit unseren Partnern im Private-Label-Sektor wird auch dieser Bereich kontinuierlich auf neue Chancen hin beurteilt und weiter strategisch entwickelt. Hierbei wird der Fokus auf ein ausgewogenes und den Erfordernissen des Marktes entsprechendes Produktportfolio gelegt.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Gesamtleistung um insgesamt 9.397 TEuro auf 62.427 TEuro (Vorjahr: 71.824 TEuro), bedingt durch den oben erläuterten Rückgang der Umsätze sowie den Abbau der Bestände an Fertig- und Unfertigerzeugnissen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2.423 TEuro (Vorjahr: Bestandsaufbau 1.228 TEuro). Der Bestandsabbau resultiert aus dem Abverkauf von gewissen Produkten im Rahmen der Geschäftsentwicklung mit einem Private-Label Kunden im nächsten Jahr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 1.540 TEuro höher. Dies resultiert in erster Linie aus einem Anstieg der Erträge aus Weiterberechnung an den Gesellschafter.

Die Materialaufwendungen sanken, bedingt durch den Rückgang der Aufwendungen für bezogene Leistungen, auf 19.001 TEuro (Vorjahr: 21.790 TEuro). Die Materialeinsatzquote lag mit 30,4% auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Personalaufwendungen sanken im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,5% auf 28.891 TEuro. Bedingt durch die gesunkene Gesamtleistung stieg die Personalaufwandsquote um 5% auf 46,3%. In den Personalaufwendungen sind Kosten für einen Restrukturierungsplan enthalten, in Zuge dessen im Rahmen eines Freiwilligenprogramms ein Personalabbau erfolgte. Auf betriebsbedingte Kündigungen konnten in Gänze verzichtet werden. Durch den notwendig gewordenen Personalabbau hat die Gesellschaft wesentlich zur Stabilisierung einer tragfähigen Kostenstruktur beigetragen. Auch nach der Restrukturierung verfügt die Feintechnik über einen Stamm an gut qualifizierten Mitarbeitern. Saisonale Schwankungen in der Produktion werden auch weiterhin durch den gezielten Einsatz von Leiharbeitnehmern, oder durch die Nutzung von Befristungsmöglichkeiten in Arbeitsverträgen ausgeglichen.

Um auch zukünftig den Anforderungen des Marktes im Hinblick auf Innovation sowie den hohen Anforderungen an den Umweltschutz und Energieeffizienz gerecht zu werden, ist die Feintechnik immer bemüht, neue Impulse für die Produktion durch die Rekrutierung neuer, gut ausgebildeter Mitarbeiter zu setzen. Hierin sehen wir eine strategische Investition in die Zukunft. Die Feintechnik ist bestrebt, als fairer Arbeitgeber wahrgenommen zu werden und marktgerechte Gehälter zu zahlen. Daher wurden die tariflichen Entgelte der Mitarbeiter zum 01.07.2023 um 6% erhöht. Darüber hinaus hat sich das System der leistungsbezogenen Zulagen als wichtiges Instrument für eine faire Entlohnung der Arbeitnehmer etabliert. Zusätzlich hat die Gesellschaft für die umfassende soziale Absicherung der Mitarbeiter weitere Mittel, wie eine zusätzliche betriebliche Krankenversicherung installiert. Auch zukünftig werden weitere Maßnahmen im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements geprüft und nach Maßgabe der wirtschaftlichen Möglichkeiten etabliert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 1.088 TEuro niedriger. Dies resultiert in erster Linie aus einem niedrigeren Verbrauch an Instandhaltungsmaterial und Instandhaltungsleistungen, da durch das Ausscheiden älterer Anlagen der Bedarf an aufwendigen Reparaturen zurück ging. Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für Beratungsleistungen aufgrund des bereits erwähnten Restrukturierungsprojektes.

Als Resultat der angeführten Entwicklungen ist das EBITDA * als wesentlicher finanzieller Leistungsindikator im Vergleich zum Vorjahr um 3.238 TEuro auf insgesamt 5.846 TEuro gesunken (Vorjahr: 9.084 TEuro). Dieser Wert lag 1.485 TEuro unter den Erwartungen für das Jahr 2023.

Die planmäßigen Abschreibungen sind im Berichtsjahr um 10,3% auf 11.208 TEuro, in erster Linie bedingt durch das Auslaufen der Nutzungsdauer von älteren Anlagen, gesunken. Darüber hinaus wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Bewertung des Unternehmenswertes durchgeführt. Grund hierfür war ebenfalls die Reduktion des Geschäfts mit einem Private-Label-Kunden. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hat hierfür unter Beachtung zukünftiger Ertragsaussichten der Gesellschaft ein Gutachten erstellt, welches einen außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf von 14.424 TEuro auf die Vermögenswerte der Feintechnik ausweist. Auf Basis dessen wurden zunächst der Firmenwert zur Gänze und im Anschluss weitere Sachanlagegenstände, die zukünftig nicht mehr mit ihrer vollen Kapazität bzw. gar nicht mehr genutzt werden können, unter Beachtung ggf. noch zu erzielender Erlöse aus einer Verwertung abgeschrieben. Auf die planmäßige Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts entfällt ein Betrag von 2.269 TEuro (Vorjahr: 2.269 TEuro).

Die Gesellschaft hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht unwesentlich in neue, moderne Ausrüstung investiert, darunter in ein neues Gebäude, welches ab 2024 der Produktion übergeben werden kann und durch seine moderne Bauweise den hohen Anforderungen des Standards KfW40 für energieeffiziente Gebäude erfüllt.

Durch den allgemeinen Anstieg des Basiszinssatzes, sowie die Aufnahme zusätzlicher Mittel bei der Gesellschafterin, stieg der Zinsaufwand um 369 TEuro auf 1.582 TEuro (Vorjahr: 1.214 TEuro).

Insgesamt ergibt sich im Vergleich zum Jahresergebnis des Vorjahres ein um 15.155 TEuro schlechteres Jahresergebnis in Höhe von -19.148 TEuro (Vorjahr: -3.994 TEuro). Dieses ist maßgeblich durch die außerplanmäßige Abschreibung als Resultat des Impairment-Tests beeinflusst und spiegelt nur bedingt die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Feintechnik wider. Bereinigt um diesen Sondereinfluss ergibt sich trotz geringerer Betriebsleistung ein um lediglich 731 TEuro schlechtere Jahresfehlbetrag.

