LHP Consulting GmbH
Same addressActivities of real estate agencies relating to residential real estate
Basic information of the organization
Indicators extracted from public financial statements
Changes published in the official company registry
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Thomas Arnold Woelk since 8/1/2025 | Procura |
Jörg Buchheim since 4/14/2025 | Board Member |
Johann Felix Stohner since 1/16/2025 | Board Member |
Joerg Bremer since 11/11/2024 | Board Member |
Andreas Sebastian Zaha since 7/18/2024 | Procura |
Jan Henning Mehlfeldt since 11/15/2022 | Board Member |
Yanni von Roy-Jiang since 10/4/2022 | Board Member |
Marcel Bartling since 5/19/2022 | Board Member |
Hendrik Dr. Höhfeld since 10/6/2014 | Procura |
Norbert Mayer since 9/28/2012 | Procura |
Companies in which this organization holds a direct stake
| Name | Ownership |
|---|---|
| No data available | |
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Official financial statements and annual reports
Webasto SEGautingJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für 2023
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023A. ALLGEMEINE ANGABEN Der Jahresabschluss bezieht sich auf die Webasto SE mit Sitz in Stockdorf, Gemeinde Gauting, eingetragen im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 199587. Bei der Bilanzierung und Bewertung wurden die Vorschriften des HGB sowie des AktG beachtet. Der Abschluss ist in TEUR aufgestellt. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung ist aufgrund der Holdingfunktion der Gesellschaft unter Inanspruchnahme von § 265 Abs. 6 HGB angepasst. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB). Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE, WÄHRUNGSUMRECHNUNG 1. Immaterielle Vermögensgegenstände Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit sie gegen Entgelt erworben wurden, zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum ihrer Nutzung, der zwischen drei und zehn Jahren liegt, linear pro rata temporis planmäßig abgeschrieben. Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurde kein Gebrauch gemacht. 2. Sachanlagevermögen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer, die zwischen drei und zwölf Jahren liegt, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt und erfolgen linear pro rata temporis. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Liegen die Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000, wird ein Sammelposten gebildet und im Geschäftsjahr der Bildung und den folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst. Sofern der beizulegende Wert von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen zum Bilanzstichtag aufgrund einer dauernden Wertminderung unter dem Buchwert liegt, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. 3. Finanzanlagen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Eine außerplanmäßige Abschreibung wird dann vorgenommen, wenn eine dauerhafte Wertminderung vorliegt. 4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Unter dem Posten Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen gegen Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses der Webasto SE vorliegen. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von diesen Vermögensgegenständen zugeordneten Schulden aus Pensionen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und sind in Höhe von TEUR 9.942 (Vorjahr: TEUR 11.936) mit diesen Schulden verrechnet worden. 5. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt. 6. Rechnungsabgrenzungsposten Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden in Höhe der zukünftigen Aufwendungen angesetzt. Auf der Aktivseite enthalten Rechnungsabgrenzungsposten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 7. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden anhand der Anwartschaftsbarwertmethode ermittelt. Zugrunde gelegt werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen gemäß den Richttafeln von Heubeck aus dem Jahr 2018. Gem. § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB und der damit verbundenen Ausschüttungssperre gem. § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB wurden die Pensionsverpflichtungen jeweils mit einem Zins auf Basis eines 10-jährigen Durchschnittszeitraums (1,83 %) und auf Basis eines 7-jährigen Durchschnittszeitraums (1,75 %) errechnet. Die mit 1,83 % (Vorjahr: 1,78 %) ermittelten Verpflichtungen wurden bilanziert, die mit 1,75 % (Vorjahr: 1,44 %) errechneten Pensionsverpflichtungen dienen der Ermittlung des ausschüttungsgesperrten Betrags. Bezüglich der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen wurde ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von TEUR 181 (Vorjahr: TEUR 885) ermittelt. Der Rententrend wurde mit 2,40 % (Vj. 2,40 %) und der Gehaltstrend mit 3,50 % (Vj. 3,70%) angesetzt. In Bezug auf die bei der Bewertung berücksichtigen Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden branchenübliche Standardwerte verwendet, da für den vorhandenen Bestand keine eigenständigen statistischen Auswertungen vorliegen. 8. Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen Die Steuerrückstellungen werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Die langfristigen Rückstellungen werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssatz entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. 9. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Unter dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen ausgewiesen, für die die Voraussetzungen der Vollkonsolidierung im Rahmen des Konzernabschlusses der Webasto SE vorliegen. Hierzu zählen auch die erhaltenen Anzahlungen gem. § 268 Abs. 5 Satz 2. 10. Latente Steuern Insbesondere aus steuerlichen Verlustvorträgen aus Vorjahren sowie aus Bewertungsunterschieden bei Deferred Compensation, Rückstellungen für Pensionen und drohende Verluste resultieren aktive Steuerlatenzen. Passive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Verbindlichkeiten. Insgesamt werden die passiven latenten Steuern von den aktiven latenten Steuern kompensiert. Vom Wahlrecht zum Ansatz des Überhangs der aktiven latenten Steuern gem. § 274 Abs. 1 HGB wurde nicht Gebrauch gemacht. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte mit einem Steuersatz von 28,1 % (Vorjahr: 28,2 %). 11. Fremdwährungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr am Abschlussstichtag werden mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet (§ 256 a HGB), wobei allerdings das Realisations- und Imparitätsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Nr. 1 HGB) zu beachten ist. Bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne die genannten Einschränkungen. C. ERLÄUTERUNG ZUM JAHRESABSCHLUSS I. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 1. Anlagevermögen Zur Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 verweisen wir auf Anlage 1 zu diesem Anhang. 2. Anteile an verbundenen Unternehmen Zur Zusammensetzung der Anteile an verbundenen Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 1 und 2 HGB verweisen wir auf die gesonderte Aufstellung des Anteilsbesitzes in Anlage 2 zu diesem Anhang. Mit der Webasto Roof & Components SE, Webasto Thermo & Comfort SE, Webasto Mechatronics GmbH sowie der Webasto Dritte Holding GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge. 3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen Bei diesen Darlehen in Höhe von TEUR 534.090 (Vorjahr: TEUR 605.680) handelt es sich um Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. 4. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 909.674 (Vorjahr: TEUR 647.739) beinhalten vor allem Finanzforderungen in Höhe von TEUR 908.238 (Vorjahr: TEUR 644.311) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.427 (Vorjahr: TEUR 3.428). 5. Grundkapital Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 38.047. Es ist eingeteilt in 38.046.530 Stück auf den Inhaber lautende nennwertlose Aktien mit einem rechnerischen Wert von Euro 1 je Stückaktie. 6. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert und beträgt TEUR 171. 7. Gesetzliche Rücklage Die Gesetzliche Rücklage hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert und beträgt TEUR 3.805 (Vorjahr: TEUR 3.805). 8. Andere Gewinnrücklagen Lt. Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Webasto SE vom 30. März 2023 wurde der Jahresüberschuss von TEUR 48.672 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. 9. Bilanzgewinn Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:
10. Pensionsrückstellungen Für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 9.942 (Vorjahr: TEUR 11.936) hat gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB eine Verrechnung mit dem in gleicher Höhe bestehenden beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens (an die Begünstigten verpfändete Rückdeckungsversicherungen, bei denen der Zeitwert und die fortgeführten Anschaffungskosten übereinstimmen) stattgefunden. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde der Zinsaufwand aus der Pensionsverpflichtung in Höhe von TEUR 1.056 (Vorjahr: TEUR 584) mit der in gleicher Höhe bestehenden Wertänderung des Deckungsvermögens saldiert. 11. Steuerrückstellungen Zum 31.12.2023 bestehen keine Steuerrückstellungen (Vorjahr: TEUR 3.372). 12. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Beträge für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 5.090 (Vorjahr: TEUR 14.887) und Rückstellungen für Tantiemen in Höhe von TEUR 2.559 (Vorjahr: TEUR 4.066). 13. Derivative Finanzinstrumente Das Nominalvolumen der bestehenden derivativen Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) beläuft sich auf TEUR 777.858 (Vorjahr: TEUR 770.273), welches mit TEUR 578.605 eine Fälligkeit im Jahr 2024 und mit TEUR 199.253 im Jahr 2025 aufweist. Das Nominalvolumen entspricht den Kontraktwerten der einzelnen derivativen Finanzinstrumente, die - unabhängig von der Art der abgeschlossenen Position (Kauf oder Verkauf) - jeweils unsaldiert ausgewiesen werden (Brutto-Nominalvolumen). Anhand der Mark-to-Market (MtM) Bewertung ergeben sich positive Zeitwerte in Höhe von TEUR 16.302 (Vorjahr: TEUR 13.420) und negative Marktwerte in Höhe von TEUR 5.090 (Vorjahr: TEUR 14.887). Ergibt sich aus der Bewertung ein negativer Marktwert, wird dieser unter den sonstigen Rückstellungen als Drohverlustrückstellung erfasst. Positive Marktwerte werden nicht bilanziert. 14. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhen sich auf TEUR 969.300 (Vorjahr: TEUR 595.059). Der Anstieg ist im Wesentlichen durch die Aufnahme von Bankdarlehen in Höhe von TEUR 424.740 sowie der gegenläufigen Rückführung auf Teile des Schuldscheindarlehens in Höhe von TEUR 50.500 begründet. Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellt sich wie folgt dar: < 1 Jahr: TEUR 911.800 (Vorjahr: TEUR 51.559) > 1 Jahr: TEUR 57.500 (Vorjahr: TEUR 543.500) > 5 Jahre TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) Für den größten Teil der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen sog. Covenants. Demzufolge haben die Kreditgeber das Recht, die Kredite sofort fällig zu stellen, wenn bestimmte Kennzahlen bzw. Anforderungen (d.h. Verschuldungsgrad definiert als Netto-Finanzschulden / EBITDA und Eigenkapitalquote) innerhalb der Laufzeit zum jeweiligen Quartalsende nicht eingehalten werden. Da die Covenants zum 31.12.2023 nicht eingehalten wurden, wurden TEUR 780.800 die zunächst als langfristig eingestuft waren, als kurzfristig umqualifiziert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 445.231 (Vorjahr: TEUR 529.699) beinhalten Finanzverbindlichkeiten von TEUR 444.614 (Vorjahr: TEUR 529.501) und kreditorische Debitoren von TEUR 146 (Vorjahr: TEUR 0) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 471 (Vorjahr: TEUR 191). Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr insgesamt eine Laufzeit von unter einem Jahr. Von den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 22.522 (Vorjahr: TEUR 6.493) haben TEUR 8.522 (Vorjahr: TEUR 493) eine Laufzeit von bis zu einem Jahr und TEUR 14.000 (Vorjahr: TEUR 6.000) über einem Jahr und unter 5 Jahren. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 22.522 (Vorjahr: TEUR 6.492) beinhalten langfristige Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 10.000 mit einer Laufzeit bis September 2027. 15. Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse geht die Webasto SE grundsätzlich nur im Zusammenhang mit ihrer eigenen oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen und nur nach sorgfältiger Risikoabwägung ein. Die Risikosituation der eingegangenen Haftungsverhältnisse wird kontinuierlich evaluiert. Unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die Webasto SE derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können mit der Folge, dass die Webasto SE bei allen aufgeführten Haftungsverhältnissen das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich einschätzt. 16. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gem. § 285 Nr. 3a HGB betragen TEUR 337 (Vorjahr: TEUR 332). Diese bestehen ausschließlich gegenüber Dritten und umfassen im Wesentlichen die Kinderkrippe am Standort Stockdorf und Leasingverträge für PKW mit einer maximalen Laufzeit bis September 2026. II. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 118.520 (TEUR 211.057) beinhalten vor allem Kursgewinne in Höhe von TEUR 118.207 (Vorjahr: TEUR 197.639). In dem Posten sind Erträge aus der Auflösung von Drohverlustrückstellungen im Zusammenhang mit negativen Marktwerten aus Devisentermingeschäften i.H.v. TEUR 2.990 (i.Vj. TEUR 13.144) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 3.147 (Vorjahr: TEUR 13.349) enthalten, die neben den Erträgen aus Auflösung von Drohverlustrückstellungen im Wesentlichen die Auflösung von Personalrückstellungen betreffen. 3. Materialaufwand Die Materialaufwendungen enthalten Aufwendungen für bezogene Leistungen und betrugen TEUR 11.199 (Vorjahr: TEUR 7.713). 4. Personalaufwand Der Personalaufwand stieg unwesentlich und beträgt TEUR 20.276 (Vorjahr: TEUR 19.168). 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 198.281 (Vorjahr: TEUR 171.382) beinhalten im Wesentlichen Kursverluste in Höhe von TEUR 118.753 (Vorjahr: TEUR 165.048), die Abschreibung einer Finanzforderung gegenüber eines verbundenen Unternehmens in Höhe von TEUR 70.000 (Vorjahr: TEUR 0), Kosten für Rechts- und Beratungsaufwand in Höhe von TEUR 10.514 (Vorjahr: TEUR 6.657) sowie eine Zuführung zu Drohverlustrückstellung von TEUR 5.090 im Zusammenhang mit negativen Marktwerten aus Devisentermingeschäften (Vorjahr: TEUR 14.887). D. SONSTIGE ANGABEN 1. Mitarbeiterzahl Die Mitarbeiterzahl hat sich im Jahresdurchschnitt wie folgt dargestellt:
2. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Die folgende Übersicht zeigt die Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, wobei nur Geschäfte mit und zwischen mittel- oder unmittelbar nicht in hundertprozentigem Anteilsbesitz stehenden und in einen Konzernabschluss einbezogene Unternehmen angegeben werden:
3. Mitglieder des Vorstands Mitglieder des Vorstands waren im Geschäftsjahr 2023:
Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge betragen für den Vorstand TEUR 1.535 (Vorjahr: TEUR 2.341). Die Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstandes belaufen sich auf TEUR 494 (Vorjahr: TEUR 151). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands gem. § 285 Nr. 9 b HGB betragen TEUR 2.061 (Vorjahr: TEUR 2.081). Für Vorstände bestehen Pensionsverpflichtungen, die in voller Höhe durch Planvermögen gedeckt sind. 4. Mitglieder des Aufsichtsrats Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2023:
Die Bezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 596 (Vorjahr: TEUR 447). 5. Konzernabschluss Die Webasto SE, Stockdorf, stellt zum 31. Dezember 2023 einen befreienden IFRS-Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 auf. Diese werden beim Betreiber des Unternehmensregisters eingereicht und im Unternehmensregister bekannt gemacht. 6. Abschlussprüferhonorar Die Angabe des Abschlussprüferhonorars erfolgt mit befreiender Wirkung im IFRS-Konzernabschluss der Webasto SE zum 31. Dezember 2023. 7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds und der daraus folgenden Implikationen für Webasto, die zum 31. Dezember 2023 zu Covenant-Brüchen in Bezug auf Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad auf Basis der Zahlen des Konzernabschlusses führten, wurden mit den kreditführenden Banken bereits vor dem Bilanzstichtag Verhandlungen aufgenommen und am 28. Juni 2024 zum Abschluss gebracht. Die zuvor bestehenden Covenants wurden bis 30. Juni 2024 ausgesetzt. Als Ergebnis der Bankenverhandlungen wurde für alle bestehenden Kredite ein neues Term Sheet vereinbart, das alle neuen Covenants für Webasto enthält und vom Vertreter aller beteiligten Banken bestätigt wurde. Aufschiebende Bedingung für den Bürgschaftskredit, aber mit sehr begrenztem Risiko, ist die Zustimmung der Bürgen, d.h. der Länder Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die behördlichen Genehmigungen stehen unter dem Vorbehalt dieser Zustimmung. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Bürgen nicht zu einer positiven Entscheidung kommen, würden die Bankverhandlungen fortgesetzt. Aufgrund der Anpassung bestehender Kreditvereinbarungen geht der Vorstand davon aus, dass das Risiko einer Verletzung der angepassten Kreditverträge mit neu festgelegten Covenants gering ist und hierdurch eine langfristige Finanzierung gewährleistet ist. Am 7. Februar 2024 wurde eine Kaufvereinbarung mit einem US-amerikanischen Investor über den Mehrheitserwerb des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches unterzeichnet. Der Eigentumsübergang erfolgte am 29. März 2024. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2023 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Webasto SE erwartet werden.
Stockdorf, den 17. Juli 2024 Webasto
SE
Dr. Holger Engelmann Arne Kolfenbach Marcel Bartling Yanni von Roy-Jiang Jan-Henning Mehlfeldt ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2023
AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31. DEZEMBER 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 20231 GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS 1.1 ALLGEMEINES 1.2 GESCHÄFTSBEREICHE 1.3 SCHLÜSSELFAKTOREN UNSERES ERFOLGS 1.4 NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN 1.5 NACHHALTIGKEIT, CORPORATE GOVERNANCE UND COMPLIANCE 2 WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE LAGE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN 2.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2.3 VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE 2.4 GESAMTAUSSAGE 3 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 3.1 INTERNES KONTROLLSYSTEM BEZOGEN AUF DIE RECHNUNGSLEGUNG 3.2 RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM 3.3 ERLÄUTERUNG WESENTLICHER RISIKEN 3.3.1 Branchenrisiken 3.3.2 Betriebsrisiken 3.3.3 Rechts- und Kompensationsrisiken 3.3.4 Finanzielle Risiken 3.4 STRATEGISCHE RISIKEN 3.5 CHANCEN 3.6 GESAMTBEURTEILUNG DER RISIKO- UND CHANCENSITUATION DER GRUPPE 4 AUSBLICK 4.1 ENTWICKLUNG IN WIRTSCHAFT UND BRANCHE 4.2 AUSBLICK WEBASTO GRUPPE 5 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG 1 Geschäftsmodell des Konzerns 1.1 Allgemeines Die Webasto Gruppe (im Folgenden "Webasto" oder "Gruppe" bezeichnet) ist ein global agierender Systempartner der Mobilitätsindustrie und zählt zu den 100 umsatzstärksten Automobilzulieferern der Branche. Seit der Gründung 1901 ist das Unternehmen bis heute durchgängig in Familienbesitz. Der Hauptsitz der Webasto SE befindet sich in Stockdorf bei München. Sie nimmt die Aufgaben einer Holding wahr. Hierzu zählen die Bereitstellung von Dienstleistungen und Finanzierungen für die verbundenen Unternehmen sowie die kontinuierliche strategische Weiterentwicklung der gesamten Gruppe. Da sich das Geschäft der Webasto SE im Wesentlichen mit dem des Konzerns deckt, wird im Lagebericht vorrangig auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns eingegangen. Mit rund 17.000 Mitarbeitenden an über 50 Standorten, davon rund 40 Produktionsstandorten, ist Webasto weltweit auf allen wichtigen Automobilmärkten vertreten. Zum Kundenkreis des Unternehmens zählen Hersteller von Personenkraftwagen, kleinen bis schweren Nutzfahrzeugen und Booten sowie Handelsbetriebe und Endkunden. Ziel von Webasto ist es, mit intelligenten Produkten und ergänzenden Services wesentlich zu einer klimafreundlicheren und angenehmeren individuellen Mobilität beizutragen. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von Autodächern sowie auf Produkte rund um die Elektrifizierung von Fahrzeugen. Das Angebot an Dächern umfasst Lösungen mit öffenbaren oder feststehenden Elementen aus verschiedenen Materialien wie Glas und Textil sowie Systeme mit integrierter Sensorik für das autonome Fahren. Beispiele für ergänzende Features sind dynamische Lichtszenarien, schaltbare Verglasung, Solarzellen oder Entertainment-Funktionen. Zur Elektrifizierung von Fahrzeugen trägt Webasto mit Batteriepacks, elektrischen Heizern und Thermomanagement- Lösungen bei. Verschiedene globale und regionale Entwicklungen haben das Geschäftsjahr 2023 von Webasto stark beeinflusst. Dazu zählten neben dem anhaltenden Krieg in der Ukraine die Veränderungen auf dem chinesischen Markt, massive Gewerkschaftsstreiks in der Automobilindustrie der USA, anhaltend starke Kostenentwicklungen sowie Materialengpässe entlang der gesamten Lieferkette. 1.2 Geschäftsbereiche Sein Geschäft bündelt Webasto in drei global tätigen Geschäftsbereichen, die funktions- und regionsübergreifend sehr eng im Rahmen einer Matrixorganisation zusammenarbeiten:
Roof & Components Der Geschäftsbereich Roof & Components umfasst die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von öffenbaren und feststehenden Dachsystemen, sowie von Lösungen für das automatisierte und autonome Fahren. Webasto stellt Automobilherstellern weltweit seit Jahrzehnten ein breites Portfolio an Dachsystemen für Fahrzeuge jeder Größe, jeder Baureihe und jedes Modells zur Verfügung. Das Produktspektrum reicht von klassischen Schiebedächern über großflächige Panoramadächer mit innovativen Zusatzfunktionen bis hin zu Cabriodächern als Softtops, Retractable Hard Tops oder Hybriddächern. Trotz äußerst herausfordernder Rahmenbedingungen der Mobilitätsbranche insgesamt, die 2023 bei den Fahrzeugherstellern zu Einschränkungen in der Produktion und damit zu Schwankungen bei den Abrufen von Produkten bei Webasto führten, konnte das Unternehmen den Umsatz im Bereich Roof & Components im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern. Im Jahr zuvor hatte die Gruppe wegen der gestiegenen Nachfrage nach Dachsystemen ihre Kapazitäten vor allem in Asien erweitert. So wurde beispielsweise im Frühjahr 2023 in Indien ein zweites Werk in Chennai eröffnet, ein drittes ist in Planung. Der Markttrend geht zur verstärkten Integration von Technologie ins Dachsystem. Dazu zählen schaltbare Verglasung, ambiente Beleuchtung und Solarpanels zur Stromgewinnung sowie Sicherheits- und Unterhaltungsfunktionalitäten, die Webasto seinen Kunden zur Verfügung stellt. Seit einigen Jahren bietet das Unternehmen zudem Dachsysteme mit integrierten Sensoren für das autonome Fahren an. Um seine Kompetenzen und seine Fertigungstiefe in Richtung feststehende Dächer und Hightech-Glas zu erweitern, hat Webasto 2022 den Luxemburger Glasspezialisten Carlex Glass Luxembourg S.A. ("Global Glass") übernommen. Am Standort Grevenmacher (Luxemburg) investiert der Automobilhersteller derzeit in die Modernisierung seiner Produktion. Eine neue Fertigungslinie für große Panoramadächer soll Mitte 2024 fertiggestellt sein. Auf der IAA Mobility 2023 in München zeigte Webasto das Dach als große Innovationsfläche: ein schnell und leicht versenkbares Glasdach in einem Elektro-Cabrio, Licht- und Farbszenarien im Innenraum sowie das größte öffenbare Solardach der Welt. Zudem präsentierte die Gruppe den Prototypen eines Roof-Sensor-Moduls, das insgesamt 14 Kamera- und Lidar-Sensoren sowie Funktionen zur Sensorverfügbarkeit kombiniert und in ein öffenbares Panoramadach integrierbar ist. Energy & Components Der Geschäftsbereich Energy & Components entwickelt, produziert und vertreibt Batteriesysteme und Ladelösungen für Pkw und Nutzfahrzeuge sowie elektrische und kraftstoffbetriebene Heiz- und Kühlsysteme für verschiedene Fahrzeugtypen. Mit seinen leistungsstarken Hochvolt-Batterien adressiert Webasto Hersteller und Umrüster von elektrisch- und hybrid-betriebenen Pkw und Nutzfahrzeugen im On- und Off-Highway- Bereich. Auf Wunsch entwickelt und produziert die Gruppe Batterie-Komplettsysteme und bietet zudem ein modulares Standard-Batteriesystem für Nutzfahrzeuge an. Das Geschäft der Gruppe mit Batterien hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Seit 2020 läuft die Serienproduktion von Batteriesystemen in Schierling (Deutschland) und seit 2022 am Standort Jiaxing (China) sowie in Dangjin (Südkorea). Derzeit baut Webasto sein viertes Batterie-Werk in der Slowakei auf, das 2025 in Betrieb genommen wird. Bis 2027 plant Webasto zudem mehr als EUR 90 Mio. in den Ausbau seines Standorts Schierling zu investieren. Seit die Gruppe Batterien entwickelt, beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich Elektromobilität und Nachhaltigkeit konsequent zusammenbringen lassen. Auf der IAA Mobility 2023 zeigte Webasto erstmals eine "grüne Batterie". Das Modell ist nicht für den tatsächlichen Einsatz in Elektrofahrzeugen geeignet, zeigt aber den Anspruch des Unternehmens, mehr als bisher an nachhaltigen Alternativen für die Mobilität der Zukunft zu arbeiten. Das verwendete Holz steht für den Ansatz, das Batteriegehäuse aus nachhaltigen Rohstoffen zu fertigen. Die Wabenstruktur des Gehäuses kann dazu beitragen, Material und Gewicht einzusparen. Außerdem sind die einzelnen Ebenen innerhalb des Exponats nicht miteinander verklebt, sondern verschraubt, was den Recyclingprozess der Batterie im Anschluss an die Lebenszeit vereinfachen würde. Webasto hat sich in den vergangenen Jahren auch als Anbieter von Ladelösungen erfolgreich etabliert. Angesichts der notwendigen Konzentration auf das OE-Geschäft und der damit verbundenen Abwägung von Investitionen in die Weiterentwicklung seiner verschiedenen Produktbereiche hat Webasto 2022 die Entscheidung getroffen, einen Partner für sein Charging-Geschäft zu suchen. Wesentliche Gründe dafür sind eine sich abzeichnende Marktkonsolidierung einerseits und die stark von den anderen Geschäftsfeldern abweichende Vertriebsstrategie anderseits. Diese ist nötig, um die Wachstumspotenziale im Bereich elektrisches Laden erfolgreich zu heben. Am 7. Februar 2024 wurde die Kaufvereinbarung mit einem US-amerikanischen Investor über den Erwerb der Mehrheit am Produktbereich Ladelösungen unterzeichnet. Webasto bleibt als Minderheitsgesellschafter an der Sparte beteiligt. Webasto bietet neben Batterien auch Thermolösungen für die Elektromobilität an. Das Electrical Battery Thermomanagement (eBTM) ist ein Gerät zum effektiven Thermomanagement von Antriebsbatterien. Mit einer Heizleistung von bis zu zehn Kilowatt und einer Kühlleistung von bis zu acht Kilowatt gewährleistet es die Funktionsfähigkeit wassergekühlter Batteriepacks auch bei sehr warmen oder kalten Umgebungsbedingungen und verlängert die Lebensdauer (State of Health). Dank aktiver thermischer Vorkonditionierung der Batteriezelle während der Ladephasen wird die Ladedauer halbiert. Seit Jahren bietet Webasto zusätzlich elektrische Hochvoltheizer (HVH) für Hybrid- und Elektrokraftfahrzeuge an, die sowohl den Fahrerraum als auch die Batterien temperieren. 2023 präsentiert das Unternehmen auf verschieden Fachmessen seinen NextGeneration Coolant Heater. Das System basiert auf bewährten keramischen Heizlösungen, die in einem bauraumoptimierten Wärmeüberträger integriert sind. Dank eines Plattformkonzepts ist die Lösung für Fahrzeugarchitekturen mit 400 oder 800 Volt geeignet. Die Heizleistung ist von drei über sechs bis neun Kilowatt skalierbar. Customized Solutions Der Geschäftsbereich Customized Solutions stellt Endkunden, Händlern und Spezialfahrzeugherstellern individualisierte Lösungen und Services rund um das Thermomanagement und die Elektromobilität zur Verfügung. Dabei kombinierte Webasto unter anderem 2023 mit dem electrical Thermal Management (eTM) erstmals eine Reihe von Einzelkomponenten zu einem System aus elektrischer Heiz- und Kältetechnik, die das Thermomanagement für die Antriebsbatterien und die Temperatur im Innenraum von Bussen regelt. Basis des Systems ist eine Wärmepumpe, im Zusammenspiel mit Wärmetauschern, Hochvoltheizern, Fußbodenheizungen und elektrischen Aufdachklimageräten. 1.3 Schlüsselfaktoren unseres Erfolgs Unternehmensstrategie Seit Jahrzehnten ist Webasto eine feste Größe im Markt mit Dach- und Heizsystemen. 2016 traf das Unternehmen die Entscheidung, nicht nur sein Kerngeschäft weiter auszubauen, sondern sich darüber hinaus Wachstumschancen im Bereich Elektromobilität zu erschließen. Mit seinem ergänzten Produktangebot hat sich Webasto in den Folgejahren rasch auch in diesem Markt etabliert. Das neue Geschäft ist zu einem integralen Bestandteil der Gruppe geworden. Parallel dazu haben sich die Rahmenbedingungen der Mobilitätsbranche in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Transformation der Automobilindustrie, geopolitische Auseinandersetzungen, rasante Kostensteigerungen, und eine äußerst volatile Nachfrage stellen Webasto wie auch andere Marktteilnehmer vor große Herausforderungen. Angesichts dieser Entwicklungen hat Webasto seine strategischen Weichenstellungen im Jahr 2023 neu definiert. Das Unternehmen formulierte eine klare und ganzheitliche Ambition, die die langfristigen Ziele der Gruppe umreißt. Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt Webasto künftig eine Strategie, die sich auf die Bereiche Roof (Autodächer) und Electrification (Elektrifizierung von Fahrzeugen mit Batterien und Thermomanagement-Lösungen) konzentriert. Die vollständige Umsetzung der Neuausrichtung erfolgt im Jahr 2024. Die folgenden Faktoren sind zur Bewältigung wesentlicher Herausforderungen und zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen in einem dynamischen Marktumfeld für Webasto von zentraler Bedeutung:
Forschung und Entwicklung Als innovatives Technologieunternehmen stellt sich Webasto seit mehr als 120 Jahren immer wieder erfolgreich auf wesentliche Trends und Märkte in der Mobilität ein und richtet sein Produktspektrum sowie seine Struktur entsprechend auf die Zukunft aus. Die Forschung und Entwicklung in engem Austausch der R&D-Teams weltweit sowie mit Kunden und Partnern spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2023 lagen die Kosten für Forschung und Entwicklung in den fortzuführenden Geschäftsbereichen bei EUR 200,5 Mio. oder 4,4 % vom Umsatz (Vj. EUR 202,9 Mio. bzw. 4,7 % vom Umsatz). Im Durchschnitt waren 2.021 (Vj. 1.952) Mitarbeitende in der Forschung und Entwicklung beschäftigt. Webasto hat seine Entwicklungskompetenzen in den letzten Jahren in allen Regionen konsequent ausgebaut, um Produkte auf die Anforderungen des jeweiligen Markts hin zu lokalisieren und die Nachfrage vor Ort noch besser bedienen zu können. Seit Ende 2022 konzentrieren sich beispielsweise mehrere hundert Spezialisten auf die Entwicklung von Software- und Elektroniklösungen für den asiatisch-pazifischen Raum. Zugleich war der Kompetenzausbau zur Stärkung der Positionierung als Anbieter leistungsstarker Systeme für die Elektromobilität notwendig. Nach einer längeren Phase des Aufbaus, bündelte die Gruppe ihre Entwicklungsaktivitäten in Deutschland 2023 stärker in ihrer Zentrale in Stockdorf sowie in Gilching und Augsburg. Im Zuge rasanter Veränderungen in der Mobilitätsbranche verbunden mit einer deutlichen Zunahme an Marktteilnehmern und immer kürzeren Produktlebenszyklen wird auch der Austausch mit anderen Unternehmen für Webasto immer wichtiger. Die Zusammenarbeit mit strategischen Partner-, Lieferunternehmen und Start-ups brachte der Gruppe auch 2023 wertvolle Impulse für die Entwicklung neuer Technologien sowie der Optimierung von Prozessen. Im November 2023 trafen sich Vertreter*innen deutscher Industrieunternehmen, der internationalen Start-up-Szene und deutscher Hochschulen auf Einladung von Webasto in München. Initiator war die europäische Innovationsplattform Startup Autobahn, Ableger des US-amerikanischen Plug and Play Tech Center, zu deren Partnern der Automobilzulieferer seit 2017 zählt. Unter dem Titel "Harnessing Collaborative AI in Engineering" stellten fünf junge Unternehmen ihre auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen unter anderem zur Optimierung von Innovations- und Entwicklungsprozessen. 2022 rief Webasto Zulieferunternehmen, die bereits mit der Gruppe zusammenarbeiten, und potenzielle neue Partner dazu auf, sich um den Webasto Supplier Innovation Award zu bewerben. Gesucht waren Ideen für die Bereiche Kernmaterial und Fertigungsverfahren, Design-Elemente, Elektronik und Mechatronik sowie Smart Factory. Rund 80 Unternehmen hatten sich beworben. In 2023 überzeugten die Dichtungsspezialisten von Freudenberg Sealing Technologies die Fachjury von Webasto mit einem neuartigen Abdeckungskonzept für Batteriesysteme von Elektrofahrzeugen. Nun ist eine gemeinsame Studie geplant. Im Dialog: Medienarbeit, Messen und Veranstaltungen 2023 präsentierte Webasto seine Kompetenzen und Produkte auf rund 150 Messen, Konferenzen und Fachveranstaltungen. Unter dem Motto "Powering e-volution" machte das Unternehmen Fachbesuchende und einem breiten Publikum auf der AutoShanghai und auf der IAA Mobility in München deutlich, welchen Beitrag es zu einer nachhaltigen mobilen Zukunft leistet. Außerdem waren Expert*innen der Gruppe unter anderem auf dem CARSymposium, der Battery Show Europe, dem Caravan Salon, der BusWorld, dem Green Auto Summit und der Agritechnica vertreten. 1.4 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeitende in den fortzuführenden Geschäftsbereichen Dieser nicht-finanzielle Leistungsindikator wird zur Steuerung der Gruppe eingesetzt Zum 31. Dezember 2023 waren im Webasto Konzern 16.176 Mitarbeitende (Vj. 16.414 Mitarbeitende) beschäftigt. Im Bereich Roof & Components arbeiteten 12.878 Mitarbeitende (Vj. 13.599 Mitarbeitende). Im Bereich Energy & Components arbeiteten 1.704 Mitarbeitende (Vj. 1.210 Mitarbeitende). Im Bereich Customized Solutions sowie Other waren 1.245 Mitarbeitende (Vj. 1.286 Mitarbeitende) beschäftigt. Der Altersdurchschnitt der Webasto Mitarbeitenden in Deutschland beträgt zum 31. Dezember 2023 ca. 43,6 Jahre und verzeichnete damit einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 43,5 Jahre). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt zum Stichtag 12,3 Jahre (Vj. 12,4 Jahre). Der Frauenanteil in Deutschland ist leicht angestiegen, er lag zum Stichtag bei 24,0 % (Vj. 23,2 %). Die nachfolgenden beschriebenen nicht-finanziellen Leistungsindikatoren, setzt Webasto nicht durchgängig zur Steuerung der Gruppe ein. Ausbildungsmanagement und Personalentwicklung 1 Die Automobilindustrie ist mitten in einem Transformationsprozess. Der digitale Wandel und neue Mobilitätstrends wie die Elektromobilität bieten spannende Perspektiven für Berufseinsteiger*innen und langjährige Mitarbeiter*innen von Webasto. Ein großes Engagement in der Ausbildung ist für Webasto Teil der gesellschaftlichen Verantwortung und wird in den Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger. An den deutschen Standorten Stockdorf, Gilching, Hengersberg, Neubrandenburg, Schierling, Schaidt und Utting waren zum Ausbildungsstart am 1. September 2023 insgesamt 201 kaufmännische und gewerbliche Auszubildende sowie duale Student*innen beschäftigt. Zudem bietet Webasto Schülerpraktika, eine Vielzahl studentischer Tätigkeiten sowie ein Traineeprogramm für den Berufseinstieg an. Ganz im Sinne der Behebung des Fachkräftemangels hat Webasto 2023 in einer Betriebsvereinbarung für den Bereich Ausbildung die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden festgeschrieben. 1 ungeprüft Der Einsatz von Webasto für Berufseinsteiger*innen wurde in den letzten Jahren immer wieder ausgezeichnet. So erhielt beispielsweise der Standort Neubrandenburg 2023 zum zwölften Mal in Folge von der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg 2023 das Siegel "Top-Ausbildungsbetrieb" und stellte darüber hinaus noch 3 Jahrgangsbeste in unterschiedlichen Ausbildungsberufen. Die Entwicklung der Mitarbeitenden ist eines der Fokusthemen der Webasto Strategie. Die Mitarbeitenden können auf eine Vielzahl von Angeboten für Ihre berufliche Entwicklung zugreifen. 2023 führte die Webasto Academy 693 Präsenztrainings in Stockdorf und Gilching durch, mit einem Anteil von 67% Classroom und 33% virtuellen Trainings. Über 17.000 Teilnahmen inklusive e-learnings zeigten das große Engagement im Bereich "Learning" der Mitarbeitenden der Standorte. Kundenzufriedenheit 2 Die Mitarbeitenden und Technologien von Webasto werden weltweit geschätzt. Regelmäßig zeichnen Kund*innen, Partner*innen, Medien und Institute Produkte, Standorte und Projektteams der Gruppe unter anderem für Zuverlässigkeit, Innovation und Qualität aus. 2023 stimmten die Leser*innen der deutscher Fachpublikationen AutoBild, AutoZeitung und auto motor sport darüber ab, welchen Pkw-Modellen und Zubehörherstellern sie am meisten vertrauen. In der Kategorie "Standheizungen" belegte Webasto bei allen drei Umfragen zum wiederholten Mal Platz 1. Positive Rückmeldung verbunden mit Trophäen und Urkunden für ihren besonderen Einsatz und Qualitätsanspruch erhielten im Berichtszeitraum vor allem mehrere Webasto Teams in Asien: So bekamen zum Beispiel die Mitarbeitenden in Japan den "Quality Excellence Award" von Mitsubishi sowie den "Superior Quality Award" von Nissan, in China den "Excellent Quality Performance Award" von SAIC Volkswagen und in Südkorea den "Quality Award" für einen äußerst gelungenen Produkt-Launch von der Hyundai Motor Group überreicht. Webasto Foundation 3 Seit 2019 unterstützt die von der Webasto SE und den Eigentümer*innen der Gruppe gegründete Webasto Foundation gemeinnützige Organisationen in der Nähe von Webasto Standorten in aller Welt. Unter ihrem Leitmotto "We drive the future - Nachhaltig mobil in eine gute Zukunft!" konnten 2023 erneut viele Menschen und großartige Organisationen in allen vier Aktionsfeldern unterstützt werden: Soziales Engagement ist eine Frage der eigenen Haltung. Daher kommt im Aktionsfeld "Menschen bewegen" das Anliegen der Webasto Foundation zum Ausdruck, Mitarbeitende der Gruppe zum Blick über die Unternehmensgrenzen und zum sozialen Engagement zu motivieren. Beim diesjährigen Spenden-Voting stimmten über 7.600 Mitarbeitende aus aller Welt für eines von drei gemeinnützigen Projekten aus der Slowakei, Großbritannien und Japan, alle Vorschläge aus der Belegschaft.
