EASY SOFTWARE Deutschland GmbH

Jakob-Funke-Platz 1, 45127 Essen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Essen HRB 33697
Vorher
CFT Consulting GmbH
Eingetragen
15.11.1994
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieGroßhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und SoftwareErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Gegenstand
Beratung und Betreuung von EDV- und Kommunikationslösungen, sowie Handel mit EDV-Equipment, insbesondere im Umfeld der Lösungen der EASY SOFTWARE AG. Ferner die Projektierung und Durchführung von EDV-Arbeiten, einschließlich Dienstleistungen, Beratungen und Gutachten, Koordinierung und Kontrolle von Projekten, ferner Computerdatenservice und der Handel mit Computeranlagen und Programmen (Hardund Software) einschließlich sämtlicher hiermit zusammenhängender und den Geschäftszweck fördernder Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Volker Grümmer
seit 6.10.2025
Geschäftsführer
Marcel Etzel
seit 24.4.2024
Geschäftsführer
Stephan Pauler
seit 11.7.2022
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
110.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
52.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

EASY SOFTWARE AG

Essen (vormals: Mülheim an der Ruhr)

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr 2022 für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Die EASY SOFTWARE AG nutzt das in § 315 Abs. 5 i.V.m. § 298 Abs. 2 HGB vorgesehene Wahlrecht und fasst den Lagebericht der EASY SOFTWARE AG mit dem Konzernlagebericht zusammen.

Der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht sollte im Kontext mit den geprüften (Konzern-) Finanzdaten und den Angaben im Anhang des Einzel- und Konzernabschlusses gelesen werden. Die folgenden Darstellungen basieren auf einer Reihe von vergangenheitsbasierten Angaben, deren Erläuterung in Teilen auch im Anhang und Konzernanhang dargestellt ist. Darüber hinaus enthält der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht auch in die Zukunft gerichtete Aussagen, d. h. Aussagen, die auf bestimmten Annahmen und den darauf basierenden aktuellen Planungen, Einschätzungen und Prognosen beruhen. Zukunftsaussagen besitzen nur in dem Zeitpunkt Gültigkeit, in welchem sie gemacht werden. Das Management der EASY SOFTWARE AG übernimmt - unbeschadet gesetzlicher Anforderungen - keine Verpflichtung, die diesem Dokument zugrundeliegenden Zukunftsaussagen beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten und/oder zu veröffentlichen. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Der Vorstand der EASY SOFTWARE AG weist darauf hin, dass eine Vielzahl von Faktoren zu einer erheblichen Abweichung in der Zielerreichung führen kann. Wesentliche Faktoren werden im Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht" detailliert beschrieben.

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 Konzernstruktur

Der EASY SOFTWARE Konzern bestand im Berichtszeitraum aus der EASY SOFTWARE AG als Muttergesellschaft, den beiden deutschen Tochtergesellschaften EASY SOFTWARE Deutschland GmbH (ESD) und EASY APIOMAT GmbH (EAP) sowie mehreren Auslandsgesellschaften.

In der folgenden Tabelle sind diejenigen Gesellschaften mit Sitz und Beteiligungsanteil aufgeführt, die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 der EASY SOFTWARE AG voll konsolidiert wurden (EASY Gruppe):

Gesellschaft Sitz Beteiligungsanteil
EASY SOFTWARE AG Essen
EASY SOFTWARE GmbH Salzburg, Österreich 100 %
EASY SOFTWARE (UK) LTD. Suffolk/Großbritannien 100 %
EASY SOFTWARE INC. Exton, PA/USA 100 %
EASY SOFTWARE Deutschland GmbH Essen 100 %
EASY APIOMAT GmbH Leipzig 100 %

Während die EASY SOFTWARE AG schwerpunktmäßig für die Produkterstellung und die Supportservices zuständig ist, verantwortet die EASY SOFTWARE Deutschland GmbH den Direktvertrieb und das Projektgeschäft in Deutschland. Die EASY APIOMAT GmbH bündelt die Cloud-Aktivitäten der EASY.

Neben der Zentrale in Essen verfügt die EASY Gruppe in Deutschland über Standorte und sog. "Shared Offices" in Leipzig, München, Paderborn, Bobingen und Potsdam. Über eine Beteiligung ist EASY darüber hinaus noch am Standort Straubing aktiv. Das Auslandsgeschäft wird über eigene rechtliche Einheiten oder Geschäftspartner abgebildet, die jeweils einen Vertriebsauftrag für das entsprechende Land besitzen.

Folgende Gesellschaft wurde At Equity in den Konzernabschluss der EASY SOFTWARE AG einbezogen:

Gesellschaft Sitz Beteiligungsanteil
friendWorks GmbH Straubing 52 %

Die EASY SOFTWARE AG hält 52 % an der friendWorks GmbH (Straubing) über die EASY SOFTWARE Deutschland GmbH. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung, da keine Beherrschung vorliegt. Die friendWorks GmbH ist Partner im Bereich Softwarevertrieb, Consulting und Programmierung.

1.2 Geschäftstätigkeit

Die EASY SOFTWARE AG, Essen, wurde am 6. März 1990 als EASY Elektronische Archivsysteme GmbH gegründet und am 8. September 1998 gemäß §§ 190 ff. UmwG formwechselnd in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang erfolgte im zweiten Quartal 1999. Das Delisting erfolgte im Februar 2022. Gesellschaftszweck ist die Entwicklung und der Vertrieb von Hard- und Software für elektronische Archivsysteme und Dokumentenmanagement-Systeme.

Einer der langfristigen Schwerpunkte der EASY SOFTWARE AG liegt im Bereich der Erfassung von Massendaten, deren Strukturierung und dem damit optimierten Dokumentenfluss. Doch auch Langzeitarchivierung und Sicherheit vor Datenverlust sind dauerhaft wichtige Themen rund um die elektronische Archivierung und das dokumentenbasierte Enterprise Content Management.

EASY SOFTWARE bietet auf Basis modernster Technologien anwenderorientierte Dokumentenmanagementsoftware für alle gängigen Betriebssysteme, Arbeitsumgebungen und Datenformate. Gleichzeitig ist das Unternehmen in der Lage, für jede Branche und jede Unternehmensgröße die maßgeschneiderte Lösung zur Optimierung dokumentenbasierter Prozesse zu liefern. Mit über 30 Jahren Erfahrung ist EASY SOFTWARE eines der marktführenden Unternehmen für ECM, DMS und P2P-Softwarelösungen im deutschsprachigen Raum. EASY vertreibt ihre Produkte und Lösungen im Berichtsjahr überwiegend im Direktvertrieb im In- und Ausland sowie über Vertriebspartner.

Ein stark wachsendes Geschäftsfeld ist das Software-as-a-Service und Cloud-Geschäft, in dem die EASY Gruppe ihre Lösungen zusammen mit Partnern als Public- und Private-Cloud anbietet. Dienstleistungen wie Beratung, Projekt Management, Installation und Konfiguration von Produkten und Lösungen, Managed Services sowie Schulungen und Support komplettieren das Angebot.

1.2.1 Produkte und Lösungen

EASY gehört zu den führenden Anbietern von Geschäftsprozesslösungen für die Themen Purchase-to-Pay, Contract Lifecycle Management, HR Management oder Material Management sowohl für SAP-Umgebungen als auch für Non-SAP-Umgebungen. Unter unseren Kunden finden sich Unternehmen und Organisationen nahezu jeder Größe und in fast allen Branchen. Dabei zeichnen sich die Lösungen der EASY besonders durch ihre hohe Integrationsfähigkeit in die technische Infrastruktur der Kunden, wie etwa in deren ERP- und Kommunikationssysteme, aus. Über 100 unterschiedliche Integrationsszenarien sind dabei erfolgreich bei Kunden im Einsatz. Auch dieses Jahr wieder wurden die SAP-integrierten Lösungen der EASY erneut von der SAP geprüft und zertifiziert.

Darüber hinaus liefert EASY ausgereifte Basis-Lösungen für die Themen Dokumenten Management, Enterprise Content Management, Workflow Management, Informationserfassung sowie digitale Archivierung vollständig integriert in eine Vielzahl von Drittsystemen führender Softwarehersteller ebenso wie als dezidierte Archivierungslösung für alle Arten von Dokumenten.

Damit liefert EASY wichtige Bausteine für die nachhaltige Optimierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Zukunftssicherheit seiner Kunden.

Basierend auf jahrzehntelangen Erfahrungen und zahlreichen erfolgreichen Kundenprojekten beschleunigt, erleichtert und optimiert EASY mit digitalen Lösungen die Arbeitsprozesse seiner Kunden und unterstützt die digitalen Transformationsprozesse.

EASY Lösungen können entsprechend den jeweiligen Kundenanforderungen flexibel in unterschiedlichen Anwendungsszenarien bereitgestellt werden. Hierzu zählen Angebote in der Cloud (auch für verbreitete Plattformen wie Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure), der Betrieb in der IT-Infrastruktur des Kunden oder in hybriden Szenarien.

Mit der Veränderung der Märkte und dem Kauf- bzw. Nutzungsverhalten der Kunden ändern sich auch die Anforderungen der Kunden im Hinblick auf die Flexibilisierung und Skalierung von Geschäftsmodellen. Kunden legen immer häufiger Wert auf variable Zahlungs- und Nutzungsmodelle, zum Beispiel gestaffelt nach Anzahl der Nutzer oder der benötigten Speicherkapazität. Parallel wächst das Interesse der Kunden, Softwarelösungen nicht mehr zu kaufen, sondern flexibel monatlich für deren Nutzung zu zahlen. Folgerichtig fokussiert sich EASY zunehmend auf sogenannte Subskriptionsmodelle. Das bietet dem Kunden den Vorteil stets aktueller Software, kontinuierlich neuer Funktionen und bedarfsgenauer Abrechnung.

Weiterentwicklungen der bestehenden Lösungen ebenso wie neu entwickelte Lösungen der EASY nutzen zudem verstärkt aktuelle Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning und Big Data. Entsprechend den jeweiligen fachlichen Anforderungen werden dabei die EASY Produkte durch spezialisierte, externe Webservices ergänzt, um den Kunden die besten Lösungen für ihre fach- und branchenspezifischen Fragestellungen zu bieten.

Unter der Bezeichnung EASY ONE DM werden die technologischen Plattformen EASY ECM, EASY Process2Design und EASY ApiOmat weiterentwickelt und zu einer geschlossenen Softwareplattform verbunden. So wurden neue Lösungen wie EASY Portal Experiences (Kundenportale) und EASY HR App in mehreren Kundenprojekten bei Neu- ebenso wie bei Bestandskunden erfolgreich mit den etablierten Lösungen verbunden.

Gemäß den sich dynamisch ändernden Marktanforderungen entwickelt EASY die nächsten Generationen seiner Fachlösungen konsequent Cloud-fähig, um die größtmögliche Flexibilität in allen vom Markt geforderten Einsatzszenarien bieten zu können. Durch die modulare Struktur einer Microservice-Architektur lassen sich einzelne Lösungsbestandsteile leicht austauschen und an aktuelle Entwicklungen anpassen sowie die Lösungen dynamisch entsprechend den Leistungsanforderungen skalieren.

EASY Content Services liefern als Lösungsbausteine im Enterprise Content Management (ECM) hohe Integrationsfähigkeit in bereits vorhandene IT-Infrastrukturen. Zu diesem Bereich zählen Module zur Erfassung, Verwaltung und Archivierung von Dokumenten und Inhalten, die Integration in bestehende Systeme und die Ausgestaltung von Geschäftsprozessen. Darauf basieren Fachanwendungen wie z. B. EASY Contract, EASY HR, EASY Invoice, EASY Request und weitere. Die auf diesen EASY Content Services basierenden Lösungen bewähren sich seit Jahren erfolgreich im Markt.

Mit EASY for SAP ® Solutions erweitern wir bestehende SAP-Systeme und Cloud-Plattformen um erfolgreiche Lösungen wie EASY Invoice Management, EASY Contract Management, EASY Order Confirmation, EASY Delivery Notes, EASY Employee File, EASY Reference File und EASY Material Management. Sie alle basieren auf der Low-Code-/No-Code-Plattform EASY Process2Design. Gerade für größere und international tätige Unternehmen bieten wir mit EASY for SAP Solutions ein vollständig in die jeweilige SAP-Landschaft integriertes Angebot. Dabei ist sichergestellt, dass sich die EASY for SAP Solutions einfach und komfortabel mit den Produkten und Lösungen der EASY Content Services integrieren.

1.2.2 Vertrieb

EASY vertreibt ihre Produkte über eigene Vertriebsgesellschaften und Geschäftspartner. Neben der EASY SOFTWARE Deutschland GmbH tragen eigene Landesgesellschaften im Ausland zum Direktvertrieb bei. Der Vertriebszyklus in diesen Vertriebskanälen beträgt bei reinen Applikationen drei bis zwölf Monate. Im Berichtszeitraum zeigte der Direktvertrieb in Deutschland eine erfolgreiche Transformation vom Lizenzverkauf zum Subskription-basierten Lösungsverkauf. Insgesamt werden mehr als zwei Drittel des Konzernumsatzes über den Direktvertrieb erwirtschaftet.

Der Partnervertrieb besteht aus Geschäftspartnern für den Vertrieb von EASY-Produkten und Plattformen von rund 100 Partnern im In- und Ausland. Zielkunden im Partnervertrieb sind der Mittelstand. Der Vertrieb in Ländern, in denen EASY keine lokale Vertriebsgesellschaft betreibt, erfolgt über Vertriebspartner. Der Partnervertrieb trägt rund ein Drittel zum Konzernumsatz bei.

1.2.3 Unternehmensstrategie

Strategisches Ziel für die EASY ist es, den Geschäftsmodellwandel vom Lizenzverkauf zum Software-as-a-Service und Cloudlösungsanbieter erfolgreich zu vollziehen.

Die Covid-19 Pandemie hat diesen Markttrend nochmals beschleunigt. Die weltweit auch noch in 2022 anhaltenden Ausgangsbeschränkungen haben Unternehmen so deutlich wie nie zuvor die Notwendigkeit von dezentralem Arbeiten vor Augen geführt. Die Digitalisierung von Dokumenten und Geschäftsprozessen bietet die Voraussetzung für das sichere und effiziente Arbeiten im Home Office. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre existierenden IT-Systeme mit mobilen Anwendungen zu verbinden. Das sind die Zielkunden von EASY. Der IT-Analyst Gartner prophezeit einen Wandel der Branche vom Enterprise Content Management (ECM) hin zu Content Services-Plattformen. Genau hier liegt das Geschäftsfeld der EASY, das Kunden Mehrwerte bietet: EASY vereinfacht und verwaltet für sie Inhalte und Prozesse entlang digitaler Wertschöpfungsketten und verschafft ihnen zeitgleich entscheidende Wettbewerbsvorteile in punkto Zeit, Kosten und verbesserter Kundenerlebnisse.

Für EASY bedeutet das aber auch, dass weitere, umfangreiche Änderungen und Innovationen am Produkt einschließlich Erweiterung um verschiedene Services, Automatisierung betrieblicher Abläufe mit weiteren Investitionen in IT-Systeme und Anpassung der Mitarbeiterkompetenzen an das neue Geschäftsmodell notwendig werden.

Mit dem Übergang zum neuen Software-Geschäftsmodell ist auch ein Ausbau des Partner-Ökosystems verbunden. Das umfasst auch die Anbindung an Hyperscaler und Vertriebsplattformen von Microsoft und SAP etc.

Insgesamt wird der Wandel die Finanz- und Ertragslage für eine Übergangszeit von ein paar Jahren belasten. Mittelfristig sichert EASY das Geschäft über eine wachsende Anzahl mehrjähriger Subskriptionsverträge ab, was die Planbarkeit und Robustheit des EASY Geschäfts erhöhen wird.

Teil der Unternehmensstrategie ist es auch, regelmäßig die Opportunitäten für Zukäufe oder strategische Partnerschaften zu sondieren.

1.3 Steuerungssystem

Die Verwaltung der Muttergesellschaft steuert die Belange des Konzerns in ordentlichen Sitzungen der Organe der Gesellschaft sowie zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Darüber hinaus werden kontinuierlich Themen einschließlich Risiko- und Chancenberichte im Rahmen von regelmäßigen Management-Meetings erörtert, an denen Vertreter aus allen Bereichen des Konzerns teilnehmen.

Der Vorstand legt großen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung des Konzerns. Die wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Steuerungszahlen des Unternehmens werden nachfolgend einzeln dargestellt. Sie dienen der internen Steuerung des Konzerns und werden im Rahmen des Konzern-Reportings monatlich an den Vorstand berichtet.

Das Management-Reporting basiert auf vollständigen monatlichen Konzernabschlüssen einschließlich Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Kapitalflussrechnungen, deren Abweichungen vom Budget und zu den Vorjahreszahlen analysiert werden. Ergänzt werden die Monatsberichte um Quartalsprognosen der Vertriebspipeline und des operativen Cash-Flows sowie um Änderungen in der Software-Entwicklungspipeline.

1.3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Mutterunternehmens sind das EBITDA und die Umsatzerlöse. Finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Konzerns sind das Konzern-EBITDA sowie die Konzernumsatzerlöse. Die Basis zur Berechnung dieser Indikatoren bildet der Einzelabschluss der EASY SOFTWARE AG bzw. der Konzernabschluss der EASY Gruppe.

Umsatzerlöse

Indem EASY sich vermehrt auf skalierbare Produkte und Technologien fokussiert, spielt die Umsatzentwicklung in der Unternehmens- und Konzern-steuerung eine wichtige Rolle. Der Umsatz wird differenziert nach Lizenz- und Cloud-Umsätzen sowie Wartungs- und Serviceumsätzen. Jeder Umsatzbereich hat eigene Indikatoren. Der Umsatz der EASY SOFTWARE AG ist von EUR 30,3 Mio. auf EUR 30,7 Mio. leicht gestiegen. Der gesamte Konzernumsatz stieg zum Vorjahr von EUR 49,2 Mio. auf EUR 49,4 Mio.. Zur Erreichung dieser Ziele ist die (Weiter-)Entwicklung innovativer Plattformen und Lösungen ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts der EASY SOFTWARE.

