Gothaer Krankenversicherung Aktiengesellschaft

Arnoldiplatz 1, 50969 Köln, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 35505
Vorher
BERLIN-KÖLNISCHE Speziale Krankenversicherung AktiengesellschaftBERLIN-KÖLNISCHE Krankenversicherung Aktiengesellschaft
Eingetragen
18.12.1990
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternKreditinstitute des SparkassensektorsManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
der direkte und indirekte Betrieb der privaten Krankenversicherung im In- und Ausland sowie die Vermittlung von Versicherungsverträgen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Schulze
seit 26.5.2025
Prokura
Prokura
Thomas Thomsen
seit 20.1.2025
Prokura
Prokura
Wolfgang Tischer
seit 20.1.2025
Prokura
Christian Born
seit 20.1.2025
Prokura
Gerit Dr. Thulfaut
seit 20.1.2025
Prokura
Jürgen Dr. Bauer
seit 11.10.2024
Prokura
Vorstandsmitglied
Thiemo Dylla
seit 11.10.2024
Prokura
Christian Ritz
seit 11.10.2024
Vorstandsmitglied
Claudia Venzke
seit 11.10.2024
Prokura
Thomas Frank Bischof
seit 11.10.2024
Vorstandsmitglied
Alina vom Bruck
seit 11.10.2024
Vorstandsmitglied
Andreas Dr. Eurich
seit 11.10.2024
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Thorsten Dr. Schulte
seit 11.10.2024
Prokura
Frank Lamsfuß
seit 11.10.2024
Vorstandsmitglied
Prokura
Jan-Jacob Hartemink
seit 2.1.2024
Prokura
Volker Krämer
seit 2.1.2024
Prokura
Annamaria Kolodzej
seit 4.10.2023
Prokura
Hendrik Czarnecki
seit 27.6.2023
Prokura
Prokura
Sarah Hoch
seit 31.8.2022
Prokura
Susanna Walther
seit 31.8.2022
Prokura
Jonas Lichtblau
seit 31.8.2022
Prokura
Andreas Herrmann
seit 2.2.2022
Prokura
Michael Schmitz
seit 2.2.2022
Prokura
Jan Prediger
seit 25.1.2021
Prokura
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Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Gothaer Krankenversicherung Aktiengesellschaft

Köln

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Fünfjahresvergleich

in Tsd. EUR
2023 2022 2021 2020 2019
Verdiente Bruttobeiträge 968.932 917.207 909.106 889.235 865.674
davon Pflegeversicherung 116.364 94.302 87.924 88.112 69.240
Monatssollbeiträge 81.514 76.693 76.463 74.700 72.615
natürliche Personen (in Tausend) 737 703 692 677 622
Rohergebnis 184.856 181.676 167.587 134.641 141.842
davon Beträge nach § 150 VAG 57.302 43.730 36.952 30.248 31.651
versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote (%) 1 ) 12,4 16,4 15,6 15,1 13,8
RfB-Zuführungsquote (%) 1 ) 11,3 13,0 12,7 10,1 11,0
Jahresüberschuss 18.500 18.500 15.000 15.000 15.000
Dividende 18.500 18.500 15.000 15.000 15.000
Schadenquote (%) 1 ) 79,3 75,4 76,4 76,5 77,6
Quote der Abschlussaufwendungen (%) 1 ) 5,7 5,6 5,4 5,7 5,9
Quote der Verwaltungsaufwendungen (%) 1 ) 2,5 2,6 2,6 2,6 2,6
Überschussverwendungsquote (%) 1 ) 90,0 89,8 91,0 88,9 89,4
Deckungsrückstellung 8.200.543 7.923.014 7.677.109 7.408.102 7.119.819
Kapitalanlagen
Bestand 8.815.645 8.566.364 8.215.970 7.988.813 7.630.947
Nettoverzinsung (%) 1 ) 3,2 3,2 3,2 3,2 3,4
Eigenkapital 148.767 148.767 145.267 145.267 145.267
Eigenkapitalquote (%) 1 ) 13,4 14,2 14,3 14,6 15,0

1 ) Gemäß Kennzahlenkatalog PKV

Unser Unternehmen

Die Krankenversicherung AG ist Teil des Gothaer Konzerns. Der Gothaer Konzern gehört mit rund vier Millionen Kund*innen und Beitragseinnahmen von 4,9 Milliarden Euro zu den großen deutschen Versicherungskonzernen und ist einer der größten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit in Deutschland. Durch den Gothaer Konzern werden alle Versicherungssparten bedient. Dabei setzt die Gothaer auf qualitativ hochwertige persönliche und digitale Beratung und Unterstützung ihrer Versicherten, auch über die eigentliche Versicherungsleistung hinaus. Als führender Partner für den Mittelstand ist es der Anspruch des Konzerns, das starke Engagement rund um seine Kund*innen spürbar werden zu lassen. Denn neben vielfältigen Schutzkonzepten unterstützt die Gothaer Unternehmen bei strategischen Zukunftsthemen wie der Mitarbeitendenbindung oder der Energiewende. Auch für Privatkund*innen bietet der Gothaer Konzern - neben dem klassischen Versicherungsschutz - digitale Services sowie ausgeklügelte Gesundheitsdienstleistungen. Mit mehr als 200 Jahren Historie zählt die Gothaer zudem zu einem der ältesten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit in Deutschland.

Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist die Gothaer nur ihren Kund*innen verpflichtet - nicht etwa Aktionär*innen. Durch diese Unabhängigkeit kann der Konzern langfristig und nachhaltig im Sinne der Versicherten agieren.

Eine bessere Zukunft (ver-)sichern

Glaubhaft nachhaltig zu sein, ist die Ambition der Gothaer. Die Nachhaltigkeitsstrategie definiert transparent die Ziele im Kerngeschäft, im eigenen Konzern und als Mitglied der Gesellschaft. Dabei werden Nachhaltigkeitskriterien bei den Investments in Kapitalanlagen einbezogen, Versicherungsprodukte mit nachhaltigen Produktelementen entwickelt, der CO 2 -Fußabdruck für den Geschäftsbetrieb gemessen und reduziert, Klimaneutralität angestrebt und insbesondere über die Gothaer Stiftung das Engagement für die Gesellschaft vorangetrieben. Um das Nachhaltigkeitsmanagement kontinuierlich weiter zu entwickeln, hält die Gothaer unter anderem folgende nachhaltigkeitsbezogene Mitgliedschaften: Die Gothaer ist unter anderem Unterstützer der UN Principles for Sustainable Insurance (UNEP FI PSI) und ist den UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) sowie der Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) beigetreten.

Mehr Informationen finden sich auf der Homepage unter www.gothaer.de/ueber-uns/nachhaltigkeit/. Dort sind auch die Nachhaltigkeitsstrategie, die Nachhaltigkeitsberichte und Entsprechenserklärungen nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) eingestellt.

Die Gothaer Krankenversicherung AG ist der erste Ansprechpartner für modernen Krankenversicherungsschutz. Den Trend zu einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein sowie der Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen greift der Versicherer auf und entwickelt stetig Services, die den Zugang zu einer hochwertigen und effektiven Versorgung ermöglichen. Oberste Maxime ist es dabei, Versicherte bei der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen. Unter dem Leitbild gothaer.nachhaltig.gesund steht vor allem das Gesundbleiben im Fokus der Gothaer Krankenversicherung AG. Einen Schwerpunkt bildet dabei die mentale Gesundheit. Durch Kooperationen mit führenden Anbietern in diesem Bereich stärkt das Unternehmen zunehmend seine Rolle als nachhaltiger Gesundheitsdienstleister.

Die Krankenvollversicherung bleibt eine wichtige Säule der Gothaer Krankenversicherung AG, denn mit Blick in die Zukunft ist sie die einzige Absicherung, die ein stabiles Leistungsniveau für den Schutz der Gesundheit garantiert. Gleichzeitig steigern die staatlichen Finanzierungsherausforderungen im deutschen Gesundheitssystem die Bedeutung von Zusatzversicherungen als Ergänzung zur gesetzlichen Versorgung. Hier ist die Gothaer Krankenversicherung AG seit Jahren auf Wachstumskurs. Dabei sehen nicht nur Privatkund*innen den Wert der privaten Absicherung. Mit der betrieblichen Krankenversicherung unterstützt die Gothaer Krankenversicherung AG Arbeitgeber auf ihrem Weg zu mehr sozialer Nachhaltigkeit und gibt ihnen ein überzeugendes Argument im Wettbewerb um Fachkräfte. Auch hier baut sie ihre führende Position aus und ergänzt ihre Firmenangebote um innovative Gesundheitsleistungen und Services.

Bericht über das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023j

Sitz der Gesellschaft

Arnoldiplatz 1

50969 Köln

Amtsgericht Köln, HRB 35505

Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit dieses Berichts wird fallweise auf eine Differenzierung nach Geschlechtern verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für jegliches Geschlecht.

Organe des Unternehmens

Aufsichtsrat

Prof. Dr. Werner Görg Vorsitzender Rechtsanwalt, Steuerberater
Dr. Hans Ulrich Dorau stellv. Vorsitzender Ingenieur, Dr. Dorau Managementberatung
Peter Abend *) Versicherungsangestellter, Rechtsanwalt
Prof. Dr. Klaus Goder Facharzt für Allgemeinmedizin
Dr. Christine Prauschke Chief Revenue Officer, Enpal GmbH
Andreas Siep *) Versicherungsangestellter

*) von den Arbeitnehmern gewählt

Vorstand

Dr. Sylvia Eichelberg Vorsitzende Vorsitzende des Vorstands der Gothaer Krankenversicherung AG und Mitglied der Vorstände der Gothaer Versicherungsbank VVaG
Gothaer Finanzholding AG
Oliver Brüß Vertriebsvorstand - Mitglied der Vorstände der
Gothaer Versicherungsbank VVaG
Gothaer Finanzholding AG
Gothaer Krankenversicherung AG
Gothaer Allgemeine Versicherung AG
Gothaer Lebensversicherung AG
Dr. Mathias Bühring-Uhle Vorstand Operations - Mitglied der Vorstände der Gothaer Versicherungsbank VVaG
Gothaer Finanzholding AG
Gothaer Krankenversicherung AG
Gothaer Allgemeine Versicherung AG
Gothaer Lebensversicherung AG
Harald Epple Finanzvorstand - Mitglied der Vorstände der Gothaer Versicherungsbank VVaG
Gothaer Finanzholding AG
Gothaer Krankenversicherung AG
Gothaer Allgemeine Versicherung AG
Gothaer Lebensversicherung AG
Michael Kurtenbach Personalvorstand - Vorsitzender des Vorstands der Gothaer Lebensversicherung AG und Mitglied der Vorstände der Gothaer Versicherungsbank VVaG
Gothaer Finanzholding AG (Arbeitsdirektor)
Gothaer Krankenversicherung AG
Gothaer Allgemeine Versicherung AG (Arbeitsdirektor)
Oliver Schoeller Vorsitzender der Vorstände der Gothaer Versicherungsbank VVaG
Gothaer Finanzholding AG und Mitglied der Vorstände der Gothaer Krankenversicherung AG
Gothaer Allgemeine Versicherung AG
Gothaer Lebensversicherung AG

Die Aufführung der Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand stellt gleichzeitig die Anhangangabe gemäß § 285 Nr.10 HGB dar.

Beirat

Heiner Alck Physiotherapeut
Sabine Engler Diplom-Kaufmann
Andreas Formen Diplom-Betriebswirt
Norbert D. Hüsson Betriebswirt, Malermeister, Geschäftsführender Gesellschafter der Hüsson FGB GmbH
Wolfgang Klemm Kammermusiker i. R.
Barbara Lambers Head of Talent Aquisition EMEA bei der DHL Express Germany GmbH
Stephan Otte Geschäftsführer der Stein HGS GmbH
Annegret Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative
Reinhardt-Lehmann FrankfurtRheinMain e.V.

Bericht des Vorstandes

Lagebericht

Gothaer und Barmenia Zusammenschluss

Im Versicherungsmarkt und im Wettbewerbsumfeld haben sich die Voraussetzungen für den Erfolg von Unternehmen verändert. Größe und Diversifikation des Angebots werden zunehmend wichtiger. Vor diesem Hintergrund sind der Gothaer Konzern und die Barmenia Gruppe davon überzeugt, gemeinsam stärker und besser zu werden.

Die unterschiedlichen Stärken des Gothaer Konzerns und der Barmenia Gruppe ergänzen sich perfekt. Durch einen Zusammenschluss können neue Marktzugänge gewonnen, Vertriebskraft gebündelt und Reichweite ausgebaut sowie durch Diversifikation eine noch bessere Absicherung gegen Volatilität erreicht werden. Dafür sollen eine hochwertige Produktpalette im Privat- und Firmenkundengeschäft angeboten werden und die Marken "Gothaer" und "Barmenia" im Markt weiterhin sichtbar bleiben.

Mit dem Zusammenschluss wird der neue Verbund unter den Top 10 Versicherungskonzernen in Deutschland rangieren. Gleichzeitig werden die Investitionskraft und die Risikotragfähigkeit gesteigert. Die Gothaer und die Barmenia haben eine sehr ähnliche Kultur. Als Versicherungsvereine mit langer Tradition teilen sie Werte wie Nachhaltigkeit, Menschlichkeit und ein starkes Miteinander. Durch den Zusammenschluss wird zudem die Arbeitgeberattraktivität gesteigert.

Der angestrebte Zusammenschluss soll auf Augenhöhe als Verbundlösung zweier gleichberechtigter Partner erfolgen. Die Absicht über einen möglichen Zusammenschluss wurde im Dezember 2023 durch einen Letter of Intent bekräftigt. Aktuell werden die Ergebnisse der Due Diligence ausgewertet und die notwendigen Vorarbeiten für die unterschiedlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungsverfahren getätigt.

Bis zum erfolgreichen Zusammenschluss sind beide Unternehmensgruppen weiter Wettbewerber. Aus diesem Grund bezieht sich die Berichterstattung im folgenden Lagebericht, insbesondere auch in der Prognose für 2024, ausschließlich auf die Gothaer Krankenversicherung AG in ihrer aktuellen Aufstellung.

Entwicklung der PKV-Branche

Trends in 2023

Anfang April sind die letzten Corona-Schutzmaßnahmen ausgelaufen und die Regierung konnte sich seitdem um die drängenden Herausforderungen in den Bereichen der Pflege, Arzneimittelversorgung, Finanzierung des Gesundheitssystems und der Digitalisierung kümmern.

Mit dem Übergang von der Pandemie zur Endemie wurden die Maßnahmen zur Coronabekämpfung schrittweise aufgehoben und das Gesundheitssystem damit entlastet. Für die weitere Bekämpfung von Long-Covid wurden Forschungsmittel in Höhe von 100 Mio. Euro zur Verfügung gestellt und Risikogruppen wurde unverändert eine Corona-Schutzimpfung empfohlen.

Im Mai wurde das Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz verabschiedet. Es sieht eine Erhöhung des Pflegegeldes und der Pflegesachleistungsbeträge vor, sowie eine Erhöhung der Leistungszuschläge für pflegende Angehörige und einen gemeinsamen Jahresbeitrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Im Oktober folgten im Doppelpack das Pflegestudiumstärkungsgesetz und das Krankenhaustransparenzgesetz. Ersteres soll die Attraktivität der Pflegeberufe steigern. Das Krankenhaustransparenzgesetz möchte für Patient*innen die Transparenz bei der Auswahl der Krankenhäuser erhöhen.

Nachdem sich die Arzneimittelversorgung bei Kinderarzneimitteln zusehends verschärft hat, wurden ab Ende Juli die Preisregeln und im Engpassfall die Austauschregelungen gelockert und die Grundlagen gelegt, um die Produktionsstandorte in der EU/im EWR zu stärken und sich damit von der Abhängigkeit von China zu lösen.

Die Inflation in Deutschland wirkt sich in allen Stufen des Gesundheitssystems aus und erhöht kurz- bis mittelfristig zusätzlich den Druck auf die Finanzierung des Gesundheitssystems. Wie angespannt die Situation bei den Leistungserbringern ist, zeigen die ersten Insolvenzanmeldungen bei Krankenhäusern. Bisher konnten die Leistungserbringer im Gesundheitssystem ihre Forderungen noch nicht in neue Preise und Vergütungsmodelle umsetzen. Dabei trifft diese inflationsbedingte Kostensteigerung auf die bekannten demografiebedingten Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenkassen. Im Oktober hat die Bundesregierung den Krankenkassenzusatzbeitrag von 1,65 % auf 1,7 % angehoben.

Letztendlich geht es um die Frage, wie das Gesundheitswesen generationengerecht und damit nachhaltig finanziert werden kann, ohne das Leistungsniveau auf Dauer zu kürzen, ohne die Steuern weiter zu erhöhen und ohne die künftigen Generationen zu überfordern. Hier bietet die PKV mit der Bildung von Alterungsrückstellungen als Demografie-Rücklage eine nachhaltige und generationengerechte Lösung.

Die Menschen verstehen zunehmend, dass ein umlagefinanziertes Gesundheitssystem bei der aktuellen demografischen Entwicklung die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vor immer neue Herausforderungen stellt und die PKV hierfür gute Alternativen bietet. Wer Leistungskürzungen in der Zukunft vermeiden möchte, wechselt in die Vollversicherung der PKV oder schließt eine Zusatzversicherung ab.

Dies zeigt sich auch 2023 ganz deutlich in den PKV-Zahlen. Die Gesamtanzahl an Versicherungen stieg um 0,88 Millionen auf 38,69 Millionen. In der Zusatzversicherung wuchs die Zahl der Verträge um 2,5 % auf insgesamt 29,98 Millionen. Die Nachfrage von gesetzlich Versicherten nach einer Aufstockung der Leistungen durch private Zusatzversicherungen ist weiterhin ungebrochen.

In der Vollversicherung sind im sechsten Jahr in Folge mehr Versicherungsnehmer von der GKV zur PKV gewechselt als umgekehrt. Im Saldo ergab sich ein Plus von 48.000 zugunsten der PKV (Saldo 2022: +30.100). Die Zahl der Vollversicherten in der PKV belief sich (insbesondere nach Abzug der Sterbefälle und der Abgänge wegen Versicherungspflicht) 2023 auf 8,71 Millionen, ein leichtes Plus von 0,03 %. Im Beihilfesegment wurde zum 1. Januar 2023 auch in Baden-Württemberg die pauschale GKV-Beihilfe eingeführt, somit haben Beamte nun in sechs Bundesländern die Möglichkeit, sich gesetzlich zu versichern.

Zusätzlich erkennen immer mehr Arbeitgeber, dass eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) ein wichtiges Instrument ist, um Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden und gleichzeitig die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu fördern. Eine typische Win-win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende. Die Zahl der Mitarbeitenden, die von einer betrieblichen Krankenversicherung profitieren, stieg in 2023 um 11,6 % auf knapp 1,97 Millionen Personen.

Vor diesem Hintergrund erwartet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für 2023 ein Beitragsplus von 2,3 %.

