Master Data

Registry
Register court Stuttgart HRB 263704
Registered
12/17/1986
Industry
Manufacture of power-driven hand toolsManufacture of testing machinesManufacture of metal forming machinery
Purpose
Die Konstruktion, die Herstellung und der Handel von und mit Meß- und Prüfgeräten, sowie Meß- und Prüfmaschinen und deren Komponenten, sowie die Erbringung von damit verbundenen Dienstleistungen

Financial Overview

History

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Management

NameRole
Paolo Mattioli
since 5/23/2024
Managing Director
Marino Benassi
since 1/12/2016
Managing Director
Matthias Frey
since 9/18/2006
Procura

Beneficial Owners

0.00% identified100.00% unresolved

Unresolved chains (2)

NameOwnership
Marposs SpAITA
94.00%
Marposs AGCHE
6.00%

Shareholders

2 shareholders

GmbH structure

Marposs SpA
Italy
€1,927,000
94.00%
Marposs AG
Switzerland
€123,000
6.00%

Balance Sheet Accounts

Profit and Loss Accounts

Account

Financial Report

MARPOSS GmbH

Weinstadt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Tz. EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (1) 376.386,00 170.537,00
II. Sachanlagen (1) 7.101.151,13 6.803.111,13
III. Finanzanlagen (1), (2) 958.623,95 958.623,95
8.436.161,08 7.932.272,08
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (3) 16.624.156,67 8.776.953,63
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (4) 25.121.391,91 25.814.018,16
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.073.029,72 1.823.409,77
42.818.578,30 36.414.381,56
C. Rechnungsabgrenzungsposten 155.179,13 126.990,39
51.409.918,51 44.473.644,03

Passiva

Anhang 31.12.2023 31.12.2022
Tz. EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.050.000,00 2.050.000,00
II. Kapitalrücklage 3.583.270,27 3.583.270,27
III. Bilanzgewinn (6) 12.954.794,11 13.164.794,11
18.588.064,38 18.798.064,38
B. Rückstellungen (7) 4.061.000,00 4.005.668,00
C. Verbindlichkeiten (8) 28.760.854,13 21.669.911,65
51.409.918,51 44.473.644,03

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anhang 2023 2022
Tz. EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse (9) 80.887.735,19 69.140.645,14
2. Erhöhung (i. Vj. Verminderung) des Bestands an unfertigen Erzeugnissen 236.872,76 -189.849,47
81.124.607,95 68.950.795,67
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 164.199,00 41.500,00
4. Sonstige betriebliche Erträge (10) 1.103.192,55 1.010.160,21
- davon aus Fremdwährungsumrechnung EUR 169,43 (i. Vj. EUR 149,12) -
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -45.977.357,79 -39.670.632,28
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.641.496,52 -48.618.854,31 -2.350.194,56 -42.020.826,84
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -17.156.838,55 -15.667.561,50
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.392.891,12 -20.549.729,67 -3.016.120,31 -18.683.681,81
- davon für Altersversorgung EUR 296.447,50 (i. Vj. EUR 295.272,80) -
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.131.053,49 -1.075.267,46
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) -7.334.157,90 -6.347.768,48
- davon aus Fremdwährungsumrechnung EUR 56,02 (i. Vj. EUR 2,28) -
9. Erträge aus Beteiligungen 563.988,65 497.753,40
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 563.988,65 (i. Vj. EUR 497.753,40) -
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (12) 131.340,06 63.602,01
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 131.340,06 (i. Vj. EUR 60.425,01) -
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (13) -155.192,06 -79.850,65
- davon an verbundene Unternehmen EUR 2.488,92 (i. Vj. EUR 758,50) -
12. Ergebnis vor Steuern 5.298.340,78 2.356.416,05
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (14) -1.415.185,41 -609.643,38
14. Ergebnis nach Steuern 3.883.155,37 1.746.772,67
15. Sonstige Steuern (15) -93.155,37 -57.772,67
16. Jahresüberschuss 3.790.000,00 1.689.000,00

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.442.549,94 303.038,62 0,00 3.745.588,56
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 12.114.274,99 95.719,66 0,00 12.209.994,65
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.186.471,35 25.886,30 0,00 1.212.357,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.194.621,64 1.211.779,91 140.236,37 8.266.165,18
4. Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
20.495.367,98 1.333.385,87 140.236,37 21.688.517,48
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 958.623,95 0,00 0,00 958.623,95
24.896.541,87 1.636.424,49 140.236,37 26.392.729,99
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023 Abschrei-bungen des Geschäfts-jahres Abschrei-bungen auf Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.272.012,94 97.189,62 0,00 3.369.202,56
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 7.482.580,86 379.558,66 0,00 7.862.139,52
2. Technische Anlagen und Maschinen 566.638,35 54.937,30 0,00 621.575,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.643.037,64 599.367,91 138.754,37 6.103.651,18
4. Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
13.692.256,85 1.033.863,87 138.754,37 14.587.366,35
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
16.964.269,79 1.131.053,49 138.754,37 17.956.568,91
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 376.386,00 170.537,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 4.347.855,13 4.631.694,13
2. Technische Anlagen und Maschinen 590.782,00 619.833,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.162.514,00 1.551.584,00
4. Anlagen im Bau 0,00 0,00
7.101.151,13 6.803.111,13
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 958.623,95 958.623,95
8.436.161,08 7.932.272,08

(Amtsgericht Stuttgart, HRB 263704)

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Weinstadt, Mercedesstraße 10, und wird beim Amtsgericht Stuttgart unter der HRB Nr. 263704 geführt.

Der vorliegende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 wurde gemäß den §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Im Interesse der Klarheit des Jahresabschlusses wurden einzelne Posten in der Bilanz zusammengefasst und im Anhang aufgegliedert. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen angesetzt. Die Nutzungsdauer beträgt vier bzw. fünf Jahre. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird außerplanmäßig abgeschrieben. Zuschreibungen werden bis zur Höhe der fortgeschriebenen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn der Abschreibungsgrund zwischenzeitlich entfallen ist.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten der Sachanlagen umfassen angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie angemessene Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser auf die Herstellung entfällt. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden um planmäßige lineare Abschreibungen --verteilt auf die Geschäftsjahre, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann-- vermindert. Die Nutzungsdauern der Sachanlagen betragen für Grundstücke und Gebäude zehn bis 25 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen 17 bis 25 Jahre und für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis 14 Jahre. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird außerplanmäßig abgeschrieben. Zuschreibungen werden bis zur Höhe der fortgeschriebenen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn der Abschreibungsgrund zwischenzeitlich entfallen ist.

Abnutzbare bewegliche Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu EUR 250 werden in voller Höhe als Aufwand erfasst. Für geringwertige Anlagegüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten EUR 250, aber nicht EUR 1.000 übersteigen, wird ein Sammelposten gebildet, welcher über fünf Jahre linear gewinnmindernd aufgelöst wird.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten --gegebenenfalls berichtigt um Abschreibungen auf den beizulegenden Wert-- bewertet. Soweit die Gründe für eine vorgenommene Abschreibung entfallen sind, erfolgt eine Zuschreibung.

