TERRITORY CTR GmbHLiquidated
33332 Gütersloh, DEUMaster Data
Basic information of the organization
History
Changes published in the official company registry
Management
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Jasper Henrik Stahl since 3/4/2019 | Procura |
Heiko Hans Jürgen Icks since 1/25/2018 | Procura |
Soheil Dastyari since 1/25/2018 | Managing Director |
Gero Hesse since 9/1/2014 | Managing Director |
Wilfried Velte since 1/12/2010 | Procura |
Stefan Postler since 11/5/2003 | Managing Director |
Financial Report
Official financial statements and annual reports
Bertelsmann SE & Co. KGaAGüterslohKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017FinanzinformationenZusammengefasster LageberichtDas Geschäftsjahr 2017 im ÜberblickBertelsmann verzeichnete im Jahr 2017 einen positiven Geschäftsverlauf mit Umsatzwachstum sowie Zuwächsen bei Operating EBITDA und Konzernergebnis. Diese Entwicklung ging einher mit weiteren strategischen Fortschritten bei der Transformation zu einem wachstumsstärkeren, digitaleren, internationaleren und diversifizierteren Konzern. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 17,2 Mrd. € (Vj.: 17,0 Mrd. €), gestützt durch ein organisches Wachstum von 1,7 Prozent. Hierzu trugen vor allem die TV-, Musik-, Dienstleistungs- und Bildungsgeschäfte bei. Der Umsatzanteil der strategischen Wachstumsgeschäfte erhöhte sich auf 32 Prozent (Vj.: 30 Prozent). Das Operating EBITDA lag mit 2.636 Mio. € über dem hohen Vorjahreswert von 2.568 Mio. €, trotz Anlaufverlusten für Digital- und Neugeschäfte allein bei der RTL Group und der Bertelsmann Education Group in Höhe von -69 Mio. € (Vj.: -71 Mio. €). Für die Ergebnisverbesserungen zeichneten in erster Linie die RTL Group, BMG und die Bertelsmann Education Group verantwortlich. Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 15,2 Prozent im Vorjahr auf 15,3 Prozent. Das Konzernergebnis stieg von 1.137 Mio. € auf 1.198 Mio. €. Die wirtschaftlichen Investitionen erhöhten sich insbesondere durch die Anteilsaufstockung an Penguin Random House im Berichtszeitraum auf 1,8 Mrd. € (Vj.: 1,3 Mrd. €). Bertelsmann rechnet auch für das Jahr 2018 mit einem guten Geschäftsverlauf sowie weiteren Fortschritten bei der Strategieumsetzung. Umsatz in Mrd. €
Operating EBITDA in Mio. €
Konzernergebnis in Mio. €
Grundlagen des KonzernsIm vorliegenden Lagebericht wird das Wahlrecht genutzt, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA zusammenzufassen. In diesem zusammengefassten Lagebericht wird über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA berichtet. Die Angaben gemäß HGB zur Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in einem eigenen Abschnitt erläutert. Der zusammengefasste Lagebericht wird anstelle des Konzernlageberichts im Bertelsmann Geschäftsbericht veröffentlicht. UnternehmensprofilBertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen zählen die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Buch), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine kapitalmarktorientierte, nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Als Konzernholding übt sie zentrale Konzernfunktionen wie die Festlegung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie, die Kapitalallokation, die Finanzierung und die Managemententwicklung aus. Die interne Unternehmenssteuerung und -berichterstattung folgen der Unternehmensorganisation, die sich aus den operativen Segmenten und dem Bereich Corporate zusammensetzt. Die RTL Group ist nach Umsatz eines der führenden Unternehmen im Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft mit Beteiligungen an 56 Fernsehsendern und 31 Radiostationen sowie Produktionsgesellschaften weltweit. Zu den Fernsehgeschäften der RTL Group zählen RTL Television in Deutschland, M6 in Frankreich und die RTL-Sender in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien und Ungarn sowie eine Beteiligung an Atresmedia in Spanien. Fremantle Media ist einer der größten internationalen Entwickler, Produzenten und Vertriebe vielfältiger Formate außerhalb der USA. Mit den Catch-up-Services der Senderfamilien, den Multichannel-Netzwerken BroadbandTV, StyleHaul und Divimove sowie den mehr als 280 YouTube-Kanälen von Fremantle Media ist die RTL Group das nach Onlinevideo-Abrufen führende europäische Medienunternehmen. Außerdem besitzt die RTL Group mit SpotX eine Technologieplattform zur Vermarktung von Onlinevideo-Werbung. Die RTL Group S.A. ist börsennotiert und im deutschen Aktienindex MDAX gelistet. Penguin Random House ist mit mehr als 250 Buchverlagen auf sechs Kontinenten die nach Umsatz größte Publikumsverlagsgruppe der Welt. Zu den bekanntesten Verlagsmarken zählen traditionsreiche Namen wie Doubleday, Viking und Alfred A. Knopf (USA), Ebury, Hamish Hamilton und Jonathan Cape (Großbritannien), Plaza & Janés und Alfaguara (Spanien), Sudamericana (Argentinien) sowie der international tätige Buchverlag Dorling Kindersley. Die deutschsprachige Verlagsgruppe Random House mit traditionsreichen Verlagen wie Goldmann und Heyne gehört rechtlich nicht zu Penguin Random House, steht jedoch unter gleicher unternehmerischer Leitung und ist Teil des Unternehmensbereichs Penguin Random House. Jedes Jahr veröffentlicht Penguin Random House über 15.000 Neuerscheinungen und verkauft mehr als 600 Millionen gedruckte Bücher, E-Books und Hörbücher. Gruner + Jahr ist einer der führenden Premium-Magazinverlage Europas. Zu ihm gehören etablierte Marken wie "Stern", "Brigitte" und "Geo" - und junge Marken wie "Barbara", "Beef" und "Chefkoch". Hinzu kommen Produkte und Lizenzen, etwa die "Schöner Wohnen"-Möbelkollektion sowie digitale Angebote in allen publizistischen Segmenten, von News über People bis Living. In der digitalen Vermarktung betreibt G+J international tätige Plattformen (Ligatus, AppLike). Mit Territory zählt eine der größten deutschen Kommunikationsagenturen für Markeninhalte zu G+J. In Frankreich betreibt G+J mit Prisma Media den nach Gesamtreichweite größten bimedialen Magazinverlag des Landes. G+J hält Mehrheitsbeteiligungen an der Motor Presse Stuttgart sowie an der DDV Mediengruppe in Sachsen und ist an der Spiegel-Gruppe beteiligt. BMG ist ein international tätiges Unternehmen, das Musikverlagsrechte verwaltet und Aufnahmerechte managt. BMG vertritt mit 14 eigenen Niederlassungen auf zwölf Musikmärkten mittlerweile über 2,5 Millionen Titel und Aufnahmen, darunter jene der Kataloge von Alberts Music, Broken Bow Music Group, Bug, Cherry Lane, Chrysalis, Mute, Primary Wave, Sanctuary und Trojan. Arvato entwickelt und realisiert für Geschäftskunden diverser Branchen in mehr als 40 Ländern innovative Lösungen für unterschiedlichste Geschäftsprozesse. Diese umfassen Customer Relationship Management (CRM), Supply Chain Management (SCM), Financial Solutions und IT-Dienstleistungen. In der Bertelsmann Printing Group sind alle Offset- und Tiefdruckaktivitäten von Bertelsmann gebündelt. Dazu zählen die deutschen Offsetdruckereien Mohn Media, GGP Media und Vogel Druck, die Tiefdruckaktivitäten von Prinovis in Deutschland und Großbritannien sowie die Offset- und Digitaldruckereien Berryville Graphics, Coral Graphics und OPM in den USA. Darüber hinaus bieten Campaign, die DeutschlandCard und das Dialog-Geschäft diverse Digital Marketing Services an und spezialisieren sich auf data-driven Multichannel-Marketing, Kampagnenmanagement sowie Kundenbindung. Zur Bertelsmann Printing Group gehören zudem die RTV Media Group und der Kreativdienstleister MBS sowie der Speichermedienproduzent Sonopress. Die Bertelsmann Education Group umfasst die Bildungsaktivitäten von Bertelsmann. Die digitalen Bildungs- und Dienstleistungsangebote haben ihre Schwerpunkte in den Sektoren Gesundheit und Technologie. Zu den Bildungsaktivitäten zählen unter anderem die E-Learning-Anbieter Relias und Udacity. Bertelsmann Investments bündelt die globalen Start-up-Beteiligungen von Bertelsmann. Schwerpunkt der Aktivitäten sind die strategischen Wachstumsregionen Brasilien, China, Indien und die USA. Beteiligungen erfolgen über die Fonds Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI). Regulatorische RahmenbedingungenBertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen einige Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen staatlicher Behörden und Akkreditierungsstellen. Aufgrund der Börsenzulassung der begebenen Genussscheine und Anleihen unterliegt Bertelsmann als kapitalmarktorientiertes Unternehmen in vollem Umfang den entsprechenden kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen. AktionärsstrukturDie Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Alle Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin) werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) kontrolliert. StrategieDas übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft bei einem gleichzeitig effizienten Kapitaleinsatz (siehe Abschnitt "Wertorientiertes Steuerungssystem"). Bertelsmann strebt ein wachstumsstärkeres, digitaleres, internationaleres und diversifizierteres Konzernportfolio an. Geschäfte, in die Bertelsmann investiert, sollen ein langfristig stabiles Wachstum, globale Reichweite, stabile und verteidigbare Geschäftsmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren und Skalierbarkeit aufweisen. Das Bildungsgeschäft wird schrittweise zur dritten Ertragssäule neben den Medien- und Dienstleistungsgeschäften aufgebaut. Die Konzernstrategie umfasst vier strategische Stoßrichtungen: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen sowie Expansion in Wachstumsregionen. Entlang dieser strategischen Stoßrichtungen erzielte Bertelsmann auch im Geschäftsjahr 2017 weitere Fortschritte. Zur Stärkung der Kerngeschäfte trug unter anderem die Zusammenführung von RTL Radio France mit Groupe M6 bei. Zudem übernahm Bertelsmann weitere 22 Prozent der Anteile an Penguin Random House vom Mitgesellschafter Pearson und hält nun eine strategische Dreiviertelmehrheit an der nach Umsatz weltweit größten Publikumsverlagsgruppe. Penguin Random House stärkte mit der Akquisition der Verlagsgruppe Ediciones B seine Marktpositionen in Spanien und Lateinamerika. Gruner + Jahr trieb die Fokussierung auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich durch die Abgabe der Geschäfte in den Niederlanden und China sowie den Ausstieg aus weiteren internationalen Geschäften der Motorpresse Stuttgart weiter voran. Arvato Systems erwarb den auf Energiewirtschaft spezialisierten Softwareanbieter Next Level Integration sowie Vidispine, Spezialist im Bereich Media Asset Management. Das 2017 beschlossene Zukunftspaket für das deutsche Tiefdruckgeschäft soll zu Kosteneinsparungen und zur mittelfristigen Sicherung der Standorte führen. Zudem wurde die digitale Transformation der Geschäfte weiter vorangetrieben. Die RTL Group baute ihr Werbetechnologiegeschäft durch den Erwerb der restlichen Anteile am Onlinevideo-Werbevermarkter SpotX und die stärkere Integration einzelner Geschäfte zu einer übergreifenden Werbetechnologieplattform aus. Penguin Random House erweiterte sein Angebot zur Direktansprache von Lesern und verzeichnete Wachstum mit Audio-Downloads. Gruner + Jahr verzeichnete Wachstum im deutschen Digitalgeschäft. Die Wachstumsplattform Fremantle Media baute unter anderem den Bereich Drama durch neue Produktionen wie "American Gods" aus und ging weitere Beteiligungen sowie Talent Deals ein. BMG erwarb die Country-Label-Gruppe BBR Music Group, tätigte weitere Investitionen und nahm zahlreiche neue Künstler unter Vertrag. Arvato SCM Solutions vergrößerte sein Logistiknetzwerk in Deutschland, den Niederlanden, Polen und den USA und wuchs vor allem mit Kunden in den Bereichen E-Commerce, Hightech, Entertainment und Healthcare. Arvato Financial Solutions beteiligte sich am Fintech-Start-up Solaris Bank. Im Bildungsbereich verzeichnete Relias starkes organisches Wachstum und erwarb WhiteCloud Analytics, einen Anbieter für Analysen und Performance-Management im Krankenhausbereich. Udacity verzeichnete starkes Wachstum mit bestehenden und neu eingeführten Nanodegrees. In den Wachstumsregionen baute Bertelsmann sein globales Netzwerk aus Start-up-Beteiligungen weiter aus und tätigte im Berichtszeitraum über die im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelten Fonds mehr als 40 Neuinvestitionen weltweit. In China tätigte der Fonds Bertelsmann Asia Investments diverse Neu- und Folgeinvestitionen, erzielte erneut deutliche Wertzuwächse und leistete insbesondere mit Gewinnen aus Beteiligungsverkäufen einen relevanten Beitrag zum Konzernergebnis. In Indien beteiligte sich der Fonds Bertelsmann India Investments am Bildungsanbieter Eruditus. Arvato CRM Solutions erwarb das IT- und Analytics-Unternehmen Ramyam. In Brasilien setzte der Fonds Bertelsmann Brazil Investments mit seinem Partner Bozano Investimentos den Aufbau eines Universitätsverbunds mit Schwerpunkt auf Bildung im Gesundheitswesen fort. Arvato Financial Solutions stockte seine Beteiligung am Finanzdienstleister Intervalor auf. Bertelsmann wird seine laufende Transformation auch 2018 entlang der vier strategischen Stoßrichtungen gestalten. Die Einhaltung und die Erreichung der strategischen Entwicklungsprioritäten werden fortlaufend durch den Vorstand und auf Ebene der Unternehmensbereiche im Rahmen regelmäßiger Sitzungen der Strategy and Business Committees überprüft, ebenso im Rahmen des jährlichen Strategischen Planungsdialogs zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Darüber hinaus werden kontinuierlich relevante Märkte und das Wettbewerbsumfeld analysiert, um hieraus Schlüsse für die Weiterentwicklung der Konzernstrategie zu ziehen. Zu Fragen der Konzernstrategie und Konzernentwicklung wird der Vorstand durch das Group Management Committee unterstützt, das mit Führungskräften besetzt ist, die wesentliche Geschäfte, Länder, Regionen und ausgewählte konzernübergreifende Funktionen repräsentieren. Für die Strategieumsetzung wird weiterhin die inhaltliche und unternehmerische Kreativität der Angebote von besonderer Bedeutung sein. Bertelsmann wird deshalb auch zukünftig erheblich in die kreative Substanz der Geschäfte investieren. Zudem sind qualifizierte Mitarbeiter auf allen Ebenen Voraussetzung für den strategischen und wirtschaftlichen Erfolg von Bertelsmann. Auch die Innovationskompetenz ist für Bertelsmann von hoher Bedeutung und ein wichtiger strategischer Bestandteil (siehe Abschnitt "Innovationen"). Wertorientiertes SteuerungssystemDas übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Zur Steuerung des Konzerns bedient sich Bertelsmann seit vielen Jahren eines wertorientierten Steuerungssystems, in dessen Mittelpunkt Umsatz, operatives Ergebnis und optimaler Kapitaleinsatz stehen. Aus formalen Gründen unterscheidet Bertelsmann Steuerungskennzahlen im engeren Sinne von solchen im weiteren Sinne. Steuerungskennzahlen im engeren Sinne - hierzu zählen Umsatz, Operating EBITDA sowie der Bertelsmann Value Added (BVA) - dienen der unmittelbaren Beurteilung der laufenden Geschäftsentwicklung und finden dementsprechend Eingang in den Prognosebericht. Hiervon abgegrenzt werden Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne verwendet, die sich zum Teil aus den vorgenannten Kennzahlen ableiten oder durch diese stark beeinflusst werden. Hierzu zählen die EBITDA-Marge sowie die Cash Conversion Rate. Bestandteil des wertorientierten Steuerungssystems im weiteren Sinne ist darüber hinaus das finanzielle Steuerungssystem mit den definierten internen Finanzierungszielen. Angaben zur erwarteten Entwicklung von Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne erfolgen allenfalls ergänzend und sind kein Bestandteil des Prognoseberichts. Zur Erläuterung des Geschäftsverlaufs und zur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann auch sogenannte Alternative Leistungskennzahlen, die nicht nach IFRS definiert sind (detaillierte Erläuterung hierzu im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Steuerungskennzahlen im engeren SinneZur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann den Umsatz, das Operating EBITDA sowie den BVA als Steuerungsgrößen. Der Umsatz wird als Wachstumsindikator der Geschäfte herangezogen. Im Geschäftsjahr 2017 erhöhte sich der Konzernumsatz um 1,4 Prozent auf 17,2 Mrd. € (Vj.: 17,0 Mrd. €). Das organische Wachstum lag bei 1,7 Prozent. Eine wesentliche Steuerungskennzahl zur Messung der Profitabilität des Bertelsmann-Konzerns und der Unternehmensbereiche ist das Operating EBITDA. Im Berichtszeitraum erhöhte sich das Operating EBITDA auf 2.636 Mio. € (Vj.: 2.568 Mio. €). Zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität des investierten Kapitals verwendet Bertelsmann den BVA. Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Im Geschäftsjahr 2017 belief sich der BVA auf 121 Mio. € nach 147 Mio. € im Vorjahr. Der Einfluss des höheren durchschnittlich investierten Kapitals konnte nur teilweise durch das gegenüber dem Vorjahr verbesserte operative Ergebnis kompensiert werden. Ab dem Geschäftsjahr 2018 wird der BVA ohne den Unternehmensbereich Bertelsmann Investments ermittelt. Auf Grundlage dieser Methodik beträgt der BVA für das Geschäftsjahr 2017 163 Mio. € (Vj.: 180 Mio. €). Steuerungskennzahlen im weiteren SinneZur Beurteilung der Geschäftsentwicklung werden weitere Steuerungskennzahlen verwendet, die sich teilweise aus Umsatz und Operating EBITDA ableiten bzw. von diesen Größen stark beeinflusst werden. Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die im langjährigen Mittel zwischen 90 und 100 Prozent liegen soll. Im Geschäftsjahr 2017 betrug die Cash Conversion Rate 92 Prozent (Vj.: 93 Prozent). Als ergänzendes Kriterium zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung wird die EBITDA-Marge herangezogen. Im Geschäftsjahr 2017 lag die EBITDA-Marge mit 15,3 Prozent über dem Vorjahresniveau von 15,2 Prozent. Das finanzielle Steuerungssystem von Bertelsmann ist definiert durch die internen Finanzierungsziele, die im Abschnitt "Finanz- und Vermögenslage" dargestellt werden. Diese Grundsätze zur Finanzierung werden bei der Steuerung des Konzerns verfolgt und fallen unter das wertorientierte Steuerungssystem im weiteren Sinne. Zum wertorientierten Steuerungssystem im weiteren Sinne zählen nicht die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (Mitarbeiter, Corporate Responsibility und ähnliche Themenfelder). Aufgrund einer nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet. Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenDer folgende Abschnitt beschreibt die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bei Bertelsmann. Bezüglich weitergehender Informationen zu Organisation, Management und wesentlichen Themenfeldern der Corporate Responsibility wird auf den Abschnitt "Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung" auf Seite 40 ff. verwiesen. MitarbeiterZum Ende des Geschäftsjahres 2017 beschäftigte der Konzern weltweit 119.089 Mitarbeiter. Im Jahr 2017 absolvierten 1.225 Personen eine Berufsausbildung in den inländischen Bertelsmann-Unternehmen. Die Personalstrategie ist darauf ausgerichtet, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen. Im Mittelpunkt standen auch 2017 die Weiterentwicklung und Weiterbildung der Mitarbeiter. Dies beinhaltete eine umfangreiche Anpassung der zentralen Talent-Management-Prozesse und -Instrumente, einschließlich des Ausbaus von Talent Pools, sowie das digitale Lernen. Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter ist die Basis für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Daher wurde das Weiterbildungsangebot der Bertelsmann University weiter digitalisiert und ausgebaut, u. a. durch ein konzernweites Stipendienprogramm im Bereich Data Science. Zudem verfügten Ende 2017 mehr als 90.000 Mitarbeiter in 46 Ländern über einen Zugang zu Weiterbildungsangeboten der konzernweiten digitalen HR-IT-Plattform "peoplenet". Partnerschaft bedeutet bei Bertelsmann vor allem, gemeinsam mit den Mitarbeitern das Unternehmen zu gestalten. Um dies zu gewährleisten, ist die Mitarbeiterbefragung bei Bertelsmann seit vielen Jahren ein wichtiges Instrument. Aufbauend auf den Rückmeldungen der Mitarbeiterbefragung aus dem Vorjahr wurden Maßnahmen entwickelt und pilotiert. Auch der Dialog der Interessenvertreter untereinander sowie der Dialog mit dem Bertelsmann-Management sind für die partnerschaftliche Unternehmenskultur von hoher Bedeutung. Auf der Konzerndialogkonferenz im Dezember 2017 wurden zukünftige Entwicklungen der Arbeit diskutiert und neue Konzepte erarbeitet. Zudem wurden Empfehlungen der Bertelsmann Diversity-Konferenz 2016 zu den Bereichen Training und Karriereentwicklung realisiert. Die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur ist eine weitere Priorität der Personalstrategie. 2017 wurde mit der Überarbeitung der Bertelsmann Essentials (Unternehmenswerte) in Anlehnung an den 2016 formulierten Sense of Purpose begonnen. Bertelsmann gehört seit 1970 zu den Vorreitern der betrieblichen Gewinn- und Erfolgsbeteiligung. So wurden 2017 aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 konzernweit insgesamt 105 Mio. € (Vj.: 95 Mio. €) an die Mitarbeiter ausgezahlt. Corporate ResponsibilityZiel der unternehmerischen Verantwortung (Corporate Responsibility bzw. CR) bei Bertelsmann ist es, im Dialog mit allen relevanten Anspruchsgruppen die ökonomischen mit den sozialen und ökologischen Anliegen des Konzerns in Einklang zu bringen. In diesem Sinne setzte das Bertelsmann CR Council 2017 seinen bereichsübergreifenden Austausch und die strategische Weiterentwicklung konzernweit bedeutsamer CR-Themenfelder fort. Im Fokus standen besonders relevante Themen zu den Aspekten Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung und Umweltbelange. Darüber hinaus engagierte sich Bertelsmann mit Spenden und Förderinitiativen in den Bereichen Bildung, Kultur, Wissenschaft und Kreativität. InnovationenUnternehmen investieren in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte, um nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Medienbranche ist gleichermaßen darauf angewiesen, innovative Medieninhalte sowie mediennahe Produkte und Dienstleistungen in einem sich schnell entwickelnden Umfeld zu schaffen. Anstelle herkömmlicher Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind daher für Bertelsmann vor allem die eigene Innovationskraft und die Unternehmensentwicklung von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere Produktinnovationen, Investitionen in Zukunftsmärkte sowie die Integration neuer Technologien sind ausschlaggebend für einen langfristigen Unternehmenserfolg. Darüber hinaus ist die Innovationskompetenz von hoher Bedeutung für die Umsetzung der Strategie. Bertelsmann setzt auf Innovationen und Wachstum in Kerngeschäften und neuen Geschäftsfeldern. Das kontinuierliche Verfolgen bereichsübergreifender Trends und das Beobachten neuer Märkte zählen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Innovationsmanagements. Auf Konzernebene identifiziert Bertelsmann gemeinsam mit den Unternehmensbereichen kontinuierlich innovative Geschäftsansätze und setzt sie um. Zusätzlich zu den marktnahen Aktivitäten werden konzernweite Initiativen vorangetrieben, die den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit aktiv fördern. Auf regelmäßig stattfindenden Innovationsforen diskutieren Führungskräfte mit internen und externen Experten über Erfolgsfaktoren für Innovation und Kreativität. Die Innovationen der RTL Group konzentrieren sich auf drei Kernthemen: die stetige Entwicklung und den Erwerb neuer hochwertiger TV-Inhalte und -Formate, die Nutzung aller digitalen Verbreitungswege sowie den Ausbau vielfältiger Vermarktungs- und Monetarisierungsformen. Zu den neuen innovativen TV-Formaten zählen unter anderem die Show "Lost In Time", eine interaktive Produktion von Fremantle Media Norge, in der Spezialeffekte und Realität in Echtzeit miteinander kombiniert werden. Zudem investierte die RTL Group erstmals in Virtual Reality und führte die jüngste Investitionsrunde des israelischen Start-ups Inception VR an. Darüber hinaus verfolgt die RTL Group einen ambitionierten Wachstumsplan für das Werbetechnologiegeschäft. Das Hauptziel ist es, eine weltweite, unabhängige Monetarisierungsplattform für Sender, Video-on-Demand-Dienste und Inhalteanbieter zu schaffen. So sollen SpotX und Smartclip bis Ende 2018 zu einem integrierten Werbetechnologieunternehmen zusammengeführt werden. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf Adressable TV, womit TV-Haushalte über lineares Fernsehen gezielt nach Kriterien wie Einkommen, Alter usw. angesprochen werden können. Der Austausch von Informationen und Wissen innerhalb der RTL Group erfolgt in Synergy Committees. Die Innovationen bei Penguin Random House finden insbesondere in den Bereichen Inhalte und Vertrieb statt. Die Nutzung von Plattformen zur Vermarktung der Bücher und Autoren sind für den Aufbau von direkten Beziehungen mit Millionen von Lesern von zentraler Bedeutung. Beispielsweise erhalten Abonnenten weltweit regelmäßige E-Mail-Updates von den Verlagen bezogen auf vorzeitige Titel-Neuveröffentlichungen, Vorabauszüge, Gewinnspiele, Autorenlesungen etc. Mit dem Buch "Wunder" profitiert das Unternehmen von dem Kinostart des gleichnamigen Films, indem mit groß angelegtem Merchandising über neue Einzelhandelskanäle und Werbepartnerschaften mit Filmproduktionsgesellschaften experimentiert wird, um Fans des Films zum Kauf des Buches zu bewegen. Ein Beispiel für eine innovative Partnerschaft im Bereich der neuen und aufstrebenden Technologien ist die Zusammenarbeit von Penguin Young Readers mit Google und Amazon, um die App Mad Libs auf deren jeweiligen Sprachassistenten nutzbar zu machen. Die Innovationen bei Gruner + Jahr galten der digitalen Vermarktung und dem Ausbau des Markengeschäfts ebenso wie dem angestammten Magazinbereich. Das starke Wachstum des Digitalgeschäfts entsprang vor allem den deutlich gestiegenen Werbeerlösen bei den Markenwebsites und der sprunghaft gewachsenen App-Empfehlungsplattform AppLike, aber auch Deutschlands Food-Community Chefkoch legte weiter zu. Mit den Möbeln der "Schöner Wohnen"-Kollektion erweiterte G+J die Aktivitäten rund um seine Marken. Zudem entstanden auch 2017 neue innovative Magazine, etwa das Interior-Design-Magazin "Ideat". Das von G+J und dem Landwirtschaftsverlag gegründete Verlagshaus Deutsche Medien-Manufaktur brachte "Hygge" erfolgreich an den Markt. Die Innovationen bei BMG basieren auf einem für Künstler und Songwriter maßgeschneiderten Angebot, das sich auf Verträge und Verwaltung, Marketing und Finanzen erstreckt und in dem sich die zentralen Werte Fairness, Transparenz und Service widerspiegeln. Ein Beispiel hierfür war die Einführung einer mobilen App im Jahr 2017, mit der Songwriter rund um die Uhr mit mobilen Endgeräten Zugriff auf ihre Lizenzinformationen haben. Eine auf die Bedürfnisse von Musikkünstlern zugeschnittene Version wird 2018 veröffentlicht. Die Entscheidung des TV-Inhalte-Streamingdienstes Netflix, die Verwaltung seiner Musikverlagsrechte an BMG zu übertragen, war eine weitere Bestätigung der innovativen Technologie von BMG. Die Innovationen bei Arvato fanden in allen vier Solution Groups statt und betreffen vor allem die Nutzung innovativer Technologien, die Entwicklung und Implementierung neuer Dienstleistungsangebote sowie die Beteiligung an innovativen Unternehmen. Im Bereich CRM Solutions nutzte Arvato beispielsweise gezielt neue Technologien wie Analytics, Machine Learning und Chatbots, um das Serviceerlebnis zu optimieren. Im Geschäftsfeld SCM Solutions kommen vermehrt Datenbrillen oder führerlose Transportsysteme zum Einsatz. Arvato Financial Solutions beschäftigte sich mit innovativen Cloud-Lösungen zur Betrugsbekämpfung in den Branchen Gesundheit und E-Commerce. Zudem investierte Arvato im Geschäftsjahr 2017 erneut in innovative Unternehmen aus den Geschäftsfeldern Fintech und Analytics. Die Innovationen der Bertelsmann Printing Group lagen auch 2017 vor allem im Bereich der Verbesserung von Technologien und Prozessen sowie im Bereich der Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte und Dienstleistungen. Mit der Fertigung des innovativen Datenträgers Ultra HD Blu-ray hat Sonopress als einer der Vorreiter einen Wachstumsmarkt erschlossen. Dafür wurde das Unternehmen Anfang des Jahres vom US-amerikanischen Industrieverband Digital Entertainment Group mit dem Digital Product Innovation Award ausgezeichnet. Weitere Innovationsprojekte beschäftigen sich mit den Themen 3-D-Scanning und der Einbindung von Augmented-Reality-Markern in Büchern, Magazinen und Katalogen. Die Innovationen bei der Bertelsmann Education Group liegen vor allem in der weiteren Entwicklung digitaler und personalisierter Bildungsangebote sowie in der Erweiterung bestehender Geschäftsfelder. So baute Relias die Kompetenzen in den Bereichen Analytics und Performance-Management weiter aus, um Kunden aus der Gesundheitsbranche noch stärker datenbasiert dabei zu unterstützen, Leistungsverbesserungen im Unternehmen herbeizuführen. Parallel hierzu entwickelte Relias eine Vielzahl neuer Onlinekurse in den USA und erweiterte die Kursangebote in Großbritannien, Deutschland und China. Udacity konnte mit der Entwicklung neuer Nanodegree-Programme, unter anderem für Deep Learning, Digital Marketing und Softwareentwicklung für Robotik weitere Maßstäbe in der Qualifizierung von Studenten für Technologiejobs der Zukunft setzen. WirtschaftsberichtUnternehmensumfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungDie Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2017 spürbar beschleunigt. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,8 Prozent nach 3,1 Prozent im Jahr 2016. Das weltwirtschaftliche Wachstum vollzog sich auf einer breiteren Basis und der Welthandel zog wieder deutlich an. Der Konjunkturaufschwung im Euroraum ist weiterhin solide. Das reale BIP stieg im Jahr 2017 um 2,5 Prozent nach 1,7 Prozent im Vorjahr. Gestützt wurde das Wachstum durch die Zunahme der privaten Konsumausgaben und der Investitionen sowie durch die Exporte, die vom wachsenden Welthandel profitierten. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung. Das reale BIP erhöhte sich um 2,2 Prozent nach 1,9 Prozent im Vorjahr. Auch in Frankreich verbesserte sich die konjunkturelle Lage zunehmend. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2017 betrug 1,9 Prozent nach 1,1 Prozent im Jahr 2016. Das Wirtschaftswachstum in Großbritannien verlangsamte sich aufgrund der Folgen des geplanten EU-Austritts mit einem Anstieg des realen BIP um 1,7 Prozent nach 1,9 Prozent im Vorjahr. Die US-Konjunktur erwies sich als robust, getragen von einer soliden Binnennachfrage. Das reale BIP stieg im Jahr 2017 um 2,3 Prozent nach 1,9 Prozent im Jahr 2016. Entwicklung relevanter MärkteDie nachfolgende Analyse fokussiert Märkte und Regionen, die eine hinreichende Größe aufweisen und aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen. Die europäischen TV-Werbemärkte entwickelten sich im Jahr 2017 stabil bis rückläufig. Während die TV-Werbemärkte in Deutschland, Frankreich und Spanien eine überwiegend stabile Entwicklung verzeichneten, gingen die TV-Werbemärkte in den Niederlanden, Belgien, Ungarn und Kroatien moderat bis deutlich zurück. Die Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich im Jahr 2017 insgesamt leicht positiv. Der Absatz gedruckter Bücher in den USA wie auch der Umsatz in den spanischsprachigen Märkten verzeichneten ein leichtes Wachstum, während sich die Umsätze mit gedruckten Büchern in Großbritannien stabil und in Deutschland leicht rückläufig entwickelten. Die Verlagsumsätze mit E-Books in den USA und Großbritannien verzeichneten erneute Rückgänge, die Umsätze mit Audio-Downloads wuchsen hingegen stark. Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren 2017 durch stark rückläufige Printanzeigenmärkte und deutlich rückläufige Vertriebsmärkte geprägt, während die relevanten Digitalmärkte ein starkes Wachstum verzeichneten. Die weltweiten Musikmärkte wiesen 2017 in dem Marktsegment Verlagsrechte ein moderates Wachstum auf. Das Marktsegment Recordingrechte wuchs deutlich. Die für Arvato wesentlichen Dienstleistungsmärkte für Customer Relationship Management, Supply Chain Management, Financial Solutions und IT waren von einem moderaten bis deutlichen Wachstum geprägt. Die europäischen Offsetdruckmärkte verzeichneten 2017 eine stabile Entwicklung, während sich die europäischen Tiefdruckmärkte deutlich rückläufig entwickelten. Der Buchdruckmarkt in Nordamerika war im gleichen Zeitraum stabil. Die US-amerikanischen Bildungsmärkte sind 2017 in den für Bertelsmann relevanten Marktsegmenten E-Learning in den Bereichen Gesundheitswesen und Technologie, Hochschulbildung und Bildungsdienstleistungen insgesamt weiter stark gewachsen. Wichtige Ereignisse des GeschäftsjahresEnde Januar 2017 übernahm BMG die BBR Music Group, zu der bekannte Country-Music-Labels wie Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records sowie der Musikverlag Magic Mustang Music gehören. Die Übernahme umfasst zudem die Rechte zahlreicher namhafter Country-Künstler. Im Juli 2017 übernahm Penguin Random House das Verlagsgeschäft der spanischen Mediengruppe Grupo Zeta, Ediciones B, das als Teil der spanischsprachigen Penguin Random House Grupo Editorial die Verlagsgeschäfte in Spanien und Lateinamerika verstärkt. Fernando Carro schied zum 13. Juli 2017 aus dem Vorstand der Bertelsmann Management SE aus. Die Position des im Bertelsmann-Vorstand vertretenen Arvato-CEO wurde nicht neu besetzt. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe und der Finanzvorstand Bernd Hirsch bilden seither die Geschäftsleitung des Unternehmensbereichs Arvato. Im Oktober 2017 übernahm die RTL Group die verbleibenden Anteile an SpotX Inc. durch Ausübung einer Kaufoption. Die RTL Group baute hierdurch ihr Werbetechnologiegeschäft weiter aus. Die Komplettübernahme von SpotX ermöglicht eine stärkere Integration mit dem europäischen Onlinevideo-Werbevermarkter Smartclip und die Schaffung eines ganzheitlichen Werbetechnologie-Hubs, der die Vermarktungslösungen der RTL-Geschäfte unterstützt. Im Oktober 2017 stockte Bertelsmann seinen Anteil an Penguin Random House durch die Übernahme weiterer 22 Prozent von dem britischen Medien- und Bildungsunternehmen Pearson auf eine strategische Dreiviertelmehrheit auf. Durch die Übernahme sicherte sich Bertelsmann mehr Governance-Rechte bei Penguin Random House und stellt künftig unter anderem den Chairman des Board of Directors. Pearson bleibt mit nunmehr 25 Prozent weiterhin Mitgesellschafter von Penguin Random House. Im Dezember 2017 veräußerte die RTL Group drei zusammenhängende bisher durch RTL Radio France genutzte Gebäude in Paris. Der Verkaufserlös beläuft sich auf 114 Mio. €, der Veräußerungsgewinn beträgt 94 Mio. €. ErtragslageDie nachfolgende Analyse der Ertragsentwicklung bezieht sich auf die zum 31. Dezember 2017 fortgeführten Aktivitäten. Eine weitergehende Beschreibung der Ertragslage befindet sich im Abschnitt "Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns". UmsatzentwicklungDer Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2017 um 1,4 Prozent auf 17,2 Mrd. € (Vj.: 17,0 Mrd. €). Umsatzzuwächse verzeichneten insbesondere die RTL Group, BMG, Arvato und die Bertelsmann Education Group. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte belief sich das organische Wachstum des Konzerns auf 1,7 Prozent. Die Wechselkurseffekte betrugen -1,0 Prozent und die Portfolioeffekte 0,7 Prozent. Umsatz der Unternehmensbereiche
Der Umsatz der RTL Group erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 6.373 Mio. € (Vj.: 6.237 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 1,8 Prozent. Die positive Entwicklung wurde größtenteils getragen von den deutschen und französischen TV-Geschäften und dem weiteren Ausbau der Digitalaktivitäten. Penguin Random House verzeichnete mit 3.359 Mio. € (Vj.: 3.361 Mio. €) einen stabilen Umsatz. Negative Währungseinflüsse konnten durch Portfolioeffekte weitestgehend ausgeglichen werden. Der Umsatz bei Gruner + Jahr lag mit 1.513 Mio. € um 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj.: 1.580 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -1,6 Prozent. Der Umsatzrückgang ist größtenteils auf Portfolioeffekte aus Veräußerungen zurückzuführen. Der Umsatz bei BMG erhöhte sich infolge des weiteren akquisitorischen und organischen Geschäftsausbaus um 21,8 Prozent auf 507 Mio. € (Vj.: 416 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 18,5 Prozent. Der Umsatz bei Arvato erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 3.823 Mio. € (Vj.: 3.763 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 2,9 Prozent. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere das Neu- und Bestandskundenwachstum bei SCM Solutions. Der Umsatz der Bertelsmann Printing Group reduzierte sich markt- und wechselkursbedingt um 1,6 Prozent auf 1.681 Mio. € (Vj.: 1.709 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -1,0 Prozent. Die Bertelsmann Education Group steigerte den Umsatz um 32,6 Prozent auf 189 Mio. € (Vj.: 142 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 12,5 Prozent. Der Umsatzanstieg ergab sich im Wesentlichen durch den organischen und akquisitorischen Ausbau von Relias. Keine der Beteiligungen des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments wird vollkonsolidiert. Bei der geografischen Umsatzverteilung ergaben sich im Vorjahresvergleich nur geringfügige Änderungen. Der Anteil des in Deutschland erzielten Umsatzes belief sich auf 34,0 Prozent gegenüber 34,6 Prozent im Vorjahr. Auf die Geschäfte in Frankreich entfiel ein Umsatzanteil von 13,4 Prozent (Vj.: 13,2 Prozent). In Großbritannien belief sich der Umsatzanteil auf 6,8 Prozent (Vj.: 6,4 Prozent). Die übrigen europäischen Länder erwirtschafteten 18,7 Prozent des Gesamtumsatzes nach 18,3 Prozent im Vorjahr. Der Umsatzanteil der USA lag bei 20,5 Prozent (Vj.: 20,8 Prozent) und die sonstigen Länder erreichten einen Umsatzanteil von 6,6 Prozent (Vj.: 6,7 Prozent). Der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz lag somit bei 66,0 Prozent (Vj.: 65,4 Prozent). Das Verhältnis der vier Erlösquellen (Produkte und Waren, Werbung und Anzeigen, Dienstleistungen, Rechte und Lizenzen) zum Gesamtumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verändert. Umsatzanalyse
Der Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte erhöhte sich durch organisches Wachstum und Akquisitionen auf insgesamt 32 Prozent (Vj.: 30 Prozent), während der Umsatzanteil strukturell rückläufiger Geschäfte mit 4 Prozent (Vj.: 4 Prozent) stabil blieb. Die Wachstumsgeschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund nachhaltig positiver Marktfaktoren kontinuierliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und im Rahmen der Konzernstrategie als Wachstumsprioritäten identifiziert wurden. Insbesondere zählen hierzu die Digitalgeschäfte der RTL Group und von Gruner + Jahr, das TV-Produktionsgeschäft, das Musikgeschäft, die Dienstleistungsgeschäfte in den Arvato-Bereichen SCM Solutions, Financial Solutions und Systems sowie das Bildungsgeschäft und die Fondsaktivitäten. Die strukturell rückläufigen Geschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund marktseitiger Faktoren nachhaltige Umsatzrückgänge verzeichnen. Insbesondere zählen hierzu die Tiefdruckaktivitäten und das Speichermedienreplikationsgeschäft. Konzernumsatz nach Regionen in Prozent
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Ergebnisanalyse
Operating EBITDAIm Geschäftsjahr 2017 erzielte Bertelsmann einen Anstieg des Operating EBITDA um 2,7 Prozent auf 2.636 Mio. € (Vj.: 2.568 Mio. €). Eine gute Ergebnisentwicklung verzeichneten insbesondere die RTL Group, BMG und die Bertelsmann Education Group. Im Operating EBITDA sind Anlaufverluste für Digital- und Neugeschäfte enthalten, die sich allein bei der Bertelsmann Education Group und der RTL Group auf insgesamt -69 Mio. € (Vj.: -71 Mio. €) beliefen. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 15,3 Prozent (Vj.: 15,2 Prozent). Das Operating EBITDA der RTL Group erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 1.478 Mio. € (Vj.: 1.405 Mio. €). Insbesondere die Mediengruppe RTL Deutschland und Fremantle Media verzeichneten Ergebnisanstiege. Zudem enthält das Ergebnis der RTL Group einen Gewinn aus dem Verkauf bislang von RTL Radio France genutzter Gebäude in Paris. Bei Penguin Random House reduzierte sich das Operating EBITDA insbesondere infolge negativer Wechselkurseffekte um 2,9 Prozent auf 521 Mio. € (Vj.: 537 Mio. €). Das Operating EBITDA von Gruner + Jahr erhöhte sich um 6,2 Prozent auf 145 Mio. € (Vj.: 137 Mio. €). Einem starken Ergebnisanstieg bei G+J Deutschland, unter anderem bedingt durch die Entwicklung der Digitalgeschäfte, und positiven Portfolioeffekten aus Veräußerungen standen dabei geringere Ergebnisbeiträge in Frankreich gegenüber. Das Operating EBITDA von BMG stieg um 9,5 Prozent auf 104 Mio. € (Vj.: 95 Mio. €) infolge des fortgesetzten Geschäftsausbaus. Bei Arvato verringerte sich das Operating EBITDA um 10,0 Prozent auf 320 Mio. € (Vj.: 356 Mio. €). Die Ergebnisminderung resultierte im Wesentlichen aus einem Rückgang des Geschäftsvolumens innerhalb der Telekommunikationsbranche im Bereich CRM sowie aus höheren Anlaufverlusten für Neugeschäfte. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Printing Group ging infolge des unverändert rückläufigen Druckmarktes und aufgrund negativer Wechselkurseffekte um 2,3 Prozent auf 118 Mio. € (Vj.: 121 Mio. €) zurück. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group verbesserte sich auf 3 Mio. € (Vj.: -17 Mio. €). Der Anstieg resultierte überwiegend aus dem organischen Wachstum von Relias. Anteilig beinhaltet sind Anlaufverluste aus nicht vollkonsolidierten Beteiligungen der Gruppe. Keine der Beteiligungen des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments wird vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein operativer Ergebnisausweis für diesen Bereich erfolgt. SondereinflüsseInsgesamt beliefen sich die Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2017 auf -83 Mio. € nach -139 Mio. € im Vorjahr. Sie setzen sich aus Wertaufholungen und Wertminderungen in einer Gesamthöhe von -100 Mio. € (Vj.: -26 Mio. €), Anpassungen der Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von -4 Mio. € (Vj.: -14 Mio. €), Neubewertungen von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert von 15 Mio. € (Vj.: 12 Mio. €), einem Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen von 182 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €), Restrukturierungsaufwendungen sowie weiteren Bereinigungen in Höhe von insgesamt -176 Mio. € (Vj.: -152 Mio. €) zusammen (vgl. hierzu auch die Überleitungsrechnung vom EBIT zum Operating EBITDA im Konzernanhang). Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen war geprägt von Veräußerungsgewinnen bei Bertelsmann Investments. EBITAusgehend vom Operating EBITDA ergab sich nach Berücksichtigung der Sondereinflüsse in Höhe von -83 Mio. € (Vj.: -139 Mio. €) sowie der nicht in den Bereinigungen enthaltenen Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -657 Mio. € (Vj.: -630 Mio. €) im Geschäftsjahr 2017 ein EBIT von 1.896 Mio. € (Vj.: 1.799 Mio. €). KonzernergebnisDas Finanzergebnis verbesserte sich auf -219 Mio. € nach -244 Mio. € im Vorjahr. Der Ertragsteueraufwand erhöhte sich insbesondere infolge des verbesserten Ergebnisses vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten sowie infolge von Belastungen im Zusammenhang mit der US-Steuerreform auf -472 Mio. € nach -419 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten beträgt somit 1.205 Mio. € (Vj.: 1.136 Mio. €). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von -7 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) ergab sich ein Konzernergebnis von 1.198 Mio. € (Vj.: 1.137 Mio. €). Der Anteil der nicht beherrschenden Anteilseigner am Konzernergebnis betrug 422 Mio. € (Vj.: 451 Mio. €). Der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis erhöhte sich auf 776 Mio. € (Vj.: 686 Mio. €), insbesondere durch die Anteilsaufstockung an Penguin Random House. Für das Geschäftsjahr 2017 ist vorgesehen, der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA die Ausschüttung einer gegenüber Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Vj.: 180 Mio. €) vorzuschlagen. Finanz- und VermögenslageFinanzierungsgrundsätzeDas übergeordnete finanzpolitische Ziel von Bertelsmann ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum. Dazu richtet der Konzern seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Kriterien aus. Rating und Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt leisten einen bedeutenden Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit des Unternehmens. Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert. Der Konzern bildet weitgehend eine finanzielle Einheit und optimiert damit die Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die sich an der wirtschaftlichen Verschuldung und mit abgeschwächter Bedeutung an der Kapitalstruktur orientieren. Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der den definierten Wert von 2,5 nicht überschreiten sollte. Am 31. Dezember 2017 lag der Leverage Factor mit 2,5 (31. Dezember 2016: 2,5) auf dem Niveau des Vorjahres (Erläuterungen zum Verschuldungsgrad im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Die Wirtschaftlichen Schulden erhöhten sich zum 31. Dezember 2017 auf 6.213 Mio. € nach 5.913 Mio. € im Vorjahr aufgrund gestiegener Nettofinanzschulden. Diese erhöhten sich überwiegend durch die Finanzierung der Anteilsaufstockung an Penguin Random House auf 3.479 Mio. € (31. Dezember 2016: 2.625 Mio. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 31. Dezember 2017 reduzierten sich durch einen höheren Rechnungszinsfuß auf 1.685 Mio. € (31. Dezember 2016: 1.999 Mio. €). Ein weiteres Finanzierungsziel ist die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad). Sie berechnet sich aus dem Verhältnis des für den Leverage Factor verwendeten Operating EBITDA zum Finanzergebnis und soll über einem Wert von 4 liegen. Im Berichtszeitraum lag die Coverage Ratio bei 11,2 (Vj.: 9,7). Die Eigenkapitalquote im Konzern lag mit 38,5 Prozent (31. Dezember 2016: 41,6 Prozent) weiterhin deutlich über der selbstgesetzten Mindestanforderung von 25 Prozent. Der Rückgang erklärt sich aus den Kaufpreiszahlungen für Anteilsaufstockungen an den bereits vollkonsolidierten Unternehmen Penguin Random House und SpotX sowie aus Dividendenausschüttungen an nicht beherrschende Anteilseigner, die auch die im Rahmen der Anteilsaufstockung an Penguin Random House an den Mitgesellschafter gezahlte Sonderdividende beinhaltet. Finanzierungsziele
FinanzierungsaktivitätenBertelsmann platzierte im Mai 2017 eine Anleihe mit vierjähriger Laufzeit und einem Emissionsvolumen von 500 Mio. €. Die in Luxemburg gelistete Anleihe ist mit einem festen Kupon von 0,25 Prozent ausgestattet. Darüber hinaus hat Bertelsmann im Rahmen von Privatplatzierungen im Juli 2017 eine Anleihe über 50 Mio. € mit siebenjähriger Laufzeit und im August 2017 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio. € mit eineinhalbjähriger Laufzeit begeben. Die Erlöse aus den Platzierungen wurden im Wesentlichen für die Finanzierung der Anteilsaufstockung an Penguin Random House genutzt. RatingBertelsmann verfügt seit dem Jahr 2002 über Emittenten-Ratings der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P). Die Emittenten-Ratings erleichtern den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und stellen daher ein wichtiges Element der Finanzierungssicherheit von Bertelsmann dar. Bertelsmann wird von Moody's mit "Baa1" (Ausblick: stabil) und von S&P mit "BBB+" (Ausblick: stabil) bewertet. Beide Bonitätsbeurteilungen liegen im Investment-Grade-Bereich und entsprechen dem Zielrating von Bertelsmann. Die Einschätzung zur kurzfristigen Kreditqualität von Bertelsmann wird von Moody's mit "P-2" und von S&P mit "A-2" beurteilt. KreditlinienDer Bertelsmann-Konzern verfügt zusätzlich zur vorhandenen Liquidität u.a. über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit international tätigen Großbanken. Diese bildet das Rückgrat der strategischen Kreditreserve und kann von Bertelsmann bis zum Jahr 2021 durch Ziehung in Euro, US-Dollar und Britischen Pfund bis zu einem Betrag von 1,2 Mrd. € revolvierend in Anspruch genommen werden. KapitalflussrechnungIm Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1.642 Mio. € generiert (Vj.: 1.954 Mio. €). Der nachhaltige, um Einmaleffekte bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1.822 Mio. € (Vj.: 1.799 Mio. €), die Cash Conversion Rate lag bei 92 Prozent (Vj.: 93 Prozent); vgl. hierzu auch Abschnitt "Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne". Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -797 Mio. € (Vj.: -1.081 Mio. €). Auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen entfallen davon -890 Mio. € (Vj.: -962 Mio. €). Die Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) betrugen -213 Mio. € (Vj.: -278 Mio. €). Die Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten Laufzeitenprofil - Finanzschulden in Mio. €
Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)
sowie von sonstigem Anlagevermögen lagen bei 343 Mio. € (Vj.: 192 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -755 Mio. € (Vj.: -793 Mio. €). Dividenden an die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA beliefen sich unverändert auf -180 Mio. € (Vj.: -180 Mio. €). Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und weitere Auszahlungen an Gesellschafter wurden in Höhe von -743 Mio. € (Vj.: -388 Mio. €) ausgezahlt. Hierin enthalten ist die im Rahmen der Anteilsaufstockung an Penguin Random House an den Mitgesellschafter gezahlte Sonderdividende in Höhe von 373 Mio. €. Zum 31. Dezember 2017 verfügte Bertelsmann über liquide Mittel in Höhe von 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Außerbilanzielle VerpflichtungenUnter die außerbilanziellen Verpflichtungen fallen Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nahezu ausnahmslos aus der operativen Tätigkeit der Unternehmensbereiche resultieren. Die außerbilanziellen Verpflichtungen verminderten sich gegenüber dem Vorjahr. Die zum 31. Dezember 2017 vorhandenen außerbilanziellen Verpflichtungen hatten für das abgelaufene wie auch für das künftige Geschäftsjahr keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns. Investitionen nach Bereichen
InvestitionenDie Gesamtinvestitionen einschließlich übernommener Finanzschulden in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 6 Mio. €) lagen im Geschäftsjahr 2017 bei 1.117 Mio. € (Vj.: 1.244 Mio. €). Die Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung betrugen 1.103 Mio. € (Vj.: 1.240 Mio. €). Von den Sachanlageinvestitionen in Höhe von 360 Mio. € (Vj.: 326 Mio. €) entfiel wie in den Vorjahren der größte Teil auf Arvato. In immaterielle Vermögenswerte wurden 319 Mio. € (Vj.: 388 Mio. €) investiert, die insbesondere auf die RTL Group für Investitionen in Filmrechte sowie auf BMG für den Erwerb von Musikkatalogen entfielen. Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 211 Mio. € (Vj.: 248 Mio. €) aufgewandt. Hierzu zählen insbesondere die Investitionen der Bertelsmann Investments. Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) lagen im Berichtszeitraum bei 213 Mio. € (Vj.: 278 Mio. €) und entfielen unter anderem auf den Erwerb der BBR Music Group durch BMG. Unter Berücksichtigung von Kaufpreiszahlungen für Anteilsaufstockungen an bereits vollkonsolidierten Unternehmen, insbesondere für die Anteilsaufstockung an Penguin Random House, sowie die Übernahme von SpotX erhöhten sich die wirtschaftlichen Investitionen im Geschäftsjahr 2017 auf insgesamt 1.776 Mio. € (Vj.: 1.262 Mio. €). Diese Auszahlungen für Anteilsaufstockungen werden gemäß den IFRS als Veränderung des Eigenkapitals klassifiziert und dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zugeordnet. Aus Unternehmenssicht sind diese Auszahlungen wirtschaftlich vergleichbar mit Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen und haben somit Investitionscharakter. BilanzDie Bilanzsumme zum 31. Dezember 2017 lag bei 23,7 Mrd. € (Vj.: 23,8 Mrd. €). Die liquiden Mittel betrugen 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Das Eigenkapital reduzierte sich auf 9,1 Mrd. € nach 9,9 Mrd. € im Vorjahr. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung des Eigenkapitals angesichts der Anteilsaufstockung an Penguin Random House sowie der Auszahlung einer Sonderdividende an den Mitgesellschafter. Daraus ergab sich eine im Vorjahresvergleich geringere Eigenkapitalquote von 38,5 Prozent (Vj.: 41,6 Prozent). Das auf die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA entfallende Eigenkapital lag bei 7,8 Mrd. € (Vj.: 7,9 Mrd. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verringerten sich aufgrund eines höheren Rechnungszinsfußes auf 1.685 Mio. € (Vj.: 1.999 Mio. €). Durch die im Abschnitt "Finanzierungsaktivitäten" beschriebene Aufnahme von Finanzschulden erhöhten sich die Bruttofinanzschulden auf 4.919 Mio. € nach 3.998 Mio. € zum 31. Dezember 2016. Darüber hinaus blieb die Bilanzstruktur im Vorjahresvergleich weitgehend unverändert. GenusskapitalZum 31. Dezember 2017 betrug der Nennwert des Genusskapitals unverändert zum Vorjahr 301 Mio. €. Unter Anwendung der Effektivzinsmethode belief sich der Buchwert des Genusskapitals zum 31. Dezember 2017 auf 413 Mio. € (Vj.: 413 Mio. €). 94 Prozent des nominalen Genusskapitals entfallen auf den Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) und 6 Prozent auf den Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900). Die Genussscheine 2001 sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im Regulierten Markt zugelassen. Die Notierung erfolgt in Prozent des Nominalwerts. Im Januar erreichte der Schlusskurs des Genussscheins 2001 mit 316,00 Prozent seinen niedrigsten Stand, im November mit 339,40 Prozent seinen höchsten Stand im Geschäftsjahr 2017. Nach den Genussscheinbedingungen für den Genussschein 2001 beträgt die Ausschüttung für jedes volle Geschäftsjahr 15 Prozent auf den Grundbetrag, vorausgesetzt, es stehen ein ausreichendes Konzernergebnis und ein ausreichender Jahresüberschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Verfügung. Diese Voraussetzungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erfüllt. Daher wird für die Genussscheine 2001 auch für das Geschäftsjahr 2017 eine Ausschüttung von 15 Prozent auf den Grundbetrag erfolgen. Aufgrund des geringen Volumens weisen die zum Regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassenen Genussscheine 1992 einen nur noch bedingt liquiden Börsenhandel auf. Für die Genussscheine 1992 richtet sich die Ausschüttung nach der Gesamtkapitalrendite des Konzerns. Da im Geschäftsjahr 2017 eine Gesamtkapitalrendite von 7,73 Prozent (Vj.: 7,09 Prozent) erzielt wurde, wird sich die Ausschüttung auf die Genussscheine 1992 für das Geschäftsjahr 2017 auf 8,73 Prozent (Vj.: 8,09 Prozent) des Grundbetrags belaufen. Die Ausschüttung auf beide Genussscheine wird voraussichtlich am 15. Mai 2018 erfolgen. Laut den Genussscheinbedingungen kontrolliert der Abschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ob die Gewinnausschüttung zutreffend ermittelt wurde. Hierüber legt der Abschlussprüfer für beide Genussscheine eine Bescheinigung vor. BilanzstrukturAktiva
Passiva
Geschäftsverlauf der Bereiche des KonzernsRTL GroupDie RTL Group verzeichnete 2017 erneut eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung. Treiber waren die Mediengruppe RTL Deutschland und die französische Groupe M6, die in jeweils stabilen TV-Werbemärkten ihre Werbeeinnahmen steigern konnten. Auch schnell wachsende Digitalgeschäfte trugen zum positiven Geschäftsverlauf bei. Das Werbetechnologiegeschäft der RTL Group wurde durch die vollständige Übernahme des Onlinevideo-Werbevermarkters SpotX ausgebaut. Darüber hinaus wurde ein Prozess zur Zusammenführung von SpotX und Smartclip zu einem integrierten Ad-Tech-Powerhouse gestartet. Die RTL Group baute im Rahmen ihrer "Total Video"-Strategie die Präsenz auf zahlreichen Onlineplattformen aus und verzeichnete ein starkes Wachstum der Onlinevideo-Abrufe. Der Umsatz der RTL Group stieg vor diesem Hintergrund um 2,2 Prozent auf den Rekordwert von 6,4 Mrd. € (Vj.: 6,2 Mrd. €). Das Operating EBITDA erreichte ebenfalls einen neuen Bestwert und erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 1,5 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Dazu trugen ein Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf einer Geschäftsimmobilie in Frankreich sowie höhere Ergebnisbeiträge der Mediengruppe RTL Deutschland und der RTL-Group-Produktionstochter Fremantle Media bei. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 23,2 Prozent nach 22,5 Prozent im Vorjahr. Die Mediengruppe RTL Deutschland schloss das Geschäftsjahr erneut mit Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis ab. Dahinter stehen höhere Werbeeinnahmen aus dem TV- und Digitalgeschäft sowie gestiegene Plattformerlöse. Der kombinierte Zuschauermarktanteil der Senderfamilie stieg in der Hauptzielgruppe auf 28,9 Prozent (Vj.: 28,7 Prozent); zugleich weitete sich der Vorsprung gegenüber dem größten kommerziellen Wettbewerber deutlich auf 4,5 Prozentpunkte aus (Vj.: 3,4 Prozentpunkte). In Frankreich steigerte die Groupe M6 ihren Umsatz durch höhere TV-Werbeeinnahmen und die erstmalige Konsolidierung des französischen Cashback-Marktführers iGraal. Das Ergebnis war leicht rückläufig, nachdem im Vorjahresergebnis ein positiver Sondereffekt aus dem schrittweisen Auslaufen einer Mobilfunkvereinbarung enthalten war. Das Hörfunkgeschäft RTL Radio France wurde von der RTL Group im Oktober mit der Groupe M6 zusammengeführt, was eine Stärkung des kommerziellen Angebots sowie Programmund Kostensynergien ermöglichte. Die Groupe M6 erreichte einen kombinierten Zuschauermarktanteil in der Hauptzielgruppe von 22,3 Prozent (Vj.: 22,2 Prozent). RTL Nederland verzeichnete im Berichtszeitraum geringere Werbeeinnahmen und einen hierdurch bedingten Umsatz- und Ergebnisrückgang. Fremantle Media weist für 2017 aufgrund negativer Wechselkurseffekte einen leicht rückläufigen Umsatz aus, steigerte sein operatives Ergebnis aber im Zuge höherer Ergebnisbeiträge aus Nordamerika und Europa. Zu den größten kreativen Erfolgen zählten die von Fremantle Media North America für den US-Kabelsender Starz produzierte Fantasyserie "American Gods", die seit Mai 2017 über Amazon Prime Video in über 200 Ländern abrufbar ist, sowie die in Deutschland von UFA Fiction für Das Erste realisierte History-Serie "Charité". Die RTL Group investierte weiter in ihre drei strategischen Säulen Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft und erwarb neben der vollständigen Übernahme von SpotX beispielsweise einen Minderheitsanteil an dem israelischen Virtual-Reality-Unternehmen Inception. Die Mediengruppe RTL Deutschland sicherte sich wichtige Sportrechte an der Rennsportserie Formel 1 sowie an Spielen der UEFA Europa League. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Penguin Random HouseFür Penguin Random House war das Geschäftsjahr 2017 geprägt durch Veränderungen in der Eigentümerstruktur, eine starke Bestsellerperformance und einen Ausbau der Geschäfte im spanischsprachigen Raum. Bertelsmann stockte seinen Anteil an Penguin Random House im Oktober durch die Übernahme weiterer 22 Prozent vom Mitgesellschafter Pearson auf eine strategische Dreiviertelmehrheit auf und stärkte im Zuge dessen seine Governance-Rechte. Das operative Geschäft profitierte von Hunderten internationaler und nationaler Bestseller. R. J. Palacios "Wonder", der meistverkaufte Titel 2017 in den USA, erhielt zusätzlichen Schub durch eine Verfilmung und wurde in den englischsprachigen Ländern fast fünf Millionen Mal als gedrucktes Buch und E-Book verkauft. Während der Umsatz mit gedruckten Büchern insgesamt stabil blieb und E-Books nur leicht rückläufig waren, verzeichnete Penguin Random House erneut starke Zuwächse bei digitalen Hörbüchern. Die Verlagsgruppe baute 2017 ihre Reichweite bei der Direktvermarktung weiter aus und erwarb zudem die weltweiten Rechte an zwei Büchern des ehemaligen US-Präsidentenpaares Barack und Michelle Obama. Unter Berücksichtigung der vollständig von Bertelsmann gehaltenen deutschen Verlagsgruppe Random House erzielte der Unternehmensbereich 2017 einen stabilen Umsatz von 3,4 Mrd. € (Vj.: 3,4 Mrd. €, -0,1 Prozent). Negative Währungseinflüsse konnten durch Portfolioeffekte weitestgehend ausgeglichen werden. Das Operating EBITDA der Buchgruppe verringerte sich wechselkursbedingt um 2,9 Prozent auf 521 Mio. € (Vj.: 537 Mio. €). Die EBITDA-Marge erreichte mit 15,5 Prozent erneut ein hohes Niveau (Vj.: 16,0 Prozent). In den USA platzierten die Verlage von Penguin Random House im vergangenen Jahr 461 Titel auf den Bestsellerlisten der "New York Times", davon 61 auf Platz eins. Neben "Wonder" von R. J. Palacio waren insbesondere "Origin" von Dan Brown, "Camino Island" und "The Rooster Bar" von John Grisham sowie "Into the Water" von Paula Hawkins erfolgreich. Fast zehn Millionen Mal verkauften sich Kinderbuchklassiker von Dr. Seuss. In Großbritannien verzeichneten die Verlage von Penguin Random House UK Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr. Sie stellten 43 Prozent aller Top-10-Titel auf den wöchentlichen Bestsellerlisten der "Sunday Times". Zu den meistverkauften Büchern gehörten "5 Ingredients" von Jamie Oliver, "Origin" von Dan Brown und "Diary of a Wimpy Kid: The Getaway" von Jeff Kinney. Auch die Penguin Random House Grupo Editorial steigerte ihren Umsatz getrieben von starken Frontlist- und Backlist-Verkäufen, mit denen die teils rückläufige wirtschaftliche Entwicklung in mehreren lateinamerikanischen Ländern überkompensiert werden konnte. Der Erwerb von Ediciones B im Juli stärkte die Position von Penguin Random House Grupo Editorial als größter Publikumsverlag in Lateinamerika und vergrößerte außerdem ihren Marktanteil in Spanien. Die meistverkauften Titel 2017 waren "Una Columna de Fuego" von Ken Follett und "Más allá del invierno" von Isabel Allende. In Deutschland behauptete die Verlagsgruppe Random House ihre marktführende Stellung trotz branchenweiter Auswirkungen der sinkenden Kundenfrequenz im Buchhandel. Die Verlagsgruppe platzierte 401 Titel auf den "Spiegel"-Bestsellerlisten, 22 davon auf Platz eins. "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde wurde das meistverkaufte Buch in Deutschland 2017. Autoren von Penguin Random House wurden mit einer Vielzahl von großen Literaturpreisen geehrt. Kazuo Ishiguro, der bei Penguin Random House verlegt wird, erhielt den Nobelpreis für Literatur. Autoren der Verlagsgruppe wurden außerdem mit vier Pulitzer-Preisen, zwei Man Booker Awards und einem U.S. National Book Award ausgezeichnet. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Gruner + JahrGruner + Jahr erzielte ein deutlich gestiegenes operatives Ergebnis, für das vor allem das wachsende Deutschland-Geschäft verantwortlich war. Der Umsatz ging aufgrund von Portfoliomaßnahmen um 4,2 Prozent auf 1,5 Mrd. € (Vj.: 1,6 Mrd. €) zurück. Bemerkbar machten sich hier die Verkäufe der Verlagsaktivitäten in Spanien und Österreich. Die wachsenden Digitalerlöse und das Neugeschäft, darunter auch neue Magazine, wirkten sich hingegen positiv auf das Ergebnis aus. Das Operating EBITDA verbesserte sich um 6,2 Prozent auf 145 Mio. € (Vj.: 137 Mio. €). Damit stieg auch die EBITDA-Marge auf 9,6 Prozent (Vj.: 8,7 Prozent). In Deutschland wuchs G+J sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis. Die im Marktvergleich geringen Rückgänge im Printanzeigengeschäft konnten durch stark wachsende Digitalerlöse ausgeglichen werden. Das deutsche Vertriebsgeschäft legte in Summe ebenfalls zu. Das stark wachsende Digitalgeschäft trug maßgeblich zum guten Geschäftsverlauf in Deutschland bei. Der digitale Anteil am Gesamtumsatz im deutschen Kernmarkt kletterte damit auf mehr als ein Viertel. Ein hohes Wachstum verzeichnete die im Jahr 2016 gegründete Vermarktungsplattform AppLike. Die erfolgreichsten G+J-Onlineangebote, wie die der Community "Chefkoch" sowie der journalistischen Flaggschiffe "Stern", "Gala" und "Brigitte", erzielten jeweils Rekordreichweiten und -umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017. Wie in den vergangenen Jahren gab es auch im Jahr 2017 verschiedene Magazinneugründungen, beispielsweise die Launches von "Ideat", "Hygge" und "Cord". Ebenfalls positiv wirkten sich die Aktivitäten der von der RTL-Tochter IP Deutschland und der G+J eMS gemeinsam gebildeten Ad Alliance aus. Unter dem gemeinsam gebildeten Dach entstehen gattungsübergreifende Werbekonzepte. Hier kam im vergangenen Jahr der "Spiegel" hinzu. Die Content-Communication-Agentur Territory verzeichnete einen positiven Geschäftsverlauf und die DDV Mediengruppe ein stabiles Geschäftsjahr in Umsatz und Ergebnis. Das Geschäft von G+J Frankreich war von moderaten Rückgängen im Umsatz gekennzeichnet. Das Ergebnis ging stark zurück. Insbesondere das Printanzeigengeschäft sowie einzelne digitale Geschäfte standen unter Druck, darunter etwa der digitale Videovermarkter Advideum. Die journalistischen Digitalangebote der klassischen Magazinmarken wie "Voici", "Gala" und "Femme actuelle" legten in Reichweite und Umsatz deutlich zu, was vor allem auf wachsende Erlöse im Mobile- und Videosegment zurückgeht. In Summe lagen die Digitalerlöse damit über dem Vorjahresniveau. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
BMGDie Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete 2017 deutliches Wachstum im Verlags- und Tonträgergeschäft, weitete ihre Geschäftstätigkeit auf audiovisuelle Inhalte aus und setzte zugleich ihre internationale Expansion fort. BMG profitierte vom Erwerb der Country-Label-Gruppe BBR Music Group, von prominenten Künstler-Signings und Charterfolgen sowie einem fortgesetzten Aufschwung in der Tonträgerindustrie, der von Streaming und neuen, aufstrebenden Märkten getrieben wird. Der Umsatz von BMG legte um 21,8 Prozent auf 507 Mio. € (Vj.: 416 Mio. €) zu. Dahinter stehen höhere Erlöse in allen Marktsegmenten und Regionen durch organisches Wachstum und Zukäufe, insbesondere im Tonträgergeschäft sowie im britischen, US-amerikanischen und australischen Verlagsgeschäft. Auch das Operating EBITDA erhöhte sich durch organisches und akquisitorisches Wachstum; es stieg um 9,5 Prozent auf 104 Mio. € (Vj.: 95 Mio. €). Die Entwicklung war getragen durch das Tonträgergeschäft in den USA sowie durch das Verlagsgeschäft in Großbritannien und in den USA. Die EBITDA-Marge lag bei 20,5 Prozent (Vj.: 22,8 Prozent). BMG erweiterte sein Portfolio durch eine Reihe von Akquisitionen und Katalogzukäufen. Im Januar erwarb das Unternehmen die BBR Music Group, zu der die Country-Music-Labels Broken Bow Records, Stoney Creek Records und Wheelhouse Records sowie der Musikverlag Magic Mustang Music gehören. Der Abschluss sichert BMG eine relevante Position in der Country-Metropole Nashville und damit im lukrativen Country-Music-Markt. Im September vertraute Chrissie Hynde, Gründerin und Stimme der britischen Rockband The Pretenders, ihren Songkatalog BMG an. Auf der Tonträgerseite kamen u. a. Nickelback, Morrissey, Avril Lavigne, Fergie, Kylie Minogue und der Rapper Kontra K neu zu BMG. Der weitere Ausbau des Tonträgergeschäfts ging mit einer starken Präsenz im Publishing-Bereich einher; so zeichneten BMG-Songwriter im Sommer 2017 13 Wochen in Folge für die jeweiligen Top 3 der Billboard Hot 100 verantwortlich. Das Unternehmen stärkte seine internationale Präsenz mit der Erweiterung seines Geschäftszweigs in Kanada und einem Ausbau der Aktivitäten in China. BMG ging dort eine innovative Partnerschaft mit dem mobilen Social Network Momo ein, um chinesische Talente mithilfe von BMG-Songwritern weiterzuentwickeln. Das Verwertungsangebot für Künstler wurde zum Jahresende mit einem Einstieg in das Film- und Fernsehgeschäft ausgeweitet. Als erste größere Produktion wurde eine Dokumentation über Joan Jett zur Premiere beim Sundance Film Festival ausgewählt. Außerdem wurden die Production-Music-Geschäfte vom BMG in einer neuen internationalen Unternehmenseinheit gebündelt. Sie kommissioniert und vermarktet die Rechte an Musikstücken speziell für Film, Radio, Internet, Videospiele und Werbung. BMG ging im Berichtsjahr Verwertungspartnerschaften mit mehreren großen Entertainmentanbietern ein. So verwaltet das Unternehmen künftig die Musikverlagsrechte der zur RTL Group gehörenden Produktionsgruppe Fremantle Media, des Streaming-Anbieters Netflix sowie der von Hollywood-Legende Steven Spielberg gegründeten Produktionsfirma Amblin Partners. BMG entwickelte darüber hinaus die mobile Applikation myBMG, die Künstlern und Songwritern überall und fortlaufend einen Überblick über den Stand ihrer Honorareinkünfte gibt. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
ArvatoArvato verzeichnete im Berichtsjahr 2017 eine stabile Umsatzentwicklung und einen Rückgang beim operativen Ergebnis. Der Umsatz von Arvato stieg um 1,6 Prozent auf 3,8 Mrd. € (Vj.: 3,8 Mrd. €). Insbesondere aufgrund von Herausforderungen in einzelnen Märkten und Branchen sowie hoher Anlaufkosten für Neugeschäfte sank das Operating EBITDA im Berichtszeitraum um 10,0 Prozent auf 320 Mio. € (Vj.: 356 Mio. €). Die EBITDA-Marge erreichte 8,4 Prozent nach 9,5 Prozent im Vorjahr. Im Juli 2017 haben der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe und Bertelsmann-Finanzvorstand Bernd Hirsch die Bereichsleitung von Arvato übernommen. Der Umsatz der Solution Group Arvato CRM Solutions wuchs im Geschäftsjahr leicht, das Ergebnis entwickelte sich allerdings rückläufig. Wesentliche Gründe waren der Rückgang des Geschäftsvolumens innerhalb der Telekommunikationsbranche, Anlaufkosten für Neukunden und der Ausbau des Geschäfts mit international tätigen Unternehmen aus der IT/Hightech-Branche. Das internationale Netzwerk wurde durch die Eröffnung neuer Standorte, unter anderem auf den Philippinen und im Senegal, erweitert. Arvato SCM Solutions baute sein weltweites Logistiknetzwerk im abgelaufenen Geschäftsjahr massiv aus und trug damit der guten Auftragslage Rechnung. In Deutschland, den USA, Frankreich, Österreich und Polen wurden neue Distributionszentren in Betrieb genommen und zudem einige bestehende Standorte, unter anderem in den Niederlanden und Deutschland, erweitert. Darüber hinaus baute die Solution Group ihre Dienstleistungsgeschäfte vor allem in den Kernbranchen E-Commerce Fashion & Beauty und Healthcare aus und stärkte durch die Übernahme der USA-Auslieferung eines Hightech-Großkunden das Nordamerika-Geschäft signifikant. Die Anlaufkosten für diese neuen Geschäftsaktivitäten belasteten die Ergebnisentwicklung. Die Finanzdienstleistungsgeschäfte von Arvato Financial Solutions entwickelten sich sowohl in Bezug auf den Umsatz als auch in Bezug auf das Ergebnis positiv. Der erneut sehr gute Geschäftsverlauf wurde vor allem durch das weiterhin stabil wachsende Geschäft im Kernmarkt Deutschland getragen. Um das Dienstleistungsportfolio im innovativen Fintech-Bereich auszubauen, startete Arvato Financial Solutions eine Zusammenarbeit mit der Solaris Bank. Zudem wurden die Anteile an dem brasilianischen Finanzdienstleistungsunternehmen Intervalor von 41,5 Prozent auf 81,5 Prozent aufgestockt. Die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen von Arvato Systems war auch 2017 konstant hoch. Um diese Nachfrage nachhaltig befriedigen zu können, wurde unter anderem ein Nearshore-Standort in Riga eröffnet. Zudem wurden der Ausbau der Geschäftsaktivitäten im Bereich Healthcare-IT erfolgreich vorangetrieben und weitere Investitionen in Zukunftsfelder wie z.B. Lösungen für den Smart-Energy-Markt und Cloud-Dienstleistungen getätigt. Insbesondere die Projektkosten für den Ausbau der Cloud-Fähigkeiten wirkten sich belastend auf die Ergebnisentwicklung aus. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Bertelsmann Printing GroupDie Bertelsmann Printing Group verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 einen leichten Rückgang im Umsatz auf 1,7 Mrd. € (Vj.: 1,7 Mrd. €, -1,6 Prozent) sowie beim Operating EBITDA, das leicht um 2,3 Prozent auf 118 Mio. € (Vj.: 121 Mio. €) zurückging. Grund für diese Veränderungen ist der unverändert rückläufige Druckmarkt. Die EBITDA-Marge der Gruppe ist mit 7,0 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres von 7,1 Prozent. Die Offsetdruckgeschäfte der Bertelsmann Printing Group sind im Geschäftsjahr 2017 auf gutem Ergebnisniveau leicht gewachsen. Mohn Media verlängerte im Jahresverlauf wichtige Kundenverträge unter anderem im Handelssegment. Das auf Printlösungen für Buchverlage ausgerichtete Unternehmen GGP Media behauptete sich in einem kompetitiven Marktumfeld ebenso wie die auf Zeitschriften und Kataloge im kleinen bis mittleren Auflagenbereich spezialisierte BPG-Tochter Vogel Druck. Die in der Prinovis-Gruppe gebündelten Tiefdruckaktivitäten entwickelten sich aufgrund schwieriger Marktbedingungen insgesamt leicht rückläufig. In Großbritannien konnte das Geschäft mit den 2016 gewonnenen großen Kunden weiter ausgebaut werden. Die deutschen Prinovis-Standorte litten unter anhaltenden Mengenrückgängen, insbesondere im Zeitschriftensegment. Dieser rückläufigen Entwicklung wurde mit einem umfassenden Effizienz- und Kostensenkungsprogramm, das im Jahresverlauf an den drei deutschen Standorten abgeschlossen wurde, entgegengewirkt. Die US-amerikanischen Druckereien der Bertelsmann Printing Group standen im Geschäftssegment Buchdruck in intensivem Wettbewerb. Deutliche Rückgänge in der Taschenbuchproduktion wurden durch eine Ausweitung des Geschäfts außerhalb des Verlagswesens zumindest teilweise ausgeglichen. Beim operativen Ergebnis lagen die US-Druckereien unter Vorjahresniveau. Die Umsätze von Sonopress stiegen trotz schwieriger Marktbedingungen in Mexiko leicht an. Am Stammsitz in Gütersloh konnten Produktionsmengen, Umsatz und Ergebnis gegen den allgemeinen Markttrend erneut gesteigert werden. Diese Entwicklung ist unter anderem auf Vertriebserfolge, auch infolge einer weiteren Wettbewerbskonsolidierung in Europa, zurückzuführen. Zudem baute Sonopress im Berichtsjahr die Produktion von UHD-Blu-Ray-Discs weiter aus. Mit den der Bertelsmann Printing Group seit Januar 2017 zugeordneten drucknahen Marketingdienstleistungsgeschäften werden kanalübergreifende Kommunikationsleistungen, insbesondere für das Handelssegment, angeboten. Diese Geschäfte entwickelten sich insgesamt stabil; unter anderem durch den Ausbau digitaler Direktmarketing-Lösungen sowie durch die Verlängerung wichtiger Kundenverträge. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Bertelsmann Education GroupDie in der Bertelsmann Education Group gebündelten Bildungsaktivitäten mit ihrem Fokus auf die Sektoren E-Learning (Gesundheit und Technologie) sowie Bildungsdienstleistungen verzeichneten im Berichtszeitraum in Summe sowohl Umsatz- als auch Ergebniswachstum. Der Umsatz der von Bertelsmann vollkonsolidierten Geschäfte erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr signifikant um 32,6 Prozent auf 189 Mio. € (Vj.: 142 Mio. €). Das Operating EBITDA verbesserte sich insbesondere aufgrund der erfolgreichen Geschäftsentwicklung beim Online-Bildungsanbieter Relias sowie verringerter Anlaufverluste und Transformationskosten in anderen Geschäften auf 3 Mio. € (Vj.: -17 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug 1,8 Prozent (Vj.: -11,6 Prozent). Relias, das derzeit umsatz- und ertragsstärkste Unternehmen der Bertelsmann Education Group, setzte im Berichtszeitraum seinen Expansionskurs fort und wuchs sowohl organisch als auch akquisitorisch. Das Unternehmen vergrößerte seine Kundenbasis auf mehr als 6.500 Institutionen, deren Mitarbeiter 2017 rund 32,8 Mio. Onlinekurse absolvierten. Durch die Akquisition des US-Unternehmen Whitecloud baute die Bertelsmann-Tochter ihre Kompetenzen in den Bereichen Analytics sowie Performance-Management weiter aus und erweiterte so die bestehenden Geschäftsfelder. Die Weiterbildungsplattform Udacity entwickelte gemeinsam mit renommierten Partnerunternehmen ihr Lehrangebot weiter und führte mehrere neue Nanodegree-Programme ein, darunter zu Themen wie Deep Learning, Digital Marketing und Softwareentwicklung für Robotik. Die internationalen Aktivitäten wurden weiter ausgebaut; die Zahl der Lernenden in kostenpflichtigen Udacity-Programmen erhöhte sich auf rund 50.000. Bertelsmann ist einer der größten Anteilseigner an Udacity. Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)
Umsatz nach Erlösquellen in Prozent
Umsatzanalyse
Bertelsmann InvestmentsDie vier im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelten Fonds des Konzerns bauten im Geschäftsjahr 2017 ihr globales Netzwerk aus Start-up-Beteiligungen weiter aus. Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) tätigten insgesamt mehr als 40 Neuinvestitionen sowie parallel mehrere Exits, sodass Bertelsmann über seine Corporate-Fonds zum Jahresende über 160 Beteiligungen hielt. Im Fokus standen dabei fondsübergreifend Investitionen in Geschäftsfelder mit hoher Relevanz für den Konzern - beispielsweise digitale Medienangebote, Dienstleistungen im E-Commerce-Bereich, Fintech sowie Bildung. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT dargestellt, das mit 141 Mio. € deutlich den Vorjahreswert von 35 Mio. € übertraf. Gewinne aus Beteiligungsverkäufen leisteten im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. In China tätigte BAI im Berichtszeitraum 29 neue Investments sowie sieben Folgeinvestitionen, darunter die Bike-Sharing-App Mobike und der E-Commerce-Dienstleister SEE. Erstmals gingen innerhalb eines Jahres gleich vier BAI-Beteiligungen an die Börse: die Premium-Lifestyle-Plattform Secoo, das Fintech-Unternehmen Lexin und die Digital-Marketing-Plattform iClick debütierten 2017 an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq, die Automobil-Handelsplattform Yixin Group an der Börse von Hongkong. In Indien stärkte BII seine Aktivitäten im Bildungsmarkt durch eine Beteiligung am Weiterbildungsunternehmen Eruditus Executive Education, das gemeinsam mit globalen Ivy-League-Universitäten Kurse entwickelt. Darüber hinaus tätigte der Fonds sechs Folgeinvestments, unter anderem in das Unternehmen Treebo, einen Marktplatz für Budget-Hotels, sowie das Fintech-Start-up Lendingkart, das in über 900 Städten Onlinekredite an kleine und mittelgroße Unternehmen vermittelt. Gemeinsam mit dem Partner Bozano Investimentos setzte BBI in Brasilien den Aufbau eines Universitätsverbunds mit Schwerpunkt auf Bildung im Gesundheitswesen fort und erhöhte seinen Anteil an Medcel, einem Anbieter von Vorbereitungskursen für Medizinstudenten. BDMI tätigte im Berichtszeitraum elf neue Beteiligungen, darunter in das Videounternehmen Wibbitz und die Charity-Plattform Omaze. Parallel tätigte der Fonds mehrere Folgeinvestitionen, unter anderem in den Next-Generation-Publisher Clique Media. Alle Fonds trugen durch ihre Arbeit dazu bei, innovative und digitale Trends für den Konzern aufzuspüren sowie die Position von Bertelsmann als attraktivem Geschäftspartner weiter zu festigen. Seit 2012 investierten die vier Investmentfonds insgesamt über 600 Mio. € in zukunftsorientierte Unternehmen. Gesamtaussage der Unternehmensleitung zur wirtschaftlichen LageDie Geschäfte von Bertelsmann verzeichneten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 insgesamt eine positive Entwicklung. Der Konzern verbesserte sich bei Umsatz, Operating EBITDA und Konzernergebnis gegenüber dem Vorjahr und übertraf teilweise die zu Jahresbeginn getroffenen Erwartungen. Auch bei der strategischen Transformation hin zu einem wachstumsstärkeren, digitaleren, internationaleren und diversifizierten Konzern erzielte Bertelsmann wesentliche Fortschritte. Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Konzernumsatz leicht um 1,4 Prozent auf 17,2 Mrd. € nach 17,0 Mrd. € im Vorjahr und entsprach damit den getroffenen Einschätzungen (Prognose im Geschäftsbericht 2016: leicht steigender Umsatz). Das organische Umsatzwachstum lag bei 1,7 Prozent. Eine positive Prognoseabweichung ergab sich für das Operating EBITDA, das u. a. aufgrund des Veräußerungsgewinns von Gebäuden in Paris in Höhe von 94 Mio. € mit 2.636 Mio. € (Vj.: 2.568 Mio. €) über dem Vorjahresniveau lag (Prognose im Geschäftsbericht 2016: stabile Entwicklung). Der zur Konzernsteuerung verwendete BVA lag mit 121 Mio. € stark unter dem Vorjahreswert von 147 Mio. € (Prognose im Geschäftsbericht 2016: stark abnehmender BVA). Die erwartete Entwicklung spiegelt den primär investitionsbedingten starken Anstieg des durchschnittlich investierten Kapitals wider, der den positiven Effekt aus einem verbesserten operativen Ergebnis überkompensierte. Im Geschäftsjahr 2017 lag der Fokus des Vorstands unverändert auf den vier strategischen Stoßrichtungen - Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen sowie Expansion in Wachstumsregionen. So wurden die Kerngeschäfte insbesondere durch die Zusammenführung von RTL Radio France und Groupe M6, die Anteilsaufstockung an Penguin Random House auf 75 Prozent sowie die weitere Fokussierung von Gruner + Jahr auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich gestärkt. Die digitale Transformation wurde unter anderem durch die vollständige Übernahme von SpotX und starkes Wachstum im Bereich Onlinevideo bei der RTL Group vorangetrieben. Der Ausbau der Wachstumsplattform BMG umfasste den Erwerb des Unternehmens BBR Music Group sowie weitere Investitionen und Vertragsnahmen von Künstlern. Im Bildungsbereich baute Relias sein Geschäft organisch und durch die Akquisition von WhiteCloud Analytics weiter aus. In den Wachstumsregionen wurden weitere Neu- und Folgeinvestitionen getätigt. Die Finanz- und Vermögenslage ist trotz der erhöhten Verschuldung nach wie vor solide. Trotz der Finanzierung der Anteilsaufstockung an Penguin Random House lag der Leverage Factor im Berichtszeitraum mit 2,5 auf dem Niveau des Vorjahres. Die ausgewiesenen liquiden Mittel zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 1,4 Mrd. € (31. Dezember 2016: 1,4 Mrd. €) stellen eine ausreichende Liquidität dar. Die Ratingagenturen Moody's und S&P stuften die Kreditwürdigkeit von Bertelsmann unverändert mit Baa1 bzw. BBB+ und einem stabilen Ausblick ein. Insgesamt hat Bertelsmann das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich beendet und ist finanziell solide aufgestellt. Alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures)Zur Erläuterung der Ertragslage bzw. der Finanz- und Vermögenslage werden im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht ergänzend die folgenden Alternativen Leistungskennzahlen verwendet, die nicht nach IFRS definiert sind. Diese sollten nicht isoliert, sondern als vervollständigende Information zur Beurteilung der Geschäftslage von Bertelsmann betrachtet werden und unterscheiden sich wie das wertorientierte Steuerungssystem u. a. in Steuerungskennzahlen im engeren von jenen im weiteren Sinne. Das organische Wachstum ergibt sich, indem das ausgewiesene Umsatzwachstum um den Einfluss von Wechselkurseffekten sowie Unternehmenserwerben und -veräußerungen bereinigt wird. Bei den Wechselkurseffekten wird die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Zu den sonstigen Effekten zählen bspw. Methodenänderungen. Organisches Umsatzwachstum
Operating EBITDA
Operating EBITDADas Operating EBITDA ist als das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen festgelegt und um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigungen um Sondereinflüsse dienen der Ermittlung eines nachhaltigen unter normalen wirtschaftlichen Gegebenheiten wiederholbaren operativen Ergebnisses, das nicht durch Sondersachverhalte oder strukturelle Verwerfungen beeinflusst wird. Zu den Sondereinflüssen zählen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Neubewertungen, Restrukturierungsaufwendungen und/oder das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen. Hiermit eignet sich das Operating EBITDA als aussagekräftige Steuerungsgröße. Veräußerungseffekte aus strategischen Immobilientransaktionen zählen nicht zu den Sondereinflüssen. BVADer BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Diese Form der Wertorientierung findet sowohl in der strategischen Investitions- und Portfolioplanung als auch in der operativen Geschäftssteuerung ihren Ausdruck und bildet zusammen mit qualitativen Kriterien die Grundlage für die Bemessung des variablen Anteils der Managementvergütung. Der BVA berechnet sich aus der Differenz von Net Operating Profit After Tax (NOPAT) und Kapitalkosten. Ausgangsbasis zur Berechnung des NOPAT ist das Operating EBITDA. Unter Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind, sowie pauschalisierter Steuern von 33 Prozent ergibt sich das für die BVA-Berechnung zugrunde gelegte NOPAT. Die Kapitalkosten entsprechen dem Produkt aus BVA
Cash Conversion Rate
Kapitalkostensatz und durchschnittlich investiertem Kapital. Der Kapitalkostensatz beträgt einheitlich 8 Prozent nach Steuern. Das durchschnittlich investierte Kapital ergibt sich quartalsweise aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden 66 Prozent des Nettobarwerts der Operating Leases zuzüglich der sonstigen Verpflichtungen aus technischen Übertragungseinrichtungen bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Die Ermittlung des BVA wird ab dem Geschäftsjahr 2018 ohne Berücksichtigung des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments erfolgen. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT dargestellt, sodass sich methodisch kein NOPAT-Beitrag dieses Unternehmensbereiches ergibt. Aus Konsistenzgründen wird das auf den Unternehmensbereich Bertelsmann Investments entfallende investierte Kapital daher korrigiert, seine Kapitalkosten werden mithin neutralisiert. Cash Conversion RateAls Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die aus dem Verhältnis von Operating Free Cash Flow zu Operating EBIT ermittelt wird. Die Ermittlung des Operating Free Cash Flow setzt auf dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung auf, wobei die Effekte aus gezahlten Ertragsteuern und der Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit neutralisiert werden. Der Operating Free Cash Flow ist des Weiteren um Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen vermindert, ggfs. erhöht um Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögensgegenstände. Weitere Bereinigungen erfolgen, um einer periodengerechten Zuordnung der Kapitalflüsse gerecht zu werden und um den Einfluss von aus Sondereinflüssen resultierenden Zahlungsströmen auf den Operating Free Cashflow methodisch konsistent zum Operating EBITDA zu neutralisieren. Die weiteren Bereinigungen im Geschäftsjahr 2017 umfassten überwiegend Zahlungseffekte aus Restrukturierungsmaßnahmen. Ausgehend vom Operating EBITDA ergibt sich das Operating EBIT durch den Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind. Angestrebt wird im langjährigen Mittel eine Cash Conversion Rate zwischen 90 und 100 Prozent. Wirtschaftliche Schulden
Leverage Factor
Wirtschaftliche SchuldenAusgehend von den Bruttofinanzschulden, die sich aus den Bilanzpositionen kurzfristige und langfristige Finanzschulden zusammensetzen, und gemindert um die liquiden Mittel, ergeben sich die Nettofinanzschulden. Die Wirtschaftlichen Schulden sind definiert als Nettofinanzschulden abzüglich des 50-prozentigen Anteils des Nominalkapitals der Hybridanleihen, zuzüglich Pensionsrückstellungen, Genusskapital und Nettobarwert der Operating Leases. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichen Schulden werden die Hybridanleihen nur zur Hälfte berücksichtigt, da beide Anleihen von den Ratingagenturen ebenfalls zur Hälfte als Eigenkapital eingestuft werden. Für Berechnungszwecke des Leverage Factor werden die Wirtschaftlichen Schulden modifiziert. Leverage FactorZu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der sich aus dem Verhältnis von Wirtschaftlichen Schulden zum Operating EBITDA ergibt und den definierten Wert von 2,5 nicht überschreiten sollte. Bei der Ermittlung des Verschuldungsgrads werden die Wirtschaftlichen Schulden und das Operating EBITDA modifiziert, um eine der Struktur des Konzerns und seiner verkraftbaren Verschuldung entsprechende finanzielle Steuerung zu ermöglichen. Die Modifikationen betreffen bei den Wirtschaftlichen Schulden überwiegend liquide Mittel, die im Konzern gebunden sind, während die Modifikationen beim Operating EBITDA die Struktur des Konzerns mit seinen Mitgesellschafteranteilen adressieren. Der ermittelte Leverage Factor ist somit stets konservativer, als er sich bei Verwendung der rein bilanziellen Positionen ergeben würde. NachtragsberichtAm 16. Januar 2018 wurde Thomas Buberl mit sofortiger Wirkung neu in den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA berufen. Ende Januar 2018 gab Bertelsmann bekannt, verschiedene Optionen für die Weiterentwicklung des Bereichs Arvato CRM Solutions zu prüfen. Die Optionen schließen Partnerschaften sowie den kompletten oder auch teilweisen Verkauf der CRM-Geschäfte ein. Ausgenommen von dem Prozess ist das Arvato-CRM-Geschäft im französischsprachigen Raum, das auch in Zukunft von Bertelsmann geführt wird. Der Prozess wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Risiko- und ChancenberichtRisikomanagementsystemDas Risikomanagementsystem (RMS) von Bertelsmann dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken. Das Interne Kontrollsystem (IKS) als integraler Bestandteil des RMS überwacht die Wirksamkeit der implementierten Gegenmaßnahmen. Ziel des RMS ist es, materielle Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Darüber hinaus können sich Risiken negativ auf die Erreichung der strategischen, operativen sowie berichterstattungs- und Compliance-relevanten Ziele des Konzerns sowie auf dessen Reputation auswirken. Der Prozess des Risikomanagements erfolgt in Anlehnung an die international anerkannten Rahmenwerke des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Enterprise Risk Management - Integrated Framework bzw. Internal Control - Integrated Framework) und ist in die Teilschritte Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Kommunikation und Überwachung gegliedert. Schwerpunkt der Risikoidentifizierung ist die Risikoinventur, die jährlich die wesentlichen Risiken der Unternehmenstätigkeit vom Profit Center aufwärts ermittelt. Diese werden stufenweise auf Unternehmensbereichs- und Konzernebene zusammengefasst. So ist sichergestellt, dass Risiken am Ort ihrer Wirksamkeit erfasst werden. Zusätzlich erfolgen halbjährlich eine konzernweite Nacherhebung der wesentlichen Risiken sowie quartalsweise eine Berichterstattung mit Negativmeldungen. Durch die Ad-hoc-Berichterstattungspflicht werden unterjährig wesentliche Veränderungen in der Risikoeinschätzung dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Den Risiken werden Steuerungsmaßnahmen und Kontrollaktivitäten gegenübergestellt. Auf diese Weise wird das sogenannte Nettorisiko ermittelt. Der Zeithorizont für die Einschätzung von Risiken beträgt sowohl ein Jahr als auch drei Jahre, um Steuerungsmaßnahmen frühzeitig einleiten zu können. Ausgangspunkt für die Ermittlung der wesentlichen Konzernrisiken ist analog der mittelfristigen Unternehmensplanung der Dreijahreszeitraum. Dabei ergibt sich die Bewertung eines Risikos als Produkt aus geschätzter negativer Auswirkung auf den Free Cashflow des Konzerns bei Eintritt des Risikos und geschätzter Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Risikoüberwachung durch das Management erfolgt fortlaufend. Das RMS sowie das IKS als Teil des RMS werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind in die laufende Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann eingebunden. Um die Erfüllung gesetzlicher und interner Anforderungen sicherzustellen, finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen der Corporate und Divisional Risk Management Committees statt. Der Konzernabschlussprüfer prüft das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG auf seine Eignung, Entwicklungen, die den Fortbestand der Bertelsmann SE & Co. KGaA gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, und berichtet die Ergebnisse an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Konzernrevision führt fortlaufend Prüfungen der Angemessenheit und der Funktionsfähigkeit des RMS in allen Unternehmensbereichen außer der RTL Group durch. Das RMS der RTL Group wird durch die eigene interne Revision sowie den externen Abschlussprüfer beurteilt. Aufgedeckte Mängel werden zeitnah durch geeignete Maßnahmen beseitigt. Der Bertelsmann-Vorstand hat Umfang und Ausrichtung des RMS anhand der unternehmensspezifischen Gegebenheiten ausgestaltet. Dennoch kann selbst ein angemessen eingerichtetes und funktionsfähiges RMS keine absolute Sicherheit für die Identifikation und Steuerung von Risiken gewährleisten. Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und Internes KontrollsystemDie Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind zum einen die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung gemäß der geltenden Gesetzeslage sowie eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen. Zum anderen soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bertelsmann vermitteln. Die nachstehenden Aussagen gelten für den Konzernabschluss (einschließlich Konzernanhang und zusammengefassten Lageberichts) inklusive der Zwischenberichterstattungen wie auch für das interne Management Reporting. Das IKS für den Rechnungslegungsprozess besteht aus folgenden Teilbereichen: Die konzerninternen Regeln zur Abschlusserstellung und Bilanzierung (z. B. IFRS-Handbuch, Richtlinien, Rundschreiben) werden allen eingebundenen Mitarbeitern zeitnah zur Verfügung gestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt in einem konzernweit einheitlichen Berichterstattungssystem. Durch umfangreiche automatische Systemkontrollen wird die Datenkonsistenz der Abschlüsse sichergestellt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems erfolgt durch einen dokumentierten Änderungsprozess. Systemseitige Abstimmprozesse von konzerninternen Geschäftsvorfällen dienen zur Vorbereitung der entsprechenden Konsolidierungsschritte. Sachverhalte, die zu wesentlichen Fehlaussagen im Konzernabschluss führen können, werden jeweils zentral von Mitarbeitern der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern) überwacht sowie gegebenenfalls unter Hinzunahme externer Experten verifiziert. Zentrale Ansprechpartner der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Unternehmensbereiche stehen zudem in kontinuierlichem Kontakt mit den Tochterfirmen vor Ort, um die IFRS-konforme Bilanzierung sowie die Einhaltung von Berichtsfristen und -pflichten sicherzustellen. Abgerundet werden diese präventiven Maßnahmen durch Kontrollen in Form von Analysen durch das Konzernrechnungswesen der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern). Diese Analysen dienen der Aufdeckung verbliebener Inkonsistenzen. In das interne Management Reporting sind zudem die Controlling-Abteilungen der Unternehmensbereiche und des Konzerns eingebunden. Im Rahmen der quartalsweisen Segmentabstimmung erfolgt eine Abstimmung des internen und externen Berichtswesens. Durch die Einführung eines weltweit verbindlichen Kontrollrahmens für die dezentralen Rechnungslegungsprozesse soll zudem ein standardisierter Aufbau des IKS auf Ebene der lokalen Buchhaltungen aller vollkonsolidierten Konzerngesellschaften erreicht werden. Feststellungen der externen Prüfer sowie der Konzernrevision und der internen Revision der RTL Group in Bezug auf die Bilanzierung werden zeitnah mit den betroffenen Unternehmen besprochen und Lösungswege werden erarbeitet. Im Rahmen einer Selbsteinschätzung erfolgt jährlich eine Bestandsaufnahme der Qualität des IKS in den wesentlichen vollkonsolidierten Konzerngesellschaften. Die Ergebnisse werden auf Ebene der Unternehmensbereiche diskutiert. Gleichwohl gilt grundsätzlich auch für jedes IKS, analog zum RMS, dass es keine absolute Sicherheit liefern kann, wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung zu vermeiden oder aufzudecken. Die Konzernrevision sowie die interne Revision der RTL Group beurteilen die rechnungslegungsrelevanten Prozesse im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit. Darüber hinaus berichtet der Konzernabschlussprüfer im Rahmen seiner Abschlussprüfung dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA über im Rahmen der Prüfung gegebenenfalls erkannte wesentliche Schwächen des rechnungslegungsbezogenen IKS und die Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem. Wesentliche KonzernrisikenBertelsmann ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Die für Bertelsmann wesentlichen Risiken, die im Rahmen der Risikoberichterstattung identifiziert wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle ihrem Rang nach aufgelistet. Entsprechend der Höhe des möglichen Mittelabflusses werden die Risiken im Sinne der Risikotragfähigkeit als gering, moderat, signifikant, erheblich oder bestandsgefährdend klassifiziert. Im Rahmen der abgelaufenen Risikoinventur wurden keine Risiken, die als erheblich oder bestandsgefährdend einzustufen wären, identifiziert. Übersicht wesentlicher Konzernrisiken
Risikoklassifizierung (möglicher Mittelabfluss im Dreijahreszeitraum): gering: < 50 Mio. €, moderat: < 100 Mio. €, signifikant: < 250 Mio. €, erheblich: < 500 Mio. €, bestandsgefährdend: > 500 Mio. € Aufgrund der Heterogenität der Konzerngeschäfte und der damit verbundenen unterschiedlichen Risiken, denen die einzelnen Unternehmensbereiche ausgesetzt sind, werden im Folgenden die identifizierten wesentlichen strategischen und operativen Konzernrisiken konkretisiert. Als übergeordnete Risiken wurden Risiken aus Akquisitionen sowie Risiken der Informationssicherheit identifiziert und separat beschrieben. Im Anschluss erfolgt eine Erläuterung der rechtlichen und regulatorischen Risiken sowie der Finanzmarktrisiken. Diese Risiken werden über die Konzernfunktionen im Wesentlichen zentral gesteuert. Strategische und operative RisikenDas Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2017 spürbar beschleunigt. Auch für das Jahr 2018 wird damit gerechnet, dass sich das Wachstumsniveau fortsetzt. Dennoch bleibt die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann mit Risiken behaftet. Insbesondere die unklaren Bedingungen des Austritts von Großbritannien aus der EU und die damit verbundene Unsicherheit könnten sich negativ auf das makroökonomische Umfeld von Bertelsmann auswirken und so das Risiko aus konjunkturellen Entwicklungen erhöhen. Bertelsmann beobachtet seit der Brexit-Entscheidung kontinuierlich den Austrittsprozess, um etwaige Risiken frühzeitig zu erkennen. Es wurde u. a. eine konzernweite "Brexit Taskforce" gegründet, die die Informationen koordiniert und Maßnahmenpläne entwickelt. Darüber hinaus stellen Preis- und Margenrisiken, Änderungen im Marktumfeld, Kundenrisiken, der Verlust an Zuschauer- und Marktanteilen, Risiken aus Lieferantenbeziehungen sowie Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung kurz- und mittelfristig signifikante Konzernrisiken dar. Deren Entwicklung kann wesentlich beeinflusst werden durch ein verändertes Kundenverhalten infolge der fortschreitenden Digitalisierung, durch die Entwicklung und Einführung von Produkten und Dienstleistungen durch neue oder bestehende Wettbewerber, durch Forderungsausfälle sowie Ausfälle und Beeinträchtigungen entlang der Produktionsstufen der einzelnen Unternehmensbereiche, z. B. im Bereich IT Mitarbeiterbezogene sowie rechtliche und regulatorische Risiken stellen für Bertelsmann moderate Risiken dar, während Finanzmarktrisiken und Risiken aus dem zukünftigen technologischen Wandel im betrachteten Dreijahreszeitraum als gering klassifiziert werden. Zunehmender Wettbewerb und stetiger Wandel, insbesondere im digitalen Umfeld, führen zu einer stärkeren Fragmentierung der Märkte der RTL Group, da die Zuschauer immer mehr Auswahl haben (u. a. durch Onlineplattformen) und gleichzeitig die Markteintrittsbarrieren sinken. Mögliche Risiken für die RTL Group sind rückläufige Zuschauer- und Werbemarktanteile ihrer werbefinanzierten Sender und damit letztlich sinkende Umsatzerlöse. Um diesen Risiken zu begegnen, erfolgt eine kontinuierliche Überarbeitung und Weiterentwicklung der Sender- und Programmstrategie, unter anderem durch den Aufbau aufeinander abgestimmter Senderfamilien sowie eine kontinuierliche Anpassung an internationale Programmtrends. Mit Hilfe verschiedener Investitionen in den rasch wachsenden Onlinevideo-Markt und in Werbetechnologie wirkt die RTL Group den Risiken aus der Digitalisierung entgegen und gestaltet diesen Trend aktiv mit. Ein zunehmender Wettbewerb im Bereich der Programmakquisition und TV-Produktion sowie die zunehmende Abhängigkeit von einzelnen Produktionsfirmen, verbunden mit dem Risiko potenzieller Kostensteigerungen, könnten die Ertragskraft der RTL Group ebenfalls beeinträchtigen. Durch die Ausweitung der Eigenproduktionen am Programmanteil - insbesondere lokale Inhalte - sowie den Abschluss langfristiger Verträge mit wichtigen Inhaltelieferanten wird dieses Risiko gemindert. Ferner hat die konjunkturelle Entwicklung einen unmittelbaren Einfluss auf die TV-Werbemärkte und damit auf die Erlöse der RTL Group. Diesem Risiko wird mit der Erschließung werbeunabhängiger Einnahmequellen, z. B. durch Distributionsumsätze von Plattformbetreibern, begegnet. Zur Verringerung des Risikos von Kundenverlusten wird ein aktives Kundenmanagement betrieben. Ein Risiko für Penguin Random House stellen sinkende E-Book-Umsätze dar, insbesondere ausgelöst durch sinkende Verkaufspreise und Änderungen der Verkaufskonditionen für E-Books. Ein weiteres Risiko sind rückläufige Umsätze mit physischen Büchern, bedingt durch sinkende Verkaufszahlen und steigenden Margendruck im stationären Buchhandel. Penguin Random House begegnet diesen Risiken mit einer differenzierten Preisgestaltung, der Steigerung der Onlineumsätze mit physischen Büchern sowie der fortlaufenden Prüfung alternativer Vermarktungsmöglichkeiten. Ein Forderungsausfallrisiko wird durch ein Debitorenmanagement und teilweise durch Kreditversicherungen begrenzt. Darüber hinaus sieht sich Penguin Random House dem Risiko von Kostensteigerungen ausgesetzt. Weiterhin bestehen Risiken aus einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit, die zu geringeren Verkäufen führen könnte. Das Management begegnet diesen Risiken durch ein aktives Lieferantenmanagement sowie flexible Kostenstrukturen, die eine schnelle Reaktion auf konjunkturelle Schwächephasen ermöglichen. Für Gruner + Jahr stellen, neben der Gefahr einer Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und infolgedessen sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse, lieferantenbezogene Risiken wesentliche Herausforderungen dar. Ein sich änderndes Marktumfeld mit Preisdruck und Umsatzverlusten als Folge einer weiteren Konzentration im Agenturmarkt und aggressiverer Anzeigenkonditionen kann zu sinkenden Margen führen. Weiterhin besteht die Gefahr des Verlustes von Schlüsselkunden, da z. B. Anzeigenkunden verstärkt auf andere, vor allem digitale Medien ausweichen könnten. In Frankreich könnten die laufenden Sanierungsbemühungen für den Vertriebsdienstleister Presstalis zu höheren Kosten für die Verlage führen. Derzeit verhandeln die großen Verlage mit Regierungsvertretern den Umfang ihres Anteils an der Restrukturierung von Presstalis. Begegnet wird den Risiken durch ein aktives Kosten- und Kundenmanagement, die Entwicklung neuer, insbesondere digitaler Angebotsformen sowie Produkt-, Preis- und Qualitätsverbesserungen. Mit Verbandsarbeit wird auf die auf EU-Ebene diskutierten Werbeeinschränkungen (z. B. für Automobilwerbung), die zu sinkenden Anzeigenerlösen führen können, reagiert. BMG betreffende Risiken umfassen primär die Geschäftsstruktur (u. a. Künstler/Autoren und Vertriebspartner), das Unternehmenswachstum (u. a. Akquisitionen, Integrationen) und die Skalierbarkeit des Unternehmens (u. a. technische Plattform und Organisation). Marktseitige Risiken werden durch hohe Umsatzdiversifikation (Klienten/Kataloge, Geschäftssegmente, Regionen) und vertragliche Schutzklauseln (Absicherung der Einspielung von Vorauszahlungen) adressiert. Arvato sieht sich insbesondere Risiken aus Kunden- und Lieferantenbeziehungen ausgesetzt. Dem Verlust von Großkunden wird durch Vertragsgestaltungen mit umfangreichen Leistungsbündeln bei gleichzeitig flexiblen Kostenstrukturen entgegengetreten. Lieferantenseitig bestehen Risiken in der Qualität und Verfügbarkeit von Gütern und Dienstleistungen. Gleiches gilt für Beschaffungs- und Lohnkosten, sofern diese nicht an den Kunden weitergegeben werden können. Gegenmaßnahmen sind ein aktiver Austausch mit bestehenden Lieferanten, der Abschluss von Langzeitrahmenverträgen sowie die Beobachtung des Lieferantenmarktes. Technologische Trends, die sich aus der Digitalisierung und der fortschreitenden Automatisierung ergeben, können bei einzelnen Kundensegmenten das Geschäftsmodell und die Wettbewerbsfähigkeit in Teilen beeinträchtigen. Der Markteintritt neuer Wettbewerber könnte den Wettbewerbsdruck erhöhen und zu geringeren Margen führen. Eine Fortentwicklung des Leistungsportfolios soll die Wettbewerbsposition verbessern und die Kundenbindung durch integrierte Lösungen erhöhen. Eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds könnte zu sinkenden Umsatzerlösen und damit zu geringeren Deckungsbeiträgen führen, was Kostensenkungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen erfordern würde. Risikomindernd wirkt die breite Diversifikation über Regionen und Branchen hinweg. Für die Bertelsmann Printing Group stellen Kundenrisiken das bedeutendste Risiko dar. Preis- und Margendruck resultieren zudem aus einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten sowie bestehenden Konsolidierungstendenzen gekennzeichnet ist. Steigende Rohstoffpreise - insbesondere für Papier -sowie die Qualität der bezogenen Rohstoffe stellen neben der Abhängigkeit von wenigen Lieferanten weitere Risiken auf Lieferantenseite dar. Ferner kann auch die Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds zu Auflagenrückgängen führen. Eine zunehmende Verbreitung digitaler Medien forciert ebenfalls den Auflagenrückgang, insbesondere im Zeitschriftensegment. Risikominimierungsstrategien beruhen insbesondere auf dem Ausbau innovativer Druckdienstleistungen, auf einer ständigen Optimierung der Kostenstrukturen sowie einer permanenten Marktbeobachtung. Für die Bertelsmann Education Group kann der wachsende Wettbewerb mit anderen Onlineanbietern, insbesondere im US-Gesundheitswesen, zu einem steigenden Preis- und Margendruck führen und sich auf die geplanten Wachstumsziele auswirken. Diesen Risiken wird insbesondere durch strategische Partnerschaften sowie Marketingmaßnahmen entgegengetreten. Die wesentlichen Risiken bei Bertelsmann Investments bestehen in fallenden Portfoliobewertungen oder ausbleibenden Exit-Opportunitäten. Durch einen standardisierten Investitionsprozess und eine fortlaufende Überwachung der Investitionen wird diesen Risiken Rechnung getragen. Eine zunehmend schnellere Veränderung der Märkte und damit auch in den Geschäftsbereichen von Bertelsmann verlangt Mitarbeitern in Zukunft mehr Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit ab. Weiterhin bestehen demografische Risiken, die durch Verschiebungen in der Altersstruktur Auswirkungen auf Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Talenten haben. Als Gegenmaßnahmen werden Mitarbeitern individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten, umfangreiche Gesundheitsprogramme, eine wettbewerbsfähige Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Zudem verstärkt Bertelsmann die Rekrutierungsmaßnahmen und erleichtert interne Wechsel durch die Harmonisierung von Prozessen und Strukturen. Risiken aus AkquisitionenDie Konzernstrategie beinhaltet neben organischem Wachstum Akquisitionen von Geschäften. Das Risiko möglicher Fehlentscheidungen bei der Auswahl von Investitionsobjekten und der Allokation von Investitionsmitteln wird durch strikte Investitionskriterien und -prozesse begrenzt. Die Akquisitionen bergen sowohl Chancen als auch Risiken. So erfordert die Integration in den Konzern Einmalaufwendungen, denen in der Regel langfristig Vorteile durch Synergieeffekte gegenüberstehen. Risiken bestehen darin, dass die Integrationskosten höher als erwartet ausfallen oder die Synergien nicht in dem Maße eintreten wie prognostiziert. Die Integrationsprozesse werden daher durch das Management permanent überwacht. Risiken der InformationssicherheitFür ein globales Medienunternehmen wie Bertelsmann ist die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnologie von zentraler Bedeutung und stellt oft einen wettbewerbsdifferenzierenden Faktor dar. Die Fähigkeit, Informationen zeitgerecht, vollständig, fehlerfrei und vertraulich zur Verfügung zu stellen und störungsfrei zu verarbeiten, ist für Bertelsmann erfolgskritisch. Herausforderungen ergeben sich einerseits aus vielfach noch nicht standardisierten internen Prozessen und vergleichsweise fragmentierten IT-Systemlandschaften und andererseits aus externen Gefährdungspotenzialen wie Cyberangriffen, die im Markt- und Wettbewerbsumfeld weiterhin stark zunehmen. Bertelsmann begegnet den verschärften Rahmenbedingungen auf Management-Ebene mit dem 2014 konzernweit eingeführten Information Security Management System (ISMS, basierend auf dem Industriestandard ISO 27001), welches eine regelmäßige und strukturierte Erhebung der Einhaltung der Konzernvorgaben sowie eine systematische Erfassung von Risiken der Informationssicherheit und die Ableitung zugehöriger Mitigationsmaßnahmen beinhaltet. Zudem begegnet Bertelsmann den verschärften Rahmenbedingungen mit konkreten Maßnahmen, welche einen unmittelbaren Effekt auf die IT-Sicherheit haben. Beispielhaft sind die Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung der E-Mail-Sicherheit des Konzerns oder zur Sensibilisierung von Mitarbeitern vor manipulierten E-Mails (sogenanntes E-Mail-Phishing) zu nennen. Ferner sind der Aufbau eines Ökosystems externer Partner, unter anderem, um Zugang zu modernsten Technologien im Bereich Cyber Security zu erlangen, und die Mitgliedschaft in der deutschen Cybersicherheitsorganisation (DCSO) zur Förderung des fachlichen Austausches mit anderen großen deutschen Unternehmen zu nennen. Darüber hinaus wurde eine konzernweite Plattform zur Messung und Vergleichbarmachung des Sicherheitsniveaus aller mit dem Internet verbundenen Systeme weltweit und zur Identifizierung von Sicherheitsvorfällen auf diesen Systemen eingeführt. Rechtliche und regulatorische RisikenBertelsmann ist als weltweit tätiger Konzern einer Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Risiken ausgesetzt, die beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder unterschiedliche Auslegungen steuerlicher Sachverhalte betreffen können. Bertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen die Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen von staatlichen Behörden und Akkreditierungsstellen. Weitere Risiken umfassen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenskäufen und -verkäufen, die sich im Wesentlichen auf unterschiedliche Auslegungen von Vertragsbestandteilen beziehen. Diese Risiken werden durch die entsprechenden Fachbereiche des Konzerns laufend überwacht. Mehrere Tochtergesellschaften der Gruppe werden von dem Sender RTL 2 Fernsehen GmbH & Co KG und seinem Werbezeitenvermarkter El Cartel Media GmbH & Co KG vor dem Landgericht Düsseldorf auf Offenlegung von Informationen zur Begründung eines möglichen Schadensersatzanspruchs verklagt. Die Klage wurde eingereicht, nachdem das Bundeskartellamt im Jahre 2007 eine Geldbuße gegen IP Deutschland GmbH und Seven One Media GmbH verhängt hatte, die den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung bei der Gewährung von Rabatten ("Share Deals") an Mediaagenturen sanktionierte. Das Bundeskartellamt argumentierte, dass diese Rabatte den Werbemarkt für kleine Sender abschotten würden. Im Jahr 2014 entschied das Landgericht Düsseldorf, ein Sachverständigengutachten anzuordnen. Der Sachverständige kam im Februar 2018 zu dem Ergebnis, dass eine positive Schadenswahrscheinlichkeit nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne. Es wird davon ausgegangen, dass das Gericht sein Urteil in der zweiten Jahreshälfte 2018 verkünden wird. Gegen dieses Urteil kann Berufung eingelegt werden. Ähnliche Klagen anderer, kleinerer Fernsehsender bei verschiedenen Gerichten waren erfolglos oder wurden zurückgezogen. Im Juni 2016 wurde Fun Radio von seinen Hauptwettbewerbern vorgeworfen, eine Befragung zur Ermittlung der Zuhörermarktanteile durch das hierfür zuständige Institut "Médiamétrie" zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Ein Moderator der Morning Show soll die Zuhörer dazu aufgerufen haben, in dieser Befragung für Fun Radio abzustimmen. Als Reaktion auf diese Anschuldigungen hat Mediametrie entschieden, die für Fun Radio ermittelten Ergebnisse nicht zu veröffentlichen. Aufgrund einer von Fun Radio hiergegen eingereichten Klage wurde Mediametrie dazu verpflichtet, die Ergebnisse für Fun Radio ab September 2016 wieder zu veröffentlichen. Allerdings hat Mediametrie entschieden, das für Fun Radio tatsächlich ermittelte Ergebnis mit einem Abschlag zu belegen, um eine mögliche Verzerrung der Ergebnisse zu berücksichtigen ("Halo-Effekt"). Nach einem von Fun Radio eingeleiteten Verfahren wurde im Dezember 2017 ein Gerichtssachverständiger bestellt, der die Einschätzung von Mediametrie zum angeblichen "Halo-Effekt" prüfen sollte. Seit September 2017 veröffentlicht Mediametrie wieder die vollständigen Zuhörermarktanteile von Fun Radio. Parallel zu dem oben genannten Verfahren haben die Hauptwettbewerber von Fun Radio im Dezember 2016 auch eine Schadenersatzklage wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. In der Zwischenzeit haben zwei der Kläger ihre Klagen zurückgenommen. Die restlichen Verfahren laufen noch. Ausländische Direktinvestitionen in der Volksrepublik China sind Gegenstand einiger regulatorischer Beschränkungen. Um den lokalen Anforderungen zu genügen, werden einige der Bertelsmann-Aktivitäten in China durch Treuhänder gehalten. Mit diesen Treuhändern bestehen Vereinbarungen zur Sicherung der Rechte von Bertelsmann. Derartige Gestaltungen (sog. "VIE-Strukturen") sind für Investitionen in China marktüblich. Diese Strukturen sind jedoch nur selten Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen in China, sodass ein gewisses Risiko besteht, dass VIE-Strukturen gerichtlich nicht durchgesetzt werden können; insbesondere dann, wenn die Volksrepublik China ihre Politik gegenüber Investitionen von Ausländern (vor allem gegenüber VIE-Strukturen) ändert oder Gerichte oder Behörden ihre Rechtsprechung bzw. Verwaltungspraxis ändern. 2015 wurde das "PRC Foreign Investment Law" vom chinesischen Wirtschaftsministerium überarbeitet und befindet sich in der politischen Abstimmung. Der aktuelle Entwurf sieht vor, Auslandsinvestitionen in China über eine "Negativ-Liste" zu regeln, die die eingeschränkt möglichen und verbotenen Investitionen in bestimmte Industrien aufzählt sowie ein Verbot von VIE-Strukturen enthält. Ein derart hartes Vorgehen ist bislang allerdings nur in seltenen Ausnahmefällen bekannt geworden. Beobachter rechnen dagegen mit Lösungen, die nur geringfügige Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft haben. Dies betrifft Gesellschaften von Fremantle Media, BMG, Arvato und der Bertelsmann Education Group sowie Investitionen von Bertelsmann Asia Investments (BAI). Abgesehen von den oben genannten Sachverhalten sind gegenwärtig keine weiteren für den Konzern wesentlichen rechtlichen und regulatorischen Risiken ersichtlich. FinanzmarktrisikenAls international tätiger Konzern ist Bertelsmann einer Reihe von Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zins- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen durch die Zentrale Finanzabteilung auf Basis einer durch den Bertelsmann-Vorstand festgelegten Richtlinie gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Bertelsmann setzt vornehmlich Währungsderivate zur Absicherung gegen bestehende Wechselkursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen und operativen Verpflichtungen ein. Bei einigen festen Abnahmeverpflichtungen in Fremdwährung erfolgt bei Vertragsabschluss eine Teilsicherung, die fortlaufend angepasst wird. Eine Reihe von Tochtergesellschaften ist außerhalb des Euro-Währungsraums angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken auf den Leverage Factor erfolgt auf Basis des Verhältnisses von Wirtschaftlichen Schulden zu Operating EBITDA (Leverage Factor). Hierbei orientiert sich Bertelsmann langfristig an der für den Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. Translationsrisiken aus Nettoinvestitionen in ausländische Gesellschaften werden nicht abgesichert. Im Rahmen des Zinsmanagements wird das Cashflow-Risiko aus Zinsänderungen zentral überwacht und gesteuert. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Zinsbindungen durch die Wahl entsprechender Fristigkeiten bei den originären liquiditätswirksamen Finanzaktiva/-passiva und fortlaufend durch den Einsatz von Zinsderivaten erzielt. Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig auf Basis der Planungsrechnung überwacht. Die syndizierte Kreditlinie und eine angemessene Liquiditätsvorsorge bilden einen ausreichenden Risikopuffer für ungeplante Auszahlungen. Kontrahentenrisiken bestehen im Konzern bei angelegten liquiden Mitteln sowie in Höhe der positiven Marktwerte aus bestehenden Derivaten und werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken mit einwandfreier Bonität abgeschlossen. Im Rahmen der Richtlinien wurde für Finanzanlagen und Derivate für jeden Kontrahenten ein vom Bertelsmann-Vorstand vorgegebenes Risikolimit vergeben. Die Einhaltung der Limits wird regelmäßig von der Zentralen Finanzabteilung überwacht. Die Richtlinien zur Anlage liquider Mittel werden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf erweitert. Geldanlagen erfolgen kurzfristig, um das Anlagevolumen im Falle einer veränderten Bonitätseinschätzung reduzieren zu können. Insgesamt werden die Finanzmarktrisiken als gering eingeschätzt. Gesamtaussage zur RisikolageDie im Geschäftsjahr 2017 identifizierten Risiken haben keinen bestandsgefährdenden Charakter. Ebenso sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Konzerns zukünftig gefährden könnten. Die Gesamtrisikoposition befindet sich leicht über Vorjahresniveau. Die größten Konzernrisiken sind im Vergleich zum Vorjahr ihrer Art nach unverändert. Insbesondere Preis- und Margenrisiken, ein sich änderndes Marktumfeld sowie Risiken im Zusammenhang mit Kunden- und Lieferantenbeziehungen und eine volatile konjunkturelle Entwicklung stellen nach wie vor die wesentlichen Herausforderungen dar. Allerdings bestehen aufgrund der Diversifikation des Konzerns weder auf der Beschaffungs- noch auf der Absatzseite Klumpenrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern oder Produkten. Die finanzielle Ausstattung des Konzerns ist solide, der Bedarf an liquiden Mitteln ist durch vorhandene Liquidität und freie Kreditlinien gedeckt. ChancenmanagementsystemEin effizientes Chancenmanagementsystem ermöglicht Bertelsmann, den unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern und Potenziale optimal auszuschöpfen. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem ist, wie auch das Risikomanagementsystem, ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Im Strategie- und Planungsprozess werden die wesentlichen Chancen jährlich vom Profit Center aufwärts ermittelt und anschließend stufenweise auf Divisions- und Konzernebene zusammengefasst. Durch die systematische Erhebung auf mehreren Berichtsebenen können entstehende Chancen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Darüber hinaus wird eine bereichsübergreifende Übersicht über die aktuellen Chancen von Bertelsmann geschaffen. Eine halbjährliche Nacherfassung maßgeblicher Änderungen der Chancen erfolgt auf Ebene der Unternehmensbereiche. Zudem wird das vorwiegend dezentrale Chancenmanagement durch zentrale Stellen im Konzern koordiniert, um Synergien durch zielgerichtete Kooperationen der einzelnen Bereiche zu heben. Der bereichsübergreifende Erfahrungsaustausch wird in regelmäßigen Treffen des GMC weiter gestärkt. ChancenEinerseits können den beschriebenen Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen, und andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale zu nutzen. Aus dieser Verknüpfung mit den wesentlichen Konzernrisiken ergeben sich für Bertelsmann strategische und operative, rechtliche und regulatorische sowie finanzwirtschaftliche Chancen. Strategische Chancen können vorrangig aus den vier strategischen Stoßrichtungen des Konzerns abgeleitet werden. Die Stärkung der Kerngeschäfte, die digitale Transformation, der Aufbau von Wachstumsplattformen sowie die Expansion in Wachstumsregionen umfassen die wichtigsten langfristigen Wachstumschancen für Bertelsmann (siehe Abschnitt "Strategie"). Insbesondere durch die strategischen Portfolioerweiterungen entstehen teilweise Chancen zur Nutzung von Synergien. Neben der Möglichkeit einer günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestehen in den einzelnen Unternehmensbereichen individuelle operative Chancen. Wesentliche Chancen für die RTL Group sind eine bessere Entwicklung der TV-Werbemärkte als erwartet sowie höhere Zuschauer- und Werbemarktanteile. Darüber hinaus schaffen die zunehmende Digitalisierung und Fragmentierung der Medienlandschaft neue Möglichkeiten. Professionell produzierte Inhalte können auf unterschiedlichen Plattformen national sowie international verbreitet werden. Durch die Verwertung bestehender TV-Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen sowie die Entwicklung eigener digitaler Inhalte könnten neue Ertragsströme generiert werden. Ebenso könnte die RTL Group mit einer verstärkten Präsenz im digitalen Bereich den Absatz von Onlinevideo-Werbung auf allen Geräten und TV-Plattformen steigern und Bezahlmodelle im On-Demand-Geschäft aufbauen. Auf diese Weise könnten durch das Angebot neuer interaktiver oder gezielt einsetzbarer Werbeformen (HbbTV, IPTV oder mobiles Fernsehen) neue Werbeumsätze erschlossen werden. Als etablierter Inhalteproduzent mit globaler Präsenz könnte die RTL Group ihre digitale Verbreitung durch Multichannel-Netzwerke und digitale Streamingplattformen weiter ausbauen. Penguin Random House ist die weltweit größte Publikumsverlagsgruppe. Dank dieser Position kann die Verlagsgruppe weiter neue Autoren und Buchprojekte gewinnen, um ihren Marktanteil zu steigern, und gleichzeitig in neu entstehende und mehrsprachige Märkte investieren, in denen die Verlagsgruppe sich die steigende Nachfrage nach Büchern zunutze machen und ihre Produkte einer möglichst großen Leserschaft anbieten kann. Generell bietet die digitale Transformation der Buchmärkte Chancen für die Entwicklung neuer Produkte und den Aufbau effizienterer Vermarktungswege. Die Erweiterung vorhandener Produktangebote könnten Bücher für ein breiteres Publikum interessanter machen und Lesern neue Erfahrungen ermöglichen, während Autoren durch die Entwicklung von neuen Marketinginstrumenten und -werkzeugen dabei unterstützt werden, einen besseren Kontakt zu ihren Lesern zu gewinnen. Für Gruner + Jahr bestehen wesentliche Chancen in einer besseren Entwicklung der Anzeigen- und Vertriebsmärkte. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der Transformation durch die Entwicklung neuer Geschäfte rund um die publizistischen Marken. Wachstumschancen entstehen vor allem im Auf- und Ausbau von Digitalaktivitäten sowie in Kooperationen mit anderen Verlagen und Vermarktern. Ebenso bestehen Chancen, Zusatzgeschäfte wie Commerce und Paid Services zu entwickeln. In der Vermarktung könnte G+J durch neue Werbeformen in den Medienkanälen Online, Mobile und Video neue Kunden gewinnen. Für BMG ergeben sich Chancen des Geschäftswachstums aus weiteren Übernahmen von Musikrechtekatalogen und zusätzlichen Abschlüssen von Künstlerverträgen, die auf der vorhandenen Plattform zu Grenzkosten verwaltet werden können. Die beschleunigte Marktdurchdringung von Streamingangeboten beinhaltet darüber hinaus die Chance der Markterweiterung der Tonträger- und Musikverlagsmärkte auf internationaler Ebene. Bei Arvato können sich durch bereichsübergreifende Kooperationen und Großprojekte zusätzliche Chancen der Neukundengewinnung ergeben. Der weltweite E-Commerce-Markt wird in den kommenden Jahren dynamisch weiterwachsen. Arvato könnte an diesem Wachstum durch neue Dienstleistungen insbesondere der Solution Groups SCM und Financial Solutions überdurchschnittlich partizipieren. Weitere Wachstumschancen aus der fortschreitenden Digitalisierung liegen in der Entwicklung innovativer IP-basierter Lösungen und Cloud-basierter IT-Services. Die Geschäfte der Bertelsmann Printing Group könnten durch zusätzliche Volumina von Bestands- und Neukunden weniger stark zurückgehen. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der gezielten Bedienung weiterhin wachsender Marktsegmente. Ferner könnte es zu einer weiteren Konsolidierung der Wettbewerber kommen, die eine zusätzliche Stärkung der eigenen Marktposition bewirken könnte. Neben Medien und Dienstleistungen wird das Bildungsgeschäft derzeit zur dritten Ertragssäule von Bertelsmann ausgebaut. Weitere Wachstumschancen für das Bildungsgeschäft könnten sich dabei durch eine weiter zunehmende Verlagerung weg vom klassischen Präsenzunterricht hin zu online- und kompetenzbasierten Schulungen ergeben. Durch den wachsenden Markt für Onlinebildung ergeben sich organische Wachstumschancen für die Unternehmen der Bertelsmann Education Group. Relias hat das Potenzial, durch den Ausbau der Produkte zur Mitarbeiterbeurteilung und Datenanalyse sowie durch Internationalisierung weiter zu wachsen. Udacity besitzt Möglichkeiten, sich durch den Fachkräftemangel und den kontinuierlichen Bedarf an Weiterbildung im Technologiesektor zu einer Premiummarke auf dem Gebiet der IT- und Technologieschulungen zu entwickeln. Für die Fondsaktivitäten von Bertelsmann Investments ergibt sich die Chance, aufgrund gestiegener Portfoliobewertungen oder durch den Verkauf von Beteiligungen höhere Gewinne als erwartet zu realisieren. Zusätzliche Chancenpotenziale für die einzelnen Unternehmensbereiche bieten die vorhandenen Innovationsbemühungen, die im Abschnitt "Innovationen" dargestellt sind. Weitere Chancen können durch Änderungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstehen. Die finanzwirtschaftlichen Chancen beziehen sich weitgehend auf eine für Bertelsmann vorteilhafte Entwicklung der Zinsen und Wechselkurse. PrognoseberichtErwartete gesamtwirtschaftliche EntwicklungFür das Jahr 2018 geht Bertelsmann von der folgenden Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Das solide Weltwirtschaftswachstum setzt sich weiter fort. Gemäß der Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wird die Weltproduktion im Jahr 2018 um 3,9 Prozent nach 3,8 Prozent im Jahr 2017 zunehmen. Die Wachstumszuwächse sollten sich dabei gleichermaßen auf Industrie- und Schwellenländer verteilen. Risiken für die Weltkonjunktur ergeben sich insbesondere aus dem finanziellen Umfeld und aus Verunsicherungen angesichts einer möglichen Normalisierung der Geldpolitik. Der Konjunkturaufschwung im Euroraum soll sich fortsetzen. So wird erwartet, dass die Zunahme des realen BIP im Jahr 2018 mit 2,3 Prozent ähnlich hoch ausfällt wie im abgelaufenen Jahr. Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland soll auch im kommenden Jahr anhalten. Gestützt wird dieser positive Ausblick von einem unverändert guten Konsumklima und der zunehmenden Investitionstätigkeit. Das IfW rechnet mit einem realen Wachstum des BIP von 2,5 Prozent. Die reale Wachstumsrate für Frankreich wird bei 2,0 Prozent erwartet. In Großbritannien dürfte das Wachstum des realen BIP mit nur 1,4 Prozent relativ gedämpft bleiben. Die verhaltenen Wachstumserwartungen sind Ausdruck der hohen Unsicherheit über das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen und die zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen. Zudem belastet die Abwertung der lokalen Währung nach dem Referendum über die EU-Mitgliedschaft zunehmend das Konsumklima. Für die USA wird mit einem realen Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent gerechnet. Erwartete Entwicklung relevanter MärkteDie globale Medienindustrie wird maßgeblich von der Entwicklung der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden Wachstumsdynamik beeinflusst. Aus dem fortgesetzten Trend zur Digitalisierung von Inhalten und Vertriebskanälen, einer sich ändernden Mediennutzung sowie dem zunehmenden Einfluss der Schwellenländer werden sich auch in den kommenden Jahren Chancen und Risiken ergeben. Durch die angestrebte Transformation des Konzernportfolios entlang der vier strategischen Stoßrichtungen erwartet Bertelsmann, in zunehmendem Maße von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren. Bertelsmann ist mit seinen Geschäften in einer Vielzahl unterschiedlicher Märkte und Regionen vertreten, deren Entwicklungen einer Reihe von Einflüssen unterliegen und gesamtwirtschaftlichen Tendenzen nicht linear folgen. Im Folgenden wird nur auf Märkte und Regionen abgestellt, die für Prognosezwecke eine hinreichende Größe aufweisen und deren voraussichtliche Entwicklung angemessen aggregiert und beurteilt werden kann bzw. die aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen. Für das Jahr 2018 werden stabile bis moderat wachsende europäische TV-Werbemärkte erwartet - mit Ausnahme eines moderaten Rückgangs in den Niederlanden. Bei den Buchmärkten wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet. Im Zeitschriftengeschäft werden für 2018 anhaltend starke Rückgänge der Printanzeigenmärkte und deutliche Rückgänge der Vertriebsmärkte in Deutschland und Frankreich erwartet, während im Digitalbereich mit einem fortgesetzt starken Wachstum gerechnet wird. Für das Jahr 2018 wird ein anhaltend moderates Wachstum des weltweiten Musikmarkts in dem Segment Verlagsrechte erwartet. Für das Segment Recordingrechte wird mit einem deutlichen Wachstum gerechnet. Für die Dienstleistungsmärkte wird 2018 mit einem ähnlichen Wachstum wie im Vorjahr gerechnet. Der Tiefdruckmarkt in Europa entwickelt sich 2018 voraussichtlich weiterhin deutlich rückläufig. Für den Offsetmarkt in Europa und den Buchdruckmarkt in Nordamerika wird eine fortgesetzt stabile Entwicklung erwartet. Für die relevanten US-amerikanischen Bildungsmärkte wird insgesamt mit einem anhaltend starken Wachstum gerechnet. Erwartete GeschäftsentwicklungDie Weltwirtschaft befindet sich auf einem moderaten Wachstumspfad. Für die Aussichten des wirtschaftlichen Umfelds bestehen unverändert gewisse Risiken. Die nachfolgenden Erwartungen basieren daher auf der Annahme einer anhaltenden Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage und unterstellen ein weitgehendes Eintreten der prognostizierten Marktentwicklungen und der von den Forschungsinstituten geäußerten konjunkturellen Erwartungen. Bertelsmann erwartet für das Geschäftsjahr 2018, dass die Geschäftsentwicklung von den stabilen bis leicht positiven Markterwartungen für die europäischen TV-Werbemärkte, von stabilen Buchmärkten und von kontinuierlich wachsenden Dienstleistungs- und Musikmärkten getragen wird. Die durch die strategischen Portfolioerweiterungen eingeleiteten Wachstumsimpulse werden das Wachstumsprofil von Bertelsmann weiterhin positiv beeinflussen. Neben den unterstellten Marktentwicklungen bilden die erwarteten konjunkturellen Entwicklungen in den geografischen Kernmärkten Westeuropa und USA den Ausgangspunkt für die zu erwartende Geschäftsentwicklung. Bei einem zu erwartenden Umsatz- und Ergebnisanteil von derzeit rund zwei Drittel innerhalb des Euroraums richtet sich die Bandbreite des Wachstums vor allem nach der prognostizierten realen und nominalen wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Wirtschaftsraum. So prognostiziert das IfW für den Euroraum einen Anstieg des realen BIP um 2,3 Prozent und der Internationale Währungsfonds einen Anstieg um 2,2 Prozent für das Jahr 2018. In Anbetracht dieser konjunkturellen Erwartungen geht Bertelsmann insgesamt von einem moderat steigenden Umsatz für das Geschäftsjahr 2018 aus. Für das Operating EBITDA wird im Geschäftsjahr 2018 - ohne die im Geschäftsjahr 2017 erzielten Veräußerungsgewinne aus strategischen Immobilientransaktionen - mit einer stabilen Entwicklung gerechnet. Einschließlich dieser wird für das Geschäftsjahr 2018 hingegen ein moderat rückläufiges Operating EBITDA erwartet. Das durchschnittlich investierte Kapital wird infolge der Effekte getätigter Akquisitionen und des organischen Ausbaus von Wachstumsgeschäften im Geschäftsjahr 2018 weiter ansteigen. Kompensierende Effekte aus Ergebnisbeiträgen werden teilweise erst zeitversetzt erwartet. Vor diesem Hintergrund wird weiterhin mit einem stark abnehmenden BVA für den Konzern gerechnet. Dies gilt gleichermaßen für den BVA in der ab dem Geschäftsjahr 2018 angewendeten Methodik. Die vorstehenden Erwartungen basieren auf der operativen Planung und der mittelfristigen Vorschau für die Unternehmensbereiche unter der Annahme konstanter Wechselkurse. Gegenwärtig wird nicht erwartet, dass die voraussichtliche Entwicklung eines für den Bertelsmann-Konzern wesentlichen Bereichs deutlich von jener des Konzerns abweicht. Abhängig von der weiteren konjunkturellen Entwicklung geht Bertelsmann davon aus, dass sich aufgrund der mittel- bis langfristigen Finanzierung zunächst keine wesentlichen Auswirkungen auf die durchschnittlichen Finanzierungskosten aus Zinsänderungen ergeben. Die Liquiditätssituation wird für den Prognosezeitraum als ausreichend erwartet. Den Prognosen liegt die Geschäftsausrichtung des Bertelsmann-Konzerns zugrunde, die im Kapitel "Unternehmensprofil" dargelegt ist. Generell spiegeln die Prognosen eine Risiko- und Chancenabwägung wider. Alle Aussagen hinsichtlich der möglichen zukünftigen konjunkturellen und geschäftlichen Entwicklung stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der derzeit zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen und/ oder weitere Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für die Angaben kann daher nicht übernommen werden. Erläuterungen zum Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA (gemäß HGB)Ergänzend zur Konzernberichterstattung wird im Folgenden die Geschäftsentwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist Muttergesellschaft und Management-Holding des Bertelsmann-Konzerns. Ihr obliegen Leitungsfunktionen für den Bertelsmann-Konzern sowie Aufgaben der Beteiligungsverwaltung und Finanzierung. Hinzu kommen Dienstleistungsfunktionen einiger Bereiche des Corporate Centers. Ferner ist sie die steuerliche Organträgerin für die meisten inländischen Tochtergesellschaften. Die Lage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Wesentlichen vom geschäftlichen Erfolg des Bertelsmann-Konzerns bestimmt. Der Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaADie Entwicklung der Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird aufgrund ihrer Funktion als Muttergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns maßgeblich durch die Höhe des Beteiligungsergebnisses geprägt. Der Rückgang des Jahresüberschusses auf 363 Mio. € (Vj.: 450 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus der Verminderung des Beteiligungsergebnisses und dem Anstieg der Steueraufwendungen. Diese Entwicklungen wurden zum Teil durch gestiegene sonstige betriebliche Erträge kompensiert. Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Erträge sind in Höhe von jeweils 67 Mio. € auf gestiegene Zuschreibungen auf die Anteile an der Bertelsmann, Inc., Wilmington, und Währungsgewinne zurückzuführen. Die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses von 857 Mio. € im Vorjahr auf 687 Mio. € ist insbesondere auf die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen zurückzuführen. Diese Entwicklung resultiert zum einen aus dem Wegfall positiver Sondereffekte des Geschäftsjahres 2016 im Zusammenhang mit der Wirksamkeit des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften. Zum anderen ist das Ergebnis von Tochterunternehmen des Geschäftsjahres 2017 durch Abschreibungen auf Finanzanlagen belastet. Die höheren Steueraufwendungen von -198 Mio. € (Vj.: -131 Mio. €) sind neben einem gestiegenen zu versteuernden Einkommen auf den vollständigen Verbrauch des körperschaftsteuerlichen Verlustvortrages im Vorjahr zurückzuführen. Gewinn- und Verlustrechnung nach HGBder Bertelsmann SE & Co. KGaA
Bilanz nach HGB (Kurzfassung)der Bertelsmann SE & Co. KGaAAktiva
Finanz- und Vermögenslage der Bertelsmann SE & Co. KGaADie Bilanzsumme der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat sich von 19.482 Mio. € im Vorjahr auf 21.182 Mio. € erhöht. Die Finanz- und Vermögenslage ist weiterhin durch einen hohen Anteil des Eigenkapitals (45 Prozent) und der Finanzanlagen (79 Prozent) an der Bilanzsumme geprägt. Die Zunahme der Finanzanlagen betrifft die Gewährung von mittel- bis langfristigen Darlehen in Höhe von 1.267 Mio. € an die Bertelsmann, Inc., Wilmington, die als Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. Die gewährten Darlehen resultieren zu einem wesentlichen Teil aus der Umwandlung kurzfristiger Forderungen gegen die Bertelsmann, Inc., Wilmington. Insoweit sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gegenüber dem Vorjahr gesunken. Darüber hinaus ist der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen vor allem im Zusammenhang mit Einlagen in Tochterunternehmen um 588 Mio. € gestiegen. Die Einlagen des Geschäftsjahres 2017 betreffen im Wesentlichen die Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, und die Gruner + Jahr GmbH & Co KG, Hamburg. Das Eigenkapital erhöhte sich um den Jahresüberschuss des Berichtsjahres in Höhe von 363 Mio. € und verminderte sich um Ausschüttungen an die Anteilseigner in Höhe von 180 Mio. €. Die Zunahme der Verbindlichkeiten auf 11.177 Mio. € (Vj.: 9.673 Mio. €) umfasst mit 650 Mio. € die Anleihen und Schuldscheindarlehen aus der Ausgabe einer neuen Anleihe und eines neuen Schuldscheindarlehens. Zudem sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 633 Mio. € gestiegen. Die Höhe der von Tochtergesellschaften an die Bertelsmann SE & Co. KGaA gewährten Darlehen ist durch die Entwicklung der Finanzlage dieser Tochterunternehmen geprägt. Risiken und Chancen der Bertelsmann SE & Co. KGaADa die Bertelsmann SE & Co. KGaA unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittel- und unmittelbare Investitionen in die Tochtergesellschaften weitgehend mit den Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns verbunden ist, ist die Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Bertelsmann-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA (siehe Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht"). Ausblick der Bertelsmann SE & Co. KGaAAls Muttergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns erhält die Bertelsmann SE & Co. KGaA Gewinnausschüttungen von ihren Tochtergesellschaften sowie Erlöse aus Leistungen an diese. Infolgedessen wird die Entwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Wesentlichen durch die Geschäftsentwicklung des Bertelsmann-Konzerns bestimmt (siehe Abschnitt "Prognosebericht"). Abhängigkeitsbericht (Erklärung gemäß § 312 AktG)Der Vorstand der Bertelsmann Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in analoger Anwendung der §§ 278 Abs. 3, 312 Abs. 1 Aktiengesetz einen freiwilligen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt. Der Vorstand erklärt, dass die Bertelsmann SE & Co. KGaA nach den Umständen, die bei der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Zusammengefasste nichtfinanzielle ErklärungDie nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann-Konzern ("Bertelsmann") mit seinen einbezogenen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ("Tochtergesellschaften"). Bertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern aktiv (vgl. Abschnitt "Unternehmensprofil"). Verantwortungsvolles Handeln - im wirtschaftlichen Umfeld, gegenüber Mitarbeitern, in der Gesellschaft und im Umgang mit der Umwelt - ist fest in der Unternehmenskultur von Bertelsmann verankert. Mit seinem Corporate-Responsibility-Management verfolgt Bertelsmann das Ziel, seine ökonomischen Interessen mit den sozialen und ökologischen Anliegen innerhalb und außerhalb des Unternehmens in Einklang zu bringen. Um relevante Themen zu identifizieren und Konzepte zu beschreiben, wurden für die Erstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung die GRI Standards 2016 der Global Reporting Initiative genutzt (nach GRI Standards 2016 102 und 103). Zusätzlich wird jeweils zur Jahresmitte ein freiwilliger CR-Bericht nach den GRI Standards (2016; Option "core") veröffentlicht. Unternehmensgrundsätze und LeitlinienVoraussetzung für eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter, Unternehmensführung und Gesellschafter erfolgreich, respekt- und vertrauensvoll zusammenarbeiten, sind gemeinsame Ziele und Grundwerte. Festgeschrieben sind diese in der Unternehmensverfassung sowie in den vier Bertelsmann Essentials: Partnerschaft, Unternehmergeist, Kreativität und Gesellschaftliche Verantwortung. Des Weiteren definiert der Bertelsmann Code of Conduct als verbindliche Leitlinie Standards für gesetzeskonformes und ethisch verantwortungsvolles Handeln innerhalb des Unternehmens sowie gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Der im Dreiklang "To Empower. To Create. To Inspire." stehende Unternehmenssinn schafft darüber hinaus Orientierung für die Mitarbeiter und Partner des Unternehmens. Auch externe Leitlinien sind für Bertelsmann handlungsleitend. Das Unternehmen folgt weitgehend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen. Bertelsmann bekennt sich zu den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation. Seit 2008 unterstützt Bertelsmann als aktiver Teilnehmer ebenso die zehn Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen. Corporate-Responsibility-ManagementOrganisationDas Beratungsgremium für die strategische Weiterentwicklung von Corporate Responsibility bei Bertelsmann ist das CR-Council. Das CR-Council setzt sich zusammen aus dem Personalvorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche und befasst sich mit konzernweiten, die Unternehmensstrategie flankierenden CR-Zielsetzungen sowie der bereichsübergreifenden Koordination der CR-Aktivitäten im Konzern. Auf Konzernebene koordiniert und unterstützt die Abteilung Corporate Responsibility & Diversity Management in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Konzernfunktionen die Arbeit des CR-Council. Im Sinne der dezentralen Bertelsmann-Unternehmensstruktur liegt die Verantwortung für die Umsetzung von Corporate Responsibility durch konkrete CR-Maßnahmen und -Projekte bei den lokalen Geschäftsführungen. Die Unternehmensbereiche und Firmen haben -entsprechend den lokalen Erfordernissen - dafür eigene Strukturen und Prozesse implementiert. ThemenfelderZur Identifikation thematischer CR-Schwerpunkte führt Bertelsmann regelmäßig "CR-Relevanzanalysen" durch. Im Jahr 2017 wurden interne und externe Stakeholder befragt. Dabei schätzten die externen Stakeholder die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von Bertelsmann auf die Themen ein, während die internen Stakeholder deren Geschäftsrelevanz bewerteten. Auf diese Weise wurden für Bertelsmann besonders relevante Themen zu den Aspekten Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung und Umweltbelange identifiziert. Die Betrachtung der Themen erfolgt innerhalb der Grenzen des Unternehmens, soweit nicht anders angegeben. Corporate-Responsibility-Themen einschließlich nichtfinanzieller Leistungsindikatoren zählen nicht zum wertorientierten Steuerungssystem von Bertelsmann. Aufgrund einer nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen mit Relevanz für den Konzern getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet (vgl. Abschnitt "Wertorientiertes Steuerungssystem"). RisikenMit den für Bertelsmann relevanten CR-Themen sind eine Reihe von Risiken verbunden. Diese Risiken können sich aus der eigenen Geschäftstätigkeit oder aus Geschäftsbeziehungen sowohl für das Unternehmen selbst wie auch für das Unternehmensumfeld und seine Stakeholder ergeben. Für die im deutschen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz definierten nichtfinanziellen Aspekte Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte sowie Umweltbelange wurden im Rahmen der Berichterstattung 2017 keine wesentlichen Risiken gemeldet. Eine Betrachtung der für Bertelsmann relevanten Risiken finden Sie im Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht". ArbeitnehmerbelangeMotivierte Mitarbeiter sichern nachhaltig Qualität, Innovation und Wachstum. Grundlage der Personalarbeit bei Bertelsmann ist daher das partnerschaftliche Selbstverständnis, wie es in der Unternehmensverfassung und in den Unternehmensgrundsätzen niedergelegt ist. Ergänzende Regelungen werden durch Vorstandsrichtlinien zur Personalarbeit getroffen. Hauptverantwortlich für Arbeitnehmerbelange im Konzern ist der Personalvorstand. Er arbeitet eng mit den Personalverantwortlichen aus den Unternehmensbereichen zusammen, die über ein Dotted-Line-Konzept an ihn berichten. Weitere Gremien wie das HR Committee, bestehend aus dem Personalvorstand sowie Personalverantwortlichen aus den Unternehmensbereichen, und die HR Country Coordination Meetings (mit den Personalleitern der größten bzw. mitarbeiterstärksten Tochtergesellschaften der jeweiligen Region) unterstützen diese Zusammenarbeit. In den Nomination & Compensation Committees der Unternehmensbereiche wird über die Umsetzung der Vergütungs- und Besetzungspolitik in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen entschieden. Im Jahr 2017 wurden Maßnahmen in den nachfolgenden Themen umgesetzt. MitspracheDen kontinuierlichen Dialog zwischen Mitarbeitern und Unternehmensführung sieht Bertelsmann als grundsätzliche Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Bertelsmann ist als Medienunternehmen tendenzgeschützt und unterliegt insofern nicht der gesetzlichen Mitbestimmung im Aufsichtsrat. Gleichwohl stellen auf freiwilliger Basis die Mitarbeiter im Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA fünf Mitglieder: Davon sind vier Betriebsratsmitglieder und eines ist Mitglied der Bertelsmann Führungskräftevertretung. Zudem verfügen Führungskräfte, Belegschaft, Mitarbeiter mit Behinderung und Auszubildende über verschiedene Plattformen, um sich auszutauschen, gemeinsame Themen voranzutreiben und ihre Anliegen einzubringen. Die Bertelsmann Konzerndialog-Konferenz dient dem Austausch zwischen Vorstandsvorsitzendem, Personalvorstand und Konzernbetriebsratsmitgliedern aus den Unternehmensbereichen. Weiterhin sind die Mitarbeiter über standardisierte Personalgespräche (Leistungs- und Entwicklungsdialog, Zielvereinbarung, Teamgespräch) sowie durch Mitarbeiterbefragungen in die Ausgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen eingebunden. Im Jahr 2017 wurden Maßnahmen aus der Mitarbeiterbefragung des Vorjahres auf Firmen-, Bereichs- und Konzernebene abgeleitet. LernenGroße Herausforderungen wie die fortschreitende Internationalisierung des Konzerns, die digitale Transformation der Medien- und Servicelandschaft und der demografische Wandel lassen sich nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern bewältigen. Durch Angebote für lebenslanges Lernen trägt Bertelsmann zum dauerhaften Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter bei. Mit vier verschiedenen Campus-Bereichen - Strategy, Leadership, Function, Individual - ist die Bertelsmann University die zentrale Learning-Organisation im Unternehmen. Zu den wichtigsten Maßnahmen und deren Umsetzung im Jahr 2017 zählten u. a. die Weiterentwicklung internationaler Programme in den Feldern Leadership, Strategie und Kreativität sowie die Durchführung strategischer Summits für die konzernweite Finance-, HR- und IT-Community. Im Jahr 2017 startete eine weltweite Data-Science-Initiative und darüber hinaus wurde die Integration digitaler Lerninhalte in die unterschiedlichen Ausbildungs- und Studiengänge, die Bertelsmann in Deutschland anbietet, fortgesetzt. VielfaltFür Bertelsmann ist die Vielfalt seiner Mitarbeiterschaft eine Voraussetzung für Kreativität, Innovation und nachhaltigen Unternehmenserfolg. Die Diversity-Strategie fokussiert sich auf die Dimensionen "Geschlecht", "Generationen" und "Nationalität". Der Frauenanteil in den Talentpools von Bertelsmann (Top-Management-Pool, Senior-Management-Pool, Career-Development-Pool) soll erhöht werden. Dies wurde bei der Nominierung der Pool-Kohorten 2017 berücksichtigt. Die Diversity-Strategie wird durch die Abteilung Corporate Responsibility & Diversity Management mit Unterstützung einer konzernübergreifenden Diversity Working Group umgesetzt. 2017 wurden schwerpunktmäßig Empfehlungen der Bertelsmann Diversity-Konferenz 2016 realisiert, darunter die Pilotierung von Diversity Trainings, Führungskräftequalifizierungen der Bertelsmann University sowie die Berücksichtigung der Diversity-Dimensionen im Corporate Talent Management. GesundheitZur Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Arbeitsumfelds und zur Vorbeugung arbeitsbedingter Krankheitsrisiken erfolgt der Ausbau eines systematischen Gesundheitsmanagements von Bertelsmann an den deutschen Standorten. Damit betraut ist das Bertelsmann Gesundheitsmanagement, das gemeinsam mit einem funktionsübergreifenden Strategiekreis die deutschlandweite Gesundheitsstrategie verantwortet und entsprechende Aktivitäten koordiniert. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die bereichsübergreifende "Health Community", die sich aus Gesundheitsexperten, Konzernbetriebsratsvorsitzenden, Aufsichtsratsmitgliedern, Personalverantwortlichen und Schwerbehindertenvertretern zusammensetzt. Durch gezielte Vernetzung dient sie auch der Verbreitung einheitlicher Standards, die das Bertelsmann Gesundheitsmanagement für alle deutschen Standorte anstrebt. Mittelfristig soll die Internationalisierung des Bertelsmann Gesundheitsmanagements vorangetrieben werden. Faire ArbeitsbedingungenVergütungsfragen sind bei Bertelsmann essenzieller Bestandteil der Thematik "faire Arbeitsbedingungen". Grundsatz ist es, konsistente und transparente Vergütungsstrukturen im Konzern zu etablieren. Dabei soll das Vergütungssystem eine markt-, funktions- und leistungsgerechte Entlohnung unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Eigenheiten gewährleisten. Die in Deutschland etablierte Gewinnbeteiligung orientiert sich an denselben Kriterien wie die Bemessung variabler Vergütungsbestandteile von Vorständen und Führungskräften. Darin einbezogen sind Bertelsmann und alle Tochtergesellschaften mit Sitz in Deutschland, mit Ausnahme der RTL Group und Gruner + Jahr. Diese sowie eine Vielzahl ausländischer Tochtergesellschaften haben ähnliche, nach lokalen Anforderungen individuell ausgestaltete Erfolgs- und Gewinnbeteiligungsmodelle. Im Jahr 2017 wurden aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 konzernweit insgesamt 105 Mio. € an Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen ausgezahlt. SozialbelangeGesellschaftliche Verantwortung ist Bestandteil der Bertelsmann Essentials und damit fest in der Unternehmenskultur verankert. Bertelsmann ist bestrebt, als guter "Corporate Citizen" einen Leistungsbeitrag für die Gesellschaft zu erbringen, und hat 2017 in den folgenden Themenbereichen Maßnahmen umgesetzt. PressefreiheitBertelsmann steht für Pressefreiheit und damit für eine Vielfalt an Meinungen und Positionen. Der Bertelsmann Code of Conduct schreibt Rede- und Meinungsfreiheit sowie kreative Unabhängigkeit als Grundprinzipien für die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens fest. Bertelsmann versteht diese Unabhängigkeit in zwei Richtungen: Im Innenverhältnis gilt, dass die Geschäftsführungen nicht versuchen, die Entscheidungen von Künstlern, Redakteuren und Programmverantwortlichen zu beeinflussen oder diese in ihrer künstlerischen oder redaktionellen Freiheit einzuschränken. Gemäß dem Bertelsmann "Chefredakteursprinzip" obliegen redaktionelle Entscheidungen allein den Programmverantwortlichen. Nach außen gilt es für das Unternehmen, in seiner journalistischen Berichterstattung politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme nicht nachzugeben sowie bestehende Regeln zur Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten einzuhalten. Über den Bertelsmann Code of Conduct hinaus setzten 2017 zahlreiche Tochtergesellschaften bzw. deren Redaktionen die Implementierung eigener Statuten zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit im Tagesgeschäft fort und entwickelten diese bei Bedarf weiter. Hier geht es vor allem um journalistische und redaktionelle Sorgfaltspflichten, Persönlichkeitsrechte sowie um den Umgang mit Gewaltdarstellungen und Jugendschutz. InhalteverantwortungBertelsmann bedenkt die Wirkung produzierter und verbreiteter Inhalte, um die Rechte und Interessen der Mediennutzer und Kunden bestmöglich zu schützen. Übergeordnete medienethische Prinzipien und Grundsätze sind durch Presse-, Rundfunk- und Multimediagesetze auf nationaler und internationaler Ebene, durch freiwillige Bekenntnisse zu externen Leitlinien, wie z. B. zu Ethikcodes nationaler Presseräte, sowie unternehmensintern durch den Bertelsmann Code of Conduct und Redaktionsstatuten festgelegt. Demzufolge verpflichten sich die Redaktionen bei Bertelsmann u. a. "zur Achtung der Privatsphäre sowie zum korrekten Umgang mit Informationen, Meinungen und Bildern". Gemäß dem "Chefredakteursprinzip" obliegt die Verantwortung für Medieninhalte allein den Programmverantwortlichen in den lokalen Redaktionen. Im Bereich Jugendmedienschutz werden, in Übereinstimmung mit nach Medium und Region unterschiedlichen Auflagen, Inhalte bei Bertelsmann daraufhin überprüft, ob sie die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen beeinträchtigen könnten. In diesem Fall treten verschiedene Beschränkungen in Kraft, z. B. Sendezeitbeschränkungen oder Inhalte- bzw. Produktkennzeichnungen. Durch freiwillige Kennzeichensysteme geht Bertelsmann dabei teilweise über Regulierungen hinaus, die auf europäischer und nationaler Ebene insbesondere im Bereich der Rundfunkindustrie bestehen. Weitere spezifische Vorgaben zum Thema Inhalteverantwortung werden durch ergänzende Statuten auf Unternehmensbereichs-, Firmen- und Redaktionsebene getroffen. KundendatenschutzBertelsmann misst dem Schutz von Kundendaten eine große Bedeutung bei. Dazu zählen der Schutz personenbezogener Daten zu einzelnen Kunden sowie solcher Daten, die Bertelsmann von seinen Geschäftspartnern über deren Kunden zur Verfügung gestellt werden. Anliegen des Kundendatenschutzes ist die Wahrung des Rechts Einzelner, selbst zu bestimmen, wer wann welche Kenntnis über ihre Person erlangt. Dazu gehört, dass mit personenbezogenen bzw. personenbeziehbaren Informationen nur entsprechend gesetzlichen Vorgaben umgegangen wird und dass diese Informationen vor unbefugtem Zugriff angemessen geschützt werden. Zusätzlich zum Bertelsmann Code of Conduct wird der Kundendatenschutz im Unternehmen u. a. durch Vorstandsrichtlinien zu den Themen Informationssicherheit und IT-Risikomanagement geregelt. Die Vorstandsrichtlinie zum Thema Datenschutz adressiert die bei Bertelsmann geltenden datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen auf Basis der in Europa ab 25. Mai 2018 geltenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und zielt auf eine konzernweite Harmonisierung des Datenschutzmanagements bei Bertelsmann ab. Unterstützend wurde im 3. Quartal 2017 konzernweit ein Datenschutzmanagement-IT-System ausgerollt, das insbesondere die Umsetzung der Dokumentations- und Rechenschaftspflichten nach DSGVO sowie Anforderungen hinsichtlich der Governance-Pflichten adressiert. Die Verantwortung für den Bereich Kundendatenschutz liegt dezentral bei den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften. Für die Umsetzung lokaler rechtlicher Vorgaben verfügen die Tochtergesellschaften in Deutschland über eine Datenschutzorganisation, die aus zentralen Datenschutzbeauftragten und lokalen Datenschutzkoordinatoren besteht. Letztere berichten sowohl an die lokale Geschäftsführung als auch jährlich oder anlassbezogen an die zentralen Datenschutzbeauftragten, die wiederum dem Bertelsmann-Vorstand Bericht erstatten. Bei Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands existiert eine ähnliche Organisation. Ein Information Security Management System (ISMS) basierend auf dem Industriestandard ISO 27001 schafft die technischen Rahmenbedingungen für eine vertrauliche Datenverarbeitung. Das ISMS beinhaltet eine regelmäßige und strukturierte Erhebung zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zur Informationssicherheit, eine systematische Erfassung von Risiken sowie die Ableitung zugehöriger Mitigationsmaßnahmen. Schutz geistigen EigentumsDie Geschäfte von Bertelsmann beinhalten die Entwicklung, Erstellung, Übertragung, Lizenzierung und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, die als geistiges Eigentum geschützt sind. Für Bertelsmann ist die Wahrung geistigen Eigentums Grundlage des Unternehmenserfolgs. Daher setzt sich das Unternehmen für ein weltweit hohes Schutzniveau - auch in der digitalen Welt - im Urheberrecht ein. Die konzernweite Taskforce Copyright mit Vertretern der relevanten Unternehmensbereiche begleitet die aktuellen Entwicklungen zum Urheberrecht und bündelt ihre Positionen in Form gemeinsamer Papiere. Achtung der MenschenrechteDurch seine Unternehmensgrundsätze und die Selbstverpflichtung zu externen Leitlinien bekennt sich Bertelsmann zur Achtung und zum Schutz der Menschenrechte im Unternehmen und in seinen Geschäftsbeziehungen. Der Bertelsmann-Vorstand hat daher ein Integrity-&-Compliance-Programm etabliert und ein Corporate Compliance Committee (CCC) berufen. Das CCC erstattet dem Bertelsmann-Vorstand sowie dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrates jährlich einen Compliance-Bericht. Für die laufende Tagesarbeit wurde die Abteilung Integrity & Compliance (I&C) geschaffen, die organisatorisch dem CCC unterstellt ist. I&C unterstützt das CCC bei der Erfüllung seiner Aufgaben und bringt Vorschläge zu erforderlichen Verbesserungen des Integrity-&-Compliance-Programms ein. I&C stellt weltweit sicher, dass die Mitarbeiter über die wesentlichen gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien, einschließlich solcher zur Achtung der Menschenrechte, informiert sind, und führte auch 2017 die hierfür notwendigen Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen durch. Die Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere von Mitarbeitern und in der Lieferkette, ist durch den Bertelsmann Code of Conduct und den Supplier Code of Conduct ausdrücklich festgeschrieben. Dazu gehören das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, das Verbot von Diskriminierung und Einschüchterung und die Bekräftigung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen. Zusätzlich haben sowohl einzelne Tochtergesellschaften als auch Bertelsmann selbst im Jahr 2017 Statements gemäß dem "UK Modern Slavery Act" veröffentlicht, die alle Formen moderner Sklaverei, von Zwangs- und Kinderarbeit sowie von Ausbeutung und Diskriminierung verurteilen und Maßnahmen zur Vermeidung dieser Menschenrechtsverletzungen darstellen. Diese Statements werden (bei Bedarf) jährlich überarbeitet. Verstöße gegen die hier genannten Prinzipien können bei Bertelsmann durch Mitarbeiter und durch Dritte über die Meldewege des bestehenden Compliance-Management-Systems geltend gemacht werden. Im Hinblick auf Antidiskriminierung sind außerdem an allen deutschen Standorten Ansprechpartner für das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" (AGG) ernannt worden, an die sich Mitarbeiter bei vermuteten Verstößen wenden können. Die Mitarbeiter werden über vielfältige Kommunikationskanäle zu ihren Rechten nach dem AGG informiert und geschult. Konzernweit wurde das Thema Antidiskriminierung in einem E-Learning angesprochen, um alle Mitarbeiter zu sensibilisieren und auf ihre Rechte hinzuweisen. Bekämpfung von Korruption und BestechungSowohl der Bertelsmann Code of Conduct als auch die Bertelsmann-Vorstandsrichtlinie Antikorruption und Integrität verbieten ausdrücklich jegliche Form von Korruption und Bestechung. Dieses Verbot gilt auch für alle Dritten, die für, gemeinsam mit oder im Namen von Bertelsmann tätig werden, wie im Supplier Code of Conduct festgeschrieben. Neben Anweisungen für den Umgang mit Amtsträgern und Leitlinien für das Gewähren oder Annehmen von Zuwendungen im Rahmen von Geschäftsbeziehungen legt die Richtlinie Antikorruption und Integrität angemessene Due-Diligence-Prozesse für den Umgang mit Dritten fest. Eine angemessene Due-Diligence-Prüfung erfolgt je nach individuellem Risikoprofil durch eine entsprechende Risikoklassifizierung. Außerdem beschreibt diese Vorstandsrichtlinie Meldewege für vermutete Verstöße oder das Ersuchen um Beratung sowie weitere Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle. Die "Richtlinie zum Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße" verankert eine Meldepflicht von vermuteten Verstößen gegen das Korruptionsverbot an das Bertelsmann Corporate Center. Das Thema Korruptionsprävention wird global durch die Abteilung I&C gesteuert und weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählten im Jahr 2017 u. a. die Beratung und Schulung von Führungskräften und Mitarbeitern zu Antikorruption sowie die Konzeption und der Beginn des konzernweiten Roll-outs eines neuen E-Learnings zu diesem Thema. Fairer Wettbewerb und KartellrechtBertelsmann bekennt sich zum Wettbewerbsprinzip und verurteilt Kartellrechtsverstöße sowie wettbewerbswidriges Verhalten. Das Unternehmen geht gegen jeden Verstoß vor und sucht in kartell- und wettbewerbsrechtlichen Fragen Beratung bei internen oder externen Experten. Der Bertelsmann-Vorstand hat eine "Konzernrichtlinie zur Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften" erlassen. Es besteht eine Meldepflicht für Kartellverstöße. Die Konzernrechtsabteilung bietet den Unternehmensbereichen, deren Geschäftsführung und Mitarbeitern Programme zum Kartellrecht an. Ein auch 2017 durchgeführtes, umfangreiches verpflichtendes Schulungsprogramm für Mitarbeiter, die in kartellrechtsrelevanten Bereichen tätig sind, dient der Früherkennung kartellrechtlicher Risiken und der Vermeidung von Kartellrechtsverstößen. UmweltbelangeFür den konzernweit verantwortungsvollen Einsatz natürlicher Ressourcen sowie für eine umweltbewusste Energie- und Materialbeschaffung setzen die Bertelsmann-Umweltpolitik und die Bertelsmann-Paper-Policy den Rahmen. Das Umweltengagement erstreckt sich dabei über die eigenen Standorte hinaus auch auf die Lieferkette, insbesondere durch Einflussnahme auf Papierlieferanten und Energieunternehmen. Die operative Verantwortung für das Energie- und Umweltmanagement und für die Umsetzung der 2017 ergriffenen Maßnahmen liegt dezentral bei den Geschäftsleitungen der Firmen. Eine international besetzte "be green"-Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den Bertelsmann-Unternehmensbereichen wurde auch 2017 als Plattform für den bereichsübergreifenden Austausch zu Umweltthemen genutzt. Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen mittelfristig in der Ausweitung des Einsatzes von Papier zertifizierten oder recycelten Ursprungs und in der Verringerung der Treibhausgasemissionen aus dem Verbrauch von Strom, Wärme und Treibstoffen. Die Experten der "be green"-Arbeitsgruppe koordinieren außerdem die jährliche Erhebung von Umweltkennzahlen, die nicht nur Transparenz über die Umwelt- und Klimaauswirkungen sowie die ökologische Leistung von Bertelsmann schaffen, sondern auch das Ableiten von Maßnahmen ermöglichen. Die konzernweiten Umweltkennzahlen werden auf der Bertelsmann-Unternehmenswebsite veröffentlicht. KonzernabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt "Vorjahresinformationen". Konzern-Gesamtergebnisrechnung
KonzernbilanzAktiva
Konzern-Kapitalflussrechnung
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung finden sich unter Textziffer 26 "Kapitalflussrechnung". Veränderung der Nettofinanzschulden
Nettofinanzschulden entsprechen dem Saldo aus den Bilanzposten "Liquide Mittel" und "Finanzschulden". Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
1) Die Kapitalrücklage enthält im
Wesentlichen die bei Ausgabe von Stammaktien über den
Nennbetrag hinaus erzielten Beträge.
KonzernanhangSegmentinformationen (fortgeführte Aktivitäten)
Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Erläuterungen zur Anpassung zuvor veröffentlichter Informationen finden sich unter Textziffer 27 "Segmentberichterstattung".
1) Operating EBITDA in Prozent vom Umsatz.
Überleitung zum Operating EBITDA (fortgeführte Aktivitäten)
Informationen nach geografischen Regionen (fortgeführte Aktivitäten)
Informationen zu Erlösquellen (fortgeführte Aktivitäten)
Allgemeine GrundsätzeDer Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2017 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie diesbezüglichen Interpretationen (lFRlC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind (EU-IFRS). Ergänzend wurden die nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang detaillierter ausgewiesen und erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine in Gütersloh, Deutschland, ansässige Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Anschrift des eingetragenen Firmensitzes ist: Carl-Bertelsmann-Straße 270, 33311 Gütersloh. Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen gehören die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Bücher), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Weitere Erläuterungen zu den Hauptaktivitäten der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. Auswirkungen von neuen RechnungslegungsstandardsDie Effekte aus der Erstanwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für den Bertelsmann-Konzern unwesentlich. Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden RechnungslegungsstandardsDer Bertelsmann-Konzern hat keine vom IASB oder IFRS IC veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig angewendet. Für Bertelsmann wesentliche zukünftig verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandards sind IFRS 9 "Finanzinstrumente", IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 16 "Leasingverhältnisse". IFRS 9 "Finanzinstrumente" beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, neue Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten und neue Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Der IFRS 9 ist für den Bertelsmann-Konzern erstmals auf das Geschäftsjahr 2018 anzuwenden. Die im Jahr 2016 gestarteten Analysen zu den Auswirkungen des IFRS 9 auf den Konzernabschluss wurden 2017 abgeschlossen. Die Analyse der Schuldinstrumente hat ergeben, dass diese überwiegend gehalten werden, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, sodass ein Großteil der Schuldinstrumente weiterhin zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird. Darüber hinaus hält der Bertelsmann-Konzern sogenannte Fund in Fund Investments, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Diese stellen nach IFRS 9 im Wesentlichen Schuldinstrumente dar. Die Rückflüsse aus diesen Fund in Fund Investments stellen nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar und erfüllen somit nicht die Zahlungsstrombedingungen, sodass diese Schuldinstrumente nach IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Da diese Fund in Fund Investments bereits jetzt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ergeben sich zum 1. Januar 2018 daraus keine finanziellen Auswirkungen aus der Bewertung dieser Finanzinstrumente. Die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern wurden im Berichtsjahr im sonstigen Ergebnis erfasst, während künftig eine Erfassung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgen wird. Insgesamt werden zum 31. Dezember 2017 finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 509 Mio. € als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese finanziellen Vermögenswerte werden auch künftig zum beizulegenden Zeitwert bewertet, jedoch werden für die Mehrheit Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts grundsätzlich erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die für diese finanziellen Vermögenswerte im kumulierten Eigenkapital erfassten Beträge in Höhe von 69 Mio. € werden zum 1. Januar 2018 in die übrigen Gewinnrücklagen umgegliedert und nachfolgend nicht mehr in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind einzeln und in Summe unwesentlich für den Bertelsmann-Konzern und betreffen überwiegend aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogene Beteiligungen an Tochterunternehmen. Soweit Wertänderungen erfolgsneutral Berücksichtigung finden, werden sie beim Verkauf dieser Instrumente zukünftig nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Analysen zu den Auswirkungen auf die Bewertung von Finanzinstrumenten, insbesondere im Hinblick auf die Wertminderung von Finanzinstrumenten, sind ebenso abgeschlossen. Zukünftig werden Wertberichtigungsmatrizen zur Ermittlung von Wertminderungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle verwendet. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgt unternehmensbereichs- bzw. Business-Unit-spezifisch für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Darüber hinaus werden separate Risikobeurteilungen vorgenommen. Aufgrund der geänderten Berechnungen der Wertminderungen ergibt sich eine unwesentliche Erhöhung der Wertminderung, die zum 1. Januar 2018 erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst wurde. Darüber hinaus ergibt sich kein wesentlicher Effekt im Hinblick auf die Bewertung von Finanzinstrumenten. Aus den neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden zum 31. Dezember 2017 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Grundsätzlich sieht IFRS 9 eine retrospektive Anwendung vor, jedoch sind auch verschiedene Ausnahmen insbesondere im Bereich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgesehen. Die Vorjahreswerte werden aufgrund der bestehenden praktischen Erleichterungen nach IFRS 9 nicht angepasst. IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" enthält umfassende branchen- und transaktionsunabhängige Neuregelungen zur Erlöserfassung. Der neue Standard ersetzt den bisherigen Chancen- und Risikoansatz durch ein fünfstufiges vertragsbasiertes Modell. Neben deutlich umfangreicheren Anwendungsleitlinien zur bilanziellen Abbildung von Erlösen aus Kundenverträgen sind detaillierte Angabevorschriften im Anhang zu erfüllen. Der Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung erfolgt bei Bertelsmann mittels der modifiziert retrospektiven Methode, nach der der IFRS 15 konzernweit prospektiv ab dem 1. Januar 2018 unter Angabe des in den Gewinnrücklagen erfassten kumulierten Erstanwendungseffekts angewandt wird. Bertelsmann wendet im Rahmen der Erstanwendung die im Standard vorgesehenen Erleichterungen für die modifiziert retrospektive Methode an. Im Rahmen der Implementierung hat Bertelsmann ein konzernweites auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmensbereichs zugeschnittenes Projekt aufgesetzt und erfolgreich durchgeführt. Auf Grundlage von definierten und analysierten Kerngeschäftsmodellen in den Unternehmensbereichen erfolgte der Rollout auf bestehende Kundenverträge sowie die dezentrale Überprüfung der Vertriebsprozesse zur Identifizierung von Anpassungsbedarfen, um darauf aufbauend die Erfüllung der prozessualen Anforderungen des IFRS 15 sicherzustellen. Im Rahmen des Projekts wurden Anpassungen des Berichterstattungssystems, des Kontenplans sowie der Anhangformulare vorgenommen. Per Ende 2017 hat Bertelsmann konzernweit die aus der Implementierung von IFRS 15 erwarteten Auswirkungen auf Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang je Business Unit auf Basis der 2017 erzielten Umsatzerlöse bzw. Bilanzwerte zum 31. Dezember 2017 erhoben. In Bezug auf die einzelnen Unternehmensbereiche sind die folgenden Auswirkungen identifiziert worden:
Durch die oben ausgeführten Änderungen wird sich zum Umstellungszeitpunkt am 1. Januar 2018 ein in den Gewinnrücklagen zu erfassender kumulierter Erstanwendungseffekt im niedrigen einstelligen Millionenbereich ergeben. Daneben wird zum 1. Januar 2018 aufgrund der genannten Darstellungsänderungen innerhalb der Bilanz eine Bilanzverlängerung in Höhe von rund 370 Mio. € erwartet, was einem Anteil an der Konzernbilanzsumme von 1,5 Prozent entspricht. In Bezug auf die Gewinn- und Verlustrechnung führen die genannten Ausweisänderungen zu einer Verminderung der EBITDA-Marge um etwa 0,25 Prozentpunkte. Der Konzern hat entschieden, ab dem 1. Januar 2018 folgende Erleichterungen anzuwenden:
Der im Januar 2016 veröffentlichte IFRS 16 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. IFRS 16 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen IAS 17 "Leasingverhältnisse", IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC 15 "Operating-Leasingverhältnisse - Anreize" und SIC 27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen". Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Leasingnehmer und führen dazu, dass grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Der Standard ersetzt die lineare Erfassung von Aufwendungen aus Operating Lease gemäß IAS 17 durch die Erfassung eines Abschreibungsaufwands für das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und die Erfassung von Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten (innerhalb des Finanzergebnisses). Darüber hinaus enthält IFRS 16 erweiterte Anhangangaben für Leasingnehmer. Die Regelungen des IFRS 16 für Leasinggeber sind weitgehend unverändert zu den aktuellen Bilanzierungsregeln nach IAS 17. Der Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Bei der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 besteht ein Wahlrecht zwischen einem vollständig retrospektiven Ansatz und einem modifiziert retrospektiven Ansatz. Die Einführung des IFRS 16 erfolgt im Bertelsmann-Konzern im Rahmen eines konzernweiten Umstellungsprojekts. Dabei wurden zunächst wesentliche Mietverträge des Bertelsmann-Konzerns analysiert, um unter anderem die Methode der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 festzulegen. Die Analyse der wesentlichen Mietverhältnisse ist noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen der weiteren Analyse aller Mietverträge werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss quantifiziert. Zum 31. Dezember 2017 beträgt der Barwert der Verpflichtungen aus unkündbaren Mietverhältnissen, die gemäß IAS 17 als Operating Leases qualifiziert wurden und voraussichtlich zu einer Aktivierung von Nutzungsrechten nach IFRS 16 führen werden, 1.261 Mio. €. Der Bertelsmann-Konzern wird künftig ein entsprechendes Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und eine Leasingverbindlichkeit bilanzieren, sofern im Einzelfall nicht die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse oder Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Anspruch genommen werden. Die Entscheidung über die Ausübung der Bilanzierungswahlrechte für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte sowie über die Methode zur Erstanwendung des IFRS 16 ist im Bertelsmann-Konzern noch nicht getroffen worden. Es ist davon auszugehen, dass die Erstanwendung des IFRS 16 aufgrund des Ansatzes der Nutzungsrechte an den zugrunde liegenden Leasinggegenständen sowie des Ansatzes einer Leasingverbindlichkeit einen wesentlichen Effekt auf die Konzernbilanz des Bertelsmann-Konzerns haben wird. Im Hinblick auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden anstelle der bisherigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen für Operating Leases unter IFRS 16 künftig die Abschreibungen der Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen. Entsprechend wird sich mit Einführung des IFRS 16 eine Verbesserung des EBITDA ergeben. In der Konzern-Kapitalflussrechnung wird sich aus der Anwendung von IFRS 16 eine Verbesserung des operativen Cashflows ergeben, während der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reduzieren wird. Eine verlässliche Schätzung zur Höhe des finanziellen Effekts kann erst nach Abschluss der konzernweiten Überprüfung der Mietverträge abgegeben werden. Der Bertelsmann-Konzern verzichtet auf eine vorzeitige Anwendung der Standards IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16. KonsolidierungKonsolidierungsgrundsätzeDer Bertelsmann-Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens sowie von dessen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemäß IFRS 10 beherrscht werden. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht, und endet, wenn Bertelsmann die Möglichkeit der Beherrschung verliert. Der Gewinn oder Verlust und jede Komponente des Gesamtergebnisses werden den Anteilseignern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet, auch wenn dadurch die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen. Unternehmenszusammenschlüsse werden entsprechend IFRS 3 nach der Erwerbsmethode bilanziert. Anteile nicht beherrschender Anteilseigner werden mit den anteiligen beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden bewertet. Wenn die übertragene Gegenleistung des Unternehmenszusammenschlusses oder die den identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens zuzuweisenden beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mittels dieser provisorischen Werte bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 3.45 unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraums von einem Jahr. Vergleichsinformationen für Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung werden so dargestellt, als wären sie bereits zum Erwerbszeitpunkt vollzogen. Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Nach dem Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens erfolgt dessen Endkonsolidierung entsprechend den Vorschriften des IFRS 10. Alle an dem ehemaligen Tochterunternehmen weiterhin gehaltenen Anteile sowie alle von dem ehemaligen oder an das ehemalige Tochterunternehmen geschuldeten Beträge werden ab dem Zeitpunkt des Beherrschungsverlustes gemäß der anzuwendenden IFRS bilanziert. Gemeinschaftsunternehmen gemäß IFRS 11 und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die Bertelsmann maßgeblichen Einfluss ausübt. Dies ist regelmäßig bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 Prozent der Fall. Bei geringerem Anteilsbesitz wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode durch das Vorliegen eines maßgeblichen Einflusses nach IAS 28.6 begründet. Bei einem Übergang von der Bilanzierung als Finanzinvestition hin zu der Equity-Methode werden die Vorschriften des IFRS 3 analog angewendet, sodass der beizulegende Zeitwert der Altanteile im Übergangszeitpunkt in die Anschaffungskosten der at-equity bilanzierten Beteiligung einfließt. Die Differenz zwischen Zeit- und Buchwert der Altanteile wird ergebniswirksam erfasst. Bei der Anwendung der Equity-Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen, das eine Investmentgesellschaft ist, behält Bertelsmann, das selbst keine Investmentgesellschaft ist, in der Regel die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bei, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet. Unwesentliche Beteiligungen werden im Bertelsmann-Konzern unter Berücksichtigung von IAS 39 dargestellt. KonsolidierungskreisBertelsmann ist an der RTL Group mit 75,1 Prozent und an Penguin Random House mit 75 Prozent (Vj.: 53 Prozent) als Mehrheitsgesellschafter beteiligt. Gruner + Jahr, BMG, Arvato, die Bertelsmann Printing Group und die Bertelsmann Education Group sowie Bertelsmann Investments gehören jeweils zu 100 Prozent zu Bertelsmann. Zusammensetzung Konsolidierungskreis
1) Einschließlich der Bertelsmann SE &
Co. KGaA.
Entwicklung Konsolidierungskreis
Nicht im Konsolidierungskreis enthalten sind 213 (Vj.: 227) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns. Die vollständige Liste des Anteilsbesitzes des Bertelsmann-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB wird als Anlage zum vorliegenden Konzernabschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der Hauptversammlung ausgelegt. Akquisitionen und DesinvestitionenIm Geschäftsjahr 2017 betrug der Cashflow aus Akquisitionstätigkeit insgesamt -213 Mio. € (Vj.: -278 Mio. €), davon entfielen auf die Neuerwerbe des Berichtsjahres nach Abzug erworbener liquider Mittel -178 Mio. € (Vj.: -250 Mio. €). Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich auf insgesamt 273 Mio. € (Vj.: 354 Mio. €) unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 19 Mio. € (Vj.: 21 Mio. €). Des Weiteren wurden im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben Put-Optionen in Höhe von 12 Mio. € (Vj.: 18 Mio. €) bilanziert. Im Januar 2017 erwarb BMG 100 Prozent der amerikanischen Unternehmensgruppe BBR Music Group (BBRMG), die die Country-Music-Labels Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records und den Musikverlag Magic Mustang Music umfasst. Der Abschluss sichert BMG eine bedeutende Position in der "Country-Hauptstadt" Nashville im US-Bundesstaat Tennessee - und verspricht Künstlern und Songwritern, die bei BBRMG und BMG unter Vertrag stehen, zahlreiche Vorteile. Die Kunden von BBRMG profitieren von einer deutlich größeren internationalen Reichweite, indem sie Teil der globalen Plattform von BMG werden; zudem stehen den Musikern bei BMG umfangreiche Marketingressourcen zur Verfügung. Die übertragene Gegenleistung beträgt 95 Mio. € und wird vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Die Kaufpreisvereinbarung enthält eine variable Gegenleistung in Abhängigkeit von zukünftigen Verkaufszahlen von bei BBRMG unter Vertrag stehenden Künstlern. Die maximale variable Gegenleistung beträgt 25 Mio. US-$. Zum 31. Dezember 2017 erwartet Bertelsmann keine Auszahlung aus dieser variablen Gegenleistung. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 6 Mio. €, der hauptsächlich aus potenziell zu realisierenden Synergieeffekten und aus zukünftigen zusätzlichen Absatzpotenzialen aus der Zusammenführung von BBRMG und BMG resultiert. Aus steuerlicher Sicht wird der Erwerb aufgrund einer Wahlrechtsausübung in den USA als Asset Deal behandelt. Auf Einzelebene ist die gesamte übertragene Gegenleistung daher über 15 Jahre steuerlich abzugsfähig. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2017 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Im Juli 2017 übernahm Penguin Random House 100 Prozent der Anteile an der Verlagsgruppe Ediciones B von der spanischen Mediengruppe Grupo Zeta. Penguin Random House sieht die Übernahme als Stärkung der Marktposition und der kulturellen Bedeutung von Penguin Random House Grupo Editorial in Spanien, Lateinamerika und der gesamten spanischsprachigen Welt. Die übertragene Gegenleistung betrug 37 Mio. € und wurde vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 28 Mio. €, der im Wesentlichen Synergiepotenziale repräsentiert, die aus Effizienzoptimierungen in Bezug auf direkte und strukturelle Aufwendungen realisiert werden sollen. Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen 2 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Außerdem tätigte der Bertelsmann-Konzern im Geschäftsjahr 2017 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen nicht wesentlich waren. Nach Abzug erworbener liquider Mittel erfolgten für diese Akquisitionen Zahlungen in Höhe von -93 Mio. €, die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich für diese Akquisitionen auf 141 Mio. € unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 19 Mio. €. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 133 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln und in Höhe von 7 Mio. € steuerlich abzugsfähig sind. Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die mit den Transaktionen verbundenen Aufwendungen 2 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Die Kaufpreisallokationen berücksichtigen sämtliche bis zur Aufstellung dieses Abschlusses verfügbaren Informationen über Fakten und Umstände, die zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt bestanden. Soweit innerhalb des zwölfmonatigen Bewertungszeitraums nach IFRS 3 weitere solche Fakten und Umstände bekannt werden, erfolgt eine entsprechende Anpassung der Kaufpreisallokation. Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit zum Teil vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden: Auswirkungen der Akquisitionen
Sämtliche im Geschäftsjahr 2017 getätigten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 115 Mio. € zum Umsatz und -13 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2017 hätten diese 156 Mio. € zum Umsatz und -17 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf 35 Mio. €. Davon entfallen 33 Mio. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie 2 Mio. € auf sonstige Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit 6 Mio. € wertberichtigt, sodass der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 39 Mio. € beträgt. Die sonstigen Forderungsposten sind nur in geringem Umfang wertberichtigt, sodass der beizulegende Zeitwert dem Bruttobetrag entspricht. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden erfolgt bei der Anwendung des IFRS 3 vorrangig nach dem marktpreisorientierten Verfahren. Danach werden Vermögenswerte und Schulden mit ihren an einem aktiven Markt feststellbaren Preisen bewertet. Ist eine Bewertung nach dem marktpreisorientierten Verfahren nicht möglich, wird das kapitalwertorientierte Verfahren herangezogen. Danach ergibt sich der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld als Barwert der zukünftig zufließenden bzw. abfließenden Zahlungen (Cashflows). Im Rahmen der Desinvestitionen erzielte der Bertelsmann-Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von 4 Mio. € (Vj.: -28 Mio. €). Die Desinvestitionen haben zu einem Verlust aus Endkonsolidierung von -10 Mio. € (Vj.: -33 Mio. €) geführt, der in der Position "Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen" ausgewiesen wird. Ihre Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Bertelsmann-Konzerns zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung zeigt die nachfolgende Tabelle: Auswirkungen der Desinvestitionen
Nicht fortgeführte AktivitätenDas Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von -7 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) umfasst Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gesellschaften des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen VermögenswertenDie Buchwerte der als zur Veräußerung gehaltenen klassifizierten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und zugehörige Schulden
Die RTL Group hatte im Oktober 2016 eine Vereinbarung zum Verkauf der Media Properties Sarl abgeschlossen. Die Media Properties Sarl hält die neuen Gebäude der RTL Group in Luxemburg ("RTL City"). Der Verkauf sollte im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Zum Jahresabschluss 2016 wurden die Gebäude daher als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ausgewiesen. Im Mai 2017 beschlossen die Vertragsparteien im gegenseitigen Einvernehmen, auf die Transaktion zu verzichten. Das Management der RTL Group hat sich entschlossen, den Verkaufsprozess im kommenden Jahr nicht weiter zu verfolgen. Dementsprechend wurden die Gebäude in Höhe von 83 Mio. € von den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in die Sachanlagen reklassifiziert. Ein darauf entfallender unwesentlicher Abschreibungsaufwand wurde rückwirkend im zweiten Quartal erfasst. Bei Veräußerungsgruppen, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet wurden, wurden im Vorjahr Wertminderungsaufwendungen in Höhe von -14 Mio. € erfasst, die im Wesentlichen auf eine im Unternehmensbereich Arvato geplante Veräußerung entfielen. Im Geschäftsjahr 2017 wurde der Verkauf abgeschlossen. Die beizulegenden Zeitwerte sind der Stufe 3 der Hierarchie der nicht wiederkehrenden beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Die Bewertungen der Stufe 3 basieren auf den Informationen der Vertragsverhandlungen. Die ergebniswirksam erfassten Wertminderungsaufwendungen sind unter den "Sonstigen betrieblichen Aufwendungen" erfasst. FremdwährungsbewertungTransaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung eines Tochterunternehmens abweichende Währung lauten, werden in der funktionalen Währung mit dem Umrechnungskurs am Tag ihrer erstmaligen Bilanzierung erfasst. Zum Bilanzstichtag werden auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der funktionalen Währung mit dem dann gültigen Stichtagskurs bewertet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Bilanzposten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt. FremdwährungsumrechnungJahresabschlüsse von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die in Fremdwährung aufgestellt wurden, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, bevor sie in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden in die Berichtswährung erfolgt zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag, während die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet wird. Unterschiede aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Solche Differenzen entstehen bei der Umrechnung von Bilanzposten zu einem Stichtagskurs, der vom vorherigen Stichtagskurs abweicht, sowie durch den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Stichtagskurs bei der Umrechnung des Konzernergebnisses. Zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen, die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in einem separaten Bestandteil des Eigenkapitals kumuliert wurden, vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt: Euro-Wechselkurse der wichtigsten Fremdwährungen
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenErtrags- und AufwandsrealisierungUmsatzerlöse werden gemäß IAS 18 erfasst. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Preisnachlässe, Rabatte und ähnliche andere Abzüge gekürzt. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern gelten als realisiert, wenn der Bertelsmann-Konzern die maßgeblichen Risiken und Chancen aus dem Eigentum der Güter auf den Käufer übertragen hat und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen werden erfasst, wenn die entsprechende Werbung oder Anzeige im jeweiligen Medium erscheint. Erträge aus Nutzungsentgelten (Lizenzen) werden periodengerecht entsprechend den Bestimmungen des zugrunde liegenden Vertrages erfasst. Umsatzerlöse aus Dienstleistungsgeschäften werden entsprechend ihrem Wertschöpfungsanteil erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in Übereinstimmung mit IAS 39 periodengerecht erfasst. Dividenden werden erst im Zeitpunkt der Entstehung des Rechtsanspruchs des Anteilseigners auf Zahlung ergebniswirksam vereinnahmt. Übrige Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich bestimmbar ist. Aufwendungen werden nach sachlichen oder zeitlichen Kriterien abgegrenzt. Geschäfts- oder FirmenwerteDer aus einem Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird bei dem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Im Bertelsmann-Konzern werden Werthaltigkeitstests auf Geschäfts- oder Firmenwerte wie im Abschnitt "Wertminderungen" erläutert durchgeführt. Sonstige immaterielle VermögenswerteSelbst erstellte immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens werden mit ihren aktivierungspflichtigen Herstellungskosten gemäß IAS 38 bilanziert, wenn dafür die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden ebenfalls gemäß IAS 38 mit ihren Anschaffungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Der erstmalige Ansatz von immateriellen Vermögenswerten, die im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden, erfolgt gemäß IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer grundsätzlich linear über deren Nutzungsdauer. Wertminderungen und Wertaufholungen werden gemäß den Vorschriften des Impairment-Tests gemäß IAS 36 vorgenommen. Die planmäßige Nutzungsdauer beträgt für aktivierte Software in der Regel drei bis fünf Jahre, für Belieferungsrechte und Abonnentenstämme zwei bis 15 Jahre, für Warenzeichen, Musik- und Verlagsrechte drei bis 25 Jahre. Lizenzen werden linear entsprechend der Vertragslaufzeit oder leistungsabhängig (im Verhältnis der in der Berichtsperiode erzielten Nutzungserlöse zu den gesamten geschätzten Nutzungserlösen für die gesamte Nutzungsdauer) abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Stattdessen werden sie mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. SachanlagenSachanlagen werden gemäß IAS 16 bilanziert und zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bewertet. Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Im Geschäftsjahr 2017 lagen den planmäßigen Abschreibungen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. WertminderungenGeschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden zum 31. Dezember eines jeden Jahres sowie anlassbezogen auf Wertminderung gemäß IAS 36 überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer und Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 nur dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Eine Wertminderung gemäß IAS 36 liegt vor, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag wird dabei als der jeweils höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und der Nutzungswert werden in der Regel unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, die auf im Rahmen von Unternehmensplanungen ermittelten zukünftigen Cashflow-Prognosen basiert. Bei zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wird ausschließlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als Vergleichsmaßstab herangezogen. Bei der Bestimmung des Nutzungswerts bleiben geschätzte künftige Mittelzuflüsse bzw. Mittelabflüsse, die aus künftigen Restrukturierungen oder aus der Verbesserung bzw. Erhöhung der Ertragskraft der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren, unberücksichtigt, es sei denn, die zahlungsmittelgenerierende Einheit hat sich am Bilanzstichtag zu einer Restrukturierung verpflichtet und eine entsprechende Rückstellung gebildet. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ist, sofern ein aktiver Markt besteht, der Marktpreis oder gegebenenfalls der Preis der jüngsten vergleichbaren Transaktion heranzuziehen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in der Regel unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Sofern den Vermögenswerten keine eigenen Cashflows zugeordnet werden können, werden die Wertminderungen anhand der Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt, zu denen die Vermögenswerte gehören. Die prognostizierten Cashflows werden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und in der Regel um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden werden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Die Abzinsung erfolgt grundsätzlich mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Für zahlungsmittelgenerierende Einheiten mit unterschiedlichen Risikoprofilen werden spezifische WACC abgeleitet. Der Bertelsmann-Konzern führt für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sensitivitätsanalysen durch, insbesondere für diejenigen, bei denen die Spanne zwischen erzielbarem Betrag und dem Buchwert gering ist. Sind die Gründe für einen Wertminderungsaufwand, der in früheren Perioden erfasst worden ist, entfallen, werden Zuschreibungen bis zu dem Betrag vorgenommen, der sich ergeben hätte, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Letztere Regelung gilt nicht für Geschäfts- oder Firmenwerte. Sowohl der Wertminderungsaufwand als auch eine Zuschreibung werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst. LeasingEin Leasingverhältnis gemäß IAS 17 wird zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als Finanzierungs- oder als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Bertelsmann-Konzern übertragen werden. Ein Operating-Leasingverhältnis ist ein Leasingverhältnis, bei dem es sich nicht um ein Finanzierungsleasingverhältnis handelt. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ergebniswirksam erfasst. Finanzielle VermögenswerteDer erstmalige Ansatz der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Transaktionskosten werden bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Bertelsmann-Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien bzw. Unterkategorien unterteilt:
Der Bertelsmann-Konzern nutzt die Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente" nicht. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: In diese Kategorie fallen im Wesentlichen Beteiligungen des Anlagevermögens, sofern sie nicht als Kredite und Forderungen oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 39 mit ihrem jeweiligen beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet, sofern dieser verlässlich zu ermitteln ist. Anderenfalls werden sie zu Anschaffungskosten bewertet. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Wenn ein objektiver Hinweis auf die Wertminderung vorliegt, erfolgt jedoch eine ergebniswirksame Abwertung. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Bei Veräußerung dieser Vermögenswerte werden die zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte: Unter diese Kategorie fallen Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllen. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte werden erfolgswirksam erfasst. Alle Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden gesondert als derivative Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente". Bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Vermögenswerte: In die Kategorie "Initial Recognition at Fair Value Through Profit or Loss" fallen die finanziellen Vermögenswerte, die bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Änderungen des Marktwerts werden erfolgswirksam im übrigen finanziellen Ergebnis erfasst. Ausgereichte Darlehen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Ausleihungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Eine Abzinsung erfolgt bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen langfristigen Darlehen und Forderungen. Gibt es einen objektiven Hinweis darauf, dass eine Wertminderung eingetreten ist, so wird der Buchwert unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Verlustbetrag ergebniswirksam erfasst. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Liquide Mittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände, Zahlungsmitteläquivalente umfassen kurzfristige hochliquide Wertpapiere, deren Restlaufzeit beim Erwerb maximal drei Monate beträgt. Wertminderungen und Wertaufholungen: Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Derartige Hinweise liegen in folgenden Fällen vor: Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden oder einer Gruppe von Kunden, der Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, die Wahrscheinlichkeit, Insolvenz zu erklären oder einer anderen finanziellen Restrukturierung zu unterliegen, und erkennbare Tatsachen, die auf eine messbare Verringerung der geschätzten zukünftigen Kapitalflüsse hindeuten, wie beispielsweise ungünstige Veränderungen der Zahlungslage des Kreditnehmers oder der Wirtschaftslage, die mit dem Leistungsverzug übereinstimmen. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Verlustbetrag im Falle einer Wertminderung der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows -abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts. Sofern sich zu späteren Bewertungszeitpunkten ergibt, dass der beizulegende Zeitwert gestiegen ist, erfolgt eine ergebniswirksame Wertaufholung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Wertaufholung erfolgt nicht, sofern es sich um nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente handelt, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet wurden. Im Falle einer Wertminderung der zu Anschaffungskosten bewerteten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte ergibt sich der Betrag der Wertberichtigung aus der Differenz zwischen dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts und dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem risikoadjustierten Zinssatz. Bewertung zum beizulegenden ZeitwertBei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hängt das angewendete Bewertungsverfahren davon ab, welche Inputfaktoren jeweils vorliegen. Wenn notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte ermittelt werden können, werden diese zur Bewertung herangezogen (Stufe 1). Wenn dies nicht möglich ist, werden die beizulegenden Zeitwerte vergleichbarer Markttransaktionen herangezogen sowie finanzwirtschaftliche Methoden, basierend auf beobachtbaren Marktdaten, verwendet (Stufe 2). Sofern die beizulegenden Zeitwerte nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, werden sie mithilfe anerkannter finanzmathematischer Methoden oder auf Basis von beobachtbaren erzielbaren Preisen im Rahmen von zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des jeweiligen Unternehmens ermittelt (Stufe 3). VorräteVorräte, darunter Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Handelswaren, werden gemäß IAS 2 bilanziert und am Bilanzstichtag grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Gleichartige Vorräte werden zu Durchschnittskosten oder nach dem FIFO-Verfahren (first in, first out) bewertet. Darüber hinaus werden im Vorratsvermögen alle kurzfristigen Film-, Fernseh- und ähnlichen Rechte ausgewiesen, die zur Ausstrahlung oder zum Verkauf im normalen operativen Geschäftszyklus bestimmt sind. Dazu gehören insbesondere sich in der Produktion befindende Film- und Fernsehformate, Koproduktionen sowie erworbene Senderechte. Der Ansatz zum Bilanzstichtag erfolgt auch hier mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Der Verbrauch von Film- und Fernsehrechten erfolgt mit Beginn der ersten Ausstrahlung und ist entweder von der Anzahl der geplanten Ausstrahlungen oder von den erwarteten Umsatzerlösen abhängig. Der ausstrahlungsbedingte Verbrauch bei den Film- und Fernsehrechten ist wie folgt:
Kundenspezifische FertigungsaufträgeIm Geschäftsjahr 2017 wurden keine wesentlichen Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen realisiert. ErtragsteuernIn Übereinstimmung mit IAS 12 werden laufende Ertragsteuern auf Basis des jeweiligen gesellschaftsspezifischen steuerlichen Einkommens des Geschäftsjahres ermittelt. Bei der Berechnung laufender und latenter Steuern werden die anwendbaren steuerlichen Gesetze und steuerlichen Rechtsprechungen der jeweiligen Länder berücksichtigt, in denen die konsolidierten Konzerngesellschaften ihren Sitz haben. Laufende und latente Steuern werden im Falle von bestehenden steuerlichen Organschaften und von steuertransparenten Gesellschaften in Übereinstimmung mit den jeweils anzuwendenden steuerlichen Anforderungen und der formell gültigen gesellschaftsrechtlichen Sichtweise bilanziert. Danach erfolgt der Ausweis laufender und latenter Steuern im Konzernabschluss auf Ebene der Gesellschaft, die die jeweilige Steuerschuld besitzt. Aktive und passive latente Steuern werden nach Maßgabe von IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen der IFRS-Konzernbilanz sowie für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung in einem überschaubaren Zeitraum nicht zu erwarten ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche zu versteuernden temporären Differenzen gebildet. Aktive und passive latente Steuern auf temporäre Differenzen, die aus Unternehmenserwerben entstehen, werden angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich nicht berücksichtigt werden. Bei der Berechnung werden diejenigen Steuersätze angewendet, deren Gültigkeit zum Zeitpunkt der Umkehrung temporärer Differenzen bzw. Nutzung der Verlustvorträge erwartet wird. Latente Steuern werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Sachverhalte, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden latente Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Kumuliertes übriges EigenkapitalIm kumulierten übrigen Eigenkapital werden neben den Unterschieden aus den Umrechnungsdifferenzen auch unrealisierte Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (Available-for-Sale) und von Finanzderivaten, die zur Sicherung eines künftigen Zahlungsstroms (Cash Flow Hedge) eingesetzt werden, gemäß IAS 39 erfolgsneutral bilanziert. Darüber hinaus werden gemäß IAS 28.10 Veränderungen im sonstigen Ergebnis bei nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen erfasst. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden im Zuge der Verteilung des Gesamtergebnisses der Periode in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den Gewinnrücklagen im Jahr des Anfalls dieser Gewinne und Verluste erfasst. Der Ausweis von latenten Steuern auf die oben genannten Sachverhalte erfolgt dementsprechend ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital. RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der im Pensionsaufwand enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden sofort erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und in einer nachfolgenden Periode auch nicht mehr ergebniswirksam umgegliedert (recycled). Mit Ausnahme der nach IAS 19 berechneten übrigen personalbezogenen Rückstellungen werden alle anderen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet. Der Ansatz erfolgt in Höhe des wahrscheinlichsten Verpflichtungsumfangs. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Die Abzinsungssätze berücksichtigen aktuelle Markterwartungen und gegebenenfalls für die Schuld spezifische Risiken. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden grundsätzlich in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt, in dem zuvor die Zuführung erfasst wurde. VerbindlichkeitenBei erstmaligem Ansatz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten inklusive des Genusskapitals zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial Liabilities at Amortized Cost), es sei denn die finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Die ebenfalls unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen sind gemäß IAS 17 mit ihrem Nettobarwert erfasst. Zukünftige Zahlungen im Zusammenhang mit den vom Bertelsmann-Konzern ausgegebenen Put-Optionen auf Eigenkapitalanteile von Tochtergesellschaften werden als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Der erstmalige Ansatz der Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des Rückzahlungsbetrags mit einer entsprechenden Reduzierung des Eigenkapitals. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses mit dem Übergang der Risiken und Chancen aus den der Put-Option zugrunde liegenden Eigenkapitalanteilen von den nicht beherrschenden Anteilen auf den Bertelsmann-Konzern wird beim erstmaligen Ansatz der Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend erhöht. Die Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus Put-Optionen erfolgt ergebniswirksam. Derivative FinanzinstrumenteNach IAS 39 werden alle derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Abschlusstag des Geschäfts. Bei Vertragsabschluss eines Derivates wird festgelegt, ob dieses zur Absicherung eines Bilanzpostens (Fair Value Hedge) oder zur Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cash Flow Hedge) dient. Einzelne Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen von IAS 39 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen (Stand-alone Hedge). Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten werden wie folgt erfasst: 1. Fair Value Hedge: Marktwertänderungen dieser Derivate, die zur Absicherung von Vermögenswerten bzw. Schulden dienen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; der entsprechende Gewinn oder Verlust aus der Bewertung des gesicherten Bilanzpostens wird ebenfalls sofort im Ergebnis ausgewiesen. 2. Cash Flow Hedge: Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Derivate, die zur Absicherung künftiger Cashflows dienen, wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier eingestellten Werte werden bei Zugang eines zugrunde liegenden, nicht finanziellen Vermögenswerts bzw. einer nicht finanziellen Verbindlichkeit in die Erstbewertung einbezogen (Basis Adjustment). In den anderen Fällen erfolgt die Umgliederung der zuvor erfassten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst. 3. Stand-alone Hedge: Marktwertänderungen von Derivaten, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden entsprechend der Kategorie "Held for Trading" in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und sind somit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine Sicherungsgeschäfte mit Fair Value Hedge erfasst. Ebenso lag keine Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb vor. Anteilsbasierte VergütungAnteilsbasierte Vergütungen für Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns umfassen Vergütungspläne, deren Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt, sowie Vergütungspläne mit Barausgleich. Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden ausgewählten Geschäftsführern und leitenden Angestellten in Form von Aktienoptionen gewährt. Diese Optionen werden zu dem am Tag der Ausgabe geltenden Marktpreis gewährt und sind zu diesem Preis ausübbar. Für Aktienoptionen erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung ermittelt und verteilt sich über den Zeitraum, für den die Mitarbeiter vorbehaltlos Anspruch auf die Optionen haben. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird mithilfe eines Binomialmodells zur Bestimmung von Optionspreisen bemessen, wobei die Bedingungen, zu denen die Optionen gewährt wurden, berücksichtigt werden. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die tatsächliche Anzahl an ausübbaren Aktienoptionen wiederzugeben. Aktienoptionen, deren Verfall nur auf ein Nichterreichen des für die Ausübung vorgeschriebenen Aktienkurses zurückzuführen ist, sind hiervon ausgenommen. Die finanzielle Verbindlichkeit, die aufgrund einer anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich entsteht, wird unter Anwendung eines Optionspreismodells mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet. Bis zur Begleichung der Verpflichtung ist deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen und alle Wertänderungen sind ergebniswirksam als Personalaufwand der Periode zu erfassen. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und zugehörige SchuldenLangfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Solche langfristigen Vermögenswerte und die zugehörigen Schulden werden gemäß IFRS 5 in separaten Bilanzposten dargestellt. Die Bewertung erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht erfasst, solange ein langfristiger Vermögenswert als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehört. Unternehmensbestandteile, die die Anforderungen des IFRS 5.32 erfüllen, werden als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung entsprechend gesondert dargestellt. Alle in der Berichtsperiode vorgenommenen Änderungen von Beträgen, die in direktem Zusammenhang mit der Veräußerung einer nicht fortgeführten Aktivität in einer der vorangehenden Perioden stehen, werden ebenfalls in dieser gesonderten Kategorie angegeben. Wird ein Unternehmensbestandteil nicht mehr als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, so wird das Ergebnis dieses Unternehmensbestandteils, das zuvor unter nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wurde, für alle dargestellten Berichtsperioden in die fortgeführten Aktivitäten umgegliedert. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den Schätzwerten abweichen. Nachstehend werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen dargestellt, die im Bertelsmann-Konzernabschluss wesentlich für das Verständnis der mit der Finanzberichterstattung verbundenen Unsicherheiten sind.
Darüber hinaus werden bei Kaufpreisallokationen Annahmen hinsichtlich der Bewertung von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden getroffen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die erworbenen immateriellen Vermögenswerte, da als Bewertungsmaßstab der beizulegende Zeitwert dient, der in der Regel als Barwert der zukünftigen Cashflows nach Berücksichtigung des Barwerts des abschreibungsbedingten Steuervorteils (Tax Amortization Benefit) ermittelt wird. Ferner basiert die Festlegung konzerneinheitlicher Nutzungsdauern auf Einschätzungen des Managements. Allgemeine Ausführungen zu Nutzungsdauern finden sich in den Abschnitten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und "Sachanlagen". Annahmen und Schätzungen liegen auch den Beurteilungen hinsichtlich der Realisierbarkeit unsicherer Steuerpositionen und zukünftiger Steuerentlastungen zugrunde. Die Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12, wenn eine Zahlung oder eine Erstattung für das Steuerrisiko wahrscheinlich ist. Die Bewertung der unsicheren Steuerpositionen erfolgt mit ihrem wahrscheinlichen Wert. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie später wahrscheinlich genutzt werden können. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern werden verschiedene Faktoren herangezogen, darunter die vergangene Ertragslage, die Unternehmensplanung und Steuerplanungsstrategien sowie Verlustvortragsperioden. Erläuterungen zur Beurteilung der Realisierbarkeit steuerlicher Entlastungen werden unter Textziffer 9 "Ertragsteuern" dargelegt. Annahmen werden zudem bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten getroffen. Hierbei verwendet Bertelsmann verschiedene finanzmathematische Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Die in die Modelle eingehenden Inputfaktoren stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen solche nicht vor, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Annahmen des Managements. Diese Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko und Ausfallrisiken. Des Weiteren beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf die anteilsbasierte Vergütung. Die Bedingungen der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich und der Aktienoptionspläne werden im Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütungen" unter Textziffer 18 "Eigenkapital" näher erläutert. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt. VorjahresinformationenDie Positionen "Bestandsveränderungen" und "Andere aktivierte Eigenleistungen" werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nicht mehr separat, sondern unter der Position "Materialaufwand" ausgewiesen. Mit den Umgliederungen erhöhen sich Klarheit, Lesbarkeit und Vergleichbarkeit mit den internationalen Unternehmen, die ihre Konzernabschlüsse unter Anwendung des Umsatzkostenverfahrens aufstellen. Für die bessere Vergleichbarkeit wurden die Zahlen der Vorjahresperiode angepasst. Da diese Positionen nur innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurden, bleiben die Höhe des EBIT und das Konzernergebnis unverändert. Weitere Erläuterungen finden sich in der Textziffer 14 "Vorräte". Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz1 Umsatzerlöse
Der Posten "Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen" umfasst unter anderem Erlöse aus Tauschgeschäften in Höhe von 56 Mio. € (Vj.: 58 Mio. €), die vor allem bei der RTL Group und bei Gruner + Jahr angefallen sind. 2 Sonstige betriebliche Erträge
Der Posten "Erträge aus Anlagenabgängen" enthält im Wesentlichen einen Veräußerungsgewinn in Höhe von 94 Mio. € aus dem Verkauf dreier zusammenhängender Gebäude in Paris durch die RTL Group. In dem Posten "Übrige betriebliche Erträge" ist unter anderem ein Ertrag in Höhe von 26 Mio. € aus der Ausübung der Kaufoption auf einen nicht finanziellen Vermögenswert und aus seinem unmittelbaren Weiterverkauf enthalten. 3 Personalaufwand
Die im Geschäftsjahr 2017 gezahlten Arbeitgeberbeiträge an staatliche Rentenversicherungsträger belaufen sich auf 369 Mio. € (Vj.: 342 Mio. €). 4 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Der Posten "Verwaltungskosten" umfasst unter anderem als Aufwand erfasste Zahlungen aus Operating Leases in Höhe von 270 Mio. € (Vj.: 267 Mio. €) und dazugehörige Dienstleistungen und Nebenkosten in Höhe von 29 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €) sowie bedingte Mietzahlungen in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: 7 Mio. €). Darüber hinaus umfasst dieser Posten Reparatur- und Wartungskosten in Höhe von 195 Mio. € (Vj.: 188 Mio. €) und Kosten für IT-Dienstleistungen in Höhe von 156 Mio. € (Vj.: 162 Mio. €). 6 Ergebnis aus Finanzanlagen
7 Zinserträge und Zinsaufwendungen
8 Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen
Um den wirtschaftlichen Gehalt besser widerzuspiegeln, werden Erträge und Aufwendungen aus nicht operativen Fremdwährungssicherungsgeschäften mit den Ergebnissen aus der Bewertung der wirtschaftlich abgesicherten Fremdwährungsgeschäfte saldiert und als nicht operative Währungskursgewinne bzw. -verluste ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2017 standen den Verlusten aus diesen nicht operativen Fremdwährungsgeschäften in Höhe von -194 Mio. € (Vj.: -116 Mio. €) Erträge aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von 256 Mio. € (Vj.: 190 Mio. €) gegenüber. Den Gewinnen aus den Fremdwährungsgeschäften in Höhe von 63 Mio. € (Vj.: 84 Mio. €) standen Aufwendungen aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von -114 Mio. € (Vj.: -153 Mio. €) gegenüber. 9 ErtragsteuernDie Ertragsteuern setzen sich aus den folgenden laufenden und latenten Steuern zusammen: Ertragsteuern
Das Ergebnis nach Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2017 einmalig durch die US-Steuerreform (Tax Cuts and Jobs Act) im Bereich der Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern der US-Konzerngesellschaften mit 33 Mio. € belastet. Die Neubewertung der latenten Steuern der US-Konzerngesellschaften erfolgte dabei mit dem reduzierten US-Körperschaftsteuersatz von 21 Prozent (bisher 35 Prozent). Auswirkungen aus der zum 1. Januar 2018 eingeführten Base Erosion and Anti-Abuse Tax (BEAT) sind in Übereinstimmung mit den bisher veröffentlichten Verlautbarungen nicht bei der Bewertung latenter Steuern zum 31. Dezember 2017 berücksichtigt worden. Sie werden zukünftig jeweils im Jahr der Entstehung bilanziert. Die Reduzierung des US-Körperschaftsteuersatzes von bislang 35 Prozent auf 21 Prozent wird zukünftig zu einer geringeren Steuerbelastung in den USA führen. Weitere Auswirkungen aus der US-Steuerreform auf den Konzernabschluss können sich in Bezug auf den zukünftigen Zinsabzug in den USA, die Mindestbesteuerung und die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung ergeben. Sie werden in einer tiefergehenden weiteren Analyse ermittelt. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2017 Steuersatzänderungen für die Berechnung der langfristigen temporären Differenzen in Frankreich und Großbritannien angewendet, die zu einer Entlastung im Steuerergebnis in Höhe von 13 Mio. € geführt haben. Nach der Anteilsaufstockung bei Penguin Random House wurden die US-Gesellschaften des Unternehmensbereichs erstmals in die steuerliche Organschaft der Bertelsmann Inc. einbezogen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 389 Mio. € (Vj.: 433 Mio. €) in Anspruch genommen, was zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands um 106 Mio. € (Vj.: 102 Mio. €) führte. Von den genutzten steuerlichen Verlustvorträgen entfallen 31 Mio. € (Vj.: 132 Mio. €) auf inländische Körperschaftsteuer, 29 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €) auf inländische Gewerbesteuer und 329 Mio. € (Vj.: 260 Mio. €) auf ausländische Ertragsteuern. In diesen Beträgen sind 78 Mio. € (Vj.: 40 Mio. €) Verlustvorträge enthalten, für die in der Vergangenheit keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Sie betreffen in Höhe von 2 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) inländische Körperschaftsteuer, in Höhe von 2 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) inländische Gewerbesteuer und in Höhe von 74 Mio. € (Vj.: 38 Mio. €) ausländische Ertragsteuern. Diese Nutzung führt zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands in Höhe von 20 Mio. € (Vj.: 11 Mio. €). Aktive und passive latente Steuern wurden im Zusammenhang mit folgenden Posten und Sachverhalten gebildet: Latente Steuern
Der Rückgang der passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte und der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge resultiert im Wesentlichen aus der Berücksichtigung der Auswirkungen der Steuerreform in den USA bei der Bewertung dieser Posten. Für temporäre Differenzen in Höhe von 443 Mio. € (Vj.: 781 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuerschulden angesetzt, da Bertelsmann deren Umkehrung steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Laufende sowie aktive und passive latente Steuern werden insoweit saldiert, als sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und verrechnet werden können. Die Laufzeit der latenten Steuern auf temporäre Differenzen ist im Wesentlichen langfristig geprägt. Erläuterungen zu den mit dem sonstigen Ergebnis in Zusammenhang stehenden Ertragsteuerbeträgen finden sich unter Textziffer 18 "Eigenkapital". Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steueranrechnungen wurden in denjenigen Fällen vorgenommen, in denen es nicht wahrscheinlich ist, dass sie in absehbarer Zukunft genutzt werden können. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit werden im Wesentlichen existierende passive temporäre Differenzen sowie zu erwartendes zu versteuerndes Einkommen innerhalb eines Planungszeitraums zugrunde gelegt. Temporäre Differenzen, steuerliche Verlustvorträge und Steueranrechnungen, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, sind wie folgt zeitlich vortragsfähig: Zeitliche Begrenzung
Eine Überleitung des erwarteten Steuerergebnisses auf das tatsächliche Steuerergebnis zeigt die folgende Tabelle: Überleitung zum tatsächlichen Steueraufwand
Der Ertragsteuersatz der Bertelsmann SE &Co. KGaA enthält die Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Effektiver Steuersatz
10 Immaterielle Vermögenswerte
In den sonstigen Rechten und Lizenzen sind Markenrechte, Belieferungsrechte, Verlagsrechte sowie erworbene Software und sonstige Lizenzen enthalten. Im Geschäftsjahr erwarb BMG Musikkataloge für 102 Mio. €, davon entfielen 53 Mio. € auf diverse Musikkataloge in Großbritannien und 43 Mio. € auf diverse Musikkataloge in den USA. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich eigene Film- und TV-Produktionen sowie selbst erstellte Software. Wie im Vorjahr wurden keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte lassen sich folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuordnen: Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
Die immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer betreffen im Wesentlichen die Markenrechte der Groupe M6 in Frankreich (120 Mio. €, Vj.: 120 Mio. €). Bei der Bestimmung, dass die M6-Markenrechte eine unbegrenzte Nutzungsdauer haben, hat das Management unterschiedliche Faktoren berücksichtigt, wie die vergangene und erwartete Dauerhaftigkeit der Marke, den Einfluss möglicher Veränderungen von Übertragungstechnologien, den Einfluss möglicher Entwicklungen des regulatorischen Umfelds innerhalb der französischen Fernsehindustrie, die aktuellen und erwarteten Zuschaueranteile der M6-Sender und die Strategie des Managements zum Erhalt und zur Stärkung der Handelsmarke "M6". Basierend auf einer Analyse dieser Faktoren bestehen zum 31. Dezember 2017 keine Begrenzungen in Bezug auf den Zeitraum, für den erwartet wird, dass die Marke M6 Cashflows generiert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden im Rahmen der Werthaltigkeitstests nach IAS 36 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt, die voraussichtlich von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren. Der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des auf Konzernebene erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts der RTL Group wurde anhand des Marktpreises ermittelt, der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Am 31. Dezember 2017 betrug der Marktpreis für Aktien der RTL Group S.A. an der Frankfurter Börse 67,07 € (31. Dezember 2016: 69,73 €). Eine Wertminderung des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts wurde nicht identifiziert. Ebenfalls wurde der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Groupe M6 anhand des Marktpreises ermittelt, der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Am 31. Dezember 2017 betrug der Marktpreis für Groupe-M6-Aktien an der Pariser Börse 21,54 € (31. Dezember 2016: 17,67 €). Für die übrigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entspricht der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert, der aus diskontierten Zahlungsmittelreihen abzüglich Kosten der Veräußerung abgeleitet wird und der Stufe 3 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Die prognostizierten Cashflows wurden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und wurden grundsätzlich um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden wurden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Die den Werthaltigkeitstests der einzelnen, wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte tragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde liegenden Cashflow-Prognosen basieren auf den folgenden Annahmen bezüglich der Marktentwicklung für den Beginn des Detailplanungszeitraums:
Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf Basis der diskontierten Zahlungsmittelreihen wurden darüber hinaus für die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden folgende individuelle geschäftsspezifische Wachstumsraten sowie Diskontierungssätze zugrunde gelegt: Übersicht der Wachstumsraten und Abzinsungssätze
Im Geschäftsjahr 2017 betrug der Wertminderungsaufwand auf Geschäfts- oder Firmenwerte 30 Mio. €. Dieser entfällt vollständig auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Gruner + Jahr Zeitschriften- und Digitalgeschäft International. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds und sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse im Printbereich lag der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwerts. Der Bemessung des Wertminderungsaufwands lagen folgende Annahmen zugrunde: Der Abzinsungssatz betrug 6,5 Prozent und die langfristige Wachstumsrate 0,0 Prozent. Im Vorjahr wurden keine Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erfasst. Der Ausweis der Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und auf sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen". Fremantle Media hat sich neben organischen Initiativen mit dem Ziel, neue Formate und geistiges Eigentum zu entwickeln, weiterhin auf den Erwerb und die Integration neuer Geschäfte konzentriert, um die Anzahl neuer Shows zu erhöhen, Präsenz in neuen Märkten zu gewinnen und die Position im Geschäft mit Drama-Produktionen weiter auszubauen. Darüber hinaus konzentriert sich das Management weiterhin auf Effizienzmaßnahmen, um die Marge weiter zu verbessern. Die Kernmarken von Fremantle Media haben sich gut entwickelt und dies wird auch für die kommenden Jahre erwartet. Durch den Ausbau von Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette und die Entwicklung spezifischer neuer Inhalte arbeitet Fremantle Media weiterhin an der Bildung eines skalierbaren digitalen Geschäfts. Die zunehmende Vielfalt des Portfolios von Fremantle Media hat zu einer Anpassung der unternehmensinternen Planung geführt mit einem erwarteten leichten Anstieg und Nachhaltigkeit der EBITA-Marge verglichen mit dem letzten erreichten Niveau. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 1,8 Prozent (Vj.: 2,5 Prozent) und einem Zinssatz von 7,1 Prozent (Vj.: 7,1 Prozent). Zum 31. Dezember 2017 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 202 Mio. € (Vj.: 237 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,8 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 0,9 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 1,1 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Auch wenn kurzfristig kein ausgeglichenes Ergebnis erwartet wird, zeigt StyleHaul weiterhin erhebliches Wachstum bei den Videoaufrufen und im Umsatz, vor allem in seinem Branded-Entertainment-Geschäft. Das Management sieht erhebliches Potenzial in Bezug auf eine Verbesserung der Marge, wenngleich StyleHaul sich in einer frühen Stufe seines Lebenszyklus mit Unsicherheiten in Bezug auf die künftige Entwicklung befindet. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,0 Prozent (Vj.: 2,0 Prozent) und einem Zinssatz von 11,1 Prozent (Vj.: 13,9 Prozent). Zum 31. Dezember 2017 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 4 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,3 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 0,3 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 0,4 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Die Werthaltigkeit der weiteren wesentlichen ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte war auch bei einer Variation jeweils eines der beiden bedeutendsten Einflussfaktoren Abzinsungssatz (Erhöhung um 1,0 Prozentpunkte) und langfristige Wachstumsrate (Verminderung um 1,0 Prozentpunkte) gegeben. 11 Sachanlagen
Zum Bilanzstichtag wurden Sachanlagen in Höhe von 13 Mio. € (Vj.: 8 Mio. €) als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Insgesamt wurden für Sachanlagen Wertminderungsaufwendungen in Höhe von -4 Mio. € (Vj.: -8 Mio. €) erfasst. 12 Anteile an anderen UnternehmenTochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden AnteilenAus Sicht des Bertelsmann-Konzerns entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf die Firmengruppe RTL Group sowie die Verlagsgruppe Penguin Random House. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der RTL Group mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg, beträgt nach Berücksichtigung eigener Anteile 24,3 Prozent (Vj.: 24,3 Prozent). Bei der RTL Group selbst entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf das Tochterunternehmen Groupe M6 mit Sitz in Paris, Frankreich. Der Bertelsmann-Konzern ist mit einem Anteil von 48,3 Prozent (Vj.: 48,4 Prozent) an Groupe M6 beteiligt. Von den nicht beherrschenden Anteilen der RTL Group entfallen auf Groupe M6 437 Mio. € (Vj.: 428 Mio. €). Die durch den Zusammenschluss von Random House und Penguin zum 1. Juli 2013 entstandene Verlagsgruppe Penguin Random House besteht aus den beiden rechtlichen Gruppen Penguin Random House LLC mit Sitz in Wilmington, Delaware, USA, die sämtliche Verlagseinheiten in den USA bündelt, sowie Penguin Random House Limited mit Sitz in London, Großbritannien, die alle weiteren Verlagseinheiten umfasst. Um den wirtschaftlichen Gehalt der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an den beiden Gruppen besser widerzuspiegeln, werden beide Gruppen als eine Einheit betrachtet. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der Verlagsgruppe Penguin Random House beträgt 25,0 Prozent (Vj.: 47,0 Prozent). Am 5. Oktober 2017 übernahm Bertelsmann zusätzlich zu den bisherigen 53 Prozent an Penguin Random House weitere 22 Prozent an der größten Buchverlagsgruppe der Welt von dem britischen Medien- und Bildungsunternehmen Pearson. Die übrigen 25 Prozent der Anteile an dem zum 1. Juli 2013 durch den Zusammenschluss der Buchverlagsgeschäfte Random House und Penguin Group entstandenen Unternehmen verbleiben bei Pearson. Mit der strategischen Dreiviertelmehrheit sichert sich Bertelsmann mehr Governance-Rechte bei Penguin Random House und stellt somit künftig unter anderem den Chairman des Board of Directors der Buchverlagsgruppe. Die Kaufpreiszahlung für den 22-Prozent-Anteil betrug 505 Mio. €. Darüber hinaus fielen Transaktionsnebenkosten in Höhe von 4 Mio. € an, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden. Die Transaktion wurde in Übereinstimmung mit IFRS 10 als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Differenz zwischen Kaufpreis inklusive der Transaktionsnebenkosten in Höhe von 509 Mio. € und dem Buchwert der erworbenen nicht beherrschenden Anteile wurde im Eigenkapital erfasst. Die Transaktion bewirkte eine Verringerung des auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallenden Eigenkapitals in Höhe von 275 Mio. € und des auf die nicht beherrschenden Anteilseigner entfallenden Eigenkapitals in Höhe von 233 Mio. €. Neben der Anteilsaufstockung wurden Vereinbarungen zu Dividendenausschüttungen an die Gesellschafter von Penguin Random House getroffen. Auf Pearson entfällt dabei eine Sonderdividendenausschüttung in Höhe von 430 Mio. €, davon wurden 373 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 gezahlt und weitere 57 Mio. € sind im Geschäftsjahr 2018 zahlbar. Veränderung des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 erwarb RTL Group die verbleibenden 36,4 Prozent (auf vollständig verwässerter Basis) der nicht beherrschenden Anteile an SpotX Inc. ("SpotX") durch Ausübung einer Kaufoption für 128 Mio. €, hiervon 7 Mio. € als Bareinlage in SpotX. Der Kaufpreis ist Gegenstand einer leistungsbasierten Anpassung von bis zu 8 Mio. US-$, falls SpotX im Geschäftsjahr 2017 einen festgelegten Grenzwert in Bezug auf Nettoumsatz und EBITDA erreicht. Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit beträgt null zum 31. Dezember 2017. Der Erwerb der Anteile an SpotX führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre in Höhe von 83 Mio. €. Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen für die RTL Group sowie Penguin Random House inklusive der Beteiligungen an deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Die aufgeführten Informationen beziehen sich auf die Beträge vor konzerninternen Eliminierungen. Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
Anteile an at-equity bilanzierten BeteiligungenDie Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen entfallen in Höhe von 46 Mio. € (Vj.: 44 Mio. €) auf Gemeinschaftsunternehmen und in Höhe von 906 Mio. € (Vj.: 997 Mio. €) auf assoziierte Unternehmen. Anteile an GemeinschaftsunternehmenZum 31. Dezember 2017 wurden Anteile an 28 (Vj.: 26) einzeln betrachtet unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu diesen Gemeinschaftsunternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen. Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen
Anteile an assoziierten UnternehmenZum 31. Dezember 2017 wurden Anteile an 63 (Vj.: 52) assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die Beteiligung der RTL Group an Atresmedia mit Sitz in San Sebastian de los Reyes, Spanien, ist wie im Vorjahr einzeln betrachtet wesentlich für den Konzern. Zum 31. Dezember 2017 beträgt die Quote unter Berücksichtigung eigener Anteile 18,7 Prozent (Vj.: 18,7 Prozent). Am 31. Dezember 2017 betrug der Börsenwert von Atresmedia, die an der Madrider Börse gelistet ist, 1.964 Mio. € (Vj.: 2.345 Mio. €). Der anteilige beizulegende Zeitwert der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an Atresmedia betrug am 31. Dezember 2017 366 Mio. € (Vj.: 437 Mio. €). Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu Atresmedia. Bei den dargestellten Informationen handelt es sich um die in dem Abschluss von Atresmedia dargestellten Beträge, zuzüglich der im Rahmen der Durchführung der Equity-Methode vorgenommenen Anpassungen, und nicht um den Anteil des Bertelsmann-Konzerns. Finanzinformationen einzeln betrachtet wesentlicher assoziierter Unternehmen
Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert der Beteiligung an Atresmedia im Konzernabschluss zeigt folgende Tabelle: Überleitung zum Buchwert
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu den einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen. Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher assoziierter Unternehmen
Die Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2017 657 Mio. € (Vj.: 734 Mio. €). Davon entfallen auf die Beteiligung an dem Online-Bildungsdienstleister HotChalk 126 Mio. € (Vj.: 192 Mio. €) und auf die Beteiligung an dem E-Learning-Anbieter Udacity 111 Mio. € (Vj.: 134 Mio. €). Obwohl der Anteil an Udacity mit 18,6 Prozent (Vj.: 18,6 Prozent) weniger als 20 Prozent beträgt, übt der Bertelsmann-Konzern aufgrund der Präsenz im Board of Directors maßgeblichen Einfluss auf Udacity aus. Im Geschäftsjahr 2017 entfiel auf HotChalk ein anteiliges Ergebnis in Höhe von -16 Mio. € und auf Udacity in Höhe von -8 Mio. €. Für beide Beteiligungen wurde zum 31. Dezember 2017 ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Unter Berücksichtigung der aktuell angestrebten Wachstumsziele war für Udacity keine Wertminderung zu erfassen. Eine Anpassung der Wachstumsziele im Zusammenhang mit einer Neufokussierung des Geschäftsmodells für das zur Bertelsmann Education Group gehörende assoziierte Unternehmen HotChalk führte zu einem Wertminderungsaufwand in Höhe von 29 Mio. €. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 1,0 Prozent und einem Zinssatz von 11,8 Prozent. Die Erreichung der Wachstumsziele wird fortlaufend überwacht und eingeschätzt. Aufgrund der anhaltend schwierigen ökonomischen Situation in Brasilien ergab sich darüber hinaus ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 10 Mio. € für das zu Penguin Random House gehörende assoziierte Unternehmen Editora Schwarcz S.A. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 6,0 Prozent und einem Zinssatz von 13,8 Prozent aufgrund der Geschäftstätigkeit im brasilianischen Markt. Weitere 84 Mio. € (Vj.: 68 Mio. €) der Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen entfallen auf die drei University Ventures Funds, die Investitionen in wachstumsstarke Unternehmen im Bildungssektor tätigen. An diesen Fonds hält Bertelsmann zwischen 47,3 Prozent und 100 Prozent der Kapitalanteile. Da das operative Management und insbesondere die Investitionsentscheidungen bei den jeweiligen Fondsmanagern liegen, liegt trotz einer Beteiligungsquote von teilweise mehr als 50 Prozent keine Kontrolle im Sinne des IFRS 10 vor, sondern nur jeweils ein maßgeblicher Einfluss. Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen
13 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten gemäß IAS 39.46 (c) bewertet, sofern sie über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Die Bewertung der sonstigen Beteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erfolgt gemäß IAS 39.43 ff. in Verbindung mit IAS 39.55 ff. grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen umfasst neben dem Verlust aus Endkonsolidierung im Wesentlichen die Ergebnisse aus mehreren im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments getätigten Transaktionen, darunter die Ergebnisse aus dem Verkauf der Beteiligungen an Ucloud und Uxin und aus Börsengängen von BAI-Beteiligungen. Zum Bilanzstichtag wurden in Höhe von 13 Mio. € finanzielle Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Im Vorjahr wurden keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 4 Mio. € (Vj.: 9 Mio. €) wurden mit Verfügungsbeschränkung verpfändet. Für Eventualverbindlichkeiten gegenüber Dritten wurden weder im Geschäftsjahr 2017 noch 2016 finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten gestellt. 14 Vorräte
Im Geschäftsjahr 2017 wurden Abwertungen auf Vorräte in Höhe von -161 Mio. € (Vj.: -129 Mio. €) vorgenommen. Außerdem ergaben sich Zuschreibungen auf Vorräte in Höhe von 101 Mio. € (Vj.: 119 Mio. €). Diese sind sowohl auf ausstrahlungsbedingte Faktoren bei Programmrechten als auch auf gestiegene Preise auf einigen Märkten zurückzuführen. Als Sicherheit für Verbindlichkeiten wurden wie im Vorjahr keine Vorräte verpfändet. Der Materialaufwand in Höhe von 5.487 Mio. € (Vj.: 5.487 Mio. €) enthält unter anderem Bestandsveränderungen aus unfertigen und fertigen Erzeugnissen in Höhe von 77 Mio. € (Vj.: -123 Mio. €), Materialaufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 961 Mio. € (Vj.: 986 Mio. €) und Materialaufwand für Waren in Höhe von 205 Mio. € (Vj.: 228 Mio. €). Darüber hinaus sind hierin andere aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 42 Mio. € (Vj.: 34 Mio.€) enthalten. 15 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
In dem Posten "Sonstige Forderungen" werden unter anderem Forderungen in Höhe von 103 Mio. € (Vj.: 114 Mio. €) ausgewiesen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit verkauften Forderungen stehen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement von Dritten erworben und weiterveräußert hat, und Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 25 Mio. € (Vj.: 27 Mio. €) erfasst. 16 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
Die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betreffen mit 659 Mio. € (Vj.: 664 Mio. €) geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen. Grundsätzlich werden geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen wertberichtigt, wenn keine Verrechnungsmöglichkeiten mehr erwartet werden. Die Höhe dieser Wertberichtigungen basiert auf Einschätzungen der Geschäftsleitungen hinsichtlich zukünftiger Absatzmengen und Preisentwicklungen unter Berücksichtigung historischer Erfahrungen. 17 Liquide Mittel
Als Sicherheit für Verbindlichkeiten dienten liquide Mittel in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 27 Mio. €). Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine liquiden Mittel mit Verfügungsbeschränkung. 18 EigenkapitalGezeichnetes Kapital
Das im Vergleich zum Vorjahr unveränderte gezeichnete Kapital der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 1.000 Mio. € ist in 83.760 nennwertlose Namensaktien (Stammaktien) eingeteilt. Zum 31. Dezember 2017 wurden die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG) kontrolliert. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 wurde jeweils eine Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Dividende je Stammaktie jeweils 2.149 €) an die Aktionäre ausgezahlt. Die Veränderung des sonstigen Ergebnisses nach Steuern leitet sich wie folgt ab: Veränderungen der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses nach Steuern
Im Posten "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen Effekte aus der Bewertung der Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments enthalten. Weitere Erläuterungen finden sich in der Textziffer 13 "Sonstige finanzielle Vermögenswerte". Anteilsbasierte VergütungenIm Bertelsmann-Konzern bestehen anteilsbasierte Vergütungen, die durch Barausgleich oder durch Eigenkapitalinstrumente abgegolten werden. Bei der zur RTL Group gehörenden Groupe M6 existieren verschiedene Aktienoptionspläne. Metropole Television hat für Geschäftsführer und bestimmte Mitarbeiter innerhalb der Groupe M6 einen Aktienoptionsplan eingeführt. Die Anzahl der den Teilnehmern gewährten Optionen wird vom Aufsichtsrat von Metropole Television SA mit Zustimmung der Hauptversammlung festgelegt. Die Gewährungsbedingungen sind wie folgt, wobei alle Optionen durch physische Wertpapierübertragung ausgeübt werden: Gewährungs- und Ausübungsbedingungen (Groupe M6)
Die Gratisaktien-Programme unterliegen Leistungsbedingungen. Die im Juli 2015, im Juli 2016 und im Juli 2017 gewährten Programme unterliegen Wachstumszielen, bezogen auf das Konzernergebnis von Groupe M6 in den Geschäftsjahren 2015, 2016 und 2017. Das zweite im Juli 2016 gewährte Programm und die im Juli 2017 und Oktober 2017 gewährten Programme unterliegen einer kumulierten Leistungsanforderung über drei Jahre. Das im Mai 2015 gewährte Programm ist ausschließlich an die Beschäftigung in der Groupe M6 gebunden. 1.319.684 Gratisaktien sind zum Jahresende ausübbar. Zu Beginn des Jahres waren es 1.284.000. Im Jahresverlauf wurden 533.784 Gratisaktien gewährt. 475.500 Gratisaktien wurden ausgeübt, 22.600 verfielen. Die noch ausstehenden Aktienoptionen am Ende des Jahres unterliegen den folgenden Bedingungen: Bedingungen der Aktienoptionen (Groupe M6)
Am 31. Dezember 2017 betrug der Marktpreis für Groupe-M6-Aktien an der Pariser Börse 21,54 € (31. Dezember 2016: 17,67 €). Der beizulegende Zeitwert der im Gegenzug für gewährte Aktienoptionen erhaltenen Leistungen wird unter Bezug auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten Aktienoptionen bemessen. Die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Leistungen wird auf Grundlage des Binomialmodells ermittelt. Gratisaktien werden mit dem Aktienkurs des Ausgabetags, abzüglich der diskontierten Dividenden, die die Mitarbeiter während der Dauer der Ausübungsperiode nicht erhalten können, bewertet. Marktwerte der Aktienoptionen (Groupe M6)
Darüber hinaus gibt es innerhalb des Bertelsmann-Konzerns weitere anteilsbasierte Vergütungen, die für sich genommen nicht wesentlich sind. 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für die derzeitigen und früheren Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene bestehen je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Formen der Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungsplänen (Defined Contribution Plans) leistet das Unternehmen auf gesetzlicher, vertraglicher oder freiwilliger Basis Zahlungen an einen externen Fonds oder eine andere Versorgungseinrichtung. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen, sodass keine Rückstellungen gebildet werden. Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne betrug im Geschäftsjahr 2017 46 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €). Alle übrigen Altersversorgungspläne sind leistungsorientiert (Defined Benefit Plans). Die Verpflichtungen der US-Gesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand (Pläne für medizinische Versorgung) stellen ebenfalls leistungsorientierte Zusagen dar und sind in den bilanzierten Rückstellungen enthalten. Bei allen Altersversorgungsplänen ist zu unterscheiden, ob die Finanzierung über eine externe Anlage erfolgt oder nicht. Bilanzierte Nettoschuld für leistungsorientierte Pläne
Für diese leistungsorientierten Versorgungspläne werden Rückstellungen gebildet. Im Wesentlichen bestehen Festgehaltszusagen sowie Endgehaltspläne. Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne sind zum Teil demografischen, ökonomischen und rechtlichen Risiken ausgesetzt. Bei den demografischen Risiken handelt es sich insbesondere um das Langlebigkeitsrisiko der Rentenempfänger. Ökonomische Risiken beinhalten in diesem Sinne hauptsächlich unvorhersehbare Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die damit verbundenen Wechselwirkungen auf das Planvermögen und die Pensionsverpflichtungen. Rechtliche Risiken können z. B. aus Beschränkungen bei der Vermögensanlage und Mindestdotierungsvorschriften resultieren. Um diese Risiken deutlich zu minimieren, ist 2004 eine konzernweite Pensionsleitlinie eingeführt worden. Demnach sind neue Pensionspläne grundsätzlich nur als beitragsorientierte Pläne zu konzipieren, sodass die Belastungen aus Versorgungszusagen jederzeit tragbar, kalkulierbar und transparent sind und für das Unternehmen keine unbeeinflussbaren Risiken entstehen. Zudem ist der Bertelsmann-Konzern bestrebt, insbesondere bestehende endgehaltsabhängige Pensionsverträge in trendunabhängige Bausteinsysteme und Kapitalzusagen zu überführen. Aufgrund dieser Maßnahmen entfallen die Verpflichtungen nahezu vollständig auf geschlossene Pläne. Für den Bertelsmann-Konzern liegen Mindestdotierungsverpflichtungen bei den Plänen in den USA und Großbritannien vor. Der Pensionsplan in den USA unterliegt den Mindestfinanzierungsvereinbarungen gemäß dem "Employee Retirement Income Security Act of 1974" (ERISA). Hierbei wird generell ein ausfinanzierter Pensionsplan angestrebt, sodass sich die jährlichen Beiträge zum Planvermögen - wie bei einem beitragsorientierten Plan - lediglich auf die in dem Jahr erdienten Pensionsansprüche der versicherten Arbeitnehmer beschränken. Liegt keine vollständige Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen vor, ist über diesen Beitrag hinaus ein weiterer Betrag dem Planvermögen zuzuführen, dessen Höhe eine Ausfinanzierung in einem Zeitraum von sieben Jahren gewährleistet. Die Pläne in Großbritannien unterliegen dem "Pensions Act 2004", der bei jährlicher Überwachung vorsieht, in einem Dreijahresturnus die Ausfinanzierung des Pensionsplanes versicherungsmathematisch zu überprüfen und gegebenenfalls aufgetretene Defizite durch weiteres Zuführen von Planvermögen zu eliminieren. Über die in den USA und Großbritannien beschriebenen Mindestdotierungsvorschriften hinaus bestehen keine weiteren wesentlichen regulatorischen Bestimmungen. Darüber hinaus war ein Konzernunternehmen bis zum 31. Dezember 2014 an einem Pensionsplan beteiligt, der gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten wird (Multi-Employer Plan). Da die für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan erforderlichen Informationen weder zeitgerecht noch in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, wurde dieser Versorgungsplan im Konzernabschluss entsprechend den Vorschriften für beitragsorientierte Pläne berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2015 ist der rückwirkende Austritt aus diesem gemeinschaftlichen Plan zum 1. Januar 2015 erklärt worden. Dabei soll die Verpflichtung durch eine Einmalzahlung abgelöst werden, für die bereits 2014 eine Rückstellung in Höhe von 16 Mio. € gebildet wurde. Die im ersten Halbjahr 2017 begonnenen Verhandlungen zur Einigung der Austrittsmodalitäten dauern weiterhin an. Seit April 2017 leistet die Gesellschaft monatliche Beitragszahlungen, die sich im Geschäftsjahr 2018 voraussichtlich auf 1 Mio. € belaufen werden. Die Rückstellung wird fortgeführt und beträgt zum 31. Dezember 2017 weiterhin 16 Mio. €. Die zu bildenden Rückstellungen werden nach IAS 19 ermittelt, ihre Bewertung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten. Die Höhe der Rückstellungen hängt von der Dienstzeit im Unternehmen sowie von den versorgungsrelevanten Bezügen ab. Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens, das jedem Dienstjahr den entsprechenden erdienten Leistungsanspruch zuordnet und dadurch im Vergleich zum Teilwertverfahren steigenden Dienstzeitaufwand unterstellt. Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtung ist dabei der zugrunde gelegte Rechnungszins von wesentlicher Bedeutung. Dieser basiert im Bertelsmann-Konzern auf dem "Mercer Yield Curve Approach". Hierbei wird jeweils für die Eurozone, Großbritannien und die USA eine "Spot Rate Yield Curve" auf Basis von hochwertigen Unternehmensanleihen erstellt. Um den Zeitwert des Geldes gemäß IAS 19.84 angemessen darzustellen, bleiben dabei in der Basis sowohl statistische Ausreißer, die in ihrer Risikoeinstufung deutlich höher oder niedriger liegen, als auch Anleihen, die zinsverzerrende Optionen besitzen, unberücksichtigt. Für die biometrischen Grundlagen werden in Deutschland wie im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Weitere signifikante versicherungsmathematische Annahmen werden wie folgt unterstellt: Versicherungsmathematische Annahmen
Eine Erhöhung oder Verminderung der oben genannten Annahmen im Vergleich zu den tatsächlich verwendeten Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert zum 31.12.2017 gehabt: Auswirkungen der versicherungsmathematischen Annahmen
Um die Sensitivität der Langlebigkeit zu bestimmen, wurden die Sterblichkeitsraten für alle Begünstigten gleichmäßig so reduziert bzw. erhöht, dass sich die Lebenserwartung einer Person in einem landestypischen Rentenzugangsalter um ein Jahr erhöht oder vermindert. Der Anwartschaftsbarwert und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt: Entwicklung der leistungsorientierten Pläne
Von den Beiträgen zum Planvermögen entfallen 3 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €) auf Deutschland. Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen voraussichtlich auf 20 Mio. € belaufen. Im Inland bestehen Erstattungsansprüche für leistungsorientierte Verpflichtungen in Höhe von 18 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €), die im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen betreffen, die nicht an die Versorgungsberechtigten verpfändet sind. Erstattungsansprüche werden in der Bilanzposition "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen setzt sich folgendermaßen zusammen: Aufwand aus leistungsorientierten Plänen
Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar: Portfoliostruktur des Planvermögens
Das Planvermögen im Bertelsmann-Konzern dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Um eine Risikokonzentration zu vermeiden, wird das Planvermögen in verschiedene Anlageklassen investiert. Das größte Planvermögen wird durch den Bertelsmann Pension Trust e. V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige der deutschen Tochterunternehmen verwaltet. Für das CTA besteht keine Dotierungsverpflichtung. In der Berichtsperiode erfolgte keine Einzahlung in das Planvermögen. Die Anlage des Treuhandvermögens erfolgt entsprechend der Anlagerichtlinie des Treugebers als langfristig orientierter Total-Return-Ansatz. Diesem liegt die Zielsetzung zugrunde, mittels strategischer Asset-Allokation einen langfristig angemessenen Ertrag unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen und/oder Krisen zu erwirtschaften. Verantwortet wird die Kapitalanlage durch den Vorstand des Pension Trust, der den Treugeber regelmäßig über den Status und die Entwicklung des Pensionsvermögens unterrichtet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 17 Jahre (Vj.: 17 Jahre). Das Fälligkeitsprofil der erwarteten undiskontierten Pensionszahlungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: Fälligkeitsprofil der Pensionszahlungen
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen Rückstellungen für Dienstjubiläen, noch nicht abgeführte Beträge zu beitragsorientierten Plänen und Abfertigungen. Abfertigungen werden beim Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Unternehmen gezahlt und beruhen auf gesetzlichen Verpflichtungen, vorwiegend in Italien und Österreich. Rückstellungen für Jubiläumszahlungen und Abfertigungen werden analog zu den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ermittelt, allerdings werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Arbeitnehmer in Deutschland, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, können ihr Arbeitsverhältnis in ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis umwandeln. Das Altersteilzeitarbeitsverhältnis dauert zwischen zwei und fünf Jahren. Die Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen können der folgenden Tabelle entnommen werden: Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen
20 Übrige Rückstellungen
Die Restrukturierungsrückstellungen umfassen gemäß IAS 37 die Kosten für Personalabbau und sonstige Kosten, die mit der Beendigung von Unternehmensaktivitäten im Zusammenhang stehen. Für verschiedene Restrukturierungsprogramme innerhalb des Bertelsmann-Konzerns bestehen Rückstellungen in Höhe von 71 Mio. € (Vj.: 52 Mio. €). Die Zuführungen betreffen in Höhe von 18 Mio. € einen im September 2017 geschlossenen Restrukturierungsplan bei der zur RTL Group gehörenden RTL Belgium. Die Rückstellungen für Drohverlustrisiken betreffen in Höhe von 107 Mio. € (Vj.: 107 Mio. €) die RTL Group und wurden im Wesentlichen für Programmrechte erfasst. Davon entfallen auf die Mediengruppe RTL Deutschland 74 Mio. € (Vj.: 64 Mio. €) und weitere 33 Mio. € (Vj.: 42 Mio. €) auf Groupe M6. Zuführungen betreffen in Höhe von 62 Mio. € Drohverlustrisiken für Filme und Serien und in Höhe von 19 Mio. € Drohverlustrisiken für Sportsendungen. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten entfallen mit 94 Mio. € (Vj.: 90 Mio. €) im Wesentlichen auf Unternehmen der RTL Group. Sie decken erwartete Belastungen aus zum Teil mehrjährigen gerichtlichen Verfahren und außergerichtlichen Auseinandersetzungen ab. Hinsichtlich einer kartellrechtlichen Rechtsstreitigkeit wird auf den Risikobericht im zusammengefassten Lagebericht verwiesen. Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten unter anderem eine Rückstellung in Höhe von 24 Mio. € (Vj.: 26 Mio. €) für Ausgleichsverpflichtungen aus Pensionsansprüchen von Mitarbeitern des Prinovis-Standortes Ahrensburg gegenüber der Axel Springer SE. 21 Genusskapital
Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug 950 Mio. € bei einem Schlusskurs von 334,00 Prozent am letzten Handelstag des abgelaufenen Geschäftsjahres an der Frankfurter Wertpapierbörse (Vj.: 907 Mio. € bei einem Kurs von 319,00 Prozent) und entsprechend 34 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 199,00 Prozent (Vj.: 32 Mio. € bei einem Kurs von 190,00 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Weitere Erläuterungen zum Genusskapital sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. 22 FinanzschuldenUnter den Finanzschulden werden alle zum Bilanzstichtag bestehenden verzinslichen Verpflichtungen gegenüber dem Kredit- und Kapitalmarkt ausgewiesen. Die Buchwerte setzen sich wie folgt zusammen: Kurzfristige und langfristige Finanzschulden
Dem Bertelsmann-Konzern stehen über verschiedene vertragliche Vereinbarungen variabel verzinsliche und festverzinsliche Mittel zur Verfügung. Die Finanzschulden sind in der Regel unbesichert. Im Mai 2017 platzierte Bertelsmann eine öffentlich notierte Anleihe über 500 Mio. € mit einer Laufzeit von vier Jahren. Darüber hinaus hat Bertelsmann im Rahmen von Privatplatzierungen im Juli 2017 eine Anleihe über 50 Mio. € mit einer siebenjährigen Laufzeit und im August 2017 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio. € mit eineinhalbjähriger Laufzeit begeben. Zum Bilanzstichtag standen öffentlich notierte Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von 4.410 Mio. € (Vj.: 3.710 Mio. €) aus. Zur Finanzierung eines kurzfristigen Finanzmittelbedarfs wurde im Jahr 2017 mit einer international tätigen Großbank ein Kredit in Höhe von 250 Mio. US-$ abgeschlossen. Dieser führte im Wesentlichen zum Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten. Die Abweichungen der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Buchwerte von den Nominalwerten ergeben sich aus Transaktionskosten, Agien und Disagien. Anleihen, Schuldscheindarlehen
Die Dokumentation der Anleihen der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus 2012, 2014 und 2017 erfolgt auf der Grundlage von Rahmendokumentationen in Form von Debt-Issuance-Programmen. Die Hybridanleihen und Schuldscheindarlehen sowie die nicht börsennotierte Anleihe aus dem Jahr 2017 wurden auf Grundlage separater Dokumentationen begeben. Die Anleihen sind überwiegend mit einem Rating von "Baa1" (Moody's) bzw. "BBB + "(Standard & Poor's) versehen. Das Debt-Issuance-Programm wurde im April 2017 aufdatiert. Die Rahmendokumentation ermöglicht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Anleihen mit einem Volumen von insgesamt bis zu 4 Mrd. € am Kapitalmarkt zu platzieren. Die Transaktionskosten und vereinbarten Disagien oder Agien werden über die Laufzeit im Zinsergebnis berücksichtigt und verändern den Buchwert der Anleihen und Schuldscheindarlehen. Diese führen zum Jahresende zu einer Abweichung vom Nominalvolumen in Höhe von 26 Mio. € (Vj.: 26 Mio. €). Für die Bestimmung des Marktwerts der begebenen Anleihen werden grundsätzlich die Börsenkurse zu den Stichtagen herangezogen. Zum 31. Dezember 2017 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 3.695 Mio. € (Vj.: 3.121 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 3.500 Mio. € (Vj.: 3.000 Mio. €) und einem Buchwert von 3.476 Mio. € (Vj.: 2.977 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Die dabei berücksichtigte Kreditmarge resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von -0,30 Prozent bis 1,88 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. KreditlinienDer Bertelsmann-Konzern verfügt über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit international tätigen Großbanken in Höhe von 1.200 Mio. € (Vj.: 1.200 Mio. €). Diese Kreditlinie kann von der Bertelsmann SE & Co. KGaA durch variabel verzinsliche Kredite in Euro, US-Dollar und Britischem Pfund auf Basis von EURIBOR bzw. LIBOR revolvierend ausgenutzt werden. Darüber hinaus verfügt Bertelsmann über weitere syndizierte und bilaterale Kreditlinien in Höhe von 470 Mio. €, die ebenfalls durch variabel verzinsliche Kredite auf Basis von EURIBOR revolvierend ausgenutzt werden können. Zum 31. Dezember 2017 wurden die Kreditlinien in Höhe von 10 Mio. € in Anspruch genommen. LeasingverbindlichkeitenFinanzierungsleasingverhältnisse bestehen für folgende Vermögenswerte: Geleaste Vermögenswerte
Die Finanzierungsleasinggeschäfte des Konzerns resultieren insbesondere aus langfristigen Verträgen für Büroimmobilien. Am Ende der Vertragslaufzeit besteht in der Regel die Möglichkeit, diese zu erwerben. Die Finance-Lease-Verträge, die Gebäude betreffen, haben in der Regel eine unkündbare Grundmietzeit von circa 20 Jahren. Die Mindestleasingzahlungen aus den Finanzierungsleasingverhältnissen sind folgender Tabelle zu entnehmen: Mindestleasingzahlungen Finance Leases
Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Untermietverhältnisse im Rahmen der Finanzierungsleasingverträge. 23 Verbindlichkeiten
Die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten Andienungsrechte der nicht beherrschenden Anteilseigner von 67 Mio. € (Vj.: 79 Mio. €), Minderheitsanteile an Personengesellschaften in Höhe von 41 Mio. € (Vj.: 46 Mio. €), Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 48 Mio. € (Vj.: 19 Mio. €) sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 10 Mio. €). Unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden unter anderem Verbindlichkeiten in Höhe von 86 Mio. € (Vj.: 96 Mio. €) ausgewiesen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit verkauften Forderungen stehen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement von Dritten erworben und weiterveräußert hat, und es werden Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 134 Mio. € (Vj.: 121 Mio. €), Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 28 Mio. € (Vj.: 14 Mio. €) sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 33 Mio. € (Vj.: 56 Mio. €) erfasst. 24 Außerbilanzielle VerpflichtungenHaftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen
Die Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten resultieren aus Mietverträgen über Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag noch nicht fertiggestellt waren. Das vereinbarte Nutzungsrecht beginnt daher erst in zukünftigen Perioden. Sämtliche Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten betreffen Verträge, die im Berichtsjahr abgeschlossen wurden. Die Verpflichtungen entfallen mit 36 Mio. € auf Zeiträume zwischen ein und fünf Jahren und mit 148 Mio. € auf Zeiträume über fünf Jahren. Im Vorjahr bestanden keine solchen Verpflichtungen. Von den sonstigen Verpflichtungen entfallen 2.481 Mio. € (Vj.: 2.932 Mio. €) auf die RTL Group. Diese resultieren aus Lieferverträgen über (Koproduktionen, Verträgen über Fernsehlizenzen und Übertragungsrechte sowie sonstigen Rechten und Leistungen. Weitere 786 Mio. € (Vj.: 782 Mio. €) der sonstigen Verpflichtungen entfallen auf Penguin Random House. Diese repräsentieren denjenigen Teil der gegenüber den Autoren zu erbringenden Verpflichtungen, für die noch keine Zahlungen geleistet worden sind und deren künftige Zahlungen von weiteren Ereignissen abhängen (beispielsweise Lieferung und Annahme des Manuskripts). Sonstige Verpflichtungen in Höhe von 18 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €) bestehen für den Erwerb von Sachanlagen. Für alle langfristigen Mietverpflichtungen, die als Operating Leases qualifiziert wurden, ergeben sich künftig folgende Mindestleasingzahlungen: Mindestleasingzahlungen Operating Leases
Diese Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Immobilienmietverträge. Den Verpflichtungen stehen erwartete Mindestleasingzahlungen aus Untermietverhältnissen mit einem Nominalwert von 14 Mio. € (Vj.: 60 Mio. €) gegenüber. Die unter Berücksichtigung landesspezifischer Zinssätze ermittelten Nettobarwerte zeigen die zur Begleichung der Verpflichtung aktuell notwendigen Nettoauszahlungen. 25 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte
Die offenen noch nicht fälligen Forderungen wurden nicht wertberichtigt, da zum Bilanzstichtag keine Anzeichen für Forderungsausfälle vorlagen. Wertberichtigungsspiegel gemäß IFRS 7
Der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und Wertpapiere stellt das maximale Ausfallrisiko des Bertelsmann-Konzerns dar. Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich fixierten undiskontierten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten für Tilgungen. Die Daten beruhen auf undiskontierten Cashflows, basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Bertelsmann-Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann. Vertragliche Restlaufzeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten
Den kurzfristigen Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten stehen geplante Zahlungszuflüsse aus Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten gegenüber. Darüber hinaus verfügt die Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Deckung kurzfristiger Mittelabflüsse über eine ausreichende Finanzierungsreserve in Höhe der zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel und der freien Kreditlinien. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Bruttobasis getauscht werden: Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Bruttoausgleich
Auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten für die zum Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich für den Bertelsmann-Konzern zukünftig folgende Zinszahlungen: Zukünftige Zinszahlungen
Buchwerte und Wertansätze nach BewertungskategorienAktiva
Innerhalb der sonstigen Beteiligungen erfolgt im Wesentlichen der Ausweis der Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen und sogenannten Fund in Fund Investments, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Die Bewertung dieser finanziellen Instrumente erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert, wobei die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Fund in Fund Investments liegen Bewertungen des externen Managements gemäß regelmäßiger Berichterstattungen unter Berücksichtigung eines Fungibilitätsabschlags zugrunde. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen wird dabei wenn möglich auf beobachtbare erzielbare Preise der zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden, die Mindestanforderungen in Bezug auf Volumen und Teilnehmerkreis erfüllen, unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des Unternehmens zurückgegriffen. Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden bestimmte Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, zu Anschaffungskosten bewertet, da diese über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Es ist nicht geplant, von den zur Veräußerung verfügbaren "Sonstigen Beteiligungen" wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Passiva
Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien
Eine Zuordnung der in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach Klassen ist aus den Tabellen "Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien" ableitbar. Die Erhöhung der in Stufe 1 ausgewiesenen Finanzinstrumente resultiert aus den im Berichtsjahr erfolgten Börsengängen von zu Bertelsmann Investments gehörenden BAI-Beteiligungen. Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3
Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3 entfallen im Wesentlichen auf vom Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gehaltene Beteiligungen, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien
Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3
Stufe 1: Der beizulegende Zeitwert von börsennotierten Finanzinstrumenten - inklusive jener im Bereich Bertelsmann Investments - wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag bestimmt. Dies gilt unabhängig davon, ob für die von Bertelsmann gehaltenen Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag vertragliche Handelsbeschränkungen (Lock-ups) bestehen. Stufe 2: Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt. Stufe 3: Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren. Für erworbene Minderheitsbeteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments wird grundsätzlich auf sogenannte qualifizierte Finanzierungsrunden zurückgegriffen. Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputfaktoren des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko sowie Lebens-/Entwicklungszyklus der Start-up-Beteiligungen. Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten
Unter den sonstigen Währungskursveränderungen werden die Währungskurseffekte der Kategorien "Kredite und Forderungen" und "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" zusammengefasst. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz saldiert, sofern Globalverrechnungsvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen dem Bertelsmann-Konzern und der Gegenpartei einen Ausgleich auf Nettobasis erlauben. Ein Ausgleich auf Nettobasis ist dabei sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch beim Eintritt des Zahlungsausfalls einer Partei rechtlich wirksam. Darüber hinaus schließt Bertelsmann Finanzderivate ab, die die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz nicht erfüllen, da das Recht zur Saldierung von zukünftigen Ereignissen abhängig ist. Die Voraussetzungen für eine Saldierung der bilanzierten Finanzinstrumente werden in der Regel nicht erfüllt, sodass zum 31. Dezember 2017 wie auch im Vorjahr keine wesentlichen Saldierungen vorgenommen wurden. FinanzderivateBertelsmann verwendet als Finanzderivate marktübliche, überwiegend außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente. Dies sind vor allem Terminkontrakte, Währungsswaps, Währungsoptionen, Zinsswaps und vereinzelt Warentermingeschäfte. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Banken hoher Bonität getätigt. Abschlüsse der Zentralen Finanzabteilung erfolgen grundsätzlich nur mit einem durch den Vorstand genehmigten Bankenkreis. Das Nominalvolumen ist die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- bzw. Verkaufsbeträge. Der überwiegende Teil der zum Stichtag bestehenden Finanzderivate (Nominalvolumen 4.540 Mio. €) dient zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen. Auf diese Finanzderivate entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 2.613 Mio. € (58 Prozent). Auf Finanzderivate, die zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft abgeschlossen wurden, entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 1.677 Mio. € (37 Prozent). Des Weiteren werden Finanzderivate zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten eingesetzt. Zu spekulativen Zwecken wurden keine Finanzderivate abgeschlossen. Die Beziehungen zwischen Sicherungsinstrumenten und gesicherten Positionen sowie die Risikomanagementziele und -strategien im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Sicherungsgeschäften werden dokumentiert. Dieses Verfahren beinhaltet die Verknüpfung aller als Sicherungsinstrumente bestimmten Derivate mit den jeweiligen Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen oder vorhergesehenen Transaktionen. Des Weiteren beurteilt und dokumentiert das Unternehmen sowohl bei Eingehen des Sicherungsgeschäfts als auch auf fortlaufender Basis, ob die als Sicherungsinstrument verwendeten Derivate hinsichtlich des Ausgleichs von Änderungen der Marktwerte oder Cashflows der gesicherten Positionen hochwirksam sind. Nominalvolumen und beizulegende Zeitwerte der Finanzderivate
Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden. Die Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus dem Kauf und Verkauf von Programmrechten und Output-Deals für das Fernsehgeschäft erfolgt über den Abschluss von Devisentermingeschäften. Bertelsmann sichert dabei zwischen 80 und 100 Prozent der kurzfristigen (innerhalb eines Jahres) zukünftigen Cashflows, und zwischen 10 und 80 Prozent der längerfristigen (zwischen zwei und fünf Jahren) zukünftigen Cashflows ab. Die eingesetzten Derivate werden im Rahmen von Cash Flow Hedges bilanziert. Der effektive Teil der Marktwertänderungen im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird so lange im übrigen kumulierten Eigenkapital belassen, bis die erfolgswirksamen Auswirkungen der gesicherten Positionen eintreten oder ein Basis Adjustment vorliegt. Aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital wurden in Bezug auf Cash Flow Hedges -39 Mio. € (Vj.: -33 Mio. €) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Es handelt sich um Beträge vor Steuern. Der zum 31. Dezember 2017 im übrigen kumulierten Eigenkapital verbleibende Teil wird demnach die Gewinn- und Verlustrechnung in den nächsten Jahren im Wesentlichen beeinflussen. Ein ineffektiver Teil aus den Cash Flow Hedges lag im Geschäftsjahr 2017 nicht vor. Im Vorjahr wurde ein ineffektiver Teil in Höhe von 5 Mio. € in den Positionen "Übrige finanzielle Aufwendungen" und "Übrige finanzielle Erträge" erfasst. Die Effekte aus nicht designierten Komponenten einer Cashflow-Sicherungsbeziehung (bspw. die Terminkomponente eines Fremdwährungsderivates bei einer Designation auf Spotbasis) werden in Höhe von 13 Mio. € unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In der nachfolgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente gegeben, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Dabei wird unterschieden, ob sie in eine wirksame Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind oder nicht. Derivative Finanzinstrumente
Finanzinstrumente FinanzrisikomanagementAufgrund seiner internationalen Aktivitäten ist der Bertelsmann-Konzern einer Reihe von Finanzrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Das Risikomanagement von Bertelsmann ist darauf ausgerichtet, Risiken zu reduzieren. Der Vorstand legt die allgemeinen Richtlinien für das Risikomanagement fest und bestimmt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung von Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken sowie den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Zentrale Finanzabteilung berät die Tochterunternehmen bezüglich operativer Risiken und führt gegebenenfalls Sicherungen mittels derivativer Finanzgeschäfte durch. Bei operativen Risiken wird den Tochterunternehmen jedoch nicht vorgeschrieben, den Service der Zentralen Finanzabteilung in Anspruch zu nehmen. Einige Tochterunternehmen, so insbesondere die RTL Group, verfügen über eine eigene Finanzabteilung. Sie melden ihre Sicherungsgeschäfte quartalsweise der Zentralen Finanzabteilung. Weitere Informationen zu den Finanzmarktrisiken und zum Finanzrisikomanagement sind im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. WährungsrisikoDer Bertelsmann-Konzern ist einem Kursänderungsrisiko bezüglich verschiedener Fremdwährungen ausgesetzt. Es wird den Tochterunternehmen empfohlen, jedoch nicht vorgeschrieben, sich gegen Fremdwährungsrisiken in der lokalen Berichtswährung durch den Abschluss von Termingeschäften mit Banken hoher Bonität abzusichern. Darlehen innerhalb des Konzerns, die einem Währungsrisiko unterliegen, werden durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Eine Reihe von Tochterunternehmen ist außerhalb des Euro-Währungsraumes angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt über das Verhältnis aus den wirtschaftlichen Finanzschulden und dem Operating EBITDA für die wesentlichen Währungsräume. Langfristig wird für jeden Währungsraum ein angemessenes Verhältnis der Finanzschulden zur operativen Ertragskraft angestrebt. Hierbei orientiert sich Bertelsmann an der für den Bertelsmann-Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. ZinsänderungsrisikoZinsänderungsrisiken liegen bei verzinslichen Vermögenswerten und Finanzschulden vor. Das Zinsänderungsrisiko des Bertelsmann-Konzerns wird zentral analysiert und in Abhängigkeit von den geplanten Nettofinanzschulden gesteuert. Maßgabe bei der Steuerung sind das Zinsergebnis des Konzerns im Zeitablauf und die Sensitivität für Zinsänderungen. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von variablen zu langfristig fest vereinbarten Zinsbindungen in Abhängigkeit von der absoluten Höhe, der geplanten Entwicklung der verzinslichen Verbindlichkeit und dem Zinsniveau angestrebt und über originäre sowie derivative Finanzinstrumente in der Steuerung umgesetzt. LiquiditätsrisikoLiquiditätsrisiken können durch die fehlende Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sowie durch die Verzögerung geplanter Zahlungseingänge und durch ungeplante Auszahlungen (Planrisiko) auftreten. Das Planrisiko bemisst sich aus einer Gegenüberstellung von Plan-Ist-Abweichungen einerseits und der Höhe der Reserven andererseits. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist abhängig vom Volumen der Fälligkeiten in einer Periode. Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Dabei werden neue und ungeplante Geschäftsvorfälle (z. B. Akquisitionen) kontinuierlich einbezogen. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Steuerung von Planrisiken erfolgt durch ein effektives Cash Management sowie eine ständige Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Zudem werden Laufzeiten für Finanzierungen so gewählt, dass Fälligkeiten über den Zeitablauf diversifiziert sind und sich somit ein Anstieg der Refinanzierungskosten nur langfristig auswirken würde. Kreditlinien bei Banken schaffen darüber hinaus Vorsorge für ungeplante Auszahlungen. KontrahentenrisikoIm Bertelsmann-Konzern bestehen Ausfallrisiken in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie der positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken ("Kernbanken") hoher Bonität abgeschlossen. Die Bonität der Kernbanken wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren (Rating, CDS-Spreads, Börsenkursentwicklung etc.) fortlaufend beobachtet und klassifiziert. Die aus dieser Bonitätsbeurteilung abgeleiteten Kontrahentenlimite beziehen sich auf die liquiden Mittel und positiven Marktwerte. Die Ausnutzung wird regelmäßig überwacht. Um auf veränderte Bonitätseinschätzungen reagieren zu können, ist die Anlage zum Teil sehr kurzfristig ausgerichtet. Des Weiteren werden zur Reduzierung der Ausfallrisiken mit Banken teilweise Tri-Party-Geschäfte abgeschlossen. Bei den Tri-Party-Geschäften handelt es sich um besicherte Geldanlagen, als Sicherheit werden von den Banken zuvor definierte Wertpapiere bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag waren keine Tri-Party-Geschäfte ausstehend, es wurden wie im Vorjahr keine Sicherheiten gewährt. Die Geschäftsabwicklung sowie die Sicherheitenverwaltung und -bewertung werden von einer Clearingstelle übernommen. Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch den teilweisen Abschluss von Kreditversicherungen gemindert. Der Bertelsmann-Konzern verfügt für diese Forderungen über Kreditbesicherungen in Höhe von 665 Mio. € (Vj.: 610 Mio. €). KapitalmanagementDie finanzpolitischen Zielsetzungen des Bertelsmann-Konzerns sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum gewährleisten. Die Verschuldung des Konzerns soll sich hierbei insbesondere an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" orientieren. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Konzerns leisten. Als Bestandteil des Planungsprozesses und einer laufenden Beobachtung sind sie Teil der Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne. Die finanzielle Steuerungsgröße für die Begrenzung der Verschuldung im Bertelsmann-Konzern stellt der Leverage Factor von maximal 2,5 dar. Am 31. Dezember 2017 lag der Leverage Factor bei 2,5 (Vj.: 2,5). Daneben soll die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad) über einem Wert von 4 liegen. Die Coverage Ratio betrug zum 31. Dezember 2017 11,2 (Vj.: 9,7). Die Eigenkapitalquote soll mindestens 25 Prozent der Konzernbilanzsumme betragen. Die Steuerung der Eigenkapitalquote orientiert sich hierbei an der Definition des Eigenkapitals nach IFRS. Nicht beherrschende Anteilseigner an Personengesellschaften werden, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung Eigenkapital darstellen, als Fremdkapital bilanziert. Die Eigenkapitalquote betrug im Geschäftsjahr 2017 38,5 Prozent (Vj.: 41,6 Prozent) und erfüllte damit die interne finanzielle Zielsetzung. Zins- und WährungssensitivitätFür die Analyse des Zinsrisikos ist zwischen Cashflow- und Barwert-Risiken zu unterscheiden. Bei Finanzschulden, liquiden Mitteln und Zinsderivaten mit einer variablen Zinsbindung überwiegt das Cashflow-Risiko, da Veränderungen der Marktzinssätze sich - nahezu ohne Zeitverzug - im Zinsergebnis des Konzerns auswirken. Im Gegensatz hierzu entstehen Barwert-Risiken aus mittel- bis langfristig vereinbarten Zinsbindungen. Die bilanzielle Abbildung von Barwert-Risiken ist vom jeweiligen Finanzinstrument oder von einem im Zusammenhang mit Derivaten dokumentierten Sicherungszusammenhang (Microhedge) abhängig. Originäre Finanzschulden werden in der Bilanz bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Veränderungen des Marktwerts beschränken sich auf Opportunitätseffekte, da sich Zinsänderungen weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Eine hiervon abweichende Bilanzierung der originären Finanzschulden zum Marktwert ist auf Vorgänge beschränkt, für die im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zins- und Währungssicherung über Derivate nach IAS 39 ein Microhedge dokumentiert ist. In diesen Fällen wird die Marktwertänderung der Finanzschulden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, um gegensätzliche Effekte aus der Marktbewertung der zugehörigen Derivate zu einem wesentlichen Teil zu kompensieren. Für derivative Finanzinstrumente werden die Wirkungen aus Zinsänderungen grundsätzlich über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei dokumentierten Sicherungszusammenhängen (Cash Flow Hedges) erfolgt die Abbildung im Eigenkapital. Die Analyse der zu den Stichtagen bestehenden Cashflow- bzw. Barwert-Risiken erfolgt über eine Sensitivitätsberechnung als Nachsteuerbetrachtung. Hierbei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils +/-1 Prozent für alle wesentlichen Währungen unterstellt. Die Analyse erfolgt auf Grundlage der Finanzschulden, der liquiden Mittel sowie der zu den Stichtagen bestehenden Derivate. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt: Sensitivitätsanalyse der Cashflow-Risiken und Barwert-Risiken
In die Ermittlung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichtagen bestehenden Finanzschulden und operativen Geschäftsvorfälle sowie die vereinbarten Sicherungsgeschäfte (Termingeschäfte und Optionen) einbezogen. Die Berechnung wird für die ungesicherte Nettoposition auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen vorgenommen und als Nachsteuerbetrachtung dargestellt. Eine einheitliche Abwertung der Fremdwährungen hätte zu einer ergebniswirksamen Veränderung des Buchwerts von -9 Mio. € (Vj.: -11 Mio. €) geführt. Hiervon entfallen -5 Mio. € (Vj.: -6 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einer Netto-Exposure von 86 Mio. US-$ (Vj.: 95 Mio. US-$). Das Eigenkapital wäre durch Schwankungen der Marktwerte aus dokumentierten Cash Flow Hedges um 46 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €) verändert worden. Hiervon entfallen 46 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Volumen dokumentierter Cash Flow Hedges von 805 Mio. US-$ (Vj.: 766 Mio. US-$). Bei einer einheitlichen Aufwertung der Fremdwährungen hätte dies für den Bertelsmann-Konzern zu gegenläufigen Veränderungen der genannten Beträge geführt. Dienstleistungen im Zusammenhang mit verkauften ForderungenBertelsmann verkauft in speziellen Einzelfällen von Dritten angekaufte Forderungen an Finanzintermediäre. Bei den verkauften Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige, zum Teil kreditversicherte Forderungen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement von Dritten erwirbt und teilweise an Finanzintermediäre fortlaufend weiterveräußert. Dieses Geschäft kann jederzeit unterjährig angepasst werden. Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen zu den Forderungsverkäufen wurden im Wesentlichen weder alle Chancen noch alle Risiken, die mit den Forderungen in Verbindung stehen, übertragen oder zurückbehalten. Diese betreffen insbesondere mögliche Ausfälle und späte Bezahlung der verkauften Forderungen, sodass eine Forderung in Höhe des anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) von 49 Mio. € (Vj.: 45 Mio. €) bilanziert wurde. Der Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeit beträgt 56 Mio. € (Vj.: 52 Mio. €). Dem liegt ein Volumen der verkauften Forderungen in Höhe von 346 Mio. € (Vj.: 321 Mio. €) zum Bilanzstichtag zugrunde. 26 KapitalflussrechnungMit der auf IAS 7 basierenden Kapitalflussrechnung des Bertelsmann-Konzerns wird die Fähigkeit des Konzerns beurteilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erwirtschaften. Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, den Cashflow aus Investitionstätigkeit und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, wobei das EBIT um Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Geschäftsvorfälle oder Abgrenzungen von vergangenen oder künftigen betrieblichen Ein- oder Auszahlungen (einschließlich Rückstellungen) sowie um Ertrags- oder Aufwandsposten, die den Cashflows aus der Investitionstätigkeit zuzurechnen sind, bereinigt wird. Darüber hinaus werden Zahlungsströme aus Ertragsteuern ebenso als Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit klassifiziert wie auch andere Zahlungsströme, die weder der Investitions- noch der Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Die operative Geschäftssteuerung des Bertelsmann-Konzerns erfolgt unter anderem auf Basis des Operating EBITDA und somit vor Finanzergebnis und Steuern, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen sowie Sondereinflüssen. Der operative Erfolg und der sich hieraus ergebende Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollen daher in einem konsistenten, vergleichbaren Verhältnis zueinander stehen. Aus diesem Grund werden im Geschäftsjahr gezahlte bzw. erhaltene Zinsen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die Einzahlungen in Pensionspläne stellen einen Abfluss von liquiden Mitteln dar, der als Sonderposten im Cashflow aus Investitionstätigkeit gezeigt wird. Die Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist der Saldo aus dem Personalaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und den betrieblichen Auszahlungen für diese Verpflichtungen (weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 19 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen"). Bei den "Sonstigen Effekten" handelt es sich um die Anpassungen von Ergebnissen at-equity bilanzierter Beteiligungen und um Bereinigungen im Zusammenhang mit zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen. Bei der Aufstellung der Kapitalflussrechnung werden Effekte aus Fremdwährungskursänderungen und Veränderungen des Konsolidierungskreises berücksichtigt. Die Posten der Kapitalflussrechnung können daher nicht mit den entsprechenden Veränderungen auf Grundlage der veröffentlichten Bilanz abgestimmt werden. Die Investitionstätigkeit umfasst neben Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen auch Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen sowie Erlöse aus dem Abgang von Anlagevermögen und Beteiligungen. Hinsichtlich der im Geschäftsjahr erfolgten Erwerbe von Beteiligungen wird auf den Abschnitt "Akquisitionen und Desinvestitionen" verwiesen. Die Veräußerungen innerhalb des Geschäftsjahres sind dort ebenfalls gesondert dargestellt. In der Berichtsperiode wurden Finanzschulden in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 6 Mio. €) übernommen. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit werden neben den zahlungswirksamen Veränderungen des Eigenkapitals, der Finanzschulden und Dividendenausschüttungen auch gezahlte und erhaltene Zinsen gezeigt. Der Posten "Aufnahme/Tilgung übrige Finanzschulden" umfasst Einzahlungen in Höhe von 476 Mio. € (Vj.: 263 Mio. €) und Auszahlungen in Höhe von -194 Mio. € (Vj.: -204 Mio. €). In den Einzahlungen sind Zuflüsse aus einem Bankdarlehen zur Finanzierung eines kurzfristigen Finanzmittelbedarfs in Höhe von 228 Mio. € enthalten. Die übrigen Ein- und Auszahlungen betrafen im Wesentlichen kurzfristige Darlehen mit kurzen Laufzeiten und entsprechend großer Umschlagshäufigkeit. Darüber hinaus sind in diesem Posten weitere zahlungswirksame Veränderungen in Höhe von 46 Mio. € in Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften enthalten. Der Posten "Veränderung des Eigenkapitals" beträgt 657 Mio. € und entfällt mit 505 Mio. € im Wesentlichen auf Kaufpreiszahlungen im Rahmen der Anteilsaufstockung bei Penguin Random House und mit 128 Mio. € auf Kaufpreiszahlungen inklusive einer Bareinlage bei SpotX. Die Erhöhung des Postens "Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und Auszahlungen an Gesellschafter (IAS 32.18(b))" resultiert im Wesentlichen aus der Sonderdividendenausschüttung in Höhe von 373 Mio. € an Mitgesellschafter der Verlagsgruppe Penguin Random House. Die zahlungswirksamen und die zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzschulden zeigt folgende Tabelle: Veränderungen der Finanzschulden
27 SegmentberichterstattungIFRS 8 "Geschäftssegmente" fordert die Orientierung der externen Segmentberichterstattung an der internen Organisations- und Managementstruktur sowie an intern verwendeten Steuerungs- und Berichtsgrößen. Der Bertelsmann-Konzern umfasst acht, nach der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen differenzierte, operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, BMG, Arvato, Bertelsmann Printing Group, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments). Anfang Februar wurden rückwirkend zum 1. Januar 2017 Teile der Digitalmarketing-Geschäfte von Arvato in die Bertelsmann Printing Group integriert. Hierzu gehörten im Einzelnen die Aktivitäten von AZ Direct in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die DeutschlandCard. Die Werte für das Geschäftsjahr 2016 wurden entsprechend angepasst. Jedem der acht Segmente steht ein ergebnisverantwortlicher Segmentmanager vor, der an den Vorstand der Bertelsmann Management SE in seiner Funktion als Hauptentscheidungsträger im Sinne des IFRS 8 berichtet. Der Bereich Corporate umfasst im Wesentlichen Aufgaben in den Bereichen Rechnungswesen und Berichterstattung, Steuern, Recht, Personal, Informationstechnologie, interne Revision, Unternehmenskommunikation sowie die Führung, die Steuerung und strategische Weiterentwicklung des Konzerns, die Sicherung der erforderlichen Finanzierungsmittel, die Risikosteuerung und die laufende Optimierung des Beteiligungsportfolios. Die Eliminierungen segmentübergreifender Verflechtungen werden in der Spalte "Konsolidierung" ausgewiesen. Die Definition der einzelnen Segmentangaben entspricht, wie auch in der Vergangenheit, der für die Konzernsteuerung zugrunde gelegten Definition. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt in der Segmentberichterstattung grundsätzlich nach denselben IFRS-Vorschriften wie im Konzernabschluss. Das investierte Kapital ergibt sich aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden 66 Prozent des Nettobarwerts der Operating Leases bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Die Umsätze innerhalb des Konzerns werden grundsätzlich nur zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch bei Geschäften mit Konzernfremden verwendet werden, abgewickelt. Als Steuerungsgröße zur nachhaltigen Ermittlung des operativen Ergebnisses wird das Operating EBITDA genutzt. Auch die Beurteilung der Leistung der operativen Segmente erfolgt anhand dieser Steuerungsgröße. Das Operating EBITDA repräsentiert das durch das jeweilige Segmentmanagement erwirtschaftete operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und ist um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigung um Sondereinflüsse ermöglicht die Ermittlung einer normalisierten Ergebnisgröße und erleichtert dadurch die Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit. Die planmäßigen Abschreibungen je Segment umfassen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und auf immaterielle Vermögenswerte, wie sie unter den Textziffern 10 "Immaterielle Vermögenswerte" und 11 "Sachanlagen" ausgewiesen werden. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt. Für jedes Segment sind die Ergebnisse von und die Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen angegeben, sofern diese Unternehmen dem Segment eindeutig zugeordnet werden können. Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen wird vor Wertminderungen gezeigt. Zusätzlich zur Segmentaufteilung werden die Umsätze entsprechend dem Standort des Kunden und nach Erlösquellen aufgeteilt. Langfristige Vermögenswerte werden zusätzlich nach dem Standort des jeweiligen Unternehmens angegeben. Die tabellarischen Segmentinformationen finden sich auf Seite 50 ff. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss: Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss
28 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Bertelsmann-Konzern die Personen und Unternehmen, die den Bertelsmann-Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Bertelsmann-Konzern beherrscht, gemeinschaftlich geführt bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden bestimmte Mitglieder der Familie Mohn, die Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE als persönlich haftender Gesellschafterin und des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie deren nahe Familienangehörige, inklusive der von ihnen jeweils beherrschten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmen, und die Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns sowie deren Tochterunternehmen als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Die Kontrolle über den Bertelsmann-Konzern übt die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG), Gütersloh, eine nicht operativ tätige Besitzgesellschaft, aus. Die Johannes Mohn GmbH hat der Bertelsmann SE & Co. KGaA mitgeteilt, dass ihr im Zuge der Verschmelzung der Bertelsmann Beteiligungs GmbH auf die Johannes Mohn GmbH seit dem 12. Dezember 2017 unmittelbar mehr als 50 Prozent der Aktien der Bertelsmann Management SE sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA gehören. Der Reinhard Mohn Verwaltungsgesellschaft mbH und der Mohn Beteiligungs GmbH gehören weiterhin jeweils mehr als 25 Prozent der Aktien der Bertelsmann Management SE sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA, wobei bei der Ermittlung der Anteile jeweils mittelbare und unmittelbare Anteile berücksichtigt werden. In der Rechtsform der KGaA werden die Geschäfte von einer persönlich haftenden Gesellschafterin geführt. Im Fall der Bertelsmann SE & Co. KGaA nimmt die Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, die Geschäftsführung wahr. Die gesetzlich vorgeschriebenen Gremien umfassen Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat der KGaA wird von den Kommanditaktionären in der Hauptversammlung gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE werden durch die Hauptversammlung der Bertelsmann Management SE bestimmt. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Bertelsmann Management SE werden von der BVG kontrolliert. Die Vergütungen für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfassen: Vergütungen des Managements in Schlüsselpositionen
Die ausgewiesenen Vergütungen enthalten auch die Bezüge für die Tätigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Geschäftsvorfälle mit in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden eliminiert und werden nicht weiter erläutert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu konsolidierten Tochterunternehmen bestanden in der Berichtsperiode die folgenden Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen: Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
In Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen sind Pensionsverpflichtungen und variable Vergütungsbestandteile sowie langfristige Incentivierung enthalten. Unter "Sonstige nahestehende Personen" werden primär Transaktionen mit der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE gezeigt. Die Verpflichtungen zum Stichtag resultieren aus weiterbelasteten Aufwendungen. Gegenüber assoziierten Unternehmen sind weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Bürgschaften eingegangen worden. An den Eventualverbindlichkeiten der assoziierten Unternehmen hatte Bertelsmann wie im Vorjahr keinen Anteil. Gegenüber einem brasilianischen Fonds, der sich auf Bildungsunternehmen, insbesondere im Bereich Gesundheitswesen, fokussiert und von Bertelsmann gemeinsam mit weiteren Partnern und der Investmentgesellschaft Bozano Investimentos aufgelegt wurde, besteht eine Einzahlungsverpflichtung in Höhe von 63 Mio. € (Vj.: 61 Mio. €). Weitere Einzahlungsverpflichtungen bestehen gegenüber den University Ventures Funds in Höhe von 19 Mio. € (Vj.: 44 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2017 wurden wie im Vorjahr keine signifikanten Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen erfasst. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Darlehen in Höhe von 15 Mio. € an assoziierte Unternehmen ausgegeben (Vj.: 18 Mio. €). Wie im Vorjahr wurden keine Darlehen gegenüber assoziierten Unternehmen aufgenommen. Gemeinschaftsunternehmen weisen gegenüber dem Bertelsmann-Konzern Verpflichtungen aus Operating-Lease-Verträgen in Höhe von 8 Mio. € (Vj.: 12 Mio. €) und Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 27 Mio. € (Vj.: 17 Mio. €) aus. Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen in Bezug auf Gemeinschaftsunternehmen der RTL Group in Höhe von 21 Mio. € (Vj.: 38 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2017 wurden wie auch im Vorjahr keine Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen erfasst. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Darlehen in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) an Gemeinschaftsunternehmen ausgegeben. Aufgenommen wurden im Berichtsjahr Darlehen in Höhe von 8 Mio. € gegenüber Gemeinschaftsunternehmen (Vj.: 34 Mio. €). 29 Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns zu erwarten ist. 30 Befreiung Tochterunternehmen von Aufstellung, Prüfung und OffenlegungFür folgende Tochterunternehmen wurden für das zum 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB über die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften zur Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht sowie über die Prüfung und Offenlegung von Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen:
Weiterhin wurden für das zum 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264b HGB für folgende Gesellschaften in Anspruch genommen:
Das konsolidierte Tochterunternehmen Arvato SCM Ireland Limited in Balbriggan, Irland, macht von der Freistellung von der Publikationspflicht seines Jahresabschlusses, geregelt in Section 357 des Republic of Ireland Companies Act 2014, Gebrauch. 31 Zusätzliche Angaben nach § 315a HGBDie Vergütung des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2017 beträgt 1.875.167 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Die Mitglieder des Vorstands erhielten in der Berichtsperiode Bezüge in Höhe von insgesamt 28.926.652 €, davon von der Bertelsmann Management SE 16.966.406 €. Ehemalige Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann AG und ihre Hinterbliebenen erhielten Bezüge in Höhe von 11.511.599 €, davon von der Bertelsmann SE & Co. KGaA 11.125.937 €. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Bertelsmann AG und der Bertelsmann Management SE beträgt bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE insgesamt 78.419.242 €. Die Mitglieder der Aufsichtsräte und des Vorstandes sind auf den Seiten 144 ff. angegeben. Die Honorare für die Tätigkeit des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrugen im Geschäftsjahr 7 Mio. €, davon entfallen 6 Mio. € auf Honorare für die Abschlussprüfung. Für sonstige Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstige darüber hinausgehende Leistungen wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 1 Mio. € berechnet. Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die prüferische Durchsicht des Konzernzwischenabschlusses, die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Einzelabschlüsse der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen gesetzliche vorgeschriebene oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen hauptsächlich Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen. Die Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2017 und im Jahresdurchschnitt zeigt die folgende Tabelle: Mitarbeiteranzahl
32 Vorschlag für die Verwendung des BilanzgewinnsDie persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE und der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 665 Mio. € wie folgt zu verwenden: Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA
Die Dividende je Stammaktie beträgt somit 2.149 €. Die persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE hat den Konzernabschluss am 9. März 2018 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Gütersloh, den 9. März 2018 Bertelsmann
SE & Co. KGaA
Der Vorstand Dr. Thomas Rabe Markus Dohle Dr. Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anke Schäferkordt Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bertelsmann-Konzerns bzw. der Bertelsmann SE & Co. KGaA beschrieben sind.
Gütersloh, den 9. März 2018 Bertelsmann
SE & Co. KGaA
Der Vorstand Dr. Thomas Rabe Markus Dohle Dr. Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anke Schäferkordt Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte (2) Werthaltigkeit der Anteile an assoziierten Unternehmen (3) Pensionsrückstellungen (4) Vollkonsolidierung Groupe M6 (5) Anteilsaufstockung an Penguin Random House Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: [1] Sachverhalt und Problemstellung [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse [3] Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte [1] Sachverhalt und Problemstellung In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 8,1 Mrd. (34,1% der Konzernbilanzsumme bzw. 88,7% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert des jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Übersteigt dieser bereits den Buchwert, so wird auf die Berechnung eines Nutzungswertes verzichtet. Da in der Regel keine Preise aus aktiven Märkten (Ausnahme: Börsenkurs der RTL Group und Groupe M6) oder vergleichbaren Transaktionen aus der jüngeren Vergangenheit für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Allgemeinen wie der Nutzungswert mittels Discounted-Cash-Flow Modellen (DCF) ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Planung des Konzerns den Ausgangspunkt für grundsätzlich fünf Detailplanungsperioden, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital", "WACC") der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die auf geschäftsspezifischen Gruppen vergleichbarer Unternehmen basieren und unter Berücksichtigung von Länderrisikozuschlägen ermittelt werden. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung lediglich bei der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "Gruner + Jahr International" zu Wertminderungen von insgesamt € 30,2 Mio. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der vom Vorstand verabschiedeten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt, die ermittelten spezifischen durchschnittlichen Kapitalkosten gewürdigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt. Für Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, bei denen eine für möglich gehaltene Änderung einer Annahme zu einem erzielbaren Betrag unterhalb des Buchwerts der jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerte führen würde, haben wir uns davon vergewissert, dass die erforderlichen Anhangangaben gemacht wurden. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte der RTL Group und der Groupe M6 haben wir anhand der Börsenbewertung zum Bilanzstichtag beurteilt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den bilanzierten Geschäfts- und Firmenwerten sind in Abschnitt 10 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. (2) Werthaltigkeit der Anteile an assoziierten Unternehmen [1] Sachverhalt und Problemstellung In den im Konzernabschluss der Gesellschaft ausgewiesenen Anteilen an at-equity bilanzierten Beteiligungen sind € 0,9 Mrd. Anteile an assoziierten Unternehmen enthalten. Für Anteile an assoziierten Unternehmen wird in einem ersten Schritt der Anteil des Investors am Wertminderungsaufwand für die Vermögenswerte des assoziierten Unternehmens angepasst um die Effekte aus der Fair Value-Bewertung aus der Erstbilanzierung erfasst. Darüber hinaus werden die Anteile an assoziierten Unternehmen anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen zusätzlichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Dazu wird im Rahmen des Werthaltigkeitstests der Buchwert des jeweiligen Anteils am assoziierten Unternehmen dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Da mit Ausnahme von Atresmedia keine Preise aus aktiven Märkten oder vergleichbaren Transaktionen aus der jüngeren Vergangenheit für die Anteile an assoziierten Unternehmen vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Allgemeinen wie der Nutzungswert mittels Discounted-Cash-Flow Modellen (DCF) ermittelt. Dabei bildet die Planung des assoziierten Unternehmens den Ausgangspunkt. Je nach Unternehmen liegen Detailplanungszeiträume zwischen 5 und 10 Jahren vor. In den Planungen des assoziierten Unternehmens sind auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. Für den aus Konzernsicht wesentlichen Anteil an Atresmedia wird der beizulegende Zeitwert aus der Börsennotierung abgeleitet. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung bei den assoziierten Unternehmen HotChalk, Editora Schwarcz, Affero Lab und Squawka zu Wertminderungen von insgesamt € 50,5 Mio. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen assoziierten Unternehmen, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Planung für das assoziierten Unternehmen haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten erzielbaren Ertrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Anteile an assoziierten Unternehmen mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt. Dabei haben wir festgestellt, dass die jeweiligen Buchwerte der Beteiligungen unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Anteile an Atresmedia haben wir anhand der Börsennotierung zum Bilanzstichtag nachvollzogen und festgestellt, dass der Buchwert der Beteiligung ausreichend gedeckt ist. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen sind in Abschnitt 12 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. (3) Pensionsrückstellungen [1] Sachverhalt und Problemstellung In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" insgesamt € 1,7 Mrd. ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen setzen sich aus den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von € 4,2 Mrd., dem Planvermögen in Höhe von € 2,6 Mrd. sowie weiteren pensionsähnlichen Verpflichtungen von € 0,1 Mrd. zusammen. Der überwiegende Anteil entfällt mit € 3,2 Mrd. auf Altersversorgungszusagen aus Deutschland. Die übrigen Verpflichtungen entfallen im Wesentlichen auf Großbritannien und die USA, wobei in den USA in geringem Maße Verpflichtungen aus Plänen zur medizinischen Versorgung bestehen. Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Dabei sind insbesondere Annahmen über die zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen, die durchschnittliche Lebenserwartung (Biometrie) und die Fluktuation zu treffen. Ferner ist zu jedem Bilanzstichtag der Abzinsungssatz aus der Rendite hochwertiger, währungskongruenter Unternehmensanleihen mit Laufzeiten, die mit den voraussichtlichen Fristigkeiten der Verpflichtungen übereinstimmen, abzuleiten. Die Bewertung des Planvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der wiederum mit Schätzungsunsicherheiten behaftet sein kann. Ein hoher Anteil des Planvermögens wird durch den Bertelsmann Pension Trust e.V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement ("CTA") für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige deutsche Tochterunternehmen verwaltet. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten und die fachliche Qualifikation der externen Gutachter gewürdigt. Ferner haben wir uns unter anderem mit den spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen befasst und das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter, sowie das den Bewertungen zugrundeliegende Bewertungsverfahren auf Standardkonformität und Angemessenheit überprüft. Zudem wurden auf Basis der versicherungsmathematischen Gutachten die Verpflichtungsentwicklung sowie die Kostenkomponenten vor dem Hintergrund der eingetretenen Änderungen in den Bewertungsparametern sowie den Veränderungen im Mengengerüst analysiert und plausibilisiert. Für die Prüfung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens haben wir für die im Planvermögen enthaltenen Fondsanteile entsprechende Bankbestätigungen eingeholt. Des Weiteren haben wir die beizulegenden Zeitwerte der im Planvermögen enthaltenen Vermögenswerte in angemessenen Stichproben mit den jeweiligen Marktpreisen verglichen. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um den Ansatz und die Bewertung der betragsmäßig bedeutsamen Pensionsrückstellungen zu rechtfertigen. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den Pensionsrückstellungen sind in Abschnitt 19 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. (4) Vollkonsolidierung Groupe M6 [1] Sachverhalt und Problemstellung Der Konzern hält über sein Tochterunternehmen der RTL Group weniger als 50 % der Stimmrechte an der Groupe M6. Die Groupe M6 wird im Konzernabschluss konsolidiert und trägt sowohl hinsichtlich der Umsatzerlöse als auch der Vermögenswerte einen nicht unwesentlichen Teil zum Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA bei. Die gesetzlichen Vertreter berücksichtigen bei der Einschätzung, ob ein Kontrollverhältnis besteht unter anderem, dass andere Anteilsscheine der Groupe M6 weit gestreut sind und die anderen nicht beherrschenden Anteilseigner ihre Interessen in keiner Weise so organisiert haben, dass eine vom Konzern abweichende Stimmrechtsausübung beabsichtigt ist. Daher sind die gesetzlichen Vertreter der Bertelsmann SE & Co. KGaA der Auffassung, dass eine de facto Kontrolle über die Groupe M6 besteht und die Groupe M6 im Wege der Konsolidierung in den Konzernabschluss einzubeziehen ist. Da diese Einschätzung in einem hohen Maße mit Ermessen verbunden ist, war dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns unter anderem mit den Führungsstrukturen der Groupe M6 befasst. Dabei haben wir vor allem die Vorschriften zur Bestellung und Abberufung der Mitglieder des "Conseil de surveillance" der Groupe M6 sowie die Entscheidungsbefugnisse beurteilt, welche die RTL Group als Konzernunternehmen der Bertelsmann SE & Co. KGaA über die Groupe M6 durch die Präsenz im "Conseil de surveillance" ausüben kann. Der Umfang der von der RTL Group ausübbaren Stimmrechte in Relation zu den Stimmrechten der anderen Anteilseigner sowie das Abstimmungsverhalten vergangener Hauptversammlungen waren ebenfalls Gegenstand unserer Beurteilungen. Darüber hinaus haben wir untersucht, ob weitere Rechte aus vertraglichen Vereinbarungen bestehen. Aus unserer Sicht ist die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinreichend begründet und dokumentiert. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben des Konzerns zur Einschätzung der Kontrolle über die Groupe M6 sind im Konzernanhang des Konzernabschlusses im Bereich "Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen" enthalten. (5) Anteilsaufstockung an Penguin Random House [1] Sachverhalt und Problemstellung Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft ihre Anteile an der Buchverlagsgruppe Penguin Random House um 22% auf 75% erhöht. Die Transaktion umfasst in einem ersten Schritt vor dem Erwerb der Anteile die Gewährung eines Darlehens durch Bertelsmann an Penguin Random House, welche für Dividendenzahlungen an die beiden Gesellschafter verwendet wurde. In einem zweiten Schritt erfolgte der Erwerb von 22% der Anteile an Penguin Random House vom Minderheitsgesellschafter Pearson plc, London. Insgesamt führen die Dividendenzahlungen und die Kaufpreiszahlung an Pearson plc, London aus Sicht des Konzerns zu einem Zahlungsmittelabfluss von € 0,9 Mrd. im Geschäftsjahr 2017. Die Differenz aus den bis zum Erwerbszeitpunkt im Konzerneigenkapital erfassten Anteile der nichtbeherrschenden Gesellschafter (22%) i.H.v. € 233 Mio. und der übertragenen Gegenleistung inkl. Transaktionsnebenkosten i.H.v. € 509 Mio. wurde in Übereinstimmung mit IFRS 10 im Eigenkapital erfasst (Eigenkapitaltransaktion). Insgesamt verminderte sich die Höhe des auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallenden Konzerneigenkapitals einschließlich der Umgliederung von OCI-Posten um € 275 Mio. Im Zusammenhang mit der Aufstockung der Anteile auf 75% werden die US-amerikanischen Einheiten der Buchverlagsgruppe Penguin Random House in die US-amerikanische Tax Group von Bertelsmann einbezogen. Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt aufgrund der Größenordnung der Transaktion und der wesentlichen Auswirkungen auf die Liquidität, die Eigenkapitalposten und die Steuerposition des Konzerns von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Hinblick auf die Abbildung des Erwerbs der Anteile nichtbeherrschender Gesellschafter an Penguin Random House haben wir uns im Rahmen unserer Prüfung zunächst ein Verständnis von den vertraglichen Grundlagen verschafft und die bilanzielle Würdigung sowie steuerlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter beurteilt. Dabei haben wir auch die von der Gesellschaft eingeholten steuerlichen Gutachten Dritter gewürdigt. Wir haben zudem die Ermittlung des Zahlungsmittelabflusses aus Sicht des Konzerns anhand der zugrunde liegenden Unterlagen nachvollzogen und seine Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung gewürdigt. Außerdem haben wir den Betrag der auszubuchenden Anteile der nicht-beherrschenden Gesellschafter und der übertragenen Gegenleistung sowie die Darstellung im Eigenkapitalspiegel beurteilt. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir beurteilt, ob die Voraussetzungen des erstmaligen Einbezugs in die US-amerikanische Tax Group von Bertelsmann vorlagen und haben die Auswirkungen der laufenden und latenten Steuereffekte nachvollzogen. Weiterhin haben wir die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern auf die abzugsfähigen temporären Differenzen auf Basis unternehmensinterner Prognosen über die zukünftige Ertragssituation beurteilt und die Angemessenheit der zugrunde liegenden Einschätzungen und Annahmen gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass der Erwerb von Anteilen der nichtbeherrschenden Gesellschafter der Penguin Random House sachgerecht abgebildet wurde. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zum Erwerb der Anteile der nicht-beherrschenden Gesellschafter und deren Auswirkungen auf die Konzerneigenkapitalposten sind in Abschnitt 12 "Anteile an anderen Unternehmen" des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 30. August 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Konzernabschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Landau.
Bielefeld, den 12. März 2018 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Werner Ballhaus, Wirtschaftsprüfer Christian Landau, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionäre, die Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Berichtsjahr 2017 spürbar beschleunigt. Die für die Bertelsmann-Geschäfte relevanten Märkte entwickelten sich hingegen uneinheitlich. So verzeichneten die TV-Werbemärkte eine überwiegend stabile Entwicklung in Deutschland, Frankreich und Spanien, jedoch deutliche Rückgänge in den Niederlanden und Belgien. Die relevanten Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich im englisch- und spanischsprachigen Raum stabil bis leicht wachsend und verzeichneten im deutschsprachigen Raum einen leichten Rückgang. In den USA und Großbritannien gingen die Verlagsumsätze mit E-Books zurück, während die Märkte für Audio-Downloads stark wuchsen. Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren durch deutlich bis stark rückläufige Anzeigen- und Vertriebsmärkte gekennzeichnet, die relevanten Digitalmärkte verzeichneten hingegen starkes Wachstum. Anhaltend positiv entwickelten sich sowohl die Musikmärkte für Verlags- und Recordingrechte als auch die relevanten Dienstleistungsmärkte, die jeweils moderates bis deutliches Wachstum verzeichneten. Die europäischen Offsetdruckmärkte blieben insgesamt stabil, während die Tiefdruckmärkte erneut von deutlichen Rückgängen geprägt waren. Die für Bertelsmann relevanten Bildungsmärkte in den Bereichen E-Learning, Bildungsdienstleistungen und Hochschulbildung wuchsen insgesamt erneut stark. In diesem heterogenen Marktumfeld erzielte der Bertelsmann-Konzern bei einem weiter verbesserten organischen Umsatzwachstum einen erneuten Anstieg des operativen Ergebnisses. Der Anteil der Wachstumsgeschäfte am Konzernumsatz nahm im Geschäftsjahr 2017 weiter zu. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat auch im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat die persönlich haftende Gesellschafterin, die Bertelsmann Management SE, die durch ihren Vorstand vertreten wird, bei der ihr obliegenden Leitung und Führung der Geschäfte des Unternehmens beraten und überwacht. Gegenstand dieses Berichts ist die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE, des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ist nicht Gegenstand der Berichterstattung. Beratung und Überwachung des Vorstands der Bertelsmann Management SEIm Rahmen seiner Beratungs- und Überwachungstätigkeit war der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in die für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen und Geschäftsvorgänge unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert und eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat wurde von der persönlich haftenden Gesellschafterin, vertreten durch den Vorstand der Bertelsmann Management SE, regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zeitnah und umfassend über alle für die Bertelsmann SE & Co. KGaA bedeutsamen Fragen der Strategie, der Planung, des Geschäftsverlaufs, der beabsichtigten Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung informiert. In den Sitzungen des Aufsichtsrats standen zahlreiche Sachthemen und Vorhaben zur Diskussion an. Die Berichterstattung des Vorstands umfasste unter anderem die Lage und Entwicklung des Unternehmens, vor allem die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage, sowie wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den festgelegten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig über die Entwicklung der Finanzschulden informieren lassen. Weiteres Augenmerk des Aufsichtsrats galt der Risikolage sowie dem Risikomanagement. Das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und das interne Revisionssystem waren Gegenstand regelmäßiger Berichterstattungen und Erörterungen. Entsprechendes gilt für die Entwicklung der Corporate Governance und der Compliance bei Bertelsmann. Über die Corporate Governance und die Compliance bei Bertelsmann berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam auf den Seiten 136-138. AufsichtsratsplenumGegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA waren die Berichte des Vorstands zur aktuellen Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche sowie die Berichterstattung über die Konzernplanung und wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- bzw. Desinvestitionsvorhaben. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der zugleich auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE ist, berichtete im Aufsichtsratsplenum regelmäßig und ausführlich über die Themen und den Verlauf der Erörterungen im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in seinen Sitzungen regelmäßig über den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie auf dem Laufenden gehalten. In einer ganztägigen Klausur hat der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemeinsam mit dem Vorstand der Bertelsmann Management SE grundsätzliche Fragen der strategischen Konzernentwicklung erörtert. Soweit in Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung vorgesehen, fasste das Plenum die notwendigen Beschlüsse. Im Geschäftsjahr 2017 kam der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen und zu einer gemeinsam mit dem Vorstand durchgeführten Strategieklausur zusammen. In der ersten Sitzung des Aufsichtsrats am 26. Januar 2017 stand neben dem Bericht über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage die Erörterung und Beschlussfassung über das Konzernbudget 2017 im Mittelpunkt. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der 2016 durchgeführten Evaluation seiner Arbeit. Damit sind die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und seiner Geschäftsordnung nach einer regelmäßig durchzuführenden Evaluation erfüllt. Die Ergebnisse der Evaluation, mit denen sich der Aufsichtsrat in der Sitzung befasste, lassen auf eine sehr gute und konstruktiv-kritische Zusammenarbeit und Dialogkultur schließen. Ein grundsätzlicher Handlungs- und Veränderungsbedarf kam nicht zutage. Einzelne Anregungen werden umgesetzt. In der darauffolgenden Sitzung am 22. März 2017 berichtete der Vorstand insbesondere über die aktuelle Geschäftslage und den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie. Weiterer Tagesordnungspunkt war der Jahres- und Konzernabschluss 2016. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Auch der Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin wurde gebilligt. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat der Wahlempfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 und den Prüfer des Halbjahresfinanzberichts gefolgt und hat über seinen entsprechenden Vorschlag an die Hauptversammlung beschlossen. Im Rahmen eines Schwerpunktberichts befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch mit den Ergebnissen der 2016 im Konzern weltweit durchgeführten Mitarbeiterbefragung. Im Rahmen der zweitägigen Sommersitzung des Aufsichtsrats am 12. und 13. Juli 2017 fand wie üblich der jährliche gemeinsame Strategiedialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat konnte sich zunächst ein aktuelles Bild vom Stand der Strategieumsetzung und den seit dem letzten Strategiedialog erzielten Fortschritten bei der Transformation des Konzernportfolios machen, mit dem Ziel, den Konzern wachstumsstärker, digitaler, internationaler und diversifizierter aufzustellen. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit datenbasierten Geschäftspotenzialen, innovativen Konzerngeschäften sowie mit dem Thema Automatisierung und künstliche Intelligenz. Der Aufsichtsrat diskutierte ferner die weiterentwickelte Strategie zur Transformation des Konzerns und - darin eingebettet - die Personalstrategie. Die inhaltlichen Schwerpunkte der vier strategischen Stoßrichtungen bleiben klar definiert: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau der Wachstumsplattformen und der Geschäfte in den Wachstumsregionen. Bertelsmann steht auf drei Säulen: Medien, Dienstleistungen und Bildung. Die gegenwärtige Konzernstruktur mit acht Unternehmensbereichen ist Ausdruck der Strategie, das Konzernportfolio zu diversifizieren, und trägt dem Ziel Rechnung, die Kontinuität des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Der Konzern generiert wieder ein verbessertes organisches Wachstum mit einem weiter zunehmenden Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte und einem Rückgang des Anteils der strukturell rückläufigen Geschäfte. Der Aufsichtsrat sieht den Konzern mit seiner breiten Aufstellung und seiner geringeren Konjunkturabhängigkeit in robuster Position und für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt. In der letzten Aufsichtsratssitzung im Geschäftsjahr am 19. Oktober 2017 befasste sich der Aufsichtsrat noch einmal mit der Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und erhielt vom Vorstand einen Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr. Ferner wurden die Themen Integritätsmanagement und künstliche Intelligenz behandelt. Schwerpunktmäßig befasste sich der Aufsichtsrat in der Sitzung mit der Video-on-Demand-Strategie der RTL Group. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufendem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, und hat sich über die aktuelle Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Es haben alle Aufsichtsratsmitglieder an mindestens der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind nicht entstanden. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex und deren Befolgung durch Bertelsmann befasst. Ein gemeinsamer Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand der Bertelsmann Management SE zur Corporate Governance im Unternehmen ist auf den Seiten 136-138 dieses Geschäftsberichts zu finden. Als nicht börsennotiertes Unternehmen gibt Bertelsmann keine formelle Entsprechenserklärung nach § 161 des Aktiengesetzes ab. Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2017Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, hat den vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss ist nach den Regeln des HGB aufgestellt worden; der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats hatte entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für die Jahresabschlussprüfung und die Konzernabschlussprüfung vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Aufgrund einer Erweiterung des Prüfungsauftrags ist vom Abschlussprüfer auch das Risikofrüherkennungssystem der Bertelsmann SE & Co. KGaA beurteilt und für im Sinne des § 91 Absatz 2 AktG geeignet befunden worden. Die vorläufigen Ergebnisse der Key Audit Matters wurden mit dem Abschlussprüfer in einer Videokonferenz am 8. März 2018 erörtert. Die Abschlussunterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und die weiteren Abschlussunterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats fristgemäß vor der Bilanzsitzung zugesandt. Der Abschlussprüfer hat am 20. März 2018 im Prüfungs- und Finanzausschuss sowie im Plenum des Aufsichtsrats jeweils an der Bilanzsitzung teilgenommen. Hierbei hat er umfangreich Bericht erstattet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Er konnte bestätigen, dass im Rahmen der Abschlussprüfung keine wesentlichen Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems festgestellt wurden. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte intensiv diskutiert. Das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer wurde sorgfältig bei der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses herangezogen. Der Prüfungs- und Finanzausschuss befasste sich auch eingehend mit der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der erstmals erstellten nichtfinanziellen Berichterstattung des Vorstands durch eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung als gesonderter Teil des Lageberichts. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat dem Plenum über die Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses, der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung sowie der Prüfungsberichte in dessen Sitzung ausführlich berichtet. Das Plenum des Aufsichtsrats hat am 20. März 2018 unter Berücksichtigung der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers sowie nach weiterer Diskussion mit dem Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht intensiv geprüft und eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat folgte damit der entsprechenden Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und erhob nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwendungen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Abschlüsse wurden gebilligt. Der Aufsichtsrat hat sich ferner selbst mit der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der erstmals erstellten nichtfinanziellen Berichterstattung des Vorstands durch eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung als gesonderter Teil des Lageberichts befasst und entsprechend der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses hiergegen keine Einwendungen erhoben. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie den Corporate Governance Bericht wie auch seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung am 14. Mai 2018 verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat ferner den Vorschlag des Vorstands der Bertelsmann Management SE zur Höhe der Verwendung des Bilanzgewinns an die Aktionäre geprüft und sich diesem angeschlossen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE vorgeschlagene Gewinnausschüttung ist nach Ansicht des Aufsichtsrats angesichts der Höhe des Konzerngewinns und unter Berücksichtigung des konjunkturellen Umfelds, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sowie der Interessen der Aktionäre angemessen. Prüfungs- und Finanzausschuss des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben im Rahmen seines Verantwortungsbereichs einen Prüfungs- und Finanzausschuss eingerichtet. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat vier Mitglieder, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz dieses Ausschusses innehat. Vorsitzender des Prüfungs- und Finanzausschusses ist Bodo Uebber. Entsprechend der Vorgabe des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses unabhängig im Sinne der Kodex-Anforderungen und verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Die Mitglieder des Prüfungs- und Finanzausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Bertelsmann SE & Co. KGaA tätig ist, vertraut. Der Prüfungs- und Finanzausschuss erörterte im Rahmen der ihm zugewiesenen Aufgaben im Berichtsjahr insbesondere Fragen der Unternehmensfinanzierung, der Finanzplanung und der Steuerpolitik sowie einzelne negative Planabweichungen des Geschäftsverlaufs von Konzerngeschäften. Ferner befasste sich der Ausschuss eingehend mit der Rechnungslegung und dem Rechnungslegungsprozess und er überwachte die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Risikoüberwachungs- und Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems sowie des internen Revisionssystems. Er hat sich hierzu auch vom Leiter der Konzernrevision regelmäßig Bericht erstatten lassen. Der Ausschuss befasste sich ferner mit Fragen der Compliance, insbesondere mit der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Compliance-Management-Systems. Des Weiteren widmete sich der Prüfungs- und Finanzausschuss eingehend der Umsetzung des Abschlussprüfungsreformgesetzes, dem Thema Cyber Security sowie der EU-Datenschutzgrundverordnung bei Bertelsmann. Im Fokus stand im Geschäftsjahr im Rahmen der Behandlung struktureller Themen unter anderem der Prozess der Abschlussprüfung. Dabei befasste sich der Prüfungs- und Finanzausschuss mit den Prüfungshandlungen und Prüfungstools des Abschlussprüfers, erörterte die voraussichtlichen Key Audit Matters und legte die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung fest. Des Weiteren befasste sich der Ausschuss mit der künftigen nichtfinanziellen Berichterstattung und er wurde über die Umsetzung neuer IFRS-Standards bei Bertelsmann informiert. Der Prüfungs- und Finanzausschuss ließ sich auch über potenzielle Folgen eines Brexit für den Konzern berichten. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses (siehe oben Abschnitt "Jahres- und Konzernabschlussprüfung"). Die vorläufigen Ergebnisse der Konzern- und Jahresabschlussprüfung des Geschäftsjahres wurden vom Vorsitzenden des Prüfungs- und Finanzausschuss fortlaufend vor der Bilanzsitzung, die am 22. März 2017 stattfand, mit dem Abschlussprüfer eingehend diskutiert. Der Ausschuss befasste sich in diesem Zusammenhang auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Es gab dabei keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder eine Gefährdung der Unabhängigkeit. Der Halbjahresfinanzbericht 2017 wurde vor seiner Veröffentlichung am 30. August 2017 im Ausschuss ausführlich erörtert. Der Prüfungs- und Finanzausschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA kam im Berichtsjahr 2017 zu vier Sitzungen zusammen. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses oder sein Vertreter informierte im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung das Aufsichtsratsplenum kontinuierlich über die Arbeit des Ausschusses. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten waren die Leiter von Fachabteilungen, wie beispielsweise der Bereiche Konzernrechnungswesen und Konzernsteuerwesen sowie der Konzernrechtsabteilung, vertreten. Zusätzlich führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses regelmäßig Einzelgespräche mit den verantwortlichen Abschlussprüfern durch. Veränderungen im Vorstand der Bertelsmann Management SE und im Aufsichtsrat, Ziele für die Zusammensetzung des AufsichtsratsDie Geschäfte der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden von ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, der Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, geführt. Im Vorstand der Bertelsmann Management SE gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Veränderung: Die Bestellung von Fernando Carro de Prada zum Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Management SE wurde im besten gegenseitigen Einvernehmen mit Fernando Carro de Prada zum Ablauf des 13. Juli 2017 beendet. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Fernando Carro de Prada für die langjährige, gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Im Laufe des Geschäftsjahres bzw. des Berichtszeitraums ergaben sich folgende Veränderungen im Aufsichtsrat: Am 27. Januar 2017 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP SE, Walldorf, zum weiteren Aufsichtsratsmitglied gewählt. Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA am 12. Mai 2017 endete die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Dr. Brigitte Mohn, Elisabeth (Liz) Mohn, Hans Dieter Pötsch, Kasper Rorsted und Bodo Uebber. Dr. Brigitte Mohn, Elisabeth (Liz) Mohn, Hans Dieter Pötsch, Kasper Rorsted und Bodo Uebber wurden von der Hauptversammlung im Mai 2017 wieder zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Am 27. August 2017 verstarb unerwartet das langjährige Aufsichtsratsmitglied Dr. Wulf Bernotat. Der Aufsichtsrat wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Am 16. Januar 2018 erfolgte die Wahl von Dr. Thomas Buberl, CEO der AXA S.A., zum Mitglied des Aufsichtsrats. Derzeit sind alle zehn Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE auch Mitglieder des zurzeit 15-köpfigen Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Für den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA, die kein börsennotiertes Unternehmen ist, findet das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" keine Anwendung. Dennoch unterstützt der Aufsichtsrat die Zielsetzung des Gesetzes. Strategisch verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, auch durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion gerecht zu werden. Der Aufsichtsrat wird aber bis auf Weiteres keine Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat festlegen. Er ist davon überzeugt, dass im Unternehmen in den Bereichen der Nachfolgeplanung, der Managemententwicklung und der Auswahlprozesse geeignete Maßnahmen getroffen wurden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen nachhaltig zu implementieren. Im Aufsichtsrat soll der derzeit bestehende Frauenanteil im Fall von Neubesetzungen nicht zurückgehen. Idealerweise haben die Biografien von Neumitgliedern Bezüge zu den Wachstumsregionen und -märkten von Bertelsmann. (Siehe dazu auch den Abschnitt "Vielfalt als gelebte Praxis" im Corporate Governance Bericht ab Seite 137.) Neben den drei Vertretern der Familie Mohn und den fünf Vertretern der Mitarbeiter besteht der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA ausschließlich aus unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern. Der Aufsichtsrat erkennt die Intention der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex bei ihrer Forderung nach einer Festsetzung von Zielen für eine Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat an. Vor dem Hintergrund der besonderen Gesellschafterstruktur von Bertelsmann und der bereits in der Satzung der Gesellschaft enthaltenen Altersgrenzenregelung erscheint es dem Aufsichtsrat aber nicht angebracht, bei Bertelsmann weitere bzw. weitergehende Zielvorgaben zu Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer zu formulieren. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand für seinen großen Einsatz und seine gute unternehmerische Leistung im Geschäftsjahr 2017 seine Anerkennung aus. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bertelsmann Konzerns und der Unternehmensleitung für ihr Engagement und ihren Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2017.
Gütersloh, den 20. März 2018 Christoph Mohn, Aufsichtsratsvorsitzender Anteilsbesitz gem. § 285 und § 313 HGB für die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann Konzern zum 31. Dezember 2017 List of shareholdings according to § 285 and § 313 HGB for Bertelsmann SE & Co. KgaA and the Bertelsmann Group as per December 31, 2017Nachfolgende Tabellen zeigen den Anteilsbesitz der Bertelsmann SE & Co. KGaA gem. § 285 Nr. 11 HGB und des Bertelsmann Konzerns gem. § 313 Abs. 2 HGB. Bei den Angaben zu den Werten von Eigenkapital und Ergebnis handelt es sich grundsätzlich um IFRS Werte. Fußnoten zu nachfolgenden Tabellen sind am Ende zusammengefasst. / The tables below show the shareholdings of the Bertelsmann SE & Co. KGaA according to Section 285 No. 11 of the German Commercial Code (HGB) and Bertelsmann Group according to section 313 (2) HGB. Information about equity and net result of the companies complies with International Financial Reporting Standards. Footnotes on the tables below are presented at the end. I. Mutterunternehmen / Parent Company
II. Im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen sowie nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen / Fully consolidated companies and investments accounted for using the equity method included in the consolidated financial statements
III. Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen / Companies excluded from consolidation due to negligible importanceKonzernbilanzAktiva
Konzern-Kapitalflussrechnung
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung finden sich unter Textziffer 26 "Kapitalflussrechnung". Veränderung der Nettofinanzschulden
Nettofinanzschulden entsprechen dem Saldo aus den Bilanzposten "Liquide Mittel" und "Finanzschulden". Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
1) Die Kapitalrücklage enthält im
Wesentlichen die bei Ausgabe von Stammaktien über den
Nennbetrag hinaus erzielten Beträge.
KonzernanhangSegmentinformationen (fortgeführte Aktivitäten)
Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Erläuterungen zur Anpassung zuvor veröffentlichter Informationen finden sich unter Textziffer 27 "Segmentberichterstattung".
1) Operating EBITDA in Prozent vom Umsatz.
Überleitung zum Operating EBITDA (fortgeführte Aktivitäten)
Informationen nach geografischen Regionen (fortgeführte Aktivitäten)
Informationen zu Erlösquellen (fortgeführte Aktivitäten)
Allgemeine GrundsätzeDer Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2017 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie diesbezüglichen Interpretationen (lFRlC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind (EU-IFRS). Ergänzend wurden die nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang detaillierter ausgewiesen und erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine in Gütersloh, Deutschland, ansässige Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Anschrift des eingetragenen Firmensitzes ist: Carl-Bertelsmann-Straße 270, 33311 Gütersloh. Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen gehören die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Bücher), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Weitere Erläuterungen zu den Hauptaktivitäten der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. Auswirkungen von neuen RechnungslegungsstandardsDie Effekte aus der Erstanwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für den Bertelsmann-Konzern unwesentlich. Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden RechnungslegungsstandardsDer Bertelsmann-Konzern hat keine vom IASB oder IFRS IC veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig angewendet. Für Bertelsmann wesentliche zukünftig verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandards sind IFRS 9 "Finanzinstrumente", IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 16 "Leasingverhältnisse". IFRS 9 "Finanzinstrumente" beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, neue Vorschriften zur Wertminderung von Finanzinstrumenten und neue Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Der IFRS 9 ist für den Bertelsmann-Konzern erstmals auf das Geschäftsjahr 2018 anzuwenden. Die im Jahr 2016 gestarteten Analysen zu den Auswirkungen des IFRS 9 auf den Konzernabschluss wurden 2017 abgeschlossen. Die Analyse der Schuldinstrumente hat ergeben, dass diese überwiegend gehalten werden, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, sodass ein Großteil der Schuldinstrumente weiterhin zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wird. Darüber hinaus hält der Bertelsmann-Konzern sogenannte Fund in Fund Investments, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Diese stellen nach IFRS 9 im Wesentlichen Schuldinstrumente dar. Die Rückflüsse aus diesen Fund in Fund Investments stellen nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen dar und erfüllen somit nicht die Zahlungsstrombedingungen, sodass diese Schuldinstrumente nach IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Da diese Fund in Fund Investments bereits jetzt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ergeben sich zum 1. Januar 2018 daraus keine finanziellen Auswirkungen aus der Bewertung dieser Finanzinstrumente. Die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern wurden im Berichtsjahr im sonstigen Ergebnis erfasst, während künftig eine Erfassung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgen wird. Insgesamt werden zum 31. Dezember 2017 finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 509 Mio. € als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese finanziellen Vermögenswerte werden auch künftig zum beizulegenden Zeitwert bewertet, jedoch werden für die Mehrheit Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts grundsätzlich erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die für diese finanziellen Vermögenswerte im kumulierten Eigenkapital erfassten Beträge in Höhe von 69 Mio. € werden zum 1. Januar 2018 in die übrigen Gewinnrücklagen umgegliedert und nachfolgend nicht mehr in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind einzeln und in Summe unwesentlich für den Bertelsmann-Konzern und betreffen überwiegend aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogene Beteiligungen an Tochterunternehmen. Soweit Wertänderungen erfolgsneutral Berücksichtigung finden, werden sie beim Verkauf dieser Instrumente zukünftig nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Analysen zu den Auswirkungen auf die Bewertung von Finanzinstrumenten, insbesondere im Hinblick auf die Wertminderung von Finanzinstrumenten, sind ebenso abgeschlossen. Zukünftig werden Wertberichtigungsmatrizen zur Ermittlung von Wertminderungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle verwendet. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgt unternehmensbereichs- bzw. Business-Unit-spezifisch für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Darüber hinaus werden separate Risikobeurteilungen vorgenommen. Aufgrund der geänderten Berechnungen der Wertminderungen ergibt sich eine unwesentliche Erhöhung der Wertminderung, die zum 1. Januar 2018 erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst wurde. Darüber hinaus ergibt sich kein wesentlicher Effekt im Hinblick auf die Bewertung von Finanzinstrumenten. Aus den neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden zum 31. Dezember 2017 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Grundsätzlich sieht IFRS 9 eine retrospektive Anwendung vor, jedoch sind auch verschiedene Ausnahmen insbesondere im Bereich der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgesehen. Die Vorjahreswerte werden aufgrund der bestehenden praktischen Erleichterungen nach IFRS 9 nicht angepasst. IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" enthält umfassende branchen- und transaktionsunabhängige Neuregelungen zur Erlöserfassung. Der neue Standard ersetzt den bisherigen Chancen- und Risikoansatz durch ein fünfstufiges vertragsbasiertes Modell. Neben deutlich umfangreicheren Anwendungsleitlinien zur bilanziellen Abbildung von Erlösen aus Kundenverträgen sind detaillierte Angabevorschriften im Anhang zu erfüllen. Der Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung erfolgt bei Bertelsmann mittels der modifiziert retrospektiven Methode, nach der der IFRS 15 konzernweit prospektiv ab dem 1. Januar 2018 unter Angabe des in den Gewinnrücklagen erfassten kumulierten Erstanwendungseffekts angewandt wird. Bertelsmann wendet im Rahmen der Erstanwendung die im Standard vorgesehenen Erleichterungen für die modifiziert retrospektive Methode an. Im Rahmen der Implementierung hat Bertelsmann ein konzernweites auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmensbereichs zugeschnittenes Projekt aufgesetzt und erfolgreich durchgeführt. Auf Grundlage von definierten und analysierten Kerngeschäftsmodellen in den Unternehmensbereichen erfolgte der Rollout auf bestehende Kundenverträge sowie die dezentrale Überprüfung der Vertriebsprozesse zur Identifizierung von Anpassungsbedarfen, um darauf aufbauend die Erfüllung der prozessualen Anforderungen des IFRS 15 sicherzustellen. Im Rahmen des Projekts wurden Anpassungen des Berichterstattungssystems, des Kontenplans sowie der Anhangformulare vorgenommen. Per Ende 2017 hat Bertelsmann konzernweit die aus der Implementierung von IFRS 15 erwarteten Auswirkungen auf Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang je Business Unit auf Basis der 2017 erzielten Umsatzerlöse bzw. Bilanzwerte zum 31. Dezember 2017 erhoben. In Bezug auf die einzelnen Unternehmensbereiche sind die folgenden Auswirkungen identifiziert worden:
Durch die oben ausgeführten Änderungen wird sich zum Umstellungszeitpunkt am 1. Januar 2018 ein in den Gewinnrücklagen zu erfassender kumulierter Erstanwendungseffekt im niedrigen einstelligen Millionenbereich ergeben. Daneben wird zum 1. Januar 2018 aufgrund der genannten Darstellungsänderungen innerhalb der Bilanz eine Bilanzverlängerung in Höhe von rund 370 Mio. € erwartet, was einem Anteil an der Konzernbilanzsumme von 1,5 Prozent entspricht. In Bezug auf die Gewinn- und Verlustrechnung führen die genannten Ausweisänderungen zu einer Verminderung der EBITDA-Marge um etwa 0,25 Prozentpunkte. Der Konzern hat entschieden, ab dem 1. Januar 2018 folgende Erleichterungen anzuwenden:
Der im Januar 2016 veröffentlichte IFRS 16 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. IFRS 16 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen IAS 17 "Leasingverhältnisse", IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC 15 "Operating-Leasingverhältnisse - Anreize" und SIC 27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen". Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Leasingnehmer und führen dazu, dass grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Der Standard ersetzt die lineare Erfassung von Aufwendungen aus Operating Lease gemäß IAS 17 durch die Erfassung eines Abschreibungsaufwands für das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und die Erfassung von Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten (innerhalb des Finanzergebnisses). Darüber hinaus enthält IFRS 16 erweiterte Anhangangaben für Leasingnehmer. Die Regelungen des IFRS 16 für Leasinggeber sind weitgehend unverändert zu den aktuellen Bilanzierungsregeln nach IAS 17. Der Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Bei der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 besteht ein Wahlrecht zwischen einem vollständig retrospektiven Ansatz und einem modifiziert retrospektiven Ansatz. Die Einführung des IFRS 16 erfolgt im Bertelsmann-Konzern im Rahmen eines konzernweiten Umstellungsprojekts. Dabei wurden zunächst wesentliche Mietverträge des Bertelsmann-Konzerns analysiert, um unter anderem die Methode der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 festzulegen. Die Analyse der wesentlichen Mietverhältnisse ist noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen der weiteren Analyse aller Mietverträge werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss quantifiziert. Zum 31. Dezember 2017 beträgt der Barwert der Verpflichtungen aus unkündbaren Mietverhältnissen, die gemäß IAS 17 als Operating Leases qualifiziert wurden und voraussichtlich zu einer Aktivierung von Nutzungsrechten nach IFRS 16 führen werden, 1.261 Mio. €. Der Bertelsmann-Konzern wird künftig ein entsprechendes Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und eine Leasingverbindlichkeit bilanzieren, sofern im Einzelfall nicht die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse oder Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Anspruch genommen werden. Die Entscheidung über die Ausübung der Bilanzierungswahlrechte für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte sowie über die Methode zur Erstanwendung des IFRS 16 ist im Bertelsmann-Konzern noch nicht getroffen worden. Es ist davon auszugehen, dass die Erstanwendung des IFRS 16 aufgrund des Ansatzes der Nutzungsrechte an den zugrunde liegenden Leasinggegenständen sowie des Ansatzes einer Leasingverbindlichkeit einen wesentlichen Effekt auf die Konzernbilanz des Bertelsmann-Konzerns haben wird. Im Hinblick auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden anstelle der bisherigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen für Operating Leases unter IFRS 16 künftig die Abschreibungen der Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen. Entsprechend wird sich mit Einführung des IFRS 16 eine Verbesserung des EBITDA ergeben. In der Konzern-Kapitalflussrechnung wird sich aus der Anwendung von IFRS 16 eine Verbesserung des operativen Cashflows ergeben, während der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reduzieren wird. Eine verlässliche Schätzung zur Höhe des finanziellen Effekts kann erst nach Abschluss der konzernweiten Überprüfung der Mietverträge abgegeben werden. Der Bertelsmann-Konzern verzichtet auf eine vorzeitige Anwendung der Standards IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16. KonsolidierungKonsolidierungsgrundsätzeDer Bertelsmann-Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens sowie von dessen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemäß IFRS 10 beherrscht werden. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht, und endet, wenn Bertelsmann die Möglichkeit der Beherrschung verliert. Der Gewinn oder Verlust und jede Komponente des Gesamtergebnisses werden den Anteilseignern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet, auch wenn dadurch die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen. Unternehmenszusammenschlüsse werden entsprechend IFRS 3 nach der Erwerbsmethode bilanziert. Anteile nicht beherrschender Anteilseigner werden mit den anteiligen beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden bewertet. Wenn die übertragene Gegenleistung des Unternehmenszusammenschlusses oder die den identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens zuzuweisenden beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mittels dieser provisorischen Werte bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 3.45 unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraums von einem Jahr. Vergleichsinformationen für Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung werden so dargestellt, als wären sie bereits zum Erwerbszeitpunkt vollzogen. Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Nach dem Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens erfolgt dessen Endkonsolidierung entsprechend den Vorschriften des IFRS 10. Alle an dem ehemaligen Tochterunternehmen weiterhin gehaltenen Anteile sowie alle von dem ehemaligen oder an das ehemalige Tochterunternehmen geschuldeten Beträge werden ab dem Zeitpunkt des Beherrschungsverlustes gemäß der anzuwendenden IFRS bilanziert. Gemeinschaftsunternehmen gemäß IFRS 11 und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die Bertelsmann maßgeblichen Einfluss ausübt. Dies ist regelmäßig bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 Prozent der Fall. Bei geringerem Anteilsbesitz wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode durch das Vorliegen eines maßgeblichen Einflusses nach IAS 28.6 begründet. Bei einem Übergang von der Bilanzierung als Finanzinvestition hin zu der Equity-Methode werden die Vorschriften des IFRS 3 analog angewendet, sodass der beizulegende Zeitwert der Altanteile im Übergangszeitpunkt in die Anschaffungskosten der at-equity bilanzierten Beteiligung einfließt. Die Differenz zwischen Zeit- und Buchwert der Altanteile wird ergebniswirksam erfasst. Bei der Anwendung der Equity-Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen, das eine Investmentgesellschaft ist, behält Bertelsmann, das selbst keine Investmentgesellschaft ist, in der Regel die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bei, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet. Unwesentliche Beteiligungen werden im Bertelsmann-Konzern unter Berücksichtigung von IAS 39 dargestellt. KonsolidierungskreisBertelsmann ist an der RTL Group mit 75,1 Prozent und an Penguin Random House mit 75 Prozent (Vj.: 53 Prozent) als Mehrheitsgesellschafter beteiligt. Gruner + Jahr, BMG, Arvato, die Bertelsmann Printing Group und die Bertelsmann Education Group sowie Bertelsmann Investments gehören jeweils zu 100 Prozent zu Bertelsmann. Zusammensetzung Konsolidierungskreis
1) Einschließlich der Bertelsmann SE &
Co. KGaA.
Entwicklung Konsolidierungskreis
Nicht im Konsolidierungskreis enthalten sind 213 (Vj.: 227) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns. Die vollständige Liste des Anteilsbesitzes des Bertelsmann-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB wird als Anlage zum vorliegenden Konzernabschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der Hauptversammlung ausgelegt. Akquisitionen und DesinvestitionenIm Geschäftsjahr 2017 betrug der Cashflow aus Akquisitionstätigkeit insgesamt -213 Mio. € (Vj.: -278 Mio. €), davon entfielen auf die Neuerwerbe des Berichtsjahres nach Abzug erworbener liquider Mittel -178 Mio. € (Vj.: -250 Mio. €). Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich auf insgesamt 273 Mio. € (Vj.: 354 Mio. €) unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 19 Mio. € (Vj.: 21 Mio. €). Des Weiteren wurden im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben Put-Optionen in Höhe von 12 Mio. € (Vj.: 18 Mio. €) bilanziert. Im Januar 2017 erwarb BMG 100 Prozent der amerikanischen Unternehmensgruppe BBR Music Group (BBRMG), die die Country-Music-Labels Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records und den Musikverlag Magic Mustang Music umfasst. Der Abschluss sichert BMG eine bedeutende Position in der "Country-Hauptstadt" Nashville im US-Bundesstaat Tennessee - und verspricht Künstlern und Songwritern, die bei BBRMG und BMG unter Vertrag stehen, zahlreiche Vorteile. Die Kunden von BBRMG profitieren von einer deutlich größeren internationalen Reichweite, indem sie Teil der globalen Plattform von BMG werden; zudem stehen den Musikern bei BMG umfangreiche Marketingressourcen zur Verfügung. Die übertragene Gegenleistung beträgt 95 Mio. € und wird vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Die Kaufpreisvereinbarung enthält eine variable Gegenleistung in Abhängigkeit von zukünftigen Verkaufszahlen von bei BBRMG unter Vertrag stehenden Künstlern. Die maximale variable Gegenleistung beträgt 25 Mio. US-$. Zum 31. Dezember 2017 erwartet Bertelsmann keine Auszahlung aus dieser variablen Gegenleistung. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 6 Mio. €, der hauptsächlich aus potenziell zu realisierenden Synergieeffekten und aus zukünftigen zusätzlichen Absatzpotenzialen aus der Zusammenführung von BBRMG und BMG resultiert. Aus steuerlicher Sicht wird der Erwerb aufgrund einer Wahlrechtsausübung in den USA als Asset Deal behandelt. Auf Einzelebene ist die gesamte übertragene Gegenleistung daher über 15 Jahre steuerlich abzugsfähig. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2017 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Im Juli 2017 übernahm Penguin Random House 100 Prozent der Anteile an der Verlagsgruppe Ediciones B von der spanischen Mediengruppe Grupo Zeta. Penguin Random House sieht die Übernahme als Stärkung der Marktposition und der kulturellen Bedeutung von Penguin Random House Grupo Editorial in Spanien, Lateinamerika und der gesamten spanischsprachigen Welt. Die übertragene Gegenleistung betrug 37 Mio. € und wurde vollständig durch Zahlungsmittel erbracht. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 28 Mio. €, der im Wesentlichen Synergiepotenziale repräsentiert, die aus Effizienzoptimierungen in Bezug auf direkte und strukturelle Aufwendungen realisiert werden sollen. Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen 2 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Außerdem tätigte der Bertelsmann-Konzern im Geschäftsjahr 2017 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen nicht wesentlich waren. Nach Abzug erworbener liquider Mittel erfolgten für diese Akquisitionen Zahlungen in Höhe von -93 Mio. €, die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich für diese Akquisitionen auf 141 Mio. € unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 19 Mio. €. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 133 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln und in Höhe von 7 Mio. € steuerlich abzugsfähig sind. Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die mit den Transaktionen verbundenen Aufwendungen 2 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst. Die Kaufpreisallokationen berücksichtigen sämtliche bis zur Aufstellung dieses Abschlusses verfügbaren Informationen über Fakten und Umstände, die zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt bestanden. Soweit innerhalb des zwölfmonatigen Bewertungszeitraums nach IFRS 3 weitere solche Fakten und Umstände bekannt werden, erfolgt eine entsprechende Anpassung der Kaufpreisallokation. Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit zum Teil vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden: Auswirkungen der Akquisitionen
Sämtliche im Geschäftsjahr 2017 getätigten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 115 Mio. € zum Umsatz und -13 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2017 hätten diese 156 Mio. € zum Umsatz und -17 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf 35 Mio. €. Davon entfallen 33 Mio. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie 2 Mio. € auf sonstige Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit 6 Mio. € wertberichtigt, sodass der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 39 Mio. € beträgt. Die sonstigen Forderungsposten sind nur in geringem Umfang wertberichtigt, sodass der beizulegende Zeitwert dem Bruttobetrag entspricht. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden erfolgt bei der Anwendung des IFRS 3 vorrangig nach dem marktpreisorientierten Verfahren. Danach werden Vermögenswerte und Schulden mit ihren an einem aktiven Markt feststellbaren Preisen bewertet. Ist eine Bewertung nach dem marktpreisorientierten Verfahren nicht möglich, wird das kapitalwertorientierte Verfahren herangezogen. Danach ergibt sich der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld als Barwert der zukünftig zufließenden bzw. abfließenden Zahlungen (Cashflows). Im Rahmen der Desinvestitionen erzielte der Bertelsmann-Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von 4 Mio. € (Vj.: -28 Mio. €). Die Desinvestitionen haben zu einem Verlust aus Endkonsolidierung von -10 Mio. € (Vj.: -33 Mio. €) geführt, der in der Position "Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen" ausgewiesen wird. Ihre Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Bertelsmann-Konzerns zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung zeigt die nachfolgende Tabelle: Auswirkungen der Desinvestitionen
Nicht fortgeführte AktivitätenDas Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von -7 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) umfasst Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gesellschaften des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen VermögenswertenDie Buchwerte der als zur Veräußerung gehaltenen klassifizierten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und zugehörige Schulden
Die RTL Group hatte im Oktober 2016 eine Vereinbarung zum Verkauf der Media Properties Sarl abgeschlossen. Die Media Properties Sarl hält die neuen Gebäude der RTL Group in Luxemburg ("RTL City"). Der Verkauf sollte im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Zum Jahresabschluss 2016 wurden die Gebäude daher als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ausgewiesen. Im Mai 2017 beschlossen die Vertragsparteien im gegenseitigen Einvernehmen, auf die Transaktion zu verzichten. Das Management der RTL Group hat sich entschlossen, den Verkaufsprozess im kommenden Jahr nicht weiter zu verfolgen. Dementsprechend wurden die Gebäude in Höhe von 83 Mio. € von den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in die Sachanlagen reklassifiziert. Ein darauf entfallender unwesentlicher Abschreibungsaufwand wurde rückwirkend im zweiten Quartal erfasst. Bei Veräußerungsgruppen, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet wurden, wurden im Vorjahr Wertminderungsaufwendungen in Höhe von -14 Mio. € erfasst, die im Wesentlichen auf eine im Unternehmensbereich Arvato geplante Veräußerung entfielen. Im Geschäftsjahr 2017 wurde der Verkauf abgeschlossen. Die beizulegenden Zeitwerte sind der Stufe 3 der Hierarchie der nicht wiederkehrenden beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Die Bewertungen der Stufe 3 basieren auf den Informationen der Vertragsverhandlungen. Die ergebniswirksam erfassten Wertminderungsaufwendungen sind unter den "Sonstigen betrieblichen Aufwendungen" erfasst. FremdwährungsbewertungTransaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung eines Tochterunternehmens abweichende Währung lauten, werden in der funktionalen Währung mit dem Umrechnungskurs am Tag ihrer erstmaligen Bilanzierung erfasst. Zum Bilanzstichtag werden auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der funktionalen Währung mit dem dann gültigen Stichtagskurs bewertet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Bilanzposten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt. FremdwährungsumrechnungJahresabschlüsse von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die in Fremdwährung aufgestellt wurden, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, bevor sie in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden in die Berichtswährung erfolgt zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag, während die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet wird. Unterschiede aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Solche Differenzen entstehen bei der Umrechnung von Bilanzposten zu einem Stichtagskurs, der vom vorherigen Stichtagskurs abweicht, sowie durch den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Stichtagskurs bei der Umrechnung des Konzernergebnisses. Zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen, die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in einem separaten Bestandteil des Eigenkapitals kumuliert wurden, vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt: Euro-Wechselkurse der wichtigsten Fremdwährungen
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenErtrags- und AufwandsrealisierungUmsatzerlöse werden gemäß IAS 18 erfasst. Sie werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Preisnachlässe, Rabatte und ähnliche andere Abzüge gekürzt. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern gelten als realisiert, wenn der Bertelsmann-Konzern die maßgeblichen Risiken und Chancen aus dem Eigentum der Güter auf den Käufer übertragen hat und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen werden erfasst, wenn die entsprechende Werbung oder Anzeige im jeweiligen Medium erscheint. Erträge aus Nutzungsentgelten (Lizenzen) werden periodengerecht entsprechend den Bestimmungen des zugrunde liegenden Vertrages erfasst. Umsatzerlöse aus Dienstleistungsgeschäften werden entsprechend ihrem Wertschöpfungsanteil erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in Übereinstimmung mit IAS 39 periodengerecht erfasst. Dividenden werden erst im Zeitpunkt der Entstehung des Rechtsanspruchs des Anteilseigners auf Zahlung ergebniswirksam vereinnahmt. Übrige Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich bestimmbar ist. Aufwendungen werden nach sachlichen oder zeitlichen Kriterien abgegrenzt. Geschäfts- oder FirmenwerteDer aus einem Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird bei dem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Im Bertelsmann-Konzern werden Werthaltigkeitstests auf Geschäfts- oder Firmenwerte wie im Abschnitt "Wertminderungen" erläutert durchgeführt. Sonstige immaterielle VermögenswerteSelbst erstellte immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens werden mit ihren aktivierungspflichtigen Herstellungskosten gemäß IAS 38 bilanziert, wenn dafür die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden ebenfalls gemäß IAS 38 mit ihren Anschaffungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Der erstmalige Ansatz von immateriellen Vermögenswerten, die im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden, erfolgt gemäß IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer grundsätzlich linear über deren Nutzungsdauer. Wertminderungen und Wertaufholungen werden gemäß den Vorschriften des Impairment-Tests gemäß IAS 36 vorgenommen. Die planmäßige Nutzungsdauer beträgt für aktivierte Software in der Regel drei bis fünf Jahre, für Belieferungsrechte und Abonnentenstämme zwei bis 15 Jahre, für Warenzeichen, Musik- und Verlagsrechte drei bis 25 Jahre. Lizenzen werden linear entsprechend der Vertragslaufzeit oder leistungsabhängig (im Verhältnis der in der Berichtsperiode erzielten Nutzungserlöse zu den gesamten geschätzten Nutzungserlösen für die gesamte Nutzungsdauer) abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Stattdessen werden sie mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. SachanlagenSachanlagen werden gemäß IAS 16 bilanziert und zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bewertet. Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Im Geschäftsjahr 2017 lagen den planmäßigen Abschreibungen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. WertminderungenGeschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden zum 31. Dezember eines jeden Jahres sowie anlassbezogen auf Wertminderung gemäß IAS 36 überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer und Sachanlagen werden zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 nur dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Eine Wertminderung gemäß IAS 36 liegt vor, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag wird dabei als der jeweils höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und der Nutzungswert werden in der Regel unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, die auf im Rahmen von Unternehmensplanungen ermittelten zukünftigen Cashflow-Prognosen basiert. Bei zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wird ausschließlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als Vergleichsmaßstab herangezogen. Bei der Bestimmung des Nutzungswerts bleiben geschätzte künftige Mittelzuflüsse bzw. Mittelabflüsse, die aus künftigen Restrukturierungen oder aus der Verbesserung bzw. Erhöhung der Ertragskraft der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren, unberücksichtigt, es sei denn, die zahlungsmittelgenerierende Einheit hat sich am Bilanzstichtag zu einer Restrukturierung verpflichtet und eine entsprechende Rückstellung gebildet. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ist, sofern ein aktiver Markt besteht, der Marktpreis oder gegebenenfalls der Preis der jüngsten vergleichbaren Transaktion heranzuziehen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in der Regel unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Sofern den Vermögenswerten keine eigenen Cashflows zugeordnet werden können, werden die Wertminderungen anhand der Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt, zu denen die Vermögenswerte gehören. Die prognostizierten Cashflows werden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und in der Regel um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden werden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Die Abzinsung erfolgt grundsätzlich mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Für zahlungsmittelgenerierende Einheiten mit unterschiedlichen Risikoprofilen werden spezifische WACC abgeleitet. Der Bertelsmann-Konzern führt für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sensitivitätsanalysen durch, insbesondere für diejenigen, bei denen die Spanne zwischen erzielbarem Betrag und dem Buchwert gering ist. Sind die Gründe für einen Wertminderungsaufwand, der in früheren Perioden erfasst worden ist, entfallen, werden Zuschreibungen bis zu dem Betrag vorgenommen, der sich ergeben hätte, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Letztere Regelung gilt nicht für Geschäfts- oder Firmenwerte. Sowohl der Wertminderungsaufwand als auch eine Zuschreibung werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst. LeasingEin Leasingverhältnis gemäß IAS 17 wird zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als Finanzierungs- oder als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Bertelsmann-Konzern übertragen werden. Ein Operating-Leasingverhältnis ist ein Leasingverhältnis, bei dem es sich nicht um ein Finanzierungsleasingverhältnis handelt. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ergebniswirksam erfasst. Finanzielle VermögenswerteDer erstmalige Ansatz der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Transaktionskosten werden bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Bertelsmann-Konzern zum Kauf bzw. Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien bzw. Unterkategorien unterteilt:
Der Bertelsmann-Konzern nutzt die Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente" nicht. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: In diese Kategorie fallen im Wesentlichen Beteiligungen des Anlagevermögens, sofern sie nicht als Kredite und Forderungen oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 39 mit ihrem jeweiligen beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet, sofern dieser verlässlich zu ermitteln ist. Anderenfalls werden sie zu Anschaffungskosten bewertet. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Wenn ein objektiver Hinweis auf die Wertminderung vorliegt, erfolgt jedoch eine ergebniswirksame Abwertung. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung anzusehen. Bei Veräußerung dieser Vermögenswerte werden die zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte: Unter diese Kategorie fallen Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllen. Sie werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne oder Verluste aus der Änderung der beizulegenden Zeitwerte werden erfolgswirksam erfasst. Alle Derivate, die die formalen Anforderungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden gesondert als derivative Finanzinstrumente mit Hedge-Beziehung erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente". Bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Vermögenswerte: In die Kategorie "Initial Recognition at Fair Value Through Profit or Loss" fallen die finanziellen Vermögenswerte, die bei erstmaligem Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurden. Die Änderungen des Marktwerts werden erfolgswirksam im übrigen finanziellen Ergebnis erfasst. Ausgereichte Darlehen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Ausleihungen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Eine Abzinsung erfolgt bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen langfristigen Darlehen und Forderungen. Gibt es einen objektiven Hinweis darauf, dass eine Wertminderung eingetreten ist, so wird der Buchwert unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Verlustbetrag ergebniswirksam erfasst. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Liquide Mittel umfassen Bankguthaben und Kassenbestände, Zahlungsmitteläquivalente umfassen kurzfristige hochliquide Wertpapiere, deren Restlaufzeit beim Erwerb maximal drei Monate beträgt. Wertminderungen und Wertaufholungen: Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, daraufhin untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Derartige Hinweise liegen in folgenden Fällen vor: Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden oder einer Gruppe von Kunden, der Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, die Wahrscheinlichkeit, Insolvenz zu erklären oder einer anderen finanziellen Restrukturierung zu unterliegen, und erkennbare Tatsachen, die auf eine messbare Verringerung der geschätzten zukünftigen Kapitalflüsse hindeuten, wie beispielsweise ungünstige Veränderungen der Zahlungslage des Kreditnehmers oder der Wirtschaftslage, die mit dem Leistungsverzug übereinstimmen. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten entspricht der Verlustbetrag im Falle einer Wertminderung der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows -abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts. Sofern sich zu späteren Bewertungszeitpunkten ergibt, dass der beizulegende Zeitwert gestiegen ist, erfolgt eine ergebniswirksame Wertaufholung bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Wertaufholung erfolgt nicht, sofern es sich um nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente handelt, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet wurden. Im Falle einer Wertminderung der zu Anschaffungskosten bewerteten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte ergibt sich der Betrag der Wertberichtigung aus der Differenz zwischen dem Buchwert des finanziellen Vermögenswerts und dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem risikoadjustierten Zinssatz. Bewertung zum beizulegenden ZeitwertBei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hängt das angewendete Bewertungsverfahren davon ab, welche Inputfaktoren jeweils vorliegen. Wenn notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte ermittelt werden können, werden diese zur Bewertung herangezogen (Stufe 1). Wenn dies nicht möglich ist, werden die beizulegenden Zeitwerte vergleichbarer Markttransaktionen herangezogen sowie finanzwirtschaftliche Methoden, basierend auf beobachtbaren Marktdaten, verwendet (Stufe 2). Sofern die beizulegenden Zeitwerte nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, werden sie mithilfe anerkannter finanzmathematischer Methoden oder auf Basis von beobachtbaren erzielbaren Preisen im Rahmen von zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des jeweiligen Unternehmens ermittelt (Stufe 3). VorräteVorräte, darunter Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Handelswaren, werden gemäß IAS 2 bilanziert und am Bilanzstichtag grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Gleichartige Vorräte werden zu Durchschnittskosten oder nach dem FIFO-Verfahren (first in, first out) bewertet. Darüber hinaus werden im Vorratsvermögen alle kurzfristigen Film-, Fernseh- und ähnlichen Rechte ausgewiesen, die zur Ausstrahlung oder zum Verkauf im normalen operativen Geschäftszyklus bestimmt sind. Dazu gehören insbesondere sich in der Produktion befindende Film- und Fernsehformate, Koproduktionen sowie erworbene Senderechte. Der Ansatz zum Bilanzstichtag erfolgt auch hier mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Der Verbrauch von Film- und Fernsehrechten erfolgt mit Beginn der ersten Ausstrahlung und ist entweder von der Anzahl der geplanten Ausstrahlungen oder von den erwarteten Umsatzerlösen abhängig. Der ausstrahlungsbedingte Verbrauch bei den Film- und Fernsehrechten ist wie folgt:
Kundenspezifische FertigungsaufträgeIm Geschäftsjahr 2017 wurden keine wesentlichen Umsätze aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen realisiert. ErtragsteuernIn Übereinstimmung mit IAS 12 werden laufende Ertragsteuern auf Basis des jeweiligen gesellschaftsspezifischen steuerlichen Einkommens des Geschäftsjahres ermittelt. Bei der Berechnung laufender und latenter Steuern werden die anwendbaren steuerlichen Gesetze und steuerlichen Rechtsprechungen der jeweiligen Länder berücksichtigt, in denen die konsolidierten Konzerngesellschaften ihren Sitz haben. Laufende und latente Steuern werden im Falle von bestehenden steuerlichen Organschaften und von steuertransparenten Gesellschaften in Übereinstimmung mit den jeweils anzuwendenden steuerlichen Anforderungen und der formell gültigen gesellschaftsrechtlichen Sichtweise bilanziert. Danach erfolgt der Ausweis laufender und latenter Steuern im Konzernabschluss auf Ebene der Gesellschaft, die die jeweilige Steuerschuld besitzt. Aktive und passive latente Steuern werden nach Maßgabe von IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen der IFRS-Konzernbilanz sowie für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung in einem überschaubaren Zeitraum nicht zu erwarten ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche zu versteuernden temporären Differenzen gebildet. Aktive und passive latente Steuern auf temporäre Differenzen, die aus Unternehmenserwerben entstehen, werden angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich nicht berücksichtigt werden. Bei der Berechnung werden diejenigen Steuersätze angewendet, deren Gültigkeit zum Zeitpunkt der Umkehrung temporärer Differenzen bzw. Nutzung der Verlustvorträge erwartet wird. Latente Steuern werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Sachverhalte, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden latente Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Kumuliertes übriges EigenkapitalIm kumulierten übrigen Eigenkapital werden neben den Unterschieden aus den Umrechnungsdifferenzen auch unrealisierte Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (Available-for-Sale) und von Finanzderivaten, die zur Sicherung eines künftigen Zahlungsstroms (Cash Flow Hedge) eingesetzt werden, gemäß IAS 39 erfolgsneutral bilanziert. Darüber hinaus werden gemäß IAS 28.10 Veränderungen im sonstigen Ergebnis bei nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen erfasst. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden im Zuge der Verteilung des Gesamtergebnisses der Periode in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den Gewinnrücklagen im Jahr des Anfalls dieser Gewinne und Verluste erfasst. Der Ausweis von latenten Steuern auf die oben genannten Sachverhalte erfolgt dementsprechend ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital. RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der im Pensionsaufwand enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden sofort erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und in einer nachfolgenden Periode auch nicht mehr ergebniswirksam umgegliedert (recycled). Mit Ausnahme der nach IAS 19 berechneten übrigen personalbezogenen Rückstellungen werden alle anderen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet. Der Ansatz erfolgt in Höhe des wahrscheinlichsten Verpflichtungsumfangs. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Die Abzinsungssätze berücksichtigen aktuelle Markterwartungen und gegebenenfalls für die Schuld spezifische Risiken. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden grundsätzlich in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt, in dem zuvor die Zuführung erfasst wurde. VerbindlichkeitenBei erstmaligem Ansatz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten inklusive des Genusskapitals zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial Liabilities at Amortized Cost), es sei denn die finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Die ebenfalls unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen sind gemäß IAS 17 mit ihrem Nettobarwert erfasst. Zukünftige Zahlungen im Zusammenhang mit den vom Bertelsmann-Konzern ausgegebenen Put-Optionen auf Eigenkapitalanteile von Tochtergesellschaften werden als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Der erstmalige Ansatz der Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des Rückzahlungsbetrags mit einer entsprechenden Reduzierung des Eigenkapitals. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses mit dem Übergang der Risiken und Chancen aus den der Put-Option zugrunde liegenden Eigenkapitalanteilen von den nicht beherrschenden Anteilen auf den Bertelsmann-Konzern wird beim erstmaligen Ansatz der Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend erhöht. Die Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus Put-Optionen erfolgt ergebniswirksam. Derivative FinanzinstrumenteNach IAS 39 werden alle derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Abschlusstag des Geschäfts. Bei Vertragsabschluss eines Derivates wird festgelegt, ob dieses zur Absicherung eines Bilanzpostens (Fair Value Hedge) oder zur Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cash Flow Hedge) dient. Einzelne Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen von IAS 39 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen (Stand-alone Hedge). Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten werden wie folgt erfasst: 1. Fair Value Hedge: Marktwertänderungen dieser Derivate, die zur Absicherung von Vermögenswerten bzw. Schulden dienen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; der entsprechende Gewinn oder Verlust aus der Bewertung des gesicherten Bilanzpostens wird ebenfalls sofort im Ergebnis ausgewiesen. 2. Cash Flow Hedge: Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Derivate, die zur Absicherung künftiger Cashflows dienen, wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier eingestellten Werte werden bei Zugang eines zugrunde liegenden, nicht finanziellen Vermögenswerts bzw. einer nicht finanziellen Verbindlichkeit in die Erstbewertung einbezogen (Basis Adjustment). In den anderen Fällen erfolgt die Umgliederung der zuvor erfassten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst. 3. Stand-alone Hedge: Marktwertänderungen von Derivaten, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden entsprechend der Kategorie "Held for Trading" in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und sind somit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine Sicherungsgeschäfte mit Fair Value Hedge erfasst. Ebenso lag keine Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb vor. Anteilsbasierte VergütungAnteilsbasierte Vergütungen für Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns umfassen Vergütungspläne, deren Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt, sowie Vergütungspläne mit Barausgleich. Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden ausgewählten Geschäftsführern und leitenden Angestellten in Form von Aktienoptionen gewährt. Diese Optionen werden zu dem am Tag der Ausgabe geltenden Marktpreis gewährt und sind zu diesem Preis ausübbar. Für Aktienoptionen erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung ermittelt und verteilt sich über den Zeitraum, für den die Mitarbeiter vorbehaltlos Anspruch auf die Optionen haben. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird mithilfe eines Binomialmodells zur Bestimmung von Optionspreisen bemessen, wobei die Bedingungen, zu denen die Optionen gewährt wurden, berücksichtigt werden. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die tatsächliche Anzahl an ausübbaren Aktienoptionen wiederzugeben. Aktienoptionen, deren Verfall nur auf ein Nichterreichen des für die Ausübung vorgeschriebenen Aktienkurses zurückzuführen ist, sind hiervon ausgenommen. Die finanzielle Verbindlichkeit, die aufgrund einer anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich entsteht, wird unter Anwendung eines Optionspreismodells mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet. Bis zur Begleichung der Verpflichtung ist deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen und alle Wertänderungen sind ergebniswirksam als Personalaufwand der Periode zu erfassen. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und zugehörige SchuldenLangfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Solche langfristigen Vermögenswerte und die zugehörigen Schulden werden gemäß IFRS 5 in separaten Bilanzposten dargestellt. Die Bewertung erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht erfasst, solange ein langfristiger Vermögenswert als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehört. Unternehmensbestandteile, die die Anforderungen des IFRS 5.32 erfüllen, werden als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung entsprechend gesondert dargestellt. Alle in der Berichtsperiode vorgenommenen Änderungen von Beträgen, die in direktem Zusammenhang mit der Veräußerung einer nicht fortgeführten Aktivität in einer der vorangehenden Perioden stehen, werden ebenfalls in dieser gesonderten Kategorie angegeben. Wird ein Unternehmensbestandteil nicht mehr als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, so wird das Ergebnis dieses Unternehmensbestandteils, das zuvor unter nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wurde, für alle dargestellten Berichtsperioden in die fortgeführten Aktivitäten umgegliedert. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den Schätzwerten abweichen. Nachstehend werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen dargestellt, die im Bertelsmann-Konzernabschluss wesentlich für das Verständnis der mit der Finanzberichterstattung verbundenen Unsicherheiten sind.
Darüber hinaus werden bei Kaufpreisallokationen Annahmen hinsichtlich der Bewertung von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden getroffen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die erworbenen immateriellen Vermögenswerte, da als Bewertungsmaßstab der beizulegende Zeitwert dient, der in der Regel als Barwert der zukünftigen Cashflows nach Berücksichtigung des Barwerts des abschreibungsbedingten Steuervorteils (Tax Amortization Benefit) ermittelt wird. Ferner basiert die Festlegung konzerneinheitlicher Nutzungsdauern auf Einschätzungen des Managements. Allgemeine Ausführungen zu Nutzungsdauern finden sich in den Abschnitten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und "Sachanlagen". Annahmen und Schätzungen liegen auch den Beurteilungen hinsichtlich der Realisierbarkeit unsicherer Steuerpositionen und zukünftiger Steuerentlastungen zugrunde. Die Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12, wenn eine Zahlung oder eine Erstattung für das Steuerrisiko wahrscheinlich ist. Die Bewertung der unsicheren Steuerpositionen erfolgt mit ihrem wahrscheinlichen Wert. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie später wahrscheinlich genutzt werden können. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern werden verschiedene Faktoren herangezogen, darunter die vergangene Ertragslage, die Unternehmensplanung und Steuerplanungsstrategien sowie Verlustvortragsperioden. Erläuterungen zur Beurteilung der Realisierbarkeit steuerlicher Entlastungen werden unter Textziffer 9 "Ertragsteuern" dargelegt. Annahmen werden zudem bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten getroffen. Hierbei verwendet Bertelsmann verschiedene finanzmathematische Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Die in die Modelle eingehenden Inputfaktoren stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen solche nicht vor, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Annahmen des Managements. Diese Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko und Ausfallrisiken. Des Weiteren beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf die anteilsbasierte Vergütung. Die Bedingungen der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich und der Aktienoptionspläne werden im Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütungen" unter Textziffer 18 "Eigenkapital" näher erläutert. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt. VorjahresinformationenDie Positionen "Bestandsveränderungen" und "Andere aktivierte Eigenleistungen" werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nicht mehr separat, sondern unter der Position "Materialaufwand" ausgewiesen. Mit den Umgliederungen erhöhen sich Klarheit, Lesbarkeit und Vergleichbarkeit mit den internationalen Unternehmen, die ihre Konzernabschlüsse unter Anwendung des Umsatzkostenverfahrens aufstellen. Für die bessere Vergleichbarkeit wurden die Zahlen der Vorjahresperiode angepasst. Da diese Positionen nur innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurden, bleiben die Höhe des EBIT und das Konzernergebnis unverändert. Weitere Erläuterungen finden sich in der Textziffer 14 "Vorräte". Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz1 Umsatzerlöse
Der Posten "Umsatzerlöse aus Werbung und Anzeigen" umfasst unter anderem Erlöse aus Tauschgeschäften in Höhe von 56 Mio. € (Vj.: 58 Mio. €), die vor allem bei der RTL Group und bei Gruner + Jahr angefallen sind. 2 Sonstige betriebliche Erträge
Der Posten "Erträge aus Anlagenabgängen" enthält im Wesentlichen einen Veräußerungsgewinn in Höhe von 94 Mio. € aus dem Verkauf dreier zusammenhängender Gebäude in Paris durch die RTL Group. In dem Posten "Übrige betriebliche Erträge" ist unter anderem ein Ertrag in Höhe von 26 Mio. € aus der Ausübung der Kaufoption auf einen nicht finanziellen Vermögenswert und aus seinem unmittelbaren Weiterverkauf enthalten. 3 Personalaufwand
Die im Geschäftsjahr 2017 gezahlten Arbeitgeberbeiträge an staatliche Rentenversicherungsträger belaufen sich auf 369 Mio. € (Vj.: 342 Mio. €). 4 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Der Posten "Verwaltungskosten" umfasst unter anderem als Aufwand erfasste Zahlungen aus Operating Leases in Höhe von 270 Mio. € (Vj.: 267 Mio. €) und dazugehörige Dienstleistungen und Nebenkosten in Höhe von 29 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €) sowie bedingte Mietzahlungen in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: 7 Mio. €). Darüber hinaus umfasst dieser Posten Reparatur- und Wartungskosten in Höhe von 195 Mio. € (Vj.: 188 Mio. €) und Kosten für IT-Dienstleistungen in Höhe von 156 Mio. € (Vj.: 162 Mio. €). 6 Ergebnis aus Finanzanlagen
7 Zinserträge und Zinsaufwendungen
8 Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen
Um den wirtschaftlichen Gehalt besser widerzuspiegeln, werden Erträge und Aufwendungen aus nicht operativen Fremdwährungssicherungsgeschäften mit den Ergebnissen aus der Bewertung der wirtschaftlich abgesicherten Fremdwährungsgeschäfte saldiert und als nicht operative Währungskursgewinne bzw. -verluste ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2017 standen den Verlusten aus diesen nicht operativen Fremdwährungsgeschäften in Höhe von -194 Mio. € (Vj.: -116 Mio. €) Erträge aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von 256 Mio. € (Vj.: 190 Mio. €) gegenüber. Den Gewinnen aus den Fremdwährungsgeschäften in Höhe von 63 Mio. € (Vj.: 84 Mio. €) standen Aufwendungen aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von -114 Mio. € (Vj.: -153 Mio. €) gegenüber. 9 ErtragsteuernDie Ertragsteuern setzen sich aus den folgenden laufenden und latenten Steuern zusammen: Ertragsteuern
Das Ergebnis nach Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2017 einmalig durch die US-Steuerreform (Tax Cuts and Jobs Act) im Bereich der Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern der US-Konzerngesellschaften mit 33 Mio. € belastet. Die Neubewertung der latenten Steuern der US-Konzerngesellschaften erfolgte dabei mit dem reduzierten US-Körperschaftsteuersatz von 21 Prozent (bisher 35 Prozent). Auswirkungen aus der zum 1. Januar 2018 eingeführten Base Erosion and Anti-Abuse Tax (BEAT) sind in Übereinstimmung mit den bisher veröffentlichten Verlautbarungen nicht bei der Bewertung latenter Steuern zum 31. Dezember 2017 berücksichtigt worden. Sie werden zukünftig jeweils im Jahr der Entstehung bilanziert. Die Reduzierung des US-Körperschaftsteuersatzes von bislang 35 Prozent auf 21 Prozent wird zukünftig zu einer geringeren Steuerbelastung in den USA führen. Weitere Auswirkungen aus der US-Steuerreform auf den Konzernabschluss können sich in Bezug auf den zukünftigen Zinsabzug in den USA, die Mindestbesteuerung und die deutsche Hinzurechnungsbesteuerung ergeben. Sie werden in einer tiefergehenden weiteren Analyse ermittelt. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2017 Steuersatzänderungen für die Berechnung der langfristigen temporären Differenzen in Frankreich und Großbritannien angewendet, die zu einer Entlastung im Steuerergebnis in Höhe von 13 Mio. € geführt haben. Nach der Anteilsaufstockung bei Penguin Random House wurden die US-Gesellschaften des Unternehmensbereichs erstmals in die steuerliche Organschaft der Bertelsmann Inc. einbezogen. Im Geschäftsjahr 2017 wurden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 389 Mio. € (Vj.: 433 Mio. €) in Anspruch genommen, was zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands um 106 Mio. € (Vj.: 102 Mio. €) führte. Von den genutzten steuerlichen Verlustvorträgen entfallen 31 Mio. € (Vj.: 132 Mio. €) auf inländische Körperschaftsteuer, 29 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €) auf inländische Gewerbesteuer und 329 Mio. € (Vj.: 260 Mio. €) auf ausländische Ertragsteuern. In diesen Beträgen sind 78 Mio. € (Vj.: 40 Mio. €) Verlustvorträge enthalten, für die in der Vergangenheit keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Sie betreffen in Höhe von 2 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) inländische Körperschaftsteuer, in Höhe von 2 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) inländische Gewerbesteuer und in Höhe von 74 Mio. € (Vj.: 38 Mio. €) ausländische Ertragsteuern. Diese Nutzung führt zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands in Höhe von 20 Mio. € (Vj.: 11 Mio. €). Aktive und passive latente Steuern wurden im Zusammenhang mit folgenden Posten und Sachverhalten gebildet: Latente Steuern
Der Rückgang der passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte und der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge resultiert im Wesentlichen aus der Berücksichtigung der Auswirkungen der Steuerreform in den USA bei der Bewertung dieser Posten. Für temporäre Differenzen in Höhe von 443 Mio. € (Vj.: 781 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuerschulden angesetzt, da Bertelsmann deren Umkehrung steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Laufende sowie aktive und passive latente Steuern werden insoweit saldiert, als sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und verrechnet werden können. Die Laufzeit der latenten Steuern auf temporäre Differenzen ist im Wesentlichen langfristig geprägt. Erläuterungen zu den mit dem sonstigen Ergebnis in Zusammenhang stehenden Ertragsteuerbeträgen finden sich unter Textziffer 18 "Eigenkapital". Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steueranrechnungen wurden in denjenigen Fällen vorgenommen, in denen es nicht wahrscheinlich ist, dass sie in absehbarer Zukunft genutzt werden können. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit werden im Wesentlichen existierende passive temporäre Differenzen sowie zu erwartendes zu versteuerndes Einkommen innerhalb eines Planungszeitraums zugrunde gelegt. Temporäre Differenzen, steuerliche Verlustvorträge und Steueranrechnungen, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, sind wie folgt zeitlich vortragsfähig: Zeitliche Begrenzung
Eine Überleitung des erwarteten Steuerergebnisses auf das tatsächliche Steuerergebnis zeigt die folgende Tabelle: Überleitung zum tatsächlichen Steueraufwand
Der Ertragsteuersatz der Bertelsmann SE &Co. KGaA enthält die Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Effektiver Steuersatz
10 Immaterielle Vermögenswerte
In den sonstigen Rechten und Lizenzen sind Markenrechte, Belieferungsrechte, Verlagsrechte sowie erworbene Software und sonstige Lizenzen enthalten. Im Geschäftsjahr erwarb BMG Musikkataloge für 102 Mio. €, davon entfielen 53 Mio. € auf diverse Musikkataloge in Großbritannien und 43 Mio. € auf diverse Musikkataloge in den USA. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich eigene Film- und TV-Produktionen sowie selbst erstellte Software. Wie im Vorjahr wurden keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte lassen sich folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuordnen: Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
Die immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer betreffen im Wesentlichen die Markenrechte der Groupe M6 in Frankreich (120 Mio. €, Vj.: 120 Mio. €). Bei der Bestimmung, dass die M6-Markenrechte eine unbegrenzte Nutzungsdauer haben, hat das Management unterschiedliche Faktoren berücksichtigt, wie die vergangene und erwartete Dauerhaftigkeit der Marke, den Einfluss möglicher Veränderungen von Übertragungstechnologien, den Einfluss möglicher Entwicklungen des regulatorischen Umfelds innerhalb der französischen Fernsehindustrie, die aktuellen und erwarteten Zuschaueranteile der M6-Sender und die Strategie des Managements zum Erhalt und zur Stärkung der Handelsmarke "M6". Basierend auf einer Analyse dieser Faktoren bestehen zum 31. Dezember 2017 keine Begrenzungen in Bezug auf den Zeitraum, für den erwartet wird, dass die Marke M6 Cashflows generiert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden im Rahmen der Werthaltigkeitstests nach IAS 36 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt, die voraussichtlich von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren. Der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des auf Konzernebene erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts der RTL Group wurde anhand des Marktpreises ermittelt, der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Am 31. Dezember 2017 betrug der Marktpreis für Aktien der RTL Group S.A. an der Frankfurter Börse 67,07 € (31. Dezember 2016: 69,73 €). Eine Wertminderung des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts wurde nicht identifiziert. Ebenfalls wurde der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Groupe M6 anhand des Marktpreises ermittelt, der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Am 31. Dezember 2017 betrug der Marktpreis für Groupe-M6-Aktien an der Pariser Börse 21,54 € (31. Dezember 2016: 17,67 €). Für die übrigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entspricht der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert, der aus diskontierten Zahlungsmittelreihen abzüglich Kosten der Veräußerung abgeleitet wird und der Stufe 3 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Die prognostizierten Cashflows wurden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und wurden grundsätzlich um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden wurden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Die den Werthaltigkeitstests der einzelnen, wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte tragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde liegenden Cashflow-Prognosen basieren auf den folgenden Annahmen bezüglich der Marktentwicklung für den Beginn des Detailplanungszeitraums:
Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf Basis der diskontierten Zahlungsmittelreihen wurden darüber hinaus für die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden folgende individuelle geschäftsspezifische Wachstumsraten sowie Diskontierungssätze zugrunde gelegt: Übersicht der Wachstumsraten und Abzinsungssätze
Im Geschäftsjahr 2017 betrug der Wertminderungsaufwand auf Geschäfts- oder Firmenwerte 30 Mio. €. Dieser entfällt vollständig auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Gruner + Jahr Zeitschriften- und Digitalgeschäft International. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds und sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse im Printbereich lag der erzielbare Betrag unterhalb des Buchwerts. Der Bemessung des Wertminderungsaufwands lagen folgende Annahmen zugrunde: Der Abzinsungssatz betrug 6,5 Prozent und die langfristige Wachstumsrate 0,0 Prozent. Im Vorjahr wurden keine Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erfasst. Der Ausweis der Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und auf sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen". Fremantle Media hat sich neben organischen Initiativen mit dem Ziel, neue Formate und geistiges Eigentum zu entwickeln, weiterhin auf den Erwerb und die Integration neuer Geschäfte konzentriert, um die Anzahl neuer Shows zu erhöhen, Präsenz in neuen Märkten zu gewinnen und die Position im Geschäft mit Drama-Produktionen weiter auszubauen. Darüber hinaus konzentriert sich das Management weiterhin auf Effizienzmaßnahmen, um die Marge weiter zu verbessern. Die Kernmarken von Fremantle Media haben sich gut entwickelt und dies wird auch für die kommenden Jahre erwartet. Durch den Ausbau von Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette und die Entwicklung spezifischer neuer Inhalte arbeitet Fremantle Media weiterhin an der Bildung eines skalierbaren digitalen Geschäfts. Die zunehmende Vielfalt des Portfolios von Fremantle Media hat zu einer Anpassung der unternehmensinternen Planung geführt mit einem erwarteten leichten Anstieg und Nachhaltigkeit der EBITA-Marge verglichen mit dem letzten erreichten Niveau. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 1,8 Prozent (Vj.: 2,5 Prozent) und einem Zinssatz von 7,1 Prozent (Vj.: 7,1 Prozent). Zum 31. Dezember 2017 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 202 Mio. € (Vj.: 237 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,8 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 0,9 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 1,1 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Auch wenn kurzfristig kein ausgeglichenes Ergebnis erwartet wird, zeigt StyleHaul weiterhin erhebliches Wachstum bei den Videoaufrufen und im Umsatz, vor allem in seinem Branded-Entertainment-Geschäft. Das Management sieht erhebliches Potenzial in Bezug auf eine Verbesserung der Marge, wenngleich StyleHaul sich in einer frühen Stufe seines Lebenszyklus mit Unsicherheiten in Bezug auf die künftige Entwicklung befindet. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 2,0 Prozent (Vj.: 2,0 Prozent) und einem Zinssatz von 11,1 Prozent (Vj.: 13,9 Prozent). Zum 31. Dezember 2017 übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 4 Mio. € (Vj.: 23 Mio. €). Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,3 Prozentpunkte, bei einer Verminderung des jährlichen Umsatzes um 0,3 Prozent oder bei einer Verminderung der EBITDA-Marge um 0,4 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert. Die Werthaltigkeit der weiteren wesentlichen ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte war auch bei einer Variation jeweils eines der beiden bedeutendsten Einflussfaktoren Abzinsungssatz (Erhöhung um 1,0 Prozentpunkte) und langfristige Wachstumsrate (Verminderung um 1,0 Prozentpunkte) gegeben. 11 Sachanlagen
Zum Bilanzstichtag wurden Sachanlagen in Höhe von 13 Mio. € (Vj.: 8 Mio. €) als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Insgesamt wurden für Sachanlagen Wertminderungsaufwendungen in Höhe von -4 Mio. € (Vj.: -8 Mio. €) erfasst. 12 Anteile an anderen UnternehmenTochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden AnteilenAus Sicht des Bertelsmann-Konzerns entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf die Firmengruppe RTL Group sowie die Verlagsgruppe Penguin Random House. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der RTL Group mit Sitz in Luxemburg, Luxemburg, beträgt nach Berücksichtigung eigener Anteile 24,3 Prozent (Vj.: 24,3 Prozent). Bei der RTL Group selbst entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf das Tochterunternehmen Groupe M6 mit Sitz in Paris, Frankreich. Der Bertelsmann-Konzern ist mit einem Anteil von 48,3 Prozent (Vj.: 48,4 Prozent) an Groupe M6 beteiligt. Von den nicht beherrschenden Anteilen der RTL Group entfallen auf Groupe M6 437 Mio. € (Vj.: 428 Mio. €). Die durch den Zusammenschluss von Random House und Penguin zum 1. Juli 2013 entstandene Verlagsgruppe Penguin Random House besteht aus den beiden rechtlichen Gruppen Penguin Random House LLC mit Sitz in Wilmington, Delaware, USA, die sämtliche Verlagseinheiten in den USA bündelt, sowie Penguin Random House Limited mit Sitz in London, Großbritannien, die alle weiteren Verlagseinheiten umfasst. Um den wirtschaftlichen Gehalt der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an den beiden Gruppen besser widerzuspiegeln, werden beide Gruppen als eine Einheit betrachtet. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der Verlagsgruppe Penguin Random House beträgt 25,0 Prozent (Vj.: 47,0 Prozent). Am 5. Oktober 2017 übernahm Bertelsmann zusätzlich zu den bisherigen 53 Prozent an Penguin Random House weitere 22 Prozent an der größten Buchverlagsgruppe der Welt von dem britischen Medien- und Bildungsunternehmen Pearson. Die übrigen 25 Prozent der Anteile an dem zum 1. Juli 2013 durch den Zusammenschluss der Buchverlagsgeschäfte Random House und Penguin Group entstandenen Unternehmen verbleiben bei Pearson. Mit der strategischen Dreiviertelmehrheit sichert sich Bertelsmann mehr Governance-Rechte bei Penguin Random House und stellt somit künftig unter anderem den Chairman des Board of Directors der Buchverlagsgruppe. Die Kaufpreiszahlung für den 22-Prozent-Anteil betrug 505 Mio. €. Darüber hinaus fielen Transaktionsnebenkosten in Höhe von 4 Mio. € an, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden. Die Transaktion wurde in Übereinstimmung mit IFRS 10 als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Differenz zwischen Kaufpreis inklusive der Transaktionsnebenkosten in Höhe von 509 Mio. € und dem Buchwert der erworbenen nicht beherrschenden Anteile wurde im Eigenkapital erfasst. Die Transaktion bewirkte eine Verringerung des auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallenden Eigenkapitals in Höhe von 275 Mio. € und des auf die nicht beherrschenden Anteilseigner entfallenden Eigenkapitals in Höhe von 233 Mio. €. Neben der Anteilsaufstockung wurden Vereinbarungen zu Dividendenausschüttungen an die Gesellschafter von Penguin Random House getroffen. Auf Pearson entfällt dabei eine Sonderdividendenausschüttung in Höhe von 430 Mio. €, davon wurden 373 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 gezahlt und weitere 57 Mio. € sind im Geschäftsjahr 2018 zahlbar. Veränderung des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 erwarb RTL Group die verbleibenden 36,4 Prozent (auf vollständig verwässerter Basis) der nicht beherrschenden Anteile an SpotX Inc. ("SpotX") durch Ausübung einer Kaufoption für 128 Mio. €, hiervon 7 Mio. € als Bareinlage in SpotX. Der Kaufpreis ist Gegenstand einer leistungsbasierten Anpassung von bis zu 8 Mio. US-$, falls SpotX im Geschäftsjahr 2017 einen festgelegten Grenzwert in Bezug auf Nettoumsatz und EBITDA erreicht. Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit beträgt null zum 31. Dezember 2017. Der Erwerb der Anteile an SpotX führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre in Höhe von 83 Mio. €. Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen für die RTL Group sowie Penguin Random House inklusive der Beteiligungen an deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Die aufgeführten Informationen beziehen sich auf die Beträge vor konzerninternen Eliminierungen. Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
Anteile an at-equity bilanzierten BeteiligungenDie Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen entfallen in Höhe von 46 Mio. € (Vj.: 44 Mio. €) auf Gemeinschaftsunternehmen und in Höhe von 906 Mio. € (Vj.: 997 Mio. €) auf assoziierte Unternehmen. Anteile an GemeinschaftsunternehmenZum 31. Dezember 2017 wurden Anteile an 28 (Vj.: 26) einzeln betrachtet unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu diesen Gemeinschaftsunternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen. Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen
Anteile an assoziierten UnternehmenZum 31. Dezember 2017 wurden Anteile an 63 (Vj.: 52) assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die Beteiligung der RTL Group an Atresmedia mit Sitz in San Sebastian de los Reyes, Spanien, ist wie im Vorjahr einzeln betrachtet wesentlich für den Konzern. Zum 31. Dezember 2017 beträgt die Quote unter Berücksichtigung eigener Anteile 18,7 Prozent (Vj.: 18,7 Prozent). Am 31. Dezember 2017 betrug der Börsenwert von Atresmedia, die an der Madrider Börse gelistet ist, 1.964 Mio. € (Vj.: 2.345 Mio. €). Der anteilige beizulegende Zeitwert der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an Atresmedia betrug am 31. Dezember 2017 366 Mio. € (Vj.: 437 Mio. €). Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu Atresmedia. Bei den dargestellten Informationen handelt es sich um die in dem Abschluss von Atresmedia dargestellten Beträge, zuzüglich der im Rahmen der Durchführung der Equity-Methode vorgenommenen Anpassungen, und nicht um den Anteil des Bertelsmann-Konzerns. Finanzinformationen einzeln betrachtet wesentlicher assoziierter Unternehmen
Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert der Beteiligung an Atresmedia im Konzernabschluss zeigt folgende Tabelle: Überleitung zum Buchwert
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu den einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen. Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher assoziierter Unternehmen
Die Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2017 657 Mio. € (Vj.: 734 Mio. €). Davon entfallen auf die Beteiligung an dem Online-Bildungsdienstleister HotChalk 126 Mio. € (Vj.: 192 Mio. €) und auf die Beteiligung an dem E-Learning-Anbieter Udacity 111 Mio. € (Vj.: 134 Mio. €). Obwohl der Anteil an Udacity mit 18,6 Prozent (Vj.: 18,6 Prozent) weniger als 20 Prozent beträgt, übt der Bertelsmann-Konzern aufgrund der Präsenz im Board of Directors maßgeblichen Einfluss auf Udacity aus. Im Geschäftsjahr 2017 entfiel auf HotChalk ein anteiliges Ergebnis in Höhe von -16 Mio. € und auf Udacity in Höhe von -8 Mio. €. Für beide Beteiligungen wurde zum 31. Dezember 2017 ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Unter Berücksichtigung der aktuell angestrebten Wachstumsziele war für Udacity keine Wertminderung zu erfassen. Eine Anpassung der Wachstumsziele im Zusammenhang mit einer Neufokussierung des Geschäftsmodells für das zur Bertelsmann Education Group gehörende assoziierte Unternehmen HotChalk führte zu einem Wertminderungsaufwand in Höhe von 29 Mio. €. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 1,0 Prozent und einem Zinssatz von 11,8 Prozent. Die Erreichung der Wachstumsziele wird fortlaufend überwacht und eingeschätzt. Aufgrund der anhaltend schwierigen ökonomischen Situation in Brasilien ergab sich darüber hinaus ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 10 Mio. € für das zu Penguin Random House gehörende assoziierte Unternehmen Editora Schwarcz S.A. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anhand eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt, basierend auf einer langfristigen Wachstumsrate von 6,0 Prozent und einem Zinssatz von 13,8 Prozent aufgrund der Geschäftstätigkeit im brasilianischen Markt. Weitere 84 Mio. € (Vj.: 68 Mio. €) der Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen entfallen auf die drei University Ventures Funds, die Investitionen in wachstumsstarke Unternehmen im Bildungssektor tätigen. An diesen Fonds hält Bertelsmann zwischen 47,3 Prozent und 100 Prozent der Kapitalanteile. Da das operative Management und insbesondere die Investitionsentscheidungen bei den jeweiligen Fondsmanagern liegen, liegt trotz einer Beteiligungsquote von teilweise mehr als 50 Prozent keine Kontrolle im Sinne des IFRS 10 vor, sondern nur jeweils ein maßgeblicher Einfluss. Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen
13 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten gemäß IAS 39.46 (c) bewertet, sofern sie über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Die Bewertung der sonstigen Beteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erfolgt gemäß IAS 39.43 ff. in Verbindung mit IAS 39.55 ff. grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen umfasst neben dem Verlust aus Endkonsolidierung im Wesentlichen die Ergebnisse aus mehreren im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments getätigten Transaktionen, darunter die Ergebnisse aus dem Verkauf der Beteiligungen an Ucloud und Uxin und aus Börsengängen von BAI-Beteiligungen. Zum Bilanzstichtag wurden in Höhe von 13 Mio. € finanzielle Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Im Vorjahr wurden keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gestellt. Finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 4 Mio. € (Vj.: 9 Mio. €) wurden mit Verfügungsbeschränkung verpfändet. Für Eventualverbindlichkeiten gegenüber Dritten wurden weder im Geschäftsjahr 2017 noch 2016 finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten gestellt. 14 Vorräte
Im Geschäftsjahr 2017 wurden Abwertungen auf Vorräte in Höhe von -161 Mio. € (Vj.: -129 Mio. €) vorgenommen. Außerdem ergaben sich Zuschreibungen auf Vorräte in Höhe von 101 Mio. € (Vj.: 119 Mio. €). Diese sind sowohl auf ausstrahlungsbedingte Faktoren bei Programmrechten als auch auf gestiegene Preise auf einigen Märkten zurückzuführen. Als Sicherheit für Verbindlichkeiten wurden wie im Vorjahr keine Vorräte verpfändet. Der Materialaufwand in Höhe von 5.487 Mio. € (Vj.: 5.487 Mio. €) enthält unter anderem Bestandsveränderungen aus unfertigen und fertigen Erzeugnissen in Höhe von 77 Mio. € (Vj.: -123 Mio. €), Materialaufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 961 Mio. € (Vj.: 986 Mio. €) und Materialaufwand für Waren in Höhe von 205 Mio. € (Vj.: 228 Mio. €). Darüber hinaus sind hierin andere aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 42 Mio. € (Vj.: 34 Mio.€) enthalten. 15 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
In dem Posten "Sonstige Forderungen" werden unter anderem Forderungen in Höhe von 103 Mio. € (Vj.: 114 Mio. €) ausgewiesen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit verkauften Forderungen stehen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement von Dritten erworben und weiterveräußert hat, und Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 25 Mio. € (Vj.: 27 Mio. €) erfasst. 16 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
Die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betreffen mit 659 Mio. € (Vj.: 664 Mio. €) geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen. Grundsätzlich werden geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen wertberichtigt, wenn keine Verrechnungsmöglichkeiten mehr erwartet werden. Die Höhe dieser Wertberichtigungen basiert auf Einschätzungen der Geschäftsleitungen hinsichtlich zukünftiger Absatzmengen und Preisentwicklungen unter Berücksichtigung historischer Erfahrungen. 17 Liquide Mittel
Als Sicherheit für Verbindlichkeiten dienten liquide Mittel in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 27 Mio. €). Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine liquiden Mittel mit Verfügungsbeschränkung. 18 EigenkapitalGezeichnetes Kapital
Das im Vergleich zum Vorjahr unveränderte gezeichnete Kapital der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 1.000 Mio. € ist in 83.760 nennwertlose Namensaktien (Stammaktien) eingeteilt. Zum 31. Dezember 2017 wurden die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG) kontrolliert. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 wurde jeweils eine Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Dividende je Stammaktie jeweils 2.149 €) an die Aktionäre ausgezahlt. Die Veränderung des sonstigen Ergebnisses nach Steuern leitet sich wie folgt ab: Veränderungen der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses nach Steuern
Im Posten "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" sind im Wesentlichen Effekte aus der Bewertung der Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments enthalten. Weitere Erläuterungen finden sich in der Textziffer 13 "Sonstige finanzielle Vermögenswerte". Anteilsbasierte VergütungenIm Bertelsmann-Konzern bestehen anteilsbasierte Vergütungen, die durch Barausgleich oder durch Eigenkapitalinstrumente abgegolten werden. Bei der zur RTL Group gehörenden Groupe M6 existieren verschiedene Aktienoptionspläne. Metropole Television hat für Geschäftsführer und bestimmte Mitarbeiter innerhalb der Groupe M6 einen Aktienoptionsplan eingeführt. Die Anzahl der den Teilnehmern gewährten Optionen wird vom Aufsichtsrat von Metropole Television SA mit Zustimmung der Hauptversammlung festgelegt. Die Gewährungsbedingungen sind wie folgt, wobei alle Optionen durch physische Wertpapierübertragung ausgeübt werden: Gewährungs- und Ausübungsbedingungen (Groupe M6)
Die Gratisaktien-Programme unterliegen Leistungsbedingungen. Die im Juli 2015, im Juli 2016 und im Juli 2017 gewährten Programme unterliegen Wachstumszielen, bezogen auf das Konzernergebnis von Groupe M6 in den Geschäftsjahren 2015, 2016 und 2017. Das zweite im Juli 2016 gewährte Programm und die im Juli 2017 und Oktober 2017 gewährten Programme unterliegen einer kumulierten Leistungsanforderung über drei Jahre. Das im Mai 2015 gewährte Programm ist ausschließlich an die Beschäftigung in der Groupe M6 gebunden. 1.319.684 Gratisaktien sind zum Jahresende ausübbar. Zu Beginn des Jahres waren es 1.284.000. Im Jahresverlauf wurden 533.784 Gratisaktien gewährt. 475.500 Gratisaktien wurden ausgeübt, 22.600 verfielen. Die noch ausstehenden Aktienoptionen am Ende des Jahres unterliegen den folgenden Bedingungen: Bedingungen der Aktienoptionen (Groupe M6)
Am 31. Dezember 2017 betrug der Marktpreis für Groupe-M6-Aktien an der Pariser Börse 21,54 € (31. Dezember 2016: 17,67 €). Der beizulegende Zeitwert der im Gegenzug für gewährte Aktienoptionen erhaltenen Leistungen wird unter Bezug auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten Aktienoptionen bemessen. Die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Leistungen wird auf Grundlage des Binomialmodells ermittelt. Gratisaktien werden mit dem Aktienkurs des Ausgabetags, abzüglich der diskontierten Dividenden, die die Mitarbeiter während der Dauer der Ausübungsperiode nicht erhalten können, bewertet. Marktwerte der Aktienoptionen (Groupe M6)
Darüber hinaus gibt es innerhalb des Bertelsmann-Konzerns weitere anteilsbasierte Vergütungen, die für sich genommen nicht wesentlich sind. 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Für die derzeitigen und früheren Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene bestehen je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Formen der Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungsplänen (Defined Contribution Plans) leistet das Unternehmen auf gesetzlicher, vertraglicher oder freiwilliger Basis Zahlungen an einen externen Fonds oder eine andere Versorgungseinrichtung. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen, sodass keine Rückstellungen gebildet werden. Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne betrug im Geschäftsjahr 2017 46 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €). Alle übrigen Altersversorgungspläne sind leistungsorientiert (Defined Benefit Plans). Die Verpflichtungen der US-Gesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand (Pläne für medizinische Versorgung) stellen ebenfalls leistungsorientierte Zusagen dar und sind in den bilanzierten Rückstellungen enthalten. Bei allen Altersversorgungsplänen ist zu unterscheiden, ob die Finanzierung über eine externe Anlage erfolgt oder nicht. Bilanzierte Nettoschuld für leistungsorientierte Pläne
Für diese leistungsorientierten Versorgungspläne werden Rückstellungen gebildet. Im Wesentlichen bestehen Festgehaltszusagen sowie Endgehaltspläne. Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne sind zum Teil demografischen, ökonomischen und rechtlichen Risiken ausgesetzt. Bei den demografischen Risiken handelt es sich insbesondere um das Langlebigkeitsrisiko der Rentenempfänger. Ökonomische Risiken beinhalten in diesem Sinne hauptsächlich unvorhersehbare Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die damit verbundenen Wechselwirkungen auf das Planvermögen und die Pensionsverpflichtungen. Rechtliche Risiken können z. B. aus Beschränkungen bei der Vermögensanlage und Mindestdotierungsvorschriften resultieren. Um diese Risiken deutlich zu minimieren, ist 2004 eine konzernweite Pensionsleitlinie eingeführt worden. Demnach sind neue Pensionspläne grundsätzlich nur als beitragsorientierte Pläne zu konzipieren, sodass die Belastungen aus Versorgungszusagen jederzeit tragbar, kalkulierbar und transparent sind und für das Unternehmen keine unbeeinflussbaren Risiken entstehen. Zudem ist der Bertelsmann-Konzern bestrebt, insbesondere bestehende endgehaltsabhängige Pensionsverträge in trendunabhängige Bausteinsysteme und Kapitalzusagen zu überführen. Aufgrund dieser Maßnahmen entfallen die Verpflichtungen nahezu vollständig auf geschlossene Pläne. Für den Bertelsmann-Konzern liegen Mindestdotierungsverpflichtungen bei den Plänen in den USA und Großbritannien vor. Der Pensionsplan in den USA unterliegt den Mindestfinanzierungsvereinbarungen gemäß dem "Employee Retirement Income Security Act of 1974" (ERISA). Hierbei wird generell ein ausfinanzierter Pensionsplan angestrebt, sodass sich die jährlichen Beiträge zum Planvermögen - wie bei einem beitragsorientierten Plan - lediglich auf die in dem Jahr erdienten Pensionsansprüche der versicherten Arbeitnehmer beschränken. Liegt keine vollständige Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen vor, ist über diesen Beitrag hinaus ein weiterer Betrag dem Planvermögen zuzuführen, dessen Höhe eine Ausfinanzierung in einem Zeitraum von sieben Jahren gewährleistet. Die Pläne in Großbritannien unterliegen dem "Pensions Act 2004", der bei jährlicher Überwachung vorsieht, in einem Dreijahresturnus die Ausfinanzierung des Pensionsplanes versicherungsmathematisch zu überprüfen und gegebenenfalls aufgetretene Defizite durch weiteres Zuführen von Planvermögen zu eliminieren. Über die in den USA und Großbritannien beschriebenen Mindestdotierungsvorschriften hinaus bestehen keine weiteren wesentlichen regulatorischen Bestimmungen. Darüber hinaus war ein Konzernunternehmen bis zum 31. Dezember 2014 an einem Pensionsplan beteiligt, der gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten wird (Multi-Employer Plan). Da die für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan erforderlichen Informationen weder zeitgerecht noch in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, wurde dieser Versorgungsplan im Konzernabschluss entsprechend den Vorschriften für beitragsorientierte Pläne berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2015 ist der rückwirkende Austritt aus diesem gemeinschaftlichen Plan zum 1. Januar 2015 erklärt worden. Dabei soll die Verpflichtung durch eine Einmalzahlung abgelöst werden, für die bereits 2014 eine Rückstellung in Höhe von 16 Mio. € gebildet wurde. Die im ersten Halbjahr 2017 begonnenen Verhandlungen zur Einigung der Austrittsmodalitäten dauern weiterhin an. Seit April 2017 leistet die Gesellschaft monatliche Beitragszahlungen, die sich im Geschäftsjahr 2018 voraussichtlich auf 1 Mio. € belaufen werden. Die Rückstellung wird fortgeführt und beträgt zum 31. Dezember 2017 weiterhin 16 Mio. €. Die zu bildenden Rückstellungen werden nach IAS 19 ermittelt, ihre Bewertung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten. Die Höhe der Rückstellungen hängt von der Dienstzeit im Unternehmen sowie von den versorgungsrelevanten Bezügen ab. Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens, das jedem Dienstjahr den entsprechenden erdienten Leistungsanspruch zuordnet und dadurch im Vergleich zum Teilwertverfahren steigenden Dienstzeitaufwand unterstellt. Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtung ist dabei der zugrunde gelegte Rechnungszins von wesentlicher Bedeutung. Dieser basiert im Bertelsmann-Konzern auf dem "Mercer Yield Curve Approach". Hierbei wird jeweils für die Eurozone, Großbritannien und die USA eine "Spot Rate Yield Curve" auf Basis von hochwertigen Unternehmensanleihen erstellt. Um den Zeitwert des Geldes gemäß IAS 19.84 angemessen darzustellen, bleiben dabei in der Basis sowohl statistische Ausreißer, die in ihrer Risikoeinstufung deutlich höher oder niedriger liegen, als auch Anleihen, die zinsverzerrende Optionen besitzen, unberücksichtigt. Für die biometrischen Grundlagen werden in Deutschland wie im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Weitere signifikante versicherungsmathematische Annahmen werden wie folgt unterstellt: Versicherungsmathematische Annahmen
Eine Erhöhung oder Verminderung der oben genannten Annahmen im Vergleich zu den tatsächlich verwendeten Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert zum 31.12.2017 gehabt: Auswirkungen der versicherungsmathematischen Annahmen
Um die Sensitivität der Langlebigkeit zu bestimmen, wurden die Sterblichkeitsraten für alle Begünstigten gleichmäßig so reduziert bzw. erhöht, dass sich die Lebenserwartung einer Person in einem landestypischen Rentenzugangsalter um ein Jahr erhöht oder vermindert. Der Anwartschaftsbarwert und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt: Entwicklung der leistungsorientierten Pläne
Von den Beiträgen zum Planvermögen entfallen 3 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €) auf Deutschland. Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen voraussichtlich auf 20 Mio. € belaufen. Im Inland bestehen Erstattungsansprüche für leistungsorientierte Verpflichtungen in Höhe von 18 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €), die im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen betreffen, die nicht an die Versorgungsberechtigten verpfändet sind. Erstattungsansprüche werden in der Bilanzposition "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen setzt sich folgendermaßen zusammen: Aufwand aus leistungsorientierten Plänen
Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar: Portfoliostruktur des Planvermögens
Das Planvermögen im Bertelsmann-Konzern dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Um eine Risikokonzentration zu vermeiden, wird das Planvermögen in verschiedene Anlageklassen investiert. Das größte Planvermögen wird durch den Bertelsmann Pension Trust e. V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige der deutschen Tochterunternehmen verwaltet. Für das CTA besteht keine Dotierungsverpflichtung. In der Berichtsperiode erfolgte keine Einzahlung in das Planvermögen. Die Anlage des Treuhandvermögens erfolgt entsprechend der Anlagerichtlinie des Treugebers als langfristig orientierter Total-Return-Ansatz. Diesem liegt die Zielsetzung zugrunde, mittels strategischer Asset-Allokation einen langfristig angemessenen Ertrag unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen und/oder Krisen zu erwirtschaften. Verantwortet wird die Kapitalanlage durch den Vorstand des Pension Trust, der den Treugeber regelmäßig über den Status und die Entwicklung des Pensionsvermögens unterrichtet. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2017 auf 17 Jahre (Vj.: 17 Jahre). Das Fälligkeitsprofil der erwarteten undiskontierten Pensionszahlungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen: Fälligkeitsprofil der Pensionszahlungen
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen Rückstellungen für Dienstjubiläen, noch nicht abgeführte Beträge zu beitragsorientierten Plänen und Abfertigungen. Abfertigungen werden beim Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Unternehmen gezahlt und beruhen auf gesetzlichen Verpflichtungen, vorwiegend in Italien und Österreich. Rückstellungen für Jubiläumszahlungen und Abfertigungen werden analog zu den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ermittelt, allerdings werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Arbeitnehmer in Deutschland, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, können ihr Arbeitsverhältnis in ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis umwandeln. Das Altersteilzeitarbeitsverhältnis dauert zwischen zwei und fünf Jahren. Die Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen können der folgenden Tabelle entnommen werden: Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen
20 Übrige Rückstellungen
Die Restrukturierungsrückstellungen umfassen gemäß IAS 37 die Kosten für Personalabbau und sonstige Kosten, die mit der Beendigung von Unternehmensaktivitäten im Zusammenhang stehen. Für verschiedene Restrukturierungsprogramme innerhalb des Bertelsmann-Konzerns bestehen Rückstellungen in Höhe von 71 Mio. € (Vj.: 52 Mio. €). Die Zuführungen betreffen in Höhe von 18 Mio. € einen im September 2017 geschlossenen Restrukturierungsplan bei der zur RTL Group gehörenden RTL Belgium. Die Rückstellungen für Drohverlustrisiken betreffen in Höhe von 107 Mio. € (Vj.: 107 Mio. €) die RTL Group und wurden im Wesentlichen für Programmrechte erfasst. Davon entfallen auf die Mediengruppe RTL Deutschland 74 Mio. € (Vj.: 64 Mio. €) und weitere 33 Mio. € (Vj.: 42 Mio. €) auf Groupe M6. Zuführungen betreffen in Höhe von 62 Mio. € Drohverlustrisiken für Filme und Serien und in Höhe von 19 Mio. € Drohverlustrisiken für Sportsendungen. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten entfallen mit 94 Mio. € (Vj.: 90 Mio. €) im Wesentlichen auf Unternehmen der RTL Group. Sie decken erwartete Belastungen aus zum Teil mehrjährigen gerichtlichen Verfahren und außergerichtlichen Auseinandersetzungen ab. Hinsichtlich einer kartellrechtlichen Rechtsstreitigkeit wird auf den Risikobericht im zusammengefassten Lagebericht verwiesen. Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten unter anderem eine Rückstellung in Höhe von 24 Mio. € (Vj.: 26 Mio. €) für Ausgleichsverpflichtungen aus Pensionsansprüchen von Mitarbeitern des Prinovis-Standortes Ahrensburg gegenüber der Axel Springer SE. 21 Genusskapital
Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug 950 Mio. € bei einem Schlusskurs von 334,00 Prozent am letzten Handelstag des abgelaufenen Geschäftsjahres an der Frankfurter Wertpapierbörse (Vj.: 907 Mio. € bei einem Kurs von 319,00 Prozent) und entsprechend 34 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 199,00 Prozent (Vj.: 32 Mio. € bei einem Kurs von 190,00 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Weitere Erläuterungen zum Genusskapital sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. 22 FinanzschuldenUnter den Finanzschulden werden alle zum Bilanzstichtag bestehenden verzinslichen Verpflichtungen gegenüber dem Kredit- und Kapitalmarkt ausgewiesen. Die Buchwerte setzen sich wie folgt zusammen: Kurzfristige und langfristige Finanzschulden
Dem Bertelsmann-Konzern stehen über verschiedene vertragliche Vereinbarungen variabel verzinsliche und festverzinsliche Mittel zur Verfügung. Die Finanzschulden sind in der Regel unbesichert. Im Mai 2017 platzierte Bertelsmann eine öffentlich notierte Anleihe über 500 Mio. € mit einer Laufzeit von vier Jahren. Darüber hinaus hat Bertelsmann im Rahmen von Privatplatzierungen im Juli 2017 eine Anleihe über 50 Mio. € mit einer siebenjährigen Laufzeit und im August 2017 ein Schuldscheindarlehen über 150 Mio. € mit eineinhalbjähriger Laufzeit begeben. Zum Bilanzstichtag standen öffentlich notierte Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von 4.410 Mio. € (Vj.: 3.710 Mio. €) aus. Zur Finanzierung eines kurzfristigen Finanzmittelbedarfs wurde im Jahr 2017 mit einer international tätigen Großbank ein Kredit in Höhe von 250 Mio. US-$ abgeschlossen. Dieser führte im Wesentlichen zum Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten. Die Abweichungen der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Buchwerte von den Nominalwerten ergeben sich aus Transaktionskosten, Agien und Disagien. Anleihen, Schuldscheindarlehen
Die Dokumentation der Anleihen der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus 2012, 2014 und 2017 erfolgt auf der Grundlage von Rahmendokumentationen in Form von Debt-Issuance-Programmen. Die Hybridanleihen und Schuldscheindarlehen sowie die nicht börsennotierte Anleihe aus dem Jahr 2017 wurden auf Grundlage separater Dokumentationen begeben. Die Anleihen sind überwiegend mit einem Rating von "Baa1" (Moody's) bzw. "BBB + "(Standard & Poor's) versehen. Das Debt-Issuance-Programm wurde im April 2017 aufdatiert. Die Rahmendokumentation ermöglicht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Anleihen mit einem Volumen von insgesamt bis zu 4 Mrd. € am Kapitalmarkt zu platzieren. Die Transaktionskosten und vereinbarten Disagien oder Agien werden über die Laufzeit im Zinsergebnis berücksichtigt und verändern den Buchwert der Anleihen und Schuldscheindarlehen. Diese führen zum Jahresende zu einer Abweichung vom Nominalvolumen in Höhe von 26 Mio. € (Vj.: 26 Mio. €). Für die Bestimmung des Marktwerts der begebenen Anleihen werden grundsätzlich die Börsenkurse zu den Stichtagen herangezogen. Zum 31. Dezember 2017 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 3.695 Mio. € (Vj.: 3.121 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 3.500 Mio. € (Vj.: 3.000 Mio. €) und einem Buchwert von 3.476 Mio. € (Vj.: 2.977 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Die dabei berücksichtigte Kreditmarge resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von -0,30 Prozent bis 1,88 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. KreditlinienDer Bertelsmann-Konzern verfügt über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit international tätigen Großbanken in Höhe von 1.200 Mio. € (Vj.: 1.200 Mio. €). Diese Kreditlinie kann von der Bertelsmann SE & Co. KGaA durch variabel verzinsliche Kredite in Euro, US-Dollar und Britischem Pfund auf Basis von EURIBOR bzw. LIBOR revolvierend ausgenutzt werden. Darüber hinaus verfügt Bertelsmann über weitere syndizierte und bilaterale Kreditlinien in Höhe von 470 Mio. €, die ebenfalls durch variabel verzinsliche Kredite auf Basis von EURIBOR revolvierend ausgenutzt werden können. Zum 31. Dezember 2017 wurden die Kreditlinien in Höhe von 10 Mio. € in Anspruch genommen. LeasingverbindlichkeitenFinanzierungsleasingverhältnisse bestehen für folgende Vermögenswerte: Geleaste Vermögenswerte
Die Finanzierungsleasinggeschäfte des Konzerns resultieren insbesondere aus langfristigen Verträgen für Büroimmobilien. Am Ende der Vertragslaufzeit besteht in der Regel die Möglichkeit, diese zu erwerben. Die Finance-Lease-Verträge, die Gebäude betreffen, haben in der Regel eine unkündbare Grundmietzeit von circa 20 Jahren. Die Mindestleasingzahlungen aus den Finanzierungsleasingverhältnissen sind folgender Tabelle zu entnehmen: Mindestleasingzahlungen Finance Leases
Zum Bilanzstichtag bestanden wie im Vorjahr keine Untermietverhältnisse im Rahmen der Finanzierungsleasingverträge. 23 Verbindlichkeiten
Die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten Andienungsrechte der nicht beherrschenden Anteilseigner von 67 Mio. € (Vj.: 79 Mio. €), Minderheitsanteile an Personengesellschaften in Höhe von 41 Mio. € (Vj.: 46 Mio. €), Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 48 Mio. € (Vj.: 19 Mio. €) sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 10 Mio. €). Unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden unter anderem Verbindlichkeiten in Höhe von 86 Mio. € (Vj.: 96 Mio. €) ausgewiesen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit verkauften Forderungen stehen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement von Dritten erworben und weiterveräußert hat, und es werden Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 134 Mio. € (Vj.: 121 Mio. €), Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 28 Mio. € (Vj.: 14 Mio. €) sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 33 Mio. € (Vj.: 56 Mio. €) erfasst. 24 Außerbilanzielle VerpflichtungenHaftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen
Die Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten resultieren aus Mietverträgen über Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag noch nicht fertiggestellt waren. Das vereinbarte Nutzungsrecht beginnt daher erst in zukünftigen Perioden. Sämtliche Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten betreffen Verträge, die im Berichtsjahr abgeschlossen wurden. Die Verpflichtungen entfallen mit 36 Mio. € auf Zeiträume zwischen ein und fünf Jahren und mit 148 Mio. € auf Zeiträume über fünf Jahren. Im Vorjahr bestanden keine solchen Verpflichtungen. Von den sonstigen Verpflichtungen entfallen 2.481 Mio. € (Vj.: 2.932 Mio. €) auf die RTL Group. Diese resultieren aus Lieferverträgen über (Koproduktionen, Verträgen über Fernsehlizenzen und Übertragungsrechte sowie sonstigen Rechten und Leistungen. Weitere 786 Mio. € (Vj.: 782 Mio. €) der sonstigen Verpflichtungen entfallen auf Penguin Random House. Diese repräsentieren denjenigen Teil der gegenüber den Autoren zu erbringenden Verpflichtungen, für die noch keine Zahlungen geleistet worden sind und deren künftige Zahlungen von weiteren Ereignissen abhängen (beispielsweise Lieferung und Annahme des Manuskripts). Sonstige Verpflichtungen in Höhe von 18 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €) bestehen für den Erwerb von Sachanlagen. Für alle langfristigen Mietverpflichtungen, die als Operating Leases qualifiziert wurden, ergeben sich künftig folgende Mindestleasingzahlungen: Mindestleasingzahlungen Operating Leases
Diese Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Immobilienmietverträge. Den Verpflichtungen stehen erwartete Mindestleasingzahlungen aus Untermietverhältnissen mit einem Nominalwert von 14 Mio. € (Vj.: 60 Mio. €) gegenüber. Die unter Berücksichtigung landesspezifischer Zinssätze ermittelten Nettobarwerte zeigen die zur Begleichung der Verpflichtung aktuell notwendigen Nettoauszahlungen. 25 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte
Die offenen noch nicht fälligen Forderungen wurden nicht wertberichtigt, da zum Bilanzstichtag keine Anzeichen für Forderungsausfälle vorlagen. Wertberichtigungsspiegel gemäß IFRS 7
Der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und Wertpapiere stellt das maximale Ausfallrisiko des Bertelsmann-Konzerns dar. Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich fixierten undiskontierten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten für Tilgungen. Die Daten beruhen auf undiskontierten Cashflows, basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Bertelsmann-Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann. Vertragliche Restlaufzeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten
Den kurzfristigen Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten stehen geplante Zahlungszuflüsse aus Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten gegenüber. Darüber hinaus verfügt die Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Deckung kurzfristiger Mittelabflüsse über eine ausreichende Finanzierungsreserve in Höhe der zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel und der freien Kreditlinien. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Bruttobasis getauscht werden: Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Bruttoausgleich
Auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten für die zum Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich für den Bertelsmann-Konzern zukünftig folgende Zinszahlungen: Zukünftige Zinszahlungen
Buchwerte und Wertansätze nach BewertungskategorienAktiva
Innerhalb der sonstigen Beteiligungen erfolgt im Wesentlichen der Ausweis der Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen und sogenannten Fund in Fund Investments, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Die Bewertung dieser finanziellen Instrumente erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert, wobei die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Fund in Fund Investments liegen Bewertungen des externen Managements gemäß regelmäßiger Berichterstattungen unter Berücksichtigung eines Fungibilitätsabschlags zugrunde. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für Minderheitsbeteiligungen an anderen Unternehmen wird dabei wenn möglich auf beobachtbare erzielbare Preise der zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden, die Mindestanforderungen in Bezug auf Volumen und Teilnehmerkreis erfüllen, unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des Unternehmens zurückgegriffen. Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden bestimmte Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, zu Anschaffungskosten bewertet, da diese über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Es ist nicht geplant, von den zur Veräußerung verfügbaren "Sonstigen Beteiligungen" wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Passiva
Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien
Eine Zuordnung der in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach Klassen ist aus den Tabellen "Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien" ableitbar. Die Erhöhung der in Stufe 1 ausgewiesenen Finanzinstrumente resultiert aus den im Berichtsjahr erfolgten Börsengängen von zu Bertelsmann Investments gehörenden BAI-Beteiligungen. Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3
Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3 entfallen im Wesentlichen auf vom Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gehaltene Beteiligungen, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien
Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3
Stufe 1: Der beizulegende Zeitwert von börsennotierten Finanzinstrumenten - inklusive jener im Bereich Bertelsmann Investments - wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag bestimmt. Dies gilt unabhängig davon, ob für die von Bertelsmann gehaltenen Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag vertragliche Handelsbeschränkungen (Lock-ups) bestehen. Stufe 2: Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt. Stufe 3: Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren. Für erworbene Minderheitsbeteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments wird grundsätzlich auf sogenannte qualifizierte Finanzierungsrunden zurückgegriffen. Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputfaktoren des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko sowie Lebens-/Entwicklungszyklus der Start-up-Beteiligungen. Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten
Unter den sonstigen Währungskursveränderungen werden die Währungskurseffekte der Kategorien "Kredite und Forderungen" und "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten" zusammengefasst. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz saldiert, sofern Globalverrechnungsvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen dem Bertelsmann-Konzern und der Gegenpartei einen Ausgleich auf Nettobasis erlauben. Ein Ausgleich auf Nettobasis ist dabei sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch beim Eintritt des Zahlungsausfalls einer Partei rechtlich wirksam. Darüber hinaus schließt Bertelsmann Finanzderivate ab, die die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz nicht erfüllen, da das Recht zur Saldierung von zukünftigen Ereignissen abhängig ist. Die Voraussetzungen für eine Saldierung der bilanzierten Finanzinstrumente werden in der Regel nicht erfüllt, sodass zum 31. Dezember 2017 wie auch im Vorjahr keine wesentlichen Saldierungen vorgenommen wurden. FinanzderivateBertelsmann verwendet als Finanzderivate marktübliche, überwiegend außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente. Dies sind vor allem Terminkontrakte, Währungsswaps, Währungsoptionen, Zinsswaps und vereinzelt Warentermingeschäfte. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Banken hoher Bonität getätigt. Abschlüsse der Zentralen Finanzabteilung erfolgen grundsätzlich nur mit einem durch den Vorstand genehmigten Bankenkreis. Das Nominalvolumen ist die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- bzw. Verkaufsbeträge. Der überwiegende Teil der zum Stichtag bestehenden Finanzderivate (Nominalvolumen 4.540 Mio. €) dient zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen. Auf diese Finanzderivate entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 2.613 Mio. € (58 Prozent). Auf Finanzderivate, die zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft abgeschlossen wurden, entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 1.677 Mio. € (37 Prozent). Des Weiteren werden Finanzderivate zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten eingesetzt. Zu spekulativen Zwecken wurden keine Finanzderivate abgeschlossen. Die Beziehungen zwischen Sicherungsinstrumenten und gesicherten Positionen sowie die Risikomanagementziele und -strategien im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Sicherungsgeschäften werden dokumentiert. Dieses Verfahren beinhaltet die Verknüpfung aller als Sicherungsinstrumente bestimmten Derivate mit den jeweiligen Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen oder vorhergesehenen Transaktionen. Des Weiteren beurteilt und dokumentiert das Unternehmen sowohl bei Eingehen des Sicherungsgeschäfts als auch auf fortlaufender Basis, ob die als Sicherungsinstrument verwendeten Derivate hinsichtlich des Ausgleichs von Änderungen der Marktwerte oder Cashflows der gesicherten Positionen hochwirksam sind. Nominalvolumen und beizulegende Zeitwerte der Finanzderivate
Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden. Die Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus dem Kauf und Verkauf von Programmrechten und Output-Deals für das Fernsehgeschäft erfolgt über den Abschluss von Devisentermingeschäften. Bertelsmann sichert dabei zwischen 80 und 100 Prozent der kurzfristigen (innerhalb eines Jahres) zukünftigen Cashflows, und zwischen 10 und 80 Prozent der längerfristigen (zwischen zwei und fünf Jahren) zukünftigen Cashflows ab. Die eingesetzten Derivate werden im Rahmen von Cash Flow Hedges bilanziert. Der effektive Teil der Marktwertänderungen im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird so lange im übrigen kumulierten Eigenkapital belassen, bis die erfolgswirksamen Auswirkungen der gesicherten Positionen eintreten oder ein Basis Adjustment vorliegt. Aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital wurden in Bezug auf Cash Flow Hedges -39 Mio. € (Vj.: -33 Mio. €) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Es handelt sich um Beträge vor Steuern. Der zum 31. Dezember 2017 im übrigen kumulierten Eigenkapital verbleibende Teil wird demnach die Gewinn- und Verlustrechnung in den nächsten Jahren im Wesentlichen beeinflussen. Ein ineffektiver Teil aus den Cash Flow Hedges lag im Geschäftsjahr 2017 nicht vor. Im Vorjahr wurde ein ineffektiver Teil in Höhe von 5 Mio. € in den Positionen "Übrige finanzielle Aufwendungen" und "Übrige finanzielle Erträge" erfasst. Die Effekte aus nicht designierten Komponenten einer Cashflow-Sicherungsbeziehung (bspw. die Terminkomponente eines Fremdwährungsderivates bei einer Designation auf Spotbasis) werden in Höhe von 13 Mio. € unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In der nachfolgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente gegeben, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Dabei wird unterschieden, ob sie in eine wirksame Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind oder nicht. Derivative Finanzinstrumente
Finanzinstrumente FinanzrisikomanagementAufgrund seiner internationalen Aktivitäten ist der Bertelsmann-Konzern einer Reihe von Finanzrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Das Risikomanagement von Bertelsmann ist darauf ausgerichtet, Risiken zu reduzieren. Der Vorstand legt die allgemeinen Richtlinien für das Risikomanagement fest und bestimmt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung von Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken sowie den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Zentrale Finanzabteilung berät die Tochterunternehmen bezüglich operativer Risiken und führt gegebenenfalls Sicherungen mittels derivativer Finanzgeschäfte durch. Bei operativen Risiken wird den Tochterunternehmen jedoch nicht vorgeschrieben, den Service der Zentralen Finanzabteilung in Anspruch zu nehmen. Einige Tochterunternehmen, so insbesondere die RTL Group, verfügen über eine eigene Finanzabteilung. Sie melden ihre Sicherungsgeschäfte quartalsweise der Zentralen Finanzabteilung. Weitere Informationen zu den Finanzmarktrisiken und zum Finanzrisikomanagement sind im zusammengefassten Lagebericht dargestellt. WährungsrisikoDer Bertelsmann-Konzern ist einem Kursänderungsrisiko bezüglich verschiedener Fremdwährungen ausgesetzt. Es wird den Tochterunternehmen empfohlen, jedoch nicht vorgeschrieben, sich gegen Fremdwährungsrisiken in der lokalen Berichtswährung durch den Abschluss von Termingeschäften mit Banken hoher Bonität abzusichern. Darlehen innerhalb des Konzerns, die einem Währungsrisiko unterliegen, werden durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Eine Reihe von Tochterunternehmen ist außerhalb des Euro-Währungsraumes angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt über das Verhältnis aus den wirtschaftlichen Finanzschulden und dem Operating EBITDA für die wesentlichen Währungsräume. Langfristig wird für jeden Währungsraum ein angemessenes Verhältnis der Finanzschulden zur operativen Ertragskraft angestrebt. Hierbei orientiert sich Bertelsmann an der für den Bertelsmann-Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor. ZinsänderungsrisikoZinsänderungsrisiken liegen bei verzinslichen Vermögenswerten und Finanzschulden vor. Das Zinsänderungsrisiko des Bertelsmann-Konzerns wird zentral analysiert und in Abhängigkeit von den geplanten Nettofinanzschulden gesteuert. Maßgabe bei der Steuerung sind das Zinsergebnis des Konzerns im Zeitablauf und die Sensitivität für Zinsänderungen. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von variablen zu langfristig fest vereinbarten Zinsbindungen in Abhängigkeit von der absoluten Höhe, der geplanten Entwicklung der verzinslichen Verbindlichkeit und dem Zinsniveau angestrebt und über originäre sowie derivative Finanzinstrumente in der Steuerung umgesetzt. LiquiditätsrisikoLiquiditätsrisiken können durch die fehlende Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sowie durch die Verzögerung geplanter Zahlungseingänge und durch ungeplante Auszahlungen (Planrisiko) auftreten. Das Planrisiko bemisst sich aus einer Gegenüberstellung von Plan-Ist-Abweichungen einerseits und der Höhe der Reserven andererseits. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist abhängig vom Volumen der Fälligkeiten in einer Periode. Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Dabei werden neue und ungeplante Geschäftsvorfälle (z. B. Akquisitionen) kontinuierlich einbezogen. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Steuerung von Planrisiken erfolgt durch ein effektives Cash Management sowie eine ständige Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Zudem werden Laufzeiten für Finanzierungen so gewählt, dass Fälligkeiten über den Zeitablauf diversifiziert sind und sich somit ein Anstieg der Refinanzierungskosten nur langfristig auswirken würde. Kreditlinien bei Banken schaffen darüber hinaus Vorsorge für ungeplante Auszahlungen. KontrahentenrisikoIm Bertelsmann-Konzern bestehen Ausfallrisiken in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie der positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken ("Kernbanken") hoher Bonität abgeschlossen. Die Bonität der Kernbanken wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren (Rating, CDS-Spreads, Börsenkursentwicklung etc.) fortlaufend beobachtet und klassifiziert. Die aus dieser Bonitätsbeurteilung abgeleiteten Kontrahentenlimite beziehen sich auf die liquiden Mittel und positiven Marktwerte. Die Ausnutzung wird regelmäßig überwacht. Um auf veränderte Bonitätseinschätzungen reagieren zu können, ist die Anlage zum Teil sehr kurzfristig ausgerichtet. Des Weiteren werden zur Reduzierung der Ausfallrisiken mit Banken teilweise Tri-Party-Geschäfte abgeschlossen. Bei den Tri-Party-Geschäften handelt es sich um besicherte Geldanlagen, als Sicherheit werden von den Banken zuvor definierte Wertpapiere bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag waren keine Tri-Party-Geschäfte ausstehend, es wurden wie im Vorjahr keine Sicherheiten gewährt. Die Geschäftsabwicklung sowie die Sicherheitenverwaltung und -bewertung werden von einer Clearingstelle übernommen. Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch den teilweisen Abschluss von Kreditversicherungen gemindert. Der Bertelsmann-Konzern verfügt für diese Forderungen über Kreditbesicherungen in Höhe von 665 Mio. € (Vj.: 610 Mio. €). KapitalmanagementDie finanzpolitischen Zielsetzungen des Bertelsmann-Konzerns sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum gewährleisten. Die Verschuldung des Konzerns soll sich hierbei insbesondere an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" orientieren. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Konzerns leisten. Als Bestandteil des Planungsprozesses und einer laufenden Beobachtung sind sie Teil der Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne. Die finanzielle Steuerungsgröße für die Begrenzung der Verschuldung im Bertelsmann-Konzern stellt der Leverage Factor von maximal 2,5 dar. Am 31. Dezember 2017 lag der Leverage Factor bei 2,5 (Vj.: 2,5). Daneben soll die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad) über einem Wert von 4 liegen. Die Coverage Ratio betrug zum 31. Dezember 2017 11,2 (Vj.: 9,7). Die Eigenkapitalquote soll mindestens 25 Prozent der Konzernbilanzsumme betragen. Die Steuerung der Eigenkapitalquote orientiert sich hierbei an der Definition des Eigenkapitals nach IFRS. Nicht beherrschende Anteilseigner an Personengesellschaften werden, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung Eigenkapital darstellen, als Fremdkapital bilanziert. Die Eigenkapitalquote betrug im Geschäftsjahr 2017 38,5 Prozent (Vj.: 41,6 Prozent) und erfüllte damit die interne finanzielle Zielsetzung. Zins- und WährungssensitivitätFür die Analyse des Zinsrisikos ist zwischen Cashflow- und Barwert-Risiken zu unterscheiden. Bei Finanzschulden, liquiden Mitteln und Zinsderivaten mit einer variablen Zinsbindung überwiegt das Cashflow-Risiko, da Veränderungen der Marktzinssätze sich - nahezu ohne Zeitverzug - im Zinsergebnis des Konzerns auswirken. Im Gegensatz hierzu entstehen Barwert-Risiken aus mittel- bis langfristig vereinbarten Zinsbindungen. Die bilanzielle Abbildung von Barwert-Risiken ist vom jeweiligen Finanzinstrument oder von einem im Zusammenhang mit Derivaten dokumentierten Sicherungszusammenhang (Microhedge) abhängig. Originäre Finanzschulden werden in der Bilanz bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Veränderungen des Marktwerts beschränken sich auf Opportunitätseffekte, da sich Zinsänderungen weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Eine hiervon abweichende Bilanzierung der originären Finanzschulden zum Marktwert ist auf Vorgänge beschränkt, für die im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zins- und Währungssicherung über Derivate nach IAS 39 ein Microhedge dokumentiert ist. In diesen Fällen wird die Marktwertänderung der Finanzschulden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, um gegensätzliche Effekte aus der Marktbewertung der zugehörigen Derivate zu einem wesentlichen Teil zu kompensieren. Für derivative Finanzinstrumente werden die Wirkungen aus Zinsänderungen grundsätzlich über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei dokumentierten Sicherungszusammenhängen (Cash Flow Hedges) erfolgt die Abbildung im Eigenkapital. Die Analyse der zu den Stichtagen bestehenden Cashflow- bzw. Barwert-Risiken erfolgt über eine Sensitivitätsberechnung als Nachsteuerbetrachtung. Hierbei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils +/-1 Prozent für alle wesentlichen Währungen unterstellt. Die Analyse erfolgt auf Grundlage der Finanzschulden, der liquiden Mittel sowie der zu den Stichtagen bestehenden Derivate. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt: Sensitivitätsanalyse der Cashflow-Risiken und Barwert-Risiken
In die Ermittlung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichtagen bestehenden Finanzschulden und operativen Geschäftsvorfälle sowie die vereinbarten Sicherungsgeschäfte (Termingeschäfte und Optionen) einbezogen. Die Berechnung wird für die ungesicherte Nettoposition auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen vorgenommen und als Nachsteuerbetrachtung dargestellt. Eine einheitliche Abwertung der Fremdwährungen hätte zu einer ergebniswirksamen Veränderung des Buchwerts von -9 Mio. € (Vj.: -11 Mio. €) geführt. Hiervon entfallen -5 Mio. € (Vj.: -6 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einer Netto-Exposure von 86 Mio. US-$ (Vj.: 95 Mio. US-$). Das Eigenkapital wäre durch Schwankungen der Marktwerte aus dokumentierten Cash Flow Hedges um 46 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €) verändert worden. Hiervon entfallen 46 Mio. € (Vj.: 50 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Volumen dokumentierter Cash Flow Hedges von 805 Mio. US-$ (Vj.: 766 Mio. US-$). Bei einer einheitlichen Aufwertung der Fremdwährungen hätte dies für den Bertelsmann-Konzern zu gegenläufigen Veränderungen der genannten Beträge geführt. Dienstleistungen im Zusammenhang mit verkauften ForderungenBertelsmann verkauft in speziellen Einzelfällen von Dritten angekaufte Forderungen an Finanzintermediäre. Bei den verkauften Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige, zum Teil kreditversicherte Forderungen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement von Dritten erwirbt und teilweise an Finanzintermediäre fortlaufend weiterveräußert. Dieses Geschäft kann jederzeit unterjährig angepasst werden. Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen zu den Forderungsverkäufen wurden im Wesentlichen weder alle Chancen noch alle Risiken, die mit den Forderungen in Verbindung stehen, übertragen oder zurückbehalten. Diese betreffen insbesondere mögliche Ausfälle und späte Bezahlung der verkauften Forderungen, sodass eine Forderung in Höhe des anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) von 49 Mio. € (Vj.: 45 Mio. €) bilanziert wurde. Der Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeit beträgt 56 Mio. € (Vj.: 52 Mio. €). Dem liegt ein Volumen der verkauften Forderungen in Höhe von 346 Mio. € (Vj.: 321 Mio. €) zum Bilanzstichtag zugrunde. 26 KapitalflussrechnungMit der auf IAS 7 basierenden Kapitalflussrechnung des Bertelsmann-Konzerns wird die Fähigkeit des Konzerns beurteilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erwirtschaften. Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, den Cashflow aus Investitionstätigkeit und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, wobei das EBIT um Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Geschäftsvorfälle oder Abgrenzungen von vergangenen oder künftigen betrieblichen Ein- oder Auszahlungen (einschließlich Rückstellungen) sowie um Ertrags- oder Aufwandsposten, die den Cashflows aus der Investitionstätigkeit zuzurechnen sind, bereinigt wird. Darüber hinaus werden Zahlungsströme aus Ertragsteuern ebenso als Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit klassifiziert wie auch andere Zahlungsströme, die weder der Investitions- noch der Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind. Die operative Geschäftssteuerung des Bertelsmann-Konzerns erfolgt unter anderem auf Basis des Operating EBITDA und somit vor Finanzergebnis und Steuern, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen sowie Sondereinflüssen. Der operative Erfolg und der sich hieraus ergebende Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollen daher in einem konsistenten, vergleichbaren Verhältnis zueinander stehen. Aus diesem Grund werden im Geschäftsjahr gezahlte bzw. erhaltene Zinsen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die Einzahlungen in Pensionspläne stellen einen Abfluss von liquiden Mitteln dar, der als Sonderposten im Cashflow aus Investitionstätigkeit gezeigt wird. Die Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist der Saldo aus dem Personalaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und den betrieblichen Auszahlungen für diese Verpflichtungen (weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 19 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen"). Bei den "Sonstigen Effekten" handelt es sich um die Anpassungen von Ergebnissen at-equity bilanzierter Beteiligungen und um Bereinigungen im Zusammenhang mit zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen. Bei der Aufstellung der Kapitalflussrechnung werden Effekte aus Fremdwährungskursänderungen und Veränderungen des Konsolidierungskreises berücksichtigt. Die Posten der Kapitalflussrechnung können daher nicht mit den entsprechenden Veränderungen auf Grundlage der veröffentlichten Bilanz abgestimmt werden. Die Investitionstätigkeit umfasst neben Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen auch Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen sowie Erlöse aus dem Abgang von Anlagevermögen und Beteiligungen. Hinsichtlich der im Geschäftsjahr erfolgten Erwerbe von Beteiligungen wird auf den Abschnitt "Akquisitionen und Desinvestitionen" verwiesen. Die Veräußerungen innerhalb des Geschäftsjahres sind dort ebenfalls gesondert dargestellt. In der Berichtsperiode wurden Finanzschulden in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 6 Mio. €) übernommen. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit werden neben den zahlungswirksamen Veränderungen des Eigenkapitals, der Finanzschulden und Dividendenausschüttungen auch gezahlte und erhaltene Zinsen gezeigt. Der Posten "Aufnahme/Tilgung übrige Finanzschulden" umfasst Einzahlungen in Höhe von 476 Mio. € (Vj.: 263 Mio. €) und Auszahlungen in Höhe von -194 Mio. € (Vj.: -204 Mio. €). In den Einzahlungen sind Zuflüsse aus einem Bankdarlehen zur Finanzierung eines kurzfristigen Finanzmittelbedarfs in Höhe von 228 Mio. € enthalten. Die übrigen Ein- und Auszahlungen betrafen im Wesentlichen kurzfristige Darlehen mit kurzen Laufzeiten und entsprechend großer Umschlagshäufigkeit. Darüber hinaus sind in diesem Posten weitere zahlungswirksame Veränderungen in Höhe von 46 Mio. € in Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften enthalten. Der Posten "Veränderung des Eigenkapitals" beträgt 657 Mio. € und entfällt mit 505 Mio. € im Wesentlichen auf Kaufpreiszahlungen im Rahmen der Anteilsaufstockung bei Penguin Random House und mit 128 Mio. € auf Kaufpreiszahlungen inklusive einer Bareinlage bei SpotX. Die Erhöhung des Postens "Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und Auszahlungen an Gesellschafter (IAS 32.18(b))" resultiert im Wesentlichen aus der Sonderdividendenausschüttung in Höhe von 373 Mio. € an Mitgesellschafter der Verlagsgruppe Penguin Random House. Die zahlungswirksamen und die zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzschulden zeigt folgende Tabelle: Veränderungen der Finanzschulden
27 SegmentberichterstattungIFRS 8 "Geschäftssegmente" fordert die Orientierung der externen Segmentberichterstattung an der internen Organisations- und Managementstruktur sowie an intern verwendeten Steuerungs- und Berichtsgrößen. Der Bertelsmann-Konzern umfasst acht, nach der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen differenzierte, operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, BMG, Arvato, Bertelsmann Printing Group, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments). Anfang Februar wurden rückwirkend zum 1. Januar 2017 Teile der Digitalmarketing-Geschäfte von Arvato in die Bertelsmann Printing Group integriert. Hierzu gehörten im Einzelnen die Aktivitäten von AZ Direct in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die DeutschlandCard. Die Werte für das Geschäftsjahr 2016 wurden entsprechend angepasst. Jedem der acht Segmente steht ein ergebnisverantwortlicher Segmentmanager vor, der an den Vorstand der Bertelsmann Management SE in seiner Funktion als Hauptentscheidungsträger im Sinne des IFRS 8 berichtet. Der Bereich Corporate umfasst im Wesentlichen Aufgaben in den Bereichen Rechnungswesen und Berichterstattung, Steuern, Recht, Personal, Informationstechnologie, interne Revision, Unternehmenskommunikation sowie die Führung, die Steuerung und strategische Weiterentwicklung des Konzerns, die Sicherung der erforderlichen Finanzierungsmittel, die Risikosteuerung und die laufende Optimierung des Beteiligungsportfolios. Die Eliminierungen segmentübergreifender Verflechtungen werden in der Spalte "Konsolidierung" ausgewiesen. Die Definition der einzelnen Segmentangaben entspricht, wie auch in der Vergangenheit, der für die Konzernsteuerung zugrunde gelegten Definition. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt in der Segmentberichterstattung grundsätzlich nach denselben IFRS-Vorschriften wie im Konzernabschluss. Das investierte Kapital ergibt sich aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden 66 Prozent des Nettobarwerts der Operating Leases bei der Ermittlung des investierten Kapitals berücksichtigt. Die Umsätze innerhalb des Konzerns werden grundsätzlich nur zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch bei Geschäften mit Konzernfremden verwendet werden, abgewickelt. Als Steuerungsgröße zur nachhaltigen Ermittlung des operativen Ergebnisses wird das Operating EBITDA genutzt. Auch die Beurteilung der Leistung der operativen Segmente erfolgt anhand dieser Steuerungsgröße. Das Operating EBITDA repräsentiert das durch das jeweilige Segmentmanagement erwirtschaftete operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen und ist um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigung um Sondereinflüsse ermöglicht die Ermittlung einer normalisierten Ergebnisgröße und erleichtert dadurch die Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit. Die planmäßigen Abschreibungen je Segment umfassen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und auf immaterielle Vermögenswerte, wie sie unter den Textziffern 10 "Immaterielle Vermögenswerte" und 11 "Sachanlagen" ausgewiesen werden. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt. Für jedes Segment sind die Ergebnisse von und die Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen angegeben, sofern diese Unternehmen dem Segment eindeutig zugeordnet werden können. Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen wird vor Wertminderungen gezeigt. Zusätzlich zur Segmentaufteilung werden die Umsätze entsprechend dem Standort des Kunden und nach Erlösquellen aufgeteilt. Langfristige Vermögenswerte werden zusätzlich nach dem Standort des jeweiligen Unternehmens angegeben. Die tabellarischen Segmentinformationen finden sich auf Seite 50 ff. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss: Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss
28 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Bertelsmann-Konzern die Personen und Unternehmen, die den Bertelsmann-Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Bertelsmann-Konzern beherrscht, gemeinschaftlich geführt bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden bestimmte Mitglieder der Familie Mohn, die Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE als persönlich haftender Gesellschafterin und des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie deren nahe Familienangehörige, inklusive der von ihnen jeweils beherrschten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmen, und die Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns sowie deren Tochterunternehmen als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Die Kontrolle über den Bertelsmann-Konzern übt die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG), Gütersloh, eine nicht operativ tätige Besitzgesellschaft, aus. Die Johannes Mohn GmbH hat der Bertelsmann SE & Co. KGaA mitgeteilt, dass ihr im Zuge der Verschmelzung der Bertelsmann Beteiligungs GmbH auf die Johannes Mohn GmbH seit dem 12. Dezember 2017 unmittelbar mehr als 50 Prozent der Aktien der Bertelsmann Management SE sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA gehören. Der Reinhard Mohn Verwaltungsgesellschaft mbH und der Mohn Beteiligungs GmbH gehören weiterhin jeweils mehr als 25 Prozent der Aktien der Bertelsmann Management SE sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA, wobei bei der Ermittlung der Anteile jeweils mittelbare und unmittelbare Anteile berücksichtigt werden. In der Rechtsform der KGaA werden die Geschäfte von einer persönlich haftenden Gesellschafterin geführt. Im Fall der Bertelsmann SE & Co. KGaA nimmt die Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, die Geschäftsführung wahr. Die gesetzlich vorgeschriebenen Gremien umfassen Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat der KGaA wird von den Kommanditaktionären in der Hauptversammlung gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE werden durch die Hauptversammlung der Bertelsmann Management SE bestimmt. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Bertelsmann Management SE werden von der BVG kontrolliert. Die Vergütungen für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfassen: Vergütungen des Managements in Schlüsselpositionen
Die ausgewiesenen Vergütungen enthalten auch die Bezüge für die Tätigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Geschäftsvorfälle mit in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden eliminiert und werden nicht weiter erläutert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu konsolidierten Tochterunternehmen bestanden in der Berichtsperiode die folgenden Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen: Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
In Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen sind Pensionsverpflichtungen und variable Vergütungsbestandteile sowie langfristige Incentivierung enthalten. Unter "Sonstige nahestehende Personen" werden primär Transaktionen mit der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE gezeigt. Die Verpflichtungen zum Stichtag resultieren aus weiterbelasteten Aufwendungen. Gegenüber assoziierten Unternehmen sind weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Bürgschaften eingegangen worden. An den Eventualverbindlichkeiten der assoziierten Unternehmen hatte Bertelsmann wie im Vorjahr keinen Anteil. Gegenüber einem brasilianischen Fonds, der sich auf Bildungsunternehmen, insbesondere im Bereich Gesundheitswesen, fokussiert und von Bertelsmann gemeinsam mit weiteren Partnern und der Investmentgesellschaft Bozano Investimentos aufgelegt wurde, besteht eine Einzahlungsverpflichtung in Höhe von 63 Mio. € (Vj.: 61 Mio. €). Weitere Einzahlungsverpflichtungen bestehen gegenüber den University Ventures Funds in Höhe von 19 Mio. € (Vj.: 44 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2017 wurden wie im Vorjahr keine signifikanten Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen erfasst. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Darlehen in Höhe von 15 Mio. € an assoziierte Unternehmen ausgegeben (Vj.: 18 Mio. €). Wie im Vorjahr wurden keine Darlehen gegenüber assoziierten Unternehmen aufgenommen. Gemeinschaftsunternehmen weisen gegenüber dem Bertelsmann-Konzern Verpflichtungen aus Operating-Lease-Verträgen in Höhe von 8 Mio. € (Vj.: 12 Mio. €) und Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 27 Mio. € (Vj.: 17 Mio. €) aus. Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen in Bezug auf Gemeinschaftsunternehmen der RTL Group in Höhe von 21 Mio. € (Vj.: 38 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2017 wurden wie auch im Vorjahr keine Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen erfasst. Im Geschäftsjahr 2017 wurden Darlehen in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) an Gemeinschaftsunternehmen ausgegeben. Aufgenommen wurden im Berichtsjahr Darlehen in Höhe von 8 Mio. € gegenüber Gemeinschaftsunternehmen (Vj.: 34 Mio. €). 29 Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns zu erwarten ist. 30 Befreiung Tochterunternehmen von Aufstellung, Prüfung und OffenlegungFür folgende Tochterunternehmen wurden für das zum 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB über die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften zur Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht sowie über die Prüfung und Offenlegung von Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen:
Weiterhin wurden für das zum 31. Dezember 2017 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264b HGB für folgende Gesellschaften in Anspruch genommen:
Das konsolidierte Tochterunternehmen Arvato SCM Ireland Limited in Balbriggan, Irland, macht von der Freistellung von der Publikationspflicht seines Jahresabschlusses, geregelt in Section 357 des Republic of Ireland Companies Act 2014, Gebrauch. 31 Zusätzliche Angaben nach § 315a HGBDie Vergütung des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2017 beträgt 1.875.167 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Die Mitglieder des Vorstands erhielten in der Berichtsperiode Bezüge in Höhe von insgesamt 28.926.652 €, davon von der Bertelsmann Management SE 16.966.406 €. Ehemalige Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann AG und ihre Hinterbliebenen erhielten Bezüge in Höhe von 11.511.599 €, davon von der Bertelsmann SE & Co. KGaA 11.125.937 €. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Bertelsmann AG und der Bertelsmann Management SE beträgt bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE insgesamt 78.419.242 €. Die Mitglieder der Aufsichtsräte und des Vorstandes sind auf den Seiten 144 ff. angegeben. Die Honorare für die Tätigkeit des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrugen im Geschäftsjahr 7 Mio. €, davon entfallen 6 Mio. € auf Honorare für die Abschlussprüfung. Für sonstige Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstige darüber hinausgehende Leistungen wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 1 Mio. € berechnet. Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die prüferische Durchsicht des Konzernzwischenabschlusses, die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Einzelabschlüsse der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen gesetzliche vorgeschriebene oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen hauptsächlich Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen. Die Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2017 und im Jahresdurchschnitt zeigt die folgende Tabelle: Mitarbeiteranzahl
32 Vorschlag für die Verwendung des BilanzgewinnsDie persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE und der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 665 Mio. € wie folgt zu verwenden: Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA
Die Dividende je Stammaktie beträgt somit 2.149 €. Die persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE hat den Konzernabschluss am 9. März 2018 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Gütersloh, den 9. März 2018 Bertelsmann
SE & Co. KGaA
Der Vorstand Dr. Thomas Rabe Markus Dohle Dr. Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anke Schäferkordt Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bertelsmann-Konzerns bzw. der Bertelsmann SE & Co. KGaA beschrieben sind.
Gütersloh, den 9. März 2018 Bertelsmann
SE & Co. KGaA
Der Vorstand Dr. Thomas Rabe Markus Dohle Dr. Immanuel Hermreck Bernd Hirsch Anke Schäferkordt Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte (2) Werthaltigkeit der Anteile an assoziierten Unternehmen (3) Pensionsrückstellungen (4) Vollkonsolidierung Groupe M6 (5) Anteilsaufstockung an Penguin Random House Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: [1] Sachverhalt und Problemstellung [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse [3] Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: (1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte [1] Sachverhalt und Problemstellung In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 8,1 Mrd. (34,1% der Konzernbilanzsumme bzw. 88,7% des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert des jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Übersteigt dieser bereits den Buchwert, so wird auf die Berechnung eines Nutzungswertes verzichtet. Da in der Regel keine Preise aus aktiven Märkten (Ausnahme: Börsenkurs der RTL Group und Groupe M6) oder vergleichbaren Transaktionen aus der jüngeren Vergangenheit für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Allgemeinen wie der Nutzungswert mittels Discounted-Cash-Flow Modellen (DCF) ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Planung des Konzerns den Ausgangspunkt für grundsätzlich fünf Detailplanungsperioden, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital", "WACC") der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die auf geschäftsspezifischen Gruppen vergleichbarer Unternehmen basieren und unter Berücksichtigung von Länderrisikozuschlägen ermittelt werden. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung lediglich bei der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "Gruner + Jahr International" zu Wertminderungen von insgesamt € 30,2 Mio. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der vom Vorstand verabschiedeten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt, die ermittelten spezifischen durchschnittlichen Kapitalkosten gewürdigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt. Für Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, bei denen eine für möglich gehaltene Änderung einer Annahme zu einem erzielbaren Betrag unterhalb des Buchwerts der jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerte führen würde, haben wir uns davon vergewissert, dass die erforderlichen Anhangangaben gemacht wurden. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte der RTL Group und der Groupe M6 haben wir anhand der Börsenbewertung zum Bilanzstichtag beurteilt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den bilanzierten Geschäfts- und Firmenwerten sind in Abschnitt 10 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. (2) Werthaltigkeit der Anteile an assoziierten Unternehmen [1] Sachverhalt und Problemstellung In den im Konzernabschluss der Gesellschaft ausgewiesenen Anteilen an at-equity bilanzierten Beteiligungen sind € 0,9 Mrd. Anteile an assoziierten Unternehmen enthalten. Für Anteile an assoziierten Unternehmen wird in einem ersten Schritt der Anteil des Investors am Wertminderungsaufwand für die Vermögenswerte des assoziierten Unternehmens angepasst um die Effekte aus der Fair Value-Bewertung aus der Erstbilanzierung erfasst. Darüber hinaus werden die Anteile an assoziierten Unternehmen anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen zusätzlichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Dazu wird im Rahmen des Werthaltigkeitstests der Buchwert des jeweiligen Anteils am assoziierten Unternehmen dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Da mit Ausnahme von Atresmedia keine Preise aus aktiven Märkten oder vergleichbaren Transaktionen aus der jüngeren Vergangenheit für die Anteile an assoziierten Unternehmen vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Allgemeinen wie der Nutzungswert mittels Discounted-Cash-Flow Modellen (DCF) ermittelt. Dabei bildet die Planung des assoziierten Unternehmens den Ausgangspunkt. Je nach Unternehmen liegen Detailplanungszeiträume zwischen 5 und 10 Jahren vor. In den Planungen des assoziierten Unternehmens sind auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. Für den aus Konzernsicht wesentlichen Anteil an Atresmedia wird der beizulegende Zeitwert aus der Börsennotierung abgeleitet. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung bei den assoziierten Unternehmen HotChalk, Editora Schwarcz, Affero Lab und Squawka zu Wertminderungen von insgesamt € 50,5 Mio. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen assoziierten Unternehmen, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Planung für das assoziierten Unternehmen haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten erzielbaren Ertrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Anteile an assoziierten Unternehmen mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt. Dabei haben wir festgestellt, dass die jeweiligen Buchwerte der Beteiligungen unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Anteile an Atresmedia haben wir anhand der Börsennotierung zum Bilanzstichtag nachvollzogen und festgestellt, dass der Buchwert der Beteiligung ausreichend gedeckt ist. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen sind in Abschnitt 12 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. (3) Pensionsrückstellungen [1] Sachverhalt und Problemstellung In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" insgesamt € 1,7 Mrd. ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen setzen sich aus den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von € 4,2 Mrd., dem Planvermögen in Höhe von € 2,6 Mrd. sowie weiteren pensionsähnlichen Verpflichtungen von € 0,1 Mrd. zusammen. Der überwiegende Anteil entfällt mit € 3,2 Mrd. auf Altersversorgungszusagen aus Deutschland. Die übrigen Verpflichtungen entfallen im Wesentlichen auf Großbritannien und die USA, wobei in den USA in geringem Maße Verpflichtungen aus Plänen zur medizinischen Versorgung bestehen. Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Dabei sind insbesondere Annahmen über die zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen, die durchschnittliche Lebenserwartung (Biometrie) und die Fluktuation zu treffen. Ferner ist zu jedem Bilanzstichtag der Abzinsungssatz aus der Rendite hochwertiger, währungskongruenter Unternehmensanleihen mit Laufzeiten, die mit den voraussichtlichen Fristigkeiten der Verpflichtungen übereinstimmen, abzuleiten. Die Bewertung des Planvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der wiederum mit Schätzungsunsicherheiten behaftet sein kann. Ein hoher Anteil des Planvermögens wird durch den Bertelsmann Pension Trust e.V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement ("CTA") für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige deutsche Tochterunternehmen verwaltet. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten und die fachliche Qualifikation der externen Gutachter gewürdigt. Ferner haben wir uns unter anderem mit den spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen befasst und das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter, sowie das den Bewertungen zugrundeliegende Bewertungsverfahren auf Standardkonformität und Angemessenheit überprüft. Zudem wurden auf Basis der versicherungsmathematischen Gutachten die Verpflichtungsentwicklung sowie die Kostenkomponenten vor dem Hintergrund der eingetretenen Änderungen in den Bewertungsparametern sowie den Veränderungen im Mengengerüst analysiert und plausibilisiert. Für die Prüfung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens haben wir für die im Planvermögen enthaltenen Fondsanteile entsprechende Bankbestätigungen eingeholt. Des Weiteren haben wir die beizulegenden Zeitwerte der im Planvermögen enthaltenen Vermögenswerte in angemessenen Stichproben mit den jeweiligen Marktpreisen verglichen. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um den Ansatz und die Bewertung der betragsmäßig bedeutsamen Pensionsrückstellungen zu rechtfertigen. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zu den Pensionsrückstellungen sind in Abschnitt 19 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. (4) Vollkonsolidierung Groupe M6 [1] Sachverhalt und Problemstellung Der Konzern hält über sein Tochterunternehmen der RTL Group weniger als 50 % der Stimmrechte an der Groupe M6. Die Groupe M6 wird im Konzernabschluss konsolidiert und trägt sowohl hinsichtlich der Umsatzerlöse als auch der Vermögenswerte einen nicht unwesentlichen Teil zum Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA bei. Die gesetzlichen Vertreter berücksichtigen bei der Einschätzung, ob ein Kontrollverhältnis besteht unter anderem, dass andere Anteilsscheine der Groupe M6 weit gestreut sind und die anderen nicht beherrschenden Anteilseigner ihre Interessen in keiner Weise so organisiert haben, dass eine vom Konzern abweichende Stimmrechtsausübung beabsichtigt ist. Daher sind die gesetzlichen Vertreter der Bertelsmann SE & Co. KGaA der Auffassung, dass eine de facto Kontrolle über die Groupe M6 besteht und die Groupe M6 im Wege der Konsolidierung in den Konzernabschluss einzubeziehen ist. Da diese Einschätzung in einem hohen Maße mit Ermessen verbunden ist, war dieser Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns unter anderem mit den Führungsstrukturen der Groupe M6 befasst. Dabei haben wir vor allem die Vorschriften zur Bestellung und Abberufung der Mitglieder des "Conseil de surveillance" der Groupe M6 sowie die Entscheidungsbefugnisse beurteilt, welche die RTL Group als Konzernunternehmen der Bertelsmann SE & Co. KGaA über die Groupe M6 durch die Präsenz im "Conseil de surveillance" ausüben kann. Der Umfang der von der RTL Group ausübbaren Stimmrechte in Relation zu den Stimmrechten der anderen Anteilseigner sowie das Abstimmungsverhalten vergangener Hauptversammlungen waren ebenfalls Gegenstand unserer Beurteilungen. Darüber hinaus haben wir untersucht, ob weitere Rechte aus vertraglichen Vereinbarungen bestehen. Aus unserer Sicht ist die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinreichend begründet und dokumentiert. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben des Konzerns zur Einschätzung der Kontrolle über die Groupe M6 sind im Konzernanhang des Konzernabschlusses im Bereich "Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen" enthalten. (5) Anteilsaufstockung an Penguin Random House [1] Sachverhalt und Problemstellung Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft ihre Anteile an der Buchverlagsgruppe Penguin Random House um 22% auf 75% erhöht. Die Transaktion umfasst in einem ersten Schritt vor dem Erwerb der Anteile die Gewährung eines Darlehens durch Bertelsmann an Penguin Random House, welche für Dividendenzahlungen an die beiden Gesellschafter verwendet wurde. In einem zweiten Schritt erfolgte der Erwerb von 22% der Anteile an Penguin Random House vom Minderheitsgesellschafter Pearson plc, London. Insgesamt führen die Dividendenzahlungen und die Kaufpreiszahlung an Pearson plc, London aus Sicht des Konzerns zu einem Zahlungsmittelabfluss von € 0,9 Mrd. im Geschäftsjahr 2017. Die Differenz aus den bis zum Erwerbszeitpunkt im Konzerneigenkapital erfassten Anteile der nichtbeherrschenden Gesellschafter (22%) i.H.v. € 233 Mio. und der übertragenen Gegenleistung inkl. Transaktionsnebenkosten i.H.v. € 509 Mio. wurde in Übereinstimmung mit IFRS 10 im Eigenkapital erfasst (Eigenkapitaltransaktion). Insgesamt verminderte sich die Höhe des auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallenden Konzerneigenkapitals einschließlich der Umgliederung von OCI-Posten um € 275 Mio. Im Zusammenhang mit der Aufstockung der Anteile auf 75% werden die US-amerikanischen Einheiten der Buchverlagsgruppe Penguin Random House in die US-amerikanische Tax Group von Bertelsmann einbezogen. Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt aufgrund der Größenordnung der Transaktion und der wesentlichen Auswirkungen auf die Liquidität, die Eigenkapitalposten und die Steuerposition des Konzerns von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. [2] Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Hinblick auf die Abbildung des Erwerbs der Anteile nichtbeherrschender Gesellschafter an Penguin Random House haben wir uns im Rahmen unserer Prüfung zunächst ein Verständnis von den vertraglichen Grundlagen verschafft und die bilanzielle Würdigung sowie steuerlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter beurteilt. Dabei haben wir auch die von der Gesellschaft eingeholten steuerlichen Gutachten Dritter gewürdigt. Wir haben zudem die Ermittlung des Zahlungsmittelabflusses aus Sicht des Konzerns anhand der zugrunde liegenden Unterlagen nachvollzogen und seine Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung gewürdigt. Außerdem haben wir den Betrag der auszubuchenden Anteile der nicht-beherrschenden Gesellschafter und der übertragenen Gegenleistung sowie die Darstellung im Eigenkapitalspiegel beurteilt. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir beurteilt, ob die Voraussetzungen des erstmaligen Einbezugs in die US-amerikanische Tax Group von Bertelsmann vorlagen und haben die Auswirkungen der laufenden und latenten Steuereffekte nachvollzogen. Weiterhin haben wir die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern auf die abzugsfähigen temporären Differenzen auf Basis unternehmensinterner Prognosen über die zukünftige Ertragssituation beurteilt und die Angemessenheit der zugrunde liegenden Einschätzungen und Annahmen gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass der Erwerb von Anteilen der nichtbeherrschenden Gesellschafter der Penguin Random House sachgerecht abgebildet wurde. [3] Verweis auf weitergehende Informationen Die Angaben der Gesellschaft zum Erwerb der Anteile der nicht-beherrschenden Gesellschafter und deren Auswirkungen auf die Konzerneigenkapitalposten sind in Abschnitt 12 "Anteile an anderen Unternehmen" des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 30. August 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Konzernabschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Landau.
Bielefeld, den 12. März 2018 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Werner Ballhaus, Wirtschaftsprüfer Christian Landau, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionäre, die Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Berichtsjahr 2017 spürbar beschleunigt. Die für die Bertelsmann-Geschäfte relevanten Märkte entwickelten sich hingegen uneinheitlich. So verzeichneten die TV-Werbemärkte eine überwiegend stabile Entwicklung in Deutschland, Frankreich und Spanien, jedoch deutliche Rückgänge in den Niederlanden und Belgien. Die relevanten Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich im englisch- und spanischsprachigen Raum stabil bis leicht wachsend und verzeichneten im deutschsprachigen Raum einen leichten Rückgang. In den USA und Großbritannien gingen die Verlagsumsätze mit E-Books zurück, während die Märkte für Audio-Downloads stark wuchsen. Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren durch deutlich bis stark rückläufige Anzeigen- und Vertriebsmärkte gekennzeichnet, die relevanten Digitalmärkte verzeichneten hingegen starkes Wachstum. Anhaltend positiv entwickelten sich sowohl die Musikmärkte für Verlags- und Recordingrechte als auch die relevanten Dienstleistungsmärkte, die jeweils moderates bis deutliches Wachstum verzeichneten. Die europäischen Offsetdruckmärkte blieben insgesamt stabil, während die Tiefdruckmärkte erneut von deutlichen Rückgängen geprägt waren. Die für Bertelsmann relevanten Bildungsmärkte in den Bereichen E-Learning, Bildungsdienstleistungen und Hochschulbildung wuchsen insgesamt erneut stark. In diesem heterogenen Marktumfeld erzielte der Bertelsmann-Konzern bei einem weiter verbesserten organischen Umsatzwachstum einen erneuten Anstieg des operativen Ergebnisses. Der Anteil der Wachstumsgeschäfte am Konzernumsatz nahm im Geschäftsjahr 2017 weiter zu. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat auch im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat die persönlich haftende Gesellschafterin, die Bertelsmann Management SE, die durch ihren Vorstand vertreten wird, bei der ihr obliegenden Leitung und Führung der Geschäfte des Unternehmens beraten und überwacht. Gegenstand dieses Berichts ist die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE, des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ist nicht Gegenstand der Berichterstattung. Beratung und Überwachung des Vorstands der Bertelsmann Management SEIm Rahmen seiner Beratungs- und Überwachungstätigkeit war der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in die für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen und Geschäftsvorgänge unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert und eingehend geprüft. Der Aufsichtsrat wurde von der persönlich haftenden Gesellschafterin, vertreten durch den Vorstand der Bertelsmann Management SE, regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zeitnah und umfassend über alle für die Bertelsmann SE & Co. KGaA bedeutsamen Fragen der Strategie, der Planung, des Geschäftsverlaufs, der beabsichtigten Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung informiert. In den Sitzungen des Aufsichtsrats standen zahlreiche Sachthemen und Vorhaben zur Diskussion an. Die Berichterstattung des Vorstands umfasste unter anderem die Lage und Entwicklung des Unternehmens, vor allem die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage, sowie wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den festgelegten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig über die Entwicklung der Finanzschulden informieren lassen. Weiteres Augenmerk des Aufsichtsrats galt der Risikolage sowie dem Risikomanagement. Das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und das interne Revisionssystem waren Gegenstand regelmäßiger Berichterstattungen und Erörterungen. Entsprechendes gilt für die Entwicklung der Corporate Governance und der Compliance bei Bertelsmann. Über die Corporate Governance und die Compliance bei Bertelsmann berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam auf den Seiten 136-138. AufsichtsratsplenumGegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA waren die Berichte des Vorstands zur aktuellen Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche sowie die Berichterstattung über die Konzernplanung und wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- bzw. Desinvestitionsvorhaben. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der zugleich auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE ist, berichtete im Aufsichtsratsplenum regelmäßig und ausführlich über die Themen und den Verlauf der Erörterungen im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in seinen Sitzungen regelmäßig über den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie auf dem Laufenden gehalten. In einer ganztägigen Klausur hat der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemeinsam mit dem Vorstand der Bertelsmann Management SE grundsätzliche Fragen der strategischen Konzernentwicklung erörtert. Soweit in Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung vorgesehen, fasste das Plenum die notwendigen Beschlüsse. Im Geschäftsjahr 2017 kam der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen und zu einer gemeinsam mit dem Vorstand durchgeführten Strategieklausur zusammen. In der ersten Sitzung des Aufsichtsrats am 26. Januar 2017 stand neben dem Bericht über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage die Erörterung und Beschlussfassung über das Konzernbudget 2017 im Mittelpunkt. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der 2016 durchgeführten Evaluation seiner Arbeit. Damit sind die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und seiner Geschäftsordnung nach einer regelmäßig durchzuführenden Evaluation erfüllt. Die Ergebnisse der Evaluation, mit denen sich der Aufsichtsrat in der Sitzung befasste, lassen auf eine sehr gute und konstruktiv-kritische Zusammenarbeit und Dialogkultur schließen. Ein grundsätzlicher Handlungs- und Veränderungsbedarf kam nicht zutage. Einzelne Anregungen werden umgesetzt. In der darauffolgenden Sitzung am 22. März 2017 berichtete der Vorstand insbesondere über die aktuelle Geschäftslage und den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie. Weiterer Tagesordnungspunkt war der Jahres- und Konzernabschluss 2016. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Auch der Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin wurde gebilligt. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat der Wahlempfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 und den Prüfer des Halbjahresfinanzberichts gefolgt und hat über seinen entsprechenden Vorschlag an die Hauptversammlung beschlossen. Im Rahmen eines Schwerpunktberichts befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch mit den Ergebnissen der 2016 im Konzern weltweit durchgeführten Mitarbeiterbefragung. Im Rahmen der zweitägigen Sommersitzung des Aufsichtsrats am 12. und 13. Juli 2017 fand wie üblich der jährliche gemeinsame Strategiedialog zwischen Vorstand und Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat konnte sich zunächst ein aktuelles Bild vom Stand der Strategieumsetzung und den seit dem letzten Strategiedialog erzielten Fortschritten bei der Transformation des Konzernportfolios machen, mit dem Ziel, den Konzern wachstumsstärker, digitaler, internationaler und diversifizierter aufzustellen. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit datenbasierten Geschäftspotenzialen, innovativen Konzerngeschäften sowie mit dem Thema Automatisierung und künstliche Intelligenz. Der Aufsichtsrat diskutierte ferner die weiterentwickelte Strategie zur Transformation des Konzerns und - darin eingebettet - die Personalstrategie. Die inhaltlichen Schwerpunkte der vier strategischen Stoßrichtungen bleiben klar definiert: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau der Wachstumsplattformen und der Geschäfte in den Wachstumsregionen. Bertelsmann steht auf drei Säulen: Medien, Dienstleistungen und Bildung. Die gegenwärtige Konzernstruktur mit acht Unternehmensbereichen ist Ausdruck der Strategie, das Konzernportfolio zu diversifizieren, und trägt dem Ziel Rechnung, die Kontinuität des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Der Konzern generiert wieder ein verbessertes organisches Wachstum mit einem weiter zunehmenden Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte und einem Rückgang des Anteils der strukturell rückläufigen Geschäfte. Der Aufsichtsrat sieht den Konzern mit seiner breiten Aufstellung und seiner geringeren Konjunkturabhängigkeit in robuster Position und für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt. In der letzten Aufsichtsratssitzung im Geschäftsjahr am 19. Oktober 2017 befasste sich der Aufsichtsrat noch einmal mit der Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und erhielt vom Vorstand einen Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr. Ferner wurden die Themen Integritätsmanagement und künstliche Intelligenz behandelt. Schwerpunktmäßig befasste sich der Aufsichtsrat in der Sitzung mit der Video-on-Demand-Strategie der RTL Group. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufendem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, und hat sich über die aktuelle Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Es haben alle Aufsichtsratsmitglieder an mindestens der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind nicht entstanden. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex und deren Befolgung durch Bertelsmann befasst. Ein gemeinsamer Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand der Bertelsmann Management SE zur Corporate Governance im Unternehmen ist auf den Seiten 136-138 dieses Geschäftsberichts zu finden. Als nicht börsennotiertes Unternehmen gibt Bertelsmann keine formelle Entsprechenserklärung nach § 161 des Aktiengesetzes ab. Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2017Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, hat den vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss ist nach den Regeln des HGB aufgestellt worden; der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats hatte entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für die Jahresabschlussprüfung und die Konzernabschlussprüfung vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Aufgrund einer Erweiterung des Prüfungsauftrags ist vom Abschlussprüfer auch das Risikofrüherkennungssystem der Bertelsmann SE & Co. KGaA beurteilt und für im Sinne des § 91 Absatz 2 AktG geeignet befunden worden. Die vorläufigen Ergebnisse der Key Audit Matters wurden mit dem Abschlussprüfer in einer Videokonferenz am 8. März 2018 erörtert. Die Abschlussunterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und die weiteren Abschlussunterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats fristgemäß vor der Bilanzsitzung zugesandt. Der Abschlussprüfer hat am 20. März 2018 im Prüfungs- und Finanzausschuss sowie im Plenum des Aufsichtsrats jeweils an der Bilanzsitzung teilgenommen. Hierbei hat er umfangreich Bericht erstattet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Er konnte bestätigen, dass im Rahmen der Abschlussprüfung keine wesentlichen Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems festgestellt wurden. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte intensiv diskutiert. Das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer wurde sorgfältig bei der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses herangezogen. Der Prüfungs- und Finanzausschuss befasste sich auch eingehend mit der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der erstmals erstellten nichtfinanziellen Berichterstattung des Vorstands durch eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung als gesonderter Teil des Lageberichts. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat dem Plenum über die Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses, der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung sowie der Prüfungsberichte in dessen Sitzung ausführlich berichtet. Das Plenum des Aufsichtsrats hat am 20. März 2018 unter Berücksichtigung der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers sowie nach weiterer Diskussion mit dem Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht intensiv geprüft und eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat folgte damit der entsprechenden Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und erhob nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwendungen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Abschlüsse wurden gebilligt. Der Aufsichtsrat hat sich ferner selbst mit der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der erstmals erstellten nichtfinanziellen Berichterstattung des Vorstands durch eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung als gesonderter Teil des Lageberichts befasst und entsprechend der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses hiergegen keine Einwendungen erhoben. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie den Corporate Governance Bericht wie auch seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung am 14. Mai 2018 verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat ferner den Vorschlag des Vorstands der Bertelsmann Management SE zur Höhe der Verwendung des Bilanzgewinns an die Aktionäre geprüft und sich diesem angeschlossen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE vorgeschlagene Gewinnausschüttung ist nach Ansicht des Aufsichtsrats angesichts der Höhe des Konzerngewinns und unter Berücksichtigung des konjunkturellen Umfelds, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sowie der Interessen der Aktionäre angemessen. Prüfungs- und Finanzausschuss des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben im Rahmen seines Verantwortungsbereichs einen Prüfungs- und Finanzausschuss eingerichtet. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat vier Mitglieder, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz dieses Ausschusses innehat. Vorsitzender des Prüfungs- und Finanzausschusses ist Bodo Uebber. Entsprechend der Vorgabe des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses unabhängig im Sinne der Kodex-Anforderungen und verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Die Mitglieder des Prüfungs- und Finanzausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Bertelsmann SE & Co. KGaA tätig ist, vertraut. Der Prüfungs- und Finanzausschuss erörterte im Rahmen der ihm zugewiesenen Aufgaben im Berichtsjahr insbesondere Fragen der Unternehmensfinanzierung, der Finanzplanung und der Steuerpolitik sowie einzelne negative Planabweichungen des Geschäftsverlaufs von Konzerngeschäften. Ferner befasste sich der Ausschuss eingehend mit der Rechnungslegung und dem Rechnungslegungsprozess und er überwachte die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Risikoüberwachungs- und Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems sowie des internen Revisionssystems. Er hat sich hierzu auch vom Leiter der Konzernrevision regelmäßig Bericht erstatten lassen. Der Ausschuss befasste sich ferner mit Fragen der Compliance, insbesondere mit der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Compliance-Management-Systems. Des Weiteren widmete sich der Prüfungs- und Finanzausschuss eingehend der Umsetzung des Abschlussprüfungsreformgesetzes, dem Thema Cyber Security sowie der EU-Datenschutzgrundverordnung bei Bertelsmann. Im Fokus stand im Geschäftsjahr im Rahmen der Behandlung struktureller Themen unter anderem der Prozess der Abschlussprüfung. Dabei befasste sich der Prüfungs- und Finanzausschuss mit den Prüfungshandlungen und Prüfungstools des Abschlussprüfers, erörterte die voraussichtlichen Key Audit Matters und legte die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung fest. Des Weiteren befasste sich der Ausschuss mit der künftigen nichtfinanziellen Berichterstattung und er wurde über die Umsetzung neuer IFRS-Standards bei Bertelsmann informiert. Der Prüfungs- und Finanzausschuss ließ sich auch über potenzielle Folgen eines Brexit für den Konzern berichten. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses (siehe oben Abschnitt "Jahres- und Konzernabschlussprüfung"). Die vorläufigen Ergebnisse der Konzern- und Jahresabschlussprüfung des Geschäftsjahres wurden vom Vorsitzenden des Prüfungs- und Finanzausschuss fortlaufend vor der Bilanzsitzung, die am 22. März 2017 stattfand, mit dem Abschlussprüfer eingehend diskutiert. Der Ausschuss befasste sich in diesem Zusammenhang auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Es gab dabei keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder eine Gefährdung der Unabhängigkeit. Der Halbjahresfinanzbericht 2017 wurde vor seiner Veröffentlichung am 30. August 2017 im Ausschuss ausführlich erörtert. Der Prüfungs- und Finanzausschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA kam im Berichtsjahr 2017 zu vier Sitzungen zusammen. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses oder sein Vertreter informierte im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung das Aufsichtsratsplenum kontinuierlich über die Arbeit des Ausschusses. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten waren die Leiter von Fachabteilungen, wie beispielsweise der Bereiche Konzernrechnungswesen und Konzernsteuerwesen sowie der Konzernrechtsabteilung, vertreten. Zusätzlich führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses regelmäßig Einzelgespräche mit den verantwortlichen Abschlussprüfern durch. Veränderungen im Vorstand der Bertelsmann Management SE und im Aufsichtsrat, Ziele für die Zusammensetzung des AufsichtsratsDie Geschäfte der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden von ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, der Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, geführt. Im Vorstand der Bertelsmann Management SE gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Veränderung: Die Bestellung von Fernando Carro de Prada zum Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Management SE wurde im besten gegenseitigen Einvernehmen mit Fernando Carro de Prada zum Ablauf des 13. Juli 2017 beendet. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Fernando Carro de Prada für die langjährige, gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Im Laufe des Geschäftsjahres bzw. des Berichtszeitraums ergaben sich folgende Veränderungen im Aufsichtsrat: Am 27. Januar 2017 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP SE, Walldorf, zum weiteren Aufsichtsratsmitglied gewählt. Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA am 12. Mai 2017 endete die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Dr. Brigitte Mohn, Elisabeth (Liz) Mohn, Hans Dieter Pötsch, Kasper Rorsted und Bodo Uebber. Dr. Brigitte Mohn, Elisabeth (Liz) Mohn, Hans Dieter Pötsch, Kasper Rorsted und Bodo Uebber wurden von der Hauptversammlung im Mai 2017 wieder zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Am 27. August 2017 verstarb unerwartet das langjährige Aufsichtsratsmitglied Dr. Wulf Bernotat. Der Aufsichtsrat wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Am 16. Januar 2018 erfolgte die Wahl von Dr. Thomas Buberl, CEO der AXA S.A., zum Mitglied des Aufsichtsrats. Derzeit sind alle zehn Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE auch Mitglieder des zurzeit 15-köpfigen Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Für den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA, die kein börsennotiertes Unternehmen ist, findet das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" keine Anwendung. Dennoch unterstützt der Aufsichtsrat die Zielsetzung des Gesetzes. Strategisch verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, auch durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion gerecht zu werden. Der Aufsichtsrat wird aber bis auf Weiteres keine Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat festlegen. Er ist davon überzeugt, dass im Unternehmen in den Bereichen der Nachfolgeplanung, der Managemententwicklung und der Auswahlprozesse geeignete Maßnahmen getroffen wurden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen nachhaltig zu implementieren. Im Aufsichtsrat soll der derzeit bestehende Frauenanteil im Fall von Neubesetzungen nicht zurückgehen. Idealerweise haben die Biografien von Neumitgliedern Bezüge zu den Wachstumsregionen und -märkten von Bertelsmann. (Siehe dazu auch den Abschnitt "Vielfalt als gelebte Praxis" im Corporate Governance Bericht ab Seite 137.) Neben den drei Vertretern der Familie Mohn und den fünf Vertretern der Mitarbeiter besteht der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA ausschließlich aus unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern. Der Aufsichtsrat erkennt die Intention der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex bei ihrer Forderung nach einer Festsetzung von Zielen für eine Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat an. Vor dem Hintergrund der besonderen Gesellschafterstruktur von Bertelsmann und der bereits in der Satzung der Gesellschaft enthaltenen Altersgrenzenregelung erscheint es dem Aufsichtsrat aber nicht angebracht, bei Bertelsmann weitere bzw. weitergehende Zielvorgaben zu Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer zu formulieren. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand für seinen großen Einsatz und seine gute unternehmerische Leistung im Geschäftsjahr 2017 seine Anerkennung aus. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bertelsmann Konzerns und der Unternehmensleitung für ihr Engagement und ihren Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2017.
Gütersloh, den 20. März 2018 Christoph Mohn, Aufsichtsratsvorsitzender Anteilsbesitz gem. § 285 und § 313 HGB für die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann Konzern zum 31. Dezember 2017 List of shareholdings according to § 285 and § 313 HGB for Bertelsmann SE & Co. KgaA and the Bertelsmann Group as per December 31, 2017Nachfolgende Tabellen zeigen den Anteilsbesitz der Bertelsmann SE & Co. KGaA gem. § 285 Nr. 11 HGB und des Bertelsmann Konzerns gem. § 313 Abs. 2 HGB. Bei den Angaben zu den Werten von Eigenkapital und Ergebnis handelt es sich grundsätzlich um IFRS Werte. Fußnoten zu nachfolgenden Tabellen sind am Ende zusammengefasst. / The tables below show the shareholdings of the Bertelsmann SE & Co. KGaA according to Section 285 No. 11 of the German Commercial Code (HGB) and Bertelsmann Group according to section 313 (2) HGB. Information about equity and net result of the companies complies with International Financial Reporting Standards. Footnotes on the tables below are presented at the end. I. Mutterunternehmen / Parent Company
II. Im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen sowie nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen / Fully consolidated companies and investments accounted for using the equity method included in the consolidated financial statements
III. Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen / Companies excluded from consolidation due to negligible importance
1 = Vorkonsolidiert / preconsolidated
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
News & Media Coverage
Latest news articles and media mentions
Insolvency Notices
Real-time check for insolvency notices from register courts
Current insolvency proceedings
Check if there are any insolvency proceedings for this company
Commercial Register Documents
Real-time document download from the commercial register
Organizations at this Address
Other companies registered at or near this business location
22 nearby organizations
GrillReich GmbH
Same addressWholesale of meat and meat products
Buying and selling of own non-residential real estate
Management activities of other holding companies
Buying and selling of own non-residential real estate
Activities of holding companies
Trade of steam, hot water and cooled air
Manufacture of testing machines
Renting and operating of own or leased non-residential real estate
Activities of tax consultants, agents in tax matters and tax consulting companies
Activities of tax consultants, agents in tax matters and tax consulting companies
Operation of airports and airfields
conceptGT - Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Immobilien & Stadtentwicklung GT Verwaltungs-GmbH
66mActivities of holding companies
Activities of insurance brokers
EMBRACE GmbH
66mComputer consultancy activities
Activities of qualified auditors, certified accountants, auditing firms and firms of licensed public accountants
Renting and operating of own or leased non-residential real estate
Other human resources provision
Logistics service activities
Freight transport by road
Commercial Register Documents
Real-time document download from the commercial register
Insolvency Notices
Real-time check for insolvency notices from register courts
Current insolvency proceedings
Check if there are any insolvency proceedings for this company