Master Data

Registry
Register court Wiesbaden HRB 6119
Previous
VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH
Registered
2/8/1985
Industry
Manufacture of multiple use industrial robotsManufacture of metal forming machineryManufacture of testing machines
Purpose
die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Geräten für automatische, rechnerunterstützte oder sonstige Erkennung, Verarbeitung und Auswertung von Bildern jeder Art, einschließlich der hierfür erforderlichen Rechnerprogrammerstellung.

Financial Overview

History

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Management

NameRole
Stanislav Cihlar
since 1/27/2026
Managing Director
Managing Director
Matej Okâli
since 7/8/2024
Managing Director
Managing Director
Burghard Hoffmann
since 11/17/2003
Procura

Beneficial Owners
Beta

0.00% identified100.00% unresolved

Unresolved chains (1)

NameOwnership
ITIS Holding a.s.CZE
100.00%

Shareholders
Beta

Name
Location
Share
ITIS Germany GmbH
Germany
100.00%

Holdings
Beta

NameOwnership
No data available

Balance Sheet Accounts

Profit and Loss Accounts

Account

Financial Report

VITRONIC Machine Vision GmbH (vormals: VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH)

Wiesbaden

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

Vorj.:
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 921.656,19 1.070
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 320.929,68 363
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.542.383,10 3.505
3.863.312,78 3.868
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.731.207,38 3.731
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 3.551.759,38 6.665
7.282.966,76 10.396
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 53.009.468,00 62.378
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 24.311.796,02 24.346
3. Geleistete Anzahlungen 2.176.336,85 1.574
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -16.688.500,01 -18.522
62.809.100,86 69.776
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.588.869,97 17.069
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 78.857.355,80 69.444
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.640.509,78 2.547
94.086.735,55 89.060
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 7.740.260,91 3.271
C. Rechnungsabgrenzungsposten 141.053,65 857
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 16.603,00 23
176.861.689,70 178.321

PASSIVA

Vorj.:
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.500.000,00 1.500
II. Gewinnrücklage 4.500.000,00 4.500
III. Gewinnvortrag 45.778.921,25 48.004
IV. Jahresüberschuss (Vorj.: Jahresfehlbetrag) 322.057,75 -2.225
52.100.979,00 51.779
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.085.456,00 1.137
2. Steuerrückstellungen 4.456.415,00 1.866
3. Sonstige Rückstellungen 10.243.606,90 8.590
15.785.477,90 11.593
C Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 82.476.875,00 86.278
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.935.051,53 18.321
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 519.643,63 777
4. Sonstige Verbindlichkeiten 12.910.601,72 9.469
- davon aus Steuern: € 751.480,69 (Vorj.: T€ 566) 108.842.171,88 114.845
D. Rechnungsabgrenzungsposten 133.060,92 104
176.861.689,70 178.321

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Vorj.:
T€
1. Umsatzerlöse 178.984.997,39 153.378
2. Minderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnisse -34.464,60 -12.942
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.904.417,01 3.440
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -70.979.345,71 -51.698
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -8.940.661,71 -79.920.007,42 -7.491
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -53.098.202,83 -46.387
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -10.252.129,66 -63.350.332,49 -9.163
- davon für Altersversorgung: € 57.874,67 (Vorj.: T€ 19)
6. Abschreibungen
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.833.396,28 -2.508
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten -1.234.363,03 -2.553
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -25.062.373,30 -22.021
8. Erträge aus Beteiligungen 968.965,83 1.099
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 541.841,79 434
- davon aus verbundenen Unternehmen: €541.841,79 (Vorj.: T€ 434)
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 57.599,92 8
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -8.205.799,76 -5.711
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.472.828,31 -82
13. Ergebnis nach Steuern 344.256,75 -2.197
14. Sonstige Steuern -22.199,00 -28
15. Jahresüberschuss (Vorj.: Jahresfehlbetrag) 322.057,75 -2.225

Anhang

Das Unternehmen mit dem Namen VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH hat seinen Sitz in Wiesbaden, Deutschland. Das zuständige Registergericht ist das Amtsgericht Wiesbaden, wo das Unternehmen unter der Nummer HRB 6119 eingetragen ist.

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB erstellt.