Ausblick für 2024

Für 2024 wird für die private Krankenversicherung ein Beitragsplus von 4,5 % erwartet. In der Projektion der Geschäftsaussichten in der Versicherungswirtschaft von Herbst 2023 wird ein positiver Wechselsaldo in der Vollversicherung und weiterhin eine positive Entwicklung in der privaten Zusatzversicherung prognostiziert. Insbesondere Produkte der betrieblichen Kranken- und Pflegezusatzversicherung werden vermehrt von Arbeitgebern nachgefragt, um Fachkräfte zu gewinnen bzw. zu binden. Es ist anzunehmen, dass sich die überdurchschnittlich hohen Leistungssteigerungen aus dem vergangenen Jahr ab 2025 in deutlichen Beitragsanpassungen bemerkbar machen. Die Kommunikation zur Beitragsanpassung für das Jahr 2025 erfolgt Ende 2024.

In der GKV müssen viele Versicherte mit steigenden Kosten rechnen. Im Oktober hat die Bundesregierung den Krankenkassenzusatzbeitrag von 1,65 auf 1,7 % erhöht. Zum 1. Januar 2024 erhöhen 36 Krankenkassen die Zusatzbeiträge, bei 32 gibt es keine Veränderung und drei werden günstiger. In der GKV wird in 2024 ohne Sonderzahlung vom Bund das Defizit auf 3,2 Mrd. Euro ansteigen. Als Gründe werden die Konjunktur, weltpolitische Ereignisse und die bevorstehende Krankenhausreform genannt.

In der Vollversicherung wird Angestellten durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze ab 2024 auf 69.300 Euro (2023: 66.600 Euro) der Wechsel in die PKV erschwert. Mit Baden-Württemberg hat nun ein sechstes Bundesland die pauschale GKV-Beihilfe eingeführt.

Langfristig bestehen in der Vollversicherung aber weiterhin gute Marktchancen für die PKV, da die GKV durch die demografiebedingten Mindereinnahmen und die Ausweitung der Pflegeleistungen finanziell noch stärker unter Druck gerät. Der inflationsbedingte Anstieg der Leistungsausgaben wird sich in der PKV und GKV prämienerhöhend auswirken. Der Zinsanstieg wird im Vergleich zur Niedrigzinsphase langfristig zu einem Vorteil bei allen kapitalgedeckten Systemen führen und ist damit ein klarer Wettbewerbsvorteil insbesondere für die private Vollversicherung.

Um die Kosten im Gesundheitssystem zu senken, wird die Digitalisierungsstrategie weiter vorangetrieben. Im Rahmen der Digitalisierung soll gemäß der aktuellen McKinsey-Studie (E-Health Monitor 2022) ein Einsparpotential im Gesundheitswesen von 42,2 Mrd. Euro liegen. Die größte Einzelposition entfällt auf die Position "elektronische Patientenakte/Austausch" mit einem Nutzen von 7,0 Mrd. Euro.

Geschäftsentwicklung in 2023

Was von der Coronakrise bleibt, sind die Erkenntnisse, dass Gesundheit und eine gute Gesundheitsversorgung ein sehr hohes Gut sind. In Bezug auf die Neugeschäftsproduktion war 2023 das erfolgreichste Jahr seit 2012.

Dabei hat sich die Gothaer Krankenversicherung AG als finanziell äußerst krisensicheres Unternehmen erwiesen und konnte sich dabei erneut als verlässlicher Partner für ihre Kund*innen sowie Vertriebspartner*innen beweisen. Neue agile Arbeitsweisen prägen die hybride Arbeitswelt aus Homeoffice und Präsenz. Die Mitarbeitenden haben die Chancen moderner Arbeitsformen erkannt und positiv zum Nutzen der Kund*innen umgesetzt. In 2023 konnte der Net-Promotor-Score als Gradmesser für die Servicequalität zu unseren Kund*innen weiter verbessert werden.

In Rahmen der Wachstumsstrategie Ambition 25 entwickelt sich die Gothaer Krankenversicherung AG konsequent zu einem modernen und nachhaltigen Gesundheitsdienstleister weiter. Ziel ist es, die Versicherten im Umgang mit ihrer Gesundheit bestmöglich zu unterstützen und starker Partner mit hoher Gesundheitskompetenz zu sein. Dabei sehen wir die Digitalisierung als wichtigen Schlüssel für ein ganzheitliches Kundenerlebnis. Die Gothaer Gesundheits-App ist der wichtigste digitale Kundenkontaktpunkt zu unseren Versicherten. Neben versicherungsnahen Services, wie zum Beispiel der digitalen Rechnungseinreichung, stehen unseren Kund*innen eine Vielzahl von Services zur Verfügung. Insbesondere die Arztsuche, der Symptomchecker und die Themenwelten, in denen unsere Versicherten Wissenswertes zu ihrem Wohlbefinden und aktuellen Gesundheitsthemen erhalten, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Seit 2021 konnten die Nutzerzahlen der Gesundheits-App um knapp 19 % gesteigert werden.

Nach der Corona-Pandemie zeigt die Gothaer Krankenversicherung AG in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld ein deutliches Wachstum. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der Gothaer Krankenversicherung AG sind um 5,6 % auf 968,9 Mio. Euro gestiegen. Das Neugeschäft liegt mit 2,3 Mio. Euro und einem Anstieg von 39 % deutlich über Vorjahresniveau. Alle Geschäftssegmente - die Vollversicherung sowie die private und betriebliche Krankenversicherung - zeigen ein zweistelliges Wachstum im Neugeschäft. Wir konnten in 2023 erneut das größte Neugeschäftsvolumen der betrieblichen Krankenversicherung in der Firmengeschichte der Gothaer Krankenversicherung AG erzielen. Im Segment der Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung liegen wir zum Jahresende 2023 ebenfalls deutlich über Vorjahresniveau. Mit unseren vielfach ausgezeichneten und sehr gut im Markt positionierten Produkten möchten wir auch künftig die Potentiale im Markt heben.

In der Vollversicherung hat sich der Bestand an versicherten Personen in 2023 weiter um 2,6 % auf 120 Tsd. Personen verringert. Der Abrieb liegt damit auf Vorjahresniveau. Der Bestand an zusatzversicherten Personen ist indessen - insbesondere durch das positive bKV-Geschäft - um 6,4 % auf 617 Tsd. Personen gestiegen. Damit wächst der Gesamtbestand an versicherten Personen in der Gothaer Krankenversicherung AG auf 737 Tsd. (+4,8 %).

Nach einer langen Niedrigzinsphase war 2023 das Jahr der Zinswende in Europa. Die Gothaer Krankenversicherung AG zeigt mit einer Nettoverzinsung von 3,2 % weiterhin gute Kapitalanlageergebnisse. Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote lag bei 12,4 % und damit 4,0 %-Punkte unter dem Vorjahr. Durch das gute Kapitalanlageergebnis konnte der Rohüberschuss vor Steuern mit 201,1 Mio. Euro leicht über dem Vorjahresniveau gehalten werden (Vorjahr 200,4 Mio. Euro). Die Überschussverwendungsquote, also die Mittel, die wir zugunsten unserer Kund*innen eingesetzt haben, liegt mit 90,0 % um 0,2 %-Punkte über dem Vorjahresniveau.

Neuzugang und Versicherungsbestand

Die Gothaer Krankenversicherung AG verzeichnete auch im Jahr 2023 einen Bestandsrückgang bei den vollversicherten Personen. Der Bestand im Bereich der Vollversicherungen liegt mit 120.161 versicherten Personen unter dem Niveau des Vorjahres.

Im Geschäftsfeld Zusatzversicherung konnte im vergangenen Jahr erneut ein Wachstum erzielt werden. So stieg die Anzahl der versicherten Personen im Jahresvergleich um 36.990 auf nunmehr 617.100 versicherte Personen an.

Insgesamt erhöhte sich der Bestand an versicherten Personen um 33.839 auf 737.261.

Beitragseinnahmen

Im Geschäftsjahr stiegen die Bruttobeitragseinnahmen gegenüber dem Vorjahr um 5,6 % auf 968,9 Mio. Euro.

Älteren Versicherten der Tarifwelt der ehemaligen BERLIN-KÖLNISCHE Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit gewährten wir, wie in der Vergangenheit, einen Seniorenbonus. Im Geschäftsjahr wurden 12 Tsd. Euro (Vorjahr: 21 Tsd. Euro) zur zeitlich begrenzten Beitragssenkung eingesetzt. Wir sind bestrebt, diesen Bonus auch weiterhin den langjährig Versicherten zu gewähren.

Zur zeitlich begrenzten Limitierung von Beiträgen wurde ein Tarifbonus in Höhe von 31,9 Mio. Euro (Vorjahr: 23,4 Mio. Euro) gewährt. Diese Mittel standen auch jüngeren Versicherungsnehmern zur Verfügung.

Die abgegebenen Rückversicherungsbeiträge belaufen sich im Geschäftsjahr auf 2,1 Mio. Euro und liegen damit auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro). Als Beiträge für eigene Rechnung erzielten wir hiernach 966,9 Mio. Euro (Vorjahr: 915,2 Mio. Euro).

Für die Limitierung der durchgeführten Beitragsanpassung und zur Beitragsermäßigung im Alter wurde der Rückstellung für Beitragsrückerstattung ein Betrag von 79,8 Mio. Euro nach 55,1 Mio. Euro im Vorjahr entnommen und unter der entsprechenden Beitragsposition erfasst.

Aufwendungen für Versicherungsfälle

Nach einem Vorjahreswert von 711,8 Mio. Euro ergaben sich Zahlungen für Versicherungsfälle einschließlich der Schadenregulierungskosten von 772,2 Mio. Euro. Die Rückstellung für Versicherungsfälle hat sich um 17,3 Mio. Euro auf 203,3 Mio. Euro erhöht.

Die Schadenquote als Gradmesser zur Beurteilung der für unsere Versicherten getätigten Aufwendungen liegt bei 79,3 % und somit über Vorjahresniveau (Vorjahr: 75,4 %).

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Im Geschäftsjahr sind insgesamt Abschlusskosten in Höhe von 55,7 Mio. Euro angefallen (Vorjahr: 51,0 Mio. Euro). Die Abschlusskostenquote, die sich aus dem Verhältnis der Abschlussaufwendungen zu den verdienten Beiträgen ergibt, liegt bei 5,7 % (Vorjahr: 5,6 %).

Die für die Verwaltung von Versicherungsverträgen angefallenen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr von 23,9 Mio. Euro auf 24,4 Mio. Euro gestiegen. Die Verwaltungskostenquote, welche die Verwaltungsaufwendungen ins Verhältnis zu den Beiträgen setzt, ist leicht gesunken und beträgt 2,5 % (Vorjahr: 2,6 %).

Kapitalanlagen

Das zentrale Ziel der Kapitalanlagestrategie der Gothaer Krankenversicherung AG ist die Erwirtschaftung einer im Wettbewerbsumfeld robusten und nachhaltigen Nettoverzinsung unter Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Ertrag, Liquidität, Sicherheit und Qualität der Kapitalanlagen sowie unter Einhaltung der Solvabilitätsanforderungen nach Solvency II. Dies wird durch die konsequente Anwendung eines risikoadjustierten und an der Risikotragfähigkeit orientierten Performanceansatzes sichergestellt, der das Ziel verfolgt, den Kapitalanlagebestand unter Rendite- und Risikogesichtspunkten zu optimieren. Die aktuelle Kapitalanlagestrategie und die sich daraus ergebende strategische Asset Allokation sind daher als Ergebnis eines kontinuierlichen und umfassenden Asset-Liability-Management Prozesses zu verstehen, der insbesondere auch die versicherungstechnischen Anforderungen berücksichtigt. Auch in diesem Geschäftsjahr setzte die Gothaer Krankenversicherung AG ihre langjährige, weitgehend auf stabile laufende Erträge ausgerichtete Kapitalanlagepolitik konsequent fort. Schwerpunkt dieser Strategie ist es einerseits, in dem gegebenen Marktumfeld attraktive Renditen zu erwirtschaften und andererseits, durch eine breite Diversifikation der unterschiedlichen Kapitalanlagearten eine größtmögliche Streuung der Risiken und damit eine Reduktion des Gesamtrisikos zu bewirken. Im Rahmen der Kapitalanlage sind auch ökologische und soziale Aspekte sowie Kriterien der Unternehmensführung - sogenannte Nachhaltigkeitskriterien - in den Anlageentscheidungen berücksichtigt.

Im Berichtszeitraum stand die globale Wirtschaftsentwicklung im Zeichen der fortdauernden geldpolitischen Straffung in den USA und Europa, rückläufiger Teuerungsraten beiderseits des Atlantiks sowie relativ schwacher Konjunkturimpulse aus China. Im Euroraum erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) 2023 ihre Leitzinsen bis September sechsmal, um insgesamt zwei Prozentpunkte auf 4,0 % (Einlagenzins). Der Verzicht auf weitere Straffungen im Schlussquartal wurde durch den deutlich abnehmenden Teuerungsdruck gerechtfertigt, zusätzlich aber motiviert durch die gestiegene Rezessionsgefahr. Im globalen Kontext war die Bremswirkung der Geldpolitik ebenfalls unübersehbar: Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamte sich 2023 auf 3,1 % (Vorjahr: 3,5 %). In Deutschland schrumpfte die Wirtschaftsleistung sogar um 0,3 % und verfehlte damit die Prognose des Sachverständigenrates (-0,2 %) knapp.

Die Kapital-, Zins- und Creditmärkte wurden im Berichtszeitraum über weite Strecken durch die transatlantische Geldpolitik belastet. Fed und EZB betonten gleichermaßen die Aufwärtsrisiken bei der Inflation und ihre Absicht, deshalb die Leitzinsen für längere Zeit auf hohem Niveau zu halten ("Higher for Longer"). Erst im vierten Quartal wendete sich das Blatt, als die Fed erstmals zinspolitische Lockerungen für 2024 in Aussicht stellte. Im November und Dezember glichen die Märkte ihre in den vorherigen zehn Monaten aufgelaufenen Verluste aus und bescherten den Investoren eine deutlich positive Jahresperformance.

Bei deutschen Staatsanleihen folgte die Renditeentwicklung ab Januar einem volatilen Aufwärtstrend. Entsprechend erzielten Bundesanleihen über das Jahr hinweg einen positiven Gesamtertrag von +5,6 %. Bei US-Staatsanleihen verlief die Entwicklung weitgehend synchron zu Bundesanleihen. Mit +7,2 % fiel der Gesamtertrag am US Markt etwas höher aus als am deutschen Rentenmarkt. Die Renditedifferenz zehnjähriger US- und Bundesanleihen weitete sich im Jahresverlauf von 143 Basispunkten auf 185 Basispunkte aus. Auch für Aktieninvestoren erwies sich 2023 in Anbetracht des schwierigen Zinsumfelds als ein erstaunlich gutes Jahr. Während der S&P500 Total Return Index in USD eine Jahresperformance von 26,3 % verzeichnete, verbuchten europäische Dividendentitel (EuroStoxx50 Total Return Index) ein Plus von 22,2 % und deutsche Aktien (Dax Performance Index) einen Wertzuwachs um 20,3 %.

Der Kapitalanlagebestand der Gothaer Krankenversicherung AG ist auf Buchwertbasis im Berichtsjahr um rund 249,3 Mio. Euro auf 8.815,6 Mio. Euro (Vorjahr: 8.566,4 Mio. Euro) gestiegen. Die stillen Lasten resultieren insbesondere aus dem anhaltend hohen Zinsniveau und sind leicht auf 673,5 Mio. Euro (Vorjahr: 806,7 Mio. Euro) gesunken. Hierzu trägt im Wesentlichen der Rentenfondsbestand bei.

Zusammensetzung der Kapitalanlagen

Die Zusammensetzung der Kapitalanlagen stellt sich bei der Gothaer Krankenversicherung AG zum Jahresabschluss auf Marktwertbasis und unter Durchsicht des Fondsbestands wie folgt dar:

Die Asset Allokation der Gesellschaft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr verändert. Neben Verschiebungen durch Marktwertänderungen wurden Aktienbestände sowie Kasse-Positionen reduziert und insbesondere in Zins-Instrumente sowie in die Bereiche Real Estate, Infrastruktur und Private Capital umgeschichtet. Zudem erfolgten in 2023 erstmals Abrufe in der Assetklasse Naturkapital. Der Anteil der im Fondsbestand gehaltenen Kapitalanlagen ist auf Buchwertbasis auf 70,7 % angestiegen (Vorjahr: 67,5 %). Die Duration wurde im Jahresverlauf von 8,3 auf 8,5 erhöht.

Das Kapitalanlageergebnis ist mit 282,4 Mio. Euro (Vorjahr: 264,4 Mio. Euro) leicht gestiegen. Bei gleichzeitig gestiegenem Kapitalanlagebestand entspricht dies einer konstanten Nettoverzinsung in Höhe von 3,2 %. Aufgrund gestiegener Fondsausschüttungen hat sich das laufende Ergebnis erhöht. Das außerordentliche Ergebnis ist mit -39,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro), insbesondere aufgrund von Abschreibungen, deutlich negativ.

Jahresüberschuss

Das Rohergebnis unserer Gesellschaft nach Steuern ist im abgelaufenen Geschäftsjahr von 181,7 Mio. Euro auf 184,9 Mio. Euro gestiegen. Die nach dem Kennzahlenkatalog des PKV-Verbandes ermittelte Überschussverwendungsquote gibt Auskunft über die Beteiligung der Versicherungsnehmer am Rohergebnis. Diese erhöhte sich im Jahr 2023 auf 90,0 % (Vorjahr: 89,8 %). Verwendet wurden die Mittel für die Zuführung zur erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) in Höhe von 109,1 Mio. Euro (Vorjahr: 119,4 Mio. Euro). Dieser Wert wird ins Verhältnis zu den verdienten Beiträgen gesetzt und ergibt die RfB-Zuführungsquote. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich diese Quote von 13,0 % auf 11,3 %. Die Zuführung zur erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung enthält auch Anteile aus der poolrelevanten Pflegepflichtversicherung.

Nach Steuern in Höhe von 16,2 Mio. Euro (Vorjahr: 18,7 Mio. Euro) verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von 18,5 Mio. Euro (Vorjahr: 18,5 Mio. Euro). Dieser soll gemäß Gewinnverwendungsvorschlag an die Aktionärin ausgeschüttet werden.

Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote drückt den erwirtschafteten Erfolg im Versicherungsgeschäft aus und ist zugleich ein Indikator für die Auskömmlichkeit der Beitragskalkulation. Diese Quote betrug in der Berichtsperiode 12,4 % nach einem Vorjahreswert in Höhe von 16,4 %.

Eigenkapital

Das von der Aktionärin gezeichnete Grundkapital beträgt 53,3 Mio. Euro. Es ist zu 80,8 % eingezahlt und eingeteilt in 52.090 auf den Namen lautende Aktien. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 56,2 Mio. Euro. Zusammen mit der gesetzlichen Rücklage betragen die Gewinnrücklagen zum Jahresende 31,0 Mio. Euro.

Die Eigenkapitalquote nach dem Kennzahlenkatalog des PKV-Verbandes ist im abgelaufenen Geschäftsjahr von 14,2 % auf 13,4 % gesunken.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

Für unsere Versicherungsnehmer haben wir im Geschäftsjahr insgesamt 148,6 Mio. Euro (Vorjahr: 115,1 Mio. Euro) den Rückstellungen für erfolgsabhängige und für erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung entnommen.

In den Tarifen, in denen in Abhängigkeit von der leistungsfrei gebliebenen Zeit Beiträge bar zurückerstattet werden, sind im Geschäftsjahr aus der erfolgsabhängigen Rückstellung 21,6 Mio. Euro (Vorjahr: 21,5 Mio. Euro) an die Versicherungsnehmer ausgezahlt worden. Für die Limitierung von Beitragsanpassungen und zur Beitragsermäßigung im Alter wurden insgesamt 79,8 Mio. Euro (Vorjahr: 55,1 Mio. Euro) aufgewendet.

