KEIMFARBEN BETEILIGUNGS- GMBH
Selbe AdresseHerstellung von Anstrichmitteln, Druckfarben und Kitten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Josef Brida seit 20.9.2023 | Prokura |
Christian Plockross seit 23.6.2022 | Prokura |
Bettina Heyne seit 13.4.2015 | Prokura |
Thomas Niedermayr seit 6.9.2012 | Prokura |
Bernhard Pritschet seit 6.9.2012 | Prokura |
Rüdiger Lugert seit 6.9.2012 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 8.85% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Leonhard Moll AktiengesellschaftMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres 2022 die Geschäftsführung überwacht und sich in vier Sitzungen mit dem Vorstand und den Geschäftsführungen der Teilkonzerne am 16.03. / 27.06. / 28.09. und 15.12.2022 sowie schriftlicher und mündlicher Berichterstattung über die Lage und Entwicklung der Unternehmensgruppe, die Risikolage der Gesellschaft sowie ihrer Beteiligungs-Gesellschaften, die grundlegende Geschäftspolitik sowie andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung, wie die Finanz-, Investitions- und Personalplanung informiert und sämtliche wesentlichen Vorgänge, insbesondere zur Ertragslage und zur Umrüstung des Produktionsverfahrens des Betonschwellenwerkes Biebesheim im Hinblick auf die weitere Zukunft des Werkes mit dem Vorstand beraten. Auch wurden mit dem Vorstand und den Geschäftsführungen der Teilkonzerne die verfolgten strategischen Zielsetzungen, die Marktumfelder und der Einfluss ökonomischer Rahmenbedingungen erörtert sowie Maßnahmen bzw. Handlungsmöglichkeiten festgelegt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat sich auch außerhalb der Sitzungen durch den Vorstand über den Geschäftsverlauf unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat hat ferner über Rechtsgeschäfte und Maßnahmen beraten und entschieden, die ihm aufgrund Gesetzes, Satzung und Geschäftsordnung zur Zustimmung vorgelegt wurden. Der vorliegende Jahresabschluss der Leonhard Moll Aktiengesellschaft mit Anhang vom 26.06.2023 sowie der Konzernabschluss mit Konzernlagebericht und Konzernanhang vom 26.06.2023 sowie der Bericht des Vorstandes über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022 vom 30.03.2023, wurden durch die in der Hauptversammlung vom 21.07.2022 zum Abschlussprüfer gewählte Deloitte GmbH München, geprüft und der Jahresabschluss der Leonhard Moll AG mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk vom 26.06.2023, der Konzernabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk vom 26.06.2023 und der Bericht des Vorstandes über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk vom 26.06.2023 versehen. Der Aufsichtsrat hat die Prüfungsberichte zum Jahresabschluss der Leonhard Moll AG und zum Konzernabschluss sowie zum Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zur Kenntnis genommen. Der Abschlussprüfer stand während der Bilanzaufsichtsratssitzung, die über die Feststellung des Jahresabschlusses zu beschließen hatte, zur Erläuterung der Prüfung und des Prüfungsergebnisses zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat sich nach seiner Prüfung des Jahresabschlusses und des Gewinnverwendungsvorschlags der Leonhard Moll AG, des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie des Berichts des Vorstands über die Beziehung zu verbundenen Unternehmen dem Ergebnis der Prüfungen durch den Abschlussprüfer angeschlossen und als Ergebnis seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat deshalb in der Sitzung am 26.06.2023 den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Leonhard Moll AG zum 31.12.2022 sowie den Konzernabschluss zum 31.12.2022 mit Konzernlagebericht des Vorstands gebilligt. Der Jahresabschluss der Leonhard Moll AG ist damit festgestellt. Weiterhin wurde der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gebilligt. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmensgruppe Leonhard Moll, den Geschäftsleitungen und dem Vorstand für den im Geschäftsjahr 2022 geleisteten erfolgreichen Einsatz.
München, den 26.06.2023 Der Aufsichtsrat gez. Karl Haeusgen, Vorsitzender BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Leonhard Moll Aktiengesellschaft, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Leonhard Moll Aktiengesellschaft, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Leonhard Moll Aktiengesellschaft, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 26. Juni 2023 Deloitte
GmbH
Franz Klinger, Wirtschaftsprüfer Michael Hehl, Wirtschaftsprüfer TOP 2 Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns Vorstand und Aufsichtsrat legen folgenden Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns vor:
Die Ausschüttung erfolgt zum 15.10.2023" Der gestellte Antrag wird einstimmig angenommen. Das Abstimmungsergebnis wird vom Sitzungsleiter festgestellt und bekanntgegeben. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine Angaben Der Konzernjahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft ist Mutterunternehmen im Sinne von § 290 HGB und stellt daher einen Konzernabschluss auf, der für die einbezogenen Mutterunternehmen Keimfarben GmbH, LEONHARD MOLL BETONWERKE GmbH & Co KG und LM TPE GmbH & Co. KG befreiende Wirkung gemäß § 291 Abs. 2 HGB hat. Für die Keimfarben GmbH, Diedorf, und für die Techno-Physik Engineering GmbH, Essen, soll die Befreiung im Sinne von § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen werden. Für folgende Personenhandelsgesellschaften soll die Befreiung im Sinne von § 264b HGB in Anspruch genommen werden:
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Konzernabschluss das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Systemtechnisch bedingt können sich Rundungsdifferenzen aufgrund von Währungsumrechnungen ergeben. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden einschließlich der Muttergesellschaft 36 (Vj.: 35) Unternehmen einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Leonhard Moll Aktiengesellschaft 4 (Vj.: 4) Kommanditgesellschaften, 9 (Vj.: 8) Gesellschaften mit beschränkter Haftung und 22 (Vj.: 22) ausländische Kapitalgesellschaften. Durch die Veränderung des Konsolidierungskreises ergeben sich folgende wesentliche Zugänge in die Konzernbilanz zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung der DW Schwellen GmbH, Neuss, zum 31. August 2022: Immaterielle Vermögensgegenstände 0,9 Mio. €, Sachanlangen 20,3 Mio. €, Vorräte 9,5 Mio. €, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5,1 Mio. €, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 0,2 Mio.€, Aktive latente Steuern 0,3 Mio. €, Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0,9 Mio. €, sonstige Rückstellungen 5,2 Mio. €, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3,1 Mio. €, sonstige Verbindlichkeiten 4,9 Mio. € und Passive latente Steuern 3,5 Mio. €. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entfallen folgende wesentliche Beträge auf die Veränderung des Konsolidierungskreises: Umsatzerlöse 12,6 Mio. €, Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0,7 Mio. €, sonstige betriebliche Erträge 3,6 Mio. €, Materialaufwand 8,3 Mio. €, Personalaufwand 2,2 Mio. €, Abschreibungen 1,1 Mio. €, sonstige betriebliche Aufwendungen 1,1 Mio. € und Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,1 Mio. €. Die ŽPSV Servis s.r.o. mit Sitz in Uherský, Ostroh/Tschechien, die im Januar 2022 veräußert wurde sowie die Unterstützungskasse der Leonhard Moll AG e.V., München, die als Zweckgesellschaft nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB zu werten ist, wurden gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht konsolidiert, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind.
1) Mittelbar über Keimfarben GmbH.
Konsolidierungsgrundsätze Der Konzernabschluss wurde nach § 299 Abs. 1 HGB auf den Bilanzstichtag der Muttergesellschaft aufgestellt. Die einbezogenen Tochtergesellschaften haben ihre Abschlüsse auf den gleichen Stichtag erstellt. Sämtliche Unternehmen wurden nach der Methode der Vollkonsolidierung einbezogen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte bis zum 31. Dezember 2009 nach der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung). Dabei wurde das Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung oder dem Erwerb der Anteile mit dem Buchwert der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden verrechnet. Die Kapitalkonsolidierung für Erwerbe nach dem 1. Januar 2010 erfolgt nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB). Dabei werden die Unterschiedsbeträge zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung ermittelt. Mit Kaufvertrag vom 31. August 2022 kaufte die LEONHARD MOLL BETONWERKE GmbH & Co KG als Erwerbsgesellschaft 100,00 % der Anteile der DW Schwellen GmbH. Bei der Ermittlung des Geschäftswerts wurden zunächst die erworbenen Vermögensgegenstände und deren Buchwerte identifiziert. Daraufhin wurde der beizulegende Zeitwert der erworbenen Nettovermögensgegenstände ermittelt. Wesentliche Differenzen zwischen erworbenen Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten der Vermögensgegenstände bestehen bei den materiellen Vermögensgegenständen. Zudem wurden Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit einer Werksschließung identifiziert. Folgende Bewertungsmethoden wurden für erforderliche Neubewertungen außerhalb der Buchwertmethode verwendet:
Für die übrigen Vermögensgegenstände sowie die Schulden und Rückstellungen wurden die Buchwerte fortgeführt, da keine relevanten stillen Reserven/Lasten vorhanden sind. In Fällen, in denen der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden konnte, wurde ein Vermögensgegenstand nicht angesetzt. Aktive sowie passive latente Steuern wurden entsprechend berücksichtigt. Aus der Erstkonsolidierung der DW Schwellen GmbH resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 0,9 Mio. €, der in korrespondierender Höhe zu den Fair Value Adjustments mit 7,2 Mio. € als Geschäftswert aktiviert wurde. Der Geschäftswert wird planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2022 betrug die Abschreibung T€ 29. Aus der Erstkonsolidierung der ŽPSV a.s. und ihrer Töchter in 2018 resultierte ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 9,5 Mio. €, der in korrespondierender Höhe zu den Fair Value Adjustments mit 8,8 Mio. € als "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" passiviert wurde. Dieser Unterschiedsbetrag hat Eigenkapitalcharakter und beruht auf einem günstigen Gelegenheitskauf. Er wird planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen Vermögensgegenstände erfolgswirksam vereinnahmt. Im Geschäftsjahr 2022 betrug die erfolgswirksame Vereinnahmung des Unterschiedsbetrages aus der Kapitalkonsolidierung 189 T€. Aus der Erstkonsolidierung der Techno-Physik Engineering GmbH und ihrer Töchter in 2017 resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 16.833 T€, von denen 9.593 T€ als Geschäftswert aktiviert wurden und abgeschrieben werden. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Umsatzerlöse, Aufwendungen und Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert. Gewinne und Verluste aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen werden eliminiert. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsbuchungen werden latente Steuern entsprechend § 306 HGB gebildet. Nicht dem Konzern zuzurechnende Anteile am Eigenkapital von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden unter dem Posten "Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter" ausgewiesen. Dementsprechend wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Anteil anderer Gesellschafter am Konzernjahresergebnis dargestellt. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten - gegebenenfalls gekürzt um Investitionszuschüsse -, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger bzw. außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Erfordernisse einer Wertaufholung nach früheren außerplanmäßigen Abschreibungen wurden geprüft. Der Geschäftswert aus Kapitalkonsolidierung im Geschäftsbereich Brandschutz wird linear abgeschrieben, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen. Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wurde aufgrund der Stabilität und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells zehn Jahre festgelegt. Diese Stabilität des Geschäftsmodells liegt insbesondere in den hohen Markteintrittsbarrieren in Form von hohen Anlaufinvestitionen, patentgeschützten Fertigungsverfahren sowie langen Produktlebenszyklen begründet. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach kaufmännischen Grundsätzen vorgenommen und je nach Anschaffung im Jahr zeitanteilig berechnet. Bei Mobilien liegen Abschreibungszeiten zwischen ein und 25 Jahren zugrunde, bei Immobilien zwischen drei und 40 Jahren. Bewegliche Anlagegegenstände werden grundsätzlich nach der linearen Methode, soweit zulässig degressiv, abgeschrieben. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt, sobald dies zu höheren Jahresabschreibungen führt. Im Geschäftsbereich Farben und Putze werden geringwertige Anlagegüter bis € 250 im Jahr der Anschaffung unmittelbar im Aufwand erfasst, Anlagegüter von € 250 bis € 1.000, die bis zum 31.12.2018 aktiviert wurden, wurden bis 2018 in einem Sammelposten erfasst und über fünf Jahre abgeschrieben. Ab dem Geschäftsjahr 2019 werden Neuzugänge mit einem Anschaffungswert von € 250 bis einschließlich € 800 als geringwertige Wirtschaftsgüter aktiviert und im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. In den Geschäftsbereichen Betonprodukte und Brandschutz sowie im Bereich Holding werden geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von bis zu netto maximal € 250 sofort als Aufwand erfasst. Abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungs-/Herstellungskosten von netto mehr als € 250 bis € 800 werden im selben Jahr aktiviert und voll abgeschrieben; sie werden im Anlagengitter mitgeführt und erst bei ihrem tatsächlichen Abgang als solcher gezeigt. Aktivierte Eigenleistungen enthalten eigene interne Leistungen bzw. direkt zuordenbare Einzelkosten (im Wesentlichen eigener Personalaufwand), die für die Inbetriebnahme von extern angeschafften Anlagen und Maschinen notwendig sind. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Auch bei nur vorübergehender Wertminderung werden Finanzanlagen auf ihren niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben. Sind die Gründe für eine Wertminderung entfallen, wird der Beteiligungsansatz wieder zugeschrieben. Voraussichtlich dauernde Wertminderungen im Anlagevermögen wurden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Bei den Vorräten erfolgt die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Handelswaren mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten zum Bilanzstichtag. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie der nicht abgerechneten Bauleistungen erfolgt zu Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert, unter Berücksichtigung der Grundsätze für die verlustfreie Bewertung. Die Herstellungskosten enthalten alle direkt zurechenbaren Einzelkosten, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung verursacht ist. Fremdkapitalzinsen und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie freiwillige Sozialkosten sind in den Herstellungskosten nicht enthalten. Auf Bestände mit eingeschränkter Verwertbarkeit werden entsprechende Abschläge vorgenommen. Bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die regelmäßig ersetzt werden, von untergeordneter Bedeutung sind sowie der Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringfügigen Veränderungen unterliegt, erfolgt die Bewertung nach dem Vereinfachungsverfahren der Festwertmethode. Die Überprüfung des Festwerts erfolgt alle drei Jahre anhand einer körperlichen Bestandaufnahme. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungs- oder Nennwerten angesetzt. Erkennbare Risiken sind durch ausreichend bemessene Einzelwertberichtigungen, das allgemeine Ausfall- und Erlösschmälerungsrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Die liquiden Mittel sind zu Nennwerten angesetzt. Die Rechnungsabgrenzungsposten entsprechen den zeitanteilig vorgeleisteten Beträgen. Die Bewertung der inländischen Pensionsrückstellungen erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Der Bewertung wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt unter Verwendung der biometrischen Grundlagen der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Die Altersversorgungsverpflichtungen sind nach § 253 Abs. 2 HGB auf Basis eines über zehn Jahre ermittelten durchschnittlichen Abzinsungssatzes bewertet. Bei der Anwendung eines auf Basis von sieben Jahren ermittelten durchschnittlichen Abzinsungssatzes von 1,44 % (Vj.: 1,35 %) ergibt sich ein um T€ 176 (Vj.: T€ 206) (Unterschiedsbetrag) höherer Wertansatz für die Altersvorsorgeverpflichtungen. Bei der Abzinsung wurde die Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB (Zinssatz bei angenommener durchschnittlicher Restlaufzeit von fünfzehn Jahren) in Anspruch genommen. In den Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sind daneben Pensions- und Abfertigungsrückstellungen für Mitarbeiter von drei Tochtergesellschaften enthalten. Diese wurden nach landesspezifischen Kriterien bewertet. Die Abfertigungsrückstellung für Keimfarben Österreich wird nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen nach dem Teilwertverfahren auf Basis eines durchschnittlichen Rechnungszinssatzes von 1,01 % (Vorjahr 0,95 %) unter Berücksichtigung eines angemessenen Gehaltstrends von 3,0 % (Vorjahr 2,26 %) und des gesetzlichen Pensionseintrittsalters von 65 Jahren ermittelt. Der Rechnungszinssatz für Abfertigungsrückstellung wird aus dem 7-jährigen Durchschnittszinssatz für eine Restlaufzeit von 8 Jahren entsprechend der Veröffentlichung der Deutschen Bundesbank abgeleitet. Die Pensionsrückstellung von Keimfarben Frankreich wurde nach IAS 19 bewertet, dabei wurden folgende biometrische Daten zugrunde gelegt: Es wurde mit einer Gehaltssteigerung von 1,5 % (Vorjahr 1,5 %), einer Fluktuationsrate von jeweils 0 % (Vorjahr 0 %) und einem Zinssatz von 2,25 % (Vorjahr 1,0 %) gerechnet. Die Abfertigungsrückstellung für Keim Italien ist jederzeit auszahlbar und wird daher nicht abgezinst. Der Rückstellungsbetrag umfasst die effektiven Gehaltssteigerungen. Erfolge aus Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im operativen Ergebnis ausgewiesen. Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden nicht abgezinst. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst. Die Rückstellungen für Mitarbeiterjubiläen werden ebenfalls nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und in voller Höhe passiviert. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Ermittlung der latenten Steuern werden temporäre Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten zugrunde gelegt. Steuerliche Verlustvorträge werden in die Ermittlung einbezogen, sofern deren Realisierbarkeit innerhalb von fünf Jahren erwartet werden kann oder dem ein entsprechender Überhang passiver latenter Steuern gegenübersteht. Latente Steuern werden gemäß dem Ansatzwahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB ausgewiesen und werden auch bei einem Aktivüberhang in der Konzernbilanz gezeigt. Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen werden mit latenten Steuern, die auf Einzelabschlussebene entstehen, zusammengefasst. Derivative Finanzinstrumente werden mit den Grundgeschäften nicht zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Haben die derivativen Finanzinstrumente einen negativen Marktwert, wird hierfür eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet. Die Erfassung von Umsatzerlösen findet statt, sobald die Leistung bzw. Lieferung an den Kunden und der Gefahrübergang entsprechend den vereinbarten Lieferbedingungen auf den Kunden erfolgt ist. Sonstige betriebliche Erträge und die betrieblichen Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Realisierung bzw. Verursachung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Erforderlichenfalls werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen. Währungsumrechnung Vermögens- und Schuldposten in ausländischer Währung werden mit dem Kurs am Tag der Erstverbuchung bewertet. Forderungen, liquide Mittel und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen und einer Laufzeit von bis zu einem Jahr sind am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs bewertet. Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden am Bilanzstichtag zum Kurs der Ersterfassung oder zum Devisenkassamittelkurs angesetzt, wenn sich dabei ein niedrigerer Wert ergibt. Schuldposten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden am Bilanzstichtag zum Kurs der Ersterfassung oder zum Devisenkassamittelkurs angesetzt, wenn sich dabei ein höherer Wert ergibt. Verluste und Gewinne aus Kursänderungen bei Forderungen und Verbindlichkeiten werden am Bilanzstichtag bzw. bei Realisierung erfolgswirksam berücksichtigt. Die Vermögens- und Schuldpositionen aller ausländischen Tochtergesellschaften werden mit am Bilanzstichtag gültigen Stichtagskursen umgerechnet. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgt zu historischen Kursen. Die Umrechnung der Aufwands- und Ertragsposten erfolgte mit Jahresdurchschnittskursen. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von auf Fremdwährung lautenden Abschlüssen werden erfolgsneutral in der Position Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung gezeigt. Wechselkurse
Quelle: https://www.ecb.europa.eu/ecb/html/index.de.html Angaben zur Konzernbilanz 1. Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung der einzelnen Positionen des Konzernanlagevermögens im Konzern der Leonhard Moll Aktiengesellschaft sind im Anlagengitter (Anlage zum Konzernanhang) dargestellt. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben T€ 2.274 (Vj.: T€ 2.331) und von den sonstigen Vermögensgegenständen T€ 310 (Vj.: T€ 327) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von T€ 0 (Vj. T€ 2.002) die Alleinaktionärin. 3. Eigenkapital Das Grundkapital der Leonhard Moll Aktiengesellschaft beträgt € 13.000.000 und ist eingeteilt in 500.000 Namensaktien (Stammaktien) im Nennbetrag von jeweils € 26. Die Moll GmbH & Co. KG, München, hält als alleinige Aktionärin eine Beteiligung im Sinne von § 16 AktG an unserer Gesellschaft und hat dies gemäß § 20 AktG mitgeteilt. Die Hauptversammlung vom 21. Juli 2022 hat den Bilanzgewinn zum 31.12.2021 folgendermaßen verwendet: T€ 5.500 Ausschüttung an den Aktionär, T€ 1.000 Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen und Vortrag des Restes auf neue Rechnung. Die Gewinnrücklagen gliedern sich wie folgt auf:
4. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Vorsorgen für Risiken (insbesondere Vertragsrisiken, Haftungs- und Prozessrisiken), Gewährleistungsverpflichtungen, ausstehende Belastungen und Verpflichtungen im Personalbereich:
5. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind folgendermaßen gesichert:
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit T€ 4 (Vj.: T€ 19) Verbindlichkeiten gegenüber der Moll Immobilien Management GmbH und mit T€ 17 (Vj.: T€ 1) Verbindlichkeiten gegenüber der Moll Immobilien Holding GmbH. Im Geschäftsjahr, sowie im Vorjahr handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten:
Im Geschäftsbereich Betonprodukte enthalten die sonstigen Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber der Trackwork Ltd., einer Minderheitsgesellschafterin der Trackwork Moll Ltd., von T€ 2.486 (Vj.: T€ 3.072) sowie gegenüber der ŽSR (Železnice Slovenskej republiky), einer Minderheitsgesellschafterin der ŽPSV a.s Čaňa, in Höhe von T€ 328 (Vj.: T€ 0), weiterhin Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von T€ 3.605 (Vj.: T€ 1.194) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von T€ 693 (Vj.: T€ 529). In den Verbindlichkeiten gegenüber der Trackwork Ltd. ist ein Gesellschafterdarlehen von T€ 2.486 (Vj.: T€ 3.061) ausgewiesen. Es hat in Höhe von T€ 2.486 (Vj.: T€ 2.216) eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Bei einem Teilbetrag von T€ 321 (Vj.: T€ 845) ist die Rückzahlung von der Liquiditätslage der Gesellschaft abhängig. Eine Rückzahlung wird innerhalb des nächsten Jahres erwartet. Alle übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 6. Latente Steuern Die latenten Steuern entwickeln sich wie folgt:
Aktive und passive latente Steuern wurden zu Ausweiszwecken in der Bilanz verrechnet. Es verbleibt ein aktiver Überhang von T€ 153 (Vj.: aktiver Überhang T€ 853). Die latenten Steuern aus Einzelabschlüssen resultieren aus der Bildung einer Rücklage gemäß § 6b EStG, aus temporären Differenzen bei den Pensionsrückstellungen, den sonstigen langfristigen Rückstellungen und den Sachanlagen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Berechnungsgrundlage bilden die Steuersätze der Muttergesellschaft (27,2 %) bzw. der jeweiligen Tochtergesellschaften, die zwischen 23,0 % und 28,0 % im Geschäftsbereich Farben und Putze, zwischen 13,6 % und 33,0% im Geschäftsbereich Betonprodukte und zwischen 16,8 % und 32,6 % im Geschäftsbereich Brandschutz liegen. Die latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen resultieren aus Aufstockungen in immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und aus der Schuldenkonsolidierung sowie aus der Zwischengewinneliminierung bei den Vorräten. Die zugrunde gelegten Steuersätze betragen zwischen 19,0 % und 30,7 %. 7. Derivative Finanzinstrumente Die zur Absicherung von künftigen Fremdwährungstransaktionen im Absatzbereich abgeschlossenen Devisentermingeschäfte wurden nicht zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Der Zeitwert wurde anhand von bei Banken üblichen Bewertungsmodellen ermittelt. Der Umfang dieser Geschäfte zum Bilanzstichtag beläuft sich auf:
Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft hat in 2017 1 % der Kommanditanteile an einer GmbH & Co KG, die Teil des Konzerns ist, an einen Dritten verkauft. Im Kaufvertrag sind eine Put- sowie eine Call-Option über den Rückkauf des Kommanditanteils enthalten, wobei die Leonhard Moll Aktiengesellschaft Inhaberin der Call-Option und Stillhalterin der Put-Option ist. Der beizulegende Zeitwert beider Optionen ist nicht bestimmbar; angesichts der Modalitäten, der vielfältigen Bedingungen und Ereignisse, die zu verschiedenen Zeitpunkten zur Ausübung einer der beiden Optionen führen können, steht kein anerkanntes Verfahren zur verlässlichen Bestimmung eines beizulegenden Zeitwertes zur Verfügung. Die Optionen werden für die Vermögenslage des Konzerns nicht als wesentlich eingeschätzt. Beide Optionen sind nicht bilanziert. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse im Konzern verteilen sich wie folgt:
2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 5.071 (Vj.: T€ 1.902), die überwiegend aus der Auflösung von Rückstellungen, aus dem Abgang von Anlagevermögen und dem Eingang von Zahlungen auf wertberichtigte Forderungen resultieren. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung des passivischen Unterschiedsbetrages in Höhe von T€ 189 (Vj.: T€ 573) enthalten. 3. Abschreibungen In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von T€ 414 (Vj.: T€ 373) enthalten, die aus der Schließung eines Werkes resultieren. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 324 (Vj.: T€ 302). Unter den laufenden betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen aus der Bildung von Drohverlustrückstellungen im Geschäftsbereich Betonprodukte in Höhe von T€ 0 (Vj.: T€ 88) enthalten. 5. Finanzergebnis Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 53 (Vj.: T€ 80). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 83 (Vj.: T€ 157). 6. Steuern Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Steuererstattungen für Vorjahre in Höhe von T€ 89 (Vj.: T€ 18), Steuernachzahlungen für Vorjahre in Höhe von T€ 166 (Vj.: T€ 45) und Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von T€ 2.503 (Vj.: T€ 215). Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds über T€ 30.451 (Vj.: T€ 35.697) umfasst Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten. Ein Teil der Bankguthaben (T€ 6.354; Vj.: T€ 6.587) wurde im Rahmen eines Kreditvertrages zur Finanzierung der Akquisition im Geschäftsbereich Brandschutz an die finanzierende Bank verpfändet. Die Gliederung erfolgt nach den Vorschriften des DRS 21. Organe der Konzernmuttergesellschaft Aufsichtsrat der Leonhard Moll AG
Vorstand der Leonhard Moll AG
Sonstige Angaben nach § 314 Abs. 1 HGB: 1. Nachtragsbericht Mit Vertrag vom 14. März 2023 wurden 75,1 % der Anteile an der Leonhard Moll Railway & Tower Systems s.r.o., Ostrava/Tschechien veräußert. Mit notarieller Beurkundung am 8. Mai 2023 wurden die Optionen ausgeübt und 1 % der im Jahr 2017 verkauften Kommanditanteile an der LM TPE GmbH & Co. KG von der Leonhard Moll Aktiengesellschaft zurückerworben. Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz zu berücksichtigen sind. 2. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestanden im Konzern der Leonhard Moll Aktiengesellschaft voraussichtliche Zahlungsverpflichtungen aus Leasing- und Mietrechtsverhältnissen und sonstigen Dauerschuldverhältnissen in Höhe von T€ 16.959 (Vj.: T€ 16.327). Davon haben T€ 5.273 (Vj.: T€ 4.913) eine Laufzeit bis zu einem Jahr und T€ 10.432 (Vj.: T€ 8.186) eine Laufzeit von 1-5 Jahren, während T€ 1.254 (Vj.: T€ 3.228) eine Laufzeit von über 5 Jahren haben. Davon betreffen Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen T€ 575, wovon innerhalb eines Jahres T€ 135 und T€ 440 innerhalb von 1-5 Jahren fällig werden. Verpflichtungen aus bestellten Waren und Investitionsvorhaben bestanden zum Stichtag in einer Gesamthöhe von T€ 1.814 (Vj.: T€ 4.595), die vollständig innerhalb eines Jahres fällig sind. Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft hat für ihre Tochtergesellschaft LEONHARD MOLL BETONWERKE GmbH & Co KG zur Sicherung von Krediten der DZ Bank AG, Frankfurt am Main, in Höhe von T€ 9.750 (Vj.: T€ 0) sowie der Deutschen Bank AG, Frankfurt am Main, in Höhe von T€ 12.800 (Vj.: T€ 0) Patronatserklärungen abgegeben. Mit einer Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklung nicht gerechnet. Für die Errichtung einer Gleisanlage für das Gleisschwellenwerk Biebesheim wurde ein Herstellungskosten mindernder Investitionszuschuss von TEUR 912 gewährt. Davon sind bis zum 31.12.2026 bei Eintritt bestimmter Bedingungen T€ 878 rückzahlbar. 3. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB) Im Geschäftsjahr 2022 waren im Konzern durchschnittlich 1.631 (Vj.: 1.679) Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon waren 697 Angestellte und 934 Arbeiter (Vj.: 694/985). 4. Bezüge von Organen (§ 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB) Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2022 T€ 140. Der Vorstand erhielt für seine Tätigkeit T€ 1.596 und an frühere Mitglieder des Vorstands wurden Ruhegehälter in Höhe von T€ 210 geleistet. Für diesen Personenkreis sind Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 2.400 gebildet. 5. Honorar des Konzernabschlussprüfers (§ 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB) Für das Geschäftsjahr 2022 beträgt das Honorar des Abschlussprüfers Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für die Abschlussprüfung im Gesamtkonzern T€ 358 und für andere Bestätigungsleistungen T€ 8. 6. Konzern Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden in den Konzernabschluss der Moll GmbH & Co. KG, München (AG München HRA 60464), die einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen erstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss der der Moll GmbH & Co. KG, München (AG München HRA 60464), wird der Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt. 7. GewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, vom Bilanzgewinn des Mutterunternehmens zum 31.12.2022 von T€ 21.206 einen Teilbetrag in Höhe von T€ 6.400 an den Aktionär auszuschütten, T€ 1.000 den anderen Gewinnrücklagen zuzuführen und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
München, den 26. Juni 2023 Der Vorstand Andrea Benincasa Alexander Beer Rüdiger Lugert Uwe Balshüsemann Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens 2022
