Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 161960
Vorher
OptioPay GmbH
Eingetragen
8.10.2014
Branche
Vermittlung von KreditenBeteiligungsgesellschaftenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
a) der Aufbau, die Entwicklung, der Betrieb, der Vertrieb und die Implementierung von digitalen Diensten zur aktions- und regionalbezogenen Vermarktung von Gutscheinen für Produkte und Dienstleistungen mit einem gruppenbezogenen Preisvorteil sowie b) die Entwicklung, der Betrieb, Vertrieb und die Implementierung von Softwareprodukten aus dem Finanzbereich und c) die Vermittlung des Abschlusses oder Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss von Verträgen über Darlehen (§ 34 c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GewO).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Naser Al-Shraydeh
seit 26.9.2023
Geschäftsführer
Sami George Francis
seit 26.9.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (8)

Ungelöste Beteiligungen (3)

Gesellschafter
Beta

9 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 9 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Main Incubator GmbH
Germany
1.142 €
3.08%
Nirvage GmbH
Germany
1.000 €
2.70%
TGA Holdings GmbH
Germany
531 €
1.43%
FinTech Fonds GmbH & Co. KG
Germany
483 €
1.30%
Chrysos GmbH
Germany
234 €
0.63%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

OptioPay GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Inhalt

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- 1 Einheit (EUR, % usw.) auftreten.

BILANZ zum 31. Dezember 2021

OptioPay GmbH, Berlin

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
2. Forderung an Kreditinstitute
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 231.052,13 192.388,95
b) aus sonstigen Tätigkeiten 2.936.491,07 3.167.543,20 1.433.342,58
ba) täglich fällig EUR 2.936.003,40
3. Forderungen an Kunden
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 47.194,00 112.417,99
aa) aus Provisionen EUR 47.194,00
8. Anteile an verbundenen Unternehmen
b) aus sonstigen Tätigkeiten 25.000,00 25.000,00
9. Immaterielle Anlagewerte
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.325.753,68 15,00
ba) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte EUR 1.325.753,68
10. Sachanlagen
b) aus sonstigen Tätigkeiten 155.877,00 42.178,00
12. Sonstige Vermögensgegenstände
a) aus Zahlungsdiensten und der ausgabe von E-Geld 671.361,59 288.033,24
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.342.035,48 2.013.397,07 169.477,74
13. Rechnungsabgrenzungsposten
b) aus sonstigen Tätigkeiten 3.002,65 38.431,45
6.737.767,60 2.301.284,95

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 27.645,70 1.408,68
aa) mit vereinbarter Laufzeit und Kündigungsfrist EUR 27.645,70
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -zur Ausführung von Zahlungsvorgängen EUR 272.059,25 272.059,25 194.229,77
3. Verbindlichkeiten gegenüber Instituten im Sinne des § 1 Absatz 3 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 0,00 3.336,87
4. Sonstige Verbindlichkeiten
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.288.416,58 176.260,38
b) aus sonstigen Tätigkeiten 88.488,36 1.376.904,94 217.381,94
5. Rechnungsabgrenzungsposten
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 49.700,85 519.717,18
6. Rückstellungen
c) andere Rückstellungen 188.493,73 173.510,33
ca) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld EUR 188.493,73
8. Nachrangige Verbindlichkeiten
b) aus sonstigen Tätigkeiten 271.199,00 676.123,95
11. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital
Eingefordertes Kapital 257.593,00 144.969,00
b) Kapitalrücklage 22.913.613,77 15.970.386,57
g) Bilanzverlust -18.619.442,64 -15.776.039,72
6.737.767,60 2.301.284,95

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.01.2021 bis 31.12.2021

OptioPay GmbH, Berlin

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
2. Zinsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 0,00 -88.229,73
b) aus sonstigen Tätigkeiten -12.103,27 -12.103,27 -26.004,78
5. Provisionserträge
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 6.248.748,52 6.225.973,17
6. Provisionsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld -4.532.417,66 -4.266.371,24
7. Sonstige betriebliche Erträge
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 66.103,08 59.629,70
b) aus sonstigen Tätigkeiten 4.184,49 70.287,57 76.251,77
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld
aa) Personalaufwand -1.399.959,83 -771.008,05
aaa) Löhne und Gehälter EUR 1.203.384,71
bbb) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung EUR 196.575,12
ab) andere Verwaltungsaufwendungen -1.075.785,82 -2.475.745,65 -799.130,07
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen
b) aus sonstigen Tätigkeiten -22.111,45 -34.552,52
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -6.200,49 -19.397,47
b) aus sonstigen Tätigkeiten -4.608,14 -10.808,63 0,00
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
b) aus sonstigen Tätigkeiten -3.882,78 -20.692,63
15. Aufwendungen aus Verlustübernahme
b) aus sonstigen Tätigkeiten -2.105.369,57 -2.359.353,05
16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld -699.512,20 341.466,31
b) aus sonstigen Tätigkeiten -2.143.890,72 -2.364.351,21
c) Gesamt -2.843.402,92 -2.022.884,90
24. Jahresfehlbetrag 2.843.402,92 2.022.884,90
25. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 15.776.039,72 13.753.154,82
33. Bilanzverlust 18.619.442,64 15.776.039,72

Anhang zum 31. Dezember 2021

1. Gesetzliche Grundlage: Allgemeine Angaben zum Unternehmen und zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Die OptioPay GmbH mit Sitz in Berlin, registriert im Handelsregister B des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer HRB 161960, erbringt digitale Dienstleistungen im Bereich der aktions- und regionalbezogenen Vermarktung von Gutscheinen sowie die Entwicklung, den Betrieb, Vertrieb und die Implementierung von Softwareprodukten aus dem Finanzbereich.

Die Gesellschaft ist gemäß Bescheid vom 28. August 2019 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Erbringung von Kontoinformationsdiensten im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG registriert.