Nach der Zuführung im Geschäftsjahr weisen unsere Rückstellungen für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung ein Volumen von 277,0 Mio. Euro (Vorjahr: 298,7 Mio. Euro) auf.

Die Bestände der erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung inkl. der poolrelevanten RfB aus der Pflegepflichtversicherung werden ins Verhältnis zu den verdienten Bruttobeiträgen gesetzt und ergeben die RfB-Quote in der Definition des PKV-Kennzahlenkataloges. Im Geschäftsjahr erreichte die Gothaer Krankenversicherung AG eine Quote von 26,5 % (Vorjahr: 30,4 %).

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Alleinige Eigentümerin unserer Gesellschaft ist die Gothaer Finanzholding AG, Köln.

Da wir über die Gothaer Finanzholding AG ein abhängiges Unternehmen der Gothaer Versicherungsbank VVaG sind, schließt der Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG mit folgender Erklärung:

"Unsere Gesellschaft hat nach den Umständen, die ihr jeweils in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte mit der Gothaer Versicherungsbank VVaG, Köln oder mit einem ihr verbundenen Unternehmen vorgenommen wurden, eine angemessene Gegenleistung erhalten. Es wurden keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der mit unserem Unternehmen verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen."

Vergleich der Geschäftsentwicklung in 2023 mit der Prognose aus 2022

Das Geschäftsjahr 2023 war weiterhin durch den russisch-ukrainischen Konflikt und damit verbundener Folgen auf die Inflation geprägt. Die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Gothaer Krankenversicherung AG waren insbesondere bei der Leistungsentwicklung spürbar, jedoch nicht substanziell. Das erwartete Beitragsziel konnte leicht übertroffen werden. Der Schadenaufwand liegt deutlich über Planniveau. Daraus ergibt sich eine versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote spürbar unter dem prognostizierten Wert. Das Kapitalanlageergebnis liegt deutlich über dem geplanten Niveau. Insgesamt konnte ein plankonformer Jahresüberschuss erwirtschaftet werden.

Betriebene Versicherungsarten

Einzel-Krankheitskostenvollversicherung (ambulant und stationär)

selbstständige Einzel-Krankheitskostenversicherung (ambulant)

selbstständige Einzel-Krankheitskostenversicherung (stationär)

Einzel-Krankentagegeldversicherung

selbstständige Einzel-Krankenhaustagegeldversicherung

sonstige selbstständige Einzel-Teilversicherung

Gruppen-Krankenversicherung (nach Einzel- und Sondertarifen)

Pflegekrankenversicherung

Auslandsreise-Krankenversicherung

Zugehörigkeit zu Verbänden und ähnlichen Einrichtungen

Unsere Gesellschaft gehört unter anderem folgenden Verbänden und Vereinen an:

Verband der Privaten Krankenversicherung e.V., Köln

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V., Berlin

Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen, München

EIT (European Institute of Innovation and Technology)

Mitarbeitende

Bei uns sind qualifizierte und motivierte Mitarbeitende von zentraler Bedeutung - ihre Kompetenzen, ihre Leistungsbereitschaft und ihr überdurchschnittliches Engagement sind die Basis für unseren Erfolg. Mit Blick auf die Digitalisierung und die Herausforderungen am Markt wird die Veränderungsfähigkeit der Organisation als Ganzem, wie auch jedes einzelnen Mitarbeitenden, immer wichtiger.

Die Gothaer hat mit der Konzernstrategie Ambition25 die Eckpfeiler und zentralen Ziele klar definiert, diese bilden den maßgeblichen Bezugsrahmen für unser personalwirtschaftliches Handeln. Insbesondere stehen dabei die Ziele im Strategiemodul "Veränderungsfähig als Team" mit folgenden Handlungssträngen im Mittelpunkt:

Neues Arbeiten,

Agile Organisation,

Mindset und Vielfalt,

Skill-Portfolio und Persönliche Entfaltung sowie

Attraktiver Arbeitgeber

Mobiles und flexibles Arbeiten, die Förderung von Innovationsfähigkeit und transformationale Führung sind für die Veränderungsfähigkeit der Organisation von großer Bedeutung. Über Homeoffice-Lösungen, moderne Büroraumkonzepte und innovative Prozesse und Techniken begegnen wir den Herausforderungen des mobilen und flexiblen Arbeitens. Der Gothaer ist es dabei gelungen, nach Ende der Corona-Pandemie ein zielführendes Modell für das Zusammenwirken von Arbeit im Büro und im Homeoffice zu etablieren. Die sehr guten Ergebnisse des Konzerndialogs 2022 sowie die umfassende Nutzung mobilen Arbeitens durch die Mitarbeitenden belegen den Erfolg dieser Maßnahmen.

Mit Blick auf die notwendige Innovations- und Veränderungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden unternehmen wir besondere Anstrengungen im Bereich der Weiterentwicklung von Kompetenzen im Bereich Führung und Change Management. Zu diesem Themenfeld gehören auch die bereichsübergreifende Vernetzung, die Verankerung agiler Methoden im Projektmanagement und die Pilotierung agiler Organisationsmodelle.

Oberste Priorität in der Personalarbeit haben die - gemessen an der Unternehmensstrategie - zielgerichtete Gewinnung, Förderung und Bindung unserer Mitarbeitenden. Dies hat mit Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation noch einmal an Bedeutung gewonnen. Für die Bindung und Gewinnung von Mitarbeitenden ist die interne wie auch externe Arbeitgeberattraktivität entscheidend. Die Etablierung einer konsistenten Arbeitgebermarke sowie wettbewerbsfähige Arbeitgeberangebote sind deshalb wichtige Arbeitsschwerpunkte des Personalmanagements. Der Erfolg dieser Anstrengungen lässt sich klar messen: intern über den Konzerndialog, der einen sehr hohen und nochmals gestiegenen Wert bei Weiterempfehlungsbereitschaft der Gothaer als Arbeitgeber zeigt, extern über die erfolgreiche Rezertifizierung als "Top Employer 2024".

Gesamtwirtschaftlich und auch in der Branche der Versicherungen wachsen die Herausforderungen, Mitarbeitende zu binden. Obwohl die Gothaer - wie die gesamte Branche - eine steigende Anzahl von Arbeitnehmerkündigungen sieht, liegt die Fluktuationsquote der Gothaer (basierend auf den letzten verfügbaren Marktdaten) weiterhin deutlich unter dem Gesamtmarkt und belegt den Erfolg der Maßnahmen zur Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen.

Unsere derzeitigen Anstrengungen haben des Weiteren die Ziele, die Gothaer demografiefest zu machen, die Arbeitskraft unserer Mitarbeitenden zu erhalten und deren Arbeitszufriedenheit zu steigern. Hierzu setzen wir neben marktfähigen finanziellen Leistungsanreizen auch auf zielgerichtete Entwicklungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Fachlaufbahnmodelle wie z. B. die Projektleiterlaufbahn. Qualitatives und quantitatives Demografiemanagement, das mehrfach ausgezeichnete betriebliche Gesundheitsmanagement und Frauenförderung sind für uns selbstverständliche Bestandteile unserer Personalarbeit.

Frauenanteil

Als drittelparitätisch arbeitnehmermitbestimmtes Unternehmen ist die Gothaer Krankenversicherung AG nach dem Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst verpflichtet, einen Frauenanteil für den Aufsichtsrat, den Vorstand sowie für die ersten beiden darauffolgenden Führungsebenen wiederkehrend festzulegen.

Im Nachfolgenden sind die Ziel- und Istwerte für das Berichtsjahr 2023 sowie die für das Jahr 2026 neu festgelegten Zielwerte der Gesellschaft für die unterschiedlichen Personenkreise dargestellt. Die Ziele 2026 werden in Personenzahlen festgelegt, die prozentuale Angabe ist informativ.

in %
Zielwert 30.06.2023 Istwert 30.06.2023 Zielwert 31.12.2026 in Personen Zielwert 31.12.2026
Aufsichtsrat 33,3 16,7 2 (von 6) 33,3
- Anteilseignerseite 16,7 16,7 1 (von 6) 16,7
- Arbeitnehmerseite 16,7 0,0 1 (von 6) 16,7
Vorstand/Geschäftsführung 20,0 14,3 2 (von 6) 33,3
Führungskräfte
- Führungsebene 1 30,0 * 50,0 * 4 (von 8) 50,0
- Führungsebene 2 30,0 * 36,4 * 4 (von 10) 40,0

*) Ziel-/Istwert zum 31.12.2023

Der Aufsichtsrat der Gothaer Krankenversicherung AG setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen. Während die gesetzte Zielgröße 2023 für den Frauenanteil auf Anteilseignerseite erreicht wurde, wurde sie auf Arbeitnehmerseite verfehlt, da bei der letzten Wahl der Arbeitnehmervertreter zwei Männer in das Amt gewählt wurden.

Auch der Zielwert für den Frauenanteil im Vorstand wurde nicht erreicht. Mit der Berufung von Frau Dr. Eichelberg zur Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft am 1. Januar 2021 wurde bereits ein wesentlicher Schritt zur Erreichung der Zielquote für den Vorstand gemacht. Die Verfehlung des Zielwertes resultiert aus einer Ressortumbildung, die zu einer numerischen Vergrößerung des Vorstandes führte und sich so auf die Höhe des Frauenanteils ausgewirkt hat.

Die gesetzten Zielgrößen für beide Führungsebenen unterhalb des Vorstandes wurden erreicht.

Zur Unterstützung der Zielerreichung wurde im Rahmen der Konzernstrategie Ambition25 eine Reihe von Maßnahmen in den Handlungsfeldern Haltung, Recruiting, Förderung & Entwicklung sowie Arbeitsbedingungen entwickelt und umgesetzt - so z.B. Workshops zum Thema Unconscious Bias (unbewusste Vorurteile), eine 50:50 Geschlechterquote für interne und externe Besetzungen, Active Sourcing (gezielte Ansprache weiblicher Talente) oder die Möglichkeit zu Tandemführung (zwei Personen auf einer Führungsposition), verbunden mit einer Onboarding-Begleitung. Zudem wurde ein halbjährliches Reporting zum Monitoring der Fortschritte aufgesetzt.

Auch zukünftig wird die Erhöhung der Frauenanteile in Führungspositionen gezielt durch kontinuierliche Fortführung bewährter und Erarbeitung neuer Maßnahmen sowie ein regelmäßiges Controlling und Diskussion der Entwicklungen auf Ebene der obersten Konzernführung gefördert.

Die Ausführungen stellen gleichzeitig die nach § 289f Abs. 4 HGB erforderlichen Angaben dar.

Marke

Eine starke Marke ist gerade für ein Versicherungsunternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Kaufentscheidung für das immaterielle Gut Versicherungsschutz basiert auf dem Vertrauen, das Kund*innen mit einer Marke verbinden. Die Gothaer gehört zu den bekanntesten zehn Versicherungsmarken in Deutschland und ist auch 200 Jahre nach ihrer Gründung eine relevante und attraktive Marke. Mittels zeitgemäßer werblicher Kommunikation wird das Markenimage unterstützt. Die moderne und zielgruppenorientierte Ansprache, in Verbindung mit einem effizienten und integrierten Mix sowohl von digitalen als auch klassischen Medien sowie weiteren Marken-Kommunikationsmaßnahmen, erzeugen eine zeitgemäße Markenpräsenz der Gothaer.

Verhaltenskodex für den Vertrieb

Der geschäftliche Erfolg der Gothaer hängt ganz wesentlich vom Vertrauen unserer Kund*innen ab. Daher stehen diese mit ihren Wünschen und Erwartungen im Mittelpunkt unserer vertrieblichen Aktivitäten. Den Vermittler*innen kommt dabei eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe als Bindeglied zwischen den Kund*innen sowie den Versicherungsunternehmen zu.

Seitdem die Gothaer im Jahr 2013 den beiden Initiativen der Versicherungswirtschaft, "GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten" und "gut beraten", beigetreten ist, werden die sich daraus ergebenden Anforderungen im Rahmen des Compliance Management Systems der Gothaer stetig umgesetzt, was gegenüber allen Mitarbeitenden und Vermittler*innen kommuniziert wurde. Parallel dazu hat die Gothaer die Anforderungen der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) umgesetzt, die in Deutschland seit Februar 2018 zu erfüllen sind. An diesen neuen Rechtsrahmen wurde auch der GDV-Verhaltenskodex angepasst.

In vertrieblicher Hinsicht zielen dessen Anforderungen darauf ab, Kund*innen objektiv zu informieren und diese bedarfsgerecht im bestmöglichen Interesse zu beraten, damit sie eine wohl informierte Entscheidung treffen können. Eine besondere Bedeutung kommt daher der Beratungskompetenz und der Weiterbildung der Vermittler*innen zu, in welche die Gothaer traditionell stark investiert.

Tarifwechselleitlinie

Wahlfreiheit und individueller Versicherungsschutz zeichnen die private Krankenvollversicherung aus. Um jede Kund*in bei der Wahl des zum Bedarf passenden Tarifs noch zielgerichteter zu unterstützen, hat der PKV-Verband mit einer Tarifwechselleitlinie eindeutige und verbindliche Grundlagen geschaffen. Die Leitlinie ergänzt die bereits bestehenden, gesetzlichen Regelungen nach § 204 VVG.

Die Gothaer Krankenversicherung AG setzt die Leitlinie seit ihrer Einführung konsequent um. Persönliche, bedarfsgerechte und objektive Kundenberatung mit einer Analyse der besten Tarifoptionen können von unseren Versicherten in Anspruch genommen werden.

Das implementierte Compliance-Management-System sichert die Einhaltung der Leitlinien für einen transparenten und kundenorientierten Tarifwechsel und wird alle drei Jahre durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer zertifiziert. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 wurde durch den Wirtschaftsprüfer erneut bestätigt, dass die Gothaer Krankenversicherung AG ein hohes Maß an Transparenz über ihre Tarifwelt und eine objektive Beratung zum Tarifwechsel sicherstellt.

Prognose für 2024

Vorbehalt

Die in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Prognosen und Einschätzungen basieren auf unseren Erkenntnissen aus Dezember 2023 und beinhalten, wie bereits erläutert, keine möglichen Einflüsse auf unsere Gesellschaft durch den angestrebten Zusammenschluss des Gothaer Konzerns mit dem Barmenia Konzern. Das aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Umfeld erhöht hierbei die generell gegebene Prognoseunsicherheit. Daneben können die Entwicklung an den Kapitalmärkten, Änderungen der gesetzlichen, steuerlichen und demografischen Rahmenbedingungen sowie eine geänderte Wettbewerbssituation unserer Gesellschaft zu einer anderen Entwicklung führen als nachfolgend dargestellt.

Entwicklung der Gesellschaft

Die Gothaer Krankenversicherung AG erwartet einen leichten Anstieg im Neugeschäft sowie eine moderate Steigerung des Beitragsvolumens im Jahr 2024. Hierbei strebt die Gothaer Krankenversicherung AG in allen drei Geschäftssegmenten, Vollversicherung, private und betriebliche Zusatzversicherung, ein Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge an.

In der Vollversicherung besteht weiterhin das Ziel, den Bestandsabrieb durch einen stetigen Ausbau des Neugeschäftes abzumildern. Positive Effekte werden neben den Mitte 2022 eingeführten, neuen Vollversicherungstarifen auch aus dem neuen Impat-Tarif für ausländische Arbeitnehmende erwartet, der in 2024 eingeführt wird. In der Zusatzversicherung werden weitere Wachstumsimpulse durch die Optimierungen in den Vertriebswegen Digital und Makler angestrebt.

Im Segment der betrieblichen Krankenversicherung steht weiterhin die Verbreiterung der Vermittlerbasis im Exklusivvertrieb im Fokus. Ein besonderer Schwerpunkt wird in 2024 auf dem Ausbau der Gesundheitsapp für Kund*innen der betrieblichen Krankenversicherung liegen. Die Rolle der Gesundheitsapp als Verkaufsargument bzw. Differenzierer im Geschäftsfeld bKV soll durch die gezielte Weiterentwicklung von Features für Unternehmerkund*innen verstärkt werden.

Aufwendungen für Versicherungsfälle

In den Leistungsausgaben erwartet die Gothaer Krankenversicherung AG einen spürbaren Anstieg gegenüber dem Jahr 2023. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass Leistungserbringer im Gesundheitswesen ihre gestiegenen Aufwände teilweise an ihre Patient*innen und damit an die Krankenversicherer weiterreichen. Bei gleichzeitig moderat steigendem Beitragsniveau wird für 2024 von einer Schadenquote spürbar über 80 % ausgegangen.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb werden weiterhin durch Investitionen in die strategische Ausrichtung geprägt. Gleichzeitig wird ein geringfügiger Rückgang der Provisionen erwartet. Die Abschlusskostenquote und die Verwaltungskostenquote werden sich voraussichtlich auf dem Niveau des Jahres 2023 bewegen.

Kapitalanlagen

In 2024 ist weltweit zunächst eine Fortdauer der Konjunkturschwäche vorgezeichnet. Zwar wird die Gefahr einer Rezession in Europa und Nordamerika zurzeit als gering eingeschätzt, gebannt wird sie aber erst zur Jahresmitte - sofern die Geldpolitik dann die Wende zu niedrigeren Zinsen vollzieht. In den Schwellenländern könnten Leitzinssenkungen bereits im Frühjahr einsetzen und der Weltkonjunktur erste positive Impulse geben. Dennoch wird erwartet, dass sich das globale Wirtschaftswachstum 2024 um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2023 auf +2,7 % verlangsamt. Für Deutschland prognostizierte der Sachverständigenrat im November ein moderates BIP-Wachstum von 0,7 % und einen starken Rückgang der jahresdurchschnittlichen Teuerung auf 2,6 %. Die Konsenserwartungen liegen mittlerweile nur noch bei +0,2 % (BIP) bzw. 2,5 % (Inflation).

Für die Rentenmärkte dürfte 2024 erneut ein Jahr hoher Unsicherheit werden, in dessen Verlauf sich die makroökonomischen Risiken von der Inflation zum Wachstum hin verlagern. Erst im Frühsommer dürften sich die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich der ersten geldpolitischen Lockerungen stabilisieren. Insofern ist an den Staatsanleihemärkten der USA, des Euroraums und Deutschlands ein volatiler Renditeverlauf zu erwarten, der ab dem zweiten Quartal zu niedrigeren Renditeniveaus führen wird. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen dürfte sich in einer Bandbreite zwischen 1,7 % bis 2,6 %, die der zehnjährigen US Treasuries zwischen 3,0 % und 4,6 % bewegen.

Auch im kommenden Jahr wird weiterhin die selektive Ertrags- und Risikooptimierung des Kapitalanlageportfolios im Fokus der Kapitalanlagetätigkeit stehen, so dass keine wesentlichen Veränderungen der Asset Allokation geplant sind. Insgesamt wird für 2024 von einer moderat sinkenden Nettoverzinsung ausgegangen.