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Eigenkapitalspiegel 2022
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernlagebericht 2022I. Grundlagen 1. Geschäftsgegenstände des Leonhard-Moll-Konzerns Im Geschäftsjahr 2022 hat die Leonhard Moll Aktiengesellschaft operative Beteiligungen in den drei Geschäftsbereichen "Farben und Putze", "Betonprodukte" und "Brandschutz" gehalten. Im Rahmen der Holding wird der im Jahr 2012 auch gesellschaftsrechtlich aufgelöste Immobilienbereich weiterhin abgewickelt. Geschäftsbereich Farben und Putze Im Geschäftsbereich "Farben und Putze" ist die Keimfarben GmbH in Deutschland und auf ausländischen Märkten für Wand- und Fassadensysteme tätig. Die Gesellschaft produziert und vertreibt hochwertige mineralische Farbsysteme, die insbesondere auch im Denkmalschutz zum Einsatz kommen. Zum Programm gehören ferner Spezial- und Sanierputze, Produkte für Betonsanierungen, Wärmedämmverbundsysteme und ein System für silikatische Holzbeschichtung. Die Keimfarben GmbH unterhält im Inland Produktionsstätten in Diedorf bei Augsburg und in Alteno (Brandenburg) sowie einen Vertriebsstandort in Köln. Der internationale Vertrieb erfolgt überwiegend über Vertriebsgesellschaften im europäischen Ausland, in den USA und seit 2020 in Russland, die aufgrund der politischen Situation seit August 2022 stillgelegt ist, deren Beteiligungen in der Keimfarben Beteiligungs-GmbH als Tochtergesellschaft der Keimfarben GmbH gebündelt sind. Geschäftsbereich Betonprodukte Der Geschäftsgegenstand der Betonwerke ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Gleisschwellensystemen und Betonfertigteilen (z.B. Lärmschutz- und Bahnsteigsysteme) sowie Baugeschäft (hauptsächlich Industriehallen und Brücken) und in begrenztem Umfang die Einrichtung von Mobilfunkstandorten. Mit Kaufvertrag vom 31. August 2022 erwarb die LEONHARD MOLL BETONWERKE GmbH & Co KG 100,00 % der Anteile der DW Schwellen GmbH, Neuss (nachfolgend auch "DWS"). Mit der Akquisition der DWS wurde einer der größten und direkten Wettbewerber am deutschen Markt für Spannbetonschwellen erworben. Mit Erwerb der Anteile der DWS sind im abgelaufenen Geschäftsjahr drei weitere Produktionsstandorte in Deutschland hinzugekommen, wovon ein Produktionsstandort unmittelbar nach Erwerb geschlossen wurde. Mit Beendigung der Optimierungsmaßnahmen der Produktionsstandorte in Tschechien wurde die Anzahl der Produktionsstätten um zwei Standorte verringert. Aufgrund der Akquisition sowie der Optimierungsmaßnahmen er-streckt sich die Geschäftstätigkeit zum Ende des Jahres 2022 auf vierzehn Produktionsstätten in den sieben europäischen Ländern Deutschland, Großbritannien, Polen, Tschechien, Slowakei, Bulgarien und Kroatien. In Tschechien installieren wir zudem für Mobilfunk- und Festnetzbetreiber schlüsselfertige Standorte. Hauptabnehmer der Spannbetonschwellen sind die jeweiligen staatlichen Netzbetreiber, entweder direkt über Rahmenverträge oder indirekt über Gleisbauer. Geschäftsbereich Brandschutz Im Geschäftsbereich "Brandschutz" ist die LM TPE GmbH & Co KG mit ihren in- und ausländischen Tochtergesellschaften weltweit in den Geschäftsbereichen Wärmetechnik sowie Brandschutz im Schiffsbau und im Offshore tätig. Der Geschäftsbereich passiver Brandschutz im Hochbau und Haustechnik konzentriert sich im Wesentlichen auf die EU-Mitgliedsstaaten und die Schweiz. Die TechnoPhysik Group (nachfolgend auch "TPG") entwickelt, produziert und vertreibt insbesondere Isolierwerkstoffe und Dämmstoffe auf anorganischer Basis. Produktionsstandorte werden im Inland in Essen und Werdohl unterhalten. Im Ausland liegen die Produktionsstandorte in Amstetten (Österreich) und Cerknica (Slowenien). 2. Organisationsstruktur und Beteiligungen Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft hält Beteiligungen an den operativen Führungsgesellschaften der Geschäftsbereiche. Der vierköpfige Vorstand der Leonhard Moll Aktiengesellschaft besteht aus dem Vorstandsvorsitzenden, dem Finanzvorstand und den Bereichsvorständen für die Geschäftsbereiche Brandschutz sowie Farben und Putze. Die Bereichsvorstände sind zugleich Geschäftsführer der operativen Führungsgesellschaften. Der Vorstandsvorsitzende sowie der Finanzvorstand sind zudem Geschäftsführer der operativen Führungsgesellschaft im Geschäftsbereich Beton. Die operative Führungsverantwortung wird dort dezentral eigenständig wahrgenommen und im Rahmen der Beteiligung im Vorstand der Leonhard Moll Aktiengesellschaft gegenüber dem Aufsichtsgremium und der Hauptversammlung verantwortet. Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft arbeitet als Finanzholding mit zentraler Steuerung von Querschnittsthemen vornehmlich im kaufmännisch-rechtlichen Bereich. Der vollkonsolidierte unmittelbare und mittelbare Beteiligungsbestand umfasst zum 31. Dezember 2022 insgesamt 35 (Vj.: 34) Gesellschaften, 4 (Vj.: 4) Kommanditgesellschaften, 28 (Vj.: 27) Gesellschaften mit beschränkter Haftung und 3 (Vj.: 3) Aktiengesellschaften. Einen Überblick über den Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2022 enthält der Konzernanhang. 3. Zielsetzungen In der Leonhard Moll Aktiengesellschaft sind die industriellen Aktivitäten der Familie Moll gebündelt. Auf der Grundlage des Bekenntnisses zu einem langfristigen profitabel wachsenden industriellen Engagement mit maßgeblicher investiver Gewinnthesaurierung wurden und werden die strategischen und operativen Zielsetzungen der operativen Bereiche festgelegt und alljährlich im Rahmen der Mittelfristplanung überprüft und gegebenenfalls angepasst. Geschäftsbereich Farben und Putze Die Strategie des Wachstums aus eigener Kraft umfasst auf der Grundlage der Bewahrung der Markt-, Entwicklungs- und Qualitätsführerschaft bei mineralischen Beschichtungssystemen ein Wachstum durch strategische Projekte sowie durch gezielte personelle Maßnahmen im Vertrieb im In- und Ausland bei ausgewählten Regionen, Produkten oder Marktsegmenten. Die deutschlandweite Verfügbarkeit von Keimfarben an Standorten des Farbengroßhandels mit Lokalen Farbwerkstätten (LFW) zur Abtönung von Farbtönen hat sich bewährt und soll Schritt für Schritt auf Auslandstochtergesellschaften ausgeweitet werden. Ein weiteres wichtiges Element bei der Umsetzung der Strategie ist die Pflege und Erweiterung des Produktsortiments. Keimfarben verfolgt die Zielsetzung, die Entwicklungs- und Qualitätsführerschaft im silikatisch-mineralischen Produktspektrum zu bewahren und auszubauen. Wesentliche Produktinnovationen werden durch Keimfarben im Markt gesetzt. Neben dem Ausbau des Geschäftes im deutschen Markt liegt ein weiterer Fokus auf der Entwicklung des Auslandsgeschäftes. Möglichkeiten anorganischen Wachstums werden im geschäftsfeldnahen Bereich systematisch ermittelt und geprüft. Geschäftsbereich Betonprodukte Die Leonhard Moll (kurz: "LM") Betonwerke verfolgen eine nachhaltige und profitable Wachstumsstrategie, basierend auf autonomem Wachstum, erforderlichenfalls ergänzt durch strategische Partnerschaften oder strategische Zukäufe. Im Heimatmarkt Deutschland wuchsen die LM Betonwerke organisch mit der Inbetriebnahme des Werkes Biebesheim im zweiten Halbjahr 2018. Aufgrund technischer Probleme wurde das Werk Biebesheim beginnend im Geschäftsjahr 2021 umgerüstet. Im Januar 2022 begann die Errichtung der neuen Fertigungsanlage und wurde noch im Jahr 2022 erfolgreich in Betrieb genommen sowie nach Beendigung der Leistungsfahrt zum 22.12.2022 final abgenommen. Mit der Akquisition der DWS wuchsen die LM Betonwerke anorganisch auf dem deutschen Markt, was die Wettbewerbsposition weiter verbessert. Durch diese Maßnahmen wird eine weitere Steigerung des Marktanteils beim Hauptkunden Deutsche Bahn angestrebt. Die starke Entwicklung des Auslandsgeschäfts ermöglicht eine geographische Diversifizierung und damit einhergehend eine angemessene Risikostreuung im Hinblick auf die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle in den Ländern. Geschäftsbereich Brandschutz Die TPG entwickelt, produziert und verkauft Isolierwerkstoffe, Dämmstoffe und Brandschutzprodukte mit Alleinstellungsmerkmalen in Nischenmärkten. Den Marktanforderungen begegnet die TPG mit innovativen, angepassten Lösungen, die in der Regel nicht durch herkömmliche Materialien bedient oder im herkömmlichen Sinne produziert werden können. Im Fokus stehen der Kunde und die Erfüllung seiner Bedürfnisse. Für die TPG als Nischenanbieter in Wärmetechnik, Brandschutz Hochbau/Haustechnik sowie Brandschutz im Schiffbau und für Schienenfahrzeuge ist die Preisbildung die Basis des Erfolges und somit müssen die verhältnismäßig geringen Produktionskapazitäten der Gruppe durch margenstarke Produkte kompensiert werden. Holding Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft unterstützt die strategischen Zielsetzungen der Geschäftsbereiche durch Gewährleistung eines ausreichenden finanziellen Rahmens und wickelt den vormaligen Geschäftsbereich Immobilien kostengünstig ab. Erweiterungsmöglichkeiten in den bestehenden Geschäftsbereichen sowie deren strategische Ausrichtung werden regelmäßig geprüft. II. Wirtschaftsbericht 1. Geschäftliches Umfeld Gemäß der ersten Einschätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat ist die Wirtschaftsleistung (BIP) in der Europäischen Union im Gesamtjahr 2022 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 1 Die Inflationsrate in der Europäischen Union ist unter anderem im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der damit verbundenen deutlichen Preissteigerung der Energiepreise über das vorgegebene Ziel zur Preisstabilität der Europäischen Zentralbank angestiegen und betrug im Dezember 9,2 %. 2 Im Jahresdurchschnitt betrug der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) in der Europäischen Union ebenfalls 9,2 %. 3
3
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/tec00118/default/table?lang=de
Die Preise von wesentlichen Roh- und Hilfsstoffen für unsere Produktion haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr überproportional zur allgemeinen Preissteigerung entwickelt. Dies wird in der Entwicklung der Erzeugerpreise im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich. Der von Eurostat ermittelte Erzeugerpreis in der Industrie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29,8 Basispunkte auf 141,7 Punkte, was einem prozentualen Anstieg von 26,6 % entspricht. 4
4
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/sts_inpp_a/default/table?lang=de
Geschäftsbereich Farben und Putze Der Marktbericht 2022/2023 des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie fasst die Situation für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 für die Bautenanstrichmittel treffend wie folgt zusammen: "Alle Produktbereiche im Segment Bautenanstrichmittel weisen deutliche volumenbezogene Verlustraten auf, für das gesamte DIY-Sortiment Farben & Lacke ist von einem Rückgang von rund -6 % auszugehen. Die durchschnittliche Preiserhöhung 2022 belief sich auf rund +11 % und entsprach damit der Preiserhöhung vieler Produktgruppen. Der Produkt- und Zielgruppenmix innerhalb der Bautenanstrichmittel blieb im Vergleich zu 2021 relativ konstant. 2021 war der Durchschnittspreis aufgrund dieser erheblichen Verschiebungen nur um +2,5 % gestiegen. Der Gesamtmarkt Bautenanstrichmittel verzeichnete einen Rückgang von -7 % in der Menge und ein Wachstum von +3 % im Umsatz." 5 Demnach ist die Nachfrage, nach dem Hoch im Coronajahr 2020, bereits in den letzten beiden Jahren mengenrückläufig, was die folgende Grafik verdeutlicht. 6
Geschäftsbereich Beton Nach einem Rückgang der Geschäftslage in den ersten Quartalen 2022 hat sich der SCI Rail Business Index 7 im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres wieder positiv entwickelt. Zum Ende des Jahres 2022 liegt die Geschäftslage im Bahnsektor gemäß dem SCI Rail Business Index auf einem ähnlichen Niveau als zum Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres. "Laut aktueller Erhebung bewerten die befragten Manager die Lage saisonüblich (43 %) oder positiv (35 %). 22 % der Führungskräfte schätzen die Lage unbefriedigend ein. Der Auftragsbestand wird mehrheitlich als verhältnismäßig groß (70 %) beschrieben, während 22 % der Umfrageteilnehmer ihn als ausreichend einschätzen. 9 % der Teilnehmer geben mittlerweile an, einen unbefriedigenden Auftragsbestand zu haben, im zweiten Quartal waren es nur 4 %. Die Anzahl der Unternehmen, die im dritten Quartal die Entwicklung der aktuellen Geschäftslage als gut bezeichnet haben, hat sich dennoch von 23 % auf 35 % erhöht." 8
8 SCI Global Rail Index Q4/2022
Die Gleisinfrastruktur ist eine Teilmenge des SCI Global Rail Index. Trotz der großen Unsicherheiten im Jahresverlauf hat sich das Geschäftsklima in der globalen Bahnbranche zum Jahresende entspannt und die Nachfrage nach Produkten und Leistungen stieg wieder an. 9 Die gezeigte positive Entwicklung des allgemeinen Geschäftsklimas zum Jahresende betraf somit auch in gewissem Umfang unsere Geschäftstätigkeit.
9 SCI Global Rail Index Q4/2022
Der zu Jahresbeginn rückläufigen, jedoch im Jahresverlauf leicht gestiegenen Entwicklung der Nachfrageseite stehen - wie oben beschrieben - stark gestiegene Preise für Roh- und Hilfsstoffe entgegen, die wir nur teilweise an unsere Kunden weitergeben können. In Deutschland wurde am 14. Januar 2020 die dritte Leistungs- und Finanzierungs-Vereinbarung (LuFV III) mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Volumen von 86 Mrd. Euro verabschiedet. 10 Unter anderem führte das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen zu einem Umdenken bei Bund und Bahn, den Ausbau und die Instandhaltung des maroden Schienennetzes zukünftig massiv voranzutreiben. Das Umdenken zeigt sich insbesondere im Sanierungsplan für das deutsche Schienennetz. Bis zum Jahr 2030 sollen demnach rund 4.200 km hochbelastete Bahnstecken generalsaniert und hierfür monatelang gesperrt werden. 11 Im kürzlich vorgestellten Einigungspapier des Koalitionsausschuss wurde außerdem vereinbart, zusätzliche Mittel von rund 45 Mrd. Euro bis zum Jahr 2027 für die Schieneninfrastruktur bereitzustellen. 12
10
https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Finanzierung/LuFV/lufv_node.html
12
https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/deutschlandtempo-fuer-verkehr-und-klima.html
In Polen gibt es wie in Deutschland langfristige Finanzierungsprogramme, die größtenteils über EU-Programme kofinanziert werden. 13 Die Budgets werden für sieben Jahre aufgelegt. Das Programm im Geschäftsjahr umfasste die Jahre 2021-2027. 14 Abrufe können bis zu 30 Monate nach Ende des aufgelegten Programms getätigt werden. Wie bereits im Vorjahr litt die Gesamtmarktnachfrage auch im Geschäftsjahr unter Budgetproblemen der PKP PLK (polnische Eisenbahn-Netzgesellschaft). Die wesentliche Ursache ist die Spannung zwischen der Europäischen Union und Polen, die zu Kürzungen von EU-Fördermitteln führte. Die gestiegenen Rohstoffpreise konnten im Geschäftsjahr nicht vollständig an unsere Kunden weitergeben werden, da ein großer Teil des Absatzvolumens aus Verkaufsverträgen resultiert, die bereits im Vorjahr geschlossen wurden. In Polen gibt es seit 2019 vier Anbieter für Gleisschwellen, die einer identischen Marktsituation ausgesetzt sind wie wir.
13
https://ec.europa.eu/regional_policy/en/atlas/programmes/2014-2020/poland/2014pl16m1op001
14
https://www.lexology.com/library/detail.aspx?g=c4cffe21-58ef-4d23-aafb-5b3a47386f6d
Auch in Großbritannien wird dem staatlichen Netzbetreiber Network Rail ein mehrjähriger Finanzierungsrahmen zur Verfügung gestellt. Die gegenwärtige Finanzierungsperiode CP6 läuft von April 2019-März 2024. 15 Mit dem neuen Werk von CEMEX, das südlich von London liegt und im laufenden Geschäftsjahr die Produktion aufnahm, ist nun seit diesem Geschäftsjahr ein weiterer Anbieter am Markt tätig. Mit diesem zweiten Schwellenwerk wird nach unserer Einschätzung die Marktnachfrage mit zwei sich geographisch gut ergänzenden Werken ausreichend gut bedient. Trotz der Auswirkungen durch den Brexit sowie dem inflationären Umfeld agierte die Trackwork Moll Ltd. (TWM) im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin auf einem Markt mit stabiler Nachfragesituation.