Zukünftig wird neben dem Umsatz auch die Entwicklung des jährlich wiederkehrenden Umsatzes (Annual Recurring Revenue), der vertraglich unterlegt ist, eine steigende Bedeutung bekommen.

EBITDA, EBITDA-Marge und operativer Cash-Flow

EASY legt großen Wert auf die erfolgreiche Monetarisierung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios. Ziel ist es, profitables Wachstum zu erzielen. Vor diesem Hintergrund stellt das (Konzern-) EBITDA eine wichtige Rolle in der Unternehmens- bzw. Konzernsteuerung dar. Die EBITDA-Marge ergibt sich aus dem (Konzern-)Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern dividiert durch die (Konzern-) Umsatzerlöse.

Im Berichtszeitraum wurde im Konzern ein EBITDA von EUR 5,0 Mio. (2021: EUR -4,9 Mio.) und in der EASY SOFTWARE AG ein EBITDA von EUR 0,6 Mio. (2021: EUR -6,5 Mio.) erzielt. Das EBITDA im Geschäftsjahr 2021 wurde im Wesentlichen durch umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen beeinflusst.

Der operative Cash-Flow, für den das EBITDA ein Indikator ist, sank im Berichtsjahr um EUR 1,1 Mio. auf EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: 2,0 Mio.). Die Kennzahl beschreibt die in der Berichtsperiode durch die operative Geschäftstätigkeit erwirtschafteten Mittel.

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote der EASY Gruppe errechnet sich als Quotient aus dem Eigenkapital und der Bilanzsumme und dient als Indikator für die finanzielle Stabilität des Unternehmens.

Zum Bilanzstichtag 2022 betrug die Konzerneigenkapitalquote 44 % (2021: 45 %).

1.3.2 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Neben den finanziellen Leistungsindikatoren spielen für die Steuerung des Mutterunternehmens sowie der EASY Gruppe eine Reihe nicht-finanzieller Leistungsindikatoren eine wichtige Rolle. Hervorzuheben sind hier die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, interne Kommunikation sowie Corporate Social Responsibility der Gruppe.

Kundenzufriedenheit und -loyalität

Zur Sicherstellung von profitablem und nachhaltigem Wachstum ist es notwendig, die Kundenzufriedenheit, -loyalität und positive Kundenerlebnisse in den Mittelpunkt von betrieblichen Abläufen und unternehmerischen Entscheidungen zu stellen.

Die Messung und Einführung des Kunden-Net-Promoter-Score (Kunden-NPS) hat maßgeblich zur Messung und Bewertung der Kundenzufriedenheit beigetragen.

Mitarbeitende als Erfolgsfaktor

Die Steigerung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist wichtig, um EASY im Wettbewerb um Arbeitskräfte als attraktiven und zukunftsorientierten Arbeitgeber zu positionieren. Innovationsgeist, Begeisterung, Engagement und Talent der Mitarbeitenden sind Grundvoraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum. Die individuelle Förderung und Karriereent-wicklung von Mitarbeitenden besitzen im EASY Konzern höchste Bedeutung. Im Berichtsjahr wurden daher mit externen Coaches verschiedene Workshops mit knapp zwei Dritteln der Mitarbeitenden durchgeführt. Darüber hinaus gab es in internen Formaten auf freiwilliger Basis regelmäßige Lernangebote in interaktiven Formaten. Zusätzlich bietet EASY das firmeninterne Schulungsprogramm EASY Academy allen Mitarbeitenden an - hier gibt es nicht nur wichtiges Know-How zu unseren Produkten, sondern auch Tipps & Tricks für Präsentationen und Erstellung von Videoformaten. In dem Sprachförderungsprogramm Babbel stellte EASY den Mitarbeitenden Lizenzen zur Verfügung, mittels der die Nähe und Interaktion zwischen deutsch- und englischsprachigen Mitarbeitenden durch das Erlernen und Verbessern der jeweiligen Fremdsprache erhöht wird.

Interne Kommunikation

Über das gesamte Jahr 2022 war das mobile Arbeiten bei EASY weiterhin die am weitesten verbreitete Arbeitsweise. Trotz des Umzugs in neue, moderne Büroräumlichkeiten, die die Kommunikation abteilungsübergreifend fördert, wurde ebenfalls in weitere Kommunikationsmaßnahmen investiert. Im Dezember 2022 wurde eine neue interne Kommunikationsplattform vorgestellt, die das alte Intranet abgelöst hat. Die neue Kommunikationsplattform befördert Interaktion zwischen den Mitarbeitenden, vereinfacht die transparente Kommunikation und ist über verschiedene Kanäle (Mobile, Desktop, in Teams integriert) erreichbar, so dass möglichst viele Berührungspunkte mit internen Informationen sichergestellt sind. Darüber hinaus gab es Livestreams mit Management und Vorstand, die Informationen aus erster Hand lieferten, was insbesondere der Veranschaulichung und Etablierung der Unternehmensstrategie zuträglich war. Die Informationsformate und insbesondere das neue Kommunikationstool stießen auf sehr positive Resonanz.

Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility

EASY versteht unter Nachhaltigkeit, Entscheidungen unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten zu treffen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der effiziente, schonende und sparsame Einsatz von Ressourcen.

Die vor Jahren etablierte Kooperation zwischen EASY und AfB Social and Green IT läuft erfolgreich fort. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit dekonstruieren und überholen Arbeitskräfte mit und ohne Behinderung ausgediente Hardware von EASY für eine Wiederverwertung.

Programmieren ist in einer digitalisierten Welt genauso wichtig wie Dreisatz rechnen oder Grammatikübungen. Deshalb fördert EASY Initiativen, die jungen Menschen erste IT-Kenntnisse vermitteln. Im Rahmen der Hacker School, einem gemeinnützigen Förderformat für angehende IT-Expert*innen, hat EASY ein zweitägiges Seminar durchgeführt. Dafür nahmen sich zwei Mitarbeitende in Leipzig die Zeit, ein umfangreiches Lehrprogramm rund um die visuelle Programmiersprache Scratch zu entwerfen. So brachten sie den Kindern und Jugendlichen unter anderem bei, wie sie ihre ersten interaktiven Spiele und Geschichten programmieren. Im Rahmen einer Projektwoche an einer Leipziger Oberschule sponsorte EASY außerdem einen Programmierworkshop der Initiative Coding Giants. Dort wurden den Jugendlichen die Basics des Programmierens spielerisch beigebracht. Das Programm eröffnet Jugendlichen eine Berufswelt, die im deutschen Schulalltag bisher noch nicht präsent genug ist.

Im Rahmen einer Initiative pflanzt EASY seit 2021 bei abgeschlossenen Kundenfeedbackumfragen Bäume in Nicaragua. Die Bäume wachsen in einer der ärmsten Regionen Lateinamerikas, die stark vom Klimawandel betroffen ist. Neben ihrer CO 2 -neutralisierenden Funktion beleben die Bäume dort den ausgetrockneten Boden und beugen so Überschwemmungen vor. Das Pflanzen und die dauerhafte Pflege der Bäume schaffen zudem ein nachhaltiges Geschäft für die Bäuerinnen und Bauern der Region. Das Projekt steht nicht nur für Klimaschutz, sondern auch für Klimagerechtigkeit zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden.

Fernab größerer oder regelmäßiger Aktivitäten engagiert EASY sich immer wieder mittels verschiedener Spendenaktionen. Allein im Jahr 2022 gab es zum Beispiel gleich mehrere Spendenaktionen für humanitäre Hilfe in der Ukraine sowie Spenden für die Sozialinitiative Essener Chancen e.V. des Vereins Rot-Weiß Essen. Zu nennen sind auch die auf Mitarbeiterinitiative fast 100 Geschenke an Kinderhäuser in Essen und Umgebung im Rahmer einer Wunschbaumaktion zur Weihnachtsfeier 2022.

1.4 Forschung und Entwicklung

Die EASY SOFTWARE AG steuert ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der gesamten Gruppe über eine Produktentwicklungseinheit. Die Einheit besteht im Wesentlichen aus zwei Säulen, welche einerseits für Cloud native Produkte und andererseits für klassische Produkte stehen. In der Säule Cloud-Native entsteht ein Produktportfolio, welches sich technologisch auf das Cloudgeschäft der Zukunft konzentriert und trotzdem hybridfähig sein wird. In der zweiten Säule (Hybrid) findet anhand eines strukturierten KVP-Prozesses die Pflege und Weiterentwicklung unserer, aktuell am Markt verfügbaren, Produkte und Lösungen statt. Frühzeitiges Erkennen von Trends und ein kundenzentrierter Ansatz sind die Basis für die Entwicklung neuer Lösungen. Die aktive Mitarbeit von EASY in verschiedenen IT-Fachverbänden unterstützt die Fokussierung.

Im Geschäftsjahr 2022 lag der wesentliche Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf der Optimierung der neuen EASY Produktarchitektur, die die Kombination verschiedener Produkte und Lösungen ermöglicht. Kunden können damit cloud-native Software in Kombination mit lokal installierter Software nutzen. Hybride Szenarien sind die zukünftigen Einsatzmodelle der Kunden, die im Rahmen einer weiteren Mobilisierung von Anwendungen neue digitale Angebote erwarten. Zu diesem Zweck wurden auch zahlreiche bestehende Kernprodukte überarbeitet und in einzelne Komponenten zur modularen Verwendung aufgeteilt.

Neben den bisher bereits verfügbaren Systemplattformen wie Microsoft oder Linux Servern werden nun vielfach auch Containertechnologien wie Docker unterstützt. Darüber hinaus wurden die Integrationen in ERP, CRM und Collaboration Systeme an die Cloud-Versionen der Hersteller angepasst und weitere Schnittstellen und Verfahren wie die Unterstützung des SAP-Information Lifecyle Management oder die Integration zu SAP Success Factors realisiert. Die EASY Applikationen wurden um Cloud Services verschiedener Anbieter erweitert und ermöglichen damit digitale Zusammenarbeit und Signaturverfahren sowie weitere Automatisierungen im Personalmanagement oder im Beschaffungswesen.

Im Berichtszeitraum entstanden Aufwendungen im Konzern für Forschung und Entwicklung von Softwareprodukten in Höhe von TEUR 5.372 (i.Vj. TEUR 4.400). In der EASY Gruppe wurden im Geschäftsjahr keine Entwicklungskosten (i.Vj. TEUR 997) aktiviert.

Künstliche Intelligenz

Seit dem 1. März 2021 lehrt Dr. Anne Stockem Novo als Stiftungsprofessorin im Fachgebiet Angewandte Künstliche Intelligenz an der Hochschule Ruhr West (HRW). Die Stiftungsprofessur wurde von der EASY SOFTWARE AG initiiert und gefördert. Junge Talente profitieren von diesem Fach an der HRW in ihrer Ausbildung und in ihrer weiteren beruflichen Entwicklung, auch weil Profis von EASY vor Ort mit den Studierenden zusammenarbeiten und EASY in verschiedenen Projekten als Kooperationspartner bereitsteht. Nicht zuletzt profitiert auch die Wirtschaft der Region, die in Zukunft auf das KI-Knowhow angewiesen sein wird.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die EASY Gruppe ist vorwiegend am deutschsprachigen Markt tätig und damit auch in erster Linie von den hier vorherrschenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen betroffen.

Nach den signifikant durch die COVID-19-Pandemie beeinflussten wirtschaftlichen Entwicklungen der Jahre 2020 und 2021 erreichte die Wirtschaftsleistung im Euroraum zum Jahreswechsel 2021/2022 und den ersten Monaten darauf erstmals wieder ihr Vor-Pandemie-Niveau. Ungeachtet der weiterhin hohen Infektionszahlen war die konsumbezogene Mobilität in den ersten Monaten 2022 nur wenig beeinträchtigt und entsprechend zeigten sich auch die Unternehmen zuversichtlich.

Bereits im Laufe des ersten Quartals 2022 jedoch belastete der Schock des Krieges in der Ukraine unmittelbar den Verlauf dieser Erholung. Besonders die hohen Energiepreise und gestörte Lieferketten dämpften die Wirtschaftstätigkeit und in direkter Auswirkung auch die heimische Kaufkraft. Auch die gestiegene allgemeingesellschaftliche Unsicherheit beeinträchtigte Geschäft und Konsum. Vor diesem angespannten Hintergrund kämpften Unternehmen in Deutschland und anderen EU-Staaten zusätzlich mit einem signifikanten und branchenübergreifenden Fachkräftemangel. Neben geschäftlichen Auswirkungen hielt dieser aber zumindest den Arbeitsmarkt über das Jahr hinweg stabil.

Den vielen globalen und heimischen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen zum Trotz wuchs das preisbereinigte deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 1,9 Prozent. Dieses relative Wachstum ist nicht zuletzt der Erholung von den noch schwächeren Wirtschaftsjahren 2020 und 2021 geschuldet. Trotz der erneuten wirtschaftlichen Schockmomente verlief die Wachstumskurve des BIP vom ersten bis zum letzten Quartal 2022 weitestgehend kontinuierlich und ohne größere Einbrüche wie sie zuvor im Jahr 2021 und insbesondere im Jahr 2020 zu sehen waren.

Nach dem signifikanten Anstieg der Großhandelspreise für Energie sind diese zum Jahresende 2022 hin deutlich gesunken - auch, wenn sie sich noch immer auf einem Niveau befinden, welches das der Vorjahre bei weitem übertrifft. Verschiedene Subventionsprogramme und Preisbremsen wurden geplant oder traten in Kraft, um private Haushalte und Unternehmen zu entlasten und somit Geschäftstätigkeiten, Konsumbereitschaft sowie die Wahrnehmung allgemeiner Unsicherheiten zu stabilisieren.

Inflation und hohe Inflationsprognosen trugen das gesamte Jahr 2022 über sowohl praktisch als auch in der Wahrnehmung zu diesen Hemmnissen und Unsicherheiten bei. Insgesamt sind die Inflationsaussichten für 2023 zum Ende des Jahres 2022 mit 5,4 Prozent jedoch deutlich niedriger als in vorherigen Prognosen errechnet. Nichtsdestotrotz werden die real verfügbaren Einkommen und damit verknüpft auch der private Konsum im Jahr 2023 weiter zurückgehen - was auch die Gesamtwirtschaft mit weiteren Auswirkungen beeinflussen wird. Jedoch wird das Minus geringer ausfallen als über das Jahr 2022 hinweg prognostiziert.

So rechnet man für 2023 nun mit einem leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent und - in frühen Prognosen - mit einem Anstieg von 1,3 Prozent für 2024, was weitere Stabilität auch über die nächsten Monate hinaus signalisiert. Als negative Vorzeichen gelten zu Beginn des Jahres 2023 jedoch insbesondere die Exportdefizite Deutschlands - eine Entwicklung, die auch die gesamte EU sowie die USA betrifft.

Quellen:

https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kieler-konjunkturberichte/2022/euroraum-im-fruehjahr-2022-kriegsschock-lastet-auf-erholung-17112/

https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kieler-konjunkturberichte/2022/deutsche-wirtschaft-im-winter-2022-im-kriechgang-durch-die-energiekrise-17876/

https://www.ifw-kiel.de/index.php?id=15876&L=1

2.2 Markt und Marktumfeld

Die ITK-Branche war insgesamt eine der Branchen, die weniger von den Umsatzrückgängen nach Beginn der COVID-19-Pandemie betroffen waren. Dennoch waren 2021 und 2022 stark davon beeinflusst und blieben initial hinter den hohen Erwartungen zurück, die Umsatz- und Arbeitsmarktprognosen zu Beginn von 2020 für die nächsten Jahre versprachen. 2022 hat Russland mit dem Krieg gegen die Ukraine die heimische ITK-Branche im wahrsten Sinne auf Talfahrt geschickt. Entgegen den Erwartungen, dass der Ukraine-Krieg die Märkte zum Kollabieren bringen könnte, trotzt die deutsche Digitalbranche der Krise und schaffte es, die Gesamtumsätze erstmals über die 200 Milliarden Euro Grenze zu hieven.

Somit laufen die Geschäfte in der Digitalbranche besser als noch vor wenigen Monaten angenommen. Zur Jahresmitte 2022 hatte eine Mehrzahl der Unternehmen für das zweite Halbjahr zurückgehende Umsätze erwartet. Tatsächlich aber entwickelten sich die Umsätze für die meisten Unternehmen positiv. Die Geschäftslage der IT- und Telekommunikationsunternehmen lag laut Bitkom-ifo-Digitalindex zum Jahresende mit 31,7 Punkten klar im Plus. Der Index bildet die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate ab und berechnet daraus das Geschäftsklima.

Für die Gesamtwirtschaft weist das ifo-Institut ein Geschäftsklima aus, das mit -11,3 Punkten deutlich im Minus liegt. Die Geschäftslage der Gesamtwirtschaft sinkt von 14,6 auf 12,3 Punkte. Die Geschäftserwartungen steigen auf sehr niedrigem Niveau von -40,9 auf -32,2 Punkte. Auch hier zeigt sich: Die Digitalbranche ist krisenfest, das Umfeld und somit die Branche selbst aber von vielen Unsicherheiten geprägt.