Überschuss

Daraus abgeleitet erwartet die Gothaer Krankenversicherung AG für das Jahr 2024 eine versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote von rund 9 %. Insgesamt wird für 2024 von Zuführungen zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung signifikant unter dem Vorjahresniveau ausgegangen. Der Jahresüberschuss wird voraussichtlich leicht unter dem Niveau von 2023 liegen.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Risikoorientierter Steuerungsansatz

Das Risikomanagementsystem verfolgt das Ziel, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen, um Handlungsspielräume zu schaffen, welche zur langfristigen Sicherung von bestehenden und zum Aufbau von neuen Erfolgspotenzialen beitragen können. Die Unternehmensführung unserer Konzerngesellschaften orientiert sich hierbei an dem Safety-first-Prinzip und an wertorientierten Steuerungsgrundsätzen. Als Handlungsrahmen, vor dessen Hintergrund die Konzerngesellschaften Risiken eingehen und das Geschäft betrieben wird, wurden durch den Vorstand Risikoleitsätze verabschiedet. Weiterhin sind die internen und externen Vorgaben hinsichtlich der Risikotragfähigkeit einzuhalten. Die Risikotoleranz als Grenze der zulässigen Risikoübernahme wurde hinsichtlich der folgenden Anforderungsperspektiven definiert:

Aus aufsichtsrechtlicher Perspektive besteht die Vorgabe der jederzeitigen Erfüllbarkeit der Risikokapitalanforderungen. Dies gilt sowohl für die Risikokapitalanforderungen nach Säule 1 (Standardmodell) als auch nach Säule 2 (unternehmensindividueller Gesamtsolvabilitätskapitalbedarf im Rahmen des ORSA-Prozesses).

Unter Ratingaspekten (Financial Strength Rating) streben wir die Einhaltung einer Kapitaladäquanz an, die in Verbindung mit den Ausprägungen der weiteren Ratingkriterien für den Erhalt eines Mindestratings im A-Bereich ausreichend ist.

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagementsystem der Gothaer wird zentral durch das bei der Gothaer Finanzholding AG angesiedelte Risikomanagement verantwortet. Durch zentrale Vorgaben wird sichergestellt, dass im Konzern die gleichen Standards angesetzt werden. Mit Tochterunternehmen, die über ein eigenes dezentrales Risikomanagement verfügen, steht das Konzernrisikomanagement in engem Austausch, um Unterstützungs- sowie Überwachungsaufgaben wahrzunehmen.

Das Risikomanagement wird als Prozess verstanden, welcher sich in fünf Phasen unterteilt:

Risikoidentifikation

Risikoanalyse

Risikobewertung

Risikobewältigung und -steuerung

Risikoüberwachung

Gegenstand der Betrachtung im Risikomanagementprozess sind zum einen die in der Standardformel quantifizierten Risiken. Darunter fallen das Marktrisiko, das versicherungstechnische Risiko, das Gegenparteiausfallrisiko sowie das operationale Risiko. Neben den Risiken der Standardformel werden zum anderen weitere Risiken geprüft. Hierbei sind z.B. das strategische Risiko, das Reputationsrisiko sowie rechtliche Risiken zu nennen, welche im Rahmen der Risikoinventur erfasst, überprüft und bewertet werden.

Für die konzernweite Erfassung von Risiken in der Risikoinventur wurden in den operativen Geschäftseinheiten Risikoverantwortliche definiert, welche im Rahmen ihrer Tätigkeiten unter Einhaltung der Funktionstrennung die Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Vertretungsregelungen und Kompetenzen im Umgang mit Risiken festlegen. Sie nehmen in diesem Zusammenhang auch die Bewertung der Risiken hinsichtlich des zu erwartenden Schadens und der Eintrittswahrscheinlichkeit vor. Nicht in der Risikoinventur erfasste operationelle Risiken werden als nicht wesentlich eingestuft. Die Wahrnehmung der Risikomanagementfunktion (zweite Verteidigungslinie) obliegt dem in der Gothaer Finanzholding AG angesiedelten zentralen Risikomanagement, das hierbei durch die mathematischen Abteilungen der Konzerngesellschaften und das Middle-/Backoffice der Gothaer Asset Management AG unterstützt wird.

Die Grundsätze, Methoden, Prozesse und Verantwortlichkeiten des Risikomanagements sind im Rahmen der Risikomanagementleitlinie dokumentiert.

Der implementierte Risikomanagementprozess umfasst eine jährliche, systematische Risikoinventur, eine qualitative und quantitative Risikobewertung, vielfältige risikosteuernde Maßnahmen sowie die Risikoüberwachung durch die operativen Geschäftsbereiche und das Risikocontrolling. Hierzu ist ein internes Kontrollsystem (IKS) installiert. Dieses zielt darauf ab, Vermögensschädigungen zu verhindern bzw. aufzudecken sowie eine ordnungsmäßige und verlässliche Geschäftstätigkeit und Finanzberichterstattung sicherzustellen. Zum IKS gehören sowohl organisatorische Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. Zugriffsberechtigungen, die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips oder Vollmachtsregelungen, als auch prozessintegrierte und unternehmensübergreifende Kontrollen. Eine zentrale Compliancefunktion und die Versicherungsmathematische Funktion sind als weitere Schlüsselfunktionen gemäß Solvency II ebenfalls eingerichtet. Eine regelmäßige Risikoberichterstattung sowie anlassbezogene Ad-hoc-Meldungen schaffen Transparenz über die Risikolage und geben Hinweise für eine zielkonforme Risikosteuerung.

In dem auf Konzernebene installierten Risikokomitee sind neben Vertretern der Gothaer Asset Management AG und den versicherungsmathematischen Funktionen weitere Fachbereiche vertreten. Zu dessen Aufgaben zählen u.a. die Risikoüberwachung aus Konzernsicht mittels eines kennzahlenbasierten Frühwarnsystems sowie die Weiterentwicklung von konzerneinheitlichen Methoden und Prozessen zur Risikobewertung und -steuerung.

Die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse wird stetig verbessert. Die Aufbau- und Ablauforganisation der Gothaer erfüllt die Anforderungen der drei Säulen nach Solvency II vollumfänglich. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird regelmäßig durch die Konzernrevision geprüft und bewertet. Die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems als Teil des Risikomanagementsystems ist zudem Bestandteil der durch unseren Abschlussprüfer durchgeführten Prüfung des Jahresabschlusses.

Chancen und Risiken der Gesellschaft

Der Markt und die Entwicklungsperspektiven der privaten Krankenversicherung werden in hohem Maße vom politisch-rechtlichen Ordnungsrahmen geprägt. Die Wachstumsperspektiven in der Zusatzversicherung sind weiterhin günstig. Für die Unternehmen gilt es, sich hierauf in Bezug auf Vertriebskanäle, Kooperationen und Verwaltungsprozesse in geeigneter Weise einzustellen.

Eine Chance bietet uns der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel. Die Unternehmen versuchen durch attraktive Arbeitsbedingungen ihre Mitarbeitenden zu halten bzw. neue Mitarbeitende zu gewinnen. Hierfür greifen Unternehmen zunehmend auf die betriebliche Krankenversicherung zurück. Von diesem Trend kann die Gothaer Krankenversicherung AG sehr gut profitieren. Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg in diesem Geschäft. Dieser Erfolg ist u.a. auf die individuelle Gestaltung der Verträge und intensive Kundenbetreuung zurückzuführen. Auch in der Ergänzungsversicherung nach Art der Schaden kann die Gothaer Krankenversicherung AG einen deutlichen Anstieg verzeichnen.

Im gesamten Markt der privaten Krankenversicherung ist ein deutlicher Anstieg der Zahlungen für Versicherungsfälle zu beobachten. Auch die Gothaer Krankenversicherung ist von dieser Entwicklung betroffen. Die weitere Entwicklung wird laufend überwacht.

Von den branchenweit anhängigen Klagen gegen die Wirksamkeit von Beitragsanpassungen ist die Gothaer Krankenversicherung AG auch weiterhin betroffen. Die formellen Anforderungen, die der BGH für die Mitteilungen einer Beitragsanpassung aufgestellt hat, werden von der Gothaer Krankenversicherung AG seit vielen Jahren erfüllt, so dass darauf gestützte Klagen keinen Erfolg versprechen. Die stattdessen pauschal erhobenen materiellen Einwendungen begleitet die Gothaer Krankenversicherung AG rechtlich und aktuariell sehr eng.

Versicherungstechnische Risiken

Die Übernahme von Risiken ist der zentrale Gegenstand unserer Geschäftstätigkeit.

Zu den bedeutsamsten versicherungstechnischen Risiken zählen die Erwirtschaftung des Rechnungszinses sowie das Stornorisiko. Eng verbunden mit den aufgeführten Risiken sind die Erzielung einer ausreichenden RfB-Dotierung und hieraus abgeleitet die Verwendung der RfB-Mittel zur Abmilderung der Beitragsentwicklung unserer Versicherten. Besondere Bedeutung kommt hierbei der wiederkehrenden Finanzierung jährlich gewährter Beitragslimitierungen zu.

Unverändert begegnen wir diesen Risiken durch eine Tarifkalkulation nach versicherungsmathematischen Grundsätzen, selektives Underwriting und ein professionelles Leistungs- und Gesundheitsmanagement sowie durch Controllinginstrumente und Frühwarnsysteme. Hier ist insbesondere der spürbar gewachsene Bestand im Bereich der Tarife nach Art der Schaden zu beobachten. Weiterhin wird die Auskömmlichkeit der versicherungstechnischen Rückstellungen regelmäßig aktuariell überprüft.

Hohe Beitragsanpassungen oder politische Änderungen verursachen einen erhöhten Weggang guter und zumeist junger Risiken sowie einen Rückgang des Neugeschäfts mit der Folge einer Vergreisung der Bestände. Dies kann wiederum zu hohen Beitragsanpassungen führen. Als zentrale Steuerungsmaßnahme ist die RfB-Politik zu nennen. Mit ausreichenden Finanzierungsmitteln können hohe Beitragsanpassungen verhindert und so erhöhtes Storno vermieden werden. Aus diesem Grund wird die Entwicklung der RfB besonders betrachtet. Zur Entlastung der RfB werden neben der üblichen dauerhaften Limitierung auch Mittel für die Gewährung des Tarifbonus, eine jährlich neu festzulegende Beitragslimitierung, eingesetzt. Die Zuführung zur erfolgsabhängigen Rückstellung für Beitragsrückerstattung wird durch einen Anstieg der Zahlungen für Versicherungsfälle belastet. Zu einem großen Teil kann der Anstieg durch das gute Ergebnis aus Kapitalanlagen ausgeglichen werden.

Da ein dauerhaft niedriges Neugeschäft die Bestandszusammensetzung negativ beeinflusst, wird die Entwicklung laufend beobachtet und es werden Maßnahmen zur Stärkung des Neugeschäfts ergriffen. Die Inflation zeigt kaum Wirkung auf die Vollversicherung: Das Neugeschäft liegt wie in den Vorjahren auf einem niedrigen Niveau, während wir gleichzeitig keine signifikante Änderung im Kündigungsverhalten unserer Kund*innen beobachten können.

Mit dem Rechnungszins ist eine der wichtigsten Rechnungsgrundlagen der PKV abhängig von der Entwicklung an den Kapitalmärkten. Dem begegnen wir durch die Nutzung professioneller Analysetools in der Kapitalanlage samt der gezielten Nutzung der Erkenntnisse hieraus für die Kapitalanlagestrategie und durch die regelmäßige Durchführung von Hochrechnungen. Dennoch ist trotz der positiven Zinsentwicklung die Wahrscheinlichkeit der Nichterreichung der Ziel-Nettoverzinsung weiterhin gegeben. Der Fokus bei der Kapitalanlagestrategie richtet sich daher auf ein angemessenes Risiko-Renditeverhältnis bei gleichzeitig hoher Erreichungswahrscheinlichkeit für den garantierten Rechnungszins. Aktuelle Entwicklungen im Kapitalmarkt sowie die möglichen Folgen für die Kapitalanlage werden genau betrachtet. Aufgrund der positiven Zinsentwicklung konnte der Rechnungszins für das Jahr 2024 in einigen Tarifen wieder angehoben werden. Hierbei ist zu beachten, dass eine Rechnungszinsanpassung nur in den Tarifen vorgenommen werden kann, die von einer Beitragsanpassung betroffen sind. Dabei löst ein unzureichender Rechnungszins keine Überprüfung der Rechnungsgrundlagen aus. Der Rechnungszins wird jährlich mit einem Verfahren zur Bemessung des aktuariellen Unternehmenszinssatzes (AUZ) überprüft.

In der Krankenversicherung können sich finanzielle Risiken aus dem Auftreten von Groß- und Kumulschäden ergeben. Diesen Risiken begegnen wir durch eine umfassende Rückversicherungspolitik. Unsere regelmäßigen Analysen der Hochkostenfälle zeigen eine negative Entwicklung. So konnten wir sowohl eine Zunahme bei der Anzahl der Hochkostenfälle als auch eine Zunahme der Höhe insbesondere bzgl. der Kosten für einzelne Medikamente beobachten.

Risiken aus Forderungsausfall

Die Risiken aus Forderungsausfall resultieren weitgehend aus der gesetzlichen Vorgabe, dass säumigen Beitragszahlenden in der Vollversicherung seitens des Versicherers nicht gekündigt werden kann. Der Versicherer hat säumige Beitragszahlende in den sogenannten Notlagentarif umzustellen. Für die im Notlagentarif festgelegten Leistungen ist ein deutlich niedrigerer Monatsbeitrag als der Normaltarif fällig.

Die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvertretern betragen zum Bilanzstichtag 9,9 Mio. Euro. Von den in unseren zentralen Inkassosystemen geführten Forderungen liegt der Fälligkeitszeitpunkt bei Forderungen in Höhe von 1,8 Mio. Euro länger als 90 Tage zurück. Die durchschnittlichen Forderungsausfälle (fruchtlose gerichtliche Mahnverfahren) der letzten drei Jahre beliefen sich auf 1,7 Mio. Euro, dies sind im Schnitt 0,2 % der gebuchten Bruttobeiträge.

Risiken aus Kapitalanlagen

Risikostrategie

Die Risikostrategie für die Kapitalanlagen leitet sich unmittelbar aus der Geschäftsstrategie der Gothaer Krankenversicherung AG ab. Im Zentrum steht dabei die Gewährleistung der Risikotragfähigkeit der Gesellschaft in Abhängigkeit der gewählten Risikotoleranz, die in engem Zusammenhang mit der Eigenkapitalausstattung, den Eigenkapitalanforderungen unter Solvency II sowie dem angestrebten Zielrating zu verstehen ist. Die Risikostrategie ist im Kapitalanlagebereich in einen risikoadjustierten Steuerungsansatz eingebettet, der potenzielle Ertragschancen vor dem Hintergrund etwaiger Risiken konsequent berücksichtigt. Voraussetzung hierfür ist ein funktionierendes Risikomanagement, das durch den Einsatz moderner Controllingsysteme einerseits die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben erfüllt, andererseits aber auch die Einhaltung der selbst auferlegten zusätzlichen und zum Teil restriktiveren Risikolimite sicherstellt. Im Sinne der Mischung und Streuung und zur Vermeidung übermäßiger Risikokonzentrationen legt die Gothaer Krankenversicherung AG weiterhin großes Gewicht auf eine breite Diversifizierung innerhalb bzw. über die unterschiedlichen Assetklassen hinweg.

Risikolage und -management

• Marktänderungsrisiko

Kapitalanlagen sind der Gefahr möglicher Wertänderungen aufgrund von Zins-, Aktienkurs- oder Wechselkursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten ausgesetzt. Das Management der Marktpreisrisiken wird durch regelmäßige stochastische und deterministische Modellrechnungen unterstützt. In regelmäßigen Abständen wird der Kapitalanlagenbestand zur Messung des Risikopotenzials verschiedenen Stressszenarien ausgesetzt.

Zum Bilanzstichtag stellt sich die Simulation von Marktwertveränderungen innerhalb eines Monats wie folgt dar:

Zins- und Spreadstress Modified Duration Stressfaktor
in %
Marktwertänderung
in Mio. EUR
Zins-Instrumente 11,2 0,3 -158,1
Credit-Instrumente 3,0 0,8 -21,2
Sonstige Debt-Investments 3,6 0,8 -34,8
Aktienstress Beta-Faktor Stressfaktor
in %
Marktwertänderung
in Mio. EUR
Aktien 1,0 -12,0 -8,4
Infrastruktur 0,6 -7,2 -19,3
Geschäftspolitische Investments 1,0 -12,0 -5,8
Private Equity 0,8 -9,6 -14,9
Immobilien 0,7 -8,4 -47,6
Naturkapital 0,8 -9,6 -1,3

Der Zins- und Spreadstress orientiert sich an zwei Standardabweichungen der historischen monatlichen Zins- bzw. Spreadveränderungen. Für Festzinstitel sowie Debt-Titel aus alternativen Anlagen wird die Zins-Sensitivität mit Hilfe der modified Duration berechnet. Der Spreadstress wird auf Credit-Instrumente und sonstige Debt-Investments angewendet. Der Aktien-Stress orientiert sich an zwei Standardabweichungen der historischen, monatlichen Log-Renditen des Eurostoxx50. Für Equity-Positionen aus alternativen Anlagen und Naturkapital werden die Stresse über die Betafaktoren angepasst.

Das Wechselkursrisiko wird durch den Einsatz von Devisentermingeschäften weiterhin nahezu vollständig abgesichert.

• Kredit-/Bonitätsrisiko

Unter dem Kredit-/Bonitätsrisiko wird die Gefahr der Insolvenz und des Zahlungsverzuges, aber auch die der Bonitätsverschlechterung eines Schuldners bzw. Emittenten verstanden. Im Sinne der Risikosteuerung ist der Erwerb von Rentenpapieren nur möglich, wenn eine qualifizierte und plausibilisierte Einstufung der Bonität mit Hilfe externer Agenturen oder eine qualifizierte interne Risikoeinschätzung zur Verfügung steht. Die Kreditrisiken werden zusätzlich breit gestreut, um Konzentrationsrisiken zu vermeiden. Es bestehen neben den aufsichtsrechtlichen Vorgaben darüberhinausgehende, restriktivere interne Limite, die das Kreditrisiko bzw. Konzentrationsrisiko auf Einzeltitel-, Emittenten- sowie auch auf Portfolioebene in geeignetem Maße einschränken.

Alle kritischen Namen werden im Rahmen des Kreditprozesses sowohl im Front Office als auch im Middle Office der Gothaer Asset Management AG laufend überwacht. Darüber hinaus werden vom Front Office regelmäßig Kreditanalysen für Titel angefertigt, die im Zuge von Downgrades oder bei Marktbewertungen im Jahresverlauf unter Druck geraten sind, um deren Werthaltigkeit zu überprüfen. Sofern auf Basis dieser Analysen eine nachhaltige Werthaltigkeit nicht gegeben ist, wird auf Einzeltitelebene auf beizulegende Werte oder Marktwerte abgeschrieben. Diese Wertkorrekturen waren im Geschäftsjahr unwesentlich.

Aufgrund von Ratingänderungen und unterjährigen Zu- und Abgängen hat sich die Verteilung der Ratings innerhalb des Festzinsbestands wie folgt verschoben:

Aufteilung nach Rating-Kategorien Anteil
in %
2023 2022
AAA 16,3 15,0
AA+ 15,6 14,0
AA 12,2 16,7
AA- 11,2 15,3
A+ 5,4 4,1
A 5,3 5,1
A- 8,0 8,1
BBB+ 5,2 5,4
BBB 8,5 7,7
BBB- 2,7 2,1
Speculative Grade (BB+ bis D) 4,6 3,1
Ohne Rating 5,0 3,6

• Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, benötigte Zahlungsmittel nicht oder nur zu erhöhten Kosten in ausreichender Höhe beschaffen zu können.