2 ungeprüft
Motivation zum sozialen Engagement ist auch im Pilotprojekt Social Week gelungen: Zwölf gemeinnützige Vereine und Organisationen in der Region um Stockdorf und Gilching boten 160 Mitarbeitenden sowie den Mitgliedern des Vorstands unterschiedlichste Aktionen für soziales Engagement an. Für 2024 ist der weitere Rollout der Corporate Volunteering Aktion angedacht. " Kräfte mobilisieren" bedeutet für die Webasto Foundation, Menschen mit mobiler Hilfe vor Ort zur Seite zu stehen. 2023 kam das verfügbare Budget der nachhaltigen Entwicklungsarbeit und der langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen von Bedürftigen zugute: Spenden der Mitarbeitenden für die Erdbebenhilfe Türkei / Syrien stockten die Webasto Foundation und die Webasto SE auf. Die Gelder gingen an ein Hilfsprojekt der YOU Stiftung. Langfristiges Engagement zeigt sich auch im gemeinsam mit der tschechischen Non-Profit- Organisation ADRA aufgebauten Hilfszentrum in Liberec (Tschechien), das seit Kriegsbeginn Kinder geflüchteter ukrainischer Familien pädagogisch und psychologisch versorgt. In Pune (Indien) ist das 2021 gestartete Projekt mit einer Laufzeit von 18 Monaten in Zusammenarbeit mit der YOU Stiftung in ein eigenständiges Programm überführt: Mithilfe des von der Webasto Foundation angeschafften Vans konnten rund 200.000 Menschen in den Slums mit Hilfs- und Aufklärungsarbeit erreicht werden. " Mobilität für alle. Heute." - unter diesem Aspekt unterstützt die Webasto Foundation soziale Projekte, die Mobilität mit der Aussicht auf ein geschützteres, besseres und gesünderes Leben für sozial benachteiligte Menschen verknüpfen. Zwei Projekte kamen 2023 zum Abschluss: Die Kooperation mit der YOU Stiftung Women's Right to Mobility in Los Castillos (Mexiko) hatte über 18 Monate für 300 Frauen Zugang zu sicherer Mobilität geschaffen und so ihre Lebensund Arbeitsbedingungen verbessert. In Südkalifornien (USA) förderte die Webasto Foundation ein komplettes Schuljahr der 'School on Wheels'. Zahlreiche Kinder, die in Notunterkünften, Motels, Fahrzeugen, Gruppenheimen oder auf den Straßen leben, erhielten durch das Projekt Zugang zu Bildung und damit eine Chance auf eine aussichtsreichere Zukunft. Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus dem Bereich Umwelt und Ökologie, die mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten zu einer lebenswerteren Zukunft beitragen, sind für die Webasto Foundation Ausdruck ihres Leitmotivs. In der Dimension " Mobilität für alle. Morgen." förderte sie auch 2023 im Rahmen einer mehrjährigen Kooperation den Forschungsund Entwicklungsfonds des südkoreanischen Ulsan National Institute of Science and Technology (UNIST). Ausgewählte Studierende erhalten Unterstützung für ihre Abschlussarbeiten, die sich mit zukunftsweisenden und nachhaltigen Mobilitätskonzepten beschäftigen. Die aktuellen Abschlussarbeiten werden im Februar 2024 präsentiert; zeitgleich startet der neue Ausschreibungs- und Bewerbungsprozess für die nächste Runde. 1.5 Nachhaltigkeit, Corporate Governance und Compliance Im vergangenen Jahr hat Webasto die Themen Nachhaltigkeit sowie Corporate Governance und Compliance weiter konsequent vorangetrieben. Nachhaltigkeit Im ihrem zweiten Nachhaltigkeitsbericht "Committed to sustainability" legte die Gruppe im Juli 2023 auf Basis der Global Reporting Initiative (GRI) dar, dass und wie sie einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Erreichung der Klimaziele der United Nations, Europas und Deutschlands leisten will. Als weltweit tätiges Unternehmen ist sich Webasto seiner Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst und möchte mit ganzheitlichen Lösungen die klimaneutrale Mobilität der Zukunft mitgestalten. In seinem Nachhaltigkeitsprogramm stellt Webasto sicher, dass Nachhaltigkeit in Unternehmensführung, Richtlinien und Prozesse, Managementstrukturen, den Betrieb und letztendlich in seine Produkte einfließt. Es umfasst fünf Handlungsfelder, in denen das Unternehmen sein größtes Einflusspotenzial mit konkreten Zielen und Maßnahmen hinterlegt: Kunden & Produkte, Einkauf & Lieferketten, Klima & Umwelt, Mitarbeitende & Arbeitsplätze, Gesellschaft & Engagement. 2023 hat Webasto im Rahmen seiner Klimastrategie die Implementierung von Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit fortgesetzt. Ziel ist, bis 2030 im Einklang mit dem Framework der Science Bases Targets Initiative (SBTi) die CO2-Emissionen in Scope 1 und 2 um 50 % und im vorgelagerten Scope 3 um 25 % gegenüber 2021 zu reduzieren. Bis 2045 will die Gruppe in Scope 1 und 2 das Netto-Null-CO2-Emissionsziel erreicht haben. Die geplanten Einsparungen setzen, insbesondere vor dem Hintergrund eines angestrebten Geschäftswachstums, umfassende Veränderungen an den Webasto Standorten voraus: Die Gruppe investiert daher kontinuierlich in eine nachhaltige Gebäude- und Produktionsinfrastruktur. Energieeffizienzprogramme, Verwendung von Ökostrom in den eigenen Produktionsstätten durch Ökotarife (z. B. am Standort Sutton Coldfield / Birmingham, United Kingdom sowie 100 % Elektrizität aus erneuerbaren Energien an allen deutschen Standorten) sind einige Beispiele für die erfolgreiche Dekarbonisierung. Eingekaufte Waren und Dienstleistungen sind einer der Hauptverursacher des Webasto CO2- Fußabdrucks. Mit klaren Anforderungen an die soziale und ökologische Verantwortung der Lieferanten der Gruppe sowie mit definierten Prozessen im Einkauf stellt das Unternehmen sicher, dass unter anderem weltweit Menschenrechts- und Umweltschutzstandards eingehalten werden und über Zertifikate nachweisbar sind. Der Webasto Supplier Code of Conduct spiegelt die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sowie zusätzliche Nachhaltigkeitsthemen wider. Alle Lieferanten müssen diesem schriftlich zustimmen, um Webasto beliefern zu können. Das 2023 veröffentlichte Supplier Playbook zur Nachhaltigkeit gibt den Lieferanten Grundsätze und Praktiken für die Einführung von Nachhaltigkeit in ihren Betrieben an die Hand, um langfristig als Partner zusammen mit Webasto zur klimaneutralen Mobilität der Zukunft beitragen zu können. Auf Produktebene schafft die Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) für Standardprodukte eine Basis für die Entwicklung neuer ressourcenschonender Lösungen für die Elektromobilität. Auf der IAA Mobility 2023 zeigte Webasto seine Vision einer 'Greener Battery' und als Teil der Initiative 'CircularRepublic' beschäftigt sich das Unternehmen ganz konkret damit, den Ressourcenverbrauch in zirkulären Geschäftsmodellen zu reduzieren. Im Batteriewerk in Schierling (Deutschland), in dem Webasto schon heute Batteriesysteme mit 100 % Ökostrom produziert, wurde 2023 ein Batteriespeicher aus 30 Second-Life-Batterien aufgebaut. Unterschiedliche kulturelle Wurzeln, Denkweisen und Erfahrungen der Mitarbeitenden stärken sowohl die Innovationskraft als auch das Gespür für die Kunden. Webasto schafft für seine in jeder Hinsicht vielfältige Belegschaft weltweit faire und attraktive Arbeitsbedingungen, strebt Chancengleichheit in einem Umfeld an, in dem Mitarbeitende wachsen und sich langfristig entwickeln können. Die bis 2025 angestrebte Anhebung der Trainingsstunden auf zehn Stunden je Mitarbeitendem jährlich ist 2023 gut vorangekommen. Arbeitszufriedenheit und die Bereitschaft der Mitarbeitenden, Webasto weiterzuempfehlen, fließt im Rahmen der jährlichen globale Mitarbeiterumfrage in den sogenannten Engagement-Index ein. Dieser liegt seit Jahren auf hohem Niveau. Die Qualität von Webasto als Arbeitgeber belegen auch Auszeichnungen, die das Unternehmen immer wieder in unterschiedlichen Regionen von Organisationen und Instituten erhält, 2023 zum Beispiel in Deutschland, China, Rumänien und den USA. Ein Schlüssel für eine substanzielle Steuerung der Nachhaltigkeitsperformance ist eine solide Datenbasis. Im Berichtszeitraum 2023 initiierte Webasto ein zentral gesteuertes Projekt, um alle Daten Konzernweit zu erfassen. Im Rahmen des Projektes werden künftig alle relevanten Daten aus den Bereichen Human Resources, Health, Safety, & Environment, Operations, Purchasing, u. a. erfasst. Damit werden Informationen aus dem Unternehmen zu Aspekten der Nachhaltigkeit weltweit nachgehalten. Zudem können neue Anforderungen in der Regulatorik - beispielsweise die anstehenden Neuerungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und EU-Taxonomie - effizient umgesetzt werden. Corporate Governance und Compliance Die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Geschäftspartnern und der Gesellschaft insgesamt ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur von Webasto. Die Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, der Respekt gegenüber ethischen Werten, die Einhaltung von Standards sowie die Beachtung eigener Richtlinien und Regeln sind Ausdruck dieser Verantwortung. Zur Stärkung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung hatte Webasto 2021 damit begonnen, seine internen Systeme und Prozesse in den vier zentralen Bereichen Compliance, Risikomanagement, Interne Revision und Interne Kontrollen global zu optimieren. 2023 schloss die Gruppe das interne Projekt dazu erfolgreich ab. Diese Funktionen sind nun eng verzahnt und im ständigen Austausch, um die Effektivität der Systeme zu erhöhen und Redundanzen zu vermeiden. Damit hat die Gruppe die Basis für leistungsfähige Corporate- Governance-Systeme gelegt, die die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen und internen Richtlinien sicherstellen und zugleich eine Kultur der Integrität und des ethischen Verhaltens unterstützen. Compliance hat bei Webasto oberste Priorität. Der "Webasto Code of Conduct" dient allen Mitarbeitenden als Leitfaden für das Verhalten im Geschäftsalltag. Ergänzt wird dieser durch einen spezifischen Verhaltenskodex für Lieferunternehmen. Mitarbeitende und Partner erhalten regelmäßig und umfassend Informationen zu diesem Thema. Zudem finden regelmäßig verpflichtende Schulungen statt. Um Verstöße gegen Gesetze, interne Regelungen oder sonstiges Fehlverhalten frühzeitig erkennen und entschieden bekämpfen zu können, führte die Gruppe Ende 2021 außerdem ein Hinweisgebersystem ein. Über eine Internet-Plattform oder eine Hotline können Personen innerhalb und außerhalb von Webasto vertraulich und anonym tatsächliche oder potenzielle Fälle von Nichteinhaltung der Compliance-Vorgaben sowie andere Missstände im Unternehmen melden. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Lage 4 Die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft hat gegenüber dem Frühjahr nachgelassen. Stützende Impulse für die Weltkonjunktur kamen lediglich von der starken Binnennachfrage in den USA. In vielen anderen Regionen der Welt, wie im Euro-Raum, in Japan und im Vereinigten Königreich, belasteten die hohen Inflationsraten die privaten Konsumausgaben. Die schwache Binnennachfrage sowie der fragile Immobiliensektor in China dämpfen das Wachstum in der Gruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer. Da die Inflationsraten weltweit zurückgehen, dürfte die geldpolitische Straffung durch die Zentralbanken in den USA, im Euro-Raum und im Vereinigten Königreich ihren Höhepunkt nahezu erreicht haben. Trotzdem verbessern sich die Konsumaussichten in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften lediglich graduell. Insgesamt bleibt der globale konjunkturelle Ausblick verhalten. Für das laufende Jahr erwartet der Sachverständigenrat ein Wachstum des globalen BIP um 2,7 %. Die zuvor beschriebenen Einflüsse haben die großen Volkswirtschaften im Berichtszeitraum gleichermaßen stark belastet. In den USA wuchs die Volkswirtschaft in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2023 preisund saisonbereinigt um 0,6% bzw. 0,5% gegenüber dem Vorquartal. Gemäß der Vorausschätzung für das 3. Quartal 2023 beträgt das BIP-Wachstum 1,2% gegenüber dem Vorquartal. Die privaten Haushalte in den USA haben ihre Ersparnisse aus der Corona- Pandemie sehr viel stärker abgebaut als in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Darüber hinaus zeigen sich in den USA die zeitlich verzögerten Effekte der Geldpolitik auf die Investitionen, vor allem die Bauinvestitionen. Der Sachverständigenrat prognostiziert daher das BIP-Wachstum in den USA für das Jahr 2023 auf 2,4 %. In China expandierte die Volkswirtschaft im 1. Quartal 2023 kräftig um 2,3 % gegenüber dem Vorquartal. Im 2. Quartal 2023 war das BIP-Wachstum mit 0,5 % jedoch deutlich schwächer als erwartet. Im 3. Quartal 2023 gewann das Wachstum mit 1,3 % geringfügig an Fahrt. Die privaten Konsumausgaben wirkten zwar stützend, aber pandemiebedingte Einkommenseinbußen sorgten dennoch für Zurückhaltung bei den Verbrauchern. Die Bruttoanlageinvestitionen, der bisherige Wachstumsmotor der chinesischen Volkswirtschaft, stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 um 3,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zuwachsrate bleibt somit deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 von 7,3 %. Die Bauinvestitionen gingen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 sogar um 9,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Darüber hinaus ist der Außenhandel seit Jahresbeginn rückläufig. Der Sachverständigenrat geht davon aus, dass die chinesische Wirtschaft im Jahr 2023 um 5,4 % wachsen wird. 4 Die in diesem Abschnitt dargestellten Informationen wurden dem "Jahresgutachten 2023/24" des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung entnommen. In Japan verzeichnete das BIP einen Anstieg um 0,8 % im 1. Quartal 2023 und um 1,2 % im 2. Quartal 2023, jeweils gegenüber dem Vorquartal. Zum Wachstum in der 1. Jahreshälfte trugen maßgeblich gestiegene Exporte und geringere Importe bei, die durch die lockere Geldpolitik der japanischen Zentralbank und die Abwertung des Yen begünstigt wurden. Der Sachverständigenrat prognostiziert daher das BIP-Wachstum in Japan für das Jahr 2023 auf 1,8 %. Das Wachstum im Vereinigten Königreich fiel schwächer aus und der Sachverständigenrat erwartet ein BIP-Wachstum von 0,5% für das Jahr 2023. Die Inflation, ausgehend von einem höheren Niveau sinkt weiterhin schnell. Die konjunkturelle Dynamik im Euro-Raum war im 1. Halbjahr 2023 schwach. Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der Energiekrise und des daraus resultierenden Inflationsschocks ist es zwar nicht zu einem stärkeren Rückgang des BIP gekommen. Dennoch stagnierte die Wertschöpfung in der Industrie seit dem Jahr 2021 weitgehend, unter anderem infolge der höheren Energiepreise und anhaltender Materialengpässe. Die in der Pandemie eingeschränkten Dienstleistungsbereiche wirkten seit dem Jahr 2022 stabilisierend. Das BIP ist im 2. Quartal 2023 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,2 % leicht gestiegen, nachdem es im 4. Quartal 2022 und im 1. Quartal 2023 noch stagnierte. Insbesondere die gegenläufigen Entwicklungen des Außenbeitrags und der Vorratsveränderungen im 1. und 2. Quartal 2023 haben das BIP-Wachstum geprägt. Hinter dem positiven Außenbeitrag stehen volatile Veränderungen der Importe sowie der Dienstleistungsexporte. Die Warenexporte sind hingegen in beiden Quartalen um 1,0 % bzw. 1,4 % gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Trotz der starken geldpolitischen Straffung sind die Bruttoanlageinvestitionen im 1. und 2. Quartal 2023 nicht zurückgegangen und haben im 1. Quartal sogar mit knapp 0,1 Prozentpunkten einen geringfügig positiven Beitrag zum BIPWachstum geleistet. Staatliche Corona-Maßnahmen sind weitestgehend ausgelaufen, was für einen deutlichen Rückgang des Staatskonsums im 1. Quartal 2023 sorgte. Der Sachverständigenrat erwartet ein BIB-Wachstum von 0,6% für das Jahr 2023. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Gegen Ende des Jahres 2023 profitiert die Autoindustrie weiterhin von der anhaltenden relativen Produktionsstärke und Aufstockung der Lagerbestände. Die Fahrzeugproduktion bleibt auf kurze Sicht gesund und übertrifft in mehreren Regionen die Erwartungen. Gemäß der von S&P im Dezember veröffentlichten Prognose liegt die weltweite Produktion von Light Vehicles (Passenger Cars und Light Commercial Vehicles bis 6t) im Jahr 2023 voraussichtlich bei 89,8 Mio. Einheiten. Dies entspricht - trotz der weiterhin anhaltenden globalen Herausforderungen - einem Anstieg von 9,0 % gegenüber dem Vorjahr und liegt damit über dem Niveau von 2019 (89,0 Mio. Einheiten). Regional betrachtet weisen dabei Japan/Korea (+14,6%), Europa (+12,3%), Nordamerika (+9,0%) und China (+8,5%) die stärksten Zuwächse im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr auf. China konnte die Verluste aus dem ersten Quartal ausgleichen und damit seine Produktion von Light Vehicles im Jahr 2023 auf insgesamt 28,4 Mio. Einheiten steigern. Aufgrund einer anhaltend starken Exporttätigkeit, staatlichen Anreizen und einer sich erholenden Inlandsnachfrage, hat die Produktion in China in Q4-2023 weiterhin einen soliden Schwung. Auch in Südamerika (+3,2%) und in Indien (+6,8%) ist ein Anstieg im Vergleich zu 2022 zu erwarten, während die Produktion der restlichen Länder der Region Südasien insgesamt im Berichtszeitraum zurückging (-3,9%). Die weltweiten Produktionszahlen für Nutzfahrzeuge größer 6t sind im Jahr 2023 nach IHSAngaben (Stand Q3/2023) im Vergleich zum Vorjahr um 12 % gestiegen. Dies liegt vor allem an den im Vergleich zu 2022 niedrigeren Inflationszahlen in allen Regionen der Welt. 5 Die Investitionsbereitschaft vieler Speditionen konnte somit gesteigert werden. Die absoluten Produktionszahlen im Jahr 2023 liegen für dieses Fahrzeugsegment weltweit bei 3,5 Mio. Fahrzeugen. Damit lag die Produktion aber noch unter dem Vor-Corona Niveau von 2019 (3,9 Mio. Fahrzeuge). Alle Regionen außer Südamerika konnten dabei ein Wachstum erzielen. Gerade im chinesischen Markt konnte die Produktion im Vergleich zu 2022 um 26% auf 1,1 Mio. Fahrzeuge gesteigert werden. Dies geht vor allem auf die wegfallenden Corona Beschränkungen in der Region zurück. In China werden damit von allen Regionen die meisten Nutzfahrzeuge produziert. 5 S&P Global Mobility (2023): Around the World Global MHCV Sales and Production Forecast, S. 8. 2.2 Geschäftsverlauf Die folgenden Ausführungen in diesem Kapitel beziehen sich auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche der Gruppe. Entwicklung im Geschäftsjahr Im Vergleich zum Vorjahr, war das Jahr 2023 vor allem durch eine hohe Kundennachfrage, den Anstieg des Batterie-Geschäfts, jedoch auch durch die hohe Inflation sowie durch Unsicherheit infolge geopolitischer Krisen geprägt, die starke Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt hatten. Als Zulieferer fast sämtlicher Automobilhersteller waren insbesondere die Folgen geopolitscher Unsicherheiten, sowie hoher Kosten von Rohstoffen und Personal unmittelbar spürbar. Webasto konnte im Jahr 2023 die Umsätze im Vergleich zu 2022 um 5,4 % steigern. Die Umsätze in China, dem bisherigen größten Einzelmarkt des Unternehmens, entwickelten sich aufgrund von Verdrängung der internationalen Kunden durch lokale und auf Elektrofahrzeuge spezialisierte OEMs, rückläufig. Aufgrund der beobachteten Wachstumsverlangsamung der chinesischen Wirtschaft hat Webasto Maßnahmen eingeleitet, um die langfristige Ertragskraft der Region zu sichern. In den Regionen Europa, dem nun größten Einzelmarkt, und Asia Pacific konnte der Umsatz vor allem durch Volumensteigerungen und Preisverhandlungen im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. In Amerika bremsten streikbedingte Volumenverluste im vierten Quartal die positive Entwicklung der Vorperioden. Das EBIT der Webasto Gruppe reduzierte sich im Vergleich zu 2022 und lag am Jahresende noch leicht im positiven Bereich. Der Rückgang im EBIT resultierte vor allem aus dem Geschäftsbereich Roof, insbesondere aus Amerika und China, und geringeren Währungseffekten. Zusätzlich belastete die Insolvenz von Fisker den Geschäftsbereich Roof. Während das Thermogeschäft auf Vorjahresniveau lag, verbesserte sich das EBIT in den Geschäftsbereichen Battery Systems sowie im After-Market-Geschäft. Das Ergebnis enthält auch Aufwendungen für den weiteren Ausbau der neuen Geschäftsbereiche. Im Rahmen der Entwicklung seiner neuen Strategie hat Webasto beschlossen, die Mehrheit am Produktbereich Ladelösungen zu verkaufen. Am 7. Februar 2024 wurde mit einem US-amerikanischen Investor die Kaufvereinbarung unterzeichnet. Webasto bleibt als Minderheitsgesellschafter an der Sparte beteiligt. 2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Unternehmensbereichen eingesetzt. Diese finanziellen Leistungsindikatoren umfassen die Umsatzerlöse, das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragssteuern (EBIT), das Jahresergebnis und den Free Cashflow. Für die Webasto SE als rechtlich selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Daher existieren für die Webasto SE diese bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren nicht. Vermögenslage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 verglichen mit dem Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 Die nachfolgende Übersicht spiegelt die Entwicklung der wesentlichen Bilanzposten zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum 31. Dezember 2022 wider: [1] Vermögenslage: Wesentliche Bilanzposten
Die Bilanzsumme der Gesellschaft erhöhte sich um TEUR 297.341 bzw. 17,3 % auf TEUR 2.016.739 (Vorjahr: TEUR 1.719.398). Der Anstieg der Aktiva resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aufgrund gestiegenen Finanzierungsbedarfs der Tochtergesellschaften um TEUR 261.935 auf TEUR 909.674 (Vorjahr: TEUR 647.739). Weiterhin erhöhten sich die die Flüssigen Mittel stichtagsbedingt um TEUR 111.910 auf TEUR 172.645 (Vorjahr: TEUR 60.735) u.a. aufgrund der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Gegenläufig reduzierten sich die Finanzanlagen um TEUR 71.590 auf TEUR 933.255 (Vorjahr TEUR 1.004.845), im Wesentlichen bedingt durch die Umqualifizierung von langfristigen Ausleihungen in kurzfristige Finanzforderungen aus strategischen Gründen. Die Zunahme der Passiva ist hauptsächlich in der Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 374.241 auf TEUR 969.300 (Vorjahr: TEUR 595.059) durch die Aufnahme von Bankdarlehen zur Finanzierung der Tochtergesellschaften sowie die Erhöhung des Eigenkapitals aufgrund des erwirtschafteten Jahresüberschusses von TEUR 6.217 (Vorjahr: TEUR 48.672) begründet. Weiterhin erhöhten sich die sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 16.029 auf TEUR 22.522 (Vorjahr: TEUR 6.493) vor allem aufgrund von gestiegenen Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer sowie der Gewährung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von TEUR 10.000. Gegenläufig reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR 84.468 auf TEUR 445.231 (Vorjahr: TEUR 529.699) aufgrund der Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten. Darüber hinaus verringerten sich die Rückstellungen um TEUR 15.790 auf TEUR 31.047 (Vorjahr: TEUR 46.873). Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die Auflösung der Steuerrückstellungen um TEUR 3.372 auf TEUR 0 (Vorjahr TEUR 3.372) aufgrund des Wegfalls von Risiken nach abgeschlossener Betriebsprüfung für Vorjahre sowie teilweiser Verbrauch und Auflösung der Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften um TEUR 9.797 auf TEUR 5.090 (Vorjahr TEUR 14.887), die im Vorjahr infolge negativer Marktwerte von Derivaten gebildet wurden. Finanzlage der Gesellschaft zum 31 Dezember 2023 verglichen mit dem Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 Die flüssigen Mittel erhöhten sich um TEUR 111.910 auf TEUR 172.645 (Vorjahr: TEUR 60.735). Der Finanzmittelbedarf auf Ebene der Holding selbst ist gering, richtet sich jedoch nach dem Finanzierungsbedarf der Tochtergesellschaften. So wird die über Bankdarlehen und einem Schuldscheindarlehen beschaffte Liquidität im Rahmen der konzernweiten Finanzierungsfunktion nach Bedarf an die Tochtergesellschaften weitergereicht. Die folgende Übersicht zeigt die Kredit- und Garantielinien: [2] Kredit- und Garantielinien
Ertragslage der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr Die Ertragslage der Webasto SE ist im Wesentlichen durch die Ergebnisabführungen der Webasto Roof & Components SE, der Webasto Thermo & Comfort SE sowie der Webasto Mechatronics GmbH beeinflusst. Die Erträge aus Gewinnabführungen betrugen TEUR 102.338 und betreffen die Webasto Roof & Components SE (Vorjahr: TEUR 45.604). Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen lagen bei TEUR 41.849 (Vorjahr: TEUR 35.508) und betreffen mit TEUR 37.276 die Webasto Thermo & Comfort SE (Vorjahr: TEUR 21.655), mit TEUR 4.573 die Webasto Mechatronics GmbH (Vorjahr: TEUR 13.852) sowie mit TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 1) die nicht operative Gesellschaft Webasto Dritte Holding GmbH. Die Umsatzerlöse sind um TEUR 464 auf TEUR 17.658 (Vorjahr: TEUR 18.122) zurückgegangen und beinhalten hauptsächlich an Tochtergesellschaften berechnete Gebühren für die Holdingfunktion sowie für erbrachte Dienstleistungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren vor allem aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus der konzernweiten Währungssicherung und Finanzierungstätigkeit. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 118.520 (Vorjahr: TEUR 211.057) sind im Wesentlichen mit TEUR 118.207 (Vorjahr TEUR 197.639) durch Kursgewinne bedingt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 198.281 (Vorjahr: TEUR 171.382) resultieren mit TEUR 118.753 (Vorjahr: TEUR 165.048) hauptsächlich aus Kursverlusten und mit TEUR 70.000 (Vorjahr: TEUR 0) aus der Wertberichtigung der Forderung gegenüber Webasto Charging Systems Inc., Monrovia. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr um TEUR 3.486 auf TEUR 11.199 (Vorjahr: TEUR 7.713), insbesondere im Bereich Patentaufwendungen, Versicherungen und Projekte auf Ebene der Holding. Der Personalaufwand lag um TEUR 1.108 über dem Vorjahr, bei TEUR 20.276 (Vorjahr: TEUR 19.168), hauptsächlich aufgrund eines Anstiegs der Aufwendungen für Altersversorgung. Die Erhöhung der Zinsen und ähnlichen Erträge um TEUR 54.632 auf TEUR 94.966 (Vorjahr TEUR 40.334) begründen sich hauptsächlich durch gestiegene Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie gestiegenen Zinssätzen. Die Erhöhung der Zinsen und ähnliche Aufwendungen um TEUR 21.888 auf TEUR 58.323 (Vorjahr: TEUR 36.435) stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit gestiegenen Finanzierungskosten aufgrund gestiegener Zinssätze gegenüber Dritten (Anstieg um TEUR 20.132) sowie gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 1.756). Nach Berücksichtigung der Steuern ergibt sich ein Jahresüberschuss von TEUR 6.217 (Vorjahr: TEUR 48.672). 2.4 Gesamtaussage Wie bereits im Vorjahr kam es auch im aktuellen Geschäftsjahr zu einem spürbaren Anstieg der Bilanzsumme der Webasto SE. Diese Erhöhung hängt im Wesentlichen mit der Aufnahme von Schulden zusammen, die an die verbundenen Unternehmen für deren Investitionsvorhaben weitergereicht wurden. Demzufolge stiegen auch die Forderungen gegen verbundene Unternehmen deutlich an. Die Ergebnissituation war insbesondere geprägt durch den signifikanten Anstieg der Erträge aus Ergebnisabführung bei leichtem Anstieg der Verlustübernahmen sowie einen signifikanten Anstieg der Zinserträge. Negativ wirkten sich die Wertberichtigung der Forderung gegenüber Webasto Charging Systems Inc., Monrovia in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie die gestiegenen Zinsaufwendungen aus. Dies führte zu einer Reduzierung des Jahresüberschusses im Vergleich zum Vorjahr. Die Lage der Gesellschaft war aber zu keinem Zeitpunkt bestandsgefährdet. Vergleich des tatsächlichen mit dem erwarteten Geschäftsverlauf Die Webasto Gruppe konnte das prognostizierte Umsatzwachstum für 2023 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich vor allem aufgrund von gesunkener Kundennachfrage in China und im Thermogeschäft sowie aufgrund von Streikeffekten in Amerika nicht erreichen. Der geplante signifikante Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern sowie die vorgesehene deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses konnten trotz Einsparungen im F&E- und Verwaltungsbereich nicht erzielt werden. Die Insolvenz des Kunden Fisker trug ebenfalls ihren Anteil dazu bei. Der Free Cashflow entwickelte sich dabei, trotz geringerer Investitionen und einer geringeren Working Capital Quote, aufgrund des negativen Ergebniseffekts sowie des verzögerten Verkaufs des Ladegeschäfts schlechter als erwartet. 3 Chancen- und Risikobericht Die Webasto Gruppe ist potenziellen Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ beeinflussen können. Auf Basis eines systematischen Chancen- und Risikomanagements verfolgt Webasto das Ziel, Chancen und Risiken so früh wie möglich zu identifizieren und zu bewerten, Chancen durch geeignete Maßnahmen zu nutzen und Risiken verantwortungsvoll zu steuern. Die Risikotragfähigkeit ist das maximale Risikoausmaß, das das Unternehmen ohne Gefährdung des Fortbestands im Zeitablauf tragen kann. Dieses wird durch die maximale Abweichung von der Planungsrechnung bestimmt, die gerade noch nicht zu einem Bruch von Financial Covenants oder einem Liquiditätsengpass führen kann. Risiken umfassen für Webasto sämtliche intern und extern auftretende Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer negativen Abweichung von der Geschäftsplanung führen, wohingegen Chancen zu einer positiven Zielabweichung führen können. 3.1 Internes Kontrollsystem bezogen auf die Rechnungslegung Das interne Kontrollsystem (IKS) dient der Überwachung eines Unternehmens und umfasst organisatorische Sicherungsmaßnahmen, Kontrollen zur Überprüfung interner Regelungen, Verfahren und Maßnahmen, die u.a. angewendet werden, um
Wesentliche Elemente bzw. Maßnahmen des in der Webasto Gruppe implementierten rechnungslegungsbezogenen IKS beinhalten u.a. die eindeutige Aufgabenverteilung im Rahmen der Konzernabschlusserstellung einschließlich konzerneinheitlicher Bilanzierungsvorgaben, regelmäßige "Reporting-Instructions" an die Tochtergesellschaften sowie Prozess- und Kontrollverantwortung auf jeder Berichterstattungsebene, angemessene Zugangsregeln zu den rechnungslegungsrelevanten IT-Systemen und umfangreiche systemgestützte Kontrollen. Wichtige Grundsätze sind das Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung als integraler IKS-Bestandteil. Die zentrale IKS-Abteilung hat für Ziele die Wirksamkeit der internen Kontrollen konzernübergreifend zu beurteilen und somit das IKS kontinuierlich zu verbessern. Hierbei werden die implementierten Kontrollen mindestens jährlich hinsichtlich effektiven Aufbaus und Wirksamkeit überprüft. Für identifizierte Kontrollschwächen werden Gegenmaßnahmen vereinbart und diese im vierteljährlichen GRC-Bericht an den Vorstand berichtet. Kontinuierliche Überwachungsaktivitäten stellen die Umsetzung der Korrekturmaßnahmen sicher. Eine im Jahr 2022 durchgeführte Pilotphase konzentrierte sich auf die rechnungslegungsrelevanten Prozesse bestimmter Tochtergesellschaften, die nach Risikogesichtspunkten für den Konzernabschluss von wesentlicher Bedeutung waren. Im Jahr 2023 wurde dieser Ansatz auf alle wesentlichen Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette inklusive Schnittstellen, sowie auf weitere Tochtergesellschaften ausgeweitet. Darüber hinaus ist die interne Revisionsabteilung ein wesentliches Organ im Überwachungssystem der Webasto Gruppe. Im Rahmen ihrer unabhängigen risikoorientierten Prüfungen kontrolliert sie zusätzlich die Effektivität des IKS und berichtet an den Vorstand. 3.2 Risikomanagement-System Ziel ist es, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und Maßnahmen einzuleiten, um Risiken zu bewältigen und damit verbundene Chancen zu realisieren. Die bewusste Auseinandersetzung und die regelmäßige Beobachtung von Risiken soll das Risikobewusstsein schärfen, um insbesondere bestands- und entwicklungsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und diesen entgegen wirken zu können. Auf Konzernebene ist das funktionsübergreifende Corporate Risk Management (CORM) für das Risikomanagement- sowie für den Reportingprozess innerhalb der Webasto Gruppe verantwortlich. Das CORM aggregiert dabei gruppenweit alle Risiken und berichtet diese in regelmäßigen Abständen an den Vorstand. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement-System liegt beim Vorstand der Webasto Gruppe. Der Vorstand trägt dabei die Verantwortung über die Aktualität, Vollständigkeit und Aussagekraft des Risikomanagements und ist außerdem verantwortlich, den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss in regelmäßigen Abständen zu informieren, um notwendige Maßnahmen zur Risikosteuerung zu verabschieden. Außerhalb der regelmäßigen Berichtstermine werden wesentliche Veränderungen der Risikolage zeitnah an den Vorstand berichtet (ad hoc Reporting). Die Berichterstattung an den Prüfungsausschuss erfolgt jährlich. Bei Bedarf wird der Risikobericht dem Aufsichtsrat vorgelegt. CORM definiert die Risikomanagement-Richtlinien und überwacht die Anwendung und Einhaltung in der Webasto Gruppe. Diese Richtlinie wurde innerhalb der Webasto Gruppe veröffentlicht und ist somit allen Mitarbeitern weltweit zugänglich. Darin enthalten sind die Prozessbeschreibung, die Verantwortlichkeiten und die Struktur des Risikomanagement-Systems. Das Risikomanagementsystem bei Webasto berücksichtigt die gesamte Matrixorganisation der Webasto Gruppe, einschließlich der Zentralfunktionen, Business Units und Regionen, durch definierte Verantwortlichkeiten. Das folgende Schaubild zeigt die vereinfachte Organisation des Risikomanagements der Webasto Gruppe. [3] Struktur des Risikomanagement-Systems
Berichterstattung Die Risikoberichterstattung an das Management Board umfasst eine aggregierte Übersicht sämtlicher Risiken über alle Business Units und Regionen, die Identifizierung der jeweils größten Risiken (wobei die Bewertung ihrer Bedeutung auf Grundlage der Risikohöhe erfolgt), sowie die Risikotragfähigkeit der Gruppe. Erfassung Um sicherzustellen, dass zur Identifizierung der Risiken die vollständige Wertschöpfungskette betrachtet wird, ist gruppenweit ein Katalog von Risikokategorien definiert. Die identifizierten Risiken sind den vorgegebenen Risikokategorien zuzuordnen. In einem Bottom-up-Prozess erfolgen auf Ebene der Business Units die Risikoidentifikation und -analyse. Auf Basis der Informationen jedes bewerteten Risikos sowie Anpassungen auf der Grundlage von Managementeinschätzungen (Verifikation der aggregierten Konzernmeldungen durch das funktionale Risikomanagement) wird der Risiko- und Chancenkorridor gegenüber der Geschäftsplanung bestimmt, indem die Eintrittswahrscheinlichkeit über das gruppenweite Risikoportfolio widergespiegelt wird. Die Werte des Risiko- und Chancenkorridors werden in Relation zur Risikotragfähigkeit gesetzt, die das Risikodeckungspotenzial der Webasto Gruppe darstellt. Hierfür wird das negative Planungsszenario dem Leverage und dem Eigenkapital gemäß der Financial Covenants des Konsortialkredites als auch der frei verfügbaren Liquidität im Rahmen der Tragfähigkeitsanalyse gegenübergestellt. Im Rahmen der Analyse der Risikotragfähigkeit wird auch die Einhaltung der Covenants beobachtet. Auf dem Bottom-up Prozess aufbauend erfolgt eine Top-down-Betrachtung durch die weltweit zuständigen Verantwortlichen in den Funktionen und Regionen. Diese beurteilen die im Bottom-up Prozess identifizierten Risiken. Die beschriebene Vorgehensweise stellt sicher, dass alle Dimensionen der Matrixstruktur der Webasto Gruppe innerhalb des Risikomanagement-Systems berücksichtigt werden. Die Identifikation, Bewertung und Berichterstattung der operativen bzw. quantifizierten Risiken erfolgt vierteljährlich und mündet wie dargestellt in der Risikotragfähigkeitsanalyse. Die Betrachtung der nicht quantifizierten strategischen Risiken wird halbjährlich aktualisiert und im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Gruppe berücksichtigt. Die Bewertung der Risiken erfolgt vornehmlich nach quantitativen Kriterien und auf Basis einer Nettobewertung. Das Nettorisiko stellt die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten schadensmindernden Maßnahmen dar. Chancen werden dann miteinbezogen, wenn sie einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit einem Risiko stehen. Aggregation und Methodik Durch die Aggregation der Gesamtrisikoportfolios wird sichergestellt, dass die wahrscheinlichkeitsgewichtete Risikoposition von Webasto der Risikotragfähigkeit gegenübergestellt werden kann. Die Ermittlung der Gesamtrisikoposition erfolgt auf Grundlage der erhobenen Nettorisiken durch die Aggregation mittels Monte-Carlo-Simulation. Hieraus ergibt sich eine quantitative Risikoposition als Abweichung zur Geschäftsplanung. Die Webasto Gruppe nutzt im Sinne einer Worst-Case-Betrachtung das 95-Prozent-Quantil dieser Risikoverteilung, um die mögliche Planabweichung im Sinne der Risikotragfähigkeit zu bestimmen. Die identifizierten Risiken werden aktiv gesteuert, um die vom Unternehmen angestrebte Risikominderung zu erreichen. Die Risikoverantwortlichen sind dafür verantwortlich, Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese abzusichern. 3.3 Erläuterung wesentlicher Risiken Das Risikoportfolio bei Webasto in den diversen Risikokategorien lässt sich in vier Gruppen unterteilen, auf deren Basis eine Risiko- & Chancenkorridor simuliert wird. [4] Übersicht der Cluster und Kategorien
Nachstehend werden jene Risiken beschrieben, die nach aktueller Einschätzung als wesentlich für die zukünftige Entwicklung der Gruppe eingestuft werden. Die Berichterstattung bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr. [5] Einstufungen der Quantile für die Risikobewertung
Risiken, die regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung darstellen, sind quantifizierbare und kurzfristige Risiken. Diese finden ihren Ursprung vor allem in den Bereichen Betriebsrisiken, Branchenrisiken, Rechts- und Kompensationsrisiken und finanzielle Risiken. [6] Risikobewertung der wesentlichen Cluster und Kategorien
* Risikocluster vs Vorjahr gestiegen Grundsätzlich ist anzumerken, dass die operativen / quantifizierten Risiken im vergangenen Jahr zum ersten Mal in der zuvor beschriebenen Art erfasst und aggregiert wurden. Die Vergleichbarkeit des Risikoportfolios, ist dementsprechend gegenüber dem Vorjahr eingeschränkt. 3.3.1 Branchenrisiken Webasto steht vor verschiedenen Branchenrisiken, die sowohl Markt- & Vertriebsrisiken als auch strategische Überlegungen wie Fusionen und Übernahmen (M&A) umfassen. Markt- & Vertriebsrisiken können auf Marktveränderungen, Nachfrageschwankungen, Wettbewerbsumfeldern sowie Änderungen in Kundenpräferenzen basieren. Strategische Risiken, wie die Entwicklung des Produktportfolios sind eng mit der Transformation der Automotive Industrie verbunden und beinhalten potenzielle Herausforderungen bei der Integration, strategischen Ausrichtung und den finanziellen Implikationen solcher Unternehmensentwicklungen. Die Analyse und das Management dieser Branchenrisiken sind entscheidend für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Webasto und die Sicherung von langfristigem Wachstum und Stabilität. Markt- und Vertriebsrisiken Es werden protektionistische Tendenzen in einzelnen Ländern wahrgenommen, wie den Ausbau dezidierter Marktzugangsbarrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Anbieter zu schützen bzw. zu verbessern. Die steigende Anzahl von Wettbewerbern, insbesondere aus Asien, wirkt sich stark auf die Verkaufspreise bzw. Wettbewerbssituation aus, vor allem in unseren relevanten Absatzmärkten in Europa, den USA und China. Neben den Aktivitäten in den etablierten Märkten wollen wir uns weiterhin aktiv in Wachstumsmärkten und bisher unterrepräsentierten Märkten positionieren. Die globalen wirtschaftlichen Einflussfaktoren auf die Automobilnachfrage führen zu hoher Volatilität in der Automobilproduktion, was eine präzise Absatzprognose erschwert. Insbesondere die Transformationsprozesse in der Automobilindustrie, die verstärkte Konkurrenz unter den OEMs durch neue Marktteilnehmer sowie die beschleunigte Elektrifizierung führen zu Unsicherheiten bezüglich der geplanten Absatzzahlen der Fahrzeugmodelle. Beschaffungsrisiken bei Zulieferteilen und Transportlogistik tragen ebenfalls zu Schwierigkeiten bei, Absatzmengen vorherzusagen. Die hohe Schwankung der Kundennachfrage beeinflusst stark unsere Umsatzplanung. Eine Veränderung der erwarteten Markt- und Vertriebsrisiken kann mittlere Auswirkungen auf unsere finanzielle Lage haben. Unser implementiertes Frühwarnsystem in der Logistik, sowie eine bedarfsorientierte Produktionsplanung ermöglichen es, flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können. Durch kontinuierliche Marktforschung und Überwachung der Absatzmärkte streben wir an, Veränderungen in Marktstrukturen, Vorschriften und Kundenverhalten frühzeitig zu erkennen, um den damit verbundenen Absatzrisiken aktiv entgegenzuwirken. 3.3.2 Betriebsrisiken Als Automobilzulieferer ist Webasto verschiedenen Betriebsrisiken ausgesetzt, die mehrere Bereiche umfassen (siehe Abbildung 8). Die Produktion birgt potenzielle Risiken hinsichtlich der Effizienz, Kapazitätsplanung und der Einhaltung von Qualitätsstandards. Schwierigkeiten im Einkauf, sei es aufgrund von Lieferengpässen, Rohstoffpreisschwankungen oder unerwarteten Schwierigkeiten bei Lieferanten, können die Lieferkette beeinträchtigen. Im Bereich der Qualität besteht das Risiko von Produktionsfehlern, Qualitätsmängeln oder Nichtkonformitäten, die zu Problemen bei der Kundenzufriedenheit führen können. Projektmanagementrisiken beziehen sich auf Zeitpläne, Budgetüberschreitungen oder unvorhergesehene Hindernisse bei der Entwicklung neuer Produkte oder der Umsetzung von Projekten. Im Bereich der Informationstechnologie (IT) können potenzielle Cyberangriffe, Datenverluste oder Systemausfälle den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen. Im Personalwesen sind Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Fluktuation oder arbeitsrechtliche Aspekte von Bedeutung. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Risiko für die Betriebsrisiken im Allgemeinen nicht wesentlich verändert, allerdings haben sich insbesondere die Qualitätsrisiken im Vorjahresvergleich gesteigert. Qualitätsrisiken Die Qualität unserer Produkte bildet einen zentralen Aspekt für unsere Kunden beim Erwerb von Webasto-Produkten. Es besteht das Risiko, dass Produkte von minderer Qualität ausgeliefert werden, was potenzielle Haftungsrisiken verursachen kann. Der Einsatz fehlerhafter Produkte kann beim Kunden zu Schäden, außerplanmäßigen Reparaturmaßnahmen oder Rückrufaktionen führen, die Haftungsansprüche oder Imageschäden auslösen können. Zudem kann eine sich verschlechternde Produktqualität vermehrte Gewährleistungs- und Haftungsrisiken gegenüber unseren Kunden nach sich ziehen. Das Eintreten einzelner Risiken kann eine mittlere Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage des Webasto Konzerns haben. Produkthaftungsrisiken sind im Allgemeinen versichert, jedoch ist die genaue Schadensabdeckung der Versicherungspolicen immer im Einzelfall zu prüfen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Risikokorridor aufgrund eines umfangreicheren Gewährleistungsfalls negativ entwickelt. Die Sicherstellung der Produktqualität und die Zufriedenheit unserer Kunden sind für Webasto von zentraler Bedeutung. Webasto betreibt ein zertifiziertes Qualitätsmanagement, das auf standardisierten und konsequenten Qualitätskontrollen sowie regelmäßig optimierten Prozessabläufen basiert. So gewährleisten wir trotz zunehmender Produktkomplexität ein konstant hohes Niveau der Produktqualität. Neben einer umfassenden Qualitätssicherung, angefangen bei der Lieferanten- und Teilequalifizierung, über die Produktion bis hin zum Kundenprozess, führen wir ebenso kontinuierlich Feldbeobachtungen durch. Dadurch können Qualitätsprobleme frühzeitig erkannt werden und die damit einhergehenden Risiken zeitnah adressiert sowie mitigiert werden. 