15 CP6 Delivery Plan High Level Summary March
2019
Die Investitionen in die Erneuerung und den Ausbau von Schienenwegen in Kroatien sind größtenteils von EU-Mitteln finanziert. Unser Werk in Vinkovci ist das einzige Produktionswerk für Gleis- und Weichenschwellen in Kroatien und erhielt zuletzt im Geschäftsjahr 2020 den Zuschlag über den Rahmenvertrag mit der kroatischen Staatsbahn HŽ Infrastruktura, mit einer angekündigten Gesamtnachfrage von 350.000 Gleisschwellen bis 2024. Die Marktnachfrage für Gleisschwellen im Jahr 2022 fiel im Vergleich zum Vorjahr leicht, bei der Weichenschwelle stieg das Absatzvolumen um knapp 13 %. Für die kommenden Jahre sind weitere Bahninfrastrukturprojekte in Kroatien geplant und bereits in fortgeschrittener Vorbereitungsphase. Unsere Einschätzung zur Entwicklung des Gleisinfrastrukturmarkts in Kroatien bleibt weiterhin positiv und ist gestützt durch den Entschluss der kroatischen Regierung bis zum Jahr 2030, insgesamt EUR 4,4 Mrd. in den Ausbau und Erneuerung der Gleisinfrastruktur der kroatischen Staatsbahn zu investieren. Die Projekte werden zum Großteil durch EU-Mittel finanziert und befinden sich bereits teilweise in der Planungsphase. 16
16
https://www.hzinfra.hr/wp-content/uploads/2021/01/HZI-Zeljeznica-za-buducnost.pdf
Analog zu Polen gibt es auch in Tschechien und der Slowakei langfristige Finanzierungsprogramme, die größtenteils über EU-Programme kofinanziert werden. Die Budgets werden ebenfalls für sieben Jahre aufgelegt. Das aktuelle Programm umfasst die Jahre 2021-2027. 17 Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat unser tschechischer Hauptkunde sein ursprüngliches Budget um rund 15 % erhöht. Diese Erhöhung hat sich unmittelbar auf unsere Umsätze ausgewirkt. Durch den bevorstehenden Markteintritt einiger Wettbewerber über Lieferungen aus dem benachbarten Ausland auf dem tschechischen und slowakischen Gleisschwellenmarkt erwarten wir - als derzeitiger lokaler Alleinanbieter - einen erhöhten Preisdruck, rechnen allerdings damit, dass wir nach wie vor führend bei der Absatzmenge sein werden.
17
https://www.lexology.com/library/detail.aspx?g=c4cffe21-58ef-4d23-aafb-5b3a47386f6d
Baugeschäft und Betonfertigteile Vor allem in Tschechien haben wir eine bedeutende Stellung im Baugeschäft von Spannbetonfertigteilen (Industriehallen und Brücken) sowie von sonstigen Betonfertigteilen (u.a. Lärmschutzwände und Bahnsteigsysteme). Mobilfunk (Tschechien) Mit der erfolgreichen Beendigung der Ausschreibung für die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie wurden die im Vorjahr begonnenen Arbeiten an Konstruktionen für unsere zwei wichtigsten Kunden weiter fortgesetzt. Der geplante Auftragsbestand konnte aufgrund von längeren Verzögerungen der geplanten Arbeiten aufgrund von Beschaffungsschwierigkeiten bei spezifischem Material für Mobilfunktechnologie sowie Finanzierungsproblemen auf der Seite der Netzwerkgesellschaften nicht in Gänze erfüllt werden. Geschäftsbereich Brandschutz In der Wärmetechnik hat sich insbesondere der für die TPG wichtige Markt Öl- und Gasheizgeräte aufgrund gesetzlicher Vorgaben in den vergangenen Jahren stark verändert. Fundierte Produktkenntnisse in diesem Bereich und frühzeitige Entwicklungen angepasster Bauteile für z.B. die Hersteller von Wärmetauschern sichern somit die Produktionsstandorte Werdohl und Slowenien der TPE-Gruppe durch langfristige Serienaufträge der Gerätehersteller. Die Entwicklung einer leichten und stabilen Schiffsbauplatte ist eine Anforderung der Märkte gewesen und durch die Neuentwicklung FIPRO LIGHT 500 kann die TPG seit 2018 diesen Vorgaben gerecht werden. Die Hürden im passiven baulichen Brandschutz sind im Wesentlichen durch die Erlangung nationaler und europäischer Prüfzeugnisse geprägt. Leider muss die Gruppe seit Längerem mit einem Erteilungszeitraum durch öffentliche Institute von mehr als 12 Monaten kalkulieren, was den Markteintritt verzögert. Es wird zwar viel von einer europäischen Harmonisierung gesprochen, deren Umsetzung aber nach wie vor vielfach scheitert. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Prüfungsaufwendungen wurden der Gruppe im Juli 2020 die allgemeinen Bauartgenehmigungen [aBG] für die Bundesrepublik Deutschland erteilt. Nach wie vor verfolgt die TPG intensiv das Ziel, europäisch im Brandschutz für Hochbau und Haustechnik auf Augenhöhe mit dem Marktführer hinsichtlich der Zulassungen zu sein. 2. Wesentliche Leistungsindikatoren Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft steuert ihre industriellen Beteiligungen im Interesse der Wachstumspolitik und der Verteilung der Erträge auf Gesellschafter investiv und ertragsorientiert (Umsatzerlöse, Jahresüberschuss absolut, EBITDA). Zur Messung der Vertriebseffizienz im vertriebsintensiven Farben-Geschäft wird u.a. der erzielte Umsatz pro Vertriebspersonaleinheit herangezogen. Bei den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stehen im Betongeschäft Bestand und Erwartungsmengen von Rahmenverträgen mit Staatsbahnen und die Qualitätseinstufung der Werke an vorderster Stelle. Im Farben- und im Brandschutzbereich gibt die Veränderung des Produktmixes Aufschluss über mögliche Trends bei der Nachfrage und lässt aufgrund unterschiedlicher Margen in den einzelnen Produktgruppen Rentabilitätsverschiebungen erwarten. Allerdings werden diese nicht-finanziellen Leistungsindikatoren nicht zur Konzernsteuerung herangezogen. 3. Geschäftsverlauf 3.1. Überblick Die in den im Dezember 2021 verabschiedeten Jahresplanungen der Geschäftsbereiche "Farben und Putze", "Beton" sowie "Brandschutz" formulierten operativen Zielsetzungen lassen sich wie folgt beschreiben: Im Geschäftsbereich "Farben und Putze" wurde insgesamt mit einem moderaten Umsatzanstieg gerechnet, der vor allem von Preiserhöhungen geprägt ist. Die LM Betonwerke rechneten insgesamt mit einem leichten Umsatzrückgang. Wesentliche Ursache für den Minderumsatz ist der prognostizierte Umsatzrückgang in Tschechien aufgrund von steigendem Wettbewerb. Für den Bereich "Brandschutz" mit dem Teilkonzern TPG wurden für das Geschäftsjahr 2022 für die Gruppe Umsatzerlöse über 28,5 Mio. € geplant. 3.2. Geschäftsbereich Farben und Putze Der Keimfarben-Teilkonzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 Nettoumsatzerlöse in Höhe von 111,2 Mio. €, die mit 5,1 Mio. € über denen des Vorjahres liegen. Damit konnte die Schwelle eines Umsatzes größer 100 Mio. € im zweiten Jahr in Folge durchbrochen werden. Ein Großteil des Wachstums gegenüber dem Vorjahr wurde in den ersten drei Quartalen erwirtschaftet. Der Zuwachs im dritten Quartal wurde im Wesentlichen durch die Sommeraktion des deutschen Vertriebs erzeugt, da der Mengenrückgang auf dem deutschen Markt gestoppt werden sollte. Sowohl im Export als auch in Deutschland konnten Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres realisiert werden. In Deutschland wurden Umsatzerlöse in Höhe von 51,7 Mio. € und damit wie erwartet ein moderates Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet. Nach deutlichen Mengenzuwächsen in den Vorjahren kam es im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr zu einem Mengenrückgang. Die Umsatzzuwächse sind vor allem von Absatzpreiserhöhungen getrieben. Insgesamt erwirtschafteten die Auslandstochtergesellschaften mit 56,5 Mio. € um 3,6 Mio. € oder 6,8 % mehr Umsatzerlöse als im Vorjahr und es konnten in den überwiegenden Exportgebieten die Umsätze gesteigert werden. Die Umsätze im Direkt-Export erreichten im Jahr 2022 2,9 Mio. € und lagen damit um 0,4 Mio. € unter Plan und 0,1 Mio. € unter Vorjahr. 3.3. Geschäftsbereich Betonprodukte Bahnschwellen In Deutschland wurde die Planung aufgrund von gestiegenen Verkaufspreisen nach den Kündigungen der Rahmenverträge für Gleis- und Weichenschwellen, was zu Sonderlosen mit höheren Preisen führte, deutlich übertroffen. Die Umsatzerlöse konnten gegenüber der ursprünglichen Planung, die ohne die DW Schwellen GmbH erstellt wurde, um 8,8 Mio. € auf 47,6 Mio. € gesteigert werden. Durch den Erwerb der DW Schwellen GmbH zum 31. August 2022 konnten in Deutschland zusätzliche Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 12,6 Mio. € erzielt werden, was zu einem Gesamtumsatz von 60,2 Mio. € führte. Unsere Tochtergesellschaft WPS Strunbet Sp.Z.o.o. (WPS) in Polen konnte trotz anhaltender Spannungen zwischen der Europäischen Union und Polen über EU-Finanzierungen den Schwellenabsatz deutlich gegenüber der Planung und dem Vorjahr steigern. Die Umsatzerlöse in Höhe 15,7 Mio. € konnten gegenüber dem Umsatzplan in Höhe von 11,9 Mio. € um 3,7 Mio. € gesteigert werden. In Großbritannien lag der Absatz rund 11 % unter dem Vorjahr. Der Umsatz konnte durch höhere Verkaufspreise und besseren Produktmix im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden, jedoch wurde das Umsatzbudget, aufgrund geringerer Absatzzahlen, um 1,3 Mio. € unterschritten. Die ŽPSV-Gruppe setzte im Geschäftsjahr 2022 vor allem in Tschechien deutlich mehr Schwellen ab als geplant. Entsprechend lag der Schwellenumsatz in Tschechien um 14,3 Mio. € über dem geplanten Umsatz von 26,6 Mio. €. Neben dem deutlich höheren Schwellenabsatz waren insbesondere bessere Verkaufspreise sowie ein besserer Produktmix ursächlich für die positive Planungsabweichung. In Kroatien hat sich der Markt für Gleisschwellen im abgelaufenen Geschäftsjahr stabilisiert und es konnte ein Umsatz von 7,3 Mio. € erzielt werden, im Vergleich zum Vorjahr TEUR 7,5 Mio. €. Die Lieferungen haben sich im Privatmarkt als auch im Rahmenvertrag im Vergleich zum Budget aufgrund von Verhandlungen zu Preiserhöhungen mit den Kunden verzögert. Daher lag der Umsatz im Jahr 2022 um 0,9 Mio. € unter Budgetniveau (8,2 Mio. €). Baugeschäft und Betonfertigteile Mit der Akquisition der ŽPSV-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 wurde die Baugeschäfts- und Betonfertigteilsparte, die vorher nicht zum Kerngeschäft des Segments Beton zählte, erheblich erweitert. Der Krieg in der Ukraine führte insbesondere im Baugeschäft zu Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung sowie daraus resultierenden Preissteigerungen. Dennoch erzielten wir im Geschäftsjahr 2022 im Bereich Baugeschäft und Betonfertigteile deutlich höhere Umsätze im Vergleich zum Vorjahr und zur Planung in Höhe von 43,3 Mio. €. Mobilfunk Die Leonhard Moll Railway & Tower Systems, s.r.o., ist im Geschäftsbereich Mobilfunk in der Tschechischen Republik sehr gut positioniert. Sie hat nach unserer Einschätzung als einziger Dienstleister Rahmenverträge mit allen drei Anbietern, bzw. deren Generalunternehmern (Huawei für T-Mobile) und ging aus der Konsolidierung der Subunternehmer aufgrund eines stringenten Kosten- und Projektmanagements gestärkt hervor. Die verstärkte Integration von Mobilfunk- und Festnetz sowie die Investitionsverschiebung hin zum Festnetzbereich begleitete unsere Tochtergesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr aktiv, indem sie Rahmenverträge auch für den Festnetzbereich (T-Mobile) abgeschlossen hat. Mit Vertrag vom 14. März 2023 wurden die Anteile unserer Mobilfunktochtergesellschaft Leonhard Moll Railway & Tower Systems s.r.o, Ostrava/Tschechien veräußert. 3.4. Geschäftsbereich Brandschutz Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs entwickelten sich recht positiv, allen voran in der Wärmetechnik mit Kamin- und Kachelofenbau, industrielle Anwendungen und Heiztechnik. Der Gebäudebrandschutz entwickelt sich nahezu erwartungsgerecht, und im Schiffsbaubrandschutz lagen die Umsätze deutlich über Plan. Insgesamt verzeichnet der Geschäftsbereich ein Umsatzplus von 23,7 % gegenüber dem Vorjahr. Der wesentliche Grund für die Umsatzsteigerung waren die Rohstoffkostenpreiszuschläge. Die Rohstoff- und Energiekosten stiegen so stark an, dass diese an die Kunden weitergegeben werden mussten. Die Nachfrage blieb unverändert hoch gegenüber Vorjahr. Die Umsatzerwartungen im Geschäftsjahr 2022 sind in jedem Monat mehr als bestätigt worden und dies trotz Rohstoffknappheit, Produktionsunterbrechungen im Werk Slowenien und Lieferverzögerungen. Der Lageraufbau bei unseren Kunden setzte sich fort, was zu einer hohen Nachfrage nach unseren Produkten führte. Die Fortsetzung der hohen Nachfrage ist auch zum Teil einem pandemiebedingten Nachholeffekt im 2. Halbjahr geschuldet. Gleichzeitig zeichnete sich im 4. Quartal eine deutliche Abschwächung der Nachfrage ab. Hier ist vor allem der Bereich Gebäudebrandschutz zu nennen. Ursächlich dafür sind Lieferhemmnisse und stark gestiegene Kosten für Baumaterialien. Enorme Preissteigerungen bei nahezu allen Rohstoffen als auch Energie stellen den Geschäftsbereich vor große Herausforderungen. Auf Rohstoff-, Energie- und Frachtpreisanstiege wurde bereits mit Rohstoffkostenpreiszuschlägen reagiert und es wird versucht, künftige Anstiege in gleicher Weise abzumildern. 