Kelvion Radiator GmbHLiquidated

08491 Netzschkau, DEU

Master Data

Registry
Register court Chemnitz HRB 23964
Previous
Saale Wärmetauscher GmbHNEMA AirFin Wärmetauscher GmbHGEA NEMA Wärmetauscher GmbH
Registered
11/20/2007
Industry
Manufacture of central heating radiatorsManufacture of heat pumpsManufacture of steam generators and boilers
Purpose
Herstellung und Vertrieb von industriellen Wärmetauschern und zugehörigen Produkten.

History

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Management

NameRole
Sven Krauße
since 3/3/2014
Managing Director
Ronny Eßmann
since 6/4/2008
Procura

Beneficial Owners

0.00% identified100.00% unresolved

Unresolved chains (1)

NameOwnership
100.00%

Shareholders

1 shareholder

GmbH structure

Germany
€250,000
100.00%

Financial Report

Kelvion Finance GmbH

Bochum

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Kelvion Finance GmbH, Deutschland
Meesmannstraße 103, 44807 Bochum
Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum unter HR B 15203

Kennzahlen der Kelvion-Gruppe 1)

(in Mio. EUR) 2016 2015
Ertragslage
Auftragseingang 814,1 885,6
Umsatz 787,3 922,3
Auftragsbestand 426,7 406,8
EBITDA 2) 34,5 86,0
in % vom Umsatz 4,4 9,3
Adjusted EBITDA 3) 76,4 107,6
in % vom Umsatz 9,7 11,7
EBIT -27,8 -28,1
in % vom Umsatz - -
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -76,6 -95,2
Vermögenslage
Bilanzsumme 1.135,4 1.257,3
Konzern-Eigenkapital -192,8 -104,8
in % der Bilanzsumme -17,0 -8,3
Working Capital (Stichtag) 112,0 180,9
Finanzlage
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 92,2 32,8
Free Cashflow 77,6 -1,6
Investitionen 16,0 18,5
Mitarbeiteräquivalente (Stichtag), ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse 4.504 4.396

1) ungeprüft

2) Die Finanzkennzahl EBITDA ist in den IFRS nicht definiert. Sie versteht sich als Gewinn vor Zinsen und Steuern ("EBIT") und Abschreibungen. Der hier ausgewiesene EBITDA unterscheidet sich von dem EBITDA, der in den auf den Anhang anwendbaren Vertragsurkunden definiert ist.

3) Der bereinigte EBITDA versteht sich als EBITDA nach Eliminierung bestimmter Einmaleffekte. Derlei Einmaleffekte betreffen in der Hauptsache Restrukturierungsaufwendungen.

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben sind kaufmännisch gerundet; in der Addition können sich infolgedessen Abweichungen ergeben.

Konzernlagebericht

der Kelvion-Gruppe

Grundlagen des Konzerns

Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe

Die Kelvion Finance GmbH (im Folgenden "Kelvion Finance" oder "Unternehmen" genannt) ist die Muttergesellschaft der in Deutschland ansässigen Kelvion-Gruppe (im Folgenden auch "Konzern" genannt). Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 gegründet. Seine direkte Muttergesellschaft Galapagos BidCo S.à r.l. sowie seine indirekten Muttergesellschaften Galapagos S.A. und Galapagos Holding S.A. wurden am 4. April 2014 gegründet; sie sind allesamt Gesellschaften luxemburgischen Rechts und im luxemburgischen Handels- und Unternehmensregister eingetragen. Die Gründung sämtlicher vorgenannter Gesellschaften durch die Private Equity Gesellschaft Triton erfolgte zu dem Zweck des Erwerbs des Geschäftsbereichs Heat Exchangers (im Folgenden auch "HX-Gruppe" genannt) von der GEA Group. Die Galapagos Holding S.A. (im Folgenden "Galapagos-Konzern" oder "Galapagos-Gruppe" genannt) stellt einen Konzernabschluss nach IFRS auf, in den die Kelvion Finance GmbH und ihre Tochtergesellschaften einbezogen werden.

Am 16. April 2014 haben die Kelvion Finance und die GEA Group den Anteils- und Kaufvertrag über den Erwerb der HX Gruppe unterzeichnet. Das Closing war am 31. Oktober 2014.

Der Geschäftsbereich Heat Exchangers (HX-Gruppe) wurde nach dem Erwerb wirtschaftlich in die Segmente "Kelvion", "DencoHappel" (im Folgenden auch als "DH" bezeichnet) sowie "ENEXIO" aufgegliedert. Jedes dieser Segmente wird durch eine eigene Geschäftsleitung geführt und jeweils durch ein "Shareholder Committee" operativ beraten.

Die HX-Gruppe (Kelvion, DencoHappel und ENEXIO) ist breit im Geschäft mit Wärmetauschern aufgestellt und weltweit einer der größten Anbieter auf diesem Gebiet. Ihre umfangreiche Produktpalette reicht von Plattenwärme- und Rohrbündelwärmetauschern über luftgekühlte Wärmetauscher, Luftfilteranlagen, Trocken- und Nasskühlsysteme sowie Kunststoff-Füllmaterial bis zu Luftaufbereitungsanlagen für zahlreiche Anwendungen in den Branchen Energieerzeugung, Klima- und Umweltschutz, Öl und Gas, Petrochemie, Nahrungsmittel und Getränke, Chemie und Schifffahrt.

Im Geschäftsjahr 2015 wurde beschlossen, die wirtschaftlich bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO auch in gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreie Gesellschaftsstrukturen zu überführen. Zu diesem Zweck wurden folgende Transaktionen in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 getätigt:

DencoHappel Segment

Es wurde in 2015 mit der DencoHappel Holding GmbH eine Holdinggesellschaft implementiert (als Schwestergesellschaft der Kelvion Finance), unter welcher die Geschäftsaktivitäten des DencoHappel-Segments gesellschaftsrechtlich abgebildet wurden. Die hierzu erforderlichen Veräußerungen bzw. Übertragungen von DencoHappel-Gesellschaften bzw. DencoHappel-Geschäftsaktivitäten in Form von Abspaltungen bzw. Asset Deals an bzw. auf die DencoHappel Holding GmbH bzw. an durch die DencoHappel Holding GmbH gegründete Tochtergesellschaften erfolgten überwiegend zum Ende des Geschäftsjahres 2015 (siehe Ziffer 5 des Konzernanhangs). Die veräußerten oder übertragenen DencoHappel Gesellschaften wurden im Dezember 2015 entkonsolidiert. Die Übertragungen der tschechischen und österreichischen Geschäftsaktivitäten, welche wirtschaftlich dem Kelvion Segment zuzurechnen, jedoch rechtlich zum Abschlussstichtag 2015 noch Teil der DencoHappel-Gesellschaften waren, wurden indes erst im Geschäftsjahr 2016 rechtlich umgesetzt (siehe Ziffern 5 und 11 des Konzernanhangs).

ENEXIO Segment

Mit der ENEXIO Management GmbH wurde in 2015 eine Holdinggesellschaft implementiert (als Schwestergesellschaft der Kelvion Finance), unter welcher die Geschäftsaktivitäten des ENEXIO Segments gesellschaftsrechtlich abgebildet werden sollen. Die hierzu erforderlichen Veräußerungen von ENEXIO Gesellschaften bzw. ENEXIO Geschäftsaktivitäten in Form von Share Deals bzw. Asset Deals an die ENEXIO Management GmbH bzw. an durch die ENEXIO Management GmbH gegründete Tochtergesellschaften erfolgten überwiegend mit Wirkung zum 31. Dezember 2015. Die veräußerten oder übertragenen ENEXIO Gesellschaften wurden im Dezember 2015 entkonsolidiert. Die Veräußerung der ungarischen ENEXIO Gesellschaft einschließlich Tochtergesellschaften an die ENEXIO Management GmbH wurde indes erst im Geschäftsjahr 2016 rechtlich umgesetzt (siehe Ziffer 5 des Konzernanhangs).

Die fortgeführte Geschäftstätigkeit des Kelvion-Konzerns umfasst zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit des wirtschaftlichen Kelvion Segments. Das Kelvion Segment wiederum besteht aus den vier Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers. Die Geschäftseinheit Refrigeration Technologies entwickelt und vertreibt Kompaktwärmetauscher für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die Geschäftseinheit Machine Cooling Systems ist auf Wärmetauscher für die Kühlung von Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und Elektromotoren spezialisiert. Die Geschäftseinheit Project Engineered Solutions betreibt das Projektgeschäft mit Rippenrohrwärmetauschern für diverse Anwendungen überwiegend für Kunden in der Öl- und Gasindustrie sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie. Die Geschäftseinheit Plate Heat Exchangers vermarktet eine breite Palette an abgedichteten, vollgeschweißten und emaillierten Wärmetauschern für diverse Anwendungen unter anderem in den Industrien Climate & Environment, Power, Food & Beverages, Oil & Gas, Chemicals and Marine.

Innerhalb der fortgeführten Geschäftstätigkeit des rechtlichen Konzerns ist zum 31. Dezember 2016 zudem ein laufendes Großprojekt (= langfristige Auftragsfertigung) bilanziell erfasst, das wirtschaftlich dem ENEXIO Segment zuzurechnen ist, aber rechtlich über eine südafrikanische Kelvion-Gesellschaft abgewickelt wird.

Geschäftsmodell

Wärmetauscher sind in vielen industriellen Anwendungen unverzichtbar. Sie leisten beispielsweise einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der optimalen Betriebstemperatur maschineller Anlagen und beugen so einer Überhitzung und kostspieligen Produktionsausfällen vor.

Die Kelvion-Gruppe besteht im Wesentlichen aus den vier Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers, die in verschiedenen Branchen wie Power, Oil & Gas, Chemicals, Food & Beverages sowie Marine operieren.

Die Kelvion-Gruppe deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über Herstellung, Verkauf und Kundendienst bis hin zur Ersatzteilversorgung ab.

Strategie und Ziele

Die Kelvion-Gruppe stützt sich bei ihrer auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichteten Strategie auf eine Kombination aus Technikführerschaft, globalem Fertigungs- und Absatznetz und breitem Produktspektrum.

Zentral gesteuerte Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Kelvion Gruppe in einem herausfordernden und dynamischen Marktumfeld erhöhen. Das Gesamtziel ist die Generierung von profitablem und nachhaltigem Wachstum über die nächsten Jahre sowie die maximale Werterhöhung für die gesamte Kelvion Gruppe.

So werden die Vertriebsaktivitäten der Einzelgesellschaften zusammengeführt und global koordiniert. Beispielhaft sei hier die Vertriebsgesellschaft Kelvion Germany GmbH für Deutschland, Österreich und Schweiz genannt, welche ausschließlich diese Vertriebsregion abdeckt und in welche die Vertriebsorganisationen der deutschen Kelvion Gesellschaften integriert wurden. Diese Vertriebsgesellschaft wird den kompletten regionalen Vertriebsprozess für das vollständige Kelvion Produkt-Portfolio abwickeln und wird dabei vom Wissen der globalen Marktexperten unterstützt. Mit Fokus auf ihre spezifische Industrie optimieren die globalen Marktexperten ihre Geschäftsprozesse wie zum Beispiel stringente Key Account Koordination, technische Prozessentwicklung, Projektunterstützung und arbeiten Hand in Hand mit den vier Kelvion Geschäftsbereichen Plate Heat Exchangers, Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems sowie Project Engineered Solutions.

Die Geschäftsbereiche sind verantwortlich für die Herstellung der Produkte, die Optimierung des Fertigungsverbundes sowie das Produktlinien-Management (z.B. Charge Air Coolers, Radiators) einschließlich der Konsolidierung, Standardisierung und Modularisierung der verschiedenen Produktlinien. In enger Kooperation mit dem Vertrieb und den globalen Marktexperten treiben die Geschäftsbereiche außerdem die Entwicklung innovativer Produkte voran.

Zusätzlich wurde im Rahmen der globalen Service Strategie die Service Center Infrastruktur erweitert und hierdurch das Wachstum im profitablen Service Geschäft gefördert.

Das übergeordnete Ziel ist es, Kelvion von einer multi-regionalen Gruppe mit relativ hoher organisatorischer Fragmentierung und heterogener Marktbearbeitung in einen globalen Marktführer mit einer professionellen und agilen Organisation und optimierten Prozessen zu überführen.

Entwicklung innovativer Produkte

Die Kelvion-Gruppe betrachtet das eigene Angebot an Wärmetauschern als eines der breitesten auf dem Markt. Es reicht von Rippenrohr- und Plattenwärmetauschern bis hin zu Rohrbündelwärmetauschern. Als weiterer Beleg für diese Sichtweise dienen rund 200 eigene Patente und Gebrauchsmuster sowie zahlreiche in der Entwicklung befindliche innovative Produkte zur Deckung des künftigen Marktbedarfs. Die langjährige Innovationskultur, die starke Produktpalette und renommierte Marken sollen den Grundstein für das weitere Wachstum des Konzerns bilden. Zur Sicherung der technologischen Kompetenz strebt die Kelvion-Gruppe eine Fortführung der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit mit Kunden und Forschungsinstituten an.

Betriebliche Optimierung

Die Kelvion-Gruppe sieht weiteres Potenzial für innerbetriebliche Verbesserungen. Dabei soll der Schwerpunkt zunächst weiter auf Kostensenkungen in Fertigung und Verwaltung liegen. Die vorhandene Produktionskapazität und die neuausgerichtete Verkaufsorganisation bieten ferner ausreichend Spielraum für weiteres Wachstum sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern.

Forschung und Entwicklung

Als Hersteller von Spezialerzeugnissen und kundenspezifischen Produkten betrachtet die Kelvion-Gruppe eine weiterhin starke Gewichtung ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit als unabdingbar für die nachhaltige Sicherung ihrer Rentabilität. Auch wenn das Innovationstempo in der Wärmetauscherindustrie niedriger ist als in anderen Branchen, wendet der Konzern erhebliche Mittel für die Entwicklung neuer Produkte und Werkstoffe auf.

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Kelvion-Gruppe ist in den Geschäftseinheiten angesiedelt. Sie orientiert sich am erwarteten Kundenbedarf und hat im Wesentlichen innovative Produkte und neue Werkstoffe sowie Neuerungen in Fertigungs-, Verbindungs- und Robotertechnik zum Gegenstand. Dabei arbeitet die Kelvion-Gruppe sowohl mit ihren Kunden als auch mit über 55 Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Darunter befinden sich so namhafte Partner wie die Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland, die Stellenbosch Universität in Südafrika und die staatliche Technologieforschungseinrichtung CEA (Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives) in Frankreich. Diese Partner führen für den Konzern Grundlagen- und Zweckforschung beispielsweise in der Thermodynamik durch.

Im Januar 2016 ist das Projekt "MinWaterCSP", für das im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 ein Fördervertrag abgeschlossen wurde, erfolgreich gestartet. Das MinWaterCSP Projekt wird durch ein Konsortium von zwölf Partnerunternehmen aus sechs unterschiedlichen EU- und Nicht-EU Ländern durchgeführt, wobei die Kelvion Holding GmbH (Deutschland) das Projekt koordiniert. In Zusammenarbeit mit weiteren projektbeteiligten Unternehmen erhält der Kelvion-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2016 bis zu 1,3 Millionen EUR europäische Fördermittel in Abhängigkeit des Fortschritts und Erfolgs des zugrundeliegenden Entwicklungsprojekts. In 2015 konnten bereits 0,8 Millionen EUR ertragswirksam erfasst werden. Die Auszahlung an die Kelvion Gruppe erfolgte in 2016. Diese Mittel werden zur Entwicklung weiterer Kompetenzen im Bereich Trocken- und Nasskühlsysteme, Axialventilatoren, Wärmeleistung sowie zur Optimierung von Software und weiteren Wärmetauscher-Technologien angewendet.

System der Geschäftsführung

Führungsstruktur

Die Geschäftsleitung der Kelvion-Gruppe ist für die strategische Ausrichtung und den Geschäftsbetrieb zuständig. Der Gesellschafterbeirat setzt sich aus Vertretern der Anteilseigner der Kelvion-Gruppe und externen Fachleuten zusammen und überwacht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und unterstützt die Geschäftsleitung bei der Entwicklung von Strategien. Der Gesellschafterbeirat tritt regelmäßig zu Sitzungen mit der Geschäftsführung der Kelvion-Gruppe zusammen.

Informationsgrundlage

Die Erstellung von Konzernabschlüssen und Berichten der Kelvion-Gruppe erfolgt unter Anwendung allgemeiner Grundsätze, die dem Konzernbedarf entsprechend modifiziert und kontinuierlich optimiert werden. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird auf der Grundlage einer konzerneinheitlichen Bilanzierungsrichtlinie ausgewiesen. Hinzu kommen Sonderanalysen sowie einzelne Unternehmen und strategische Maßnahmen betreffende Analysen und Berichte. Für die betriebliche Planung - sie umfasst das Budget für das laufende Jahr und drei weitere Jahre - und die Risikoberichterstattung kommt das gleiche Berichts- und Konsolidierungssystem zur Anwendung wie für die Zahlen der externen Berichterstattung.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Als weltweit tätiger Industriekonzern legt die Kelvion-Gruppe großen Wert auf die Beobachtung von Kenngrößen wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Folglich stellen die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ermittelten BIP-Zahlen einen wesentlichen Maßstab für die Konzernentwicklung dar.

Laut World Economic Outlook des IWF (veröffentlicht im Oktober 2017) lag das BIP-Wachstum im Jahr 2016 bei 3,2 Prozent und damit unter den zu Beginn des Jahres 2016 ursprünglich prognostizierten 3,4 Prozent, was vor allem auf einen unerwarteten Rückgang des Wachstums der Industrieländer (USA, Japan und UK) zurückzuführen ist. Bei den Industrienationen blieb das Wachstum mit 1,7 Prozent unter den erwarteten 2,1 Prozent. Nach Aussage des IWF war das Produktivitätswachstum in den Industrienationen in der ersten Hälfte des Jahres 2016 träge, und die Inflation blieb aufgrund der wirtschaftlichen Flaute und der gesunkenen Rohstoffpreise, hinter dem Ziel zurück.

Trotz des starken Zuwachses in der zweiten Jahreshälfte verharrte die Wachstumsrate in den USA mit 1,5 Prozent hinter den erwarteten 2,6 Prozent.

Im Vergleich zu 2015 wuchs die Eurozone geringer und bestätigte die gebremsten Wachstumserwartungen von 1,7 Prozent. Das Ergebnis des UK Referendums überraschte die Märkte. Dem IWF zufolge führt das Brexit Votum zu einer substanziellen Verunsicherung im ökonomischen, politischen und institutionellen Bereich. Im Gegensatz dazu hat sich die Konsum-Nachfrage im Nachgang zum Brexit Votum besser als erwartet entwickelt.

Bei den Rohstoffen haben sich die Ölmärkte von einem sehr niedrigen Niveau im Februar über das gesamte Jahr langsam erholt. Dies resultiert aus der gedrosselten Überschussproduktion der Nicht-OPEC Staaten, einzelnen Lieferunterbrechungen in der ersten Hälfte 2016 sowie den Versuchen großer Erdölproduzenten, die Ölförderung bis Jahresende zu begrenzen. Mit Durchschreiten der Talsohle bei den Rohstoffpreisen, einschließlich der Erholung bei den Basismetallen, haben sich die Inflationsraten gegen Ende des Jahres 2016 wieder erholt.

Das Bild bei den Schwellenländern ist weiterhin uneinheitlich. Der unerwartete Rückgang in einzelnen Schwellenländern lies die Wachstumsrate auf 4,3 Prozent fallen und lag somit auf dem Niveau der für 2016 erwarteten Wachstumsrate. Die Wachstumsrate lag in China, gestützt durch wirtschaftspolitische Maßnahmen, bei 6,7 Prozent und somit 0,2 Prozentpunkte höher als erwartet, aber noch unterhalb des Vorjahresniveaus von 6,9 Prozent. Vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Rezession, vor allem in Brasilien und Argentinien, schrumpfte die Wirtschaftsleistung in Lateinamerika stärker als erwartet, um 0,9 Prozent. Das Wachstum in Russland war in der zweiten Jahreshälfte 2016 zwar leicht besser als erwartet und reflektierte damit den höheren Ölpreis, die Wirtschaft insgesamt schrumpfte dennoch 2016 um 0,2 Prozent.

Entwicklung auf Schlüsselmärkten

In einigen Sektoren des Weltmarktes für Wärmetauscher wurde ein Rückgang der Nachfrage verzeichnet. Verursacht wurde dieser Rückgang vor allem durch eine geringere Aktivität im Frachtschiffbau aufgrund von Überkapazitäten, durch Veränderungen bei der Energieproduktion, von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien und einem niedrigen Preisniveau für Öl, Kohle und Erz. Diese Entwicklung hat das Investitionsklima in diesen Industrien verschlechtert. Auch die chemische Industrie war das gesamte Jahr über zurückhaltend bei den Investitionen. Für die Zukunft erwarten wir eine gewisse Belebung der Nachfrage, jedoch nur auf einem moderaten Niveau.

Die Marktentwicklung bei Food & Beverage, HVAC (Heizen, Lüften und Kühlen) sowie bei Refrigeration war in den vergangenen Jahren weitgehend positiv mit einem ähnlichen Ausblick für die Zukunft. Diese Bereiche profitieren von der globalen Urbanisierung und dem Trend zu Convenience Food.

Der Markt für wartungsärmere Wärmetauscher im Bereich der Klima- und Kältetechnik, die sich durch ein einzigartiges Design und eine hohe Wärmeübertragungsleistung auszeichnen, wächst mit steigender Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen.

Für Europa, dem weltweit größten Markt für Wärmetauscher, wird ein moderates Wachstum erwartet. Die Nachfrage basiert hier insbesondere auf einem steigenden Energiebedarf und damit einhergehend, einer zunehmenden Marktaktivität im Bereich der technologisch fortschrittlicheren Wärmetauscher.

Nordamerika, der zweitgrößte Markt für Wärmetauscher, zeigt eine moderate Wachstumsrate, die auf kontinuierlich wachsenden Endverbraucherindustrien, z.B. Chemicals und Petrochemical, HVAC und Refrigeration, basieren.

In den Schwellenregionen, wie z.B. Asien-Pazifik, Indien oder im Nahen Osten, werden etwas höhere Wachstumsraten als in den reiferen Märkten, wie den USA, Italien und Deutschland erwartet.

Der Wärmetauschermarkt unterliegt einem hohen Wettbewerb. Global aufgestellte Unternehmen stehen auf den lokalen Märkten auch mit einer Anzahl an kleineren Anbietern im Wettbewerb. Die Marktteilnehmer haben verschiedene Strategien entwickelt, um zu expandieren. Organische Wachstumsstrategien wie Expansion oder neue Produkteinführungen sowie Wachstumsstrategien durch Kooperationen und Joint Ventures sind in der Industrie weit verbreitet.

Geschäftsverlauf

Nachdem das Jahr 2016 für den Kelvion Konzern in den meisten Regionen durch Umsatzrückgänge, bedingt durch eine Verunsicherung unser Kunden bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, geprägt war, hat sich der Auftragseingang bei Kelvion 2017 stabilisiert. Alle Branchen - mit Ausnahme von Öl und Gas - erreichen das gleiche oder ein höheres Niveau im Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der langsamen Erholung des Öl- und Gaspreises von niedrigen Niveaus blieb dieser Sektor auch 2017 ein Käufermarkt, der durch hohe Schwankungen sowie ungünstige Zahlungsbedingungen und Preisniveaus, insbesondere für das Projektgeschäft, gekennzeichnet war. Die Entwicklung der verschiedenen Regionen war heterogen und hing weitgehend von der Fähigkeit ab, große Projektaufträge zu sichern. Während der Auftragseingang für die beiden größten Kelvion-Märkte - Westeuropa und Asien-Pazifik - und auch Afrika gewachsen ist, sind die Rückgänge in Osteuropa & GUS, Nahost und Lateinamerika eng mit den Engpässen in der Öl & Gas-Industrie verbunden. Der Umsatz von Kelvion stieg aufgrund der guten Fortschritte einiger größerer Projekte sowie des moderat wachsenden westeuropäischen Marktes, der das niedrigere Niveau in Nordamerika und den anhaltend schwachen Öl- und Gasmarkt in Lateinamerika ausgleichen konnte.

Going-Concern

Der Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe wurde nach dem Going-Concern-Prinzip erstellt.

Aufgrund rückläufiger Umsatzerlöse in Vorjahren und nicht adäquat daran angepasster Kostenstrukturen ist der Bestand des Unternehmens gefährdet und, neben den bereits durchgeführten Aktivitäten zur Sicherung der langfristigen Liquidität, insbesondere von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen abhängig.

Durch die am 25. Mai 2018 erreichte erfolgreiche Änderung der am 18. Mai 2014 abgeschlossenen Multi-Currency Revolving Kreditvereinbarung ("RCF") mit einem maximalen Ziehungsvolumen von 75 Millionen EUR, insbesondere, neben weiteren Änderungen, durch das Aussetzen des Covenants "Minimum EBITDA" im zweiten und dritten Quartal 2018 sowie ein Absenken des Covenants auf einheitlich 80 Millionen EUR für alle Folgequartale, im Nachgang zu einer Einbringung von 22 Millionen EUR durch die ultimativen Anteilseigner des Konzerns (die verschiedenen Fonds des Triton Fund IV) in Form einer Equity Cure, sowie der Einbringung der Rocore Gruppe in den Kelvion Konzern im August 2018 und der damit verbundenen Bereitstellung von weiteren 30 Millionen EUR an Liquidität aus der Veräußerung der Fläkt Group Anteile, wurde der Liquiditätsbedarf des Konzerns für die nächsten Jahre abgesichert. In Abschnitt 2.2 des Anhangs zum Konzernabschluss der Kelvion Gruppe sind die Prämissen und durchgeführten Maßnahmen, die nach Ansicht der Geschäftsführung zur zutreffenden Bilanzierung nach dem Fortführungsgrundsatz führten, detailliert beschrieben.

Dabei wird davon ausgegangen, dass die Kelvion-Gruppe bei Fälligkeit alle Verbindlichkeiten innerhalb von zwölf Monaten ab Testatsdatum erfüllen kann.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Auftragseingang und Auftragsbestand

Auftragseingang

In einem in den meisten Regionen schwierigen Marktumfeld sowie vor dem Hintergrund einer schwächeren Nachfrage, u.a. in den Industriesektoren Power, Marine, Chemicals und teilweise Oil & Gas hat sich der Auftragseingang 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent vermindert.

Der Auftragseingang bei Kelvion lag im Geschäftsjahr 2016 bei 814,1 Millionen EUR gegenüber 885,6 Millionen EUR im Geschäftsjahr 2015.

Im Auftragseingang fehlten im Jahr 2016 in fast allen Geschäftsbereichen insbesondere größere Projekte. Die Akquise dreier Großprojekte im Bereich Oil & Gas aus den Regionen Osteuropa/GUS und Naher Osten im zweiten und dritten Quartal im Geschäftsbereich Project Engineered Solution konnte diese Entwicklung teilweise kompensieren. Allerdings wurden im vierten Quartal keine weiteren Großprojekte gewonnen.

Westeuropa, auch im Jahr 2016 mit Abstand die wichtigste Region für Kelvion, lag in 2016 auf dem gleichen Auftragseingangsniveau wie im Vorjahr. Während in Osteuropa/GUS der Auftragseingang durch die Großprojekte im Bereich Oil & Gas deutlich gesteigert werden konnte, hat sich der Auftragseingang in den verbleibenden Regionen rückläufig entwickelt.

Auftragsbestand

Trotz des gesunkenen Auftragseinganges ist der Auftragsbestand (bestehend aus unbearbeiteten und angearbeiteten Aufträgen) zum 31. Dezember 2016 der Kelvion-Gruppe im Jahr 2016 auf 426,7 Millionen EUR angestiegen (2015: 406,8 Millionen EUR). Hintergrund war hier insbesondere ein niedrigeres Umsatzniveau im zweiten Halbjahr 2016.

Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung

(in Mio. EUR) 2016 2015
Umsatzerlöse 787,3 922,3
Umsatzkosten 635,7 711,8
Bruttoergebnis vom Umsatz 151,6 210,5
Vertriebskosten 93,4 146,8
Forschungs- und Entwicklungskosten 9,5 8,2
Allgemeine Verwaltungskosten 85,1 84,7
Sonstige Erträge 58,0 55,9
Sonstige Aufwendungen 49,2 54,7
Sonstige Finanzaufwendungen 0,2 0,1
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen -27,8 -28,1
Zinserträge 9,9 3,9
Zinsaufwendungen 61,4 82,8
Verlust vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -79,3 -107,0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2,7 11,8
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -76,6 -95,2
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen -0,5 -62,3
Konzernverlust -77,1 -157,5
davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH -77,1 -157,8
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter 0,0 0,2

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2016 in Höhe von 787,3 Millionen EUR lagen aufgrund eines niedrigeren Auftragsbestandes zum Ende des Jahres 2015, dem beschriebenen schwachen Auftragseingang im Jahr 2016 sowie einem zeitlich verzögerten Umsatz im Projektgeschäft der Geschäftsbereiche Project Engineered Solutions und Machine Cooling Systems um 14,6 Prozent unter dem Vorjahresumsatz in Höhe von 922,3 Millionen EUR.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von 210,5 Millionen EUR in 2015, auf 151,6 Millionen EUR in 2016 gesunken. Diese Abweichung ist insbesondere in dem gesunkenen Umsatzniveau begründet. Zudem ist der Rückgang u.a. auf Abschreibungen und Wertminderungen aus der Neubewertung von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen im Rahmen der Kaufpreisallokation 19,0 Millionen EUR (2015: 19,8 Millionen EUR) sowie um Erträge und Aufwendungen, die nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind und/oder nicht wiederkehrende Ereignisse darstellen, wie z.B. Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen in Höhe von 15,5 Millionen EUR (2015: 1,0 Millionen EUR), zurückzuführen. Das adjustierte Bruttoergebnis vom Umsatz ist von 25,1 % in 2015 auf 23,6 % in 2016 gesunken.

Die Vertriebskosten umfassen im Wesentlichen die Personalaufwendungen im Zusammenhang mit der Vertriebsorganisation sowie die planmäßigen Abschreibungen auf Marken. Infolge der im Geschäftsjahr 2015 beschlossenen Markenstrategie, welche die Einführung neuer Markennamen für die wirtschaftlichen Segmente (Kelvion, DencoHappel, ENEXIO) beinhaltete, wurden im Vorjahr die vormals im Rahmen der Kaufpreisallokation aktivierten Markennamen mit Einführung der neuen Marken zu 90 Prozent wertberichtigt. Der verbleibende Buchwert wurde über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach der Umbenennung vollständig abgeschrieben. Die im Geschäftsjahr 2015 ausgewiesenen Vertriebskosten in Höhe von 146,8 Millionen EUR enthalten Wertminderungen auf Marken der Kelvion in Höhe von 53,0 Millionen EUR. Um diese Wertminderungen bereinigt, betragen die Vertriebskosten im Vorjahr 93,8 Millionen EUR. Vor diesem Hintergrund sind die Vertriebskosten im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Millionen EUR auf 93,4 Millionen EUR gesunken. Im Geschäftsjahr 2016 sind die Abschreibungen für die verbliebenen 10% der Markennamen in Höhe von 5,6 Millionen EUR enthalten.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen bei 9,5 Millionen EUR und sind gegenüber dem Vorjahr (2015: 8,2 Millionen EUR) um 15,9 Prozent gestiegen. Die gestiegenen Aufwendungen unterstreichen die weiterhin starke Gewichtung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit für die nachhaltige Sicherung der Rentabilität.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind von 84,7 Millionen EUR auf 85,1 Millionen EUR leicht angestiegen (0,9 Prozent). Enthalten sind nicht wiederkehrende Beratungsaufwendungen, welche im Rahmen der Kennzahl "Bereinigtes EBITDA" unberücksichtigt bleiben.

Die sonstigen Erträge in Höhe von 58,0 Millionen EUR (2015: 55,9 Millionen EUR) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 25,3 Millionen EUR (2015: 36,7 Millionen EUR), Erträge aus dem Abgang langfristiger Vermögensgegenstände in Höhe von 12,7 Millionen EUR (2015: 0,2 Millionen EUR) und Gewinne aus der Bewertung von Währungsderivaten in Höhe von 10,9 Millionen EUR (2015: 10,5 Millionen EUR).

Die sonstigen Aufwendungen beinhalten im Geschäftsjahr 2016 im Wesentlichen Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 25,6 Millionen EUR (2015: 39,0 Millionen EUR) sowie Verluste aus der Bewertung von Währungsderivaten in Höhe von 8,4 Millionen EUR (2015: 8,9 Millionen EUR) und Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 12,7 Millionen EUR (2015: 4,5 Millionen EUR).

Die Zinsaufwendungen (2016: 61,4 Millionen EUR / 2015: 82,8 Millionen EUR) stellen im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten dar. Der Rückgang der Zinsaufwendungen resultiert in Höhe von 21,0 Millionen EUR im Wesentlichen aus der anteiligen Übertragung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt 295,4 Millionen EUR an die DencoHappel Holding GmbH im Zusammenhang mit der Abspaltung und Übernahme sämtlicher Geschäftsanteile an der DencoHappel GmbH zum 18. Dezember 2015.

Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen liegt mit -76,6 Millionen EUR im Geschäftsjahr 2016 um 18,7 Millionen EUR oberhalb des Vorjahres. Bei einem Rückgang des Bruttoergebnisses vom Umsatz um 59 Millionen EUR resultiert die Verbesserung des Ergebnisses im Wesentlichen aus den um 47,4 Millionen EUR geringeren Wertminderungen auf Marken (2015: 53,0 Millionen EUR) und den um 21,0 Millionen EUR gesunkenen Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen.

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen hat sich von -62,3 Millionen EUR auf -0,5 Millionen EUR verbessert. Für das Geschäftsjahr 2015 (-62,3 Millionen EUR) beinhaltete das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen einerseits das operative Nachsteuerergebnis der zum Ende des Geschäftsjahres 2015 bzw. nach dem Abschlussstichtag veräußerten bzw. abgespaltenen Gesellschaften und Geschäftsaktivitäten der DencoHappel und ENEXIO Segmente (-72,6 Millionen EUR). Der Vorjahresposten enthält andererseits bezogen auf das Geschäftsjahr 2015 den Abgangsgewinn aus der Entkonsolidierung (DencoHappel und ENEXIO Abgänge in 2015) in Höhe von 10,3 Millionen EUR. Das operative Nachsteuerergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche (-72,6 Millionen EUR) ist im Geschäftsjahr 2015 durch die vorgenommenen Wertminderungen von DencoHappel- und ENEXIO-Markennamen in Höhe von 62,2 Millionen EUR deutlich negativ beeinflusst. Bezogen auf die in 2016 veräußerte ENEXIO Hungary (einschließlich Tochtergesellschaften) erfolgten im Geschäftsjahr 2015 zudem Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert, auf immaterielle Vermögenswerte (Technologien und Marken), auf Sachanlagen sowie auf latente Steueransprüche in Höhe von insgesamt 35,1 Millionen EUR. Unter Ausblendung der Wertminderungen hätte sich für das Geschäftsjahr 2015 ein positives operatives Ergebnis bezogen auf das nicht fortgeführte DencoHappel- und ENEXIO-Geschäft in Höhe von 24,7 Millionen EUR ergeben. Im Geschäftsjahr 2016 beinhaltet das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen die Nachsteuerergebnisse der verbliebenen wirtschaftlich zu DencoHappel bzw. zur ENEXIO Gruppe gehörenden Gesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten.

Beschäftigte * nach Regionen

31.12.2016 31.12.2015
Westeuropa 2.308 51,2% 2.350 53,5%
Osteuropa 601 13,4% 503 11,4%
Nord- und Südamerika 551 12,2% 540 12,3%
Naher Osten 38 0,8% 47 1,1%
Asien/Pazifik 923 20,5% 867 19,7%
Afrika 83 1,8% 89 2,0%
Summe 4.504 100,0% 4.396 100,0%

* Mitarbeiteräquivalente ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse

Die zum Bilanzstichtag beschäftigten Mitarbeiter der Kelvion-Gruppe sind mehrheitlich in Westeuropa (2.308 Beschäftigte) und dort vorwiegend in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden tätig. In Deutschland üben die meisten Beschäftigten Produktions- und Verkaufstätigkeiten aus. Die Verminderung der Mitarbeiteranzahl in Westeuropa ist im Wesentlichen auf Kapazitätsanpassungen zurückzuführen.

Die 601 Beschäftigten in Osteuropa/GUS arbeiten überwiegend in Produktionsstätten in Polen und der Tschechischen Republik. Der Anstieg um 19,5% resultiert insbesondere aus dem Erwerb der Gesellschaft in Tschechien.

Die Mitarbeiter in Nord- und Lateinamerika teilen sich auf die Länder USA und Brasilien auf.

Das Personal in der Region Asien-Pazifik ist überwiegend an Produktionsstandorten in China und Indien beschäftigt. Der Anstieg der Mitarbeiter in dieser Region um 6,5% ist vor allem in geänderten chinesischen gesetzlichen Bestimmungen begründet, die zu einer Umwandlung von zuvor temporären, in feste Arbeitsverhältnisse geführt haben.

Überleitung von EBIT auf EBITDA und bereinigtes EBITDA

2016
(in Mio. EUR)
Kelvion Sonstige und Konsolidierung Summe Gruppe
EBIT -43,9 16,1 -27,8
Abschreibungen und Wertminderungen 62,2 0,0 62,3
EBITDA 18,3 16,1 34,5
Bereinigungen 41,9 - 41,9
Bereinigtes EBITDA 60,2 16,1 76,4
Bereinigtes EBITDA in % der Umsatzerlöse 7,7 231,7 9,7
2015
(in Mio. EUR)
Kelvion Sonstige und Konsolidierung Summe Gruppe
EBIT -23,9 -4,2 -28,1
Abschreibungen und Wertminderungen 114,0 0,1 114,0
EBITDA 90,1 -4,1 86,0
Bereinigungen 21,6 - 21,6
Bereinigtes EBITDA 111,7 -4,1 107,6
Bereinigtes EBITDA in % der Umsatzerlöse 12,1 - 11,7

Die Bereinigungen beinhalten Erträge und Aufwendungen, die nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind und/oder nicht wiederkehrende Ereignisse darstellen. Die darin enthaltenen Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen betragen 24,7 Millionen EUR (2015: 7,9 Millionen EUR) und umfassen im Wesentlichen Rückstellungen im Zusammenhang mit den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen in Deutschland und den damit verbundenen Abfindungsleistungen. Des Weiteren umfassen die Bereinigungen maßgeblich Beratungsaufwendungen zur weiteren Verbesserung der Unternehmensleistung (6,4 Millionen EUR) sowie zur rechtlichen und IT-technischen Trennung von Kelvion von den übrigen Segmenten (3,6 Millionen EUR; 2015: 12,5 Millionen EUR). Die bereinigten Kosten für das Re-Branding innerhalb der Kelvion-Gruppe sind mit 1,0 Millionen EUR (2015: 1,8 Millionen EUR) enthalten.

Finanzlage

Eigenkapitalstruktur

Das Stammkapital der Kelvion Finance beträgt unverändert zum Vorjahr 25.000 EUR. Durch die Ausübung des Wahlrechts zur Buchwertfortführung aus den Unternehmenserwerben in 2016 wurde die Differenz zwischen den zu Buchwerten übernommen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis in Höhe von 10,9 Millionen EUR erfolgsneutral in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung erfasst.

Fremdfinanzierung

Zur Begleichung des Kaufpreises für die HX-Gruppe in Höhe von 1.059 Millionen EUR schloss Kelvion Finance mit seiner direkten Muttergesellschaft (Galapagos BidCo) einen Vertrag über ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von ursprünglich 1.004,5 Millionen EUR ab (einschließlich der bereits in 2014 zurückgezahlten Aufstockungsbeträge). Das Gesellschafterdarlehen ist in vier Tranchen aufgeteilt. Die einzelnen Tranchen (A bis D) folgen aus den Bedingungen der von den indirekten Muttergesellschaften zur Finanzierung der Transaktion emittierten Fremdfinanzierungsinstrumente. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH von der Kelvion Finance GmbH auf die DencoHappel Holding GmbH wurden die einzelnen Tranchen der Gesellschafterdarlehen anteilig in Höhe von insgesamt 295,4 Millionen EUR übertragen. Die bilanzierten Gesellschafterdarlehen betragen zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2015 insgesamt 685,5 Millionen EUR (nach Abzug der mittels Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten).

Für den Erwerb von zwei Gesellschaften in Tschechien und Österreich hat die Galapagos BidCo die Gesellschafterdarlehen im Geschäftsjahr 2016 um 58,4 Millionen EUR erhöht. Gegenläufig wirkt sich die Rückführung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 40,9 Millionen EUR aus, sodass zum Ende des Geschäftsjahres 2016 die Gesellschafterdarlehen 706,8 Millionen EUR betragen haben. Nach Abzug der mittels Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten in Höhe von 3,8 Millionen EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2016 ein Gesamtbestand an Gesellschafterdarlehen in Höhe von 703,1 Millionen EUR.

Da sich der Verschuldungsgrad im Vergleich zur Finanzstruktur der HX-Gruppe vor der Akquisition erhöht hat, hat sich das Finanzierungsrisiko erhöht.

Vermögenslage

Langfristige Vermögenswerte

Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus dem Geschäfts- oder Firmenwert, sonstigen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der Akquisition der HX-Gruppe durch die Kelvion Finance. Der Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 32,6 Millionen EUR auf 199,5 Millionen EUR resultiert aus dem Erwerb zweier Gesellschaften in Österreich und Tschechien von der DencoHappel GmbH. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen zum Abschlussstichtag 179,7 Millionen EUR und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 24,8 Millionen EUR verringert. Ursächlich für die Verringerung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 34,2 Millionen EUR. Gegenläufig wirken sich insbesondere die Zugänge aus Konsolidierungskreisveränderungen in Höhe von 5,0 Millionen EUR und die regulären Zugänge in Höhe von 4,1 Millionen EUR aus. Die Sachanlagen betragen zum 31. Dezember 2016 insgesamt 193,9 Millionen EUR gegenüber 212,6 Millionen EUR im Vorjahr. Den Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 28,1 Millionen EUR stehen Zugänge in Höhe von 12,3 Millionen EUR gegenüber. Des Weiteren wirkt sich insbesondere die Umgliederung des Buchwertes des Hauptverwaltungsgebäudes in Höhe von 4,8 Millionen EUR in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte reduzierend auf das Sachanlagevermögen aus (siehe ausführlich Erläuterungen in Kapitel 5).

Kurzfristige Vermögenswerte und kurzfristige Verbindlichkeiten

Das Umlaufvermögen zum 31. Dezember 2016 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 107,0 Millionen EUR auf 497,2 Millionen EUR vermindert. Die Vorräte verringerten sich dabei um 5,9 Millionen EUR auf 92,5 Millionen EUR, was insbesondere auf die im Vergleich zum Vorjahr geringeren geleisteten Anzahlungen zurück zu führen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen haben sich im Vorjahresvergleich um 69,7 Millionen EUR auf 237,9 Millionen EUR reduziert. Das ist insbesondere durch die um 43,9 Millionen EUR auf 38,1 Millionen gesunkenen Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden begründet. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind insgesamt um 25,5 Millionen EUR auf 93,4 Millionen EUR zurückgegangen. Ursächlich für den Rückgang sind hier im Wesentlichen geringere Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Die kurzfristigen Rückstellungen haben sich um 2,2 Millionen EUR auf 49,0 Millionen EUR vermindert. Dies resultiert im Wesentlichen aus geringeren Garantierückstellungen (- 3,9 Millionen EUR) und gesunkenen Rückstellungen für nachlaufende Kosten (-3,6 Millionen EUR). Gegenläufig wirken sich die gestiegenen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (+ 3,0 Millionen EUR) und die Zunahme der Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften aus (+ 2,2 Millionen EUR). Die kurzfristigen Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern stiegen um 6,7 Millionen EUR, dies ist insbesondere auf erhöhte Verpflichtungen aus dem Sozialplan zurückzuführen (+7,4 Millionen EUR). Die kurzfristigen Bankkredite sind um 2,4 Millionen EUR auf 21,1 Millionen EUR gesunken. 20,0 Millionen EUR entfallen auf die revolvierende Kreditfazilität, die im Wesentlichen zur Working Capital Finanzierung genutzt wird. Der Rückgang der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um 29,4 Millionen EUR auf 122,5 Millionen EUR resultiert im Wesentlichen aus geringeren Cashpool Verbindlichkeiten der Kelvion-Gruppe gegenüber den ENEXIO-Gesellschaften sowie aus den aufgelaufenen Zinsen auf Gesellschafterdarlehen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in 2016 um 19,3 Millionen geringer als im Vorjahr, insbesondere aufgrund des geringen Volumens in China mit 14,5 Millionen EUR.

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen in Höhe von 16,5 Millionen EUR (2015: 32,0 Millionen EUR), umfassten mehrheitlich Neuprodukt- (5,3 Millionen EUR; 2015: 5,0 Millionen EUR), Ersatz- und Rationalisierungs- (6,8 Millionen EUR; 2015: 13,2 Millionen EUR) sowie Erweiterungsinvestitionen (2,9 Millionen EUR; 2015: 7,1 Millionen EUR).

Der Großteil der Investitionen verteilte sich auf Projekte in Westeuropa (11,7 Millionen EUR; 2015; 19,6 Millionen EUR), Nordamerika (1,9 Millionen EUR; 2015: 3,2 Millionen EUR) und Osteuropa/GUS (1,5 Millionen EUR; 2015: 4,4 Millionen EUR).

Nettoumlaufvermögen

2016
(in Mio. EUR)
Summe Gruppe
Vorräte 92,5
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 199,8
POC 38,1
Summe Aktiva 330,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 168,4
Erhaltene Anzahlungen inkl passivischer Saldo POC 50,0
Summe Passiva 218,4
Nettoumlaufvermögen 112,0
2015
(in Mio. EUR)
Summe Gruppe
Vorräte 98,5
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen 225,6
POC 82,0
Summe Aktiva 406,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen 187,6
Erhaltene Anzahlungen inkl passivischer Saldo POC 37,6
Summe Passiva 225,2
Nettoumlaufvermögen 180,9

Der signifikante Rückgang des Nettoumlaufvermögens um 68,9 Millionen EUR resultiert einerseits aus implementierten Maßnahmen zur Optimierung des Nettoumlaufvermögens unter anderem durch die Einführung eines Factoring-Programms. Andererseits ist der Rückgang auf das rückläufige Umsatzniveau zurück zu führen.

Kapitalflussrechnung und Liquidität

Übersicht Kapitalflussrechnung
(in Mio. EUR)
2016 2015
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 97,2 2,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -14,4 -23,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -76,4 -35,6
Cashflow nicht fortgeführte Geschäftsbereiche -5,0 18,5
Effekte von Wechselkursschwankungen 2,7 -2,7
Veränderungen frei verfügbare Zahlungsmittel 4,0 -40,5
Frei verfügbare Zahlungsmittel zu Beginn des Geschäftsjahres 63,3 104,4
Frei verfügbare Zahlungsmittel am Ende des Geschäftsjahres 67,3 63,9
Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,2 0,2
Abzüglich als zur "Veräußerung gehalten" ausgewiesene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - -0,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember 2016 67,5 63,5

Die nachfolgenden Ausführungen zur Kapitalflussrechnung beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche der Kelvion-Gruppe:

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt 97,2 Millionen EUR in 2016 und liegt damit deutlich über dem des Vorjahrs. Durch das stark gesunkene Umsatzniveau und das im 4. Quartal angekündigte Reorganisations- und Restrukturierungsprogramm der Kelvion-Gruppe reduzierte sich das EBITDA der Gruppe zwar um 51,5 Millionen EUR im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015, gegenläufig verbesserte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr dennoch aufgrund der positiven Veränderungen der Rückstellungen (17,4 Millionen EUR), niedrigerer Steuerzahlungen (19,5 Millionen EUR) und insbesondere durch den starken Rückgang des Working Capitals (119,6 Millionen EUR).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Millionen EUR auf -14,4 Millionen EUR. Der Anstieg resultiert dabei zum einen aus leicht niedrigeren Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen für Ersatz, Wachstums-, Internationalisierungs- sowie Neuproduktprojekte in Höhe von -16,0 Millionen EUR (in 2015: -18,5 Millionen EUR) und zum anderen aus den Abgängen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus der Veräußerung der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche im Vorjahr (-8,0 Millionen EUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 40,8 Millionen EUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften von -47,5 Millionen EUR (in 2015: -1,7 Millionen EUR), geringeren Zinszahlungen in Höhe von 42,5 Millionen EUR (in 2015: 54,2 Millionen EUR), keinen Einzahlungen aus der revolvierenden Kreditfazilität im Vergleich zum Vorjahr (2015: Einzahlungen in Höhe von 20,0 Millionen EUR) zurück zu führen. Gegenläufig wirken sich die (Netto-) Einzahlungen aus der Erhöhung der Gesellschafterdarlehen von 17,5 Millionen EUR für die Finanzierung der Erwerbe der österreichischen und tschechischen Kelvion-Gesellschaften von DencoHappel aus. Auszahlungen für Leasingverpflichtungen belasteten den CashFlow aus Finanzierungstätigkeit wie im Vorjahr mit 1,1 Millionen EUR.

Der Bestand an Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 67,5 Millionen EUR enthält 0,2 Millionen EUR (Vorjahr: 0,2 Millionen EUR) beschränkt verfügbare Mittel.

Den Segmenten der Galapagos-Gruppe steht gemeinsam ein revolvierender Kreditrahmen in Höhe von 75 Millionen EUR zur Verfügung. Insoweit ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig von der Ergebnisentwicklung und vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Daher besteht für die Kelvion-Gruppe das Risiko von negativen Auswirkungen auf den eigenen Liquiditätsstatus, sofern sich die wirtschaftliche Lage der Kelvion-Gruppe oder des Galapagos-Konzerns insgesamt erkennbar verschlechtert.

Die Kelvion-Gruppe hat ihre finanziellen Verpflichtungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 stets erfüllt.

Finanzwirtschaftliche Kennzahlen

Der Konzern strebt als übergeordnetes Ziel die nachhaltige Steigerung seines Unternehmenswertes an, insbesondere durch Maßnahmen zur Verbesserung des Wachstums und der Wirtschaftlichkeit. Als diesbezüglich wichtigste finanzwirtschaftliche Kennzahlen wurden die Umsatzerlöse und der Ertrag bestimmt. Die wichtigste Kennzahl für den Ertrag stellt das bereinigte EBITDA dar. Zu dessen Ermittlung wird das ausgewiesene EBITDA um ihrem Wesen oder Ausmaß nach einmalige Effekte bereinigt. Zur Erlangung eines aussagekräftigen Bildes der Gesamtlage werden regelmäßig weitere Kennzahlen bestimmt und bekannt gegeben.

Die Umsatzerlöse werden monatlich nach Regionen und Abnehmerbranchen ausgewertet, um neue Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Zur Ermöglichung einer raschen Reaktion auf Marktveränderungen werden regelmäßig Gesamtjahresprognosen für die relevanten Kennzahlen (finanzielle Leistungsindikatoren: Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA) sowie Prognosen für Auftragseingang und EBIT vorgelegt.

Der Unternehmenswert der Kelvion-Gruppe wird in erster Linie durch finanzielle Kennzahlen bestimmt. Der Einsatz von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ist von untergeordneter Rolle und erfolgt nicht auf kontinuierlicher Basis. Sollte die Kelvion-Gruppe zu dem Entschluss kommen, dass zukünftig ausgewählte nichtfinanzielle Leistungsindikatoren einen zunehmenden Bedeutungsgewinn haben, wird die Kelvion-Gruppe diese auch in die Performancemessung und Prognoseberichterstattung einbeziehen.

Steuerung des eingesetzten Kapitals

Die Mittelbereitstellung im Konzern erfolgt in erster Linie auf Grundlage der strategischen und der mittelfristigen Planung. Diese bildet den Rahmen für die Ausarbeitung wichtiger Beschlüsse über Kerntechnologien, Absatzmärkte und sonstige strategisch wichtige Einflussgrößen.

Akquisitionen und Erweiterungsinvestitionen bewertet der Konzern nicht nur auf ihr Renditepotenzial, sondern auch auf ihre Bedeutung für das Erreichen der strategischen Ziele hin. Die ausschlaggebende betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Bewertung von Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen ist der Nettobarwert. Als Gradmesser für das von gesamtwirtschaftlichen Veränderungen ausgehende Risiko wird zudem die Amortisationsdauer ermittelt.

Ein weiteres wichtiges Element in der Investitionskapitallenkung stellt das Nettoumlaufvermögen dar. Dessen Steuerung beginnt bereits vor der Auftragsannahme mit den angebotenen oder ausgehandelten Zahlungsbedingungen.

Projekt- und tätigkeitsbezogenes Management

Über die allgemeinen kennzahlengestützten Steuerungsmechanismen hinaus kommen bei der Kelvion-Gruppe für Kunden- und Investitionsprojekte individuelle, nach Hierarchieebenen gestaffelte Prüfungs- und Genehmigungsverfahren zur Anwendung. Die Bewertung von Kundenprojekten erfolgt in erster Linie auf Grundlage der erwarteten Gewinnspanne (Bruttospanne auf Vollkostenbasis) und der kaufmännischen und vertragsrechtlichen Risiken unter besonderer Berücksichtigung des Cashflows. Das Projektmanagement stützt sich ferner auf eine umfangreiche Projektkontrolle nicht nur auf betrieblicher Ebene, sondern je nach Projektgröße auch auf Konzernebene in Form eines gesonderten Berichtswesens für Großaufträge. Die Analyseergebnisse bilden vielfach den Ausgangspunkt für Vorschläge zur internen Prozessoptimierung, die sich bei Folgeprojekten verwirklichen lassen. Auf Konzernebene liegt der Analyseschwerpunkt auf Abweichungen zwischen der veranschlagten und der erwarteten oder realisierten Auftragsgewinnspanne.

Regelkonformität (Compliance)

Compliance - definiert als die Erfüllung rechtlicher und konzerninterner Anforderungen sowie als die Ergreifung entsprechender Maßnahmen - stellt bei der Kelvion-Gruppe eine wesentliche Führungs- und Kontrollaufgabe dar. Die Kelvion-Gruppe ist dabei eingebunden in die Compliance-Struktur des Galapagos-Konzerns. Zuständig für deren Wahrnehmung ist eine konzernweit tätige Compliance-Organisation unter Leitung des Chief Compliance Officers, der in dieser Funktion der Gesamtkonzernleitung direkt unterstellt ist. Der Chief Compliance Officer wird vom Corporate Compliance Officer unterstützt. Darüber hinaus sind für jede operative Gesellschaft ein Company Compliance Manager und für einige Regionen Area Compliance Coordinators ernannt und als Beratergremium für den Chief Compliance Officer ein Compliance-Ausschuss gebildet worden. Abgerundet wird das umfangreiche Konformitätsprogramm des Konzerns durch Präsenz- und Internetschulungen für die Konzernbelegschaft.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Restrukturierungen

Der eingeleitete Reorganisationsprozess der Kelvion-Gruppe wurde 2017 fortgeführt.

Nach einer eingehenden Analyse der amerikanischen Produktionsstandorte wurde im Februar 2017 die Schließung des Werkes in York (Pennsylvania, USA) beschlossen. Durch die Konzentration der Aktivitäten in Tulsa (Oklahoma, USA) werden Synergien gehoben und die Marktposition in den USA gestärkt. Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund einer Unterauslastung der Produktionen in Wuhu (Anhui, China) und Franco da Rocha (Sao Paulo, Brasilien) im 1. Quartal 2017 entschieden, auch an diesen Standorten Restrukturierungsmaßnahmen durchzuführen. Die Maßnahmen sind zum Aufstellungszeitpunkt weitestgehend abgeschlossen.

Änderung in der Geschäftsführung

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 hat die Geschäftsführung vertreten durch Herrn Dr. Robert Wassmer (CEO) sowie Frau Silke Hartmann (CFO) das Unternehmen verlassen. Mit Wirkung ab 1. Januar 2018 besteht die Geschäftsführung aus Herrn Jürgen Vinkenflügel (CEO) und Frau Andrea Teutenberg (CFO).

Verkauf des Hauptverwaltungsgebäudes

Im Juni 2017 wurde das Hauptverwaltungsgebäude der Kelvion in Bochum zum Buchwert, der dem erwarteten Verkaufspreis entsprach, veräußert.

Corporate Family Rating

Die Kelvion Gruppe ist Teil des Galapagos-Konzerns. Dieser wird mitsamt seinen Holdinggesellschaften (Galapagos-Gruppe) von führenden Rating-Agenturen regelmäßig einer Bonitätsprüfung unterzogen. Im September 2017 wurde das aktuelle B3 Corporate Family Rating (CFR) des Galapagos-Konzerns von Moody's Investor Service überprüft und bestätigt. Der Ausblick wurde weiterhin auf negativ belassen. Standard & Poor's stufte das CFR des Galapagos-Konzerns von B- mit einem stabilen Ausblick auf CCC+ mit einem negativen Ausblick herab. Das CFR berücksichtigt die Verschuldung sowie die Fähigkeit des Konzerns seine finanziellen Auflagen (covenants) zu erfüllen. Im Dezember 2017 stufte Moody's das CFR herab von B3 zu Caa1 mit negativem Ausblick.

Darüber hinaus sind bis zur Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses keine Ereignisse eingetreten, die wesentlichen Einfluss auf die Angaben über den Geschäftsverlauf und die erwartete Entwicklung des Konzerns hätten nehmen können.

Erwartete Entwicklungen, Chancen und Risiken

Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Jahr 2017 und im Jahr 2018

Wie im Abschnitt "Gesamtwirtschaftliches Umfeld" erläutert, betrachtet die Kelvion-Gruppe als global tätiger Industriekonzern das weltweite Wachstum des BIP und die entsprechenden Prognosen als einen wesentlichen Gradmesser für den eigenen Erfolg.

Gemäß des im April 2018 aktualisierten IWF "World Economic Outlook" wurde in 2017 ein globales ökonomisches Wachstum von 3,8 Prozent erwartet, somit eine Steigerung um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresniveau. Für das Jahr 2018 wird ein globales Wachstum in Höhe von 3,9 Prozent prognostiziert.

Dieser Anstieg spiegelt die höhere globale Wachstumsdynamik und die erwarteten Auswirkungen der US-Steuerreform aus 2017, insbesondere durch die Senkung des Körperschaftsteuersatzes und die zeitweilige Berücksichtigung der vollen Investitionskosten, wider.

Es wird eine Beschleunigung der ökonomischen Aktivitäten sowohl in den Industrieländern als auch in den Wachstums- und Entwicklungsländern prognostiziert. Dabei hilft unter anderem der gestiegene Ölpreis pro Fass als Ergebnis ungeplanter Förderausfälle an der US Golf-Küste, in Libyen, sowie Venezuela sowie die Verlängerung der Vereinbarung zwischen den OPEC Mitgliedern und den Hauptproduzenten zur Begrenzung der Lieferungen bis Ende 2018.

Wirtschaftswachstum in den Industrienationen

Für die Industrienationen wurde in 2017 ein Anstieg des Wirtschaftswachstums gegenüber 2016 um 0,6 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent realisiert. Für das Jahr 2018 geht der IWF von einen Wachstum in den Industrienationen in Höhe von 2,5 Prozent aus.

In der Eurozone beruht das Wachstum auf hoher Nachfrage der Privatkonsumenten und positiven Effekten aus der expansiven Fiskalpolitik in den USA. Für die Eurozone sieht der IWF für das Jahr 2017 ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich entsprechend der Prognosen des IWF von 1,5 Prozent in 2016 auf 2,3 Prozent in 2017 entwickelt.

Das Wachstum in den Industrieländern soll 2018 um 0,2 Prozentpunkte von 2,3 Prozent auf 2,5 Prozent steigen. Die Aufwärtsrevision spiegelt die Erwartung wider, dass sich die jüngste Beschleunigung der Nachfrage spürbar auf das Wachstum in Volkswirtschaften mit hohem Exportanteil auswirken wird. Darüber hinaus wird erwartet, dass die US-Steuerreform und die damit verbundenen Steueranreize das Wachstum in den USA vorübergehend erhöhen werden. Während in Japan, Großbritannien und Kanada für 2018 im Vergleich zu 2017 niedrigere Wachstumsraten erwartet werden, wird dies durch ein höheres Wachstum von 2,9 Prozent in den USA gegenüber 2,3 Prozent im Jahr 2017 und einer etwas höheren Wachstumsrate im Euroraum von 2,4 Prozent gegenüber 2,3 Prozent im Jahr 2017 kompensiert.

Wirtschaftswachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern

Gemäß IWF generierten die Entwicklungs- und Schwellenländer ein Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent im Jahr 2016 und von 4,8 Prozent im Jahr 2017. Dabei unterscheiden sich die Erwartungen je nach Region: In China wird aufgrund höherer Auslandsnachfrage in 2017 ein stärkeres Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent gegenüber 6,7 Prozent in 2016 erwartet.

In 2018 soll das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern von 4,8 Prozent im Jahr 2017 auf 4,9 Prozent im Jahr 2018 steigen. Auch in 2018 ist die Situation laut IWF pro Region unterschiedlich: Die Schwellen- und Entwicklungsländer Asiens werden 2018 mit 6,5 Prozent wachsen und werden weiterhin mehr als die Hälfte des Weltwachstums ausmachen. Chinas Wachstum wird voraussichtlich bei 6,6 Prozent liegen, das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als 2017. Für Indien sind 7,4 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr plus 0,7 Prozentpunkte) vorgesehen, für die ASEAN-5-Region bleibt das Wachstum bei 5,3 Prozent.

In Lateinamerika und der Karibik dürfte sich die Erholung mit einem Wachstum von 2,0 Prozent nach 1,3 Prozent im Jahr 2017 verstärken. Dies spiegelt die Erwartung wider, dass einige Länder in dieser Region von einem stärkeren privaten Konsum und Investitionen profitieren werden. Nach einer schrumpfenden Wirtschaft im Jahr 2016 und einem Wachstum von 1,0 Prozent im Jahr 2017 erwartet der IWF in Brasilien für 2018 ein Wachstum um 2,3 Prozent. Das Wachstum in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten wird voraussichtlich über 2 Prozent bleiben. Das Wachstum in der Region Mittlerer Osten, Nordafrika, Afghanistan und Pakistan sowie in Subsahara-Afrika wird voraussichtlich 2018 ansteigen. Für 2018 wird für Saudi-Arabiens Wirtschaft ein Wachstum von 1,7 Prozent prognostiziert, nachdem die Produktion 2017 um 0,7 Prozent zurückgegangen ist.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld für den Konzern

Die folgenden globalen Megatrends bilden die Säulen für den künftigen unternehmerischen Erfolg der Kelvion-Gruppe:

1. das kontinuierliche Wachstum der Weltbevölkerung;

2. das Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern;

3. das Wachstum des Energiebedarfs;

4. das Wachstum des Bedarfs an umweltfreundlichen, nachhaltigen und energieeffizienten Produkten.

Die Vereinten Nationen (UN) gehen von der Annahme aus, dass die Weltbevölkerung von derzeit 7,3 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2040 um rund 80 Millionen pro Jahr wachsen wird (Quelle: Weltbevölkerungsprognose 2012, Revision 2015). Als Folge des Bevölkerungswachstums wird sich die seit Jahrzehnten zu beobachtende Verstädterung fortsetzen. Den höchsten Verstädterungsgrad weisen gegenwärtig Nord- und Lateinamerika sowie Europa auf. Untersuchungen der UN zufolge wird die Stadtbevölkerung bis zum Jahr 2050 weltweit um 2,5 Milliarden Menschen zunehmen. Dieser Zuwachs wird zu knapp 90 % auf Afrika und Asien-Pazifik entfallen. Mit dem Bevölkerungswachstum wird auch der Bedarf an bezahlbarer Energie steigen. Zur Deckung dieses Bedarfs ist eine effiziente Energieerzeugung unter Einsatz von Wärmetauschern unverzichtbar. Daraus ergeben sich Wachstumsmöglichkeiten für die Kelvion-Gruppe.

Trotz zunehmender Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und der damit - wegen des Fehlens eines Dampfkreislaufs - häufig einhergehenden geringeren Nachfrage nach Wärmetauschern erwartet der Konzern einen wachsenden Bedarf an sicher und nachhaltig erzeugter Energie aus konventionellen Kraftwerken mit optimiertem Wirkungsgrad.

Ein weiterer wichtiger Markt für den Konzern ist der Öl- und Gassektor. Große Unternehmen dieser Branche haben in den Bereichen Upstream (Exploration und Förderung), Midstream (Ferntransport und Aufbereitung) und Downstream (Raffination und Vertrieb) kostengünstigere Prozesse eingeführt, für die effizientere Wärmetauscher benötigt werden. Allerdings hat die Branche aufgrund des niedrigen Ölpreises ihre Investitionen gekürzt, was sich kurzfristig auch negativ auf die Auftragslage der Kelvion-Gruppe auswirkt.

Branchen- und Geschäftsentwicklung der Kelvion-Gruppe in 2017

Entwicklungen auf den Schlüsselmärkten und Geschäftsverlauf

Insbesondere die Industrien Oil & Gas, Chemicals sowie Food & Beverages sind durch eine schwache Nachfrage geprägt. Auch der Rückgang an Großaufträgen in fast allen Industriebereichen wirkt sich auf den Auftragseingang und in dessen Folge auch auf den Umsatz negativ aus. Während die beiden größten Geschäftsbereiche Refrigeration Technologies und Power im Jahresverlauf 2017 steigende Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen können, haben die anderen Geschäftsbereiche in den meisten Regionen, insbesondere in Asien-Pazifik, Nordamerika und Westeuropa sowie teilweise in Osteuropa/GUS und dem Nahen Osten Rückgänge. In den Bereichen Project Engineered Solutions sowie Machine Cooling Systems tragen auch Projektverzögerungen zu einem niedrigeren Umsatz bei.

Prognosebericht

Prognostizierte finanzielle Leistungsindikatoren im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2015

Im Folgenden werden die im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2015 getätigten Prognosen für das Geschäftsjahr 2016 bezogen auf die finanziellen Leistungsindikationen mit den tatsächlichen Beträgen des Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 verglichen:

Umsatzerlöse:

Während im Prognosezeitraum 2016 für die Kelvion Gruppe ein Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber 2015 erwartet wurde, gingen die Umsätze der Kelvion Gruppe in 2016 insgesamt um 14,6 Prozent zurück. Ausschlaggebend dafür waren ein herausforderndes Marktumfeld in den meisten Regionen der Welt sowie Unsicherheiten und damit einhergehend zurückhaltende Investitionen in den Schlüsselindustrien.

Bereinigtes EBITDA:

Das bereinigte EBITDA beträgt im Geschäftsjahr 2016 rund 76,4 Millionen EUR (2015: 107,6 Million EUR) und liegt damit deutlich unter dem prognostizierten bereinigten EBITDA (Vorjahresprognose: Deutlicher Anstieg des bereinigten EBITDA). Ursächlich für die Prognoseabweichung sind insbesondere die deutlich geringeren Umsatzerlöse.

Ausblick

Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr 2017 konnte Kelvion einen Umsatzzuwachs von 25,5 EUR Millionen (3,3%) erzielen. Zu dieser Entwicklung hat unter anderem eine Stabilisierung der Nachfrage auf den Schlüsselmärkten beigetragen. Die Neuausrichtung der Kelvion Vertriebsorganisation wurde im Geschäftsjahr 2017 vorangetrieben und in 2018 abgeschlossen, sodass sich voraussichtlich weitere positive Wachstumsimpulse in den Folgejahren durch die Erschließung weiterer Märkte ergeben werden. Für das Geschäftsjahr 2018 gehen wir von einem leicht steigenden Umsatzvolumen im Vergleich zu 2017 aus.

Erträge

Das normalisierte EBITDA hat sich im Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 8 Prozent reduziert, was auf niedrigere Umsatzerlöse als geplant und geringere Margen vor allem im Projektgeschäft zurückzuführen ist. Zusätzlich stellte sich die Zusammenlegung von Produktionsstandorten im Rahmen der Restrukturierung herausfordernder dar, als ursprünglich erwartet. Für das Jahr 2018 gehen wir von einem leichten Anstieg des normalisierten EBITDA im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Jahr 2017 aus.

Risikobericht

Risikomanagement

Für die Beurteilung der einzelnen Risiken wurde ein jeweils adäquater Zeitraum zugrunde gelegt. Dieser entspricht mindestens dem verwendeten Prognosezeitraum.

Sämtliche Konzerngesellschaften sind in das Risikomanagementsystem der Galapagos-Gruppe sowie der Kelvion-Gruppe eingebunden. Mit vierteljährlichen und je nach Größe fallweise erstellten Risikoberichten wird gewährleistet, dass die Entscheidungsträger auf Segment- und Konzernebene unverzüglich über tatsächlich oder womöglich bestehende wesentliche Risiken für die zukünftige Entwicklung in Kenntnis gesetzt werden.

Die Grundsätze eines systematischen Risikomanagements werden in konzernweit gültigen Risikoleitlinien niedergelegt. Diese Leitlinien regeln zudem Risikomelde- und Risikobekämpfungspflichten.

Das Risikomanagement stützt sich zum einen auf Gremien wie etwa die Risikoprüfungs- und Risikoberatungsausschüsse und zum anderen auf Instrumente wie beispielsweise ein Berichtssystem mit Risikoberichten, Konzernfinanzprognosen, monatlichen Konzernabschlüssen und regelmäßigen Sitzungen des Gesellschafterbeirats und der Konzernführung.

Den besonderen Anforderungen des Projektgeschäfts des Konzerns wird durch Risikoausschüsse auf Ebene des Gesellschafterbeirats Rechnung getragen. Vor Unterbreitung eines verbindlichen Angebots oder Unterzeichnung eines Vertrages werden die kaufmännischen und vertraglichen Bedingungen potenzieller Kundenaufträge ausführlich von Spezialisten aus verschiedenen Abteilungen geprüft, damit nicht beherrschbare Risiken vermieden werden. Folglich greift das Risikomanagement schon, bevor Risiken überhaupt entstehen können, in Form einer kritischen Einschätzung des Chance-Risiko-Profils von Angeboten. Bei unangemessen hohem Risiko darf kein Vertrag zustande kommen.

Das Risikomanagementsystem dient nicht nur dem gesetzlich vorgeschriebenen frühzeitigen Erkennen von Risiken für den Fortbestand des Konzerns, sondern auch der Erfassung aller Risiken, die das Betriebsergebnis der Kelvion-Gruppe wesentlich beeinträchtigen könnten.

Zur Ermittlung von Risiken, die den Fortbestand der Kelvion-Gruppe gefährden könnten, werden sämtliche relevanten Aspekte auf ihre finanzwirtschaftliche Wesentlichkeit (gesamtheitlich, d. h. ohne risikomindernde Maßnahmen) und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit hin geprüft. Des Weiteren wird der individuelle Risikozeitpunkt bestimmt, dabei wird zwischen Eintrittszeitpunkten von unter oder über einem Jahr unterschieden.

Die Wesentlichkeit von Risiken bemisst sich anhand folgender Kriterien:

Gering Keine wesentliche Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage
Mittel Merkliche Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage
Hoch Wesentliche oder kritische Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage

Auf dieser Grundlage lassen sich sowohl Risiken als auch Chancen mit ihren Auswirkungen auf den Konzern einstufen.

Für Risiken, die aus der betrieblichen Tätigkeit des Konzerns entstehen, sind in dem Zeitpunkt, in dem die Ansatzkriterien erfüllt sind, hinreichende Rückstellungen gebildet worden. Die bestehenden Risiken sind Gegenstand der Ausführungen des folgenden Abschnitts. Noch nicht bekannte oder gegenwärtig als unerheblich betrachtete Risiken können die Geschäftstätigkeit jedoch ebenfalls beeinträchtigen.

Risiken

Die Fähigkeit des Kelvion-Konzerns zur Steigerung des Wachstums und des Ertragspotenzials ist abhängig von den sich bietenden Chancen und den damit verknüpften Risiken. Kalkulierbare Risiken einzugehen ist daher Bestandteil der Konzernstrategie. Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts ist es notwendig lediglich solche Risiken einzugehen, deren Wahrscheinlichkeit und Höhe kalkulierbar ist und die gleichzeitig eine größere Chance bieten. Dazu ist aktives Risiko- und Chancenmanagement notwendig, welches unangemessene Risiken identifiziert, Risiken überwacht und sicherstellt, dass daraus resultierende Chancen zeitnah genutzt werden.

Die strategische und mittelfristige Planung sind Kernbestandteile des Risiko- und Chancenmanagements des Konzerns. Diese Prozesse werden zur Entscheidungsfindung in Kerntechnologien und -märkten genutzt. Durch die Diversifizierung und Konzentration auf die Kernmärkte der Zukunft soll die Stabilität gewährleistet werden. Gleichzeitig können Entwicklungen, die das Fortbestehen des Konzerns gefährden, frühzeitig erkannt werden.

Chancen und Risiken resultieren aus zahlreichen betrieblichen Entscheidungen und werden daher aktiv durch die jeweiligen Abteilungen und Entscheidungsträger auf allen Konzernebenen überwacht. Im Rahmen dieses Entscheidungsfindungsprozesses werden ebenso Wesentlichkeitskriterien in Betracht gezogen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Am 18. Mai 2014 hat der Galapagos-Konzern mit einem aus sechs Banken bestehenden Kreditkonsortium unter anderem eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität (Multi-Currency-Revolving-Facility) in Höhe von 75 Millionen EUR vereinbart. Der Vereinbarung gemäß muss das in der Kreditfazilität definierte EBITDA zu jedem Quartalsabschluss, an dem der Gesamtbetrag der Inanspruchnahme einen bestimmten Prozentsatz des Volumens der Kreditfazilität übersteigt, ein in der Vereinbarung bestimmtes Mindest-EBITDA erreichen. Zum Abschlussstichtag waren 20 Millionen EUR der Kreditfazilität in Anspruch genommen.

Der Galapagos-Konzern ist bei einer höheren Inanspruchnahme an kreditvertraglich definierte Financial Covenants gebunden. Zum Abschlussstichtag bestand für die Kelvion-Gruppe das Risiko, dass bei einer entsprechenden Inanspruchnahme der Kreditfazilität diese Financial Covenants nicht durch den Galapagos-Konzern eingehalten werden können, wenn ein in der Vereinbarung definiertes EBITDA auf Grund der wirtschaftlichen Lage nicht erreicht werden kann.

Da die revolvierende Kreditfazilität für sämtliche Segmente des Galapagos-Konzerns gemeinsam zur Verfügung gestellt wird, ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig von der Ergebnisentwicklung und vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Daher besteht für die Kelvion-Gruppe das inhärente Risiko von negativen Auswirkungen auf den eigenen Liquiditätsstatus, sofern sich die wirtschaftliche Lage der Kelvion-Gruppe oder des Galapagos-Konzerns insgesamt erkennbar verschlechtert. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als mittel bis hoch eingestuft. Es wird auf die Ausführungen zu Going-Concern verwiesen.

Erfolgswirksame Risiken

Die Risiken für den Geschäftserfolg des Konzerns können der Form nach höchst unterschiedlich sein. Daher ist die Kelvion-Gruppe im Rahmen ihres Risikomanagements bestrebt, Risiken bereits im Vorfeld zu erkennen, damit fallweise entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung negativer Effekte auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns getroffen werden können. In der Regel erfolgt eine Minderung möglicher Erfolgsrisiken mittels Vermeidung stärkerer Abhängigkeitsverhältnisse und Gewährleistung einer ausgewogenen Mischung aus unveränderlichen und veränderlichen Kapazitäten.

Die Märkte der Kelvion-Gruppe weisen ein diversifiziertes gefächertes Produkt- und Kundenspektrum auf. Diese Vielfalt dämpft den Einfluss von Schwankungen einzelner Märkte auf die Gesamtnachfrage. Diese Diversifizierung kann zu einem gewissen Grad den Einfluss von Schwankungen einzelner Märkte auf die Gesamtnachfrage dämpfen. Der Konzern hält die Wahrscheinlichkeit eines globalen Nachfragerückgangs für mittel. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird ebenfalls als mittel eingestuft.

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht zu einem wesentlichen Teil aus Projekten, die von den Finanzierungsmöglichkeiten der Kunden abhängen. Eine allgemeine Nachfrageschwäche oder Kreditverknappung könnte die Realisierung derartiger Projekte erschweren. Aus dem gleichen Grund könnten bereits erteilte Aufträge verschoben oder sogar storniert werden. Sollten derlei Risiken weltweit eintreten, würden sie sich wesentlich auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Die Wahrscheinlichkeit eines globalen Eintretens derartiger Risiken wird als gering betrachtet. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird aufgrund der diversifizierten Abnehmerstruktur des Konzerns insgesamt als gering eingestuft.

Länderspezifische Konfliktsituationen, die Risiken für den Konzern heraufbeschwören könnten, werden im Rahmen des Risikomanagements zwar kontinuierlich beobachtet, doch lassen sich die mit ihnen verbundenen Risiken nur schwer beziffern. Wesentliche Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns werden allerdings nicht erwartet. Das von derlei Konfliktsituationen ausgehende Risiko wird insgesamt als gering eingestuft.

Die Verkaufspreisentwicklung hängt maßgeblich vom Konjunkturverlauf ab. Jeder Auslastungsrückgang in der Industrie könnte erhebliche negative Folgen für das Preisniveau und somit auch für die Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe nach sich ziehen. Dass ein solcher Fall eintritt, wird als ein realistisches Szenario erachtet. Das entsprechende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als mittel eingestuft.

In den Produktionsstätten der Kelvion-Gruppe werden zahlreiche Werkstoffe wie etwa Stahl, Kupfer, Aluminium und Titan verarbeitet. Deren Kaufpreis kann je nach Marktlage erheblich schwanken. Zur Festschreibung der als Kalkulationsgrundlage für Bestellungen dienenden Einkaufspreise werden mit ausgewählten Lieferanten Langzeitlieferverträge abgeschlossen. Gleichwohl lässt sich das Kaufpreisrisiko nur schwer beziffern. Gegenwärtig erwartet die Kelvion-Gruppe bei wichtigen Rohstoffen keine signifikanten Preiserhöhungen. Das Risiko für den Konzern insgesamt wird als mittel eingestuft.

Eine wichtige Grundlage für den Geschäftsbetrieb des Konzerns stellen Langzeitprojektaufträge dar. Sie bergen bisweilen besondere Risiken, weil die mit der Projektfertigstellung verbundenen Gefahren zu einem erheblichen Teil beim Konzern liegen. Darüber hinaus können derlei Aufträge mit Gewährleistungspflichten einhergehen, die noch mehrere Jahre nach der Projektabnahme fortbestehen. Technische Probleme, Qualitätsprobleme bei Zulieferern und Terminüberschreitungen können Mehrkosten verursachen. Daher besteht sowohl auf Ebene des Galapagos-Konzerns als auch auf Ebene des Kelvion-Konzern umfassendes Risikomanagement zur konsequenten Kontrolle auftragsbezogener Risiken, das bereits vor der Unterbreitung verbindlicher Angebote greift. Für die vorhersehbaren Risiken auf diesem Gebiet sind hinreichende Rückstellungen gebildet worden, was sich auf die Finanz- und Ertragslage sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Alles in allem wird das Projektrisiko als mittel eingestuft.

Engagierte und qualifizierte Beschäftigte sind für den unternehmerischen Erfolg des Konzerns von maßgeblicher Bedeutung. Die Kelvion-Gruppe begegnet der Gefahr eines Fachkräfteverlusts und dem Risiko, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können, mit unterschiedlichen personalpolitischen Maßnahmen. Der Konzern ist bestrebt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und seine Mitarbeiter langfristig zu halten. Die Wahrscheinlichkeit erheblicher nachteiliger Auswirkungen wird als gering betrachtet. Das Personalrisiko für die Kelvion-Gruppe insgesamt wird als gering eingestuft.

Rechtliche Risiken

Die rechtlichen Risiken der Kelvion-Gruppe könnten sich aus schwebenden Verfahren ergeben. Da Angaben zur Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts die Stellung des Konzerns in derlei Verfahren erheblich beeinträchtigen würden, werden die rechtlichen Risiken hier nicht näher beziffert.

Für die aus den entsprechenden Gerichtsverfahren und aus sonstigen Rechtsstreitigkeiten der Kelvion-Gruppe im gewöhnlichen Geschäftsverkehr herrührenden Risiken sind hinreichende Rückstellungen gebildet worden. Da sich der Ausgang der Rechtsstreitigkeiten jedoch nicht verlässlich vorhersehen lässt, besteht die Möglichkeit, dass sie Erträge oder Aufwendungen nach sich ziehen, falls die gebildeten Rückstellungen höher oder niedriger sind als erforderlich. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als gering eingestuft.

Umweltrisiken

Die Kelvion-Gruppe hat nur wenige Betriebsgrundstücke im Bestand, von denen eine Gefahr für die Umwelt ausgehen könnte. Für die entsprechenden Risiken werden angemessene Vorkehrungen getroffen und hinreichende Rückstellungen gebildet. Alles in allem werden die Umweltrisiken als gering eingestuft.

Steuerliche Risiken

Geltendes Steuerrecht kann sich sowohl auf die aktuelle Besteuerung wie auch auf die Nutzung von Verlustvorträgen und damit die Realisierung bilanzierter latenter Steueransprüche auswirken.

Darüber hinaus besteht in Deutschland und anderen Ländern aufgrund der angespannten Lage der Staatshaushalte, des daraus resultierenden Reformdrucks und der spürbar verschärften Steuerprüfungen erhebliche Unsicherheit über die weitere steuerrechtliche Entwicklung.

Die steuerlichen Risiken könnten die Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe wesentlich beeinflussen. Das Eintreten wesentlicher nachteiliger Effekte wird als relativ unwahrscheinlich betrachtet und deren Auswirkungen als moderat eingeschätzt. Daher wird das Risiko wird als mittel eingestuft.

Chancen

Allgemeine Einschätzung der Chancen

Für die Beurteilung der einzelnen Chancen wurde ein jeweils adäquater Zeitraum zugrunde gelegt. Dieser entspricht mindestens dem verwendeten Prognosezeitraum.

Eine wichtige Aufgabe des Risikomanagements der Kelvion-Gruppe besteht in der systematischen Auswertung interner und externer Daten zu dem Zweck, Chancen frühzeitig zu erkennen und deren Potenzial richtig zu bewerten. In einem weiteren Schritt wird bestimmt, mit welchen konkreten Maßnahmen sich die erkannten Chancen in wirtschaftlichen Erfolg umwandeln lassen.

Der Konzern legt seiner geschäftlichen Planung bestimmte Annahmen in Bezug auf die im Folgenden erläuterten Erfolgsparameter zugrunde. Entwickeln sich diese Parameter insgesamt besser als erwartet, so könnte ein entsprechender Effekt auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns eintreten.

Marktbezogene Chancen

Durch eine neue Vertriebsorganisation soll zusätzliches Geschäftsvolumen erzielt werden, indem die Marktreichweite erweitert und der wachsende Markt bedient wird. Durch verbesserte und standardisierte ERP- und Vertriebstools werden die Geschäftsprozesse weiter optimiert.

Erfolgswirksame Chancen

Im Geschäftsjahr 2016 und danach wurde der eingeleitete Reorganisations- und Restrukturierungsprozess der Kelvion-Gruppe weiter fortgeführt. Dabei werden unter anderem Standorte weiter gebündelt und neu ausgerichtet, um konzerninterne Synergien zu heben. Die umgesetzten Maßnahmen werden sich nach Auffassung der Geschäftsleitung künftig durch eine verbesserte Kostenstruktur positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Der Auftragsbestand des Konzerns lag zu Beginn des Geschäftsjahres 2016 niedriger als zu Beginn des Vorjahres. Dies resultiert maßgeblich aus dem schwierigen Marktumfeld im Bereich Öl & Gas. Auf mittlere Sicht wird insbesondere auf den wachsenden asiatischen Märkten, aber auch im Bereich Öl & Gas ein höherer Auftragseingang erwartet. Die Kelvion-Gruppe wird ihre Präsenz in der Region weiter ausbauen und so vom dortigen Wachstum profitieren.

Des Weiteren bietet die Standardisierung und Verbesserung der ERP-Systeme die Möglichkeit die Geschäftsprozesse weiter zu optimieren und somit zusätzliche Potentiale zu heben.

Nach Auffassung des Konzerns besteht eine mittlere Wahrscheinlichkeit, dass die erfolgswirksamen Chancen größer sind als in der Planung angenommen und somit einen wesentlichen positiven Beitrag zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage leisten werden.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses maßgebliche interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme

Das interne Kontrollsystem (IKS) der Kelvion-Gruppe beruht auf dem COSO-Rahmenwerk und umfasst das Risikomanagementsystem (RMS) sowie weitere Grundsätze, Maßnahmen und Regeln (sonstige Bestandteile des IKS). Das RMS dient zur Erkennung und Einstufung von Risiken. Die übrigen Bestandteile des IKS dienen vorrangig der Vermeidung oder Minderung von Risiken unter Ergreifung steuernder Maßnahmen.

Das IKS der Kelvion-Gruppe ist maßgeblich für die Finanzberichterstattung. Es umfasst sämtliche Grundsätze, Maßnahmen und Regeln für die ordnungsgemäße Genehmigung und Verbuchung von Geschäftsvorfällen für Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse. Ziel des eingerichteten IKS sind eine verlässliche Rechnungslegung, die Erfüllung geltender Gesetze und Normen sowie kostengünstige Arbeitsabläufe.

In das IKS des Konzerns sind neben der Kelvion Finance GmbH auch alle übrigen Konzerngesellschaften eingebunden.

Die Anwendung der folgenden Grundsätze des Konzern-IKS ist für alle Unternehmensfunktionen obligatorisch: eindeutige Zuständigkeitsregelung, Aufgabentrennung in allen Tätigkeitsbereichen, Doppelunterschriftenregelungen, Befolgung von Richtlinien, Anweisungen und Verfahrensvorschriften (Handbücher), Einholung von Vergleichsangeboten vor Auftragsvergabe, Schutz von Daten vor dem Zugriff Unbefugter und Durchführung von Schulungen zur Gewährleistung konzernweit einheitlicher Arbeitsverfahren.

Wichtige Instrumente mit maßgeblicher Bedeutung für die Finanzberichterstattung und zur Gewährleistung einer einheitlichen Rechnungslegung bei allen Tochtergesellschaften sind Bilanzierungs- und Kontierungshandbücher, ein einheitlicher Kontenrahmen, Konsolidierungs- und Kalkulationshandbücher, die Genehmigung von Buchungen nach dem Vier-Augen-Prinzip und die Vornahme bestimmter Buchungen ausschließlich durch ausgewählte Personen. Zur Fehlervermeidung kommen in den mit Rechnungslegung, Controlling und Finanzierung befassten Abteilungen aller Konzerngesellschaften standardisierte IT-Systeme zur Anwendung. Sämtliche Richtlinien und IT-Systeme werden fortlaufend an die gesetzlichen und geschäftlichen Anforderungen angepasst.

Insgesamt wird durch das bei der Kelvion-Gruppe eingerichtete IKS eine verlässliche Rechnungslegung gewährleistet.

Erklärung zur Unternehmensführung

Das "Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG)" verpflichtet das Unternehmen dazu, sich eigene Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in den beiden Managementebenen unterhalb der Geschäftsführung zu setzen. Gleichzeitig sind Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen zu setzen.

Die Geschäftsführung der Kelvion Finance GmbH hat sich die Zielgröße von 20 Prozent für den entsprechenden Frauenanteil gegeben. Dieses Ziel soll bis zum Jahr 2020 erreicht werden. Der Frauenanteil in der Geschäftsleitung beträgt gegenwärtig 40 Prozent und in der ersten Managementebene unter der Geschäftsführung 33 Prozent.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die nachfolgenden Ausführungen zur Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten der Kelvion-Gruppe beziehen sich primär auf die Struktur und organisatorische Ausgestaltung der Gruppe zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016.

In Bezug auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplante Transaktionen ist der Kelvion-Konzern gewissen Finanzierungs-, Liquiditäts-, Kredit-, Zins- und Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement des Galapagos-Konzerns, in welches die Kelvion-Gruppe einbezogen wird, verfolgt das Ziel, diese Risiken durch laufende betriebliche und finanzielle Maßnahmen zu minimieren. In Abhängigkeit von der Risikobeurteilung werden ausgewählte derivative oder nicht-derivative Instrumente zur Risikominimierung verwendet. Gleichwohl nutzt der Konzern Derivate ausschließlich als Sicherungsinstrumente und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken. Die Risikobereiche der Liquidität, Wechselkurse und Kreditrisiken wurden analysiert und insgesamt als mittel eingestuft.

Finanzierungsrisiken

Als weltweit tätiger Konzern ist die Kelvion-Gruppe im gewöhnlichen Geschäftsverkehr finanziellen Risiken wie beispielsweise einem Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zinsänderungs-, Beschaffungsmarkt- und Kreditrisiko ausgesetzt, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nehmen können. Der Konzern ist grundsätzlich bestrebt, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken und den daraus resultierenden Finanzierungsbedarf durch den Einsatz von Derivaten zu mindern. Es werden keine Derivate zu Handelszwecken erworben.

Überdies bestehen Finanzierungsrisiken im Zusammenhang mit der Finanzierung des Kaufpreises für den Kauf der HX-Gruppe durch die luxemburgischen Holdinggesellschaften. Hierbei haften festgelegte Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe mit ihren Vermögenswerten. Im Hinblick auf die Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe wurden zum 31. Dezember 2016 Vermögenswerte in Höhe von 2.000 Millionen EUR als Sicherheiten verpfändet. Für weitere Einzelheiten wird auf Kapitel 7.4 des Konzernanhangs verwiesen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses und -lageberichts waren die Bedingungen zur Ziehung der Sicherheiten nicht eingetreten.

Das Risikomanagement erfolgt zentral auf Ebene der Galapagos-Gruppe. Die Ermittlung, Bewertung und Absicherung finanzieller Risiken nimmt die Konzernabteilung Treasury der Kelvion Holding GmbH in enger Zusammenarbeit mit den Führungs- und Betriebseinheiten des Kelvion-Konzerns vor. Dabei ist die Konzernabteilung Treasury an ein klares Regelwerk gebunden.

Hinsichtlich der Einstufung der Bonität des Galapagos-Konzerns durch Rating-Agenturen wird auf die Ausführungen zu den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag verwiesen.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko ist das Risiko zu verstehen, dass die Kelvion-Gruppe ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachzukommen imstande ist. Die Kelvion-Gruppe steuert ihr Liquiditätsrisiko auf Konzernebene vorrangig über den Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit sowie ergänzend mit Fremdkapital. Die Geschäftseinheiten melden ihren Barmittel- und Währungsbedarf bei der Konzernabteilung Treasury an. Die Galapagos-Gruppe hält im Wege einer Liquiditätssteuerung mittels automatischer Kontenübertragung, in die auch die Kelvion-Gruppe eingebunden ist, und revolvierender Kreditfazilitäten stets hinreichende Liquiditätsreserven vor.

Die Liquiditätslage wird von Treasury täglich kontrolliert. Zudem wird fortlaufend eine Liquiditätsprognose erstellt. Unter Zugrundelegung der aktuellen Ertragslage vertritt der Konzern die Auffassung, dass der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit und die vorhandenen Guthaben zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs, des Nettoumlaufvermögens und der Zinszahlungen für die nächsten 12 Monate und die absehbare Zukunft ausreichen werden.

Der Konzern hat am 18. Mai 2014 mit einem Bankenkonsortium, bestehend aus 6 Banken, eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 75 Millionen EUR ausgehandelt. Im Falle, dass am Quartalsende der gezeichnete Betrag einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Fazilität übersteigt muss das bereinigte EBITDA einen bestimmten, vereinbarten Betrag übersteigen. Die Definition des bereinigten EBITDA entspricht nicht der Definition des Jahresabschlusses. Zum Bilanzstichtag wurden 20 Millionen EUR der revolvierenden Kreditfazilität gezeichnet. Aufgrund der gemeinsam für sämtliche Segmente von Galapagos zur Verfügung gestellten Revolver-Kreditlinie ist die Kelvion-Gruppe aber auch abhängig vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Falls sich deren Liquiditätsentwicklung deutlich verschlechtern sollte, kann das auch negative Auswirkungen auf die Kelvion-Gruppe haben.

Gestärkt wird die Liquiditätslage des Kelvion-Konzerns durch das Fehlen kurzfristig fälliger Darlehensverbindlichkeiten und durch die Möglichkeit der Mittelaufnahme aus dem Cashpool mit anderen Gesellschaften der Galapagos-Gruppe. Sämtliche Kreditvereinbarungen (Schuldtitel und revolvierende Kreditfazilitäten) sind erst bei Fälligkeit frühestens in den Jahren 2021 bis 2022 bzw. bis 2044 (Tranche D) vollständig zu tilgen.

Wechselkursrisiko

Die Erfolgsrechnung des Konzerns ist sowohl wechselkursbedingten Transaktions- als auch wechselkursbedingten Umrechnungsrisiken ausgesetzt.

Wechselkursbedingtes Transaktionsrisiko

Für den Konzern besteht bei Auslandsgeschäften ein Wechselkursrisiko vor allem im Britischen Pfund, im US-Dollar und im Chinesischen Renminbi Yuan. Es tritt ein, wenn bei Tochtergesellschaften Ausgaben oder Einnahmen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des Konzerns entstehen.

Zur Steuerung des Wechselkursrisikos aus zukünftigen Geschäftsvorfällen, bilanzierten Vermögenswerten und bilanzierten Verbindlichkeiten macht der Konzern Gebrauch von Terminkontrakten. Deren Abschluss erfolgte durch die Abteilung Treasury der Kelvion Holding GmbH. Bis zum ersten Halbjahr 2015 wurden diese Tätigkeiten von einem externen Dienstleister durchgeführt. Wechselkursrisiken treten bei Geschäften auf, in denen die zukünftig bilanzierten Vermögenswerte oder Schulden in einer anderen Währung als der funktionalen Währung denominiert sind. Das Konzern-Treasury hat die Nettoposition jeder Fremdwährung durch den Einsatz externer Devisenterminkontrakte zu steuern.

Gemäß den einheitlichen Konzernrichtlinien der Galapagos-Gruppe bzw. der Kelvion-Gruppe für das zentrale Währungsmanagement haben alle Konzerngesellschaften Fremdwährungspositionen bei Entstehung so abzusichern, dass sich der Preis unter Anlegung des Absicherungskurses nicht verändert. Eine Absicherung von Wechselkursrisiken erfolgt bei bilanzwirksamen Grundgeschäften, bei nicht bilanzwirksamen festen Verpflichtungen und bei erwarteten Geschäftsvorfällen mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Absicherungszeiträume bestimmen sich anhand der Fälligkeitstermine der gesicherten Grundgeschäfte und betragen in der Regel bis zu 12 Monate, in Ausnahmefällen möglicherweise auch deutlich mehr. Gleichwohl können Wechselkursschwankungen Einfluss auf die Absatzchancen außerhalb der Eurozone nehmen.

Verbundene Unternehmen mit Sitz in der Eurozone sind verpflichtet, dem Konzern-Treasury sämtliche offenen Risiken aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften in wesentlichen Transaktionswährungen zu melden. Diese Risiken werden in Abhängigkeit vom Absicherungsziel der Derivate und der damit einhergehenden buchhalterischen Behandlung mehrheitlich direkt laufzeitkongruent an Banken weitergereicht. Sie können jedoch auch als Teil eines Portfolios abgesichert werden. Die Absicherung von Finanzgeschäften und Geschäften von Tochtergesellschaften außerhalb der Eurozone erfolgt ebenfalls in enger Abstimmung mit dem Konzern-Treasury.

Wechselkursbedingtes Umrechnungsrisiko

Der Konzern besitzt Anteile an ausländischen Geschäftsbetrieben, deren Reinvermögen einem wechselkursbedingten Umrechnungsrisiko unterliegt. Ein wechselkursbedingtes Umrechnungsrisiko tritt ein, wenn die in anderen Währungen als dem Euro bewerteten Ergebnisse von Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums unter Anwendung des jeweils gültigen Wechselkurses in Euro umgerechnet werden. Dieses Umrechnungsrisiko wird nicht abgesichert.

Zinsänderungsrisiko

Die Kelvion-Gruppe unterliegt einem Zinsänderungsrisiko insofern, als Marktzinsschwankungen Einfluss auf das variabel verzinsliche Gesellschafterdarlehen nehmen können. Zinsderivate dürfen nur vom Konzern-Treasury getätigt werden.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten besteht darin, dass die Gegenpartei eines Finanzkontrakts ihren Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommt. Das Konzern-Treasury ist bestrebt, dieses Kontrahentenrisiko fortlaufend zu prüfen und zu begrenzen. Für jeden Kontrahenten ist eine Risikoobergrenze festgelegt worden, die sich zumeist aus den Bonitätsnoten renommierter Kreditbewertungsagenturen und aus Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, Abk. CDS) herleitet. Bei Überschreitung der individuellen Obergrenze werden geeignete Maßnahmen ergriffen.

Die Finanzlage potenzieller Kunden wird von einem internen Risikoausschuss bereits vor der Auftragsannahme geprüft. Darüber hinaus findet bei Bedarf ein aktives Forderungsmanagement über echtes Factoring, Forfaitierung und Kreditversicherungen statt. Bei Exportgeschäften kommen bestätigte und unbestätigte Dokumentenakkreditive sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Ausfuhrkreditversicherern zum Einsatz. Zusätzlich zu den Kontrollen der betroffenen Tochtergesellschaft vor Ort, überwacht der Konzern die wichtigsten Kreditrisiken auf Konzernleitungsebene, um einer Risikohäufung entgegenzuwirken.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht kein Konzentrationsrisiko, da sie sich für gewöhnlich auf zahlreiche Kunden in mehreren Branchen und Regionen verteilen. Konkreten Kreditrisiken wird im Wege von Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Derivatkontrakte werden zur Eindämmung des mit ihnen verbundenen Kreditrisikos ausschließlich mit angesehenen Finanzinstituten geschlossen, deren Kreditwürdigkeit im Rahmen des eingangs beschriebenen Kontrahentenlimitsystems als verlässlich eingestuft worden ist. Die Einstufung wird ebenfalls fortwährend kontrolliert.

Die maximale Risikobelastung für die finanziellen Vermögenswerte ist auf deren Buchwert begrenzt.

 

Bochum, 28. September 2018

Jürgen Vinkenflügel

Andrea Teutenberg

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

(in T EUR) Anhang * 31.12.2016 31.12.2015
Geschäfts- oder Firmenwerte 6.1 199.487 166.880
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 6.2 179.720 204.477
Sachanlagen 6.3 193.867 212.572
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 6.4 34.961 26.850
Latente Steueransprüche 8.6 23.423 6.519
Langfristige Vermögenswerte 631.458 617.298
Vorräte 6.5 92.527 98.470
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 6.6 237.860 307.608
Kurzfristige Ertragsteueransprüche 6.5 5.790 15.657
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 93.471 118.941
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.7 67.515 63.494
Kurzfristige Vermögenswerte 497.163 604.170
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche 5 6.800 35.784
Aktiva 1.135.421 1.257.252

Passiva

(in T EUR) Anhang * 31.12.2016 31.12.2015
Gezeichnetes Kapital 7.1 25 25
Kapitalrücklage 7.1 62.516 62.516
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung 4 -10.884 -
Gewinnrücklagen und Bilanzverlust 7.1 -248.512 -170.549
Sonstiges Konzernergebnis 7.1 2.418 1.423
Gesamtes auf Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital -194.437 -106.585
Nicht beherrschende Anteile 7.1 1.619 1.832
Eigenkapital -192.818 -104.753
Langfristige Rückstellungen 7.2 54.347 45.180
Langfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 7.3 39.850 22.795
Gesellschafterdarlehen 7.4 703.069 685.485
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7.6 11.601 13.191
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 7.9 158 228
Latente Steuerschulden 8.6 49.410 45.465
Langfristige Verbindlichkeiten 858.435 812.344
Kurzfristige Rückstellungen 7.2 49.014 51.251
Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 7.3 34.674 28.029
Kurzfristige Bankkredite 7.5 21.100 23.486
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.7 168.386 187.643
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 8.6 122.503 151.935
Steuerschulden 5.289 9.789
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 7.9 67.353 57.735
Kurzfristige Verbindlichkeiten 468.319 509.868
Zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche 5 1.485 39.793

Passiva

1.135.421 1.257.252

*)Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

(in T EUR) Anhang * 2016 2015
Umsatzerlöse 8.1 787.307 922.345
Umsatzkosten 8.4 635.664 711.831
Bruttoergebnis vom Umsatz 151.643 210.514
Vertriebskosten 8.4 93.409 146.784
Forschungs- und Entwicklungskosten 9.531 8.194
Allgemeine Verwaltungskosten 8.4 85.133 84.711
Sonstige Erträge 8.2 57.952 55.886
Sonstige Aufwendungen 8.3 49.181 54.690
Sonstige Finanzerträge 37 18
Sonstige Finanzaufwendungen 193 102
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen -27.815 -28.063
Zinserträge 8.5 9.947 3.857
Zinsaufwendungen 8.5 61.423 82.786
Verlust vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -79.291 -106.992
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.6 2.739 11.766
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -76.552 -95.226
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen -533 -62.292
Konzernverlust -77.085 -157.518
davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH -77.113 -157.752
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter 28 234

*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

(in T EUR) Anhang * 2016 2015
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen -76.552 -95.226
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen -533 -62.292
Konzernverlust -77.085 -157.518
Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden:
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen aus fortgeführten Geschäftsbereichen 7.3 -1.190 219
Steuereffekt versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus fortgeführten Geschäftsbereichen 8.6 340 -62
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 7.3 - 1.020
Steuereffekt versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 8.6 - -374
Posten, die zukünftig in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind bzw wurden:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1.573 3.750
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen -18 929
Umgliederung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung aufgrund des Abgangs Enexios & DencoHappels -675 -1.354
Sonstiges Konzernergebnis 30 4.128
Konzerngesamtergebnis -77.055 -153.390
davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH -76.968 -153.812
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter -87 422

*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Kapitalflussrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

(in T EUR) Anhang ** 2016 2015
Konzernverlust -77.085 -157.518
Zu-/abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.6 -2.739 -11.766
zu-/abzüglich Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 533 62.292
Ergebnis vor Ertragsteuern -79.291 -106.992
Zinsergebnis 8.5 51.476 78.929
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen -27.815 -28.063
Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte 6.2, 6.3 62.285 114.043
Weitere nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -11.795 1.719
Zahlungen auf Leistungs-Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 7.3 -468 -245
Veränderung der Rückstellungen 7.2 15.030 -2.412
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Gegenständen des Anlagevermögens 161 15
Veränderung der Vorräte inklusive noch nicht fakturierter Fertigungsaufträge * 6.5 66.048 -13.444
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.6 29.272 -17.749
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.7 -22.470 -15.523
Veränderung der sonstigen operativen Vermögenswerte und Schulden 6.4, 7.9 -7.830 -11.137
Gezahlte Steuern 8.6 -5.186 -24.682
Cashflow aus der laufenden Tätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche 97.232 2.522
Netto-Cashflow aus der laufenden Tätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche -5.071 30.237
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 92.161 32.759
Einzahlungen aus Veräußerung langfristiger Vermögenswerte 200 872
Auszahlungen für den Kauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte 6.2, 6.3 -16.019 -18.455
Auszahlungen für langfristige finanzielle Vermögenswerte -15 -102
Einzahlungen aus Zinsen und Dividenden 1.377 2.430
Dividendeneinzahlungen 326 -
Abgang von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus der Veräußerung nicht fortgeführter Geschäftsbereiche -298 -8.035
Cashflow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche -14.429 -23.290
Cashflow aus der Investitionstätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche -124 -11.110
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -14.553 -34.400
Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter -18 -121
Dividendeneinzahlungen -58 -
Einzahlungen aus revolvierender Kreditfazilität - 20.000
Auszahlungen aus dem Finanzierungsleasing 7.6 -1.057 -1.084
Nettoein- bzw. auszahlungen an Banken 7.5 -2.866 2.728
Veränderung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften -47.455 -1.720
Veränderung von Gesellschafterdarlehen 17.500 -1.191
Gezahlte Zinsen -42.485 -54.195
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche -76.439 -35.583
Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche 152 -647
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -76.287 -36.230
Wechselkursbedingte Änderungen des Zahlungsmittelbestandes 2.726 -2.673
Veränderung des frei verfügbaren Zahlungsmittelbestandes 4.047 -40.544
Zahlungsmittelbestand zum 1. Januar 2016 63.285 104.443
Zahlungsmittelbestand zum 31. Dezember 2016 67.332 63.899
Nicht frei verfügbarer Zahlungsmittelbestand zum 31. Dezember 2016 183 209
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember 2016 6.8 67.515 64.108
Abzüglich als zur "Veräußerung gehalten" ausgewiesene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - -614
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember 2016 67.515 63.494

*)Einschließlich erhaltener Anzahlungen

**)Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

Gewinnrücklagen und Bilanzverlust
Anhang * Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung Gewinn oder Verlust Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Bilanz per 1. Januar 2015 25 62.500 - -12.543 -1.057
Konzernergebnis - - - -157.752 -
Währungsumrechnung - - - - -
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 7.3 - - - - 803
Summe Sonstiges Ergebnis - - - - 803
Summe Konzerngesamtergebnis - - - -157.752 803
Veränderung der Minderheitenanteile - - - - -
Dividendenzahlungen - - - - -
Anteilsbasierte Vergütung - 16 - - -
Eigenkapital per 31. Dezember 2015 25 62.516 - -170.295 -254
Konzernergebnis - - - -77.113 -
Währungsumrechnung - - - - -
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 7.3 - - - - -850
Summe Sonstiges Konzernergebnis - - - - -850
Konzerngesamtergebnis - - - -77.113 -850
Veränderung der Minderheitenanteile - - - - -
Dividendenzahlungen - - - - -
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung - - -10.884 - -
Eigenkapital per 31. Dezember 2016 25 62.516 -10.884 -247.408 -1.104

*)Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Sonstiges Konzernergebnis
Anhang * Wechselkurseffekte Gesamtes auf den Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Bilanz per 1. Januar 2015 -1.714 47.211 2.774 49.985
Konzernergebnis - -157.752 234 -157.518
Währungsumrechnung 3.137 3.137 188 3.325
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 7.3 - 803 - 803
Summe Sonstiges Ergebnis 3.137 3.940 188 4.128
Summe Konzerngesamtergebnis 3.137 -153.812 422 -153.390
Veränderung der Minderheitenanteile - - -1.243 -1.243
Dividendenzahlungen - - -121 -121
Anteilsbasierte Vergütung - 16 - 16
Eigenkapital per 31. Dezember 2015 1.423 -106.585 1.832 -104.753
Konzernergebnis - -77.113 28 -77.085
Währungsumrechnung 995 995 -115 880
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto 7.3 - -850 - -850
Summe Sonstiges Konzernergebnis 995 145 -115 30
Konzerngesamtergebnis 995 -76.968 -87 -77.055
Veränderung der Minderheitenanteile - - -68 -68
Dividendenzahlungen - - -58 -58
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung - -10.884 - -10.884
Eigenkapital per 31. Dezember 2016 2.418 -194.437 1.619 -192.818

*)Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzernanhang

der Kelvion Finance GmbH

1. Bilanzierendes Unternehmen

Die Kelvion Finance GmbH (im Folgenden "Kelvion Finance" genannt) ist eine Gesellschaft deutschen Rechts mit Sitz Meesmannstraße 103., 44807 Bochum, und eingetragen unter Nr. HRB 15203 im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum. Die Gesellschaft ist die Muttergesellschaft der in Deutschland ansässigen Kelvion-Gruppe (im Folgenden auch "Konzern" genannt). Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR gegründet. Seine direkte Muttergesellschaft Galapagos BidCo S.à r.l. sowie seine indirekten Muttergesellschaften Galapagos S.A. und Galapagos Holding S.A. wurden am 4. April 2014 mit Sitz in Luxemburg gegründet. Alleingesellschafterin der Galapagos Holding S.A. ist die Galapagos MidCo S.à.r.l., Luxemburg, die ein direktes Tochterunternehmen der Galapagos LuxCo S.à.r.l., Luxemburg, ist. Sie sind allesamt Gesellschaften luxemburgischen Rechts und im luxemburgischen Handels- und Unternehmensregister eingetragen. Die Gründung sämtlicher vorgenannter Gesellschaften durch die Private Equity Gesellschaft Triton erfolgte zu dem Zweck des Erwerbs des Geschäftsbereichs Heat Exchangers (im Folgenden auch "HX-Gruppe" genannt) von der GEA Group. Die Galapagos Holding S.A. (im Folgenden "Galapagos-Konzern" oder "Galapagos-Gruppe" genannt) sowie die Galapagos S.A. stellen einen Konzernabschluss nach IFRS auf, in dem die Kelvion Finance GmbH und ihre Tochtergesellschaften einbezogen werden, und die in Luxemburg veröffentlicht werden.

Am 16. April 2014 haben die Kelvion Finance und die GEA Group den Anteils- und Kaufvertrag über den Erwerb der HX Gruppe unterzeichnet. Das Closing war am 31. Oktober 2014.

Der Geschäftsbereich Heat Exchangers (HX-Gruppe) wurde nach dem Erwerb wirtschaftlich in die Segmente "Kelvion", "DencoHappel" (im Folgenden auch als "DH" bezeichnet) sowie "ENEXIO" aufgegliedert. Jedes dieser Segmente wird durch eine eigene Geschäftsleitung geführt und durch ein "Shareholder Committee" operativ beraten.

Die HX-Gruppe (Kelvion, DencoHappel und ENEXIO) ist breit im Geschäft mit Wärmetauschern aufgestellt und weltweit einer der größten Anbieter auf diesem Gebiet. Ihre umfangreiche Produktpalette reicht von Plattenwärme- und Rohrbündelwärmetauschern über luftgekühlte Wärmetauscher, Luftfilteranlagen, Trocken- und Nasskühlsysteme sowie Kunststoff-Füllmaterial bis zu Luftaufbereitungsanlagen für zahlreiche Anwendungen in den Branchen Energieerzeugung, Klima- und Umweltschutz, Öl und Gas, Petrochemie, Nahrungsmittel und Getränke, Chemie und Schifffahrt.

Im Geschäftsjahr 2015 wurde beschlossen, die wirtschaftlich bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO auch in gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreie Gesellschaftsstrukturen zu überführen. Zu diesem Zweck wurden folgende Transaktionen in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 getätigt:

DencoHappel Segment

Es wurde in 2015 mit der DencoHappel Holding GmbH eine Holdinggesellschaft implementiert (als Schwestergesellschaft der Kelvion Finance), unter welcher die Geschäftsaktivitäten des DencoHappel-Segments gesellschaftsrechtlich abgebildet wurden. Die hierzu erforderlichen Veräußerungen bzw. Übertragungen von DencoHappel-Gesellschaften bzw. DencoHappel-Geschäftsaktivitäten in Form von Abspaltungen bzw. Asset Deals an bzw. auf die DencoHappel Holding GmbH bzw. an durch die DencoHappel Holding GmbH gegründete Tochtergesellschaften erfolgten überwiegend zum Ende des Geschäftsjahres 2015 (siehe Ziffer 5 des Konzernanhangs). Die veräußerten oder übertragenen DencoHappel Gesellschaften wurden im Dezember 2015 entkonsolidiert. Die Übertragungen der tschechischen und österreichischen Geschäftsaktivitäten, welche wirtschaftlich dem Kelvion Segment zuzurechnen, jedoch rechtlich zum Abschlussstichtag 2015 noch Teil der DencoHappel-Gesellschaften sind, wurden indes erst im Geschäftsjahr 2016 rechtlich umgesetzt (siehe Ziffer 5 und 11 des Konzernanhangs).

ENEXIO Segment

Mit der ENEXIO Management GmbH wurde in 2015 eine Holdinggesellschaft implementiert (als Schwestergesellschaft der Kelvion Finance), unter welcher die Geschäftsaktivitäten des ENEXIO Segments gesellschaftsrechtlich abgebildet werden sollen. Die hierzu erforderlichen Veräußerungen von ENEXIO Gesellschaften bzw. ENEXIO Geschäftsaktivitäten in Form von Share Deals bzw. Asset Deals an die ENEXIO Management GmbH bzw. an durch die ENEXIO Management GmbH gegründete Tochtergesellschaften erfolgten überwiegend mit Wirkung zum 31. Dezember 2015 (siehe Ziffer 5 des Konzernanhangs). Die veräußerten oder übertragenen ENEXIO Gesellschaften wurden im Dezember 2015 entkonsolidiert. Die Veräußerung der ungarischen ENEXIO Gesellschaft einschließlich Tochtergesellschaften an die ENEXIO Management GmbH wurde indes erst im Geschäftsjahr 2016 rechtlich umgesetzt (siehe Ziffer 5 und 11 des Konzernanhangs).

Die fortgeführte Geschäftstätigkeit des Kelvion-Konzerns umfasst zum Bilanzstichtag 31.Dezember 2016 im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit des wirtschaftlichen Kelvion Segments. Das Kelvion Segment wiederum besteht aus den vier Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers. Die Geschäftseinheit Refrigeration Technologies entwickelt und vertreibt Kompaktwärmetauscher für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die Geschäftseinheit Machine Cooling Systems ist auf Wärmetauscher für die Kühlung von Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und Elektromotoren spezialisiert. Die Geschäftseinheit Project Engineered Solutions betreibt das Projektgeschäft mit Rippenrohrwärmetauschern für diverse Anwendungen überwiegend für Kunden in der Öl- und Gasindustrie sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie. Die Geschäftseinheit Plate Heat Exchangers vermarktet eine breite Palette an abgedichteten, vollgeschweißten und emaillierten Wärmetauschern für diverse Anwendungen unter anderem in den Industrien Climate & Environment, Power, Food & Beverages, Oil & Gas, Chemicals and Marine.

Innerhalb der fortgeführten Geschäftstätigkeit des rechtlichen Konzerns ist zum 31. Dezember 2016 zudem ein laufendes Großprojekt (= langfristige Auftragsfertigung) bilanziell erfasst, das wirtschaftlich dem ENEXIO Segment zuzurechnen ist, aber rechtlich über eine südafrikanische Kelvion-Gesellschaft abgewickelt wird.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundlage für die Erstellung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss umfasst den Zeitraum 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016. Somit entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr.

In den Konzernabschluss der Kelvion Finance, bestehend aus der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang, sind das Unternehmen sowie dessen direkte und indirekte Tochtergesellschaften (im Folgenden "Kelvion-Gruppe" oder "Konzern" genannt) einbezogen. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS) und der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie im Einklang mit den entsprechenden Interpretations des Standard Interpretation Committee (SIC) und des International Financial Reporting Standards Interpretation Committee (IFRSIC), soweit sie von der EU gemäß Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards übernommen worden sind. Dabei wurden die IFRS-Standards und Interpretationen angewendet, welche für am 1. Januar 2016 oder später beginnende Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden sind. Die Offenlegung des Konzernabschlusses wird im elektronischen Bundesanzeiger (EBANZ) erfolgen.

Der Konzernabschluss wird in Euro (EUR), der funktionalen Währung des Konzerns, aufgestellt. Die Betragsangaben erfolgen in tausend EUR, so dass rundungsbedingt Abweichungen in Höhe von eintausend EUR auftreten können.

Im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst worden. Sie werden im Anhang entsprechend erläutert. Aktiva und Passiva werden in langfristige und kurzfristige Posten unterteilt. Kurzfristige Posten beinhalten Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Rückstellungen, die innerhalb eines Jahres realisierbar bzw. fällig sind. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewandt.

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird unter Anwendung der indirekten Methode für Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und der direkten Methode für Cashflows aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde am 28. September 2018 von der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung freigegeben.

2.2 Going-Concern Annahme

Der Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe wurde nach dem Going-Concern-Prinzip erstellt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Kelvion-Gruppe bei Fälligkeit alle Verbindlichkeiten innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Testatsdatum erfüllen kann.

Zur Absicherung des Liquiditätsbedarfs besteht für die Kelvion-Gruppe zusammen mit dem Enexio Teilkonzern über die Galapagos S.A. als indirektes Mutterunternehmen der Kelvion Finance GmbH zur Deckung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs eine mit einem Konsortium aus sechs Banken am 18. Mai 2014 abgeschlossene Multi-Currency Revolving Kreditvereinbarung ("RCF") mit einem maximalen Ziehungsvolumen von 75 Millionen EUR. Die Ziehung des vollen Kreditbetrages ist an die Einhaltung des Covenants "Minimum EBITDA" der letzten 12 Monate gebunden, wobei das der Covenant-Berechnung zugrunde zu legende normalisierte EBITDA LTM nach einem im Kreditvertrag vorgegebenen Schema jeweils zum Quartalsende zu berechnen ist, soweit der Kreditbetrag zu 30% oder mehr in Anspruch genommen werden soll. Das berechnete EBITDA LTM wird dann mit dem im RCF festgelegten Minimum EBITDA, welches gemäß des RCF vor Änderungen zum 31. Dezember 2017 94,8 Millionen EUR betrug und je Quartal weiter ansteigt, verglichen. Wird der Covenant nicht eingehalten, begrenzt sich die Ziehungsmöglichkeit nach dem RCF vor Änderungen auf 30% des maximalen Kreditvolumens.

Zum 31. Dezember 2017 wurde das Minimum EBITDA nicht erreicht, allerdings der RCF auch nur in Höhe von 15 Millionen EUR in Anspruch genommen und damit die Kreditbedingungen eingehalten. Zur Absicherung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs der Galapagos-Gruppe und als Voraussetzung für die Aufnahme von Verhandlungen über eine Anpassung des RCF haben die ultimativen Anteilseigner der Galapagos Holding S.A. (die verschiedenen Fonds des Triton Fund IV) (zusammen die "Investoren") in einem ersten Schritt 22,0 Millionen EUR an Liquidität in Form einer nach dem RCF möglichen "Equity Cure" zur Verfügung gestellt, die die Einhaltung des Covenants für das erste Quartal 2018 ermöglichte und als Cure Amount das Minimum EBITDA in den drei Folgequartalen um jeweils 21,8 Millionen EUR erhöht.

Unter diesen Voraussetzungen konnten die Verhandlungen über eine Neufassung des RCF ("Amendment") am 25. Mai 2018 erfolgreich abgeschlossen und wesentliche Erleichterungen für den Galapagos-Konzern und damit auch Kelvion vereinbart werden. Die verhandelten Änderungen beziehen sich auf (i) die Notwendigkeit der Durchführung eines Covenant-Tests erst bei einer Ziehung des RCF von 40% des Gesamtbetrags von 75 Millionen EUR, also 30 Millionen EUR, anstatt wie bisher 30% bzw. 22,5 Millionen EUR, (ii) Verzicht auf Covenant-Tests für Q2 und Q3 2018, (iii) Senkung des Mindest-EBITDA ab Q4 2018 auf dann gleichbleibend 80 Millionen EUR für alle Folgequartale, (iv) Vermeidung einer Erhöhung des Mindest-EBITDA im Falle von bestimmten Akquisitionen, (v) Erhöhung der berücksichtigungsfähigen Equity Cure Beträge auf die tatsächlich gezahlten Beträge anstelle der rechnerisch ermittelten Beträge für das betreffende Quartal und die drei Folgequartale sowie (vi) Reduzierung des Garantierahmens von insgesamt 400 Millionen EUR auf 375 Millionen EUR.

Am 21. August 2018 veräußerte die Galapagos BidCo S.à r. l. (das Mutterunternehmen der Kelvion Finance GmbH) ihre gesamten Anteile einschließlich der Preferred Equity Certificates an der Fusilli Co-Invest S.à r.l. (die Muttergesellschaft der Fläkt Woods Gruppe) zum Preis von EUR 64,0 Millionen an die Fusilli TopCo S.'a r.l. und legte diesen Betrag in die Kelvion Finance GmbH und damit den Cash-Pool des Tochterunternehmens Kelvion Holding GmbH ein. Unter demselben Datum erwarb die Kelvion Holding GmbH von der Galapagos MidCo S.à r.l. alle Anteile der Rocore Holding GmbH (des Mutterunternehmens der Rocore Gruppe) sowie ein Gesellschafterdarlehen einschließlich aufgelaufener Zinsen gegenüber der Rocore Holding GmbH zum Barpreis von EUR 34,0 Millionen und einer Verbindlichkeit von EUR 14.2 Millionen, die anschließend in die Kelvion Holding GmbH eingelegt wurde. Die restlichen EUR 30,0 Millionen verblieben als zusätzliche Liquidität im Kelvion Finance Teilkonzern. Die Geschäftsleitung glaubt, dass die Rocore-Gruppe eine gute strategische Ergänzung für Kelvion in einem Geschäftsbereich und in einer Region mit signifikantem Wachstumspotenzial ist.

Auf Basis der zusätzlichen zugeführten Liquidität durch die Investoren und der geänderten, für Kelvion vorteilhaften, Kreditbedingungen geht die Geschäftsführung der Kelvion Finance GmbH von der zutreffenden Anwendung der Going-Concern Prämisse aus.

2.3 Erstmalige Anwendung neuer Standards und Interpretationen

Folgende Änderungen an Standards und Interpretationen, die für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2016 verpflichtend anzuwenden sind, wurden erstmalig durch den Konzern angewendet. Standards, Interpretationen oder Änderungen, die verabschiedet aber bisher nicht verpflichtend sind wurden nicht vorzeitig angewendet. Sofern nicht konkret im Rahmen der nachfolgenden Absätze dargelegt, ergeben sich aus den neuen Standards, Interpretationen oder Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe.

Änderungen des Standards IFRS 11 " Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit"

Die Änderungen an IFRS 11 verpflichten den Erwerber von Anteilen an einer gemeinsamen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb nach IFRS 3 darstellen, dazu alle Prinzipien des IFRS 3 und anderen IFRS auf die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen anzuwenden, insofern diese nicht in Widerspruch zu IFRS 11 stehen. Die Änderungen sind auf Erwerbe von Anteilen an einer bestehenden gemeinschaftlichen Tätigkeit und auf die Erwerbe von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit bei ihrer Gründung anzuwenden, solange die Begründung der gemeinschaftlichen Tätigkeit nicht mit der Begründung des Geschäftsbetriebs einhergeht. Sie sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Änderungen des Standards IAS 1 "Darstellung des Abschlusses"

Am 14. Dezember 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen des Standards IAS 1. Die Änderungen betreffen mehrere Angabevorschriften und stellen klar, dass im Anhang nur Angaben zu machen sind, die nicht unwesentlich sind. Dieser Wesentlichkeitsgrundsatz gilt auch für Standards, die Mindestangaben vorschreiben. Darüber hinaus regeln die Änderungen die Zusammenfassung und Aufteilung von Abschlussposten in der Bilanz und in der Ergebnisrechnung. Zudem wird klargestellt, wie der Anteil einer Gesellschaft am sonstigen Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt werden soll. Ferner darf der Anhang den Erfordernissen des bilanzierenden Unternehmens entsprechend aufgebaut sein.

Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anwendbar, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Änderungen der Standards IAS 16 und IAS 38 - "Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden"

Am 12. Mai 2014 veröffentlichte das IASB Änderungen der Standards IAS 16 und IAS 38. Die Änderungen stellen klar, welche Abschreibungsmethoden akzeptabel sind. Demnach sind erlösbasierte Abschreibungsmethoden für immaterielle Vermögenswerte nur in Ausnahmefällen zulässig; Voraussetzung ist die Darlegung, dass andere zulässige, Abschreibungsmethoden unangemessen sind. Bei Sachanlagen ist die Anwendung erlösbasierter Abschreibungsmethoden nicht gestattet.

Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anwendbar, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Änderungen des Standards IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" - "Leistungsorientierte Pläne: Mitarbeiterbeiträge"

Am 11. November 2013 veröffentlichte das IASB Änderungen des Standards IAS 19. Darin wird klargestellt, wie von Mitarbeitern oder Dritten geleistete dienstzeitabhängige Planbeiträge auf die Dienstzeit verteilt werden sollen. Für den Fall, dass die Beitragshöhe von der Anzahl der Dienstjahre unabhängig ist, sind Bilanzierungshilfen zugelassen.

Die Europäische Union hat die Änderungen am 9. Januar 2015 übernommen. In Abweichung von dem vom IASB vorgesehenen Termin schreibt sie die Anwendung jedoch für Berichtsperioden vor, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen.

Änderung des Standards IAS 27 "Anwendung der Equity-Methode in separaten Abschlüssen"

Die Änderungen gestatten es einem Unternehmen Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen im separaten Abschluss unter Anwendung der Equity-Methode zu bilanzieren. Bereits nach IFRS bilanzierende Unternehmen, welche die Equity-Methode im separaten Abschluss anwenden, haben die Änderungen retrospektiv anzuwenden. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2016 anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung gestattet ist.

Jährliche Verbesserungen IFRS: Zyklus 2010 bis 2012

Am 25. September 2014 veröffentlichte das IASB im Rahmen der jährlichen Verbesserungen kleinere Änderungen an den folgenden Standards. Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen.

IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung"

Die Änderungen haben Auswirkungen auf verschiedene Sachverhalte hinsichtlich der Leistungs- und Dienstbedingung, welche zu den Ausübungsbedingungen gehören. Darunter:

1. Eine Leistungsbedingung muss eine Dienstbedingung beinhalten

2. Ein definiertes Leistungsziel muss erreicht werden, während die Gegenpartei die Dienstleistung erbringt

3. Ein Leistungsziel kann an die Aktivitäten des Unternehmens oder eines anderen Unternehmens derselben Gruppe gebunden sein

4. Eine Leistungsbedingung kann eine Marktbedingung sein

5. Wenn die andere Partei, unabhängig vom Grund, die Durchführung der Leistung während der Ausübungsperiode beendet, gilt die Leistungsbedingung als nicht erfüllt.

IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse "

Alle bedingten Gegenleistungen, die aus einem Unternehmenszusammenschluss resultieren und als Vermögenswert oder Schuld klassifiziert werden, sind zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies ist unabhängig von der Erfüllung der Bedingungen des IFRS 9 (oder IAS 39).

IFRS 8 "Geschäftssegmente"

Die Änderungen sind rückwirkend anzuwenden und beinhalten Folgendes:

Unternehmen müssen die Ermessensentscheidungen offenlegen, die von der Unternehmensleitung bei der Anwendung der Zusammenfassungskriterien gemäß IFRS 8.12 getroffen wurden. Zur Beurteilung ihrer Vergleichbarkeit muss eine kurze Beschreibung der aggregierten Segmente und ihrer wirtschaftlichen Kennzahlen (z.B. Umsatzerlöse und Bruttomarge) gegeben werden.

Die Überleitungen der Summe der Vermögenswerte des Segments auf die Vermögenswerte des Unternehmens sind nur zur Verfügung zu stellen, wenn die Vermögenswerte des Segments regelmäßig berichtet werden.

IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts"

Die Änderungen des IFRS 13 sind retrospektiv anzuwenden und stellen klar, dass die Veröffentlichung von IFRS 13 und die Änderung von IFRS 9 und IAS 39 nicht zur Abschaffung der Möglichkeit geführt hat, kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten ohne festgelegten Zinssatz ohne Abzinsung zu ihrem Rechnungsbetrag zu bewerten, solange die Auswirkungen der nicht erfolgten Abzinsung nicht wesentlich sind.

IAS 16 "Sachanlagen" und IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte"

Die Änderung ist retrospektiv anzuwenden und besagt in IAS 16 und IAS 38, dass bei einer Neubewertung einer Sachanlage der Bruttobuchwert auf eine Art und Weise anzupassen ist, die im Einklang mit der Neubewertung des Buchwerts steht.

IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen"

Die Änderung ist retrospektiv anzuwenden und besagt, dass ein Unternehmen, welches Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensführung für die Berichtseinheit oder das Mutterunternehmen der Berichtseinheit leistet, ein nahe stehendes Unternehmen der Berichtseinheit ist.

Jährliche Verbesserungen an den IFRS: Zyklus 2012 bis 2014

Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2016 anzuwenden. Sie beziehen sich insgesamt auf vier Standards:

IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche"

Vermögenswerte (oder aufgegebene Geschäftsbereiche) werden generell durch Verkauf oder Übertragung an die Eigner übertragen. Die Änderung stellt klar, dass der Wechsel der Veräußerungsmethode nicht als neuer Veräußerungsplan aufgefasst wird, sondern als Fortsetzung des ursprünglichen Plans. Es gibt daher keine Unterbrechung der Anforderungen des Anwendungsbereichs des IFRS 5. Die Änderung ist prospektiv anzuwenden.

IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben"

(i) Verwaltungsverträge

Die Änderung erfordert zusätzliche Angaben darüber, ob ein Verwaltungsvertrag ein fortgesetztes Engagement in Bezug auf einen übertragenen Vermögenswert darstellt. Die Bewertung, welcher Verwaltungsvertrag ein fortgesetztes Engagement bedeutet ist retrospektiv durchzuführen. Die verpflichtenden Anhangangaben müssen allerdings erst ab dem Geschäftsjahr der Erstanwendung erfolgen.

(ii) Anwendbarkeit der Änderungen an IFRS 7 auf zusammengefasste Zwischenberichte

Die Änderungen sind nicht anzuwenden auf zusammengefasste Zwischenberichte, solange die Angabe keine signifikante Steigerung des Informationsgehalts im Vergleich zum zurückliegenden Geschäftsbericht darstellt. Die Änderungen sind retrospektiv anzuwenden.

IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer"

Die Änderungen stellen klar, dass die Markttiefe für hochwertige Unternehmensanleihen auf Währungsebene und nicht anhand des Landes in dem die Anleihe gehandelt wird, ermittelt werden soll. Wenn kein tiefer Markt für hochwertige Unternehmensanleihen in der Währung vorhanden ist, sind die Kurse von Staatsanleihen zu nutzen. Die Änderungen sind prospektiv anzuwenden.

IAS 34 "Zwischenberichterstattung"

Gemäß der Änderung erfolgen die erforderlichen Angaben entweder im Zwischenabschluss oder durch Querverweise zwischen Zwischenabschluss und der entsprechenden Stelle im Zwischenbericht (bspw. im Risikobericht). Die anderen Informationen des Zwischenberichts müssen den Adressaten unter denselben Bedingungen und zur selben Zeit zur Verfügung gestellt werden wie der Zwischenabschluss. Die Änderung ist retrospektiv anzuwenden. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

2.4 Von der EU noch nicht übernommene neue Standards und Interpretationen

Die im Folgenden behandelten neuen Rechnungslegungsstandards und neuen Interpretationen sowie die im Folgenden behandelten Änderungen bestehender Rechnungslegungsstandards und bestehender Interpretationen sind vom IASB bzw. vom IFRSIC bereits herausgegeben, aber in der EU noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ob und inwieweit sie sich auf den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe auswirken, wird derzeit analysiert. Eine vorzeitige Anwendung ist derzeit nicht geplant.

- Änderung von IFRS 10 und IAS 28: Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture (Zeitpunkt des Inkrafttretens noch nicht definiert)

- Änderung von IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (ab dem 1. Januar 2019)

- IFRIC 23 Unsicherheit über Einkommensteuerbehandlungen (ab 1. Januar 2019)

- Verbesserungen zu IFRS 2015 - 2017 Änderungen zu IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23 (mit Wirkung zum 1. Januar 2019)

- Änderungen an IAS 19 Planänderungen, Plankürzungen oder Settlement (ab 1. Januar 2019)

- IFRS 17 Versicherungsverträge (ab 1. Januar 2021)

Diese neuen Standards und Änderungen zu bestehenden Standards werden von der Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2018 oder später angewendet. Es sind keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten.

2.5 Von der EU übernommene, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards und Interpretationen wurden bereits veröffentlicht und durch die EU übernommen, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden und wurden daher bisher nicht durch den Konzern angewendet. Die Auswirkungen auf die Kelvion-Gruppe werden derzeit analysiert. Sofern nachfolgend nicht unmittelbar dargestellt, werden die neuen Standards bzw. Änderungen an bestehender Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Eine vorzeitige Anwendung ist derzeit nicht geplant.

Änderungen zu IAS 7 "Offenlegungsinitiative"

Am 29. Januar 2016 veröffentlichte das IASB Änderungen zu IAS 7 (Kapitalflussrechnung), die verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Nach der neuen Vorschrift verlangt das IASB die Angabe der folgenden Änderungen bei Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit:

- Veränderungen aus Finanzierungs-Cashflows,

- Änderungen, die sich aus der Erlangung oder dem Verlust der Kontrolle über Tochtergesellschaften oder andere Unternehmen ergeben,

- die Auswirkungen von Wechselkursänderungen,

- Änderungen der beizulegenden Zeitwerte,

- andere Änderungen

Änderungen an IAS 12 Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste

Die Änderungen an IAS 12 präzisieren das Bilanzierungsverfahren für latente Steueransprüche in Bezug auf nicht realisierte Verluste von Schuldinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Konzerns haben.

Verbesserungen der IFRS 2014-2016: Änderungen an IFRS 12

Die jährlichen Verbesserungen an den IFRS (2014-2016) beinhalten Änderungen an drei IFRS. IFRS 12 stellt klar, dass die Angaben nach IFRS 12 immer diejenigen Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures oder assoziierten Unternehmen beinhaltet, die als "zur Veräußerung verfügbar" nach IFRS 5 definiert sind, mit Ausnahme der Angaben nach IFRS 12.B10-B16 (Finanzinformationen). Die Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Konzerns haben.

IFRS 9 "Finanzinstrumente"

Am 24. Juli 2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung des Standards IFRS 9 "Finanzinstrumente", der an die Stelle des Standards IAS 39 "Finanzinstrumente" tritt. IFRS 9 enthält neue Bestimmungen für die Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, für die Verbuchung von Wertminderungen bei finanziellen Vermögenswerten und für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Die zwei Bewertungskategorien "fortgeführte Anschaffungskosten" und "beizulegender Zeitwert" bleiben erhalten. Ob ein finanzieller Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, hängt von zwei Faktoren ab: dem betriebswirtschaftlichen Modell des bilanzierenden Unternehmens zur Steuerung des Bestands, dem der finanzielle Vermögenswert zugeordnet ist, und den Merkmalen der vertraglichen Kapitalströme des finanziellen Vermögenswertes. Finanzielle Vermögenswerte werden dann zum fortgeführten Anschaffungswert bewertet, wenn sie ausschließlich zu festgelegten Terminen Anlass zu Tilgungsleistungen und Zinszahlungen geben und zum Zweck der Vereinnahmung der vertraglichen Kapitalströme gehalten werden. Alle übrigen finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Alle Kapitalbeteiligungen im Anwendungsbereich von IFRS 9 sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wobei Wertänderungen erfolgswirksam zu erfassen sind, mit Ausnahme jener Beteiligungen, für die das Unternehmen Wertänderungen im sonstigen Ergebnis vorgenommen hat. Für die Bewertung der Beteiligung an der Fusilli CoInvest S.a.r.l. (Luxemburg) schließt der Galapagos-Konzern derzeit die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert gemäß IFRS 13 ab. Auf Basis der aktuellen Zwischenergebnisse erwarten wir einen Fair Value über dem aktuellen Buchwert. Die Bewertungseffekte aller anderen Beteiligungen werden voraussichtlich unwesentlich sein.

Der Ansatz von Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte soll unter Zugrundelegung des erwarteten Wertminderungsaufwands erfolgen. In IAS 39 waren Wertminderungen nur für den tatsächlich eingetretenen Aufwand gestattet. Die Prüfung von Wertminderungen muss grundsätzlich unter Anwendung eines Dreistufenmodells erfolgen. Demnach hängt die zu erfassende Wertminderung vom Kreditausfallrisiko der Kontrahenten ab. Bei bestimmten Finanzinstrumenten wie beispielsweise Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gelten für den Ansatz von Wertminderungsaufwendungen vereinfachte Regeln. Die Effekte aus der erstmaligen Anwendung zum 1. Januar 2018 sind im Eigenkapital zu erfassen. Wir haben die Auswirkungen der Änderung vom Incurred-Loss-Modell auf das Expected-Loss-Modell basierend auf Daten der letzten drei Jahre bewertet und keine wesentliche Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen festgestellt.

Die überarbeiteten Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften zielen auf eine engere Anlehnung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an die Risikomanagementstrategie des bilanzierenden Unternehmens.

Der neue Standard wird auf Berichtsperioden anwendbar sein, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

Nach IFRS 9 muss der Konzern sicherstellen, dass das Hedge Accounting mit den Zielen und Strategien des Risikomanagements des Konzerns im Einklang steht. Obwohl innerhalb des Konzerns Devisenterminkontrakte zur Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung eingesetzt werden, wurde kein Hedge Accounting angewendet, so dass IFRS 9 keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss hat. IFRS 9 verlangt darüber hinaus umfangreiche neue Angaben, insbesondere im Hinblick auf das Kreditrisiko und die erwarteten Ausfälle, sowie das Hedge Accounting.

IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden"

Am 28. Mai 2014 veröffentlichte das IASB mit IFRS 15 einen neuen Standard zur Erlösbilanzierung. Mit dem neuen Standard sollen vorrangig bereits bestehende Erlösbilanzierungsregeln vereinheitlicht und so die Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen verbessert werden. IFRS 15 ersetzt die Standards IAS 11 und IAS 18 sowie die Interpretationen IFRIC 13, IFRIC 15, IFRIC 18 und SIC 31.

Der neue Standard unterscheidet nicht nach Vertrags- und Leistungsarten, sondern stellt einheitliche Kriterien für den Zeitpunkt der Erlösrealisierung auf. Nach Maßgabe von IFRS 15 ist ein Erlös dann zu realisieren, wenn die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter oder Dienstleistungen und den mit ihnen verbundenen Nutzen auf den Kunden übergeht. Aktuell sind je nach Vertragsart entweder die Wesentlichkeit des Übergangs von Gefahr und Nutzen aus dem Eigentum an der Ware oder der Fertigstellungsgrad maßgebend. Das Unternehmen setzt den Erlös in Höhe des für die übertragenen Güter und Dienstleistungen erwarteten Entgelts an.

Das neue Modell umfasst fünf Stufen. Als erstes ist der Vertrag mit dem Kunden und als zweites sind die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Als drittes ist der Transaktionspreis zu ermitteln. Als viertes ist der Transaktionspreis auf die Leistungsverpflichtungen aus dem Vertrag zu verteilen. Als fünftes ist der Erlös bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen in Höhe des zugeteilten Anteils des Transaktionspreises dann zu erfassen, sobald die vereinbarten Güter und Dienstleistungen geliefert bzw. erbracht worden sind. IFRS 15 regelt ferner, ob die Erlöserfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg erfolgen soll.

Der neue Standard ist auf Berichtsperioden anwendbar, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Bei der Erstanwendung soll IFRS 15 uneingeschränkt auf die laufende Periode zur Anwendung kommen, und zwar auch rückwirkend auf sämtliche Verträge, die zu Beginn der Periode noch nicht vollständig erfüllt waren. Für frühere Zeiträume besteht nach Maßgabe der Übergangsvorschriften die Wahl zwischen (i) der vollständigen Anwendung von IFRS 15 auf Vorjahre oder (ii) der Beibehaltung der aufgrund der älteren Standards ausgewiesenen Vorjahreszahlen unter Bereinigung des Eigenkapital-Eröffnungssaldos um den kumulativen Effekt der Anwendung von IFRS 15 am Erstanwendungsdatum (modifiziert retrospektive Methode).

Die Gruppe hat ihre Beurteilung der wichtigsten Änderungen der Rechnungslegung, die durch den neuen Standard ausgelöst wurden, abgeschlossen und wird die Bewertung der Übergangsanpassung im Eigenkapital für die modifizierte retrospektive Anwendung bis Ende 2018 abschließen. IFRS 15 betrifft hauptsächlich die Bilanzierung von separaten Leistungsverpflichtungen innerhalb eines Auftrages, die Darstellung von Drohverlusten aus Fertigungsaufträgen in der Bilanz, die Behandlung von Kosten der Auftragserlangung, Erlöslegung bei variablen Vergütungen und den Erlöslegungszeitpunkt bei auf die Baustellen verbrachte jedoch noch nicht verbaute Materialien im Rahmen von Fertigungsaufträgen. Die Anwendung von IFRS 15 wird zu höheren PoC-Forderungen und höheren Wertberichtigungen der Bestände bzw. Rückstellungen für drohende Verluste sowie abgegrenzten Erlösen führen.

Amendment to IFRS 15 - Klarstellungen zu IFRS 15

Die Änderungen enthalten zum einen Klarstellungen zu verschiedenen Regelungen des IFRS 15 und zum anderen Vereinfachungen bezüglich des Übergangs auf den neuen Standard.

Über die Klarstellungen hinaus enthält der Änderungsstandard zwei weitere Erleichterungen zur Reduzierung der Komplexität und der Kosten der Umstellung auf den neuen Standard. Diese betreffen Wahlrechte bei der Darstellung von Verträgen, die entweder zu Beginn der frühesten dargestellten Periode abgeschlossen sind oder die vor Beginn der frühesten dargestellten Periode geändert wurden.

Die Änderungen sind zum 1. Januar 2018 erstmalig anzuwenden.

IFRS 16 "Leasingverhältnisse"

Am 13. Januar 2016 veröffentlichte das IASB neue Grundsätze für den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis und die Anhangangaben von Leasingverhältnissen, welche IAS 17 ersetzen werden. Zukünftig wird die derzeitige Klassifizierung als entweder operatives Leasing oder Finanzierungsleasing gemäß IAS 17 und IFRIC 4 aufgehoben. Bei Anwendung des neuen Standards erfasst der Leasingnehmer einen "Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht" sowie eine Leasingverbindlichkeit. Demnach ist der Leasingnehmer verpflichtet alle Vermögenswerte und Schulden aus Leasinggeschäften mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten zu bilanzieren, solange diese nicht unwesentlich sind. Die Einführung des IFRS 16 führt durch den Anstieg der Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten bei Unternehmen mit wesentlichen außerbilanziellen Leasinggeschäften unter IAS 17 zu Veränderungen in zentralen Bilanzkennzahlen. Der Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht wird in der Regel linear abgeschrieben, wohingegen die Leasingverbindlichkeit anhand der Effektivzinsmethode fortgeführt wird. IFRS 16 ist auf Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2019 anzuwenden.

Die Gruppe hat damit begonnen, die möglichen Auswirkungen der Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss zu bewerten. Die Einstufung aller Verträge, die potenziell von IFRS 16 betroffen sind, dauert auf Konzernebene noch an. Der Konzern erwartet die wesentlichsten Auswirkungen bei der Erfassung neuer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für seine Operating-Leasingverhältnisse. Darüber hinaus wird angenommen, dass sich die Art der Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Leasingverhältnissen ändert, da IFRS 16 die lineare Erfassung von Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse durch Abschreibungen auf Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ersetzt. Eine abschließende Bewertung und Quantifizierung der Auswirkungen ist derzeit nicht möglich. Auch bezüglich der anzuwendenden Übergangsmethode wurde noch keine Entscheidung getroffen.

Verbesserungen der IFRS 2014 - 2016

IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS (ab 1. Januar 2018)

Die kurzfristigen Ausnahmen in den Absätzen E3-E7 des IFRS 1 wurden gestrichen, da sie nun ihren beabsichtigten Zweck erfüllt haben.

IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (mit Wirkung zum 1. Januar 2018)

In IAS 28 wird klargestellt, dass das Wahlrecht zur Bewertung einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, das von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, je Beteiligung unterschiedlich ausgeübt werden kann.

Änderung des Standards IAS 40 "Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien"

Die Änderung von IAS 40 dient der Klarstellung, in welchen Fällen die Klassifikation einer Immobilie als "als Finanzinvestition gehaltene Immobilie" beginnt bzw. endet, wenn sich die Immobilie noch im Bau oder in der Entwicklung befindet. Durch die bisher abschließend formulierte Aufzählung in IAS 40.57 war die Klassifikation noch nicht fertiggestellter Immobilien bisher nicht klar geregelt. Die Aufzählung gilt nun explizit als nicht abschließend, sodass nun auch noch nicht fertiggestellte Immobilien unter die Regelung subsumiert werden können. Die Änderung ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Änderungen des Standards IFRS 2 "Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung"

Die Änderungen betreffen die Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen im Rahmen der Bewertung anteilsbasierter Vergütungen mit Barausgleich, die Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungen, die einen Nettoausgleich für einzubehaltende Steuern vorsehen sowie die Bilanzierung bei einer Änderung der Klassifizierung der Vergütung von "mit Barausgleich" in "mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente". Die Änderungen sind auf Vergütungen, die in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, gewährt bzw. geändert werden, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Eine rückwirkende Anwendung ist nur ohne Verwendung späterer besserer Erkenntnisse möglich.

Änderung des IFRS 9 Vorfälligkeitsmerkmale mit negativer Vergütung

Die Anpassungen betreffen eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung ("prepayment feature with negative compensation") dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

Die Änderungen sind zum 1. Januar 2019 erstmalig anzuwenden.

IFRIC 22 "Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen"

IFRIC 22 adressiert eine Anwendungsfrage zu IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen. Klargestellt wird, auf welchen Zeitpunkt der Wechselkurs für die Umrechnung von Transaktionen in Fremdwährungen die erhaltene oder geleistete Anzahlungen beinhalten, zu ermitteln ist. Maßgeblich für die Ermittlung des Umrechnungskurses für den zugrunde liegenden Vermögenswert oder Schuld, Ertrag oder Aufwand ist danach der Zeitpunkt, zu dem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert bzw. Schuld erstmals erfasst wird. Die Interpretation ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

2.6 Konsolidierungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst die Jahresabschlüsse der Kelvion Finance sowie ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2016. Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen werden, unter Anwendung der IFRS-Rechnungslegungsgrundsätze, prinzipiell für dieselbe Geschäftsperiode wie die des Mutterunternehmens erstellt. Ausgenommen hiervon ist das indische Unternehmen, dessen Geschäftsjahr jährlich am 31. März endet. Dieses Unternehmen wird auf Basis des Zwischenabschlusses in den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe einbezogen.

Sämtliche konzerninternen Salden und Geschäftsvorfälle sowie nicht realisierte Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, aber als Indikator für Wertminderungsaufwendungen für übertragene Vermögenswerte betrachtet.

Der Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe beinhaltet die Kelvion Finance und alle wesentlichen Unternehmen, welche direkt oder indirekt durch die Kelvion Finance beherrscht werden. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Kelvion-Konzern die Beherrschung erlangt, konsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung nicht mehr besteht.

Der Konsolidierungskreis veränderte sich wie folgt:

Anzahl Gesellschaften 2016 2015
Konzern am 1. Januar 49 66
inländische Gesellschaften 12 15
ausländische Gesellschaften 37 51
Neugründungen 1 3
Liquidationen -1 -1
Verschmelzungen - -1
Statusänderungen - 1
Veränderung des Konsolidierungskreises durch Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung (der Galapagos BidCo S.à r.l.) -3 -19
Konzern am 31. Dezember 46 49
inländische Gesellschaften 11 12
ausländische Gesellschaften 35 37

Für die Veränderungen des Konsolidierungskreises durch Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung wird auf den Konzernanhang verwiesen (siehe ausführliche Erläuterungen hierzu unter Ziffer 5).

Tochtergesellschaften

Eine Tochtergesellschaft ist eine vom Unternehmen beherrschte Beteiligungsgesellschaft. Ein Beherrschungsverhältnis liegt vor, wenn die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sind: (1) das Unternehmen besitzt die Verfügungsgewalt über die Beteiligungsgesellschaft; (2) das Unternehmen besitzt eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in der Beteiligungsgesellschaft; (3) das Unternehmen besitzt die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über die Beteiligungsgesellschaft dergestalt zu nutzen, dass die Höhe der Rendite der Beteiligungsgesellschaft beeinflusst wird. Die Erfüllung der Kriterien kann durch Instrumente der Corporate Governance und zusätzliche vertragliche Vereinbarungen nachgewiesen werden.

Ruhende Gesellschaften sowie Gesellschaften ohne wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden im Konzernabschluss nicht berücksichtigt.

Insgesamt werden 8 (im Vorjahr: 4) Gesellschaften nicht konsolidiert. Deren Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital sowie Aufwendungen und Erträge sind in ihrer Gesamtheit für den Konzernabschluss unwesentlich. Die Tochtergesellschaften werden zu Anschaffungskosten abzüglich unter Umständen relevanter Wertminderungen als sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte bilanziert. Da die Geschäftsleitung den Einfluss auf den Konzern als unwesentlich und somit das Wesentlichkeitskriterium der IFRS als nicht erfüllt betrachtet, sind keine weiteren Angaben gemäß IFRS 12 erfolgt.

Assoziierte Unternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Kelvion Finance maßgeblichen Einfluss ausübt, die aber weder eine Tochtergesellschaft noch eine Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen ist. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung über ein gemeinschaftliches Beherrschungsverhältnis, aufgrund derer die Kelvion-Gruppe Rechte an den einer Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten besitzt und Verpflichtungen für deren Schulden hat. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert, unwesentliche Unternehmen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Erstansatz erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten. Der Folgeansatz in späteren Abschlüssen berücksichtigt den Konzernanteil am Ergebnis und sonstigem Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder das gemeinschaftliche Beherrschungsverhältnis endet. Die Beteiligungen des Konzerns umfassen Anteile an zwei assoziierten Unternehmen (im Vorjahr drei) und drei (im Vorjahr drei) Gemeinschaftsunternehmen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zum 31. Dezember 2016 sämtlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, da sie nicht wesentlich sind.

Währungsumrechnung

Die Gesellschaften der Kelvion-Gruppe stellen ihre Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf und die entsprechenden Abschlussposten werden auf dieser Basis in Euro umgerechnet.

Transaktionen in Währungen abweichend von der funktionalen Währung von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion gültigen Wechselkursen umgerechnet. Monetäre Forderungen und Verbindlichkeiten werden zu dem am Abschlussstichtag geltenden Wechselkurs umgerechnet. Daraus entstehende Wechselkursgewinne und -verluste werden als sonstiger betrieblicher Ertrag bzw. Aufwand erfolgswirksam erfasst. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertete nicht-monetäre Posten werden zu dem am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs umgerechnet. Zum beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertete nicht-monetäre Posten werden zu dem am Tag der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts geltenden Wechselkurs umgerechnet.

Jahresabschlüsse von Gesellschaften, deren funktionale Währung von der Darstellungswährung abweicht, werden in die Darstellungswährung des Konzernabschlusses umgerechnet. Die Vermögenswerte und Schulden der konsolidierten Gesellschaften werden zu dem am Abschlussstichtag geltenden Mittelkurs umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der konsolidierten Gesellschaften werden zu den für die Berichtsperiode ermittelten Durchschnittskursen umgerechnet. Sollten diese Durchschnittskurse keine zuverlässige Schätzung für tatsächliche Transaktionskurse darstellen, erfolgt die Umrechnung zum Transaktionskurs. Sämtliche Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Konsolidierungsmethoden

Von Dritten erworbene Unternehmen werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Bewertung des geleisteten Entgelts erfolgt unter Zugrundelegung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten für den Verkäufer sowie der zum Erwerbszeitpunkt emittierten Eigenkapitalinstrumente. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden ungeachtet etwaiger nicht beherrschender Anteile zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Vereinbarte bedingte Entgelte werden zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam durch die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Überschuss der Gesamtgegenleistung über den Anteil am beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens des bzw. der Tochterunternehmen, wird der Unterschiedsbetrag nach erneuter Überprüfung des Werts des erworbenen Nettovermögens in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Konzerngesellschaften mit abweichendem Abschlussstichtag werden unter Zugrundelegung von Zwischenabschlüssen zum jeweiligen Konzernstichtag konsolidiert.

Entkonsolidierung

Bei den veräußerten bzw. abgespaltenen Gesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten handelt es sich um Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle über die beteiligten Unternehmen vor und nach den jeweiligen Transaktionen bei der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, liegt. Die Kelvion Finance GmbH als Muttergesellschaft des Kelvion-Konzerns indes verliert infolge der Veräußerungs- und Abspaltungsvorgänge die Kontrolle über die abgehenden Tochtergesellschaften, so dass die Beherrschung im Sinne des IFRS 10 endet. Entsprechend erfolgt eine Entkonsolidierung dieser Tochtergesellschaften zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung jeweils endet. Das Abgangsergebnis aus der Entkonsolidierung wird als Unterschiedsbetrag zwischen dem Transaktionspreis und dem (anteiligen) übertragenen Eigenkapital in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" ausgewiesen. Eine betragliche Herleitung des Abgangsergebnisses wird im Kapitel 5 vorgenommen.

Geschäfts- oder Firmenwert

Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts

Ein beim Erwerb von Unternehmen entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird als immaterieller Vermögenswert angesetzt. Als Geschäfts- oder Firmenwert gilt der Überschuss des Gesamtkaufpreises über den beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens. Im Geschäfts- oder Firmenwert sind der Wert des Personals, die Zukunftsfähigkeit und technische Weiterentwicklung des erworbenen Unternehmens sowie ein strategisches Aufgeld berücksichtigt.

Wertänderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird bei der Kelvion-Gruppe auf Ebene der Business Units, welche als zahlungsmittelgenerierende Einheiten festgestellt wurden, getestet. Der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit auf die Business Units verteilt, bei denen Synergieeffekte aus dem Unternehmenszusammenschluss erwartet werden. Profitiert mehr als eine Business Unit von der Akquisition, wird der Geschäfts- oder Firmenwert anhand eines Verteilungsschlüssels umgelegt.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich und darüber hinaus bei Anzeichen für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Seit der vorläufigen Bilanzierung der Kaufpreisallokation im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert erstmalig im Geschäftsjahr 2015 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert und auf Werthaltigkeit getestet. Die Kaufpreisallokation wurde im Jahr 2015 abgeschlossen. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Eine Wertminderung reduziert den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts entsprechend. Ein den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts übersteigender Wertminderungsbedarf wird proportional, unter Berücksichtigung der jeweiligen erzielbaren Beträge der Vermögenswerte, bei den Buchwerten des materiellen und immateriellen Vermögens in Abzug gebracht.

Abbildung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Rahmen der Transaktion unter gemeinsamer Beherrschung

Im Rahmen der Entkonsolidierung der veräußerten bzw. abgespaltenen Gesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten (Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung) ist der im Rahmen der Erstkonsolidierung der HX-Gruppe zum 1. November 2014 bei der Akquisitionsgesellschaft Kelvion Finance GmbH gebildete Geschäfts- oder Firmenwert für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten "ENEXIO" und "DencoHappel" abgegangen. Dieser Geschäfts- oder Firmenwert wurde betraglich angepasst auf den zum 31. Dezember 2015 gegebenen Konsolidierungskreis, was bedeutet, dass einerseits der der ungarischen ENEXIO-Gesellschaft (einschl. Tochtergesellschaften) zugerechnete Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. Dezember 2015 nicht auf den rechtlichen Konzern ENEXIO übertragen worden ist, da diese Gesellschaften erst im Geschäftsjahr 2016 Konzerngesellschaften der rechtlichen ENEXIO-Gruppe geworden sind.

Andererseits wurde der Geschäfts- oder Firmenwert, der den Kelvion Geschäftsaktivitäten zuzurechnen ist, welche zum Bilanzstichtag noch Teil der österreichischen und tschechischen DencoHappel-Gesellschaft und somit Teil des rechtlichen Konzerns DencoHappel sind, im Zusammenhang mit der erfolgten Abspaltung der DencoHappel GmbH auf die DencoHappel-Gruppe im Wege der Buchwertverknüpfung übertragen.

Der Erwerb der betreffenden Kelvion Geschäftsaktivitäten erfolgte im Geschäftsjahr 2016. Nach dem Erwerb erfolgte der Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts mit den in der ursprünglichen Purchase Price Allocation ermittelten Wertansätzen im Rahmen der Buchwertfortführung in Höhe von 32.607 tausend EUR.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Der Posten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" umfasst sowohl selbst geschaffene als auch erworbene Vermögenswerte. Als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden aktivierte Entwicklungskosten bilanziert. Erworbene immaterielle Vermögenswerte sind in erster Linie vertragliche Rechte, Technologien, Markennamen und Kundenbeziehungen. Technologie, Markennamen und Kundenbeziehungen werden für gewöhnlich im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen erworben. Der Ansatz der selbst erzeugten und der erworbenen immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Lässt sich die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes bestimmen, so wird er nach seinem erstmaligen Ansatz linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Fremdkapitalzinsen werden, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, in den Anschaffungs- und Herstellungskosten berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2015 und 2016 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Der Buchwert eines immateriellen Vermögenswertes wird auf Werthaltigkeit überprüft, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eine Wertminderung ereignet hat. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Dazu muss der erzielbare Betrag des jeweiligen Vermögenswertes bestimmt werden. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, so wird der Vermögenswert auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Liegt der Grund für einen Wertminderungsaufwand nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung bis maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen zuzüglich Wertaufholungen angesetzt. Bezüglich der Abschreibungsmethode sowie der Nutzungsdauern wird auf Ziffer 5.3 verwiesen. Fremdkapitalkosten werden, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, in den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2015 und 2016 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Kosten für größere regelmäßige Wartungsarbeiten werden, sofern diese die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, aktiviert und auf die Restnutzungsdauer der betreffenden Sachanlage oder auf den Zeitraum bis zum nächsten Wartungszeitpunkt abgeschrieben.

Der Buchwert von Gegenständen des Sachanlagevermögens wird überprüft, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eine Wertminderung ereignet hat. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Der beizulegende Zeitwert bestimmt sich vorrangig anhand des aktuellen Inlandsmarktpreises für gebrauchte Maschinen oder gewerblich genutzte Immobilien. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, so wird ein Wertminderungsaufwand angesetzt. Zur Bewertung der Wertminderung werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zu einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zusammengefasst, die unabhängig von anderen Vermögenswerten bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eigene Cashflows generiert. Liegt der Grund für eine verbuchte Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

Leasingverhältnisse

Die Beurteilung, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder beinhaltet, ist abhängig von den wirtschaftlichen Bestandteilen des Vertrags. Es bedarf Auswertungen, ob die Erfüllung des Vertrags abhängig von der Nutzung eines spezifischen Vermögenswerte oder mehrerer Vermögenswerte ist oder, ob der Vertrag das Recht zur Nutzung eines oder mehrerer Vermögenswerte beinhaltet.

Der Konzern als Finanzierungsleasingnehmer

Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing bilanziert, wenn die wesentliche Gefahr und der wesentliche Nutzen aus dem Gebrauch des geleasten Vermögenswertes und somit das wirtschaftliche Eigentum beim Leasingnehmer liegen. Dementsprechend setzen jene Konzerngesellschaften, die als Leasingnehmer die wesentliche Gefahr und den wesentlichen Nutzen aus einem geleasten Vermögenswert tragen, den Vermögenswert mit dem niedrigeren der zwei Beträge aus beizulegendem Zeitwert oder Barwert der Mindestleasingzahlungen an und schreiben den Vermögenswert dann auf den kürzeren der zwei Zeiträume aus Leasingdauer und geschätzter Nutzungsdauer des Vermögenswertes ab. Es wird eine entsprechende Verbindlichkeit bilanziert, die in den Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert wird. Die Zahlungen an den Leasinggeber werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt; der Zinsanteil wird für die Dauer des Leasingverhältnisses als fortlaufende Zinszahlung auf die Leasingrestschuld erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Alle übrigen Leasingverhältnisse mit der Kelvion-Gruppe als Leasingnehmer werden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert.

Der Konzern als Operating-Leasingnehmer

Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden über den gesamten Zeitraum linear als Aufwand gebucht. Die Kelvion-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Der Posten "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" umfasst Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, sonstige Wertpapiere, finanzielle Forderungen (ohne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und derivative Finanzinstrumente.

Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften und sonstige Eigenkapitalinstrumente werden als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert. Ihre Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten, da sie nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden, ihr beizulegender Zeitwert sich nicht verlässlich bestimmen lässt und die Konzernleitung Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derartiger Anteile als für den Konzernabschluss unwesentlich betrachtet. Der Grund dafür liegt in der Schwankungsbreite der Bewertungsparameter, so dass sich nicht verlässlich bestimmen lässt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein errechneter Marktwert eintritt. Ein verlässlicher Marktwert kann erst im Zuge von Verkaufsverhandlungen bestimmt werden.

Verbriefte Vermögenswerte, die der Konzern bis zur Endfälligkeit zu halten beabsichtigt, werden als "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen" angesetzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Alle übrigen Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, ihre Wertschwankungen direkt im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine Einstufung als "zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte" erfolgt nur, wenn keine andere Kategorie zutrifft.

Finanzielle Forderungen werden als "Kredite und Forderungen" angesetzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Handelsgeschäften (und nicht im Sinne von IAS 39.85) verwendet, insbesondere zur Absicherung des aus Verkaufs- und Erwerbsgeschäften herrührenden Währungsrisikos. Sie werden stets zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente, die kein Bestandteil einer bilanzierten Sicherungsbeziehung sind, werden als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" angesetzt; Veränderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden erfolgswirksam erfasst. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, die Bestandteil einer bilanzierten Sicherungsbeziehung sind und zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme dienen, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte werden zu dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem der Konzern eine Barzahlung erhält oder einen Zahlungsanspruch besitzt. Bei einem ordentlichen Verkauf nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte ist der Abwicklungstermin (d. h. der Liefertermin der finanziellen Vermögenswerte) maßgebend. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald infolge einer Zahlung, eines Verzichts, einer gesetzlichen Beschränkung, einer Aufrechnung oder einer sonstigen Gegebenheit der Anspruch auf Erhalt von Barzahlungen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten erlischt. Sie werden ferner ausgebucht, wenn der Zahlungsanspruch mit vollständiger Übertragung der mit ihm verbundenen Risiken abgetreten wird. Bei einem ordentlichen Verkauf nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte wird dem Bilanzierungsansatz entsprechend der Abrechnungstermin als Ausbuchungstermin herangezogen.

Der Erstansatz finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Bewertung von nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten erfolgt unter Einschluss der Transaktionskosten.

Finanzielle Vermögenswerte oder Gruppen finanzieller Vermögenswerte werden jeweils zum Abschlussstichtag auf Wertminderungsanzeichen geprüft. Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Wert eines finanziellen Vermögenswertes ist gemindert, wenn nach Eintritt eines oder mehrerer Ereignisse nach dem Erstansatz des Vermögenswertes objektiv Anzeichen für einen Rückgang der erwarteten künftigen Zahlungsströme vorliegen. Objektive Wertminderungsanzeichen sind beispielsweise größere finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder ein Zahlungsausfall. Im Falle von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten (beispielsweise nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente) entspricht die Wertminderung der Differenz zwischen dem Buchwert des Finanzinstruments und dem Barwert der zum ursprünglichen Effektivzinssatz abgezinsten künftigen Kapitalströme.

Liegt der Grund für eine Wertminderung nicht mehr vor, wird außer bei Eigenkapitalinstrumenten erfolgswirksam eine Wertaufholung angesetzt. Wertaufholungen werden maximal in Höhe derjenigen fortgeführten Anschaffungskosten erfasst, die ohne Wertminderungsaufwand anzusetzen gewesen wären.

Vorräte

Vorräte werden im Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten angesetzt und nachfolgend zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bilanziert. Anschaffungskosten errechnen sich aus den Durchschnittskosten oder unter Anwendung der FIFO-Methode. Herstellungskosten beinhalten die Fertigungseinzelkosten zuzüglich Material- und Fertigungsgemeinkosten, Abschreibungen und fertigungsbezogenen Verwaltungskosten. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten Verkaufserlös abzüglich noch ausstehender Fertigungs- und Vertriebskosten. Für gebuchte Wertminderungen sind Wertaufholungen anzusetzen, sofern die Gründe für die Wertminderung nicht mehr vorliegen. Wertaufholungen werden maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten keinen Zinsanteil und werden zum Nennwert abzüglich Wertminderungsaufwendungen auf voraussichtlich uneinbringliche Forderungen bilanziert.

Aufgrund von Factoringverträgen verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgebucht, sobald Nutzen und Gefahr mehrheitlich auf das Finanzdienstleistungsunternehmen übergangen sind.

Langfristige Fertigungsaufträge

Forderungen und Erlöse aus langfristigen Fertigungsaufträgen werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad (Percentage of Completion) angesetzt.

Der Fertigstellungsgrad entspricht dem Verhältnis zwischen den aufgelaufenen Kosten und den kalkulierten Gesamtkosten (cost-to-cost-Methode). Die Bewertung von Fertigungsaufträgen erfolgt zu Herstellungskosten zuzüglich eines dem Fertigstellungsgrad entsprechenden Gewinnanteils. Verluste aus Fertigungsaufträgen werden ungeachtet des Fertigstellungsgrades direkt und vollständig in dem Geschäftsjahr angesetzt, in dem sie erkannt werden. Falls die entstandenen Auftragskosten und die bilanzierten Gewinne oder Verluste höher sind als die erhaltenen Anzahlungen, wird der über dieselben hinausgehende Betrag aktiviert und im Posten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Falls die erhaltenen Anzahlungen am Abschlussstichtag höher sind als die aktivierten Kosten und die bilanzierten Gewinne oder Verluste, so werden sie im Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen auf Fertigungsaufträge werden als Verbindlichkeit ausgewiesen.

Lässt sich der Auftragsgewinn nicht verlässlich schätzen, so wird der Erlös lediglich in Höhe der entstandenen Auftragskosten angesetzt (Nullgewinnmethode). Ein Gewinn wird erst dann angesetzt, wenn der Auftragsgewinn verlässlich geschätzt werden kann.

Zahlungen für Differenzen im Gesamtauftrag, Ansprüche und Prämien werden im Auftragserlös insoweit berücksichtigt, als sie voraussichtlich Erlöse nach sich ziehen, die sich verlässlich schätzen lassen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel sind Kassenbestand und Sichteinlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit beliebig in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte, zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Der Ansatz langfristiger Vermögenswerte oder einer Gruppe von Vermögenswerten, die im Sinne von IFRS 5 als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert wurden, erfolgt zum Buchwert oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die Klassifizierung als "zur Veräußerung gehalten" erfolgt, wenn der Buchwert eines langfristigen Vermögenswerts oder einer Veräußerungsgruppe überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird und insgesamt die in IFRS 5 definierten Kriterien erfüllt sind. Die entsprechenden Vermögenswerte sowie die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden Schulden werden in der Konzernbilanz gesondert als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte zugeordnete Schulden" ausgewiesen. Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden die langfristigen Vermögenswerte bzw. die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden Vermögenswerte und Schulden zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS Standards bewertet. Danach erfolgt eine Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Hierbei werden Veräußerungsgruppen als Ganzes bewertet. Da der Buchwert von zur Veräußerung gehaltenen abnutzbaren Veräußerungsgruppen überwiegend durch den Verkauf und nicht durch die Nutzung derselben realisiert wird, endet die planmäßige Abschreibung dieser Vermögenswerte zum Zeitpunkt der Umklassifizierung.

Wenn eine Veräußerungsgruppe einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder einen geografischen Geschäftsbereich darstellt, qualifiziert diese als nicht fortgeführter Geschäftsbereich. Die Ergebnisse der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung separat als "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" ausgewiesen. Das Vorjahr wird entsprechend angepasst, um ebenfalls das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen abzubilden. In der Kapitalflussrechnung werden die Cashflows aus fortgeführten Geschäftsbereichen separat von den Cashflow aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen gezeigt; die Vorjahresdarstellung wurde entsprechend angepasst. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung zwischen den fortgeführten Geschäftsbereichen und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen erfolgt dergestalt, dass die Eliminierung von Umsätzen, Erträgen und Aufwendungen unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen beiden Bereichen jeweils dem leistenden Geschäftsbereich zugeordnet werden (wirtschaftliche Betrachtungsweise). Es erfolgt eine ausnahmslose Schuldenkonsolidierung.

Die Angaben im Konzernanhang beziehen sich grundsätzlich auf die in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesenen Vermögenswerte oder Schulden bzw. auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Soweit sich Angaben auch auf die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte bzw. Schulden bzw. die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche beziehen, wird an den entsprechenden Stellen darauf hingewiesen.

Verpflichtungen aus Pensionsplänen

Die Verpflichtungen aus Pensionsplänen betreffen Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der Anwartschaftsbarwert dieser Verpflichtungen wird unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehalts- und Rentensteigerungen berechnet, da der bis zum Renteneintrittsalter erreichbare Leistungsanspruch von diesen abhängig ist. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegen versicherungsmathematische Gutachten von unabhängigen Aktuaren zugrunde.

Um die Pensionsleistungen erbringen zu können, werden zum Teil finanzielle Vermögenswerte in langfristig ausgelegten Fonds außerhalb der Kelvion-Gruppe gehalten oder qualifizierte Versicherungspolicen abgeschlossen. Sofern die Leistungsansprüche durch solche externen Vermögenswerte (Planvermögen) gedeckt sind, wird deren beizulegender Wert mit dem Anwartschaftsbarwert der Verpflichtung saldiert. Der resultierende Saldo wird unter den langfristigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern oder unter langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Neubewertung auf Nettoschulden oder Vermögenswerten auf leistungsorientierten Versorgungsplänen werden im Jahr ihrer Entstehung im sonstigen Konzernergebnis erfasst und nach Bereinigung von steuerlichen Effekten in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Gleiches gilt auch für die Bilanzierung des Unterschieds zwischen den tatsächlichen Erträgen und den auf Basis des Diskontierungsfaktors rechnerisch ermittelten Erträgen aus Planvermögen. Ein Aufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtungen aus Pensionsplänen wird in den Zinsaufwendungen erfasst, ein Ertrag in den Zinserträgen. Der laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand der Periode sowie Gewinne und Verluste aus Abgeltungen werden in den jeweiligen Funktionskosten erfasst.

Sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Unter den sonstigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern werden sonstige langfristige Leistungen sowie alle kurzfristigen fälligen Leistungen erfasst. Bei den kurzfristigen Verpflichtungen aus fälligen Leistungen gegenüber Arbeitnehmern wird erwartet, dass diese spätestens zwölf Monate nach Ende der erbrachten Leistungen in voller Höhe abgegolten werden. Zu ihnen gehören unter anderem Löhne, Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, bezahlter Urlaub sowie Erfolgsbeteiligungen. Sie werden zeitkongruent mit der vergüteten Arbeitsleistung aufwandswirksam verteilt. Am Bilanzstichtag wird der Teil des Aufwands, der die bereits geleistete Zahlung übersteigt, als abgegrenzte Schuld ausgewiesen. Sonstige langfristige Leistungen, wie z.B. Jubiläumszahlungen oder Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit dem versicherungsmathematisch ermittelten Barwert der Verpflichtung zum Bilanzstichtag angesetzt. Zur Insolvenzversicherung verdienter Altersteilzeitguthaben werden Wertpapiere an die Berechtigten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert dieser Wertpapiere wird mit der korrespondierenden Verpflichtung saldiert.

Rückstellungen

Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten besteht, der zukünftige Ressourcenabfluss wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages zuverlässig geschätzt werden kann. Sofern der Zinseffekt wesentlich ist, wird der Barwert des notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Abzinsung erfolgt zu den marktüblichen Zinssätzen für die entsprechende Fälligkeit und Währung. Der Aufwand aus der Abzinsung wird als Zinsaufwand ausgewiesen.

Bei der Bildung von Gewährleistungsrückstellungen wird der Aufwand zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in den Herstellungskosten berücksichtigt. Die Bemessung der Rückstellung basiert sowohl auf dem tatsächlich angefallenen Gewährleistungsaufwand in der Vergangenheit als auch auf dem evaluierten Gesamtrisiko einer Anlage bzw. eines Produkts. Zusätzlich werden Rückstellungen gebildet, wenn ein Garantiefall bekannt und ein Verlust wahrscheinlich wird. Rückgriffsforderungen gegen Zulieferer werden aktiviert, sofern deren Leistungen einer Garantie unterliegen und der Anspruch höchstwahrscheinlich durchgesetzt werden kann.

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden angesetzt, wenn der aus dem Vertrag erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung notwendigen Kosten. Die notwendigen Kosten schließen auch die zur Vertragserfüllung notwendigen Gemeinkosten ein.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere Gesellschafterdarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Galapagos-Gruppe und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich angefallener Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Zugangsbewertung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing erfolgt zum niedrigeren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjektes und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Der Ansatz und die Folgebewertung der sonstigen Verbindlichkeiten erfolgt mit Ausnahme erhaltener Anzahlungen sowie des passivischen Saldos aus Fertigungsaufträgen analog zu den Finanzverbindlichkeiten. Die Anzahlungen werden zum Nominalwert angesetzt. Hinsichtlich der Bewertung des passivischen Saldos aus Fertigungsaufträgen wird auf die Ausführungen zu der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen verwiesen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei innerhalb eines Jahres fällig werdenden Verbindlichkeiten entspricht dies dem Erfüllungsbetrag.

Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an den verkauften Waren und Dienstleistungen verbunden sind, auf den Kunden übertragen wurden. Üblicherweise erfolgt dies mit Übergabe der Güter an den Kunden. Umsätze aus Dienstleistungen werden zeitanteilig mit der Erbringung der Dienstleistung ertragswirksam. Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung bewertet. Kundenboni, Skonti, Preisnachlässe und Rabatte schmälern die Umsatzerlöse.

Erlöse aus Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich nach der Percentage of Completion Methode realisiert, wonach die Umsätze entsprechend des Fertigstellungsgrades ausgewiesen werden. Der Fertigstellungsgrad ermittelt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (Cost-to-cost-Method). Die Auftragskosten umfassen Einzelkosten, die durch die Produktion veranlassten Fertigungs- und Materialgemeinkosten, Abschreibungen, produktionsbezogene Verwaltungskosten sowie sonstige Kosten, die dem Kunden gesondert in Rechnung gestellt werden können. Auftragsänderungen, Nachforderungen oder Leistungsprämien werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich zu Erlösen führen, deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Ausgewiesen werden die realisierten Umsatzerlöse unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Abzug von Teilabrechnungen. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand erfasst.

Zinserträge werden unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes und des Forderungsrestbetrages anteilig zur Restlaufzeit angesetzt. Erhaltene Ausschüttungen auf Eigenkapitalinstrumente werden als Ertrag erfasst, sofern der Ausschüttungsanspruch gerichtlich geltend gemacht werden kann.

Erlöse aus Nutzungsentgelten werden unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Verträge periodengerecht erfasst.

Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung werden unmittelbar aufwandswirksam berücksichtigt. Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produkts oder eines Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügbar sind. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Aktivierte Entwicklungskosten eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts werden einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Erforderliche Entwicklungskosten im Rahmen von Fertigungsaufträgen werden als Herstellungskosten aktiviert.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern die Kelvion-Gruppe die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden über den Zeitraum erfasst, in der die Aufwendungen entstehen, für welche die Zuwendung geleistet wurde. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden von den Anschaffungskosten des korrespondierenden Vermögenswertes abgezogen.

Ertragsteuern

Die Position "Ertragsteuern" umfasst sowohl tatsächliche als auch latente Steuern. Ertragsteuern werden - soweit sie keinen Unternehmenszusammenschluss betreffen - in Abhängigkeit von der Behandlung des sie auslösenden Geschäftsvorfalls erfolgswirksam oder aber direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst.

Tatsächliche Steuern

Die tatsächlichen Steuern umfassen die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung aus dem steuerbaren Ergebnis des Geschäftsjahres und etwaige Korrekturen der Steuerschuld oder Steuerforderung für frühere Geschäftsjahre. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der am Abschlussstichtag geltenden Steuersätze. Die tatsächlichen Steuern beinhalten ferner Steuern auf Ausschüttungen.

Latente Steuern

Latente Steuern werden angesetzt für Verlustvorträge, noch nicht genutzte Steuergutschriften sowie für temporäre Differenzen zwischen dem IFRS-Buchwert und dem steuerrechtlichen Buchwert von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Latente Steuern werden nicht angesetzt,

- wenn die latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Periodenergebnis (vor Ertragsteuern) noch das zu versteuernde Einkommen beeinflusst, erwächst;

- für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen sowie Anteilen an Joint Ventures, soweit der Konzern den Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen zu bestimmen in der Lage und deren Umkehrung in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist; und

- für steuerbare Differenzen aus der erstmaligen Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten.

Ein latenter Steueranspruch wird in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige steuerbare Erträge zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verluste und noch nicht genutzte Steuerguthaben verrechnet werden können. Latente Steueransprüche werden in dem Umfang nicht angesetzt, in dem es nicht wahrscheinlich ist, dass der entsprechende Steuervorteil realisiert wird. Die Steueransprüche werden angesetzt, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftiger steuerbarer Gewinne erhöht.

Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag neu bewertet und entsprechend der Wahrscheinlichkeit bilanziert, dass zukünftige steuerbare Erträge zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen, Verlustvorträge oder Steuergutschriften verrechnet werden können.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, in dem jeweiligen Land erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) verwendet, die zum Bilanzstichtag gültig oder durch den Gesetzgeber bereits verabschiedet wurden.

2.7 Einschätzungen und Ermessensentscheidungen

Die Erstellung des Abschlusses erfordert, dass Einschätzungen und Ermessensentscheidungen durch die Konzernleitung getroffen werden, die sich auf die Vermögenswerte, die Verbindlichkeiten, die Rückstellungen, die aktivischen und passivischen latenten Steuern, die Erträge und Aufwendungen sowie den Ausweis von Eventualverbindlichkeiten auswirken.

Dem Ansatz und der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden liegen, wie nachfolgend dargestellt, teilweise Ermessensentscheidungen des Managements zugrunde. Alle Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln. Weichen später die tatsächlichen Umstände von den angenommen ab, wirkt sich dies auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden aus. Faktoren, die eine negative Abweichung von getroffenen Einschätzungen verursachen können, können eine Verschlechterung der Weltwirtschaft, Entwicklungen der Währungskurse und Zinssätze sowie wesentliche Gerichtsverfahren und Änderungen von umweltrechtlichen bzw. sonstigen gesetzgeberischen Bestimmungen sein. Produktionsfehler, Verluste von wesentlichen Kunden sowie steigende Finanzierungskosten können gleichfalls den zukünftigen Erfolg des Konzerns beeinträchtigen.

Die wesentlichen Bereiche, in denen Einschätzungen und Ermessensentscheidungen bei Ansatz und Folgebewertung auftreten, werden im Folgenden beschrieben:

Wertminderung von Geschäfts- und Firmenwerten

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird mindestens jährlich anhand des Vergleichs des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag überprüft. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag besteht ein Wertminderungsbedarf in Höhe des Differenzbetrags.

Der erzielbare Betrag aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis des Nutzungswertes berechnet. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist abhängig von der Wahl angemessener Bewertungstechniken und Annahmen. Diese Annahmen beinhalten die Wahl des Diskontierungssatzes, des Planungszeitraums und zukünftiger Ergebnisse und werden in Ziffer 6.1 weitergehend erläutert. Die Annahmen können aufgrund von wirtschaftlichen, markt- oder unternehmensbezogenen Bedingungen sowie des wirtschaftlichen Erfolgs der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Änderungen unterliegen. Daher analysiert die Kelvion-Gruppe fortlaufend die externen Bedingungen und den wirtschaftlichen Erfolg der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Darüber hinaus werden Sensitivitätstests hinsichtlich zentraler Werttreiber wie bspw. der prognostizierten Wachstumsrate oder der Diskontierungssätze durchgeführt.

Bewertung von Sachanlagen und von immateriellen Vermögenswerten

Der beizulegende Zeitwert von im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten zum Erwerbszeitpunkt wird ebenso geschätzt wie ihre erwartete Nutzungsdauer. Die Grundlage dafür bilden die von der Geschäftsleitung getätigten Annahmen.

Ermittlung von Wertminderungen bei Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten

Zur Schätzung von Wertminderungen bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten werden unter anderem Annahmen zu Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminderung getroffen. Als Schätzungsgrundlage dienen vielerlei Faktoren wie beispielsweise Veränderungen der aktuellen Wettbewerbsbedingungen, die Wachstumserwartungen auf dem Wärmetauschermarkt, eine Veränderung der Kapitalkosten, Veränderungen bei künftigen Finanzierungsmöglichkeiten, technische Überalterung, der Wegfall von Leistungen, die aktuellen Wiederbeschaffungskosten und die gezahlten Preise bei vergleichbaren Geschäftsvorfällen sowie andere auf eine Wertminderung hinweisende Veränderungen. Die Ermittlung von Wertminderungsindikatoren, die Schätzung künftiger Zahlungsströme und die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Vermögenswerten oder Vermögenswertgruppen bedarf weitreichender Annahmen der Geschäftsleitung über Art und Nutzwert von Wertminderungsindikatoren, erwartete Kapitalströme, anwendbare Abzinsungssätze, Nutzungsdauern und Restwerte.

Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Die Kelvion-Gruppe greift bei Ansatz und Bewertung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit anhängigen Rechtsstreitigkeiten oder sonstigen offenen Ansprüchen, die Gegenstand von Verhandlungen, Mediationsverfahren, Schiedsgerichtsverfahren oder staatlichen Bestimmungen sind, in erheblichem Maße auf Annahmen zurück. Sie trifft beispielsweise Annahmen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein geltend gemachter Anspruch abgewehrt werden oder eine Verbindlichkeit nach sich ziehen kann, und wie groß deren mögliche Spanne ausfällt. Für Verluste aus schwebenden Verträgen werden Rückstellungen gebildet, sofern der Verlust als wahrscheinlich betrachtet wird und verlässlich eingeschätzt werden kann. Aufgrund der diesem Bewertungsprozess inhärenten Ungewissheit kann der tatsächliche Verlust höher oder niedriger ausfallen als die schätzungsbedingte Rückstellung. Auch Rückstellungen für Steuern und Prozessrisiken beruhen in hohem Maße auf Annahmen. Derlei Annahmen können sich infolge neuer Erkenntnisse ändern, die vorrangig mit Hilfe interner Fachleute oder aber mit Hilfe externer Berater wie beispielsweise Aktuaren oder Rechtsanwälten gewonnen werden. Sollten die Schätzungen für Verluste aus schwebenden Verträgen geändert werden, so kann dies die künftige Ertragslage erheblich beeinflussen.

Konsolidierung: Feststellung, ob eine faktische Beherrschung besteht

Die Abgrenzung des Konsolidierungskreises (siehe Abschnitt 2.5) der Kelvion-Gruppe beruht ebenso auf Annahmen der Geschäftsleitung wie die Entscheidung über die Nichtaufnahme von Tochtergesellschaften in den Konsolidierungskreis aufgrund des Wesentlichkeitsgrundsatzes.

Wertberichtigung auf zweifelhafte Forderungen

Für erwartete Verluste aus der Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtung von Kunden bildet der Konzern Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen. Bei ihren Annahmen über Eignung und Höhe einer solchen Wertberichtigung zieht die Geschäftsleitung die Fälligkeit von Forderungen, frühere Forderungsabschreibungen, die Kreditwürdigkeit des Kunden und Veränderungen der Zahlungsbedingungen für den Kunden in Betracht. Sollte sich die Finanzlage von Kunden verschlechtern, könnten die tatsächlichen Abschreibungen höher ausfallen als erwartet (und umgekehrt).

Ansatz und Bewertung von latenten Steueransprüchen und ungewissen Ertragsteuern

Die Kelvion-Gruppe ist in einer Vielzahl von Ländern und somit in verschiedenen steuerrechtlichen Jurisdiktionen tätig. Zur Ermittlung der Steuerschuld sind dementsprechend unterschiedliche Annahmen zu treffen. Nach Auffassung der Geschäftsleitung hat der Konzern seine Steuerschulden realistisch eingeschätzt. Gleichwohl besteht keine Gewähr dafür, dass die tatsächlichen Steuern den berechneten Steuern entsprechen. Jede Abweichung kann eine Veränderung der tatsächlichen oder latenten Steuern im maßgeblichen Jahr nach sich ziehen.

Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit eines latenten Steueranspruchs wird geschätzt, inwieweit die Realisierung des latenten Steueranspruchs hinreichend wahrscheinlich ist. Ob ein latenter Steueranspruch realisiert werden kann, hängt davon ab, ob zukünftig hinreichende steuerbare Erträge generiert werden können, gegen die sich die temporären Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträge verrechnen lassen. Ausgehend von einer Analyse des Zeitpunkts der Umkehrung der latenten Steuerschulden und der erwarteten künftigen steuerbaren Erträge, trifft die Geschäftsleitung eine Prognose darüber, ob latente Steueransprüche auf Grundlage der erwarteten künftigen steuerlichen Erträge realisiert werden können. Die latenten Steueransprüche reduzieren sich, wenn der Schätzwert für die geplanten steuerlichen Erträge sinkt, die infolge vorhandener Steuerguthaben sinken oder der Betrag oder die zeitliche Nutzung künftiger Steuerguthaben gesetzlich eingeschränkt wird (siehe Ziffer 8.6).

Bewertung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und Schulden sowie Klassifizierung von Geschäftsbereichen als nicht fortgeführt

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwerten und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. In die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten fließen auch Annahmen des Managements ein. Sofern ein Wertminderungsbedarf identifiziert wird, sind nach vollständiger Wertberichtigung eines etwaigen Geschäfts- oder Firmenwerts die anderen Vermögenswerte der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche unter Berücksichtigung der jeweiligen erzielbaren Beträge pro rata wertzumindern. Für die Ermittlung der erzielbaren Beträge der betreffenden Vermögenswerte wird unter anderem auf die Einschätzungen und Annahmen des Managements zurückgegriffen.

Ansatz und Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge

Der Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach der Percentage of completion Method liegen Schätzungen des Managements bezüglich der im Zusammenhang mit den Fertigungsaufträgen anfallenden Auftragskosten zugrunde. Schätzungsänderungen bzw. Abweichungen der tatsächlichen Kosten von den geschätzten Kosten haben unmittelbare Auswirkungen auf das realisierte Ergebnis aus Fertigungsaufträgen. Die operativen Einheiten überprüfen Schätzungen kontinuierlich und passen diese sofern erforderlich an.

Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen

Der Barwert von Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen bestimmt sich anhand versicherungsmathematischer Annahmen. Dazu gehören Diskontierungssätze, erwartete Lohn- und Gehaltserhöhungen, Rentenerhöhungen und Sterblichkeitsraten. Die angenommenen Werte können aufgrund der Markt- und Konjunkturentwicklung erheblich von den tatsächlich eintretenden abweichen und auf diesem Wege die Höhe der Verpflichtung und die entsprechenden Aufwendungen wesentlich beeinflussen.

Der Diskontierungssatz des Nettobuchwertes wird jeweils am Jahresende ermittelt. Er dient zur Bestimmung des Barwertes künftiger Kapitalabflüsse, die zur Abgeltung der Verpflichtung erforderlich sind. Als Abzinsungssatz verwendet der Konzern den Zinssatz erstklassiger Unternehmensanleihen in der Währung, in der die Verpflichtung bilanziert wird und die die entsprechende Fristigkeit der Altersversorgungsverpflichtungen aufweisen.

Weitere wesentliche Annahmen in Bezug auf Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen beruhen auf Marktbedingungen (siehe Ziffer 7.3).

Rechtsstreitigkeiten

Unternehmen der Kelvion-Gruppe sind in einigen Fällen Parteien von Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Rechtsstreitigkeiten könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Erkenntnisse zu diesen Rechtsstreitigkeiten und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Bei der Entscheidung der Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ein Unternehmen der Kelvion Gruppe bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko zu bilden ist (siehe Ziffer 7.2).

Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, für die auf einem aktiven Markt ein Kurs notiert wird, bedarf es in der Regel nur geringfügiger Annahmen. Ebenfalls gering ist der Schätzungsbedarf bei Finanzinstrumenten, die unter Anwendung branchenüblicher Bewertungsmodelle bewertet werden und für deren Berechnungsgrößen auf einem aktiven Markt ein Kurs notiert wird (z. B. Währungsderivate). Größer ist der Schätzungsbedarf bei Finanzinstrumenten, die unter Anwendung von Modellen und Methoden bewertet werden, deren Berechnungsgrößen sämtlich oder teilweise nur in geringerem Umfang oder gar nicht feststellbar sind. In diesen Fällen müssen für die Auswahl und Anwendung geeigneter Parameter, Modelle und Methoden Annahmen getroffen werden.

3. Finanzrisikomanagement

Die Kelvion-Gruppe wendet Regeln und Instrumente zur Steuerung und somit weitgehender Begrenzung oder Absicherung finanzieller Risiken im Konzern an.

Die Zielsetzung für die Vermögenssicherung, die Beseitigung von Sicherheitslücken und die Effizienzsteigerung bei Erkennung und Analyse von Risiken sowie die entsprechenden Organisationsformen, Zuständigkeiten und Kompetenzen sind klar definiert. Dabei wird den Prinzipien der Systemsicherheit, Funktionstrennung, Nachvollziehbarkeit und unverzüglichen Dokumentation gefolgt.

Die Kelvion-Gruppe ist im gewöhnlichen Geschäftsverkehr Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis-, Kredit- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement der Kelvion-Gruppe ist bestrebt, diese Risiken unter sachgerechtem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu mindern und größere Risikokonzentrationen zu vermeiden.

3.1 Währungsrisiko

Die Kelvion-Gruppe besitzt erhebliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten außerhalb der Eurozone, insbesondere in China, den USA, Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Indien. Diese Aktiva und Passiva werden in den jeweiligen lokalen Währungen bilanziert. Bei ihrer Umrechnung in Euro treten wechselkursbedingt Schwankungen auf, so dass sich die Nettovermögenswerte von Jahr zu Jahr verändern können. Diese Änderungen der Nettovermögenswerte werden im sonstigen Eigenkapital der Kelvion-Gruppe berücksichtigt.

Darüber hinaus bestehen für die Kelvion-Gruppe Risiken aus Fremdwährungstransaktionen, die vorwiegend aus Käufen und Verkäufen in anderen Währungen als der funktionalen Währung der jeweiligen Einheit herrühren. Um den Effekt von Wechselkursschwankungen im operativen Geschäft zu minimieren, haben alle Konzerngesellschaften eine grundsätzliche Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung, um Preise auf Basis von Sicherungskursen festzuschreiben. Die Sicherung von Währungsrisiken erfolgt für bilanzierte Grundgeschäfte, bilanzunwirksame feste Verpflichtungen sowie für erwartete und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Transaktionen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts und betragen in der Regel bis zu zwölf Monate, können aber in Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Hedge Accounting im bilanziellen Sinne wird zurzeit nicht angewandt.

Soweit gesetzlich zulässig, werden sämtliche Sicherungsgeschäfte von der Konzernabteilung Treasury abgewickelt. Die Konzerngesellschaften melden ihr Risiko dem Treasury, das wiederum für die Konzerngesellschaften entsprechende Sicherungsgeschäfte mit Banken abschließt. Die Sicherungsgeschäfte werden von der Treasury-Abteilung streng überwacht.

Von dem Absicherungserfordernis abgesehen, können Währungsschwankungen auch die Geschäftsmöglichkeiten außerhalb der Eurozone beeinträchtigen.

3.2 Zinsänderungsrisiko

Die Kelvion-Gruppe ist im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zur Überwachung des Zinsrisikos wird die Sensitivität der Kapitalströme des Konzerns gegenüber variabel verzinslichen Krediten analysiert. Die Nominalzinsen des variabel verzinslichen Gesellschafterdarlehens waren zum 31. Dezember 2016 wie im Vorjahr nicht abgesichert.

3.3 Rohstoffpreisrisiko

Der Konzern erwirbt im gewöhnlichen Geschäftsverkehr Rohstoffe, deren Kaufpreise je nach Marktlage erheblich schwanken können. Zur Begrenzung des Rohstoffpreisrisikos hat der Konzern mit mehreren Lieferanten Langzeitlieferverträge abgeschlossen.

3.4 Kreditrisiko

Ein Kreditrisiko ergibt sich daraus, dass eine Gegenpartei ihren Vertragspflichten möglicherweise nicht nachkommt und dem Konzern dadurch ein finanzieller Verlust entsteht. Zur Begrenzung des mit Zahlungsausfällen verbundenen finanziellen Risikos tätigt der Konzern Geschäfte grundsätzlich nur mit kreditwürdigen Kontrahenten und gegebenenfalls gegen Bereitstellung hinreichender Sicherheiten.

Der Konzern unterzieht die Risikobelastung und die Bonitätseinstufung seiner Gegenparteien und potenziellen Gegenparteien einer fortlaufenden Kontrolle. Im Komponentengeschäft tätige Konzerngesellschaften legen im Allgemeinen für jeden Kontrahenten eine Obergrenze für dessen Ausfallrisiko fest. Die Grenze leitet sich zumeist aus den Bonitätseinstufungen von Ratingagenturen und, falls vorhanden, den Preisen für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) ab. Bei Überschreitung der individuellen Obergrenze werden geeignete Maßnahmen ergriffen. Im Projektgeschäft tätige Konzerngesellschaften bestimmen die Finanzlage potenzieller Kunden von Fall zu Fall anhand der verfügbaren Finanzdaten. Die Bonitätseinschätzung wird vor der Annahme eines Projektauftrags zusätzlich von einem internen Risikoausschuss überprüft.

Zur Begrenzung des Kreditrisikos findet ferner ein aktives Forderungsmanagement unter Einbeziehung einer Delkredereversicherung statt. Bei Export- und Projektgeschäften kommen bestätigte und unbestätigte Dokumentenakkreditive sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Ausfuhrkreditversicherern zum Einsatz.

Da die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber einer Anzahl von großen Kunden aus unterschiedlichen Branchen und Regionen besteht, ist keine Konzentration von Risiken gegeben. Konkreten Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Derivate werden zur Eindämmung des mit ihnen verbundenen Kreditrisikos ausschließlich mit angesehenen Finanzinstituten geschlossen, denen international tätige Ratingagenturen eine hohe Kreditwürdigkeit bescheinigt haben.

Die Kelvion-Gruppe weist kein kritisches Kreditrisiko durch einen einzelnen Kontrahenten oder eine Gruppe merkmalähnlicher Kontrahenten auf. Das Kreditrisiko aus Zahlungsmitteln ist begrenzt, da es sich bei den Gegenparteien um renommierte Banken handelt, die von internationalen Ratingagenturen mit einer hohen Bonität bedacht sind und zudem in der Regel Kreditgeber des Konzerns sind. Daher wird die Kreditqualität finanzieller Vermögenswerte, die weder überfällig noch im Wert gemindert sind, als gut betrachtet. Das mit finanziellen Vermögenswerten verbundene Kreditrisiko entspricht maximal dem Buchwert.

3.5 Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Konzern aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von liquiden Mitteln seinen finanziellen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Zur Steuerung seines kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsbedarfs hat der Konzern ein geeignetes Regelwerk zur Begrenzung von Liquiditätsrisiken aufgestellt, das unter anderem einen mehrjährigen Finanzplan und eine rollierende monatliche Liquiditätsprognose vorsieht. Der Konzern steuert das Liquiditätsrisiko durch das Vorhalten hinreichender Rücklagen, Bankkreditfazilitäten und sonstiger Kreditfazilitäten sowie durch regelmäßige Kontrolle der erwarteten Kapitalströme.

Die wichtigste Quelle zur Generierung von Liquidität ist der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Zur Optimierung der Kreditaufnahme und der Barmittelnutzung findet in mehreren Ländern ein konzerninterner Liquiditätsausgleich (Cashpooling) statt, in dessen Rahmen die Konten der beteiligten Konzerngesellschaften täglich automatisch per Gut- oder Lastschrift ausgeglichen werden. Auf diese Weise werden eigenständige Geldanlagen oder Kreditaufnahmen einzelner Konzerngesellschaften weitgehend vermieden. Die Kelvion Holding GmbH sowie einige operative Kelvion-Gesellschaften im Ausland (bspw. USA und China) fungieren hierbei als Cashpool Führungsgesellschaften innerhalb der Galapagos-Gruppe. Das Cashpooling wird dabei nicht nur innerhalb des Kelvion Konzerns durchgeführt, sondern auch einheitlich mit dem Teilkonzern ENEXIO. Die Teilnahme am konzerninternen Cashpooling erfolgt im Wesentlichen nur in solchen Jurisdiktionen, die über keine Devisenhandelsbeschränkungen verfügen. Die Gesellschaften in Indien, Russland und Brasilien nehmen nicht am Cashpooling teil.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die nicht abgezinsten vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert.

Kapitalströme
(in T EUR) 2016
Buchwert < 1 Jahr 1 - 2 Jahre 2 - 3 Jahre
Bankkredite 21.100 21.100
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.386 158.952 9.434
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 84.959 84.959
Gesellschafterdarlehen 703.069 33.031 33.187 33.462
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind 2.402 2.151 251
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.661 919 1.156 1.144
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35.082 35.082
Kapitalströme
(in T EUR) 2016
Buchwert 3 - 4 Jahre 4 - 5 Jahre >5 Jahre
Bankkredite 21.100
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.386
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 84.959
Gesellschafterdarlehen 703.069 33.930 429.919 373.233
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind 2.402
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.661 991 961 14.497
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 35.082
Kapitalströme
(in T EUR) 2015
Buchwert < 1 Jahr 1 - 2 Jahre 2 - 3 Jahre
Bankkredite 23.486 23.486
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 187.643 174.403 13.240
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 126.094 126.094
Gesellschafterdarlehen 685.485 31.526 32.957 33.294
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind 3.505 3.435 70
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 13.389 268 419 422
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22.138 22.138
Kapitalströme
(in T EUR) 2015
Buchwert 3 - 4 Jahre 4 - 5 Jahre >5 Jahre
Bankkredite 23.486
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 187.643
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 126.094
Gesellschafterdarlehen 685.485 33.755 34.304 822.183
Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind 3.505
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 13.389 442 461 11.377
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22.138

Die am 31. Dezember 2016 offenen finanziellen Verbindlichkeiten sind in der Tabelle im Umfang des erwarteten vertraglichen Cashflows berücksichtigt. Planzahlen für zukünftige Verbindlichkeiten sind nicht enthalten. Fremdwährungsbeträge sind zu Stichtagskursen umgerechnet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten, die jederzeit zurückgezahlt werden können, wird unterstellt, dass sie innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in der Höhe von 84.959 tausend EUR (2015: 126.094 tausend EUR) resultieren hauptsächlich aus Cashpool Verbindlichkeiten gegenüber der ENEXIO Gruppe (sowie im Vorjahr zusätzlich gegenüber der DencoHappel Gruppe). Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten betreffen abgegrenzte Zinsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo in Höhe von 35.082 tausend EUR (2015: 22.138 tausend EUR).

3.6 Finanzkennzahlen, revolvierende Kreditfazilität und Haftungsverbund

Am 18. Mai 2014 hat die Kelvion Finance mit ihrer direkten Muttergesellschaft Galapagos BidCo und ihrer indirekten Muttergesellschaft Galapagos S.A. mit einem aus sechs Banken bestehenden Kreditkonsortium eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität (Multi-Currency-Revolving-Facility) in Höhe von 75.000 tausend EUR für die Galapagos-Gruppe vereinbart. Der Vereinbarung gemäß muss das in der Kreditfazilität definierte EBITDA zu jedem Quartalsabschluss, an dem der Betrag der Inanspruchnahme einen bestimmten Prozentsatz der Kreditfazilität übersteigt, das in der Vereinbarung bestimmte EBITDA überschreiten. Zum Abschlussstichtag war die Kreditfazilität wie im Vorjahr mit 20.000 tausend EUR in Anspruch genommen. Nähere Erläuterungen sind der Ziffer 2.2 zu Going-Concern zu entnehmen.

Der Galapagos-Konzern ist bei einer höheren Inanspruchnahme an kreditvertraglich definierte Financial Covenants gebunden. Zum Abschlussstichtag bestand für die Kelvion-Gruppe das Risiko, dass bei einer entsprechenden Inanspruchnahme der Kreditfazilität diese Financial Covenants nicht durch den Galapagos-Konzern eingehalten werden können, wenn ein in der Vereinbarung definiertes EBITDA auf Grund der wirtschaftlichen Lage nicht erreicht werden kann.

Da die revolvierende Kreditfazilität für sämtliche Segmente des Galapagos-Konzerns gemeinsam zur Verfügung gestellt wird, ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig von der Ergebnisentwicklung und vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Daher besteht für die Kelvion-Gruppe das Risiko von negativen Auswirkungen auf den eigenen Liquiditätsstatus, sofern sich die wirtschaftliche Lage der Kelvion-Gruppe oder des Galapagos-Konzerns insgesamt erkennbar verschlechtert.

Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu dem im Kreditvertrag bestimmten EBITDA stellt für den Konzern eine wichtige Finanzkennzahl dar (Verschuldungsgrad). Für die Zukunft wird eine Verringerung des Verschuldungsgrades angestrebt.

Zur Sicherung der Bankverbindlichkeiten bzw. den von der indirekten Muttergesellschaft Galapagos S.A. emittierten Anleihen haften zahlreiche Gesellschaften sowohl des Kelvion-Konzerns als auch seitens des DencoHappel- und des ENEXIO-Konzerns mit vertraglich definierten Vermögenswerten. Die in 2015 begonnene gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung hat die haftenden DencoHappel und ENEXIO Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche nicht aus dem Haftungsverbund entlassen, da sie zum Haftungsverbund des Galapagos S.A. Konzerns gehörten. Mit der tatsächlichen Veräußerung der DencoHappel Gruppe in 2016 an eine Schwestergesellschaft der Galapagos S.A. verließen die DencoHappel Gesellschaften den Haftungsverbund. Aus der Perspektive der Galapagos S.A. und deren Gläubiger hat sich der Haftungsverbund durch die anderen Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung in 2016 nicht verändert. Detaillierte Ausführungen zu den Haftungsverhältnissen aus dieser Gruppenfinanzierung enthält Kapitel 7.4.

3.7 Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse

Die Gesellschaften der Kelvion-Gruppe sind Fremdwährungsrisiken immer dann ausgesetzt, wenn ihre Kapitalströme nicht auf ihre funktionale Währung lauten. Das Wechselkursrisiko wird mit Hilfe geeigneter Instrumente so abgesichert, dass die aus dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsgeschäft entstehenden Schwankungen weitgehend ausgeglichen werden.

Das in der Sensitivitätsanalyse dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert aus den folgenden Geschäften:

- Währungsderivate, die zur Absicherung für bislang noch bilanzunwirksame Grundgeschäfte, d. h. für vertraglich vereinbarte sowie erwartete Transaktionen, eingebunden sind. Mit diesen Fremdwährungsderivaten ist ein erfolgswirksames wechselkursbedingtes Risiko verbunden;

- ungesicherte Fremdwährungstransaktionen: Die Umrechnung von auf Fremdwährung lautenden Forderungen oder Verbindlichkeiten zum Stichtagskurs wirkt sich unmittelbar erfolgswirksam aus.

Die Kapitalströme in Fremdwährung werden mehrheitlich in den aus der folgenden Tabelle ersichtlichen Währungspaaren abgerechnet. Die Fremdwährungen werden als maßgebliche Risikogröße in der Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Die Zahlenangaben beziehen sich auf einen Anstieg oder Rückgang der Fremdwährung um 10 Prozent gegenüber der Basiswährung.

(in T EUR) Fremdwährung Nominalvolumen Jahresergebnis 2016
Basiswährung + 10% - 10%
EUR USD 85.751 659 -719
EUR GBP 21.544 -298 365
EUR CNH 17.679 -1.653 2.020
EUR CZK 11.286 -836 1.022
(in T EUR) Fremdwährung Nominalvolumen Jahresergebnis 2015
Basiswährung + 10% - 10%
EUR USD 180.992 5.220 -6.329
USD BRL 17.056 1.403 -1.715
EUR CNH 13.871 -1.255 1.534
EUR GBP 12.857 951 -1.157

Der Berechnung lag ein Nominalbetrag in Höhe von 136.737 tausend EUR zugrunde (2015: 224.777 tausend EUR).

Der Nominalbetrag bezieht sich auf sämtliche vertraglich vereinbarten Cashflows in Fremdwährung zum Abschlussstichtag, die zum Schlusskurs in Euro umgerechnet werden.

Die möglichen Schwankungen des Jahresergebnisses resultieren in erster Linie aus nicht abgesicherten Fremdwährungsrisiken.

3.8 Zinssensitivitätsanalyse

Die Zinssensitivitätsanalyse stellt die Auswirkungen von Marktzinsänderungen auf Zinszahlungen und somit auf die erfolgswirksamen Zinserträge und Zinsaufwendungen dar. Sie beruht auf den folgenden Annahmen:

- Nicht-derivative festverzinsliche Finanzinstrumente unterliegen nur dann einem bilanziellen Zinsänderungsrisiko, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Kelvion-Gruppe bewertet derartige Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten.

- Nicht-derivative variabel verzinsliche Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als gesicherte Grundgeschäfte Bestandteil einer als Absicherung von Zahlungsströmen bilanzierten Sicherungsbeziehung sind, unterliegen sowohl einem ergebnis- als auch zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiko.

- Währungsderivate unterliegen keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko und haben daher keinen Einfluss auf die Zinssatzsensitivität.

Bei der Sensitivitätsanalyse wird für den 31. Dezember 2016 eine lineare Verschiebung in den Zinskurven aller Währungen von plus 100 oder minus 100 Basispunkten angenommen. Relativ wird also eine geringere Abwärtsverschiebung gegenüber einer größeren Aufwärtsverschiebung angenommen. Das aktuell geringe Zinsniveau von nahe null Prozent verhindert eine Verschiebung hin zu einem Negativzinssatz. Daraus ergeben sich die folgenden Effekte:

31.12.2016 31.12.2015
(in T EUR) + 100 Basispunkte - 100 Basispunkte + 100 Basispunkte - 100 Basispunkte
Ergebniswirksame Zinsrisiken -1.694 956 -2.595 519

Die Berechnung basiert auf einem Nominalwert von 251.277 tausend EUR (2015: 227.500 tausend EUR).

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns erfasst sowohl das bilanzielle Eigenkapital als auch die Verbindlichkeiten. Ziel des Kapitalmanagements ist die Erhaltung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Fremd- und Eigenkapital. Aufgrund seiner breiten Produktpalette und globalen Präsenz erwirtschaftet der Konzern bei normaler gesamtwirtschaftlicher Lage planbare und nachhaltige Kapitalzuflüsse.

Die Kelvion-Gruppe unterliegt keinen externen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung. Jedoch haften die Konzerngesellschaften der Kelvion Finance GmbH im Rahmen der Finanzierung des Kaufpreises für den Kauf der HX-Gruppe durch die luxemburgischen Holdinggesellschaften mit ihren Vermögenswerten. Detaillierte Ausführungen zu den Haftungsverhältnissen aus dieser Gruppenfinanzierung enthält Kapitel 7.4.

4. Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung

Nach dem Erwerb der HX-Gruppe im Geschäftsjahr 2014 durch die Kelvion Finance GmbH wurde im Geschäftsjahr 2015 beschlossen, die bereits aus wirtschaftlicher Perspektive bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO auch in gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreie Gesellschaftsstrukturen zu transferieren. Zu diesem Zweck wurden im Geschäftsjahr 2016 folgende Transaktionen getätigt:

Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung mit der DencoHappel Gruppe

Mit Kauf- und Anteilsübertragungsvertrag vom 24. Mai 2016 ("Ownership Interest Purchase and Transfer Agreement") hat die Kelvion Holding GmbH die Kelvion s.r.o., Nymburk (Tschechien) von der DencoHappel GmbH zu einem Kaufpreis von 54,5 Millionen EUR erworben. Die Kelvion s.r.o. ist im Wege der Abspaltung von der DencoHappel CZ a.s. zur Neugründung einschließlich sämtlicher dem Kelvion Segment zuzurechnender Vermögenswerte, Schulden und Vertragsverhältnisse als Gesamtheit, gegründet worden.

Zum 31. Dezember 2015 hielt die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH, Bochum (Deutschland), 47,69% der DencoHappel Austria GmbH. Die DencoHappel GmbH hielt 52,31% der Geschäftsanteile an dieser Gesellschaft. In 2015 wurde die Kelvion GmbH, Gaspoltshofen (Österreich), durch die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH mit einem Stammkapital von 35 tausend EUR gegründet. Die Geschäftsanteile verteilen sich dabei auf die Gesellschafter analog zur DencoHappel Austria GmbH. Mit notariell beurkundetem Kauf- und Übertragungsvertrag vom 9. Dezember 2015 hat die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH 52,31% der Geschäftsanteile an der Kelvion GmbH zu einem Kaufpreis von 18 tausend EUR von der DencoHappel GmbH erworben.

Mit notariell beurkundetem "Spaltungs- und Übernahmevertrag" vom 29. März 2016 hat die DencoHappel Austria GmbH als abgebende Gesellschaft im Wege einer Abspaltung zur Aufnahme ihren Teilbetrieb "Industrielle Wärmetauscher" einschließlich sämtlicher diesem Geschäftsbereich zuzurechnenden Vermögenswerte, Schulden und Vertragsverhältnisse als Gesamtheit an die Kelvion GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Mit "Kauf- und Übertragungsvertrag" vom 1. Juni 2016 erwarb die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH 52,31% an der Kelvion GmbH von der DencoHappel GmbH zu einem Kaufpreis von 3,9 Millionen EUR. Mit notariell beurkundetem Kauf- und Übertragungsvertrag vom 1. Juni 2016 veräußerte die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH 47,69% der Geschäftsanteile an der DencoHappel Austria GmbH zu einem Kaufpreis von 15,5 Millionen EUR an die DencoHappel GmbH.

Bei dem Erwerb von Unternehmen durch die ENEXIO Management GmbH handelt es sich nicht um Unternehmenszusammenschlüsse in Sinne von IFRS 3. Die Erwerbe der Unternehmen erfolgten als Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle (Beherrschung) über die beteiligten Unternehmen vor und nach der Transaktion bei der Muttergesellschaft, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg verbleibt.

Das Management hat das im Rahmen von Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung bestehende Wahlrecht, die Buchwertmethode anzuwenden, in Anspruch genommen und bilanziert die Vermögenswerte und Schulden der zum 31. Dezember 2016 konsolidierten Tochterunternehmen jeweils zu den übernommenen Buchwerten. Die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Gesellschaften wurden gegen Zahlung eines Kaufpreises erworben. Etwaige Differenzen zwischen den zu Buchwerten übernommenen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis werden erfolgsneutral in einer separaten Rücklagenposition im Eigenkapital erfasst.

Die im Rahmen der Aufrechnung der Kaufpreise der erworbenen Unternehmen mit den jeweiligen Nettovermögen entstehenden Differenzbeträge werden in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung ausgewiesen:

(in T EUR) 31.12.2016
Übertragenes Nettovermögen zu Buchwerten 47.516
Kaufpreise der erworbenen Unternehmen 58.400
Rücklage für Unternehmenszusammenschlüsse aus Transaktionen zwischen Gesellschaften unter gemeinsamer Beherrschung -10.884

5. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Zur Erzielung gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreier Gesellschaftsstrukturen, bezogen auf die aus wirtschaftlicher Perspektive bereits bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO, wurden im Geschäftsjahr 2015 seitens der Geschäftsführungen bzw. Gesellschafter der betreffenden Gesellschaften diverse gesamtkonzerninterne Transaktionen wie Abspaltungen, Share Deals und Asset Deals (jeweils: Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung) beschlossen. Einige dieser Transaktionen wurden bereits im Geschäftsjahr 2015 durchgeführt. Die verbleibenden Transaktionen wurden im Geschäftsjahr 2016 umgesetzt.

Umgesetzte Transaktionen im Geschäftsjahr 2015 ("Abgänge 2015"):

(im Folgenden auch als "ENEXIO & DencoHappel Veräußerungsgruppe" bezeichnet)

DencoHappel-Segment

Mit notariell beurkundetem "Abspaltungs- und Übernahmevertrag" vom 18. Dezember 2015 hat die Kelvion Finance GmbH als abgebende Gesellschaft im Wege einer Abspaltung zur Aufnahme gemäß § 123 Abs. 2 Nr. 1 UmwG sämtliche Geschäftsanteile an der DencoHappel GmbH, Herne (Deutschland) einschließlich ihrer Tochtergesellschaften, den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der DencoHappel GmbH und das Gesellschafterdarlehen gegenüber der gemeinsamen Muttergesellschaft Galapagos BidCo. S.à r.l. anteilig in Höhe von insgesamt 295.400 tausend EUR als Gesamtheit an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Die in 2015 entstandenen Zinsverbindlichkeiten bezüglich des anteiligen Gesellschafterdarlehens wurden ebenfalls im Rahmen der Abspaltung übertragen (12.941 tausend EUR). Die Gegenleistung umfasst dabei ausschließlich die Übernahme von Schulden und beinhaltet somit das anteilige Gesellschafterdarlehen sowie die Zinsverbindlichkeiten.

Die Übertragung der abzuspaltenden DencoHappel GmbH von der Kelvion Finance GmbH auf die DencoHappel Holding GmbH erfolgte gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten an der DencoHappel Holding GmbH an die Muttergesellschaft Galapagos BidCo S.à r.l. als alleinige Gesellschafterin der Kelvion Finance GmbH. Hierzu wurden 1.000 neue Geschäftsanteile an der DencoHappel Holding GmbH zu einem Nominalbetrag von jeweils 1 EUR an die Galapagos BidCo S.à r.l. ausgegeben. Das Stammkapital der DencoHappel Holding GmbH beträgt zum Abschlussstichtag daher 26 tausend EUR.

Mit Kaufvertrag vom 1. März 2016 ("Asset Purchase Agreement") und wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2015 hat die Kelvion Limited, Fareham (Großbritannien), der in 2015 gegründeten DencoHappel UK Limited, Hereford (Großbritannien), einem unmittelbaren Tochterunternehmen der DencoHappel Holding GmbH, sämtliche der Geschäftstätigkeit des DencoHappel-Segments zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden einschließlich aller vertraglichen Verpflichtungen zu einem Kaufpreis von 2.500 tausend EUR im Rahmen eines Asset Deals übertragen.

ENEXIO Segment

Mit notariell beurkundetem "Share Purchase and Transfer Agreement" vom 30. Dezember 2015 hat die Kelvion Holding GmbH, Bochum (Deutschland), sämtliche Geschäftsanteile an der ENEXIO Germany GmbH, Herne (Deutschland) einschließlich Tochtergesellschaften und Beteiligungen an die ENEXIO Management GmbH zu einem Kaufpreis von 14.000 tausend EUR veräußert.

Mit notariell beurkundetem "Share Purchase and Transfer Agreement" vom 30. Dezember 2015 hat die Kelvion Holding GmbH, Bochum (Deutschland), sämtliche Geschäftsanteile an der ENEXIO Water Technologies GmbH, Wettringen (Deutschland), einschließlich Tochtergesellschaften zu einem Kaufpreis in Höhe von 3.600 tausend EUR an die ENEXIO Management GmbH veräußert.

Mit den Kaufverträgen vom 31. Dezember 2015 ("Sale and Purchase Agreement" und "Asset Sales and Purchase Agreement") hat die Kelvion Inc., Catoosa (USA), der in 2015 gegründeten ENEXIO Holding Inc., Wilmington (USA), ein unmittelbares Tochterunternehmen der ENEXIO Management GmbH, sämtliche Geschäftsanteile an der ENEXIO of Alabama LLC, Montgomery (USA), zu einem Kaufpreis in Höhe von 1 USD sowie der ebenfalls in 2015 gegründeten ENEXIO US LLC, Wilmington (USA), sämtliche der Geschäftstätigkeit des ENEXIO Segments zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden einschließlich aller vertraglichen Verpflichtungen zu einem Kaufpreis von 9.200 tausend EUR im Rahmen eines Asset Deals übertragen.

Mit Kaufvertrag vom 31. Dezember 2015 ("Asset Sales and Purchase Agreement") hat die Kelvion Limited, Fareham (Großbritannien), der in 2015 gegründeten ENEXIO UK Limited, Northampton (Großbritannien), ein unmittelbares Tochterunternehmen der ENEXIO Management GmbH, sämtliche Geschäftsanteile an der GEA Energietechnik UK Limited, Hereford (Großbritannien) sowie sämtliche der Geschäftstätigkeit des ENEXIO Segments zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden einschließlich aller vertraglichen Verpflichtungen zu einem Kaufpreis von 1.200 tausend EUR im Rahmen eines Asset Deals übertragen.

Umgesetzte Transaktionen im Geschäftsjahr 2016 ("Abgänge 2016")

(im Folgenden auch "Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche" bezeichnet)

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Kelvion Finance die verbliebenen 47,69 % Anteile an der DencoHappel Austria GmbH, sowie die 99,74 % Anteile an der ENEXIO Hungary an den DencoHappel Holding Konzern bzw. den ENEXIO Konzern im Wege von Share Deals übertragen.

Darüber hinaus werden in den rechtlichen Kelvion Einheiten in China und Indien noch geschäftliche Aktivitäten unternommen, die in der Vergangenheit wirtschaftlich dem DencoHappel Segment zugerechnet wurden. Mit der Einstellung der Aktivitäten in Indien wurde im Geschäftsjahr 2016 begonnen. Die noch zu überführende Geschäftstätigkeit DencoHappel in China wird zurzeit im Rahmen der Betriebsführung im Namen und für Rechnung DencoHappel betrieben. Der Gesellschaftsbetrieb der DencoHappel in China wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 eingestellt. Für die entstandenen Kosten hat die DencoHappel Gruppe eine Kompensation an die Kelvion Gruppe gezahlt.

Unter Berücksichtigung der erfolgten Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung (d.h. innerhalb der Galapagos-Gruppe) sowie den noch zu übertragenden bzw. aufgegebenen DencoHappel Geschäftsaktivitäten in China und Indien ist die rechtliche Restrukturierung abgeschlossen.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" präsentierten Werte umfassen die Nachsteuerergebnisse der verbliebenen, wirtschaftlich zur DencoHappel Gruppe bzw. ENEXIO Gruppe gehörenden Gesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten.

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen stellt sich im Geschäftsjahr 2016 sowie in 2015 wie folgt dar:

2016
(in T EUR)
Enexio Veräußerungsgruppe Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche Summe
Umsatzerlöse 6.059 5.257 11.316
Betriebliche Aufwendungen -5.713 -6.127 -11.840
Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit 346 -870 -524
Finanzerträge (+) / Finanzaufwendungen (-) -36 14 -22
Ergebnis vor Steuern (EBT) 310 -856 -546
Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) -6 - -6
Gewinn aus dem Abgang der Enexio Veräußerungsgruppe 19 - 19
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen 323 -856 -533
2015
(in T EUR)
Enexio & DencoHappel Veräußerungsgruppe Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche Summe
Umsatzerlöse 464.822 39.155 503.977
Betriebliche Aufwendungen -493.492 -89.643 -583.135
Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit -28.670 -50.488 -79.158
Finanzerträge (+) / Finanzaufwendungen (-) 58 -201 -143
Ergebnis vor Steuern (EBT) -28.612 -50.689 -79.301
Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) 5.462 1.287 6.749
Gewinn aus dem Abgang der Enexio & DencoHappel Veräußerungsgruppe 10.260 - 10.260
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen -12.890 -49.402 -62.292

Der Verlust der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche im Geschäftsjahr 2016 bzw. im Geschäftsjahr 2015 ist den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuzuordnen.

Die betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2015 der als zur Veräußerung gehaltenen Geschäftsbereiche in Höhe von 89.643 tausend EUR beinhalten neben Wertminderungen auf Marken von 15.654 tausend EUR infolge der geänderten Markenstrategie auch Wertminderungsaufwendungen aus der Abschreibung des Buchwerts der Veräußerungsgruppe "ENEXIO Hungary (einschl. Tochtergesellschaften)" auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in Höhe von insgesamt 35.086 tausend EUR. Letztere Wertminderungsaufwendungen entfallen auf den Goodwill (14.914 tausend EUR), immaterielle Vermögenswerte (7.154 tausend EUR), Sachanlagen (8.208 tausend EUR) und latente Steueransprüche (4.810 tausend EUR). Der beizulegende Zeitwert stellt hierbei den Verkaufspreis der ENEXIO Hungary (= Fair Value Level 1 gemäß IFRS 13), wie er im Anteilskaufvertrag vom 7. April 2016 zwischen den Vertragsparteien festgelegt worden ist, dar. Im Geschäftsjahr 2016 umfassen die betrieblichen Aufwendungen im Wesentlichen Umsatzkosten in Höhe von 9.002 tausend EUR sowie 956 tausend EUR Vertriebskosten und 1.661 tausend EUR Verwaltungskosten. Sondersachverhalte wie im Vorjahr gab es nicht.

Der Abgang sowie das zur Veräußerung gehaltene Nettoreinvermögen des ENEXIO Segments stellt sich wie folgt dar:

ENEXIO Veräußerungsgruppe:

2016
(in T EUR)
Enexio Veräußerungsgruppe
Geschäfts- und Firmenwerte -
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 450
Sachanlagen 4.211
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 184
Latente Steueransprüche 387
Vorräte 5.350
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 17.996
Ertragsteuerforderungen 496
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 11.990
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 298
Langfristige Rückstellungen -2.211
Langfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern -11
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten -116
Latente Steuerschulden -112
Kurzfristige Rückstellungen -2.444
Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern -836
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -9.484
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -21.343
Abgehendes Nettoreinvermögen 4.805
Ergebnis aus der Umgliederung der Währungsumrechnungsrücklage -675
Nicht beherrschende Anteile -49
Abgangsergebnis 19
Verkaufserlös 4.100

Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche:

Die Geschäftsaktivitäten von zwei Kelvion Gesellschaften in China und Indien, die in der Vergangenheit wirtschaftlich dem veräußerten DencoHappel Segment zugeordnet waren, werden weiterhin den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet. Die zu dieser Veräußerungsgruppe gehörenden Vermögenswerte und Schulden werden in der Konzernbilanz unten den Posten "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und "zur Veräußerung gehaltene Schulden" ausgewiesen:

2016
(in T EUR)
Zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 4
Sachanlagen 620
Vorräte 725
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 2.083
Ertragsteuerforderungen 15
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 59
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 3.506
Kurzfristige Rückstellungen -396
Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern -85
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -982
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -1.528
Zur Veräußerung gehaltene Schulden -2.991
2015
(in T EUR)
Zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche
Geschäfts- oder Firmenwerte -
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 430
Sachanlagen 6.093
At-equity bewertete Beteiligungen 3.007
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 52
Latente Steueransprüche -
Vorräte 4.919
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 20.037
Ertragsteuerforderungen 396
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 236
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 614
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 35.784
Langfristige Rückstellungen 2.350
Langfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 11
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 121
Latente Steuerschulden -
Kurzfristige Rückstellungen 4.470
Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 850
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.092
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 20.899
Zur Veräußerung gehaltene Schulden 39.793

Die sonstigen Eigenkapitalposten in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016 in Höhe von 2.418 tausend EUR entfallen zu -73 tausend EUR auf die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche und stellen Wechselkurseffekte dar.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Im Rahmen des Umstrukturierungsprogrammes in Deutschland ist im vierten Quartal 2016 entschieden worden, das Verwaltungshauptgebäude in Bochum in 2017 zu veräußern. Daher sind Gebäude und Grund und Boden als "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" umqualifiziert worden. Der fair value abzüglich Veräußerungskosten beläuft sich auf EUR 4,8 Millionen. In Vorgriff darauf wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von EUR 2,9 Millionen realisiert, um die Vermögenswerte zum fair value abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten.

Die Vermögenswerte und Schulden der in 2016 abgegangenen Gesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten wurden retrospektiv bereits zum 1. Januar 2015 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte bzw. als zur Veräußerung gehaltene Schulden umklassifiziert. Die nachfolgenden Tabellen zeigen daher die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sowie der sonstigen Rückstellungen für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche:

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen:

Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche
(in T EUR) Sonstige immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe
Nettobuchwerte zum 01.01.2015 in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte umgegliedert 24.618 13.653 38.271
Zugänge 356 1.389 1.745
Abschreibungen -1.744 -1.274 -3.018
Wertminderungen -22.808 -8.208 -31.016
Reklassifizierungen / Währungsdifferenzen 9 534 543
Abgänge (netto) -1 -1 -2
Nettobuchwerte zum 31.12.2015 bzw. 01.01.2016 430 6.093 6.523
Zugänge 40 121 161
Vermögensübertragungen / Reklassifizierungen / Währungsdifferenzen -16 -1.367 -1.383
Abgänge (netto) - -16 -16
Abgehende Nettobuchwerte Veräußerungsgruppe Enexio -450 -4.211 -4.661
Nettobuchwerte zum 31.12.2016 4 620 624

Rückstellungen:

Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche
(in T EUR) Garantien, Gewährleistungen Prozessrisiken Nachlaufende Kosten Sonstige Rückstellungen Summe
Buchwerte zum 01.01.2015 in zur Veräußerung gehaltene Schulden umgegliedert 5.308 - 25 466 5.799
Zuführungen 4.354 - 24 334 4.712
Verbrauch -663 - - -120 -783
Auflösungen -2.867 - - -31 -2.898
Währungsdifferenzen -11 - - 1 -10
Buchwerte zum 31.12.2015 bzw. 01.01.2016 6.121 - 49 650 6.820
Zuführungen 32 - - 105 137
Verbrauch -170 - -23 -61 -254
Auflösungen -1.568 - - - -1.568
Abgehende Nettobuchwerte Veräußerungsgruppe Enexio -4.275 - -25 -355 -4.655
Währungsdifferenzen -81 - -1 -2 -84
Buchwerte zum 31.12.2016 59 - - 337 396

6. Erläuterungen zur Konzernbilanz: Aktiva

6.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

Der Geschäfts- oder Firmenwert bezeichnet den positiven Differenzbetrag zwischen Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens. Er wird als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer bilanziert und seine Werthaltigkeit wird jährlich am Ende des Geschäftsjahres sowie jederzeit bei Anzeichen für eine potenzielle Wertminderung überprüft. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Diese sind die kleinsten identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten, die einen eigenständigen Cashflow generieren und weitestgehend unabhängig von den Cashflows anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind und die kleinste Ebene innerhalb des Konzerns darstellen, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert (bezogen auf die fortgeführte Geschäftstätigkeit) auf die vier Business Units Refrigeration Technologies (RT), Machine Cooling Systems (MCS), Project Engineered Solutions (PES) und Plate Heat Exchangers (PHE) verteilt.

Die folgende Tabelle zeigt die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die vier zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Kelvion-Gruppe:

Kelvion
(in T EUR) Refrigeration Technologies Machine Cooling Systems Project Engineered Solutions Plate Heat Exchangers Summe Kelvion
Buchwert per 31. Dezember 2014 34.942 127.895 28.809 7.841 199.487
Abgänge Enexio & DencoHappel -30.082 - -2.525 - -32.607
Wertminderungen - - - - -
Buchwert per 31. Dezember 2015 4.860 127.895 26.284 7.841 166.880
Zugänge * 30.082 - 2.525 - 32.607
Buchwert per 31. Dezember 2016 34.942 127.895 28.809 7.841 199.487

*Zugang im Zusammenhang mit Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung.

(in T EUR) ENEXIO DencoHappel Total
Buchwert per 31. Dezember 2014 72.407 63.624 335.518
Abgänge Enexio & DencoHappel -57.493 -63.624 -153.724
Wertminderungen -14.914 - -14.914
Buchwert per 31. Dezember 2015 - - 166.880
Zugänge * - - 32.607
Buchwert per 31. Dezember 2016 - - 199.487

*Zugang im Zusammenhang mit Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung.

Der Abgang der Geschäfts- oder Firmenwerte bei Kelvion im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 153.724 tausend EUR ist auf die Abspaltung der DencoHappel GmbH zurückzuführen (nicht fortgeführte Geschäftsbereiche). Die legalen Einheiten in Österreich und in Tschechien sind sowohl im Kelvion als auch im DencoHappel Segment tätig. Durch die mittelbare gesellschaftsrechtliche Zugehörigkeit zur DencoHappel GmbH wurden auch die Kelvion Aktivitäten mit abgespalten. In 2016 wurden beide legalen Einheiten segmentweise aufgespalten und Kelvion hat die Kelvion-Geschäftsaktivitäten zurückerworben. Da der Erwerb als Transaktion unter gemeinsamer Beherrschung unter Anwendung der Buchwertfortführung abgebildet wird, erfolgt der Ansatz der Geschäfts- oder Firmenwerte mit den in der ursprünglichen Purchase Price Allocation ermittelten Wertansätzen in Höhe von 32.607 tausend EUR.

Die Wertminderung im ENEXIO Segment betrifft im Geschäftsjahr 2015 den Geschäfts- oder Firmenwert, welcher der Veräußerungsgruppe "ENEXIO Hungary (einschl. Tochtergesellschaften)" zugeordnet wurde. Der Buchwert dieser Veräußerungsgruppe wurde auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten abgewertet. Entsprechend der Vorgaben des IAS 36 ist dabei zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert vollständig abgewertet worden (Wertminderung in 2015: 14.914 tausend EUR).

Der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit am 31. Dezember 2016 wurde durch Berechnung der individuellen Nutzungswerte im Rahmen der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wurden für das Geschäftsjahr 2017 die Ist-Werte zugrunde gelegt, wohingegen für das Jahr 2018 die Planung "bottom up" sowie für die Geschäftsjahre 2019 bis 2020 die Planung auf einer "top down" Basis berücksichtigt wurde.

Die Planung des Budgets und die mittelfristige Planung der Kelvion-Gruppe basieren auf spezifischen Annahmen für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Diese beziehen Entwicklungen in zentralen makroökonomischen Kennzahlen, wie beispielsweise Bruttoinlandsprodukt, Marktanteil, Entwicklungen der Arbeitskosten sowie Entwicklungen der Kosten von Rohmaterial und regulatorische Rahmenbedingungen ein. Darauf aufbauend werden zentrale Plankennzahlen jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die Vierjahresperiode entwickelt, welche zur Ermittlung von Netto-Cashflows genutzt werden. Diese komplettieren den Planungsprozess der Geschäftsleitung und werden in Gesellschafterausschüssen (shareholder committees) diskutiert.

Der Abzinsungssatz der Nettozuflüsse an Zahlungsmitteln entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die verschiedenen Risiko und Ertragsstrukturen der Kelvion Business Units werden durch die separate Berechnung der Kapitalkosten nach Steuern für die jeweiligen Business Units und Kapitalstrukturen berücksichtigt. Dazu wird ein Vergleich mit ähnlichen Unternehmen desselben Industriebereichs durchgeführt. Die Eigenkapitalkosten entsprechen der erwarteten Rendite der Anteilseigner, wohingegen die Fremdkapitalkosten auf den Bedingungen beruhen, zu denen vergleichbare Unternehmen langfristige Finanzierungsinstrumente beziehen. Beide Angaben beruhen auf Kapitalmarktinformationen.

Der Nutzungswert basiert auf den folgenden wesentlichen Annahmen: Für die Perioden nach dem Detailplanungszeitraum wird eine Wachstumsrate der Cashflows von 1,0 Prozent p.a. angenommen. Diese zugrundeliegende Wachstumsrate übersteigt nicht die durchschnittliche langfristige Wachstumsrate der Märkte, in denen die Business Units tätig sind. Die Kapitalkosten der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welche der Abzinsung zugrunde gelegt werden basieren auf einer risikolosen, langfristigen Zinsrate von 1,0 Prozent (2015: 1,5 Prozent) und einer Marktrisikoprämie von 7,0 Prozent (2015: 6,5 Prozent). Zusätzlich werden Beta-Faktoren, credit spread sowie Kapitalstrukturen für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit von einer Vergleichsgruppe (peer group) abgeleitet. Des Weiteren werden spezifische Steuersätze verwendet.

Die folgende Tabelle zeigt die angewendete nachhaltige Wachstumsrate und den Kapitalkostensatz, der zur Diskontierung der erwarteten Cashflows genutzt wird:

Nachhaltige Wachstumsrate Kapitalkostensatz nach Steuern Kapitalkostensatz vor Steuern
Refrigeration Technologies 1,0% 8,3% 10,4%
Machine Cooling Systems 1,0% 8,5% 11,2%
Project Engineered Solutions 1,0% 9,0% 12,2%
Plate Heat Exchangers 1,0% 8,5% 11,6%

Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Wertminderungen in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Kelvion-Gruppe festgestellt.

Obwohl davon ausgegangen wird, dass die geschätzten zukünftigen diskontierten Cashflows zutreffend sind, können veränderte Annahmen oder Rahmenbedingungen Änderungen in der Analyse bedingen. Eine Sensitivitätsanalyse der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beruhte auf dem Anstieg des vorsteuerbasierten Abzinsungssatzes von einem Prozentpunkt und der Reduktion der nachhaltigen Wachstumsrate auf null Prozent. Der Konzern erwartet, dass auch bei diesen Veränderungen kein Geschäfts- oder Firmenwert der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Wertminderungsbedarf aufweist.

6.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt:

(in T EUR) Marktbezogene immaterielle Vermögenswerte Kundenbezogene immaterielle Vermögenswerte Vertragsbasierte immaterielle Vermögenswerte
01.01.2015
Anfangsbestand 142.510 41.354 6.002
Veränderungen in 2015
Zugänge - - 570
Abgänge - - -125
Abgänge Enexio & DencoHappel -54.569 5.063 -2.561
Abschreibungen -6.006 -8.356 -2.253
Wertminderungen -52.972 - -
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -18.353 -5
Reklassifizierungen - - 159
Währungsumrechnung 1 - 1
Nettobuchwert 31.12.2015 10.611 38.061 1.788
31.12.2015
Anschaffungs-/Herstellungskosten 70.589 49.668 4.452
Kumulierte Abschreibungen -59.978 -11.607 -2.664
Nettobuchwert 10.611 38.061 1.788
01.01.2016
Anfangsbestand 10.611 38.061 1.788
Veränderungen in 2016
Zugänge - - 1.767
Abgänge - - -1
Abschreibungen -5.609 -6.764 -1.423
Reklassifizierungen - - 85
Konsolidierungskreisänderungen - - 13
Währungsumrechnung - - -5
Nettobuchwert 31.12.2016 5.002 31.297 2.224
31.12.2016
Anschaffungs-/Herstellungskosten 70.589 49.668 6.310
Kumulierte Abschreibungen -65.587 -18.371 -4.086
Nettobuchwert 5.002 31.297 2.224
(in T EUR) Technologiebasierte immaterielle Vermögenswerte Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
01.01.2015
Anfangsbestand 215.941 6.426 412.233
Veränderungen in 2015
Zugänge 730 902 2.202
Abgänge -600 - -725
Abgänge Enexio & DencoHappel -40.146 -3.386 -95.599
Abschreibungen -19.100 -754 -36.469
Wertminderungen - - -52.972
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -6.186 -74 -24.618
Reklassifizierungen 70 10 239
Währungsumrechnung 147 37 186
Nettobuchwert 31.12.2015 150.856 3.161 204.477
31.12.2015
Anschaffungs-/Herstellungskosten 173.233 4.031 301.973
Kumulierte Abschreibungen -22.377 -870 -97.496
Nettobuchwert 150.856 3.161 204.477
01.01.2016
Anfangsbestand 150.856 3.161 204.477
Veränderungen in 2016
Zugänge 1.909 449 4.125
Abgänge -104 - -105
Abschreibungen -19.799 -583 -34.178
Reklassifizierungen -204 583 464
Konsolidierungskreisänderungen 5.014 - 5.027
Währungsumrechnung -21 -64 -90
Nettobuchwert 31.12.2016 137.651 3.546 179.720
31.12.2016
Anschaffungs-/Herstellungskosten 180.729 4.978 312.274
Kumulierte Abschreibungen -43.078 -1.432 -132.554
Nettobuchwert 137.651 3.546 179.720

Die Zugänge der sonstigen immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 4.125 tausend EUR resultieren im Wesentlichen aus dem Erwerb von Nutzungsrechten an Software sowie der Kapitalisierung von Eigenleistungen im Rahmen von Softwareentwicklungen.

Die Zugänge aus Konsolidierungskreisveränderungen in Höhe von 5.027 tausend EUR stehen im Zusammenhang mit dem Erwerb der legalen Einheiten in Österreich und in Tschechien von der DencoHappel GmbH.

Bei den Umgliederungen im Geschäftsjahr 2015 "in die zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" handelt es sich um die zum DencoHappel bzw. ENEXIO Geschäftsbereich gehörenden immateriellen Vermögenswerte, welche an den DencoHappel- bzw. ENEXIO-Konzern übertragen wurden.

Bei den "Abgängen ENEXIO & DencoHappel" im Geschäftsjahr 2015 handelt es sich um die Nettobuchwerte zum 1. Januar 2015 der im Geschäftsjahr 2015 veräußerten Geschäftsbereiche.

Der Großteil der Zugänge in 2015 resultiert aus Projekten in Westeuropa (2.099 tausend EUR).

Im Geschäftsjahr 2015 wurde eine neue Markenstrategie gestartet und das ehemalige Segment SCS wurde in Kelvion umbenannt. Die Markenstrategie sieht vor, dass die Konzerngesellschaften einheitlich unter dem Namen "Kelvion" auftreten. Nur in ganz geringem Umfang werden noch die ursprünglichen Namen genutzt. Der Markenstart erfolgte im Oktober 2015. Daraufhin wurden die im Rahmen der Kaufpreisallokation neu bewerteten Firmennamen außerplanmäßig um 90 % bezogen auf den jeweiligen Buchwert abgeschrieben. Die verbleibenden Restbuchwerte wurden im Geschäftsjahr 2016 vollständig abgeschrieben. Die Wertminderungen der Marken in Höhe von 52.972 tausend EUR wurden vollständig in den Vertriebskosten erfasst.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte weisen eine begrenzte Nutzungsdauer auf und werden wie folgt linear abgeschrieben:

Nutzungsdauer in Jahren
Marktbezogene immaterielle Vermögenswerte 1 bis 20
Kundenbezogene immaterielle Vermögenswerte 2 bis 10
Vertragsbasierte immaterielle Vermögenswerte 2 bis 18
Technologiebasierte immaterielle Vermögenswerte 2 bis 25

Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sind in der Konzernbilanz nicht enthalten.

Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden immateriellen Vermögenswerte finden sich in Kapitel 7.4.

6.3 Sachanlagen

Im Wert der Sachanlagen waren folgende Veränderungen zu verzeichnen:

(in T EUR) Grundstücke und Gebäude (selbst genutzt) Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Summe
Bestand am 01.01.2015
Anfangsbestand 152.896 109.448 18.765 9.628 290.737
Veränderungen in 2015
Zugänge 248 6.205 1.893 8.073 16.419
Abgänge -2 -73 -146 -81 -302
Abgänge Enexio & DencoHappel -31.842 -21.161 -4.501 -4.428 -61.932
Abschreibungen -5.050 -15.379 -3.938 -5 -24.372
Wertminderungen - -67 - - -67
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -6.472 -6.168 -631 -382 -13.653
Reklassifizierungen 508 3.569 1.056 -5.376 -243
Währungsumrechnung 2.638 3.267 -6 86 5.985
Nettobuchwert 31.12.2015 112.924 79.641 12.492 7.515 212.572
31.12.2015
Anschaffungs-/Herstellungskosten 118.776 97.412 16.643 9.298 242.129
Kumulierte Abschreibungen -5.852 -17.771 -4.151 -1.783 -29.557
Nettobuchwert 112.924 79.641 12.492 7.515 212.572
Bestand am 01.01.2016
Anfangsbestand 112.924 79.641 12.492 7.515 212.572
Veränderungen in 2016
Veränderungen durch Unternehmenszusammenschlüsse 2.308 1.027 1 18 3.354
Zugänge * 236 5.182 1.922 5.002 12.342
Abgänge - -134 -86 -31 -251
Abschreibungen -5.262 -12.985 -3.327 -5 -21.579
Wertminderungen -6.528 - - - -6.528
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -4.800 - - - -4.800
Reklassifizierungen 2.237 3.752 704 -6.274 419
Konsolidierungskreisänderungen - -38 - - -38
Währungsumrechnung -1.178 -386 44 -104 -1.624
Nettobuchwert 31.12.2016 99.937 76.059 11.750 6.121 193.867
31.12.2016
Anschaffungs-/Herstellungskosten 114.301 104.800 18.601 7.850 245.552
Kumulierte Abschreibungen -14.364 -28.741 -6.851 -1.729 -51.685
Nettobuchwert 99.937 76.059 11.750 6.121 193.867

*Zugang im Zusammenhang mit Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung.

Die Zugänge zum Sachanlagevermögen im Geschäftsjahr 2016 enthalten neben den Investitionen auch Zugänge aus dem Finanzierungsleasing in Höhe von 448 tausend EUR.

Die Wertminderungen zum 31. Dezember 2016 in Höhe von 6.528 tausend EUR betreffen Abwertungen im Zusammenhang mit dem Restrukturierungs- und Investitionsprogramm Kelvion 2020, in dessen Zusammenhang der Standort in Baierbrunn sowie das Verwaltungsgebäude in Bochum zur Veräußerung stehen und somit auf den zu erwartenden Veräußerungspreis abzüglich Veräußerungskosten wertgemindert wurden.

Bei den Umgliederungen "in die zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" handelt es sich insbesondere um das Verwaltungsgebäude in Bochum, das im Geschäftsjahr 2017 veräußert wurde. Im Vorjahr handelt es sich um das Sachanlagevermögen, das zu den DencoHappel bzw. ENEXIO Geschäftsbereichen gehört, die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 noch nicht veräußert wurden.

Bei den "Abgängen ENEXIO & DencoHappel" in 2015 handelt es sich um die Nettobuchwerte zum 1. Januar 2015 der im Geschäftsjahr 2015 veräußerten Geschäftsbereiche.

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden linear über folgende Nutzungsdauern abgeschrieben:

Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude und Gebäudebestandteile 2 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen 2 bis 30
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 10

Abschreibungen auf Sachanlagen werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet.

Die zugrunde gelegten Restbuchwerte und Nutzungsdauern werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und, falls erforderlich, angepasst.

Der Konzern bedient sich mehrerer Verträge im Bereich des Finanzierungsleasings von Grundstücken und Gebäuden sowie technischen Anlagen und Maschinen. Die historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen stellen sich zum Abschlussstichtag folgendermaßen dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Anschaffungskosten - Aktivierte Leasingobjekte aus Finanzierungsleasing 17.090 18.284
Kumulierte Abschreibungen -1.304 -801
Nettobuchwert 15.786 17.483

Die entsprechenden Leasingverbindlichkeiten sind unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (Ziffer 7.6) erläutert.

Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden Sachanlagen finden sich unter Ziffer 7.4.

6.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige Beteiligungen 850 771
Derivative Finanzinstrumente 903 530
Übrige finanzielle Vermögenswerte 33.208 25.549
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 34.961 26.850
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 50.240 81.333
Derivative Finanzinstrumente 2.152 2.172
Bankwechsel 5.417 3.860
Übrige finanzielle Vermögenswerte 35.662 31.576
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 93.471 118.941
Summe 128.432 145.791

Ausführliche Angaben zu den derivativen Finanzinstrumenten finden sich unter Ziffer 7.9. Ergänzende Informationen zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Ziffer 10.3 zu entnehmen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus dem Verkauf der ENEXIO und im Vorjahr auch DencoHappel Geschäftsbereiche sowie Finanzforderungen gegen nicht konsolidierte Unternehmen. Aus dem Cashpool Verbund, der gemeinsam mit ENEXIO besteht, und in dem Kelvion-Gesellschaften als Cashpool Master agieren, weist die Kelvion-Gruppe entsprechende Forderungen in Höhe von 18.574 tausend EUR (2015: 41.195 tausend EUR) aus. Der Rückgang der Cashpool Forderungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Umstand, dass DencoHappel zum Abschlussstichtag 2016 den Konsolidierungskreis der Galapagos Gruppe verlassen hat und die Salden im Zuge der Transaktion ausgeglichen wurden.

Weiterführende Angaben zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen finden sich in Kapitel 10.3.

Die übrigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 33.208 25.549
Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte 33.208 25.549
Sonstige Forderungen gegen Finanzbehörden 21.148 14.692
Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 14.514 16.884
Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 35.662 31.576
Summe 68.870 57.125

Die Forderungen gegen Finanzbehörden resultieren überwiegend aus der Umsatzsteuer.

Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte entfallen im Wesentlichen mit 5.190 tausend EUR (2015: 5.132 tausend EUR) auf aktivische Rechnungsabgrenzungsposten sowie mit 32.822 tausend EUR (2015: 25.248 tausend EUR) auf Erstattungsansprüche gegenüber dem Verkäufer der HX-Gruppe aufgrund einer Risikoteilungsvereinbarung im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt. Eine Rückstellung wurde unter den langfristigen Verbindlichkeiten bilanziert.

Die Fälligkeiten der übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Buchwert vor Wertminderungen 47.722 42.515
Wertminderungen - 82
Buchwert 47.722 42.433
davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig 47.530 42.297
davon zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig 192 136
Überfällig seit (Zeitspanne)
weniger als 30 Tage - -
zwischen 31 und 60 Tagen - 4
zwischen 61 und 90 Tagen - -
zwischen 91 und 180 Tagen - -
zwischen 181 und 360 Tagen - -
mehr als 360 Tage 192 132

Die überfälligen übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte betreffen größtenteils Dritte.

Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten finden sich unter Ziffer 7.4.

6.5 Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 47.842 48.270
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 25.603 27.848
Fertige Erzeugnisse und Waren 15.379 13.755
Geleistete Anzahlungen 3.703 8.597
Summe 92.527 98.470

Der Rückgang der Vorräte resultiert insbesondere aus geringeren geleisteten Anzahlungen. Für Vorräte wurden in den Umsatzkosten Abschreibungen von 3.829 tausend EUR (2015: 86 tausend EUR) und Zuschreibungen von 564 tausend EUR (2015: 308 tausend EUR) erfasst.

Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden Wertberichtigungen angesetzt, die überwiegend aus einem Rückgang der Marktpreise resultieren. Bei unfertigen und fertigen Erzeugnissen und Waren wurden Einschränkungen der Verwertbarkeit bilanzwirksam berücksichtigt.

Angaben zu verpfändeten oder als sonstige Sicherheit gestellten Vorräten finden sich unter Ziffer 7.4.

6.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 199.781 225.644
davon gegen Dritte 191.485 216.761
davon gegen verbundene Unternehmen 8.296 8.883
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden 38.079 81.964
Summe 237.860 307.608

Der Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden resultiert einerseits aus dem gegenüber dem Vorjahr verbesserten Forderungsmanagement und andererseits aus den rückläufigen Umsatzerlösen.

In der Berichtsperiode wurden Wertberichtigungen von 12.707 tausend EUR (2015: 4.543 tausend EUR) und Wertaufholungen in Höhe von 2.221 tausend EUR (2015: 1.267 tausend EUR) vorgenommen.

Sowohl die Zahlungsfristen als auch die Höhe der offenen Forderungen liegen im Marktdurchschnitt.

Im Berichtsjahr wurde eine Vereinbarung zum Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Der Finanzierungsrahmen beträgt 22 Millionen EUR und wurde zum 31.12.2016 in Höhe von 9,6 Millionen EUR ausgeschöpft.

Die Fälligkeitsfristen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich folgendermaßen dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Buchwert vor Wertminderungen 211.333 225.839
Wertminderungen 19.848 9.078
Buchwert 191.485 216.761
davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig 167.364 182.068
davon zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig 24.121 34.693
Überfällig seit (Zeitspanne)
weniger als 30 Tage 10.832 13.082
zwischen 31 und 60 Tagen 4.239 10.160
zwischen 61 und 90 Tagen 3.012 3.048
zwischen 91 und 180 Tagen 2.471 4.919
zwischen 181 und 360 Tagen 2.852 1.588
mehr als 360 Tage 715 1.896

Langfristige Fertigungsaufträge

Der von und an Kunden zu entrichtende Bruttobetrag für Fertigungsaufträge setzt sich folgendermaßen zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Aktivierte Herstellungskosten aus Fertigungsaufträgen 471.616 480.373
zuzüglich Ergebnis aus Fertigungsaufträgen 46.175 54.196
abzüglich antizipierte Verluste 2.339 1.218
abzüglich Teilabrechnungen 510.223 461.061
Total 5.229 72.290
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden (enthalten in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 38.079 81.964
Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden (enthalten in sonstigen Verbindlichkeiten) -32.850 -9.674
Summe 5.229 72.290

Die Teilabrechnungen und erhaltenen Vorauszahlungen auf Fertigungsaufträge beliefen sich per 31. Dezember 2016 auf 510.223 tausend EUR (2015: 461.061 tausend EUR), die kundenseitigen Zahlungsrückbehalte auf 565 tausend EUR (2015: 0 tausend EUR). Die in der Berichtsperiode angesetzten Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen beliefen sich auf 221.302 tausend EUR (2015: 319.582 tausend EUR).

6.7 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" umfasst Bar- und Tagesgeldeinlagen. Die bilanzierten Zahlungsmittel ohne Zweckbindung umfassen Termin- und sonstige Bankeinlagen in Höhe von 183 tausend EUR (2015: 209 tausend EUR).

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Frei verfügbare Mittel 67.332 63.285
Beschränkt verfügbare Mittel 183 209
Summe 67.515 63.494

7. Erläuterungen zur Konzernbilanz: Passiva

7.1 Eigenkapital

Stammkapital

Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR (25.000 Anteile im Nennbetrag von je 1,00 EUR) gegründet. Mit Handelsregistereintragung vom 26. November 2015 wurde die Firma von Blitz F14-206 GmbH in Kelvion Finance GmbH umbenannt.

Kapitalrücklage

Am 30. Oktober 2014 beschloss die Gesellschafterversammlung der Kelvion Finance eine Erhöhung des Unternehmenskapitals um 62.500 tausend EUR in bar. Der Betrag wurde in Barmitteln eingezahlt und als Kapitalrücklage ausgewiesen.

In Südafrika wird ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm für Arbeitnehmer bilanziert, um bestimmte Bewertungskriterien des 2003 verabschiedeten Gesetzes "Broad Based Black-Economic Empowerment Act" zu erfüllen. Dazu hat die Kelvion-Gruppe bei ihrer südafrikanischen Tochtergesellschaft unter anderem einen anteilsbasierten Vergütungsplan für die Belegschaft eingeführt. Die den Planteilnehmern gewährten Geschäftsanteile werden indirekt über eine Treuhandgesellschaft gehalten, die wiederum Optionen auf die Anteile an die Belegschaftsmitglieder ausgibt. Die Optionen gehen nach Ablauf einer fünfjährigen Sperrfrist auf die Planteilnehmer über. Jährlich werden 20 Prozent der Optionen nach Ablauf der Sperrfrist ausgeübt. Der Ausübungspreis entspricht dem Marktwert der Geschäftsanteile zum Zeitpunkt der Optionsgewährung. Die Optionen eines Belegschaftsmitglieds verfallen, wenn es vor Ablauf der Fünfjahresfrist aus der Gesellschaft ausscheidet.

Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung

Bei dem Erwerb von Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 handelt es sich um Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle über die erworbenen Unternehmen vor und nach den Transaktionen bei der Galapagos BidCo S.á r.l., Luxemburg, liegt.

Im Rahmen der Erstkonsolidierungen der erworbenen Unternehmen wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, die erworbenen Vermögenswerte und Schulden der einzubeziehenden Unternehmen nach der Buchwertmethode zu bilanzieren.

Im Rahmen der Konsolidierung wird das Nettovermögen der erworbenen Gesellschaften, welches zu Buchwerten bilanziert ist, gegen die Beteiligungsbuchwerte aufgerechnet. Die dabei entstehenden Differenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung ausgewiesen.

Gewinnrücklagen und Bilanzverlust

Die Gewinnrücklagen umfassen den Fehlbetrag aus der laufenden Berichtsperiode sowie versicherungsmathematische Verluste aus der Bewertung langfristiger Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern und darauf entfallende Steuern.

Sonstige Eigenkapitalposten

Effekte aus Wechselkursgewinnen oder Wechselkursverlusten aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften werden im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.

Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile stellen den auf andere Gesellschafter als den Eigentümer des Unternehmens entfallenden Anteil am Nettovermögen dar. Der auf Minderheitsgesellschafter entfallende Gewinn beläuft sich auf 28 tausend EUR (2015: 234 tausend EUR). Die übrigen Veränderungen sind im Wesentlichen auf Währungsschwankungen zurückzuführen.

7.2 Rückstellungen

Art und Entwicklung der Rückstellungen im Jahr 2016 sind in der folgenden Tabelle zu entnehmen:

(in T EUR) Garantien, Gewährleistungen Prozessrisiken Nachlaufende Kosten Sonstige Rückstellungen Summe
Buchwert 1.1.2015 57.900 616 69.104 21.320 148.940
davon langfristig 11.797 - 42.735 9.789 64.321
davon kurzfristig 46.103 616 26.369 11.531 84.619
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Schulden -5.308 - -25 -466 -5.799
Zuführung 10.743 7 10.912 8.075 29.737
Verbrauch -4.184 -7 -8.519 -8.284 -20.994
Auflösung -7.601 - -1.880 -2.772 -12.253
Abgänge Enexio & DencoHappel -21.408 -550 -12.976 -3.410 -48.351
Aufzinsung und Zinssatzänderung - - 2.133 258 2.391
Währungsdifferenzen 381 -13 -7.644 29 -7.247
Bestand am 31.12.2015 30.523 53 51.105 14.750 96.431
davon langfristig 1.169 - 36.069 7.942 45.180
davon kurzfristig 29.354 53 15.036 6.808 51.251
Veränderungen in 2016
Buchwert 1.1.2016 30.523 53 51.105 14.750 96.431
Zuführung 10.264 2.529 8.322 7.202 28.317
Verbrauch -9.979 542 -10.308 -4.658 -24.431
Auflösung -4.339 -47 -2.635 -1.881 -8.902
Aufzinsung und Zinssatzänderung - - 4.741 223 4.964
Währungsdifferenzen -157 4 7.113 -6 6.954
Bestand am 31.12.2016 26.312 3.081 58.338 15.630 103.361
davon langfristig 857 - 46.889 6.601 54.347
davon kurzfristig 25.455 3.081 11.449 9.029 49.014

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführte Geschäftstätigkeit der rechtlichen Kelvion-Gruppe.

Rückstellung für Garantien und Gewährleistungen

Gewährleistungsrückstellungen werden für branchenübliche produktbezogene Mängel gebildet. Die vertragliche Gewährleistungsfrist beträgt für gewöhnlich ein bis zwei Jahre vom Zeitpunkt der Umsatzrealisierung an gerechnet. Zudem bestehen in vielen Ländern Produkthaftungsregelungen, die dem Hersteller eine über die vertraglich ausdrücklich vereinbarte Gewährleistungspflicht hinausgehende Haftung auferlegen können. Dem stehen teilweise Regressansprüche in Form von Versicherungserstattungen oder Lieferantengarantien gegenüber. Die Rückstellungsbeträge werden vom Management auf Basis von Erfahrungswerten gebildet.

Prozessrisiken

Prozessrückstellungen werden gebildet, wenn bei erwarteten oder schwebenden Verfahren gegen Konzerngesellschaften ein nachteiliger Ausgang für wahrscheinlich erachtet wird. Über die Wahrscheinlichkeit derartiger Rechtsstreitigkeiten entscheidet der Konzern aufgrund entsprechender Gutachten eigener Anwälte oder externer Sachverständiger. Die Rückstellungshöhe bemisst sich nach dem für wahrscheinlich erachteten Ausgang des Rechtsstreits.

Nachlaufende Kosten

Rückstellungen für nachlaufende Kosten werden für Restarbeiten gebildet, die nach der Abrechnung des entsprechenden Auftrags und der Umsatzrealisierung entstehen.

Der Konzern hat im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt eine Rückstellung in Höhe von 46.889 tausend EUR (2015: 36.069 tausend EUR) für einen Erstattungsanspruch gegenüber dem ehemaligen Anteilseigner gebildet.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen umfassen Rückstellungen für erwartete Verluste von 11.652 tausend EUR (2015: 10.663 tausend EUR), die maßgeblich aus unvorteilhaften Verträgen bestehen.

Bei kurzfristigen Rückstellungen wird eine Fälligkeit innerhalb von 12 Monaten, bei langfristigen Rückstellungen eine Fälligkeit von über einem Jahr bis zu fünf Jahren angenommen.

7.3 Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Die Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Verpflichtungen aus Pensionsplänen 23.518 20.516
davon leistungsorientierte Pensionspläne 23.518 20.516
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 172 -
Altersteilzeit 300 366
Jubiläumsaufwendungen 1.634 1.540
Sozialplan und Abfindungen 13.767 -
Übrige Personalverpflichtungen 459 373
Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 39.850 22.795
Sozialplan und Abfindungen 9.176 1.772
Rückständiger Urlaub und Guthaben Gleitzeit/Überstunden 9.179 9.098
Gratifikationen und Tantiemen 12.257 12.967
Übrige Personalverpflichtungen 4.062 4.192
Kurzfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 34.674 28.029
Summe Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern 74.524 50.824

Der Anstieg der Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern resultiert im Wesentlichen aus dem im 4. Quartal 2016 angekündigten Reorganisations- und Restrukturierungsprogramm der Kelvion-Gruppe.

Verpflichtungen aus Pensionsplänen

Die Beschäftigten der Kelvion-Gruppe haben teilweise die Wahl zwischen unterschiedlichen betrieblichen Versorgungsleistungen insbesondere in Form der Teilnahme an leistungsorientierten und beitragsorientierten Altersversorgungsplänen.

Leistungsorientierte Altersversorgungspläne bestehen vor allem in Deutschland.

In Deutschland bietet der Konzern seinen Beschäftigten Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung an. Neu eintretende Arbeitnehmer erhalten grundsätzlich nur Leistungen gewährt, die sich auch aus Arbeitnehmerbeiträgen finanzieren.

Allen Beschäftigten steht im Rahmen der allgemeinen Versorgungsleistungen die Möglichkeit zur Entgeltumwandlung offen. Dabei wird ein vereinbarter Entgeltbetrag zuzüglich eines Arbeitgeberanteils von bis zu 100 Prozent auf den vereinbarten Entgeltbetrag in einen Altersversorgungsplan eingezahlt. Der entsprechende Tarifvertrag wurde im Jahr 2002 geschlossen und im Jahr 2008 modifiziert.

Führungskräfte erhalten Altersversorgungsleistungen in Form eines entgeltabhängigen Arbeitgebergrundbeitrags, eines vom Arbeitgeber finanzierten Aufstockungsbetrags und eines Angleichungsbetrags, der sich aus einer Entgeltumwandlung und einem Arbeitgeberanteil von bis zu 100 Prozent des Umwandlungsbetrages zusammensetzt. Die Zusatzbeiträge aus dem Aufstockungs- und Angleichungsbetrag werden jährlich neu bestimmt und vom Arbeitgeber rentenwirksam umgewandelt. Die entsprechenden Leistungspflichten erfolgen in Form identischer individueller Zusagen.

In beiden Fällen werden die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses um ein Prozent jährlich angepasst.

Über die aktuell offenen Pensionspläne hinaus bestehen im Unternehmen mehrere Betriebsrentenpläne aus früherer Zeit. Diese älteren Pläne sind für Neubeschäftigte in der Regel geschlossen, werden aber für jene Arbeitnehmer fortgeführt, die zum Schließungszeitpunkt Pensionsberechtigte waren.

Die Pensionsverpflichtungen werden zum Teil durch Rückversicherungspolicen gedeckt.

Sämtliche Pensionsverpflichtungen wurden zum 31. Dezember 2016 versicherungsmathematisch bewertet.

Die Kelvion-Gruppe betrachtet die Gewährung von Rentenleistungen als Mittel zur Förderung von Treue und Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeiter. Sie ist daher in Verbindung mit einem entsprechenden Arbeitnehmerbeitrag fester Bestandteil des Vergütungskonzepts. Der Konzern beobachtet die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und kontrolliert regelmäßig, ob die von ihm gewährten Leistungen angemessen und marktkonform sind.

Pensionsrückstellungen und Finanzierungsstatus

Die in den nachfolgenden Tabellen dargestellte Bewegung "Abgang ENEXIO & DencoHappel" betrifft jeweils die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen der in 2015 abgegangenen DencoHappel und ENEXIO Geschäftsbereiche, wie sie sich im Abgangszeitpunkt wertmäßig darstellen. Die abgebildeten Stromgrößen beinhalten somit sowohl die fortgeführten als auch die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche.

Die Veränderung des Barwerts der Verpflichtung aus Pensionsplänen (Anwartschaftsbarwert), des Planvermögens und der Pensionsrückstellungen stellt sich folgendermaßen dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres 21.640 32.283
Laufender Dienstzeitaufwand 1.830 2.776
Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung 473 715
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 1.189 -1.230
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der demografischen Annahmen 10 -256
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen 1.648 10
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Erfahrungsanpassungen -469 -984
Auszahlungen ohne Abgeltungen -504 -601
Vermögensübertragungen 2 -350
Abgang Enexio & DencoHappel - -11.953
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 24.630 21.640
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 1.124 1.319
Zinserträge auf Planvermögen 25 33
Arbeitgeberbeiträge 13 -90
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aus Planvermögen -1 9
Auszahlungen ohne Abgeltungen -49 -15
Abgang Enexio & DencoHappel - -132
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres 1.112 1.124
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert 23.518 20.516

Die Veränderung des Buchwerts der Verpflichtungen aus Pensionsplänen stellt sich folgendermaßen dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Nettobilanzbetrag (Saldo) zu Beginn des Geschäftsjahres 20.516 30.964
Veränderungen über Gewinn oder Verlust 2.278 3.458
Laufender Dienstzeitaufwand 1.830 2.776
Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierter Verpflichtung 448 682
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 1.190 -1.239
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Planvermögen 1 -9
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Änderung der demografischen Annahmen 10 -256
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen 1.648 10
Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Erfahrungsanpassungen -469 -984
Zahlungswirksame Veränderungen -468 -496
Arbeitgeberbeiträge -13 90
Auszahlungen ohne Abgeltungen -455 -586
Sonstige Veränderungen 2 -12.171
Vermögensübertragungen 2 -350
Abgang Enexio & DencoHappel - -11.821
Nettobuchwert 23.518 20.516

Die Aufteilung des Buchwerts nach Versorgungsplänen mit und ohne Planvermögen stellt sich wie folgt dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 3.528 3.679
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 1.112 1.124
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert der fondsfinanzierten Verpflichtung 2.416 2.555
Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 21.102 17.961
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtung 21.102 17.961
Finanzierungsstatus/Nettobuchwert 23.518 20.516

Die Aufteilung des Anwartschaftsbarwerts stellt sich folgendermaßen dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Aktive Beschäftigte 19.693 17.499
Ehemalige Beschäftigte mit unverfallbaren Anwartschaften 2.510 1.707
Rentner 2.427 2.434
Gesamtverpflichtung 24.630 21.640

Planvermögen

Am Abschlussstichtag bestand das Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen ausschließlich aus Versicherungspolicen, für die auf einem aktiven Markt kein Preis notiert wird.

Der Konzern hat beschlossen, vom internen Finanzierungseffekt der Pensionsrückstellungen Gebrauch zu machen und nur einen relativ kleinen Anteil der Pensionsverpflichtungen mit Planvermögen zu decken.

Für das Geschäftsjahr 2017 werden keine wesentlichen Zugänge zum Planvermögen erwartet.

Versicherungsmathematische Parameter

Die zur Ermittlung des Barwerts der Verpflichtung aus leistungsorientierten Plänen zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen werden im Folgenden erläutert. Die Annahmen dienen ferner zur Berechnung der Pensionsaufwendungen im Folgejahr.

(in Prozent) 31.12.2016 31.12.2015
Abzinsungsfaktor 1,90 2,20
Inflation 1,80 1,80
davon abgeleitet: Lohn- und Gehaltssteigerungsrate 2,80 2,80
davon abgeleitet: Rentensteigerungsrate 1,80 1,80

Die versicherungsmathematischen Bewertungsparameter für deutsche Altersversorgungspläne bestimmt Kelvion in Absprache mit Aktuaren. Die entsprechenden Annahmen für die wenigen außerhalb Deutschlands bestehenden Altersversorgungspläne werden unter Berücksichtigung länderspezifischer Gegebenheiten mit Hilfe inländischer Fachleute in Absprache mit Kelvion und ausländischen Experten beschlossen. Den Abzinsungssatz bestimmt der Konzern anhand des Zinssatzes erstklassiger Unternehmensanleihen am Abschlussstichtag unter Berücksichtigung der Währung und der Fälligkeitsfristen der zugrunde gelegten Verpflichtungen.

Sämtliche sonstigen Annahmen entsprechen den Langzeiterwartungen des Konzerns. Als Berechnungsgrundlage des nominalen Steigerungssatzes für Löhne und Gehälter dienen die erwartete Inflationsrate und ein realer Steigerungssatz. Das Rentenwachstum in Deutschland errechnet sich ebenfalls anhand der Inflationsrate, sofern die Anpassung der Rentenhöhe an den Anstieg der Lebenshaltungskosten gekoppelt ist. Ist eine verbindliche Rentenanpassungszusage gegeben worden, so findet sie entsprechend Berücksichtigung.

Zur Bewertung aller deutschen Altersversorgungspläne per 31. Dezember 2016 wurden die Richttafeln 2005 G von Professor Klaus Heubeck verwendet. Danach liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines 65 Jahre alten Mannes bei noch 21,6 und die einer 65 Jahre alten Frau bei noch 24,0 Jahren. Für Pensionsverpflichtungen außerhalb Deutschlands wurden länderspezifische Bewertungsgrundlagen verwendet.

Die im Folgenden dargestellten Sensitivitätsanalysen gelten für die versicherungsmathematischen Parameter Abzinsungssatz und Inflationsrate, die aus Sicht des Konzerns die Leistungsverpflichtungen erheblich beeinflussen. Da sich sowohl der Lohn- und Gehaltstrend wie auch der Rententrend aus der Inflationsrate herleiten, wurde zur Bewertung der Sensitivität dieser beiden Parameter die Inflationssensitivität herangezogen. Die gleiche Berechnungsmethode kam auf die angesetzten Rückstellungen zur Anwendung. Die Spannen zur Berechnung der Sensitivität der Annahmen richten sich nach den Veränderungen, die aufgrund von Erfahrungswerten als bis zum nächsten Abschlussstichtag als möglich erachtet werden. Mögliche Grenzen für diese Methoden ergeben sich aus der Frage, inwieweit Erfahrungswerte Aussagekraft für Prognosen haben und Schätzungen von aktuellen Gegebenheiten möglicherweise nicht angepasst worden sind.

Durch eine Absenkung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte steigt der Anwartschaftsbarwert um 11 Prozent. Sinkt die angenommene Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte, so verringert sich der Anwartschaftsbarwert um 0,3 Prozent.

Ein Absenken der Lebenserwartung um ein Jahr bewirkt eine Verringerung des Anwartschaftsbarwerts um durchschnittlich rund 4 Prozent.

Künftige Cashflows

Für die kommenden Jahre werden folgende Auszahlungen aus Altersversorgungsplänen erwartet (bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche):

(in T EUR) 2017 2018 2019 2020 2021 2021 - 2025
Auszahlungen aufgrund von Altersversorgungsplänen 361 286 377 650 715 4.276

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen beträgt:

(in Jahren) 31.12.2016 31.12.2015
Laufzeit 24,9 22,5

Beitragsorientierte Altersversorgungspläne

Bei mehreren Konzerngesellschaften werden beitragsorientierte Altersversorgungspläne angeboten. Die Pensionsverpflichtungen daraus liegen nicht beim Konzern, sondern bei den jeweiligen Pensionsfonds. Im Geschäftsjahr 2016 wurden zu diesen Plänen Beiträge in Höhe von insgesamt 877 tausend EUR (2015: 995 tausend EUR) geleistet. Die Beiträge zu staatlichen Rentenversicherungen beliefen sich auf 8.066 tausend EUR (2015: 7.568 tausend EUR). Diese Beiträge werden zum Zeitpunkt der entsprechend erbrachten Arbeitsleistung als Personalaufwand angesetzt.

Abfindungsverpflichtungen

Durch die Umsetzung der neuen Vertriebsstruktur sowie weiterer Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen soll die Wettbewerbsfähigkeit der Kelvion Gruppe weiter gesteigert werden. Die daraus resultierenden in Q4 2016 kommunizierten Standortschließungen und Rationalisierungsmaßnahmen sind in 2017 und 2018 im Wesentlichen umgesetzt worden und führten im Geschäftsjahr zu einem Anstieg der Sozialplan- und Abfindungsrückstellungen in Höhe von 21.171 tausend EUR. Die Restrukturierungsaufwendungen sind im Wesentlichen in den Umsatzkosten sowie den Verwaltungskosten erfasst.

7.4 Gesellschafterdarlehen

Am 29. Oktober 2014 schlossen die Kelvion Finance und Galapagos BidCo insgesamt vier Verträge über Gesellschafterdarlehen mit einem Nennwert von insgesamt 985.948 tausend EUR. Die einzelnen Gesellschafterdarlehen (Tranchen A bis D) werden im weiteren Verlauf erläutert.

Mit notariell beurkundetem "Abspaltungs- und Übernahmevertrag" vom 18. Dezember 2015 hat die Kelvion Finance GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der DencoHappel GmbH, Herne (Deutschland) sowie Gesellschafterdarlehen gegenüber der gemeinsamen Muttergesellschaft Galapagos BidCo. S.à r.l. anteilig in Höhe von insgesamt 295.400 tausend EUR als Gesamtheit an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Unter Berücksichtigung einer Rückzahlung in Höhe von 1.191 tausend EUR reduzierten sich die Gesellschafterdarlehen zum 31. Dezember 2015 auf 689.357 tausend EUR.

Für den Erwerb von zwei Gesellschaften in Tschechien und Österreich im Geschäftsjahr 2016 hat die Galapagos BidCo weitere Gesellschafterdarlehen der Tranchen A bis C an Konzerngesellschaften in Höhe von 58.400 tausend EUR vergeben. Gegenläufig wirkt sich die Rückführung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 40.900 tausend EUR aus, so dass zum Ende des Geschäftsjahres 2016 die Gesellschafterdarlehen 706.857 tausend EUR betragen haben.

(in T EUR) Zinssatz in % 31.12.2016 Buchwert 31.12.2015 Zugang Sonstige Rückzahlung Buchwert 31.12.2016
Gesellschafterdarlehen, Tranche A 7,000 175.000 18.839 -548 193.291
Gesellschafterdarlehen, Tranche B 5,375 140.000 15.071 -439 154.632
Gesellschafterdarlehen, Tranche C 4,434 227.500 24.490 -713 251.277
Gesellschafterdarlehen, Tranche D 10,000 146.857 - -39.200 107.657
Summe Gesellschafterdarlehen Bewertung nach IAS 39 689.357 58.400 -40.900 706.857
Transaktionskosten nach Anwendung der Effektivzinsmethode -3.872 -3.788
Summe Buchwert 685.485 703.069
(in T EUR) Fälligkeit Aufgelaufene Zinsen 31.12.2016
Gesellschafterdarlehen, Tranche A 15.06.2022 564
Gesellschafterdarlehen, Tranche B 15.06.2021 346
Gesellschafterdarlehen, Tranche C 15.06.2021 489
Gesellschafterdarlehen, Tranche D 29.10.2044 33.683
Summe Gesellschafterdarlehen Bewertung nach IAS 39 35.082
Transaktionskosten nach Anwendung der Effektivzinsmethode -
Summe Buchwert 35.082

Gesellschafterdarlehen (Tranche A)

Galapagos Holding hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2022 im Nennwert von 250.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde über Galapagos S.A. an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 7.228 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 15. Dezember 2014 zurückgezahlt. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH, Herne im Geschäftsjahr 2015 wurde ein Teilbetrag des Gesellschafterdarlehens Tranche A in Höhe von 75.000 tausend EUR an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Tranche A im Zusammenhang mit der Veräußerung von zwei DencoHappel Gesellschaften um weitere 548 tausend EUR reduziert.

Tranche A ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2022, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche A weist einen Zinssatz von 7 Prozent auf. Die Zinsen sind halbjährlich jeweils am 13. Juni und 13. Dezember zahlbar.

Gesellschafterdarlehen (Tranche B)

Galapagos S.A. hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages festverzinsliche erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2021 im Nennwert von 200.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 4.449 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 15. Dezember 2014 zurückgezahlt. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH, Herne im Geschäftsjahr 2015 wurde ein Teilbetrag des Gesellschafterdarlehens Tranche B in Höhe von 60.000 tausend EUR an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Tranche B im Zusammenhang mit der Veräußerung von zwei DencoHappel Gesellschaften um weitere 439 tausend EUR reduziert

Tranche B ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2021, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche B weist einen Zinssatz in Höhe von 5,375 Prozent auf. Die Zinsen sind halbjährlich jeweils am 13. Juni und 13. Dezember zahlbar.

Gesellschafterdarlehen (Tranche C)

Galapagos S.A. hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages variabel verzinsliche erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2021 im Nennwert von 325.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 6.874 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 12. November 2014 zu 4.906 tausend EUR und am 15. Dezember 2014 zu 1.968 tausend EUR zurückgezahlt. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH, Herne im Geschäftsjahr 2015 wurde ein Teilbetrag des Gesellschafterdarlehens Tranche C in Höhe von 97.500 tausend EUR an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Tranche C im Zusammenhang mit der Veräußerung von zwei DencoHappel Gesellschaften um weitere 713 tausend EUR reduziert

Die Tranche C ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2021, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche C weist einen Zinssatz in Höhe des 3-Monats-EURIBOR zuzüglich 475 Basispunkte auf. Der Zinssatz am Abschlussstichtag beträgt 4,622 Prozent (2014: 4,832 Prozent). Die Zinsen sind vierteljährlich jeweils am 13. März, 13. Juni, 13. September und 13. Dezember zahlbar.

Gesellschafterdarlehen (Tranche D)

Galapagos BidCo hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Zeichnungsvertrages mit Galapagos S.A. 21.094.804.470 Stück Vorzugsgeschäftsanteile im Nennbetrag von je 0,01 EUR und somit im Gesamtwert von 210.948 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde dem Unternehmen als Darlehen ausgereicht.

Die Tranche D weist einen Zinssatz in Höhe von 10 Prozent auf und wird am 29. Oktober 2044 fällig. Die Zinsen sind endfällig zum Ende der Laufzeit des Darlehens zu zahlen. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH, Herne im Geschäftsjahr 2015 wurde ein Teilbetrag des Gesellschafterdarlehens Tranche D in Höhe von 62.900 tausend EUR an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen

Im Januar 2015 hat die Kelvion Finance GmbH der Galapagos BidCo entsprechend der kreditvertraglichen Regelung (§ 5 des Kreditvertrages) mitgeteilt, dass eine Rückzahlung in Höhe von 1.191 tausend EUR erfolgt. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die Tranche D im Zusammenhang mit der Veräußerung von zwei DencoHappel Gesellschaften um weitere 39.200 tausend EUR reduziert

Nach Maßgabe der von Galapagos S.A. geschlossenen Anleiheverträge wurden zwischen den Banken und ausgewählten Konzerngesellschaften Pfandverträge geschlossen, aufgrund derer die Vermögenswerte des Konzerns und die Anteile des Konzerns an Konzerngesellschaften komplett oder in wesentlichen Teilen als Sicherheit für die Anleihetilgung geleistet wurden. Die als Sicherheit dienenden Vermögenswerte sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Aufgrund der Tatsache, dass die Verkäufe der DencoHappel Gruppe bzw. der ENEXIO Gruppe innerhalb des Galapagos S.A.-Konzernverbundes stattgefunden haben, scheiden die bestellten ENEXIO-Gesellschaften nicht aus dem Haftungsverbund aus.

Im Hinblick auf die Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe wurden zum 31. Dezember 2016 die folgenden Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet (unkonsolidierte Posten):

(in T EUR) 2016 2015
Anteile an Konzerngesellschaften *) 1.144.624 1.156.310
Immaterielle Vermögenswerte 3.586 3.476
Grundstücke und Gebäude 45.947 29.653
Technische Anlagen und Maschinen 64.222 41.159
Vorräte 76.775 61.228
Forderungen 77.002 82.456
Forderungen gegen verbundene Unternehmen *) 496.846 471.217
Andere Finanzielle Vermögenswerte und Steuerforderungen 41.956 18.426
Finanzmittel 49.463 34.279
Summe 2.000.421 1.898.204

*) jeweils auf unkonsolidierter Basis

7.5 Bankverbindlichkeiten

Die Fälligkeiten der Bankkredite stellen sich wie folgt dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
< 1 Jahr 21.100 23.486
1 - 2 Jahre - -
Summe 21.100 23.486

Die Kelvion Gruppe (gemeinsam mit der ENEXIO Gruppe) kann auf eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 75.000 tausend EUR zurückgreifen, die zum Abschlussstichtag in Höhe von 20.000 tausend EUR in Anspruch genommen wurde (2015: 20.000 tausend EUR). Die Fazilität weist einen Zinssatz von 3,25 Prozentpunkten über 3-Monats-EURIBOR auf.

Die übrigen Bankkredite wurden vorwiegend in Brasilien (2016: 875 tausend EUR; 2015: 3.210 tausend EUR) sowie in geringerem Maße in der Eurozone, Singapur und Indien in Anspruch genommen.

Der Kelvion-Konzern verfügt gemeinsam mit der ENEXIO Gruppe über eine Garantielinie in Höhe von 400 Millionen Euro (ab 2018: 375 Millionen Euro) sowie über mehrere länderspezifische Garantielinien, die zum Abschlussstichtag insgesamt in Höhe von 305,2 Millionen EUR (2015: 311,7 Millionen EUR) in Anspruch genommen waren. Darin sind zum 31. Dezember 2016 insgesamt 185,3 Millionen EUR für die Kelvion Gruppe enthalten

7.6 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.350 13.121
Verbindlichkeiten aus Derivaten 251 70
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 11.601 13.191
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 120.041 148.232
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 311 268
Verbindlichkeiten aus Derivaten 2.151 3.435
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 122.503 151.935
Summe Finanzverbindlichkeiten 134.104 165.126

Derivative Finanzinstrumente sind unter Kapitel 7.9 erläutert.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich in Höhe von 84.959 tausend EUR (2015: 126.094 tausend EUR) im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus dem Cashpooling mit ENEXIO und im Vorjahr auch DencoHappel sowie mit 35.082 tausend EUR (2015: 22.138 tausend EUR) um abgegrenzte Zinsen gegenüber der Gesellschafterin. Der Rückgang der Cashpool Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus dem Umstand, dass DencoHappel zum Abschlussstichtag 2016 den Konsolidierungskreis der Galapagos Gruppe verlassen hat und die Salden im Zuge der Transaktion ausgeglichen wurden.

Weiterführende Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen finden sich in Ziffer 10.3.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen

Die zukünftigen Zahlungen aufgrund von Finanzierungsleasingverhältnissen stellen sich wie folgt dar:

(in T EUR) Mindestleasingzahlungen 31.12.2016 Zinsen 31.12.2016 Barwert der Mindestleasingzahlungen 31.12.2016
Bis zu einem Jahr 916 605 311
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 4.252 2.262 1.990
Länger als fünf Jahre 14.490 5.130 9.360
Summe künftiger Zahlungen aus Finanzierungsleasing 19.658 7.997 11.661
(in T EUR) Mindestleasingzahlungen 31.12.2015 Zinsen 31.12.2015 Barwert der Mindestleasingzahlungen 31.12.2015
Bis zu einem Jahr 979 696 283
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 4.351 2.622 1.729
Länger als fünf Jahre 18.063 6.686 11.377
Summe künftiger Zahlungen aus Finanzierungsleasing 23.393 10.004 13.389

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen beziehen sich ausschließlich auf Grundstücke und Gebäude. Da sich die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Zinssätze nicht verändert haben, ist der beizulegende Zeitwert von Leasingverbindlichkeiten möglicherweise einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Bei allen Leasingverhältnissen sind die Zahlungen vertraglich vereinbart.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden wirksam besichert, da die Rechte an den geleasten Vermögenswerten im Fall einer Verletzung der Leasingbedingungen an den Leasinggeber zurückfallen.

7.7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.386 187.643
davon gegenüber Dritten 165.860 180.174
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.526 7.469

Von den bilanzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind insgesamt 9.434 tausend EUR (2015: 8.972 tausend EUR) erst nach Ablauf eines Jahres fällig. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden erstmalig in Höhe von 1.891 tausend EUR besichert.

Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist im Wesentlichen auf das nach den ENEXIO- und DencoHappel-Abgängen in 2015 und 2016 verringerte Geschäftsvolumen zurückzuführen.

7.8 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 158 228
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Fertigungsaufträge 17.164 27.884
Passivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen 32.850 9.674
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.093 1.369
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 4.994 6.693
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 11.252 12.115
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.419 4.275
davon sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 2.472 2.925
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 67.353 57.735
Summe sonstige Verbindlichkeiten 67.511 57.963

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen und Fertigungsaufträge und der im passivischen Saldo aus Fertigungsaufträgen enthaltenen Anzahlungen sind in Höhe von 22.257 tausend EUR (2015: 955 tausend EUR) besichert.

Der Anstieg des passivischen Saldo aus Fertigungsaufträgen um 23.176 tausend EUR ist auf ein gegenüber dem Vorjahrszeitpunkt erhöhtes Volumen an Teilabrechnungen zurückzuführen.

Weiterführende Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen finden sich in Ziffer 10.3.

7.9 Finanzinstrumente

Die Finanzinstrumente sind in der folgenden Tabelle nach Klassen im Sinne von IFRS 7 und nach Bewertungskategorien im Sinne von IAS 39 unterteilt. Darüber hinaus enthält die Tabelle auch Finanzinstrumente, die nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewertet werden.

Bewertung nach IAS 39
31. Dezember 2016
(in T EUR)
Buchwert 31.12.2016 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet Bewertung nach anderen IFRS Beizulegender Zeitwert 31.12.2016
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 237.860 199.781 38.079 237.860
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 67.515 67.515 67.515
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 128.432 99.039 3.055 26.338 128.432
davon Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.055 3.055 3.055
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet bzw. zur Veräußerung verfügbar 850 850 850
Nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 3.055 3.055 3.055
Kredite und Forderungen 372.525 305.010 67.515 372.525
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 850 850 850
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.386 168.386 168.386
Finanzverbindlichkeiten 858.273 844.210 2.402 11.661 838.676
davon Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 11.661 11.661 11.661
davon Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.402 2.402 2.402
Sonstige Verbindlichkeiten 67.511 5.181 62.330 67.511
Nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.017.777 1.017.777 998.180
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 2.402 2.402 2.402
Bewertung nach IAS 39
31. Dezember 2015
(in T EUR)
Buchwert 31.12.2015 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet Im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet Bewertung nach anderen IFRS Beizulegender Zeitwert 31.12.2015
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 307.608 225.644 81.964 307.608
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 63.494 63.494 63.494
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 145.791 122.494 2.702 20.595 145.791
davon Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.702 2.702 2.702
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet bzw. zur Veräußerung verfügbar 771 771 771
Nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.702 2.702 2.702
Kredite und Forderungen 411.632 348.138 63.494 411.632
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente 771 771 771
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 187.643 187.643 187.643
Finanzverbindlichkeiten 874.097 857.203 3.505 13.389 873.352
davon Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 13.389 13.389 13.389
davon Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.505 3.505 3.505
Sonstige Verbindlichkeiten 57.963 5.907 52.056 57.963
Nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.050.753 1.050.753 1.050.008
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 3.505 3.505 3.505

Am Bilanzstichtag waren keine bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen vorhanden.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind oder für die im Anhang zum Konzernabschluss ein beizulegender Zeitwert genannt ist, müssen nach Maßgabe der im Folgenden dargestellten dreistufigen Bemessungshierarchie für den beizulegenden Zeitwert kategorisiert werden. Maßgebend für die Einstufung sind die folgenden Inputfaktoren:

Inputfaktoren auf Stufe 1: auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise;

Inputfaktoren auf Stufe 2: andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar (als Preis) oder mittelbar (aus Preisen hergeleitet) zu beobachten sind;

Inputfaktoren auf Stufe 3: Inputfaktoren, die sich nicht aus beobachtbaren Marktdaten herleiten lassen.

Die Kategorisierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns innerhalb der dreistufigen Bemessungshierarchie stellt sich folgendermaßen dar:

31.12.2016
31. Dezember 2016
(in T EUR)
Buchwert Level 2
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.055 3.055
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.402 2.402
Finanzielle Verbindlichkeiten, für die ein beizulegender Wert auszuweisen ist
Gesellschafterdarlehen 703.069 717.155
31.12.2015
31. Dezember 2015
(in T EUR)
Buchwert Level 2
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.702 2.702
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3.505 3.505
Finanzielle Verbindlichkeiten, für die ein beizulegender Wert auszuweisen ist
Gesellschafterdarlehen 685.485 684.740

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten weisen im Allgemeinen kurze Restlaufzeiten auf. Infolgedessen entspricht ihr beizulegender Zeitwert dem Buchwert.

Der beizulegende Zeitwert der Gesellschafterdarlehen entspricht dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Die Abzinsung erfolgt mittels laufzeitüblicher Zinssätze. Diese Bewertungsmethode entspricht Stufe 2 der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13.

Der beizulegende Zeitwert von Derivaten errechnet sich mittels am Markt beobachtbarer notierter Wechselkurse und Renditekurven. Dementsprechend werden Derivate der zweiten Hierarchiestufe zugeordnet.

Den Stufen 1 und 3 der Bemessungshierarchie waren am Abschlussstichtag keine Finanzinstrumente zugeordnet.

Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die Gegenstand der Bewertungsvorschriften von IAS 39 sind, entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Die als zur Veräußerung verfügbar eingestuften finanziellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei ihnen handelt es sich um Anteile an nicht konsolidierten Gesellschaften und andere Beteiligungen, deren beizulegender Zeitwert sich nicht zuverlässig bestimmen lässt.

Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten

Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, die Gegenstand der Bewertungsvorschriften von IAS 39 sind, entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert festverzinslicher Verbindlichkeiten entspricht dem Barwert ihrer erwarteten künftigen Kapitalströme. Sie werden zu den am Abschlussstichtag geltenden Sätzen abgezinst. Der Buchwert variabel verzinslicher Verbindlichkeiten entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Derivative Finanzinstrumente

Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten am Abschlussstichtag bemisst sich am Devisenkassakurs unter Berücksichtigung restlaufzeitabhängiger Terminaufschläge und Terminabschläge. Terminaufschläge und Terminabschläge werden aus den am Abschlussstichtag beobachtbaren Renditekurven abgeleitet. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis der Restlaufzeit des Termingeschäfts, des aktuellen Wechselkurses, der Volatilität des Wechselkurses und der zugrunde liegenden Renditekurven ermittelt.

Kelvion setzt Devisenterminkontrakte als derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken für bestehende oder geplante Grundgeschäfte ein.

Nennwert und beizulegender Zeitwert der am Abschlussstichtag in Gebrauch befindlichen derivativen Finanzinstrumente sind der folgenden Tabelle zu entnehmen. Der Nennwert derivativer Finanzinstrumente in Fremdwährung wurde zum jeweiligen Schlusskurs umgerechnet.

31.12.2016 31.12.2015
(in T EUR) Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert
Aktiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 71.552 3.055 77.346 2.702
Passiva
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 65.413 2.402 89.003 3.505

Beim Buchwert der bilanzierten Derivate handelt es sich um Bruttobeträge.

Kelvion erwirbt Finanzderivate im Zuge von Aufrechnungsvereinbarungen mit Banken auf der Grundlage des Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte. Bei solchen Aufrechnungsvereinbarungen werden die von jedem Vertragspartner an einem bestimmten Tag für sämtliche unbeglichenen Geschäfte in derselben Währung geschuldeten Beträge zu einem einzigen Betrag saldiert, den ein Vertragspartner dem anderen zu zahlen hat. Unter bestimmten Umständen - etwa bei Eintritt eines Kreditereignisses wie beispielsweise einem Zahlungsverzug - werden sämtliche unbeglichenen Geschäfte vereinbarungsgemäß gekündigt, der Kündigungswert ermittelt und zur Abgeltung aller Geschäfte lediglich ein einziger saldierter Betrag fällig. Das potenzielle Aufrechnungsvolumen ist unbedeutend.

Erträge und Aufwendungen

Die Effekte aus der Bewertung von Finanzinstrumenten wurden erfolgswirksam erfasst. Die Nettoerträge aus Finanzinstrumenten sind, den Bewertungskategorien von IAS 39 entsprechend, in der folgenden Tabelle dargestellt.

31.12.2016
(in T EUR)
Nettoergebnis davon aus Zinsen davon aus Wertminderung/-aufholung
Kredite und Forderungen -539 9.947 -10.486
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 37 - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten 2.502 - -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -54.413 -54.413 -
Summe -52.413 -44.466 -10.486
31.12.2015
(in T EUR)
Nettoergebnis davon aus Zinsen davon aus Wertminderung/-aufholung
Kredite und Forderungen -713 3.857 -3.276
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte -30 - -102
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten 1.629 - -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -77.970 -77.970 -
Summe -77.084 -74.113 -3.378

8. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Aufgrund der Anwendung von IFRS 5 werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nur die relevanten Zahlen für die fortgeführten Geschäftsbereiche gezeigt. Das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche wird in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Postens "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" gezeigt. Eine detaillierte Erläuterung zu den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen erfolgt in Kapitel 5.

8.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Aus Fertigungsaufträgen 221.302 319.582
davon gegenüber Dritten 216.530 319.582
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 4.772 -
Aus dem Verkauf von Komponenten 471.411 512.100
davon gegenüber Dritten 452.805 504.513
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 18.606 7.587
Aus Serviceleistungen 94.594 90.663
davon gegenüber Dritten 93.010 90.147
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.584 516
Summe 787.307 922.345

8.2 Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Erträge aus Wechselkursveränderungen 25.337 36.724
Erträge aus der Bewertung von Währungsderivaten 10.942 10.493
Erträge aus Zahlungseingängen auf wertberichtigte Forderungen 2.221 1.267
Erträge aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten 12.727 152
Erträge aus Schadenersatz und Kostenerstattungen 38 1.745
Übrige Erträge 6.687 5.505
Summe 57.952 55.886

Die Erträge aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten resultieren in Höhe von 12.493 tausend EUR aus dem Verkauf der österreichischen DencoHappel Gesellschaft.

8.3 Sonstige Aufwendungen

Die sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Verluste aus Wechselkursveränderungen 25.541 38.961
Verluste aus der Bewertung von Währungsderivaten 8.440 8.864
Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.707 4.543
Kosten des Geld- und Zahlungsverkehrs 235 229
Verluste aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 268 113
Übrige Aufwendungen 1.990 1.980
Summe 49.181 54.690

8.4 Darstellung ausgewählter Aufwendungen nach Kostenarten

Materialaufwendungen

Die unter Anwendung des Gesamtkostenverfahrens erfassten Materialaufwendungen stellen sich folgendermaßen dar:

(in T EUR) 2016 2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 353.814 434.668
Bezogene Leistungen 46.043 60.152
Summe 399.857 494.820

Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Löhne und Gehälter 187.098 184.852
Abfindungen (inkl. Restrukturierungen) 3.753 6.590
Sonstige Personalaufwendungen 2.432 1.535
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 40.328 41.986
Summe 233.611 234.963

Die durchschnitte Anzahl der Beschäftigten im Geschäftsjahr 2016 beträgt 4.494 (2015: 4.427). Die Aufteilung nach Funktionsbereichen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Mitarbeiter *nach Funktionsbereichen Durchschnitt 2016 Durchschnitt 2015
Einkauf 218 208
Produktion 2.419 2.365
Service 169 156
Vertrieb ohne Service 710 722
F&E 62 60
Engineering 460 443
Verwaltung 428 446
Interne Dienste 28 28
Summe 4.494 4.427

* Vollzeitäquivalente ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse

Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen

In der Berichtsperiode wurden auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 62.285 tausend EUR (2015: 113.962 tausend EUR) bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche angesetzt. Wertminderungen in Höhe von 6.528 tausend EUR betreffen das Verwaltungsgebäude in Bochum sowie Kelvion Refrigeration. Sie wurden größtenteils in den Umsatzkosten und in den Vertriebskosten ausgewiesen. Nähere Erläuterungen zu den Wertminderungsaufwendungen sind den Tabellen in den Ziffern 6.2 (sonstige immaterielle Vermögenswerte) und 6.3 (Sachanlagen) zu entnehmen.

Hinsichtlich der Abschreibungen und Wertminderung der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche wird auf Kapitel 5 verwiesen.

8.5 Zinserträge und Zinsaufwendungen

Zinserträge

Die Zinsen und ähnlichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Zinserträge aus Forderungen, Geldanlagen und Wertpapieren 6.582 2.309
davon gegenüber Dritten 1.294 2.072
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 5.288 237
Sonstige Zinserträge 3.365 1.548
davon gegenüber Dritten 3.365 1.548
Summe 9.947 3.857

Die Zinserträge aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien im Sinne von IAS 39 sowie den nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewerteten Vermögenswerten setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Kredite und Forderungen 9.947 3.857
davon gegenüber Dritten 4.659 3.620
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 5.288 237
Summe 9.947 3.857

Zinsaufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten 54.413 77.970
davon an Dritte 9.856 9.162
davon an verbundene Unternehmen 44.557 68.808
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen 448 412
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen und sonstigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 4.971 2.399
Sonstige Zinsaufwendungen 1.591 2.005
Summe Zinsaufwendungen 61.423 82.786

Die Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten in Höhe von 54.413 tausend EUR betreffen mit 44.557 tausend EUR (2015: 68.808 tausend EUR) die Gesellschafterdarlehen, 7.422 tausend EUR (2015: 7.465 tausend EUR) für Garantieverpflichtungen, 1.339 tausend EUR (2015: 1.191 tausend EUR) für die revolvierende Kreditfazilität sowie 1.095 tausend EUR (2015: 506 tausend EUR) für Bankverbindlichkeiten.

Die Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien im Sinne von IAS 39 sowie den nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewerteten Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 54.413 77.970
davon gegenüber Dritten 9.856 9.161
davon an verbundene Unternehmen 44.557 68.808
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - -
Nicht wechselkursbedingte Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten - -
Nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7.010 4.816
Summe 61.423 82.786

Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten, die nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewertet wurden, beziehen sich im Wesentlichen auf einen Rückstellungssachverhalt für nachlaufende Kosten.

Im Geschäftsjahr 2016 entstanden Aufwendungen in Höhe von 235 tausend EUR (2015: 229 tausend EUR) für Gebühren, die bei der Bewertung mittels Effektivzinsmethode nicht berücksichtigt wurden.

8.6 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Grundlage für die Berechnung des Ergebnisses aus Ertragsteuern im Berichtsjahr war die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2016.

Das Ergebnis aus Ertragsteuern setzt sich folgendermaßen zusammen (fortgeführte Geschäftsbereiche):

(in T EUR) 2016 2015
Laufende Steuern -10.554 -9.827
Deutschland -658 -434
Ausland -9.896 -9.393
Latente Steuern 13.293 21.593
Summe 2.739 11.766

Aufgrund der Entstehung und Aufhebung zeitlicher Differenzen ergab sich ein latenter Steuerertrag in Höhe von 12.737 tausend EUR (2015: 21.991 tausend EUR Steuerertrag).

Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird der in Deutschland gültige Körperschaft- und Gewerbesteuersatz einschl. Solidaritätszuschlag von 29,22 Prozent (2015: 29,83 Prozent) herangezogen. Die Überleitung von der erwarteten Ertragsteuer zur erfolgswirksam erfassten effektiven Ertragsteuer (mittels Multiplikation des Gewinns vor Steuern mit dem in Deutschland gültigen nominalen Ertragsteuersatz) ist im Folgenden tabellarisch dargestellt.

2016 2015
in T EUR in % in T EUR in %
Ergebnis vor Steuern fortgeführte Geschäftsbereiche -79.291 - -69.041 -
Ergebnis vor Steuern nicht fortgeführte Geschäftsbereiche -527 - -106.992 -
Ergebnis vor Steuern -79.818 - -176.033 -
Erwartete Ertragsteuer (29,22 %; Vj.: 29,83 %) 23.323 29,22 52.510 29,83
Nicht abzugsfähige Aufwendungen/steuerfreie Ergebnisse -4.323 -5,42 1.650 0,94
Steuermehrungen aufgrund nicht abzugsfähiger Wertminderungsaufwendungen für den Geschäfts- oder Firmenwert - - -1.641 -0,93
Gewerbesteuerliche Hinzuzurechnungen und -kürzungen -1.055 -1,32 -545 -0,31
Veränderung von Wertberichtigungen -16.372 -20,51 -29.675 -16,86
Sonstige Ertragsteuern -855 -1,07 -839 -0,48
Vorjahressteuereffekte -176 -0,22 2.406 1,37
Effekte aus ausländischen Steuersätzen 1.697 2,13 -7.469 -4,24
Sonstige 494 0,62 2.117 1,20
Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz 2.733 3,42 18.515 10,52
Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz fortgeführte Geschäftsbereiche 2.739 3,42 11.766 6,68
Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz nicht fortgeführte Geschäftsbereiche -6 0,00 6.749 3,83

Die Differenzen aus ausländischen Steuersätzen sind auf außerhalb Deutschlands gültige Steuersätze zurückzuführen, die von 0,00 Prozent (Vereinigte Arabische Emirate) bis 37,25 Prozent (USA) reichen.

Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
(in T EUR) 2016 2015 2016 2015
Goodwill - - - 560
Immaterielle Vermögenswerte 138 239 46.035 57.809
Sachanlagen 7.248 730 17.695 13.379
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 30 - 9.502 2.943
Langfristige Vermögenswerte 7.416 969 73.232 74.691
Vorräte 3.882 4.719 358 297
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.031 7.316 3.810 899
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 856 - 2.155 10.650
Kurzfristige Vermögenswerte 6.769 12.035 6.323 11.846
Summe Aktiva 14.185 13.004 79.555 86.537
Langfristige Rückstellungen 14.842 12.105 - -
Langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 5.652 3.997 - -
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 87 - 48 58
Langfristige Schulden 20.581 16.102 48 58
Kurzfristige Rückstellungen 8.386 6.253 2.003 293
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 571 1.838 152 1.269
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.013 515 437 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 896 5.246 51 2.647
Kurzfristige Schulden 12.866 13.852 2.643 4.209
Summe Passiva 33.447 29.954 2.691 4.267
Latente Steuern auf temporäre Differenzen 47.632 42.958 82.246 90.804
Steuerliche Verlustvorträge 49.548 32.155 - -
Nichtansatz steuerlicher Verlustvorträge -40.921 -23.255 - -
Saldierung von latenten Steuern -32.836 -45.339 -32.836 -45.339
Angesetzte latente Steuern 23.423 6.519 49.410 45.465

Passive latente Steuern von -340 tausend EUR (2015: 436 tausend EUR aktive latente Steuern) wurden unmittelbar eigenkapitalwirksam erfasst; sie resultieren aus unmittelbar eigenkapitalwirksam erfassten versicherungsmathematischen Verlusten.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern ein Rechtsanspruch auf die Saldierung aktueller Steueransprüche mit aktuellen Steuerschulden besteht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Steuern von derselben Steuerbehörde erhoben und im selben Zeitpunkt fällig werden.

Die Höhe und der zeitliche Verfall der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen:

2016 2015
< 1 Jahr - -
1 - 2 Jahre 10 81
2 - 3 Jahre 153 148
3 - 4 Jahre - -
> 4 Jahre 15.404 14.083
Zeitlich unbegrenzter Verlustvortrag 140.529 85.440
Summe steuerlicher Verlustvorträge 156.096 99.752

Für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von 123.876 tausend EUR (2015: 79.247 tausend EUR) wurden zum 31. Dezember 2016 keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da ihre Inanspruchnahme nicht hinreichend sicher ist.

9. Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und Rechtsstreitigkeiten

9.1 Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen potenzielle Schuldverhältnisse dar, die dem Grunde und/oder der Höhe nach noch nicht hinreichend konkretisierbar sind. Sofern eine entsprechende Konkretisierbarkeit gegeben ist, erfolgt der Ansatz einer Schuld in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2016 bestanden im Konzern keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten.

Mehrere Konzerngesellschaften haben zugunsten von Kunden oder Kreditgebern Bankgarantien ausgestellt oder ausstellen lassen. Diese Bankgarantien werden nicht als Eventualverbindlichkeiten betrachtet, da mit ihnen Erfüllungspflichten des Konzerns verbunden sind.

9.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Konzerns zum 31. Dezember 2016 setzen sich wie folgt zusammen:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Künftige Miet- und Leasingverpflichtungen 24.994 34.868
Bestellobligo 69.005 72.173
Summe Gruppe 93.999 107.041

Miet-, Pacht- und Leasingverhältnisse

Die Miet-, Pacht- und Leasingverpflichtungen von 24.994 tausend EUR (2015: 34.868 tausend EUR) betreffen überwiegend Gebäude. Die Verträge laufen maximal bis zum Jahr 2037 und enthalten weder Verlängerungs- noch Kaufoptionen. Die Restlaufzeiten der Verpflichtungen stellen sich folgendermaßen dar:

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Bis zu einem Jahr 6.424 9.330
Zwischen einem Jahr und fünf Jahren 12.035 18.560
Länger als fünf Jahre 6.535 6.978
Summe Gruppe 24.994 34.868

Im Geschäftsjahr 2016 beliefen sich die Aufwendungen für langfristige Mietverträge auf 9.513 tausend EUR (2015: 12.665 tausend EUR). Davon entfielen 1.751 tausend EUR (2015: 1.997 tausend EUR) auf variable Mieten, die sich vorwiegend an Verbraucherpreisindizes orientieren.

Bestellobligo

Das Bestellobligo lässt sich folgendermaßen aufschlüsseln:

(in T EUR) 2016 2015
Vorratsvermögen 68.247 70.204
Immaterielle Vermögensgegenstände - 19
Sachanlagen 758 1.950
Summe Gruppe 69.005 72.173

Bankbürgschaften

Kelvion-Konzerngesellschaften haben zum 31. Dezember 2016 Bankgarantien in Höhe von 185,3 Millionen EUR (2015: 168,4 Millionen EUR; einschließlich nicht fortgeführter Geschäftsbereiche) in Anspruch genommen sind. Garantiengeber sind ein Bankenkonsortium (Gesamtvolumen der gesamten Galapagos-Gruppe 400 Millionen EUR in 2016 und 2015) und einzelne Banken im Rahmen bilateraler Verträge.

Die in der folgenden Tabelle dargestellten Garantieverpflichtungen betreffen Haftungsverhältnisse, deren Hauptschuldner in den Grundgeschäften (z. B. Lieferungen) nicht konsolidierte Konzerngesellschaften sind, und für die Bankbürgschaften zugunsten von Kunden in Anspruch genommen wurden.

(in T EUR) 31.12.2016 31.12.2015
Anzahlungsgarantien 1.741 355
Gewährleistungsgarantien 22 -
Vertragserfüllungsgarantien 1.132 1.202
Sonstige Haftungserklärungen 95 431
Summe 2.990 1.988

9.3 Rechtsstreitigkeiten

Für die aus den entsprechenden Rechtsstreitigkeiten des Konzerns im gewöhnlichen Geschäftsverkehr herrührenden Risiken sind hinreichende Rückstellungen gebildet worden. Da sich der Ausgang der Rechtsstreitigkeiten jedoch nur schwer vorhersehen lässt, besteht die Möglichkeit, dass sie Erträge oder Aufwendungen nach sich ziehen, falls die gebildeten Rückstellungen höher oder niedriger sind als erforderlich.

10. Sonstige Erläuterungen

10.1 Konzernkapitalflussrechnung

Die nachfolgenden Ausführungen zur Kapitalflussrechnung beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche der Kelvion-Gruppe:

Durch das stark gesunkene Umsatzniveau und das im 4. Quartal angekündigte Reorganisations- und Restrukturierungsprogramm der Kelvion-Gruppe reduzierte sich das EBITDA der Gruppe zwar um 51,5 Millionen EUR im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015, dennoch verbesserte sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 94,7 Millionen EUR auf 97,2 Millionen EUR. Dazu haben insbesondere der dem Geschäftsverlauf folgende Rückgang des Working Capitals (119,6 Millionen EUR), deutlich niedrigere Steuerzahlungen (19,5 Millionen EUR) sowie die positiven Veränderungen der Rückstellungen (17,4 Millionen EUR) durch die Bildung der Reorganisations- und Restrukturierungsrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr beigetragen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Millionen EUR auf -14,4 Millionen EUR. Der Anstieg resultiert dabei im Wesentlichen aus den fehlenden Abgängen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus der Veräußerung der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche im Vorjahr (-8,0 Millionen EUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -76,4 Millionen EUR und verschlechterte sich damit um -40,9 Millionen EUR im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe hierfür resultieren im Wesentlichen aus der Veränderung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften von -47,5 Millionen EUR (im Vorjahr -1,7 Millionen EUR). Gegenläufig wirken sich gegenüber dem Vorjahr geringere Zinszahlungen in Höhe von 42,5 Millionen EUR (im Vorjahr 54,2 Millionen EUR) aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 gab es darüber hinaus keine weiteren Einzahlungen aus der revolvierenden Kreditfazilität im Gegensatz zum Vorjahr (2015: Einzahlungen in Höhe von 20,0 Millionen EUR), jedoch (Netto-) Erhöhungen der Gesellschafterdarlehen von 17,5 Millionen EUR für die Finanzierung der Erwerbe der österreichischen und tschechischen Kelvion-Gesellschaften von DencoHappel. Auszahlungen für Leasingverpflichtungen belasteten den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wie im Vorjahr mit 1,1 Millionen EUR.

Der Bestand an Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 67,5 Millionen EUR enthält 0,2 Millionen EUR (Vorjahr: 0,2 Millionen EUR) beschränkt verfügbare Mittel.

10.2 Zuschüsse der öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2016 flossen dem Konzern ertragsbezogene Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von 422 tausend EUR (2015: 3.753 tausend EUR) zu, wovon 350 tausend EUR auf Lohnsteuersubventionen und der Restbetrag auf Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entfielen. Aktivabezogene Zuwendungen gab es in diesem Geschäftsjahr keine, im Vorjahr wurden 304 tausend EUR vom Buchwert der betroffenen Vermögenswerte abgezogen.

Die Kelvion-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2015 die Zusage zu Investitionszuschüssen aus einem von der Europäischen Union initiierten Entwicklungsprojekt in Höhe von 796 tausend EUR erhalten. Die Zahlung erfolgte im Januar 2016. In Abhängigkeit des Fortschritts und Erfolgs des zugrundeliegenden Entwicklungsprojektes können weitere Investitionszuschüsse in Höhe von 531 tausend EUR der Kelvion-Gruppe zufließen. Letztere Investitionszuschüsse sind im Konzernabschluss auf Grund der gegenwärtig noch nicht hinreichenden Konkretisierung bilanziell nicht erfasst.

10.3 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nach Maßgabe von IAS 24 sind Geschäftsvorfälle und ausstehende Salden mit Unternehmen oder Personen anzugeben, die den Konzern beherrschen oder gemeinschaftlich beherrschen oder vom Konzern beherrscht oder gemeinschaftlich beherrscht werden, sofern solche Unternehmen oder Personen nicht im Konzernabschluss berücksichtigt sind.

Die Verpflichtung gemäß IAS 24 erstreckt sich ferner auf Geschäfte mit Personen, die maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns ausüben. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns kann insoweit ein Anteil von mindestens 20 Prozent an Kelvion Finance, ein Sitz in der Geschäftsleitung der Kelvion-Gruppe oder eine andere leitende Position bei der Konzernmuttergesellschaft oder bei einer Beteiligungsgesellschaft sein.

Nahe stehende Unternehmen und Personen des Konzerns im Sinne von IAS 24 sind in erster Linie die unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter von Kelvion Finance und der dem Wesentlichkeitsgrundsatz gemäß nicht konsolidierten Tochtergesellschaften der Kelvion-Gruppe. Die unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter von Kelvion Finance sind die luxemburgischen Holdinggesellschaften. Die luxemburgischen Holdinggesellschaften werden indirekt von Fonds beherrscht, die von der Kapitalanlagegesellschaft Triton beraten werden.

Sämtliche Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen werden nach Fremdvergleichsgrundsätzen getätigt. Bezüglich der Gesellschafterdarlehen wird verwiesen auf Ziffer 7.4.

Erträge und Aufwendungen aus Geschäften mit Konzerngesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen oder nicht konsolidierten Tochtergesellschaften resultieren überwiegend aus der regelmäßigen Lieferung von Gütern und der regelmäßigen Erbringung von Dienstleistungen und setzen sich folgendermaßen zusammen:

(in T EUR) 2016 Umsätze Sonstige Erträge Sonstige Aufwendungen Zinsertrag
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 10.032 - - 200
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen 1.874 - - 11
gegenüber Schwestergesellschaften 13.056 - - 5.077
Summe 24.962 - - 5.288
(in T EUR) 2015 Umsätze Sonstige Erträge Sonstige Aufwendungen Zinsertrag
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 3.274 - - 133
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen 4.827 - - 3
gegenüber Schwestergesellschaften 2 0
Summe 8.103 - - 136

Die Zahlen sind nicht vergleichbar mit dem Vorjahr aufgrund der Konzern-Umstrukturierungen in 2016 sowie den zur Veräußerung gehaltenen Geschäftsbereichen.

Für Leistungen einer Triton nahe stehenden Beratungsgesellschaft sind dem Konzern Beratungskosten in Höhe von 14 tausend EUR (2015: 738 tausend EUR) entstanden.

Zum Abschlussstichtag bestanden aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften und verbundenen Unternehmen die folgenden offenen Posten:

(in T EUR) 31.12.2016 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 5.614 11 3.443 521
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen 1.460 299 425 -12
gegenüber Schwestergesellschaften 1.221 2.314 46.483 85.308
Summe 8.295 2.624 50.351 85.817
(in T EUR) 31.12.2015 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Vermögenswerte Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten
Nicht-konsolidierte Gesellschaften 838 264 6.421 553
Joint Ventures und sonstige Beteiligungen 2.361 89 425 -32
Nicht konsolidierte Gesellschaften des ENEXIO Konzerns 4.608 5.730 42.411 78.163
Nicht konsolidierte Gesellschaften des DencoHappel Konzerns 1.076 1.386 32.076 48.779
Summe 8.883 7.469 81.333 127.463

Durch die Abspaltung bzw. Verkauf der überwiegenden DencoHappel bzw. ENEXIO Gesellschaften sind die Salden dieser Gesellschaften mit Kelvion-Gesellschaften zum 31. Dezember 2015 bilanziell auszuweisen gewesen. Die Salden sind ausgeglichen zum Bilanzstichtag 2016.

Die von Galapagos BidCo S.à.r.l. gewährten Gesellschafterdarlehen weisen einen Buchwert von insgesamt 703.069 tausend EUR (2015: 685.485 tausend EUR) auf. Die hierauf abgegrenzten Zinsen belaufen sich auf 35.082 tausend EUR (2015: 22.138 tausend EUR). Die im Geschäftsjahr 2016 im Zinsaufwand erfassten Zinsen für die Gesellschafterdarlehen belaufen sich auf 44.557 tausend EUR (2015: 68.808 tausend EUR). Weitere Angaben dazu finden sich unter Ziffer 7.4 "Gesellschafterdarlehen".

10.4 Bezüge von Führungskräften

Die Bezüge der Geschäftsführung des Unternehmens setzen sich folgendermaßen zusammen:

(in T EUR) 2016 2015
Kurzfristig fällige Leistungen 1.054 1.933
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 290 1.500
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 111 240
Gesamt 1.455 3.673

Die o.g. kurzfristig fälligen Leistungen stellen die im Geschäftsjahr 2016 gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB dar. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung sind zum Abschlussstichtag 1.070 tausend EUR (in 2015: 257 tausend EUR) zurückgestellt.

Sonstige Geschäfte mit Führungskräften des Unternehmens oder mit ihnen nahe stehenden Unternehmen oder Personen haben im Berichtszeitraum nicht stattgefunden.

10.5 Organe des Unternehmens

Nachfolgend sind die Mitglieder der Geschäftsführung aufgelistet:

- Michael Andersen (CFO, bis 15. Januar 2016), Düsseldorf

- Volker Walprecht (CFO, ab 17. November 2015 bis 11. Juli 2016), Essen

- Silke Hartmann (CFO, ab 10. August 2016 bis 31. Dezember 2017), Mülheim an der Ruhr

- Dr. Christoph Hirschmann (Jurist, ab 8. September 2015 bis 7.Oktober 2016), Düsseldorf

- Dr. Robert Wassmer (CEO, ab 7. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2017), Bad Säckingen

- Jürgen Vinkenflügel (CEO, ab 1.Januar 2018), Mühlheim an der Ruhr

- Andrea Teutenberg, (CFO, ab 1. Januar 2018), Berlin

10.6 Gesellschafterbeirat

Die Mitglieder des Gesellschafterbeirats sind:

- Manfred Eiden (seit 1. Januar 2016; 1. Mai 2016 bis 31. Dezember 2017 Vorsitzender)

- Peter Grosch (bis 30. April 2016 Vorsitzender)

- Martin Huth

- Roland Oelschläger (bis 30. November 2016)

- Michael Gahleitner (seit 1. August 2016)

- Klaus Stahlmann (seit 15. August 2016, seit 1. Januar 2018 Vorsitzender)

- Herbert Doleisch (seit 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2017)

- Nizar Ghoussaini (seit 1. Dezember 2017)

- Claus von Hermann (seit 1. Januar 2018)

Die Aufwendungen für den Gesellschafterbeirat belaufen sich auf 595 tausend EUR im Jahr 2016 (2015: 644 tausend EUR).

10.7 Abschlussprüfungsgebühren

Dem Konzern sind Gebühren in Höhe von 667 tausend EUR (2015: 1.020 tausend EUR) für Abschlussprüfungsleistungen, in Höhe von 48 tausend EUR (2015: 12 tausend EUR) für prüfungsnahe Leistungen, in Höhe von 10 tausend EUR (2015: 19 tausend EUR) für Steuerberatungsleistungen und in Höhe von 5 tausend EUR (2015: 12 tausend EUR) für sonstige Leistungen an den Konzernabschlussprüfer entstanden.

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der eingeleitete Reorganisationsprozess der Kelvion-Gruppe wurde 2017 fortgeführt.

Nach einer eingehenden Analyse der amerikanischen Produktionsstandorte wurde im Februar 2017 die Schließung des Werkes in York (Pennsylvania, USA) beschlossen. Durch die Konzentration der Aktivitäten in Tulsa (Oklahoma, USA) werden Synergien gehoben und die Marktposition in den USA gestärkt. Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund einer Unterauslastung der Produktionen in Wuhu (Anhui, China) und Franco da Rocha (Sao Paulo, Brasilien) im 1. Quartal 2017 entschieden, auch an diesen Standorten Restrukturierungsmaßnahmen durchzuführen.

Im September 2017 wurde das B3 Corporate Family Rating (CFR) von Moodys bestätigt, jedoch der Rating Outlook von stabil auf negativ herabgesetzt. Standard & Poor's stufte das CFR des Galapagos-Konzerns im September 2017 von B- auf CCC+ mit einem negativen Rating Outlook herab. Im Dezember 2017 stufte Moody's das CFR herab von B3 zu Caa1 mit negativem Ausblick.

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 hat die Geschäftsführung vertreten durch Herrn Dr. Robert Wassmer (CEO) sowie Frau Silke Hartmann (CFO) das Unternehmen verlassen. Mit Wirkung ab 1. Januar 2018 besteht die Geschäftsführung aus Herrn Jürgen Vinkenflügel (CEO) und Frau Andrea Teutenberg (CFO).

Im Juni 2017 wurde das Hauptverwaltungsgebäude der Kelvion in Bochum zum erwarteten Verkaufspreis veräußert.

Darüber hinaus sind bis zur Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses keine Ereignisse eingetreten, die wesentlichen Einfluss auf die Angaben über den Geschäftsverlauf und die erwartete Entwicklung des Konzerns hätten nehmen können.

12. Beteiligungsliste

Die Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen des Konzerns sind in der folgenden Aufstellung genannt.

Gesellschaft Sitz Land Anteilsbesitz
(in %)
Kelvion Industriebeteiligungen GmbH Bochum Deutschland 100,00
Kelvion Safety Heat Exchangers GmbH Monzingen Deutschland 100,00
Kelvion Machine Cooling Sp. z.o.o. Swiebodzice Polen 100,00
Kelvion PHE GmbH Sarstedt Deutschland 100,00
Kelvion S.A.S. Wingles Frankreich 100,00
Kelvion Intercambiadores Ltda Franco da Rocha Brasilien 100,00
Kelvion S.r.l. Monvalle Italien 100,00
Kelvion Thermal Solutions S.A.U. Igorre Spanien 100,00
Kelvion Inc. Catoosa USA 100,00
Kelvion Thermal Solutions (PTY) Ltd. Germiston Südafrika 74,999
Kelvion Thermal Solutions S.A.S. Nantes Frankreich 100,00
Kelvion Refrigeration GmbH Baierbrunn Deutschland 100,00
Kelvion GmbH Bochum Deutschland 100,00
Kelvion Machine Cooling GmbH Bochum Deutschland 100,00
Kelvion B.V. Doetinchem Niederlande 100,00
Kelvion Sp. Z o.o. Opole Polen 100,00
Kelvion AB Kalmar Schweden 100,00
Kelvion PTE. Ltd. Singapur Singapur 100,00
Kelvion Heat Exchangers (China) Co. Ldt. Wuhu China 97,39
Kelvion SDN. BHD Subang Jaya, Selangor Malaysia 100,00
Kelvion Refrigeration B.V. Sint Maartensdijk Niederlande 100,00
Kelvion Holding B.V. Sint Maartensdijk Niederlande 100,00
Kelvion Brazed PHE GmbH Nobitz-Wilchwitz Deutschland 100,00
Kelvion Services (PTY) Ltd. Germiston Südafrika 74,833
Kelvion Thermal Solutions (Jiangsu) Co. Ltd. Changshu China 100,00
Kelvion Thermal Solutions W.L.L. Doha Katar 100,00
GEA Ecoflex China Co. Ltd. Shanghai China 100,00
Kelvion India Private Ltd. Pune Indien 100,00
Kelvion Thermal Services S.A.S. Nantes Frankreich 100,00
Kelvion PHE BV Belfeld Niederlande 100,00
Kelvion BVBA Zele Belgien 100,00
Kelvion Serviços e Soluções Térmicas Ltda. Franco da Rocha Brasilien 100,00
Kelvion Radiator GmbH Netzschkau Deutschland 100,00
Kelvion Thermal Solutions F.Z.C.O. Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100,00
Kelvion Machine Cooling B.V Almere Niederlande 100,00
Kelvion Searle Ltd. Fareham Großbritannien 100,00
SCI Sartrouville Sartrouville Frankreich 100,00
Bliss & Co. Ltd. Fareham Großbritannien 100,00
Kelvion Holding (Pty) Ltd Germiston Südafrika 100,00
Kelvion Mashimpeks LLC Moskau Russische Föderation 100,00
Kelvion Holding GmbH Bochum Deutschland 100,00
Kelvion Finance GmbH Bochum Deutschland 100,00
Kelvion Insurance Broker and Services GmbH Bochum Deutschland 100,00
Kelvion K.K. Tokio Japan 100,00
Kelvion GmbH Gaspoltshofen Österreich 100,00
Kelvion s.r.o. Nymburk Tschechische Republik 100,00
Nicht konsolidierte Gesellschaften
Kelvion OÜ Tallinn Estland 100,00
Kelvion FZE Dubai Vereinigte Arabische Emirate 100,00
Bloksma Asia Ltd. Hong Kong China 100,00
GHS German Heat Exchangers Spares GmbH Sarstedt Deutschland 100,00
Kelvion Ibérica S.L. Igorre Spanien 100,00
Kelvion Central Europe Sp.zo.o. Opole Polen 100,00
Kelvion North America LLC Delaware USA 100,00
Kelvion Germany GmbH Bochum Deutschland 100,00
Assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen
RSZ Rott Sarstedt Zerspanung GmbH Sarstedt Deutschland 50,00
GEA Wuhan Bloksma Heat Exchangers Co. Ltd. Wuhan China 50,00
TANSA-CALDEMON UTE Muriedas Ayuntam. de Camargo Spanien 50,00
Kelvion KOS Korea Ltd. Seoul Südkorea 25,00
TPK Mashimpeks OOO Solnechnogorsk Russische Föderation 34,00

13. Gemäß § 264 Abs. 3 HGB befreite Gesellschaften

Nachfolgende inländische Konzerngesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft haben die gemäß § 264 Abs. 3 HGB erforderlichen Bedingungen für die Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift erfüllt und verzichten deshalb auf die Erstellung eines Lageberichts und eines Anhangs, die Prüfung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer und auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2016:

- Kelvion PHE GmbH

- Kelvion Industriebeteiligungen GmbH

- Kelvion Refrigeration GmbH

- Kelvion GmbH

- Kelvion Machine Cooling GmbH

- Kelvion Radiator GmbH

- Kelvion Safety Heat Exchangers GmbH

- Kelvion Brazed PHE GmbH

- Kelvion Holding GmbH

- Kelvion Insurance Broker and Services GmbH

- GHS German Heat Exchangers Spares GmbH

 

Bochum, 28. September 2018

Jürgen Vinkenflügel

Andrea Teutenberg

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Kelvion Finance GmbH, Bochum, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und Konzernanhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Konzernlagebericht der Gesellschaft hin. Dort ist im Abschnitt "Going-Concern" ausgeführt, dass aufgrund der rückläufigen Umsatzerlöse in Vorjahren und nicht adäquat daran angepasster Kostenstrukturen, der Fortbestand des Unternehmens gefährdet und, neben den bereits durchgeführten Aktivitäten zur langfristigen Sicherung der Liquidität, insbesondere von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen abhängig ist.

 

Düsseldorf, den 28. September 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Uhde, Wirtschaftsprüfer

Schilling, Wirtschaftsprüferin

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