3.3.3 Rechts- und Kompensationsrisiken Die Rechts- und Kompensationsrisiken umfassen Risikokategorien wie Rechts- und Compliance-Risiken sowie potenzielle Kompensationsforderungen. Als global tätiges Unternehmen muss die Webasto Gruppe weltweit unterschiedliche Gesetze und Vorschriften beachten. Um ihre Einhaltung zu sichern, sind verschiedene gruppenweit spezifische Compliance-Systeme implementiert. Risiken resultieren aus der möglichen Nichteinhaltung relevanter Vorschriften und sind von wesentlicher Bedeutung für die Geschäftstätigkeit von Webasto. Für rechtliche Risiken wird nach Maßgabe der Rechnungslegungsvorschriften bilanzielle Vorsorge getroffen. Kompensationsforderungen existieren sowohl zwischen Webasto und Kunden als auch im Rahmen der Beschaffung zwischen Webasto und Lieferanten. Aufgrund der Volatilität der Kostentreiber in der Vergangenheit und der nur anteiligen sockelwirksamen Preisanpassungen mit unseren Kunden enthält die Geschäftsplanung im Jahr 2024 korrespondierende Kompensationsforderungen, wodurch sich der Risikokorridor der Rechts- und Kompensationsrisiken erhöht hat. Kompensationsforderungen Die Kompensationsrisiken sind wesentlich durch Ansprüche von Webasto gegenüber den Kunden beeinflusst, die auf Basis der entstandenen Mehrkosten in die Geschäftsplanung eingeflossen sind. Die Kompensationsrisiken resultieren im Wesentlichen aus den in den letzten Jahren stark gestiegenen Beschaffungspreisen und Produktionskosten, aber auch aus durch starke Absatzvolatilität entstandene Unteramortisationen. Wir streben insbesondere im Rahmen der langfristigen Lieferverträge Nachverhandlungen an, um eine angemessene Kostenbeteiligung der OEMs zu erreichen und potenziell eine flexiblere Preisgestaltung einzuführen. Es besteht das Risiko, dass eine umfassende Einigung über diese Verhandlungen möglicherweise nicht erzielt werden kann. Zur Abschwächung möglicher Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und die Geschäftsentwicklung von Webasto arbeitet ein funktionsübergreifendes Team fokussiert an diesem Ziel. Ebenso sind Risiken enthalten, bei denen Lieferanten möglicherweise Kompensationszahlungen von Webasto einfordern könnten, insbesondere bedingt durch erhöhte Kosten in der Lieferkette und analog zu den Kundenabrufen resultierender Mindermengen. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung und sorgfältige Verwaltung von Lieferantenbeziehungen, um potenzielle finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen zu reduzieren. Die Kompensationsforderungen im Allgemeinen stellen einen mittleren Einfluss auf die finanzielle Lage des Konzerns dar und werden entsprechend gemanagt. 3.3.4 Finanzielle Risiken Im Rahmen eines zentralen Finanzrisikomanagements überwachen und steuern wir Währungs-, Investment- und Zinsänderungsrisiken zur Sicherung der finanziellen Stabilität des Konzerns. Des Weiteren umfassen Finanzrisiken auch Risiken der Einbringlichkeit von Forderungen. Steuer und Zoll Risken und sich diesbezüglich ändernder Vorschriften, sowie durch Ergebnisse von Steuerprüfung werden ebenfalls in der Kategorie der Finanzrisiken aufgeführt. Das Management der Währungsrisiken erfolgt zentral. Die konzernweiten transaktionalen Währungsrisiken werden aggregiert und durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden grundsätzlich Devisentermingeschäfte und Fremdwährungs- bzw. Zinsswaps verwendet. Das Währungsrisiko, die Marktwerte der Währungsderivate sowie die Entwicklung an den Devisenmärkten werden von der Treasury- Abteilung kontinuierlich überwacht und gesteuert. Dem Risiko der Einbringlichkeit von Forderungen begegnet Webasto mit einer laufenden Überwachung der Kreditwürdigkeit unserer Kunden mit Hilfe externer Ratings und insbesondere im Bereich Customized Solutions mit einem Freigabeprozess im Vorfeld der Aufnahme der Lieferbeziehung. Darüber hinaus wird ein konsequentes Forderungsmanagement betrieben, wobei die Bonität der Kunden, die geographische und branchenbezogene Zuordnung, die Altersstruktur der Forderungen sowie etwaiges Auftreten von Zahlungsproblemen einbezogen werden. Dennoch kann eine negative Entwicklung der finanziellen Risken eine mittlere Auswirkung auf die Ertrags- oder Finanzlage haben. Im Bereich der finanziellen Risken werden auch Risiken im Rahmen der Refinanzierung betrachtet, wobei hier vorrangig die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität für die Gruppe und die Einhaltung der Covenants betrachtet werden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 wurden aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds und der daraus folgenden Implikationen für Webasto, die zum 31. Dezember 2023 zu Covenant-Brüchen in Bezug auf Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad auf Basis der Zahlen des Konzernabschlusses führten, Verhandlungen zur Anpassung der Covenants mit den kreditführenden Banken aufgenommen. Als Ergebnis der Bankenverhandlungen wurde ein neues Term Sheet vereinbart, das alle neuen Covenants für Webasto enthält und vom Vertreter aller beteiligten Banken bestätigt wurde. Aufschiebende Bedingung für den Bürgschaftskredit, aber mit sehr begrenztem Risiko, ist die Zustimmung der Bürgen, d.h. der Länder Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die behördlichen Genehmigungen stehen unter dem Vorbehalt dieser Zustimmung. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Bürgen nicht zu einer positiven Entscheidung kommen, würden die Bankverhandlungen fortgesetzt. Die aus diesen Nachverhandlungen resultierenden Covenants werden für die Risikotragfähigkeitsanalyse der Webasto Gruppe herangezogen und laufend auf ihre Einhaltung überprüft. Im Falle der Nichteinhaltung der finanziellen Covenants und der damit einhergehenden sofortigen Fälligkeit der entsprechenden Kredite ergibt sich ein mögliches Liquiditätsrisiko. Da ein derartiges Liquiditätsrisiko bei Eintritt eine geänderte Refinanzierung der Gruppe und damit ein Finanzierungskostenrisiko unmittelbar nach sich zieht, wird das Liquiditätsrisiko lediglich qualitativ betrachtet, unterliegt jedoch einer ständigen Überprüfung. Das genannte Finanzierungskostenrisiko wird quantitativ betrachtet und in die Risikotragfähigkeitsbetrachtung mit einbezogen. 3.4 Strategische Risiken Hinsichtlich strategischer Risiken wird zwischen Geschäftsentwicklungsrisiken und Makrorisiken unterschieden. Die strategischen Risiken werden im Risikomanagementprozess nicht quantifiziert, sondern im Rahmen des strategischen Planungs- und Steuerungsprozesses gemanagt. Strategische Geschäftsentwicklungsrisiken umfassen spezifische strategische Themen und Risikopotenziale, die die Geschäftsentwicklung und Stabilität von Webasto beeinflussen können. Hierbei werden Marktentwicklungen wie Veränderungen in Kundenstrategien, Produktportfolios und Standortentscheidungen betrachtet. Besonders der wachsende Wettbewerb, dem sich die etablierten OEMs ausgesetzt sehen, sowie die beschleunigte Transformation zur E-Mobilität stellen bedeutende Herausforderungen für das bestehende Geschäft von Webasto dar. Schließlich werden in diesem Rahmen auch externe Effekte wie die Positionierung gegenüber Wettbewerbern oder die Frage der Ressourcenverfügbarkeit, die einen erheblichen Einfluss auf die mittelfristige Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben können, behandelt. Unter Makrorisiken versteht man in diesem Zusammenhang makroökonomische Entwicklungen, die ein Risiko für die Gruppe darstellen können. Dazu gehören geopolitische Einflussfaktoren, Globalisierungs- und Lokalisierungstrends sowie Megatrends, die sich in Verhaltens- und sozioökonomischen Trends widerspiegeln (z.B. die Transformation der Automobilindustrie) und zu umfangreichen Einschränkungen des laufenden Geschäfts bzw. des vorgesehenen Wachstums von Webasto führen können. Die beobachtete Wachstumsverlangsamung der chinesischen Wirtschaft und die Möglichkeit einer Rezession könnten potenziell Auswirkungen auf die Ertragskraft von Webasto haben. Diese Entwicklungen resultieren aus den generellen Herausforderungen vor denen Chinas Wirtschaft steht. Aufgrund sich ändernder wirtschaftlicher Bedingungen kann sich der Erhalt der bisherigen hohen Margen als anspruchsvoll darstellen. Diese wirtschaftlichen Veränderungen werden durch protektionistische Handelsbarrieren verstärkt, die als strategisches Risiko betrachtet werden müssen. Solche Barrieren beinhalten die vermehrte Einführung von Marktzugangsbeschränkungen durch verschiedene Länder, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu schützen oder zu verbessern. Besonders die wachsende Anzahl von Wettbewerbern aus Asien könnte sich erheblich auf unsere Verkaufspreise in wichtigen Absatzmärkten wie Europa, den USA, China und APAC auswirken. Eine weitere makroökonomische Entwicklung ist zum Beispiel die Transformation der Mobilität. In diesem Kontext stellen CO2-Regulierungen ein Risikofeld dar, das Risiken wie das Nichterreichen von Grenzwerten für OE-Kunden oder Auswirkungen auf Green Finance berücksichtigt. Weitere Aspekte innerhalb dieser Transformation sind die neuen OEs und Fahrzeuglinien und der damit verbundenen Veränderung von Marktanteilen. Ebenso resultiert aus der Transformation der Automobilindustrie eine erhöhte Risikoeinschätzung des Kapitalmarkts, was wiederum zu Auswirkungen auf die Refinanzierungsspielräume der Automobilindustrie führen könnte. Im Rahmen der geopolitischen Risiken werden Themen hinsichtlich der Destabilisierung einzelner Staaten sowie internationale Konflikte aufgegriffen. Durch weitergehende Wirtschaftssanktionen sowie Ausweitung der militärischen Handlungen können im Kontext globaler Lieferketten zu Markt-, Produktions-, und Beschaffungsrisiken für die Automobilindustrie im Allgemeinen als auch für die Wertschöpfungskette von Webasto im Spezifischen führen. Die Inflation führt zu anhaltenden Preissteigerungen, die die Kaufkraft und somit die Nachfrage nach Unternehmensprodukten mindern können. Unerwartete, langanhaltende Preiserhöhungen sowie steigende Produktions- und Personalkosten können sich insgesamt negativ auf die Gewinnmarge des Unternehmens auswirken. Darüber hinaus werden im Bereich der Cyber Security Maßnahmen definiert, um sowohl kritische Informationen innerhalb der Gruppe gegenüber externen Angriffen zu schützen als auch den Betrieb der IT-Infrastruktur z.B. gegen externe Attacken abzusichern. Hierfür werden regelmäßige Schulungsprogramme als auch fortwährende Weiterentwicklungen der systemseitigen Absicherung vorangetrieben. Gezielte Maßnahmen zur Risikominderung werden ergriffen, um diese strategischen Risiken auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, das im Einklang mit der Risikostrategie und der Risikotragfähigkeit des Unternehmens steht. 3.5 Chancen Die Webasto Gruppe definiert Chancen als künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die in einer positiven Planabweichung resultieren können. In den sich teilweise disruptiv entwickelnden Märkten, in denen wir als globales Unternehmen tätig sind, ergeben sich für uns kontinuierlich neue Chancen, die wir, sofern sie eine hinreichende Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen, direkt in unseren Planungen und Prognosen berücksichtigen. Zur Erfassung langfristiger Markt- und Technologietrends nutzen wir systematische Szenario-Betrachtungen. Durch Trend- und Umfeldanalysen sowie intensivem Kundenkontakt arbeiten wir kontinuierlich daran, Chancen und Spielräume zu identifizieren, die sich positiv auf die Kostenstruktur auswirken können. Die Identifikation und Wahrnehmung von Chancen obliegen dem operativen Management. Chancen sollen frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen genutzt werden, Die definierten Chancen werden im Rahmen des Strategie-Dialogs mit dem Vorstand diskutiert und darauf basierend Strategien entwickelt. Daraus werden Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung für die zukünftige Ausrichtung des Webasto Konzerns festgelegt. Webasto sieht strategische Chancen, die im folgenden Absatz näher beschrieben werden. Die Unternehmensstrategie von Webasto ist es, Produkte und Systeme in den Kerngeschäftsfeldern zu stärken und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus erschließen wir insbesondere im Bereich der Elektromobilität neue Geschäftsfelder. Im Einklang mit der Unternehmensstrategie von Webasto soll die Übernahme des luxemburgischen Glasherstellers die Marktposition des Geschäftsbereichs "Roof and Components" stärken. Die Investition in die Glasbearbeitungskompetenzen bei Webasto ist ein wichtiger strategischer Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei öffenbaren und nicht-öffenbaren Dachsystemen. Da Webasto eine Reihe von Technologien (Ambient Lighting, Switchable Glazing sowie Solarzellen) entwickelt hat, die nun in die Glasbearbeitung integriert werden können, ergeben sich weitere Chancen für den Geschäftsbereich Roof & Components. Webasto konzentriert sich mit seinen Produkten (neben den Dachsystemen) auf die Elektromobilität, insbesondere auf Batteriesysteme und elektrische Heizsysteme. Webasto bedient mit seinen Produkten - vor allem im Bereich Batterien - das Ziel des Automobilmarkts, effiziente und energiesparende Fahrzeuge zu bauen. Im Hinblick auf den sich beschleunigenden Trend zu alternativen Antriebstechnologien sieht Webasto insbesondere aufgrund seines Produktportfolios ein großes Potenzial für eine weiterhin hohe Nachfrage nach Webasto-Produkten in der Automobilindustrie. 3.6 Gesamtbeurteilung der Risiko- und Chancensituation der Gruppe Den ausgeführten Risiken begegnen wir in der Webasto Gruppe durch ein Risikomanagementsystem. Dieses schließt über einen dezentralen Ansatz die globale Organisation ein und deckt Business Units, Regionen und Querschnittsfunktionen ab. Unser dezentraler Risikomanagementansatz sieht vor, dass Risiken gemanagt werden, wo sie entstehen, um sicherzustellen, dass diejenigen agieren, die den besten Überblick und das Know-how hinsichtlich der jeweiligen Risikokategorie haben. Unser Risikomanagementsystem ist in unsere operative und strategische Geschäftstätigkeit integriert. Die Risikomanagement- Methode unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Der Chancenbericht entspricht einer konsolidierten Betrachtung der wesentlichen Chancen im Betrachtungszeitraum. Soweit es wirtschaftlich sinnvoll ist und im Einflussbereich unseres Konzerns liegt, versuchen wir, die sich uns bietenden Chancen zu erschließen. Auf Basis der derzeit bekannten Informationen, sowie der im Abschluss abgebildeten und der in diesem Bericht aufgeführten Einzelrisiken können wir keine zusätzlichen Chancen und Risiken erkennen, die im Geschäftsjahr 2023 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Webasto Gruppe wesentlich beeinflussen. Vor dem Hintergrund der Nachverhandlungen der Kreditverträge wurde die finanzielle Situation des Konzerns wieder stabilisiert. Der Bedarf an finanziellen Mitteln ist durch vorhandene Liquidität und freien Kreditlinien gedeckt. Angesichts der getroffenen Vorkehrungen und unserer Stellung im Markt sind wir davon überzeugt, die bestehenden Risiken beherrschen und die daraus resultierenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können. Die Gesamtbeurteilung der wesentlichen Chancen und Risiken lässt zum jetzigen Zeitpunkt keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden. 4 Ausblick 4.1 Entwicklung in Wirtschaft und Branche Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 6 Die weltweite Erholung von der Covid-19-Pandemie verläuft weiterhin langsam und wird durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erschwert. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs zu Beginn dieses Jahres und Fortschritten bei der Senkung der Inflation im Vergleich zum Höchststand des letzten Jahres ist es noch zu früh, um Entwarnung geben zu können. Die Weltwirtschaftsaktivität liegt nach wie vor unter dem Niveau vor der Pandemie, insbesondere in Schwellenländern und Entwicklungsländern, und es besteht eine wachsende Divergenz zwischen den Regionen. Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2024 ein globales Wirtschaftswachstum von voraussichtlich 2,9% erwartet, was unter dem historischen Durchschnitt von 3,8% (2000-2019) liegt. Die mit großen Risiken behafteten Wachstumsprognosen verteilen sich hierbei unterschiedlich auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In den USA wird ein BIP-Wachstum von 1,5% prognostiziert. Diese Schätzung basiert auf einer Verlangsamung des Lohnwachstums, der Erschöpfung der während der Pandemie angesammelten Ersparnisse sowie der Aufrechterhaltung einer restriktiven Geldpolitik durch die US-Notenbank. Im Euro-Raum wird das Wachstum im Jahr 2024 voraussichtlich auf 1,2% steigen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den großen Volkswirtschaften des Euro-Raums, wobei Schwächen in zinssensiblen Sektoren und eine abgeschwächte Nachfrage der Handelspartner in Deutschland zu verzeichnen sind. Gleichzeitig wird ein Aufholeffekt bei der industriellen Produktion und eine überdurchschnittliche Entwicklung der Auslandnachfrage in Frankreich erwartet. Im Vereinigten Königreich wird für das Jahr 2024 ein Wirtschaftswachstum um 0,6 % erwartet. Das BIP-Wachstum in Japan wird voraussichtlich im Jahr 2024 bei 1,0 % liegen. In China wird aufgrund der Krise auf dem Immobilienmarkt und geringerer Investitionen für das Jahr 2024 ein Wachstum von 4,2% erwartet. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Mit dem Übergang zum Jahr 2024 wird in vielen Märkten die Erreichung eines Gleichgewichts der Lagerbestände und der Beginn der Wiederherstellung der Korrelation zwischen Produktion und Nachfrage erwartet. Damit bleibt für die Produktionsaussichten u.a. der Zustand der Verbrauchernachfrage angesichts hoher Fahrzeugpreise und Zinssätze allgemein im Fokus. 6 Die in diesem Abschnitt dargestellten Informationen wurden dem "World Economic Outlook, October 2023" des Internationalen Währungsfonds entnommen. In Europa senkte S&P die Prognose für lokal produzierte Elektrofahrzeuge im nächsten Jahr, insbesondere für den VW-Konzern. Der nächste bedeutende Schritt in der Durchdringung des Automobilmarkts mit durch Batterie getriebene Fahrzeuge wird für 2025 erwartet, insbesondere durch Emissionsvorschriften. Insgesamt wird für Europa in 2024 ein Rückgang der Produktion erwartet (-1,8%). Für China geht S&P davon aus, dass die Exporttätigkeit auch in naher Zukunft robust sein wird, unterstützt durch chinesische Marken wie Chery als zweitbestverkaufte Marke in Russland und SAIC mit hoher Markenstärke in Europa. Angesichts der Erwartung, dass die Fiskal- und Geldpolitik weiterhin als Absicherung gegen die anhaltenden Immobilienrisiken dienen und das BIP-Wachstum und die Fahrzeugnachfrage stützen wird, haben sich die Produktionsaussichten für China gem. S&P verbessert, werden sich aber in 2024 im Vergleich zu 2023 voraussichtlich nicht weiter erhöhen (-0,1%). So wird Produktionswachstum gegenüber dem Vorjahr erst wieder in 2025 erwartet (+3,6%). In Japan/Korea wird für das Jahr 2024 ein Rückgang (-3,1%), während in den Regionen Südamerika (+3,8%), Südasien (incl. Indien) (+2,6%) und Nordamerika (+0,5%) ein moderates Wachstum erwartet wird. Insgesamt prognostiziert S&P für das Jahr 2024 eine weltweite Produktion von 89,4 Mio. Light Vehicles, was insgesamt etwa dem Niveau von 2023 entspricht (-0,4 %). Für den Markt der Nutzfahrzeuge wird für das kommende Jahr 2024 nur ein leichter Anstieg weltweit erwartet (+2%). Der nordamerikanische und europäische Markt schrumpft allerdings um 11% bzw. 3%. In diesen Regionen nimmt 2024 die absolute Zahl der Produktion von dieselbetriebenen Trucks ab. Der hohe Anstieg der batterieelektrischen Fahrzeuge kann den Rückgang der Verbrenner allerdings noch nicht kompensieren. 4.2 Ausblick Webasto Gruppe Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Webasto ein leichtes konjunkturelles Wachstum, jedoch weiterhin Auswirkungen von erhöhten Rohstoff- und steigenden Personalkosten sowie anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. Aufgrund der Anpassung bestehender Kreditverträge und seiner Prognose geht der Vorstand davon aus, dass das Risiko einer Verletzung der Bedingungen der Kreditverträge gering und hierdurch eine nachhaltige Finanzierung gewährleistet ist. Die Webasto Gruppe richtet ihre Geschäftsfelder weiterhin konsequent auf die globalen Wachstumsmärkte aus und genießt eine hervorragende Positionierung innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Gestützt durch die Nachfrage im Kerngeschäft sowie im Bereich Energy & Components erwartet die Webasto Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld im kommenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Durch den hohen Auftragsbestand und die zahlreichen neuen Aufträge in den etablierten und neuen Geschäftsfeldern ist Webasto für die Zukunft gut aufgestellt. Zusätzlich wurden aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen ein breit angelegtes Programm zur nachhaltigen Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern gestartet. In alle Regionen und Bereichen werden die Kapazitäten und Strukturen hinsichtlich ungenutzter Optimierungspotenziale überprüft. Im Bereich der Mitarbeiter wird diesbezüglich ein Stellenabbau im bis zu zweistelligen Prozentbereich erwartet. Aus diesen Gründen und trotz der unsicheren Rahmenbedingungen strebt das Unternehmen 2024 einen signifikanten Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern an und investiert weiter in seine Kerngeschäftsfelder sowie in die Elektromobilität. Trotz der ansteigenden Zinszahlungen wird eine deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr wird für den Free Cashflow trotz steigender Investitionen in neue Technologien und Produktionskapazitäten mit einer deutlichen Verbesserung gerechnet. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen der signifikante geplante Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern. Trotz der insgesamt angespannten und volatilen wirtschaftlichen Situation und aufgrund der guten strategischen Positionierung wird auch für die kommenden Geschäftsjahre eine positive Umsatzentwicklung erwartet. Durch die Einleitung eines weitreichenden Maßnahmenprogramms mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kostenstruktur wird angestrebt, kurzfristig die Ertragskraft des Unternehmens zu steigern. Aufgrund der starken Präsenz in den globalen Wachstumsmärkten sowie dem bestehenden Qualitätsniveau und der technologischen Innovationskraft ist die Webasto Gruppe für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Der hier dargestellte Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr basiert auf internen Planungsrechnungen. Des Weiteren sind die Annahmen durch bestehende Lieferverträge mit Kunden hinterlegt. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächliche Entwicklung durch die dynamischen, volatilen Marktbedingungen wesentlich von unserer Erwartung abweichen kann. Die Konzernleitung geht davon aus, dass trotz möglicher externer Faktoren wie zum Beispiel Inflation oder geopolitische Krisen der Fortbestand des Konzerns insbesondere aufgrund der positiven Auftragssituation sowie einer nachhaltigen Finanzierungsstruktur gegeben ist. 5 Erklärung zur Unternehmensführung Für den Zeitraum 28. April 2022 bis 27. April 2027 hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG für den Frauenanteil im Aufsichtsrat eine Zielgröße von mindestens zwei Frauen (33,33 %), unter der Bedingung, dass die Webasto SE zu diesem Zeitpunkt gemäß der Satzung sechs Aufsichtsratsmitglieder hat, und von mindestens zwei Frauen (22,22 %), unter der Bedingung, dass die Webasto SE zu diesem Zeitpunkt gemäß der Satzung neun Aufsichtsratsmitglieder hat, festgelegt. Für den Zeitraum 28. April 2022 bis 27. April 2027 hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße von mindestens einer Frau (dies entspricht im Zeitpunkt der Beschlussfassung einem Anteil von 20 %) festgelegt. Der Vorstand der Webasto SE hat für den Zeitraum 23. Juni 2022 bis 22. Juni 2027 gemäß § 76 Abs. 4 AktG für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 16 % bzw. einer Frau, und für den Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 25 % bzw. einer Frau, festgelegt.
Stockdorf, den 17. Juli 2024 Webasto
SE
Dr. Holger Engelmann Arne Kolfenbach Yanni von Roy-Jiang Jan Henning Mehlfeldt Marcel Bartling Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Webasto SE, Stockdorf Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Webasto SE, Stockdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Webasto SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 17. Juli 2024 KPMG
AG
Prof.
Dr. Grottel
Stümpfl
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2023
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2023
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Konzernkapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2023
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
* unwesentliche Korrektur Vorjahr im Sinne von IAS 8 Konzernanhang für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2023Inhalt 1 ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN 1.1 BERICHTERSTATTENDES UNTERNEHMEN 1.2 GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG 1.3 WESENTLICHE RECHNUNGSLEGUNGSMETHODEN 1.4 NEUE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN 2 GRUNDLAGEN DER KONSOLIDIERUNG 2.1 KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE 2.2 KONSOLIDIERUNGSKREIS 2.3 VERÄNDERUNG DES KONSOLIDIERUNGSKREISES 2.4 ANGABEN ZU ANTEILEN AN ANDEREN UNTERNEHMEN 3 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG 3.1 UMSATZERLÖSE 3.2 IN DEN UMSATZKOSTEN ENTHALTENE MATERIALAUFWENDUNGEN 3.3 ABSCHREIBUNGEN AUF DAS ANLAGEVERMÖGEN 3.4 AUFWENDUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER 3.5 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN 3.6 SONSTIGE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE 3.7 FINANZAUFWENDUNGEN UND FINANZERTRÄGE 3.8 HOCHINFLATION 3.9 STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG 3.10 DIVIDENDEN 4 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ 4.1 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE 4.2 SACHANLAGEN 4.3 BETEILIGUNGEN 4.4 ANTEILE AN NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN UNTERNEHMEN 4.5 ERTRAGSSTEUERANSPRÜCHE 4.6 VORRÄTE 4.7 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 4.8 SONSTIGE FINANZIELLE UND NICHT-FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE 4.9 AKTIVER RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.10 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE 4.11 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE 4.12 NICHT FORTGEFÜHRTE GESCHÄFTSBEREICHE 4.13 GEZEICHNETES KAPITAL UND RÜCKLAGEN 4.14 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ANDERE LANGFRISTIGE PERSONALVERPFLICHTUNGEN 4.15 BESTELLOBLIGO 4.16 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN 4.17 STEUERRÜCKSTELLUNGEN 4.18 FINANZVERBINDLICHKEITEN 4.19 PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNG 4.20 FINANZRISIKOMANAGEMENT UND FINANZINSTRUMENTE 5 SONSTIGE ANGABEN 5.1 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE 5.2 ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND 5.3 EVENTUALVERBINDLICHKEITEN 5.4 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG 5.5 KAPITALFLUSSRECHNUNG 5.6 ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN 5.7 BEFREIUNG NACH § 264 ABS. 3 HGB 5.8 HONORAR DES KONZERNABSCHLUSSPRÜFERS 5.9 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG 5.10 ANTEILSBESITZLISTE 5.11 AUFSTELLUNG DES KONZERNABSCHLUSSES 1 Allgemeine Erläuterungen 1.1 Berichterstattendes Unternehmen Die Webasto SE ist im Handelsregister München, HR B 199587, eingetragen. Der Konzernabschluss der Webasto SE zum 31. Dezember 2023 umfasst die Webasto SE und ihre Tochterunternehmen sowie gemeinschaftlich geführte Unternehmen (gemeinsam als "Webasto", "Webasto Gruppe" oder "Konzern" bezeichnet). Webasto ist ein weltweit tätiger Automobilzulieferer für Dach- und Thermosysteme sowie im Bereich Elektromobilität für Batteriesysteme und Ladelösungen. Die Erstausrüstung umfasst PKW, Dach- und Karosseriesysteme, Batteriesysteme und Ladestationen, sowie Temperaturmanagement bis hin zu Klimaanlagen im Bereich der Nutzfahrzeuge. Als Nachrüstkomponenten produziert und vertreibt Webasto Standheizungen, Klimaanlagen und Ladestationen. Neben den Bereichen PKW und Nutzfahrzeuge ist Webasto heute auch ein etablierter Lieferant für Hersteller von Reisemobilen, Marine- und Spezialfahrzeugen. 1.2 Grundlagen der Rechnungslegung Der Konzernabschluss der Webasto SE für das zum 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt worden. Der Begriff IFRS umfasst alle gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS), International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC). Der Vorstand bleibt bei seiner realistischen Erwartung, dass der Konzern über ausreichende Ressourcen verfügt, um seine Geschäftstätigkeit für mindestens zwölf weitere Monate fortzuführen und dass die Annahme der Unternehmensfortführung als Grundlage der Rechnungslegung angemessen bleibt. Zum Verhandlungsergebnis mit den kreditführenden Banken aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants zum 31. Dezember 2023 wird auf Kapitel 5.9 verwiesen. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses hat die Webasto SE von dem Wahlrecht des § 315e Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht, einen IFRS-Konzernabschluss aufzustellen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt, was sowohl der funktionalen Währung als auch der Darstellungswährung des Mutterunternehmens der Webasto Gruppe entspricht. Sofern nicht anders ausgewiesen, belaufen sich alle genannten Beträge auf Millionen Euro (EUR Mio.). Aufgrund kaufmännischer Rundungsregeln von Beträgen (in Millionen Euro) und Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten, die dazu führen, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren. Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 17. Juli 2024 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung des Managements Bei der Erstellung von Abschlüssen im Einklang mit den IFRS muss das Management im Rahmen seines Ermessens sachgerechte Schätzungen durchführen und Annahmen aufstellen, welche die Anwendung von Bilanzierungsmethoden sowie die Höhe der berichteten Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlich eintretenden Werte können von diesen Schätzungen abweichen. Sowohl Schätzungen als auch die jeweils zu Grunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Änderungen von Schätzungen werden in der Periode erfasst, in welcher die Änderungen vorgenommen wurden, sowie in jeder Folgeperiode, welche ebenfalls von den Änderungen betroffen ist. Die von Schätzunsicherheiten in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden betroffenen Sachverhalte, mit den wesentlichsten Auswirkungen auf die Höhe der im Konzernabschluss angesetzten Beträge, sind:
Abschlussdarstellung Die Darstellung in der Bilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, wenn sie innerhalb eines Jahres bzw. innerhalb des normalen Geschäftszyklus fällig werden. Aktive und passive latente Steuern sowie Vermögenswerte und Rückstellungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden grundsätzlich als langfristige Posten dargestellt. Die Konzern- Gewinn-und-Verlust-Rechnung, als Bestandteil der Konzern Gesamtergebnisrechnung, wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung bezieht sich, sofern nicht anders angegeben, auf die fortgeführten Aktivitäten aufgrund der Umgliederung des Charging-Geschäfts in die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. 1.3 Wesentliche Rechnungslegungsmethoden Webasto hat die nachstehenden Rechnungslegungsmethoden auf alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden stetig angewendet, es sei denn, es ist anders angegeben. Im Folgenden werden die für den Konzern unternehmensspezifischen und wesentlichen Rechnungslegungsmethoden zusammengefasst. Fremdwährungsumrechnung Die Umrechnung der Abschlüsse zur Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt nach der modifizierten Stichtagskursmethode, nach der die Posten der Bilanz mit Ausnahme des Eigenkapitals zum Kurs am Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet werden. Das Eigenkapital wird mit historischen Kursen umgerechnet. Der sich aus der Verwendung unterschiedlicher Kurse ergebende Unterschiedsbetrag wird erfolgsneutral in das Eigenkapital eingestellt. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen, bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Wechselkurse: [1] Fremdwährungsumrechnung: Währungskurse
In den in lokalen Währungen aufgestellten Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie liquide Mittel in fremder Währung zum Stichtagskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene realisierte und unrealisierte Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in den sonstigen Aufwendungen und Erträgen berücksichtigt. Die Währungseffekte auf als Nettoinvestition designierte Darlehen werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Mit Beschluss vom 26. September 2022 wurden Darlehen an verbundene Unternehmen als Teil der Nettoinvestition in die ausländischen Geschäftsbetriebe designiert, da die Abwicklung der Darlehen auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist. Erlösrealisierung Erlöse werden realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht, d.h. wenn der Kunde die Fähigkeit besitzt, die Nutzung der übertragenen Güter oder Dienstleistungen zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zieht. Voraussetzung hierfür ist, dass ein Vertrag mit durchsetzbaren Rechten und Pflichten besteht und unter anderem der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich ist. Die Höhe der Erlösrealisierung entspricht dabei dem Transaktionspreis, welcher die vertraglich vereinbarte Gegenleistung für die Übertragung von Gütern bzw. die Erbringung von Dienstleistungen darstellt. Im Transaktionspreis können unter anderem variable Gegenleistungen enthalten sein, die entweder nach der Erwartungswertmethode oder mit dem wahrscheinlichsten Betrag ermittelt werden, abhängig davon, welcher Wert die variable Gegenleistung am zutreffendsten abschätzt. Ebenso können Zahlungen oder Gutschriften an den Kunden sowie sonstige Rabatte die Höhe des Transaktionspreises beeinflussen. Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Ein immaterieller Vermögenswert aus der Entwicklung eines einzelnen Projekts wird nur dann erfasst, wenn er technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, für eine eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und ausreichend Ressourcen zur Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts zur Verfügung stehen. Entwicklungsaufwendungen, welche diese Kriterien nicht erfüllen, werden sofort ergebniswirksam erfasst. Für aktivierte Entwicklungskosten wird das Anschaffungskostenmodell angewendet, nach dem der Vermögenswert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen anzusetzen ist. Die aktivierten Beträge werden über den Zeitraum abgeschrieben, über den Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden. Der aktivierte Betrag der Entwicklungskosten wird einmal jährlich auf Wertminderung überprüft, wenn der Vermögenswert noch nicht genutzt wird oder, wenn unterjährig Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen. Betriebliche Aufwendungen und Erträge Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistungen oder, wenn sie absatzbezogen anfallen, wie Aufwendungen für Werbung, Absatzförderung und sonstige absatzbezogene Aufwendungen, zum Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse sowie die Anschaffungskosten der verkauften Handelswaren. Zu den Herstellungskosten gehören neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch fertigungsbedingte Gemeinkosten einschließlich der Abschreibung auf die Produktionsanlagen. Zinsen und Dividenden Zinserträge und -aufwendungen werden unter Verwendung der Effektivzinsmethode im Gewinn oder Verlust erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind, d. h. mit dem Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Finanzinstrument über die Laufzeit auf den Nettobuchwert abgezinst werden. Im Zusammenhang mit den Kreditvereinbarungen (Covenants) wird auf die Ausführungen zu den Finanzinstrumenten in diesem Kapitel sowie Kapitel 4.18 verwiesen. Dividendenerträge werden im Gewinn oder Verlust zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem der Rechtsanspruch des Konzerns auf Zahlung entsteht. Geschäfts- oder Firmenwert Ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, wird dieser abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zum Zweck des jährlich vorgenommenen Wertminderungstests wird der Geschäfts- oder Firmenwert den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Die Wertminderung wird bestimmt durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Liegt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Sonstige immaterielle Vermögenswerte Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte sowie aktivierte selbst geschaffene Software- und Entwicklungskosten werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Haben die immateriellen Vermögenswerte eine bestimmbare Nutzungsdauer, werden sie über den Zeitraum ihrer Nutzung, der zwischen drei und zehn Jahren liegt, linear abgeschrieben. Des Weiteren werden die sonstigen immateriellen Vermögenswerte im Fall des Vorliegens objektiver Hinweise auf Wertminderung überprüft. Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden spätestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Die auf die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns angewendeten Bilanzierungsgrundsätze stellen sich zusammengefasst wie folgt dar: [2] Bilanzierungsgrundsätze: Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen sowie Wertminderungen bewertet. Die Anschaffungskosten enthalten Anschaffungspreis und Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderungen. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen umfassen die direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten einschließlich der zurechenbaren produktionsbedingten Gemeinkosten. Sachanlagen werden grundsätzlich linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern nicht eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzenverlauf eher entspricht. Die Sachanlagen werden grundsätzlich über folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern abgeschrieben: [3] Nutzungsdauern: Sachanlagen
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der künftig erzielbare Ertrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen wertgemindert. Sind die Gründe für die Wertminderungen entfallen, werden entsprechende Wertaufholungen maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vorgenommen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung von Vermögenswerten werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst. Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten Nutzungsrechte Das Nutzungsrecht wird in Höhe der Verbindlichkeit zuzüglich anfänglich direkter Kosten, sowie Leasingzahlungen, die vor oder am Bereitstellungsdatum getätigt wurden abzüglich bereits erhaltener Anreizzahlungen des Leasinggebers, bilanziert. Die Nutzungsrechte werden zum Bereitstellungsdatum (Datum, zu dem der Vermögenswert Webasto zur Verfügung gestellt wird) bilanziell erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen. Der Vermögenswert wird linear über den kürzeren Zeitraum aus Vertragslaufzeit oder der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben, es sei denn, der Erwerb des Vermögensgegenstandes ist hinreichend sicher. Anpassungen von Leasingverbindlichkeiten werden ebenfalls im jeweiligen Nutzungsrecht abgebildet. Die großvolumigen und langlaufenden Immobilien-Leasingverträge des Webasto Konzerns haben i.d.R. eine Dauer von fünf bis zehn Jahren, die üblicherweise um weitere fünf bis zehn Jahre durch Webasto verlängert werden können. Für die Bestimmung der entsprechenden Laufzeiten dieser Leasing-Verhältnisse werden alle objektiv beobachtbaren Merkmale und Umstände berücksichtigt (z. B. weltweiter Footprint), die für die Webasto Gruppe und deren Tochtergesellschaften von Relevanz sind. Verlängerungsoptionen bzw. deren Zeiträume werden nur dann Bestandteil der bilanziellen Bewertung, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist. Kündigungsoptionen werden analog behandelt. Die Ausübung gilt als "hinreichend sicher", wenn sie weniger als "so gut wie sicher" und mehr als "wahrscheinlich" gemäß IAS 37 ist. Die sonstigen Leasingverträge haben eine Laufzeit von 13-36 Monaten. Die bilanzielle Behandlung erfolgt analog. Vertraglich vereinbarte Zahlungen, die mangels hinreichender Wahrscheinlichkeit nicht Eingang in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 gefunden haben, bewegen sich in einem für den Konzern unwesentlichen Bereich. Leasingverbindlichkeiten Zum Bereitstellungsdatum werden die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der zu diesem Zeitpunkt noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Zur Berechnung des Barwerts zieht Webasto den Grenzfremdkapitalzinssatz heran, sofern der implizite Zins der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, nicht ermittelt werden kann. Die Leasingzahlungen beinhalten:
Nach dem Bereitstellungsdatum wird die Verbindlichkeit um geleistete Leasingzahlungen verringert und um den Zinsanteil erhöht. Sollten sich aus dem Leasingvertrag heraus Änderungen ergeben, wird die Verbindlichkeit entsprechend angepasst. Kurzfristige sowie geringwertige Leasingverhältnisse Kurzfristige Verträge mit einer Laufzeit ≤ 12 Monate ohne Kaufoption sowie Verträge über geringwertige Vermögenswerte (bis EUR 5.000) werden direkt aufwandswirksam erfasst. Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt, die auch Transaktionskosten umfassen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen bis zu dem Zeitpunkt, an dem die gemeinschaftliche Führung endet. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche Die Gruppe bilanziert langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der Buchwert hauptsächlich durch einen Verkauf anstatt durch fortgeführte Nutzung realisiert werden soll. Langfristige Vermögenswerte werden zum geringeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bilanziert. Veräußerungskosten sind Kosten, die direkt einer Verkaufsaktivität zugeordnet werden können. Ein nicht fortgeführter Geschäftsbereich ist ein Bestandteil des Konzerngeschäfts, dessen Geschäftsbereich und Cashflows vom restlichen Konzern klar abgegrenzt werden können und der einen gesonderten, wesentlichen Geschäftszweig darstellt. Eine Einstufung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich geschieht bei Veräußerung oder sobald der Geschäftsbereich die Kriterien für eine Einstufung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, wenn dies früher der Fall ist. Das Veräußerungskriterium gilt nur als erfüllt, wenn der Verkauf wahrscheinlich und der Vermögenswert zum Verkauf geeignet ist. Noch durchzuführende Aktivitäten sollten darauf abzielen, dass es unwahrscheinlich ist, dass sich die Verkaufspläne wesentlich ändern oder die Entscheidung rückgängig gemacht wird. Darüber hinaus hat das Management das Ziel, den Verkauf innerhalb eines Jahres ab Klassifizierung abzuschließen. Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte werden ab der Klassifizierung nicht mehr abgeschrieben und innerhalb der Bilanz als kurzfristige Vermögenswerte dargestellt. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen wird aus dem Jahresergebnis herausgerechnet, um ausschließlich die Ertragslage der fortzuführenden Aktivitäten innerhalb der Gewinn-und-Verlust-Rechnung darzustellen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Für weitere Details wird auf Kapitel 4.12 verwiesen. Wertminderung von Vermögenswerten Wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Buchwerte von Vermögenswerten wertgemindert sein könnten, wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Für aktivierte Entwicklungskosten wird der Wertminderungstest mindestens einmal jährlich durchgeführt. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt, um den Umfang einer ggf. vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Netto-Veräußerungswert und Nutzungswert. Der Netto-Veräußerungswert ist der durch einen Verkauf des Vermögenswerts erzielbare Betrag aus einer marktüblichen Transaktion zwischen sachverständigen und vertragswilligen Parteien abzüglich Veräußerungskosten. Unter Nutzungswert wird der Barwert des geschätzten künftigen Cashflows verstanden, der aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungsdauer erwartet werden kann. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der erwarteten Cashflows. Als Diskontierungssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende Einheit) bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann. Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts niedriger als sein Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung des Vermögenswerts. Wertminderungsaufwendungen werden in den Funktionskosten erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen. Finanzinstrumente Sämtliche (Ver-)Käufe von Finanzinstrumenten werden mit dem am Handelstag gültigen Wert abgewickelt. Mit Ausnahme von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind sämtliche Finanzinstrumente beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Werden Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet, erfolgt eine Zuordnung direkt zurechenbarer Transaktionskosten zum Zeitwert. Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei erstmaliger Erfassung zum Transaktionspreis angesetzt. Für die Folgebewertung wird ein finanzieller Vermögenswert als zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Schuld-/ Eigenkapitalinstrument) oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn sie im Rahmen eines Geschäftsmodells ausschließlich zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden (Geschäftsmodell "Halten") und die Vertragsbedingungen an festgelegten Zeitpunkten nur zu Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag führen. Schuldinstrumente werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn sie im Rahmen eines Geschäftsmodells zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme sowie der Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen") und die Vertragsbedingungen an festgelegten Zeitpunkten nur zu Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag führen. Hierzu zählen auch die im Rahmen des echten Factorings bereits vom Kunden erhaltenen Zahlungen, die dem Factor rechtlich zustehen und zum Stichtag noch weitergegeben werden müssen. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Beizulegender Zeitwert Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Ermittlung von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer anerkannter Bewertungsmodelle. Fortgeführte Anschaffungskosten Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen und unter Berücksichtigung von Disagien und Agien beim Erwerb ermittelt und beinhalten direkt zurechenbare Transaktionskosten und Gebühren, die einen integralen Teil des Effektivzinssatzes darstellen. Bei den kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden werden die Buchwerte wegen des relativ kurzen Zeitraums zwischen Entstehung und erwarteter Realisierung als beizulegende Zeitwerte betrachtet. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente, wie beispielsweise Devisentermingeschäfte, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern. In Einklang mit IFRS 9 werden diese Finanzinstrumente zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und auch in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert der derivativen Finanzinstrumente wird als Vermögenswert angesetzt, wenn er positiv ist und als Schuld, wenn er negativ ist. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken gehalten und zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden sofort ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst. Neben derivativen Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente mit Banken vereinbart wurden, werden auch in finanziellen Verbindlichkeiten eingebettete Derivate separiert, wenn diese für sich genommen ein Derivat darstellen, wenn nicht das gesamte hybride Finanzinstrument erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird und wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken der finanziellen Verbindlichkeit verbunden sind. Zu separierende eingebettete Derivate lagen im Geschäftsjahr 2023 nicht vor. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Derivate werden Marktwerte verwendet, die der Webasto SE von den jeweiligen Bankpartnern zur Verfügung gestellt werden. Diese werden anhand eigener Berechnungen verplausibilisiert, die auf aktuellen Marktdaten sowie üblichen Bewertungsmodellen beruhen. Die Bewertung trennungspflichtiger eingebetteter Derivate erfolgt auf Basis eines Bewertungsmodells, das erwartete Cashflows auf den aktuellen Bewertungsstichtag diskontiert. Seit dem Geschäftsjahr 2021 werden die auftretenden Wertänderungen aus Derivaten sowie die Ergebnisbeiträge aus realisierten Devisentermingeschäften im Finanzergebnis erfasst, da die Kriterien des Hedge Accountings nach IAS 39 nicht mehr erfüllt waren. Folgebewertung und Gewinne und Verluste - Vorgehensweise