Mit Hilfe unseres Liquiditätsrisikomanagementkonzepts kann die regelmäßige Analyse von Liquiditätsquellen bzw. Bedeckungsquoten, insbesondere aber die Durchführung von Liquiditätsstresstests, vorgenommen werden. Zudem ist eine funktionsfähige Liquiditätsplanung und -steuerung zentral für ein effektives Kapitalanlagemanagement. Die unternehmensweite Liquiditätsplanung, welche sowohl die Kapitalanlage als auch die Versicherungstechnik umfasst, stellt eine taggenaue Projektion der Kassenbestände sicher. Bei angezeigten Auszahlungsspitzen können frühzeitig Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden. Andererseits kann auch etwaiger Kapitalanlagebedarf rechtzeitig identifiziert werden.

Im Rahmen der ALM-Analysen werden in einer mittel- bzw. langfristigen Projektion die Abläufe der versicherungstechnischen Verpflichtungen den Liquiditätsströmen der Kapitalanlagenplanung gegenübergestellt. Hieraus ist in keinem der betrachteten Jahre ein Liquiditätsengpass abzusehen.

Im abgelaufenen Jahr mussten keine materiellen Verlustrealisierungen vorgenommen werden.

Operationale und sonstige Risiken

IT-Risiken

Für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs sind eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse und ein Ausbau der bestehenden IT-Infrastrukturen erforderlich geworden. Die bereits in den vergangenen Jahren zu beobachtende, zunehmende Professionalisierung von Cyber-Kriminellen richtet sich daher verstärkt auf diese veränderten Gegebenheiten, mit dem Versuch gegebenenfalls entstandene organisatorische oder technische Schwachstellen zu identifizieren und auszunutzen. Durch den Ausbruch des Kriegs in der Ukraine konnte zudem eine erneute, weltweite Verschärfung der Cyber-Bedrohungslage festgestellt werden. Die Gothaer hat insbesondere aus diesen Anlässen heraus, sowie aufgrund der steigenden regulatorischen Anforderungen an Versicherungsunternehmen, bestehende Maßnahmen zur Informations- und IT-Sicherheit auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und die Cyber-Resilience gesamthaft gestärkt. Folglich sind die resultierenden IT-Risiken ein wesentlicher Aspekt des konzernweiten Risikomanagements.

Im Rahmen des zertifizierten Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) bewertet der Gothaer Konzern kontinuierlich seine Bedrohungslage sowie die Wirksamkeit bestehender Schutzmaßnahmen. Hierbei steht die Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse durch den risikoorientierten Schutz der Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Authentizität beteiligter Informationswerte im Vordergrund. Zur fortlaufenden Verbesserung des Sicherheitsniveaus werden neue Schutzmaßnahmen an anerkannten Standards, wie dem Stand der Technik und regulatorischen Anforderungen, ausgerichtet. Zusätzlich werden unternehmenskritische Geschäftsprozesse inklusive erforderlicher Ressourcen im Rahmen des IT-Notfallmanagements und Business Continuity Managements (BCM) durch weitere Maßnahmen abgesichert.

Auf diese Weise gewährleistet die Gothaer die Erfüllung der "Versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT" der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und anderer gesetzlicher Anforderungen in weiten Teilen. Darüber hinaus gewährleisten wir grundlegend die Erfüllung der Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung, des Bundesdatenschutzgesetzes und der zwischen den Vertretern der Datenschutzbehörden, der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. und der Versicherungswirtschaft zur Förderung des Datenschutzniveaus abgestimmten "Verhaltensregeln für den Umgang mit personenbezogenen Daten durch die deutsche Versicherungswirtschaft".

Durch regelmäßige und anlassbezogene interne sowie externe Überprüfungen wird zudem die fortlaufende Angemessenheit und Wirksamkeit des ISMS sichergestellt. Ein Berichtswesen zum Risikomanagement, zum Sicherheitsniveau und zu wesentlichen Ereignissen ermöglicht die Steuerung von risikominimierenden Maßnahmen entsprechend den regulatorischen Bestimmungen. Zusätzlich besteht eine Zertifizierung nach dem ISO/IEC 27001 Standard inklusive jährlicher Prüfungen durch den TÜV Nord.

Personalrisiken

Das Management der Personalrisiken (Engpass-, Austritts-, Motivations-, Anpassungs- und Loyalitätsrisiken) sowie die Identifikation und das Nutzen von Chancen sind wichtige Bestandteile des Personalmanagements der Gothaer. Die maßgeblichen Bezugspunkte sind dabei die Konzernstrategie Ambition25 inkl. des Strategiemoduls "Veränderungsfähig als Team", konzerninterne Veränderungsprozesse, die ökonomische Situation sowie externe Einflussfaktoren wie z.B. die Marktentwicklung, die Digitalisierung und die demografische Bevölkerungsentwicklung. Aktuell sind vor allem folgende personalwirtschaftliche Themenfelder von zentraler Bedeutung:

die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden,

die Sicherstellung der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden,

die Sicherstellung der für die Zukunft der Gothaer erfolgskritischen Skills sowie

die Stärkung der Veränderungsfähigkeit der Gothaer.

Das Personalmanagement der Gothaer verfügt über ein umfassendes Set an Analyseinstrumenten zur Messung, Bewertung und Steuerung von Risiken. Die dort erzeugten Daten und Analysen sind zum einen wichtige Arbeitsinstrumente des Personalbereichs, gleichzeitig sind auch die Führungskräfte der Fachbereiche wichtige Akteure beim Personalrisikomanagement. Der Personalbereich unterstützt sie in dieser Rolle daher durch die Bereitstellung von Daten (z.B. in Form von Cockpits) wie auch durch gemeinsame Analysen und Maßnahmen (z.B. durch quantitative und qualitative Analysen im Risikomanagement Demografie).

Die mit der Umsetzung der Konzernstrategie sowie der Veränderung der Unternehmen einhergehenden Anpassungsrisiken werden sehr genau beobachtet. Dies geschieht u.a. durch Nutzung des Konzerndialogs, letztmalig durchgeführt in 2022, und ggf. Nachbefragungen zum Konzerndialog. Dadurch wird eine differenzierte Analyse der Sicht von Mitarbeitenden und Führungskräften unter anderem auf die Strategie, die Kundenorientierung, Führung, Zusammenarbeit und nachhaltiges Engagement ermöglicht.

Die Engpassrisiken bei der Beschaffung externer Know-how-Träger werden insbesondere durch geeignete Instrumente des Personalmarketings adressiert. Daneben wird außerdem versucht, diesem Risiko durch interne Entwicklungsprogramme zu begegnen. Die Analyse der Daten aus dem Bewerbermanagement sowie die Auditierung der Gothaer hinsichtlich der Arbeitgeberattraktivität sind zudem wichtige Instrumente, um das Engpassrisiko zu managen. Im Jahr 2021 hat die Gothaer zudem eine externe Marktforschung hinsichtlich der Arbeitgeberattraktivität der Gothaer im externen Bewerbermarkt durchführen lassen. Dies war eine wichtige Basis für den Launch der weiterentwickelten Arbeitgebermarke der Gothaer, die sich u.a. bereits in deutlich verbesserten Kennzahlen z.B. bei der Nutzung der Karriere-Website niedergeschlagen hat.

Besondere Relevanz hat das Management des demografischen Wandels. Durch ihn steigt die Anzahl der das Unternehmen aus Altersgründen verlassenden Mitarbeitenden und es reduziert sich gleichzeitig die Anzahl der am externen Arbeitsmarkt verfügbaren qualifizierten Bewerber. Dadurch kommt es zu einer grundsätzlichen Erhöhung der Engpass- und Austrittsrisiken. Dies gilt umso mehr am lokalen Arbeitsmarkt Köln (Sitz unserer Konzernzentrale) mit einer hohen Dichte von Versicherungsunternehmen, die auch als Arbeitgeber zueinander in Konkurrenz stehen. Die Gothaer diagnostiziert diese Risiken bereits seit längerem sowohl intern (z.B. durch Szenarioberechnungen) wie auch extern (z.B. durch Teilnahme an Arbeitgeberrankings) und verfügt damit über profundes Datenmaterial zum Risikomanagement. Das weiterentwickelte Arbeitgebermarketing der Gothaer sowie Projekte wie z.B. Frauen in Führung helfen dabei, den beschriebenen Risiken erfolgreich zu begegnen.

Regelkonformität des Jahresabschlusses

Zur Sicherstellung der Regelkonformität des Jahres- bzw. Konzernabschlusses haben wir rechnungslegungsbezogene Kontrollen eingerichtet und sonstige organisatorische Regelungen getroffen. Bei den organisatorischen Regelungen sind insbesondere unsere Bilanzierungsrichtlinien, die eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten für Buchhaltungssysteme und Datenschnittstellen, eine detaillierte Terminplanung und -überwachung sowie regelmäßige Sicherungen unserer Datenbestände zu nennen. Wesentliche Bestandteile des internen Kontrollsystems sind die durchgängige Einhaltung des "Vier-Augen-Prinzips", eindeutige Vollmachtsregelungen und -prüfungen sowie eine klare Abgrenzung und Verantwortlichkeit für die Buchhaltungssysteme. Weiterhin sind die in den Rechnungslegungsprozess involvierten Bereiche in das Risikomanagementsystem des Gothaer Konzerns integriert. Die Überprüfung dieser Bestandteile erfolgt durch die Interne Revision. Durch Rechtsmonitoring sowie ständige Weiterentwicklung/-bildung unserer Mitarbeitenden reagieren wir auf die Herausforderungen, die sich durch Änderungen in den Regelwerken der Rechnungslegung ergeben. Dies betrifft aktuell insbesondere die anstehenden Änderungen in der Nichtfinanziellen Berichterstattung aus der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) Richtlinie.

Rechtsrisiken

Auch im Jahr 2023 hielt die Flut regulatorischer Aktivitäten des Gesetzgebers, in wesentlichem Umfang getrieben aus Brüssel, unvermindert an. Gerade die Finanzdienstleistungsbranche ist hiervon in vielfältiger Weise betroffen. Ein Abschwächen dieser Entwicklung ist zudem nicht absehbar, eher das Gegenteil dürfte perspektivisch der Fall sein. Vor diesem Hintergrund erlangt ein umfassendes, dabei zielgerichtetes und auf wesentliche Rechtsrisiken fokussiertes Rechtsmonitoring eine zunehmend elementare Bedeutung für Versicherungsunternehmen.

Die Implementierung und Umsetzung des seit Beginn 2023 geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) bindet Ressourcen. In Anbetracht diverser, rechtlich noch nicht vollends geklärter Detailaspekte wird sich dieses Thema für die verpflichteten Unternehmen auch in den kommenden Jahren als Herausforderung darstellen. Insbesondere Versicherer werden sowohl von ihren gewerblichen Kund*innen als auch von größeren Vermittler*innen selbst als Lieferanten im Sinne des Gesetzes qualifiziert und sehen sich somit einer stetig steigenden Anzahl von Aufforderungen gegenüber, sich deren jeweils übermittelten, inhaltlich recht heterogen gestalteten Kodizes ergänzend vertraglich zu unterwerfen.

Im Hinblick auf "Schrems II" (EuGH-Urteil) und den hiermit vor allem in datenschutzrechtlicher Hinsicht verursachten vielfältigen Turbulenzen verschafft der auf Basis des zuvor zwischen der EU und den USA vereinbarten EU-US Data Privacy Frameworks seitens der EU-Kommission erlassene Angemessenheitsbeschluss zumindest eine temporäre Beruhigung.

Weitere große Zukunftsthemen, bei welchen jeweils erhebliche regulatorische Aktivitäten bereits im Gange sind, stehen in den kommenden Jahren ebenso im Fokus: Der Einsatz Künstlicher Intelligenz, die Daten- und Informationssicherheit, die unternehmensseitige Kommunikation sowie Berichterstattung zu eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten.

Geldwäsche

Zur Verhinderung der Nutzung des Instruments "Darlehen bei Versicherungsunternehmen" zum Zweck der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus sind interne Richtlinien geschaffen und Sicherungsmaßnahmen getroffen. Es gibt Hypothekendarlehen im Bestand, deren Abwicklung wird zentral betreut. Neue Hypothekendarlehen werden nicht vergeben. Diese internen Richtlinien und Sicherungsmaßnahmen sowie vielfältige Arbeitsanweisungen dienen immer auch dem Ziel der Risikominimierung.

Business Continuity Management

Die Gothaer verfügt über ein funktionsfähiges Business-Continuity-Management (BCM), welches sich stetig weiterentwickelt und an die aktuelle Risikolage anpasst. Hierfür wurden Nachhaltigkeitsrisiken bewertet und neue Krisenszenarien wie Cyberangriffe, anhaltende pandemische Lagen und Starkregenszenarien berücksichtigt. Durch die Ausarbeitung von gezielten Krisenbehandlungsplänen werden die operationelle Arbeitsfähigkeit der Gothaer gewährleistet und die Mitarbeitenden geschützt. Die vorhandenen Strukturen und Prozesse werden permanent weiterentwickelt.

Zusammenfassende Darstellung

Die private Krankenversicherung und damit das Geschäft der Gothaer Krankenversicherung AG sind stark vom politischen Umfeld geprägt. Als ein zusätzliches bedeutendes Risiko lässt sich für die Gothaer Krankenversicherung AG das Zinsänderungsrisiko identifizieren. Ein Rückgang des Kapitalanlageergebnisses würde zu Beitragsanpassungen führen, die wiederum negative Auswirkungen auf das Neugeschäft haben könnten.

Die Risikosteuerung erfolgt anhand quantitativer und qualitativer Analysen. Die zuvor beschriebenen Kontrollmechanismen, Instrumente und Analyseverfahren stellen ein wirksames Risikomanagement sicher. Dadurch schaffen wir ein im Zeitablauf angemessenes und stabiles Risikoprofil. Diese Einschätzung wird u.a. durch die folgenden Faktoren unterstützt:

Die aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) werden von der Gothaer Krankenversicherung AG erfüllt. Die vorhandenen Eigenmittel übersteigen die Solvabilitätsanforderungen. Eine detaillierte Beschreibung der Anforderungen sowie deren Erfüllung durch die Gothaer Krankenversicherung AG findet sich im Solvabilitäts- und Finanzbericht (SFCR - Solvency and Financial Condition Report), welcher ebenfalls auf der Gothaer Homepage (www.gothaer.de) veröffentlicht wird.

In 2023 hat Standard & Poor's das Rating der Gothaer Krankenversicherung AG mit der Note "A" bestätigt, der Ausblick ist "stabil". Neben der hohen Resilienz des Konzerns sowie der guten Kapitalisierung wurden die starke Wettbewerbsposition, das diversifizierte Produktportfolio sowie das breite Vertriebswegenetz hervorgehoben.

Nach unseren Erkenntnissen gewährleistet die Risikolage der Gothaer Krankenversicherung AG zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung die Erfüllung der übernommenen Leistungsverpflichtungen aus Versicherungsverträgen.

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

in Tsd. EUR
2023 2022
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.445 19.200
II. geleistete Anzahlungen 9.466 7.540
27.911 26.740
B. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 56.429 76.901
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 20.000
3. Beteiligungen 81.588 86.759
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 510 510
138.527 184.171
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.923.045 6.592.404
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 646.641 602.403
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 660 1.095
4. Sonstige Ausleihungen 1.059.173 1.107.392
5. Einlagen bei Kreditinstituten 47.600 78.900
8.677.119 8.382.194
8.815.645 8.566.364
C. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 6.814 5.814
2. Versicherungsvermittler 3.093 1.735
9.907 7.549
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.081 502
III. Sonstige Forderungen 75.233 4.716
davon an verbundene Unternehmen: 3.138 Tsd. EUR (Vj.: 1.876 Tsd. EUR)
davon an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: 0 Tsd. EUR (Vj.: 70 Tsd. EUR)
86.222 12.767
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 3.070 3.010
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 30.174 16.516
33.244 19.527
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 28.759 28.571
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 87 85
28.846 28.655
F. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 163 547
Summe der Aktiva 8.992.031 8.654.601

Passivseite

in Tsd. EUR
2023 2022
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 53.266 53.266
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen 10.226 10.226
43.041 43.041
II. Kapitalrücklage 56.219 56.219
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 5 5
2. andere Gewinnrücklagen 31.003 31.003
31.008 31.008
IV. Bilanzgewinn 18.500 18.500
148.767 148.767
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Deckungsrückstellung
Bruttobetrag 8.200.543 7.923.014
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Bruttobetrag 203.329 186.014
III. Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
1. erfolgsabhängige Bruttobetrag 256.860 278.396
2. erfolgsunabhängige Bruttobetrag 20.163 20.258
277.023 298.654
IV. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
Bruttobetrag 2.043 1.744
8.682.938 8.409.426
C. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 290 322
II. Steuerrückstellungen 42.748 32.898
III. Sonstige Rückstellungen 14.286 13.946
57.324 47.166
D. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber
1. Versicherungsnehmern 15.431 13.982
2. Versicherungsvermittlern 6.290 5.536
21.721 19.518
II. Sonstige Verbindlichkeiten 81.280 29.723
davon aus Steuern: 484 Tsd. EUR (Vj.: 564 Tsd. EUR)
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 5.323 Tsd. EUR (Vj.: 3.267 Tsd. EUR)
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: 80 Tsd. EUR (Vj.: 15.146 Tsd. EUR)
103.001 49.242
Summe der Passiva 8.992.031 8.654.601

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten B. I. der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung des § 156 Abs. 2 Nr. 1 des VAG berechnet worden ist.

 

Köln, 4. März 2024

Brouwers, Verantwortlicher Aktuar

Ich bescheinige hiermit entsprechend § 128 Abs. 5 VAG, dass die im Vermögensverzeichnis aufgeführten Vermögensanlagen den gesetzlichen und aufsichtsbehördlichen Anforderungen gemäß angelegt und vorschriftsmäßig sichergestellt sind.

 

Köln, 4. März 2024

zur Mühlen, Treuhänder

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

in Tsd. EUR
2023 2022
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 968.932 917.207
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge 2.060 1.999
966.872 915.209
966.872 915.209
2. Beiträge aus der Brutto-Rückstellung für Beitragsrückerstattung 79.839 55.135
3. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen 19.862 48.401
davon: aus verbundenen Unternehmen 1.950 Tsd. EUR (Vj.: 39.803 Tsd. EUR)
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 312.383 220.130
davon: aus verbundenen Unternehmen 562 Tsd. EUR (Vj.: 909 Tsd. EUR)
c) Erträge aus Zuschreibungen 5.253 4.639
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 5.769 55.113
343.268 328.284
4. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 4.685 4.927
5. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 772.191 711.829
bb) Anteil der Rückversicherer 1.522 891
770.670 710.939
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Bruttobetrag 17.315 -953
787.984 709.985
6. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen
a) Deckungsrückstellung
Bruttobetrag 277.529 245.905
b) Sonstige versicherungstechnische 298 1.744
Netto-Rückstellungen
277.828 247.650
7. Aufwendungen für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattungen für eigene Rechnung
a) erfolgsabhängige 109.054 119.446
b) erfolgsunabhängige 17.913 17.903
126.967 137.348
8. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Abschlussaufwendungen 55.656 50.951
b) Verwaltungsaufwendungen 24.403 23.875
80.059 74.827
9. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen 10.837 10.731
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen 49.170 45.999
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 893 7.124
60.900 63.854
10. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 6.131 9.291
11. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 54.795 60.600
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Sonstige Erträge 3.927 3.190
2. Sonstige Aufwendungen 23.997 26.594
-20.070 -23.404
3. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 34.725 37.196
4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 16.209 18.678
5. Sonstige Steuern 16 18
16.225 18.696
6. Jahresüberschuss 18.500 18.500
7. Bilanzgewinn 18.500 18.500

Anhang

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeines

Der Jahresabschluss ist nach den für Versicherungsunternehmen geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellt.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Anhang sind in Tsd. Euro aufgestellt. Dabei sind die Daten des Jahresabschlusses kaufmännisch gerundet worden. Die Addition der Einzelwerte kann daher zu Rundungsdifferenzen führen.