Angaben die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, wurden im Wesentlichen im Anhang durchgeführt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Die VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH ist gem. § 267 Abs. 3 HGB eine große Kapitalgesellschaft.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(2.1) Anlagevermögen

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten zuzüglich der erbrachten Eigenleistungen abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet, sofern der Erwerb bzw. die Fertigstellung abgeschlossen waren und sie der Abnutzung unterlagen.

Das Wahlrecht zum Ansatz selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens gem. § 248 Abs. 2 HGB wird nicht ausgeübt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen die angefallenen Einzelkosten und angemessene Teile der Gemeinkosten. Zinsen für Fremdkapital werden nicht einbezogen.

Bewegliche geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 800 EUR werden sofort in voller Höhe abgeschrieben.

Es wird grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode und das Abschreibungsverfahren pro rata temporis angewandt. Die Abschreibungslaufzeiten je Vermögensgegenstand im Überblick:

Vermögensgegenstand Abschreibungsdauer
Software 36 bis 60 Monate
Hardware 36 bis 84 Monate
PKW Fuhrpark 72 Monate
LKW Fuhrpark 108 Monate
Technische Werkzeuge 48 bis 168 Monate
Büroausstattung 60 bis 156 Monate
Mieteinbauten 96 bis 240 Monate

Die Finanzanlagen werden wie folgt angesetzt und bewertet:

Beteiligungen zu Anschaffungskosten

Sonstige Ausleihungen zum Nennwert

Sonstige Ausleihungen werden, sofern sie in Fremdwährung gewährt werden, zum Auszahlungskurs oder niedrigeren Stichtagskurs (Devisenkassamittelkurs) am Bilanzstichtag bewertet.

(2.2) Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Einkaufspreisen bzw. durchschnittlichen Einstandspreisen unter Beachtung des Niederstwertprinzips nach § 253 Abs. 4 HGB bewertet. Für erkennbare Risiken aufgrund langer Lagerdauer, technologischen Fortschritts oder verminderter Verwertbarkeit werden angemessene Wertabschläge vorgenommen.

Die Halbfertigerzeugnisse werden mit den entstandenen Herstellungskosten unter Berücksichtigung der angefallenen Einzelkosten und angemessenen Gemeinkostenzuschlägen verlustfrei bewertet. Die tatsächlich angefallenen Vertriebsgemeinkosten werden ebenso wie Zinsen auf Fremdkapital nicht mit einbezogen. Auf nicht endgeprüfte Erzeugnisse werden angemessene Abschläge vorgenommen. Die Bewertungsobergrenze beträgt grundsätzlich 75% des Auftragswertes. In Anwendung des § 268 Abs. 5 HGB wurden die erhaltenen Anzahlungen offen von den Vorräten abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit dem Nennwert angesetzt. Für den Fall, dass die voraussichtlichen Rückflüsse aus den Vermögenswerten die Restbuchwerte nicht decken, wurden Wertberichtigungen vorgenommen. Das allgemeine Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1% berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit verbundenen Unternehmen werden saldiert.

Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbarer Risiken bewertet.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

(2.3) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt. Daneben kommen die gebildete Gewinnrücklage sowie Gewinnvortrag und Jahresüberschuss zum Ausweis.

(2.4) Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Gutachten zum 31.12.2023 in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Dem Gutachten liegen die anerkannten Richttafeln für die Pensionsversicherung 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem Rechnungszinsfuß von 1,82% p.a. gem. § 253 Abs. 2 HGB zugrunde. Es wurde das modifizierte Teilwertverfahren unter Berücksichtigung eines Rententrends von 0% bis 1,75% angewandt.

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen dienen (Rückdeckungsversicherung), wurden gem. § 246 Abs. 2 HGB mit den Pensionsrückstellungen verrechnet. In Höhe von 17 TEUR (2022: 23 TEUR) kam es zu einem Überhang der Aktivwerte, weshalb ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen wird.

Die Steuerrückstellungen beinhalten noch nicht veranlagte Steuern für die Jahre 2023, 2021 und 2020.

Bei der Bemessung der Kulanz- und Gewährleistungsrückstellungen wurden über die einzelnen Risiken hinaus die Höhe der in der Vergangenheit tatsächlich entstandenen Garantieaufwendungen ebenso berücksichtigt wie neu gewonnene Erkenntnisse nach dem Bilanzstichtag sowie die entsprechenden Garantiefristen. Für die Rückstellungen wurden gem. § 253 Abs. 1 HGB angemessene Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Zur Berechnung der Abzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gem. § 253 Abs. 2 HGB wurde der jeweilige fristadäquate von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zinssatz verwendet.