Die Bewertung der Handelswaren sowie der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert. Als niedrigerer beizulegender Wert werden bei den Handelswaren die Wiederbeschaffungskosten bzw. der niedrigere voraussichtliche Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten in Ansatz gebracht. Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden als niedrigerer beizulegender Wert die Wiederbeschaffungskosten angesetzt.

Eigenerzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Sie enthalten neben Einzelkosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie angemessene Teile des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser auf die Fertigung entfällt.

Bei der Bewertung der Vorräte werden keine Fremdkapitalzinsen berücksichtigt. Die Gängigkeitsabschläge wurden im Geschäftsjahr 2023 auf der Basis aktueller Erfahrungswerte angepasst. Hierdurch erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 700.

Die übrigen Posten des Umlaufvermögens sind grundsätzlich zu Nennwerten angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Einzelwertberichtigungen vorgenommen sowie eine Pauschalwertberichtigung unter Berücksichtigung der Risikoabdeckung durch eine Allianz Trade-Kreditversicherung gebildet.

Ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten wird für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen, gebildet.

Die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfassen die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen. Sie umfassen geregelte Fälle.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Sofern Rückstellungen eine Restlaufzeit von über einem Jahr aufweisen, erfolgt eine Abzinsung mit einem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, entsprechend der Veröffentlichung durch die Deutsche Bundesbank.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit den Kursen zum Zeitpunkt der Buchung der Geschäftsvorfälle oder dem zum Bilanzstichtag ungünstigeren Stichtagskurs.

Für temporär abweichende Wertansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- bzw. -entlastungen mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen bewertet. Aktive latente Steuern nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden nicht angesetzt, soweit sich nach Verrechnung mit passiven latenten Steuern ein Überhang an aktiven Unterschiedsbeträgen ergibt. Für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ergibt sich eine, mit einem Steuersatz von 29,78% berechnete, aktivierungsfähige aktive Steuerlatenz in Höhe von TEUR 420, die insbesondere durch unterschiedliche Wertansätze von Vorräten, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sowie von sonstigen Rückstellungen bedingt ist.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Für das Anlagevermögen fügen wir die Entwicklung in Form der erweiterten Bruttodarstellung dem Anhang als Anlage bei.

(2) Die Anteile an verbundenen Unternehmen beinhalten zum 31. Dezember 2023:

Anteil Eigenkapital Jahresergebnis
% TEUR TEUR
MARPOSS Austria GmbH/ Wiener Neudorf/Österreich 100 472 235
(im Vorjahr) (100) (571) (335)
MARPOSS S.A., Barcelona/ Spanien 100 3.942 -50
(im Vorjahr) (100) (3.992) (47)
MARPOSS s.r.o., Prag/ Tschechien 100 244 163
(im Vorjahr) (100) (306) (223)

(3) Das Vorratsvermögen unterteilt sich wie folgt:

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Unfertige Erzeugnisse 4.139.008,57 3.902.135,81
Waren 7.090.152,70 4.600.567,42
Geleistete Anzahlungen 5.394.995,40 274.250,40
16.624.156,67 8.776.953,63

In den Geleisteten Anzahlungen sind EUR 5.394.995,40 (i. Vj. EUR 244.655,40) geleistete Anzahlungen an verbundene Unternehmen enthalten.

(4) Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.676.962,76 10.633.479,92
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 14.370.927,18 15.106.977,17
Sonstige Vermögensgegenstände 73.501,97 73.561,07
25.121.391,91 25.814.018,16

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, sofern nicht anders angegeben, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben EUR 34.197,61 (i. Vj. EUR 18.280,00) eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit EUR 2.824.930,44 (i. Vj. EUR 2.036.438,93) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und mit EUR 11.545.996,74 (i. Vj. EUR 13.070.538,24) Forderungen aus Finanzbeziehungen. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind mit EUR 12.008.274,14 (i. Vj. EUR 13.563.946,57) Forderungen gegen Gesellschafter erfasst. Davon entfallen EUR 626.283,79 (i. Vj. EUR 493.408,33) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und EUR 11.381.990,35 (i. Vj. EUR 13.070.538,24) auf Forderungen aus Finanzbeziehungen.

(5) Latente Steuern

Die latenten Steuersalden sowie deren Veränderung im Geschäftsjahr 2023 sind der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:

Stand zum 01.01.2023 Veränderung Stand zum 31.12.2023
EUR EUR EUR
Aktive latente Steuern 496.546,31 -76.934,30 419.612,01
Passive latente Steuern - - -

(6) Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:

2023 2022
EUR EUR
Bilanzgewinn zum 1. Januar 13.164.794,11 13.975.794,11
Ausschüttung für Vorjahr(e) -4.000.000,00 -2.500.000,00
Gewinnvortrag Vorjahr 9.164.794,11 11.475.794,11
Jahresüberschuss 3.790.000,00 1.689.000,00
Bilanzgewinn zum 31. Dezember 12.954.794,11 13.164.794,11

(7) Die Rückstellungen beinhalten:

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Steuerrückstellungen 1.075.000,00 1.066.668,00
Sonstige Rückstellungen 2.986.000,00 2.939.000,00
4.061.000,00 4.005.668,00

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Kosten im Personalbereich in Höhe von EUR 2.018.000,00 (i. Vj. EUR 1.781.000,00), Nachlaufkosten in Höhe von EUR 525.000,00 (i. Vj. EUR 413.000,00) sowie kundenbezogene Rückstellungen in Höhe von EUR 13.000,00 (i. Vj. EUR 176.600,00).

(8) Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in EUR 31.12.2023
Gesamt Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 - 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 7.228.105,00 7.228.105,00 0,00 0,00
(im Vorjahr) (5.247.053,38) (5.247.053,38) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 884.963,25 884.963,25 0,00 0,00
(im Vorjahr) (661.510,78) (661.510,78) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.382.406,30 16.382.406,30 0,00 0,00
(im Vorjahr) (12.330.530,74) (12.330.530,74) (0,00) (0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 4.265.379,58 4.265.379,58 0,00 0,00
(im Vorjahr) (3.430.816,75) (3.430.816,75) (0,00) (0,00)
davon aus Steuern 1.724.837,76
(im Vorjahr) (1.181.589,96)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 59.648,07
(im Vorjahr) (128.368,21)
31.12.2023 28.760.854,13 28.760.854,13 0,00 0,00
31.12.2022 (21.669.911,65) (21.669.911,65) (0,00) (0,00)

In den Erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind EUR 49.536,10 (i. Vj. EUR 0,00) gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 16.341.300,82 (i. Vj. EUR 12.185.530,07) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von EUR 41.105,48 (i. Vj. EUR 145.000,67) Verbindlichkeiten aus Finanzbeziehungen.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind mit EUR 5.173.405,19 (i. Vj. EUR 6.129.692,88) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern erfasst. Davon entfallen EUR 5.173.405,19 (i. Vj. EUR 6.129.692,88) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) auf Verbindlichkeiten aus Finanzbeziehungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(9) Gliederung der Umsatzerlöse:

2023 2022
EUR EUR
Bereiche
Maschinen, Geräte, Geräteteile 76.153.722,80 65.562.563,16
Reparaturen, Dienstleistungen 4.734.012,39 3.578.081,98
80.887.735,19 69.140.645,14
Märkte
Inland 59.193.822,41 49.327.562,10
Ausland 21.693.912,78 19.813.083,04
80.887.735,19 69.140.645,14

(10) Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind EUR 317.250,25 (i. Vj. EUR 422.420,44) periodenfremd. Sie betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Erträge aus der Herabsetzung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Kursgewinne aus Fremdwährungsgeschäften in Höhe von EUR 169,43 (i. Vj. EUR 149,12) enthalten.