Währungsumrechnung

Fremdwährungspositionen sind mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer von 1 bis 20 Jahren bilanziert. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB vorgenommen.

Im Geschäftsjahr ergab eine Bestandsanalyse, dass die tatsächliche Nutzungsdauer bestimmter immaterieller Vermögensgegenstände wesentlich von der bei der Aktivierung festgelegten voraussichtlichen Nutzungsdauer von zumeist 3 bis 10 Jahren abweicht. Der Effekt aus der Anpassung der Nutzungsdauern beträgt 142,5 Tsd. Euro.

Kapitalanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden entsprechend § 341b Abs. 1 HGB zu den Anschaffungskosten, im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung nach § 253 Abs. 3 HGB mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten im Sinne von § 253 Abs. 5 HGB werden vorgenommen, wenn der Grund für die Wertminderung wieder entfallen ist.

Soweit kein Börsenwert vorliegt, erfolgt die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen grundsätzlich nach IDW RS HFA 10 in Verbindung mit IDW S1. Ausgenommen sind verschiedene Private Capital Beteiligungen sowie die als langfristige Kapitalanlage gehaltenen indirekten Real Estate Beteiligungen. Hier wird der Zeitwert anhand des Net Asset Value bzw. eines Cashflow basierten Net Asset Value ermittelt.

Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Wenn der Grund für die Wertminderung wieder entfallen ist, werden Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag dieser Papiere werden nach der Effektivzinsmethode amortisiert.

Für Anteile oder Aktien an Investmentvermögen, Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, bei denen eine dauerhafte Halteabsicht besteht, wird von der Möglichkeit des § 341b Abs. 2 2. Halbsatz HGB - diese Anlagen wie Anlagevermögen zu bewerten und somit das gemilderte Niederstwertprinzip anzuwenden - grundsätzlich Gebrauch gemacht.

Die Bewertung der Anteile oder Aktien an Investmentvermögen, die wie Anlagevermögen bewertet werden, erfolgt zu Anschaffungskosten. Abschreibungen werden gemäß § 253 Abs. 3 HGB nur bei einer dauerhaften Wertminderung erfasst, hierfür erfolgt die Ermittlung des nachhaltig beizulegenden Werts mittels einer Fondsdurchschau. Zuschreibungen nach § 253 Abs. 5 HGB werden bis auf den nachhaltig beizulegenden Wert vorgenommen, wenn der Grund für die Wertminderung wieder entfallen ist. Die Zeitwertermittlung erfolgt anhand von Börsenkursen bzw. Rücknahmepreisen.

Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere ohne dauerhafte Halteabsicht werden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB auf den Börsenkurs bzw. Rücknahmepreis, bewertet. Zuschreibungen nach § 253 Abs. 5 HGB werden bis auf den Marktwert vorgenommen, wenn der Grund für die Wertminderung wieder entfallen ist.

Die Bewertung der Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere, die wie Anlagevermögen bewertet werden, erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag dieser Papiere werden nach der Effektivzinsmethode amortisiert. Abschreibungen erfolgen gemäß § 253 Abs. 3 HGB nur bei einer dauerhaften Wertminderung. Zuschreibungen nach § 253 Abs. 5 HGB werden vorgenommen, wenn der Grund für die Wertminderung wieder entfallen ist. Die Zeitwertermittlung erfolgt anhand von Börsenkursen bzw. Rücknahmepreisen.

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, bei denen keine dauerhafte Halteabsicht besteht, werden wie Umlaufvermögen unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten bewertet und bei einer Wertminderung auf den Börsenkurs abgeschrieben. Zuschreibungen im Sinne von § 253 Abs. 5 HGB werden bei Werterholung vorgenommen.

Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag dieser Papiere werden nach der Effektivzinsmethode amortisiert.

Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen werden regelmäßig auf Werthaltigkeit geprüft. Bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den beizulegenden Wert, bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung eine Zuschreibung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten.

Für die Zeitwertermittlung sämtlicher standardmäßiger Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen wird eine mark-to-model-Bewertung herangezogen. Hierbei werden alle relevanten Papiere mit der zugehörigen währungs- und stichtagsbezogenen Swapkurve zuzüglich eines wertpapierindividuellen Spreads bewertet. Papiere, die nicht standardmäßig einer der vordefinierten Gruppen zugeordnet werden können wie z.B. Namensgenussscheine, werden einer gesonderten individuellen mark-to-model-Bewertung unterzogen.

Für alle strukturierten Zinsprodukte erfolgt eine genaue Analyse der Cashflow-Strukturen und Aufteilung der Produkte in die zugrunde liegenden Basiselemente. Neben stichtagsbezogenen Marktdaten (Swapkurve, Volatilitäten) fließen die aktuellen Forwardsätze in die mark-to-model-Bewertungen ein. Die eigentliche Bewertung inklusive der optionalen Komponenten erfolgt über die Diskontierung aller zukünftig erwarteten Cashflows, wobei wertpapierindividuelle Spreads und Illiquiditätsprämien berücksichtigt werden.

Bei ABS-Papieren werden die Bewertungen der Arrangeure verwendet.

Derivative Finanzinstrumente werden täglich über Marktinformationssysteme mit Marktpreisen angesetzt bzw. im Falle von OTC-Derivaten auf der Basis Cashflow basierter Modelle mit Hilfe der zugehörigen währungs- und stichtagsbezogenen Swapkurven finanzmathematisch exakt abgezinst.

Es werden Bewertungseinheiten zwischen Kapitalanlagen, die einem Fremdwährungsrisiko unterliegen (Grundgeschäft), und Devisentermingeschäften (Sicherungsgeschäft) in der jeweils gleichen Währung gebildet. Die Bewertungseinheiten werden grundsätzlich für die gesamte voraussichtliche Haltedauer der Grundgeschäfte gebildet. Die Absicherungsgeschäfte werden auf rollierender Basis vorgenommen, das heißt, die Termingeschäfte werden grundsätzlich unmittelbar vor deren Fälligkeit durch ein neues Absicherungsgeschäft prolongiert. Die Terminkomponente, die sich aus dem Unterschied zwischen Devisenkassakurs und Devisenterminkurs ergibt, wird nicht in den Saldierungsbereich der kompensatorischen Bewertung einbezogen, sondern über die Laufzeit des Devisentermingeschäfts abgegrenzt und ergebniswirksam als Zinsertrag oder Zinsaufwand vereinnahmt. Bei der Prolongation der Geschäfte anfallende Zahlungsströme werden ergebnisneutral mit den Buchwerten der jeweiligen Grundgeschäfte verrechnet, soweit dieser Betrag auf den wirksamen Teil der Sicherungsbeziehung entfällt (Einfrierungsmethode). Wir verweisen hierzu auch auf die Angaben gemäß § 285 Nr.23 HGB (Angaben zu Bewertungseinheiten), die im Anhang dieses Berichtes dargestellt werden.

Übrige Ausleihungen sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Bei einer dauerhaften Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den beizulegenden Wert. Im Falle einer Werterholung wird eine Zuschreibung bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen.

Der Zeitwert der übrigen Ausleihungen wird mittels eines Discounted Cashflow Verfahrens mit Faktorprämienmodell, alternativ mit einer individuellen mark-to-model-Bewertung, ermittelt.

Einlagen bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bilanziert.

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an Versicherungsnehmer und Versicherungsvermittler werden mit dem Nennwert abzüglich angemessener Einzel- bzw. Pauschalwertberichtigungen angesetzt.

Sachanlagen und Vorräte

Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer von 3 bis 15 Jahren bilanziert. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert bis 250 Euro werden direkt abgeschrieben.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der aktive Unterschiedsbetrag, der sich aus der Saldierung von Deckungsvermögen und den dazugehörigen Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen ergibt, wird mit dem Zeitwert ausgewiesen.

Andere Aktiva

Die übrigen, nicht einzeln erwähnten Aktivposten sind grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die Deckungsrückstellung wird nach anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik einzelvertraglich nach der prospektiven Methode berechnet. Dabei werden insbesondere die in den technischen Berechnungsgrundlagen festgelegten Verfahren sowie § 341f HGB und §§ 146 ff. VAG beachtet.

In der Deckungsrückstellung werden auch Übertragungswerte aus abgehenden Verträgen zum 31. Dezember des Geschäftsjahres berücksichtigt. Es handelt sich dabei um Teile der Alterungsrückstellung, welche bei einem Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherungsunternehmen mitgenommen werden können.

Der Anteil der Mitversichertengemeinschaft für Versicherte der Postbeamtenkrankenkasse und der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (GPV) wird wie von der Geschäftsführung der GPV mitgeteilt unverändert übernommen.

Aufgrund unterschiedlicher Tarifgenerationen und Beitragsanpassungstermine kommt es zu unterschiedlichen Rechnungszinsen je nach Tarif/Personengruppe. Der durchschnittliche Rechnungszins beträgt im Geschäftsjahr 2,263 % (Vorjahr: 2,416 %).

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für das selbst abgeschlossene Geschäft wurde in Anlehnung an § 341g Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 26 Abs. 1 RechVersV anhand eines statistischen Näherungsverfahrens ermittelt. Grundlagen bildeten die im Berichtszeitraum angefallenen Zahlungen für eingetretene Versicherungsfälle und die Verhältniszahl, die sich aus der durchschnittlichen Relation der in den Jahren 2021 bis 2023 geleisteten Zahlungen zu den entsprechenden Gesamtleistungen für Vorjahresschäden ergibt. Rückstände wurden berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt getrennt für Vorjahres- und Vorvorjahresschäden. Zusätzlich wurden in der Rückstellung ausstehende Rechnungen vom PKV-Verband aufgrund von vertraglichen und gesetzlichen Regelungen berücksichtigt.

Die Rückstellung für Regulierungsaufwendungen ist in der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle enthalten. Zu ihrer Ermittlung wurde das Verhältnis der im Geschäftsjahr insgesamt angefallenen Regulierungsaufwendungen zu den gezahlten Versicherungsleistungen bestimmt. Die Rückstellung für Regulierungsaufwendungen errechnet sich als der entsprechende Prozentanteil der zurückgestellten Versicherungsleistungen und wird entsprechend den steuerlichen Vorschriften mit 70 % dieses Betrages angesetzt.

Die Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung enthält Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen nach § 341e Abs. 2 Nr. 2 HGB. Die Zuführung zu dieser Rückstellung erfolgt unter Beachtung der auf Basis des § 160 VAG erlassenen Rechtsverordnung (KVAV). Der Verwendung dieser Mittel hat der unabhängige Treuhänder im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen zugestimmt.

In den sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen sind Rückstellungen für erwartete Beitragsrückzahlungen enthalten, die sich aus anhängigen Klagen gegen die Wirksamkeit von Beitragsanpassungen ergeben.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für nicht versicherungsgebundene Zusagen erfolgte die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit-Methode) auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von der Heubeck-Richttafeln-GmbH. Die Abzinsung erfolgte gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung mit einem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Unterschiedsbetrag zwischen einer Bewertung mit einem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre und der letzten sieben Jahre wird im Anhang in den Erläuterungen zu den Anderen Rückstellungen angegeben. Die Ergebnisauswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen zum Bilanzstichtag wurden folgende versicherungsmathematische Parameter verwendet:

• Rechnungszins 1,82
%
• Gehaltstrend 2,30 %
• Rententrend 2,20 %
• Fluktuation bis Alter 35 6,00 %
bis Alter 45 3,00 %
bis Alter 60 1,00 %

Der Anpassungsstau, der sich aus den Vorschriften des BetrAVG ergibt, führte im Geschäftsjahr erstmalig zu einer Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen. Hierfür wurde ein Aufschlag in dem angesetzten Rententrend, der mit dem durchschnittlichen Verbraucherpreisindex der letzten 25 Jahre angesetzt wird, berücksichtigt. Die Höhe des Aufschlags wurde mittels einer Äquivalenzbarwertberechnung ermittelt und beträgt 0,6 Prozentpunkte.

Von der Möglichkeit gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB wurde Gebrauch gemacht.

Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitabkommen, die in den sonstigen Rückstellungen bilanziert wird, wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Als Rechnungsgrundlage werden die Richttafeln 2018 G von der Heubeck-Richttafeln-GmbH verwendet und ein Gehaltstrend von 2,30 % und ein Rechnungszins von 1,05 % berücksichtigt. Für die Altersteilzeitverpflichtungen werden zum Insolvenzschutz Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen werden mit den Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit gemäß § 246 Abs. 2 HGB verrechnet.

Als Deckungsvermögen für Verpflichtungen aus Zeitwertkonten werden Investmentvermögen im Anlagevermögen gehalten, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert dieser Investmentanteile bestimmt. Nach § 253 Abs. 1 HGB werden die Rückstellungen zu dem höheren Betrag von beizulegendem Zeitwert der Investmentvermögen oder garantiertem Mindestbetrag angesetzt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird der garantierte Mindestbetrag mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Der Zeitwert der Investmentvermögen wird mit den sonstigen Rückstellungen aus Zeitwertguthaben gemäß § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Die Ergebnisauswirkungen aus Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens werden im Zinsergebnis ausgewiesen, soweit diese nicht verrechnet werden mussten. Die lnsolvenzsicherung von Ansprüchen der Mitarbeitenden aus Zeitwertguthaben wird gemäß § 7e SGB lV gewährleistet (Treuhändermodell).

Die Steuerrückstellungen und alle anderen sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Andere Passiva

Die anderen Verbindlichkeiten werden nach § 253 Abs. 1 HGB mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Erläuterungen zur Jahresbilanz

Aktivposten

Entwicklung der Aktivposten im Geschäftsjahr 2023

Bilanzwerte Vorjahr Zugänge Umbuchungen Abgänge
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 19.200 0 3.014 58
2. geleistete Anzahlungen 7.540 4.940 -3.014 0
3. Summe A. 26.740 4.940 0 58
B I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 76.901 0 0 12.112
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.000 32.000 0 52.000
3. Beteiligungen 86.759 3.668 0 3.602
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 510 0 0 0
5. Summe B I. 184.171 35.668 0 67.713
B II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.592.404 524.860 0 178.886
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 602.403 62.394 0 18.132
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 1.095 0 0 435
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 430.611 86 0 6.049
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 634.700 75 0 27.370
d) übrige Ausleihungen 42.081 0 0 0
5. Einlagen bei Kreditinstituten 78.900 0 0 31.300
6. Summe B II. 8.382.194 587.416 0 262.172
Insgesamt 8.593.104 628.024 0 329.944
in Tsd. EUR
Zuschreibungen Abschreibungen Bilanzwerte Geschäftsjahr
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 3.711 18.445
2. geleistete Anzahlungen 0 0 9.466
3. Summe A. 0 3.711 27.911
B I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 8.361 56.429
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0
3. Beteiligungen 561 5.799 81.588
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 510
5. Summe B I. 561 14.159 138.527
B II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.692 20.025 6.923.045
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0 24 646.641
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 0 0 660
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 0 46 424.602
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 0 14.915 592.490
d) übrige Ausleihungen 0 0 42.081
5. Einlagen bei Kreditinstituten 0 0 47.600
6. Summe B II. 4.692 35.010 8.677.119
Insgesamt 5.253 52.881 8.843.556

Gegenüberstellung der Buch- und Zeitwerte der Kapitalanlagen

in Tsd. EUR
Buchwerte Zeitwerte Bewertungsreserven
B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 56.429 59.383 2.954
2. Beteiligungen 81.588 102.142 20.554
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 510 510 0
B. II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.923.045 6.254.423 -668.622
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 646.641 653.321 6.679
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 660 642 -18
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 424.602 430.801 6.199
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 592.490 555.094 -37.396
c) übrige Ausleihungen 42.081 38.218 -3.863
5. Einlagen bei Kreditinstituten 47.600 47.600 0
Insgesamt 8.815.645 8.142.132 -673.513

In den unter B. II. 1. und 2. angegebenen Posten sind Anteile an Investmentvermögen, Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere im Buchwert von 7.194.790 Tsd. Euro enthalten, die nach § 341b Abs. 2 HGB wie Anlagevermögen bilanziert werden. Der Zeitwert dieser Anlagen beträgt 6.492.691 Tsd. Euro. Die stillen Lasten betragen 745.176 Tsd. Euro.

Zur Ermittlung der Zeitwerte verweisen wir auf unsere Aussagen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Summe der in die Überschussbeteiligung einzubeziehenden Kapitalanlagen

Es werden Kapitalanlagen zu Anschaffungskosten von 8.815.645 Tsd. Euro mit ihren beizulegenden Werten von 8.142.132 Tsd. Euro in die Überschussbeteiligung einbezogen. Am 31. Dezember 2023 betrug der Saldo aus Anschaffungskosten und beizulegenden Zeitwerten -673.513 Tsd. Euro.

Angaben zu Finanzanlagen mit einem Buchwert oberhalb des Zeitwertes

in Tsd. EUR
Buchwert Zeitwert
B. I.2. Beteiligungen 240 218
B. II.1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.235.075 5.512.884
B. II.2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 331.592 308.608
B. II.3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 615 596
B. II.4.a) Namensschuldverschreibungen 112.870 107.907
B. II.4.b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 434.591 391.063
B. II.4.c) übrige Ausleihungen 42.081 38.218

Bei einer Beteiligung wurde von einer Abschreibung abgesehen, da ein einmaliger Sondereffekt einen lediglich temporären Zeitwertrückgang zur Folge hatte.

Bei Anteile oder Aktien an Investmentvermögen mit Rentencharakter, den Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, den Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen, den Namensschuldverschreibungen, den Schuldscheinforderungen und Darlehen sowie den Übrige Ausleihungen wurde auf eine Abschreibung verzichtet, da es sich hierbei um temporäre Wertschwankungen aus Zinsbewegungen oder Kreditrisiko-Preisänderungen handelt.