Es werden pauschale Gewährleistungsrückstellungen für 24 Monate gebildet.

Die übrigen sonstigen Rückstellungen werden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

(2.5) Währungsumrechnungen

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am Tage des jeweiligen Geschäftsvorfalls erfasst und sind mit dem Devisenkassamittelkurs zum jeweiligen Monatsultimo bzw. Bilanzstichtag bewertet und in Euro umgerechnet worden. Erträge und Verluste werden zum Zeitpunkt der Umrechnung erfolgswirksam gebucht.

3. Erläuterungen zur Bilanz

(3.1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens stellt sich wie folgt dar:

in EUR AHK 31.12.2022 Zugang 2023 Abgang 2023 Umgl. 2023 AHK 31.12.2023 AFA 31.12.2022
I. Immaterielle VG 10.109.859 271.678 0 0 10.381.537 9.040.178
1. entgeltlich erworbene imm. VG 10.080.778 271.678 0 29.081 10.381.537 9.040.178
2. geleistete Anzahlungen 29.081 0 0 -29.081 0 0
II. Sachanlagen 14.346.521 1.414.388 270.322 0 15.490.587 10.478.013
1. technische Anlagen und Maschinen 783.796 0 0 0 783.796 420.646
2. andere Anlagen, BGA 13.562.725 1.414.388 270.322 0 14.706.791 10.057.367
III. Finanzanlagen 12.958.200 0 2.425.307 0 10.532.893 2.562.120
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.731.208 0 0 0 3.731.208 0
2. Ausleihungen an verb. Unternehmen 9.226.992 0 2.425.307 0 6.801.685 2.562.120
Summe Anlagevermögen 37.414.580 1.686.066 2.695.629 0 36.405.017 22.080.311
in EUR Zugang 2023 Abgang 2023 AFA 31.12.2023 Buchwert 31.12.2022 Buchwert 31.12.2023
I. Immaterielle VG 419.703 0 9.459.881 1.069.681 921.656
1. entgeltlich erworbene imm. VG 419.703 0 9.459.881 1.040.600 921.656
2. geleistete Anzahlungen 0 0 0 29.081 0
II. Sachanlagen 1.413.693 264.432 11.627.274 3.868.508 3.863.313
1. technische Anlagen und Maschinen 42.220 0 462.866 363.150 320.930
2. andere Anlagen, BGA 1.371.473 264.432 11.164.408 3.505.358 3.542.383
III. Finanzanlagen 687.806 0 3.249.926 10.396.080 7.282.967
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 3.731.208 3.731.208
2. Ausleihungen an verb. Unternehmen 687.806 0 3.249.926 6.664.872 3.551.759
Summe Anlagevermögen 2.521.202 264.432 24.337.081 15.334.269 12.067.936

Im Berichtsjahr 2023 nahmen die immateriellen Vermögensgegenstände und das gesamte Sachanlagevermögen um 153 TEUR ab. Wesentliche Investitionen 2023 erfolgten für Software (272 TEUR) sowie für diverse Betriebsausstattung (867 TEUR) und PKW (109 TEUR). Das gesamte Investitionsvolumen 2023 beträgt 1.686 TEUR (2022: 2.296 TEUR) zzgl. Zugänge in den Finanzanlagen von 0 TEUR (2022: 2.353 TEUR). Im Berichtsjahr waren entsprechend des Vorsichtsprinzips Abschreibungen auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 688 TEUR (2022: 0 TEUR) vorzunehmen.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Anteile an verbundenen Unternehmen 31.12.2023 31.12.2022
VITRONIC Machine Vision Australia Pty Ltd. 20.044 EUR 20.044 EUR
VITRONIC Machine Vision (Shanghai) Co. Ltd. 500.000 EUR 500.000 EUR
VITRONIC Machine Vision Middle East LLC (UAE) 66.350 EUR 66.350 EUR
VETRO Verkehrselektronik GmbH 1.138.138 EUR 1.138.138 EUR
VITRONIC Machine Vision Polska Sp. z o.o. 49.087 EUR 49.087 EUR
VITRONIC Saudi Arabia LLC 56.187 EUR 56.187 EUR
VITRONIC France S.A.S. 113.332 EUR 113.332 EUR
VITRONIC Machine Vision Asia Sdn. Bhd. 222.427 EUR 222.427 EUR
ERA GmbH & Co. KG 1.455.960 EUR 1.455.960 EUR
ERA Beteiligungs-GmbH 50.184 EUR 50.184 EUR
VITRONIC Machine Vision South America SAS 24.499 EUR 24.499 EUR
VITRONIC Austria GmbH 35.000 EUR 35.000 EUR
Gesamt 3.731.208 EUR 3.731.208 EUR