Wertminderung finanzieller Vermögenswerte Die Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte basieren auf erwarteten Kreditverlusten (sog. "Expected-Credit-Loss-Modell", ECL). Für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt bei initialer Erfassung eine Ermittlung in Höhe der erwarteten 12-Monats Kreditverluste (Stufe 1). Hiervon ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die dem vereinfachten Wertberichtigungsmodell unterliegen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzinstrumente außerhalb der Stufe 1 des allgemeinen Wertberichtigungsmodells ist eine Ermittlung der lebenslangen Kreditverluste vorzunehmen. Sofern ein signifikant gestiegenes Kreditrisiko vorliegt, erfolgt somit ein Transfer in die Stufe 2 des Expected-Credit-Loss-Modell. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, werden die finanziellen Vermögenswerte in die Stufe 3 des Expected-Credit-Loss-Modell eingeordnet. Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erfolgt bei Webasto auf Schuldnerebene in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren (z.B. schuldnerspezifische Kreditrisiken und Länderrisiken). Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. 12-MonatsKreditverluste sind der Anteil der erwarteten Kreditverluste, die aus Ausfallereignissen resultieren, die innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag (oder einem kürzeren Zeitraum, wenn die erwartete Laufzeit des Instruments weniger als 12 Monate beträgt) möglich sind. Sofern die Voraussetzungen für ein geringes Kreditrisiko nicht erfüllt sind, bedarf es einer Beurteilung der Veränderung des Kreditrisikos. Bei der Festlegung, ob das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit der erstmaligen Erfassung signifikant gestiegen ist, und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt Webasto angemessene Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Sofern ein finanzieller Vermögenswert mehr als 30 Tage überfällig ist, wird von einem signifikant gestiegenen Kreditrisiko ausgegangen. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung liegen vor, wenn Webasto mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten Zahlungsströme rechnet. Hierzu zählen bspw. Signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder Schuldners, Hinweise auf eine Insolvenz oder sonstige Sanierungsverfahren sowie Verschlechterung der Marktkonditionen. In diesem Sinne gelten finanzielle Vermögenswerte mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als ausgefallen, wenn sie mehr als 90 Tage überfällig sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei einer Überfälligkeit von mehr als 360 Tagen als ausgefallen angesehen. Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswertes wird abgeschrieben, wenn die Gruppe nach angemessener Einschätzung nicht davon ausgeht, dass der finanzielle Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist. Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und etwaige im Webasto Konzern vorhandene Vertragsvermögenswerte werden unter dem Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gezeigt. Die Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte im allgemeinen Ansatz sind unwesentlich. Für weitergehende Erläuterungen wird auf Kapitel 4.7 bzw. Kapitel 4.8 verwiesen. Wie in den Finanzverbindlichkeiten (vgl. Kapitel 4.18) näher beschrieben verfügt der Konzern über diverse Bankkredite, die Auflagen (Covenants) enthalten. Den Kreditgebern steht bei Vorliegen bestimmter Bedingungen ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, das prinzipiell zur sofortigen Fälligkeitsstellung der Darlehen berechtigen würde. Die Einhaltung der Covenants wird laufend überwacht und regelmäßig an die Kreditgeber berichtet. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Bewertungskategorie und Buchwerte der für den Konzern wesentlichen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2023: [4] Wesentliche Finanzinstrumente
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Echtes Factoring Um Zahlungseingänge frühzeitig zu realisieren, werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber bestimmten Kunden mittels einer Factoring Gesellschaft an eine Bank verkauft. Die betreffenden Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs ausgebucht, da alle mit dem Eigentum an den Forderungen verbundenen Chancen und Risiken auf den Erwerber übertragen werden. Die zugrunde liegenden Zahlungsströme werden im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen. Der einbehaltene Diskont wird als sonstiger Zinsaufwand bilanziert. Die im Rahmen des echten Factorings bereits vom Kunden erhaltenen Zahlungen, die dem Factor rechtlich zustehen und zum Stichtag noch weitergegeben werden müssen, sind in den kurzfristigen sonstigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die zugrunde liegenden Zahlungsströme werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (vgl. Kapitel 5.5) dargestellt. Reverse-Factoring Zur Lieferantenfinanzierung wurden Reverse-Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen, wodurch es auch zur stärkeren Ausnutzung bestehender Zahlungsziele gekommen ist. Im Rahmen dieser Programme können Lieferanten ihre Forderungen gegen Webasto Gesellschaften an die teilnehmenden Banken gegen einen Diskont abtreten und so frühzeitig den diskontierten Rechnungsbetrag erhalten. Der Konzern hat die Reverse-Factoring- Verbindlichkeiten nicht ausgebucht, da weder eine rechtliche Befreiung erlangt noch die Verbindlichkeit wesentlich durch den Eintritt in die Vereinbarung verändert wurde. Für den Konzern fallen keine zusätzlichen Zinsen für die Zahlung der Lieferantenverbindlichkeiten an die Bank an. Die Forderungen der Lieferanten werden unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, da Wesen und Funktion der Verbindlichkeit den anderen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht. Die zugrunde liegenden Zahlungsströme werden folglich im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (vgl. Kapitel 5.5) dargestellt. Vorräte Die Vorräte werden grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Anwendung der gleitenden Durchschnittsmethode angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie die zurechenbaren produktionsbezogenen Gemeinkosten. Bestandsrisiken im Zusammenhang mit einer geminderten Verwertbarkeit werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als ihr Buchwert, werden die Vorräte auf den Nettoveräußerungswert abgeschrieben. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird die daraus resultierende Wertaufholung als Minderung des Materialaufwands erfasst. Darüber hinaus beinhalten die Vorräte Leistungen aus dem Verkauf kundenspezifischer Werkzeuge, die vom OEM (Original Equipment Manufacturer) beauftragt werden und deren Verfügungsgewalt auf den jeweiligen OEM übergeht. Für Werkzeugverträge wird unterstellt, dass es sich um eigenständige Verträge handelt. Die Behandlung der Werkzeugverträge erfolgt daher analog zur Behandlung der Entwicklungsverträge (s. unten). Für etwaige nicht gedeckte Kosten wird bereits mit Vertragsabschluss eine Drohverlustrückstellung gebildet oder eine Wertminderung auf bereits aktivierte Werkzeuge vorgenommen. Die Aktivierung der zum Verkauf bestimmten Werkzeuge beginnt ab der ersten Werkzeugbestellung. Wird ein darüber hinaus gehender Verlust erwartet, wird ebenso eine Wertminderung der Werkzeuge auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Zum Vorratsvermögen gehören auch die zum Verkauf bestimmten Entwicklungsleistungen, die Bestandteil der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens sind. Die vom OEM während der Entwicklung geleisteten Zahlungen werden als erhaltene Anzahlungen passiviert. Die Verträge über zum Verkauf bestimmte Entwicklungsleistungen werden als eigenständige Verträge behandelt, sofern die Kundenzahlungen einschließlich der Zahlungen für vereinbarte Teilepreisumlagen einen Großteil der erwarteten Kosten decken. Für etwaige nicht gedeckte Kosten wird bereits mit Vertragsabschluss eine Drohverlustrückstellung gebildet oder eine Wertminderung auf die bereits aktivierte Entwicklungsleistung vorgenommen. Die Aktivierung der zum Verkauf bestimmten Entwicklungsleistung beginnt ab Beginn der Entwicklungstätigkeit. Wird ein darüber hinaus gehender Verlust erwartet, wird ebenso eine Wertminderung der aktivierten Entwicklungsleistungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Die Erlöse aus zum Verkauf bestimmter Entwicklungsleistungen und Werkzeugen werden als Umsatzerlöse ausgewiesen. Beteiligungen Der Ansatz der Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten, da diese der beste Schätzer für den beizulegenden Zeitwert sind. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten werden Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten (originäre Laufzeit bis zu 3 Monaten) und Schecks zusammengefasst. Die Guthaben bei Kreditinstituten bestehen nur bei Banken mit einem Investmentgraderating, sodass Webasto die sogenannte Low Credit Risk Exception des IFRS 9 anwendet. Von einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos geht Webasto für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus, wenn ein vertraglicher Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen vorliegt. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Im Falle von erfolgsbezogenen Zuwendungen werden diese planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Bezieht sich die Zuwendung auf einen Vermögenswert, wird sie entweder in einem passiven Abgrenzungsposten erfasst und über die erwartete Nutzungsdauer des betreffenden Vermögenswerts linear erfolgswirksam aufgelöst oder direkt von den Anschaffungskosten des Vermögenswertes abgezogen. Die von den Anschaffungskosten abgesetzten Zuwendungen mindern entsprechend die Bemessungsgrundlage für die Abschreibungen, was zu niedrigeren zukünftigen Abschreibungen führt. Die Abschreibung erfolgt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Ertragsteuern Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der Steuervorschriften der Länder, in denen die Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen tätig sind und zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind. Nach IAS 12 "Ertragsteuern" sind latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz und ihren Steuerwerten zu bilden. Latente Steueransprüche und -schulden werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens künftiger Perioden führen, es sei denn, die abweichenden Wertansätze resultieren aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld zu einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Einkommen beeinflusst hat (Initial Differences). Gleiches gilt zusätzlich für latente Steuerschulden, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts resultieren. IAS 12 verlangt zudem die Bildung von latenten Steueransprüchen auf Vorträge noch nicht genutzter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften. Latente Steueransprüche werden in dem Maße bilanziert, wie es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die temporären Differenzen und nicht genutzte steuerliche Verluste verwendet werden können. Die Unternehmenseinheiten werden individuell dahingehend beurteilt, ob es wahrscheinlich ist, dass künftiges positives steuerliches Ergebnis entsteht. Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und nach der at Equity Methode bilanzierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen im Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dabei werden die Steuersätze und Steuervorschriften zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder vom Gesetzgeber zur künftigen Anwendung verabschiedet sind. Rückstellungen für Pensionen und andere langfristige Personalverpflichtungen Die Leistungen an Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung umfassen bei Webasto sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne. Verpflichtungen für Beiträge zu beitragsorientierten Plänen werden als Aufwand erfasst, sobald die damit verbundene Arbeitsleistung erbracht wird. Vorausgezahlte Beträge werden als Vermögenswert erfasst, soweit ein Anrecht auf Rückerstattung oder Verringerung künftiger Zahlungen entsteht. Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen wird jährlich von einem anerkannten Versicherungsmathematiker nach der Methode der laufenden Einmalprämien durchgeführt. Die Bewertungen beruhen auf Schlüsselprämissen, darunter Abzinsungssätze, Gehaltstrends, Rentendynamiksätze und biometrische Wahrscheinlichkeiten. Die angesetzten Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Anleihen mit entsprechender Laufzeit erzielt werden. Aufgrund schwankender Markt- und Wirtschaftslage können die zugrunde gelegten Prämissen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen, was wesentliche Auswirkungen auf die Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben kann. Resultiert aus der Berechnung ein potenzieller Vermögenswert für den Konzern, ist der erfasste Vermögenswert auf den Barwert eines wirtschaftlichen Nutzens in Form von etwaigen künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen an den Plan begrenzt. Zur Berechnung eines Barwerts eines wirtschaftlichen Nutzens werden etwaige geltende Mindestdotierungsverpflichtungen berücksichtigt. Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar im Sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den erwarteten Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkungen der etwaigen Vermögensobergrenze aus Planvermögen. Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung angewendet wird. Der Nettozinsaufwand(-ertrag) wird im Zinsaufwand gezeigt. Altersteilzeitverpflichtungen bestehen bei vier Gesellschaften. Sie werden im Rahmen der gesetzlichen Regelungen gewährt und sind angesetzt in Höhe der von den Mitarbeitern verdienten Arbeitsentgelte, Aufstockungsbeträge und Abfindungen einschließlich der darauf entfallenden Sozialabgaben. Rückstellungen Eine Rückstellung wird angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige, gesetzliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag bewertet. Gewährleistungsrückstellungen werden sowohl für konkrete Einzelfälle als auch für potenzielle Gewährleistungsfälle gebildet und werden auf Basis von Erfahrungswerten, verfügbaren technischen Daten und Einschätzungen von Kostenentwicklungen gebildet. Rückstellungen für Drohverluste werden gebildet, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung einer vertraglichen Verpflichtung höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind. Die Rückstellung wird mit dem niedrigeren Betrag aus Erfüllungskosten und etwaigen aus der Nichterfüllung resultierenden Kosten bewertet. Weiterhin müssen seit 1. Januar 2022 auch weitere, der Vertragserfüllung direkt zurechenbare Kosten, die bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend ist, berücksichtigt werden. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. aus einer Versicherung), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn sie so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach Abzug der Erstattung ausgewiesen. Langfristige Rückstellungen werden zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst. Abgrenzungsposten Abgrenzungsposten dienen der periodengerechten Gewinnermittlung. Auf der Aktivseite werden Ausgaben ausgewiesen, die erst nach dem Bilanzstichtag zu Aufwand führen. Auf der Passivseite werden Einnahmen ausgewiesen, die erst nach dem Bilanzstichtag zu Ertrag führen. 1.4 Neue Rechnungslegungsvorschriften Neue, derzeit gültige Anforderungen Im Geschäftsjahr 2023 waren die nachfolgend beschriebenen Änderungen von Standards, die von der Europäischen Union (EU) in europäisches Recht übernommen wurden, erstmalig verpflichtend anzuwenden. [5] Neue verpflichtende Rechnungslegungsvorschriften IFRS (endorsed)
1) Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen. 2) Abweichend von den Angabevorschriften, die erst für Geschäftsjahre gelten, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, sind die Bilanzierungsvorschriften unmittelbar nach Veröffentlichung des Amendments im Mai 2023 - bzw. bei Anwendung der EU-IFRS nach EU-Endorsement im November 2023 - zu beachten. IFRS 17 - Insurance Contracts (including Amendments to IFRS 17) IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung von und Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach dem Bewertungsmodell des IFRS 17 werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten Risikoanpassung für nicht-finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt. In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird statt des Ausweises von Prämieneinnahmen in jeder Periode ein Versicherungsertrag ("insurance revenue") ausgewiesen, der alle Änderungen der Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ("liability of remaining coverage") enthält, für die das Versicherungsunternehmen eine Prämie erhält sowie den Teil der Prämien, die die Abschlusskosten decken. Der Versicherungsertrag einer Periode sowie der ebenfalls mit dem IFRS 17 eingeführte Versicherungsserviceaufwand bilden die wesentlichen Bestandteile des Versicherungsserviceergebnisses ("insurance service result"). Ein- und Auszahlungen von Sparkomponenten werden nicht als Umsatz bzw. Ertrag oder Aufwand in der Gewinn- oder Verlustrechnung ausgewiesen. Die als Versicherungsfinanzertrag und -aufwand bezeichneten Beträge resultieren aus Abzinsungseffekten und finanziellen Risiken. Sie können je Portfolio entweder erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder aber alternativ im sonstigen Ergebnis (other comprehensive income) ausgewiesen werden. Änderungen in den Annahmen, die sich nicht auf Zinsen bzw. finanzielle Risiken beziehen, werden nicht unmittelbar in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, sondern gegen die vertragliche Servicemarge gebucht und somit über die verbleibende Vertragsdauer äquivalent zu Leistungserbringung unter dem Vertrag verteilt. Lediglich für solche Gruppen von Versicherungsverträgen, für die Verluste drohen, erfolgt eine unmittelbare erfolgswirksame Erfassung von Schätzänderungen. IFRS 17 sieht für kurzlaufende Verträge ein Näherungsverfahren vor (sog. "Premium Allocation Approach"), dass die Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ähnlich der bisherigen Bilanzierung von Prämienüberträgen abbildet. Verbindlichkeiten aus eingetretenen, aber noch nicht abgewickelten Versicherungsfällen, sind unter IFRS 17 mit jeweils aktuellen Zinssätzen abzuzinsen. Für große Teile des Lebensversicherungsgeschäftes mit Überschussbeteiligung modifiziert IFRS 17 das allgemeine Bewertungsmodell, indem auch Änderungen des Aktionärsanteils an der Entwicklung der der Überschussbeteiligung zugrundeliegenden Ergebnisquellen in der vertraglichen Servicemarge erfasst und über die noch verbleibende Vertragsdauer, äquivalent zur Leistungserbringung verteilt werden. Bezüglich der Erstanwendung des IFRS 17 gilt, dass - soweit eine rückwirkende Anwendung nicht möglich ist - die vertragliche Servicemarge zum Übergangszeitpunkt anhand eines modifizierten rückwirkenden Verfahrens oder über den Vergleich des Erwartungswertes der diskontierten Zahlungsströme und Risikoanpassung mit dem Zeitwert zum Übergangszeitpunkt ermittelt werden kann. Die Änderungen aus Juni 2020 betreffen neben der Verschiebung der Erstanwendung des IFRS 17 (und der für Versicherer geltenden Ausnahme von der Erstanwendung des IFRS 9) vom 1. Januar 2021 um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 im Wesentlichen die folgenden Themenbereiche:
Die geringfügige Änderung aus Dezember 2021 hat die Möglichkeit eingeführt, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen einen sog. "classification overlay approach" anzuwenden, mit dem die Vergleichsinformationen zu den Finanzinstrumenten im Jahr vor der erstmaligen Anwendung des IFRS 17, d.h. für das Jahr 2022, aussagekräftiger gemacht werden können. Im Unterschied zu IFRS 17 sieht IFRS 9 keine Verpflichtung zu rückwirkender Anwendung vor, so dass ohne die Möglichkeit, den "classification overlay approach" anzuwenden ggf. die Vergleichsbasis für die Kapitalanlagen fehlen würde. Der "classification overlay approach" kann angewendet werden, wenn bei der gleichzeitigen Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 im Hinblick auf die Vergleichsinformationen des IFRS 9 im Jahr 2022 kein "restatement" eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt. Bei Anwendung des "classification overlay approaches" wird für die Klassifizierung in die Kategorien des IFRS 9 der jeweils zum Übergangszeitpunkt aktuelle Informationsstand genutzt, also wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte bei der Erstanwendung des IFRS 9 klassifiziert hat. Die Vergleichsinformationen werden damit grundsätzlich so dargestellt, als wären die Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 bereits in der Vergleichsperiode angewendet worden (mit Ausnahme der Impairmentregeln des IFRS 9, zu deren Anwendung man durch den "classification overlay approach" nicht gezwungen wird). Unterschiedsbeträge zwischen dem vorherigen Buchwert eines finanziellen Vermögenswertes und dem sich aufgrund des "classification overlay approaches" ergebenden Betrags sind zum Übergangszeitpunkt im Eröffnungsbilanzwert des Eigenkapitals zu erfassen. Es ist zudem der Umfang anzugeben, in dem ein Unternehmen von dem "classification overlay approach" Gebrauch macht (z.B. ob er auf alle im Jahr 2022 abgehenden finanziellen Vermögenswerte angewendet wurde) und ob und in welchem Umfang die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 angewandt wurden. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Webasto SE. Amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2 - Disclosure of accounting policies Die Änderung am IAS 1 erfordert, dass lediglich die wesentlichen Informationen zu Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden. Damit die Information wesentlich ist, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und es muss einen Anlass für die Darstellung geben. Ein Anlass kann bspw. darin bestehen, dass die Methode geändert wurde, es sich um ein Wahlrecht handelt, die Methode komplex oder stark ermessensbehaftet ist oder in Übereinstimmung mit IAS 8.10-11 entwickelt wurde. Die Änderungen im Practice Statement 2 zeigen entsprechend auf, wie das Konzept der Wesentlichkeit auf die Angabe von Rechnungslegungsmethoden angewandt wird. Damit sollen in Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle von standardisierten Ausführungen im Vordergrund stehen. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Webasto SE. Amendments to IAS 8 - Definition of accounting estimates Die Änderung am IAS 8 stellt klar, wie Unternehmen Änderungen von Rechnungslegungsmethoden besser von Schätzungsänderungen abgrenzen können. Dazu wird definiert, dass eine rechnungslegungsbezogene Schätzung immer auf eine Bewertungsunsicherheit einer finanziellen Größe im Abschluss bezogen ist. Ein Unternehmen verwendet neben Input-Parametern auch Bemessungsverfahren zur Ermittlung einer Schätzung. Bemessungsverfahren können Schätzverfahren oder Bewertungsverfahren sein. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Webasto SE. Amendments to IAS 12 - Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction Die Änderungen adressieren bisher bestehende Unsicherheiten bei der Bilanzierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen. Werden Vermögenswerte und Schulden erstmalig erfasst, galt schon bislang unter bestimmten Voraussetzungen die sog. "initial recognition exemption" (IAS 12.15). In diesen Fällen sind latente Steuern ausnahmsweise nicht anzusetzen. In der Praxis bestand Unsicherheit darüber, ob diese Ausnahmeregelung auch für Leasingverhältnisse und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen gilt. Es wurde nun eine eng begrenzte Änderung zu IAS 12 vorgenommen, um eine einheitliche Anwendung des Standards zu gewährleisten. Aufgrund dieser Änderung gilt die "initial recognition exemption" nicht mehr für solche Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Es handelt sich somit um eine Rückausnahme von der "initial recognition exemption" für eng umrissene Fälle. Die Änderungen führen dazu, dass latente Steuern z.B. auf beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse und auf Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen anzusetzen sind. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Webasto SE. Amendments to IAS 12 - International Tax Reform - Pillar Two Model Rules Mit der Änderung wird zum einen eine vorübergehende, verpflichtend anzuwendende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben, eingeführt. Zum anderen sehen die Änderungen gezielte Anhangangabepflichten für betroffene Unternehmen vor, um den Abschlussadressaten ein Verständnis über den Grad der (aktuellen und zukünftigen) Betroffenheit eines Unternehmens durch die Mindestbesteuerung zu ermöglichen. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Webasto SE. Zukünftige Anforderungen Für die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant die Webasto Gruppe keine frühzeitige Anwendung. Sofern nicht anders angegeben werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Webasto Gruppe derzeit geprüft. [6] Zukünftig verpflichtende Rechnungslegungsvorschriften IFRS (endorsed)
* Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen. Amendments to IAS 1 - Classification of Liabilities as Current or Non-current sowie Non-current Liabilities with Covenants Die im Januar 2020 verabschiedeten Änderungen an IAS 1 betreffen eine begrenzte Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig. Es wird klargestellt, dass die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig von den Rechten des Unternehmens zum Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche Rechte vor, klassifiziert das Unternehmen die Schuld als langfristig. Das Recht, die Erfüllung der Schuld zu verschieben, muss hierbei substanziell sein. Sofern das Unternehmen für die Ausübung eines derartigen Rechtes bestimmte Bedingungen zu erfüllen hat, müssen diese am Abschlussstichtag erfüllt werden; anderenfalls folgt eine Klassifizierung als kurzfristig. Für die Klassifizierung einer Schuld ist es dabei unerheblich, ob das Management beabsichtigt oder erwartet, dass die Schuld tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfüllt wird. Entscheidend für die Klassifizierung sind lediglich am Abschlussstichtag bestehende Rechte, die Erfüllung der Schuld um mindestens 12 Monate zu verschieben. Dies gilt auch im Falle der Erfüllung innerhalb des Wertaufhellungszeitraums. Die Änderungen wurden (nach zwischenzeitlicher Verschiebung des Erstanwendungszeitpunktes der Änderungen vom 1. Januar 2022 auf den 1. Januar 2023 durch Änderungen aus Juli 2020) durch eine weitere im Oktober 2022 veröffentlichte Änderung des IAS 1 ergänzt. Die neue Änderung betrifft die Klassifizierung von Schulden, die Nebenbedingungen (covenants) unterliegen. Das IASB stellt dabei klar, dass Nebenbedingungen, die vor oder am Bilanzstichtag einzuhalten sind, Auswirkung auf die Klassifizierung als kurz- oder langfristig haben können. Nebenbedingungen, die lediglich nach dem Bilanzstichtag einzuhalten sind, haben dagegen keinen Einfluss auf die Klassifizierung. Statt einer Berücksichtigung im Rahmen der Klassifizierung sind solche Nebenbedingungen in den Anhangangaben offenzulegen. Hierdurch soll den Abschlussadressaten ermöglicht werden zu beurteilen, inwiefern langfristige Verbindlichkeiten innerhalb von 12 Monaten rückzahlbar werden könnten. Die Änderungen sind nun insgesamt auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Eine vorzeitige (gemeinsame) Anwendung der Änderungen ist zulässig. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Amendments to IFRS 16 - Lease Liability in a Sale and Leaseback Die Änderung betrifft die Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten aus Sale-and-Leaseback- Transaktionen und schreibt vor, dass ein Leasingnehmer im Anschluss an einen Verkauf die Leasingverbindlichkeit so zu bewerten hat, dass er keinen Betrag im Gewinn oder Verlust erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Die neu eingefügten Paragrafen erläutern unter anderem anhand von Beispielen, unterschiedliche mögliche Vorgehensweisen, insbesondere bei variablen Leasingzahlungen. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. [7] Zukünftige Rechnungslegungsvorschriften IFRS (not endorsed)
* Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen
Datum beginnen.
Amendments to IAS 7 and IFRS 7 - Supplier Finance Arrangements Die Änderungen betreffen Angabevorschriften im Zusammenhang mit Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen - auch als Lieferkettenfinanzierung, Finanzierung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder Reverse-Factoring- Vereinbarungen bekannt. Die neuen Vorschriften ergänzen die in anderen Standards bereits enthaltenen Anforderungen und schreiben explizit folgende Anhangangaben vor:
Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Amendments to IAS 21 - Lack of Exchangeability Die Änderung betrifft die Bestimmung des Wechselkurses bei langfristig fehlender Umtauschbarkeit; bislang enthielt der IAS 21 keine entsprechenden Vorschriften dazu. IAS 21 wird nunmehr ergänzt um:
Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2025 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Amendments to IFRS 10 and IAS 28 - Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen. Nach IFRS 10 hat ein Mutterunternehmen den Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung eines Tochterunternehmens bei Verlust der Beherrschungsmöglichkeit in voller Höhe in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen. Demgegenüber verlangt der aktuell anzuwendende IAS 28.28, dass der Veräußerungserfolg bei Veräußerungstransaktionen zwischen einem Investor und einer at-equity bewerteten Beteiligung - sei es ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen - lediglich in der Höhe des Anteils der anderen an diesem Unternehmen zu erfassen ist. Künftig soll der gesamte Gewinn oder Verlust aus einer Transaktion nur dann erfasst werden, wenn die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Transaktion als share oder asset deal ausgestaltet ist. Bilden die Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb, ist lediglich eine anteilige Erfolgserfassung zulässig. Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben. 2 Grundlagen der Konsolidierung 2.1 Konsolidierungsgrundsätze Der Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn der Konzern Beherrschung erlangt hat. Die beim Erwerb übertragene Gegenleistung sowie das erworbene identifizierbare Nettovermögen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Jeder entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung überprüft. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Transaktionskosten werden sofort als Aufwand erfasst, sofern sie nicht mit der Emission von Schuldverschreibungen oder Dividendenpapieren verbunden sind. Die übertragene Gegenleistung enthält keine mit der Erfüllung von zuvor bestehenden Beziehungen verbundenen Beträge. Solche Beträge werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Jede bedingte Gegenleistungsverpflichtung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird die bedingte Gegenleistung als Eigenkapital eingestuft, wird sie nicht neu bewertet, und eine Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Ansonsten werden spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der bedingten Gegenleistungen im Gewinn oder Verlust erfasst. Tochterunternehmen Die Abschlüsse der Gesellschaften, über die der Konzern Beherrschung im Sinne des IFRS 10 ausübt (Tochterunternehmen), werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - mit einer Ausnahme - zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert, wobei Beherrschung als die Möglichkeit definiert ist, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Aktivitäten einen Nutzen zu ziehen. Beherrschung ergibt sich im Regelfall aus dem Halten der Mehrheit von Stimmrechten. Dabei werden auch gegenwärtig ausübbare potenzielle Stimmrechte berücksichtigt. Nicht beherrschende Anteile Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Verlust der Beherrschung Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen, nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital aus. Der entstehende Gewinn oder Verlust wird im Gewinn oder Verlust erfasst. Der zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet. Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen Die Anteile des Konzerns an nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen umfassen grundsätzlich Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen. Assoziierte Unternehmen gibt es derzeit in der Webasto Gruppe nicht. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch Transaktionskosten zählen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis, der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen bis zu dem Zeitpunkt, an dem die gemeinschaftliche Führung endet. Der Bilanzstichtag und die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für ähnliche Geschäftsvorfälle und Ereignisse der nach der Equity Methode konsolidierten Unternehmen und des Konzerns stimmen überein. Bei der Konsolidierung eliminierte Geschäftsvorfälle Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle und alle nicht realisierten Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, werden gegen die Beteiligung in Höhe des Anteils des Konzerns an dem Beteiligungsunternehmen ausgebucht. Nicht realisierte Verluste werden auf die gleiche Weise eliminiert wie nicht realisierte Gewinne, jedoch nur, falls es keinen Hinweis auf eine Wertminderung gibt. 2.2 Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden neben der Webasto SE alle Unternehmen einbezogen, über die die Webasto SE die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 oder die gemeinsame Beherrschung zusammen mit anderen Parteien im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. In der Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2023 sind alle Gesellschaften des Webasto Konzerns aufgeführt. Die im Konzernabschluss enthaltenen Unternehmen sind gekennzeichnet. Wesentliche Anteile, die nicht den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen sind, existieren nicht. 2.3 Veränderung des Konsolidierungskreises Der Konsolidierungskreis der Webasto Gruppe umfasst im Geschäftsjahr 2023 neben der Webasto SE insgesamt 58 (Vj. 60) weitere Unternehmen. Davon haben 6 (Vj. 6) Unternehmen ihren Sitz in Deutschland und 52 (Vj. 54) Unternehmen im Ausland. [8] Konsolidierungskreis
Im Geschäftsjahr 2023 veränderte sich der Konsolidierungskreis wie folgt: Zugänge: Mit Wirkung zum 10. Mai 2023 wurde die Webasto Thailand Co., Ltd. mit Sitz in Bangkok gegründet und erstmals im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzern einbezogen. Weiterhin wurde die WRSI de Mexico Charging Systems Shelf 3 mit Sitz in Guanajuato im Geschäftsjahr 2023 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Beide Zugänge haben für den Konzern keine wesentliche Auswirkung. Abgänge: Im Geschäftsjahr 2023 wurden vier Gesellschaften liquidiert und sind somit nicht mehr Teil des Konsolidierungskreises. Aus der Liquidation entstand kein wesentlicher Gewinn bzw. Verlust. Im Geschäftsjahr 2022 veränderte sich der Konsolidierungskreis wie folgt: Mit Wirkung zum 09. August 2022 erwarb die Webasto Roof & Components SE, Stockdorf, 100% der Anteile an der Carlex Glass Luxembourg S.A. mit Sitz in Luxembourg. Mit Wirkung zum 28. Januar 2022 wurde die Webasto Zilina Slovakia s.r.o liquidiert und ist somit nicht mehr Teil des Konsolidierungskreises. Aus der Liquidation entstand ein Verlust von EUR 0,6 Mio. Unternehmenszusammenschlüsse Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2023: Im Geschäftsjahr 2023 fanden keine Transaktionen statt, die den Kriterien eines Unternehmenszusammenschlusses nach IFRS 3 entsprechen. Unternehmenszusammenschlüsse im Geschäftsjahr 2022: Mit Wirkung zum 09. August 2022 erwarb die Webasto Roof & Components SE, Stockdorf, 100% der Anteile an der Carlex Glass Luxembourg S.A., einem Hersteller von (Spezial)- Gläsern für die Automobilindustrie mit Sitz in Luxemburg, zu einem Kaufpreis von EUR 57,4 Mio. Der Kaufpreis besteht aus einer Barkomponente von EUR 51,4 Mio. sowie einer bedingten Gegenleistung an die ehemaligen Eigentümer, die zum Akquisitionsdatum diskontiert mit EUR 6,0 Mio. bewertet ist. Die erfolgsabhängige Komponente kommt im Jahr 2024 zur Auszahlung und bemisst sich in ihrer Höhe an der erreichten Profitabilität von Carlex Glass Luxembourg S.A. (jetzt Webasto Luxembourg S.A.) im Geschäftsjahr 2023. Die bedingte Kaufpreiszahlung beträgt höchstens EUR 7,0 Mio. Auf Basis der aktuellen Zahlen und des zugrundeliegenden Business Plans ist es sehr wahrscheinlich das alle Bedingungen für die komplette Auszahlung der bedingten Kaufpreiszahlung eintreten werden. Die Kaufpreisallokation ist hinsichtlich einiger Aktiva und Passiva vorläufig. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden Immaterielle Vermögenswerte (Technologien) von EUR 2,0 Mio. erfasst. Die Nutzungsdauer der erworbenen Technologien beträgt 10 Jahre. Im Rahmen der Akquisition entstand ein negativer Unterschiedsbetrag von EUR 18,2 Mio., der im Geschäftsjahr 2022 ergebniswirksam als sonstiger Ertrag vereinnahmt wurde. Der negative Unterschiedsbetrag ist darauf zurückzuführen, dass das neu bewertete Reinvermögen des erworbenen Unternehmens den Kaufpreis übersteigt. Durch den Erwerb von Carlex Glass Luxembourg S.A. stärkt die Webasto Gruppe ihr Know- How im Bereich der (Spezial)-Glasfertigung. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit vom 09. August 2022 wurden Umsatzerlöse von EUR 48,8 Mio. und ein EBIT von EUR 0,1 Mio. erzielt. Wäre die Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2022 in den Konzern miteinbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz von EUR 105,8 Mio. und mit einem EBIT von EUR 1,7 Mio. zum Konzernergebnis beigetragen. Transaktionskosten von EUR 0,6 Mio. wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar: [9] Erworbene Vermögenswerte und Schulden
2.4 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen Wesentliche Gemeinschaftsunternehmen Wesentliches Gemeinschaftsunternehmen der Webasto SE ist die Indel Webasto Marine S.r.L.,St. Agata Feltria (50%). Für nähere Informationen wird auf Kapitel 4.4 sowie auf Kapitel 5.10 verwiesen. Tochterunternehmen und nicht beherrschende Anteile Wesentliche Tochterunternehmen der Webasto SE sind die Webasto Roof & Components SE, Stockdorf, sowie die Webasto Thermo & Comfort SE, Gilching, an denen die Webasto SE direkt jeweils 100% der Anteile hält. Für nähere Informationen zu den Tochterunternehmen wird auf Kapitel 5.10 verwiesen. Wesentliche nicht beherrschende Anteile existieren im Konzern nicht. 3 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Sofern nicht anders angegeben beziehen sich die Angaben für die Jahre 2023 und 2022 auf die fortzuführenden Aktivitäten aufgrund der Umgliederung des Charging-Geschäfts in die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Für die Angaben zu den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen wird auf Kapitel 4.12 verwiesen. 3.1 Umsatzerlöse Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden nach Kategorien und Geschäftsbereichen: [10] Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Der Anstieg der gesamten Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus höheren Umsätzen in den Geschäftsbereichen Energy & Components sowie Roof & Components. Die Zahlungsbedingungen bewegen sich innerhalb des üblichen Rahmens der Automobilindustrie und sind zusätzlich abhängig von der individuellen Kundenvereinbarung. Die Rücknahme- und Erstattungsverpflichtungen sowie die Garantien entsprechen den geläufigen Geschäftsbedingungen innerhalb der Automobilindustrie und sind zusätzlich abhängig von der individuellen Kundenvereinbarung. In den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2023 sind auch die im Vorjahr vom Kunden erhaltenen Anzahlungen für Werkzeug- und Entwicklungsleistungen als Erlöse aus dem Verkauf von Werkzeugen in Höhe von EUR 6,9 Mio. (Vj. EUR 14,7 Mio.) bzw. als Erlöse aus Entwicklungsleistungen in Höhe von EUR 19,1 Mio. (Vj. EUR 33,6 Mio.) ausgewiesen. 3.2 In den Umsatzkosten enthaltene Materialaufwendungen Die in den Umsatzkosten enthaltenen Materialaufwendungen betragen EUR 2.887,5 Mio. (Vj. EUR 2.744,3 Mio.). 3.3 Abschreibungen auf das Anlagevermögen Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Abschreibungen auf das Anlagevermögen der fortgeführten Aktivitäten: [11] Abschreibungen auf Anlagevermögen
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben in Höhe von EUR 8,1 Mio. (Vj. EUR 7,7 Mio.) bestehen aus den Abschreibungen auf Kundenbeziehungen und erworbene Technologien aus dem Erwerb der Webasto Korea Holding Ltd. in Höhe von EUR 6,7 Mio. (Vj. EUR 7,2 Mio.) sowie EUR 1,4 Mio. (Vj. EUR 0,5 Mio.) aus dem Erwerb der Carlex Glass Luxembourg S.A. 3.4 Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer Die Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer betragen EUR 984,2 Mio. (Vj. EUR 927,0 Mio.). Hierin enthalten sind Löhne (inkl. soziale Abgaben) von EUR 208,3 Mio. (Vj. EUR 197,8 Mio.) bzw. Gehälter (inkl. soziale Abgaben) von EUR 736,1 Mio. (Vj. EUR 700,3 Mio.) sowie Kosten der Altersversorgung von EUR 39,8 Mio. (Vj. EUR 29,0 Mio.). Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt: [12] Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
3.5 Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten gliedern sich wie folgt in projektorientierte Entwicklungskosten sowie Vorentwicklungskosten auf: [13] Forschungs- und Entwicklungskosten