Der positive Trend zeigt sich auch in dem gestiegenen Bedarf an Fachkräften. Die Beschäftigtenzahl soll um 3,4 Prozent auf 1,352 Millionen steigen. Nach Berechnungen des Bitkom liegt der Fachkräftemangel auf Rekordniveau und gilt als eines der größten Hemmnisse und eine der größten Sorgen der ITK-Branche. Laut Bitkom-Präsident Achim Berg fehlen 137.000 IT-Expertinnen und -Experten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Obendrein brauche es in Deutschland eine "digitalpolitische Zeitenwende". "Statt ein bisschen Veränderung hier und ein bisschen Veränderung dort müssen wir uns von alten, analogen Prozessen trennen und so bald wie möglich auf digital only setzen", konstatiert Berg. Dazu gehöre, dass der Staat digital funktionsfähig werden müsse, Daten sehr gezielt oder gezielter genutzt werden, und wir uns insgesamt digital sicherer und souveräner aufstellen müssten, sowohl in den Infrastrukturen als auch in den Unternehmen und Privathaushalten - ergänzt durch die Entkopplung von einseitigen internationalen Handelsbeziehungen.

Der Digitalverband Bitkom erwartet für die Unternehmen der IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 3,8 Prozent. Ein Viertel der Digitalunternehmen will im kommenden Jahr die Investitionen erhöhen (27 Prozent), weitere 51 Prozent wollen sie auf dem Niveau des Vorjahres fortführen. Jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) plant niedrigere Investitionen. Ausgeweitet werden sollen vor allem Investitionen in Software. 28 Prozent planen zusätzliche Ausgaben, nur 14 Prozent Kürzungen.

Quellen:

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Russland-ITK-Markt-auf-Talfahrt

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalbranche-trotzt-der-Krise-schafft-neue-Jobs#_

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Geschaeftslage-Digitalbranche-weiter-stabil

https://www.bitkom.org/Marktdaten/ITK-Konjunktur/ITK-Markt-Deutschland.html

2.3 Wesentliche Ereignisse im Berichtszeitraum

Delisting

Die Frankfurter Wertpapierbörse hat der EASY SOFTWARE AG (ISIN DE000A2YN991) am 10. Februar 2022 mitgeteilt, dass dem Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien der EASY SOFTWARE AG zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) stattgegeben wurde. Das Delisting wurde demnach mit Ablauf des 15. Februar 2022 wirksam. Nach diesem Zeitpunkt können die Aktien der EASY SOFTWARE AG nicht mehr an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden.

2.4 Beurteilung der Geschäftsentwicklung

Die Konzernentwicklung im gesamten Geschäftsjahr 2022 lag beim Umsatz innerhalb der prognostizierten Bandbreite.

Unter Berücksichtigung der Softwarepflege-Verträge konnte der Anteil vertraglich abgesicherter Umsätze insgesamt auf rund 66 % (i. Vj. 63 %) des Jahresumsatzes 2022 gesteigert werden.

Durch den Gewinnabführungsvertrag zwischen der EASY SOFTWARE AG und der deltus 36. AG wird im Konzernergebnis ein Aufwand aus Gewinnabführung von EUR 2,8 Mio. (i.Vj. Ertrag aus Verlustübernahme von EUR 6,4 Mio.) ausgewiesen.

2.5 Unternehmenslage

Die Bilanzierung der EASY SOFTWARE AG erfolgt im Einzelabschluss und seit dem Geschäftsjahr 2022 im Konzernabschluss nach HGB. Es kann im Folgenden zwischen dem Zahlenwerk des Abschlusses und den hier angegebenen (Kenn-)Zahlen zu Rundungsdifferenzen kommen.

2.5.1 Ertragslage des Konzerns

Änderung der Bilanzierung: Im Geschäftsjahr 2022 hat die EASY Gruppe die Erstellung des Konzernabschlusses von IFRS auf HGB umgestellt. Die Vorjahreswerte wurden dahingehend angepasst, als ob EASY in der Vergangenheit generell ihre Konzernabschlüsse nach HGB erstellt hätte.

Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz der EASY Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 49,4 Mio. (2021: EUR 49,2 Mio.). Er liegt damit innerhalb der im Vorjahr prognostizierten Bandbreite.

55,7 % des Konzernumsatzes entfielen auf Wartungserlöse (2021: 53,3 %), 19,2 % auf Dienstleistungen (2021: 20,6 %), 10,2 % (2021: 9,7 %) auf Cloud und Software-Miete, sowie 13,64 % auf Softwarelizenzen (2021: 15,9 %). 1,2 % (2021: 0,5 %) entfielen auf Sonstige.

Zuzüglich sonstiger betrieblicher Erträge ergab sich eine Gesamtleistung in Höhe von EUR 50,4 Mio. (2021: EUR 52,7 Mio.).

Die sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 0,9 Mio. (2021: EUR 2,5 Mio.) waren im Wesentlichen durch Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen von EUR 0,5 Mio. und Schadenersatzforderungen von EUR 0,1 Mio. geprägt.

Ergebnisentwicklung

Die Umsatzerlöse sind zum Vorjahr von EUR 49,2 Mio. auf EUR 49,4 Mio. leicht gestiegen.

Die Materialaufwandsquote stieg von 20,7 % auf 25,6 %, was vor allem auf einen erheblich höheren Anteil von bezogenen Leistungen zurückzuführen war. Der Personalaufwand sank durch die erfolgreiche Restrukturierung von EUR 35,6 Mio. im Geschäftsjahr 2021 (Quote 72,4 %) auf EUR 23,8 Mio. (Quote 48,1 %). Im Vorjahr waren EUR 6,6 Mio. durch die Erfassung von Rückstellungen im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen begründet. Ohne diese wären die Personalaufwendungen zum Vorjahr um EUR 5,2 Mio. rückläufig.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken im Berichtsjahr auf EUR 9,0 Mio. (2021: EUR 11,8 Mio.).

Vor diesem Hintergrund belief sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 5,0 Mio. (2021: EUR -4,9 Mio.). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sanken von EUR 4,9 Mio. auf EUR 4,3 Mio. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stieg auf EUR 0,6 Mio. (2021: EUR -9,9 Mio.).

Das Ergebnis der At Equity bewerteten Finanzanlagen aus der friendWorks GmbH betrug EUR 0,3 Mio. (2021: EUR 0,2 Mio.).

Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich entsprechend auf EUR 1,5 Mio. (2021: EUR -9,9 Mio.). Unter Berücksichtigung eines Steuerertrags in Höhe von EUR 1,7 Mio. (2021 EUR 1,3 Mio.) ergab sich somit ein Konzernjahresüberschuss (Geschäftsergebnis) vor Verlustübernahme in Höhe von EUR 3,2 Mio. (2021: Konzernjahresfehlbetrag EUR -8,6 Mio.).

Durch die Gewinnabführung an die deltus 36. AG von EUR 2,8 Mio. (2021: Verlustübernahme von EUR 6,4 Mio.) entstand insgesamt ein Konzernjahresüberschuss von EUR 0,4 Mio. (2021: Konzernverlust EUR -2,2 Mio.).

2.5.2 Ertragslage der EASY SOFTWARE AG

Die Umsatzerlöse der EASY SOFTWARE AG stiegen im Geschäftsjahr 2022 leicht auf EUR 30,7 Mio. (2021: EUR 30,3 Mio.). Die Gesamtleistung inklusive sonstiger betrieblicher Erträge verringerte sich auf EUR 31,3 Mio. (2021: EUR 33,8 Mio.). Dies ist im Wesentlichen durch im Vorjahr erfassten Erlöse aus Klagen begründet sowie dem Umstand, dass in 2022 keine Eigenleistungen aktiviert wurden (2021: EUR 1,5 Mio.).

Kostenseitig stiegen die Materialaufwendungen durch höhere bezogene Leistungen von EUR 8,0 Mio. auf EUR 8,2 Mio. Die Personalaufwendungen sanken im Berichtszeitraum, insbesondere durch die in 2021 durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen, von EUR 19,7 Mio. auf EUR 11,5 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken auf EUR 10,9 Mio. (2021: EUR 12,5 Mio.), resultierend in einem EBITDA in Höhe von EUR 0,6 Mio. (2021: EUR -6,5 Mio.).

Die Abschreibungen stiegen zum Vorjahr um EUR 0,1 Mio., so dass sich für den Berichtszeitraum ein EBIT in Höhe von EUR -0,4 Mio. (2021: EUR -7,4 Mio.) ergab.

Das Finanzergebnis stieg auf EUR 3,2 Mio. (2021: EUR 0,9 Mio.). Wesentlichen Einfluss hatte der Ertrag aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der EASY SOFTWARE Deutschland GmbH von EUR 2,2 Mio., sowie die Zinserträge durch Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Durch den Gewinnabführungsvertrag mit der deltus 36. AG wurden im Geschäftsjahr EUR 2,8 Mio. Ergebnis abgeführt. Das Jahresergebnis (Geschäftsergebnis) beträgt hierdurch und für die zukünftige Dauer des Gewinnabführungsvertrages EUR 0.

2.5.3 Vermögens- und Finanzlage des Konzerns

2.5.3.1 Vermögenslage

Kapitalstruktur

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme im Berichtszeitraum von EUR 35,7 Mio. auf EUR 37,0 Mio. erhöht.

Die Zunahme ist auf der Aktivseite hauptsächlich auf die gestiegenen Ausleihungen an verbundene Unternehmen, im Wesentlichen an die deltus 36. AG, zurückzuführen.

Auf der Passivseite stieg, bedingt durch das positive Konzernergebnis, das Eigenkapital auf EUR 16,4 Mio. (2021: EUR 15,9 Mio.). Durch Erfassung des Gewinnabführungsvertrags von EUR 2,8 Mio., kurzfristige Ausleihungen bei verbundenen Unternehmen von EUR 2,0 Mio. und Ausleihungen bei der Sixth Street, London von EUR 5,0 Mio. stiegen die finanziellen Verbindlichkeiten im Berichtszeitraum.

Die EASY Gruppe verfügt zum 31. Dezember 2022 weiterhin über eine sehr solide Eigenkapitalquote in Höhe von 44 % (2021: 45 %).

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen erhöhten sich von EUR 16,1 Mio. auf EUR 24,7 Mio. Die Finanzanlagen stiegen auf EUR 15,8 Mio.. und entfallen mit TEUR 15.172 auf ein langfristiges Darlehen an die Hauptaktionärin deltus 36. AG. Das Anlagevermögen entspricht einem Anteil an der Bilanzsumme in Höhe von 66,7 % (2021: 45,1 %).

Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen sank auf EUR 5,9 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 13,0 Mio.), einhergehend mit einem Anteil an der Bilanzsumme in Höhe von 16,1 % (2021: 36,5 %). Die im Vorjahr erfasste Forderung aus Verlustausgleich der deltus 36. AG wurde im Geschäftsjahr gegen ein Darlehen gewandelt und daher im Geschäftsjahr bei den Finanzanlagen ausgewiesen. Die Zahlungsmittel betrugen EUR 3,5 Mio. (i.Vj. EUR 4,1 Mio.).

Rückstellungen

Die Rückstellungen reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr durch im Vorjahr erfasste Restrukturierungsaufwendungen. Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 3,7 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 10,8 Mio.). Dies entspricht einem Anteil an der Bilanzsumme in Höhe von 10,1 % (2021: 30,3 %).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtszeitraum von EUR 5,7 Mio. zum 31. Dezember 2021 auf EUR 14,3 Mio. zum 31. Dezember 2022, einhergehend mit einem Anteil an der Bilanzsumme in Höhe von 38,6 % (2021: 15,9 %). Wesentliche Veränderungen zum Vorjahr ergaben sich bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von EUR 4,8 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 0,0 Mio.), und gestiegenen kurzfristigen Ausleihungen von EUR 5,0 Mio. (i.Vj. EUR 2,8 Mio.).

Eigenkapital

Zum 31. Dezember 2022 stieg das Eigenkapital auf EUR 16,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 15,9 Mio.). Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem gestiegenen Konzernjahresergebnis.

Das gezeichnete Kapital betrug im Berichtszeitraum EUR 6,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 6,4 Mio). Die Eigenkapitalquote sank auf 44 % (31. Dezember 2021 45 %).

2.5.3.2 Finanzlage

Der Nettozahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit verminderte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf EUR 0,9 Mio. (2021: EUR 2,0 Mio.).

Der Nettozahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf EUR 5,5 Mio. (2021: EUR 4,2 Mio.). Im Cashflow aus Investitionstätigkeit sind EUR 5,8 Mio. (2021: EUR 2,9 Mio.) Auszahlungen für Darlehen an die deltus 36. AG enthalten.

Der Nettozahlungsmittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit summierte sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 4,0 Mio. (2021 Nettozahlungsmittelabfluss EUR 2,9 Mio.). Im Geschäftsjahr erfolgten keine Auszahlungen für die Ablösung von Darlehen (2021: EUR 5,4 Mio.) Dazu kamen Zinszahlungen in Höhe von EUR 0,2 Mio. (2021: EUR 0,3 Mio.).

Somit ergab sich für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt ein Gesamt-Cashflow in Höhe von EUR -0,5 Mio. (2021: EUR -5,0 Mio.). Der Finanzmittelbestand betrug am 31. Dezember 2022 auf EUR 3,5 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 4,1 Mio.).

2.5.4 Vermögens- und Finanzlage der EASY SOFTWARE AG

Kapitalstruktur

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme im Berichtszeitraum von EUR 46,8 Mio. auf EUR 49,2 Mio. erhöht.

Die Veränderung auf der Aktivseite betrifft hauptsächlich die Ausleihungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Im Geschäftsjahr wurden Ausleihungen an verbundene Unternehmen von TEUR 12.252 (i.Vj. TEUR 2.927) getätigt. Die Ausleihungen betreffen im Wesentlichen die deltus 36. AG, mit der ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht.

Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten betrugen EUR 0,9 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 0,9 Mio.).

Auf der Passivseite blieb das Eigenkapital von EUR 32,5 Mio. zum Vorjahr gleich.

Die sonstigen Rückstellungen sanken, im Vorjahr im Wesentlichen bedingt durch Restrukturierungsmaßnahmen signifikant erhöht, um EUR 5,7 Mio. Die Verbindlichkeiten stiegen durch höhere Verbindlichkeiten gegenüber Dritten und verbundenen Unternehmen. Die Positionen beinhalten ein kurzfristig fälliges Darlehen bei der Sixth Street, London, von EUR 5,0 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 2,8 Mio.).

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen stieg im Berichtszeitraum von EUR 30,4 Mio. auf EUR 42,1 Mio. Ursächlich für die Steigerung waren im Wesentlichen gestiegene Ausleihungen an die deltus 36. AG.

Die Sachanlagen veränderten sich im Wesentlichen durch Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung, verringert um planmäßige Abschreibungen. Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen werden jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2022 waren, wie im Vorjahr, keine Wertminderungen zu verbuchen. Insgesamt entfielen 85,5 % (31. Dezember 2021: 64,9 %) der Bilanzsumme auf das Anlagevermögen.

Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich von EUR 14,2 Mio. zum 31. Dezember 2021 auf EUR 5,6 Mio. zum 31. Dezember 2022. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sanken, im Wesentlichen bedingt durch die im Vorjahr ausgewiesene Forderung aus dem Verlustausgleich an die deltus 36. AG und geringere sonstige Forderungen, um EUR 7,6 Mio. Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken zum Vorjahr um EUR 0,8 Mio. Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten waren mit rund EUR 0,9 Mio. zum Vorjahr konstant. In Summe verringerte sich das Umlaufvermögen auf EUR 6,5 Mio. zum 31. Dezember 2022 (2021: EUR 15,1 Mio.) entsprechend einem Anteil von 13,2 % an der Bilanzsumme (31. Dezember 2021: 32,2 %).

Rechnungsabgrenzungsposten und aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten verringerten sich von EUR 1,3 Mio. zum 31. Dezember 2021 auf EUR 0,6 Mio. zum Ende des Berichtszeitraums. Die Reduzierung erfolgte im Wesentlichen durch im Geschäftsjahr 2021 im Voraus bezahlte Restrukturierungsaufwendungen. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung einer Pensionsverpflichtung belief sich wie im Vorjahr auf unter EUR 0,1 Mio..

Eigenkapital

Das Eigenkapital der Gesellschaft blieb mit EUR 32,5 Mio. zum Vorjahr unverändert. Das Jahresergebnis der Gesellschaft wird für die Dauer des Gewinnabführungsvertrags bei der deltus 36. AG ausgewiesen.

Im Ergebnis sank die Eigenkapitalquote von 69,4 % zum 31. Dezember 2021 auf 66,0 % zum 31. Dezember 2022.

Rückstellungen

Die Rückstellungen verminderten sich im Berichtszeitraum von EUR 7,6 Mio. zum 31. Dezember 2021 auf EUR 1,8 Mio. zum 31. Dezember 2022. Davon entfielen im Vorjahr EUR 5,8 Mio. auf Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen. In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus Mitarbeiterprovisionen von EUR 0,6 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 0,8 Mio.), Inflationsausgleichsprämien von EUR 0,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 0) und ausstehenden Rechnungen von EUR 0,1 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 0,3 Mio.) enthalten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen von EUR 1,0 Mio. auf EUR 2,0 Mio.. Die Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen stiegen auf EUR 6,9 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 2,2 Mio.). Die Position enthält die Verbindlichkeit aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der deltus 36. AG von EUR 2,8 Mio. (31. Dezember 2021: Forderung von EUR 6,4 Mio.). Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen, im Wesentlichen durch Erhöhung des Darlehens bei der Sixth Street, London, auf EUR 5,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 3,1 Mio.). Die Gesamtverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 14,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 6,3 Mio.), entsprechend einem Anteil von 29,3 % an der Bilanzsumme (31. Dezember 2021: 13,4 %).

Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungen betreffen im Voraus berechnete und bezahlte Software-Pflegeverträge, deren Leistungszeiträume über das Geschäftsjahr hinausgehen. Diese beliefen sich zum Ende des Berichtszeitraums, wie auch im Vorjahr, auf EUR 0,4 Mio..