Durch die Einbindung der Gesellschaft in die Strukturen der Harry's Inc. ist jedoch gewährleistet, dass die Feintechnik GmbH Eisfeld als Fertigungsunternehmen für die von der Mutter vertriebene Rasurtechnik trotz des Jahresfehlbetrags wirtschaftlich solide auftritt.

b. Finanzlage

Die Finanzlage wird als gut eingeschätzt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (Jahresfehlbetrag zuzüglich Abschreibungen) beträgt im Berichtsjahr 6.484 TEuro (Vorjahr: 8.499 TEuro). Mit den Zahlungsmittelzuflüssen aus der operativen Geschäftstätigkeit sowie aus den Kreditlinien können die notwendigen Investitionen finanziert und Zahlungen an Kapitalgeber bedient werden. Sollten dennoch zusätzliche finanzielle Mittel zur Deckung von Verpflichtungen benötigt werden, so kann die Gesellschaft jederzeit bei der Mutter, Harry's Inc., liquide Mittel anfordern.

c. Vermögenslage

i. Anlagevermögen

Der Buchwert des Anlagevermögens reduzierte sich im Berichtsjahr bedingt durch Abschreibungen in Höhe von 25.632 TEuro und Nettoanlagenabgänge von 6 TEuro, denen Anlagenzugänge in Höhe von 11.090 TEuro gegenüberstanden. Hieraus resultiert eine Verringerung des Anlagevermögens um 14.549 TEuro. Die Ursache, für die im abgelaufenen Geschäftsjahr hohe Abschreibung, wurde zuvor bereits ausführlich beschrieben.

Die Anlagenabgänge resultieren in erster Linie aus Aussonderung von nicht mehr funktionsfähigen Maschinen und Ausrüstungen, sowie aus dem Verkauf eines Markenrechts.

Investiert wurde im Jahr 2023 in neue Fertigungsanlagen sowie ein neues Gebäude für die Erweiterung des Bereichs Klingenfertigung. Die Investitionen sind Teil eines Gesamtinvestitionsplans, der weitere umfangreiche Investitionen in Fertigungsanlagen und Gebäuden vorsieht. Wir erwarten, dass zukünftige Investitionen im Wesentlichen aus positiven Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, ohne Aufnahme von weiteren Bankdarlehen finanziert werden.

Das Bestellobligo für Investitionen beträgt zum Jahresende 8.081 TEuro. Der größte Anteil resultiert hier aus bereits ausgelösten Bestellungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Klingenherstellung.

ii. Umlaufvermögen

Die Abnahme des Umlaufvermögens von 2.022 TEuro auf 18.659 TEuro ist auf die Reduzierung der Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, sowie den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen um 3.342 TEuro auf 4.425 TEuro zurück zu führen. Diese Reduzierung wurde durch einen Anstieg der Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 740 TEuro und die Zunahme der liquiden Mittel in Höhe von 580 TEuro zum Teil kompensiert.

iii. Kapital

Das Eigenkapital beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 23.003 TEuro (Vorjahr: 42.151 TEuro). Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 35,6% (Vorjahr: 53,3%).

Die Feintechnik wird im Wesentlichen durch einen Mix von Eigenkapital, echtem Fremdkapital und Gesellschafterdarlehen finanziert.

Zum 31. Dezember 2023 betrugen die Kapitalrücklagen der Feintechnik unverändert zum Vorjahr 70.760 TEuro.

Das im Jahr 2021 aufgenommene variabel verzinsliche Bankdarlehen wurde vereinbarungsgemäß im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 1.300 TEuro getilgt und hatte am Jahresende noch eine Gesamthöhe von 12.400 TEuro. Zum Ablauf des Geschäftsjahres hatte das Darlehen noch eine Laufzeit von 5 Jahren. Das Gesellschafterdarlehen wies zum Jahresabschluss einen Restbetrag der Schuld in Höhe von 22.680 TEuro (Vorjahr: 16.870 TEuro) aus. Das Gesellschafterdarlehen erhöhte sich im Jahr 2023 durch eine zusätzliche Aufnahme von Mitteln in Höhe von 5.087 TEuro sowie die Zuführung der Zinsen aus 2023 in Höhe von 723 TEuro zur Darlehensschuld. Im Rahmen des Gesellschafterdarlehens kann die Feintechnik insgesamt 65.000 TEuro kurzfristig abrufen.

Durch die Kapitalstruktur war es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jederzeit sichergestellt, dass die Gesellschaft in einem stabilen finanziellen Umfeld agieren konnte und so die Möglichkeit hatte sich auf ihr Kerngeschäft, die Herstellung hochwertiger Rasurerzeugnisse, zu konzentrieren.

4. Personal und Soziales

Auf Grund der oben ausführlich beschriebenen Restrukturierung hat sich die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. Die Gesamtanzahl der beschäftigten Mitarbeiter (ohne Leiharbeiter) betrug am 31.12.2023 435 (davon 27 Auszubildende). Um starke Schwankungen bei genereller Umsatzausweitung gut abzufedern, wurden im Laufe des Jahres 2022 bis zu 6 Leiharbeiter pro Monat (Vollzeitäquivalente) beschäftigt.

Die Gesellschaft verfügt über einen Stamm langjährig tätiger und hochqualifizierter Mitarbeiter. Durch ständige externe und interne Schulungsmaßnahmen wird dafür Sorge getragen, dass das Wissen aller Beschäftigten auf einem, dem Stand der Technik entsprechenden, hohen Niveau bleibt. Neuen Mitarbeitern wird durch gezielte Einarbeitungspläne und die Möglichkeit zur Teilnahme an Schulungen ein optimaler Einstieg in das Unternehmen ermöglicht. Die Aufwendungen für unternehmensspezifische Lehrgänge der Mitarbeiter im Jahr 2023 betrugen 203 TEuro (Vorjahr: 219 TEuro).

5. Umweltschutz

Die Einhaltung der zu beachtenden Umweltvorschriften, sowie der effiziente Umgang mit Ressourcen, wird innerhalb der Regelungen des von der Gesellschaft erlassenen Handbuchs für Qualitäts- und Energiemanagement kodifiziert.