(11) Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind EUR 125.824,37 (i. Vj. EUR 107.145,77) periodenfremd. Sie betreffen im Wesentlichen die Aufwendungen aus der Erhöhung der Pauschal- und Einzelwertberichtigungen auf Forderungen sowie Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 56,02 (i. Vj. EUR 2,28) enthalten.

Um die Vergleichbarkeit zum Vorjahr herzustellen und somit einen besseren Einblick in die Ertragslage der Gesellschaft zu erhalten, wurden Inanspruchnahme und Auflösung von Rückstellungen, die im Zusammenhang mit der Gewährleistung und ausstehender Dokumentation für fertiggestellte Projekte stehen, gegen den sonstigen betrieblichen Aufwand verrechnet, in dem die ursprüngliche Bildung erfolgte.

(12) In den Zinserträgen sind mit EUR 131.340,06 (i. Vj. EUR 60.425,01) Zinserträge von verbundenen Unternehmen enthalten. In den Zinserträgen von verbundenen Unternehmen sind EUR 121.759,39 (i. Vj. EUR 57.819,14) von Gesellschaftern enthalten. In den Zinserträgen sind EUR 0,00 (i. Vj. EUR 3.177,00) periodenfremde Erträge enthalten.

(13) In den Zinsaufwendungen sind Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 2.488,92 (i. Vj. EUR 758,50) erfasst. In den Zinsaufwendungen von verbundenen Unternehmen sind EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) von Gesellschaftern enthalten. In den Zinsaufwendungen sind mit EUR 8.697,00 (i. Vj. EUR 0,00) periodenfremde Aufwendungen enthalten.

(14) Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Aufwendungen aus Gewerbeertragsteuer i.H. von EUR 535.094,00 (i. Vj. EUR 295.657,00) sowie aus Körperschaftsteuer i.H. von EUR 608.262,19 (i. Vj. EUR 315.522,00). In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind mit EUR 271.829,22 (i. Vj. EUR 8,27) periodenfremde Aufwendungen sowie periodenfremde Erträge i.H. von EUR 7.202,00 (i. Vj. EUR 1.543,89) enthalten.

(15) In den sonstigen Steuern sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 39.679,49 (i. Vj. EUR 0,00) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 11,86 (i. Vj. EUR 3.003,06) enthalten.

(16) Sonstige finanzielle Verpflichtungen (Nominalwerte)

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
KFZ-/Mobilien-Leasing 1.828.117,84 1.538.641,92
Mietverträge für Geschäftsräume 431.053,62 144.471,11
Bestellobligo 1.009.512,65 1.491.333,77
3.268.684,11 3.174.446,80

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind EUR 1.987.649,66 (i. Vj. EUR 2.386.262,15) innerhalb eines Jahres fällig.

In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind EUR 1.007.514,57 (i. Vj. EUR 1.456.356,65) finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten.

Die Gesellschaft nimmt an einem Factoring-Programm teil. Zum Bilanzstichtag waren Forderungen in Höhe von EUR 6.663.273,58 (i. Vj. EUR 2.220.188,08) verkauft. Mit diesem Programm werden die Liquidität und der Finanzmittelfond gestärkt sowie die Finanzierungsmöglichkeiten erweitert.

Sonstige Angaben

(17) Arbeitnehmer

Durchschnittliche Beschäftigtenzahl
2023 2022
Angestellte 226 208
Lohnempfänger 4 4
Summe gemäß § 285 Nr. 7 HGB 230 212
Auszubildende 7 6
237 218

(18) Honorar des Abschlussprüfers

Die als Aufwand erfassten Honorare des Jahresabschlussprüfers, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, entfallen mit TEUR 50 auf die Abschlussprüfung sowie mit TEUR 31 auf Steuerberatungsleistungen.

(19) Geschäftsführung

Geschäftsführer sind die Herren

Stefano Corradini, Ingenieur, Modena/Italien (bis 31. März 2024)

Marino Benassi, Ingenieur, Stuttgart,

Paolo Mattioli, Ingenieur, Bologna/Italien (ab 1. April 2024).

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird unter Inanspruchnahme des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

(20) Gewinnverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn von EUR 12.954.794,11 auf neue Rechnung vorzutragen.

(21) Gesellschafter

Zum 31. Dezember 2023 werden 94 % der Gesellschaftsanteile (= entsprechend nominal EUR 1.927.000,00) von der MARPOSS S.p.A., Bentivoglio, Italien, und 6 % der Gesellschaftsanteile (= entsprechend nominal EUR 123.000,00) von der MARPOSS AG (vormals SIDCO S.A.), Belp, Schweiz, gehalten. Die MARPOSS S.p.A., Bentivoglio, bezieht den Jahresabschluss der MARPOSS GmbH in ihren Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen ein. Der Konzernabschluss der MARPOSS S.p.A. mit der Aufstellung aller verbundenen Unternehmen wird im lokalen Handelsregister in Italien offengelegt.

 

Weinstadt, den 28. März 2024

Die Geschäftsführung

Marino Benassi

Stefano Corradini

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

MARPOSS ist ein weltweit führender Hersteller von Produktionsmess- und -prüftechnik in der Produktionsumgebung sowohl während als auch nach der Bearbeitung von Werkstücken. Wichtige Abnehmer sind die Automobilhersteller, deren Zulieferer und die Werkzeugmaschinenindustrie. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen auch die Elektro-, Elektronik-, Glas- und Luftfahrtindustrie sowie die Märkte der Medizin-, Energie-, Halbleiter- und Thermotechnik sowie der "Weißen Ware". Neben dem Messen gewinnen auch das Prüfen z.B. von Leckagen und Elektromotoren, das Überwachen von Prozessen in Werkzeugmaschinen und damit zusammenhängende Automatisierungsanforderungen zunehmend an Bedeutung auch im Rahmen des Wandels in der Automobilindustrie hin zu neuen Antriebsformen.