Angaben zu Bewertungseinheiten

in Tsd. EUR
Handels-/ Nominal-Volumen Buchwert Zeitwert
B. I. 3. Beteiligungen 8.860 8.614
Devisenterminverkauf 10.590 TUSD 248
Devisenterminkauf 280 TUSD -2
Mikro Bewertungseinheit 10.310 TUSD 8.860 8.860
B. I. 3. Beteiligungen 12.912 12.599
Devisenterminverkauf 14.760 TUSD 345
Devisenterminkauf 710 TUSD -18
Portfolio Bewertungseinheit 14.050 TUSD 12.912 12.926
B. I. 3. Beteiligungen 31.471 34.267
Devisenterminverkauf 19.570 TGBP 57
Devisenterminkauf 200 TGBP -2
Portfolio Bewertungseinheit 19.370 TGBP 31.471 34.322
B. II. 1. Anteile an Investmentvermögen 57.297 61.534
Devisenterminverkauf 67.700 TUSD 1.589
Portfolio Bewertungseinheit 67.700 TUSD 57.297 63.123
B. II. 1. Anteile an Investmentvermögen 6.121 6.105
Devisenterminverkauf 5.100 TGBP 16
Portfolio Bewertungseinheit 5.100 TGBP 6.121 6.121
B. II. 2. Inhaberschuldverschreibungen 14.063 14.052
Devisenterminverkauf 15.360 TUSD 360
Mikro Bewertungseinheit 15.360 TUSD 14.063 14.412
B. II. 2. Inhaberschuldverschreibungen 21.449 20.564
Devisenterminverkauf 23.000 TUSD 537
Portfolio Bewertungseinheit 23.000 TUSD 21.449 21.101
B. II. 4. a) Namensschuldverschreibungen 1.084 1.082
Devisenterminverkauf 920 TGBP 2
Portfolio Bewertungseinheit 920 TGBP 1.084 1.084

Termingeschäfte werden zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken eingesetzt. Die daraus resultierenden gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme werden sich aufgrund von Basis-, Währungs- und Fristenidentität voraussichtlich bis zur Endfälligkeit der Grundgeschäfte vollständig ausgleichen.

Zur Effektivitätsmessung wird die Critical Terms Match Methode angewendet. Ferner wird die Sicherungsbeziehung ebenso wie die vorgegebenen Risikomanagementziele und die Strategie für den Abschluss der verschiedenen Hedging-Transaktionen auf Einzeltitelebene dokumentiert.

Sowohl zu Beginn der Sicherungsbeziehung als auch auf fortlaufender Basis wird die Hedging Effektivität überprüft. Das heißt, es wird geprüft, ob die Wertschwankungen der für die Hedging-Transaktionen verwendeten derivativen Finanzinstrumente die Schwankungen des Zeitwertes oder der Cashflows des abgesicherten Grundgeschäfts weitestgehend ausgleichen.

Als Bilanzierungsmethode findet ausnahmslos die Einfrierungsmethode Berücksichtigung.

Angaben zu Investmentvermögen mit einem Anteilsbesitz von mehr als 10%

in
Tsd. EUR
Art des Fonds/ Anlageziel Buchwert Zeitwert Differenz Ausschüttung Mögliche Rückgabe
Rentenfonds 6.359.486 5.637.344 -722.142 233.076 börsentäglich bzw. innerhalb eines Monats
Immobilienfonds 442.714 464.004 21.291 18.695 börsentäglich bzw. maximal innerhalb sechs Monate
Sonstige 57.297 63.123 5.826 2.287 börsentäglich

Die Bewertung der hier aufgeführten Immobilienfonds sowie Sonstige Fonds erfolgt grundsätzlich zum strengen Niederstwertprinzip.

Für Rentenfonds erfolgt gemäß § 341b Abs. 2 HGB eine Bewertung zum gemilderten Niederstwertprinzip.

Passivposten

Eigenkapital

in Tsd. EUR
2023 2022
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 53.266 53.266
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen 10.226 10.226
Das gezeichnete Kapital in Höhe von 104.180 Tsd. DM ist zu 80,8 % eingezahlt und in 52.090 auf den Namen lautende Aktien eingeteilt (siehe Satzung in der Fassung vom 19.12.2011).
Gemäß § 20 Abs. 4 AktG hat die Gothaer Finanzholding AG unserer Gesellschaft mitgeteilt, dass ihr die Mehrheit der Stimmrechte zusteht.
Summe 43.041 43.041
II. Kapitalrücklage 56.219 56.219
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklagen 5 5
2. andere Gewinnrücklagen
Stand am Ende des Vorjahres 31.003 31.003
Zuführung aus dem Jahresüberschuss 0 0
Stand am Ende des Geschäftsjahres 31.003 31.003
Summe 31.008 31.008
IV. Bilanzgewinn 18.500 18.500
Gesamt 148.767 148.767

Versicherungstechnische Rückstellungen

Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung

Zerlegung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung und Betrag nach §150 VAG

in Tsd. EUR
Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung Rückstellung für erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung
aus der PPV Sonstiges Betrag gemäß §150 (4) VAG Sonstiges
1. Bilanzwerte Vorjahr 65.191 213.205 5.009 15.249
2. Entnahme zur Verrechnung 37.489 71.542 2.725 0
2.1. Verrechnung mit Alterungsrückstellungen 37.489 39.697 2.653 0
2.2. Verrechnung mit lfd. Beiträgen 0 31.845 72 0
3. Entnahme zur Barausschüttung 0 21.560 0 15.283
4. Zuführung 32.503 76.552 2.129 15.784
5. Bilanzwerte Geschäftsjahr 60.205 196.655 4.413 15.750
6. Gesamter Betrag des Geschäftsjahres gemäß § 150 VAG 57.302

Die Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung aus der PPV enthält Anteile aus der poolrelevanten Pflegepflichtversicherung.

Andere Rückstellungen

Der Unterschiedsbetrag zwischen einer Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit einem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre und der letzten sieben Jahre beträgt 5 Tsd. Euro (Vorjahr: 22 Tsd. Euro).

in Tsd. EUR
2023 2022
III. Sonstige Rückstellungen für:
Altersteilzeit 120 350
Bonifikationen 2.060 1.890
Urlaub / Zeitguthaben 700 776
Sonstige Personalrückstellungen 1 2
Vertriebs- und Wettbewerbsmaßnahmen 8.510 8.330
Jahresabschlussaufwendungen 711 655
Ausstehende Rechnungen 539 333
Rechtsstreitigkeiten 1.351 1.279
Drohende Verluste 77 84
Übrige 218 247
Gesamt 14.286 13.946

Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden

Bei für Altersteilzeitverpflichtungen abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen wurden Forderungen in Höhe von 886 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.589 Tsd. Euro) mit den korrespondierenden sonstigen Rückstellungen in Höhe von 843 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.392 Tsd. Euro) verrechnet. Bei dem verrechneten Deckungsvermögen entspricht der beizulegende Zeitwert den Anschaffungskosten.

Der in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesene Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Zeitwertkonten in Höhe von 49 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) wurde mit dem Zeitwert der Investmentvermögen aus einem treuhänderischen Sicherungsvermögen in Höhe von 49 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) verrechnet. Die Anschaffungskosten der Investmentvermögen betragen 47 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Verdiente Beiträge für eigene Rechnung

Die gebuchten Bruttobeiträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft setzen sich wie folgt zusammen:

in Tsd. EUR
2023 2022
laufende Beiträge
Krankheitskostenvollversicherung 645.844 624.953
Krankentagegeldversicherung 17.473 18.454
Krankenhaustagegeldversicherung 7.286 7.544
Krankheitskostenteilversicherung 163.776 153.742
Pflegepflichtversicherung 116.364 94.302
Ergänzende Pflegezusatzversicherung 12.217 12.063
Spezielle Ausschnittsversicherung 438 513
Auslandsreise-Krankenversicherung 5.170 5.158
Einmalbeiträge
Krankheitskostenversicherung
(Auslandsreise-Krankenversicherung) 364 478
Insgesamt 968.932 917.207
Es entfallen auf:
Einzelversicherungen 921.112 875.320
Gruppenversicherungen 47.820 41.887
Beitragszuschlag nach § 149 VAG 19.411 19.779

Rückversicherungssaldo

(- = zu Gunsten der Rückversicherer)

in Tsd. EUR
2023 2022
Verdiente Beiträge 2.060 1.999
Aufwendungen für Versicherungsfälle 1.522 891
Gesamt -538 -1.108

Beiträge aus der Brutto-Rückstellung für Beitragsrückerstattung

in Tsd. EUR
2023 2022
Erfolgsabhängig
versicherungstechnisches Gesamtgeschäft
Krankheitskostenvollversicherung 38.807 50.797
Krankentagegeldversicherung 391 1
Krankheitskostenteilversicherung 46 1.089
Pflegepflichtversicherung 37.489 0
Ergänzende Pflegezusatzversicherung 453 29
77.186 51.916
Es entfallen auf:
Einzelversicherungen 75.071 51.029
Gruppenversicherungen 2.115 887
Erfolgsunabhängig versicherungstechnisches Gesamtgeschäft
Krankheitskostenvollversicherung 2.166 2.022
Krankheitskostenteilversicherung 434 1.191
Ergänzende Pflegezusatzversicherung 53 6
2.653 3.219
Es entfallen auf:
Einzelversicherungen 2.649 3.198
Gruppenversicherungen 4 21

Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung

In den sonstigen versicherungstechnischen Erträgen sind Übertragungswerte aus Versicherungsnehmerwechseln zur Gothaer Krankenversicherung AG in Höhe von 530 Tsd. Euro (Vorjahr: 444 Tsd. Euro) enthalten.

Aufwendungen für Kapitalanlagen

In den Abschreibungen auf Kapitalanlagen sind außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 277 Abs. 3 HGB in Höhe von 33.365 Tsd. Euro (Vorjahr: 45.357 Tsd. Euro) enthalten.

Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung

In den sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen sind Übertragungswerte aus Versicherungsnehmerwechseln von der Gothaer Krankenversicherung AG in Höhe von 3.715 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.868 Tsd. Euro) enthalten.

Sonstige Erträge

In den sonstigen Erträgen sind 202 Tsd. Euro (Vorjahr: 0 Tsd. Euro) aus der Abzinsung der Rückstellungen und 4 Tsd. Euro (Vorjahr: 7 Tsd. Euro) aus Währungsumrechnungen enthalten.

Sonstige Aufwendungen

In den sonstigen Aufwendungen sind 10 Tsd. Euro (Vorjahr: 442 Tsd. Euro) aus der Aufzinsung der Rückstellungen und 27 Tsd. Euro (Vorjahr: 25 Tsd. Euro) aus Währungsumrechnungen enthalten.

Verrechnung von Erträgen und Aufwendungen

Entsprechend der Verrechnung von Altersversorgungsverpflichtungen und dem korrespondierenden Deckungsvermögen wurden gemäß § 246 Abs. 2 HGB auch die dazugehörigen Aufwendungen in Höhe von 921 Tsd. Euro (Vorjahr: 491 Tsd. Euro) mit Erträgen in Höhe von 936 Tsd. Euro (Vorjahr: 483 Tsd. Euro) verrechnet.

Anzahl der versicherten natürlichen Personen nach Versicherungsarten

2023 2022
Krankheitskostenvollversicherung 120.161 123.312
Krankentagegeldversicherung 48.371 50.030
Krankenhaustagegeldversicherung 111.377 114.045
Krankheitskostenteilversicherung 529.295 491.500
Pflegepflichtversicherung 127.762 131.450
Ergänzende Pflegezusatzversicherung 17.967 17.985
Spezielle Ausschnittsversicherung 3.186 3.840
Anzahl der versicherten natürlichen Personen insgesamt 1 ) 737.261 703.422
Auslandsreise-Krankenversicherung 343.243 343.248

1) Mehrfachzählungen innerhalb der Versicherungsarten wurden berücksichtigt.

Sonstige Angaben

Aufstellung des Anteilsbesitzes

in Tsd. EUR
Name Sitz Kapitalanteil
in %
Eigenkapital Jahresergebnis
Aberdeen Asia Pacific II, L.P. George Town KY 8,0 78.216 -14.869
Accession Mezzanine Capital III L.P. St. Helier JE 4,0 51.579 6.543
Beechbrook Mezzanine II L.P. Edinburgh GB 5,0 41.730 -4.676
Beechbrook Private Debt III L.P. London GB 4,7 167.591 962
Curzon Capital Partners IV L.P. London GB 3,7 140.553 -24.650
EPISO IV, L.P. London GB 1,2 1.455.720 34.358
Falcon Strategic Partners IV, L.P. Wilmington US 2,2 550.215 18.293
Falcon Strategic Partners V (Cayman), L.P. George Town KY 18,6 93.276 3.805
heal.capital I GmbH & Co. KG Berlin DE 3,0 36.143 -3.691
New York Life Capital Partners IV, L.P. New York US 5,5 12.209 2.234
OPCI French Wholesale Properties - FWP, SPPPICAV Paris FR 21,6 209.689 19.043
PE Holding USD GmbH Köln DE 60,0 87.885 -13.855
PineBridge Secondary Partners III L.P. Wilmington US 7,4 93.408 -15.464
PineBridge Secondary Partners IV Feeder, SLP Luxemburg LU 6,3 331.496 -11.756
Praesidian Capital Bridge Fund, L.P. Wilmington US 11,9 17.369 2.027
Praesidian Capital Opportunity Fund III-A, L.P. Wilmington US 19,6 7.284 -1.411
ROLAND Rechtsschutz- Versicherungs-AG Köln DE 5,1 123.057 27.375
RREEF Pan-European Infrastructure Feeder GmbH & Co. KG Eschborn DE 5,6 143.303 -351
Sana Kliniken AG München DE 2,4 584.307 -67.788
SilkRoad Asia Value Parallel Fund, SICAV-SIF Luxemburg LU 4,6 313.020 -13.629
WAI S.C.A., SICAV- FIS / Private Equity Secondary 2008 Luxemburg LU 5,2 23.902 1.087

Die Angaben beziehen sich auf das jeweils letzte Geschäftsjahr, für das ein Jahresabschluss vorlag. Abschlüsse in Fremdwährungen wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.

Es wurde von der Möglichkeit des § 286 Abs. 3 Nr. 1 und 2 HGB Gebrauch gemacht.

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personal-Aufwendungen

in Tsd. EUR
2023 2022
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene 41.545 33.741
Versicherungsgeschäft
2. Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB 18 12
3. Löhne und Gehälter 29.920 29.436
4. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 5.599 5.604
5. Aufwendungen für Altersversorgung 4.507 4.440
6. Aufwendungen insgesamt 81.590 73.234

Mitglieder und Gesamtbezüge der Gremien

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes sind zu Beginn dieses Berichtes namentlich aufgeführt.

Der Vorstand erhielt Bezüge in Höhe von 817 Tsd. Euro. Ruhegelder, Hinterbliebenen- und sonstige Bezüge für ehemalige Mitglieder des Vorstandes beliefen sich auf 654 Tsd. Euro. Für diesen Personenkreis bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 7.637 Tsd. Euro. Aufgrund des Verteilungswahlrechts in Art. 67 Abs. 1 EGHGB wurden Pensionsrückstellungen in Höhe von 103 Tsd. Euro bilanziell nicht erfasst.

Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betrugen 303 Tsd. Euro, an den Beirat 12 Tsd. Euro.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Die Angaben für das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar erfolgen im Konzernabschluss der Gothaer Versicherungsbank VVaG, Köln, in den unser Unternehmen einbezogen wird.

Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten

Im Geschäftsjahr waren bei der Gothaer Krankenversicherung AG durchschnittlich 486 Mitarbeitende (Vorjahr: 520) beschäftigt. Hiervon waren 468 (Vorjahr: 503) im Innendienst und 13 (Vorjahr: 12) im Außendienst tätig. Hinzu kamen durchschnittlich 5 Auszubildende (Vorjahr: 6).

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen, für die der Rechtsanspruch vor dem 1. Januar 1987 erworben wurde, sind gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB in Höhe von 373 Tsd. Euro nicht bilanziert worden.

Für die Versorgungsverpflichtungen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und der Mitglieder des Vorstands sowie der ehemaligen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und der Mitglieder des Vorstands, die bei der Gothaer Finanzholding AG ausgewiesen werden, besteht eine Mithaftung und Mitschuld in Höhe von 32.729 Tsd. Euro.

Aufgrund der Substanzkraft der Gothaer Finanzholding AG besteht aus heutiger Sicht kein Risiko, dieser Verpflichtung an Stelle der Gothaer Finanzholding AG nachkommen zu müssen.

Zum Jahresende bestanden Resteinzahlungsverpflichtungen für in unserem Besitz befindliche Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Sonstige Kapitalanlagen in Höhe von 318.040 Tsd. Euro (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.355 Tsd. Euro).

Die Gothaer Krankenversicherung AG verpflichtet sich im Rahmen einer Garantieerklärung gegenüber ihrer Hausbank für potentielle Rückforderungen im Zusammenhang mit US-Scheckgutschriften aus Steuererstattungen der US-Steuerbehörden in Höhe von insgesamt 1.433 Tsd. USD einzutreten. Aufgrund der langjährigen Erfahrungen mit vergleichbaren US-Scheckgutschriften besteht aus heutiger Sicht kein signifikantes Risiko der Inanspruchnahme unter der Garantieerklärung.

Im Rahmen eines abgewickelten Beteiligungsverkaufs übernimmt die Gothaer Krankenversicherung AG zusammen mit anderen verbundenen Unternehmen marktübliche Kaufpreisanpassungs- und Freistellungsrisiken sowie Kaufvertragsgarantien im Umfang von 200 Tsd. Euro. Das Risiko einer tatsächlichen Inanspruchnahme wird als gering angesehen, weil sich das für die Freistellungsrisiken wesentliche Prozessrisiko nach aktueller Einschätzung nicht realisieren dürfte.

Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften in den §§ 221 ff VAG sind die Krankenversicherer zur Mitgliedschaft an einem Sicherungsfonds verpflichtet. Der Sicherungsfonds kann nach der Übernahme der Versicherungsverträge zur Erfüllung seiner Aufgaben Sonderbeiträge bis zur Höhe von maximal 2 Promille der Summe der versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen erheben.

Latente Steuern

Zum 31. Dezember 2023 errechnet sich entsprechend § 274 Abs. 1 HGB eine künftige Steuerentlastung aus höheren steuerlichen Wertansätzen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, Investmentanteilen, Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren, übrigen Ausleihungen, übrigen Forderungen (thesaurierten Fondserträgen) sowie aus entsprechend niedrigeren Wertansätzen der Rückstellung für erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung, Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und sonstigen Rückstellungen. Hierbei werden nach § 274 Abs. 3 HGB mögliche Differenzen aus der Umsetzung der Steuervorschriften zur globalen Mindestbesteuerung nicht berücksichtigt. Die Bewertung der Steuerlatenzen erfolgt dabei mit einem Ertragsteuersatz (Körperschaftsteuer inkl. SolZ und Gewerbesteuer) von 32,04 %.

Der aktive Saldo der Steuerlatenzen wird in Ausübung des Wahlrechts für den Einzelabschluss der Gothaer Krankenversicherung AG gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.

Mindestbesteuerung

In Deutschland findet erstmalig für Geschäftsjahre, die nach dem30. Dezember 2023 beginnen, das sog. Mindeststeuergesetz (MinStG) Anwendung.

Zur Implementierung der vorgenannten Regelungen hat der Gothaer Konzern in 2023 eine Projektgruppe gegründet. Dabei wurde im Rahmen einer Betroffenheitsanalyse festgestellt, dass nach derzeitigem Stand der Gothaer Konzern mit seinen Geschäftseinheiten eine Unternehmensgruppe bzw. Mindeststeuergruppe bildet und damit grundsätzlich in den Anwendungsbereich des MinStG fällt. Die Gothaer Krankenversicherung AG stellt eine Geschäftseinheit der Unternehmensgruppe bzw. Mindeststeuergruppe dar. Jedoch ist sie keine Gruppenträgerin iSd. MinStG und schuldet daher auch keine etwaige Mindeststeuer, die erstmalig für das Geschäftsjahr 2024 entstehen könnte. Zur erstmaligen Abgabe eines Mindeststeuer-Berichts für das Geschäftsjahr 2024 wird die Gothaer Krankenversicherung AG aller Voraussicht nach die Gruppenträgerin beauftragen.