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 In den projektorientierten Entwicklungskosten sind wie auch im Vorjahr keine planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsprojekte enthalten. 3.6 Sonstige Aufwendungen und Erträge Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der sonstigen Aufwendungen und Erträge: [14] Sonstige Aufwendungen und Erträge
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Die Kursgewinne von EUR 100,9 Mio. (Vj. EUR 205,5 Mio.) sind im Wesentlichen bedingt durch die Wechselkursschwankungen des EUR im Verhältnis zum USD und CNY. Der negative Unterschiedsbetrag von EUR 0,0 Mio. (Vj. EUR 18,2 Mio.) resultiert aus der Akquisition der Webasto Carlex Glass Luxembourg S.A. im Jahr 2022. Der Rückgang der sonstigen übrigen Erträge auf EUR 28,6 Mio. (Vj. EUR 51,0 Mio.) ist im Wesentlichen aus dem Rückgang von periodenfremden Erträgen im Zusammenhang mit Kompensationsverhandlungen mit Kunden zurückzuführen. Ferner sind in diesem Posten auch die Zuwendungen der öffentlichen Hand enthalten. Die Erträge aus Anlagenabgängen stammen im Wesentlichen aus dem Verkauf von nicht mehr notwendigem Produktionsequipment in Korea. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen im Wesentlichen aus Währungsverlusten von EUR 103,8 Mio. (Vj. EUR 98,7 Mio.) durch die Wechselkursschwankungen des EUR im Verhältnis zum USD und CNY. 3.7 Finanzaufwendungen und Finanzerträge Die folgenden beiden Tabellen zeigen eine Übersicht der Finanzaufwendungen und -erträge insbesondere jener aus derivativen Finanzinstrumenten: [15] Finanzaufwendungen und -erträge
[16] Aufwendungen und Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten
Im Geschäftsjahr betrug der realisierte Gewinn aus derivativen Finanzinstrumenten EUR 1,7 Mio. (Vj. realisierter Verlust von EUR 27,5 Mio.) Die Nettogewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar: [17] Finanzinstrumente: Nettogewinne und Verluste
Die Gewinne und Verluste resultierten aus Finanzinstrumenten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie aus der Wertänderung der Derivativen Finanzinstrumente. Die Gewinne setzen sich im Wesentlichen aus Gewinnen aus der Wertänderung von derivativen Finanzinstrumenten EUR 42,7 Mio. (Vj. EUR 71,3 Mio.) sowie aus Zinserträgen aus Guthaben bei Kreditinstituten EUR 2,6 Mio. (Vj. EUR 4,6 Mio.) zusammen. Die Verluste bestehen im Wesentlichen aus der Wertänderung von derivativen Finanzinstrumenten EUR 28,3 Mio. (Vj. EUR 81,3 Mio.), Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 48,0 Mio. (Vj. EUR 21,0 Mio.) sowie der Veränderung der Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 1,2 Mio. (Vj. EUR 5,9 Mio.) wie auch in Kapitel 4.7 dargestellt. 3.8 Hochinflation Aufgrund der rapiden Abwertung der türkischen Lira wird die wirtschaftliche Lage der Türkei seit dem 30. Juni 2022 als hochinflationär angesehen. Da die Effekte aus IAS 29 für den Konzern nicht wesentlich waren, kam der Standard wie im Vorjahr nicht zur Anwendung. 3.9 Steuern vom Einkommen und Ertrag Die folgende Tabelle zeigt die Steuern vom Einkommen und Ertrag gegliedert in laufende und latente Steuern. [18] Steuern vom Einkommen und Ertrag
* inklusive nicht fortgeführter Geschäftsbereiche In den laufenden Steuern sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 4,9 Mio. (Vj. Erträge in Höhe von EUR 13,1 Mio.) enthalten. Die folgende Tabelle zeigt die aktiven und passiven latenten Steuern pro Bilanzposten. [19] Latente Steuern
* inklusive nicht fortgeführter Geschäftsbereiche Die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern wurde in Höhe von EUR -18,1 Mio. (Vj. EUR -18,3 Mio.) erfolgswirksam erfasst, während EUR -2,3 Mio. (Vj. EUR 1,5 Mio.) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Die Bestandteile der im Eigenkapital erfassten Ertragsteuern setzen sich zusammen aus direkt im Eigenkapital erfassten Steuern, d.h. Währungseffekte (EUR -2,3 Mio.) und ertragsteuerliche Auswirkungen auf das sonstige Gesamtergebnis (OCI), d.h. IAS 19 Employee Benefits auf die betriebliche Altersversorgung (EUR 0,05 Mio.). Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz in der Bilanz und den für steuerliche Zwecke beizulegenden Werten und auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge gebildet. Saldierungen erfolgten für Steueransprüche und -verpflichtungen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen. Insgesamt wurden von Gesellschaften, die in den Jahren 2023 oder 2022 negative Ergebnisse erwirtschafteten, latente Steuerforderungen in Höhe von EUR 13,6 Mio. (Vj. EUR 16,0 Mio.) gebildet, deren Werthaltigkeit sich aufgrund der Planungen ergibt. Auf temporäre Differenzen in Höhe von EUR 218,5 Mio. (Vj. EUR 203,8 Mio.) wurden keine latenten Steuern gebildet. Es werden keine latenten Ertragssteuerschulden auf nicht abgeführte Gewinne von Tochterunternehmen erfasst, da auf die geplanten Ausschüttungen von Tochterunternehmen an die Konzernmutter keine wesentlichen Ertragssteuerschulden anfallen. [20] Steuergutschriften und Verfallbarkeit der Verlustvorträge (berücksichtigte und nicht berücksichtigte Werte)
* inklusive nicht fortgeführter Geschäftsbereiche Von den steuerlichen nicht berücksichtigten Verlustvorträgen sind EUR 1.166,6 Mio.(Vj. EUR 907,2 Mio.) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Im Geschäftsjahr 2023 betrug der deutsche Körperschaftsteuersatz wie im Vorjahr 15,0 % zuzüglich des Solidaritätszuschlages in Höhe von 5,5 % der Körperschaftsteuer. Daraus resultiert ein nomineller Steuersatz wie im Vorjahr von 15,8 %. Die Gewerbesteuerbelastung betrug bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 352 % (Vj. 354 %) 12,3 % (Vj. 12,4 %). Die für ausländische Gesellschaften zu Grunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragssteuersätze liegen im Geschäftsjahr 2023 zwischen 9,0 % und 37,6 %. Aus Steuersatzänderungen resultiert ein latenter Steuerertrag in Höhe von EUR 0,2 Mio. (Vj. Steueraufwand von EUR -0,4 Mio.). Bei der folgenden Überleitungsrechnung werden die einzelnen gesellschaftsbezogenen und mit dem jeweiligen länderspezifischen Steuersatz erstellten Überleitungsrechnungen unter Berücksichtigung von Konsolidierungsmaßnahmen zusammengefasst. Dabei wird der erwartete Steueraufwand in den effektiv ausgewiesenen Steueraufwand übergeleitet. Der Konzern ist der Auffassung, dass die gebildeten Steuerrückstellungen für die noch nicht abgeschlossenen Jahre unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen, einschließlich der Interpretationen des Steuerrechts und der Erfahrungen, angemessen sind. [21] Ableitung des effektiven Steuersatzes
* inklusive nicht fortgeführter Geschäftsbereiche Die sonstigen Steuern beinhalten im Geschäftsjahr, wie auch im Vorjahr, im Wesentlichen Quellensteuern. Globale Mindestbesteuerung Der Konzern ist tätig in Deutschland, das ein neues Gesetz zur Einführung der globalen Mindestbesteuerung erlassen hat. Der Konzern geht davon aus, dass er der Mindeststeuer in Bezug auf seine Tätigkeiten in Rumänien unterliegen wird, in dem das Tochterunternehmen "Webasto Romania S.R.L." niedrigere aktive latente Steuern angesetzt hat und sich höhere "Tax Credits" ausgewirkt haben, die seinen effektiven Steuersatz auf unter 15 % senken. Da das neue Steuergesetz in Deutschland erst ab dem 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist, ergeben sich keine Auswirkungen auf den tatsächlichen Steueraufwand des Geschäftsjahres 2023. Der Konzern wendete die vorübergehende, verpflichtende Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben, an und erfasst diese als tatsächlichen Steueraufwand/-ertrag zum jeweiligen Entstehungszeitpunkt. Wenn die Mindestbesteuerung bereits im Geschäftsjahr 2023 gegolten hätte, würden die Gewinne aus den Tätigkeiten des Konzerns in Rumänien in Höhe von TEUR 150 der Mindeststeuer unterliegen, wobei der im Jahr 2023 auf diese Gewinne anwendbare durchschnittliche effektive Steuersatz 13,48 % betragen hat. 3.10 Dividenden Im Jahr 2023 erfolgte wie auch im Vorjahr keine Dividendenausschüttung an die Anteilseigner des Mutterunternehmens. 4 Erläuterungen zur Konzernbilanz Die Erläuterungen zur Konzernbilanz beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten aufgrund der Umgliederung des Charging-Geschäfts in die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche. Für die Angaben zu den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen wird auf Kapitel 4.12 verwiesen. 4.1 Immaterielle Vermögenswerte Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bestandsbewertung immaterieller Vermögenswerte vom Beginn bis zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres: [22] Immaterielle Vermögenswerte
Die Entwicklung der einzelnen Posten der immateriellen Vermögenswerte ist in der Entwicklung des Konzernanlagevermögens dargestellt. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten Zum Stichtag ist ein Nettobuchwert von EUR 9,0 Mio. (Vj. EUR 9,5 Mio.) angesetzt. Wie im Vorjahr waren keine wesentlichen Wertminderungsaufwendungen erforderlich. Entwicklungskosten Nach IAS 38 sind selbst erstellte Software und andere Entwicklungskosten bei Vorliegen der maßgeblichen Voraussetzungen zu aktivieren. Diese Aktivierung erfolgt im Webasto Konzern zu definierten Herstellungskosten, die direkt zurechenbare Einzelkosten sowie angemessene Zuschläge für Gemeinkosten und Abschreibungen beinhalten. Technologie Es handelt sich um erworbene Technologien der Webasto Korea Holding Ltd. sowie von Carlex Glass Luxembourg S.A., die mit den fortgeführten Anschaffungskosten von EUR 3,1 Mio. (Vj. EUR 3,4 Mio.) angesetzt sind. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von sieben bis zehn Jahren. Im Berichtsjahr fand keine Wertminderung dieser Technologien statt. Marke Im Geschäftsjahr 2022 bilanzierte der Webasto Konzern Markenrechte in Höhe von EUR 0,1 Mio. mit einer Nutzungsdauer von einem Jahr aus der Akquisition von Carlex Glass Luxembourg S.A., die im Geschäftsjahr 2023 vollständig abgeschrieben wurde. Kundenbeziehungen Es handelt sich im Wesentlichen um die im Jahr 2019 im Rahmen der Step-up Acquisition erworbenen Kundenbeziehungen der Webasto Korea Holdings Ltd. mit einem Buchwert in Höhe von EUR 33,3 Mio. (Vj. EUR 42,2 Mio.). Die planmäßige Abschreibung der Kundenbeziehungen erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren (Webasto Korea Holdings Ltd.). Geschäfts- oder Firmenwert Die Geschäfts- oder Firmenwerte im Webasto Konzern in Höhe von EUR 174,5 Mio. (Vj. EUR 174,5 Mio.) bestehen im Wesentlichen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Roof & Components" in Höhe von EUR 163,4 Mio. (Vj. EUR 163,4 Mio.). [23] Geschäfts- oder Firmenwert
Der Konzern führte die Prüfung auf Wertminderung zum 31. Oktober 2023 durch. Der erzielbare Betrag der Gruppe der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde durch Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Finanzplänen basieren. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgte u.a. auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren. Es wurde sowohl in der Einheit "Roof & Components" als auch in den übrigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten kein Wertminderungsbedarf identifiziert, da der Buchwert der Nettovermögenswerte den Nutzungswert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierende Einheit nicht übersteigt. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Roof & Components" beträgt die geplante EBITDA-Wachstumsrate 6,4 % bezogen auf die vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Finanzpläne. Die jährliche Wachstumsrate nach diesem 5-Jahres- Zeitraum (Terminal Value) beträgt für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Roof & Components" 0,0 % (Vj. 0,0 %). In diesem Zusammenhang liegt der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Roof & Components" bei 10,4 % (Vj. 9,9 %). Bei Verwendung eines um einen Prozentpunkt höheren Zinssatzes würde sich kein Wertminderungsbedarf ergeben. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Customized Solutions" beträgt die geplante EBITDA-Wachstumsrate 17,0 % bezogen auf die vom Management für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Finanzpläne. Die jährliche Wachstumsrate nach diesem 5-Jahres- Zeitraum (Terminal Value) beträgt für die zahlungsmittelgenerierende Einheit "Customized Solutions" 0,0 % (Vj. 0,0 %). In diesem Zusammenhang liegt der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern für die zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Customized Solutions" bei 10,5 % (Vj. 9,7 %). Bei Verwendung eines um einen Prozentpunkt höheren Zinssatzes würde sich kein Wertminderungsbedarf ergeben. Für die CGU "Charging Systems" wurde im Geschäftsjahr 2023 kein Impairmenttest durchgeführt, da die bilanzielle Abbildung im Geschäftsjahr 2023 nach IFRS 5 durchgeführt wurde. Die Ableitung des erzielbaren Betrags für die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit basiert auf:
4.2 Sachanlagen Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten der Sachanlagen sowie ihre Entwicklung im Berichtsjahr sind in der Entwicklung des Konzernanlagevermögens enthalten. In den Sachanlagen wurden Wertminderungen in Höhe von EUR 4,4 Mio. (Vj. EUR 1,4 Mio.) vorgenommen. [24] Sachanlagen
* Umklassifizierung i.W. von Vermögenswerten als Held for Sale Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte und die Leasingverbindlichkeiten stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar: [25] Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten
* Leasingzahlungen beziehen sich auf die fortgegführten Geschäftsbereiche ** unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Für im Gewinn und Verlust erfasste kurzfristige Leasingverhältnisse fielen im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von EUR 1,7 Mio. (Vj. EUR 9,4 Mio.) an. Die Aufwendungen für Vermögenswerte von geringem Wert betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 0,7 Mio. (Vj. EUR 0,1 Mio.) und für variable Leasingzahlungen EUR 2,0 Mio. (Vj. EUR 2,1 Mio.). Erträge aus dem Unterleasing von Nutzungsrechten sowie Sale-and-Leaseback- Transaktionen gab es im Geschäftsjahr 2023 nicht. 4.3 Beteiligungen Der Ansatz der unwesentlichen, nicht konsolidierten Beteiligungen in Höhe von EUR 0,0 Mio. (Vj. EUR 0,1 Mio.) erfolgt zu Anschaffungskosten, da diese der beste Schätzer für den beizulegenden Zeitwert sind. Da die Beteiligungen nicht zu Handelszwecken gehalten und ab Zugang erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis bewertet wurden, sind die bis zum Veräußerungszeitpunkt eingetretenen Änderungen des beizulegenden Zeitwertes erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Webasto erhielt im laufenden Geschäftsjahr keine Dividendenerträge aus diesem Eigenkapitalinstrument. 4.4 Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen Die Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen gliedern sich wie folgt auf: [26] Anteile at-Equity-Gesellschaften
Webasto hält eine 50%ige Beteiligung an der Indel Webasto Marine S.r.L., St. Agata Feltria, Italien, die wiederum 100 % der Anteile der Indel Webasto Marine USA Inc.; Pompano Beach hält. Für das Jahr 2023 beträgt der auf Webasto entfallende vorläufige Ergebnisanteil der Indel Marine Gruppe EUR 2,9 Mio. (Vj. EUR 3,6 Mio.). Der Beteiligungsbuchwert wurde um diesen Betrag erhöht. Gegenläufig wirkt eine Dividendenausschüttung von EUR 1,1 Mio. (Vj. EUR 1,5 Mio.). 4.5 Ertragssteueransprüche Die Ertragssteueransprüche in Höhe von EUR 5,9 Mio. (Vj. EUR 8,1 Mio.) entfallen im Wesentlichen auf die WRSI de México S. de R.L. de C.V. 4.6 Vorräte Die folgende Aufstellung zeigt die Bestandsbewertung von Vorräten gegliedert in Kategorien: [27] Vorräte
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Die Wertminderungen werden in den Umsatzkosten erfasst. Für die ausgewiesenen Vorräte bestehen keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen. Die zum Verkauf bestimmten Leistungen enthalten neben den zum Verkauf bestimmten Werkzeugen auch Entwicklungsleistungen in Höhe von EUR 83,9 Mio. (Vj. EUR 52,7 Mio.). 4.7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Webasto Gruppe bewertet Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis des Geschäftsmodells (Halten) und der Erfüllung des Zahlungsstromkriteriums zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Gruppe unterhält Geschäftsbeziehungen mit allen weltweit tätigen OEMs. Zum überwiegenden Teil bestehen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber diesen OEMs. Im Rahmen der Ermittlung der erwarteten Kreditverluste ermittelt Webasto einen Impairment-Faktor. Hierzu ordnet die Gruppe jedem Schuldner eine Ausfallrisiko-Einstufung zu, basierend auf Daten, die das Verlustrisiko vorhersagen wie bspw. CDS-Spreads und Ratinginformationen. Auf Grundlage der Ausfallrisiko-Einstufung und der Fälligkeit lässt sich eine laufzeitadäquate Ausfallwahrscheinlichkeit der jeweiligen Forderung ableiten. Für jeden Schuldner wird eine Kreditausfallrate für den erwarteten Kreditverlust in Abhängigkeit der Restlaufzeit berechnet. Um das makroökonomische Risiko zu berücksichtigen, fließt zusätzlich zur Ausfallrisiko-Einstufung auch die geographische Lage in die Berechnung mit ein. Der Impairment-Faktor basiert anteilig auf der Ausfallrisiko-Einstufung sowie den geographischen Informationen. Dabei wird die finanzielle Situation, Erfahrungen der Vergangenheit sowie weitere Faktoren berücksichtigt. Individuelle Risikolimits werden basierend auf internen oder externen Ratings im Einklang mit dem Vorstand festgelegt. Zukunftsgerichtete Informationen sind durch die Verwendung von bei gängigen Wirtschaftsauskunfteien bezogenen Ratings (Kunden-Ratings und Länder-Ratings) implizit berücksichtigt. Die CDS Spreads werden im Zuge der Forderungsbewertung regelmäßig adjustiert. Die Gruppe verlangt für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen keine Sicherheiten. Der Konzern hat keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte, für die keine Wertminderungen aufgrund von Sicherheiten erfasst wurden. Zur Sicherstellung der korrekten Abbildung unterliegen alle ECLs einer zusätzlichen Review- Schleife auf der jeweiligen Verantwortungsebene. Zum 31. Dezember 2023 waren Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von EUR 16,6 Mio. (Vj. EUR 17,8 Mio.) gebildet. Die Wertberichtigungen nach dem Expected- Credit-Loss-Modell zum 31. Dezember 2023 betreffen Bruttoforderungen in Höhe von EUR 664,9 Mio. (Vj. EUR 656,4 Mio.). Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen stellt sich wie folgt dar: [28] Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Rating, die Verlustrate und die erfasste Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: [29] Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Rating
Die Veränderung der Wertberichtigung im Jahr 2023 resultiert hauptsächlich aus der Auflösung in Höhe von EUR -1,5 Mio. sowie der Inanspruchnahme in Höhe von EUR -1,0 Mio. Zum 31. Dezember 2023 existieren keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche Vollstreckungsmaßnahmen unterliegen. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind auch Forderungen aus verkauften Entwicklungsleistungen nach Start der Serienproduktion enthalten, die laut Vertrag über Teilepreisumlagen in der Serienlaufzeit ratierlich beglichen werden. Diese betrugen im Berichtsjahr EUR 17,4 Mio. (Vj. EUR 21,5 Mio.). Am Bilanzstichtag waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch echtes Factoring um EUR 160,1 Mio. (Vj. EUR 83,8 Mio.) gemindert. Die im Rahmen des echten Factorings bereits vom Kunden erhaltenen Zahlungen von EUR 10,8 Mio. (Vj. EUR 56,7 Mio.), die dem Factor rechtlich zustehen und zum Stichtag noch weitergegeben werden müssen, wurden in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Beim echten Factoring übernimmt die Factoringgesellschaft das Ausfallrisiko der Forderungen. 4.8 Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte (langfristig) Sonstige finanzielle Vermögenswerte stellen übrige Forderungen dar. Die Webasto Gruppe hat für die sonstigen finanziellen Vermögenswerte das Geschäftsmodell "Halten" bestimmt. Das Zahlungsstromkriterium ist als erfüllt anzusehen, sodass die sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die sonstigen finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerte (langfristig) zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr: [30] Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte (langfristig)
Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) Die nachfolgende Tabelle zeigt die sonstigen finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerte (kurzfristig) zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr: [31] Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig)
Die Forderungen aus Versicherungserstattungen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Gewährleistungsfällen. Die erwarteten Kreditverluste für sonstige finanzielle Vermögenswerte und Forderungen sind unwesentlich. 4.9 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 20,6 Mio. (Vj. EUR 16,2 Mio.) sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag bilanziert, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 4.10 Derivative Finanzinstrumente Die folgende Tabelle zeigt den Bestand der derivativen Finanzinstrumente mit positivem Marktwert nach Fristigkeit: [32] Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert
Im Bestand befindliche Derivate werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Buchwerte entsprechen den folgenden beizulegenden Zeitwerten: [33] Derivative finanzielle Vermögenswerte (beizulegender Zeitwert)
4.11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich im Geschäftsjahr 2023 auf EUR 279,3 Mio. (Vj. EUR 118,6 Mio.) und beinhalten Zahlungsmittel wie Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten (originäre Laufzeit bis zu 3 Monaten) und Schecks. Darüber hinaus besteht dieser Bilanzposten aus Zahlungsmitteläquivalenten, die hochliquide Finanzinvestitionen darstellen, jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Sie umfassen im Wesentlichen kurzfristige Bankguthaben. Auf Basis des Geschäftsmodells (Halten) und der Erfüllung des Zahlungsstromkriteriums bewertet die Webasto Gruppe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sämtliche Buchwerte entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, unterliegen dem allgemeinen Expected-Credit-loss-Modell. Da Webasto hierbei ausschließlich Investitionen bei Schuldnern mit mind. einem Investment-Grade Rating (BBB+ oder größer) vornimmt, wird von einem geringen Kreditrisiko für diese Finanzinstrumente ausgegangen. Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalente verwendet Webasto Ratinginformationen sowie am Markt quotierte CDS-Spreads. Der ermittelte Betrag der erwarteten Kreditverluste ist unwesentlich. 4.12 Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche Im Oktober 2022 wurde der Plan des Vorstands, einen Investor für den Geschäftsbereich Charging Systems zu suchen, durch den Aufsichtsrat der Webasto Gruppe genehmigt. Somit wird seit dem 31. Dezember 2022 der Geschäftsbereich Charging Systems als nicht fortgeführter Geschäftsbereich klassifiziert. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich umfasst das gesamte Ladegeschäft (OEM und B2C) der Webasto Gruppe. Die Eliminierung der konzerninternen Salden und Transaktionen erfolgte durch die Zuordnung der Eliminierungsbuchungen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung künftiger Leistungsbeziehungen. Zum 31. Dezember 2023 ergab sich kein Wertminderungsbedarf auf Basis der Bewertungsmaßstäbe nach IFRS 5 i.V.m. IAS 36, da die Buchwerte des Ladegeschäfts unter dem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten lagen. Am 7. Februar 2024 wurde eine Kaufvereinbarung mit einem US-amerikanischen Investor über den Mehrheitserwerb des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches unterzeichnet. Der Eigentumsübergang erfolgte am 29. März 2024. Das Ergebnis für den nicht fortgeführten Geschäftsbereich stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar: [34] Ergebnis für nicht fortgeführten Geschäftsbereich
Die Forschungs- und Entwicklungskosten des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs betrugen im Jahr 2022 EUR 31,8 Mio. (Vj. EUR 41,6 Mio.). Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs ist vollständig den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen. Die Vermögenswerte und Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar: [35] Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten einen Geschäfts- oder Firmenwert von EUR 10,5 Mio. Die Kapitalflussrechnung des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar: [36] Netto Cashflow des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Aufgrund der zentralen Finanzierungsstruktur innerhalb der Gruppe stellt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Wesentlichen die Entwicklung des internen Cash-Pooling dar, um Liquiditätsunterdeckungen der Konzernunternehmen resultierend aus dem Cashflow aus operativer Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit durch Kredite ausgleichen zu können. Vor der Einstufung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ergab sich kein Wertminderungsbedarf auf Vermögenswerte des Geschäftsbereichs. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 446 Mitarbeiter (Vj. 362). Betreffend den Verkauf einzelner Vermögenswerte in Südkorea: Die Verhandlungen für zum Verkauf bestimmte Grundstücke und damit verbundene Gebäude, die im Vorjahr in Höhe von EUR 5,2 Mio. bilanziert wurden, wurden im Januar 2023 abgeschlossen. In Bezug auf den Verkauf einer Tochtergesellschaft (Veräußerungsgruppe) in China stellen sich die Vermögenswerte und Aufwendungen wie folgt dar:
Webasto hat die Verhandlungen der Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2023 noch nicht abgeschlossen. Die Bewertung der Vermögenswerte erfolgte in Übereinstimmung mit den Bewertungsmaßstäben nach IFRS 5 i.V.m. IAS 36. * In der Bilanz und der Kapitalflussrechnung werden diese weiter unter den Zahlungsmitteln aufgeführt 4.13 Gezeichnetes Kapital und Rücklagen Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr EUR 38,0 Mio. Es ist eingeteilt in 38.046.530 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien und gliedert sich wie folgt: [37] Gezeichnetes Kapital
Die Anteile sind voll eingezahlt und haben sich in den Jahren 2023 und 2022 nicht verändert. Die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 0,2 Mio. blieb ebenfalls unverändert zum Vorjahr. Die gesetzliche Rücklage in Höhe von EUR 3,8 Mio. entspricht 10 % des gezeichneten Kapitals und hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Gewinnrücklagen haben sich um EUR 195,1 Mio. (Vj. Erhöhung um EUR 27,0* Mio.) vermindert. Dabei wurde der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR -194,9 Mio. (Vj. EUR +10,9* Mio.) der Gewinnrücklage zugeführt. Im Geschäftsjahr 2023 wurde wie im Vorjahr keine Dividende aus dieser Position ausgeschüttet. Effekte aus versicherungsmathematischen Veränderungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen verminderten die Gewinnrücklagen um EUR 0,2 Mio. (Vj. Erhöhung um EUR 16,0 Mio.). Im Geschäftsjahr 2023 ergaben sich wie im Vorjahr keine Änderungen in den Konzernrücklagen aufgrund Änderungen in der Rechnungslegung. Die sonstigen Rücklagen setzen sich wie folgt zusammen: * unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 [38] Sonstige Rücklagen
Die Veränderung der sonstigen Rücklagen um EUR -49,2 Mio. auf EUR -110,3 Mio. (Vj. EUR -61,1 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus der Fremdwährungsumrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen in Höhe von EUR -30,6 Mio. und ist hauptsächlich durch die negative Währungsentwicklung zwischen EUR zu USD bzw. EUR zu CNY beeinflusst. Darüber hinaus hat sich die Rücklage für Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe um EUR -18,7 Mio. auf EUR -73,8 Mio. (Vj. EUR -55,1 Mio.) verändert, was auf Wechselkursänderungen des EUR im Verhältnis zum USD zurückzuführen ist. 4.14 Rückstellungen für Pensionen und andere langfristige Personalverpflichtungen Der Posten Rückstellungen für Pensionen und andere langfristige Personalverpflichtungen beinhaltet Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen und teilt sich wie folgt auf: [39] Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Altersversorgung weist je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern unterschiedliche Formen auf. Im Webasto Konzern gibt es zehn Konzerngesellschaften mit beitragsorientierten Versorgungsplänen, sieben Konzerngesellschaften mit leistungsorientierten Versorgungsplänen sowie zehn Unternehmen mit pensionsähnlichen Leistungen. Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen Beträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen in Höhe von EUR 28,1 Mio. (Vj. EUR 26,7 Mio.) sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und pensionsähnlichen Leistungen werden als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bilanziert und setzen sich wie folgt zusammen: [40] Rückstellungen für Pensionen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und pensionsähnlichen Leistungen
Folgende Darstellung stellt für alle betroffenen Gesellschaften den Anwartschaftsverpflichtungen das jeweilige Planvermögen bewertet zum tatsächlichen Zeitwert gegenüber: [41] Anwartschaftsverpflichtungen des Planvermögens
* Für den Zeitwertüberhang des Planvermögens verweisen wir auf Tabelle 44. Bei den Gesellschaften mit leistungsorientierten Versorgungsplänen werden aufgrund von Versorgungsplänen mit Zusagen für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen gebildet. Am bedeutendsten ist der Versorgungsplan der Webasto SE, der 643 Pensionsverpflichtungen umfasst. Zudem bestehen aus diesem Versorgungsplan, der von der ehemaligen Webasto AG aufgelegt wurde, 391 Pensionsverpflichtungen bei der Webasto Roof & Components SE und 41 Pensionsverpflichtungen bei der Webasto Thermo & Comfort SE. Dieser Plan war zum 1. Juli 1994 gekündigt worden, womit ab diesem Zeitpunkt keine weiteren Versorgungszusagen an Mitarbeiter gegeben wurden. Die Ansprüche derjenigen Arbeitnehmer, welche aufgrund der bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Versorgungsordnung bereits Rentenansprüche oder verfallbare und unverfallbare Anwartschaften erworben hatten, wurden zum 30. Juni 1994 festgeschrieben. Die Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung werden gemäß dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Der aktuelle Rententrend wurde für Europa in Höhe von 2,40 % (Vj. 2,40 %) zugrunde gelegt. Der Berechnung liegen folgende versicherungsmathematische Prämissen zugrunde: [42] Versicherungsmathematische Prämissen
Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 3 i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB beträgt EUR 0,3 Mio. (Vj. EUR 1,0 Mio.). Das Planvermögen des Konzerns verteilt sich auf die folgenden Kategorien: [43] Verteilung des Planvermögens
Das Planvermögen besteht für Pensionsverpflichtungen der Gesellschaften Webasto SE, Webasto Roof & Components SE, Webasto Thermo & Comfort SE, (alle in Deutschland) sowie Webasto Roof Systems Ltd., Großbritannien. Der überwiegende Teil des Planvermögens ohne Zeitwertüberhang entfällt mit EUR 14,6 Mio. (Vj. EUR 16,4 Mio.) auf die Webasto SE und Webasto Roof & Components SE sowie mit EUR 15,5 Mio. (Vj. EUR 13,8 Mio.) auf die Webasto Roof Systems Ltd. (Großbritannien) und ist im Wesentlichen in Form einer Rückdeckungsversicherung (Deutschland) und Eigenkapitalpapiere sowie in Trustee Fonds (Großbritannien) angelegt. Bei den Verpflichtungen zur Zahlung einer pensionsähnlichen Leistung handelt es sich um gesetzlich verpflichtende oder freiwillige Zahlungen der Unternehmen beim Ausscheiden eines Mitarbeiters. Die Höhe der Leistungen hängt in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der begünstigten Mitarbeiter ab. Die bedeutendsten Beträge entfallen auf Italien und Frankreich und betragen in etwa ein Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr des jeweiligen Mitarbeiters. Die nachstehende Übersicht zeigt die Zusammensetzung und Veränderung der Pensionsaufwendungen aufgrund leistungsorientierter Versorgungspläne und pensionsähnlicher Leistungen, die Veränderungen beim Anwartschaftsbarwert der Verpflichtung und beim Zeitwert des Planvermögens sowie die Überleitung vom Anwartschaftsbarwert zur bilanzierten Pensionsrückstellung für Pensionszusagen. [44] Zusammensetzung und Veränderung der Pensionsrückstellungen
Der in der Berechnung der Pensionsrückstellungen und des Planvermögens enthaltene saldierte Zinsaufwand (interest costs) und Zinsertrag (interest income) in Höhe von EUR 1,0 Mio. (Vj. EUR 0,3 Mio.) wird in den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichung der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Rechnungsannahmen. Eine Erfassung dieser Gewinne und Verluste erfolgt im Sonstigen Ergebnis. Sensitivitätsanalyse Bei Beibehaltung der anderen Annahmen hätten die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung mit den nachstehenden Beträgen sich geändert. [45] Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Verpflichtung
Alle Sensitivitätsrechnungen erfolgen nicht als Szenarien für alle Annahmen gemeinsam, sondern für jede untersuchte Rechnungsannahme isoliert. Der Pensionsaufwand stellt sich wie folgt dar: [46] Pensionsaufwand
Am 31. Dezember 2023 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung bei 10,35 Jahre (Vorjahr 10,87 Jahre). Das Management plant die Finanzierung der Pensionsverpflichtung aus dem laufenden operativen Geschäft. In den kommenden zehn Geschäftsjahren werden aus den wesentlichen Pensionsplänen aus den Gesellschaften Webasto SE, Webasto Roof & Components SE, Webasto Thermo & Comfort SE und Webasto Convertibles GmbH die folgenden Zahlungen erwartet: [47] Erwartete Zahlungen aus wesentlichen Pensionsplänen
Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen Für Mitarbeiter in Deutschland wurden, soweit es gesetzlich zulässig ist und seitens der Mitarbeiter dem zugestimmt wurde, Altersteilzeitvereinbarungen getroffen. Entsprechend der sich daraus ergebenden zukünftigen Verpflichtungen wurden Rückstellungen in Höhe von EUR 9,1 Mio. (Vj. EUR 6,6 Mio.) gebildet. Die Insolvenzsicherung erfolgt über eine externe Bankbürgschaft in Höhe von EUR 4,7 Mio. Verbräuchen in Höhe von EUR 0,3 Mio. (Vj. EUR 0,8 Mio.) stehen Zuführungen in Höhe von EUR 2,8 Mio. (Vj. EUR 3,3 Mio.) gegenüber. 4.15 Bestellobligo Der Webasto Konzern hat zum 31. Dezember 2023 ein Bestellobligo für Investitionen von EUR 157,7 Mio. (Vj. EUR 117,7 Mio.). 4.16 Sonstige Rückstellungen Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bestandsbewertung sonstiger Rückstellungen vom Beginn bis zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahrs: [48] Sonstige Rückstellungen
*davon langfristige Rückstellungen mEUR 52,1 und kurzfristige Rückstellungen mEUR 164,2 Die Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von EUR 122,6 Mio. (Vj. EUR 141,9 Mio.) werden zum einen auf der Grundlage von Einzelfällen und zum anderen für bestimmte Produktgruppen in Abhängigkeit von Risikograd, Garantielaufzeit und Erfahrungen aus der Vergangenheit gebildet. Die Bewertung wird auf Basis von Erfahrungswerten für Reparaturen und Reklamationen vorgenommen. Eine mögliche Inanspruchnahme hieraus ist grundsätzlich innerhalb der Garantiefrist zu erwarten. Erwartete Versicherungserstattungen werden unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von EUR 10,6 Mio. (Vj. EUR 12,7 Mio.) resultieren im Wesentlichen aus drohenden Verlusten aus langfristigen Kundenverträgen im Cabrio- und Schiebedachbereich, die innerhalb der nächsten fünf Jahre anfallen werden. Die Berechnungsbasis sind grundsätzlich die mit dem länderspezifischen Zinssatz zwischen 0,7 % und 6,5 % (Vj. zwischen 2,0 % und 5,1 %) abgezinsten zukünftigen Erlöse und Kosten aus den betroffenen Lieferbeziehungen. Die Auswirkungen des makroökonomischen Umfelds in der Automobilindustrie im laufenden Geschäftsjahr wurden bei der Bewertung der Drohverlustrückstellungen bereits berücksichtigt. Die sonstigen ungewissen Verbindlichkeiten beinhalten im vor allem Vorsorgen für Haftungsund Prozessrisiken, Rückstellungen für mögliche Erstattungsverpflichtungen gegenüber Kunden sowie Nachlaufkosten und Restrukturierungsthemen. Die relevanten Rückstellungen werden üblicherweise nach Start der Serienproduktion der Projekte in Anspruch genommen. 4.17 Steuerrückstellungen Für steuerliche Risiken wurden Rückstellungen in Höhe von EUR 1,8 Mio. (Vj. EUR 7,2 Mio.) angesetzt. 4.18 Finanzverbindlichkeiten Die Webasto Gruppe klassifiziert die Finanzverbindlichkeiten für die Folgebewertung als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. [50] Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig)
Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bestehen zum Berichtszeitpunkt aus einem Konsortialkredit in Höhe von EUR 680,8 Mio. (Vj. EUR 360,0 Mio.) mit einer Laufzeit bis zum 30. September 2026, einem Darlehen mit Nachhaltigkeitsbezug in Höhe von EUR 100,0 Mio. (Vj. EUR 100,0 Mio.) mit einer Laufzeit bis zum 8. Oktober 2027 sowie einem im Jahr 2023 neu abgeschlossenen Bürgschaftskredit in Höhe von EUR 90,0 Mio. (Vj. EUR 0,0 Mio.) mit einer Laufzeit bis zum 30. September 2027. Für die zuvor genannten Finanzverbindlichkeiten bestehen sog. Covenants. Demzufolge haben die Kreditgeber das Recht, die Kredite sofort fällig zu stellen, wenn bestimmte Kennzahlen bzw. Anforderungen (d.h. Verschuldungsgrad definiert als Netto-Finanzschulden / EBITDA und Eigenkapitalquote) innerhalb der Laufzeit zum jeweiligen Quartalsende nicht eingehalten werden. Zum Bewertungsstichtag am 31. Dezember 2023 durfte der Verschuldungsgrad 3,5 nicht überstiegen werden und die Eigenkapitalquote musste mindestens 20 % betragen. Aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants wurden die entsprechenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten einschließlich der zugehörigen Transaktionskosten in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Zum Verhandlungsergebnis mit den kreditführenden Banken aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants zum 31. Dezember 2023 wird auf Kapitel 5.9 verwiesen. Darüber hinaus beinhalten die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ein Schuldscheindarlehen in Höhe EUR 26,0 Mio. (Vj. EUR 50,5 Mio.), eine bilaterale Kreditlinie der Muttergesellschaft in Höhe von EUR 15,0 Mio. (Vj. EUR 0,0 Mio.), bilaterale Kreditlinien der Tochtergesellschaften in Höhe von EUR 21,5 Mio. (Vj. EUR 32,9 Mio.) und vom Kunden erhaltene Zahlungen im Rahmen des echten Factorings in Höhe von EUR 10,8 Mio. (Vj. EUR 56,7 Mio.), die zum Bilanzstichtag noch nicht an den Factor weitergereicht wurden. [51] Finanzverbindlichkeiten (langfristig)
Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten bestanden zum Berichtszeitpunkt aus einem Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 63,5 Mio. (Vj. EUR 89,5 Mio.), bilateralen Kreditlinien einer Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 23,5 Mio. (Vj. EUR 0,0 Mio.) sowie einem unbesicherten Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 10,0 Mio. (Vj. EUR 0,0 Mio.) mit einer Vertragslaufzeit bis zum 30. September 2027. Zusammenfassend resultiert die Veränderung der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten aus der Umgliederung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten einschließlich der zugehörigen Transaktionskosten in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants. Im Bestand befindliche Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sie sind dementsprechend der Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet. [52] Zinssensitivitätsanalyse
Die obenstehende Zinssensitivitätsanalyse zeigt, wie sich die Zinszahlungen für variabel und festverzinsliche Darlehen mit der Veränderung der Marktzinssätze ändern. Ein Anstieg bzw. Senkung der Marktzinssätze von 100 bps würde die Zinskosten um EUR 8,6 Mio. erhöhen bzw. um EUR 8,6 Mio. senken. Außer für diese finanziellen Verbindlichkeiten wird nicht erwartet, dass die in die Fälligkeitsanalyse einbezogenen Zahlungsströme erheblich zu einem wesentlich abweichenden Betrag anfallen könnten. Der Webasto Gruppe steht ein Konsortialkredit mit einem Kreditrahmen von EUR 878,0 Mio. und ein Darlehen mit Nachhaltigkeitsbezug in Höhe von EUR 100,0 Mio. sowie bilaterale Kreditlinien in Höhe von EUR 98,5 Mio. zur Verfügung. Weiterhin steht dem Konzern ein Bürgschaftskredit in Höhe von EUR 90,0 Mio., ein unbesichertes Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 10,0 Mio. und ein in vier Tranchen unterteiltes Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 89,5 Mio. zur Verfügung. Diese vier Tranchen haben unterschiedliche Laufzeiten von ein bis zwei Jahren. Im Zusammenhang mit dem Konsortialkredit, der bilateralen Kreditlinien und des Schuldscheindarlehens fielen Transaktionskosten an, die über die Kreditlaufzeit aufwandswirksam werden. In weiteren Konzerngesellschaften wurden Kreditlinien mit EUR 45,0 Mio. (Vj. EUR 32,9 Mio.) in Anspruch genommen. Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung sonstiger langfristiger Verbindlichkeiten: [53] Sonstige Verbindlichkeiten (langfristig)
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten beinhalten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 181,2 Mio. (Vj. EUR 153,6 Mio.), die das Leasing von Sachanlagevermögen betreffen. Die Veränderung der langfristigen Leasingverbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Erweiterung der Bürofläche am Hauptsitz in Stockdorf sowie aus der Footprint Erweiterung in Indien. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen im Geschäftsjahr EUR 966,6 Mio. (Vj. EUR 823,0* Mio.). Grund hierfür ist ein aktives Working-Capital-Management. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten auch die Anzahlungen auf zum Verkauf bestimmte Leistungen von EUR 191,7 Mio. (Vj. EUR 151,5 Mio.). Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung sonstiger kurzfristiger Verbindlichkeiten: [54] Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig)