3.5. Holding (inkl. Immobilien) Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft hat im Rahmen ihrer Finanz-Holding-Funktion die operativen Gesellschaften saisonabhängig mit Liquidität versorgt. Die Holding war bei allen wesentlichen bzw. strategischen Fragestellungen in den Geschäftsbereichen informiert und beratend beteiligt. In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und dem Aktionär werden interessante Akquise-Möglichkeiten in den vorhandenen Geschäftsbereichen geprüft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde im Geschäftsbereich Betonprodukte die DW Schwellen GmbH zum 31. August 2022 erworben, was unsere Wettbewerbsposition auf dem deutschen Markt zukünftig weiter stärken soll. Bei der Abwicklung des ehemaligen Immobilienbereiches konnte für das letzte Projekt Guardinipark aufgrund eines Anwaltswechsels der WEG in Bauteil A weiterhin kein dritter und letzter Teilvergleich geschlossen werden. Die Erstellung des Ergänzungsgutachtens im Gewerk Fassade dauert über den Berichtszeitraum hinaus an. Im Gewerk Elektro konnten im Berichtsjahr zwei von drei Mangelsachverhalts-Gruppen mit gerichtlichem Teilvergleich geregelt und im April 2023 erfüllt werden. Die letzte offene Sachverhalts-Gruppe wird weiterhin vor Gericht verhandelt. Im Gewerk Rohbau konnte abschließend ein gerichtlicher Vergleich geschlossen werden. Die Erfüllung erfolgt im Juni 2023. 3.6. Planerreichung im Konzern Die Konzern-Planung sah für das Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 285,7 Mio. € vor. Tatsächlich wurde ein Umsatz, ohne den neuen, nicht geplanten Umsatz der DWS innerhalb des Geschäftsbereiches Beton (zusätzlicher, nicht geplanter Umsatz 12,6 Mio. €), in Höhe von 327,7 Mio. € erzielt, was eine Steigerung von 42,0 Mio. € bzw. 14,7 % gegenüber Plan darstellt. Davon betrafen den Geschäftsbereich Beton, ohne den zusätzlichen Umsatz der DWS in Höhe von 12,6 Mio. €, 32,9, Mio. € bzw. 22,2 % (Ist: 181,1 Mio. €, Plan: 148,2 Mio. €), den Geschäftsbereich Farben und Putze 2,2 Mio. € bzw. 2,1 % (Ist: 111,2 Mio. €, Plan: 109,0 Mio. €) und den Geschäftsbereich Brandschutz 7,0 Mio. € bzw. 24,5 % (Ist: 35,5, Plan: 28,5 Mio. €). Das für das Geschäftsjahr 2022 geplante Konzern-EBITDA (ohne DWS) in Höhe von 28,7 Mio. € wurde um 12,9 Mio. € übertroffen (Ist: 41,6 Mio. €), wobei hiervon ein EBITDA von 3,8 Mio. € auf die DWS entfällt. Davon betrafen den Geschäftsbereich Beton (inklusive der DWS) 12,4 Mio. € (Ist: 25,4 Mio. €, Plan: 13,0 Mio. €), den Geschäftsbereich Farben und Putze -1,3 Mio. € (Ist: 11,7 Mio. €, Plan: 13,0 Mio. €) sowie den Geschäftsbereich Brandschutz 2,4 Mio. € (Ist: 5,8 Mio. €, Plan: 3,4 Mio. €). Für das Geschäftsjahr 2022 wurde ein Konzernjahresüberschuss (ohne DWS) in Höhe von 9,7 Mio. € prognostiziert. Tatsächlich wurde ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 21,2 Mio. € erzielt, wovon 3,6 Mio. € auf die DWS entfallen. Die positive Planabweichung in Höhe von 11,5 Mio. € liegt überwiegend an einer Planüberschreitung im Geschäftsbereich Beton in Höhe von 10,5 Mio. € (IST: 13,1 Mio. €, Plan: 2,6 Mio. €). Die positive Abweichung ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Verkaufspreise in Deutschland im Zuge der Kündigung der Rahmenverträge für Gleis- und Weichenschwellen, was zu Sonderlosen mit höheren Preisen führte, dem Ergebnisbeitrag der Akquisition der DW Schwellen GmbH sowie der positiven Entwicklung in Tschechien zurückzuführen. 4. Lage des Konzerns 4.1. Ertragslage Überblick Der Umsatzanteil in Deutschland liegt mit 119,9 Mio. € (Vj.: 93,6 Mio. €) bei 35,2 % (Vj.: 32,6 %) des Gesamtumsatzes, der Auslandsumsatz mit 220,4 Mio. € (Vj.: 193,7 Mio. €) bei 64,8 % (Vj.: 67,4 %). Vom Inlandsumsatz entfallen im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,6 Mio. € auf die DWS. Die Umsatzerlöse im Konzern verteilen sich wie folgt:
Der Materialaufwand ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 44,9 Mio. € auf 180,8 Mio. € (Vj.: 135,9 Mio. €) gestiegen. Davon entfallen 8,3 Mio. € auf die DWS. Den wesentlichen Anteil am Anstieg hat die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Gesamtleistung in Höhe von 57,3 Mio. €. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat eine Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von 9,4 Mio. € (Vj.: 5,3 Mio. €) stattgefunden. Bei der DWS fand eine Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von 0,7 Mio. € statt. Der Personalaufwand ist im Geschäftsjahr 2022 um 6,4 Mio. € auf 83,5 Mio. € (Vj.: 77,1 Mio. €) gestiegen. Davon entfallen 2,2 Mio. € auf die DWS. Die Abschreibungen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,2 Mio. € auf 14,8 Mio. € (Vj.: 13,6 Mio. €) gestiegen. Davon entfallen 1,1 Mio. € auf die DWS. Der sonstige betriebliche Aufwand stieg im Geschäftsjahr um 8,5 Mio. € auf 52,4 Mio. € (Vj.: 43,9 Mio. €). Davon entfallen 1,1 Mio. € auf die DWS. Das Ergebnis vor Steuern des Konzerns verringerte sich um 0,4 Mio. € auf 26,1 Mio. € (Vj.: 26,6 Mio. €). Davon entfallen 2,6 Mio. € auf die DWS. Die Veränderung in Höhe von 0,4 Mio. € ist im Wesentlichen geprägt von der Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern im Geschäftsbereich Beton um 0,8 Mio. € auf 16,6 Mio. € (Vj.: 15,8 Mio. €) sowie im Geschäftsbereich Brandschutz um 1,8 Mio. € auf 2,3 Mio. € (Vj.: 0,5 Mio. €). Demgegenüber steht die Verschlechterung des Ergebnisses vor Steuern des Geschäftsbereichs Farben und Putze um 3,1 Mio. € auf 8,5 Mio. € (Vj.: 11,6 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 21,2 Mio. € (Vj.: 20,4 Mio. €) erzielt. Davon entfallen 3,6 Mio. € auf die DWS. Die Veränderung im Vergleich zum Ergebnis vor Steuern resultiert im Wesentlichen daraus, dass der latente Steuerertrag im Vorjahr mit 0,2 Mio. € und im Geschäftsjahr mit 2,5 Mio. € verbucht wurde, bei gleichzeitig gestiegenen Ertragssteuern in Höhe von 7,0 Mio. € (Vj.: 6,0 Mio. €). Im Farbenbereich konnte im Ausland eine Umsatzsteigerung in Höhe von 3,4 Mio. € bzw. 5,9 % realisiert werden, was im Wesentlichen auf Absatzpreiserhöhungen zurückzuführen ist. Im Betonbereich hat sich das Ergebnis im Wesentlichen aufgrund der Verbesserung der Rahmenbedingungen in Deutschland, dem Erwerb der DW Schwellen GmbH sowie der gestiegenen Umsätze in Tschechien verbessert. Im Brandschutzbereich betrug das EBITDA (Jahresergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) im Geschäftsjahr 2022 5,8 Mio. € (Vj.: 4,0 Mio. €). Durch die Umsatzsteigerung um 23,7 % konnte das EBITDA um 45,3 % gesteigert werden. Geschäftsbereich Farben und Putze Durch das wirtschaftlich herausfordernde Geschäftsjahr konnte das Ergebnis des Jahres 2021 nicht wiederholt werden. Das EBITDA im Geschäftsjahr 2022 beträgt 11,7 Mio. € (Vj.: 14,7 Mio. €) bei einer EBITDA-Marge von 10,5 % (Vj.: 13,9 %). Aufgrund der hohen Rohstoffpreis- und Frachtkostenerhöhungen, die nur teilweise über Absatzpreiserhöhungen kompensiert werden konnten, reduzierte sich der relative Rohertrag I und II. Durch das Wachstum der Auslandstochtergesellschaften konnte der negative Effekt durch einen günstigen Produktmix (Wachstum bei Außen- und Betonfarben) gedämpft werden. Zusätzlich wirkte sich über die Auslandstochtergesellschaften die Schwäche des Euros positiv auf den absoluten Rohertrag aus. Die Aufwendungen für Betriebsleistung ("Fixkosten") überschreiten den Wert des Vorjahres um ca. 4 Mio. €. Daraus sind 0,7 Mio. € als höhere Bewertung durch den schwachen Euro verursacht. Rund die Hälfte der Erhöhung der Fixkosten ist durch den Personalaufwand bedingt. Neben einem leicht erhöhten Personalstand mit 515,9 Mitarbeiter (+ 6,4 %) sind im Wesentlichen Tarifanpassungen ursächlich für den gestiegenen Personalaufwand. Geschäftsbereich Beton Das EBITDA stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 um 2,1 Mio. € auf 25,4 Mio. € (Vj.: 23,3 Mio. €), wovon 3,8 Mio. € auf die DWS entfallen. In der Folge erwirtschaftete der Bereich Betonprodukte einen Jahresüberschuss i.H.v. 13,1 Mio. € (Vj.: 11,6 Mio. €), wovon 3,6 Mio. € auf die DWS entfallen. Geschäftsbereich Brandschutz Die Gesamtleistung der TPG betrug im Geschäftsjahr 35,8 Mio. € (Vj.: 28,2 Mio. €). Die Abschreibungen betragen 3,3 Mio. € (Vj.: 3,3 Mio. €) und beinhalten Geschäftswertabschreibungen auf Aufstockungen im Zuge der Erstkonsolidierung und Abschreibungen auf Sachanlagen. Das EBITDA beträgt 5,8 Mio. € (Vj.: 4,0 Mio. €). Nach Steuern schließt der Teilkonzern für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 2,5 Mio. € ab (Vj.: 0,2 Mio. €). Bereich Immobilien Die Abwicklung des Immobilienbereichs verlief im Geschäftsjahr 2022 ergebnisneutral innerhalb der Leonhard Moll Aktiengesellschaft. 4.2. Vermögens- und Finanzlage Das Konzernanlagevermögen ist um 22,2 Mio. € auf 130,3 Mio. € gestiegen (Vj.: 108,1 Mio. €). Davon entfallen 19,3 Mio. € auf die DWS. Akquisitionsbedingten Zugängen von 21,2 Mio. € (Vj.: 0 Mio. €) und Investitionsbedingten Zugängen von 15,4 Mio. € (Vj.: 19,2 Mio. €) standen planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von insgesamt 14,8 Mio. € (Vj.: 13,6 Mio. €) und Abgänge zum Buchwert in Höhe von 0,3 Mio. € (Vj.: 1,0 Mio. €) gegenüber. Das Umlaufvermögen in Höhe von 167,4 Mio. € (Vj.: 133,7 Mio. €) besteht zu 85,3 Mio. € (Vj.: 58,4 Mio. €) aus Vorräten, zu 51,7 Mio. € (Vj.: 39,6 Mio. €) aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen und zu 30,5 Mio. € (Vj.: 35,7 Mio. €) aus liquiden Mitteln. Damit reduzierten sich die liquiden Mittel zum Bilanzstichtag um 5,2 Mio. €. Ihr Anteil am Gesamtvermögen reduzierte sich von 14,6 % im Vorjahr auf 10,2 % im Geschäftsjahr. Auf die DWS entfallen Vorräte in Höhe von 8,2 Mio. €, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 4,1 Mio. € und liquide Mittel in Höhe von 4,7 Mio. €. Durch den Konzernjahresüberschuss und der Gewinnthesaurierung aus dem Vorjahresergebnis ist das Konzerneigenkapital auf 159,4 Mio. € (Vj.: 142,9 Mio. €) gestiegen. Die Eigenkapitalquote ist bei einer von 243,7 Mio. € auf 299,6 Mio. € gestiegenen Bilanzsumme um 5,4 %-Punkte auf 53,2 % (Vj.: 58,6 %) gesunken. Unter Hinzurechnung des passivischen Unterschiedsbetrages mit Eigenkapitalcharakter aus der Akquisition der ŽPSV-Gruppe ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 55,3 % (Vj.: 61,3 %). Das Fremdkapital stieg um 39,7 Mio. € auf 134,0 Mio. € (Vj.: 94,3 Mio. €), was im Wesentlichen aus der Akquisition der DW Schwellen GmbH innerhalb des Geschäftsbereiches Beton und dem damit verbundenen Zugang zum Konsolidierungskreis und der dafür aufgenommen Finanzierung resultiert. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen im Farbenbereich im Wesentlichen zur Finanzierung langfristiger Investitionen, im Betonbereich zur Finanzierung des Werkes Biebesheim sowie der Akquisition der DW Schwellen GmbH und im Brandschutzbereich zur Finanzierung der in 2017 getätigten Akquisition. Diese erhöhten sich im Berichtsjahr um 21,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Des Weiteren verfügen alle drei operativen Teilbereiche über Working Capital-Linien, die je nach Geschäftsverlauf genutzt werden. Das Anlagevermögen wird zu 122 % (Vj.: 132 %) durch Eigenkapital gedeckt. Unter Hinzurechnung des passivischen Unterschiedsbetrages mit Eigenkapitalcharakter aus der Akquisition der ŽPSV-Gruppe wird das Anlagevermögen zu 127 % (Vj.: 138 %) durch Eigenkapital gedeckt. Die vorgenannten Punkte verdeutlichen die weiterhin sehr solide Kapital- und Finanzierungsstruktur des Konzerns. Von den gesamten Verbindlichkeiten haben 85,1 % (Vj.: 57,3 %) kurzfristigen Charakter. Der Cashflow des Konzerns aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 7,0 Mio. € (Vj.: 12,8 Mio. €). Die Reduzierung ist im Wesentlichen bedingt durch eine im Vorjahresvergleich deutliche Erhöhung des Working Capital. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2022 -26,0 Mio. € (Vj.: -18,1 Mio. €). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme der Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis (DW Schwellen GmbH). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 13,5 Mio. € (Vj.: -8,0 Mio. €). Die Veränderung resultiert sowohl aus höheren Auszahlungen für die Tilgung als auch aus höheren Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten im Geschäftsjahr 2022, die im Wesentlichen für den Erwerb der DWS getätigt wurden. Im Konzern wurden im Geschäftsjahr 2022 insgesamt Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 14,5 Mio. € (Vj.: 18,8 Mio. €) getätigt. Im Wesentlichen waren dies im Betonbereich die restlichen Investitionen für den Umbau des Werkes Biebesheim auf Spätentschalung sowie Neu- und Ersatzinvestitionen in technische Anlagen und Maschinen bei den Auslandstöchtern.