Konzernzugehörigkeit

Der Jahresabschluss unseres Unternehmens wird in den Konzernabschluss der Gothaer Versicherungsbank VVaG, Köln, einbezogen. Die Gothaer Versicherungsbank VVaG stellt den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis der Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister bekannt gemacht. Dieser Konzernabschluss und -lagebericht der Gothaer Versicherungsbank VVaG haben für die Gothaer Krankenversicherung AG gemäß § 291 Abs. 2 Nr. 4 HGB befreiende Wirkung.

Vorgänge von besonderer Bedeutung

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 nicht eingetreten.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Bilanzgewinn beträgt 18.500.000,00 Euro. Es wird vorgeschlagen, den gesamten Betrag an die Aktionärin auszuschütten.

 

Köln, 8. März 2024

Der Vorstand

Dr. Sylvia Eichelberg

Oliver Brüß

Dr. Mathias Bühring-Uhle

Harald Epple

Michael Kurtenbach

Oliver Schoeller

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Gothaer Krankenversicherung AG, Köln

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Gothaer Krankenversicherung Aktiengesellschaft, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gothaer Krankenversicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Im Folgenden stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. BEWERTUNG VON WIE ANLAGEVERMÖGEN BILANZIERTEN ANTEILEN ODER AKTIEN AN INVESTMENTVERMÖGEN

Zugehörige Informationen im Abschluss

Im Anhang der Gesellschaft werden im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Kapitalanlagen" Angaben zur Bilanzierung und Bewertung der Anteile an Investmentvermögen gemacht.

Sachverhalt und Risiko für die Prüfung

Die Prüfung der wie Anlagevermögen bilanzierten Anteile oder Aktien an Investmentvermögen war aufgrund der Bedeutung des Postens in der Bilanz (T€ 6.548.182) der Gesellschaft und der erheblichen Beurteilungsspielräume (Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen), die bei der Bewertung (einschließlich der Zeitwertangaben im Anhang) auftreten können, im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Die Gesellschaft hat einen Großteil der Anteile an Investmentvermögen, die den wesentlichen Teil des Bilanzpostens Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere betreffen, gemäß § 341b Abs. 2 HGB dazu bestimmt, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Die Bewertung erfolgt für diese Anteile an Investmentvermögen nach den für das Anlagevermögen geltenden Bewertungsvorschriften. Die Bilanzierung erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten. Abschreibungen werden nur bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfasst und Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn der Grund für die Wertminderung wieder entfallen ist. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfolgt mittels einer Fondsdurchschau.

Die bei der Ermittlung des beizulegenden Werts zur Anwendung kommenden Bewertungsverfahren werden durch Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter beeinflusst. Für den Jahresabschluss besteht grundsätzlich das Risiko, dass eine voraussichtlich dauernde Wertminderung nicht erkannt wurde und damit eine am Bilanzstichtag erforderliche Abschreibung auf den beizulegenden Wert unterbleibt.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben die von der Gesellschaft wie Anlagevermögen bilanzierten Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen wie folgt geprüft:

Wir haben uns anhand der vorgelegten Liquiditätsplanung davon überzeugt, dass die Gesellschaft die Fähigkeit hat, die wie Anlagevermögen bilanzierten Anteile an Investmentvermögen auch dauerhaft zu halten.

Des Weiteren haben wir den Prozess der Ermittlung des beizulegenden Wertes der Anteile an Investmentvermögen, insbesondere hinsichtlich des Bestehens und der Funktionsfähigkeit von internen Kontrollen, die die richtige Ermittlung und Verarbeitung der beizulegenden Werte sicherstellen sollen, untersucht.

Wir haben ferner eine Beurteilung der Methoden zur Ermittlung der beizulegenden Werte hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Konsistenz vorgenommen. Dabei haben wir auch die Anwendung der Regelungen der Verlautbarungen des IDW Versicherungsfachausschusses gewürdigt.

Darüber hinaus haben wir die Einspielung der Fondsdaten im Kapitalanlagennebenbuch und daran anschließend in der Berechnungsunterlage nachvollzogen. Des Weiteren haben wir die richtige Umsetzung der Berechnungslogik in der Berechnungsunterlage geprüft und uns für zufällig ausgewählte Anteile an Investmentvermögen von der rechnerischen Richtigkeit überzeugt.

2. BEWERTUNG DER BRUTTO-DECKUNGSRÜCKSTELLUNG

Zugehörige Informationen im Abschluss

Im Anhang der Gesellschaft werden im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Versicherungstechnische Rückstellungen" Angaben zur Bewertung der Deckungsrückstellung gemacht.

Sachverhalt und Risiko für die Prüfung

Im Jahresabschluss der Gesellschaft wird eine Brutto-Deckungsrückstellung in Höhe von T€ 8.200.543 ausgewiesen. Dies entspricht einem Anteil von 91,2 % an der Bilanzsumme. Hieraus ergibt sich ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögenslage des Unternehmens.

Die Brutto-Deckungsrückstellung ergibt sich grundsätzlich als Summe der einzelvertraglich berechneten Alterungsrückstellungen. Dabei werden die Alterungsrückstellungen der einzelnen Versicherungen tarifabhängig grundsätzlich maschinell ermittelt.

Die Deckungsrückstellung besteht aus der tariflichen Alterungsrückstellung, den angesammelten Mitteln aus der Direktgutschrift gemäß § 150 VAG sowie der Rückstellung für den gesetzlichen Zuschlag gemäß § 149 VAG.

Neben den handelsrechtlichen Vorschriften sind auch aufsichtsrechtliche Regelungen zu beachten. Die bei der Prämienberechnung verwendeten Annahmen sind zwingend auch bei der Berechnung der Alterungsrückstellungen anzusetzen. Maßgebliche Faktoren sind dabei der Zins, das Storno sowie die rechnungsmäßigen Kopfschäden, d.h. durchschnittlichen Schadenleistungen pro Person pro Jahr. Insbesondere die Veränderung mit wachsendem Alter der versicherten Person ist bei den rechnungsmäßigen Kopfschäden zu berücksichtigen. Bei Beitragsanpassungen dürfen Änderungen in den Annahmen erst nach Zustimmung des unabhängigen Treuhänders umgesetzt werden.

Aufgrund der hohen Komplexität bei der Berechnung der Alterungsrückstellungen besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Alterungsrückstellungen nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe gebildet werden. Infolgedessen und aufgrund der betragsmäßigen Bedeutung für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 war die Bewertung der Brutto-Deckungsrückstellung ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben die von der Gesellschaft gebildete Brutto-Deckungsrückstellung wie folgt geprüft:

Wir haben zunächst das Vorgehen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung der Deckungsrückstellung aufgenommen. Wir haben uns von der Angemessenheit und der Implementierung der für die Bewertung der Deckungsrückstellung relevanten Kontrollen überzeugt und deren Wirksamkeit im Rahmen von Kontrolltests geprüft. Dabei standen insbesondere die Kontrollen zur Sicherstellung der Vollständigkeit und Richtigkeit der Vertragsdaten im Bestandsführungssystem sowie zur richtigen Erfassung von neuen Tarifen bzw. Annahmeänderungen im Vordergrund.

Hierauf aufbauend haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Deckungsrückstellung vorgenommen. Für einen zufällig ausgewählten Teilbestand haben wir die Alterungsrückstellungen nachgerechnet, um zu prüfen, ob die einzelvertraglichen Alterungsrückstellungen entsprechend den Festlegungen der sog. technischen Berechnungsgrundlagen ermittelt wurden. Dabei haben wir auch geprüft, ob die bei der Berechnung verwendeten Annahmen zum Rechnungszins, zu den rechnungsmäßigen Kopfschäden sowie zu den Sterbe- und Stornotafeln mit denen der Prämienkalkulation übereinstimmen.

Weiterhin haben wir uns davon überzeugt, dass der unabhängige Treuhänder den vorgenommenen Änderungen bei den im Geschäftsjahr durchgeführten Beitragsanpassungen zugestimmt hat. Im Falle von Änderungen des Rechnungszinses überprüften wir, dass der verwendete Rechnungszins im Einklang mit dem sogenannten aktuariellen Unternehmenszins (AUZ) steht. Für bewusst ausgewählte Einzelfälle haben wir die korrekte Anwendung der neuen Rechnungsgrundlagen nachgerechnet. Zudem wurde die Ermittlung der Limitierungsmittel aus der Rückstellung für Beitragserstattungen nachvollzogen.

Für die Brutto-Deckungsrückstellung haben wir die Veränderungen zum Vorjahr je Tarifbereich analysiert. Zudem haben wir aus der Gesamtveränderung der Deckungsrückstellung bekannte Effekte wie Limitierungsmittel aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattungen, Direktgutschriften und rechnungsmäßige Zinsen und Zillmerbeträge separiert und die restliche Veränderung im Zeitablauf analysiert.

Ferner haben wir die Ermittlung der Direktgutschrift nach § 150 Abs. 1 und 2 VAG ausgehend von der Nettoverzinsung nachvollzogen und die entsprechende Zuschreibung zur Deckungsrückstellung abgestimmt.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir eigene Spezialisten mit Kenntnissen der Versicherungsmathematik eingesetzt.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die nicht inhaltlich geprüfter Bestandteil des Lageberichts ist.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem:

den Bericht des Aufsichtsrats,

die übrigen Teile des Geschäftsberichts mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden in der außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Juni 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 17. Oktober 2023 vom Aufsichtsratsvorsitzenden beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2023 als Abschlussprüfer der Gothaer Krankenversicherung Aktiengesellschaft tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN

Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Elke Stümper.

 

Köln, den 21. März 2024

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Thomas Volkmer, Wirtschaftsprüfer

Elke Stümper, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres die Geschäftsführung des Vorstandes fortlaufend entsprechend den ihm nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Aufgaben überwacht. Er wurde vom Vorstand über die Entwicklung und Lage der Gesellschaft regelmäßig schriftlich und in drei ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung mündlich unterrichtet. In alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat eingebunden. Der Information und Überwachung dienten auch die Ausschüsse des Aufsichtsrates. Der Kapitalanlageausschuss und der Vorstandsausschuss tagten im abgelaufenen Geschäftsjahr drei- bzw. viermal. Der Prüfungsausschuss tagte fünfmal, hiervon einmal im Rahmen des Ende 2022 gestarteten Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens zur Neubestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023 und einmal zur Bewertung der Qualität der Abschlussprüfung. Über die Verläufe und Ergebnisse der Ausschusssitzungen wurde in den Aufsichtsratssitzungen berichtet und beraten. Zudem hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Dezember 2023 entschieden, einen Nachhaltigkeitsausschuss ab 2024 einzurichten. Die Aufgabe des Nachhaltigkeitsausschusses besteht darin, sich regelmäßig mit gesellschaftlichen und rechtlichen Entwicklungen von Nachhaltigkeitsthemen, die für die Geschäftstätigkeit des Gothaer Konzerns von Bedeutung sind, zu befassen und den Vorstand bei der Nachhaltigkeitsstrategie und deren Umsetzung und Überwachung zu begleiten. Hierdurch soll der stark gestiegenen Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit Rechnung getragen werden. Der Fokus liegt dabei zunächst auf der nachhaltigkeitsbezogenen nichtfinanziellen Berichterstattung im Gothaer Konzern, die durch die Umsetzung der CSRD-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive) in deutsches Recht deutlich ausgeweitet wird.

Die Aufsichtsratsmitglieder beurteilten entsprechend den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihre Kenntnisse in den Themenfeldern Kapitalanlage, Versicherungstechnik, Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Wege einer Selbsteinschätzung. Diese bildet die Grundlage eines vom Aufsichtsrat im Jahresrhythmus aufzustellenden Fort- und Weiterbildungsprogrammes, in dem die Themenfelder festgelegt werden, in welchen das Gesamtgremium oder einzelne Aufsichtsratsmitglieder ihre Kenntnisse vertiefen. Hierzu fanden zwei Veranstaltungen für die Mitglieder des Aufsichtsrates mit den Themenschwerpunkten IT-Strategie und Einsatz Künstlicher Intelligenz ferner zu den Themen rechtliche Anforderungen an den Aufsichtsrat, Prämienkalkulation sowie Nachhaltigkeitsberichterstattung statt.

Gegenstand der Erörterungen waren regelmäßig die Neugeschäfts-, Bestands- und Ertragsentwicklung der Gesellschaft sowie die Kapitalanlagestrategie mit den daraus resultierenden Konsequenzen für den Jahresabschluss. Ein Fokus lag dabei auch auf den Fragen des Wettbewerbs, der Produktgestaltung, des Vertriebs sowie der Umsatz-, Kosten- und Ertragsentwicklung. Besonders intensiv hat sich der Aufsichtsrat zudem mit der Solvabilitätssituation unter dem aktuellen Solvency II- Regime beschäftigt. Des Weiteren informierte der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig über die grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung, die Risikostrategie und die Risikosituation der Gesellschaft, die Ergebnisse des Benchmarkings mit strukturell vergleichbaren Gesellschaften sowie über die IT-Strategie.

Weiterhin legte der Aufsichtsrat sein Augenmerk auf die Konzernstrategie "Ambition25", mit der sich die Gesellschaft inhaltlich den Marktdifferenzierungsthemen "Führender Partner für den Mittelstand", "Starkes Engagement um den Kunden" und "Mehr als Versicherung" zuwendet. Dabei ging es vorrangig um die erforderlichen Umsetzungsstrategien und -maßnahmen in der Marktbearbeitung, bei Produkten sowie bei Prozessen und Strukturen in einer nach innen und außen zunehmend digitalen Organisation. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit der Festlegung der bis Ende 2026 zu erreichenden Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat begrüßte die gelungene Strategieumsetzung, in deren Rahmen ein ausgeglichener Geschäftsmix erzielt werden konnte, was zu einer signifikanten Steigerung der Nettoproduktion in sämtlichen Sparten geführt hat. Die Krankenvollversicherung erwies sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr als ertrags- und umsatzrelevante Säule und weiterhin als wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells der Gothaer Krankenversicherung AG. Bei der betrieblichen Krankenversicherung zeigte sich eine starke Marktverankerung. Im Bereich der Neugeschäftsproduktion gab es insbesondere im Digitalvertrieb eine deutliche Steigerung.

Gegenstand der Berichterstattung und Erörterungen im Aufsichtsrat war zudem der deutliche Anstieg bei den Leistungsausgaben, der der Marktentwicklung entsprach, sowie die Möglichkeiten von Beitragssteigerungen, die jedoch durch den Zinsanstieg eingeschränkt sind.

Der Aufsichtsrat ließ sich zudem die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens erläutern. Diesbezüglich wurden dem Aufsichtsrat sowohl die bereits ergriffenen als auch geplanten Maßnahmen dargestellt. Hierbei bestätigte der Aufsichtsrat den Vorstand in der Fortsetzung einer ertragsorientierten Ausrichtung des Unternehmens unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

Nicht zuletzt durch die konsequente Verfolgung des ertragsorientierten Wachstumskurses in einem schwierigen Wirtschaftsumfeld hat die Gothaer Krankenversicherung AG ihre Finanzstärke beibehalten können. Die Ratingagentur Standard & Poor's bestätigte in 2023 die Note "A" mit Ausblick "stable".

Der Aufsichtsrat hat sich mit den ihm gesetzlich zugewiesenen Personalangelegenheiten des Vorstandes befasst. Die Vorstandsmandate von Frau Dr. Sylvia Eichelberg und der Herren Harald Epple und Michael Kurtenbach wurden verlängert, wobei Herr Kurtenbach zum 30. Juni 2024 altersbedingt aus dem Vorstand ausscheiden wird.

Die Kapitalanlageplanung und -politik des Vorstandes war regelmäßig Gegenstand der Kapitalanlageausschusssitzungen. Ausführlich hat der Vorstand dem Aufsichtsrat über die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die sich hieraus ergebenden Auswirkungen auf die Kapitalanlagen, die Entwicklung stiller Reserven bzw. die Entstehung stiller Lasten und das Kapitalanlageergebnis berichtet und hat die möglichen Folgen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und deren Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft und die Gesellschaft erörtert.

Einer der Schwerpunkte in den Kapitalanlageausschusssitzungen und dem ORSA-Bericht war zudem die Ausrichtung der Kapitalanlage an ESG-Kriterien.

Der vom Aufsichtsrat nach § 107 Abs. 3 AktG eingesetzte Prüfungsausschuss hat den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, der Compliance Organisation und der internen Revision überwacht. Gespräche des Aufsichtsrates mit dem Abschlussprüfer nach § 107 Abs. 3 S.1 AktG haben regelmäßig stattgefunden. Es ergaben sich keinerlei Beanstandungen. Die wesentlichen Kennziffern des Jahresabschlusses wurden mit dem Vorstand und den Abschlussprüfern eingehend, auch unter Berücksichtigung von Benchmarks vergleichbarer Gesellschaften, diskutiert. Der Prüfungsausschuss hat daher dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 gemäß § 172 AktG festzustellen.

Der für das Geschäftsjahr 2023 vorgelegte Jahresabschluss, der zugehörige Lagebericht sowie der gemäß § 312 AktG vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sind durch den Abschlussprüfer, die Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, unter Einschluss der Beurteilung des Risikofrüherkennungssystems, geprüft worden.

Die Prüfungsgesellschaft hat uneingeschränkte Bestätigungsvermerke gemäß § 322 HGB erteilt, wobei der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers zu dem Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Wortlaut hat:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Die Abschlussprüfer haben in der Bilanz-Aufsichtsratssitzung über die wesentlichen Prüfungsergebnisse berichtet. Der Verantwortliche Aktuar hat ebenfalls an der Bilanz-Aufsichtsratssitzung teilgenommen.

Der Aufsichtsrat hat die vorgelegten Berichte zu den Prüfungen erhalten und das Ergebnis der Prüfungen zustimmend zur Kenntnis genommen.

Die Prüfung des Lageberichtes, des Jahresabschlusses und des Vorschlages über die Gewinnverwendung durch den Aufsichtsrat haben keinen Anlass zu Beanstandungen ergeben. Auch gegen den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie seine Erklärung am Schluss des Berichts hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen zu erheben.

Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2023. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstandes für die Gewinnverwendung geprüft und empfiehlt der Hauptversammlung, dem Vorschlag entsprechend zu beschließen.

Für die im abgelaufenen Geschäftsjahr unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geleistete Arbeit möchte der Aufsichtsrat den Mitarbeitenden und dem Vorstand seine besondere Anerkennung und aufrichtigen Dank aussprechen.

 

Köln, 21. März 2024

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Werner Görg

Dr. Hans Ulrich Dorau

Peter Abend

Prof. Dr. Klaus Goder

Dr. Christine Prauschke

Andreas Siep

Gothaer

Krankenversicherung AG

Arnoldiplatz 1

50969 Köln

Telefon 0221 308-00

Telefax 0221 308-103

www.gothaer.de

Gewinnverwendungsbeschluss

Der Bilanzgewinn beträgt 18.500.000,00 Euro. Entsprechend dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat beschloss die ordentliche Hauptversammlung der Gothaer Krankenversicherung AG am 21. März 2024 einstimmig, den gesamten Betrag an die Aktionärin auszuschütten.

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