Finanzlage

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich am 31. Dezember 2022 auf TEUR 883 (31. Dezember 2021: TEUR 938). Es bestand über die deltus 36. AG eine Kontokorrentlinie bei der Sixth Street, London, in Höhe von EUR 5,0 Mio., die zum Bilanzstichtag mit EUR 5,0 Mio. in Form eines kurzfristigen Darlehens in Anspruch genommen wurde.

2.5.5 Finanzmanagement

Das Finanzmanagement der EASY SOFTWARE AG und des EASY-Konzerns hat es sich zum zentralen Ziel gesetzt, jederzeit über ausreichende Liquiditätsreserven zu verfügen, finanzielle Risiken zu minimieren und die finanzielle Flexibilität zu sichern. Die operative Geschäftstätigkeit der einzelnen Gesellschaften und der daraus resultierende Mittelzufluss stellen die Hauptliquiditätsquelle dar. Dazu kommen die Erträge aus assoziierten Unternehmen auf Konzernebene bzw. aus Beteiligungsunternehmen und Gewinnabführungsverträgen auf Einzelabschlussebene. Eine umfangreiche Finanzierung über verzinsliches Fremdkapital ist lediglich bei großen Investitionen, wie zum Beispiel Unternehmenskäufen, erforderlich und wird daher einzelfallbezogen betrieben. Die Darlehen haben dabei regelmäßig feste Verzinsungen.

Eine adäquate Eigenkapitalausstattung ist Zielsetzung, die mit über 40 % sowohl auf Ebene des Mutterunternehmens als auch auf Konzernebene erreicht wird, und soll das externe Rating durch Banken unterstützen.

Die Zielerfüllung wird im Rahmen der Unternehmens- und Konzernplanung überwacht. Die EASY Gruppe bezieht auf Konzernebene grundsätzlich alle konsolidierten Tochterunternehmen in diese Planung mit ein. Es wird sichergestellt, dass eine ausreichende Liquidität jederzeit gegeben ist. Mit der verfügbaren Kapitalausstattung und den getroffenen Finanzierungsmaßnahmen hat die EASY Gruppe nach Auffassung des Vorstands die wesentlichen Voraussetzungen für die künftige Entwicklung geschaffen.

Bestandteil des Finanzmanagements ist ebenfalls eine Überwachung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen im Einzelabschluss bzw. ein Werthaltigkeitstest des Geschäfts- und Firmenwertes im Konzernabschluss. Es werden jährliche Wertminderungstests, bei besonderen Ereignissen auch unterjährige Wertminderungstests, durchgeführt.

2.5.6 Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr tätigte die EASY Gruppe in das immaterielle und Sachanlagevermögen Investitionen mit einem Volumen in Höhe von EUR 0,5 Mio. (2021: EUR 2,1 Mio.). Davon flossen EUR 0,5 Mio. (2021: EUR 1,1 Mio.) in das Sachanlagevermögen und EUR 0,0 Mio. (2021: EUR 1,0 Mio.) in immaterielle Vermögenswerte und Entwicklungskosten.

Die EASY SOFTWARE AG tätigte Investitionen in das immaterielle und Sachanlagevermögen in einem Volumen in Höhe von EUR 0,5 Mio. (2021: EUR 1,8 Mio.). Die investierten Mittel flossen mit EUR 0,0 Mio. (2021: EUR 1,5 Mio.) in immaterielle Vermögenswerte und in Höhe von EUR 0,5 Mio. in Sachanlagen. Für das Geschäftsjahr 2023 sind planmäßig Investitionen in ähnlicher Höhe vorgesehen.

2.5.7 Auftragslage

Der Auftragsbestand der EASY Gruppe zum 31. Dezember 2022 bezifferte sich in Deutschland auf EUR 5,5 Mio. (31.12.2021: EUR 5,2 Mio.). Für das Geschäftsjahr 2023 rechnet der Vorstand über alle Konzerngesellschaften wieder mit einem Zuwachs im Neugeschäft. Zudem wird auch in 2023 im Sinne der Unternehmensstrategie eine überproportionale Steigerung von Software-as-a-Service Angeboten mit langfristigen Mietverträgen angestrebt. Diese Veränderung im Geschäftsmodell führt teilweise zu Umsatzverschiebungen auf die Folgejahre, wodurch nur ein leichter Wachstum des Gesamtumsatzes geplant ist.

2.5.8 Mitarbeiter

Für EASY sind qualifizierte und motivierte Mitarbeiter von strategischer Bedeutung. Im Berichtszeitraum ist die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter durch die angestoßene Reorganisation im Konzern auf 268 (2021: 355) gesunken.

Die EASY SOFTWARE AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 134 (2021: 183) Mitarbeiter. Zum Ende des Geschäftsjahres lag die Mitarbeiterzahl der EASY SOFTWARE AG bei 131 (31. Dezember 2021: 182).

2.6 Vergütungsbericht

Im Geschäftsjahr 2022 wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrates, wie auch im Vorjahr, keine Vergütungen gewährt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden den Mitgliedern des Vorstands, inklusive Nebenleistungen, TEUR 742 (i.Vj. TEUR 1.060) gewährt.

2.7 Sonstige Angaben

Wesentliche Stimmrechtsmitteilungen aus den Vorjahren, mit denen der Gesellschaft Überschreitungen der Meldeschwellen mitgeteilt wurden, lauten wie folgt:

Mitteilungsdatum Mitteilungspflichtiger Name des Aktionärs Datum der Schwellenberührung Grund der Mitteilung Gesamtstimmrechtsanteile neu
10.11.2020 Battery Partners XIII (AIV I Cayman), Ltd. 06.11.2020 Erwerb 78,38 %
Battery Partners XIII Side Fund (AIV I Cayman), Ltd.

3. Risiko- und Chancenbericht

Risiken bezeichnen die generelle Möglichkeit des Auftretens von internen oder externen Ereignissen, die eine ungünstige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz-, oder Ertragslage der EASY SOFTWARE AG bzw. deren Tochtergesellschaften haben oder durch deren Auftreten die Erreichung von gesteckten Zielgrößen gefährdet wird. Die Geschäftstätigkeit der EASY SOFTWARE AG ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die Chancen und Risiken aus unternehmerischer Tätigkeit werden vom Vorstand laufend definiert und bewertet. Wesentliche Elemente der Management- und Führungsinstrumentarien sind die Überwachung, die Analyse und Bewertung sowie die Steuerung der Risiken, wie sie § 91 Absatz 2 Aktiengesetz zwingend verlangt. Eine Kategorisierung der Risiken wird vorgenommen. Ein kategorischer Ausschluss oder eine grundsätzliche Vermeidung spezieller Risiken ist nicht vorgesehen. Risiken werden, soweit möglich und unternehmerisch sinnvoll, minimiert oder auf Dritte verlagert.

3.1 Risikomanagement

Für die EASY SOFTWARE AG und die EASY Gruppe bildet ein konsequentes Kontroll- und Risikomanagement ein wesentliches Instrument zur langfristigen Absicherung des Unternehmens bzw. Konzerns. In der EASY Gruppe existiert ein unternehmens- und konzernweites Frühwarnsystem zur Identifizierung eventueller Gefährdungen, in das sowohl interne als auch externe Risikofaktoren einfließen. Die Einhaltung der strategischen Vorgaben wird durch die jeweiligen Fachabteilungen überwacht. Eine laufende zentrale Prüfung der unternehmerischen Kennzahlen (Umsatz und EBITDA, aber auch die Entwicklung von Neukundengewinnung, KPIs, Wartungsbestandsentwicklung und Liquidität) und deren Entwicklung, Abweichungen von Planungen, Prozesskontrolle sowie Markt- und Wettbewerbsanalysen runden das Risikomanagement ab. EASY verfügt damit über ein Steuerungs- und Überwachungssystem, das die Erkennung, die Analyse inkl. Bewertung und die Kommunikation sowie Kontrolle von (bestandsgefährdenden) Risiken und ihrer Veränderung sicherstellt. Vom Risikomanagement werden grundsätzlich alle Risiken erfasst. Dabei umfasst das Risikomanagementsystem ausschließlich Risiken, keine Chancen.

Das rechnungslegungsbezogene, interne Kontroll- und Risikomanagementsystem von EASY umfasst Instrumente und Maßnahmen, die koordiniert eingesetzt werden, um rechnungslegungsbezogene Risiken zu verhindern bzw. um diese rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu beseitigen. Der Vorstand hat in diesem Zusammenhang Richtlinien und Genehmigungsstrukturen zur Risikoprävention bzw. zur Aufdeckung und Kontrolle von Risiken aufgestellt. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ist in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess vollumfänglich in den Qualitätssicherungsprozess des Unternehmens bzw. des Konzerns eingebunden. Die Gesamtverantwortung für alle Prozesse zur Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses der EASY Gruppe liegt beim Vorstand.

Die Effizienz des gesamten Risikomanagementsystems wird regelmäßig überwacht und bewertet. Verbesserungspotenziale werden unverzüglich umgesetzt.

3.2 Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Der Rechnungslegungsprozess der EASY Gruppe ist entsprechend der Größe des Unternehmens und Konzerns ausgestaltet. Die Muttergesellschaft überwacht neben der Einhaltung der Bilanzierungsvorschriften auch die Einhaltung weiterer Konzernvorgaben, wie z.B. hinsichtlich der Prozesse. Die rechnungslegungsbezogenen Geschäftsdaten der einbezogenen Konzernunternehmen werden bei der EASY SOFTWARE AG als Muttergesellschaft der Gruppe zusammengeführt. Wesentliche, für die Rechnungslegung der einbezogenen Konzernunternehmen relevante Informationen und Sachverhalte werden vor ihrer Erfassung mit den einzelnen Fachbereichen erörtert und durch das Rechnungswesen auf ihre Konformität mit den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften überprüft. Die Abschlussinhalte der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen werden durch ein entsprechendes Berichtswesen analysiert und unter Einbeziehung weiterer Fachbereiche auf deren Richtigkeit hin überprüft. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wird die EASY SOFTWARE AG fachlich durch externe Berater unterstützt. Die Erstellung der Jahresabschlüsse der Gesellschaften der EASY Gruppe erfolgt nach den im Land ihres Sitzes geltenden Rechnungslegungsvorschriften. In Deutschland richten sich diese nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB). Bei der Konsolidierung im Rahmen der Erstellung des Konzern-abschlusses erfolgt dann die Überleitung zur Rechnungslegung gemäß den deutschen Standards (HGB). Grundsätzlich können neben Risiken aus der Nichteinhaltung von Bilanzierungsregeln auch Risiken aus der Missachtung formaler Fristen und Termine entstehen. Zur Vermeidung entsprechender Risiken, wie auch zur Dokumentation, der im Rahmen der Konzernabschlusserstellung durchgeführten Arbeitsabläufe erstellt EASY einen Abschlusskalender, in dem die zeitliche Abfolge der einzelnen Tätigkeiten und die Zuordnung von Verantwortlichkeiten festgehalten wird. Mit Hilfe dieses Abschlusskalenders wird sowohl die Einhaltung der vorgegebenen Arbeitsabläufe als auch die Einhaltung vorgegebener Termine zur Abschlusserstellung überwacht. Über den Abschlusskalender werden den verantwortlichen Mitarbeitenden auch rechtzeitig Warnungen bei terminlichen oder fachlichen Problemen übermittelt. Er ermöglicht darüber hinaus eine Statusverfolgung des Erstellungsprozesses, um Risiken rechtzeitig zu erkennen und auszuräumen. Die Einhaltung der Regelungen zur IT-Sicherheit wird über individuelle Zugriffsregelungen in den rechnungslegungsbezogenen EDV-Systemen gewährleistet. Der Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss der EASY SOFTWARE AG werden von den Wirtschaftsprüfern auf die Einhaltung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften hin geprüft. Der Jahresabschluss der EASY SOFTWARE AG sowie der Konzernabschluss unterliegen der Pflichtprüfung. Das abschließende Ergebnis der vorgenommenen Prüfung wird in Form eines Vermerkes mit den jeweiligen Abschlüssen veröffentlicht.

3.3 Risiken

Neben der allgemeinen nationalen und internationalen Konjunkturentwicklung - sowohl bedingt durch die weitere pandemische Entwicklung, aber auch durch die Konfliktsituation in der Ukraine - sind es vor allem branchenspezifische Risiken und der schnelle technologische Wandel, die den Geschäftsverlauf der EASY SOFTWARE AG und der EASY Gruppe negativ beeinflussen können. Im Zusammenhang mit der konjunkturellen und branchenbezogenen Entwicklung bestehen insbesondere Umsatz- und Ergebnisrisiken, die trotz permanenter interner Kontrolle und bestehender Frühwarnsysteme nicht vollständig ausgeschlossen werden können.

3.3.1 Markt- und Umfeldrisiken

Allgemeine Marktrisiken

Die Märkte für die Produkte der EASY SOFTWARE AG und der EASY Gruppe sind durch einen sehr hohen Wettbewerb gekennzeichnet. Vor allem im europäischen Markt - und hier insbesondere im deutschsprachigen Raum - herrscht die weltweit größte Wettbewerbsdichte. Eine größere Anzahl an Unternehmen, die über funktional ähnliche Produkte verfügen, existiert jedoch seit Jahrzehnten nebeneinander, weil gleichzeitig eine sehr große Nachfrage nach entsprechenden Produkten besteht. Insbesondere bei neu entwickelten Produkten besteht neben dem generellen Akzeptanz- und Absatzrisiko auch ein erkennbares Ertragsrisiko, das durch hohe Aufwendungen für Marktentwicklung, Produkteinführung und anschließende Marktdurchdringung hervorgerufen wird. Trotz intensiver Marktforschung ist das Erreichen der gesetzten Umsatzziele für neue Produkte stets Risiken unterworfen. Während der Produktentwicklung, die sich teilweise über mehrere Jahre erstreckt, können sich die Märkte und Kundenwünsche verändern. Die Akzeptanz neuer Produkte beim Kunden ist jedoch ein wesentlicher Faktor für das Erreichen der Umsatzziele.

Die EASY Gruppe vertreibt ihre Produkte und Lösungen zur Wahrnehmung von Wachstumschancen auch international. Die internationalen Kunden werden dabei durch regionale Tochtergesellschaften oder Geschäftspartner betreut. Dadurch unterliegt die EASY Gruppe mit ihren Tochtergesellschaften auch den Risiken aus internationalen Geschäften, wie z.B. veränderten rechtlichen, steuerlichen oder politischen Rahmenbedingungen. Da die EASY Gruppe allerdings vornehmlich in Deutschland aktiv ist, sind die Risiken aus internationalen Geschäften als überschaubar einzustufen.

Risiken aus Marktpreisänderungen

Risiken aus Änderungen von Marktpreisen im Währungsbereich werden zentral durch das (Konzern-) Rechnungswesen gesteuert und aufgrund ihrer für die EASY Gruppe überschaubaren Auswirkungen derzeit nicht abgesichert. Der in anderen Währungen als dem EUR fakturierte Umsatz der EASY Gruppe liegt bei umgerechnet EUR 2,0 Mio. was 4,0 % des Gesamtum-satzes entspricht (2021: EUR 2,3 Mio. bzw. 4,7 %), wobei die deutschen und die österreichische Gesellschaft überwiegend in EUR fakturieren.

Risiken aus Änderungen von Marktpreisen im Zinsbereich werden ebenfalls zentral durch das (Konzern-) Rechnungswesen gesteuert. Zinsrisiken wird durch Vereinbarung von festverzinslichen Darlehen entgegengewirkt. Negative Zinsen auf Guthaben werden nach Möglichkeit über das Cash-Pooling ausgesteuert. Das Risiko aus dem Rückgang von Zinserträgen wird aufgrund der geringen Bedeutung der Zinserträge für die Gruppe als unwesentlich eingeschätzt.

Ukrainekonflikt

Der Konflikt in der Ukraine hat innerhalb kürzester Zeit die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen verändert. Zu den spürbaren Auswirkungen gehören stark gestiegene Energiepreise, fehlende Zulieferungen und mögliche Engpässe in der Gasversorgung. Verzögerungen und Probleme in globalen Zulieferketten als Folge der COVID-19-Pandemie werden durch diesen Konflikt verstärkt. Als Resultat verzögert sich die wirtschaftliche Erholung. Höhere Preise und eine gestiegene Inflation könnten nicht nur den Konsum und die Investitionstätigkeit von Unternehmen bremsen, sondern auch nachhaltig die Unternehmenserträge belasten.

Coronavirus (COVID-19)

Die EASY Gruppe ist aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus (SARSCoV-2) sowohl Risiken auf der Beschaffungs- als auch der Absatzseite ausgesetzt. Maßnahmen der deutschen Bundesregierung zur Einschränkung des öffentlichen Lebens können im Besonderen Auswirkungen auf die Erbringung von Dienstleistungen bei Kunden vor Ort haben und somit zu rückläufigen Umsätzen führen.

3.3.2 Unternehmensstrategische Risiken

Wechsel zu Cloud- und Subskriptionsmodellen

Um die steigende Nachfrage nach cloudbasierten Lösungen abzudecken, hat EASY weiter in die Entwicklung dieser Lösungen investiert. In der Regel sind die erzielten Umsatzerlöse bei diesen Modellen geringer als im Lizenzgeschäft, werden aber über längere Zeiträume und mit höherer Kundenbindung erzielt.

Der Wechsel vom klassischen Lizenzgeschäft zu Cloud- und Mietmodellen (Subskriptionen) wird daher temporär negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EASY Gruppe haben. Im Gegenzug erhöht sich der vertraglich abgesicherte Umsatzanteil, und die Kunden haben eine langfristige Bindung an die Gesellschaft.

Produktrisiken

Die Softwareprodukte und -lösungen der EASY Gruppe bieten umfassende Funktionalitäten. Das Unternehmen wird dadurch in die Lage versetzt, die meisten Kundenanforderungen erfüllen zu können. Für neue Produktentwicklungen stellt der große Funktionsumfang jedoch gleichfalls auch ein Risiko dar, da auch neue Produktgenerationen den vollen funktionalen Umfang bieten müssen. Die stetig steigende Komplexität bedeutet gleichzeitig auch steigende Risiken bei Produktentwicklungen. Zudem besteht die Gefahr, dass neue Produkte bei der Auslieferung bislang unbekannte oder nicht entdeckte Fehler enthalten. Das Beheben solcher Fehler kann erhebliche Ressourcen in Anspruch nehmen und dadurch zu höheren Kosten und gleichzeitigen Verzögerungen bei weiteren Produktveröffentlichungen führen.

Verzögerungen oder Qualitätsprobleme lassen sich nicht vollständig ausschließen. Diese können die Marktakzeptanz der EASY-Produkte und -Lösungen beeinträchtigen, die Marktstellung der Gruppe gefährden und die wirtschaftliche Entwicklung negativ beeinflussen. Um die termingerechte Auslieferung bei hoher Qualität zu gewährleisten, trifft die EASY Gruppe deshalb umfangreiche Maßnahmen. Wesentliche Qualitätsprobleme sind bisher nicht eingetreten.

Strategische Partnerschaften

Die strategischen Partnerschaften von EASY mit Technologie-Partnern schaffen Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Außerdem können sie Gestaltungsspielräume bei der Preis- und Konditionenpolitik und den unterschiedlichen Bereitstellungsmöglichkeiten z.B. in der Cloud begrenzen. Die Erfüllung vertraglicher Pflichten gegenüber Kunden hängt davon ab, dass diese synchron mit der Beschaffungsseite laufen. EASY hat grundsätzlich langlaufende Partnerverträge und eine installierte Kundenbasis, die für eine Interessenkonformität mit den Partnern sorgen.

Wertberichtigungen auf Unternehmenserwerbe

EASY hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Unternehmen oder Geschäftsbereiche erworben. In diesem Zusammenhang besteht das Risiko von außerplanmäßigen Wertberichtigungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen im Einzelabschluss bzw. korrespondierend Geschäfts- und Firmenwerte im Konzernabschluss, sofern diese (zukünftig) nicht die erwarteten positiven Ergebnisse erzielen. Die Anteile bzw. Geschäfts- und Firmenwerte unterliegen jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment-Tests). Die Geschäfts- und Firmenwerte wurden, durch die Umstellung des Konzernabschlusses auf HGB, seit dem aktuellen Geschäftsjahr rückwirkend zum Zeitpunkt ihrer Entstehung planmäßig abgeschrieben. In 2022 waren, wie auch im Vorjahr, keine außerplanmäßigen Wertberichtigungen notwendig.

3.3.3 Operative Risiken

Vertriebs- und Absatzrisiken

Die Diversifikation und Komplexität der Produkte erfordern einen qualifizierten und professionellen Vertrieb und zum Teil umfangreiche Beratung. Dies stellt hohe Ansprüche an die Kenntnisse und Fähigkeiten der Vertriebler und Berater. EASY führt regelmäßige Trainings mit allen Mitarbeitenden des Vertriebs durch, um diesen sowohl hinsichtlich technischer Kenntnisse als auch hinsichtlich vertrieblicher Praktiken fortlaufend den neuesten Wissensstand zu vermitteln. Daneben können neue Mitarbeitende durch dieses Weiterbildungsprogramm schneller ihre Tätigkeit aufnehmen und Kunden erfolgreich bei der Verbesserung ihrer Abläufe mit EASY-Produkten beraten.

Im Zusammenhang mit dem Trend zu Cloudprodukten müssen neue Vertriebsstrukturen etabliert und Verkaufsplattformen genutzt werden, die eine einfache Produktbereitstellung und -implementierung ermöglichen. In diesem Zusammenhang existieren Risiken, dass bestehende Produkte um verschiedene Services angereichert werden müssen und Verkaufs-plattformen vom Wettbewerb besetzt werden.

Risiken im Partnergeschäft

Der indirekte Vertriebskanal eröffnet der EASY Gruppe einen großen Absatzmarkt. Durch die breite Branchenstreuung der Vertriebspartner ist EASY verhältnismäßig unempfindlich gegenüber negativen Entwicklungen in einzelnen Branchen. Störungen bei bestehenden Kooperationen und Partnerschaften können zu Umsatzeinbußen führen. Hinzu kommt das Risiko von Rechtstreitigkeiten. Der indirekte Marktzugang birgt zudem das Risiko des fehlenden direkten Kundenzugangs. Hierdurch kann es zu Fehleinschätzungen und Fehlplanungen kommen.

Das Partner-Management der EASY steht in einem engen Kontakt mit den Partnern, um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus führt die Gruppe Veranstaltungen und andere Maßnahmen durch, über die der direkte Kontakt zu EASY-Kunden und zu den Vertriebspartnern gesucht wird. Die Neugewinnung von Vertriebspartnern ist einem harten Wettbewerb unterworfen. Die EASY Gruppe bietet ihren Partnern daher ein sehr umfangreiches Programm, das insbesondere neue Vertriebspartner sehr schnell in die Lage versetzt, erste Umsätze mit EASY-Produkten zu generieren.

Abhängigkeit von qualifiziertem Personal und Know-How-Trägern

Das Geschäft von EASY erfordert in vielen Bereichen ein hochspezialisiertes Know-how. Es besteht das Risiko, dass wichtige Know-how-Träger das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig kann sich die Neueinstellung von geeigneten Personen schwierig gestalten. EASY trifft daher geeignete Maßnahmen, um einer ungewollten Mitarbeiterfluktuation entgegenzuwirken. Gleichzeitig arbeitet die Gruppe daran, vielschichtige Personalbeschaffungsmaßnahmen einzuleiten und Rahmenbedingungen zu schaffen, um sowohl intern als auch extern als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Datensicherheit und Cyberangriffe

In den letzten Jahren hat das Risiko von Cyberangriffen massiv zugenommen. Zu den häufigsten Arten von Cyberangriffen gehören das sogenannte Phishing (Täuschung von Mitarbeitenden mit authentisch wirkenden E-Mails oder Webseiten, um z.B. an sensible Unternehmensdaten zu gelangen), das Einschleusen von Schadsoftware wie Viren oder Trojanern und das Einschleusen von Ransomware zur Verschlüsselung von Unternehmensdaten.

Infolge von Cyberangriffen besteht das Risiko, dass die Informationssysteme der Gesellschaft beschädigt werden und so die Geschäftstätigkeit massiv beeinträchtigt oder gar unterbrochen wird. Dies könnte zur Folge haben, dass die Gesellschaft ihren vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden nicht oder nicht in einer angemessenen Zeit nachkommen kann. Weiterhin besteht das Risiko, dass Teile der IT-Infrastruktur ausgetauscht und neu beschafft werden müssen. Gleichzeitig besteht bei Angriffen auf die Informationssysteme das Risiko, dass Angreifer Zugriff auf sensible und/oder personenbezogene Daten erhalten, was einen Reputationsverlust und/oder finanzielle Strafen nach sich ziehen könnte.

EASY hat umfassende IT-technische Maßnahmen ergriffen, deren Ziel es ist, das Eindringen von potentiellen Angreifern in die Informationssysteme der Gesellschaft zu verhindern sowie Auswirkungen eines potentiellen Angriffs zu minimieren.

Die Netzwerkarchitektur, die Informationssysteme sowie alle damit verbundenen Prozesse werden regelmäßig auf mögliche Verbesserungen hin untersucht und entsprechend angepasst. Daneben werden Mitarbeiter regelmäßig über die Bedrohungen durch Cyberangriffe und mögliche Vorgehensweisen der Täter informiert, um das Bewusstsein für die bestehenden Risiken zu schärfen.

3.3.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken entstehen aus der möglichen Unfähigkeit von Unternehmen der EASY Gruppe, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln zu erfüllen. Zur Steuerung der finanziellen Risiken hat die EASY Gruppe entsprechende Prozesse etabliert und dokumentiert. So wurde zwischen der Muttergesellschaft und allen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften eine Cash-Pool Vereinbarung geschlossen. Einen wichtigen Bestandteil bildet zudem die Finanzplanung, die als Basis zur Ermittlung des Liquiditätsrisikos und des künftigen Devisen- und Zinsrisikos dient und in die alle aus Cashflow-Sicht relevanten Tochtergesellschaften eingebunden sind. Die Finanzplanung umfasst einen Planungshorizont von zwölf Monaten und wird regelmäßig aktualisiert. Das Liquiditätsrisiko wird im Rahmen der täglichen und rollierenden Liquiditätsplanung zentral ermittelt und gesteuert.

Aufgrund des hohen Volumens an Vorauszahlungen aus Softwarepflegeverträgen, die zum Jahresbeginn vereinnahmt werden, ist eine ausreichende Liquidität unterjährig überwiegend gesichert, sodass die Finanzierung grundsätzlich aus Eigenmitteln erfolgt.

Derzeit bestehen daher keine wesentlichen Risiken hinsichtlich der Liquidität. Die Bedienung der finanziellen Verbindlichkeiten wird neben der Innenfinanzierung aus dem Vorhalten der sich aus den Vorauszahlungen ergebenden Liquiditätsreserven, das eingeführte Cash-Pooling sowie die tägliche Überwachung der Zahlungsströme sichergestellt.

Ein Liquiditätsrisiko kann für die EASY Gruppe durch den Schuldbeitritt zur Finanzierung des Erwerbs der deltus 36. AG für die Anteile an der EASY SOFTWARE AG entstehen, sofern Covenants aus dem Kreditvertrag nicht eingehalten werden können.

Ausfallrisiken

Zur Vermeidung von Zahlungsverzögerungen oder Schwierigkeiten beim Einzug von Forderungen kontrolliert die EASY Gruppe konzernweit laufend die Entwicklung des Forderungsbestandes und der Forderungsstruktur. Hierdurch lassen sich bereits sehr früh mögliche Risiken erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Den besonderen Risiken des Geschäfts trägt die EASY Gruppe durch die Bildung von Wertberichtigungen in ausreichendem Umfang Rechnung. Konzernweit beträgt der Stand der Wertberichtigungen EUR 0,2 Mio. (2021: EUR 0,4 Mio.). Die Pauschalwertberichtigungen betrugen weiterhin zur Risikovorsorge möglicher Zahlungsausfälle durch die Coronakrise 2,0 %. Zur Beurteilung des Ausfallrisikos werden bei Neukunden regelmäßig Informationen über deren Bonität eingeholt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Ausgestaltung der Leistungsbeziehungen zu den Kunden berücksichtigt.

3.3.5 Compliance-Risiken

Unter Compliance-Risiken werden Strafen, finanzielle oder andere materielle Ausfälle aufgrund von Gesetzesverstößen und der Nichteinhaltung von unternehmensinternen Vorschriften oder Grundsätzen verstanden. Im Berichtsjahr wurden keine Compliance-Verstöße festgestellt.

Rechtstreitigkeiten

EASY schließt mit Kunden und Partnern marktübliche Verträge. Vertragliche Risiken werden hierbei durch Anwendung von standardisierten AGB's begrenzt.

Sofern die Gesellschaft Partei in außergerichtlichen und gerichtlichen Verfahren mit externen Dritten ist, besteht grundsätzlich immer die Möglichkeit des Unterliegens. Um dem Risiko einer hohen finanziellen Belastung aus Rechtsstreitigkeiten entgegenzuwirken, wird daher im Bedarfsfall bilanziell ausreichende Vorsorge getroffen.

"Folgeprozess ScanOptic" // Wagner ./. EASY SOFTWARE AG, LG Duisburg 21 O 50/22

Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Manfred A. Wagner der EASY SOFTWARE AG versucht in diesem Verfahren, die rechtskräftigen Urteile aus dem Scan-Optic-Verfahren wirtschaftlich rückgängig zu machen. Die EASY SOFTWARE AG ist der Klage vollumfänglich entgegengetreten. Der Termin zur mündlichen Verhandlung ist am 15. Juni 2023. Die Gesellschaft ist der Auffassung, dass die Klage nicht begründet ist und schätzt das Risiko daher als gering ein.

Schutz der Produkt- und Markenrechte

EASY hat zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Produkt- und Markenrechte ergriffen. Hierzu gehören unter anderem Urheberrechte, Marken- und Warenzeichen, Lizenzen, Vertraulichkeitsvereinbarungen sowie verschiedene technische Vorkehrungen. Es kann jedoch keine Garantie dafür übernommen werden, dass diese Schutzmaßnahmen ausreichend sind. So kann es für Dritte trotz der von EASY getroffenen Schutzmaßnahmen möglich sein, EASY Produkte zu kopieren, weiterzuentwickeln oder anderweitig an Informationen zu gelangen, welche EASY als ihr geistiges Eigentum betrachtet. Zudem könnten Dritte den Quellcode von Software der EASY Gruppe über die vertraglich vereinbarten Grenzen hinaus nutzen. Auch Rechte an Arbeitnehmererfindungen stehen möglicherweise nicht Gesellschaften der EASY Gruppe zu. Dieses Risiko wird mittels arbeitsvertraglicher Regelungen soweit wie möglich eingeschränkt. Darüber hinaus werden die Eigentumsrechte der EASY in den Rechtssystemen verschiedener Länder nicht im gleichen Maße wie in Deutschland bzw. der EU geschützt. Andererseits könnte auch EASY Schutzrechte Dritter, insbesondere Urheberrechte und Patente, verletzen. Auch dem wird mit einem proaktiven Risikomanagement entgegengewirkt.

3.4 Chancen

Die für EASY relevanten Märkte unterliegen einem ständigen Wandel, durch den sich laufend neue Chancen ergeben können. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der EASY Gruppe ist die zeitnahe Identifizierung sowie die richtige Einschätzung und Ausnutzung dieser Chancen. Dabei kann es sich sowohl um interne als auch um externe Potenziale handeln. Ein Chancenmanagementsystem existiert bei EASY nicht, d.h. eine Quantifizierung des Chancenpotenzials wird nicht vorgenommen.

Die Analyse der Chancen fällt in den Aufgabenbereich des Vorstands. Aus der Analyse der Chancen resultieren die strategische Ausrichtung der Gesellschaft und die daraus abzuleitenden operativen Maßnahmen. Die sich bietenden Chancen sind auch mit Risiken verbunden. Diese zu bewerten und soweit möglich zu reduzieren, ist die Aufgabe des Risikomanagements. Die Erkennung, Analyse und Bewertung potentieller Chancen des Konzerns ist hingegen dem Strategieprozess zugeordnet. Grundsätzlich strebt EASY ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken an.

Nachfolgend werden die bedeutendsten Chancen der EASY Gruppe beschrieben. Diese Auflistung stellt jedoch nur einen Ausschnitt der sich bietenden Möglichkeiten dar. Des Weiteren ist die Einschätzung der Chancen fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich die relevanten Märkte und das technologische Umfeld ständig weiterentwickeln. Gleichzeitig können sich aus diesen Entwicklungen auch neue Chancen ergeben.

Zunehmende Digitalisierung

Die stetige Zunahme der digitalen Kommunikation beispielsweise über digitale Medien, Plattformen oder vernetzte Geräte führt zu einem steigenden Digitalisierungsdruck. Aufgrund der dynamischen technologischen Entwicklungen entstehen fortlaufend neue Anwendungen und Bedarfe. Die Digitalisierung birgt große gesellschaftliche Chancen und eröffnet enorme Potenziale für zusätzliche Wertschöpfung. Dabei sind die Unternehmen in erster Linie gefordert, offen, flexibel und innovativ ihre Geschäftsmodelle und -prozesse zu hinterfragen und neue zu entwickeln. In Kombination mit flexiblen Cloud-Technologien und robusten Sicherheitskonzepten sind Digitalisierungs-Konzepte und -Programme in vielen Unternehmen aller Größenordnungen zentraler Bestandteil der Zukunftsstrategie und der IT-Budgets. Die weiterhin rasant zunehmende technologische Leistungsfähigkeit von Geräten und der prognostizierte Anstieg des transferierten Datenvolumens verlangt von den Unternehmen auch weiterhin eine deutliche Erweiterung und Flexibilisierung der Kapazitäten in der Unternehmens-IT.

Das EASY-Portfolio ist ein wesentlicher Bestandteil der digitalen Transformation und die Nachfrage nach mobilen, digitalen Lösungen nimmt deutlich zu. Als Technologieführer im Bereich Software-Lösungen für digitale Geschäftsprozesse bietet die fortschreitende Digitalisierung für die EASY Gruppe große Chancen, die wachsende Nachfrage zur Vereinfachung und Automatisierung aller dokumentenbezogenen Vorgänge zu bedienen. In den vergangenen Jahren wurde ein modernes Lösungsportfolio aufgebaut, das auch komplexe Inhalte weitestgehend standardisiert und wichtige Themen wie Mobilität und Kollaboration abdeckt. So konnte EASY bereits erste innovative Projekte im Umfeld von Internet-of-Things (IoT) gewinnen. Der Zukauf der Apinauten GmbH zielt auf diese Chancen in der Digitalisierung ab. Dies könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Zukunft entsprechend positiv beeinflussen.

Zunehmende Regulierung

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft und der Gruppe werden durch Änderungen der Regulierung in Deutschland und in der Europäischen Union beeinflusst. Ebenso könnten sich sonstige politische oder rechtliche Änderungen, insbesondere durch Gesetzesänderungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der EASY Gruppe positiv auswirken.

Zunehmende Etablierung eigener Produkte und Lösungen

Mit dem Ziel, die Umsätze mit eigenentwickelten Produkten zu erhöhen, hat die EASY Gruppe ein modernes Portfolio entwickelt. Dieses lässt sich je nach Kundeninteresse um individuelle Lösungsbausteine erweitern. So entstehen nutzen-orientierte Lösungen, die extrem schnell integrierbar und standardmäßig mit verschiedenen Systemen und Infrastrukturen kompatibel sind. Die Positionierung der EASY Gruppe mit der zunehmenden Etablierung eigener Produkte und Lösungen im Markt könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EASY Gruppe positiv beeinflussen.