Der Jahresabschluss wurde nach den Bestimmungen des § 340a Abs. 1 HGB i.V.m. den §§ 242 bis 256a und §§ 264 bis 288 HGB und nach den jeweiligen Vorschriften des GmbHG unter besonderer Berücksichtigung des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute (RechZahlV) aufgestellt.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist von der Generierung weiterer finanzieller Mittel abhängig. Die Geschäftsführung hat im Berichtsjahr mit Investoren laufende Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Außerdem konnten auch in 2022 weitere Kapitalerhöhungen durchgeführt werden. Der Jahresabschluss wurde unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den Formblättern 1 und 2 der RechZahlV. Im amtlichen Formblatt vorgesehene, aber nicht belegte Posten wurden nicht aufgeführt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Forderungen an Kreditinstitute, Kunden sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert, unter Berücksichtigung angemessener Einzel- und Pauschalwertberichtigungen, angesetzt, bzw. nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden mit den Anschaffungskosten, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen, bilanziert.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungszeit der Vermögensgegenstände und entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften ausschließlich linear vorgenommen. Die Abschreibungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände beträgt 3 Jahre, die des übrigen Sachanlagevermögens 3 bis 13 Jahre.

Geringwertige Anlagegüter werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften aktiviert und abgeschrieben.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben im Berichtsjahr ausgewiesen, soweit sie Aufwand der Folgejahre darstellen.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag gemäß § 256a HGB umgerechnet.

Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen im Berichtsjahr ausgewiesen, soweit sie Ertrag der Folgejahre darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen sind nach dem notwendigen Maß vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt (§ 253 Abs. 1 HGB). Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Das Eigenkapital wird zum Nennbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge wurden periodengerecht abgegrenzt.

3. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

3.1 Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von T€ 3.168 (Vorjahr T€ 1.626) betreffen in Höhe von T€ 231 Zahlungsdienste und in Höhe von T€ 2.936 sonstige Tätigkeiten. Die Restlaufzeit der Forderungen beträgt jeweils unter 3 Monate.

3.2 Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden in Höhe von T€ 47 (Vorjahr T€ 112) umfassen ausschließlich Provisionsforderungen aus Zahlungsdiensten. Die Restlaufzeit der Forderungen beträgt jeweils unter 3 Monate.

3.3 Anteile an verbundenen Unternehmen

Dieser Posten betrifft ausschließlich eine 100%-ige Beteiligung an der Global Payment Processing AG, Berlin, in Höhe von T€ 25 (unverändert zum Vorjahr), mit der seit dem 11. August 2016 ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag T€ 16 und der Jahresüberschuss 0 € (unverändert zum Vorjahr).

3.4 Anlagevermögen

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sind aus dem beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Die immateriellen Anlagewerte betreffen ausschließlich aktivierte Eigenleistungen für die derzeit in Entwicklung befindliche White-Label Plattform der Gesellschaft nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB.

Die Sachanlagen enthalten im Wesentlichen Geschäfts- und Büroausstattung in Höhe von T€ 99 (im Vorjahr T€ 29) sowie Mietereinbauten in Höhe von T€ 54 (im Vorjahr T€ 7).

3.5 Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 2.013 (Vorjahr T€ 458) setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen (T€ 1.069, Vorjahr T€ 0), aus Gutscheinbeständen in Höhe von T€ 525 (Vorjahr T€ 156) sowie aus Kautionen in Höhe von T€ 169 (Vorjahr T€ 169) zusammen. Außerdem sind ausstehende und eingeforderte Einlagen im Hinblick auf die Kapitalerhöhung vom 17. Juni 2021 ausgewiesen.

Die Restlaufzeit beträgt jeweils unter 1 Jahr.

3.6 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 3 (Vorjahr T€ 38) betrifft vorausbezahlte Versicherungsbeiträge.

3.7 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 28 (Vorjahr € 1) betreffen Verbindlichkeiten aus Kreditkartentransaktionen mit einer Laufzeit von bis zu 3 Monaten.

3.8 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten und betragen insgesamt T€ 272 (Vorjahr T€ 194).

3.9 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld in Höhe von T€ 1.288 (Vorjahr T€ 176) betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 1.137 (insbesondere im Zusammenhang mit den in Entwicklung befindlichen selbsterstellten immateriellen Anlagewerten; zugleich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen) sowie erhaltene Anzahlungen in Höhe von T€ 115 (Vorjahr T€ 126).

Die sonstigen Verbindlichkeiten aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von T€ 88 (Vorjahr T€ 217) setzen sich im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus erhaltenen Darlehen in Höhe von T€ 57 (Vorjahr T€ 211) sowie kreditorischen Debitoren in Höhe von T€ 31 (Vorjahr T€ 6) zusammen.

3.10 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Der ausgewiesene passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 50 (Vorjahr T€ 520) betrifft insbesondere die periodengerechten Abgrenzung von Einmalgebühren (Setupfees).

3.11 Andere Rückstellungen

In den anderen Rückstellungen aus Zahlungsdiensten in Höhe von T€ 188 (Vorjahr T€ 174) sind Aufwendungen für Personalsachverhalte, Abschlusserstellung und Abschlussprüfung sowie dessen Offenlegung enthalten. Alle Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Den größten Anteil machen Rückstellungen für Boni und Personalkosten in Höhe von T€ 149 (Vorjahr T€ 99) sowie für Abschluss- und Prüfungskosten in Höhe von T€ 64 (Vorjahr T€ 72).

3.12 Nachrangige Verbindlichkeiten

Das unter dieser Position ausgewiesene Darlehen ist mit einem Rangrücktritt ausgestattet soweit es erforderlich ist, um eine Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit im Sinne der Insolvenzordnung zu vermeiden. Insbesondere darf das Darlehen im Falle der Liquidation oder der Insolvenz erst nach den Forderungen der anderen Gläubiger erfüllt werden. Es handelt sich um ein Wandeldarlehen in Höhe von nominal T€ 250, das mit einem Zinssatz von 4,0 % p.a. verzinst wird. Der Zinsaufwand des Jahres beträgt T€ 10.

Die Höhe der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern insgesamt beträgt T€ 272.

3.13 Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital hat sich durch drei im Geschäftsjahr im Handelsregister eingetragene Kapitalerhöhungen zum Bilanzstichtag um T€ 113 auf T€ 258 erhöht (Vorjahr T€ 145).

b) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage hat sich durch geleistete Einzahlungen und die Umwandlung von nachrangigen Verbindlichkeiten um T€ 6.944 auf T€ 22.914 erhöht (Vorjahr T€ 15.970). Es handelt sich hierbei um Aufgelder der im Rahmen der unter a) genannten Kapitalerhöhungen.

4. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von T€ 12 (Vorjahr T€ 26) betreffen nachrangige Gesellschafterdarlehen.

4.2 Provisionserträge

Die Provisionserträge in Höhe von T€ 6.249 (Vorjahr T€ 6.226) beinhalten im Wesentlichen Umsätze aus Auszahlungstransaktionen in Höhe von T€ 4.291 (Vorjahr T€ 3.888) sowie Gebühren für Software-as-a-Service-Dienstleistungen in Höhe von T€ 1.612 (Vorjahr T€ 1.908).

4.3 Provisionsaufwendungen

Die Provisionsaufwendungen in Höhe von T€ 4.532 (Vorjahr T€ 4.266) betreffen insbesondere den Einkauf von Gutscheinen.

4.4 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld in Höhe von T€ 66 (Vorjahr T€ 60) betreffen mit T€ 45 Erträge aus korrigierten Zinsberechnungen für ein Gesellschafterdarlehen aus Vorjahren.

Die sonstigen betrieblichen Erträge aus sonstigen Tätigkeiten in Höhe von T€ 4 (Vorjahr T€ 76) betrafen im Vorjahr in voller Höhe den Verzicht auf aufgelaufene Zinsforderungen für Gesellschafterdarlehen, die im Rahmen der am 6. August 2020 beschlossenen Kapitalerhöhung gewandelt wurden.

4.5 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von T€ 2.476 (Vorjahr T€ 1.570) beinhalten im Wesentlichen Personalaufwendungen in Höhe von T€ 1.400 (Vorjahr T€ 771), Miete in Höhe von T€ 320 (Vorjahr T€ 310), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von T€ 333 (Vorjahr T€ 196) sowie IT-Kosten in Höhe von T€ 67 (Vorjahr T€ 58).

4.6 Aufwendungen aus Verlustübernahme

Die Aufwendungen aus Verlustübernahme betreffen ausschließlich die Verpflichtung zum Verlustausgleich gegenüber der Global Payment Processing AG, Berlin, in Höhe von T€ 2.105 (im Vorjahr T€ 2.359).

5. Sonstige Angaben

5.1 Arbeitnehmerzahl

Die Gesellschaft beschäftigte einschließlich Geschäftsführern in 2021 durchschnittlich 18 Arbeitnehmer (Vorjahr: 11). Davon sind 15 Arbeitnehmer in Vollzeit tätig und 3 in Teilzeit.

5.2 Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse der Gesellschaft bestehen nicht.

5.3 Marktunübliche Geschäfte

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine marktunüblichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt.

5.4 Latente Steuern

Die Aktivierung selbst erstellter immaterieller Anlagegüter führt zu passiven latenten Steuern. Nach Saldierung mit aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen ergibt sich ein Überhang von aktiven latenten Steuern.

Das Wahlrecht zum Ausweis von aktiven latenten Steuern wurde gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB ausgeübt und auf einen Ausweis verzichtet. Die steuerlichen Verlustvorträge können zu einer aktiven Steuerlatenz führen, soweit diese zukünftig mit Gewinnen verrechnet werden können.

Bei der Berechnung der latenten Steuern kommt unverändert ein Steuersatz von 30,175 % (15,825 % Körperschaftsteuer und 14,35 % Gewerbesteuer) zur Anwendung.

5.5 Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr wurden für den Abschlussprüfer die der Tabelle zu entnehmenden Honorare als Aufwand erfasst. Die Angabe erfolgt in T€.

Geschäftsjahr 2021 (T€) Geschäftsjahr 2020 (T€)
Abschlussprüferleistungen (Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung) 52 50
Sonstige Beratungsleistungen 0 0

5.6 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die zum 31. Dezember 2021 bestehenden zukünftigen Miet- und Leasingzahlungen haben folgende Fälligkeiten (in T€):

Innerhalb eines Jahres (T€) Zwischen 1 und 5 Jahren (T€) Mehr als 5 Jahre (T€)
Mieten 339 1.059 0

5.7 Konzernverhältnisse

Die OptioPay GmbH, Berlin, hält 100% der Geschäftsanteile an der Global Payment Processing AG, Berlin. Zwischen den beiden Gesellschaften besteht ein Gewinnabführungsvertrag vom 11. August 2016, der am 15. August 2016 in das Handelsregister eingetragen wurde. Wir werden gemäß § 340i HGB in Verbindung mit § 340 Abs. 5 HGB und § 290 Abs. 1 und 2 HGB noch einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufstellen.

6. Wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir weisen darauf hin, dass trotz der üblichen Prognoseunwägbarkeiten aus heutiger Sicht kein Risiko für den Fortbestand des Unternehmens besteht.

7. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten ist, betrifft die Kapitalerhöhungen vom 29. Oktober 2021 (wirksam erst in 2022)und vom 11. Februar 2022 Kapitalerhöhung. Aus diesen Kapitalerhöhungen ergeben sich in 2022 die folgenden Einzahlungen in das gezeichnete Kapital und in die Kapitalrücklage:

Kapitalrunde Erhöhungen des gezeichneten Kapitals Erhöhungen der Kapitalrücklage
(in T€) (in T€)
29. Oktober 2021 12,9 1.487,1
11. Februar 2022 8,3 0,0
Summe 21,2 1.487,1

Insgesamt erfolgt eine Verstärkung des Eigenkapitals in Höhe von T€ 1.508,3. Daneben erfolgen in 2022 Erhöhungen der nachrangigen Verbindlichkeiten um T€ 1.500.

8. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag 2021 in Höhe von € 2.843.402,92 auf neue Rechnung vorzutragen.

9. Geschäftsführungsorgan

Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021:

Herr Marcus Börner, Kaufmann, Berlin

Herr Oliver Oster, Rechtsanwalt, Berlin

Frau Nicola Breyer, Chief Growth Officer, Berlin (vom 14. September 2021 bis 31. März 2022)

Gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge verzichtet.