Bei Neu- und Ersatzinvestitionen wird ein strenges Augenmerk auf deren Energieeffizienz gelegt. Die Gesellschaft ist gemäß DIN ISO 50001 zertifiziert. Durch die Umsetzung der hier verankerten Grundsätze steht der Umweltschutzgedanke bei allen Handlungen des Unternehmens stets im Vordergrund. Durch die Nutzung verschiedener Regelkreise als auch durch die Einbeziehung externer Dienstleister sowie Verbände, wie den Bundesverband der Energieabnehmer (VEA), dessen Mitglied die Feintechnik seit einigen Jahren ist, werden regelmäßig Energieeinsparpotentiale identifiziert und erfolgreich realisiert. Durch zahlreiche Maßnahmen, wie der Modernisierung der Heizungsanlage oder des Austauschs der Außenbeleuchtungen durch LED-Technik, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr zur Reduzierung des Energieverbrauchs beigetragen. In Zusammenarbeit mit den Kunden haben wir zur Reduzierung der Mengen an Kunststoffverpackungen beigetragen, indem mehrere Verpackungen auf Kartonagen umgestellt wurden.

Der im letzten Jahr begonnene Neubau im Rahmen der Erweiterung der Klingenfertigung wird unter Beachtung des hohen energetischen Standards "KfW 40" und unter Inanspruchnahme einer Förderung im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude" errichtet. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Steigerung der Energieeffizienz der Feintechnik.

6. Forschung und Entwicklung

Im Zusammenspiel mit Kollegen von Harry's Inc. in den USA werden neben dem wichtigen Ziel der Qualitätsverbesserung neue Varianten der heutigen Produkte entwickelt. Ferner wird auch an der Schaffung diverser neuer Produkte gearbeitet. Eine wesentliche Aufgabe besteht aber auch darin, die Anforderungen der Verbraucher an eine Reduzierung der Verpackungsmengen bzw. einer ökologischeren Art der Verpackung zu erfüllen. Gemeinsam mit den Handelspartnern werden hier verschiedene Alternativen zu den bisher verwendeten Kunststoffverpackungen entwickelt. Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung 1.528 TEuro (Vorjahr: 1.962 TEuro). Im abgelaufenen Wirtschafsjahr wurden, wie auch im Vorjahr, keine Kosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert.

Die aktivierte Entwicklungskosten wurden bereits in den Vorjahren vollständig abgeschrieben.

7. Chancen- und Risikobericht

a. Chancen

Unsere Muttergesellschaft Harry's, Inc. verfolgt das strategische Ziel, die Marke Harry's in neuen Märkten zu etablieren und zusätzliche Vertriebswege auszubauen. Durch den Markteintritt in Europa und die hier geplanten weiteren Schritte ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, um den etablierten Anbietern als ein ernstzunehmender Wettbewerber entgegenzutreten. Für die Feintechnik als Lieferant der wesentlichsten Komponente der vertriebenen Rasurprodukte, der Schneideinheit, besteht hier die Chance auf stetiges Wachstum in den nächsten Jahren in diesem Segment.

Der Rückgang des Private-Label-Geschäfts bietet die Möglichkeit, freiwerdende Kapazitäten zukünftig der Marke "Harry's" und "Flamingo" zur Verfügung zu stellen, um das Wachstum der Harry's- Gruppe voranzutreiben. Die darüberhinausgehende weitere Zusammenarbeit mit unseren Private-Label-Kunden gibt uns die Chance, das Geschäft auf einem rentablen Niveau weiterzuführen. Hierbei stellt sich die Flexibilität der Feintechnik in Hinsicht auf die Realisierung von Kundenwünschen als die entscheidende positive Eigenschaft der Gesellschaft dar.

Im Rahmen des Gesamtinvestitionsplans wurde bisher, und werden voraussichtlich auch in der Zukunft, moderne Produktionsanlagen beschafft, Redundanzen geschaffen und Erweiterungen realisiert, die das geplante Wachstum unterstützen.

b. Risiken

In allen Bereichen ist man bestrebt Risiken zu erkennen, sie zu bewerten und sie zu managen. Im Managementhandbuch der Gesellschaft sind die wichtigsten Vorgaben zum Risiko-Management verankert.

Die Vision, die Strategie und der Maßnahmenplan 2024 wurden für die Feintechnik durch die Unternehmensleitung definiert. Durch die ständige Beobachtung des Marktumfeldes auf dem Absatz- und Beschaffungsmarkt und der Möglichkeiten, welche der technische Fortschritt bietet, werden frühzeitig potentielle Risiken identifiziert und Strategien entwickelt, diesen zu begegnen. Dabei erfolgt eine Bruttobetrachtung der identifizierten Risiken bzw. Begrenzungsmaßnahmen.

Umfeld-, Branchen- und Absatzrisiken

Die Entwicklung der Gesellschaft wird beeinflusst durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die Entwicklung der Konsumgüterbranche, vornehmlich in den Zielmärkten Deutschland, den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Großbritannien sowie Nordamerika. In einer möglichen Veränderung des Weltmarktes in der Nassrasur sehen wir derzeit für uns als relativ kleinen Marktteilnehmer - wenn auch global aufgestellt - keine erhöhten Risiken. Wir sind fokussiert auf bestehende - tendenziell wachsende - Kunden. Die aktuelle Kundenstruktur ist geprägt durch einen hohen Umsatzanteil einzelner Großkunden. Jedoch führt der erfolgreiche Auftritt unserer Muttergesellschaft mit der Nassrasurmarke "Harry's" unter Ausnutzung diverser Vertriebskanäle zu einer Verminderung der Risiken in der bestehenden Kundenstruktur. Nach dem teilweisen Rückzug eines Private-Label-Kunden kommt es mittelfristig zu einer gewissen Unterauslastung von Produktionskapazitäten. Diese sollen aber in absehbarer Zukunft durch die stetig positive Entwicklung innerhalb der Unternehmensgruppe Harry's wieder kompensiert werden. Das wirtschaftliche Risiko aus dieser Entwicklung schätzen wir derzeit als gering ein.