Steigende Skalierbarkeit

Das wachsende Geschäft mit Software-as-a-Service-Lösungen wird in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen. Hier eröffnen sich der EASY Gruppe mit dem EASY Archiv- und Lösungs-Angebot aus der Cloud erhebliche Skalierungschancen, insbesondere über den neuen Online-Vertrieb und Kooperationen. Diese entwickelt sich sehr positiv. Partner haben die Chance am Erfolg zu partizipieren und mit eigenentwickelten (Workflow)Apps ein Ökosystem zu erschaffen, das die EASY-Lösungswelt weiter stärkt.

Anorganisches Wachstum

Neben der Verbesserung der internen Abläufe und des organischen Umsatzwachstums, hat es sich EASY auch weiterhin zum Ziel gesetzt, durch wertorientierte, strategische Zukäufe und Partnerschaften zu wachsen.

Auch für die Zukunft sondiert der Vorstand der EASY SOFTWARE AG beständig interessante Kooperationsmöglichkeiten und führt Gespräche mit potenziellen Partnern zur Ergänzung des Konzerns. Die erfolgreiche Durchführung weiterer Zukäufe würde dazu beitragen, die bisher erreichte Marktposition der EASY Gruppe auszubauen und könnte entsprechend die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns positiv beeinflussen.

3.5 Einschätzung des Managements zur Gesamtrisiko- und Chancensituation

Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation hat ergeben, dass im Berichtszeitraum keine existenzgefährdenden Risiken bestanden haben und auch für die Zukunft keine, den Fortbestand des Konzerns, gefährdenden Risiken erkennbar sind. Alle erkannten Risiken wurden im Konzernabschluss angemessen berücksichtigt und gegebenenfalls Rückstellungen gebildet.

Bislang waren die Auswirkungen der Corona-Krise begrenzt und überschaubar. Aufgrund der hohen Kundenzahl quer durch alle Branchen und der geringen Abhängigkeit von einzelnen Kunden fielen einzelne Kundeninsolvenzen im Berichtsjahr nicht ins Gewicht. Die bereits erfolgte Vereinnahmung der Wartungserlöse für das Gesamtjahr 2023 im ersten Quartal bestätigen diese Annahmen.

Der Wandel vom Softwarelizenzverkauf zum Subskriptionsgeschäft könnte sich im Neugeschäft 2023 negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Finanzlage auswirken und einen organisatorischen und produktseitigen Anpassungsbedarf auslösen.

Finanziell bedeutsame Auswirkungen könnten von einem Angriff auf die Informationssysteme (Cyberangriff) der Gesellschaft ausgehen. Die Gesellschaft ist der Ansicht, die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen getroffen zu haben, um das Risiko eines Cyberangriffs soweit wie möglich zu minimieren. Aktuelle Vorkommnisse weltweit zeigen jedoch, dass es gegen gezielte Attacken keine 100 %ige Sicherheit geben kann.

Die übrigen Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder ihrer finanziellen Auswirkungen für das laufende Geschäftsjahr als wenig bedeutsam eingeschätzt.

4. Prognosebericht

Für 2023 sehen wir weiterhin die Gefahr einer Rezession. Aktuell gehen die Prognosen von einer Stagnation bzw. einem leichten Wachstum aus. Nachfolgende Aussagen berücksichtigen nicht vollständig die weiterhin möglichen Auswirkungen durch die Corona-Krise und den Ukraine-Konflikt. Ein nachhaltiger Rückgang im Kaufverhalten unserer Kunden kann die Geschäftsentwicklung von EASY in 2023 beeinflussen.

Der Gruppenumsatz lag in den ersten beiden Monaten 2023 leicht über Budget und über dem Vorjahr. Weiterhin bestätigt sich der Trend zur Kundennachfrage nach Software-Mietverträgen, die als Service bereitgestellt werden. Das ist einerseits absatzfördernd, hat aber zur Folge, dass höhere Umsatzbeiträge aus Softwarelizenzverkäufen ausfallen und damit zu geringeren Umsatzerlösen im Vergleich zum Vorjahr führen können. Außerdem belastet der Wandel zu Subskriptionsmodellen die Finanzmittel der EASY Gruppe. Die Umsatzlücke schlägt sich zudem überproportional im Konzern-EBITDA nieder.

Aufgrund der beschriebenen Unwägbarkeiten existieren erhöhte Umsatz- und EBITDA Risiken. Traditionell hat aber das 4. Quartal eines Geschäftsjahres eine herausragende Bedeutung für das Umsatzwachstum und die Zielerreichung der EBITDA-Prognose. Sofern der Trend zu Software-Mietverträgen bis zum Ende des Jahres anhält und sich ausweitet, weil beispielsweise IT-Investitionsbudgets der Kunden covid-19-bedingt eingefroren oder gestrichen werden, hat dies zur Konsequenz, dass sich wesentliche Umsatzanteile 2023 als Mieteinnahmen auf die Folgejahre verschieben. Für den Fall, dass mehrere Millionen Umsatz in 2023 fehlen, wird es auch zu erheblichen EBITDA-Belastungen kommen.

Derzeit plant der Vorstand einen Gruppenumsatz 2023 in der Bandbreite von EUR 47 bis 54 Millionen und geht damit von der Möglichkeit weiteren Wachstums im einstelligen Prozent-Bereich aus. In Abhängigkeit der Kundennachfrage nach Subskriptionslösungen, weil IT-Investitionsbudgets Corona-bedingt eingefroren oder gestrichen werden, könnten die Umsatzerlöse allerdings auch deutlich zurückgehen. EASY ist aber bestrebt, den Vertragsbestand einschließlich Abonnements weiter auszubauen, was die Planbarkeit der Umsatzerlöse erhöht und die Abhängigkeit vom Schlussquartalgeschäft sukzessive reduzieren wird.

Vor dem Hintergrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Risiken und des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der deltus 36. AG geben wir für das Geschäftsjahr 2023 keine zusätzliche EBITDA-Prognose ab. Die Minderheitsaktionäre der EASY SOFTWARE AG erhalten von der herrschenden Gesellschaft, deltus 36. AG, vertragsgemäß jährlich eine feste Ausgleichszahlung, die vom Ergebnis der EASY-Gruppe unabhängig ist.

Aufgrund der engen Geschäftsbeziehungen zwischen der EASY SOFTWARE AG, der EASY SOFTWARE Deutschland GmbH und der EASY APIOMAT GmbH sowie unserer dynamischen Struktur im Konzern wird eine gesonderte quantitative Prognose für die EASY SOFTWARE AG nicht gegeben. Wir gehen hier von der gleichen Markt- und Wachstumsprognose aus.

Im Bereich nicht-finanzieller Ziele beabsichtigt der Vorstand die Fluktuation durch eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit zu reduzieren und über die Erfassung und Incentivierung des Kunden-Net-Promoter-Scores die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Entwicklungen in den Geschäftsfeldern

Im Bestandskundengeschäft hat die EASY im Vergleich zum Vorjahr an Umsatz gewonnen, während im Neukundengeschäft ein leichter Rückgang zu verzeichnen war.

Der größte Geschäftsbereich Support / Softwarepflege (56 % des Gesamtumsatzes) zeichnet sich durch eine hohe Kundenloyalität und damit wachsenden Umsätzen (+2,4 % auf EUR 27,5 Mio.) aus. Weitere Service-Einheiten (Beratung, Schulung und Managed Services) sanken im Umsatz auf EUR 9,5 Mio. (i.Vj. EUR 10,1 Mio.).

Darüber hinaus verfolgt die EASY Gruppe unverändert die Strategie, auch anorganisch zu wachsen. Akquisitionen zielen in erster Linie auf die Ausweitung der Marktanteile und Erweiterung des Portfolios durch Technologiezukäufe ab, und ermöglichen, dass qualifizierte Mitarbeiter und neue Talente gewonnen werden können.

Die ersten beiden Monate im Geschäftsjahr 2023 zeigen ein moderates Wachstum und verliefen im Umsatz sowohl leicht über Plan als auch leicht über dem Vorjahr. Unser Fokus liegt weiterhin auf dem Verkauf von Subskriptionsmodellen.

Auswirkung der Corona-Krise auf den Prognosebericht

Die wesentliche Wertschöpfung der Geschäftstätigkeit der EASY Gruppe liegt in der Bereitstellung von Softwarepflegeverträgen, dem Verkauf von Softwarelizenzen und Erbringung von Dienstleistungen bei den Kunden sowie dem Verkauf von Cloud- und Mietverträgen. Die Leistungserbringung in der Cloud, bei Softwarepflege und Lizenzen erfolgt digital, Dienstleistungen können bisher noch weitestgehend vom Homeoffice mittels Remote-Verbindungen auf die EDV der Kunden erfolgen.

Die Auswirkungen auf unsere Produktions- und Beschaffungsprozesse sind bisher gering. Unsere Technologie-Partner liefern ebenfalls überwiegend digital, sodass hier noch keine Lieferverzögerungen zur Abwicklung unserer Kundenaufträge auftreten. Unsere Mitarbeiter in der Softwareentwicklung arbeiten überwiegend im Home Office, sodass die Weiter- und Neuentwicklung unserer Produkte gesichert ist.

Unsere digitale Infrastruktur wurde durch Aufrüstung von Virtual-Private-Netzwerk Kapazitäten für alle Mitarbeiter durch unsere IT erweitert. Unsere Finanz- und ERP-Systeme laufen in der Cloud. Die flächendeckende Versorgung der Mitarbeiter mit Notebooks, Mobiltelefonen und Internetzugängen wurde bereits in der Vergangenheit durchgeführt.

5. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ergeben.

 

Essen, den 24. April 2023

Heino Erdmann, Chief Finance Officer

Andreas Zipser, Chief Executive Officer

Konzernabschluss 2022 (HGB)

Konzern-Bilanz der EASY SOFTWARE AG, Essen

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Anhang 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände (1)
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.828 6.809
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 2.270 3.095
Geschäfts- oder Firmenwert (2) 1.083 2.261
8.181 12.165
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 69 15
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 673 552
742 567
Finanzanlagen (3)
At Equity bewertete Finanzanlagen 452 312
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.172 2.927
Beteiligungen 130 130
15.754 3.369
Umlaufvermögen
Vorräte 77 24
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (4)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.977 4.810
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0 6.441
Sonstige Vermögensgegenstände 966 1.785
5.943 13.036
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.526 4.074
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 684 1.604
Aktive latente Steuern (6) 2.084 874
Summe Aktiva 36.991 35.713

Passiva

Anhang 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Eigenkapital (7)
Gezeichnetes Kapital 6.442 6.442
Kapitalrücklage 13.965 13.965
Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklagen 35 35
Andere Gewinnrücklagen 11.665 11.665
Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 90 90
Bilanzverlust -15.817 -16.254
16.380 15.943
Rückstellungen (8)
Rückstellungen für Pensionen 293 353
Steuerrückstellungen 91 175
Sonstige Rückstellungen 3.350 10.295
3.737 10.823
Verbindlichkeiten (9)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 344 237
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.911 1.420
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.765 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 57 54
Sonstige Verbindlichkeiten 6.208 3.950
14.285 5.661
Rechnungsabgrenzungsposten (10) 1.357 1.447
Passive latente Steuern (6) 1.232 1.839
Summe Passiva 36.991 35.713

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anhang 31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Umsatzerlöse (11) 49.434 49.176
Veränderung des Bestands an unfertigen Erzeugnissen 54 0
Aktivierte Eigenleistungen 0 997
Sonstige betriebliche Erträge (12) 870 2.481
50.358 52.654
Materialaufwand (13)
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.769 2.069
Aufwendungen für bezogene Leistungen 9.883 8.114
12.652 10.183
Personalaufwand (14)
Löhne und Gehälter 20.506 31.619
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.252 3.998
23.758 35.617
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 4.350 4.924
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) 8.957 11.778
641 -9.848
Ergebnis aus at Equity bewerteten Finanzanlagen 350 210
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 678 56
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 150 271
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (16) -1.694 -1.273
2.572 1.268
Ergebnis nach Steuern 3.213 -8.580
Sonstige Steuern 10 21
Konzernjahresüberschuss (Vorjahr: -fehlbetrag) (vor Ergebnisübernahme) 3.203 -8.601
Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne (Vorjahr: ausgeglichene Verluste) -2.765 6.441
Konzernergebnis 438 -2.160
davon nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnendes Ergebnis 0 -53
davon den Anteilseignern der EASY SOFTWARE AG zuzurechnendes Ergebnis 438 -2.107

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 1. Januar 2021 6.442 13.965 2.643 -235
Einstellung in die Gewinnrücklagen 0 0 9.057 0
Konzernfehlbetrag 0 0 0 0
Fremdwährungsumrechnung 0 0 0 325
Stand zum 31. Dezember 2021 6.442 13.965 11.700 90
01. Januar 2022 6.442 13.965 11.700 90
Konzernfehlbetrag 0 0 0 0
Fremdwährungsumrechnung 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2022 6.442 13.965 11.700 90
Bilanzverlust Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnender Anteil am Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 1. Januar 2021 -5.090 17.725 53 17.778
Einstellung in die Gewinnrücklagen -9.057 0 0 0
Konzernfehlbetrag -2.107 -2.107 -53 -2.160
Fremdwährungsumrechnung 0 325 0 325
Stand zum 31. Dezember 2021 -16.254 15.943 0 15.943
01. Januar 2022 -16.254 15.943 0 15.943
Konzernfehlbetrag 437 437 0 437
Fremdwährungsumrechnung 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2022 -15.817 16.380 0 16.380

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
TEUR TEUR
Konzernergebnis vor Ergebnisübernahme 3.203 -8.601
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.350 4.924
Zu-/ Abnahme der Rückstellungen -7.002 6.094
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -350 -210
Zu-/ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.521 732
Zu-/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.569 -112
Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0 146
Gewinn / Verlust aus der Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften -15 224
Der Finanzierungs- und Investitionstätigkeit zuzurechnende Nettozinsein- / -auszahlungen -528 215
Ertragsteueraufwand -1.694 -1.137
Währungsumrechnungsdifferenzen 23 29
Erhaltene Ertragsteuern -207 -266
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 870 2.038
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellem Anlagevermögen und Sachanlagen 0 1
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -15 -998
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -525 -301
Auszahlungen für Darlehen an verbundene Unternehmen -5.804 -2.927
Abgang von Zahlungsmitteln aus der Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften -7 -296
Erhaltene Ausschüttungen von at-Equity Beteiligungen 210 309
Erhaltene Zinsen 678 56
= Cashflow aus Investitionstätigkeit -5.463 -4.156
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 4.200 2.800
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten 0 -5.433
Gezahlte Zinsen -150 -271
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 4.050 -2.904
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -543 -5.022
Auswirkung von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand -5 50
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 4.074 9.046
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode 3.526 4.074

Konzernanhang für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

A. Allgemeine Angaben

Die EASY SOFTWARE AG (im Folgenden auch Gesellschaft oder Mutterunternehmen) mit Sitz in Essen wird unter der Handelsregisternummer HRB 33965 beim zuständigen Amtsgericht in Essen geführt.

Der Konzernabschluss ist auf Grundlage der handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 290 HGB auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens sowie der einbezogenen Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 275 Abs. 1 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Gesellschaft erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten Konsolidierungskreis. Die Muttergesellschaft mertus 644. GmbH, Frankfurt a.M., erstellt den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis.

B. Konsolidierungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

Neben der EASY SOFTWARE AG, Essen, als Mutterunternehmen wurden die folgenden von ihr beherrschten Tochterunternehmen einbezogen.

Unternehmen Beteiligungen
31.12.2022 31.12.2021
EASY SOFTWARE Deutschland GmbH, Essen 100 % 100 %
EASY APIOMAT GmbH, Leipzig 100 % 100 %
EASY SOFTWARE GmbH, Salzburg/Österreich 100 % 100 %
EASY SOFTWARE (UK) LTD., Suffolk/Großbritannien 100 % 100 %
EASY SOFTWARE INC., Exton, PA/USA 100 % 100 %
EASY SOFTWARE (ASIA PACIFIC) PTE. LTD., Singapur 100 %

Die EASY SOFTWARE AG hält mittelbar über die EASY SOFTWARE Deutschland GmbH 52,0 % der Anteile an der friendWorks GmbH, Straubing. Diese Gesellschaft wird trotz Mehrheit der Stimmrechte nicht beherrscht, da der Gesellschaftsvertrag eine Mehrheit von 75,0 % der Stimmrechte für wesentliche Beschlüsse verlangt und die Geschäftsführung zu den Minderheitsgesellschaftern zählt.

Die EASY SOFTWARE AG hält 51 % der Anteile an der EASY SOFTWARE TÜRKİYE Ltd. Sti., Istanbul, Türkei. Diese Gesellschaft wird nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da sie von untergeordneter Bedeutung ist und veräußert werden soll. Zusätzlich ist die Ausübung der Gesellschafterrechte eingeschränkt.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Mit Wirkung zum 30. Juni 2022 wurde die bisher vollkonsolidierte Tochtergesellschaft EASY SOFTWARE (ASIA PACIFIC) PTE. LTD., Singapur, entkonsolidiert. Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr liquidiert.

Durch die Entkonsolidierung sind folgende Bilanzposten abgegangen:

Buchwert 30.06.2022
TEUR
Abgänge:
Zahlungsmittel 7
Aktiva 7
Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 20
Passiva 20
Entkonsolidierungsergebnis: 13

Konsolidierungsgrundsätze

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 31. Dezember 2022 aufgestellten Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften sowie der Konzernmutter.

Sämtliche Tochtergesellschaften werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Bei der Kapitalkonsolidierung werden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt die Anschaffungskosten nach den Grundsätzen der Neubewertungsmethode gegen das anteilige Eigenkapital verrechnet, § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB. Bei der Folgekonsolidierung werden die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten fortgeschrieben.

Der Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter erfasst das anteilige Eigenkapital der jeweiligen Tochtergesellschaft sowie die Anteile an den im Rahmen der Kapitalkonsolidierung aufgedeckten stillen Reserven und Lasten.

Assoziierte Unternehmen nach § 311 HGB, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausgeübt werden kann, werden nach § 312 HGB mit den fortgeführten Buchwerten bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften wurden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung nach § 303 HGB aufgerechnet. Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen aus konzerninternen Lieferungen werden nach § 304 HGB eliminiert. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge einschließlich der Gewinnausschüttungen von Konzernunternehmen werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung nach § 305 HGB bereinigt.

Die Ermittlung der latenten Steuern wurde auf Basis der zukünftigen Steuerbelastungen der betreffenden Gesellschaften vorgenommen. Aktive und passive latente Steuern wurden unsaldiert ausgewiesen. Die Abgrenzung latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen erfolgte gemäß § 306 HGB insoweit, als sich der abweichende Steueraufwand in den späteren Geschäftsjahren ausgleicht.

In den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen werden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit dem jeweiligen Tageskurs bewertet. Bis zum Bilanzstichtag eingetretenen Wechselkursschwankungen wird bei der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten Rechnung getragen. Die Umrechnung der in Fremdwährung denominierten Jahresabschlüsse erfolgt nach der modifizierten Stichtagsmethode. Hierbei erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag; die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen werden erfolgsneutral in dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung" ausgewiesen. Im Jahr der Entkonsolidierung ausländischer Tochterunternehmen werden diese Währungsdifferenzen ergebniswirksam aufgelöst.

Für die Währungsumrechnung wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:

Durchschnittskurs je EUR Stichtagskurs je EUR
2022 2021 2022 2021
US-Dollar (USD) 1,0513 1,1826 1,0683 1,1326
Britisches Pfund (GBP) 0,8524 0,8597 0,8848 0,8403
Singapore Dollar (SGD) 1,5891 1,5279

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden zu direkt zurechenbaren Personalkosten sowie Fremdkosten aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung, wenn der beizulegende Wert den Buchwert unterschreitet.

Es werden in Bezug auf die planmäßigen Abschreibungen überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: (Standard-)Software drei bis vier Jahre, Individualsoftware neun Jahre.

Derivativ erworbene Kundenstämme können vom Geschäfts- und Firmenwert abgegrenzt werden und werden daher gesondert ausgewiesen. Bei der Abschreibungsdauer derivativer Kundenstämme wird davon ausgegangen, dass der Abschreibungszeitraum von acht Jahren der tatsächlichen durchschnittlichen Nutzungsdauer entspricht. Aufgrund bestehender Schätzunsicherheiten kann die tatsächliche Nutzungsdauer abweichen.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über fünf Jahre abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die abnutzbaren Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, planmäßig über die betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, erfolgen außerplanmäßige Abschreibungen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung, wenn der beizulegende Wert den Buchwert unterschreitet.

Es werden in Bezug auf die planmäßigen Abschreibungen überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Hardware drei Jahre, Büroeinrichtungen 13 Jahre.

Für geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 wird grundsätzlich ein Sammelposten gebildet. Der Sammelposten wird ab dem ersten Jahr linear über jeweils fünf Jahre abgeschrieben.

At Equity bewertete Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bilanziert, die sich in das erworbene anteilige Eigenkapital des assoziierten Unternehmens sowie gegebenenfalls Geschäfts- oder Firmenwerte aufteilen. Der Buchwert wird jährlich um die anteiligen Nachsteuerergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Das Niederstwertprinzip wird beachtet.

Die Bewertung der unfertigen Leistungen erfolgt zu Herstellungskosten, bestehend aus Personalkosten und Gemeinkostenzuschlägen sowie Fremdleistungen. Von dem Wahlrecht der Einbeziehung von Fremdkapitalzinsen in die Herstellungskosten nach § 255 Abs. 3 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt, wobei dem allgemeinen Ausfallrisiko durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen wird.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird zudem durch angemessene Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. § 253 Abs. 5 HGB wird berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von über einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.

Die Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände sind zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf der Passivseite werden als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern werden für Unterschiede zwischen handels- und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden, aus denen sich zukünftige steuerliche Be- oder Entlastungen ergeben, sowie für Verlustvorträge, deren Verrechnung in den nächsten fünf Jahren erwartet wird, gebildet.

Die Bemessungsgrundlage für die Steuerlatenzen wird mit dem jeweiligen Ertragsteuersatz bewertet, der im Zeitpunkt der Realisation der Unterschiede voraussichtlich gültig sein wird. Die Steuersätze für die Ermittlung der latenten Steuern im In- und Ausland werden der zum jeweiligen Abschlussstichtag geltenden Gesetzeslage angepasst. Bei der Bewertung der latenten Steuern für das laufende Jahr und der zukünftigen latenten Steuern wurde in Deutschland in Abhängigkeit vom unternehmensindividuellen Gewerbesteuer-Hebesatz ein Gesamtsteuersatz von 31,9 % (i.Vj. 31,9 %) angesetzt. In den USA wurde ein Steuersatz von 30,99 % (i.Vj. 30,99 %) und in Großbritannien von 17,0 % bis 19,0 % (i.Vj. 17,0 % bis 19,0 %) zugrunde gelegt.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden in Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt. Sie sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und unterliegen somit nicht der Abzinsungspflicht. Das Abzinsungswahlrecht für kurzfristige Rückstellungen wird von der Gesellschaft nicht ausgeübt. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen erfordern Schätzungen und Annahmen durch die gesetzlichen Vertreter. Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Sie werden laufend überprüft, können aber von den tatsächlichen Werten abweichen.

Wie andere Dienstleistungsunternehmen ist die EASY SOFTWARE AG rechtlichen Risiken ausgesetzt, für die bei Vorliegen bestimmter Bedingungen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten zu bilden sind. Rechtliche Verfahren sind mit Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten verbunden, u.a. aufgrund des Sachverhalts und der Umstände des Einzelfalls. Bei anhängigen sowie künftigen juristischen Verfahren wird unter Abwägung aller vorliegenden Informationen geprüft, ob und in welcher Höhe bilanzielle Vorsorge getroffen werden muss.

Die Pensionsrückstellung wird gemäß der Anwartschaftsbarwertmethode auf Basis der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck gebildet (Zinssatz 1,78 % (i. Vj. 1,87 %), Rententrend 1 bis 2 % (i.Vj. 1 bis 2 %), Gehaltstrend 0 % (i.Vj. 0 %)). Die Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt für das Geschäftsjahr gem. § 253 Abs. 2 HGB pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für die Anspruchsberechtigten wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Pensionsrückstellung wird mit vorliegendem Deckungsvermögen i.S.v. § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht der Ablaufleistung bzw. dem Auszahlungsbetrag der Rückdeckungsversicherung.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

C. Angaben und Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben zur Konzernbilanz

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ergeben sich aus der Anlage zum Anhang. Die Zugänge zu den Sachanlagen betreffen im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die planmäßigen Abschreibungen entfallen im Wesentlichen auf Softwareentwicklungen und Geschäfts- oder Firmenwerte.

2. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
EASY APIOMAT GmbH (Apinauten GmbH) 1.083 2.165
EASY SOFTWARE Deutschland GmbH (Systec GmbH) 0 96
1.083 2.261

Ein Wertberichtigungsbedarf über die planmäßigen Abschreibungen hinaus war nicht gegeben.

3. Finanzanlagen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen betreffen die 52 %-ige Beteiligung an der friendWorks GmbH, Straubing. Das Unternehmen wird At Equity bewertet, da die EASY SOFTWARE AG einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die deltus 36. AG, mit der ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht, sowie die mertus 644. GmbH und die mertus 717. GmbH.

Die Beteiligungen entfallen auf den 51 %-igen Anteil an der EASY SOFTWARE TÜRKİYE LTD. STI., Istanbul, Türkei, die im Vorjahr aufgrund nicht mehr vorliegender Beherrschung entkonsolidiert wurde.

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Bruttoforderungen 5.150 5.258
Einzelwertberichtigung -101 -381
Pauschalwertberichtigung -72 -67
4.977 4.810

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrafen im Vorjahr die Forderung an die deltus 36. AG aus der Verlustübernahme aufgrund des Gewinnabführungsvertrags.

Die sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Treuhandkonto 131 864
Ertragsteuern 129 186
Umsatzsteuer 380 373
Forderungen an Mitarbeiter 11 9
debitorische Kreditoren 0 32
übrige 0 5
Kaution 315 316
966 1.785

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 315 (i.Vj. TEUR 316) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Laufzeit bis zu einem Jahr.

5. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten betrifft im Wesentlichen im Voraus bezahlte Softwarepflege- und Hardwareserviceverträge sowie IT Dienstleistungen, deren Leistungszeiträume über das Geschäftsjahr hinausgehen. Disagien sind nicht vorhanden.

6. Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern entfallen ausschließlich auf Verlustvorträge.

Die passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzposten:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte 885 1.405
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 347 434
1.232 1.839

Die passiven latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

TEUR
Stand 01.01.2022 1.839
Veränderung -607
Stand 31.12.2022 1.232

7. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 6.442.039 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00 je Aktie.

Der Vorstand wurde auf der Hauptversammlung am 20. August 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 19. August 2025 einmalig oder mehrfach Wandelschuldverschreibungen mit oder ohne Wandlungs- oder Bezugsrechte (nachfolgend auch "Schuldverschreibungen" genannt) im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 13.000.000,00, einer Laufzeit von fünf Jahren bei einer Wandlungspflicht am Ende der Laufzeit zu begeben. Den Inhabern der im vorhergehenden Satz genannten Schuldverschreibungen steht darüber hinaus ein jederzeitiges Wandlungsrecht in Aktien der Gesellschaft zu. Das bedeutet, den Inhabern der genannten Schuldverschreibungen können Wandlungs- oder Bezugsrechte auf bis zu 1.300.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital in Höhe von insgesamt bis zu EUR 1.300.000,00 gewährt werden. Die Bezugsrechte können aus einem in dieser oder künftigen Hauptversammlungen zu beschließenden bedingten Kapital bedient werden. Eine Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen wurde bisher nicht durchgeführt. Diese Ermächtigung wurde auf der Hauptversammlung vom 30. Juni 2022 aufgehoben.

Der Vorstand wurde auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 29. Juni 2027 einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu EUR 3.221.019,00 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Grundsätzlich ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmte Bedingungen auszuschließen.

Der Vorstand wurde auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2022 ermächtigt, bis zum 29. Juni 2027 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmal oder mehrmals auf den Inhaber und/oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen' Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 50.000.000'00 mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen Options- bzw. Wandlungsrechte (auch mit Options- bzw. Wandlungspflicht oder Andienungsrechten der Gesellschaft) auf insgesamt bis zu 3.221.019 neue, auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu EUR 3.221.019,00 nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Die Ausgabe der Schuldverschreibungen kann auch gegen Erbringung einer Sachleistung erfolgen. Das Grundkapital der Gesellschaft wird hierzu um bis zu EUR 3.221.019,00 durch Ausgabe von bis zu 3.221.019 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022).

Darüber hinaus wurde die Gesellschaft auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2022 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen bis zum 29. Juni 2027 eigene Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Dabei dürfen auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden.

Die Kapitalrücklage enthält Aufgeld aus Aktienausgaben nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB.

8. Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen betreffen Pensionsverpflichtungen aus Pensionszusagen an zwei ehemalige Organe von konsolidierten Unternehmen, die leistungsorientiert und an die Dauer der Betriebszugehörigkeit gekoppelt sind sowie in festen Geldbeträgen gewährt werden.

Die Ablaufleistung bzw. der Auszahlungsbetrag aus der Rückdeckungsversicherung beträgt TEUR 960 (i.Vj. TEUR 917) und entspricht dem Zeitwert. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellung auf Basis eines 10-Jahres-Durchschnittszinses von 1,78 % (i.Vj. 1,87 %) beläuft sich auf TEUR 1.253 (i.Vj. TEUR 1.270). Der Erfüllungsbetrag auf Basis eines 7-Jahres-Durchschnittszinses von 1,44 % (i.Vj. 1,35 %) beträgt TEUR 1.303 (i.Vj. TEUR 1.350). Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht in Höhe von TEUR 50 (i.Vj. TEUR 80) und unterliegt der Ausschüttungssperre. Auf die Aufzinsung der Pensionsrückstellung entfallen TEUR 25 (i.Vj. TEUR 58). Der Ertrag aus der Erhöhung des Aktivwerts beträgt TEUR 44 (i.Vj. TEUR 6). Die Zinsen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen werden mit dem Ertrag aus der Erhöhung des Aktivwerts verrechnet.

Die Steuerrückstellungen beziehen sich auf Verpflichtungen aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.

Die sonstigen Rückstellungen sind gebildet für:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Mitarbeiterprovisionen 1.518 1.672
Inflationsausgleichprämie 756 0
Urlaub 180 265
Abschlusserstellung und -prüfung 158 145
Ausstehende Rechnungen 150 319
Restrukturierung 110 7.235
Berufsgenossenschaft, Schwerbehindertenabgabe 98 277
Übrige 383 382
3.353 10.295

Die übrigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen die Risikovorsorge für aktuelle rechtliche Auseinandersetzungen.

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

31.12.2022 Restlaufzeiten
bis ein Jahr ein bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 344 344 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.911 2.911 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.765 4.765 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 57 57 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 6.208 6.208 0 0
14.285 14.285 0 0

Im Vorjahr ergab sich folgende Verteilung:

31.12.2021 Restlaufzeiten
bis ein Jahr ein bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 237 237 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.420 1.420 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 54 54 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 3.950 3.950 0 0
5.661 5.661 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 2.000 (i.Vj. TEUR 0) ein Darlehen des Gesellschafters deltus 36. AG sowie in Höhe von TEUR 2.765 (i. Vj. TEUR 0) die Verpflichtung aus dem Gewinnabführungsvertrag.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen in Höhe von TEUR 5.000 (i.Vj. TEUR 2.800) ein Darlehen bei der Sixth Street, London. Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 1.056 (i.Vj. TEUR 909) sowie auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 60 (i.Vj. TEUR 75).

10. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten beziehen sich im Wesentlichen auf bereits abgerechnete und von den Kunden bezahlte Softwarepflegeverträge, deren Leistungszeiträume über das Geschäftsjahr hinausgehen.

D. Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

11. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Absatzmärkten bzw. Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
Inland 40.418 41.081
Ausland 9.016 8.095
49.434 49.176
Softwarepflege 27.537 26.188
Dienstleistungen 9.492 10.147
Cloud/Miete 5.054 4.790
Dienstleistungen insgesamt 42.083 41.125
Verkauf von Software 6.742 7.806
Verkauf von Hardware und Sonstige 609 246
Verkauf von Waren insgesamt 7.351 8.051
49.434 49.176

12. Sonstige betriebliche Erträge

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
Auflösung von Rückstellungen 509 230
Erträge aus Klagen gegen ehemalige Organe 133 1.640
Herabsetzung Wertberichtigungen 83 174
Investitionszuschüsse 69 176
Versicherungsentschädigung 15 67
Kursdifferenzen 8 15
Übrige 53 179
870 2.481

13. Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
Software 2.103 2.421
Hardware 427 0
Softwarepflege 6.049 5.530
Sonstige bezogene Leistungen 4.073 2.232
12.652 10.183

14. Personalaufwand

Die Position setzt sich wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
Gehälter 20.484 26.655
Abfindungen 23 4.947
Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung 3.162 3.675
Übrige soziale Abgaben 70 248
Aufwendungen für Altersversorgung 19 92
23.758 35.617

Der Personalaufwand enthält periodenfremde Aufwendungen aus Restrukturierung in Höhe von TEUR 0 (i.Vj. TEUR 6.905).

15. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
EDV-Kosten 2.178 2.000
Mieten und Mietnebenkosten 1.695 1.449
KFZ-Kosten 1.115 1.323
Werbung und Messen 909 955
Rechts- und Beratungskosten 568 2.428
Fremdentwicklung /-arbeiten 475 979
Reise- und Bewirtungskosten 428 218
Telefon und Porto 246 348
Versicherungen 212 203
Fortbildungskosten 180 267
Wertberichtigungen und Forderungsverluste 89 557
Beiträge und Gebühren 85 108
Personalvermittlungskosten 64 63
Kapitalmarktkosten 44 111
Vertriebsprovisionen 25 106
Kursdifferenzen 21 36
Übrige sonstige Aufwendungen 623 627
8.957 11.778

16. Finanzergebnis

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge entfallen auf verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 678 (i.Vj. TEUR 56). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen entfallen auf die Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 25 (i.Vj. TEUR 58).

17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuererträge beinhalten neben latenten Steuerabgrenzungen die Körperschaft- und Gewerbesteuern der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der ausländischen Gesellschaften.

Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

2022 2021
TEUR TEUR
Latenter Steuerertrag -1.818 -1.457
Laufender Steueraufwand 124 184
Gesamter Steuerertrag -1.694 -1.273

In dieser Position sind periodenfremde Steuererträge von TEUR 1.163 (i.Vj. TEUR 0) enthalten; hiervon entfallen TEUR 1.153 auf die erstmalige Erfassung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge des EASY APIOMAT GmbH.

E. Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung und zum Eigenkapitalspiegel

Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds ist deckungsgleich mit dem Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten".

Verfügungsbeschränkungen liegen nicht vor.

Angaben zum Eigenkapitalspiegel

Am Bilanzstichtag stehen für Ausschüttungen zur Verfügung TEUR 9.938 (i.Vj. TEUR 9.501).

F. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Durch Weisung vom 26. Februar 2021 und Ergänzung vom 11. März 2021 der beherrschenden deltus 36. AG sind die EASY SOFTWARE AG, die EASY SOFTWARE Deutschland GmbH und die EASY APIOMAT GmbH dem Kreditvertrag in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe für den Erwerb der Anteile an der EASY SOFTWARE AG durch die deltus 36. AG beigetreten. Im Zuge des Beitritts zum Kreditvertrag wurden durch die Gesellschaften der EASY Gruppe umfangreiche Sicherheiten gestellt. Aufgrund der erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der dem Kreditvertrag beigetretenen Gesellschaften ist mit einer Inanspruchnahme der Sicherheiten nicht zu rechnen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich nach den Gesamtlaufzeiten der zu Grunde liegenden Verträge wie folgt:

bis ein Jahr ein bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Miete Büroflächen 905 3.599 1.872 6.376
KFZ-Leasing 390 295 0 685
Miete EDV-Systeme 877 0 0 877
2.172 3.894 1.872 7.938

Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Die Gesellschaft unterhielt mit nahestehenden Personen und Unternehmen verschiedene vertraglich vereinbarte Geschäftsbeziehungen. Alle Geschäfte wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen.

Vorstand

Andreas Zipser, Heidelberg, Diplom-Wirtschaftsmathematiker

Heino Erdmann, Meerbusch, Diplom-Kaufmann

Die Vorstandsmitglieder üben die Vorstandstätigkeit hauptberuflich aus.

Aufsichtsrat

Herr Richard Wiegmann, Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats, Mörfelden-Walldorf, Volkswirt. Herr Wiegmann ist President (Präsident) und CEO der VertiGIS Gruppe, London, Großbritannien.

Herr Stephen Paul Rowley, Stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats, Esher (Großbritannien), Bachelor of Science. Herr Rowley ist selbstständiger Berater mit Spezialisierung auf Beteiligungs- und Risikokapital und Mitglied in verschiedenen Gremien von Softwareunternehmen.

Herr Zakary Scott Ewen, Aufsichtsratsmitglied, London (UK), Master of Business and Administration / Bachelor of Science.

Herr Ewen ist Principal (Direktor) bei BMC UK Subadvisor Support Ltd., London, Großbritannien.

Herr Robert David Tabors, Aufsichtsratsmitglied, Boston (USA), Bachelor of Arts. Herr Tabors ist Private Equity Partner bei Battery Ventures.

Aufwendungen für Organe

Die gewährten Gesamtbezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0).

Die gewährten Gesamtbezüge der Vorstände bestehen aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen) und erfolgsabhängiger Tantieme und beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 742 (Vorjahr TEUR 1.060).

Für ein ehemaliges Mitglied des Vorstands ist eine Rückstellung für Pensionen in Höhe von TEUR 309 (i.Vj. TEUR 324) gebildet. Bezüge wurden gezahlt in Höhe von TEUR 24 (i.Vj. TEUR 24).

Es bestanden keine Kreditverträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrates und des Vorstandes.

Angabe gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die Gesellschaft erhielt im Geschäftsjahr keine Mitteilungen gemäß § 33 WpHG.

Wesentliche Stimmrechtsmitteilungen aus den Vorjahren, mit denen der Gesellschaft Überschreitungen der Meldeschwellen mitgeteilt wurden, lauten wie folgt:

Mitteilungsdatum Mitteilungspflichtiger Name des Aktionärs Datum der Schwellenberührung Grund der Mitteilung Gesamtstimmrechtsanteile neu
10.11.2020 Battery Partners XIII (AIV I Cayman), Ltd. 06.11.2020 Erwerb 78,38 %
Battery Partners XIII Side Fund (AIV I Cayman), Ltd.

Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen von dem Abschlussprüfer Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt TEUR 119 und für sonstige Leistungen TEUR 8. Andere Bestätigungsleistungen und Steuerberatungsleistungen wurden für das Geschäftsjahr nicht erbracht.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2022 wurden durchschnittlich 268 (i.Vj. 355) Mitarbeiter im Konzern beschäftigt. Nach dem geografischen Standort entfallen 247 (i.Vj. 329 Mitarbeiter auf Deutschland, 10 (i.Vj. 9) Mitarbeiter auf Österreich, 7 (i.Vj. 11) Mitarbeiter auf Großbritannien, 4 (i.Vj. 6) Mitarbeiter auf die USA.

Ergebnisverwendung

Der Bilanzgewinn der EASY SOFTWARE AG von TEUR 0 wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ergeben.

Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB

Die EASY SOFTWARE Deutschland GmbH verzichtet auf die Aufstellung von Anhang und Lagebericht sowie die Offenlegung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2022. Bei dieser Gesellschaft veröffentlicht die EASY SOFTWARE AG befreiend ihren Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht beim Bundesanzeiger.

 

Essen, 24. April 2023

Heino Erdmann, Chief Finance Officer

Andreas Zipser, Chief Executive Officer

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens zum 31. Dezember 2022

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am
31.12.2021
Zugänge Veränderung
Konso-
lidierungs-
kreis
Abgänge Währungs-
umrechnung
Stand am
31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I . Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 12.439 0 0 0 0 12.439
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 19.473 15 0 0 0 19.488
3. Geschäfts- oder Firmenwert 7.697 0 0 0 0 7.697
39.609 15 0 0 0 39.624
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 34 60 0 0 0 94
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.767 465 0 3 -8 3.221
2.801 525 0 3 -8 3.315
III. Finanzanlagen
1. At Equity bewertete Finanzanlagen 312 140 0 0 0 452
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.927 12.245 0 0 0 15.172
3. Beteiligungen 130 0 0 0 0 130
3.369 12.385 0 0 0 15.754
45.779 12.925 0 3 -8 58.693
Stand am 31.12.2021 Kumulierte
Abschreibungen
des Geschäftsjahres
Veränderung Konsolidierungskreis
TEUR TEUR TEUR
I . Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.630 1.981 0
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 16.378 840 0
3. Geschäfts- oder Firmenwert 5.436 1.178 0
27.444 3.999 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 19 6 0
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.215 345 0
2.234 351 0
III. Finanzanlagen
1. At Equity bewertete Finanzanlagen 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0
3. Beteiligungen 0 0 0
0 0 0
29.678 4.350 0
Buchwerte
Abgänge Währungs-
umrechnung
Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I . Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0 0 7.611 4.828 6.809
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 0 17.218 2.270 3.095
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 6.614 1.083 2.261
0 0 31.443 8.181 12.165
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 25 69 15
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 -9 2.548 673 552
3 -9 2.573 742 567
III. Finanzanlagen
1. At Equity bewertete Finanzanlagen 0 0 0 452 312
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 15.172 2.927
3. Beteiligungen 0 0 0 130 130
0 0 0 15.754 3.369
3 -9 34.016 24.677 16.101

Abschlussbemerkungen

Bilanzeid des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Essen, 24. April 2023

EASY SOFTWARE AG

Heino Erdmann, Chief Finance Officer

Andreas Zipser, Chief Executive Officer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die EASY SOFTWARE AG, Essen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der EASY SOFTWARE AG, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht (nachfolgend: zusammengefasster Lagebericht) der EASY SOFTWARE AG, Essen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks veröffentlichten Geschäftsbericht, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk, sowie den Bericht des Aufsichtsrates.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen und Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Hannover, 24. April 2023

Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Christian Fröhlich, Wirtschaftsprüfer

Hans-Peter Möller, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre,

Im Folgenden möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrates der EASY SOFTWARE AG im vergangenen Geschäftsjahr 2022 informieren.

Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrgenommen. Der Vorstand wurde bei der Leitung des Unternehmens beraten und seine Geschäftsführung sorgfältig geprüft und überwacht. Darüber hinaus haben wir uns eingehend mit der operativen und strategischen Entwicklung des Unternehmens befasst. Maßstab für die Überwachung waren insbesondere die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung der Gesellschaft sowie die Wirksamkeit des Risikomanagements und der Unternehmensorganisation. Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr 2022 intensiv mit der Lage und Entwicklung der Gesellschaft beschäftigt.

In den Aufsichtsratssitzungen informierte der Vorstand den Aufsichtsrat durch schriftliche und mündliche Berichte über einzelne Geschäftsvorgänge und Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen, die Geschäfts- und Finanzlage, die Geschäftsentwicklung, die strategische Weiterentwicklung und die Unternehmensplanung sowie die Risikolage und das Risikomanagement des Unternehmens. Der Vorstand hat auch über Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Prognosen berichtet und diese mit dem Aufsichtsrat erörtert. In jeder unserer Sitzungen hatten wir Gelegenheit, die vom Vorstand vorgelegten Berichte und Beschlussvorlagen eingehend zu erörtern. Dies gilt insbesondere für Maßnahmen, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sowie für Geschäfte, die für die Rentabilität und Liquidität von Bedeutung sind. Soweit der Vorstand dem Aufsichtsrat einzelne Maßnahmen zur Zustimmung vorgelegt hat, hat der Aufsichtsrat die betreffenden Geschäfte stets eingehend geprüft und erörtert. Er hat deren Nutzen, mögliche Risiken und sonstige Auswirkungen eingehend mit dem Vorstand diskutiert und entsprechende Beschlüsse gefasst. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat auch andere Maßnahmen und Geschäfte, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung waren, ohne besondere Zustimmungsvorbehalte im Zusammenhang mit den Berichten und Informationen des Vorstands gemeinsam erörtert.

Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen erhielt der Aufsichtsrat regelmäßig sowie ad hoc schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands. Inhalt dieser Berichte waren die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie sonstige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage, Entwicklung und Führung der EASY SOFTWARE AG von wesentlicher Bedeutung waren. Darüber hinaus hat der Aufsichtsratsvorsitzende und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand die Strategie, die Planung, die aktuelle Geschäftsentwicklung und -lage (einschließlich der Risikolage), das Risikomanagement und die Compliance sowie wesentliche Einzelthemen und Entscheidungen beraten.

Sitzungen und Beschlüsse des Aufsichtsrates und Schwerpunkte seiner Arbeit

Im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat insgesamt acht Sitzungen abgehalten. Diese fanden statt am

 

03.01.2022 (Telefonkonferenz),

 

13.01.2022 (Umlaufbeschluss)

 

01.02.2022 (Präsenzsitzung)

 

22.03.2022 (Umlaufbeschluss)

 

13.04.2022 (Umlaufbeschluss)

 

20.04.2022 (Telefonkonferenz)

 

03.05.2022 (Umlaufbeschluss)

 

19.05.2022 (Umlaufbeschluss)

 

23.05.2022 (Präsenzsitzung)

 

20.07.2022 (Telefonkonferenz)

 

02.08.2022 (Telefonkonferenz)

 

13.10.2022 (Umlaufbeschluss)

 

09.11..2022 (Präsenzsitzung)

 

19.12.2022 (Telefonkonferenz)

An allen Sitzungen haben alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen. Darüber hinaus standen die Mitglieder des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und seinem Stellvertreter.

Darüber hinaus wurden insgesamt sechs Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.

Es fanden keine Ausschusssitzungen statt, da der Aufsichtsrat aufgrund seiner Größe keine Ausschüsse gebildet hat. Es ist Praxis, dass der Aufsichtsrat im Rahmen seiner Sitzungen zeitweise ohne den Vorstand tagt. Dabei behandelt der Aufsichtsrat solche Tagesordnungspunkte, die entweder den Vorstand selbst betreffen oder eine interne Diskussion im Aufsichtsrat erfordern.

Die Schwerpunkte der Beratungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats in den einzelnen Sitzungen im Berichtsjahr waren wie folgt:

Im ersten Quartal befasste sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Beschlussfassung des Vorstands gem. § 27 Abs. 1 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes zum freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebot (Barangebot) der deltus 36. AG an die Aktionäre der Gesellschaft (Delisting-Angebot). Der Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum regulierten Markt (General Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse wurde ebenso ausführlich besprochen. Die seitens des Vorstands vorgeschlagene Neubesetzung von Gremien der Tochtergesellschaften sowie die neue Geschäftsordnung für den Vorstand waren Gegenstand der Diskussion. Ebenso wurde der zu veröffentlichende Vergütungsbericht für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats besprochen.

Die Erneuerung des strategischen Partnerschaftsvertrags mit der otris software AG wurde zwischen Aufsichtsrat und Vorstand eingehend diskutiert und beschlossen.

Hauptthema im zweiten Quartal war die Erörterung und Prüfung der Finanzergebnisse des Jahres- und Konzernabschlusses 2021. Der Aufsichtsrat befasste sich hierbei unter anderem mit der Rechnungslegung der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften, dem Risiko- und Chancenmanagementbericht. Im Ergebnis hat der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss 2021 nach HGB und IFRS festgestellt bzw. gebilligt und gemeinsam mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 festgelegt. Weiterer Schwerpunkt der Tätigkeiten des Aufsichtsrates war die Vorbereitung der Hauptversammlung 2022, die aufgrund der Corona-Pandemie virtuell stattfand und fasste die hierfür erforderlichen Beschlüsse einschließlich der Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung und des Berichts des Aufsichtsrats für das Jahr 2021.

Im dritten Quartal erörterte der Aufsichtsrat u. a. ausführlich die weitere Vorgehensweise in der EASY Türkei. Am 20. Januar 2023 wurde eine einvernehmliche Regelung mit den türkischen Geschäftsführern getroffen. Damit ist die gerichtliche Auseinandersetzung erledigt.

Die notwendige Zusammenarbeit mit einem indischen Entwicklerteam wurde im 4. Quartal ausführlich in verschiedenen Sitzungen des Aufsichtsrats mit dem Vorstand besprochen. Auch das durch den Vorstand vorgelegte Budget und die Planung für das Geschäftsjahr 2023 wurde im Detail diskutiert. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit den Finanzbeziehungen der Gesellschaft zu seiner Aktionärin deltus 36. AG bzw. zu Battery Ventures.

Der Aufsichtsrat überprüfte fortlaufend die aktuelle Geschäftslage der Gesellschaft und des Konzerns im Geschäftsjahr 2022 sowie die Geschäftsplanung und das Budget für 2023. Weitere wiederkehrende Themen waren die monatlichen Berichte des Vorstands über die Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften, das Wachstum des Cloud- und Auslandsgeschäfts, das Risikomanagement sowie die Liquiditätssituation des Konzerns. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat mit strategischen Themen und zustimmungspflichtigen Maßnahmen.

ZUSAMMENSETZUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Im Geschäftsjahr 2022 gab es im Vorstand und im Aufsichtsrat keine personellen Veränderungen.

KONZERN- UND EINZELABSCHLÜSSE, PRÜFUNG DER JAHRESABSCHLÜSSE

Die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Niederlassung Hannover (nachfolgend "Ebner Stolz") hat den Jahres- und Konzernabschluss der EASY SOFTWARE AG für das Geschäftsjahr 2022 geprüft. Ebner Stolz wurde in der Hauptversammlung am 30. Juni 2022 zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer gewählt. Zuvor hatte Ebner Stolz gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden bestätigt, dass keine Umstände vorliegen, die seine Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen oder Zweifel an seiner Unabhängigkeit begründen könnten. Der Abschlussprüfer hat den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellten Jahresabschluss der EASY SOFTWARE AG, den gemäß § 315e Abs. 1 HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss sowie den mit dem Lagebericht der EASY SOFTWARE AG zusammengefassten Konzernlagebericht geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Der Abschlussprüfer hat damit bestätigt, dass nach seiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der Jahresabschluss und der Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EASY SOFTWARE AG und des EASY SOFTWARE-Konzerns vermitteln. Ferner hat der Abschlussprüfer bestätigt, dass der zusammengefasste Konzernlagebericht und Lagebericht in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss in Einklang steht und insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der EASY SOFTWARE AG und des EASY SOFTWARE-Konzerns vermittelt sowie die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 24. April 2023 erläuterte der Vorstand den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie seinen Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns. Außerdem beantwortete der Vorstand Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Die in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats anwesenden Vertreter des Abschlussprüfers berichteten ausführlich über die Prüfung und die Prüfungsergebnisse und erläuterten die Prüfungsberichte. Der Abschlussprüfer informierte den Aufsichtsrat auch darüber, dass seine Prüfung keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess ergeben hat. Der Aufsichtsrat befragte den Abschlussprüfer eingehend zu den Prüfungsergebnissen sowie zu Art und Umfang der Prüfungshandlungen. Der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass die Prüfung durch den Abschlussprüfer ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Er kam insbesondere zu dem Ergebnis, dass die Prüfungsberichte - wie auch die Prüfung selbst - den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der Aufsichtsrat hat daraufhin dem Ergebnis der Abschlussprüfung zugestimmt.

Auch die eigene Prüfung der Abschlussunterlagen durch den Aufsichtsrat und die Erörterung der Prüfungsergebnisse haben zu keinen Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Konzernabschluss geführt. Schwerpunkte der Prüfung durch den Aufsichtsrat waren: Soll-Ist-Abweichungen wesentlicher Ertrags- und Kostenpositionen des Konzerns im Jahresverlauf, die Angemessenheit des Risikomanagements in den Kernbereichen des Unternehmens einschließlich der internen Kontrollen und der Reisekostenabrechnungen sowie die Entwicklung und Zusammensetzung des Personalaufwands für Führungskräfte.

Der Aufsichtsrat billigte nach eigener Prüfung auch den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht sowie die darin enthaltenen Aussagen zur Entwicklung der Gesellschaft. Der Jahresabschluss wurde sodann vom Aufsichtsrat ohne Einschränkung oder Änderung festgestellt, der Konzernabschluss wurde vom Aufsichtsrat ohne Einschränkung oder Änderung gebilligt. Schließlich hat der Aufsichtsrat den vorliegenden Bericht an die Hauptversammlung verabschiedet.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der EASY SOFTWARE AG für ihr Engagement und ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Wir danken auch unseren Aktionären, insbesondere unserem Investor Battery Ventures, für ihr Vertrauen in die Gesellschaft.

 

Essen, April 2023

Richard Wiegmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates

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