10. Aufsichtsrat

Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021:

Erik Muetstege Managing Director, Den Haag (Niederlande) (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
René H. Smit Director Customer and Commerce, Amsterdam (Niederlande)
Carl Bauer-Schlichtegroll Managing Director, London

 

Berlin, 26. Juli 2022

Gez. Geschäftsführer

Brutto-Anlagenspiegel zum 31.12.2021 - Handelsrecht

OptioPay GmbH

Anschaffungs-Herstellungskosten 01.01.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-Herstellungskosten 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte 1.325.753,68 1.325.753,68
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 45.202,93 45.202,93
Immaterielle Vermögensgegenstände 45.202,93 1.325.753,68 1.370.956,61
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 246.066,21 138.303,45 10,00 304,43- 384.055,23
Sachanlagen 246.066,21 138.303,45 10,00 304,43- 384.055,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
Finanzanlagen 25.000,00 25.000,00
316.269,14 1.464.057,13 10,00 304,43- 1.780.011,84
kumulierte Abschreibungen 01.01.2021 Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge Umbuchungen kumulierte Abschreibungen 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 45.187,93 15,00 45.202,93
Immaterielle Vermögensgegenstände 45.187,93 15,00 45.202,93
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 206.117,21 22.091,45 5,00 25,43- 228.178,23
Sachanlagen 206.117,21 22.091,45 5,00 25,43- 228.178,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
Finanzanlagen
251.305,14 22.106,45 5,00 25,43- 273.381,16
Zuschreibungen Geschäftsjahr Buchwert 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte 1.325.753,68
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.325.753,68
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 155.877,00
Sachanlagen 155.877,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00
Finanzanlagen 25.000,00
1.506.630,68

LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2021

1. Grundlagen des Instituts

a) Rechtliche Grundlagen

Die OptioPay GmbH ("Gesellschaft") wurde am 03. September 2014 gegründet und ist beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen (HRB 161960 B). Die OptioPay GmbH hat eine 100%ige Tochtergesellschaft namens Global Payment Processing AG (nachfolgend "GPP"). Die GPP wurde am 06. Juli 2015 gegründet und ist ebenfalls beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragen (HRB 168767 B). Des Weiteren schlossen die Gesellschaft und die GPP (zusammen die "Gesellschaften") am 11. August 2016 einen Ergebnisabführungsvertrag. Ansonsten bestehen nur Dienstleistungsverträge zwischen den Gesellschaften. Am 28. August 2019 erhielt die OptioPay GmbH von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Registrierung als Kontoinformationsdienst gemäß § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG.

b) Geschäftsmodell

Die Gesellschaft ist einer der führenden Finanztechnologiedienstleister in Deutschland. Sie hat in 2021 insgesamt vier Produkte angeboten: (1) die Open Banking Lösung, (2) die Payment Lösung, (3) die OptioPay Voucher Lösung & (4) die Closed-Loop-Shop Lösung. Die Ausübung der Open Banking Lösung erfüllt gemäß § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG den Tatbestand als Zahlungsdienst im Sinne eines Kontoinformationsdienstes. Dementsprechend unterliegt die Gesellschaft einer Registrierungspflicht bei der BaFin. Die Gesellschaft hat die notwendige Registrierung als Zahlungsdienst am 28. August 2019 von der BaFin erhalten.

In den jeweiligen Produkt-Lösungen betreibt die Gesellschaft unterschiedliche Plattformen für Unternehmenskunden:

(1)

In der Open Banking Lösung betreibt die Gesellschaft eine Plattform, die es Nutzern ermöglicht, a) sich zu registrieren, b) ihr Bankkonto, im Rahmen eines Zwei-Faktor- Authentisierungsverfahren, zu verbinden und c) basierend auf den Bankkontodaten personalisierte, vorteilhafte Empfehlungen innerhalb eines sogenannten Feed zu erhalten. Neben den Empfehlungen erhalten die Nutzer Darstellungen ihrer Finanzen wie z.B. Einnahmen und Ausgaben sowie eine Auflistung ihrer Verträge.

(2)

In der Payment Lösung betreiben die Gesellschaften eine Plattform, auf der Kunden (meist Konsumenten) bei Unternehmenskunden zwischen unterschiedlichen Auszahlungsoptionen wählen können (Payment Solution).

(3)

In der OptioPay Voucher Lösung (OPV) betreiben die Gesellschaften eine Plattform, auf der Kunden einen OptioPay Voucher bei Unternehmenskunden einlösen können, der vorab von dem Unternehmenskunden erworben worden ist.

(4)

In der Closed-Loop-Shop Lösung betreibt die Gesellschaft eine Plattform, auf der Nutzer Gutscheine von diversen Händlern erwerben können.

Die Produktlösungen werden insbesondere von Banken, Versicherungen, Versorgern, dem Einzelhandel, sonstigen Finanzdienstleistungs-, Medien- und Telekommunikationsunternehmen in Anspruch genommen.

Die jeweilige Plattform wird als White-Label für Unternehmenskunden errichtet. Für die Erstellung einer White-Label-Plattform entrichtet der Unternehmenskunde eine einmalige Gebühr ("setup-fee") und für die fortlaufende Nutzung der Plattform eine monatliche Gebühr ("recurring-fee"; zusammen die "Gebühren") an die Gesellschaft.

Die Gesellschaft erzielt neben diesen Gebühren zusätzlich Einnahmen aus Vermittlungsprovisionen aus der Vermittlung von Leistungen und Verkauf von Gutscheinen bzw. dem Einkauf- und Verkauf von Sach- bzw. virtuellen Gütern.

Die Gesellschaft ist mit einem Product Relaunch für das Open Banking Segment im April 2022 an den Markt gegangen. Das Produkt löst die vorherigen Lösungen für das Open Banking Segment ab. Für das Jahr 2022 ist geplant, die alten Produktlösungen parallel zu betreiben. Im Laufe des Jahres 2023 sollen die alten Produktlösungen (Payment Solution, OPV und Closed-Loop-Shop) vom Markt genommen werden. Es wird eine strategische Fokussierung auf das stark wachsende Open Banking Segment gesetzt.

2. Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

a) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das weltweite BIP-Wachstum fiel im Jahr 2021 geringfügig schwächer aus als zu Beginn des Jahres erwartet, was in weiten Teilen darauf zurückzuführen war, dass die Belastungen durch COVID-19-Varianten und Unterbrechungen der Lieferketten länger als antizipiert andauerten. Eine teilweise enttäuschende Entwicklung bei der Akzeptanz und Verteilung von Impfstoffen hat die Wachstumsperspektiven etwas gedämpft und gleichzeitig das Inflationsrisiko steigen lassen. Das weltweite BIP-Wachstum im Jahr 2021 ist noch immer das höchste seit der globalen Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt, wenngleich verschiedene Volkswirtschaften bemerkenswerte Schwankungen in ihrer Erholungsdynamik verzeichneten.

Die Industrieländer profitierten von der frühen Verfügbarkeit von COVID-19-Impfstoffen im Jahr 2021. Die Binnennachfrage wurde weiterhin von der Fiskalpolitik gestützt, während den Industriesektoren die globale Erholung zugutekam. Zudem behielten die Zentralbanken ihre expansive Geldpolitik bei und ergänzten die fiskalpolitischen Maßnahmen. Die Erholung in den Industrieländern wurde allerdings durch globale Lieferengpässe gebremst.

Die Erholung des Wachstums in den Schwellenländern wurde durch die abwechselnde Verhängung und Aufhebung von Beschränkungen und den langsamen Fortschritt der Impfkampagnen gehemmt. In der zweiten Jahreshälfte 2021 führten Lieferengpässe und höhere Energiepreise zu einem Anstieg der Inflation.

Die Konjunktur in der Eurozone entwickelte sich positiv, insbesondere nach der COVID-19 Infektionswelle in Folge der Delta-Variante. Die Bedingungen verschlechterten sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2021, in der Lieferengpässe zunehmend zur Belastung wurden, und im letzten Quartal stagnierte die Wirtschaft in der Eurozone nahezu. Die Europäische Zentralbank setzte ihre Unterstützungsmaßnahmen fort, und auch die Fiskalpolitik blieb expansiv.

Die deutsche Wirtschaft erholte sich im Laufe des Jahres 2021, nachdem die pandemiebedingten Beschränkungen gelockert wurden und die privaten Konsumausgaben deutlich an Dynamik gewonnen hatten. Die Industrie profitierte zwar von dem starken Welthandel, konnte jedoch aufgrund der Lieferengpässe ihr Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen. In Kombination mit temporären Faktoren führten die Lieferengpässe und die höheren Energiepreise zu einem deutlichen Anstieg der Inflation.

Zu der o.g. Corona-Situation ist seit dem 24. Februar 2022 der Ukraine-Krieg als konjunkturbelastender Faktor hinzugekommen. Im Zuge des Krieges sind die Preise für Energie und Dienstleistungen auf breiter Front gestiegen. Die anziehende Inflationsrate entzieht dem Verbraucher Kaufkraft und gefährdet die allgemeine wirtschaftliche Erholung.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für die Finanzindustrie war auch 2021 wieder ein herausforderndes Jahr. Zwar erwies sich neben dem Dienstleistungssektor die Binnennachfrage bislang als Stütze der Konjunktur im Euroraum, die weiterhin von günstigen Finanzierungsbedingungen, niedriger Arbeitslosenquoten und steigenden Arbeitnehmereinkommen profitierte. Sorgenkind blieb dagegen die Störung der weltweiten Liefer- und Handelsketten und der damit zu erwartende Anstieg der Erzeugerpreise und ein zu erwartender starker Anstieg der Inflationsraten.

Das Geschäftsjahr 2021 war jedoch insbesondere für Finanztechnologie-Unternehmen erneut ein gutes Jahr, getrieben durch den gestiegenen Marktdruck, die Digitalisierung von Geschäftsmodellen weiter voranzutreiben und zu beschleunigen, um im Wettbewerb weiter erfolgreich bestehen zu können. Obwohl die klassische Finanzindustrie aufgrund der fiskalpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken weiter mit Margen-Problemen und Wachstums-Chancen zu kämpfen hat, bietet sich im Umfeld der Finanztechnologie ein erhebliches Zukunfts- und Wachstumspotential. Gleichzeitig öffnen sich traditionelle Unternehmen aus der Finanzindustrie für Kooperationen mit Finanztechnologie-Anbietern, damit neues Wachstumspotential und neue Markt-Chancen erschlossen werden. Demzufolge sind die Partnerschaften in diesem Bereich wiederum zum Vorjahr gestiegen.

3. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

a) Finanzielle Leistungsindikatoren

Für die interne Unternehmenssteuerung werden bei der OptioPay GmbH als finanzielle Leistungsindikatoren Provisionserträge und das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verwendet. Die Provisionserträge teilen sich hierbei auf in Erträge aus Dienstleistungsverträgen mit den jeweiligen Unternehmenskunden für die Erstellung und den Betrieb der jeweiligen White-Label Plattform sowie in Erträge aus Vermittlungsprovisionen aus der Vermittlung von Leistungen und Verkauf von Gutscheinen bzw. dem Einkauf und Verkauf von Sach- bzw. virtuellen Gütern.

Die Provisionserträge sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant bei TEUR 6.249 (VJ TEUR 6.226) geblieben. Das negative Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit hat sich von 2020 auf 2021 TEUR 2.843 erhöht (VJ TEUR 2.023) und ist leicht besser als die Prognose für 2021. Das liegt hauptsächlich an den hohen Personalkosten-Investitionen in den Product-Launch für das Open Banking Segment.

Das konstante Umsatzniveau resultiert aus der in 2021 angepassten Geschäftsstrategie der OptioPay GmbH. Diese legt nunmehr (siehe oben) den Fokus auf den Launch des neuen Produktes anstelle auf Neukundengewinnung für die alten Produktlösungen. Daher sind im Vergleich zu den Schätzungen für 2021 die Provisionserträge niedriger ausgefallen.

b) Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind im Wesentlichen die Anzahl der Nutzer bzw. Kunden der Gesellschaft, die Konvertierungsraten auf den jeweiligen Plattformen sowie die Kundenzufriedenheit. Im Jahr 2021 zählt die Gesellschaft insgesamt 64.215 Nutzer auf den jeweiligen Plattformen. Der starke Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (2020: 121.466 Nutzer) ist vor allem auf die außergewöhnlichen Anstiege im Corona-Jahr 2020 zurückzuführen und hat sich nunmehr normalisiert.