5. Mitarbeiter Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern, die durch ihren persönlichen Einsatz und ihre Teamleistung zu dem Erfolg, aber auch zum Ansehen des Konzerns bei Kunden und Lieferanten beigetragen haben. Sämtliche mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungsgesellschaften beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2022 einschließlich Vorstand der Holding und Geschäftsführer der Konzerngesellschaften insgesamt 1.646 Personen (Vj.: 1.693; jeweils einschließlich Auszubildende). Die Leonhard Moll Aktiengesellschaft ist Trägerunternehmen der Unterstützungskasse der Leonhard Moll Aktiengesellschaft e.V., welche Leistungen an einen begrenzten Kreis ehemaliger Betriebsangehöriger erbringt. Aufgrund fehlender Liquidität der Unterstützungskasse der Leonhard Moll Aktiengesellschaft e.V. übernahm das Trägerunternehmen Leonhard Moll Aktiengesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2019 deren Verpflichtungen. 6. Forschung und Entwicklung Als ein auf mineralisch-silikatischen Bautenschutz spezialisiertes Unternehmen ist es für Keimfarben unabdingbar, durch Entwicklungen den Markt mit Produkt- und Verfahrensneuheiten zu versorgen. Dafür steht in der Keimfarben GmbH ein Team von sechs Mitarbeitern, das im Kern bei Farbprodukten und Putzen forscht, entwickelt und die Anwendung praktisch überprüft, zur Verfügung. Zur Entwicklung und Verbesserung der Putzprodukte arbeitet ein Entwickler. Des Weiteren betreibt Keimfarben ein Labor für Baustoffanalytik, das vor allem Baustoffproben analysiert und damit wichtige Informationen des Untergrunds an die Entwicklungsabteilung weitergeben kann. Zur Sicherstellung korrekter Farbrezepturen ist die Abteilung "Farbmetrik" verantwortlich. Hier entstehen vor allem neue Farbtöne und es wird sichergestellt, dass die Farbproduktion sowohl an den Produktionsstandorten in Deutschland als auch an den Standorten der Lokalen Farbwerkstätten den zentralen Vorgaben entspricht. Durch immer wieder mögliche Engpässe bei der Rohstoffversorgung konzentrieren sich die Aktivitäten der Entwicklungsabteilung darauf, auch alternative Rohstoffe zu prüfen. Die LM Betonwerke befassen sich mit der Weiterentwicklung der bestehenden Produktionsanlagen und mit Produktionsverbesserungen sämtlicher Produkte sowie einer steten Erweiterung ihrer Produkt- und Dienstleistungspalette. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten lag auch im Jahr 2022 weiterhin auf der Qualitätssicherung in den Werken, aber auch in Forschungsaktivitäten im engen Dialog mit der Bahn. Unserer Tochtergesellschaft in Polen legte ihren Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auf die Weiterentwicklung sowie Erhöhung der Produktionskapazitäten für Gleisschwellen. Bei der TWM lag der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Erlangung der Zulassung zur Verwendung des sog. CEM-II-Zements für die Produktion der Schwellen. Mit Verwendung des CEM-II-Zements bei der Schwellenproduktion soll der CO 2 -Footprint der Schwellen deutlich reduziert werden sowie eine Kostenoptimierung ermöglichen. Die Zulassung durch die Englischen Bahnnetz-Gesellschaft (Network Rail) zur Verwendung des CEM-II-Zements bei der Herstellung der Schwellen wurde im Mai 2023 erteilt. Die beschriebenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten werden dabei von verschiedenen Mitarbeitern der LEONHARD MOLL BETONWERKE Gruppe oftmals in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der jeweiligen Bahnnetz Gesellschaften sowie verschiedenen externen Dienstleistern durchgeführt. Innovative Produkte sind ebenso ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die TPG. Neue Produkte werden daher grundsätzlich auf Basis einer umfassenden Marktforschung und eines detaillierten, für alle F&E-Projekte verbindlichen Innovationsprozesses eingeführt, dem sorgfältige Labor- und Feldtests vorausgehen. Als Anbieter von maßgeschneiderten Systemlösungen prüft die TPG neue Produkte auch auf ihr Zusammenspiel mit anderen Modulen. Risiken aus einer erfolglosen Produktneueinführung sowie das Produkthaftungsrisiko sind dadurch erheblich begrenzt. Dem wachstumsstarken Bereich der Erneuerbaren Energien wird im F&E-Projektportfolio Rechnung getragen. Die Entwicklung bzw. die Weiterentwicklung von Produkten im Bereich Wärmetechnik und Brandschutz wird intensiv durch die Entwicklungsabteilung der Tochtergesellschaften und durch externe Forschungsunternehmen vorangetrieben, um die Alleinstellungsmerkmale der Gruppe am Markt noch stärker als bisher herauszuarbeiten. Der wichtigste Pfeiler der Innovationskraft des Teilkonzerns ist das Team Forschung und Entwicklung von qualifizierten Mitarbeitern. Im Geschäftsjahr wurden der Gesellschaft und deren Tochterunternehmen mehrere technische Zulassungen erteilt. 7. Umwelt Die Orientierung des Handelns des Konzerns an der Schonung der natürlichen Ressourcen ist in den Unternehmensgrundsätzen niedergelegt. Mit dauerhaftem Bautenschutz auf anorganischer Basis, einem Schlüsselprodukt für den Schienenverkehr sowie Produkten im Brandschutz und der Wärmedämmung ist die Leonhard Moll Aktiengesellschaft in Geschäftsfeldern vertreten, in denen Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt und Entwicklungen eine Heraushebung gegenüber der Konkurrenz ermöglichen und am Markt entsprechend honoriert werden. Seit dem Jahr 2018 werden die Umwelt- und Energiedaten an den Standorten in Hannover, Laußig und Biebesheim in direkter Vergleichbarkeit und Systematik erhoben und die Ergebnisse dem Management im jährlichen Umwelt- & Energiebericht mitgeteilt. Hierin sind die Energie- & Umweltdaten für das Jahr 2022 für die drei deutschen Werke der LEONHARD MOLL BETONWERKE GmbH & Co KG vergleichend gegenübergestellt. Im zweiten Quartal wurde in den deutschen Werken ein Pilotprojekt zur Reduktion des CO 2 -Footprints gestartet. Die Umweltproduktdeklaration nach ISO 14025 und EN 15804, die über das Institut Bauen und Umwelt (IBU) erteilt wurde, weist sowohl die KEIM-Außenfarben als auch die KEIM-Innenfarben der Nassabriebbeständigkeit Klasse 1 und 2 als absolut gesundheitsunbedenklich und umweltverträglich aus. Die Fassadenfarben von Keimfarben verursachen keine Schadstoffemissionen und enthalten auch keine toxischen Biozide. Sie weisen eine Referenz-Nutzungsdauer von 30 Jahren aus und können eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren erreichen. Ein Ziel der Geschäftsaktivitäten der TPG ist es, den technologischen Vorsprung weiter zu erhöhen. Marktpotenziale werden in den umweltfreundlichen Produkten und Technologien gesehen, die auch dazu beitragen können, Energie effizienter einzusetzen und Betriebskosten zu mindern. Neben diesem produktseitigen Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsanstrengungen ist z.B. die Erhöhung der unternehmensinternen Energie- oder Materialeffizienz im Rahmen von Investitionsprüfungen eines der wesentlichen Entscheidungskriterien. Das Management der TPG sieht sich weiterhin auf einem guten Weg, umweltschonende Arbeit und Innovationen mit sparsamem Wirtschaften in unserer täglichen Arbeit in Einklang zu bringen. 8. Risikomanagement und Bewertung der Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung 8.1. Risiko-Management-System Risikocontrolling und Risikomanagement sind Schwerpunkte der Leonhard Moll Aktiengesellschaft in ihrer Holding-Funktion. Die Beteiligungsstruktur des Konzerns ist mit einem System von gesellschaftsvertraglich und geschäftsordnungsmäßig begründeten Zustimmungs- und Berichtspflichten über wesentliche und risikoträchtige Geschäftsvorfälle eingerichtet. Innerhalb der Muttergesellschaft setzt sich dieses System konsequent fort und entspricht den Erfordernissen der Berichterstattung und Genehmigungsverfahren gegenüber Aufsichtsrat und Aktionären gemäß Satzung und Geschäftsordnung des Aufsichtsrates. Eine große Rolle spielen monatliche Berichterstattungen der wesentlichen Beteiligungsgesellschaften an die Leonhard Moll Aktiengesellschaft und quartalsmäßige Berichte an den Aufsichtsrat und den Aktionär. Darüber hinaus findet im Vorfeld genehmigungsbedürftiger Projekte ein intensiver Informationskontakt mit den Aufsichtsgremien statt. Auf Ebene der Holding ist ein Vorstand eingerichtet, bestehend aus dem Holding-CEO (Vorsitzender) und dem Holding-CFO sowie den zwei Bereichsvorständen Farben und Brandschutz. Die Risikoinformation und -bewertung wird im Verantwortungsrahmen auf Vorstandsebene institutionalisiert und die praktisch gelebte Risikokultur verfestigt. Basis sind die "Unternehmensgrundsätze und Verhaltensregeln" als wertsetzende Leitlinie für alle Mitarbeiter im Sinne eines "Code of Conduct". Die Risikosensibilisierung aller Mitarbeiter wird als wesentlicher Baustein einer auf Umsicht und Lernen ausgerichteten Organisation gesehen. Mit der Compliance-Strategie der Leonhard Moll Aktiengesellschaft werden das vorhandene Risikomanagement und die bestehenden Qualitätssicherungssysteme zu einem umfassenden Compliance-Management-System aufgebaut. Zur Schaffung einer angemessenen Compliance-Organisation ist wie im Vorjahr in den operativen Geschäftsbereichen Farben und Putze sowie Betonprodukte ein Compliance-Beauftragter berufen und ein formalisiertes System der Risikoerfassung und -bewertung sowie von Risikoverantwortlichkeiten eingerichtet. Die Compliance-Organisation im Bereich Brandschutz wird aktuell weiterhin aufgebaut und durch die Geschäftsleitung organsiert. Soweit es komplexere Geschäfte oder Risikolagen erfordern, werden zusätzliche Foren für die Möglichkeit einer Risikobeurteilung auch unter Einbeziehung der nachfolgenden Führungsebene/Spezialistenebene geschaffen (z.B. Einbindung der Holding in Projekt-Teams). Hier ergibt sich für die Holding der Leonhard Moll Aktiengesellschaft die Möglichkeit der unmittelbaren Informationsgewinnung. Besonderes Augenmerk wird der Planung, insbesondere der Jahresplanung, der Mittelfristplanung und der mittelfristigen Finanzplanung zur Beherrschung von Liquiditätsrisiken gewidmet. Der Planungsprozess ist dezentral - von den operativen Einheiten ausgehend - angelegt und damit geeignet, operative Risiken im Vorhinein zu erkennen und zu steuern. Mit den regelmäßig zu erstellenden Vorschauen auf das voraussichtliche Jahresergebnis wird zudem die Prüfung der Planerreichung unter Inanspruchnahme von Frühindikatoren gefördert. 8.2. Risikolage im Leonhard-Moll-Konzern Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Leonhard Moll Aktiengesellschaft wird zum einen durch die Entwicklung der unmittelbar bei ihr angesiedelten Risiken und zum anderen durch mögliche Ergebnisausfälle der operativen Beteiligungsgesellschaften durch dortige Risiken beeinflusst. Dies gilt umso mehr, als die Leonhard Moll Aktiengesellschaft einen Ergebnisabführungsvertrag mit der Keimfarben GmbH abgeschlossen hat. Marktrisiken / politische Risiken Die wirtschaftliche Lage ist derzeit geprägt von einer schwachen konjunkturellen Entwicklung in Verbindung mit hohen Inflationsraten. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen der russische Angriffskrieg und die damit gestiegen Energiepreise sowie weiterhin teilweise gestörten Lieferketten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für Europa, unseren Hauptabsatzmarkt, ein Wirtschaftswachstum für das Jahr 2023 von lediglich 0,7 % 18. Die Inflationsraten sollen gegenüber dem Jahr 2022 sinken, jedoch weiterhin über dem vorgegebenen Ziel der Preisstabilität der Europäischen Zentralbank liegen. Die Zentralbanken steuern mit steigenden Leitzinsen der Inflation entgegen, jedoch könnte dadurch die Entwicklung der Wirtschaftsleistung abgebremst werden. 19
18
https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-04/iwf-europa-prognose-wachstum-inflation?
Die Beteiligungsunternehmen der Leonhard Moll Aktiengesellschaft sind in sehr unterschiedlich strukturierten Märkten tätig: Bautenanstrichmärkte sind im Neubaubereich konjunkturabhängig, im Sanierungsbereich eher konstant. Im Denkmalschutzbereich besteht eine Abhängigkeit von der Budgetlage der öffentlichen Haushalte. Diesem immanenten Risiko begegnet man seitens Keimfarben im volumenstarken und differenzierten Inlandsmarkt mit der verstärkten und systematischen Bearbeitung der Wohnungswirtschaft und dem verstärkten Fokus auf den privaten Bauherrn, der hauptsächlich über den Verarbeiter erreicht werden kann. Politische Veränderungen können Einfluss auf die Geschäftsentwicklung und Ertragssituation des Teilkonzerns Keimfarben nehmen, insbesondere dann, wenn Regierungen in das wirtschaftliche Geschehen direktiv eingreifen. Dies ist vor allem durch die unterschiedlichen Reaktionen der Staaten im Umgang mit der Corona-Pandemie deutlich geworden. Im Jahr 2022 waren vor allem Entscheidungen der Regierung maßgeblich, die zu Veränderungen in der Energieversorgung führten und zu entsprechenden Preiserhöhungen aufgrund dieser Entscheidungen. Es werden vom KEIM-Management dennoch keine geschäftsgefährdenden Risiken gesehen; bisher gelang es der Organisation, sich auf ändernde Situationen schnell einzustellen und pragmatische Lösungen in kritischen Situationen zu finden. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung blickt die Bahnindustrie, trotz der negativen wirtschaftlichen Einflüsse, optimistischer in die Zukunft: "Das Geschäftsklima in den Unternehmen der globalen Bahnbranche ist weiterhin solide und entwickelt sich tendenziell positiv. Damit kann der zaghafte Optimismus der Branche zum Jahresende für 2023 aufgegriffen werden. Grund für den Indexanstieg ist die deutlich positivere Einschätzung der Geschäftslage seitens der befragten Expertinnen. Flankiert von einer stabilen Nachfrage nach Produkten und Leistungen sowie gleichbleibend vollen Auftragsbüchern zeigt sich der Sektor optimistisch. Mittelfristig wird eine weitere Steigerung des Auftragseingangs erwartet, der sich bereits auf hohem Niveau befindet. Ob sich dies vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftslage realisieren lässt, bleibt jedoch abzuwarten." 20 Auch wenn sich nach unserer Einschätzung der Krieg in der Ukraine sowie die schwächere konjunkturelle Entwicklung mit hohen Inflationsraten auch weiterhin auf die direkte Nachfrage nach Betonschwellen, wenn überhaupt, sehr gering auswirken werden, entstehen dadurch erhebliche finanzielle Belastungen sowie weitere Unsicherheiten sowohl für die EU als auch die europäischen Nationalstaaten. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich die aus den Krisen ergebenen Unsicherheiten auf die Verwendung der staatlichen Haushaltsmittel sowie auf die Verwendung von EU-Fördermitteln auswirken. Gerade in Polen, Tschechien, der Slowakei und Kroatien besteht eine hohe Abhängigkeit der Investitionen in die Gleisinfrastruktur von den EU-Förderprogrammen. Es besteht das Risiko einer Reduzierung bzw. Verlagerung von zukünftigen staatlichen Haushaltsmitteln und EU-Förderungssummen. Aus den Folgen des Brexits sehen wir weiterhin keine unmittelbare Auswirkung auf unsere englische Tochtergesellschaft, da die Trackwork Moll Ltd. nicht exportiert und die Lieferanten weitestgehend im Inland ansässig sind.