Mit dem Zukauf vieler Firmen in den letzten Jahren, mehr als 32 Firmen seit 2000 (Stand März 2024), setzt die MARPOSS-Gruppe weiterhin auf technologiebasierten Wandel vor allem auch hin zu Anwendungen für die Elektromobilität. Zusammen mit der MARPOSS Monitoring Solutions GmbH, der Dittel Messtechnik GmbH, der Lehren- und Meßgerätewerk Schmalkalden GmbH, der ehemaligen Schwer + Kopka GmbH, der Movomatic GmbH und den in 2023 neuen Akquisitionen MeSys GmbH und Solarius GmbH, allesamt Schwestergesellschaften zur MARPOSS GmbH, arbeiten zum 31.12.2023 knapp 600 Mitarbeiter für die MARPOSS-Gruppe in Deutschland, verteilt auf die Standorte Weinstadt und Weingarten (Baden-Württemberg), Hannover und Egestorf (Niedersachsen), Landsberg, München und Greifenberg (Bayern), Mönchengladbach, Erkrath, Hilden und Essen (Nordrhein-Westfalen), Chemnitz (Sachsen) und Schmalkalden (Thüringen).

Die deutschen Technologiefirmen arbeiten sowohl auf dem Gebiet der Sensorik für Werkzeug-, Prozess- und Maschinenzustandsüberwachung von Werkzeugmaschinen, als auch in der Präzisionsfertigung von Lehren und ergänzen bzw. erweitern das Produktspektrum der MARPOSS-Gruppe.

Auch in anderen Ländern wurden Firmen im Bereich von Leckage-Tests, Prozessmonitoring-Systemen, flexibler Messtechnik, Elektromotorentests, Qualitäts-managementsoftware, Programmierung und Automatisierung zugekauft, die für weitere Produktdiversifizierung sorgen.

Bis auf die Lehren- und Meßgerätewerk Schmalkalden GmbH (LMW), die Movomatic GmbH, die MeSys GmbH und die Solarius GmbH hat die MARPOSS GmbH die Vertriebs- und Servicefunktion für die von ihr verantworteten Märkte und Kunden in den letzten Jahren übernommen. Zum 01.01.2023 wurde diese Strategie auch für die Schwer + Kopka GmbH (S+K) umgesetzt und der Standort in Hilden (NRW) als Vertriebs- und Servicestandort für Prozessmonitoring-Systeme für Umformmaschinen von der MARPOSS GmbH übernommen.

In der MARPOSS GmbH, die zusammen mit ihren Tochtergesellschaften in Österreich und Tschechien innerhalb der weltweit agierenden MARPOSS-Gruppe verantwortlich ist für die Märkte und Kunden in Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Benelux und Dänemark, wurden die Umsatzziele in 2023 gegenüber 2022 verfehlt; obwohl sich der Umsatz um 17 % erhöhte, konnte das angestrebte Wachstum von über 30% nicht erreicht werden, da im Wesentlichen ein Großprojekt in der Umsatzrealisierung auf 2024 verschoben werden musste, da der Betriebsübergang auf den Kunden noch nicht erfolgt ist.

Neben dem schon seit 2019 einsetzenden und sich weiter dynamisch verhaltenden Trend zu neuen Motor- und Antriebsentwicklungen in der Automobilindustrie, vor allem hin zu Elektroantrieben, hat sowohl das SARS-Cov-2-Virus in den Jahren 2020 bis 2022 als auch der Krieg in der Ukraine seit Februar 2022 und andere geopolitische Spannungen mit Inflations-, Energie- und Lieferkettenturbulenzen, als krisenverstärkende Elemente, schlagartig das Zusammenleben der Menschen verändert und die Weltwirtschaft bis heute belastet.

Besonders betroffen war die MARPOSS GmbH von den aus diesen Umständen resultierenden Lieferkettenproblemen, vor allem bei elektronischen Bauteilen, was sich erst zum Ende 2023 hin wieder deutlich normalisiert hat. Die Reduzierung im Auftragseingang von knapp 12 % ist dem geschuldet, dass ein verhandeltes Großprojekt den Bestelleingang erst in 2024 haben wird. Mit höherem Umsatz und niedrigerem Auftragseingang reduzierte sich der Auftragsbestand um 11 % auf 44,5 Mio. EUR, ein immer noch hoher Wert für die MARPOSS GmbH.

Trotz vieler oben benannter Krisen, einem unsicheren wirtschaftlichen und politischen Umfeld mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts in Deutschland um 0,3 % gegenüber 2022 und einem schwachen Werkzeugmaschinenmarkt zeigt sich die Situation für die MARPOSS GmbH letztlich robuster als erwartet. Preisbereinigt, gemäß den VDMA-Kennzahlen, hatte die Werkzeugmaschinenbranche mit einem 16%igen Rückgang zu kämpfen, konnte jedoch noch von einem hohen Auftragsbestand in 2023 profitieren. Neben den Werkzeugmaschinen blieb jedoch die zweite wichtige Branche, die Automobilindustrie, ertragsstark. MARPOSS begleitet diese Branche erfolgreich bei der Transformation in die Elektromobilität.

Das Unternehmen profitierte auch weiterhin von Investitionen der chinesischen, US-amerikanischen und mexikanischen Automobilhersteller mit deutscher Beteiligung oder über Schwester- und Tochtergesellschaften in Kapazitätserweiterungen und -umbauten, vor allem in Tschechien, Österreich, Ungarn, Slowakei, den Niederlanden und auch in anderen europäischen Ländern. Der Auslandsumsatz blieb prozentual gesehen annähernd auf gleichem Niveau, während der Inlandsumsatz stark zulegte und für das Wachstum verantwortlich war. Neben den vielen erfolgreichen Aktivitäten für die Elektromobilität, für vernetzte Produktionen und für andere interessante Märkte, wie oben erwähnt, zeigte sich auch das traditionelle Geschäft stabil gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin hoch ist die direkte Auftragseingangsbeteiligung von neuen Märkten, wie der Elektromobilität, der Glasindustrie, der Medizintechnik u.a. am gesamten Auftrags-eingang (22 %), wobei indirekte Aufträge über z.B. Werkzeugmaschinenbauer nicht immer bekannt sind. Die schon seit mehreren Jahren intensiv betriebene Arbeit mit dem Wandel in der Automobilindustrie und den Möglichkeiten für MARPOSS zeigen weiterhin Erfolge.

Grundsatzforschung und Neuentwicklungen finden im Schwerpunkt bei der Konzernobergesellschaft MARPOSS S.p.A. in Italien und anderen Technologie-unternehmen im MARPOSS-Konzern statt. Die MARPOSS GmbH arbeitet mit einer ca. 75-köpfigen Projekt-, Produktmanagement- und Konstruktionsabteilung Kunden-projekte aus bzw. übernimmt Entwicklungsaufgaben im Anwendungsbereich für kundenspezifische Schnittstellen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen gemäß Informationen durch den Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA)

Die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2023 (vorläufig) gegenüber 2022 in den für die MARPOSS GmbH relevanten Märkten in Europa war durchgehend negativ, nach zwei wieder ansteigenden, hoffnungsvollen Jahren. Angebotsseitige und nachfrageseitige Störungen haben in der EU jedoch mehrere Schlüsselindustrien, darunter die Automobil- sowie die Maschinenbauindustrie, betroffen, und in Ländern mit einer gewichtigen industriellen Basis das Wachstumstempo gebremst. Deutschland zählt jetzt sogar mit einem Rückgang von 0,3 % zu den Schlusslichtern in Europa.

Mit Minusbeträgen von 0,3-0,7% in Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn und kleinen Pluswerten mit 0,6-1,4% in der Slowakei, in Belgien, Dänemark und den Niederlanden war die Wirtschaft, in den für die MARPOSS GmbH wichtigen Ländern, im vergangenen Jahr deutlich schlechter gestellt als in anderen industrialisierten Ländern in Asien und Amerika, die ein Wachstum von 2 % bis knapp 7 % vorweisen können.

China, das für den Maschinenbau und für die MARPOSS GmbH wichtige Ab-nehmerland, erzielte von den großen Volkswirtschaften noch ein Wachstum von 5,2 %. Für die US-Wirtschaft steht ein Plus von 2,5 %.

Allerdings beliefen sich die für die MARPOSS GmbH wichtigen Ausrüstungs-investitionen in Deutschland (preisbereinigt +3 %), Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge, auch bedingt durch Kaufanreize für Elektroautos, auf höherem Niveau, obwohl vor allem der private Konsum, der Handel, energieintensive Industriebereiche und das Baugewerbe zurückgingen.

Die Entwicklung der Branche verlief - nach den Nachholeffekten in den Jahren 2021 und 2022 - deutlich negativ. Der VDMA-Bereich "Werkzeugmaschinen", die Leit-branche für MARPOSS, verlor bei den Auftragseingangswerten in 2023 preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr deutlich (Reduzierung um - 16 %). Der aus Wettbewerbssicht wichtige Bereich "Mess- und Prüftechnik" hat vor allem durch den Bereich "Prüftechnik" weniger verloren (- 10 %). In diesem Umfeld hat sich die MARPOSS GmbH mit den Tochtergesellschaften in Österreich und Tschechien beim Auftrags-eingang besser geschlagen als der oben erwähnte Bereich.

2.2. Geschäftsverlauf

Zu den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der MARPOSS GmbH gehören der HGB-Umsatz und das HGB-Jahresergebnis vor Steuern. Weitere wichtige Leistungsindikatoren sind die Auftragslage mit Auftragseingängen und Auftrags-bestand, das Personal sowohl in richtiger Quantität als auch Qualität und die Auftrags-eingangsentwicklung in neuen Märkten außerhalb des Verbrennungsmotors.

Die MARPOSS GmbH konnte in 2023 mit hohem Auftragsbestand und rückläufigen, aber weiterhin guten Auftragseingängen den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 17 % steigern. Dabei haben sich die Lieferkettenprobleme zum Ende des Jahres deutlich reduziert, was auch im gesamten Maschinen- und Anlagenbau ein positiver Umsatz-treiber war.

Wie im Maschinenbau und bei MARPOSS üblich war das 4. Quartal 2023 wieder ein sehr starkes Quartal und trug mit 33 % zum Umsatz bei.

Die Integration von Vertrieb und Service der Schwer + Kopka GmbH in die MARPOSS GmbH zum 01.01.2023 hatte einen Anteil von 6 % an der Umsatzsteigerung.

Der Auftragsbestand zum 31.12.2023 reduzierte sich dabei gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Mio. EUR, blieb aber mit über 44 Mio. EUR weiterhin auf hohem Niveau. Das Ergebnis vor Steuern in 2023 konnte mehr als verdoppelt werden. Dies konnte erreicht werden durch ein zweistelliges Umsatzwachstum, einen vorteilhaften Produktmix und ein effektives Kostenmanagement. Zudem wurden Sicherheitsbestände im Lager-bestand zur schnelleren Lieferfähigkeit und der Bestand an angearbeiteten Aufträgen (Work in Progress) aufgebaut und weniger Risikovorsorge im Projektgeschäft benötigt. Aber auch das Abarbeiten von offenen Punkten bei Altaufträgen und erreichte Projektabnahmen hat viele Schlussabrechnungen zugelassen, die erfolgreich zum positiven operativen Ergebnis beigetragen haben.

2.3. Lage

2.3.1. Ertragslage

Der Umsatz der MARPOSS GmbH in 2023 mit EUR 80,9 Mio. entspricht einer Steigerung von 17 % gegenüber dem Vorjahr. Der Exportanteil am Umsatz beläuft sich auf 27 % der Umsatzerlöse, was einer Reduzierung um 2 %-Punkte entspricht. Dabei sind indirekte Exporte über deutsche OEM (Original Equipment Manufacturer) nicht berücksichtigt.

Die Umsatzrentabilität vor Ertragsteuern (Ergebnis vor Ertragsteuern/Umsatzerlöse) hat sich von 3,4 % im Vorjahr auf 6,6 % verbessert, was trotz erheblicher unterjähriger Risiken als gutes Ergebnis bezeichnet werden kann. Das in früheren Jahren bereits eingeleitete Sparprogramm wurde erfolgreich auch in einem Wachstumsjahr fortgeführt und hat im Geschäftsjahr 2023 wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Die Personalaufwendungen haben sich durch branchenübliche Gehaltserhöhungen und einen im Durchschnitt um 19 Personen höheren Personalbestand planmäßig erhöht.

Der Materialeinsatz (Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ohne bezogene Leistungen) von 56 % bezogen auf die Betriebsleistung reduzierte sich zum einen produktmixbedingt und zum anderen durch eine reduzierte Abwertung des Lager-bestands gegenüber 2022 (i. Vj. 57 %). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen, bedingt durch nachlaufende Projekt- und Inbetriebnahme-Aufwendungen, insbesondere von MARPOSS-Gruppengesellschaften, erhöhten sich, geschuldet durch höhere Umsätze, um TEUR 291.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen um TEUR 93 über dem Vorjahresniveau, was im Wesentlichen mit der Auflösung von nicht benötigten Rückstellungen aus nachlaufenden Projekten bzw. der Erhöhung von Kostenweiterbelastungen begründet ist.

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ohne Auszubildende und Langzeitabwesende ist wachstumsbedingt um 8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wobei der Anstieg vor allem durch die Übernahme der Vertriebs- und Servicemitarbeiter der ehemaligen Schwer + Kopka GmbH erklärt werden kann. Durch diesen Anstieg und branchenüblichen Gehaltserhöhungen erhöhte sich der Personalaufwand um TEUR 1.866.

Die Abschreibungen erhöhten sich um TEUR 56 gegenüber 2022.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 986 gestiegen. Dies beruht im Wesentlichen auf höheren Raumkosten durch den zusätzlichen Standort in Hilden, umsatzbedingt höheren Fracht-, Reise- und Ver-sicherungskosten, gestiegenen Personalnebenkosten sowie gestiegenen Aufwendungen für IT-Services und Factoring. Auch Aufwendungen für das mittlerweile über 20 Jahre alte Gebäude in Weinstadt waren höher als im Vorjahr.

