ROOM N°1 GmbH
Same addressManagement of residential real estate on a fee or contract basis
Basic information of the organization
Indicators extracted from public financial statements
Changes published in the official company registry
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Marcus Josef Schäpertöns since 4/27/2026 | Procura |
Astrid Jeffrey since 10/16/2025 | Procura |
Frorent Grauer since 7/13/2021 | Managing Director |
Oliver Preisendörfer since 7/6/2021 | Procura |
Udo August Kersting since 10/9/2014 | Managing Director |
Natural persons who ultimately own or control the company, resolved through the shareholder chain
| Name | Ownership |
|---|---|
Infront AS | 100.00% |
Infront Financial Technology GmbHSelf-held cycle | 0.00% |
Company ownership and partner structure
2 shareholders
GmbH structure
Companies in which this organization holds a direct stake
| Name | Ownership |
|---|---|
| No data available | |
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Official financial statements and annual reports
Infront Financial Technology GmbHFrankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2023GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN Geschäftstätigkeit Die Infront Financial Technology GmbH ("Infront GmbH oder "Gesellschaft") mit Sitz in Frankfurt am Main, ist ein führender Anbieter von WealthTech-Lösungen. Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Softwarelösungen und Services. Das Leistungsspektrum umfasst dabei auch die Bereitstellung von Finanzdaten in den eigenen Softwarelösungen oder integriert in die Systemlandschaften der Kunden. Infront konsolidiert Daten von über 600 Börsen und andere Finanzdatenquellen und bietet Kunden Zugang zu einem umfassenden Datenuniversum. 1 Als Teil der Infront Gruppe verantwortet Infront Financial Technology GmbH das Kundengeschäft in Deutschland und Österreich. Über 900 Kunden in Deutschland nutzen Produkte und Services der Infront Gruppe um Dienstleistungen und interne Prozesse im Wealth Management, Brokerage und Investment Banking, Asset Management und Treasury Management regulatorisch konform darzustellen und zu optimieren. Wesentliche Produkte, Komponenten und Finanzmarktdaten, die in das Gesamtangebot der Infront Gruppe einfließen werden durch die Infront Financial Technology GmbH entwickelt und bereitgestellt. Der Fokus liegt hier im Bereich der Marktdaten und Portfolio Management und Advisory Lösungen. In enger Zusammenarbeit mit der Tochtergesellschaft Infront Quant werden zudem regulatorische Lösungen und Bewertungs- bzw. Risiko Managementlösungen entwickelt und bereitgestellt. Strategische Ausrichtung Die Strategie der Infront Financial Technology GmbH konzentriert sich darauf, durch die Kombination von Software, Finanzmarktdaten und Services innovative Lösungen für das Wealth Management und Brokerage, sowie angrenzende Segmente anzubieten. Dabei spielen folgende wesentliche Aspekte eine zentrale Rolle: Digitalisierung von Prozessen Infront setzt auf die umfassende Digitalisierung, um Effizienz und Genauigkeit in den Geschäftsabläufen zu erhöhen. Durch automatisierte und optimierte Prozesse sollen die operativen Abläufe in der Finanzbranche vereinfacht und verbessert werden. Digitalisierung der Berater- und Endkundenkanäle Ein weiterer strategischer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Transformation der Berater- und Endkundeninteraktion. Infront entwickelt Lösungen, die es Finanzberatern und Endkunden ermöglichen, über digitale Kanäle miteinander zu kommunizieren und Wertpapiergeschäfte abzuwickeln. Diese Digitalisierung verbessert die Erreichbarkeit und den Service, was zu einer besseren Kundenbindung und -zufriedenheit und zu einer Erhöhung der betreuten Wertpapieranlagen und -transaktionen führen kann. Unterstützung regulatorischer Anforderungen Infront hilft seinen Kunden, die ständig wachsenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Dabei sind ESG, MiFID 2 und PRIIPs Regulierungen im Kernfokus. Durch spezialisierte Softwarelösungen und aktuelle Finanzmarktdaten unterstützt das Unternehmen professionelle Marktteilnehmer dabei, ihre Compliance zu gewährleisten und Risiken zu minimieren.
1 https://www.kagels-trading.de/infront/
Produkte und Lösungen Infront hat sich darauf spezialisiert, Finanzexperten mit Technologielösungen auszustatten. Das Unternehmen fokussiert sich auf die Entwicklung von Tools, die auf die Bedürfnisse von Finanzmarktakteuren zugeschnitten sind, und strebt danach, die Effizienz und Transparenz in der Finanzbranche zu erhöhen. Infront unterstützt Banken und Vermögensverwalter im Wealth Management mit der Bereitstellung von Tools entlang der Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung bis hin zum digitalen Zugang zu Finanz- und Portfolioinformationen. Die Konsolidierung von Depots, die Analyse von Investments und Märkten, das Portfoliomanagement, die Erstellung von Anlagevorschlägen, das Ordermanagement und die Kundenkommunikation sind wesentliche Use-Cases, die Infront unterstützt. Beratungsprozesse werden in Zusammenarbeit mit den Kunden auf die gewünschten Prozesse angepasst und mit den bestehenden Systemen der Kunden verbunden oder in diese integriert. Broker und Banken werden in der Produktentwicklung mit der Erstellung und Bereitstellung von Produkt-Informationsblättern sowie der Bereitstellung von Finanzinformationen als Display und Feed mit den notwendigen Analysetools unterstützt. Digitale Lösungen für die End-Kunden zur Marktbeobachtung und zum Handel von Wertpapieren und Derivaten werden von Banken im Wealth- und Brokerage Segment eingesetzt. Händler von Banken und anderen Marktteilnehmern nutzen professionelle Terminal-Lösungen für die Analyse, Entscheidungsfindung und den Handel an Börsen weltweit. Infront bietet Integrationen in bestehende IT-Landschaften und die Anbindung an Börsen an. In Mid-Office Funktionen werden Produkte zur Prüfung von Marktgerechtigkeit von Bewertungskursen und der Ausführung von Transaktionen durch Asset Manager und Banken eingesetzt. Individuelle Bewertungen von komplexen Produkten auf der Basis von State-of-Art Bewertungsmodellen werden in Zusammenarbeit mit der Tochtergesellschaft Infront Quant ergänzend eingesetzt. Regulatorische Lösungen für die Bereitstellung von Dokumenten und Daten und Workflows für die Berechnung und Bereitstellung von PRIIPs-Kennzahlen sowie die darauf basierende Erstellung von Dokumenten runden das Angebot ab. Alle Tools der Infront werden in Kombination mit Daten aus dem Infront-Datenkatalog angeboten. Über Schnittstellen werden dem Kunden diese Daten in verschiedenen Qualitäten bereitgestellt. Der Datenkatalog umfasst statische Daten, Referenzdaten, Preisdaten, Nachrichten, Analysen und abgeleitete Daten. Das Produkt- und Dienstleistungsportfolio der Infront GmbH ist in insgesamt fünf Geschäftsbereiche eingeteilt: "Portfolio and Advisory Solutions" (PAS), "Data and Feed Solutions" (DFS), "Regulatory and Calculation Solutions" (RCS), "Publication and Distribution Solutions" (PDS) und "Other Solutions" (OS). Organisationsstruktur Das operative Geschäft der Infront GmbH wird im Wesentlichen über die Infront GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main sowie deren Niederlassungen ausgeübt. Darüber hinaus verfügt die Infront GmbH über Tochtergesellschaften in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Italien und der Schweiz.