Die Konvertierungsraten (Onboarded Nutzer / Registrierte Nutzer) haben sich über alle Plattformen hinweg von im Durchschnitt 75% in 2020 auf 79,8% in 2021 gesteigert. Die Kundenzufriedenheit hat sich auf 87% im Durchschnitt leicht erhöht (Vorjahr 84%) und liegt damit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und über den Erwartungen für 2021. Trotz der Ressourcenallokation und der Fokussierung der Gesellschaft auf die Entwicklung des neuen Open Banking Produkts konnte die Kundenzufriedenheit gehalten werden.

4. Darstellung der Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

a) Geschäftsverlauf

Zum 31.12.2021 nutzten 60 Unternehmen die Produkt-Lösungen. Im Vorjahr waren es 73 Unternehmen. Die Anzahl der Gutschein-Partner sowie Partner für andere Vermittlungsleistungen ist im Vergleich zum Vorjahr von 1.017 auf 260 gesunken. Der Rückgang der Neukunden sowie Gutschein-Partner resultiert insbesondere aus dem geplanten Marktausstieg aus den alten Produktlösungen.

Im laufenden Jahr schloss die Gesellschaft keine neuen, wesentlichen Verträge mit Unternehmenskunden und Partnern ab.

b) Ertragslage

Mit einem Brutto-Umsatz (Provisionserträge) in Höhe von 6.249.748,52 € (VJ 6.225.973 €) sind die Erträge im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 58% gestiegen. Dies war in erster Linie auf höhere Personalkosten (+82%) und höhere andere Verwaltungsaufwendungen (+35%) zurückzuführen. Die höheren Verwaltungsaufwendungen spiegeln die geplante Neuausrichtung der Gesellschaft auf das im April 2022 neu auf dem Markt angebotene Open Banking Produkt wider, in Form von höheren Entwicklungs-, Personal- und Beraterkosten.

c) Vermögenslage

Die Vermögenslage der Gesellschaft ist aufgrund des Unternehmenswachstums weiterhin auf eine Verbesserung der Eigenkapitalsituation ausgerichtet. Das Eigenkapital der Gesellschaft (gezeichnetes Kapital sowie Kapitalrücklage) steigerte sich durch weitere Kapitalerhöhungen in 2021 von 16.115.356 € auf 23.171.207 €. Die Bilanzsumme 2021 hat sich durch die Kapitalerhöhungen gegenüber dem Vorjahr von 2.301.285 € auf 6.737.768 erhöht.

d) Liquiditätslage / Finanzlage

Die Liquiditätslage der Gesellschaft ist derzeit gesichert und die Zahlungsbereitschaft war im Geschäftsjahr jederzeit geben.

Im Laufe des Jahres 2022 konnten weitere Kapitalerhöhungsrunden erfolgreich platziert und der Gesellschaft weiteres frisches Kapital zugeführt werden. Im Jahr 2022 konnten bisher Kapitalerhöhungen in Höhe von 2.139.332 € vollzogen werden. Weiteres frisches Kapital wird im zweiten Halbjahr 2022 einerseits über ein Wandeldarlehen in Höhe von 1.500.000 € und ist andererseits im April 2022 durch Erhöhung des Eigenkapitals um weitere 1.500.000 € zugeführt worden. Die Liquiditätslage der Gesellschaft ist stabil und die Liquidität insgesamt gesichert.

5. Geschäftsstrategie der OptioPay GmbH

Die Gesellschaft ist als Finanztechnologieunternehmen weiterhin für ihre kundenzentrierten Softwarelösungen bekannt. Als White-Label Serviceanbieter liegt der Fokus der Geschäftsstrategie weiterhin auf Mehrwertlösungen für Endkunden.

Die Geschäftsstrategie der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2022 weiter in Richtung Open Banking und Open Data Lösungen entwickelt. Die Marktnachfrage, die potenziell erzielbaren hohen Margen sowie das generelle Wachstum des Open Banking Markts hat die geschäftliche Ausrichtung auf die Open Banking Lösung weiter verstärkt. Mit dem neu geplanten SaaS B2B2C White-Lable Produkt, welches im Markt erstmalig seit April 2022 angeboten wird, wird die Gesellschaft sukzessiv im Laufe der nächsten 2 Jahre die anderen nicht Open Banking relevanten Geschäftsbereiche (Payment Solution, OPV, Closed-Loop-Shop) einstellen.

Am 28. August 2019 erhielt die OptioPay GmbH von der BaFin die Kontoinformationsdienste- Registrierung gemäß § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 8 ZAG. Aufgrund der EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSDII) sind Banken seit September 2019 dazu verpflichtet, eine Schnittstelle (API) bereitzustellen, damit Third-Party-Provider (TPP) diese API ansprechen können. Die Registrierung erlaubt es der Gesellschaft zunächst generell auf die Schnittstelle zuzugreifen und Bankdaten im Sinne eines Kontoinformationsdienstes zu erhalten. Die konkrete Übertragung der Bankdaten des jeweiligen Bankkunden über die Schnittstelle geschieht nur mit der Zustimmung des Kunden.

Strategisch ist der Zugriff auf Bankdaten relevant, da Bankdaten aufschlussreiche Informationen über das Einnahme- und Ausgabeverhalten der Kunden ermöglichen. Diese Einsichtnahme und die Datenvielfalt ermöglichen es der Gesellschaft, relevanten Content, Produkte und sonstige Services an die Kunden zur richtigen Zeit auszurichten.

Insbesondere im Open Banking bietet die Gesellschaft eine SaaS Plug & Play Lösung für Unternehmenskunden an. Der Vorteil einer Plug & Play SaaS Lösung sind niedrige IT-Integrationsaufwendungen, ein spezialisierter Vertragspartner zur Erstellung der Lösung und eine breitere Zielgruppe an Unternehmenskunden. Auch Nicht-Finanzunternehmen sind durch die PSD-II-Richtlinie nunmehr in der Lage auf Bankdaten zuzugreifen, wenn sie einen relevanten Service für ihre Kunden anbieten. Da die Gesellschaft einen solchen Service anbietet und eine Plug & Play SaaS Lösung bereitstellt, können die Unternehmenskunden innerhalb kürzester Zeit mit einer Open Banking Lösung für ihre Endkunden starten.

6. Risikomanagement

a) Risikomanagementsystem

Zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken hat die Geschäftsführung ein Risikomanagement- und Überwachungssystem eingerichtet. Das vorrangige Ziel des Risikomanagementprozesses besteht darin, mögliche Risiken transparent und damit steuerbar zu machen. Risikomanagement umfasst die Verfahren zur Identifizierung und Bewertung der Risiken, die Festlegung von geeigneten Steuerungsmaßnahmen sowie die notwendigen Kontrollprozesse.

Das Risikomanagement umfasst die Verfahren zur Identifizierung und Bewertung der Risiken, die Festlegung von geeigneten Steuerungsmaßnahmen sowie die notwendigen Kontrollprozesse. Unter dem Begriff "Risiko" wird dabei eine Verlust- oder Schadensgefahr für die Gesellschaft verstanden, die entsteht, wenn eine erwartete künftige Entwicklung ungünstiger verläuft als geplant oder sogar existenzbedrohend wird.

In der Gesellschaft ist eine Compliance-Funktion eingerichtet. Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Verhinderung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie sonstiger strafbarer Handlungen werden von der Geldwäschebeauftragten und deren Vertreter wahrgenommen.

b) Ziele und Strategien des Risikomanagements

Risiken werden eingegangen, wenn Chancen und Risiken in einem angemessenen Verhältnis stehen. Dies geschieht nach geschäftspolitischen und betriebswirtschaftlichen Vorgaben der Gesellschaft.

Als Ergebnis der Erlangung der BaFin-Registrierung am 28. August 2019 hat die Gesellschaft einen Risikomanagement-Prozess implementiert, in dem alle wichtigen Geschäfts-, IT- und Finanzrisiken angesprochen, beschrieben und Maßnahmen zur Risikominderung entwickelt werden.

Die OptioPay GmbH hat Risikomanagementprozesse eingerichtet, um kontinuierlich sicherzustellen, dass die Gesellschaft die Anforderungen an das Risikomanagement im Sinne des ZAG und analog der MaRisk einhält.

Die durchgeführte Risikoanalyse hat folgende wesentlichen Risiken identifiziert, welche mit dem Geschäft der OptioPay GmbH verbunden sind:

ba) Liquiditätsrisiken

Aufgrund der derzeitigen Wachstumsstrategie operiert die Gesellschaft zur Zeit nicht profitabel. Die Ausgaben, insbesondere die Personalkosten, Investitionen in den neuen Produkt-Relaunch und der strategischen Neupositionierung (OptioPay einschließlich GPP), übersteigen die Einnahmen und dies führt ohne weitere Kapitalmaßnahmen zur Liquiditätsunterdeckung. Um die weitere Entwicklung und den Wachstumskurs zu verwirklichen, sind weitere Investitionen notwendig. Insgesamt konnte die Gesellschaft in 2021 genug Eigenkapital einsammeln, um die Liquidität zumindest bis Februar 2023 sicherzustellen. Die Geschäftsstrategie sieht vor, zum Ende des Jahres 2024 profitabel zu werden.

bb) Operationelle Risiken

Die operationellen Risiken, die mit der primären Verarbeitung im Unternehmen verbunden sind, betreffen:

IT-Sicherheitsrisiken

Datenschutzrisiken

Risiken der internen Kontrolle

Compliance-Risiken

bc) Reputationsrisiken

Die Reputationsrisiken betreffen neben einer evtl. negativen Presse/Medien auch ggf. offene Fragen bei der Bearbeitung und Beantwortung von Kundenanfragen.

Die oben genannten Risiken werden im Rahmen der internen Kontrollprozesse abgedeckt. Hierzu führt die Gesellschaft einen vierteljährlichen Risk Review durch. Im Rahmen des Risk Reviews werden die Risiken bewertet. Die Kontrollen werden grundsätzlich kontinuierlich durchgeführt. Ferner wird die Durchführung dieser Kontrollen durch die Gesellschaft ordnungsgemäß dokumentiert.

Daneben werden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen als strenge Nebenbedingung regelmäßig ermittelt und überwacht.

7) COVID-19 Risiko, Ukraine-Krieg und die Auswirkungen auf OptioPay

Die Auswirkungen von COVID-19 waren und sind für die Gesellschaft auf operativer Ebene keine Herausforderung. Als Technologieunternehmen war die Transformation von Büroarbeit hin zum Home-Office binnen weniger Tage gelöst. Sämtliche Service-Levels gegenüber Kunden konnten eingehalten werden. Es kam zu keinem Verzug oder zu Schlechtleistungen.

Aufgrund des gesteigerten Bedarfs an digitalen Produkten erfreuen sich insbesondere die Open Banking Lösungen der Gesellschaft einer erhöhten Nachfrage, welches ausschlaggebend für die geplante strategische Neuausrichtung und die ausschließliche Fokussierung auf das Open Banking Segment ist. Langfristig wird sich die Corona-Krise ebenfalls positiv auf das Geschäft auswirken, da die Unternehmenskunden bzw. potentiellen Unternehmenskunden die Transformation auf digitale Kanäle nachhaltig vorantreiben und wir mit unserem neuen Produkt ein Alleinstellungsmerkmal im Markt aufweisen werden, was sich auch in der Pre-Launch Phase in den vorab geschlossenen Verträgen mit Unternehmenskunden widerspiegelt.

Auch der Ukraine-Krieg wirkt sich nach Einschätzung der Geschäftsführung aufgrund der regional auf Deutschland begrenzten Tätigkeit der OptioPay nicht unmittelbar negativ auf die Geschäftstätigkeit aus.

8) Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Auf Basis der aktuellen Planung, der in 2021 und bisher in 2022 durchgeführten/beabsichtigten Kapitalerhöhungen sowie Prognosen und unter der Maßgabe des Eintritts der Planungsparameter, ist das Unternehmen trotz eines in 2021 erneut erzielten Jahresfehlbetrages ausreichend finanziert. Die Fortführung des Unternehmens ist für die nächsten zwölf Monate gesichert. Aktuell laufen weitere Verhandlungen mit Ankerinvestoren zur Zuführung von zusätzlichen Kapitalmaßnahmen, um die Liquidität für mindestens vierundzwanzig Monate zu sichern.

9) Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

Risikobericht

Die bedeutsamsten Risiken des Unternehmens sind zu geringes Wachstum von Nutzerzahlen, ungünstige Konvertierungsraten und abnehmende Kundenzufriedenheit. Diese Risiken beziehen sich auf ein Wachstum unseres jungen Unternehmens und sind deswegen maßgebend für weiteren Erfolg.

Um diesen Risiken weiter entgegenzuwirken, werden aktuell Traffic-Zuführungs-Kooperationen mit Kunden gestartet, welche eine große Kundenbasis haben. Die Traffic-Zuführung erfolgt im Rahmen eines Revenue Share Modells (cost per customer), welches das Risiko ausschließen, Traffic-Kohorten einzukaufen, die einen negativen Payback aufweisen.

Weiterhin zu nennen ist das Liquiditätsrisiko, das aufgrund der vorgenommenen und geplanten Kapitalerhöhungen derzeit kein Risiko darstellt.

Die Gesellschaft ist trotz der aufgezeigten Risiken und trotz üblicher Prognoseunwägbarkeiten keinem Risiko ausgesetzt, welches den Fortbestand der Gesellschaft mittelfristig gefährdet.

Chancenbericht

Insgesamt befindet sich das Unternehmen in einer hervorragenden Position für eine erfolgreiche Entwicklung und wird voraussichtlich mit dem Launch des neuen Produkts ein Alleinstellungsmerkmal im Open Banking Markt erzielen. Im Rahmen des B2B2C Vertriebsansatzes besitzt die Gesellschaft einen Wettbewerbsvorteil, der sich darin widerspiegelt, keine eigenen Endkunden einzukaufen. Diese werden durch den B2B Kundenstamm zugeführt. Das Risiko, Kundenkohorten mit negativen Paybacks einzukaufen, wird ausgeschlossen.

Prognosebericht

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2022 wird sich die Gesellschaft weiter auf das Open Banking Segment fokussieren und sich strategisch darauf neu ausrichten. Es sind hohe Investitionen in die Entwicklung einer neuen Open Banking / Open Data SaaS Lösung für B2B Kunden erfolgt. Insbesondere die einzigartige Value Proposition, Advertisement und Customer-Loyalty mit Bankdaten zu kombinieren, gilt es mit dieser Lösung weiter auszubauen.

Die neue Produkteinführung erfolgte im April 2022. Die Gesellschaft befindet sich in einer Transformationsphase im Rahmen der strategischen Neuausrichtung.

Die Expansionsstrategie der Gesellschaft wird durch die generelle Digitalisierung sämtlicher Industrien in ganz Europa unterstützt. Selbst in traditionellen Industrien wird vermehrt auf digitale Plattformen gesetzt sowie daran gearbeitet, datenbasiert Angebote und Services an Kunden auszuspielen. Dieser Trend liegt ganz in der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft.

Die positive Prognose wird durch die in 2021 und 2022 erfolgreich nahezu abgeschlossenen Finanzierungsrunden weiter gestützt. Damit ist der weitere Wachstumskurs der Gesellschaft sichergestellt.

Im Jahr 2022 rechnet die Gesellschaft mit einem Rückgang der Provisionserträge von derzeit 6.249 T€ auf ca. 4.500 T€. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit wird sich voraussichtlich aufgrund hoher Personalkosteninvestitionen in die neue Produktentwicklung von - 2.843 T€ auf ca. - 3.000 T€ verschlechtern. Der Rückgang der Provisionserträge resultiert aus der Transformation der alten und neuen Produktwelt.

Die Nutzerzahlen werden sich in 2022 wie geplant auf ca. 50.000 reduzieren (Vj. 64.215). Grund für den erwarteten Rückgang ist die Neuausrichtung auf das neue Produkt und die Reifezeit, die benötigt wird, um den Nutzerstamm aufzubauen. Es werden keine neuen Bemühungen unternommen, um den Kundenstamm der alten Lösungen zu steigern.

Für die neue Produktwelt wird im Jahr 2022 ein Kundenzufriedenheits-Score (NPS: Net Promoter Score) von 80 angestrebt. Für die alten Produktlösungen wird ein ähnlicher NPS Score erwartet.

Die Konvertierungsraten (Onboarded Nutzer / Registrierte Nutzer) werden in 2022 auf Vorjahresniveau bleiben. Der aus dem neuen Produkt Launch zu erwartende positive Effekt wird erst in den Folgejahren sichtbar werden.

Die Prognosen und Annahmen zur zukünftigen Entwicklung der OptioPay stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der zur Verfügung stehenden Informationen und des bisherigen Geschäftsverlaufs getroffen wurden.

 

Berlin, 26. Juli 2022

Marcus Börner

Oliver Oster

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die OptioPay GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der OptioPay GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der OptioPay GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben unter Punkt 6 "Wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit" im Anhang sowie auf die Angaben zu den bestandsgefährdenden Risiken unter Punkt 8 und 9 des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter darlegen, dass der in 2021 erneut erzielte Jahresfehlbetrag trotz üblicher Prognoseunwägbarkeiten kein Risiko für den Fortbestand des Unternehmens darstellt.

Wie im Lagebericht dargelegt, deuten die Planungsparameter, insbesondere die Realisierung der geplanten Provisionserträge und die weiteren beabsichtigten Kapitalmaßnahmen auf kein Bestehen von wesentlichen Unsicherheiten hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellen.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieser Sachverhalte nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, 26. Juli 2022

RSM GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

F. Weber, Wirtschaftsprüfer

Dr. H.J. Schirduan, Wirtschaftsprüfer


Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde von der Gesellschafterversammlung am 9. Januar 2023 festgestellt.

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