Produktionsrisiken

Die Feintechnik fertigt nach Vorgabe klar definierter Produktionsprozesse. Durch vorbeugende Wartungen im Rahmen von definierten Wartungs- und Reparaturplänen wird eine hohe Anlagenverfügbarkeit gewährleistet.

Die Gesellschaft muss sich genau wie andere Arbeitgeber - insbesondere im Produktionsumfeld - einer immer stärkeren Mitarbeiterfluktuation stellen. Insbesondere eine starke Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften durch andere Arbeitgeber führt dazu, dass sich Mitarbeiter für neue Perspektiven entscheiden. Der deutlich vorhandene Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt stellt eine Herausforderung für die Ausstattung der Gesellschaft mit dem benötigten Humankapital dar und führt nicht immer unmittelbar zu einer Besetzung von freiwerdenden Stellen. Hierdurch könnte es zu zeitweisen Engpässen bei der Ausstattung einzelner Arbeitsplätze mit qualifiziertem Personal kommen. Diese Herausforderungen werden durch ein hoch spezialisiertes Inhouse Recruiting Team und einem verstärkten Fokus auf Employer-Branding als auch die Nutzung von externen Personalberatungen gezielt adressiert. Durch permanente Schulungen werden das Stammpersonal, aber auch neue Mitarbeiter befähigt, immer komplexere Aufgabenstellungen im Produktionsumfeld zu meistern. Die Gesellschaft hebt sich durch Maßnahmen, wie ein betriebliches Gesundheitsmanagement, von anderen Arbeitgebern der Region ab und wird so als attraktive berufliche Möglichkeit wahrgenommen. Durch aktive Ausbildung in allen Bereichen des Unternehmens wird dafür Sorge getragen, dass benötigte Fachkräfte zielgerichtet für das Unternehmen zur Verfügung stehen. Wir schätzen daher auch dieses Risiko als gering ein.

Die Gesellschaft ist gegen Umweltkatastrophen und Feuer im Rahmen einer "All Risk"-Versicherung abgesichert. Dies schließt das Risiko von Produktionsausfällen ein. Das Versicherungsvolumen wird jährlich geprüft und angepasst.

Nach den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre stellen immer wieder auftretende Krankheitswellen aus Sicht der Gesellschaft eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Stabilität der Produktion von hochwertigen Produkten dar. Gerade die Ausfälle in der Belegschaft durch Krankheit müssen durch eine geschickte Personaleinsatzplanung abgefangen werden. Durch strikte Vorgaben im Zusammenhang mit der Einhaltung von Hygienemaßnahmen, aber auch durch Angebote für innerbetriebliche Grippeschutzimpfungen, werden umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit der Belegschaft aufrecht zu erhalten. Das Risiko krankheitsbedingter Beeinträchtigungen in der Produktion schätzen wir derzeit als gering ein.

Viele Komponenten der Produkte werden in Eisfeld gefertigt und nur wenige einzelne Produktkomponenten aus dem Ausland zugekauft. Für den Hauptkunden Harry's werden alle für die Herstellung der Schneideinheiten benötigten Bestandteile in der Betriebsstätte in Eisfeld selbst gefertigt, sodass hier kaum ein Risiko durch die Unterbrechung von Lieferketten für Halbfabrikate zu erkennen ist. Hinsichtlich der Belieferung mit den benötigten Rohstoffen ist durch den Abschluss langfristiger Liefervereinbarungen für eine stabile Versorgung gesorgt (siehe Abschnitt "Beschaffungsmarktrisiken"). Das Risiko, dass auf Grund von Teilemangel ein Produktionsstillstand eintreten könnte, schätzen wir als gering ein.

Die bestehende Zertifizierung nach ISO 9001:2015 wurde im Berichtsjahr im Rahmen des Rezertifizierungsaudits bestätigt. Das Zertifikat ist gültig bis Juni 2024. Anfang 2024 fand ein erneutes Rezertifizierungsaudit statt, welches die Gesellschaft ebenfalls bestanden hat.

Die IFS-HPC-Zertifizierung wurde in den Audits im sogenannten "Höheren Niveau" für unsere beiden Fertigungsstätten im Jahr 2023 bestätigt. Das aktuelle Zertifikat ist gültig bis 24.05.2024. Das Audit zur Rezertifizierung wurde im Januar durchgeführt. Das finale Ergebnis steht zwar noch aus, wir gehen allerdings davon aus, dass auch dieses positiv sein wird.

Beschaffungsmarktrisiken

Bedingt durch eine überdurchschnittlich hohe Inflation haben sich die Preise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Ersatzteile, Dienstleistungen und vor allem Energie massiv verteuert. Der Erhöhung der Energiepreise wurde dabei durch die Inanspruchnahme der Energiepreisbremse für alle Abnahmestellen entgegengewirkt. Zukünftig wird die Feintechnik durch die Nutzung der Marktexpertise des VEA den strategischen Energieeinkauf stärker fokussieren, um durch eine rechtzeitige Bevorratung mit Energie möglichen Preiserhöhungen effizient entgegenzuwirken.

Der Anteil von Rohstoffen, wie zum Beispiel Kunststoffgranulat oder Stahl, macht nur einen geringen wertmäßigen Anteil am Produkt aus. Moderate Preisanstiege führen hier nicht zwangsläufig zu einer bedrohlichen Kostensituation. Auch die Versorgung mit benötigten Ersatzteilen stellte eine Herausforderung dar, da auf Grund der aktuellen geopolitischen Lage nicht alle Teile jederzeit zur Verfügung standen.

Ein wesentlicher Teil des Bedarfs an extern bezogenen Lieferungen und Leistungen ist - auch preislich - durch den Abschluss langfristiger Lieferverträge abgesichert. Darüber hinaus hat sich die Feintechnik zur Vermeidung von möglichen Lieferengpässen bei einzelnen Rohstoffen für eine Second-Source-Strategie entschieden. Im Zusammenhang mit der Verbesserung der Ersatzteilversorgung besteht ein strategischer Bestand für wesentliche Teile.

Durch eine angemessene Lagerhaltung ist es der Gesellschaft möglich, kurzfristige Engpässe bei der Belieferung mit den wichtigsten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen abzufangen. Durch die Entscheidung weitestgehend alle Komponenten des Produkts am Standort Eisfeld zu fertigen, wurden Risiken hinsichtlich von Engpässen beim für den Transport benötigten Frachtraum minimiert.

In Anbetracht einer immer noch hohen Inflation und weiterhin bestehender geopolitischer Spannungen sehen wir die Risiken, die sich im Zusammenhang mit der Beschaffung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Dienstleistungen und Ersatzteilen ergeben könnten, als mittel an.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Es bestehen in Relation zum Gesamtaufwand geringfügige Währungskursrisiken im US$-Bereich. Diese Risiken resultieren aus der Fakturierung von Lieferanten in Fremdwährung. Mögliche Liquiditätsrisiken sind durch langfristige Kreditverträge abgesichert. Diese Risiken, sowie die Risken aus variabel verzinsten Bankdarlehen, sehen wir indes als gering an.

Gesamtrisiko

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts sind die Risiken, die im Zusammenhang mit der zukünftigen Entwicklung erkennbar sind und die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, als gering anzusehen.

8. Prognosebericht

Die Feintechnik GmbH Eisfeld ist ein etablierter Hersteller von Produkten der Rasurtechnik. Auch für die Zukunft wird sich die Gesellschaft auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und dafür sorgen, dass der Markt jederzeit mit hochwertigen Produkten versorgt werden kann.

Durch die Einbindung der Feintechnik in den Konzernverbund der Harry's Inc. und dessen stetiges Wachstum durch die Erschließung neuer Märkte erwarten wir, dass auch der Bedarf an Produkten, die in Eisfeld gefertigt werden, steigt. Durch die stetige Verbesserung der Qualität und der Prozesse rechnen wir damit, dass sich die Effizienz des Unternehmens weiter positiv entwickeln wird.

Die Planung der Gesellschaft für das Jahr 2024 wurde im Oktober 2023 abgeschlossen. In der Planungsphase wurden eventuelle Risiken für eine positive Entwicklung der Feintechnik abgewogen. Wir gehen im Geschäftsjahr 2024 auf Grund des teilweisen Rückzugs eines Private-Label-Kunden von leicht geringeren Umsätzen als 2023 aus. Die Umsatzrückgänge werden durch eine moderate Steigerung der Verrechnungspreise innerhalb des Konzernverbundes etwas kompensiert.

Die Materialeinsatzquote soll sich im nächsten Jahr im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr um etwa 6% sinken. Grund hierfür ist in erster Linie ein geringerer Bedarf an Verpackungsmaterialien und Zukaufkomponenten für die Fertigung von Private-Label-Produkten. In Folge der im Jahr 2023 durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen rechnet die Gesellschaft mit einem insgesamt niedrigeren Personalaufwand. Die Personaleinsatzquote bewegt sich dabei auf dem Niveau des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sollen durch ein striktes Kostencontrolling gegenüber 2023 gesenkt werden.

Die Planung sieht vor, dass das EBITDA als wichtige Kenngröße im Vergleich zu 2023 um ca. 4.000 TEuro höher ausfallen wird. Dabei stehen der sinkenden Betriebsleistung größere Kosteneinsparungen, sowie ein höherer Anteil an Markenumsätzen gegenüber.

Durch die bereits getätigten und geplanten Investitionen in die Kapazitätserweiterung werden wir die Basis für ein stabiles Produktionsumfeld schaffen, welches uns in die Lage versetzt, den Markt jederzeit mit hochwertigen Produkten zu beliefern. Ein Schwerpunkt ist hierbei die Schaffung von neuen Räumen und die Bestückung mit modernster Maschinentechnik im Bereich der Klingenherstellung. Hierdurch wird gleichzeitig die Möglichkeit einer Redundanz bei einem eventuellen Ausfall der bisherigen Anlagen geschaffen.

Durch modernste Produktionsanlagen, eine hohe Flexibilität und einen motivierten und gut ausgebildeten Stamm an Mitarbeitern, ist die Feintechnik gut aufgestellt auch zukünftig kostengünstig hochwertige Rasierprodukte zu fertigen.

Unter Nutzung des Vertriebs-Know-Hows der Muttergesellschaft sieht sich die Gesellschaft in der Lage, ihre Position am Markt zu behaupten und auszubauen.

Abschließend lässt sich deutlich feststellen, dass es sich bei der Feintechnik GmbH Eisfeld um ein solides Unternehmen handelt, welches sich den Herausforderungen der Zukunft stellt.

* Jahresergebnis vor Zinsergebnis, Ertragsteuern, sonstigen Steuern sowie Abschreibungen auf Anlagevermögen

 

Eisfeld, den 20. Mai 2024

Geschäftsführung der Feintechnik GmbH, Eisfeld

Jeffrey Lipkin

Florian Schebitz

Gordon Bittig

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 526.821,00 780.510,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 526.821,00 13.616.125,00 14.396.635,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.117.999,21 12.794.595,96
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.522.759,48 20.385.171,48
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.017.835,00 2.701.284,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 13.607.043,29 41.265.636,98 6.063.225,22 41.944.276,66
41.792.457,98 56.340.911,66
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.800.476,82 2.607.899,68
2. Unfertige Erzeugnisse 1.315.223,37 2.213.089,85
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 1.309.078,42 4.424.778,61 2.945.651,49 7.766.641,02
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.937.516,54 4.686.447,47
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.901.942,14 5.255.837,29
3. Sonstige Vermögensgegenstände 536.346,01 11.375.804,69 693.785,02 10.636.069,78
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.858.741,26 2.278.441,27
18.659.324,56 20.681.152,07
C. Rechnungsabgrenzungsposten 232.020,97 156.354,82
D. Aktive latente Steuern 3.936.779,15 1.972.990,15
64.620.582,66 79.151.408,70

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 70.760.461,00 70.760.461,00
III. Verlustvortrag -28.634.066,91 -24.640.498,92
IV. Jahresfehlbetrag -19.148.226,91 -3.993.567,99
23.003.167,18 42.151.394,09
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 659.105,63 824.882,63
C. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 3.177.577,33 2.870.862,49
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.400.000,00 13.700.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.690.432,39 1.799.594,31
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 23.057.593,57 16.870.470,49
4. Sonstige Verbindlichkeiten 339.865,33 349.615,46
- davon aus Steuern EUR 311.161,63 (i. Vj. EUR 348.275,16) -
37.487.891,29 32.719.680,26
E. Passive latente Steuern 292.841,23 584.589,23
64.620.582,66 79.151.408,70

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 64.849.964,41 70.596.583,30
2. Verminderung (i. Vj. Erhöhung) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2.423.304,17 1.227.741,97
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.181.473,42 641.575,33
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 16.218.566,09 17.753.655,10
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.781.961,04 19.000.527,13 4.035.894,00 21.789.549,10
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 24.379.340,12 24.844.890,57
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.511.404,53 28.890.744,65 4.788.624,93 29.633.515,50
- davon für Altersversorgung EUR 12.753,12 (i. Vj. EUR 11.200,29) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 25.632.343,56 12.492.850,70
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.870.639,81 11.958.458,50
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 355,16 482,23
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.582.471,66 1.213.807,32
- davon an verbundene Unternehmen EUR 722.862,91 (i. Vj. EUR 674.818,80) -
10. Erstattete Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.255.537,00 674.205,85
- davon Ertrag aus latenten Steuern EUR 2.255.537,00 (i. Vj. EUR 674.205,85) -
11. Ergebnis nach Steuern -19.112.700,99 -3.947.592,44
12. Sonstige Steuern 35.525,92 45.975,55
13. Jahresfehlbetrag -19.148.226,91 -3.993.567,99

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Allgemeines

Die Feintechnik GmbH Eisfeld (nachfolgend: Feintechnik) mit Sitz in Eisfeld/Thüringen ist unter der Nummer HRB 509888 im Register des Amtsgerichts Jena eingetragen.

Der Jahresabschluss der Feintechnik wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) in der Fassung des BilRUG aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk je nach Zweckmäßigkeit in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gewählt.

Für die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine große Kapitalgesellschaft.

2. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung einschließlich steuerrechtlicher Maßnahmen

2.1 Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sofern im Berichtsjahr Produktentwicklungen stattgefunden haben wurde vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände Gebrauch gemacht. Solche ggf. vorgenommenen Aktivierungen betreffen ausschließlich produktbezogene Weiterentwicklungen. Die Bewertung erfolgte zu Herstellungskosten nach §§ 253 Abs. 1 Satz 1, 255 Abs. 2a HGB. Die Bemessung der planmäßigen Abschreibungen erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Der nach § 246 Abs. 1 Satz 4 i.V.m. Satz 1 HGB aktivierte Firmenwert wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die Einschätzung der betrieblichen Nutzungsdauer basiert auf dem erwarteten Zeitraum der Ertragsrückflüsse aus den identifizierten Komponenten des Geschäfts- und Firmenwertes. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Bei einzelnen Sachanlagen wurden, die auf die Dauer des Herstellungsprozesses entfallenden Fremdkapitalkosten aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter wurden auch in der Handelsbilanz in einem Sammelposten zusammengefasst, der über fünf Jahre abgeschrieben wird.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Soweit notwendig, wurden Abwertungen wegen mangelhafter Gängigkeit bzw. eingeschränkter Verwertbarkeit vorgenommen.

In die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten auch notwendige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Soweit erforderlich, wurden Abwertungen zur verlustfreien Bewertung vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert angesetzt. Soweit Ausfallrisiken bestehen, werden diese über die Bildung von Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert bilanziert.

Für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen, wurde ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse wurde in Höhe der für Investitionen in Vermögensgegenstände des Anlagevermögens verwendeten Zuschüsse mit Ausnahme der eigenfinanzierten Investitionen gebildet. Die Auflösung erfolgt entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der bezuschussten Anlagegüter.

Rückstellungen wurden für alle ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgte in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem laufzeitkongruenten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Bewertung der Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen erfolgte mittels der Projected Unit Credit Methode unter Zugrundlegung der "Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck". Dabei wurde eine Fluktuationsrate in Abhängigkeit der Altersstruktur von 0,0% bis 2,0% p.a. unterstellt. In Ausübung des Wahlrechts gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 wurde die Diskontierung mit einem Rechnungszinsfuß von 1,75% (Vorjahr 1,44%) vorgenommen. Der Rückstellung liegt ein Versicherungsmathematisches Gutachten zu Grunde.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Insofern sich in der Bilanz zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, wurden für die sich daraus insgesamt ergebenden steuerlichen Be- und Entlastungen latente Steuern angesetzt. Aktive und passive latente Steuern wurden nicht verrechnet in der Bilanz ausgewiesen. Der Ausweis erfolgt entsprechend der Bruttomethode, da im Geschäftsjahr nicht unerhebliche Beträge für steuerliche Verlustvorträge in den aktiven latenten Steuern enthalten sind. Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern wurde anhand einer steuerlichen Planungsrechnung festgestellt.

2.2 Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind mit dem Kurswert am Tag der Einbuchung bewertet. Am Bilanzstichtag wurden derartige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

2.3 Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Es gibt keine gegenüber dem Vorjahr geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

3. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

3.1 Anlagevermögen

3.1.1 Bruttoanlagenspiegel und Geschäftsjahresabschreibung

Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte sowie die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

3.1.2 Forschungs- und Entwicklungskosten

Im Berichtsjahr wurden keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert, da keine produktspezifischen Entwicklungen erfolgten. Die aktuell laufenden Aktivitäten erfolgen ausschließlich im Auftrag und auf Rechnung von Harry's Inc.

Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten betrug im Geschäftsjahr 1.529 TEuro (Vorjahr: 1.962 TEuro). Davon entfallen im Geschäftsjahr wie auch bereits im Vorjahr keine Beträge auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Mithin wurden auch keine Personalkosten oder sonstigen Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung als aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen.

3.1.3 Fremdkapitalzinsen

Zinsen für Fremdkapital wurden, wie auch im Vorjahr, in die Anschaffungskosten von Wirtschaftsgütern des Sachanlagevermögens im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr nicht einbezogen, da keine Fremdmittel für die Finanzierung von Investitionen verwendet wurden.

3.1.4 Wertberichtigung auf Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird über eine betriebliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die Gründe für die angesetzte Nutzungsdauer ergaben sich dabei in der Vergangenheit insbesondere aus den langfristig angelegten Kunden- und Lieferantenbeziehungen, den langen Produktzyklen, den geringen Fluktuationsraten beim Mitarbeiterstamm sowie den hohen technischen Markteintrittsbarrieren. Auf Grund wesentlicher Einschnitte im Private-Label- Segment hat man sich 2023 dazu entschlossen, die Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwertes zu überprüfen. Mittels eines durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellten Impairment-Tests wurde festgestellt, dass die Bilanzansätze gemessen an den zukünftigen Ertragserwartungen zu hoch bewertet sind. Aus diesem Grund wurde der Geschäfts- und Firmenwert auf null abgeschrieben. Hieraus ergab sich ein Aufwand von 11.347 TEuro.

3.1.5 Wertberichtigung auf Sachanlagen

Neben den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen wurde eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Diese resultiert aus dem den Geschäfts- und Firmenwert übersteigenden Abwertungsbedarf und belief sich auf 3.077 TEuro. Der Betrag wurde auf solche Wirtschaftsgüter verteilt, die durch das ursächliche Ereignis am meisten betroffen waren.

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeit, der zum 31. Dezember 2023 bestehenden Forderungen ist, der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:

Art der Forderung zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2023 Euro (Vorjahr) bis 1 Jahr Euro (Vorjahr) über 1 Jahr Euro (Vorjahr)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.937.516,54 3.937.516,54 0,00
(4.686.447,47) (4.686.447,47) (0,00)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.901.942,14 6.901.942,14 0,00
(5.255.837,29) (5.255.837,29) (0,00)
sonstige Vermögensgegenstände 536.346,01 528.750,85 7.595,16
(693.785,02) (683.245,02) (10.540,00)
Total 11.375.804,69 11.368.209,53 7.595,16
(10.636.069,78) (10.625.529,78) (10.540,00)

Die Forderungen gegen verbundenen Unternehmen in Höhe von 6.902 TEuro (Vorjahr: 5.256 TEuro) betreffen den Liefer- und Leistungsverkehr.

3.3 Angaben und Erläuterungen zu Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie auch im Vorjahr keine Rückstellungen für Steuern und Zinsen aus Steuern gebildet. Aufgrund der körper- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge entstehen keine laufenden Steuern für das Jahr 2023.

Der Posten sonstige Rückstellungen (3.178 TEuro) beinhaltet im Wesentlichen Rückstellungen für Personalverpflichtungen (1.875 TEuro), Gewährleistung (162 TEuro), ausstehende Rechnungen (860 TEuro), Rückvergütung (82 TEuro)und Abschlusskosten (140 TEuro).

3.4 Angaben zu Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeit, der zum 31. Dezember 2023 bestehenden Verbindlichkeiten ist, der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2023 Euro bis 1 Jahr
Euro
1 bis 5 Jahre
Euro
über 5 Jahre
Euro
(Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr) (Vorjahr)
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 12.400.000,00 1.300.000,00 11.100.000,00 0,00
(13.700.000,00) (1.300.000,00) (6.500.000,00) (5.900.000,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferung u. Leistung 1.690.432,39 1.690.432,39 0 0
(1.799.594,31) (1.799.594,31) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten ggü. verbund. 23.057.593,57 377.260,17 0 23.057.593,57
Unternehmen (16.870.470,49) (0,00) (0,00) (16.870.470,49)
sonstige Verbindlichkeiten 339.865,33 339.865,33 0 0
(349.615,46) (349.615,46) (0,00) (0,00)
Total 37.487.891,29 3.707.557,89 11.100.000,00 23.057.593,57
(32.719.680,26) (3.449.209,77) (6.500.000,00) (22.770.470,49)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 23.058TEuro (Vorjahr: 16.870 TEuro) bestehen in voller Höhe gegenüber dem Gesellschafter und resultieren aus Darlehensverpflichtungen einschließlich aufgelaufener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 377 TEuro (Vorjahr: 0 TEuro). Letztere beruhen zum größten Teil auf Rechnungen für berechnete Managementleistungen die Harry's Inc. erbracht hat.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer in Höhe von 311 TEuro (Vorjahr: 309 TEuro).

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt 12.400 TEuro (Vorjahr: 13.700 TEuro) und beschränkt sich auf die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte abgesichert.

3.5 Latente Steuern

Die passiven latenten Steuern beruhen auf temporären Differenzen bei der Bewertung des Anlagevermögens sowie der Rückstellungen in der Handelsbilanz und der Steuerbilanz. Ferner werden aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge ausgewiesen.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 29,65 %.

Zum 31. Dezember 2023 werden passive latente Steuern in Höhe von 293 TEuro (Vorjahr: 585 TEuro), sowie aktive latente Steuern in Höhe von 3.937 TEuro (Vorjahr: 1.973 TEuro ausgewiesen.

3.6 Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB sind nicht vorhanden.

Wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden am Bilanzstichtag aufgrund folgender Verträge:

Gesamt davon mit einer Restlaufzeit
TEuro bis 1 Jahr
TEuro
1 bis 5 Jahre
TEuro
über 5 Jahre
TEuro
Miet-, Pacht- und Leasingverträge: 617 415 202 0

Zum 31. Dezember 2023 betrug das Bestellobligo für Investitionen 8.081 TEuro und für Waren und Dienstleistungen 4.235 TEuro.

4. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Aufgliederung der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden gemäß § 285 Nr. 4 HGB wie folgt aufgegliedert:

Tätigkeitsbereich Umsatz 2023
TEuro
Umsatz 2022
TEuro
Veränderung
TEuro
Klingen 712 821 -109
Rasursysteme 63.998 69.626 -5.628
Sonstige 140 150 -10
Total 64.850 70.597 -5.747
Geographisch bestimmter Markt
Europäische Union (ohne Deutschland) 16.552 19.939 -3.387
Deutschland 10.099 10.562 -463
Nordamerika 37.581 39.348 -1.766
Sonstiges Ausland 617 747 -130
Total 64.850 70.597 -5.747

4.2 Erläuterung der sonstigen betrieblichen Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 2.181 TEuro (Vorjahr: 642TEuro) werden periodenfremde Erträge in Höhe von 291 TEuro (Vorjahr: 98 TEuro) ausgewiesen die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 138 TEuro (Vorjahr: 52 TEuro) beinhalten. Ferner sind Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens in Höhe von 166 TEuro (Vorjahr: 194 TEuro) sowie Erträge aus Kursgewinnen in Höhe von 20 TEuro (Vorjahr: 35 TEuro) in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die Erträge aus Kursgewinnen sind in voller Höhe realisiert. Ferner werden hier Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten an die Muttergesellschaft in Höhe von 1.490 TEuro (Vorjahr: 106 TEuro) ausgewiesen. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Durchbelastung von Kosten für ein durch die Muttergesellschaft getragenes Produktentwicklungsprojekt, sowie die Weiterberechnung von Restrukturierungskosten mit einem Anteil, welcher dem Produktionsvolumen der für Harry's gefertigten Artikel entspricht.

4.3 Erläuterung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kursverluste in Höhe von 24 TEuro (Vorjahr: 163 TEuro) enthalten. Die Aufwendungen aus Kursverlusten sind in voller Höhe realisiert. Ferner sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 91 TEuro (Vorjahr: 172 TEuro) enthalten. Die periodenfremden Aufwendungen betreffen in erster Linie Aufwendungen für Beratungsleistungen aus dem Vorjahr, sowie Aufwand aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 6 TEuro (Vorjahr: 31 TEuro)

Aus der Aufzinsung von Rückstellungen resultieren Zinsaufwendungen in Höhe von 10 TEuro (Vorjahr: 1 TEuro).

4.4 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus der Auflösung der passiven latenten Steuern in Höhe von 292 TEuro (Vorjahr: 141 TEuro) und aus der Bildung der aktiven latenten Steuern in Höhe von 1.964 TEuro (Vorjahr: 533 TEuro) enthalten.

5. Nachtragsbericht

Es haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres 2023 keine Vorgänge ereignet, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind.

6. Sonstige Pflichtangaben

6.1 Zinsabgrenzungsgeschäfte

Im Zusammenhang mit Zinsabgrenzungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Geschäfte getätigt.

6.2 Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Jeffrey Lipkin
ab 13. Juli 2015 Geschäftsführer
Gordon Bittig
ab 17. Mai 2021 Geschäftsführer
Florian Schebitz
ab 01.April 2022 Geschäftsführer

6.3 Vergütungen der Geschäftsführer

Der Geschäftsführer Herr Jeffrey Lipkin bezieht keine Bezüge von der Gesellschaft.

6.4 Angaben zu Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter (§ 42 Abs. 3 GmbHG)

Gegenüber dem Gesellschafter Harry's, Inc., New York/USA, bestehen die nachfolgenden Rechte und Pflichten:

Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftter 31.12.2023
Euro
31.12.2022
Euro
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 5.722.951,25 4.397.346,43
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 23.057.594,10 16.870.470,49

6.5 Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer (ohne Geschäftsführer und Auszubildende) gemäß § 285 Nr. 7 HGB beträgt 478. Sie teilt sich wie folgt auf:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Mitarbeiter der Produktion 272
Mitarbeiter der Administration 206
Total 478

6.6 Honorar des Abschlussprüfers

Das für den Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2023 als Aufwand erfasste Gesamthonorar beträgt 81 TEuro. Es entfällt ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

6.7 Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern vor, den im Geschäftsjahr 2023 angefallenen Jahresfehlbetrag in Höhe von 19.148.226,91 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

6.8 Ausschüttungssperre

Eine Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB in Bezug auf die Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens abzüglich der hierauf entfallenden passiven latenten Steuern besteht zum 31. Dezember 2023 nicht, da zum Bilanzstichtag ausreichend freie Kapitalrücklagen ausgewiesen werden.

6.9 Gesellschafter und Konzernverhältnisse

Die Feintechnik GmbH Eisfeld wird in den Konzernabschluss der Harry's, Inc., New York/Vereinigte Staaten von Amerika einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss der Harry's, Inc. ist am Sitz der Gesellschaft (75 Varick St 9 FL, New York, NY 10013, USA) erhältlich.

 

Eisfeld, den 20. Mai 2024

Geschäftsführung der Feintechnik GmbH Eisfeld

Jeffrey Lipkin

Gordon Bittig

Florian Schebitz

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8.313.310,20 0,00 308.576,94 43.509,70 8.048.242,96
2. Geschäfts- oder Firmenwert 34.040.339,79 0,00 0,00 0,00 34.040.339,79
43.913.900,40 0,00 308.576,94 43.509,70 42.088.582,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 16.285.743,81 0,00 0,00 25.650,00 16.311.393,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 67.548.983,56 0,00 375.869,63 2.045.988,82 69.219.102,75
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.177.449,13 110.972,75 197.851,88 414.984,54 6.505.554,54
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.063.225,22 10.979.864,36 0,00 -2.530.133,06 14.512.956,52
96.075.401,72 11.090.837,11 573.721,51 -43.509,70 106.549.007,62
139.989.302,12 11.090.837,11 882.298,45 0,00 148.637.590,37
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 7.532.800,20 297.198,70 308.576,94 7.521.421,96
2. Geschäfts- oder Firmenwert 20.424.214,79 13.616.125,00 0,00 34.040.339,79
29.517.265,40 13.913.323,70 308.576,94 41.561.761,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.491.147,85 1.702.246,75 0,00 5.193.394,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 47.163.812,08 8.080.781,05 371.166,86 54.873.426,27
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.476.165,13 1.030.078,83 195.607,42 4.310.636,54
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 905.913,23 0,00 905.913,23
54.131.125,06 11.719.019,86 566.774,28 65.283.370,64
83.648.390,46 25.632.343,56 875.351,22 106.845.132,39
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 526.821,00 780.510,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 13.616.125,00
526.821,00 14.396.635,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.117.999,21 12.794.595,96
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.345.676,48 20.385.171,48
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.194.918,00 2.701.284,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 13.607.043,29 6.063.225,22
41.265.636,98 41.944.276,66
41.792.457,98 56.340.911,66

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Feintechnik GmbH Eisfeld, Eisfeld

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Feintechnik GmbH Eisfeld, Eisfeld‌, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Feintechnik GmbH Eisfeld für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023‌ geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 1 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB‌‌ erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌‌‌ durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter‌‌‌ sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 1 des Lageberichts enthalten ist.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter‌‌ für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌ durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Jena, den 17. Juni 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lauer, Wirtschaftsprüfer

Dr. Nellessen, Wirtschaftsprüfer

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