* Beteiligungen im Ausland
Mit Wirkung zum 30. Juni 2023 wurde Infront Financial Technology S.à r.l ., Luxemburg liquidiert. Die Gesellschaft ist seit dem Erwerb sämtlicher Anteile an der vwd Group GmbH, Frankfurt a. M., am 17. Juli 2019 durch die vwd Holding GmbH, Frankfurt a. M., als Tochtergesellschaft der Infront AS, Oslo, Norwegen, Teil der Infront-Gruppe. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Im Jahr 2023 zeigte die deutsche Wirtschaft eine gemischte Entwicklung, geprägt von einer robusten Erholung in einigen Sektoren und fortbestehenden Herausforderungen in anderen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs moderat. Der Arbeitsmarkt blieb stabil, mit einer niedrigen Arbeitslosenquote und einem leichten Anstieg der Beschäftigung, was auf die widerstandsfähige Nachfrage nach Fachkräften hinwies. Die Inflation blieb ein zentrales Thema, beeinflusst durch erhöhte Rohstoffpreise und gestiegene Lebenshaltungskosten, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigte. Gleichzeitig trugen staatliche Maßnahmen zur Förderung von Innovation und Digitalisierung sowie Investitionen in nachhaltige Technologien zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums bei. Insgesamt konnte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 eine stabile, wenn auch nicht spektakuläre, Wachstumsentwicklung verzeichnen, während sie sich an ein volatiles globales Umfeld anpasste. Im Wealth Management und Brokerage-Sektor zeigte das Jahr 2023 trotz globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen eine positive bzw. stabile Entwicklung. Das verwaltete Volumen der Vermögensverwalter und Banken erhöhte sich im einstelligen Prozentbereich (BVI, Pressemitteilung vom 13. Februar 2024). Die Transaktionsvolumen im Brokerage haben sich stabil entwickelt. Positiv wirkte sich auf viele Kunden die Entwicklung der Zinsen aus. Das Segment der festverzinslichen und strukturierten Produkte profitierte hiervon besonders. Die Zuwächse der Volumina liegen hier im zweistelligen Prozentbereich. Die positive Entwicklung der Aktienmärkte unterstütze, gleichwohl die Marktvolatilitäten in einzelnen Segmenten durchaus herausfordernd waren. 2 Die Investitionstätigkeit der Marktteilnehmer ist stabil und die positive Entwicklung der Märkt unterstützte Entscheidungen in Produkte und Lösungen zu investieren. Die wesentlichen Trends haben sich dabei wenig verändert. Einschätzung zur Wettbewerbssituation von Infront Financial Technology Infront Financial Technology GmbH hat sich erfolgreich als Anbieter von umfassenden Lösungen im Bereich Finanzmarktdaten, Software und Services für das Wealth Management etabliert. Die breite Palette an Produkten und Dienstleistungen, ermöglicht es, verschiedene Kundenbedürfnisse abzudecken. Die kontinuierliche Investition in innovative Technologien, wie Cloud-basierte Lösungen und Automatisierung in Kombination mit dem umfassenden Datenangebot gibt aus unserer Sicht einen klaren Wettbewerbsvorteil. Durch die Bereitstellung modernster technischer Lösungen möchte das Unternehmen seinen Kunden eine effiziente und zukunftssichere Infrastruktur bieten, was besonders in einem stark digitalisierten Marktumfeld von Vorteil ist. Trotz der Stärken sieht sich Infront in einem hart umkämpften Marktumfeld mit zahlreichen starken Konkurrenten konfrontiert. Große globale Player wie Bloomberg, LSEG (vormals Refinitiv) und FactSet dominieren den Markt für Finanzmarktdaten und -technologien. Diese Wettbewerber verfügen über umfangreiche Ressourcen und etablierte Kundenstämme, was den Wettbewerb intensiviert. Einige FinTech Anbieter streben ebenfalls stark in den Wealth Management Markt und versuchen mit einzelnen Bausteinen in der Wertschöpfungskette der Banken und Vermögensverwalter Fuß zu fassen. Infront Financial Technology GmbH sehen wir gut positioniert, um in einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld erfolgreich zu agieren. Die Stärken in technologischer Innovation, Digitalisierung und regulatorischer Unterstützung bieten aus unserer Sicht signifikante Wettbewerbsvorteile. Dazu gehört die Möglichkeit, auf Kundenbedürfnisse in Kombination mit der langjähren Marktpräsenz und -erfahrung flexibel zu reagieren. Dennoch muss sich das Unternehmen kontinuierlich anpassen und weiterentwickeln, um gegenüber großen und etablierten Mitbewerbern bestehen zu können. Steuerungsrelevante Leistungsindikatoren Die zur internen Steuerung bedeutsamen (finanziellen) Leistungsindikatoren sind Umsatz und EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Gewinnabführung, Erträgen aus Beteiligungen, Steuern, Abschreibungen). Geschäftsverlauf und Ertragslage Der Umsatz erhöhte sich im Jahr 2023 um 0,9 Mio. EUR auf 45,8 Mio. EUR und lag damit im Rahmen unserer Erwartungen (Umsatz zwischen 43,0 und 46,0 Mio. EUR). Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland mit Dritten generiert. Der Bereich Regulatory and Calculation Solutions zeigt einen Umsatzzuwachs von +2,0%, hauptsächlich angetrieben durch die erfolgreiche Einführung der Risk & Margin Validation API. Die Umsätze im Bereich Portfolio and Advisory Solutions liegen über Vorjahresniveau (+11,4%). Im Jahr 2023 wurde das neue Wealth Portal, eine webbasierte Lösung für Endkunden des Wealth Manager eingeführt. Im Bereich Data and Feed Solutions zeigt sich eine Umsatzsteigerung (+2,0%) aufgrund erhöhter Nutzerzahlen von Premium-Informationssystemen bei Banken. Der Produktbereich Publication and Distribution Solutions entwickelte sich erwartungsgemäß weiterhin negativ (-9,3%) durch den starken Rückgang von Printmedien und Listing Services. Die Gesamtleistung inkl. sonstiger betrieblicher Erträge reduzierte sich leicht von 56,2 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 56,0 Mio. EUR im Berichtszeitraum. Es wurden Entwicklungskosten in Höhe von 1,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,0 Mio. EUR) aktiviert. Der Materialaufwand ist von 22,4 Mio. EUR in 2022 auf 22,0 Mio. EUR im Berichtszeitraum aufgrund vertraglicher Fixkostenanteile leicht gesunken. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Gesamtleistung zzgl. sonstige betriebliche Erträge) ist im Berichtsjahr von vormals 39,9% auf 39,2% gesunken. Der Personalaufwand hat sich bei einem durchschnittlichen Personalbestand von 179 Mitarbeiter (Vorjahr 241 Mitarbeiter) im abgelaufenen Berichtsjahr 2023 mit 21,8 Mio. EUR deutlich reduziert (Vorjahr 24,7 Mio. EUR). Dies ist hauptsächlich auf die im Vorjahr erfassten zusätzlichen Kosten für Abfindungen im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen und auf den niedrigeren Personalbestand zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 1,0 Mio. EUR auf 9,3 Mio. EUR (Vorjahr 8,3 Mio. EUR) gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf die Konzernumlagevereinbarung für den Vertrieb von Lizenzen mit der Konzernmutter Infront AS zurückzuführen. Das EBITDA hat sich von 0,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,9 Mio. EUR deutlich erhöht und liegt damit in der Prognose aus 2022 (zwischen 1,5 Mio. EUR und 3,5 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich auf 2,5 Mio. EUR (Vorjahr 2,5 Mio. EUR). Die Erträge aus Beteiligungen sowie aus Gewinnabführungsverträgen lagen bei 8,0 Mio. EUR (Vorjahr: 8,3 Mio. EUR). Neben dem Gewinn der Infront Quant AG (4,2 Mio. EUR; Vorjahr 4,1 Mio. EUR) wurde auch der Jahresüberschuss der Lenz + Partner GmbH (0,9 Mio. EUR; Vorjahr 0,6 Mio. EUR) an die Gesellschafterin Infront GmbH abgeführt. Die Beteiligungserträge ergeben sich aus der Ausschüttung der Tochtergesellschaft vwd TransactionSolution AG, Frankfurt am Main, Deutschland (1,4 Mio. EUR; Vorjahr 1,8 Mio. EUR). Nach Berücksichtigung des negativen Steuerergebnisses in Höhe von 3,3 Mio. EUR (Vorjahr positiv 0,4 Mio. EUR) ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 4,0 Mio. EUR (Vorjahr 5,3 Mio. EUR). Aus den oben genannten Gründen ist die Umsatzrendite (Jahresüberschuss vor Abführung zu Umsatzerlöse) gegenüber dem Vorjahr gesunken und liegt bei +8,6% (Vorjahr +11,8%). Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsverlaufs Das Jahr 2023 war für Infront ein Jahr des Wachstums im gesamten Wealth Tech-Portfolio, trotz der anhaltenden Herausforderungen des globalen Geschäftsumfelds. Die Einführung von WealthPortal und die Einführung der neuen Data Manager API zeigen unser Bestreben nach Innovation und Qualität bei der Bereitstellung modernster Lösungen, die unserem Kunden helfen, in der sich schnell entwickelnden Finanzlandschaft von heute, erfolgreich zu sein. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 2,9 Mio. EUR in der Prognose von 2022 (zwischen 1,5 Mio. EUR und 3,5 Mio. EUR). FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE Die Infront GmbH finanziert sich nur noch über nachrangige Gesellschafterdarlehen, die zum Stichtag 4,7 Mio. EUR (Vorjahr 3,7 Mio. EUR) betrugen sowie Cash Pooling Vereinbarungen mit der Infront Quant AG, Infront AG und Lenz + Partner GmbH in Höhe von 4,8 Mio. EUR (Vorjahr 4,9 Mio. EUR). Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Lieferungen und Leistungen (8,0 Mio. EUR; Vorjahr 6,1 EUR Mio.) sowie eine Verbindlichkeit aus Ergebnisabführung in Höhe von 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 7,7 Mio. EUR). Die Infront GmbH ist als Sicherungsgeber für eine Anleihe der Infront AS in Höhe von 130 Mio. EUR eingetreten und hat sämtliche Forderungen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen verpfändet. Die Eigenkapitalquote ist auf 52,1% (Vorjahr 49,4%) gestiegen. Liquidität Der Bestand an liquiden Mittel betrug zum Bilanzstichtag 1,6 Mio. EUR (Vorjahr 2,1 Mio. EUR). Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug -3,8 Mio. EUR (Vorjahr -1,7 Mio. EUR). Die Reduzierung ist im Wesentlichen auf einen erhöhten Finanzmitteleinsatz im operativen Geschäft zurückzuführen. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit betrug -0,7 Mio. EUR (Vorjahr -1,6 Mio. EUR). Im Berichtsjahr wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen von -0,1 Mio. EUR (Vorjahr -0,5 Mio. EUR) und immaterielle Vermögensgegenstände von - 2,0 Mio. EUR (Vorjahr -3 Mio. EUR) getätigt. Gegenläufig haben sich Einzahlungen aus der Dividende der vwd TransactionSolutions AG in Höhe von 1,4 Mio. EUR ergeben. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug 4,0 Mio. EUR (Vorjahr 4,2 Mio. EUR) und ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus Cash Pooling Vereinbarungen mit der Infront Quant AG, Infront AG und Lenz + Partner GmbH zurückzuführen. Anlagevermögen und Bilanzstruktur Veränderungen im Anlagevermögen sind im Wesentlichen geprägt durch die planmäßigen Abschreibungen immaterieller Vermögensgegenstände und Sachanlagen sowie der Aktivierung von Entwicklungskosten. Die Anlagenintensität beträgt im Geschäftsjahr 72,14% (Vorjahr 75,02%). Die Investitionsquote ist im Vergleich zum Vorjahr von 2,62% auf 3,22% gestiegen. Zum Bilanzstichtag belief sich die Bilanzsumme auf 91,8 Mio. EUR (Vorjahr 88,8 Mio. EUR). Auf der Passivseite haben sich die sonstigen Rückstellungen um 1,7 Mio. EUR auf 8,0 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr reduziert. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass sich die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie Rückstellungen für Abfindungen, Tantieme und Boni reduziert haben. Ebenso sind die Verbindlichkeiten um 1,0 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr von 27,9 Mio. EUR auf 26,9 Mio. EUR gesunken. Die Fremdkapitalquote beläuft sich im Geschäftsjahr auf 47,87% (Vorjahr 50,56%). Forschung und Entwicklung Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs der Infront GmbH sind modulare Lösungen mit hoher Performance, die fortlaufend auf neue Anforderungen unserer Kunden angepasst und weiterentwickelt werden, um die Digitalisierung von Investmentprozessen zu ermöglichen. Zudem sind Anforderungen durch neue Gesetze und Verordnungen auf nationaler und europäischer Ebene durch die Weiterentwicklung zu gewährleisten. Die zuständigen Bereiche innerhalb der Infront GmbH stehen in laufendem Kontakt mit allen Kundengruppen sowie Regulatoren und Industriearbeitsgruppen, um effizient auf neue Anforderungen und Erweiterungswünsche zu reagieren und diese in die Release-Planungen zu übernehmen. Hierbei verfolgt die Infront GmbH einen agilen Entwicklungsansatz, um kurzfristig auftretende Anforderungsänderungen abbilden zu können. Eine einheitliche Plattform auf Basis neuster Technologien ermöglicht die Skalierung, die Modularisierung und den effizienten Betrieb unserer Lösungen. Besonderes Augenmerk galt weiterhin der Entwicklung unserer Lösungsplattform mit den strategischen Produktinitiativen Investment Manager, einer vollumfänglichen browser-basierten Marktdatenlösung sowie PM365, der Bereitstellung unserer Portfolio Management - Lösung als SaaS. Beide Entwicklungen bieten unseren Kunden und Prospekts neue Features, eine hohe Usability und vor allem Vorteile im IT-Betrieb. Insgesamt wurden für diese Lösungen Entwicklungskosten in Höhe von 1,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,0 Mio. EUR) aktiviert. Personalstruktur und Personalentwicklung Die Infront GmbH zählte zum Stichtag 31. Dezember 2023 durchschnittlich 179 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach 241 zum Ende des Geschäftsjahres 2022 (jeweils ohne Auszubildende). Schwerpunkt der Personalarbeit im abgeschlossenen Geschäftsjahr waren neben Recruiting-Aktivitäten die Begleitung der konzernweiten Änderungsprozesse und deren Abbildung in der Personal- und Führungsstruktur. RISIKOBERICHT Ziele und Organisation des Risikomanagements Die Infront GmbH verfolgt die Strategie, Risiken im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit zu übernehmen, soweit sie diese einschätzen kann, der Bestand des Unternehmens auch bei Eintritt des Risikos nicht gefährdet ist und das übernommene Risiko in günstigem Verhältnis zu den daraus resultierenden Vorteilen wie Ertragssteigerungen oder Kosteneinsparungen steht. Als Risiko sind alle Ereignisse definiert, die es unwahrscheinlicher machen, dass geplante Ergebnisse erreicht werden. Das Risikomanagement in der Gruppe wird von der zentralen Finanzabteilung unter der Leitung des Konzern- Finanzvorstandes gemäß den vom Board of directors genehmigten Richtlinien durchgeführt. Potenzielle Risiken werden regelmäßig bewertet. Der Finanzvorstand legt im Rahmen der genehmigten Richtlinien geeignete Strategien für den Umgang mit diesen Risiken innerhalb der Gruppe fest. Die Steuerung und Überwachung der Risiken erfolgen im Sinne der Konzernrichtlinien. Zur Überwachung und Steuerung setzen die Infront GmbH und ihre Tochtergesellschaften einen definierten Risikomanagementprozess ein. Er sieht regelmäßige Abfragen bei den Führungskräften vor, ergänzt um ad hoc Risikomeldungen bei zwischenzeitlich beobachteten Risiken. Die Risiken werden von den Berichtenden Risikograden zugeordnet. Für jeden Risikograd ist definiert, welche Berichtswege einzuhalten sind. Für jedes bedeutende Risiko müssen Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen werden. Die Risikosituation wird der Geschäftsführung berichtet und von dieser mit der Gesellschafterin und deren Gremien erörtert. Die Risikosituation insgesamt hat sich nicht geändert. Generelle Einflussfaktoren auf die Risikolage Die Infront GmbH operiert gemeinsam mit ihren Mutter- und Tochtergesellschaften als Anbieter von Daten, Software und Lösungen in mehreren europäischen Ländern. Sie ist dort den makroökonomischen Einflüssen unterworfen. Besondere Bedeutung kommt der Finanz- und der Medienindustrie zu. Das Investitionsverhalten dieser Branchen beeinflusst unseren Geschäftserfolg wesentlich. Neben der allgemeinen makroökonomischen sowie der Branchenentwicklung prägt das regulatorische Umfeld das Investitionsverhalten. Die Finanzindustrie unterlag auch im Jahr 2023 einem hohen Kostendruck. Der Markt war geprägt von einer weiteren Konsolidierung der Bankenlandschaft, aber auch von wachsenden Volumina in der Asset Management Branche sowie Konjunkturschwankungen und immer noch hohe Inflation in der Eurozone, Störungen in internationalen Handelsbeziehungen und durch die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen von der Ukraine- und Nahost-Krise. Unverändert stellt die Regulatorik die Finanzindustrie vor große Herausforderungen, gleichzeitig verändert der technologische Fortschritt die Wettbewerbslandschaft und das Kundenverhalten. Die Marktteilnehmer stellen sich auf diese Veränderungen ein, dabei spielt die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, der Trend zu effizienten Hosting Lösungen (SaaS) sowie die regulatorischen Anforderungen eine sehr wichtige Rolle. Als Technologieanbieter ist die Infront GmbH an diesen Veränderungen unmittelbar beteiligt. Die Strategie der Infront GmbH berücksichtigt diese Entwicklungen. Per Saldo überwiegen unserer Einschätzung nach die positiven Auswirkungen der Digitalisierung und Regulierung. Im Jahr 2023 wurde zudem, parallel zum Marktgeschehen, der Fokus auf den Konsolidierungsprozess der deutschen Unternehmung und ihrer Töchter mit dem Mutterunternehmen Infront AS fortgeführt. Die Infront GmbH hat im Rahmen des Risikomanagements die Risikofelder definiert und bewertet: Absatz-/Beschaffungsmärkte Da die Geschäftstätigkeit der Infront auf wiederkehrenden Lizenzeinnahmen und der kontinuierlichen Bereitstellung von Technologie und Services basiert und somit eher weniger von kurzfristigen Schwankungen beeinflusst wird, hat die Ukraine- und Nahost-Krise keine erkennbaren Auswirkungen auf das Marktumfeld der Infront in 2023 gehabt. Die digitalen Anforderungen des Marktes bringen zwar erheblichen Veränderungsbedarf für die Infront GmbH mit sich, die jedoch erfolgreich durch die Anpassung der Angebote, der internen Prozesse und der Organisation bewältigt wurden. Vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts in der Ukraine ergeben sich zum jetzigen Zeitpunkt keine erhöhten Risiken. Infront unterhält keine direkten Geschäftsbeziehungen mit Russland oder der Ukraine, die im Hinblick auf Datenlieferungen oder Kundenbeziehungen als geschäftskritisch angesehen werden können. Infront bezog Marktdaten in sehr geringem Umfang von der Moskauer Börse, die allerdings bedingt durch Sanktionen über die Konzernmutter Infront AS abgewickelt werden. Sollte die Infront GmbH Entwicklungen falsch einschätzen oder ihre Entscheidungen nicht wie geplant umsetzen können, kann dies die Ertragslage unmittelbar über Umsatzeinbußen oder höhere operative Aufwände und mittelbar über Abschreibungen stark beeinflussen. Des Weiteren ergeben sich Auswirkungen auf den Cashflow und die Bilanz. Durch die weitere Diversifizierung der Absätze und der Absatzmärkte wurde diesem Risiko bereits mit Erfolg entgegengearbeitet, so dass dieses Risiko als gering zu bewerten ist. Auf der Beschaffungsseite besteht ein Risiko, weil die Infront GmbH bei Quellen Daten einkaufen muss, die häufig nur mit hohem Aufwand durch andere Quellen zu ersetzen sind. Verweigerten diese Zulieferer die Belieferung oder erhöhten die Preise, könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Infront GmbH leiden oder die Profitabilität sinken. Da die Infront GmbH sich überwiegend bei Börsen und weiteren Kontributoren direkt anbindet, die zumeist eine transparente und für alle gleiche Preisgestaltung vorsehen, ist dieses Risiko als mäßig einzuschätzen. Durch aktive Marktbeobachtung und die intensive Pflege der Kontakte zu Kontributoren sowie durch langfristige Verträge werden die Risiken weiter reduziert. Die Preisanpassung der Zulieferer könnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Außerdem besteht bei einigen wenigen Produkten eine Abhängigkeit von Fremdleistungen. Dies kann zu kurzfristigen Beeinträchtigungen führen, die Fremdleistungen können aber mit einer gewissen Übergangszeit ohne Probleme substituiert werden. IT- Prozesse Als Technologieunternehmen unterliegt die Infront GmbH IT-Risiken. Sie erbringt ihre wesentlichen Leistungen mit Hilfe vernetzter Rechnersysteme. Der Betrieb erfolgt 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Der weitgehend fehlerfreie und ausfallsichere Betrieb dieser Systeme ist entscheidend für den Erfolg der Infront GmbH. Die Infront GmbH berücksichtigt diese Anforderungen durch die Systemarchitektur und mit mehreren Standorten. Qualität, Ausfallsicherheit, Schutz kritischer Daten und auch Effizienz der Systeme stellen - auch vor dem Hintergrund der gestiegenen technischen Anforderungen und der Cyberkriminalität - bedeutende Herausforderungen dar. Treten zu viele / zu gravierende Fehler auf, kann dies zu übermäßigen internen Aufwänden führen, die Kundenbeziehung beeinträchtigen und auch direkt Pönalen / Schadensersatzforderungen verursachen. Aufgetretene Ausfälle und potenzielle Gefährdungen werden standortübergreifend analysiert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet und priorisiert. Im Betrieb der IT-Infrastruktur arbeitet die Infront GmbH mit renommierten und zertifizierten Partnern zusammen. Als Dienstleister, der auch wesentliche Auslagerungen der Finanzindustrie übernimmt, werden die internen Prozesse optimiert, dokumentiert und überwacht. Durch Umsetzung mehrerer Ebenen von Sicherheitsmaßnahmen, die die Angriffsfläche der Systeme durch Cyberkriminalität proaktiv auf ein Minimum begrenzen und spezifische Alarmierungen, die im Rahmen eines allgemeinen Schwachstellenmanagementprozesses aufgesetzt wurden, ist ein Risiko eher als gering einzustufen. Finanzwirtschaftliche Risiken Das Ziel der Infront-Konzernleitung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen der Kontinuität eines stabilen Nettomittelzuflusses aus der Geschäftstätigkeit aufgrund hoher und wiederkehrender Umsätze und der Flexibilität durch die Nutzung von Banküberziehungskrediten und Bankkreditfazilitäten aufrechtzuerhalten. Basierend auf dem im Konzern-Jahresabschluss 2023 ausgewiesenen Buchwert und Fälligkeit der Verbindlichkeiten werden - wie im Vorjahr - ca. 26% der Konzernschulden am 31. Dezember 2023 in weniger als einem Jahr fällig. Die Konzernleitung hat die Risikokonzentration im Hinblick auf die Refinanzierung ihrer Schulden beurteilt und kam zu dem Schluss, dass diese gering ist. Der Konzern verfügt über eine ausreichende Vielfalt an Finanzierungs- und Fremdkapitalquellen, deren Laufzeiten bei bestehenden Kreditgebern verlängert werden können. Die Infront GmbH wie auch die Infront-Gruppe unterliegen Liquiditätsrisiken. Sie ergeben sich aus den eigenen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten und gruppeninternen Darlehensgebern, die auf Ebene der Konzernmutter durch die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines RCF-Darlehen abgemildert wird. Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Finanzierung durch interne Gesellschafterdarlehen / Intercompany Darlehen fortgesetzt. Der angewendete Zinssatz betrug im Berichtsjahr acht Prozent (Vorjahr: drei und vier Prozent). Es muss jederzeit ausreichend Liquidität zur Verfügung stehen. Darüber hinaus müssen etwaige Zins- und Tilgungsleistungen der Intercompany Darlehen sowie Investitionen weitgehend aus dem operativen Cash Flow, bereinigt um Sondereffekte, bestritten werden. Durch die frühzeitige Errichtung eines konzernweiten Treasury Managements aller Infront-Gesellschaften nach Akquisition durch die Infront AS ist sichergestellt, dass finanzielle Liquidität und Liquiditätsplanungen regelmäßig erfasst und ausgewertet werden. Somit ist das Liquiditätsrisiko eher als gering zu betrachten. Weitere finanzwirtschaftliche Risiken resultieren aus Währungen und Zinsen. Das Fremdwährungsrisiko der Infront GmbH selbst ist neben dem Schweizer Franken hauptsächlich auf den US-Dollar konzentriert. Die Risiken in beiden Währungspaaren sind eher gering, nach derzeitiger Einschätzung lohnt sich eine Absicherung ökonomisch nicht. Das Kontrahentenrisiko wird als nicht wesentlich erachtet. Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zinsrisiken oder anderen Risiken bestehen nicht. Personal Die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter stellt für die Infront GmbH eine ständige Herausforderung dar. Dies gilt ebenso für die langfristige Bindung insbesondere solcher Mitarbeiter, die allein über besondere Kenntnisse verfügen. Angesichts des starken Fachkräftemangels, insbesondere im Umfeld der IT-Programmierung und Entwicklung, ergeben sich hieraus gerade für ein wissensbasiertes Unternehmen wie die Infront GmbH wesentliche Herausforderungen, deren Risiko als mäßig zu bewerten ist. Mit dem Angebot persönlicher Entwicklungsmöglichkeiten, Informationstransfer, Teambildung, flexiblen Arbeitsbedingungen und leistungsorientierter Vergütung kann die Infront GmbH diesen Risiken entgegensteuern, ohne sie aber vollständig ausschließen zu können. Mit dem schnellen Technologiewandel und dem dadurch bedingten ständigen Anpassungs- und Entwicklungsdruck sehen sich unsere Mitarbeiter erhöhten Anforderungen ausgesetzt. Regulatorische und Rechtsrisiken Zu unseren Kunden zählen viele Kreditinstitute und andere Finanzdienstleister, die umfassend reguliert werden. Die Regulatoren haben ihre Ansätze in den letzten Jahren deutlich verschärft. Dies hat teilweise auch direkte Konsequenzen auf Dienstleister und Zulieferer. Leistungen und Services könnten eingeschränkt oder gekündigt werden und Veränderungen der Vorschriften können ebenso dazu führen, dass Kunden von uns Maßnahmen, z.B. Zertifizierungen verlangen oder auch die Dienstleistungen anderweitig vergeben bzw. durch Eigenleistungen ersetzen. Durch eine aktive Analyse der Anforderungen schon in einem frühen Stadium werden frühzeitig effiziente Maßnahmen getroffen und die Risiken geringgehalten. Da die regulatorischen Vorschriften alle Wettbewerber betreffen, entstehen typischerweise keine Wettbewerbsnachteile. Gesamtbeurteilung der Risikolage Die Infront GmbH verfügt grundsätzlich über ein stabiles Geschäftsmodell mit hohen wiederkehrenden Umsätzen, sehr guten Marktzugängen, ausgeprägten technologischen Kompetenzen und einer breiten Diversifikation. Die strategische Neuaufstellung der letzten Jahre hat sich am Markt bewährt. Die Integration und die Weiterentwicklungen der Plattformen und Produktangebote wird nach der Übernahme in angepasster Form fortgeführt und stellt das Management und die Beschäftigten weiterhin vor hohe Herausforderungen und binden hohe Kapazitäten. Neue Produkte und Produkterweiterungen werden released und am Markt platziert. Damit wird die Kundenabwanderung adressiert und die Möglichkeiten des Wachstums durch die Gewinnung neuer Kunden verbessert. Des Weiteren ist die Infront GmbH als Betreiberin von komplexen technologischen Anwendungen und Betriebsplattformen in erheblichem Umfang operationellen Risiken aus dem Versagen von Menschen oder Systemen ausgesetzt. Dafür müssen auch ausreichend qualifizierte und motivierte Beschäftigte zur Verfügung stehen. Die Gesamtrisikosituation der Infront GmbH hat sich aus Sicht des Managements im Jahr 2023 auf Niveau des Vorjahres gehalten. Die Umsetzung der strategischen Initiativen mit klarer Ausrichtung auf die konkreten Bedürfnisse des Marktes macht die Infront GmbH unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen. Der Fortbestand der Gesellschaft ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Chancen Die Infront GmbH verfügt in seinen Kernprodukten über einen stabilen, breit diversifizierten Kundenstamm. Mit einem Großteil dieser Kunden pflegt die Infront GmbH bereits sehr langfristige Geschäftsbeziehungen. Durch den Zusammenschluss von Infront und vwd sind beide Unternehmensgruppen zu einem der führenden Full-Service-Anbieter in Europa für real-time Marktinformationen, Portfolio Management- sowie regulatorische Lösungen für die Finanz- und Investmentindustrie mit zusammen ca. 3.400 Kunden und 90.000 professionellen Nutzern geworden. Das umfangreiche Lösungsangebot des Unternehmens in den Bereichen Data & Feed, Portfolio & Advisory, Regulatory & Calculation und Publication & Distribution werden um die professionellen Marktdaten- und Tradinglösungen von Infront ergänzt. Die Kombination aus einem treuen Kundenstamm und neuen, innovativen Lösungen bietet aus Sicht der Infront GmbH ein enormes Potential in den Bereichen Cross- und Upselling. Die Infront GmbH ist bereits ein Anbieter von Wealth Management Solutions (WealthTech) im deutschsprachigen Raum und einer der Vorreiter im Bereich Regulatory Technology (RegTech). Zusammen mit dem Angebot an Marktdaten und Terminal Lösungen deckt Infront als wesentlicher Anbieter das gesamte Spektrum an Lösungen aus einer Hand an. Dies bietet aus Sicht der Infront GmbH weiteres Potential in den Bereichen Up- und Cross-Selling. Durch die Vereinheitlichung der technischen Plattformen für alle angebotenen Lösungen kann die Infront GmbH gerade auch im Hinblick auf die Zusammenführung mit der technischen Infrastruktur der Infront Group die Wertschöpfungs- und Prozessketten seiner Kunden effizienter gestalten und den Kunden somit wesentliche Mehrwerte anbieten. Insbesondere die Digitalisierung der Prozesse in der Investmentindustrie birgt hohe Potenziale. Eine weitere Ausweitung der Kundenbasis im Segment der Privatbanken und Erweiterung auf weitere Zielgruppen der Investmentindustrie ist denkbar. Die Regulierung erfasst zunehmend auch Zulieferer der Finanzindustrie. Manchmal unmittelbar, weil der Regulierer sie direkt erfasst, häufiger mittelbar, weil Prozesse als kritisches Outsourcing eingestuft werden und darüber in das regulatorische Regime kommen. Kleinere Anbieter könnten mit dieser Entwicklung in Schwierigkeiten kommen, weil sie die aufwändigen Prozesse zur Zertifizierung, Überwachung und Dokumentation nicht bewältigen können. Daneben weitet sich das Spektrum der Regulierung auch auf andere Branchen wie die Versicherungsbranche aus. Die Infront GmbH, als größerer Anbieter mit einem breiten Leistungsspektrum, sieht sich gut aufgestellt. Im Rahmen der Umsetzung der PRIIPs-Verordnung wurden bereits erfolgreich die Auslagerungen durch Banken an die Infront GmbH umgesetzt. Dazu wurde eine prozessorientierte interne Revision implementiert, um unsere Kunden bedarfsgerecht im Outsourcing von relevanten Geschäftsprozessen zu unterstützen. Die Infront-Gruppe bereitet sich auf die Umsetzung der DORA-Richtlinien vor. Mit der DORA-Verordnung (Digital Operational Resilience Act) verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, einen einheitlichen Rahmen für ein effektives und umfassendes Management von Cybersicherheits- und IKT-Risiken auf den Finanzmärkten zu schaffen. Dabei wird der Schwerpunkt von der Gewährleistung der finanziellen Widerstandsfähigkeit von Finanzunternehmen verlagert: auf die Sicherstellung der Aufrechterhaltung eines widerstandsfähigen Betriebs im Falle einer schwerwiegenden Betriebsunterbrechung, die die Sicherheit des Netzes und der Informationssysteme gefährden könnte. PROGNOSEBERICHT Anhaltende geopolitische Spannungen belasten die volkswirtschaftliche Entwicklung erheblich und haben Einfluss auf die Finanzmärkte und die Investitionstätigkeit der Finanzmarktakteure in neue Technologien und Lösungen. Daraus können sich negative Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung im Marktumfeld der Infront GmbH ergeben. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hat die Infront GmbH weiterhin keine signifikanten negativen Effekte erkennen können. Die Finanzindustrie ist aus unserer Sicht eine der stärksten Branchen, die den Schwankungen des Weltmarktes meist am besten widerstehen kann. Wir denken, dass es der Finanzindustrie daher gelingen wird, sich am Markt zu behaupten, und daher wird auch im Jahr 2024 erwartet, dass ein Wachstum eintreffen kann. Unter anderem gehört Fintech zu den Bereichen, die auch in Zukunft deutlich zunehmen können. Ausblick - Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung Die Zielgruppe Finanzindustrie zeigt eine differenzierte Entwicklung. Die Bankenbranche befindet sich weiterhin in einer Konsolidierung aufgrund von Kosten- und Ertragsoptimierungsnotwendigkeiten. Die in Vorjahren gelegten strategischen Grundlagen und Handlungskonzepte, um sich als kompetenter Partner der Investmentindustrie aufzustellen, wurden im Geschäftsjahr 2023 konsequent fortgeführt. Aus unserer Sicht konnte im Jahr 2023 sowohl kosten- als auch strukturseitig diese Entwicklungen sehr gut umgesetzt werden. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir grundsätzlich eine stabile Geschäftslage, allerdings sind vor dem Hintergrund der andauernden Ukraine-Krise sowie dem Nahost-Konflikt jegliche Schätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung der Infront GmbH für 2024 weiterhin mit einem sehr hohen Grad an Unsicherheit behaftet. Auf der Kostenseite gehen wir weiter davon aus, dass Aufwände für die Verbesserung der Organisation und Prozesse/Systeme sowie Anlaufkosten für die Produktinnovationen anfallen. Für 2024 erwarten wir ein EBITDA zwischen 3,0 und 6,0 Mio. EUR und einen Jahresüberschuss zwischen 4,0 und 5,5 Mio. EUR. Den Umsatz erwarten wir zwischen 45,0 und 48,0 Mio. EUR. Aufgrund der bisherigen Einschätzungen und bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses hat die Gesellschaft keine wesentlichen kurzfristigen Bedrohungen und nennenswerten Auswirkungen für die Geschäftstätigkeit festgestellt. Die Gesellschaft überwacht jedoch weiterhin genau die Situation und die sich hieraus ergebenen potentiellen Auswirkungen. Vorbehalt von Zukunftsaussagen Der Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, welche unsere gegenwärtigen Auffassungen, Erwartungen und Annahmen widerspiegeln und auf Informationen basieren, die uns zum Zeitpunkt seiner Abfassung zur Verfügung standen. Zukunftsgerichtete Aussagen bieten keine Gewähr für den tatsächlichen Eintritt zukünftiger Ergebnisse und Entwicklungen, sondern sind mit Risiken und Unsicherheiten behaftet. Auswirken können sich insbesondere Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, neuer rechtlicher Rahmenbedingungen, der Wettbewerbssituation und der Entwicklung der Finanzmärkte.