Das Zinsergebnis verschlechterte sich auf TEUR 24 im Vergleich zum Vorjahr. Höhere Zinserträge durch die Beteiligung am Cash-Pooling-System des MARPOSS-Konzerns wurden durch höhere Bürgschaftsentgelte überkompensiert. Das Beteiligungsergebnis aus den Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften in Österreich und Tschechien verbesserte sich um TEUR 66.

Das Geschäftsjahr wurde insgesamt mit einem Jahresergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 5.298 (i. Vj. TEUR 2.356) abgeschlossen und liegt damit im Rahmen unserer im Lagebericht des Vorjahres genannten positiven Erwartungen.

2.3.2. Finanzlage

Der Finanzmittelbestand der Gesellschaft, bestehend aus Bank- und Cashpool-Guthaben gegenüber der Konzernholding abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Rahmen des Cashpooling mit Tochtergesellschaften, hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.171 auf TEUR 12.578 reduziert. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 3.465 (i. Vj. TEUR 5.508).

Die Reduzierung um TEUR 2.043 resultiert vor allem aus einer Zunahme der Vorräte und geleisteten Anzahlungen um TEUR 7.847, der Erhöhung der Liefer- und Leistungsforderungen um TEUR 832 sowie anderer Aktiva um TEUR 28, einer Erhöhung der Abschreibungen um TEUR 56 und einer Reduzierung der Rückstellungen um TEUR 55.

Teilweise kompensiert wurde dieser Effekt durch einen um TEUR 2.101 höheren Jahresüberschuss, die gestiegenen erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 1.981, die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung um TEUR 4.379 und der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 835.

Seit Dezember 2021 besteht für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dritten Unternehmen ein monatliches stilles Factoring für bestimmte Kunden und Standardaufträge mit einem Wert zum Stichtag von TEUR 2.652. Getätigt wurden auch erstmals stichtagsbedingte Verkäufe von Forderungen an die Konzernmutter für einige Großprojekte in der Größenordnung von 4 Mio. EUR.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR 1.636 (Erhöhung um TEUR 905 im Vergleich zum Vorjahr).

Die Finanzierungstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von TEUR 4.000 (i.Vj. TEUR 2.500), die für die Gewinnausschüttung an die Gesellschafter verwendet worden sind.

Zur Liquiditätssicherung stehen auch Kreditlinien der deutschen Hausbanken zur Verfügung, die für Avale und als nachrangige Liquiditätsreserve benötigt werden. Die Gesellschaft hat die Kreditlinien im Geschäftsjahr 2023 ausschließlich zur Absicherung der Kundenanzahlungen und -gewährleistungen über Bürgschaften in Anspruch genommen. Vorrangig bedient sich die Firma bei Liquiditätsbedarf aus dem Konzern-Cashpooling-System.

2.3.3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum 31.12.2023 hat sich von TEUR 44.474 auf TEUR 51.410 gegenüber dem 31.12.2022 erhöht; dies entspricht einer Erhöhung um 16 %. Im Wesentlichen wirkt auf der Aktivseite den deutlichen Erhöhungen bei den Vorräten (infolge von Nutzung vorteilhafter Preiskonditionen und Einrichtung zusätzlicher Lager) und geleisteten Anzahlungen (u.a. in Folge eines noch nicht übergebenen Großprojektes in Höhe von TEUR 5.121) um TEUR 7.847 und den Steigerungen des Anlagevermögens um TEUR 504 die Reduzierung sowohl der Forderungen gegen verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 736 als auch der Flüssigen Mittel in Höhe von TEUR 750 entgegen.

Auf der Passivseite zeigt sich die Erhöhung im Wesentlichen durch die Steigerung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit TEUR 4.052, vor allem bedingt durch stichtagsbedingte Fälligkeiten bei italienischen Schwestergesellschaften Anfang 2024, der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung mit TEUR 223, der erhaltenen Anzahlungen mit TEUR 1.981 und der übrigen Verbindlichkeiten mit TEUR 835.

Investitionen in Höhe von TEUR 1.636 (i. Vj. TEUR 747) betrafen vor allem den Ersatz und die Ergänzung der Informationstechnologie, sowohl bei Software als auch bei Hardware, sowie die Investitionen in Gebäude- und Produktionseinrichtungen sowie Demogeräte. Im Zuge der Übernahme von Vertrieb und Service der ehemaligen Schwer + Kopka GmbH wurde Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 740 übernommen.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen belaufen sich auf TEUR 1.131 (i. Vj. TEUR 1.075).

Mit einem Jahresüberschuss von TEUR 3.790 (+ 124 %) und der Ausschüttung an die Gesellschafter von TEUR 4.000 (i.Vj. TEUR 2.500) reduzierte sich die Eigenkapital-quote im Vergleich zum Vorjahr um 6 %-Punkte (von 42% auf 36%), was jedoch im Wesentlichen auf die Erhöhung der Bilanzsumme zurückzuführen ist.

Wie im Vorjahr ist bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses noch keine Gewinnausschüttung in 2024 an die Gesellschafter angekündigt.

2.3.4. Gesamtbeurteilung

Das Geschäft der MARPOSS GmbH hat in 2023 das erwartete Wachstum gebracht. Der hohe Auftragsbestand am Jahresende 2022 wirkte sich bei aktuell weiterhin stabilen Auftragseingängen und rückläufigen Lieferkettenproblemen positiv auf 2023 aus. Bei einem gesteigerten Umsatz konnte das Jahresergebnis überproportional mitwachsen, was als gutes Ergebnis bezeichnet werden kann. Trotz weiterhin großer Anstrengungen bei der Transformation in neue Antriebssysteme hat die MARPOSS GmbH zumindest beim Umsatz und beim Auftragseingang sowohl in traditionellen als auch in neuen Märkten mit neuen Produkten die Chancen in 2023 genutzt und sich weiterhin für die Zukunft gut aufgestellt. Die Transformation in neue Antriebssysteme war und ist weiterhin beherrschender Faktor. Die aktuelle Lage, das Klima und die Erwartungen gemäß ifo-Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe 02/2024, als Frühindikator für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland für 2024, zeigen seit Mitte 2023 eine verhaltene Querbewegung auf niedrigem Niveau. Die Entwicklung der MARPOSS GmbH verlief gegenüber den Frühindikatoren als auch gegenüber den VDMA-Zahlen für den Werkzeugmaschinenmarkt positiver und auch die Auftragseingänge der ersten zehn Wochen 2024 sind weiterhin zufriedenstellend.

Positiv zu erwähnen ist die Arbeit für neue Märkte auch mit neuen Produkten, unter anderem auch aus vielen Firmenakquisitionen der Marposs-Gruppe der letzten Jahre, die schon mit ca. 40% zum Auftragseingang 2023 beigetragen haben und in 2024 weiter steigen sollen. Die Umfänge in der Prüftechnik, der Elektromobilität und von automatisierten MARPOSS-Anwendungen nahmen deutlich zu und ergänzen die seither dominierende Messtechnik. Zudem wurden seit 2019 wichtige Investitionen in die Informationssicherheit (TISAX-Zertifikat in 2023 auch auf die Standorte in Tschechien, Österreich und Hilden erweitert), in die Corporate Social Responsibility (CSR mit externem Audit) und in ein neues, verbessertes CRM-System (Customer Relationship Management) begonnen und in 2023 fortgeführt. In 2023 wurde die Umwelt-zertifizierung nach DIN ISO 14001 erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeit mit neuen Vertriebsformen über Webinare, aus dem Homeoffice oder dem mobilen Arbeiten heraus bzw. über Videokonferenzen anstelle von Präsenz und Reisen hat die MARPOSS GmbH gut bewältigt und setzt, neben Messeaktivitäten, auch in Zukunft auf diese Methoden. All dies wird das Unternehmen für die Folgejahre positiv und prozessverbessernd weiter voranbringen.

Der 24. Februar 2022, mit dem Kriegsbeginn zwischen Russland und der Ukraine, hat das Unternehmen im Wesentlichen durch die hohe Inflation und die Turbulenzen bei den Energiekosten belastet, was jedoch - zwischenzeitlich für 2023 - beherrschbar war.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Unternehmensziele und Prognose

Das aktuelle Geschehen rund um den Ukraine-Krieg und den Nahostkonflikt mit energiekritischen und weiteren inflationären Auswirkungen, die geopolitischen Verwerfungen zwischen den Großmächten USA und China machen Prognosen für 2024 äußerst schwierig und die Angst vor einer weiteren Rezession bleibt bestehen. Von den großen Volkswirtschaften wird nur für Indien ein Wachstum von mehr wie 5 % prognostiziert. Die Aussichten für die deutsche Volkswirtschaft haben sich deutlich verschlechtert. Für das Jahr 2024 wird die Prognose für das BIP in Deutschland deutlich gesenkt und es wird, je nach Institut, mit einem Wachstum von lediglich 0,2-0,7 % gerechnet. Ob es zu einer Aufhellung der konjunkturellen Lage kommt, hängt stark an der weiteren positiven Entwicklung der Inflation mit geldpolitischen Lockerungen, der wirtschaftlichen Entwicklung von China, dem Konsumverhalten in Deutschland und dem Wiederhochlauf des globalen Handels. Auch die deutschen Werkzeugmaschinen-bauer blicken gemäß VDMA auf ein herausforderndes Jahr 2024 mit einem geplanten realen Produktionsrückgang von 4 %. Zu oben genannten Unsicherheiten ist auch der Fachkräftemangel für den deutschen Maschinenbau eine große Herausforderung, nicht zuletzt aufgrund des demographischen Wandels.

Der Strukturwandel in der Autoindustrie, der sowohl vom Klimaschutz als auch von der Digitalisierung getrieben wird, sorgt weiterhin für die Herausforderung im Maschinen-bau. Dies alles macht eine verlässliche Vorhersage der wirtschaftlichen Entwicklung aktuell unmöglich.

Nach den guten Jahren 2011 bis 2018 und den schwierigen Jahren 2019 bis 2023 erwartet die MARPOSS GmbH mit einem weiterhin hohen Auftragsbestand in diesem zunehmend volatileren und riskanteren Umfeld, Stand Mitte März 2024, ein HGB-Ergebnis vor Steuern auf einem deutlich niedrigeren Niveau als für das Geschäftsjahr 2023, auch bedingt durch die Auslieferung von weniger margenstarken Großprojekten. Einem geplanten Umsatzwachstum von knapp 14 % stehen aber auch deutlich höhere Personalkosten und andere Kostensteigerungen gegenüber, die die Wachstumsmargen überkompensieren. Neue Produktgebiete mit zunehmendem Umsatzanteil und Umsatzpotenzial werden erwartungsgemäß stabilisierend wirken, um das rückläufige Stammgeschäft auszugleichen. Maßgebend abhängig sind diese Aussagen von der Versorgungssicherheit mit Gas, Öl und Kohle, weiteren kritischen Rohstoffen und Elektronikbauteilen.

Dieser Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf der aktuellen Prognose des Managements in Bezug auf die künftige Entwicklung der MARPOSS GmbH beruhen. Der Ausblick basiert auf Einschätzungen, die wir anhand aller uns zum jetzigen Zeitpunkt verfügbaren Informationen getroffen haben. Diese Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Kontrollmöglichkeiten der Geschäftsführung liegen. Sollten die dem Ausblick zugrundeliegenden Annahmen nicht zutreffend sein oder die unten beschriebenen Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen deutlich von den in diesen Aussagen genannten Ergebnissen und Entwicklungen abweichen.

Die MARPOSS GmbH geht mit einem weiterhin hohen Auftragsbestand von EUR 44,5 Mio. zum 31.12.2023 in das Jahr 2024. Der hohe Auftragsbestand verbunden mit aktuell guten Auftragseingängen in 2024 sollen ein weiteres Wachstum erneut ermöglichen. Das Halten und Gewinnen von Fachkräften wird neben dem Rückgang von hohen Krankenquoten zunehmend zum Erfolgsfaktor, vor allem auch mit dem Hintergrund, dass die Generation der "Babyboomer" in Rente geht und weniger junge Menschen nachkommen. Die Attraktivität der Firma, auch gestützt durch Markterfolge in neuen Märkten, Stichwort "Elektromobilität", muss für Kunden und Mitarbeiter erhalten bleiben.

Zur Zielerreichung 2024 notwendig sind:

Das hohe Auftragsvolumen prozess-, projekt- und kapazitätsmäßig zu beherrschen und die Prozesse IT-technisch abzusichern und der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung Rechnung zu tragen,

eine Vertriebs- und Servicearbeit in neuen Marktbereichen und bei neuen Kunden zu forcieren, ohne die verbleibenden Chancen in angestammten Märkten zu vernachlässigen,

ein intensives Debitorenmanagement, um Forderungsausfälle zu vermeiden bzw. frühzeitig Gefahren zu erkennen, was in der weiterhin bestehenden Krisensituation sehr wichtig ist,

wieder stabile Lieferketten und Versorgungssicherheit vor allem hinsichtlich von Elektronikbauteilen,

den Mitarbeiterstand und die Mitarbeiterqualifikation auf den Strukturwandel vor allem auch in der Automobilindustrie und im Werkzeugmaschinenbau anzupassen, und Fluktuationstendenzen gegen zu wirken. Im Durchschnitt soll sich der Personal-bestand nur noch unwesentlich erhöhen.

3.2. Risiko-/Chancenberichterstattung

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Das Wachstum der Werkzeugmaschinenbranche ist in hohem Umfang von den Investitionsausgaben, insbesondere der Automobilindustrie, abhängig. Plötzliche konjunkturelle Rückgänge oder gesellschafts- und geopolitische bzw. rechtliche Faktoren stellen daher ein bedeutendes kurzfristiges Risiko für die Umsatzentwicklung dar, wie beispielsweise der damit einhergehende Strukturwandel in der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität.