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 4.19 Passive Rechnungsabgrenzung Als Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 9,4 Mio. (Vj. EUR 10,2 Mio.) sind im Wesentlichen Zuwendungen der öffentlichen Hand bilanziert, die über die Projektlaufzeit aufgelöst werden. 4.20 Finanzrisikomanagement und Finanzinstrumente Der Webasto Konzern ist Marktrisiken ausgesetzt, die sich vorwiegend aus Wechselkursen und Zinssätzen ergeben und in geringem Maß aus Ausfallrisiken. Diese Risiken werden durch ein systematisches Finanzrisikomanagement identifiziert, bewertet, gesteuert und überwacht. Diese Aufgabe obliegt im Konzern der Abteilung Corporate Treasury, welche den Vorstand regelmäßig über aktuelle Chancen und Risiken im Konzern informiert. Transaktionale Fremdwährungsrisiken werden durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begrenzt. Ziel ist es zukünftige Cashflows aus Fremdwährungen planbar zu machen. Die Risiken werden monatlich auf einen Zeithorizont von 18 Monaten zentral erfasst und die Nettoposition bei Bedarf über Derivate gesichert. Webasto schließt nur Sicherungsgeschäfte mit Kreditinstituten aus dem Kreis der Konsortialbanken ab. Der Konzern geht keine Finanztransaktionen ein, die zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion ein nicht abschätzbares Risiko enthalten. Sicherungsentscheidungen werden auf Basis der im Vorstand beschlossenen Sicherungsstrategie durch den Chief Financial Officer der Webasto Gruppe in Kooperation mit Corporate Treasury umgesetzt. Ausfallrisiko Das Ausfallrisiko ist das Risiko von finanziellen Verlusten, falls ein Kunde oder die Vertragspartei eines Finanzinstruments seinen bzw. ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko. Webasto liefert überwiegend an Kunden erster Bonität, was zuäußerst geringen Forderungsausfällen führt. Darüber hinaus existieren Debitorenrichtlinien, die das Ausfallrisiko begrenzen. Vorliegende Delkredere-Risiken sind dem derzeitigen Kenntnisstand entsprechend durch Wertberichtigungen abgedeckt. Das theoretisch maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe der Buchwerte der Forderungen. Das Kreditrisiko wird auf Konzernebene gesteuert. Kreditrisiken ergeben sich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, derivativen Finanzinstrumenten und Einlagen bei Banken und Finanzinstituten sowie für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Für eine Zusammenarbeit werden nur Banken und Finanzinstitute mit einem unabhängigen Rating von mindestens BBB- akzeptiert. Sofern Großhandelskunden über unabhängige Ratings verfügen, werden diese verwendet. Andernfalls beurteilt das Risikomanagement die Bonität dieser Kunden. Risiko in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Berechnung der zu erfassenden Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Webasto grundsätzlich auf Basis des sog. "Expected Credit-Loss Models" mit Hilfe eines Impairment-Faktors nach IFRS 9. Den Kunden/Kontrahenten wird ein (externes) Rating(-äquivalent) zugewiesen. Basierend auf dem Kunden-Rating und der Überfälligkeit lässt sich die laufzeitadäquate Ausfallwahrscheinlichkeit für die jeweilige Forderung ableiten. Um das makroökonomische Risiko zu berücksichtigen, wird zusätzlich zum Kunden-Rating auch das jeweilige Rating des Landes, in dem der Kunde sitzt, ermittelt. Auch hieraus lässt sich wiederum eine laufzeitadäquate Ausfallwahrscheinlichkeit ableiten. Der Impairment-Faktor basiert anteilig auf dem Kunden-Rating sowie dem Länder-Rating. Dabei wird die finanzielle Situation, Erfahrungen der Vergangenheit sowie weitere Faktoren berücksichtigt. Zukunftsgerichtete Informationen sind durch die Verwendung von bei gängigen Wirtschaftsauskunfteien bezogenen Ratings (Kunden-Ratings und Länder-Ratings) implizit berücksichtigt. Individuelle Risikolimits werden basierend auf internen oder externen Ratings im Einklang mit dem Vorstand festgelegt. Die aus dem Rating abgeleiteten Ausfallwahrscheinlichkeiten werden im Nachgang um die Erlösquote bei Ausfall korrigiert. Der zu erfassende Wertberichtigungsbedarf pro Forderung berechnet sich schließlich aus dem Nettoforderungsbetrag, multipliziert mit dem Impairment-Faktor. Die Webasto Gruppe schätzt regelmäßig ein, ob Forderungen vom Ausfall bedroht sind. Der Webasto Konzern betrachtet Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 360 Tagen als ausgefallen. Des Weiteren betrachtet Webasto eine Forderung als ausgefallen, wenn diese aufgrund objektiver Merkmale wie z.B. aufgrund einer Insolvenz uneinbringlich ist. Bei allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird das Ausfallrisiko in der Höhe der Wertminderung berücksichtigt. Währungsrisiko Der Webasto Konzern ist Währungsrisiken sowohl in Form von Transaktions- als auch in Form von Translationsrisiken ausgesetzt. Transaktionsrisiken beinhalten das Risiko, dass die Cashflows aus nicht in Lokalwährung der Konzerngesellschaft lautenden Transaktionen entsprechend den Wechselkursänderungen variieren können. Translationsrisiken hingegen beinhalten das Risiko von Wertschwankungen des buchhalterischen Reinvermögens des Konzerns, welche durch Wechselkursschwankungen der funktionalen Währungen der Konzerngesellschaften gegenüber dem Euro als Meldewährung verursacht sind. Die Tochtergesellschaften werden von transaktionalen Währungsrisiken weitestgehend freigestellt. Gewährleistet wird dies durch die Tatsache, dass die Fakturierung an Tochtergesellschaften, wo immer wirtschaftlich sinnvoll, in der Heimatwährung der Tochtergesellschaften erfolgt. Zusätzlich wird verstärkt lokal im jeweiligen Absatzmarkt produziert. Insgesamt ist damit das Transaktionsrisiko aufgrund von existierenden "Natural Hedges" bezogen auf das Umsatzvolumen relativ gering. Signifikante Netto- Währungspositionen des Konzerns aus erwarteten operativen Geschäften über die nächsten achtzehn Monate werden durch externe Devisentermingeschäfte der Webasto SE auf Konzernebene basierend auf Cash-Flow-at-Risk-Ansatz abgesichert. Die transaktionale Währungsposition der signifikanten Währungen des Konzerns stellt sich aus antizipierten Transaktionen zum 31. Dezember 2023 für die folgenden 18 Monate wie folgt dar: [55] Währungsrisiko (Monatliche Nettopositionen)
Eine 10%-ige Auf- bzw. Abwertung des Euro zum 31. Dezember 2023 hätte die Bewertung der Netto-Währungspositionen über die nächsten achtzehn Monate beeinflusst. Die hieraus resultierende Veränderung der offenen Währungsposition ist in obiger Tabelle dargestellt. Absicherung von Zahlungsströmen Die Währungsrisikostrategie der Webasto Gruppe verfolgt das Ziel, die Planbarkeit von Fremdwährungszahlungsströmen zu erhöhen. Die Webasto Gruppe sichert hierzu die erwarteten Fremdwährungszahlungsströme der folgenden 18 Monate in den wesentlichen kontrahierten Fremdwährungen. Die Planpositionen werden monatlich rollierend aktualisiert. Im Rahmen der Absicherung schließt die Webasto Gruppe Devisentermingeschäfte sowie Fremdwährungsswaps für die jeweiligen Währungen ab. Da der Konzern Investitionen in Tochtergesellschaften oder ausländische Aktivitäten als langfristige und strategische Investitionen erachtet, werden Translationsrisiken derzeit nicht mit derivativen Finanzinstrumenten gesichert. Einige Webasto-Gesellschaften befinden sich außerhalb der Eurozone. Da die Berichtswährung bei Webasto der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse dieser Gesellschaften in Euro um. Um translationsbezogene Fremdwährungsrisiken zu adressieren, wird für das Risikomanagement generell unterstellt, dass Investitionen in ausländische Gesellschaften auf Dauer angelegt sind und die Ergebnisse kontinuierlich reinvestiert werden. Auswirkungen von Wechselkursschwankungen bei der Umrechnung von Nettovermögenspositionen in Euro werden im Posten Eigenkapital des Konzernabschlusses von Webasto erfasst. Zinsrisiko Das Zinsrisiko ist das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder zukünftiger Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Zinssatzänderungen. Webasto hält keine festverzinslichen finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Webasto unterliegt einem Zinsänderungsrisiko aufgrund seiner auf dem Euribor basierten Verschuldung in der Form des Konsortialkredites, der bilateralen Kreditlinien sowie der zwei variabel verzinsten Tranchen des Schuldscheindarlehens (Nominalwert der Verschuldung zum 31. Dezember 2023: EUR 1.030,3 Mio.). Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Liquiditätsrisiken bzw. Risikokonzentrationen ergeben sich auch aus Reverse-Factoring- Vereinbarungen, die von untergeordneter Bedeutung sind und im Rahmen eines angemessenen IKS überwacht werden. In letzter Instanz obliegt die Verantwortung für das Liquiditätsmanagement dem Vorstand. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Kreditlinien bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und Berücksichtigung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Im Rahmen von quartalsweise durchzuführenden Planungsrechnungen wird von sämtlichen Konzerngesellschaften ein Forecast über die Liquiditätssituation eingeholt und dem Vorstand in zusammengefasster Form berichtet. Zur Sicherung des Liquiditätsrisikos hat die Webasto Gruppe im September 2022 einen Konsortialkredit in Höhe von EUR 878,0 Mio. mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Jahren vereinbart. Der Konsortialkredit beinhaltet zwei Optionen zur Laufzeitverlängerung um jeweils ein Jahr. Eine der Optionen wurde bereits in Anspruch genommen, und der Kredit wurde um ein Jahr verlängert. Zusätzlich hat die Gruppe im Jahr 2023 einen Bürgschaftskredit in Höhe von EUR 90,0 Mio. mit einer Laufzeit bis zum 30. September 2027 sowie ein unbesichertes Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 10,0 Mio. mit einer Vertragslaufzeit bis zum 30. September 2027 abgeschlossen. Zu weiteren Liquiditätssicherung verfügt die Webasto Gruppe über zugesagte bilaterale Kreditlinien in Höhe von EUR 98,5 Mio. und ein Darlehen mit Nachhaltigkeitsbezug von EUR 100,0 Mio. sowie ein in vier Tranchen unterteiltes Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 89,5 Mio. Diese vier Tranchen haben unterschiedliche Laufzeiten von ein bis zwei Jahren. Insgesamt verfügt die Gruppe über Kreditlinien in Höhe von EUR 1.266,0 Mio., von denen zum 31. Dezember 2023 EUR 218,3 Mio. ungenutzt waren. Auf die entsprechende Angabe in der Erläuterung zur Finanzlage im Konzernlagebericht wird verwiesen. Durch die zur Verfügung stehenden Kreditlinien kombiniert mit einer soliden Finanzplanung stehen der Webasto Gruppe ausreichend liquide Mittel für den mittel- und langfristigen Planungshorizont zur Verfügung. Die Liquidität ist auch unter der Berücksichtigung von zusätzlichen pessimistischen Planungsszenarien gesichert. Bei Nichteinhaltung der Covenants könnte jedoch das Risiko bestehen, dass die Kredite fällig gestellt werden können. Zum Verhandlungsergebnis mit den kreditführenden Banken aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants zum 31. Dezember 2023 wird auf Kapitel 5.9 verwiesen. Im Zusammenhang mit dem Konsortialkredit, den bilateralen Kreditlinien und den Schuldscheindarlehen (vgl. Kapitel 4.18) fielen Transaktionskosten an, die über die Kreditlaufzeit aufwandswirksam werden. Von den finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 2.571,2 Mio. (Vj. EUR 2.109,6* Mio.) sind EUR 2.292,2Mio. (Vj. EUR 1.411,7* Mio.) innerhalb eines Jahres fällig. Darin enthalten sind u.a. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 966,6 Mio. (Vj. EUR 823,0* Mio.), die aus dem operativen Geschäft getilgt werden. Ferner sind in den finanziellen Verbindlichkeiten kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 928,6Mio. (Vj. EUR 84,3 Mio.) enthalten. Die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten übersteigen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 332,5% (Vj. 71,0 %). Betreffend die Veränderung wird auf Kapitel 4.18 verwiesen. Weiterhin beinhalten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 4,2 Mio. (Vj. EUR 13,4 Mio.) solche aus Reverse-Factoring Vereinbarungen. Darüber hinaus sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten vom Kunden erhaltene Zahlungen im Rahmen des echten Factorings von EUR 10,8 Mio. (Vj. EUR 56,7 Mio.) enthalten, die dem Factor rechtlich zustehen. * unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 97,0Mio. (Vj. EUR 543,1 Mio.) - diese enthalten zwei langfristige Tranchen des Schuldscheindarlehens mit einem Nominalvolumen von EUR 63,5 Mio. (Vj. EUR 89,5 Mio.), bilateralen Kreditlinien einer Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 23,5 Mio. (Vj. EUR 0,0 Mio.) sowie ein unbesichertes Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 10,0 Mio. (Vj. EUR 0,0 Mio.) - betragen 34,7% (Vj. 457,8 %) der liquiden Mittel bezogen auf das Nominalvolumen. Betreffend die Veränderung wird auf Kapitel 4.18 verwiesen. Die übrigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten inklusive der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 1.310,1 Mio. (Vj. EUR 1.225,8* Mio.) beinhalten Sachverhalte, die innerhalb eines Jahres zu Auszahlungen führen. Die Finanzierung ist durch das operative Geschäft sowie ausreichende Kreditlinien gesichert. Barmittel der Konzerngesellschaften, die als Überfluss zum benötigten Umlaufvermögen gehalten werden, werden zum Konzern-Treasury überwiesen. Konzern-Treasury investiert den Überfluss in verzinsliche Geldmarktanlagen. Dabei wählt Treasury Finanzierungsinstrumente mit angemessener Fälligkeit oder entsprechender Liquidität, um genügend Flexibilität, die durch die oben genannten Prognosen ermittelt wurde, beizubehalten. Am Bilanzstichtag war der Konzern im Besitz von liquiden Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von EUR 279,3 Mio. (Vj. EUR 118,6 Mio.), von denen erwartet wird, dass sie jederzeit liquidierbar sind und somit das Liquiditätsrisiko mindern. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die in der Bilanz erfassten derivativen Finanzinstrumente. * unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 [56] Derivative Finanzinstrumente: Überblick Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Marktwerte sämtlicher im Konzernabschluss erfassten Finanzinstrumente gegenüber: [57] Finanzinstrumente: Buchwerte und beizulegende Zeitwerte
* unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 Betreffend die als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifizierten Beteiligungen des Anlagevermögens wird auf Kapitel 4.3 verwiesen. Die im Bestand des Webasto Konzerns befindlichen Derivate sind im Jahr 2023 bzw. 2022 nicht im Hedge Accounting designiert und werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Alle sonstigen Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Bilanzwerte der derivativen Finanzinstrumente betragen zum 31. Dezember 2023 in den finanziellen Vermögenswerten EUR 16,3 Mio. (Vj. EUR 13,4 Mio.) sowie in den finanziellen Verbindlichkeiten EUR 5,1 Mio. (Vj. EUR 14,9 Mio.). Bei den als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifizierten kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten handelt es sich um die im Rahmen des echten Factorings bereits vom Kunden erhaltenen Zahlungen, die dem Factor rechtlich zustehen und zum Stichtag noch weitergegeben werden müssen. Bei den kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden werden die Buchwerte wegen des relativ kurzen Zeitraums zwischen Entstehung und erwarteter Realisierung als Zeitwerte betrachtet. Bei den langfristigen Vermögenswerten und Schulden ergeben sich zum 31. Dezember 2023 Unterschiede zwischen Zeit- und Buchwerten. Hierarchie beizulegender Zeitwerte Im Folgenden sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente dargestellt. Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:
In der Webasto Gruppe existieren Finanzinstrumente der Stufe 3 nur für die Beteiligungen. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente beruhen entweder auf Bewertungen, die der Konzern von den jeweiligen Bankpartnern erhalten hat oder auf eigenen Berechnungen mithilfe aktueller Marktdaten und anerkannter Bewertungsmodelle. Im Geschäftsjahr 2023 haben wie im Vorjahr keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden. Transfers zwischen verschiedenen Stufen der der Level-Hierarchien werden grundsätzlich zum Jahresende erfasst. Globalnettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen Mögliche Auswirkungen aus der Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die aus rechtlich durchsetzbaren Globalnettingvereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen resultieren, zeigt die Offsetting-Tabelle. Webasto kann finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - gemäß IAS 32 - nur dann saldieren, wenn ein Rechtsanspruch auf die Verrechnung besteht und Webasto auch beabsichtigt, eine Glattstellung auf Nettobasis durchzuführen. Das Recht auf eine Saldierung ist nur beim Eintritt künftiger Ereignisse, wie zum Beispiel einem Verzug bei Bankdarlehen oder anderen Kreditereignissen, durchsetzbar. Die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor. [58] Globalnettingvereinbarungen
Zum 31. Dezember 2023 hat die Webasto Gruppe derivative Finanzinstrumente - hauptsächlich bestehend aus Devisentermingeschäfte - mit einer maximalen Laufzeit von 18 Monaten im Bestand, um Währungsrisiken aus zukünftigen Transaktionen abzusichern. Kapitalsteuerung Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, ein gutes Bonitätsranking und eine hohe Eigenkapitalquote sicherzustellen. Dadurch sollen eine positive Netto-Finanzposition (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Finanzverbindlichkeiten) sowie niedrige Finanzierungskosten erreicht werden. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann der Konzern Anpassungen der Dividendenzahlungen oder Kapitalrückzahlungen an die Anteilseigner vornehmen oder neue Anteile ausgeben. Die Eigenkapitalquote liegt bei 16,3 % (Vj. 24,5* %). Die Netto-Finanzposition (d.h. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Abzug der Finanzverbindlichkeiten) liegt bei EUR -761,9 Mio. (Vj. EUR -572,0 Mio.). * unwesentliche Korrektur im Sinne von IAS 8 5 Sonstige Angaben 5.1 Haftungsverhältnisse Folgende Haftungsverhältnisse bestehen gegen die Webasto SE: [59] Haftungsverhältnisse
Die Verpflichtungen werden für laufende Geschäftsvorfälle eingegangen, bei denen aus derzeitiger Sicht von einer Inanspruchnahme nicht ausgegangen wird. Die Webasto Gruppe trifft anhand der zum Erstellungszeitpunkt vorhandenen Erkenntnisse eine bestmögliche Schätzung der Eventualverbindlichkeiten. Diese Einschätzung kann sich im Zeitablauf ändern. 5.2 Zuwendungen der öffentlichen Hand Im Geschäftsjahr 2023 wurden dem Konzern Zuwendungen in Höhe von EUR 12,3 Mio. gewährt. Im Vorjahr gab es nur unwesentliche Zuwendungen. 5.3 Eventualverbindlichkeiten Im Geschäftsjahr 2023 bestanden wie im Vorjahr keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten für die Webasto Gruppe. 5.4 Segmentberichterstattung Da die Webasto SE nicht kapitalmarktorientiert ist, wird in Übereinstimmung mit IFRS 8 auf eine Segmentberichterstattung verzichtet. 5.5 Kapitalflussrechnung In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme in die Bereiche Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Auswirkungen aus Veränderungen des Konsolidierungskreises und der Wechselkurse sind in den jeweiligen Positionen eliminiert. Die auf Änderungen der Wechselkurse beruhende Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR -4,9 Mio. (Vj. EUR 1,8 Mio.) ist gesondert ausgewiesen. Die Ermittlung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode, die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen und Erträge sowie das Ergebnis aus Anlagenabgängen werden eliminiert. Im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit werden auch Zahlungsströme aus echtem Factoring sowie Zahlungsströme aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen (vgl. Kapitel 1.3) dargestellt. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit enthält die Ein- und Auszahlungen für Investitionen und Desinvestitionen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Beteiligungen. Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen werden um die übernommenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemindert. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit setzt sich zusammen aus Einzahlungen und Auszahlungen aus der Aufnahme und Tilgung von Leasing- und Finanzverbindlichkeiten, Einund Auszahlungen für Zinsen, Dividendenzahlungen sowie realisierten Derivaten. Die im Rahmen des echten Factorings bereits vom Kunden erhaltenen Zahlungen, die dem Factor rechtlich zustehen und zum Stichtag noch weitergegeben werden müssen, sind im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Der Finanzmittelbestand der Kapitalflussrechnung umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, d.h. Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten. 5.6 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen Allgemein Gem. den Bestimmungen des IAS 24 wurden Transaktionen zwischen der Webasto SE und ihren Tochterunternehmen, die nahestehende Unternehmen und Personen sind, im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden nicht erläutert. Bei nach der Equity-Methode konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen sind hingegen Angaben erforderlich, sofern die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle nicht eliminiert wurden. Nahestehende Unternehmen und Personen Als nahestehende Unternehmen und Personen wurden Unternehmen und Personen außerhalb des Konzernkreises der Webasto SE identifiziert, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Leistungen für Unternehmen der Webasto Gruppe erbracht haben bzw. über ihnen nahestehende Unternehmen beherrschenden Einfluss ausüben konnten. Darüber hinaus wurden als nahestehende Personen der Vorstand und der Aufsichtsrat identifiziert. Diese Organmitglieder erhielten lediglich Bezüge im Rahmen ihrer Funktion als Personen in Schlüsselpositionen wie unten beschrieben. Die folgende Tabelle fasst die Geschäftsbeziehungen zwischen nahestehenden Unternehmen und Personen zusammen. Alle Transaktionen wurden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. [60] Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen
(1) Mit der Webasto-Werk W. Baier GmbH & Co. KG sowie der Webasto Immobilien KG bestehen diverse Mietverträge. (2) Die ausstehende Forderung besteht gegenüber Indel Webasto Marine S.r.L., St. Agata Feltria (siehe Kapitel 4.4). (3) Hierbei handelt es sich um ein unbesichertes Gesellschafterdarlehen (vgl. Kapitel 4.18). Vergütung der Mitglieder des Vorstands Die Vorstandsvergütungen betragen für kurzfristig fällige Leistungen EUR 5,6 Mio. (Vj. EUR 5,4 Mio.) sowie Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses EUR 1,0 Mio. (Vj. EUR 1,0 Mio.). Einige Vergütungsbestandteile werden erst in Folgeperioden ausbezahlt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 und 2022 enthält deshalb kurzfristige Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands (inkl. ausgeschiedene) in Höhe von EUR 1,3 Mio. (Vj. EUR 2,6 Mio.). Die Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen belaufen sich auf EUR 0,5 Mio. (Vj. EUR 0,2 Mio.). Für die Vorstände bestehen Pensionsverpflichtungen, die in voller Höhe durch Planvermögen gedeckt sind. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen betragen zum 31. Dezember 2023 EUR 2,1 Mio. (Vj. EUR 2,1 Mio.). Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats Die Bezüge des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 2023 EUR 0,6 Mio. (Vj. EUR 0,4 Mio.). Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 und 2022 enthält kurzfristige Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats (inkl. ausgeschiedene) in Höhe von EUR 0,6 Mio. (Vj. EUR 0,4 Mio.). 5.7 Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB Die folgenden Tochterunternehmen haben von der Befreiung bei der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses 2023 Gebrauch gemacht:
Die Beschlüsse über die Inanspruchnahmen der Befreiung wurden für die vorgenannten Gesellschaften am 20. Dezember 2023 dem Unternehmensregister zur Veröffentlichung übermittelt. 5.8 Honorar des Konzernabschlussprüfers Für die im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers sind folgende Honorare angefallen: [61] Honorar des Konzernabschlussprüfers
5.9 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds und der daraus folgenden Implikationen für Webasto, die zum 31. Dezember 2023 zu Covenant-Brüchen in Bezug auf Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad führten, wurden mit den kreditführenden Banken bereits vor dem Bilanzstichtag Verhandlungen aufgenommen und am 28. Juni 2024 zum Abschluss gebracht. Die zuvor bestehenden Covenants wurden bis 30. Juni 2024 ausgesetzt. Als Ergebnis der Bankenverhandlungen wurde für alle bestehenden Kredite (vgl. Kapitel 4.18) ein neues Term Sheet vereinbart, das alle neuen Covenants für Webasto enthält und vom Vertreter aller beteiligten Banken bestätigt wurde. Aufschiebende Bedingung für den Bürgschaftskredit, aber mit sehr begrenztem Risiko, ist die Zustimmung der Bürgen, d.h. der Länder Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die behördlichen Genehmigungen stehen unter dem Vorbehalt dieser Zustimmung. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Bürgen nicht zu einer positiven Entscheidung kommen, würden die Bankverhandlungen fortgesetzt. Der Vorstand geht derzeit aufgrund der aktuellen Geschäftsplanung davon aus, dass die Covenants der neu angepassten Kreditvereinbarungen eingehalten werden. Am 7. Februar 2024 wurde eine Kaufvereinbarung mit einem US-amerikanischen Investor über den Mehrheitserwerb des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches unterzeichnet. Der Eigentumsübergang erfolgte am 29. März 2024. Am 8. Mai hat der Webasto-Kunde Fisker für seinen Produktionsstandort in Österreich Insolvenz angemeldet, und inzwischen wurde öffentlich bekannt, dass das gesamte Unternehmen insolvent ist. Dieser Sachverhalt wurde als werterhellendes Ereignis eingestuft, sodass Webasto in seinem Konzernabschluss Wertminderungen in Höhe von EUR 20,0 Mio. erfasst hat, die im Wesentlichen auf Vorräte (EUR 18,1 Mio.) sowie Sachanlagen (EUR 1,7 Mio.) entfallen. Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2023 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Webasto Gruppe erwartet werden. 5.10 Anteilsbesitzliste Mutterunternehmen ist die Webasto SE mit Sitz in Stockdorf. Hierzu wird auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes in der Anlage zum Anhang verwiesen. 5.11 Aufstellung des Konzernabschlusses Der Vorstand der Webasto SE hat den Konzernabschluss am 17. Juli 2024 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Webasto SE freigegeben. Der Aufsichtsrat der Webasto SE hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu billigen.
Stockdorf, 17. Juli 2024 Webasto
SE
Dr. Holger Engelmann Arne Kolfenbach Yanni von Roy-Jiang Jan Henning Mehlfeldt Marcel Bartling Mitglieder des Vorstands
Mitglieder des Aufsichtsrats
* Arbeitnehmervertreter AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31. DEZEMBER 2023
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 20231 GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS 1.1 ALLGEMEINES 1.2 GESCHÄFTSBEREICHE 1.3 SCHLÜSSELFAKTOREN UNSERES ERFOLGS 1.4 NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN 1.5 NACHHALTIGKEIT, CORPORATE GOVERNANCE UND COMPLIANCE 2 WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE LAGE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN 2.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2.3 VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE 2.4 GESAMTAUSSAGE 3 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 3.1 INTERNES KONTROLLSYSTEM BEZOGEN AUF DIE RECHNUNGSLEGUNG 3.2 RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM 3.3 ERLÄUTERUNG WESENTLICHER RISIKEN 3.3.1 Branchenrisiken 3.3.2 Betriebsrisiken 3.3.3 Rechts- und Kompensationsrisiken 3.3.4 Finanzielle Risiken 3.4 STRATEGISCHE RISIKEN 3.5 CHANCEN 3.6 GESAMTBEURTEILUNG DER RISIKO- UND CHANCENSITUATION DER GRUPPE 4 AUSBLICK 4.1 ENTWICKLUNG IN WIRTSCHAFT UND BRANCHE 4.2 AUSBLICK WEBASTO GRUPPE 5 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG 1 Geschäftsmodell des Konzerns 1.1 Allgemeines Die Webasto Gruppe (im Folgenden "Webasto" oder "Gruppe" bezeichnet) ist ein global agierender Systempartner der Mobilitätsindustrie und zählt zu den 100 umsatzstärksten Automobilzulieferern der Branche. Seit der Gründung 1901 ist das Unternehmen bis heute durchgängig in Familienbesitz. Der Hauptsitz der Webasto SE befindet sich in Stockdorf bei München. Sie nimmt die Aufgaben einer Holding wahr. Hierzu zählen die Bereitstellung von Dienstleistungen und Finanzierungen für die verbundenen Unternehmen sowie die kontinuierliche strategische Weiterentwicklung der gesamten Gruppe. Mit rund 17.000 Mitarbeitenden an über 50 Standorten, davon rund 40 Produktionsstandorten, ist Webasto weltweit auf allen wichtigen Automobilmärkten vertreten. Zum Kundenkreis des Unternehmens zählen Hersteller von Personenkraftwagen, kleinen bis schweren Nutzfahrzeugen und Booten sowie Handelsbetriebe und Endkunden. Ziel von Webasto ist es, mit intelligenten Produkten und ergänzenden Services wesentlich zu einer klimafreundlicheren und angenehmeren individuellen Mobilität beizutragen. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von Autodächern sowie auf Produkte rund um die Elektrifizierung von Fahrzeugen. Das Angebot an Dächern umfasst Lösungen mit öffenbaren oder feststehenden Elementen aus verschiedenen Materialien wie Glas und Textil sowie Systeme mit integrierter Sensorik für das autonome Fahren. Beispiele für ergänzende Features sind dynamische Lichtszenarien, schaltbare Verglasung, Solarzellen oder Entertainment-Funktionen. Zur Elektrifizierung von Fahrzeugen trägt Webasto mit Batteriepacks, elektrischen Heizern und Thermomanagement- Lösungen bei. Verschiedene globale und regionale Entwicklungen haben das Geschäftsjahr 2023 von Webasto stark beeinflusst. Dazu zählten neben dem anhaltenden Krieg in der Ukraine die Veränderungen auf dem chinesischen Markt, massive Gewerkschaftsstreiks in der Automobilindustrie der USA, anhaltend starke Kostenentwicklungen sowie Materialengpässe entlang der gesamten Lieferkette. 1.2 Geschäftsbereiche Sein Geschäft bündelt Webasto in drei global tätigen Geschäftsbereichen, die funktions- und regionsübergreifend sehr eng im Rahmen einer Matrixorganisation zusammenarbeiten:
Roof & Components Der Geschäftsbereich Roof & Components umfasst die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von öffenbaren und feststehenden Dachsystemen, sowie von Lösungen für das automatisierte und autonome Fahren. Webasto stellt Automobilherstellern weltweit seit Jahrzehnten ein breites Portfolio an Dachsystemen für Fahrzeuge jeder Größe, jeder Baureihe und jedes Modells zur Verfügung. Das Produktspektrum reicht von klassischen Schiebedächern über großflächige Panoramadächer mit innovativen Zusatzfunktionen bis hin zu Cabriodächern als Softtops, Retractable Hard Tops oder Hybriddächern. Trotz äußerst herausfordernder Rahmenbedingungen der Mobilitätsbranche insgesamt, die 2023 bei den Fahrzeugherstellern zu Einschränkungen in der Produktion und damit zu Schwankungen bei den Abrufen von Produkten bei Webasto führten, konnte das Unternehmen den Umsatz im Bereich Roof & Components im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern. Im Jahr zuvor hatte die Gruppe wegen der gestiegenen Nachfrage nach Dachsystemen ihre Kapazitäten vor allem in Asien erweitert. So wurde beispielsweise im Frühjahr 2023 in Indien ein zweites Werk in Chennai eröffnet, ein drittes ist in Planung. Der Markttrend geht zur verstärkten Integration von Technologie ins Dachsystem. Dazu zählen schaltbare Verglasung, ambiente Beleuchtung und Solarpanels zur Stromgewinnung sowie Sicherheits- und Unterhaltungsfunktionalitäten, die Webasto seinen Kunden zur Verfügung stellt. Seit einigen Jahren bietet das Unternehmen zudem Dachsysteme mit integrierten Sensoren für das autonome Fahren an. Um seine Kompetenzen und seine Fertigungstiefe in Richtung feststehende Dächer und Hightech-Glas zu erweitern, hat Webasto 2022 den Luxemburger Glasspezialisten Carlex Glass Luxembourg S.A. ("Global Glass") übernommen. Am Standort Grevenmacher (Luxemburg) investiert der Automobilhersteller derzeit in die Modernisierung seiner Produktion. Eine neue Fertigungslinie für große Panoramadächer soll Mitte 2024 fertiggestellt sein. Auf der IAA Mobility 2023 in München zeigte Webasto das Dach als große Innovationsfläche: ein schnell und leicht versenkbares Glasdach in einem Elektro-Cabrio, Licht- und Farbszenarien im Innenraum sowie das größte öffenbare Solardach der Welt. Zudem präsentierte die Gruppe den Prototypen eines Roof-Sensor-Moduls, das insgesamt 14 Kamera- und Lidar-Sensoren sowie Funktionen zur Sensorverfügbarkeit kombiniert und in ein öffenbares Panoramadach integrierbar ist. Energy & Components Der Geschäftsbereich Energy & Components entwickelt, produziert und vertreibt Batteriesysteme und Ladelösungen für Pkw und Nutzfahrzeuge sowie elektrische und kraftstoffbetriebene Heiz- und Kühlsysteme für verschiedene Fahrzeugtypen. Mit seinen leistungsstarken Hochvolt-Batterien adressiert Webasto Hersteller und Umrüster von elektrisch- und hybrid-betriebenen Pkw und Nutzfahrzeugen im On- und Off-Highway- Bereich. Auf Wunsch entwickelt und produziert die Gruppe Batterie-Komplettsysteme und bietet zudem ein modulares Standard-Batteriesystem für Nutzfahrzeuge an. Das Geschäft der Gruppe mit Batterien hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Seit 2020 läuft die Serienproduktion von Batteriesystemen in Schierling (Deutschland) und seit 2022 am Standort Jiaxing (China) sowie in Dangjin (Südkorea). Derzeit baut Webasto sein viertes Batterie-Werk in der Slowakei auf, das 2025 in Betrieb genommen wird. Bis 2027 plant Webasto zudem mehr als EUR 90 Mio. in den Ausbau seines Standorts Schierling zu investieren. Seit die Gruppe Batterien entwickelt, beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich Elektromobilität und Nachhaltigkeit konsequent zusammenbringen lassen. Auf der IAA Mobility 2023 zeigte Webasto erstmals eine "grüne Batterie". Das Modell ist nicht für den tatsächlichen Einsatz in Elektrofahrzeugen geeignet, zeigt aber den Anspruch des Unternehmens, mehr als bisher an nachhaltigen Alternativen für die Mobilität der Zukunft zu arbeiten. Das verwendete Holz steht für den Ansatz, das Batteriegehäuse aus nachhaltigen Rohstoffen zu fertigen. Die Wabenstruktur des Gehäuses kann dazu beitragen, Material und Gewicht einzusparen. Außerdem sind die einzelnen Ebenen innerhalb des Exponats nicht miteinander verklebt, sondern verschraubt, was den Recyclingprozess der Batterie im Anschluss an die Lebenszeit vereinfachen würde. Webasto hat sich in den vergangenen Jahren auch als Anbieter von Ladelösungen erfolgreich etabliert. Angesichts der notwendigen Konzentration auf das OE-Geschäft und der damit verbundenen Abwägung von Investitionen in die Weiterentwicklung seiner verschiedenen Produktbereiche hat Webasto 2022 die Entscheidung getroffen, einen Partner für sein Charging-Geschäft zu suchen. Wesentliche Gründe dafür sind eine sich abzeichnende Marktkonsolidierung einerseits und die stark von den anderen Geschäftsfeldern abweichende Vertriebsstrategie anderseits. Diese ist nötig, um die Wachstumspotenziale im Bereich elektrisches Laden erfolgreich zu heben. Am 7. Februar 2024 wurde die Kaufvereinbarung mit einem US-amerikanischen Investor über den Erwerb der Mehrheit am Produktbereich Ladelösungen unterzeichnet. Webasto bleibt als Minderheitsgesellschafter an der Sparte beteiligt. Webasto bietet neben Batterien auch Thermolösungen für die Elektromobilität an. Das Electrical Battery Thermomanagement (eBTM) ist ein Gerät zum effektiven Thermomanagement von Antriebsbatterien. Mit einer Heizleistung von bis zu zehn Kilowatt und einer Kühlleistung von bis zu acht Kilowatt gewährleistet es die Funktionsfähigkeit wassergekühlter Batteriepacks auch bei sehr warmen oder kalten Umgebungsbedingungen und verlängert die Lebensdauer (State of Health). Dank aktiver thermischer Vorkonditionierung der Batteriezelle während der Ladephasen wird die Ladedauer halbiert. Seit Jahren bietet Webasto zusätzlich elektrische Hochvoltheizer (HVH) für Hybrid- und Elektrokraftfahrzeuge an, die sowohl den Fahrerraum als auch die Batterien temperieren. 2023 präsentiert das Unternehmen auf verschieden Fachmessen seinen NextGeneration Coolant Heater. Das System basiert auf bewährten keramischen Heizlösungen, die in einem bauraumoptimierten Wärmeüberträger integriert sind. Dank eines Plattformkonzepts ist die Lösung für Fahrzeugarchitekturen mit 400 oder 800 Volt geeignet. Die Heizleistung ist von drei über sechs bis neun Kilowatt skalierbar. Customized Solutions Der Geschäftsbereich Customized Solutions stellt Endkunden, Händlern und Spezialfahrzeugherstellern individualisierte Lösungen und Services rund um das Thermomanagement und die Elektromobilität zur Verfügung. Dabei kombinierte Webasto unter anderem 2023 mit dem electrical Thermal Management (eTM) erstmals eine Reihe von Einzelkomponenten zu einem System aus elektrischer Heiz- und Kältetechnik, die das Thermomanagement für die Antriebsbatterien und die Temperatur im Innenraum von Bussen regelt. Basis des Systems ist eine Wärmepumpe, im Zusammenspiel mit Wärmetauschern, Hochvoltheizern, Fußbodenheizungen und elektrischen Aufdachklimageräten. 1.3 Schlüsselfaktoren unseres Erfolgs Unternehmensstrategie Seit Jahrzehnten ist Webasto eine feste Größe im Markt mit Dach- und Heizsystemen. 2016 traf das Unternehmen die Entscheidung, nicht nur sein Kerngeschäft weiter auszubauen, sondern sich darüber hinaus Wachstumschancen im Bereich Elektromobilität zu erschließen. Mit seinem ergänzten Produktangebot hat sich Webasto in den Folgejahren rasch auch in diesem Markt etabliert. Das neue Geschäft ist zu einem integralen Bestandteil der Gruppe geworden. Parallel dazu haben sich die Rahmenbedingungen der Mobilitätsbranche in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Transformation der Automobilindustrie, geopolitische Auseinandersetzungen, rasante Kostensteigerungen, und eine äußerst volatile Nachfrage stellen Webasto wie auch andere Marktteilnehmer vor große Herausforderungen. Angesichts dieser Entwicklungen hat Webasto seine strategischen Weichenstellungen im Jahr 2023 neu definiert. Das Unternehmen formulierte eine klare und ganzheitliche Ambition, die die langfristigen Ziele der Gruppe umreißt. Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt Webasto künftig eine Strategie, die sich auf die Bereiche Roof (Autodächer) und Electrification (Elektrifizierung von Fahrzeugen mit Batterien und Thermomanagement-Lösungen) konzentriert. Die vollständige Umsetzung der Neuausrichtung erfolgt im Jahr 2024. Die folgenden Faktoren sind zur Bewältigung wesentlicher Herausforderungen und zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen in einem dynamischen Marktumfeld für Webasto von zentraler Bedeutung:
Forschung und Entwicklung Als innovatives Technologieunternehmen stellt sich Webasto seit mehr als 120 Jahren immer wieder erfolgreich auf wesentliche Trends und Märkte in der Mobilität ein und richtet sein Produktspektrum sowie seine Struktur entsprechend auf die Zukunft aus. Die Forschung und Entwicklung in engem Austausch der R&D-Teams weltweit sowie mit Kunden und Partnern spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2023 lagen die Kosten für Forschung und Entwicklung in den fortzuführenden Geschäftsbereichen bei EUR 200,5 Mio. oder 4,4 % vom Umsatz (Vj. EUR 202,9 Mio. bzw. 4,7 % vom Umsatz). Im Durchschnitt waren 2.021 (Vj. 1.952) Mitarbeitende in der Forschung und Entwicklung beschäftigt. Webasto hat seine Entwicklungskompetenzen in den letzten Jahren in allen Regionen konsequent ausgebaut, um Produkte auf die Anforderungen des jeweiligen Markts hin zu lokalisieren und die Nachfrage vor Ort noch besser bedienen zu können. Seit Ende 2022 konzentrieren sich beispielsweise mehrere hundert Spezialisten auf die Entwicklung von Software- und Elektroniklösungen für den asiatisch-pazifischen Raum. Zugleich war der Kompetenzausbau zur Stärkung der Positionierung als Anbieter leistungsstarker Systeme für die Elektromobilität notwendig. Nach einer längeren Phase des Aufbaus, bündelte die Gruppe ihre Entwicklungsaktivitäten in Deutschland 2023 stärker in ihrer Zentrale in Stockdorf sowie in Gilching und Augsburg. Im Zuge rasanter Veränderungen in der Mobilitätsbranche verbunden mit einer deutlichen Zunahme an Marktteilnehmern und immer kürzeren Produktlebenszyklen wird auch der Austausch mit anderen Unternehmen für Webasto immer wichtiger. Die Zusammenarbeit mit strategischen Partner-, Lieferunternehmen und Start-ups brachte der Gruppe auch 2023 wertvolle Impulse für die Entwicklung neuer Technologien sowie der Optimierung von Prozessen. Im November 2023 trafen sich Vertreter*innen deutscher Industrieunternehmen, der internationalen Start-up-Szene und deutscher Hochschulen auf Einladung von Webasto in München. Initiator war die europäische Innovationsplattform Startup Autobahn, Ableger des US-amerikanischen Plug and Play Tech Center, zu deren Partnern der Automobilzulieferer seit 2017 zählt. Unter dem Titel "Harnessing Collaborative AI in Engineering" stellten fünf junge Unternehmen ihre auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen unter anderem zur Optimierung von Innovations- und Entwicklungsprozessen. 2022 rief Webasto Zulieferunternehmen, die bereits mit der Gruppe zusammenarbeiten, und potenzielle neue Partner dazu auf, sich um den Webasto Supplier Innovation Award zu bewerben. Gesucht waren Ideen für die Bereiche Kernmaterial und Fertigungsverfahren, Design-Elemente, Elektronik und Mechatronik sowie Smart Factory. Rund 80 Unternehmen hatten sich beworben. In 2023 überzeugten die Dichtungsspezialisten von Freudenberg Sealing Technologies die Fachjury von Webasto mit einem neuartigen Abdeckungskonzept für Batteriesysteme von Elektrofahrzeugen. Nun ist eine gemeinsame Studie geplant. Im Dialog: Medienarbeit, Messen und Veranstaltungen 2023 präsentierte Webasto seine Kompetenzen und Produkte auf rund 150 Messen, Konferenzen und Fachveranstaltungen. Unter dem Motto "Powering e-volution" machte das Unternehmen Fachbesuchende und einem breiten Publikum auf der AutoShanghai und auf der IAA Mobility in München deutlich, welchen Beitrag es zu einer nachhaltigen mobilen Zukunft leistet. Außerdem waren Expert*innen der Gruppe unter anderem auf dem CAR-Symposium, der Battery Show Europe, dem Caravan Salon, der BusWorld, dem Green Auto Summit und der Agritechnica vertreten. 1.4 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeitende in den fortzuführenden Geschäftsbereichen Dieser nicht-finanzielle Leistungsindikator wird zur Steuerung der Gruppe eingesetzt Zum 31. Dezember 2023 waren im Webasto Konzern 16.176 Mitarbeitende (Vj. 16.414 Mitarbeitende) beschäftigt. Im Bereich Roof & Components arbeiteten 12.878 Mitarbeitende (Vj. 13.599 Mitarbeitende). Im Bereich Energy & Components arbeiteten 1.704 Mitarbeitende (Vj. 1.210 Mitarbeitende). Im Bereich Customized Solutions sowie Other waren 1.245 Mitarbeitende (Vj. 1.286 Mitarbeitende) beschäftigt. Der Altersdurchschnitt der Webasto Mitarbeitenden in Deutschland beträgt zum 31. Dezember 2023 ca. 43,6 Jahre und verzeichnete damit einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 43,5 Jahre). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt zum Stichtag 12,3 Jahre (Vj. 12,4 Jahre). Der Frauenanteil in Deutschland ist leicht angestiegen, er lag zum Stichtag bei 24,0 % (Vj. 23,2 %). Die nachfolgenden beschriebenen nicht-finanziellen Leistungsindikatoren, setzt Webasto nicht durchgängig zur Steuerung der Gruppe ein. Ausbildungsmanagement und Personalentwicklung 1 Die Automobilindustrie ist mitten in einem Transformationsprozess. Der digitale Wandel und neue Mobilitätstrends wie die Elektromobilität bieten spannende Perspektiven für Berufseinsteiger*innen und langjährige Mitarbeiter*innen von Webasto. Ein großes Engagement in der Ausbildung ist für Webasto Teil der gesellschaftlichen Verantwortung und wird in den Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger. An den deutschen Standorten Stockdorf, Gilching, Hengersberg, Neubrandenburg, Schierling, Schaidt und Utting waren zum Ausbildungsstart am 1. September 2023 insgesamt 201 kaufmännische und gewerbliche Auszubildende sowie duale Student*innen beschäftigt. Zudem bietet Webasto Schülerpraktika, eine Vielzahl studentischer Tätigkeiten sowie ein Traineeprogramm für den Berufseinstieg an. Ganz im Sinne der Behebung des Fachkräftemangels hat Webasto 2023 in einer Betriebsvereinbarung für den Bereich Ausbildung die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden festgeschrieben. Der Einsatz von Webasto für Berufseinsteiger*innen wurde in den letzten Jahren immer wieder ausgezeichnet. So erhielt beispielsweise der Standort Neubrandenburg 2023 zum zwölften Mal in Folge von der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg 2023 das Siegel "Top- Ausbildungsbetrieb" und stellte darüber hinaus noch 3 Jahrgangsbeste in unterschiedlichen Ausbildungsberufen. 1 ungeprüft Die Entwicklung der Mitarbeitenden ist eines der Fokusthemen der Webasto Strategie. Die Mitarbeitenden können auf eine Vielzahl von Angeboten für Ihre berufliche Entwicklung zugreifen. 2023 führte die Webasto Academy 693 Präsenztrainings in Stockdorf und Gilching durch, mit einem Anteil von 67% Classroom und 33% virtuellen Trainings. Über 17.000 Teilnahmen inklusive e-learnings zeigten das große Engagement im Bereich "Learning" der Mitarbeitenden der Standorte. Kundenzufriedenheit 2 Die Mitarbeitenden und Technologien von Webasto werden weltweit geschätzt. Regelmäßig zeichnen Kund*innen, Partner*innen, Medien und Institute Produkte, Standorte und Projektteams der Gruppe unter anderem für Zuverlässigkeit, Innovation und Qualität aus. 2023 stimmten die Leser*innen der deutscher Fachpublikationen AutoBild, AutoZeitung und auto motor sport darüber ab, welchen Pkw-Modellen und Zubehörherstellern sie am meisten vertrauen. In der Kategorie "Standheizungen" belegte Webasto bei allen drei Umfragen zum wiederholten Mal Platz 1. Positive Rückmeldung verbunden mit Trophäen und Urkunden für ihren besonderen Einsatz und Qualitätsanspruch erhielten im Berichtszeitraum vor allem mehrere Webasto Teams in Asien: So bekamen zum Beispiel die Mitarbeitenden in Japan den "Quality Excellence Award" von Mitsubishi sowie den "Superior Quality Award" von Nissan, in China den "Excellent Quality Performance Award" von SAIC Volkswagen und in Südkorea den "Quality Award" für einen äußerst gelungenen Produkt-Launch von der Hyundai Motor Group überreicht. Webasto Foundation 3 Seit 2019 unterstützt die von der Webasto SE und den Eigentümer*innen der Gruppe gegründete Webasto Foundation gemeinnützige Organisationen in der Nähe von Webasto Standorten in aller Welt. Unter ihrem Leitmotto "We drive the future - Nachhaltig mobil in eine gute Zukunft!" konnten 2023 erneut viele Menschen und großartige Organisationen in allen vier Aktionsfeldern unterstützt werden: Soziales Engagement ist eine Frage der eigenen Haltung. Daher kommt im Aktionsfeld "Menschen bewegen" das Anliegen der Webasto Foundation zum Ausdruck, Mitarbeitende der Gruppe zum Blick über die Unternehmensgrenzen und zum sozialen Engagement zu motivieren. Beim diesjährigen Spenden-Voting stimmten über 7.600 Mitarbeitende aus aller Welt für eines von drei gemeinnützigen Projekten aus der Slowakei, Großbritannien und Japan, alle Vorschläge aus der Belegschaft. Motivation zum sozialen Engagement ist auch im Pilotprojekt Social Week gelungen: Zwölf gemeinnützige Vereine und Organisationen in der Region um Stockdorf und Gilching boten 160 Mitarbeitenden sowie den Mitgliedern des Vorstands unterschiedlichste Aktionen für soziales Engagement an. Für 2024 ist der weitere Rollout der Corporate Volunteering Aktion angedacht.