20 SCI Global Rail Index Q1/2023
In der Gesamtwürdigung, unter Berücksichtigung des zum Zeitpunkt der Berichterstattung vorliegenden Wissensstands, schätzen wir die politischen- und Marktrisiken trotz des Kriegs in der Ukraine sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Geschäftsbereich Beton insgesamt als gering ein. Es wird davon ausgegangen, dass die vorwiegend staatlichen Kunden, nämlich die nationalen Eisenbahninfrastrukturbetreiber, die erforderlichen Investitionen, insbesondere vor dem Hintergrund der Erreichung der Klimaziele der Europäischen Union, weiterhin überwiegend tätigen werden. Energiepolitische Entscheidungen und umweltpolitische Einflüsse insbesondere innerhalb der Europäischen Union stellen für den Geschäftsbereich Brandschutz ein nicht kalkulierbares Risiko dar. Dieses versucht der Geschäftsbereich u.a. durch intensive Verbandstätigkeit zu mindern bzw. frühzeitig zu erkennen. Absatzrisiken Keimfarben ist in unterschiedlichen regionalen/nationalen Bautenfarben-Märkten mit seinen Vertriebseinheiten in verschiedenen Markt-Entwicklungsstufen tätig; damit wird länderspezifischen Absatzrisiken durch Internationalisierung und Differenzierung in der Bearbeitung begegnet. Insbesondere durch die ständige Weiterentwicklung des CRM-Systems wird durch Erfassung aller kundenrelevanten Informationen die Wirksamkeit und Effizienz der Marktbearbeitung sowie die Früherkennung von Marktrisiken gesteigert. Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte nehmen in der Aufmerksamkeit der Gesellschaft einen zentralen Wert ein. Politische Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit und Ökologie über regulatorische Maßnahmen verstärken den Trend. Da die mineralisch-silikatischen Farben durch ihre rezeptive Zusammensetzung genau diese Bedingungen schon immer erfüllt haben, drängt der Wettbewerb ebenfalls in diesen Bereich. Damit werden Produkte und Aussagen von anderen Herstellern zu Keimfarben vergleichbarer und der Wettbewerb nimmt zu und dies führt zu entsprechenden Preisanpassungen. Dies erhöht das Risiko, dass gegebenenfalls weitere Rohstoffpreiserhöhungen nicht margenneutral in Absatzpreisanpassungen umgesetzt werden können. Im Gleisschwellenmarkt wird in erster Linie der Endkunde Staatsbahn bedient. Während der Absatz in Polen, Tschechien und Kroatien meist über Gleisbauunternehmen erfolgt und insofern die Anzahl der direkten Kunden etwas höher ist, kaufen in Deutschland und Großbritannien die Bahnen im Wesentlichen über Rahmenverträge ein. In allen Ländern besteht eine hohe Abhängigkeit von der Bautätigkeit der staatseigenen Netzgesellschaften. In Deutschland besteht zudem das grundsätzliche Risiko, bei den Ausschreibungen für die Rahmenverträge keine wettbewerbsfähigen Preise anzubieten. Die abgegebenen Preise bestimmen den Marktanteil für die Laufzeit des jeweiligen Rahmenvertrages. Mit zunehmender Vertragslaufzeit erhöht sich dieses Risiko. In England sind geringere Absatzmengen im Rahmenvertrag mit einer Klausel zum Preisausgleich versehen. Zudem gehen wir aktuell davon aus, dass nach gegenwärtigen Erwartungen das Budget der Network Rail und damit auch unsere Umsätze in der folgenden Finanzierungsperiode stark rückläufig sein werden. Dem Absatzrisiko wird durch die ständige Suche nach neuen bedarfsgerechten Entwicklungen und Dienstleistungen für den Hauptkunden begegnet. Dazu wird die Strategie der Risikodiversifizierung durch regional verbesserte Verteilung der Werke in Deutschland und im europäischen Ausland verfolgt. Mit der starken Marktstellung von Moll im deutschen Privatmarkt können schwache Jahre bei der Deutschen Bahn etwas abgefedert werden. In Tschechien wird durch den Markteintritt einiger Wettbewerber über Lieferungen von Produkten aus dem benachbarten Ausland ein nicht unbeträchtliches Risiko, sowohl was die Absatzmengen als auch die Preisgestaltung betrifft, gesehen. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass weiterhin auch aufgrund der lokalen Präsenz die Marktführerschaft im Bereich der Bahnschwellen gehalten werden kann. Im Bereich Baugeschäft und Betonfertigteile ist von einem stabilen Marktumfeld auszugehen. Im Brandschutzbereich wird ein Großteil des Umsatzes mit den führenden europäischen Anbietern von Klimageräten für Heizanwendungen erzielt. Alleinstellungsmerkmale im Produktbereich und mittelfristige Lieferverträge mit den Großkunden sichern die Produktionsstätten des Unternehmens mittelfristig ab. Ansonsten hat sich das Unternehmen durch die Gewinnung weiterer Kunden besser am Markt etablieren können. Ein wesentliches Risiko liegt in möglichen Rohstoffpreiserhöhungen, die nicht in vollem Umfang und zur gleichen Zeit an die Kunden weitergegeben werden können wie auch temporären Lieferengpässen. Qualitätsrisiken Gerade weil sich Keimfarben mit ihren Produkteigenschaften von den sonstigen Marktprodukten abheben, beschränken sich Qualitätsrisiken im Geschäftsbereich Farben und Putze auf Produktentwicklungsrisiken sowie Beratungsrisiken bezüglich der Anwendung im konkreten Einzelfall. Der hohe Qualitätsstandard wird durch eine DIN/ISO-Zertifizierung gesichert. Im Geschäftsbereich Betonprodukte ist die Qualität der Produkte entscheidend für die Marktstellung: Die Deutsche Bahn AG stellt extrem hohe Anforderungen an die Produktqualität und überprüft diese auch durch eigene Kontrollen der QM-Systeme und der Produktion in den Werken der Lieferanten. Mit der möglichen Sperre eines Werkes für Lieferungen in das Gleisnetz der Bahn schlagen Qualitätsthemen sofort in Absatzrisiken um. Der hohe Produktionsstandard der LM Betonwerke wird durch ein zertifiziertes Qualitätssicherungssystem nach DIN ISO 9001 abgesichert. Die LM Betonwerke waren zum Bilanzstichtag mit allen fünf deutschen Werken als Q1-Lieferant der Deutschen Bahn AG eingestuft. Aufgetretene kleinere Reklamationen wurden zügig bearbeitet, der Grund der Reklamationen im Werk erfasst und abgestellt. Die Anzahl an Reklamationen bei dem Werk in Polen hält sich seit Jahren auf einem niedrigen Niveau und beschränkt sich meistens auf Transportschäden, die keine erheblichen Kosten mit sich tragen. Reklamationen werden zügig bearbeitet. Das Werk in Polen ist zudem nach ISO 9001 zertifiziert, sowie nach ZKP (Werkseigene Produktionskontrolle), was sich ebenfalls auf die Qualität der Produkte und Produktionsprozesse bezieht. Im Geschäftsjahr 2022 fanden bei der Trackwork Moll Ltd wie jedes Jahr vierteljährliche Qualitätsprüfungen durch den Hauptkunden Network Rail statt mit dem Ergebnis, dass die Trackwork Moll Ltd aktuell vollumfänglich die Qualitätsanforderungen der Network Rail erfüllt. Für bestehende Gewährleistungsrisiken wurden angemessene Rückstellungen gebildet. Die Produkte im Geschäftsbereich Brandschutz sind einzigartig. Qualitätsrisiken beschränken sich auf Beratungsrisiken bezüglich der Einsatzfähigkeit im Einzelfall. Der Produktionsstandard wird durch das Qualitätssicherungssystem DIN ISO 9001 in den jeweiligen Produktionswerken bestätigt. Eine kontinuierliche Überprüfung der Produktqualität sowohl durch die QS der einzelnen Gesellschaften als auch durch externe Institute gewährleisten zusätzliche Sicherheit. Beschaffungsrisiken Für alle drei Geschäftsbereiche sind Einsatzstoffe von gleichbleibend hoher Qualität von enormer Bedeutung. Die Preis- und Verfügbarkeitssituation war in den drei Teilbereichen unterschiedlich. Die vorsichtige Strategie der Diversifizierung bei den Lieferanten bzw. Suche nach Ersatzprodukten wird beibehalten, ist aber in allen Geschäftsbereichen unterschiedlich. Hohe Frachtkosten, die bis zu 75% des Rohstoffpreises ausmachen können, sowie lange Transportwege bei einigen Rohstoffen bilden ein grundsätzliches Risiko. Im Farbenbereich bestehen im Beschaffungsmarkt weiterhin Risiken, da wesentliche Rohstoff-Lieferanten in Folge der Energiekostensteigerung Preise und Sortimente anpassen. Begrenzungen und Limitierungen bei der Belieferung haben sich in 2022 gegenüber 2021 verbessert, sind aber nicht gänzlich aufgehoben. Lieferzeiten relevanter Rohstoffe aber auch ebenso von Investitionsgütern sind lang und vorsorgliche Bestellungen über sechs bis neun Monate sind inzwischen geübte Praxis. Aufgrund dieser Situation stiegen die Preise für Rohstoffe und Handelswaren auf historische Höchststände. Ungeachtet der aktuellen Situation ist das Management von Keimfarben stets darauf bedacht, für die wichtigsten Einsatzprodukte weitere Alternativlieferanten aufzubauen. Keimfarben ist auf spezielle Einsatzstoffe angewiesen, die genauen Spezifikationen genügen müssen. Daher ist es eine stetige Aufgabe der Entwicklungsabteilung, alternative Einsatzfaktoren für unsere Rezepturen zu prüfen. Da im Geschäftsbereich Beton bei den wichtigsten Einsatzstoffen Spannstahl, Befestigungssysteme und Zement eine hohe Konzentration auf der Anbieterseite bestehen und die Einsatzstoffe genauen Spezifikationen unterliegen, ist es stetige Aufgabe des Zentraleinkaufs, alternative Lieferanten aufzubauen. In Großbritannien besteht aufgrund des langjährigen Rahmenvertrages das grundsätzliche Risiko einer sinkenden Marge, da der indexierte Verkaufspreis Beschaffungskostenschwankungen nicht vollständig abbildet. Die seit dem Jahr 2021 steigenden Einkaufspreise für unsere Roh- und Hilfsstoffe, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine, nochmals erheblich gestiegen. Der Anstieg des Erzeugerpreisindex in Deutschland für das Jahr 2022 von 32,9 % gegenüber dem Vorjahr verdeutlicht diese Entwicklung für das gesamte Segment Beton. 21 Dieser Trend der steigenden Preise wird sich voraussichtlich im Jahr 2023, auf einem niedrigeren Niveau fortsetzen. Der Erzeugerpreisindex in Deutschland für Februar 2023 stieg im Jahresvergleich um 15,8 % und sank gegenüber zum Vormonat Januar um 0,3 %. Hauptverantwortlich für den Anstieg war weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. 22
22
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_110_61241.html
Trotz dieser veränderten Rahmenbedingungen sehen wir weder bei der Versorgung mit Roh- und Hilfsstoffen noch den Preisen bestandgefährdende Risiken für das Segment Beton. Im Bereich Brandschutz liegt ein wesentliches Risiko in möglichen Rohstoffpreiserhöhungen, die nicht in vollem Umfang und zur gleichen Zeit an die Kunden weitergegeben werden können, wie auch in temporären Lieferengpässen. Betriebsrisiken Die Qualitätssicherungssysteme, ein funktionierender, gelebter Arbeitsschutz sowie regelmäßige Wartungen und Modernisierungen und aktualisierte Sicherungssysteme im EDV-Bereich begrenzen die Betriebsrisiken. Dazu kommt ein angemessener Versicherungsschutz als Folgenbegrenzung. Ausfallrisiko Mit einem funktionierenden Debitorenmanagement mit festen Regelungen und Eskalationsstufen sowie der Nutzung von Vertriebsinformationen werden Ausfallrisiken bereits präventiv begrenzt. In Teilbereichen, insbesondere aber bei länderspezifischen Branchenrisiken im Betonbereich, wird wegen der relativ hohen Forderungsbeträge nach Möglichkeit eine Kreditversicherung unterhalten. Währungsrisiken/Zinsänderungsrisiken Trotz der schwerpunktmäßigen Tätigkeit der Unternehmensgruppe in der Euro-Zone verwirklichen sich Währungsrisiken durch Umsätze in Ländern wie Polen, Großbritannien, Tschechien, Russland, der Schweiz oder den USA. Das Management von Währungsrisiken erfolgt ausschließlich in Deutschland. Durch Konzernrichtlinien wurde die Absicherung von Währungskursen für einen Teil der prognostizierten Zahlungsströme zur Pflicht gemacht. Im Geschäftsbereich Farben und Putze wurden für das Jahr 2022 für alle Fremdwährungen mit einem Sockel von 60 % bis 70 % des voraussichtlichen Geschäftsvolumens Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Die damit bekannten Wechselkurse werden als Planwechselkurse zur Fakturierung der Umsätze für die Auslandstochtergesellschaften herangezogen, damit sowohl eine Kalkulationssicherheit für die Auslandsmärkte gegeben ist, als auch Wechselkursrisiken begrenzt werden. Im Geschäftsbereich Betonprodukte beschränken sich die Währungsrisiken auf den Transfer von im Ausland erwirtschafteten Erträgen über Gewinnausschüttungen sowie Teilkonzernfinanzierungen in den Euro-Raum. Soweit sinnvoll werden Währungspositionen abgesichert. Zinsänderungsrisiken bestehen im Geschäftsbereich Betonprodukte grundsätzlich bei dem im Dezember 2020 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag. Von Währungseinflüssen ist der Geschäftsbereich Brandschutz weitestgehend unbeeinflusst, da Ausgangsrechnungen fast ausschließlich in Euro erstellt und auch Eingangsleistungen fast ausschließlich in Euro bezogen werden. Die Kunden kommen Großteils aus dem Euro-Raum, so dass auch auf dem Absatzmarkt keine wesentlichen Einflüsse zu erwarten sind. Finanzierungsrisiken/Risiken durch Finanzinstrumente Die Erhaltung und Herstellung "gesunder" Finanzierungsstrukturen wie z.B. substanzieller Eigenkapitalquoten, insbesondere auch bei längerfristigen Investitionen, und die finanzielle Trennung der Geschäftsbereiche sind weitere Grundsätze der Risikovermeidung. Dementsprechend werden große Investitionsprojekte in angemessenem Rahmen von der Leonhard Moll Aktiengesellschaft mit Eigenkapital ausgestattet und dies in den Finanzplanungen berücksichtigt. Die Innenfinanzierungskraft des Segments Beton ist aufgrund des ertragsstarken In- und Auslandsgeschäftes grundsätzlich sehr gut. Infolge des hohen Wettbewerbsdrucks in Deutschland und der technischen Probleme in dem Werk Biebesheim war das Deutschlandgeschäft die letzten Jahre defizitär. Zur Wiedererlangung der Kostenführerschaft in Deutschland wurde das Werk Biebesheim auf ein kostenführendes Produktionsverfahren umgerüstet. Die Umrüstung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen und die neue Fertigungsanlage erfolgreich abgenommen. Zusätzlich konnte unsere Wettbewerbsposition mit der Akquisition der DW Schwellen GmbH gestärkt werden. Anlässlich des zusätzlichen Fremdkapitalbedarfes für diese Maßnahmen wurde eine Konsortialkreditvereinbarung im Dezember 2020 abgeschlossen. Der Gesamtfinanzierungsrahmen ist so ausreichend gewählt, dass während der Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023 (mit Verlängerungsoption von zwei Jahren) für das Segment Beton keine Finanzierungsrisiken erkennbar sind. Mit der Konsortialkreditvereinbarung wurde mit den finanzierenden Banken die Einhaltung bestimmter, je Kalenderquartal einzuhaltender Finanzkennzahlen (Financial Covenants) für das Segment Beton vereinbart. Diese betreffen die Quote von Nettoverschuldung zu adjustiertem EBITDA, die Eigenkapitalquote sowie die Guarantor Coverage. Zum Bilanzstichtag wurden die vereinbarten Finanzkennzahlen eingehalten und wir gehen davon aus, dass sie auch zukünftig