Zudem haben sich die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und im EURO-Raum durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den Nahostkonflikt verschlechtert.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht in seinem Jahresgutachten 2023/24 von folgenden Kernbotschaften aus:

Für Deutschland erwartet der Sachverständigenrat nach dem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in 2023 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,7 % im Jahr 2024 getragen vom wiedereinsetzenden privaten Konsum bei Inflationsraten von 6,1 % (2023) und 2,6 % (2024). Es werden keine weiteren Erhöhungen der Leitzinsen der Zentralbank erwartet. Die inländischen Produktionskosten und die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland haben sich verschlechtert. Zudem trifft eine sich erholende inländische Nachfrage auf ein niedrigeres Angebot an Fachkräften. Somit dominieren für 2024 die Abwärtsrisiken.

Wir schließen uns der Meinung des Sachverständigenrats an und schätzen das Chancen-/Risikoverhältnis für 2024 weiterhin so riskant ein wie in 2023 mit den schon genannten Ursachen. Das Risiko, dass sich ungünstige gesamtwirtschaftliche Entwicklungen auf unser Geschäft in 2024 auswirken könnten, stufen wir deshalb - im Vergleich zum Vorjahr - als gleich wahrscheinlich ein. Stabilisierend wirkt der aktuell hohe Auftragsbestand der MARPOSS GmbH.

Marktrisiko

Der Strukturwandel in der Automobilindustrie, der vor allem auch den Werkzeugmaschinenbau trifft, sowie die geopolitischen Risiken müssen das Risikobewusstsein auf dem Absatz- und Beschaffungsmarkt weiterhin schärfen. Dagegen steht die forcierte Investitionsneigung der Automobilhersteller und Automobilzulieferanten, die mit deutlich schärferen EU-Emissionsvorgaben die Elektromobilität vorantreiben müssen, mit guten Chancen auch für die Zulieferer. Auch die MARPOSS GmbH rechnet für 2024 mit einem weiterhin schwierigeren Umfeld mit einem entsprechend als hoch angesehenen Marktrisiko und verstärkt die Anstrengungen in neuen Märkten und mit neuen Produkten. Positiv bleiben die starke internationale Ausrichtung der MARPOSS-Gruppe und der hohe Auftragsbestand. Neue Märkte werden gezielt angegangen.

Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sind zudem eine Gefahr für den Welthandel.

Preisrisiko

Mit einer geschätzten Inflationsrate von 6,1 % für 2023 und 2,6 % für 2024 - mit dem aktuellen Schwerpunkt auf Lebensmitteln - sowie der mangelnden Überwälzbarkeit der steigenden Inputpreise auf die Verkaufspreise muss die Preisentwicklung als hohes Risiko eingeschätzt werden. Weiterhin können verhandelte Tarifverträge in der Metall- und Elektrobranche und anderen Branchen die Lohn-/Preisspirale weiter anfeuern. Zudem erzeugt das Eindringen in neue Märkte und bei neuen Kunden einen zusätzlichen Preisdruck bei der MARPOSS GmbH. Der Einfluss einer weiterhin bestehenden aber rückläufigen, nicht überwälzbaren Inflation auf die Geschäftstätigkeit der MARPOSS GmbH wird aktuell als beherrschbar eingeschätzt.

Kreditrisiko

Das Ausfallrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, vor allem bei industriellen Unternehmen, die transformationsgetriebene Investitionen versäumt haben und deren Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor hoch ist oder die nicht genügende Vorsorge in den guten Jahren betreiben konnten, bleibt sehr hoch. Die Warenkreditversicherer sind vielfach nicht oder nur bedingt bereit, bei schwachen Bilanzsubstanzen Limits zu zeichnen. Um die Risiken zu minimieren, wird die MARPOSS GmbH in diesem Bereich weiterhin mit höchster Vorsicht und aktivem Debitorenmanagement agieren. Eine straffe Geldpolitik vieler Notenbanken zur Eindämmung der Inflation wird Ausrüstungsinvestitionen teurer machen und die Konjunktur weiter schwächen. Mit Nachlassen der Inflation besteht Hoffnung auf Zinssenkungen und einem Hochlaufen der Konjunktur.

Personalrisiko

Trotz sehr niedrigen, prognostizierten Wachstumsraten der deutschen Wirtschaft für das Jahr 2024 wird jedoch erwartet, dass sich die regionalen Arbeitsmärkte zumindest im Maschinenbau stabil verhalten.

Vor diesem Hintergrund besteht ein Risiko, dass wichtige zusätzliche Mitarbeiter mangels Angebot nicht eingestellt oder erfahrene Mitarbeiter wegen Marktdruck nicht gehalten werden können, was insbesondere durch den immer härter umkämpften Markt für qualifizierte Mitarbeiter bedingt ist. Auch der erwartete Abgang der Generation "Babyboomer" in den Ruhestand erhöht den Druck auf den Arbeitsmarkt zunehmend.

Aufgrund des weiterhin geringen Angebots an qualifizierten technischen Kräften setzt MARPOSS verstärkt in Ausbildung und duale Studiengänge, um eigenen Nachwuchs zu qualifizieren. Zunehmende Automatisierungs-/Digitalisierungsbestrebungen in der Industrie (Industrie 4.0) verlangen insbesondere Elektronik-, Mechatronik- und Informatik- bzw. Softwarekenntnisse.

3.3. Chancen

Chancen ergeben sich aus der breiten Produktpalette von MARPOSS in der industriellen Mess- und Prüftechnik in Verbindung mit der weltweiten Organisationsstruktur der MARPOSS-Gruppe. Gerade die VDMA-Branche "Prüfmaschinen/Prüftechnik" bleibt im Rahmen der Investitionen vieler Firmen in die "Elektromobilität" für die MARPOSS GmbH stabil.

Diese Entwicklung, Zukäufe von ins Technikportfolio passenden Technologiefirmen, auch außerhalb der Automobilindustrie, die weitere Integration von bereits in den Vorjahren erworbenen Unternehmen sowie den Gewinn von Marktanteilen in neuen Märkten und bei neuen Kunden sehen wir als Chancen für eine positive Entwicklung. Auch die lokalen Konstruktions- und Montagekapazitäten mit sehr gut ausgebildetem Personal nehmen in Zeiten von lokalen Großprojekten an Bedeutung zu. Das Einbringen von Mess- und Prüf-Know-how bei neuen Kooperationen in den Bereichen Batterie-, Brennstoffzellen- und Elektromotorentechnologie, aber auch in neuen Märkten wie z.B. der Medizintechnik kann als chancenreich angesehen werden.

3.4. Managementsystem von Chancen und Risiken

Die MARPOSS-Gruppe verfügt über bewährte Planungs-, Kontroll- und Steuerungs-systeme, die ein effektives Risiko- und Chancenmanagement gewährleisten. Ziel ist es, sowohl strategische als auch geschäftsspezifische Risiken und Chancen aufzudecken, zu überwachen und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Unser Unternehmen ist in dieses Sicherungssystem einbezogen.

 

Weinstadt, 28. März 2024

Stefano Corradini

Marino Benassi

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die MARPOSS GmbH, Weinstadt

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MARPOSS GmbH, Weinstadt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MARPOSS GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 30. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Brandenburg, Wirtschaftsprüfer

Kraus, Wirtschaftsprüfer

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