2 ungeprüft
" Kräfte mobilisieren" bedeutet für die Webasto Foundation, Menschen mit mobiler Hilfe vor Ort zur Seite zu stehen. 2023 kam das verfügbare Budget der nachhaltigen Entwicklungsarbeit und der langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen von Bedürftigen zugute: Spenden der Mitarbeitenden für die Erdbebenhilfe Türkei / Syrien stockten die Webasto Foundation und die Webasto SE auf. Die Gelder gingen an ein Hilfsprojekt der YOU Stiftung. Langfristiges Engagement zeigt sich auch im gemeinsam mit der tschechischen Non-Profit-Organisation ADRA aufgebauten Hilfszentrum in Liberec (Tschechien), das seit Kriegsbeginn Kinder geflüchteter ukrainischer Familien pädagogisch und psychologisch versorgt. In Pune (Indien) ist das 2021 gestartete Projekt mit einer Laufzeit von 18 Monaten in Zusammenarbeit mit der YOU Stiftung in ein eigenständiges Programm überführt: Mithilfe des von der Webasto Foundation angeschafften Vans konnten rund 200.000 Menschen in den Slums mit Hilfs- und Aufklärungsarbeit erreicht werden. " Mobilität für alle. Heute." - unter diesem Aspekt unterstützt die Webasto Foundation soziale Projekte, die Mobilität mit der Aussicht auf ein geschützteres, besseres und gesünderes Leben für sozial benachteiligte Menschen verknüpfen. Zwei Projekte kamen 2023 zum Abschluss: Die Kooperation mit der YOU Stiftung Women's Right to Mobility in Los Castillos (Mexiko) hatte über 18 Monate für 300 Frauen Zugang zu sicherer Mobilität geschaffen und so ihre Lebensund Arbeitsbedingungen verbessert. In Südkalifornien (USA) förderte die Webasto Foundation ein komplettes Schuljahr der 'School on Wheels'. Zahlreiche Kinder, die in Notunterkünften, Motels, Fahrzeugen, Gruppenheimen oder auf den Straßen leben, erhielten durch das Projekt Zugang zu Bildung und damit eine Chance auf eine aussichtsreichere Zukunft. Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus dem Bereich Umwelt und Ökologie, die mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten zu einer lebenswerteren Zukunft beitragen, sind für die Webasto Foundation Ausdruck ihres Leitmotivs. In der Dimension " Mobilität für alle. Morgen." förderte sie auch 2023 im Rahmen einer mehrjährigen Kooperation den Forschungsund Entwicklungsfonds des südkoreanischen Ulsan National Institute of Science and Technology (UNIST). Ausgewählte Studierende erhalten Unterstützung für ihre Abschlussarbeiten, die sich mit zukunftsweisenden und nachhaltigen Mobilitätskonzepten beschäftigen. Die aktuellen Abschlussarbeiten werden im Februar 2024 präsentiert; zeitgleich startet der neue Ausschreibungs- und Bewerbungsprozess für die nächste Runde. 1.5 Nachhaltigkeit, Corporate Governance und Compliance Im vergangenen Jahr hat Webasto die Themen Nachhaltigkeit sowie Corporate Governance und Compliance weiter konsequent vorangetrieben. Nachhaltigkeit Im ihrem zweiten Nachhaltigkeitsbericht "Committed to sustainability" legte die Gruppe im Juli 2023 auf Basis der Global Reporting Initiative (GRI) dar, dass und wie sie einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Erreichung der Klimaziele der United Nations, Europas und Deutschlands leisten will. Als weltweit tätiges Unternehmen ist sich Webasto seiner Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt bewusst und möchte mit ganzheitlichen Lösungen die klimaneutrale Mobilität der Zukunft mitgestalten. In seinem Nachhaltigkeitsprogramm stellt Webasto sicher, dass Nachhaltigkeit in Unternehmensführung, Richtlinien und Prozesse, Managementstrukturen, den Betrieb und letztendlich in seine Produkte einfließt. Es umfasst fünf Handlungsfelder, in denen das Unternehmen sein größtes Einflusspotenzial mit konkreten Zielen und Maßnahmen hinterlegt: Kunden & Produkte, Einkauf & Lieferketten, Klima & Umwelt, Mitarbeitende & Arbeitsplätze, Gesellschaft & Engagement. 2023 hat Webasto im Rahmen seiner Klimastrategie die Implementierung von Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit fortgesetzt. Ziel ist, bis 2030 im Einklang mit dem Framework der Science Bases Targets Initiative (SBTi) die CO2-Emissionen in Scope 1 und 2 um 50 % und im vorgelagerten Scope 3 um 25 % gegenüber 2021 zu reduzieren. Bis 2045 will die Gruppe in Scope 1 und 2 das Netto-Null-CO2-Emissionsziel erreicht haben. Die geplanten Einsparungen setzen, insbesondere vor dem Hintergrund eines angestrebten Geschäftswachstums, umfassende Veränderungen an den Webasto Standorten voraus: Die Gruppe investiert daher kontinuierlich in eine nachhaltige Gebäude- und Produktionsinfrastruktur. Energieeffizienzprogramme, Verwendung von Ökostrom in den eigenen Produktionsstätten durch Ökotarife (z. B. am Standort Sutton Coldfield / Birmingham, United Kingdom sowie 100 % Elektrizität aus erneuerbaren Energien an allen deutschen Standorten) sind einige Beispiele für die erfolgreiche Dekarbonisierung. Eingekaufte Waren und Dienstleistungen sind einer der Hauptverursacher des Webasto CO2- Fußabdrucks. Mit klaren Anforderungen an die soziale und ökologische Verantwortung der Lieferanten der Gruppe sowie mit definierten Prozessen im Einkauf stellt das Unternehmen sicher, dass unter anderem weltweit Menschenrechts- und Umweltschutzstandards eingehalten werden und über Zertifikate nachweisbar sind. Der Webasto Supplier Code of Conduct spiegelt die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sowie zusätzliche Nachhaltigkeitsthemen wider. Alle Lieferanten müssen diesem schriftlich zustimmen, um Webasto beliefern zu können. Das 2023 veröffentlichte Supplier Playbook zur Nachhaltigkeit gibt den Lieferanten Grundsätze und Praktiken für die Einführung von Nachhaltigkeit in ihren Betrieben an die Hand, um langfristig als Partner zusammen mit Webasto zur klimaneutralen Mobilität der Zukunft beitragen zu können. Auf Produktebene schafft die Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) für Standardprodukte eine Basis für die Entwicklung neuer ressourcenschonender Lösungen für die Elektromobilität. Auf der IAA Mobility 2023 zeigte Webasto seine Vision einer 'Greener Battery' und als Teil der Initiative 'CircularRepublic' beschäftigt sich das Unternehmen ganz konkret damit, den Ressourcenverbrauch in zirkulären Geschäftsmodellen zu reduzieren. Im Batteriewerk in Schierling (Deutschland), in dem Webasto schon heute Batteriesysteme mit 100 % Ökostrom produziert, wurde 2023 ein Batteriespeicher aus 30 Second-Life-Batterien aufgebaut. Unterschiedliche kulturelle Wurzeln, Denkweisen und Erfahrungen der Mitarbeitenden stärken sowohl die Innovationskraft als auch das Gespür für die Kunden. Webasto schafft für seine in jeder Hinsicht vielfältige Belegschaft weltweit faire und attraktive Arbeitsbedingungen, strebt Chancengleichheit in einem Umfeld an, in dem Mitarbeitende wachsen und sich langfristig entwickeln können. Die bis 2025 angestrebte Anhebung der Trainingsstunden auf zehn Stunden je Mitarbeitendem jährlich ist 2023 gut vorangekommen. Arbeitszufriedenheit und die Bereitschaft der Mitarbeitenden, Webasto weiterzuempfehlen, fließt im Rahmen der jährlichen globale Mitarbeiterumfrage in den sogenannten Engagement-Index ein. Dieser liegt seit Jahren auf hohem Niveau. Die Qualität von Webasto als Arbeitgeber belegen auch Auszeichnungen, die das Unternehmen immer wieder in unterschiedlichen Regionen von Organisationen und Instituten erhält, 2023 zum Beispiel in Deutschland, China, Rumänien und den USA. Ein Schlüssel für eine substanzielle Steuerung der Nachhaltigkeitsperformance ist eine solide Datenbasis. Im Berichtszeitraum 2023 initiierte Webasto ein zentral gesteuertes Projekt, um alle Daten Konzernweit zu erfassen. Im Rahmen des Projektes werden künftig alle relevanten Daten aus den Bereichen Human Resources, Health, Safety, & Environment, Operations, Purchasing, u. a. erfasst. Damit werden Informationen aus dem Unternehmen zu Aspekten der Nachhaltigkeit weltweit nachgehalten. Zudem können neue Anforderungen in der Regulatorik - beispielsweise die anstehenden Neuerungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und EU-Taxonomie - effizient umgesetzt werden. Corporate Governance und Compliance Die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Geschäftspartnern und der Gesellschaft insgesamt ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur von Webasto. Die Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, der Respekt gegenüber ethischen Werten, die Einhaltung von Standards sowie die Beachtung eigener Richtlinien und Regeln sind Ausdruck dieser Verantwortung. Zur Stärkung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung hatte Webasto 2021 damit begonnen, seine internen Systeme und Prozesse in den vier zentralen Bereichen Compliance, Risikomanagement, Interne Revision und Interne Kontrollen global zu optimieren. 2023 schloss die Gruppe das interne Projekt dazu erfolgreich ab. Diese Funktionen sind nun eng verzahnt und im ständigen Austausch, um die Effektivität der Systeme zu erhöhen und Redundanzen zu vermeiden. Damit hat die Gruppe die Basis für leistungsfähige Corporate- Governance-Systeme gelegt, die die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen und internen Richtlinien sicherstellen und zugleich eine Kultur der Integrität und des ethischen Verhaltens unterstützen. Compliance hat bei Webasto oberste Priorität. Der "Webasto Code of Conduct" dient allen Mitarbeitenden als Leitfaden für das Verhalten im Geschäftsalltag. Ergänzt wird dieser durch einen spezifischen Verhaltenskodex für Lieferunternehmen. Mitarbeitende und Partner erhalten regelmäßig und umfassend Informationen zu diesem Thema. Zudem finden regelmäßig verpflichtende Schulungen statt. Um Verstöße gegen Gesetze, interne Regelungen oder sonstiges Fehlverhalten frühzeitig erkennen und entschieden bekämpfen zu können, führte die Gruppe Ende 2021 außerdem ein Hinweisgebersystem ein. Über eine Internet-Plattform oder eine Hotline können Personen innerhalb und außerhalb von Webasto vertraulich und anonym tatsächliche oder potenzielle Fälle von Nichteinhaltung der Compliance-Vorgaben sowie andere Missstände im Unternehmen melden. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Lage 4 Die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft hat gegenüber dem Frühjahr nachgelassen. Stützende Impulse für die Weltkonjunktur kamen lediglich von der starken Binnennachfrage in den USA. In vielen anderen Regionen der Welt, wie im Euro-Raum, in Japan und im Vereinigten Königreich, belasteten die hohen Inflationsraten die privaten Konsumausgaben. Die schwache Binnennachfrage sowie der fragile Immobiliensektor in China dämpfen das Wachstum in der Gruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer. Da die Inflationsraten weltweit zurückgehen, dürfte die geldpolitische Straffung durch die Zentralbanken in den USA, im Euro-Raum und im Vereinigten Königreich ihren Höhepunkt nahezu erreicht haben. Trotzdem verbessern sich die Konsumaussichten in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften lediglich graduell. Insgesamt bleibt der globale konjunkturelle Ausblick verhalten. Für das laufende Jahr erwartet der Sachverständigenrat ein Wachstum des globalen BIP um 2,7 %. Die zuvor beschriebenen Einflüsse haben die großen Volkswirtschaften im Berichtszeitraum gleichermaßen stark belastet. In den USA wuchs die Volkswirtschaft in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2023 preisund saisonbereinigt um 0,6% bzw. 0,5% gegenüber dem Vorquartal. Gemäß der Vorausschätzung für das 3. Quartal 2023 beträgt das BIP-Wachstum 1,2% gegenüber dem Vorquartal. Die privaten Haushalte in den USA haben ihre Ersparnisse aus der Corona- Pandemie sehr viel stärker abgebaut als in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Darüber hinaus zeigen sich in den USA die zeitlich verzögerten Effekte der Geldpolitik auf die Investitionen, vor allem die Bauinvestitionen. Der Sachverständigenrat prognostiziert daher das BIP-Wachstum in den USA für das Jahr 2023 auf 2,4 %. In China expandierte die Volkswirtschaft im 1. Quartal 2023 kräftig um 2,3 % gegenüber dem Vorquartal. Im 2. Quartal 2023 war das BIP-Wachstum mit 0,5 % jedoch deutlich schwächer als erwartet. Im 3. Quartal 2023 gewann das Wachstum mit 1,3 % geringfügig an Fahrt. Die privaten Konsumausgaben wirkten zwar stützend, aber pandemiebedingte Einkommenseinbußen sorgten dennoch für Zurückhaltung bei den Verbrauchern. Die Bruttoanlageinvestitionen, der bisherige Wachstumsmotor der chinesischen Volkswirtschaft, stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 um 3,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zuwachsrate bleibt somit deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 von 7,3 %. Die Bauinvestitionen gingen in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 sogar um 9,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Darüber hinaus ist der Außenhandel seit Jahresbeginn rückläufig. Der Sachverständigenrat geht davon aus, dass die chinesische Wirtschaft im Jahr 2023 um 5,4 % wachsen wird. 4 Die in diesem Abschnitt dargestellten Informationen wurden dem "Jahresgutachten 2023/24" des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung entnommen. In Japan verzeichnete das BIP einen Anstieg um 0,8 % im 1. Quartal 2023 und um 1,2 % im 2. Quartal 2023, jeweils gegenüber dem Vorquartal. Zum Wachstum in der 1. Jahreshälfte trugen maßgeblich gestiegene Exporte und geringere Importe bei, die durch die lockere Geldpolitik der japanischen Zentralbank und die Abwertung des Yen begünstigt wurden. Der Sachverständigenrat prognostiziert daher das BIP-Wachstum in Japan für das Jahr 2023 auf 1,8 %. Das Wachstum im Vereinigten Königreich fiel schwächer aus und der Sachverständigenrat erwartet ein BIP-Wachstum von 0,5% für das Jahr 2023.Die Inflation, ausgehend von einem höheren Niveau sinkt weiterhin schnell. Die konjunkturelle Dynamik im Euro-Raum war im 1. Halbjahr 2023 schwach. Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der Energiekrise und des daraus resultierenden Inflationsschocks ist es zwar nicht zu einem stärkeren Rückgang des BIP gekommen. Dennoch stagnierte die Wertschöpfung in der Industrie seit dem Jahr 2021 weitgehend, unter anderem infolge der höheren Energiepreise und anhaltender Materialengpässe. Die in der Pandemie eingeschränkten Dienstleistungsbereiche wirkten seit dem Jahr 2022 stabilisierend. Das BIP ist im 2. Quartal 2023 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,2 % leicht gestiegen, nachdem es im 4. Quartal 2022 und im 1. Quartal 2023 noch stagnierte. Insbesondere die gegenläufigen Entwicklungen des Außenbeitrags und der Vorratsveränderungen im 1. und 2. Quartal 2023 haben das BIP-Wachstum geprägt. Hinter dem positiven Außenbeitrag stehen volatile Veränderungen der Importe sowie der Dienstleistungsexporte. Die Warenexporte sind hingegen in beiden Quartalen um 1,0 % bzw. 1,4 % gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Trotz der starken geldpolitischen Straffung sind die Bruttoanlageinvestitionen im 1. und 2. Quartal 2023 nicht zurückgegangen und haben im 1. Quartal sogar mit knapp 0,1 Prozentpunkten einen geringfügig positiven Beitrag zum BIP-Wachstum geleistet. Staatliche Corona-Maßnahmen sind weitestgehend ausgelaufen, was für einen deutlichen Rückgang des Staatskonsums im 1. Quartal 2023 sorgte. Der Sachverständigenrat erwartet ein BIB-Wachstum von 0,6% für das Jahr 2023. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Gegen Ende des Jahres 2023 profitiert die Autoindustrie weiterhin von der anhaltenden relativen Produktionsstärke und Aufstockung der Lagerbestände. Die Fahrzeugproduktion bleibt auf kurze Sicht gesund und übertrifft in mehreren Regionen die Erwartungen. Gemäß der von S&P im Dezember veröffentlichten Prognose liegt die weltweite Produktion von Light Vehicles (Passenger Cars und Light Commercial Vehicles bis 6t) im Jahr 2023 voraussichtlich bei 89,8 Mio. Einheiten. Dies entspricht - trotz der weiterhin anhaltenden globalen Herausforderungen - einem Anstieg von 9,0 % gegenüber dem Vorjahr und liegt damit über dem Niveau von 2019 (89,0 Mio. Einheiten). Regional betrachtet weisen dabei Japan/Korea (+14,6%), Europa (+12,3%), Nordamerika (+9,0%) und China (+8,5%) die stärksten Zuwächse im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr auf. China konnte die Verluste aus dem ersten Quartal ausgleichen und damit seine Produktion von Light Vehicles im Jahr 2023 auf insgesamt 28,4 Mio. Einheiten steigern. Aufgrund einer anhaltend starken Exporttätigkeit, staatlichen Anreizen und einer sich erholenden Inlandsnachfrage, hat die Produktion in China in Q4-2023 weiterhin einen soliden Schwung. Auch in Südamerika (+3,2%) und in Indien (+6,8%) ist ein Anstieg im Vergleich zu 2022 zu erwarten, während die Produktion der restlichen Länder der Region Südasien insgesamt im Berichtszeitraum zurückging (-3,9%). Die weltweiten Produktionszahlen für Nutzfahrzeuge größer 6t sind im Jahr 2023 nach IHSAngaben (Stand Q3/2023) im Vergleich zum Vorjahr um 12 % gestiegen. Dies liegt vor allem an den im Vergleich zu 2022 niedrigeren Inflationszahlen in allen Regionen der Welt. 5 Die Investitionsbereitschaft vieler Speditionen konnte somit gesteigert werden. Die absoluten Produktionszahlen im Jahr 2023 liegen für dieses Fahrzeugsegment weltweit bei 3,5 Mio. Fahrzeugen. Damit lag die Produktion aber noch unter dem Vor-Corona Niveau von 2019 (3,9 Mio. Fahrzeuge). Alle Regionen außer Südamerika konnten dabei ein Wachstum erzielen. Gerade im chinesischen Markt konnte die Produktion im Vergleich zu 2022 um 26% auf 1,1 Mio. Fahrzeuge gesteigert werden. Dies geht vor allem auf die wegfallenden Corona Beschränkungen in der Region zurück. In China werden damit von allen Regionen die meisten Nutzfahrzeuge produziert. 5 S&P Global Mobility (2023): Around the World Global MHCV Sales and Production Forecast, S. 8. 2.2 Geschäftsverlauf Die folgenden Ausführungen in diesem Kapitel beziehen sich auf die fortzuführenden Geschäftsbereiche. Entwicklung im Geschäftsjahr Im Vergleich zum Vorjahr, war das Jahr 2023 vor allem durch eine hohe Kundennachfrage, den Anstieg des Batterie-Geschäfts, jedoch auch durch die hohe Inflation sowie durch Unsicherheit infolge geopolitischer Krisen geprägt, die starke Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt hatten. Als Zulieferer fast sämtlicher Automobilhersteller waren insbesondere die Folgen geopolitscher Unsicherheiten, sowie hoher Kosten von Rohstoffen und Personal unmittelbar spürbar. Webasto konnte im Jahr 2023 die Umsätze im Vergleich zu 2022 um 5,4 % steigern. Die Umsätze in China, dem bisherigen größten Einzelmarkt des Unternehmens, entwickelten sich aufgrund von Verdrängung der internationalen Kunden durch lokale und auf Elektrofahrzeuge spezialisierte OEMs, rückläufig. Aufgrund der beobachteten Wachstumsverlangsamung der chinesischen Wirtschaft hat Webasto Maßnahmen eingeleitet, um die langfristige Ertragskraft der Region zu sichern. In den Regionen Europa, dem nun größten Einzelmarkt, und Asia Pacific konnte der Umsatz vor allem durch Volumensteigerungen und Preisverhandlungen im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. In Amerika bremsten streikbedingte Volumenverluste im vierten Quartal die positive Entwicklung der Vorperioden. Das EBIT der Webasto Gruppe reduzierte sich im Vergleich zu 2022 und lag am Jahresende noch leicht im positiven Bereich. Der Rückgang im EBIT resultierte vor allem aus dem Geschäftsbereich Roof, insbesondere aus Amerika und China, und geringeren Währungseffekten. Zusätzlich belastete die Insolvenz von Fisker den Geschäftsbereich Roof. Während das Thermogeschäft auf Vorjahresniveau lag, verbesserte sich das EBIT in den Geschäftsbereichen Battery Systems sowie im After-Market-Geschäft. Das Ergebnis enthält auch Aufwendungen für den weiteren Ausbau der neuen Geschäftsbereiche. Im Rahmen der Entwicklung seiner neuen Strategie hat Webasto beschlossen, die Mehrheit am Produktbereich Ladelösungen zu verkaufen. Am 7.Februar 2024 wurde mit einem US-amerikanischen Investor die Kaufvereinbarung unterzeichnet. Webasto bleibt als Minderheitsgesellschafter an der Sparte beteiligt. 2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die unterjährige Kontrolle und Steuerung der Gruppe werden anhand eines umfassenden Systems standardisierter Berichte zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage monatlich durchgeführt. Die bedeutsamen finanziellen Steuerungsgrößen umfassen hierbei die im Nachfolgenden ausführlich beschriebenen Kennzahlen:
Vermögenslage Die Erläuterungen zur Vermögenslage zum 31. Dezember 2023 beziehen sich auf die fortzuführenden Aktivitäten nach Umgliederung des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte. Die nachfolgende Übersicht spiegelt die Entwicklung der wesentlichen Bilanzposten im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr wider: [1] Vermögenslage: Wesentliche Bilanzposten
* unwesentliche Korrektur Vorjahr im Sinne von IAS 8 Die Bilanzsumme der Gruppe erhöhte sich um EUR 182,3 Mio. bzw. 5,4 % auf EUR 3.542,9 Mio. (Vj. EUR 3.360,6 Mio.). Die Erhöhung der Aktiva ist im Bereich der langfristigen Vermögenswerte im Wesentlichen auf die Zunahme der Sachanlagen sowie im Bereich der kurzfristigen Vermögenswerte hauptsächlich auf den Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte zurückzuführen. Gegenläufig wirken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Erhöhung der Passiva liegt hauptsächlich an der Zunahme der Finanzverbindlichkeiten und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Gegenläufig wirkt die Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten. Der Rückgang des Eigenkapitals ist auf den Jahresfehlbetrag sowie auf die Veränderung der sonstigen Rücklagen zurückzuführen. Die Berechnung der Working-Capital-Quote bezieht sich auf die Umsatzerlöse. Das Working Capital enthält Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen/Leistungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie Vorräte. Basierend auf einem Working Capital von EUR 145,6 Mio. (Vj. EUR 279,2 Mio.) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 eine Working-Capital-Quote von 3,1 % (Vj. 5,6 %). Langfristige Vermögenswerte Die langfristigen Vermögenswerte der Webasto Gruppe erhöhten sich um EUR 36,8 Mio. bzw. 2,1 % auf EUR 1.787,1 Mio. (Vj. EUR 1.750,3 Mio.). Ursächlich hierfür waren insbesondere Veränderungen in den Sachanlagen. Die Sachanlagen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr um EUR 41,6 Mio. bzw. 2,9 % auf EUR 1.462,6 Mio. (Vj. EUR 1.421,0 Mio.) angestiegen. Hierfür ist vor allem die Zunahme der geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau um EUR 40,5 Mio. verantwortlich. Darüber hinaus übersteigen die Investitionen ins Sachanlagevermögen die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2023 um EUR 89,9 Mio. Dies ist auf diverse Investitionen (u.a. Werkserweiterungen und Aufbau neuer Produktionslinien) in den Regionen Europa, Amerika, China und APAC zurückzuführen. Die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich im Geschäftsjahr 2023 um EUR 9,4 Mio. bzw. 4,1 % auf EUR 220,2 Mio. (Vj. EUR 229,6 Mio.). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch planmäßige Abschreibungen sowie Währungseffekte. Kurzfristige Vermögenswerte Die kurzfristigen Vermögenswerte der Webasto Gruppe sind um EUR 145,5 Mio. bzw. 9,0 % auf EUR 1.755,8 Mio. gestiegen (Vj. EUR 1.610,3 Mio.). Ursächlich war hierfür hauptsächlich die Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund der Inanspruchnahme von Kreditlinie zur langfristigen Sicherstellung der Liquidität. Des Weiteren waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um EUR 30,4 Mio. bzw. 4,4 % (EUR 664,9 Mio. Vj. EUR 695,3 Mio.) niedriger, was im Wesentlichen auf die Ausweitung des Factorings zurückzuführen ist. Daneben enthält diese Bilanzposition auch Forderungen aus verkauften Entwicklungsleistungen. Zum anderen stiegen insbesondere die zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte um EUR 28,3 Mio. auf EUR 131,4 Mio. (Vj. EUR 103,1 Mio.) resultierend aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um den Produktbereich Ladelösungen. Am 7. Februar 2024 wurde die Kaufvereinbarung mit einem USamerikanischen Investor über den Erwerb der Mehrheit an diesem Produktbereich unterzeichnet. Webasto bleibt als Minderheitsgesellschafter an der Sparte beteiligt. Gleichzeitig reduzierten sich die übrigen kurzfristigen Vermögenswerte um EUR 15,3 Mio. bzw. 14,9 % auf EUR 87,4 Mio. (Vj. EUR 102,7 Mio.). Diese Reduzierung ist hauptsächlich auf die sonstigen finanziellen Vermögenswerte zurückzuführen. Eigenkapital Das Eigenkapital verringerte sich um EUR 244,4 Mio. bzw. 29,7 % auf EUR 577,9 Mio. (Vj. EUR 822,3 Mio.). Dieser Rückgang resultiert aus der Veränderung der Gewinnrücklagen um EUR 195,1 Mio. einschließlich eines Jahresfehlbetrags von EUR 194,9 Mio. (Vj. Jahresgewinn von EUR 10,9 Mio.) sowie der Veränderung der sonstigen Rücklagen um EUR -49,2 Mio. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Wechselkursänderung von EUR zu CNY und USD zurückzuführen. Aufgrund des absoluten Rückgangs des Eigenkapitals und durch den Anstieg der Bilanzsumme verminderte sich die Eigenkapitalquote auf 16,3 % (Vj. 24,5 %). Langfristige Schulden Die langfristigen Schulden in Höhe von EUR 430,1 Mio. haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 438,1 Mio. bzw. 50,5% verringert (Vj. EUR 868,2 Mio.). Der Rückgang betrifft im Wesentlichen die Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten um EUR 446,0 Mio. bzw. 54,0 % auf EUR 379,3 Mio. (Vj. EUR 825,3 Mio.). Dies ist auf die Umgliederung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Kurzfristige Schulden Die kurzfristigen Schulden sind um EUR 864,7 Mio. bzw. 51,8 % auf EUR 2.534,9 Mio. (Vj. EUR 1.670,2 Mio.) gestiegen, was aus mehreren Effekten resultiert. Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind um EUR 777,4 Mio. bzw. 220,4 % auf EUR 1.130,2 Mio. (Vj. EUR 352,8 Mio.) gestiegen. Die Umgliederung zum Bilanzstichtag von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 870,8 Mio. aufgrund der Nicht-Einhaltung der Covenants ist der Hauptgrund für die Erhöhung der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Von diesen umgliederten Finanzverbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr 2023 weitere Linien aus dem Konsortialkredit in Höhe von EUR 320,8 Mio. sowie ein Bürgschaftsdarlehen in Höhe von EUR 90,0 Mio., zur langfristigen Sicherstellung der Liquidität in Anspruch genommen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund aktiven Working-Capital- Managements um EUR 143,6 Mio. bzw. 17,4 % auf EUR 966,6 Mio. (Vj. EUR 823,0 Mio.) gestiegen. Finanzlage Die Erläuterungen zur Finanzlage für die Jahre 2023 und 2022 beinhalten die Cashflows für den fortzuführenden und den nicht fortgeführten Geschäftsbereich. Zum 31. Dezember 2023 beliefen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gruppe auf EUR 279,3 Mio. (Vj. EUR 118,6 Mio.). Der Webasto Gruppe stehen Kreditlinien in Höhe von EUR 1.266,0 Mio. zur Verfügung, von denen zum 31. Dezember 2023 EUR 218,3 Mio. ungenutzt waren. Aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds und der daraus folgenden Implikationen für Webasto, aus denen die Nicht-Einhaltung der Covenant resultierte, wurden mit den kreditführenden Banken bereits vor dem Bilanzstichtag Verhandlungen aufgenommen und am 28. Juni 2024 zum Abschluss gebracht. Aufschiebende Bedingung für den Bürgschaftskredit, aber mit sehr begrenztem Risiko, ist die Zustimmung der Bürgen, d.h. der Länder Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die behördlichen Genehmigungen stehen unter dem Vorbehalt dieser Zustimmung. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Bürgen nicht zu einer positiven Entscheidung kommen, würden die Bankverhandlungen fortgesetzt. Basierend auf der Anpassung bestehender Kreditvereinbarungen geht der Vorstand davon aus, dass die Einhaltung der Kreditverträge wahrscheinlich und eine stabile langfristige Finanzierung gewährleistet ist. Der Konzern verfügte über ausreichend Zahlungsmittel, um seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen. Die folgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der Cashflows der Gruppe für die Geschäftsjahre 2023 und 2022: [2] Kapitalflussrechnung
Der Free Cashflow ist ein bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator für die Unternehmenssteuerung der Webasto Gruppe. Dieser liegt im Geschäftsjahr 2023 bei EUR -86,7 Mio. (Vj. EUR -31,9 Mio.) und hat sich somit um EUR 54,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr verringert. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2023 EUR 155,0 Mio., was einer Reduktion im Vergleich zum Vorjahr um EUR 74,8 Mio. entspricht. Die wesentlichen Effekte sind neben dem Rückgang des EBIT (inklusive nicht fortgeführter Geschäftsbereiche) um EUR 171,4 Mio., die Verbesserung des Working-Capital-Cashflows um EUR 40,3 Mio. im Vergleich zu 2022 sowie die Verbesserung des Cashflows aus den übrigen Bilanzpositionen um EUR 44,3 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. Cashflow aus Investitionstätigkeit Der Cashflow aus Investitionstätigkeit von EUR 241,7 Mio. hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 20,0 Mio. verbessert. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf den Erwerb der Tochtergesellschaft Webasto Luxembourg S.A. im Jahr 2022 für EUR 38,0 Mio. zurückzuführen. Gegenläufig erhöhten sich die Auszahlungen für Investitionen um EUR 10,5 Mio. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von EUR 258,4 Mio. resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme bestehender Kreditlinien in Höhe von EUR 452,7 Mio. sowie aus der Rückführung des Schuldscheindarlehens in Höhe von EUR 50,5 Mio. Aus der Reduzierung der Verbindlichkeiten im Rahmen des Factoringgeschäfts verringerte sich der Finanzierungscashflow um EUR 45,9 Mio. Zusätzlich wurden und EUR 51,6 Mio. (Vj. EUR 18,6 Mio.) an Zinsen sowie EUR 39,6 Mio. (Vj. EUR 33,8 Mio.) Zahlungen im Rahmen von Leasingverträgen geleistet. Finanzverbindlichkeiten Die Erhöhung der Kreditlinien resultiert im Wesentlichen aus dem Abschluss eines neuen Kreditvertrags mit einem Volumen von EUR 100,0 Mio. zur langfristigen Sicherstellung der Liquidität. Der Kreditvertrag besteht aus einem Gesellschafterdarlehen (EUR 10,0 Mio.) und einen Bürgschaftskredit (EUR 90,0 Mio.) Damit stehen der Webasto Gruppe Kreditlinien in Höhe von EUR 1.266,0 Mio. (Vj. EUR 1.164,3 Mio.) zur Verfügung. Die folgende Übersicht zeigt die Kredit- und Garantielinien von Webasto: [3] Kredit- und Garantielinien
Bei den Finanzverbindlichkeiten sind EUR 870,8 Mio. mit sog. Covenants verbunden. Demzufolge haben die Kreditgeber das Recht, die Kredite sofort fällig zu stellen, wenn bestimmte Kennzahlen bzw. Anforderungen innerhalb der Laufzeit zum jeweiligen Quartalsende nicht eingehalten werden. Die Verhandlungen mit den kreditführenden Banken aufgrund der Nichteinhaltung der Covenants zum 31. Dezember 2023 wurden bereits vor dem Bilanzstichtag aufgenommen und am 28. Juni zum Abschluss gebracht (vgl. Kapitel 2.3, Finanzlage). In diesem Zusammenhang werden nach IAS 1 EUR 870,8 Mio. Finanzverbindlichkeiten im Abschluss 2023 als kurzfristig ausgewiesen. Ertragslage Die Erläuterungen zur Ertragslage beziehen sich für die Jahre 2023 und 2022 auf die fortzuführenden Aktivitäten aufgrund der Umgliederung des Charging-Geschäfts in die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Entwicklung der Ertragslage stellt sich im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar: [4] Ertragslage
* unwesentliche Korrektur Vorjahr im Sinne von IAS 8 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse sind für die Webasto Gruppe eine bedeutsame finanzielle Steuerungsgröße. Diese beinhalten auch die Erlöse aus zum Verkauf bestimmter Leistungen (z.B. Erlöse aus dem Verkauf von Entwicklungsleistungen und Werkzeugen). Die Umsatzerlöse gliedern sich auf folgende Geschäftsbereiche auf: [5] Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen
Das Umsatzvolumen erhöhte sich im Vorjahresvergleich insgesamt um EUR 234,8 Mio. bzw. 5,4 % auf EUR 4.566,9 Mio. (Vj. EUR 4.332,1 Mio.). Im Geschäftsbereich Roof & Components stieg der Umsatz um EUR 40,4 Mio. bzw. 1,1 % auf EUR 3.677,7 Mio. (Vj. EUR 3.637,3 Mio.). Die Geschäftsbereiche Energy & Components und Customized Solutions trugen mit EUR 514,0 Mio. (Vj. EUR 343,5 Mio.) bzw. EUR 375,2 Mio. (Vj. EUR 351,4 Mio.) zum Gesamtumsatz bei. Haupttreiber hierfür waren die höheren Umsätze im Bereich Battery aufgrund höherer Volumina. Zusammenfassend konnten die Umsatzerlöse trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfeldes gesteigert werden. Im regionalen Aufriss ergibt sich für die Umsatzerlöse folgendes Bild: [6] Umsatzerlöse nach Regionen
Demzufolge verteilt sich der Anstieg des Gesamtumsatzes um EUR 234,8 Mio. insbesondere auf die Regionen Europa mit einem absoluten Umsatzwachstum um EUR 136,9 Mio. sowie Deutschland um EUR 72,4 Mio. bzw. Amerika um EUR 55,8 Mio. Lediglich in Asien ist der Umsatz rückläufig, was im Wesentlichen am Umsatzrückgang in China in Höhe von EUR 162,6 Mio. aufgrund von Verdrängung der internationalen Kunden durch lokale und auf Elektrofahrzeuge spezialisierte OEMs liegt. Gegenläufig ist der Umsatz im Rest der Region um EUR 130,5 Mio. gestiegen. Umsatzkosten Die Umsatzkosten beziehen sich im Wesentlichen auf die Kosten der operativen Geschäftstätigkeiten, die direkt der Erwirtschaftung von Umsatzerlösen zugeordnet werden können. Darunter fallen insbesondere Materialaufwendungen, Abschreibungen auf Maschinen sowie Personalkosten. Innerhalb der Umsatzkosten werden auch die entsprechenden Kosten der zum Verkauf bestimmten Entwicklungsleistungen ausgewiesen. Die Umsatzkosten sind um EUR 236,4 Mio. bzw. 6,2 % auf EUR 4.040,6 Mio. (Vj. EUR 3.804,2 Mio.) gestiegen. Die Umsatzkostenquote ist im Geschäftsjahr auf 88,5 % (Vj. 87,8 %) gestiegen. Die überproportionale Steigerung der Umsatzkosten ist im Wesentlichen durch die hohe Inflation getrieben, die nur anteilig durch Kundenkompensationen ausgeglichen werden konnte. Aufgrund der finanziellen Lage und der Insolvenz des Webasto-Kunden Fisker sind insgesamt EUR 11,8 Mio. Sonderabschreibungen in den Umsatzkosten enthalten. Dies betrifft im Wesentlichen Abschreibungen auf Vorräte in Höhe von EUR 10,2 Mio. Bruttoergebnis vom Umsatz Das Bruttoergebnis vom Umsatz verringerte sich um EUR 1,5 Mio. bzw. -0,3 % auf EUR 526,3 Mio. (Vj. EUR 527,9 Mio.). Hier spiegeln sich im vor allem zwei Effekte aus der Insolvenz von Fisker wider. Zu einem wurden Vermögenswerte in Höhe von EUR -11,8 Mio. abgeschrieben. Zum anderen wurden in diesem Zusammenhang die Umsatzerlöse um EUR 7,9 Mio. korrigiert. Die Marge im Verhältnis zum Umsatzvolumen ist auf 11,5 % (Vj. 12,2 %) zurückgegangen. Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich geändert. Der Anteil am Umsatz beträgt 4,4 % (Vj. 4,7 %). Der Rückgang der F&E-Quote wird im Wesentlichen durch den starken Anstieg der Umsätze im Batteriegeschäft getrieben, der teilweise durch höhere Kosten in Global Glass kompensiert wurde. Vertriebskosten Die Vertriebskosten entstehen im Zusammenhang mit den Aktivitäten, die wir zum Vertrieb und zur Vermarktung unserer Produkte unternehmen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese um EUR 4,9 Mio. bzw. 4,9 % auf EUR 106,5 Mio. erhöht. Der Anstieg ist durch allgemeine Kostensteigerung im Bereich IT, Gebäude, sowie Personal und Reisekosten zurückzuführen. Allgemeine Verwaltungskosten Die Allgemeinen Verwaltungskosten sind Aufwendungen, die nicht unmittelbar den Kosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen, den Forschungs- und Entwicklungskosten oder den Vertriebskosten zurechenbar sind und insbesondere die Headquarter-Funktionen wie z. B. Geschäftsführung, IT sowie weitere notwendige regulatorische Funktionen abdecken. Im Geschäftsjahr sind diese Kosten um EUR 30,5 Mio. bzw. 14,6 % auf EUR 239,6 Mio. (Vj. EUR 209,1 Mio.) angestiegen. Hierin spiegeln sich hauptsächlich der Aufbau neuer Standorte und inflationsbedingte Steigerungen der Personalkosten wider. Sonstige Aufwendungen und Erträge Der Saldo der sonstigen Aufwendungen und Erträge verringerte sich um EUR 148,6 Mio. auf EUR 19,4 Mio. (Vj. EUR 167,9 Mio.), im Wesentlichen aufgrund des Rückgangs der sonstigen Erträge. Die sonstigen Erträge reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr in Summe um EUR 146,4 Mio. auf EUR 142,6 Mio. (Vj. EUR 289,0 Mio.). Dies resultiert im Wesentlichen auf dem Rückgang der Kursgewinne um EUR 104,6 Mio. auf EUR 100,9 Mio. (Vj. EUR 205,5 Mio.). Des Weiteren habe sich die übrigen Erträge primär bedingt durch den Rückgang von periodenfremden Erträgen um EUR 22,4 Mio. auf EUR 28,6 Mio. (Vj. EUR 51,0 Mio.) verringert. Zudem war im Vorjahr ein positiver Ergebniseffekt aus der Erstkonsolidierung der Carlex Glass Luxembourg S.A in Höhe von EUR 18,2 Mio. im sonstigen Ergebnis enthalten. Die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich in Summe um EUR 2,2 Mio. auf EUR 123,3 Mio. (Vj. EUR 121,1 Mio.). Dieser negative Effekt resultiert insbesondere aus der Zunahme der Kursverluste um EUR 5,1 Mio. auf EUR 103,8 Mio. (Vj. EUR 98,7 Mio.). Gewinnanteile an nach der Equity Methode bilanzierten Unternehmen Die Gewinnanteile sind um EUR 0,7 Mio. bzw. 19,4 % auf EUR 2,9 Mio. (Vj. EUR 3,6 Mio.) zurückgegangen und betreffen die 50%ige Beteiligung an der Indel Webasto Marine S.r.L., St. Agata Feltria. EBIT Ein bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator für die Unternehmenssteuerung der Gruppe ist das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragssteuern (EBIT), das sich im Geschäftsjahr um EUR 183,7 Mio. auf EUR 2,0 Mio. (Vj. EUR 185,7 Mio.) verringerte. Hierfür sind im Wesentlichen die niedrigeren sonstigen Erträge und die gestiegenen allgemeinen Verwaltungskosten verantwortlich. Das EBIT im Verhältnis zum Umsatz betrug 0,0 % (Vj. 4,3 %). Finanzergebnis Das Finanzergebnis verringerte sich um EUR 18,0 Mio. bzw. 61,6 % auf EUR -47,2 Mio. (Vj. EUR -29,2 Mio.). Dies hängt im vor allem mit den um EUR 27,0 Mio. auf EUR 48,0 Mio. (Vj. EUR 21,0 Mio.) gestiegenen Zinsen für Darlehen und Kontokorrentkredite sowie für Leasingverträge zusammen. Gegenläufig verbesserte sich das Ergebnis aus Derivaten um EUR 24,4 Mio. auf EUR 14,4 Mio. (Vj. EUR -10,0 Mio.). Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen Die fortzuführenden Geschäftsbereiche verzeichneten im Geschäftsjahr 2023 einen Verlust von EUR 118,3 Mio. (Vj. Gewinn in Höhe von EUR 93,7 Mio.). Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen Die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche wiesen im Geschäftsjahr 2023 einen Verlust von EUR 76,6 Mio. aus (Vj. EUR 82,7 Mio.). Jahresergebnis Das Jahresergebnis stellt einen weiteren bedeutsamen finanziellen Leistungsindikator für die Webasto Gruppe dar. Unter Berücksichtigung eines positiven EBIT der fortzuführenden Geschäftsbereiche von EUR 2,0 Mio. (Vj. EUR 185,7 Mio.), eines Finanzergebnisses von EUR -47,2 Mio. (Vj. EUR -29,2 Mio.), Steueraufwendungen von EUR 73,1 Mio. (Vj. EUR 62,9 Mio.) sowie dem Jahresergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche von EUR -76,6 Mio. (Vj. EUR -82,7 Mio.) ergab sich ein negatives Jahresergebnis in Höhe von EUR 194,9 Mio. (Vj. positives Jahresergebnis in Höhe von EUR 10,9 Mio.). 2.4 Gesamtaussage Der Geschäftsbereich Roof weist aufgrund höherer Volumina insbesondere in Europa gestiegene Umsätze aus. Auch die Region Amerika, APAC und das im Vorjahr übernommene Geschäft von Carlex Luxemburg ("Global Glass") trugen zum Umsatzwachstum bei. Die Umsätze in China blieben aufgrund von gesunkener Kundennachfrage deutlich unter Vorjahresniveau. Im Geschäftsbereich Energy & Components konnte der Umsatz insbesondere aufgrund des Batteriegeschäfts deutlich gesteigert werden. Im Bereich Energy & Components sowie Customized Solutions konnte ein verbesserter Ergebnisbeitrag im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden, dagegen verringerte sich das EBIT im Geschäftsbereich Roof, insbesondere in Amerika und China, im Jahr 2023. Neben geopolitischen Krisen und größerer Volatilität bei den Abrufen haben insbesondere gestiegene Kosten für Rohstoffe und Personal sowie die Insolvenz von Fisker die Marge stark belastet. Diese Belastungen konnten durch Gegenmaßnahmen (insbesondere Senkung von Strukturkosten und Nachverhandlungen mit Kunden und Lieferanten) teilweise kompensiert werden. Neben dem niedrigeren Jahresergebnis verringerte sich der Free Cashflow durch Verzögerungen beim Verkauf des Ladegeschäfts. Vergleich des tatsächlichen mit dem erwarteten Geschäftsverlauf Die Webasto Gruppe konnte das prognostizierte Umsatzwachstum für 2023 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich vor allem aufgrund von gesunkener Kundennachfrage in China und im Thermogeschäft sowie aufgrund von Streikeffekten in Amerika nicht erreichen. Der geplante signifikante Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern sowie die vorgesehene deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses konnten trotz Einsparungen im F&E- und Verwaltungsbereich nicht erzielt werden. Die Insolvenz des Kunden Fisker trug ebenfalls ihren Anteil dazu bei. Der Free Cashflow entwickelte sich dabei, trotz geringerer Investitionen und einer geringeren Working Capital Quote, aufgrund des negativen Ergebniseffekts sowie des verzögerten Verkaufs des Ladegeschäfts schlechter als erwartet. 3 Chancen- und Risikobericht Die Webasto Gruppe ist potenziellen Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ beeinflussen können. Auf Basis eines systematischen Chancen- und Risikomanagements verfolgt Webasto das Ziel, Chancen und Risiken so früh wie möglich zu identifizieren und zu bewerten, Chancen durch geeignete Maßnahmen zu nutzen und Risiken verantwortungsvoll zu steuern. Die Risikotragfähigkeit ist das maximale Risikoausmaß, das das Unternehmen ohne Gefährdung des Fortbestands im Zeitablauf tragen kann. Dieses wird durch die maximale Abweichung von der Planungsrechnung bestimmt, die gerade noch nicht zu einem Bruch von Financial Covenants oder einem Liquiditätsengpass führen kann. Risiken umfassen für Webasto sämtliche intern und extern auftretende Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer negativen Abweichung von der Geschäftsplanung führen, wohingegen Chancen zu einer positiven Zielabweichung führen können. 3.1 Internes Kontrollsystem bezogen auf die Rechnungslegung Das interne Kontrollsystem (IKS) dient der Überwachung eines Unternehmens und umfasst organisatorische Sicherungsmaßnahmen, Kontrollen zur Überprüfung interner Regelungen, Verfahren und Maßnahmen, die u.a. angewendet werden, um