eingehalten werden. Zudem wurden im Geschäftsbereich Brandschutz mit der finanzierenden Bank die Einhaltung bestimmter je Kalenderquartal einzuhaltender Financial Covenants (Dynamischer Verschuldungsgrad) vereinbart. Auch diese vereinbarte Finanzkennzahl wurde zum Bilanzstichtag eingehalten. Sonstige Risiken Investitionsrisiken: Im Januar 2022 begann die Errichtung der neuen Fertigungsanlage im Werk Biebesheim in Zusammenarbeit mit dem italienischen Anlagenbauer Plan s.r.l. und wurde im Jahr 2022 erfolgreich in Betrieb genommen. Die Abnahme der Fertigungsanlage erfolgte über eine Leistungsfahrt und wurde am 22.12.2022 final abgenommen. Im Jahr 2022 konnten bereits knapp 180.000 Schwellen mit der neuen Anlage produziert werden. Haftungsverbund im Segment Beton: Im Dezember 2020 wurde von der Muttergesellschaft im Segment Beton der LEONHARD MOLL BETONWERKE GmbH & Co KG eine Konsortialfinanzierungsvereinbarung mit drei Banken über die Investition für den Umbau des Werkes Biebesheim, zukünftige Finanzierung von Akquisitionen und für die Deckung des Working Capital-Bedarfes im Segment Beton abgeschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung gaben die Tochtergesellschaften Leonhard Moll Betonwerke Beteiligungs-GmbH, LM BW Projekt GmbH & Co KG, DW Schwellen GmbH (seit dem 27. Oktober 2022), ŽPSV s.r.o. und die WPS Strunbet Sp.Z.o.o. abstrakte Zahlungsversprechen gegenüber den finanzierenden Banken ab. Sowohl für die Erstfinanzierung des Werkes Biebesheim als auch für die neue Konsortialfinanzierungsvereinbarung haftet das Anlagevermögen der LM BW Projekt GmbH & Co KG (Grundschuld) gegenüber den Banken. Compliance-Risiken: Die Einstellung kartellamtlicher und staatsanwaltlicher Untersuchungen wegen behaupteter Preisabsprachen gegen die LM Betonwerke im Frühjahr 2016 wurde bereits im Lagerbericht 2016 erwähnt. Gemäß den Vereinbarungen mit der Deutsche Bahn AG führen die LM Betonwerke regelmäßig entsprechende Compliance-Schulungen der Mitarbeiter durch. Rechtsrisiken: Mit der Verschmelzung der ehemaligen Gesellschaften des Immobilienbereiches hat die Leonhard Moll Aktiengesellschaft Bauträger-Gewährleistungsrisiken übernommen, die durch Abwicklung laufend verringert werden und die durch Rückstellungen ausreichend abgesichert sind. Das Bestehen eines Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Keimfarben GmbH und der Leonhard Moll Aktiengesellschaft birgt zwar theoretische Haftungsrisiken in sich, wird aber aufgrund der stabilen Geschäftssituation und relativ geringen externen Verschuldung von Keimfarben als nicht erheblich betrachtet. Im Zusammenhang mit dem Zugunglück in Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen am 3. Juni 2022 veröffentlichte die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ("BEU") am 1. Juni 2023 einen Zwischenbericht. Nach dem Erkenntnisstand im Zeitpunkt der Berichterstellung geht die BEU davon aus, dass ein "Mangel am Oberbau primär ursächlich für den Eintritt der Zugentgleisung" war. Die an der Unfallstelle verlegten Spannbetonschwellen wiesen Beschädigungen auf, die nach Ansicht der BEU auf einen Verlust der Vorspannung innerhalb der Schwelle schließen lassen. Diese sollen in der Folge zu einem Versagen der Struktur und zum Wegbrechen der Schienenauflager in Richtung der eingeleiteten Kräfte geführt haben. Wodurch die Schäden an den Schwellen entstanden sind, ist noch nicht ausermittelt. Ob und in welchem Umfang Betonschwellen aus der Produktion der Leonhard Moll Betonwerke GmbH & Co. KG ("Leonhard Moll") an der Unfallstelle bei Garmisch-Partenkirchen verlegt waren, ist bisher nicht geklärt. Die Deutsche Bahn bezieht ihre Schwellen von einer Vielzahl von Lieferanten. Da Leonhard Moll ab Werk an die Deutsche Bahn liefert, ist nicht bekannt, wo in Deutschland die Deutsche Bahn Betonschwellen von Leonhard Moll verbaut. Abschließende Untersuchungsergebnisse zu den an der Unfallstelle verbauten Schwellen sowie generell zu den Ursachen des Unfalls liegen bisher nicht vor; die behördlichen Untersuchungen hierzu dauern an. Unabhängig davon haben die Äußerungen von Seiten der Behörden Leonhard Moll veranlasst zu prüfen, inwieweit Maßnahmen von Leonhard Moll hinsichtlich Spannbetonschwellen aus der Produktion des Unternehmens aus den Jahren 2004-2010 veranlasst sind. Steuerrisiken: Es wurden die Jahre 2012 bis 2015 bei der Leonhard Moll Aktiengesellschaft, bei Keimfarben und den LM Betonwerken geprüft. Gegen die Bescheide bei der Leonhard Moll Aktiengesellschaft wurde Einspruch erhoben. Aktuell läuft bei den genannten Gesellschaften die Prüfung der Jahre 2016 bis 2019. Gesamtbild der Risikolage/Risikotragfähigkeit Der Vorstand wägt im Rahmen seiner Beurteilung der geschäftlichen Lage und der regelmäßigen Betrachtung der Hauptrisiken die geschäftsbedingte Risikolage ab. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Prognosehorizonten erfolgt dies auch in der Mittelfristplanung und in der Jahresplanung sowie im Abschnitt "Ausblick" dieses Lageberichtes. Anhand einer Gesamtwürdigung der Risikolage geht der Vorstand aufgrund der bei Berichterstellung gegebenen Verhältnisse und Informationen davon aus, dass keine bestandsgefährdenden Risiken bestehen. 8.3. Chancen im Leonhard-Moll-Konzern Chancenbericht Geschäftsbereich Farben und Putze Keimfarben ist Marktführer bei hochpreisigen qualitätsvollen silikatischen Farbsystemen mit einem einzigartigen Service. Keimfarben sind mit ihrer Lichtbeständigkeit und Haltbarkeit beispielhaft, was Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit anbelangt. Keimfarben hat Produktsysteme mit besonderen Wachstumschancen in einem von zunehmendem Umweltbewusstsein geprägten Umfeld in einem gegen den Trend am Bautenanstrichmittelmarkt wachsenden Marktsegment. In diesem Umfeld kommt es daher sehr auf die Stärke der eigenen Strategie an. Durch die Einführung der Lokalen Farbwerkstätten beim Farbengroßhandel in Deutschland wurde ein wesentlicher Wettbewerbsnachteil beseitigt. Mit der konsequenten Weiterverfolgung dieser Investition erwartet sich Keimfarben grundsätzlich eine Möglichkeit eines zusätzlichen Umsatzwachstums. Die Intensivierung der Präsenz auf bereits vorhandenen ausländischen Märkten sowie die Erschließung von neuen Märkten für Silikatfarben bieten erhebliche Wachstumspotenziale und vermindern Risiken. Ebenso bieten noch nicht erschlossene Marktsegmente und Zielgruppen sowie eine Erweiterung von Produkten und Sortimenten zukünftige Chancen. Geschäftsbereich Betonprodukte Wir sehen mittel- und langfristig einen stabilen politischen Willen zur Stärkung der Bahninfrastruktur. Des Weiteren erwarten wir, dass die CO 2 -Debatte, das Klimapaket und die generelle Diskussion zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße hin zur Schiene einen positiven Einfluss auf den Geschäftsbereich Betonprodukte haben werden. Wir sehen aufgrund dieser positiven politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin gute Geschäftschancen. Insbesondere in Deutschland sehen wir im kommenden Jahrzehnt eine sehr gute Chance, die Profitabilität nachhaltig zu verbessern. Die erhöhten bereitgestellten Mittel durch den Bund, in Kombination mit der Umstellung des Werkes Biebesheim auf ein kostengünstigeres Produktionsverfahren und der Akquisition der DW Schwellen GmbH, sollten es uns ermöglichen, einen angemessenen Auftragseingang bei steigender Rentabilität zu generieren. Die Strategie der Risikostreuung durch Wachstum im Ausland hat sich mit den Erfolgen unter anderem in Tschechien, Großbritannien und Polen bewährt und es werden ständig die relevanten europäischen Bahnschwellenmärkte für weitere Möglichkeiten zum Wachstum beobachtet. Geschäftsbereich Brandschutz Die Unternehmensstrategie im Geschäftsbereich Brandschutz ist darauf ausgelegt, sich bietende Chancen frühzeitig zu identifizieren, diese zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen für eine unverändert erfolgreiche Entwicklung des Geschäftsbereichs zu nutzen. Die Tatsache, dass insbesondere im Bereich Wärmetechnik faserige Produkte mehrheitlich durch anorganische nicht faserige Produkte ersetzt werden, bietet aufgrund der Produktschwerpunkte im Geschäftsbereich große Chancen. Auch die Tatsache, dass im Bereich des passiven Brandschutzes die notwendigen nationalen und europäischen Zulassungen erteilt wurden, eröffnet neue interessante Chancen auf den jeweiligen Märkten. Holding Die Erweiterung der operativen, industriellen Geschäftsbereiche wird durch den Vorstand ständig überprüft und mit übergeordneten Gremien diskutiert. III. Ausblick 1. Erwartungen an die Marktentwicklung Der Verband der deutschen Lack-Druckfarbenindustrie e.V. prognostizierte im Februar 2023 für unseren Geschäftsbereich Farben und Putze folgende Marktentwicklung: "Die Inlandsnachfrage bei den Bautenfarben geht mit -4 % weiter zurück. Für den Profi-Bereich wird ein Rückgang von -3 % erwartet. Das außerordentlich hohe Auftragspolster der letzten beiden Jahre (bis zu 6 Monate) schmilzt langsam wieder in Richtung der üblichen 4-6 Wochen." 23 Damit wird der Spielraum für Preiserhöhungen im Markt deutlich begrenzt. "In der Prognose ist eine Erhöhung des Durchschnittspreises um rund +4,5 % impliziert. Wertbezogen erwarten wir eine Steigerung der Inlandsnachfrage um +2 %. Für den Export wird von einer Steigerung von +2 % ausgegangen, der Import hingegen wird mit -1 % rückläufig sein." 24 Für den Geschäftsbereich Betonprodukte gehen wir mittelfristig aufgrund der Maßnahmen zur Stärkung unserer Position auf dem deutschen Heimatmarkt durch die Akquisition der DW Schwellen GmbH, Umstellung des Werkes Biebesheim sowie dem Abschluss eines neuen Rahmenvertrages ab 2024 mit der Deutschen Bahn von einer weiteren und nachhaltigen Verbesserung der Ertragskraft in Deutschland aus. In Polen rechnen wir aufgrund der Ratifizierung der Finanzierungsprogramme mittelfristig mit einem Anstieg der Absatzzahlen. In Tschechien rechnen wir hauptsächlich aufgrund des Markteintritts der neuen Wettbewerber mit einem Rückgang der Ertragskraft. Im Geschäftsbereich Brandschutz bietet die Tatsache, dass insbesondere im Bereich der Wärmetechnik faserige Produkte mehrheitlich durch anorganische nicht faserige Produkte ersetzt werden, große Chancen. Auch die Tatsache, dass im Bereich des passiven Brandschutzes die notwendigen nationalen und europäischen Zulassungen erteilt wurden, eröffnet weiterhin interessante Chancen auf diesen Märkten. Außerdem sind wir zuversichtlich, dass die Energiewende einen positiven Einfluss auf die künftige Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs nehmen wird. Getrieben wird diese Annahme aus der Erkenntnis, dass Technologien der alternativen Energieerzeugung teilweise gefördert werden und unser Geschäftsbereich sich auf die Zulieferung von systemrelevanten Teilen in diese Industrie spezialisiert hat. 2. Erwartungen an die Unternehmensentwicklung im laufenden Jahr Für das Geschäftsjahr 2023 rechnen wir im Geschäftsbereich Farben und Putze mit Umsätzen in Höhe von 117,2 Mio. €. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 von 5,4 %. Im Inland wird mit einem Umsatz von 55,6 Mio. € gerechnet. Hinzu kommen in der Verantwortung des deutschen Vertriebs ein Umsatz für Luxemburg, der durch den deutschen Vertrieb betreut wird, in Höhe von 0,8 Mio. €. Die Umsatzsteigerung ist vor allem durch Preiserhöhungen, die sukzessive über das Jahr 2022 umgesetzt wurden und sich damit vollständig in 2023 auswirken werden, geprägt. Bei den Auslandstochtergesellschaften führte die Planung zu einem Umsatz von 57,5 Mio. €. Der moderate Zuwachs in Höhe von 1,7 % ist durch einen geplanten Umsatzrückgang in Italien und dem Wegfall der Umsatzerlöse aus Russland bedingt. In anderen Gesellschaften, wie z.B. den USA, sind höhere Umsatz-Wachstumsraten geplant. Im Geschäftsbereich Betonprodukte rechnen wir mit einer größtenteils stabilen Entwicklung in den für uns relevanten Märkten. Die Planung für das Geschäftsjahr 2023 berücksichtigt einen Umsatz von 221,6 Mio. € sowie einen Jahresüberschuss von 9,3 Mio. €. Wesentliche Ursache für die im Vergleich zu 2022 seigenden Umsatzerlöse ist die erstmalige vollständige Berücksichtigung der Umsatzerlöse der DW Schwellen GmbH. Gegenläufig wirkt der zu erwartende Umsatzrückgang in Tschechien aufgrund von steigendem Wettbewerb und geringerer Nachfrage der staatlichen Eisenbahngesellschaft. Im Geschäftsbereich Brandschutz berücksichtigt die Planung für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 32,1 Mio. €. Das erste Quartal 2023 übertraf bereits die Erwartungen. Die Geschäftsentwicklung der kommenden Monate wird im Wesentlichen durch die Preisentwicklung der Rohstoff- und Energiekosten bestimmt. Diese Preise stagnieren mittlerweile auf hohem Niveau und wir erkennen sinkende Tendenzen bei einigen Rohstoffen. Wir werden die Rohstoffkostenzuschläge teilweise zurücknehmen müssen, was bei unverändert hoher Nachfrage zu fallenden Verkaufspreisen/Umsätze führen wird. Die aber nach wie vor hohen Preise bei Rohstoffen und Energie sowie die zwischenzeitlich stark gestiegenen Zinsen stellen die Gesellschaften vor weitere große Herausforderungen. Auf vergangene Rohstoff-, Energie- sowie Frachtpreisanstiege haben die Gesellschaften bereits mit Preiserhöhungen reagiert und wir werden versuchen, mögliche künftige Anstiege in gleicher Weise abzumildern. 3. Prognoseberichterstattung Die ursprüngliche Konzern-Planung für das Geschäftsjahr 2023, die vom Aufsichtsrat am 15. Dezember 2022 genehmigt wurde, sieht bei einem geplanten Konzernjahresüberschuss in Höhe von 14,8 Mio. € und bei einem geplanten Konzern-EBITDA in Höhe von 38,6 Mio. € folgende (unkonsolidierten) Planumsätze, EBITDAs und Jahresüberschüsse der Geschäftsbereiche vor (in Mio. €):
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gibt in seinem Jahreswirtschaftsbericht Januar 2023 bekannt, der am 25. Januar 2023 durch das Bundeskabinett zur deutschen Wirtschaft vorgestellt wurde: "Der Ausblick auf die Industriekonjunktur im ersten Quartal des neuen Jahres bleibt aber angesichts einer weiterhin schwachen Nachfrage verhalten. Die Weltwirtschaft hat sich zuletzt wieder abgekühlt, was die heimische Industrie in Form deutlich nachlassender Aufträge aus dem Ausland zu spüren bekommt." Unter Abwägung der vorstehend geschilderten und beurteilten Chancen und Risiken erwarten wir
Dieser Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.
München, den 26. Juni 2023 Der Vorstand: Andrea Benincasa Alexander Beer Rüdiger Lugert Uwe Balshüsemann |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
2 nahegelegene Organisationen
Herstellung von Anstrichmitteln, Druckfarben und Kitten
Großhandel mit Anstrichmitteln
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen