SCHOTT JENAer GLAS GmbH
Same addressManufacture of bottles and other containers of glass
Basic information of the organization
Indicators extracted from public financial statements
Changes published in the official company registry
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Stefan Hergott since 1/12/2022 | Procura |
Armin Vogl since 1/12/2022 | Managing Director |
Silvio Scherf since 1/6/2020 | Procura |
Susanne Brückner since 1/25/2018 | Procura |
Schmidt Matthias since 7/7/2016 | Procura |
Christian Jabschinsky since 11/12/2012 | Procura |
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Official financial statements and annual reports
SCHOTT Technical Glass Solutions GmbHJenaJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023ErgebnisverwendungsbeschlussMit Gesellschafterbeschluss vom 22.04.2024 wurde der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 10.984.151,87 festgestellt und beschlossen, diesen mit dem Gewinnvortrag von EUR 15.657.954,75 zu verrechnen und den Bilanzgewinn von EUR 4.673.802,88 auf neue Rechnung vorzutragen. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH, Jena - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Eschborn/Frankfurt am Main, 19. Dezember 2023 Ernst
& Young GmbH
Eichenauer, Wirtschaftsprüfer Lamonski, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 30. September 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2022/20231. Angewandte gesetzliche Vorschriften Der Jahresabschluss der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs für große Kapitalgesellschaften in Verbindung mit dem GmbH-Gesetz unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt worden. Die Gesellschaft ist unter der Firma SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH mit Sitz in Jena im Handelsregister des Amtsgerichts Jena unter der Nummer HRB 209412 eingetragen. Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind vermerkpflichtige Angaben einschließlich der "Davon-Vermerke" teilweise im Anhang enthalten. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze maßgebend. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen bilanziert. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Der im Zusammenhang mit dem Erwerb der Geschäftsbereiche von SCHOTT Jenaer Glas GmbH zugegangene Geschäfts- oder Firmenwert wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren von 2009 bis 2024 abgeschrieben. Die verbleibende Restnutzungsdauer von 0,5 Jahren liegt im Rahmen einer vertretbaren Nutzungsdauerschätzung, die durch die Branche sowie den Lebenszyklus der Produkte gerechtfertigt ist. Die Abschreibung der übrigen immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt in der Regel über eine Nutzungsdauer von drei Jahren. Sachanlagen Sachanlagen werden auf der Grundlage der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Öffentliche Zuschüsse werden von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten gekürzt. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Abnutzbare Sachanlagen werden planmäßig linear abgeschrieben. Die Abschreibungen werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Folgende voraussichtliche Nutzungsdauern sind den Abschreibungen der einzelnen Sachanlagegruppen zu Grunde gelegt worden:
Geringwertige Anlagegegenstände im Einzelanschaffungspreis bis zu EUR 250,00 werden sofort aufwandswirksam verbucht. Bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten von mehr als EUR 250,00 bis zu EUR 1.000,00 werden diese Anlagegegenstände gemäß § 6 Abs. 2a Satz 1 EStG aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz in einen jahrgangsbezogenen Sammelposten eingestellt und über die Dauer von fünf Jahren gleichmäßig verteilt abgeschrieben, sofern der Posten insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist. Die betreffenden Vermögensgegenstände werden am Ende des Geschäftsjahres, in dem der Sammelposten vollständig abgeschrieben wurde, im Anlagenspiegel als Abgang gezeigt. Ist den Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen, werden in Höhe der Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und die Waren werden zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Einstandspreisen, die als gewogene Durchschnittspreise bewertet werden, bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert zum Stichtag angesetzt. Hierbei werden in Abhängigkeit von der Umschlagshäufigkeit der Bestände Reichweitenabschläge vorgenommen. Die Bestände an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen und fertigen Erzeugnissen werden gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet. Die Herstellungskosten enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Risiken, die sich aus der Lagerdauer und eingeschränkter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt. Ferner wurde der Grundsatz der verlustfreien Bewertung beachtet. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Von dem Posten Vorräte sind die von Dritten erhaltenen Anzahlungen aktivisch abgesetzt. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wurden einzelne Forderungen wertberichtigt, um das Ausfallrisiko angemessen zu berücksichtigen. Dem allgemeinen Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Flüssige Mittel Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen liegen das Versorgungssystem "VO 2015" sowie das zuvor geltende und am 1. Oktober 2015 überführte Versorgungssystem "VO 2000" zu Grunde. Bei diesen Modellen handelt es sich um Baukastensysteme, in deren Rahmen jedes Jahr ein Versorgungsbeitrag ermittelt wird, der versicherungsmathematisch in einen Rentenbaustein umgerechnet wird. Dieser Rentenbaustein wird dem Mitarbeiter auf seinem individuellen Versorgungskonto gutgeschrieben. Der Versorgungsbeitrag hängt sowohl vom versorgungsfähigen Einkommen als auch vom Ergebnis vor Steuern des SCHOTT Konzerns ab. Bei dem aktuell gültigen und für Neueintritte seit dem 1. November 2015 unmittelbar geltenden Versorgungssystem "VO 2015 NEU" handelt es sich um eine beitragsorientierte Leistungszusage mit dynamischem Versorgungsbeitrag. Die Ermittlung des Versorgungsbeitrags erfolgt analog zu dem der "VO 2015". Dieser wird dem Mitarbeiter jeweils als Mindest-Kapitalzahlung zugesagt und einem individuellen Depot im Rahmen einer CTA-Treuhandkonstruktion gutgeschrieben. Für Mitarbeiter, die bei Inkrafttreten der "VO 2015 NEU" am 1. November 2015 im SCHOTT Konzern beschäftigt waren, wird ab dem 1. Oktober 2025 das Versorgungssystem "VO 2015 NEU" unter Berücksichtigung von Übergangsregelungen gelten. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit- Methode) unter Verwendung der "Richtlinie 2018 G" (Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln). Zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 3,00 % (i. Vj. 3,00 %) bei den Gehältern, von 2,25 % (i. Vj. 2,25 %) bei den übrigen Renten und von 1,00 % (i. Vj. 1,00 %) bei den Renten (Zusagen mit Anpassungsgarantie) ausgegangen. Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen basiert ferner auf einer jährlichen Steigerung der Beitragsbemessungsgrenze von 1,50 % (i. Vj. 1,50 %) sowie einer Fluktuationsrate von 2,00 % (i. Vj. 2,00 %) p. a. Der entsprechend § 253 Abs. 2 HGB zugrunde zu legende 10-Jahres-Durchschnitts- rechnungszins für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 30. September 2023 auf 1,81 % (i. Vj. 1,78 %); es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten Zinssatz für eine Restlaufzeit von 15 Jahren. Der 7Jahres-Durchschnittszinssatz beträgt 1,66 % zum 30. September 2023 gegenüber 1,40 % im Vorjahr. Das in Form eines Contractual Trust Arrangements verwaltete Deckungsvermögen wird gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen saldiert. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in Wertpapier-Spezialfonds angelegt, die dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen sind. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Der sich ergebende Verpflichtungsüberhang wird unter den Rückstellungen erfasst. Der Bewertung der Pensionsrückstellung für arbeitnehmerfinanzierte Zusagen durch Entgeltumwandlung nach dem Modell der aufgeschobenen Vergütung wurde ein Zinssatz von 1,81 % (i. Vj. 1,78 %), ein Rententrend von 1,00 % (i. Vj. 1,00 %) sowie eine Fluktuationsrate von 2,00 % (i. Vj. 2,00 %) zu Grunde gelegt. Für diese Rückstellungen vorhandene Rückdeckungsversicherungen sind an die Gläubiger verpfändet. Entsprechend werden die Verpflichtungen und der Aktivwert der Rückdeckungsversicherungen nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert ausgewiesen. Der Rückdeckungsversicherungsanspruch wurde mit seinem beizulegenden Zeitwert bewertet. Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Der handelsrechtliche Ansatz der Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen und ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert, der bis zum Bilanzstichtag zeitanteilig erdienten Jubiläumsleistungen unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" (Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln) und einem Rechnungszins von 1,66 % (i.Vj. 1,40 %). Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen für die Handelsbilanz erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen und den Regelungen der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung vom 19. Juni 2013. Es wurden hierfür die "Richttafeln 2018 G" (Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln) und ein Rechnungszins von 1,66 % (i. Vj. 1,40 %) verwendet. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen Erfüllungsbetrag bilanziert. Latente Steuern Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Währungsumrechnung Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Entstehungstag des Geschäftsvorfalls in Euro bewertet. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Verluste aus Kursänderungen werden berücksichtigt, Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in lokale Währung werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung als Davon-Vermerk zu den "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" angegeben. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Davon-Vermerke Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. 3. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich. Als immaterielle Vermögensgegenstände werden von Dritten erworbene Software, sowie ein Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen mit TEUR 365 (i. Vj. TEUR 1.014) gegen die Alleingesellschafterin SCHOTT AG, Mainz. Davon betreffen TEUR 278 (i. Vj. TEUR 593) eine Forderung aus Umsatzsteuer. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Erstattungsansprüche aus Energiesteuern in Höhe von TEUR 424 (i. Vj. TEUR 827) sowie Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.703 (i. Vj. TEUR 1.289). Aktive latente Steuern Insgesamt werden die passiven latenten Steuern durch aktive latente Steuern überkompensiert. In Ausübung des Wahlrechts aus § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird auf die Aktivierung des Überhangs aktiver latenter Steuern verzichtet. Passive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Handels- und Steuerbilanz (Währungsdifferenzen). Aktive Latenzen resultieren vor allem aus unterschiedlichen Wertansätzen von langfristigen Pensionsrückstellungen. Zudem besteht eine aktive Steuerlatenz aufgrund bislang nicht genutzter steuerlicher Verlustvorträge. Der Bewertung der Steuerlatenzen wurde ein Steuersatz von 30,0 % zu Grunde gelegt. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital beträgt TEUR 5.000 und hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Die Kapitalrücklage beträgt wie im Vorjahr TEUR 18.000 und resultiert mit TEUR 10.000 aus einem Aufgeld bei Ausgabe der Geschäftsanteile und mit TEUR 8.000 durch Einzahlung im Geschäftsjahr 2018. Der Bilanzgewinn beträgt TEUR 4.674 (i. Vj. TEUR 15.658). Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag von TEUR 15.658 (i. Vj. TEUR 18.931) enthalten. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen In der Bilanz verrechnete Beträge zum 30. September 2023:
Erträge und Aufwendungen aus Deckungsvermögen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtung im Zinsergebnis saldiert. Der Aufwand aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes wird ebenfalls in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesen. Im Zinsergebnis verrechnete Beträge:
Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 743 und unterliegt einer Ausschüttungssperre. Der Betrag des Deckungsvermögens abzüglich der hierfür gebildeten passiven latenten Steuern, der die Anschaffungskosten übersteigt, beträgt TEUR 31 und unterliegt nach § 268 Abs. 8 HGB einer zusätzlichen Ausschüttungssperre. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 8.736 (i. Vj. TEUR 8.367) entfallen im Wesentlichen auf den Personalbereich TEUR 6.195 (i. Vj. TEUR 5.916), auf ausstehende Rechnungen TEUR 1.841 (i. Vj. TEUR 1.389), auf Prozessrisiken TEUR 310 (i. Vj. TEUR 10), sowie auf Bonuszahlungen TEUR 234 (i. Vj. TEUR 584). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen mit TEUR 64.971 (i. Vj. TEUR 43.218) gegenüber der Alleingesellschafterin, der SCHOTT AG, und betreffen in Höhe von TEUR 59.454 das Cash Management, dem die Gesellschaft angeschlossen ist. Das Cash Management (Inhouse-Cash-Konto) entspricht einem Bankkonto, das bei der SCHOTT AG geführt wird. Eine Fälligstellung bis zum 31. Dezember 2024 ist ausgeschlossen. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen aus Steuern TEUR 195 (i. Vj. TEUR 263) sowie kreditorischen Debitoren TEUR 37 (i. Vj. TEUR 57), enthalten. Eine Besicherung durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besteht nicht. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen mit Spezialglaserzeugnissen erzielt. Sie gliedern sich nach geographisch bestimmten Märkten wie folgt auf:
Die Umsatzerlöse haben sich in den einzelnen Geschäftsbereichen im Vergleich zur Vorperiode wie folgt entwickelt:
Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 1.212 (i. Vj. TEUR 2.405) resultieren im Wesentlichen aus periodenfremden Erträgen in Höhe von TEUR 499 (i. Vj. TEUR 343) sowie aus Währungskursgewinnen in Höhe von TEUR 665 (i. Vj. TEUR 1.695). Die periodenfremden Erträge entfallen mit TEUR 464 (i. Vj. TEUR 299) auf die Auflösung von Rückstellungen und mit TEUR 35 (i. Vj. TEUR 44) auf die Auflösung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 35.550 (i. Vj. TEUR 36.009) enthalten als größere Einzelposten Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing TEUR 6.331 (i. Vj. TEUR 5.916), Fremdreparaturen TEUR 3.275 (i. Vj. TEUR 3.103), Aufwendungen für Außenverpackungen TEUR 1.793 (i. Vj. TEUR 2.239), Provisionen TEUR 1.485 (i. Vj. TEUR 1.377), Kosten für Leiharbeiter TEUR 399 (i. Vj. TEUR 917), sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 1.303 (i. Vj. TEUR 898). Von verbundenen Unternehmen wurden Aufwendungen in Form von konzerninternen Dienstleistungen in Höhe von TEUR 6.513 (i. Vj. TEUR 6.136) weiterbelastet. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Aufgrund des negativen Ergebnisses werden im laufenden Geschäftsjahr keine Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten keine Erträge oder Aufwendungen aus latenten Steuern. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen für Grundstücke, Gebäude, technische Anlagen und Betriebsausstattungen belaufen sich auf TEUR 7.609 (i. Vj. TEUR 8.232). Davon bestehen TEUR 4.948 (i. Vj. TEUR 6.418) gegenüber verbundenen Unternehmen. Vom Gesamtbetrag betreffen TEUR 6.305 das Geschäftsjahr 2023/2024. Die Miet- und Leasingverträge dienen in der Regel zur Verbesserung der Liquidität und der Reduzierung der Bilanzsumme. Aus den zu geschäftsüblichen Konditionen eingegangenen Miet- und Leasingverträgen werden keinerlei besonderen Risiken eingegangen. Im Rahmen bestehender Bestellobligos aus Investitionen hat die Gesellschaft finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 6.679 (i. Vj. TEUR 6.732). Bei diesen Bestellobligos bestehen keine Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Bedingungen wurden nicht durchgeführt. Haftungsverhältnisse Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbare Risiken wurden durch entsprechende Rückstellungen in der Bilanz berücksichtigt. Weitere Haftungsverhältnisse aufgrund von Bürgschaften und Pfandrechten bestehen am Bilanzstichtag nicht. 5. Übrige Angaben Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt:
Honorar des Abschlussprüfers Die Angabe des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars ist im Konzernabschluss der SCHOTT AG enthalten. Konzernzugehörigkeit Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten und zugleich größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die SCHOTT AG, Mainz. Die Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt im Unternehmensregister. Geschäftsführung
Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. GewinnverwendungsvorschlagFür das Geschäftsjahr 2022/2023 schlägt die Geschäftsführung der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH vor, dass der Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Nachtragsbericht Für die Sicherstellung der Liquidität ist nach dem Bilanzstichtag die Kreditlinie des Inhouse-Cash-Kontos erhöht worden. Eine Fälligstellung ist bis zum 31. Dezember 2024 ausgeschlossen. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben, sind nicht eingetreten.
Jena, den 19. Dezember 2023 Armin Vogl, Geschäftsführer Entwicklung des Anlagevermögens 2022/2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist seit ihrer Gründung am 18. Juli 2002 auf dem Gebiet der Entwicklung, der Produktion und Verarbeitung sowie des weltweiten Vertriebs von gefloateten Flachgläsern für die Display- und Elektroindustrie tätig. Alleinige Gesellschafterin der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist die SCHOTT AG, Mainz. Im SCHOTT Konzern ist die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH dem Geschäftsbereich "Home Tech" zugeordnet. Der Geschäftsbereich "Home Tech" deckt ein umfangreiches Angebot an Lösungen aus Spezialglas und Glaskeramiken ab. Hierzu zählen im Wesentlichen Kochflächen aus Glaskeramik, Feuersichtscheiben sowie Borosilicatgläser für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten wie Brandschutz. Der Jahresabschluss der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH wurde nach den Vorschriften des HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. WIRTSCHAFTSBERICHT GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN Nach einem kräftigen Jahresauftakt hat die Weltwirtschaft seit dem Sommer 2023 an Schwung verloren. Insbesondere in Europa dämpft eine schwache Industrieproduktion die Konjunktur, während in China hohe Schulden im Immobiliensektor und die schwache Konsumentennachfrage die Wirtschaft belasten. Hingegen erreichten die USA in der ersten Jahreshälfte eine kräftige Expansion und zahlreiche Schwellenländer konnten ihre Wirtschaftsleistung ausweiten. Die zahlreichen geopolitischen Konflikte, zu denen im Oktober ein massives Wiederaufflammen des Nahost-Konfliktes hinzugetreten ist, die derzeit hohe Inflation und die daraus resultierende Verunsicherung wirken belastend. Vor diesem Hintergrund prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute für das Kalenderjahr 2023 einen Anstieg der Weltproduktion um 2,5 % (Vorjahr 2,9 %). 1 Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH beliefert Kunden in einer Vielzahl von Märkten und Branchen mit Spezialglaserzeugnissen. Ein nicht unerheblicher Anteil der Umsatzerlöse entfällt dabei auf Spezial- und Nischenmärkte einschließlich Projektgeschäft. Globale branchenbezogene Rahmenbedingungen sind daher für das Geschäft der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH nur von eingeschränkter Aussagekraft. Mit dieser Einschränkung lässt sich festhalten, dass sich das globale Branchenumfeld der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr noch etwas schwächer entwickelt hat als in dem bereits von verhaltenem Wachstum geprägten Vorjahr. In den für die Gesellschaft relevantesten Branchen wird für das Kalenderjahr 2023 mit globalen Wachstumsraten zwischen 1 % (Unterhaltungselektronik) und 4 % (Life Science) gerechnet. 2 GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER GESELLSCHAFT GESCHÄFTSVERLAUF UND ERTRAGSLAGE
Die Gesellschaft erzielt ihre Umsatzerlöse im Wesentlichen mit Spezialglaserzeugnissen, insbesondere mit Spezialfloatglas und Brandschutzverglasung. Im Geschäftsjahr 2022/2023 sind die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 1 Mio. € bzw. 1 % zurückgegangen. Hauptursache für den Rückgang ist, dass sich die Nachfrage nach Smartphone-Coverglas im Vergleich zu dem schon verhaltenen Vorjahr noch etwas abgeschwächt hat. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 16 Mio. € erhöht (Vj.: Anstieg um 2 Mio. €). Der signifikante Anstieg ist insbesondere auf den Bestandsaufbau im Geschäftsjahr und zum Teil auch auf die gestiegenen Herstellungskosten (insbesondere bei Rohstoffen, Energie und Personal) zurückzuführen. Die Gesamtleistung ist um 13 Mio. € bzw. 13 % gestiegen aufgrund des deutlichen Bestandsaufbaus.
2 Interne Prognosen unter Berücksichtigung
einschlägiger Marktstudien
Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich von 2 Mio. € im Vorjahr auf 1 Mio. € verringert. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf geringere Währungskursgewinne zurückzuführen. Der Materialaufwand ist um 17 Mio. € auf 48 Mio. € angestiegen. In Prozent der Gesamtleistung beträgt der Materialaufwand nun 44,9 % nach 33,1 % im Vorjahr. Der starke Anstieg ist vor allem auf die Bezugspreise für Rohstoffe zurückzuführen, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter massiv erhöht haben. Der Personalaufwand hat sich von 26 Mio. € auf 28 Mio. € erhöht. In Relation zur Gesamtleistung hat sich die Personalaufwandsquote von 27,9 % auf 26,1 % verringert. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2022/2023 waren bei der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH 395 Mitarbeitende beschäftigt (Vj.: 413). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen haben sich von 5 Mio. € auf 6 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht. Der Anstieg resultiert aus der Aktivierung der Großreparatur einer Glasschmelzwanne. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich wie im Vorjahr auf 36 Mio. € und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Mieten, Pachten, Leasing, Reparaturen, Vertriebsaufwendungen und Provisionen. Das Finanzergebnis liegt unverändert zum Vorjahr bei minus 2 Mio. €. Während der Zinsanteil für die Pensionsrückstellungen um rund 1 Mio. € zurückgegangen ist, haben sich die Zinsaufwendungen für die Cash Pool Verbindlichkeit mit der SCHOTT AG um 2 Mio. € erhöht. Ursache hierfür ist das gestiegene Zinsniveau sowie der Anstieg der Verbindlichkeit im Jahresdurchschnitt im Vergleich zum Vorjahr. Das Geschäftsjahr 2022/2023 hat die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 11 Mio. € abgeschlossen (Vj.: 3 Mio. €). Die Gesellschaft hat Maßnahmen ergriffen, um der negativen Ergebnisentwicklung entgegenzuwirken. Hierzu zählt beispielsweise die Einführung von Kurzarbeit am Standort Jena im abgelaufenen Geschäftsjahr, wovon zeitweise mehr als die Hälfte der Belegschaft betroffen war. Auftragslage Der Auftragsbestand zum Bilanzstichtag stellt eine Auslastung der Produktion von durchschnittlich rund einem Monat (Vj.: zwei Monate) sicher. In der Regel bestellen die Kunden aufgrund der überschaubaren Lieferzeiten kurzfristig. In einigen Bereichen gelten mehrjährige oder jährliche Rahmenvereinbarungen. FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
Die Bilanzsumme der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH hat sich im Vorjahresvergleich um 11 Mio. € auf 131 Mio. € erhöht. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beträgt 28 % (Vj.: 30 %); die Eigenkapitalquote hat sich von 32 % auf 21 % reduziert. Das Anlagevermögen ist im Vorjahresvergleich mit 36 Mio. € unverändert. Anlagenzugängen in Höhe von 6 Mio. € standen Abschreibungen in gleicher Höhe gegenüber. Das Bestellobligo aus Investitionen beträgt zum Bilanzstichtag 7 Mio. € (Vj.: 7 Mio. €). Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit und die bestehende Kreditlinie sind ausreichend, um diese Investitionen tätigen zu können. Die Vorräte haben sich um 14 Mio. € auf 84 Mio. € erhöht. Der Anstieg resultiert mit 9 Mio. € aus den unfertigen Erzeugnissen und mit 7 Mio. € aus den Fertigerzeugnissen. Im Gegenzug haben sich die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe um 2 Mio. € verringert. Der Anstieg im Vorratsvermögen ergibt sich infolge der verhaltenen und volatilen Nachfrage im abgelaufenen Geschäftsjahr in Verbindung mit stark gestiegenen Herstellungskosten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind leicht von 8 Mio. € auf 7 Mio. € zurückgegangen. Der Rückgang des Eigenkapitals um 11 Mio. € ergibt sich aus dem Jahresfehlbetrag in gleicher Höhe. Die Pensionsrückstellungen sind leicht von 19 Mio. € auf 20 Mio. € angestiegen. Bei den sonstigen Rückstellungen ergibt sich ein leichter Anstieg von 8 Mio. € auf 9 Mio. €. Sie enthalten im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich und für ausstehende Rechnungen. Die Verbindlichkeiten in Höhe von 74 Mio. € (Vj.: 54 Mio. €) enthalten in Höhe von 59 Mio. € (Vj.: 39 Mio. €) die Verbindlichkeiten aus dem Cash Pool gegenüber der SCHOTT AG. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt im Wesentlichen über den Cash Pool mit der SCHOTT AG. Zum Bilanzstichtag hat sich die Verbindlichkeit aus dem Cash Pool um 20 Mio. € erhöht. Ursächlich sind neben dem negativen operativen Cashflow die Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen. VERGLEICH DES GESCHÄFTSVERLAUFS MIT DEN PROGNOSEN IM VORJAHR Im Geschäftsjahr 2022/2023 ist der Umsatz um 1 Mio. € zurückgegangen. Unsere Prognose - ein Umsatzwachstum um einen mittleren einstelligen Prozentsatz - haben wir damit verfehlt. Die Hauptursache ist die Verfehlung des Umsatzziels im Bereich Smartphone-Cover. Für das Jahresergebnis hatten wir einen Jahresüberschuss im niedrigen einstelligen Millionenbereich prognostiziert. Tatsächlich war ein Fehlbetrag in Höhe von 11 Mio. € zu verzeichnen. Hauptursache sind neben der im Vergleich zur Prognose geringeren Auslastung höhere Aufwendungen für Material und Personal. WESENTLICHE FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Die Gesellschaft ist eng eingebunden in den SCHOTT Konzern bzw. in den Geschäftsbereich "Home Tech". Die Steuerung über wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren findet daher in erster Linie auf diesen Ebenen statt. In Bezug auf die Gesellschaft lassen sich darüber hinaus die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis als wesentliche Kennzahlen auffassen. NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeitenden belief sich zum Bilanzstichtag auf 384 (Vj.: 414). Im Geschäftsjahr 2022/2023 beschäftigte die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH im Durchschnitt 25 (Vj.: 35) Auszubildende. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Die Entwicklungsaktivitäten am Standort Jena erfolgen gemeinsam mit der zentralen Forschung und Entwicklung der SCHOTT AG. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F+E) der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH waren im Vorjahresvergleich von 5 Mio. € auf 6 Mio. € angestiegen. Die F+E-Quote, bezogen auf die Gesamtleistung, erhöhte sich leicht von 5,3 % auf 5,5 %. Die Entwicklungsschwerpunkte lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr wie im Vorjahr auf der Entwicklung von Neuprodukten. GESAMTAUSSAGE DER GESCHÄFTSFÜHRUNG ZUR ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER SCHOTT TECHNICAL GLASS SOLUTIONS GMBH Das abgelaufene Geschäftsjahr hat sich insgesamt als sehr herausfordernd dargestellt und unsere Erwartungen nicht erfüllt. Die Umsatzerlöse waren um 1 % rückläufig. Nachdem im Vorjahr bereits ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 3 Mio. € hingenommen werden musste, hat sich die Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von 11 Mio. € weiter verschlechtert. Die Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund des Jahresfehlbetrags um 11 %-Punkte auf 21 % gesunken. PROGNOSEBERICHT In ihrem Herbstgutachten erwarten die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute eine weiterhin verhaltene Entwicklung der Weltwirtschaft in den Wintermonaten. Die Schwäche der Industrieproduktion und die hohen Zinsen dämpfen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Erwartet wird aber auch ein Rückgang der Inflation und in der Folge, dass sich die Konsumausgaben beleben und die Konjunktur stützen. Auf die hohen geopolitischen Risiken für die globale konjunkturelle Entwicklung wird verwiesen und hierbei der fortdauernde Konflikt mit Russland und die Spannungen zwischen den USA und China im Zusammenhang mit Taiwan erwähnt. Die massive Verschärfung des Nahostkonflikts nach dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober hat erst nach Veröffentlichung des Herbstgutachtens eingesetzt und stellt ein weiteres geopolitisches Risiko dar. Insgesamt rechnen die Institute mit einem Anstieg der Weltproduktion von 2,3 % für das Kalenderjahr 2024 verglichen mit 2,5 % im Jahr 2023. 3 In den für die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH bedeutendsten Branchen erwarten wir im Kalenderjahr 2024 Wachstumsraten zwischen 2 % und 5 % und damit auf vergleichbarem Niveau zu 2023. 4 Sollten sich die konjunkturellen Erwartungen, unsere Einschätzungen der voraussichtlichen Entwicklung in Bezug auf Branchen und Technologien sowie die Entwicklung der Wechselkurse bestätigen, erwarten wir die nachfolgend beschriebene Entwicklung. Wesentliche Änderungen der Prämissen können jedoch zu deutlichen Abweichungen führen. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 gehen wir für die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH - nach heutigem Kenntnisstand und unter Berücksichtigung der genannten Prämissen - von einem Anstieg der Umsatzerlöse zwischen 5 % und 10 % sowie einem Jahresfehlbetrag im mittleren einstelligen Millionenbereich aus. Die Gesellschaft ist in den Cash Pool der SCHOTT AG eingebunden und verfügt zum Geschäftsjahresende über eine von der SCHOTT AG eingeräumte Kreditlinie über insgesamt 75 Mio. €, die zum 30. September 2023 in Höhe von 59 Mio. € in Anspruch genommen wurde. Diese Kreditlinie wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2023 auf 98 Mio. € erhöht, um dem hohen Investitionsbedarf aufgrund der Großreparatur einer der beiden Glasschmelzwannen Rechnung zu tragen. Zudem hat die SCHOTT AG mit Schreiben vom 27. November 2023 erklärt, die bestehende Kreditlinie weder aus ordentlichen noch aus außerordentlichen Gründen zu kündigen. Dies bedeutet, dass die konzerninterne Finanzierung der Gesellschaft mindestens bis zum 31. Dezember 2024 uneingeschränkt zur Verfügung stehen wird. Aufgrund der Einbindung in das Cash Pooling der SCHOTT AG sowie der von der SCHOTT AG gewährten Kreditlinie ist nach unserer derzeitigen Einschätzung die Liquidität der Gesellschaft gesichert; sie wird daher im Prognosezeitraum erwartungsgemäß in der Lage sein, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
3 Angaben gemäß der
Gemeinschaftsdiagnose der führenden deutschen
Wirtschaftsforschungsinstitute vom 22. September 2023. Alle
Angaben sind gemäß der Gemeinschaftsdiagnose
preisbereinigt.
CHANCEN- und RISIKOBERICHT Konzernweites Chancen- und Risikomanagement Die Gesellschaft ist in das konzernweite Risikomanagementsystem des SCHOTT Konzerns eingebunden. Dieses umfasst alle organisatorischen Maßnahmen, Regelungen und Prozesse zur frühzeitigen Identifikation, Bewertung und Steuerung von Chancen und Risiken. Wesentliche Bestandteile des Risikomanagementsystems sind die etablierten Planungs- und Governance-Prozesse, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie das Risiko-Früherkennungs-System (RFS). Markt und Wettbewerb Die Planung für die kommenden Geschäftsjahre wurde auf Basis der erwarteten Konjunkturentwicklung erstellt. Aufgrund der vielen Einflussfaktoren auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung verbleiben in Bezug auf die Erreichung der Ziele der Gesellschaft Unsicherheiten. In diesem Zusammenhang stellen politische, regulatorische oder volkswirtschaftliche Ereignisse direkt oder indirekt Unsicherheitsfaktoren dar, die sich erheblich auf die Geschäftslage auswirken können. Im Hinblick auf unsere Produktivitätsziele ergeben sich gleichermaßen Chancen wie Risiken, wohingegen der weiterhin steigende Wettbewerbs- und Preisdruck ein Risiko darstellt. Die Diversifizierung unseres Produktportfolios, die internationale Präsenz sowie die gute Positionierung unserer Marken und Produkte in den jeweiligen Zielmärkten ermöglichen es uns, frühzeitig auf Entwicklungen zu reagieren, um Chancen zu nutzen oder Risiken zu minimieren. Aufgrund der Konjunkturabhängigkeit der meisten Endkundenmärkte ergeben sich aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gleichermaßen Chancen wie Risiken. Darüber hinaus sehen wir Chancen durch die erfolgreiche Markteinführung von Neuprodukten. Die Gesellschaft ist in einigen Märkten im Projektgeschäft tätig, dessen Zyklizität vorübergehend oder dauerhaft zu einer Unterauslastung unserer Produktionskapazitäten führen kann. Infolge der aktuell schleppenden Entwicklung einiger unserer Endkundenmärkte hat sich unsere Risikoeinschätzung im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Produktionsrisiken Die Funktionsfähigkeit unserer Produktionsanlagen sowie eine zuverlässige Energie- und Medienversorgung sind wesentlich für die Herstellung unserer Produkte. Jegliche Unterbrechung in der Energieversorgung bzw. den abhängigen Lieferketten könnte zu Produktionsunterbrechungen in unseren Werken oder denen unserer Lieferanten führen. Daher sollen beispielsweise regelmäßige Wartungsarbeiten, eine redundante Energieversorgung oder Back-Up-Infrastrukturen ungeplante Produktionsausfälle verhindern. Trotzdem sind aufgrund der komplexen technischen Prozesse Stillstände oder Defekte der Produktionsanlagen nicht auszuschließen und es kann beispielsweise infolge der notwendigen Reparaturarbeiten zu ungeplanten Produktionsausfällen kommen. Risiken infolge von Qualitätsmängeln aus der Fertigungs- und Auftragsausführung können nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Wir begegnen diesen Gefahren durch die fortlaufende Weiterentwicklung der Qualitätsmanagementsysteme sowie ein umfassendes Weiterbildungsangebot. Risiken und Chancen aufgrund technologischer Innovation Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist in Märkten aktiv, die durch ständige technologische Innovationen gekennzeichnet sind. Neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung können Produkt- und Entwicklungszyklen entscheidend verkürzen. Zudem ist es möglich, dass Produkte durch alternative Technologien teilweise oder vollständig ersetzt werden. Erfolg und Reputation der Gesellschaft hängen somit von der kontinuierlichen Entwicklung innovativer, marktgerechter Produkte sowie dem Erkennen und raschen Umsetzen neuer Technologietrends ab. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch fortwährende Investitionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, den Schutz ihres technischen Know-hows mit Hilfe von Patenten und sonstigen gewerblichen Schutzrechten, eine intensive Marktbeobachtung und strategische Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus geht die Gesellschaft gezielt Entwicklungspartnerschaften ein und kooperiert auch mit externen Forschungseinrichtungen, um Chancen frühzeitig zu nutzen. Risiken aufgrund des Unternehmensverbunds Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der SCHOTT AG, Mainz. Die SCHOTT AG betreibt wesentliche Konzernfunktionen, wie zum Beispiel Einkauf, Treasury oder die Rechtsabteilung, die auch von der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH in Anspruch genommen werden. Hierdurch besteht die Chance, dass die Gesellschaft von den Synergieeffekten des Konzernverbundes profitiert. Andererseits besteht das Risiko, dass sich eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Muttergesellschaft auch direkt oder indirekt auf die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH auswirken könnte, z. B. durch eine Verschlechterung der Finanzierungskonditionen oder höhere Kosten für die Inanspruchnahme der Leistungen aus den Konzernfunktionen. Finanzielle Risiken Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist aufgrund ihrer internationalen Geschäftsaktivitäten Risiken infolge von Marktschwankungen von Devisenkursen und Zinssätzen ausgesetzt. Zur Steuerung dieser Risiken ist die Gesellschaft in das zentrale Treasury- und Cash Management System des SCHOTT Konzerns eingebunden. Die Treasury Abteilung der SCHOTT AG verantwortet zentral die Finanzierungs- und Absicherungsaktivitäten und steuert das Cash-Management des SCHOTT Konzerns. Art und Umfang der Finanzierungs- und Absicherungsaktivitäten sind in einer Richtlinie konzernweit verbindlich geregelt. Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist in den Cash Pool der SCHOTT AG eingebunden. Die SCHOTT AG räumt der SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH hierbei eine Kreditlinie ein, über die der Liquiditätsbedarf der Gesellschaft gedeckt wird. Diese Kreditlinie wird im Rahmen des Konzern-Planungsprozesses jährlich überprüft und an den Liquiditätsbedarf der Gesellschaft angepasst. Um Risiken infolge von Zahlungsausfällen von Kunden zu minimieren, nutzt die Gesellschaft das SAP-basierte Kundenkreditmanagement des SCHOTT Konzerns. Hierdurch stehen ihrer Vertriebs- und Finanzorganisation fortlaufend aktuelle Informationen zu Kreditlimits, Kreditexposure sowie Bestell- und Zahlungsverhalten der Kunden zur Verfügung. Beschaffungsrisiken und -chancen Die Einkaufsorganisation des SCHOTT Konzerns beobachtet kontinuierlich relevante Beschaffungsmärkte und Lieferanten, um Beschaffungsrisiken und -chancen frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen entwickeln zu können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Rohstoffen, die aufgrund der teilweise begrenzten Verfügbarkeit starken Preisschwankungen unterliegen können. Lieferengpässe oder eine Lieferanteninsolvenz, insbesondere im Rohstoffsektor, können kurzfristig ungeplante Produktionsausfälle verursachen. Diesen Risiken sowie allgemeinen Preissteigerungen wirken wir unter anderem durch die andauernde Weiterentwicklung der Materialzusammensetzung unserer Produkte entgegen. Darüber hinaus arbeiten wir daran, die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern zu reduzieren. Personalrisiken Die Gesellschaft steht hinsichtlich ihrer Fach- und Führungskräfte im Wettbewerb mit anderen Unternehmen. Hierbei stellt der demografische Wandel, die sich ändernden Anforderungen durch die Digitalisierung und global unterschiedliche Ausbildungs- und Qualifizierungsstandards eine Herausforderung bei der Besetzung von offenen Stellen dar. Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH wirkt diesem Risiko mit zielgerichteten Aus- und Weiterbildungsprogrammen, internationalen Entwicklungsperspektiven im SCHOTT Konzern, erfolgsabhängigen Vergütungssystemen, einer familienfreundlichen Personalpolitik, umfangreichen Programmen zur Gesundheitsförderung und flexiblen Arbeitszeitmodellen entgegen. IT-Risiken Die Geschäftsprozesse der Gesellschaft werden in nahezu allen Bereichen durch IT- Komponenten unterstützt. Mit dem IT-Einsatz gehen zwangsläufig Risiken für die Stabilität der Geschäftsprozesse sowie für die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Informationen und Daten einher, die trotz der etablierten Sicherheitsinfrastruktur letztlich nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Cyber-Angriffe haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen und werden zunehmend professioneller ausgeführt. Gleichzeitig erhöht sich der Digitalisierungsgrad der Geschäftsprozesse, sodass die potenziellen Auswirkungen von Cyber-Angriffen ein wesentliches Risiko darstellen. Zur Mitigation möglicher Folgen dieses Risikos haben wir neben den etablierten technischen Schutzmaßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Cyber-Versicherung abgeschlossen. SCHOTT begegnet Risiken aus IT-Projekten mit einem stringenten Test- und Projektmanagement, um die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit der IT-Systeme und damit den zuverlässigen Ablauf der nachgelagerten Geschäftsprozesse bestmöglich sicherzustellen. Die Mitarbeitenden sind ein wichtiger Faktor bei der Sicherung der IT-gestützten Geschäftsprozesse. Sie werden deshalb fortlaufend im Umgang mit Risiken geschult, die durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung entstehen. Dadurch erreichen wir eine Sensibilisierung der Mitarbeitenden für die Bedeutung der IT-Sicherheit beim Umgang mit aktuellen Technologien. Rechtliche, steuerliche und regulatorische Risiken Die SCHOTT Technical Glass Solutions GmbH ist regulatorischen Risiken ausgesetzt, z. B. aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, gewerbliche Schutzrechte, Außenwirtschaftsrecht, Steuerrecht und Umweltschutz. Die unbefugte Nutzung oder Aneignung unseres geistigen Eigentums (einschließlich einer Verletzung unserer Patente oder sonstigen technischen Schutzrechte) können den Technologievorsprung und damit die Wettbewerbsposition der Gesellschaft gefährden. Interne Sicherheitsregeln und eine aktiv betriebene Schutzrechtsstrategie sind unsere bisher erfolgreiche Antwort auf diese Art von Gefährdungen. Außerdem stellen wir durch eine fortlaufende Überwachung von Fremdschutzrechten sicher, dass wir möglichst nicht in Konflikt mit Schutzrechten, insbesondere Patenten Dritter, geraten. Eine Verletzung von Schutzrechten Dritter im In- und Ausland kann trotz dieser Maßnahmen jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Gesellschaft ist in die Compliance Organisation des SCHOTT Konzerns integriert. SCHOTT wirkt Risiken, die aus der Nichteinhaltung von Gesetzen und sonstigen Verhaltensregeln resultieren, durch ein Compliance-Management-System, Konzernrichtlinien und gezielte Schulungsmaßnahmen (Präsenzschulungen und Online-Trainings) seiner Mitarbeiter entgegen. Gleichwohl kann das Risiko einer Verletzung von Gesetzen oder Verhaltensrichtlinien aufgrund eines individuellen Fehlverhaltens nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Weitere externe Risiken Grundsätzlich können direkte oder indirekte Folgen im Bereich des allgemeinen Lebensrisikos wie beispielsweise Naturkatastrophen, Pandemien, bewaffnete Konflikte oder höhere Gewalt und daraus resultierende Schäden an wirtschaftlich relevanter oder gar kritischer Infrastruktur nur eingeschränkt vorhergesehen und beherrscht werden. Soweit möglich, werden dennoch proaktiv Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass auf entsprechende Krisen angemessen und kurzfristig reagiert werden kann bzw. die entsprechenden Schäden versichert sind. Schäden an Gebäuden, Produktionsanlagen und Lagerhäusern des SCHOTT Konzerns oder seiner Zulieferer und an unterwegs befindlicher Ware können zu Sachschäden oder Betriebsunterbrechungen führen. Trotz des etablierten Versicherungsschutzes besteht das Risiko, dass potenzielle Schäden nicht in vollem Umfang gedeckt sind. Zusätzlich zu unserem Versicherungsschutz haben wir Regeln zum Notfall- und Krisenmanagement etabliert. Weiterhin ist die Gesellschaft Risiken aus veränderten politischen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Hierzu gehören unter anderem die Änderung oder Aufkündigung von bestehenden Handelsabkommen, zunehmender Protektionismus oder Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen politischen Ausrichtung im In- und Ausland. Gesamtsituation Chancen und Risiken Die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der geopolitischen Konflikte mit ihren direkten und indirekten Folgen sowie die weiterhin vergleichsweise hohen Inflationsraten schaffen ein Umfeld, das Politik, Wirtschaft und Gesellschaft derzeit vor besondere Herausforderungen stellt. SCHOTT setzt in diesem herausfordernden Umfeld auf seine Fähigkeiten, Kapazitäten und Ressourcen, um sich flexibel an die sich ändernden Marktbedingungen anzupassen und damit auch Chancen für die langfristige Entwicklung des Konzerns zu ergreifen. Die Geschäftsführung der Gesellschaft sieht eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung und stellt mit einem systematischen Strategie-, Planungs- und Governance-Prozess die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, die zur Erreichung der Ziele und der zusätzlichen Nutzung von Chancenpotenzialen notwendig sind. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung geht die Geschäftsführung unter Berücksichtigung ergriffener Maßnahmen davon aus, dass von der Unternehmensfortführung ausgegangen werden kann und die Gesellschaft in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen. Unter den ergriffenen Maßnahmen ist insbesondere die Erhöhung der Kreditlinie auf 98 Mio. € zum 1. Oktober 2023 durch die SCHOTT AG zu nennen, die bei Bedarf weiter erhöht werden könnte, sowie der Verzicht auf ein ordentliches und außerordentliches Kündigungsrecht durch die SCHOTT AG im November 2023. Hinsichtlich unseres Nachtragsberichtes verweisen wir auf unseren Anhang.
Jena, den 19. Dezember 2023 Armin Vogl, Geschäftsführer |
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