Frankfurt am Main, den 9. Oktober 2024 Udo Kersting, Geschäftsführer Bilanz zum 31. Dezember 2023Infront Financial Technology GmbH, Frankfurt am MainAmtsgericht Frankfurt am Main, HRB 100445Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023I. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss der Infront Financial Technology GmbH (im Folgenden kurz "Infront" oder "Infront GmbH"), Frankfurt am Main, zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes (GmbHG) aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB. Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Berichtsjahr unverändert wie im Vorjahr nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB. Die Infront Financial Technology GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main ist beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter Registernummer HRB 100445 im Handelsregister eingetragen. II. Erläuterungen und Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Jahresabschluss der Infront GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde nach den im Folgenden beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. 1. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Der Abschreibungsplan sieht lineare und im Zugangsjahr zeitanteilige Abschreibungen unter Zugrundelegung der wirtschaftlichen betriebsindividuellen Nutzungsdauer der Anlagen vor. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, um die Vermögensgegenstände gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB mit dem ihnen am Abschlussstichtag beizulegenden niedrigeren Wert anzusetzen. Übersicht der Nutzungsdauern:
Selbstständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 250 € und 1000 € werden jahresweise in einem Sammelposten zusammengefasst, der über fünf Jahre abgeschrieben wird. Sämtliche geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Nettowert von 250,00 € haben wir unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Auf einen Zugang im Anlagenspiegel wurde verzichtet. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den mindestens in die Herstellungskosten einzubeziehenden Aufwendungen gemäß § 255 Abs. 2 Sätze 1 und 2 und Abs. 2 a HGB aktiviert und planmäßig linear und im Zugangsjahr zeitanteilig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer sowie bei Vorliegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Die Forschungskosten werden direkt im Aufwand erfasst. Der zum 1. Januar 2004 entstandene Geschäfts- oder Firmenwert aus der Verschmelzung der ehemaligen vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH (nunmehr Infront GmbH) in Höhe von 16.705.200,34 € wird aufgrund der langfristigen Nutzung der erworbenen technischen Verfahren über die geschätzte Nutzungsdauer von 30 Jahren abgeschrieben, da wir von dieser langfristigen Nutzung des Geschäfts- oder Firmenwerts ausgehen. Darüber hinaus entspricht auch die erwartete Kundenbindungsdauer für diese Technologie diesem Zeitraum. In 2009 wurde der Teilbereich Technology der ehemaligen vwd NetSolutions GmbH mit einem Geschäfts- und Firmenwert von 3.427.613,85 € auf die Infront GmbH übertragen. Der Teilbereich Technology zeichnet sich insbesondere durch die von ihm betriebene IT-Plattform für Webportale aus, welche als Basistechnologie künftigen Plattformerweiterungen als Aufsatzpunkt dient. Innovationen und der Einsatz von neuesten Technologien machen den Teilbereich Technology besonders wertvoll und wichtig für die Infront GmbH, da hier das Know How in der Online Vermarktung von Internet Portalen sowie Micro Payment Kenntnisse in einer langlebigen Architektur gebündelt sind. Aufgrund der Werthaltigkeit des Teilbereichs Technology und der vollständigen Integration in die Infront GmbH wird für diesen Geschäfts- oder Firmenwert von einer Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgegangen. Im Geschäftsjahr ergeben sich wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Die im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten oder gemäß § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB zum niedrigeren beizulegenden Wert bei dauernder Wertminderung ausgewiesen. Das Wahlrecht für Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei voraussichtlich nur vorübergehender Wertminderung nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wird nicht in Anspruch genommen. Zuschreibungen werden vorgenommen, soweit die Gründe für eine zuvor vorgenommene Abschreibung dauerhaft nicht mehr bestehen. Ausleihungen an verbundene Unternehmen und sonstige Ausleihungen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Ansprüche gegen Lebensversicherungsgesellschaften, die der Absicherung der den Mitarbeitern gewährten Pensionszusagen dienen und nicht mit diesen saldiert werden, werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die dem steuerlichen Aktivwert entsprechen, angesetzt. Rückdeckungsversicherungsansprüche, die zur Absicherung von Pensionsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für eine Saldierung mit den entsprechenden Verpflichtungen erfüllen, werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten zum Bilanzstichtag bewertet und saldiert. 2. Umlaufvermögen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Es sind ausreichend Einzelwertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen und Pauschalwertberichtigungen zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos gebildet. Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Anschaffungskosten bilanziert. 3. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. 4. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden ermittelt (Temporary Konzept). Der für die Bewertung herangezogene Steuersatz beträgt 31,75 Prozent und umfasst die voraussichtliche Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag zum Zeitpunkt der Umkehr der unterschiedlichen Wertansätze. Der in 2015 abgeschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags ("BGAV") mit der vwd Group GmbH wurde aufgrund der Verschmelzung der vwd Group GmbH in die Alleingesellschafterin vwd Holding GmbH zum 31. Dezember 2021 aufgelöst. Die Infront GmbH ist seitdem Organträgerin der ertragsteuerlichen Organschaft. 5. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. 6. Rückstellungen und Verbindlichkeiten Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt nach den anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens. Für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen sind die folgenden Rechnungsgrundlagen bzw. -annahmen verwendet worden:
Bei dem zugrunde gelegten Rechnungszinsfuß von 1,82 Prozent (Vorjahr: 1,78 Prozent) handelt es sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Für die Bewertung der Altersteilzeitrückstellungen wurde als Berechnungsgrundlage der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,74 Prozent (Vorjahr: 1,44 Prozent) verwendet, da die Änderungen durch das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienrichtlinie für die Ermittlung der Altersteilzeitrückstellung nicht angewendet werden darf. Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bzw. in Höhe der unter Berücksichtigung der erwarteten Vollkosten ermittelten Verpflichtungsüberschüsse passiviert. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank gemäß Rückstellungsverordnung monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen und sonstige Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Erhaltene Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt. 7. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält Einnahmen, die Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. 8. Fremdwährungsumrechnung Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassakurs am Abschlussstichtag umgerechnet, sofern ihre Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt. Fremdwährungsforderungen, deren Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, werden jeweils zum Kurs des Transaktionstags oder mit dem niedrigeren Kurs zum Bilanzstichtag bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten, deren Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, werden jeweils zum Kurs des Transaktionstags oder zum höheren Kurs am Bilanzstichtag bewertet. III. Bilanzerläuterungen 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt. Im Geschäftsjahr 2023 sind Aufwendungen für Entwicklungen in Höhe von 1.946 T€ (Vorjahr 2.998 T€) angefallen, die vollständig unter Inanspruchnahme des Wahlrechts gemäß § 248 Abs. 2 HGB als selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert werden. Forschungskosten sind nicht angefallen. Von den in der Bilanz ausgewiesenen Ausleihungen an verbundene Unternehmen entfallen 10.000 T€ (Vorjahr 10.000 T€) auf die Alleingesellschafterin vwd Holding GmbH. 2. Umlaufvermögen Wie im Vorjahr besteht kein Vorrat aus unfertigen Leistungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und betragen 1.451 T€ (Vorjahr 1.501 T€). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 9.717 T€ (Vorjahr 5.512 T€), sonstige Forderungen in Höhe von 6.610 T€ (Vorjahr 6.265 T€) und Forderungen aus konzerninterner Finanzierung in Höhe von 3.554 T€ (Vorjahr 2.860 T€), wovon 7.147 T€ (Vorjahr 6.335 T€) gegen die Alleingesellschafterin vwd Holding GmbH bestehen und insbesondere Forderungen aus Gewinnabführung und Zinsen aus Darlehen betreffen. Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr mit Ausnahme von Kautionen in Höhe von 30 T€ (Vorjahr: 30 T€) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. 3. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält analog dem Vorjahr im Wesentlichen Vorauszahlungen für Wartungs- und Lizenzaufwendungen zukünftiger Geschäftsjahre. 4. Aktive latente Steuern Das Ausweiswahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB wurde in Anspruch genommen und die sich ergebenden Steuerbe- und entlastungen wurden unverrechnet angesetzt. Für folgende Arten von Vermögensgegenständen und Schulden, bei denen zeitliche Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz vorlagen, wurden aktive latente Steuern gebildet. Diese haben sich wie folgt entwickelt:
Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte erstmalig der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge der Infront GmbH. Sowohl die körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 3.832 T€ als auch die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 2.680 T€ aus 2022 wurden vollständig im Geschäftsjahr genutzt. 5. Gezeichnetes Kapital Das Gezeichnete Kapital beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 25.753.577,00 € (Vorjahr 25.754 T€). Es ist eingeteilt in 25.754.577 Geschäftsanteile im rechnerischen Wert von je 1,00 €. Die Gesellschaft hält, wie bereits an den vergangenen Stichtagen, insgesamt 1.000 Stück eigene Anteile. Diese stellen einen Anteil in Höhe von 1.000,00 € am Stammkapital der Gesellschaft dar und werden rechnerisch vom gezeichneten Kapital abgezogen. Die Aktien resultieren aus einem Aktienrückkaufprogramm, das im Geschäftsjahr 2006 ausgelaufen ist. Sie wurden in den Geschäftsjahren 2000 bis 2003 zur Bedienung eines früheren Aktienoptionsprogramms erworben. 6. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB beträgt wie im Vorjahr 12.604 T€. 7. Gewinnrücklagen 7.1 Andere Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen betragen unverändert 250 T€. 8. Pensionsrückstellungen Die Rückstellungen für Pensionen betreffen Pensionsanwartschaften in Höhe von 3.887 T€ (Vorjahr 3.840 T€), wovon 2.059 T€ (Vorjahr 1.944 T€) auf unverfallbare Ansprüche ausgeschiedener Mitarbeiter und 447 T€ (Vorjahr 467 T€) auf laufende Rentenverpflichtungen entfallen. Die Infront GmbH verfügt über Verpflichtungen, die durch zu saldierendes Deckungsvermögen (Rückdeckungsversicherungen) kompensiert werden sowie Verpflichtungen, die über nicht saldierungsfähige Rückdeckungsversicherungen abgesichert sind. Im Zuge der Verschmelzung mit der ehemaligen Market Maker Software AG zum 1.1.2011 wurde durch die Infront GmbH eine Alterszusage übernommen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert der zugehörigen Rückdeckungsversicherung bestimmt und die dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen ist. Die Bewertung des Rückdeckungsanspruchs erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB. Zum 31. Dezember 2023 betrug der beizulegende Zeitwert der Versicherung 171 T€ (Vorjahr 169 T€). Aufgrund des Saldierungsgebots des § 246 Abs.2 S.2 HGB wird der Anspruch aus der Rückdeckungsversicherung mit der kongruenten Pensionsverpflichtung verrechnet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung verrechneten Aufwendungen und Erträge betrugen 2 T€ (Vorjahr 3 T€). Die Verpflichtungen, die über nicht saldierungsfähige Rückdeckungsversicherungen abgesichert sind, fallen nicht unter § 253 Abs. 1 S. 3 HGB und werden auch nicht als Bewertungseinheit nach § 254 HGB bilanziert. Die aktivierten Ansprüche werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach § 253 Abs. 1 S. 1 HGB in Höhe von 602 T€ (Vorjahr 604 T€) und die Verpflichtung mit ihrem Erfüllungsbetrag in Höhe von 901 T€ (Vorjahr 917 T€) zum 31. Dezember 2023 bilanziert. Im Geschäftsjahr ergibt sich eine Unterdeckung in Höhe von 299 T€ (Vorjahr: Unterdeckung in Höhe von 313 T€).
Der verrechnete beizulegende Zeitwert in Höhe von 171 T€ entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten des Deckungsvermögens. 10. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen Personalrückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Urlaubsrückstellungen in Höhe von 431 T€ (Vorjahr 377 T€), Abfindungen in Höhe von 268 T€ (Vorjahr 936 T€) und Jubiläumsrückstellungen in Höhe von 119 T€ (Vorjahr 135 T€) enthalten. Zur Sicherung von Wertguthaben, das die Treugeber im Rahmen ihrer Teilnahme an dem Blockmodell Altersteilzeit erwerben oder erworben haben, einschließlich der Arbeitgeberanteile an den abzuführenden Sozialversicherungsbeträgen, wurden Wertpapiere des Umlaufvermögens verpfändet und somit dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen. Die Schulden sind mit den korrespondierenden Vermögensgegenständen sowie die entsprechenden Aufwendungen und Erträge zu verrechnen. Der Zeitwert der Wertpapiere wurde anhand des Kurswerts der Fondsanteile zum Bilanzstichtag ermittelt. Die fortgeführten Anschaffungskosten der verrechneten zweckexklusiven Vermögenswerte betragen 283 T€, der Zeitwert der Vermögenswerte beläuft sich auf 283 T€ und der Erfüllungsbetrag der Schulden beträgt 59 T€. Es ergibt sich ein aktivischer Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von 224 T€. Die Aufwendungen aus der Abzinsung der Altersteilzeitverpflichtungen betrugen 1 T€. Es resultieren - wie im Vorjahr - keine Zinserträge aus dem Deckungsvermögen. Daraus ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Verrechnung ein Zinsaufwand von 1 T€. Darüber hinaus wird der reguläre Zuführungsbetrag zu den Altersteilzeitrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen. 11. Verbindlichkeiten In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind solche aus Lieferungen und Leistungen von 8,0 Mio. € (Vorjahr 6,1 Mio. €) sowie Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Tochterunternehmen in Höhe von 4,7 Mio. € (Vorjahr 3,7 Mio. €) und Cash-Pool-Verbindlichkeiten gegenüber Tochterunternehmen in Höhe von 4,7 Mio. € (Vorjahr 4,8 Mio. €) enthalten. Gegenüber der Alleingesellschafterin vwd Holding GmbH bestehen Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung in Höhe von 4,3 Mio. € (Vorjahr 7,7 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten aus der steuerlichen Organschaft in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €). In den sonstigen Verbindlichkeiten sind kreditorische Debitoren in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €) enthalten. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren bestanden zum Stichtag keine. 12. Passive Rechnungsabgrenzungsposten Ausgewiesen sind im Wesentlichen Rechnungen für Jahresabonnements, die vom Kalenderjahr abweichende Bezugszeiträumen aufweisen. 13. Passive latente Steuern Zum Zeitpunkt der Verschmelzung der ehemaligen Beteiligung Market Maker auf die Infront GmbH im Geschäftsjahr 2011 wurden passive latente Steuern auf die immateriellen Vermögensgegenstände sowie die Beteiligung Lenz und Partner gebildet, da diese gemäß der Zeitwertmethode bewertet wurden. Zum 31. Dezember 2023 betragen diese passiven latenten Steuern 0 T€. Der Steuersatz für die Ermittlung der passiven latenten Steuern beträgt 31,75 Prozent.
IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse aus den Geschäftsbereichen verteilen sich wie folgt:
Die aus Mieterträgen und Konzernumlage bestehenden Umsatzerlöse in Höhe von 100 T€ (Vorjahr 100 T€) wurden nicht auf die Suiten verteilt. 2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten und Konzernumlage mit insgesamt 6.672 T€ (Vorjahr zusammen 6.923 T€) an die Konzerngesellschaften sowie Erträge aus der Auflösung von Vorjahresrückstellungen in Höhe von 865 T€ (Vorjahr 1.013 T€). 3. Abschreibungen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Die Abschreibungen betreffen die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen, die sich in 2023 auf insgesamt 2.489 T€ (Vorjahr 2.500 T€) beliefen. Die Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert betrugen 300 T€ (Vorjahr 300 T€). Zu Einzelheiten verweisen wir auf den Anlagenspiegel. 4. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen In folgenden Posten sind Erträge und Aufwendungen enthalten, die einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnen sind:
Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen periodenfremden Erträge entfallen mit 865 T€ (Vorjahr 1.013 T€) auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. 5. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Im Geschäftsjahr 2023 werden Aufwendungen in Höhe von 3.302 T€ (Vorjahr: Erträge 419 T€) ausgewiesen, wovon 2.158 T€ (Vorjahr: Erträge 544 T€) auf die oben dargestellte Veränderung von aktiven und passiven latenten Steuern entfallen. 6. Ausschüttungssperre Aufgrund der Aktivierung von selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen besteht grundsätzlich eine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von 7.269 T€ nach Berücksichtigung von passiven latenten Steuern. Da die aktiven latenten Steuern die verbleibenden passiven latenten Steuern übersteigen, besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von 532 T€ auf die aktiven latenten Steuern. Der Gesamtbetrag der Beträge nach § 268 Abs. 8 HGB beträgt 7.801 T€. Die frei verfügbaren Rücklagen übersteigen diese Beträge allerdings, sodass sich für künfitge Geschäftsjahre keine Aussschüttungsperre für das Jahresergebnis ergibt. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB zum Erfüllungsbetrag, der mit dem 7-Jahresdurchschnitt des Marktzinssatzes ermittelt wurde, beträgt 26 T€ (Vorjahr 123 T€) und unterliegt einer Auschüttungssperre, jedoch nicht einer Abführungssperre nach § 301 AktG. V. Sonstige Angaben 1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Gesellschaft ist als Sicherungsgeber für eine vorrangig besicherte 5-Jahres-Anleihe über 130 Mio. EUR eingetreten und hat sämtliche Forderungen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen verpfändet. Es besteht das Risiko einer Inanspruchnahme aus diesem Haftungsverhältnis, da die Infront AS alleine nicht über ein ausreichendes Schuldendeckungspotenzial verfügt. Wir gehen jedoch gegenwärtig davon aus, dass es zu keiner Inanspruchnahme aus dem Haftungsverhältnis kommt, da die Infront AS die Zahlung der Zinsen über die fünfjährige Laufzeit der Anleihe aus dem laufenden Cashflow der Unternehmensgruppe bedienen kann und aus heutiger Sicht von einer Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Anleihe ausgegangen werden kann. Die Infront GmbH hat für Kopiergeräte, PKWs und Hardware Leasingverträge abgeschlossen. Mietverlängerungs- oder Kaufoptionen bestehen hier nicht. Der Abschluss von Leasingverträgen dient der Verringerung der Kapitalbindung, dafür wurden in den Leasingzahlungen enthaltene Zinsaufwendungen akzeptiert, Risiken aus Einmalzahlungen wurden bei Vertragsschluss als geringfügig eingeschätzt. Die Leasingdauer und der Gesamtbetrag in Höhe von 708 T€ (Vorjahr 239 T€) ist aus der unten anstehenden Tabelle ersichtlich. Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen:
Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betrifft die für die Betriebstätigkeit der Infront GmbH in Frankfurt sowie der einzelnen Niederlassungen aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen abgeschlossenen Verträge. Der Vorteil der Miet- und Leasingverträge gegenüber einem Kauf liegt in der Schonung der Liquidität bei dennoch gleichbleibenden Nutzungsmöglichkeiten während der Vertragslaufzeit. Das Risiko besteht in der auf die Vertragslaufzeit begrenzten Nutzungsmöglichkeit. 2. Organe Geschäftsführung Udo Kersting, Geschäftsführer der Infront GmbH, CSO (Chief Sales Officer) der Infront Gruppe 3. Angaben gemäß § 285 Nr. 9 a und b HGB Im Berichtsjahr wurden an ehemalige Geschäftsführer bzw. an deren Angehörige von Vorgängergesellschaften der Infront GmbH keine Versorgungsleistungen (Vorjahr 0 T€) ausgezahlt. Für ehemalige Geschäftsführer sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 562 T€ (Vorjahr 565 T€) gebildet. 4. Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB Die folgende Aufstellung enthält Zahlen jeweils für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023:
5. Aufgliederung der Arbeitnehmerzahl nach Gruppen Die folgende Aufstellung zeigt die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter nach Gruppen (ohne Eltern in Elternzeit):
6. Gewinnverwendung Die Infront GmbH schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3.963 T€ ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss vollständig auf neue Rechnung vorzutragen. 7 Konzernverhältnis Die Anteile der Gesellschaft sind zu 100 Prozent im Besitz der vwd Holding GmbH, Frankfurt am Main. Der Konzernabschluss, der den kleinsten Konsolidierungskreis beinhaltet, wird von der Infront AS (entity/tax code 979806787), Oslo, Norwegen, aufgestellt und an der Osloer Börse und auf der Website der Gesellschaft (infrontfinance.com) veröffentlicht Der Konzernabschluss, der den größten Konsolidierungskreis beinhaltet, wird von der Dash TopCo AS (entity/tax code 926109820), Oslo, Norwegen, aufgestellt und im Handelsregister in Norwegen (Enhetsregisteret, Teil des Brønnøysundregisteret) veröffentlicht. 7. Honorare Wirtschaftsprüfer Für die Abschlussprüfungsleistung der Infront Financial Technology GmbH wurde ein Honorar von 79 T€ vereinbart. Weitere Leistungen wurden nicht erbracht. 8. Ereignisse nach dem Abschlusstichtag Es ergaben sich keine berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Frankfurt am Main, den 9. Oktober 2024 Infront Financial Technology GmbH Geschäftsführung Udo Kersting, Geschäftsführer Anlagespiegel 2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Infront Financial Technology GmbH, Frankfurt am Main Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Infront Financial Technology GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Infront Financial Technology GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 9. Oktober 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Daniel Spengemann, Wirtschaftsprüfer ppa. Samuel Artzt, Wirtschaftsprüfer |
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