VITRONIC hat 2006 ein Tochterunternehmen in Australien mit Sitz in Notting Hill als 100%ige Tochtergesellschaft gegründet. Es handelt sich hierbei um eine Kapitalgesellschaft, die unter dem Namen VITRONIC Machine Vision Australia Pty. Ltd. firmiert. Die Gesellschaft erwirtschaftete 2023 einen Verlust in Höhe von -3.365 TAUD (2022: -2.889 TAUD), das Eigenkapital betrug zum 31.12.2023 -13.273 TAUD (2022: -9.909 TAUD).

VITRONIC hält außerdem eine 100%ige Beteiligung an der Kapitalgesellschaft VITRONIC Machine Vision Middle East LLC, Dubai (UAE). Diese Gesellschaft wurde in 2009 gegründet und übernimmt Vertrieb und Projektunterstützung von VITRONIC-Produkten und - Entwicklungen in der Region Middle East. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein Ergebnis in Höhe von 19.428 TAED erwartet (2022: 23.904 TAED), das Eigenkapital wird zum 31.12.2023 mit 84.406 TAED angegeben (2022: 64.978 TAED).

Am 5. Januar 2013 wurde die VITRONIC Machine Vision (Shanghai) Co., Ltd., Songjang District, Shanghai/Volksrepublik China, gegründet. Die Gesellschaft übernimmt als 100%ige Tochter von VITRONIC im Wesentlichen den Vertrieb und Serviceleistungen von VITRONIC-Produkten in China. Für das Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Gewinn von 6.359 TCNY (2022: -6.072 TCNY), das Eigenkapital betrug zum 31.12.2023 CNY -8.217 TCNY (2022: -14.575 TCNY).

Zum 1. Januar 2014 wurden 100% der Geschäftsanteile der VETRO Verkehrselektronik GmbH, Wismar, übernommen. Die Gesellschaft ist Anbieter von Dienstleistungen in der Verkehrstechnik und erreichte im Geschäftsjahr 2023 einen Gewinn in Höhe von 1.810 TEUR (2022: 1.242 TEUR), das Eigenkapital betrug zum 31.12.2023 5.863 TEUR (2022: 4.053 TEUR).

Am 17. August 2016 wurden die Geschäftsanteile der VETRO Verkehrselektronik GmbH, Wismar, und der VITRONIC Machine Vision Nordic East GmbH, Potsdam, an der Speed Blysk Technika Drogowa Sp. z o.o., Zdzieszowice, von der VITRONIC zu 100% erworben. Gleichzeitig erfolgte eine Umbenennung der Gesellschaft in VITRONIC Machine Vision Polska Sp. z o.o., der Vertrieb und Service von VITRONIC Produkten der Verkehrstechnik und Logistikautomation anbietet. Nach aktuellem Stand erreichte die Gesellschaft mit Sitz in Kedzierzyn-Kozle für 2023 ein Ergebnis von -11.522 TPLN (2022: 4.163 TPLN), das Eigenkapital betrug zum 31.12.2023 -3.061 TPLN (2022: 14.027 TPLN). Aufgrund des größeren Projektgeschäftes hat die Gesellschaft per Ende 2022 rückwirkend ihren lokalen Bewertungsstandard verändert. In 2023 wurde daraus resultierend das Ergebnis für 2022 angepasst und um 5.566 TPLN vermindert. Dementsprechend hat sich auch der Wert des Eigenkapitals für 2022 vermindert.