Wesentliche Elemente bzw. Maßnahmen des in der Webasto Gruppe implementierten rechnungslegungsbezogenen IKS beinhalten u.a. die eindeutige Aufgabenverteilung im Rahmen der Konzernabschlusserstellung einschließlich konzerneinheitlicher Bilanzierungsvorgaben, regelmäßige "Reporting-Instructions" an die Tochtergesellschaften sowie Prozess- und Kontrollverantwortung auf jeder Berichterstattungsebene, angemessene Zugangsregeln zu den rechnungslegungsrelevanten IT-Systemen und umfangreiche systemgestützte Kontrollen. Wichtige Grundsätze sind das Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung als integraler IKS-Bestandteil. Die zentrale IKS-Abteilung hat für Ziele die Wirksamkeit der internen Kontrollen konzernübergreifend zu beurteilen und somit das IKS kontinuierlich zu verbessern. Hierbei werden die implementierten Kontrollen mindestens jährlich hinsichtlich effektiven Aufbaus und Wirksamkeit überprüft. Für identifizierte Kontrollschwächen werden Gegenmaßnahmen vereinbart und diese im vierteljährlichen GRC-Bericht an den Vorstand berichtet. Kontinuierliche Überwachungsaktivitäten stellen die Umsetzung der Korrekturmaßnahmen sicher. Eine im Jahr 2022 durchgeführte Pilotphase konzentrierte sich auf die rechnungslegungsrelevanten Prozesse bestimmter Tochtergesellschaften, die nach Risikogesichtspunkten für den Konzernabschluss von wesentlicher Bedeutung waren. Im Jahr 2023 wurde dieser Ansatz auf alle wesentlichen Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette inklusive Schnittstellen, sowie auf weitere Tochtergesellschaften ausgeweitet. Darüber hinaus ist die interne Revisionsabteilung ein wesentliches Organ im Überwachungssystem der Webasto Gruppe. Im Rahmen ihrer unabhängigen risikoorientierten Prüfungen kontrolliert sie zusätzlich die Effektivität des IKS und berichtet an den Vorstand. 3.2 Risikomanagement-System Ziel ist es, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und Maßnahmen einzuleiten, um Risiken zu bewältigen und damit verbundene Chancen zu realisieren. Die bewusste Auseinandersetzung und die regelmäßige Beobachtung von Risiken soll das Risikobewusstsein schärfen, um insbesondere bestands- und entwicklungsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und diesen entgegen wirken zu können. Auf Konzernebene ist das funktionsübergreifende Corporate Risk Management (CORM) für das Risikomanagement- sowie für den Reportingprozess innerhalb der Webasto Gruppe verantwortlich. Das CORM aggregiert dabei gruppenweit alle Risiken und berichtet diese in regelmäßigen Abständen an den Vorstand. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement-System liegt beim Vorstand der Webasto Gruppe. Der Vorstand trägt dabei die Verantwortung über die Aktualität, Vollständigkeit und Aussagekraft des Risikomanagements und ist außerdem verantwortlich, den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss in regelmäßigen Abständen zu informieren, um notwendige Maßnahmen zur Risikosteuerung zu verabschieden. Außerhalb der regelmäßigen Berichtstermine werden wesentliche Veränderungen der Risikolage zeitnah an den Vorstand berichtet (ad hoc Reporting). Die Berichterstattung an den Prüfungsausschuss erfolgt jährlich. Bei Bedarf wird der Risikobericht dem Aufsichtsrat vorgelegt. CORM definiert die Risikomanagement-Richtlinien und überwacht die Anwendung und Einhaltung in der Webasto Gruppe. Diese Richtlinie wurde innerhalb der Webasto Gruppe veröffentlicht und ist somit allen Mitarbeitern weltweit zugänglich. Darin enthalten sind die Prozessbeschreibung, die Verantwortlichkeiten und die Struktur des Risikomanagement-Systems. Das Risikomanagementsystem bei Webasto berücksichtigt die gesamte Matrixorganisation der Webasto Gruppe, einschließlich der Zentralfunktionen, Business Units und Regionen, durch definierte Verantwortlichkeiten. Das folgende Schaubild zeigt die vereinfachte Organisation des Risikomanagements der Webasto Gruppe. [7] Struktur des Risikomanagement-Systems
Berichterstattung Die Risikoberichterstattung an das Management Board umfasst eine aggregierte Übersicht sämtlicher Risiken über alle Business Units und Regionen, die Identifizierung der jeweils größten Risiken (wobei die Bewertung ihrer Bedeutung auf Grundlage der Risikohöhe erfolgt), sowie die Risikotragfähigkeit der Gruppe. Erfassung Um sicherzustellen, dass zur Identifizierung der Risiken die vollständige Wertschöpfungskette betrachtet wird, ist gruppenweit ein Katalog von Risikokategorien definiert. Die identifizierten Risiken sind den vorgegebenen Risikokategorien zuzuordnen. In einem Bottom-up-Prozess erfolgen auf Ebene der Business Units die Risikoidentifikation und -analyse. Auf Basis der Informationen jedes bewerteten Risikos sowie Anpassungen auf der Grundlage von Managementeinschätzungen (Verifikation der aggregierten Konzernmeldungen durch das funktionale Risikomanagement) wird der Risiko- und Chancenkorridor gegenüber der Geschäftsplanung bestimmt, indem die Eintrittswahrscheinlichkeit über das gruppenweite Risikoportfolio widergespiegelt wird. Die Werte des Risiko- und Chancenkorridors werden in Relation zur Risikotragfähigkeit gesetzt, die das Risikodeckungspotenzial der Webasto Gruppe darstellt. Hierfür wird das negative Planungsszenario dem Leverage und dem Eigenkapital gemäß der Financial Covenants des Konsortialkredites als auch der frei verfügbaren Liquidität im Rahmen der Tragfähigkeitsanalyse gegenübergestellt. Im Rahmen der Analyse der Risikotragfähigkeit wird auch die Einhaltung der Covenants beobachtet. Auf dem Bottom-up Prozess aufbauend erfolgt eine Top-down-Betrachtung durch die weltweit zuständigen Verantwortlichen in den Funktionen und Regionen. Diese beurteilen die im Bottom-up Prozess identifizierten Risiken. Die beschriebene Vorgehensweise stellt sicher, dass alle Dimensionen der Matrixstruktur der Webasto Gruppe innerhalb des Risikomanagement-Systems berücksichtigt werden. Die Identifikation, Bewertung und Berichterstattung der operativen bzw. quantifizierten Risiken erfolgt vierteljährlich und mündet wie dargestellt in der Risikotragfähigkeitsanalyse. Die Betrachtung der nicht quantifizierten strategischen Risiken wird halbjährlich aktualisiert und im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Gruppe berücksichtigt. Die Bewertung der Risiken erfolgt vornehmlich nach quantitativen Kriterien und auf Basis einer Nettobewertung. Das Nettorisiko stellt die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten schadensmindernden Maßnahmen dar. Chancen werden dann miteinbezogen, wenn sie einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit einem Risiko stehen. Aggregation und Methodik Durch die Aggregation der Gesamtrisikoportfolios wird sichergestellt, dass die wahrscheinlichkeitsgewichtete Risikoposition von Webasto der Risikotragfähigkeit gegenübergestellt werden kann. Die Ermittlung der Gesamtrisikoposition erfolgt auf Grundlage der erhobenen Nettorisiken durch die Aggregation mittels Monte-Carlo-Simulation. Hieraus ergibt sich eine quantitative Risikoposition als Abweichung zur Geschäftsplanung. Die Webasto Gruppe nutzt im Sinne einer Worst-Case-Betrachtung das 95-Prozent-Quantil dieser Risikoverteilung, um die mögliche Planabweichung im Sinne der Risikotragfähigkeit zu bestimmen. Die identifizierten Risiken werden aktiv gesteuert, um die vom Unternehmen angestrebte Risikominderung zu erreichen. Die Risikoverantwortlichen sind dafür verantwortlich, Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese abzusichern. 3.3 Erläuterung wesentlicher Risiken Das Risikoportfolio bei Webasto in den diversen Risikokategorien lässt sich in vier Gruppen unterteilen, auf deren Basis eine Risiko- & Chancenkorridor simuliert wird. [8] Übersicht der Cluster und Kategorien
Nachstehend werden jene Risiken beschrieben, die nach aktueller Einschätzung als wesentlich für die zukünftige Entwicklung der Gruppe eingestuft werden. Die Berichterstattung bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr. [9] Einstufungen der Quantile für die Risikobewertung
Risiken, die regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung darstellen, sind quantifizierbare und kurzfristige Risiken. Diese finden ihren Ursprung vor allem in den Bereichen Betriebsrisiken, Branchenrisiken, Rechts- und Kompensationsrisiken und finanzielle Risiken. [10] Risikobewertung der wesentlichen Cluster und Kategorien
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die operativen / quantifizierten Risiken im vergangenen Jahr zum ersten Mal in der zuvor beschriebenen Art erfasst und aggregiert wurden. Die Vergleichbarkeit des Risikoportfolios, ist dementsprechend gegenüber dem Vorjahr eingeschränkt. 3.3.1 Branchenrisiken Webasto steht vor verschiedenen Branchenrisiken, die sowohl Markt- & Vertriebsrisiken als auch strategische Überlegungen wie Fusionen und Übernahmen (M&A) umfassen. Markt- & Vertriebsrisiken können auf Marktveränderungen, Nachfrageschwankungen, Wettbewerbsumfeldern sowie Änderungen in Kundenpräferenzen basieren. Strategische Risiken, wie die Entwicklung des Produktportfolios sind eng mit der Transformation der Automotive Industrie verbunden und beinhalten potenzielle Herausforderungen bei der Integration, strategischen Ausrichtung und den finanziellen Implikationen solcher Unternehmensentwicklungen. Die Analyse und das Management dieser Branchenrisiken sind entscheidend für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Webasto und die Sicherung von langfristigem Wachstum und Stabilität. Markt- und Vertriebsrisiken Es werden protektionistische Tendenzen in einzelnen Ländern wahrgenommen, wie den Ausbau dezidierter Marktzugangsbarrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Anbieter zu schützen bzw. zu verbessern. Die steigende Anzahl von Wettbewerbern, insbesondere aus Asien, wirkt sich stark auf die Verkaufspreise bzw. Wettbewerbssituation aus, vor allem in unseren relevanten Absatzmärkten in Europa, den USA und China. Neben den Aktivitäten in den etablierten Märkten wollen wir uns weiterhin aktiv in Wachstumsmärkten und bisher unterrepräsentierten Märkten positionieren. Die globalen wirtschaftlichen Einflussfaktoren auf die Automobilnachfrage führen zu hoher Volatilität in der Automobilproduktion, was eine präzise Absatzprognose erschwert. Insbesondere die Transformationsprozesse in der Automobilindustrie, die verstärkte Konkurrenz unter den OEMs durch neue Marktteilnehmer sowie die beschleunigte Elektrifizierung führen zu Unsicherheiten bezüglich der geplanten Absatzzahlen der Fahrzeugmodelle. Beschaffungsrisiken bei Zulieferteilen und Transportlogistik tragen ebenfalls zu Schwierigkeiten bei, Absatzmengen vorherzusagen. Die hohe Schwankung der Kundennachfrage beeinflusst stark unsere Umsatzplanung. Eine Veränderung der erwarteten Markt- und Vertriebsrisiken kann mittlere Auswirkungen auf unsere finanzielle Lage haben. Unser implementiertes Frühwarnsystem in der Logistik, sowie eine bedarfsorientierte Produktionsplanung ermöglichen es, flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können. Durch kontinuierliche Marktforschung und Überwachung der Absatzmärkte streben wir an, Veränderungen in Marktstrukturen, Vorschriften und Kundenverhalten frühzeitig zu erkennen, um den damit verbundenen Absatzrisiken aktiv entgegenzuwirken. 3.3.2 Betriebsrisiken Als Automobilzulieferer ist Webasto verschiedenen Betriebsrisiken ausgesetzt, die mehrere Bereiche umfassen (siehe Abbildung 8). Die Produktion birgt potenzielle Risiken hinsichtlich der Effizienz, Kapazitätsplanung und der Einhaltung von Qualitätsstandards. Schwierigkeiten im Einkauf, sei es aufgrund von Lieferengpässen, Rohstoffpreisschwankungen oder unerwarteten Schwierigkeiten bei Lieferanten, können die Lieferkette beeinträchtigen. Im Bereich der Qualität besteht das Risiko von Produktionsfehlern, Qualitätsmängeln oder Nichtkonformitäten, die zu Problemen bei der Kundenzufriedenheit führen können. Projektmanagementrisiken beziehen sich auf Zeitpläne, Budgetüberschreitungen oder unvorhergesehene Hindernisse bei der Entwicklung neuer Produkte oder der Umsetzung von Projekten. Im Bereich der Informationstechnologie (IT) können potenzielle Cyberangriffe, Datenverluste oder Systemausfälle den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen. Im Personalwesen sind Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Fluktuation oder arbeitsrechtliche Aspekte von Bedeutung. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Risiko für die Betriebsrisiken im Allgemeinen nicht wesentlich verändert, allerdings haben sich insbesondere die Qualitätsrisiken im Vorjahresvergleich gesteigert. Qualitätsrisiken Die Qualität unserer Produkte bildet einen zentralen Aspekt für unsere Kunden beim Erwerb von Webasto-Produkten. Es besteht das Risiko, dass Produkte von minderer Qualität ausgeliefert werden, was potenzielle Haftungsrisiken verursachen kann. Der Einsatz fehlerhafter Produkte kann beim Kunden zu Schäden, außerplanmäßigen Reparaturmaßnahmen oder Rückrufaktionen führen, die Haftungsansprüche oder Imageschäden auslösen können. Zudem kann eine sich verschlechternde Produktqualität vermehrte Gewährleistungs- und Haftungsrisiken gegenüber unseren Kunden nach sich ziehen. Das Eintreten einzelner Risiken kann eine mittlere Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage des Webasto Konzerns haben. Produkthaftungsrisiken sind im Allgemeinen versichert, jedoch ist die genaue Schadensabdeckung der Versicherungspolicen immer im Einzelfall zu prüfen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Risikokorridor aufgrund eines umfangreicheren Gewährleistungsfalls negativ entwickelt. Die Sicherstellung der Produktqualität und die Zufriedenheit unserer Kunden sind für Webasto von zentraler Bedeutung. Webasto betreibt ein zertifiziertes Qualitätsmanagement, das auf standardisierten und konsequenten Qualitätskontrollen sowie regelmäßig optimierten Prozessabläufen basiert. So gewährleisten wir trotz zunehmender Produktkomplexität ein konstant hohes Niveau der Produktqualität. Neben einer umfassenden Qualitätssicherung, angefangen bei der Lieferanten- und Teilequalifizierung, über die Produktion bis hin zum Kundenprozess, führen wir ebenso kontinuierlich Feldbeobachtungen durch. Dadurch können Qualitätsprobleme frühzeitig erkannt werden und die damit einhergehenden Risiken zeitnah adressiert sowie mitigiert werden. 3.3.3 Rechts- und Kompensationsrisiken Die Rechts- und Kompensationsrisiken umfassen Risikokategorien wie Rechts- und Compliance-Risiken sowie potenzielle Kompensationsforderungen. Als global tätiges Unternehmen muss die Webasto Gruppe weltweit unterschiedliche Gesetze und Vorschriften beachten. Um ihre Einhaltung zu sichern, sind verschiedene gruppenweit spezifische Compliance-Systeme implementiert. Risiken resultieren aus der möglichen Nichteinhaltung relevanter Vorschriften und sind von wesentlicher Bedeutung für die Geschäftstätigkeit von Webasto. Für rechtliche Risiken wird nach Maßgabe der Rechnungslegungsvorschriften bilanzielle Vorsorge getroffen. Kompensationsforderungen existieren sowohl zwischen Webasto und Kunden als auch im Rahmen der Beschaffung zwischen Webasto und Lieferanten. Aufgrund der Volatilität der Kostentreiber in der Vergangenheit und der nur anteiligen sockelwirksamen Preisanpassungen mit unseren Kunden enthält die Geschäftsplanung im Jahr 2024 korrespondierende Kompensationsforderungen, wodurch sich der Risikokorridor der Rechts- und Kompensationsrisiken erhöht hat. Kompensationsforderungen Die Kompensationsrisiken sind wesentlich durch Ansprüche von Webasto gegenüber den Kunden beeinflusst, die auf Basis der entstandenen Mehrkosten in die Geschäftsplanung eingeflossen sind. Die Kompensationsrisiken resultieren im Wesentlichen aus den in den letzten Jahren stark gestiegenen Beschaffungspreisen und Produktionskosten, aber auch aus durch starke Absatzvolatilität entstandene Unteramortisationen. Wir streben insbesondere im Rahmen der langfristigen Lieferverträge Nachverhandlungen an, um eine angemessene Kostenbeteiligung der OEMs zu erreichen und potenziell eine flexiblere Preisgestaltung einzuführen. Es besteht das Risiko, dass eine umfassende Einigung über diese Verhandlungen möglicherweise nicht erzielt werden kann. Zur Abschwächung möglicher Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und die Geschäftsentwicklung von Webasto arbeitet ein funktionsübergreifendes Team fokussiert an diesem Ziel. Ebenso sind Risiken enthalten, bei denen Lieferanten möglicherweise Kompensationszahlungen von Webasto einfordern könnten, insbesondere bedingt durch erhöhte Kosten in der Lieferkette und analog zu den Kundenabrufen resultierender Mindermengen. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung und sorgfältige Verwaltung von Lieferantenbeziehungen, um potenzielle finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen zu reduzieren. Die Kompensationsforderungen im Allgemeinen stellen einen mittleren Einfluss auf die finanzielle Lage des Konzerns dar und werden entsprechend gemanagt. 3.3.4 Finanzielle Risiken Im Rahmen eines zentralen Finanzrisikomanagements überwachen und steuern wir Währungs-, Investment- und Zinsänderungsrisiken zur Sicherung der finanziellen Stabilität des Konzerns. Des Weiteren umfassen Finanzrisiken auch Risiken der Einbringlichkeit von Forderungen. Steuer und Zoll Risken und sich diesbezüglich ändernder Vorschriften, sowie durch Ergebnisse von Steuerprüfung werden ebenfalls in der Kategorie der Finanzrisiken aufgeführt. Das Management der Währungsrisiken erfolgt zentral. Die konzernweiten transaktionalen Währungsrisiken werden aggregiert und durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden grundsätzlich Devisentermingeschäfte und Fremdwährungs- bzw. Zinsswaps verwendet. Das Währungsrisiko, die Marktwerte der Währungsderivate sowie die Entwicklung an den Devisenmärkten werden von der Treasury- Abteilung kontinuierlich überwacht und gesteuert. Dem Risiko der Einbringlichkeit von Forderungen begegnet Webasto mit einer laufenden Überwachung der Kreditwürdigkeit unserer Kunden mit Hilfe externer Ratings und insbesondere im Bereich Customized Solutions mit einem Freigabeprozess im Vorfeld der Aufnahme der Lieferbeziehung. Darüber hinaus wird ein konsequentes Forderungsmanagement betrieben, wobei die Bonität der Kunden, die geographische und branchenbezogene Zuordnung, die Altersstruktur der Forderungen sowie etwaiges Auftreten von Zahlungsproblemen einbezogen werden. Dennoch kann eine negative Entwicklung der finanziellen Risken eine mittlere Auswirkung auf die Ertrags- oder Finanzlage haben. Im Bereich der finanziellen Risken werden auch Risiken im Rahmen der Refinanzierung betrachtet, wobei hier vorrangig die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität für die Gruppe und die Einhaltung der Covenants betrachtet werden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 wurden aufgrund des schwierigen makroökonomischen Umfelds und der daraus folgenden Implikationen für Webasto, die zum 31. Dezember 2023 zu Covenant-Brüchen in Bezug auf Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad führten, Verhandlungen zur Anpassung der Covenants mit den kreditführenden Banken aufgenommen. Als Ergebnis der Bankenverhandlungen wurde ein neues Term Sheet vereinbart, das alle neuen Covenants für Webasto enthält und vom Vertreter aller beteiligten Banken bestätigt wurde. Aufschiebende Bedingung für den Bürgschaftskredit, aber mit sehr begrenztem Risiko, ist die Zustimmung der Bürgen, d.h. der Länder Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die behördlichen Genehmigungen stehen unter dem Vorbehalt dieser Zustimmung. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Bürgen nicht zu einer positiven Entscheidung kommen, würden die Bankverhandlungen fortgesetzt. Die aus diesen Nachverhandlungen resultierenden Covenants werden für die Risikotragfähigkeitsanalyse der Webasto Gruppe herangezogen und laufend auf ihre Einhaltung überprüft. Im Falle der Nichteinhaltung der finanziellen Covenants und der damit einhergehenden sofortigen Fälligkeit der entsprechenden Kredite ergibt sich ein mögliches Liquiditätsrisiko. Da ein derartiges Liquiditätsrisiko bei Eintritt eine geänderte Refinanzierung der Gruppe und damit ein Finanzierungskostenrisiko unmittelbar nach sich zieht, wird das Liquiditätsrisiko lediglich qualitativ betrachtet, unterliegt jedoch einer ständigen Überprüfung. Das genannte Finanzierungskostenrisiko wird quantitativ betrachtet und in die Risikotragfähigkeitsbetrachtung mit einbezogen. 3.4 Strategische Risiken Hinsichtlich strategischer Risiken wird zwischen Geschäftsentwicklungsrisiken und Makrorisiken unterschieden. Die strategischen Risiken werden im Risikomanagementprozess nicht quantifiziert, sondern im Rahmen des strategischen Planungs- und Steuerungsprozesses gemanagt. Strategische Geschäftsentwicklungsrisiken umfassen spezifische strategische Themen und Risikopotenziale, die die Geschäftsentwicklung und Stabilität von Webasto beeinflussen können. Hierbei werden Marktentwicklungen wie Veränderungen in Kundenstrategien, Produktportfolios und Standortentscheidungen betrachtet. Besonders der wachsende Wettbewerb, dem sich die etablierten OEMs ausgesetzt sehen, sowie die beschleunigte Transformation zur E-Mobilität stellen bedeutende Herausforderungen für das bestehende Geschäft von Webasto dar. Schließlich werden in diesem Rahmen auch externe Effekte wie die Positionierung gegenüber Wettbewerbern oder die Frage der Ressourcenverfügbarkeit, die einen erheblichen Einfluss auf die mittelfristige Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben können, behandelt. Unter Makrorisiken versteht man in diesem Zusammenhang makroökonomische Entwicklungen, die ein Risiko für die Gruppe darstellen können. Dazu gehören geopolitische Einflussfaktoren, Globalisierungs- und Lokalisierungstrends sowie Megatrends, die sich in Verhaltens- und sozioökonomischen Trends widerspiegeln (z.B. die Transformation der Automobilindustrie) und zu umfangreichen Einschränkungen des laufenden Geschäfts bzw. des vorgesehenen Wachstums von Webasto führen können. Die beobachtete Wachstumsverlangsamung der chinesischen Wirtschaft und die Möglichkeit einer Rezession könnten potenziell Auswirkungen auf die Ertragskraft von Webasto haben. Diese Entwicklungen resultieren aus den generellen Herausforderungen vor denen Chinas Wirtschaft steht. Aufgrund sich ändernder wirtschaftlicher Bedingungen kann sich der Erhalt der bisherigen hohen Margen als anspruchsvoll darstellen. Diese wirtschaftlichen Veränderungen werden durch protektionistische Handelsbarrieren verstärkt, die als strategisches Risiko betrachtet werden müssen. Solche Barrieren beinhalten die vermehrte Einführung von Marktzugangsbeschränkungen durch verschiedene Länder, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu schützen oder zu verbessern. Besonders die wachsende Anzahl von Wettbewerbern aus Asien könnte sich erheblich auf unsere Verkaufspreise in wichtigen Absatzmärkten wie Europa, den USA, China und APAC auswirken. Eine weitere makroökonomische Entwicklung ist zum Beispiel die Transformation der Mobilität. In diesem Kontext stellen CO2-Regulierungen ein Risikofeld dar, das Risiken wie das Nichterreichen von Grenzwerten für OE-Kunden oder Auswirkungen auf Green Finance berücksichtigt. Weitere Aspekte innerhalb dieser Transformation sind die neuen OEs und Fahrzeuglinien und der damit verbundenen Veränderung von Marktanteilen. Ebenso resultiert aus der Transformation der Automobilindustrie eine erhöhte Risikoeinschätzung des Kapitalmarkts, was wiederum zu Auswirkungen auf die Refinanzierungsspielräume der Automobilindustrie führen könnte. Im Rahmen der geopolitischen Risiken werden Themen hinsichtlich der Destabilisierung einzelner Staaten sowie internationale Konflikte aufgegriffen. Durch weitergehende Wirtschaftssanktionen sowie Ausweitung der militärischen Handlungen können im Kontext globaler Lieferketten zu Markt-, Produktions-, und Beschaffungsrisiken für die Automobilindustrie im Allgemeinen als auch für die Wertschöpfungskette von Webasto im Spezifischen führen. Die Inflation führt zu anhaltenden Preissteigerungen, die die Kaufkraft und somit die Nachfrage nach Unternehmensprodukten mindern können. Unerwartete, langanhaltende Preiserhöhungen sowie steigende Produktions- und Personalkosten können sich insgesamt negativ auf die Gewinnmarge des Unternehmens auswirken. Darüber hinaus werden im Bereich der Cyber Security Maßnahmen definiert, um sowohl kritische Informationen innerhalb der Gruppe gegenüber externen Angriffen zu schützen als auch den Betrieb der IT-Infrastruktur z.B. gegen externe Attacken abzusichern. Hierfür werden regelmäßige Schulungsprogramme als auch fortwährende Weiterentwicklungen der systemseitigen Absicherung vorangetrieben. Gezielte Maßnahmen zur Risikominderung werden ergriffen, um diese strategischen Risiken auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, das im Einklang mit der Risikostrategie und der Risikotragfähigkeit des Unternehmens steht. 3.5 Chancen Die Webasto Gruppe definiert Chancen als künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die in einer positiven Planabweichung resultieren können. In den sich teilweise disruptiv entwickelnden Märkten, in denen wir als globales Unternehmen tätig sind, ergeben sich für uns kontinuierlich neue Chancen, die wir, sofern sie eine hinreichende Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen, direkt in unseren Planungen und Prognosen berücksichtigen. Zur Erfassung langfristiger Markt- und Technologietrends nutzen wir systematische Szenario-Betrachtungen. Durch Trend- und Umfeldanalysen sowie intensivem Kundenkontakt arbeiten wir kontinuierlich daran, Chancen und Spielräume zu identifizieren, die sich positiv auf die Kostenstruktur auswirken können. Die Identifikation und Wahrnehmung von Chancen obliegen dem operativen Management. Chancen sollen frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen genutzt werden, Die definierten Chancen werden im Rahmen des Strategie-Dialogs mit dem Vorstand diskutiert und darauf basierend Strategien entwickelt. Daraus werden Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung für die zukünftige Ausrichtung des Webasto Konzerns festgelegt. Webasto sieht strategische Chancen, die im folgenden Absatz näher beschrieben werden. Die Unternehmensstrategie von Webasto ist es, Produkte und Systeme in den Kerngeschäftsfeldern zu stärken und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus erschließen wir insbesondere im Bereich der Elektromobilität neue Geschäftsfelder. Im Einklang mit der Unternehmensstrategie von Webasto soll die Übernahme des luxemburgischen Glasherstellers die Marktposition des Geschäftsbereichs "Roof and Components" stärken. Die Investition in die Glasbearbeitungskompetenzen bei Webasto ist ein wichtiger strategischer Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei öffenbaren und nicht-öffenbaren Dachsystemen. Da Webasto eine Reihe von Technologien (Ambient Lighting, Switchable Glazing sowie Solarzellen) entwickelt hat, die nun in die Glasbearbeitung integriert werden können, ergeben sich weitere Chancen für den Geschäftsbereich Roof & Components. Webasto konzentriert sich mit seinen Produkten (neben den Dachsystemen) auf die Elektromobilität, insbesondere auf Batteriesysteme und elektrische Heizsysteme. Webasto bedient mit seinen Produkten - vor allem im Bereich Batterien - das Ziel des Automobilmarkts, effiziente und energiesparende Fahrzeuge zu bauen. Im Hinblick auf den sich beschleunigenden Trend zu alternativen Antriebstechnologien sieht Webasto insbesondere aufgrund seines Produktportfolios ein großes Potenzial für eine weiterhin hohe Nachfrage nach Webasto-Produkten in der Automobilindustrie. 3.6 Gesamtbeurteilung der Risiko- und Chancensituation der Gruppe Den ausgeführten Risiken begegnen wir in der Webasto Gruppe durch ein Risikomanagementsystem. Dieses schließt über einen dezentralen Ansatz die globale Organisation ein und deckt Business Units, Regionen und Querschnittsfunktionen ab. Unser dezentraler Risikomanagementansatz sieht vor, dass Risiken gemanagt werden, wo sie entstehen, um sicherzustellen, dass diejenigen agieren, die den besten Überblick und das Know-how hinsichtlich der jeweiligen Risikokategorie haben. Unser Risikomanagementsystem ist in unsere operative und strategische Geschäftstätigkeit integriert. Die Risikomanagement- Methode unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Der Chancenbericht entspricht einer konsolidierten Betrachtung der wesentlichen Chancen im Betrachtungszeitraum. Soweit es wirtschaftlich sinnvoll ist und im Einflussbereich unseres Konzerns liegt, versuchen wir, die sich uns bietenden Chancen zu erschließen. Auf Basis der derzeit bekannten Informationen, sowie der im Abschluss abgebildeten und der in diesem Bericht aufgeführten Einzelrisiken können wir keine zusätzlichen Chancen und Risiken erkennen, die im Geschäftsjahr 2023 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Webasto Gruppe wesentlich beeinflussen. Vor dem Hintergrund der Nachverhandlungen der Kreditverträge wurde die finanzielle Situation des Konzerns wieder stabilisiert. Der Bedarf an finanziellen Mitteln ist durch vorhandene Liquidität und freien Kreditlinien gedeckt. Angesichts der getroffenen Vorkehrungen und unserer Stellung im Markt sind wir davon überzeugt, die bestehenden Risiken beherrschen und die daraus resultierenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können. Die Gesamtbeurteilung der wesentlichen Chancen und Risiken lässt zum jetzigen Zeitpunkt keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden. 4 Ausblick 4.1 Entwicklung in Wirtschaft und Branche Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 6 Die weltweite Erholung von der Covid-19-Pandemie verläuft weiterhin langsam und wird durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erschwert. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs zu Beginn dieses Jahres und Fortschritten bei der Senkung der Inflation im Vergleich zum Höchststand des letzten Jahres ist es noch zu früh, um Entwarnung geben zu können. Die Weltwirtschaftsaktivität liegt nach wie vor unter dem Niveau vor der Pandemie, insbesondere in Schwellenländern und Entwicklungsländern, und es besteht eine wachsende Divergenz zwischen den Regionen. Vor diesem Hintergrund wird für das Jahr 2024 ein globales Wirtschaftswachstum von voraussichtlich 2,9% erwartet, was unter dem historischen Durchschnitt von 3,8% (2000-2019) liegt. Die mit großen Risiken behafteten Wachstumsprognosen verteilen sich hierbei unterschiedlich auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In den USA wird ein BIP-Wachstum von 1,5% prognostiziert. Diese Schätzung basiert auf einer Verlangsamung des Lohnwachstums, der Erschöpfung der während der Pandemie angesammelten Ersparnisse sowie der Aufrechterhaltung einer restriktiven Geldpolitik durch die US-Notenbank. Im Euro-Raum wird das Wachstum im Jahr 2024 voraussichtlich auf 1,2% steigen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den großen Volkswirtschaften des Euro-Raums, wobei Schwächen in zinssensiblen Sektoren und eine abgeschwächte Nachfrage der Handelspartner in Deutschland zu verzeichnen sind. Gleichzeitig wird ein Aufholeffekt bei der industriellen Produktion und eine überdurchschnittliche Entwicklung der Auslandnachfrage in Frankreich erwartet. Im Vereinigten Königreich wird für das Jahr 2024 ein Wirtschaftswachstum um 0,6 % erwartet. Das BIP-Wachstum in Japan wird voraussichtlich im Jahr 2024 bei 1,0 % liegen. In China wird aufgrund der Krise auf dem Immobilienmarkt und geringerer Investitionen für das Jahr 2024 ein Wachstum von 4,2% erwartet. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Mit dem Übergang zum Jahr 2024 wird in vielen Märkten die Erreichung eines Gleichgewichts der Lagerbestände und der Beginn der Wiederherstellung der Korrelation zwischen Produktion und Nachfrage erwartet. Damit bleibt für die Produktionsaussichten u.a. der Zustand der Verbrauchernachfrage angesichts hoher Fahrzeugpreise und Zinssätze allgemein im Fokus. 6 Die in diesem Abschnitt dargestellten Informationen wurden dem "World Economic Outlook, October 2023" des Internationalen Währungsfonds entnommen. In Europa senkte S&P die Prognose für lokal produzierte Elektrofahrzeuge im nächsten Jahr, insbesondere für den VW-Konzern. Der nächste bedeutende Schritt in der Durchdringung des Automobilmarkts mit durch Batterie getriebene Fahrzeuge wird für 2025 erwartet, insbesondere durch Emissionsvorschriften. Insgesamt wird für Europa in 2024 ein Rückgang der Produktion erwartet (-1,8%). Für China geht S&P davon aus, dass die Exporttätigkeit auch in naher Zukunft robust sein wird, unterstützt durch chinesische Marken wie Chery als zweitbestverkaufte Marke in Russland und SAIC mit hoher Markenstärke in Europa. Angesichts der Erwartung, dass die Fiskal- und Geldpolitik weiterhin als Absicherung gegen die anhaltenden Immobilienrisiken dienen und das BIP-Wachstum und die Fahrzeugnachfrage stützen wird, haben sich die Produktionsaussichten für China gem. S&P verbessert, werden sich aber in 2024 im Vergleich zu 2023 voraussichtlich nicht weiter erhöhen (-0,1%). So wird Produktionswachstum gegenüber dem Vorjahr erst wieder in 2025 erwartet (+3,6%). In Japan/Korea wird für das Jahr 2024 ein Rückgang (-3,1%), während in den Regionen Südamerika (+3,8%), Südasien (incl. Indien) (+2,6%) und Nordamerika (+0,5%) ein moderates Wachstum erwartet wird. Insgesamt prognostiziert S&P für das Jahr 2024 eine weltweite Produktion von 89,4 Mio. Light Vehicles, was insgesamt etwa dem Niveau von 2023 entspricht (-0,4 %). Für den Markt der Nutzfahrzeuge wird für das kommende Jahr 2024 nur ein leichter Anstieg weltweit erwartet (+2%). Der nordamerikanische und europäische Markt schrumpft allerdings um 11% bzw. 3%. In diesen Regionen nimmt 2024 die absolute Zahl der Produktion von dieselbetriebenen Trucks ab. Der hohe Anstieg der batterieelektrischen Fahrzeuge kann den Rückgang der Verbrenner allerdings noch nicht kompensieren. 4.2 Ausblick Webasto Gruppe Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Webasto ein leichtes konjunkturelles Wachstum, jedoch weiterhin Auswirkungen von erhöhten Rohstoff- und steigenden Personalkosten sowie anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. Der Vorstand geht derzeit aufgrund der aktuellen Geschäftsplanung davon aus, dass die Covenants der neu angepassten Kreditvereinbarungen eingehalten werden. Die Webasto Gruppe richtet ihre Geschäftsfelder weiterhin konsequent auf die globalen Wachstumsmärkte aus und genießt eine hervorragende Positionierung innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Gestützt durch die Nachfrage im Kerngeschäft sowie im Bereich Energy & Components erwartet die Webasto Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld im kommenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Durch den hohen Auftragsbestand und die zahlreichen neuen Aufträge in den etablierten und neuen Geschäftsfeldern ist Webasto für die Zukunft gut aufgestellt. Zusätzlich wurden aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen ein breit angelegtes Programm zur nachhaltigen Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern gestartet. In alle Regionen und Bereichen werden die Kapazitäten und Strukturen hinsichtlich ungenutzter Optimierungspotenziale überprüft. Im Bereich der Mitarbeiter wird diesbezüglich ein Stellenabbau im bis zu zweistelligen Prozentbereich erwartet. Aus diesen Gründen und trotz der unsicheren Rahmenbedingungen strebt das Unternehmen 2024 einen signifikanten Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern an und investiert weiter in seine Kerngeschäftsfelder sowie in die Elektromobilität. Trotz der ansteigenden Zinszahlungen wird eine deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr wird für den Free Cashflow trotz steigender Investitionen in neue Technologien und Produktionskapazitäten mit einer deutlichen Verbesserung gerechnet. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen der signifikante geplante Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern. Trotz der insgesamt angespannten und volatilen wirtschaftlichen Situation und aufgrund der guten strategischen Positionierung wird auch für die kommenden Geschäftsjahre eine positive Umsatzentwicklung erwartet. Durch die Einleitung eines weitreichenden Maßnahmenprogramms mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kostenstruktur wird angestrebt, kurzfristig die Ertragskraft des Unternehmens zu steigern. Aufgrund der starken Präsenz in den globalen Wachstumsmärkten sowie dem bestehenden Qualitätsniveau und der technologischen Innovationskraft ist die Webasto Gruppe für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Der hier dargestellte Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr basiert auf internen Planungsrechnungen. Des Weiteren sind die Annahmen durch bestehende Lieferverträge mit Kunden hinterlegt. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächliche Entwicklung durch die dynamischen, volatilen Marktbedingungen wesentlich von unserer Erwartung abweichen kann. Die Konzernleitung geht davon aus, dass trotz möglicher externer Faktoren wie zum Beispiel Inflation oder geopolitische Krisen der Fortbestand des Konzerns insbesondere aufgrund der positiven Auftragssituation sowie einer nachhaltigen Finanzierungsstruktur gegeben ist. 5 Erklärung zur UnternehmensführungFür den Zeitraum 28. April 2022 bis 27. April 2027 hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG für den Frauenanteil im Aufsichtsrat eine Zielgröße von mindestens zwei Frauen (33,33 %), unter der Bedingung, dass die Webasto SE zu diesem Zeitpunkt gemäß der Satzung sechs Aufsichtsratsmitglieder hat, und von mindestens zwei Frauen (22,22 %), unter der Bedingung, dass die Webasto SE zu diesem Zeitpunkt gemäß der Satzung neun Aufsichtsratsmitglieder hat, festgelegt. Für den Zeitraum 28. April 2022 bis 27. April 2027 hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße von mindestens einer Frau (dies entspricht im Zeitpunkt der Beschlussfassung einem Anteil von 20 %) festgelegt. Der Vorstand der Webasto SE hat für den Zeitraum 23. Juni 2022 bis 22. Juni 2027 gemäß § 76 Abs. 4 AktG für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 16 % bzw. einer Frau, und für den Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 25 % bzw. einer Frau, festgelegt.
Stockdorf, den 17. Juli 2024 Webasto
SE
Dr. Holger Engelmann Arne Kolfenbach Yanni von Roy-Jiang Jan Henning Mehlfeldt Marcel Bartling Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Webasto SE, Stockdorf Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Webasto SE, Stockdorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Webasto SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 17. Juli 2024 KPMG
AG
Prof.
Dr. Grottel
Stümpfl
Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat den Vorstand im Berichtsjahr 2023 bei seiner Arbeit in allen wichtigen Fragen und Themenstellungen begleitet. Er hat alle Aufgaben, die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegen, sorgfältig wahrgenommen und den Vorstand bei der Unternehmensleitung sowie der Führung der Geschäfte umfassend beraten und laufend überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen frühzeitig eingebunden, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen sind. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Webasto SE sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage. Alle Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen der Webasto Gruppe wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, und wurde über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage sowie die wesentlichen Geschäftsvorfälle zeitnah informiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 trat der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen sowie einer Strategiesitzung zusammen. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen und mündlichen Berichten ausführlich über Geschäftsverlauf, Projekte und Vorhaben informiert. Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat Gegenstand unserer regelmäßigen Beratungen im Plenum war insbesondere die Entwicklung der Webasto Gruppe. Besonders die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der drei Geschäftsbereiche waren zentraler Bestandteil der Beratungen des Aufsichtsrats. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten der Gruppe sowie einzelne weitergehende Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft oder die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig. Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen befasst hat, waren im Wesentlichen
Mitglieder des Aufsichtsrats haben zusätzlich zu den Sitzungen des Aufsichtsrats persönlich die Standorte in Neubrandenburg, Danjing und Ulsan besucht. Sie konnten sich dabei jeweils eine genaue Beschreibung der Geschäftslage und in intensiven Gesprächen einen detaillierten Einblick vor Ort geben lassen. Bei allen Besuchen wurde eine genaue Beschreibung der Geschäftslage gegeben. Intensive Gespräche haben einen detaillierten Einblick vor Ort ermöglicht. Der Prüfungsausschuss Der Aufsichtsrat hat ein mit zwei Vertretern der Anteilseigner und einem Vertreter der Arbeitnehmer besetzten Prüfungsausschuss. Wesentliche Aufgabe des Prüfungsausschusses ist die Vorbereitung der Beschlussfassungen im Aufsichtsrat. Den Vorsitz im Prüfungsausschuss hatte Frau Scharner-Wolff inne. Frau Scharner-Wolff hat in den Aufsichtsratssitzungen regelmäßig über die Arbeit im Ausschuss berichtet. Der Prüfungsausschuss trat im Berichtsjahr insgesamt zu zwei Sitzungen zusammen. Er befasste sich eingehend mit Fragen der Rechnungslegung, dem Jahresabschluss der Webasto SE und dem Konzernabschluss der Webasto Gruppe sowie mit den Prüfungsberichten der Abschlussprüfer von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München. Der Prüfungsausschuss befasste sich ferner mit dem Auftrag an den Abschlussprüfer zur Prüfung der Jahresabschlüsse für 2023 und mit den Schwerpunkten der Prüfung. Regelmäßig behandelt wurden unter anderem auch die Geschäftsentwicklung in der Webasto Gruppe, das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagement und Risikomanagementsystem der Webasto Gruppe. Der Prüfungsausschuss befasste sich darüber hinaus mit Themen der Compliance sowie mit Revisionsthemen, zum Beispiel dem internen Revisionssystem. Der Leiter der Revision, die Leiterin von Governance, Risk & Compliance / Internal Controls und der Chief Compliance Officer der Webasto Gruppe berichteten regelmäßig persönlich an den Ausschuss. Jahres- und Konzernabschlussprüfung Der vom Vorstand nach den Regeln der IFRS aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 (Bilanzstichtag 31.12.2023) der Webasto Gruppe einschließlich Anhang und Lagebericht sowie der auf den gleichen Stichtag nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Webasto SE inklusive Lagebericht wurden einschließlich der Buchhaltung von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für die Sitzungen dieser Gremien, die sich mit dem Jahresabschluss 2023 befassten, rechtzeitig die Jahresabschlussunterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Die Abschlussprüfer berichteten in Prüfungsausschuss- und Aufsichtsratssitzungen ausführlich über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfungen und standen für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und des Gesprächs mit ihm sowie auf Basis eigener Feststellungen hat der Prüfungsausschuss die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der Webasto SE sowie des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vorbereitet und darüber in den Aufsichtsratssitzungen am 24. April 2024, 5. Juni 2024 und 24. Juni 2024 berichtet. In Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses und des Berichts der Abschlussprüfer sowie in Gespräch und Diskussion mit diesen haben wir die Unterlagen einer eingehenden Prüfung unterzogen. Wir kamen zu dem abschließenden Ergebnis, dass gegen den vom Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss keine Einwendungen zu erheben sind und die im Konzernlagebericht dargestellten Einschätzungen des Vorstands zur Lage der Gesellschaft und des Konzerns den Einschätzungen des Aufsichtsrats entsprechen. Mit Beschluss vom 18. Juli 2024 stimmten wir auf Empfehlung des Prüfungsausschusses sowie der eigenen Prüfung dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu und billigten den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss im schriftlichen Beschlussfassungsverfahren. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Jahresergebnisses schließt der Aufsichtsrat sich an. Veränderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand Im Geschäftsjahr 2023 gab es keine Änderungen in der Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand der Webasto SE. Die Leistungen, die der Vorstand, die Arbeitnehmervertretungen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geschäftsjahr erbracht haben, verdienen hohe Anerkennung.
Stockdorf, 18. Juli 2024 Dr.
Rolf Bulander
Beschlussfassung über den Bericht des Aufsichtsrats für das Jahr 2023 Der Aufsichtsrat stimmt dem vorgenannten Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023 zu. |
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