Per 28. November 2017 wurde von der VITRONIC als alleinige Gesellschafterin eine neue Gesellschaft VITRONIC Saudi Arabia LLC, Riad (Saudi-Arabien) gegründet, um die dortigen Serviceaktivitäten zu übernehmen. Die Gesellschaft wurde mit einem Eigenkapital von 200 TSAR ausgestattet. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein Ergebnis in Höhe von 2.752 TSAR ausgewiesen (2022: 2.036 TSAR). Das Eigenkapital per 31.12.2023 wird mit 5.421 TSAR angegeben (2022: 2.668 TSAR).

Am 14.12.2018 wurde die VITRONIC France S.A.S. in Rungis (Frankreich) gegründet und mit einem Stammkapital in Höhe von 100.000 EUR ausgestattet. Alle Anteile werden ausschließlich von der VITRONIC gehalten. Die Gesellschaft dient als Service- und Vertriebsstützpunkt für Südeuropa. Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2023 betrug 1.608 TEUR (2022: 926 TEUR). Das Eigenkapital betrug zum 31.12.2023 3.875 TEUR (2022: 2.467 TEUR). In 2023 wurde eine Dividende in Höhe von 200 TEUR aus dem Eigenkapital an die Vitronic GmbH ausbezahlt.

Mit Datum vom 3. September 2018 erfolgte die alleinige Gründung der VITRONIC Machine Vision Asia Sdn. Bhd. mit Sitz in Penang (Malaysia), um die Präsenz im asiatischen Raum zu stärken. Neben der Durchführung von Vertriebs- und Servicetätigkeiten sollen in der Gesellschaft auch lokale Adaptionen der bestehenden Produkte erarbeitet werden, um dem steigenden Preisdruck in Asien zu begegnen. Für 2023 wird ein Ergebnis von 1.314 TMYR ausgewiesen (2022: -260 TMYR). Das Eigenkapital per 31.12.2023 beträgt 983 TMYR (2022: -331 TMYR).

Mit Wirkung vom 1. Februar 2019 wurden 100% der Geschäftsanteile der ERA Beteiligungs-GmbH, Heilbronn und der ERA GmbH & Co. KG, Heilbronn, übernommen. Die Gesellschaft vertreibt Verkehrsüberwachungssysteme und bietet außerdem Dienstleistungen an. In dem zum 31.12.2023 endenden Geschäftsjahr betrug der Jahresüberschuss 769 TEUR (2022: 1.099 TEUR). Das Eigenkapital erreichte damit 795 TEUR (2022: 1.125 TEUR).

Die Komplementär-GmbH weist in ihrem Abschluss einen Jahresüberschuss von 9 TEUR (2022: 9 TEUR) und ein Eigenkapital von 170 TEUR (2022: 161 TEUR) aus.

Zur Stärkung der Vertriebsaktivitäten in Süd- und Mittelamerika wurde am 25. März 2021 die VITRONIC MACHINE VISION South America SAS in Bogotá/Kolumbien gegründet und mit einem Stammkapital von 92 Mio. COP ausgestattet. Das Ergebnis zum 31.12.2023 liegt bei 84,7 Mio COP (2022: -128,6 Mio. COP). Zum Bilanzstichtag ergibt sich somit ein Eigenkapital in Höhe von -72,7 Mio. COP (2022: -157,4 Mio. COP).

Am 3. August 2022 wurde die VITRONIC Machine Vision Austria GmbH in Wien/Österreich gegründet und mit einem Stammkapital in Höhe von 35.000 EUR ausgestattet. Die Gesellschaft dient als Service- und Vertriebsstützpunkt. Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2023 betrug 65 TEUR (2022:19 TEUR), das Eigenkapital beläuft sich zum 31.12.2023 auf 118 TEUR (2022: 54 TEUR).

Mit Datum vom 4. September 2023 wurde die VITRONIC Machine Vision Mexico S de R.L. de C.V., in So/Mexiko gegründet und mit einem Stammkapital von 100 TMXN ausgestattet. Von dem erst im Jahr 2024 eingezahlten Stammkapital hält die Vitronic GmbH 95 TMXN und die Vetro Verkehrselektronik GmbH 5 TMXN. Die Gesellschaft stärkt den Vertrieb im Nordamerikanischen Raum. Das Ergebnis im Rumpfgeschäftsjahr 2023 betrug -449 TMXN, das Eigenkapital beläuft sich auf -349 TMXN.

(3.2) Vorräte

Das Vorratsvermögen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von 63.952 TEUR um 8.767 TEUR auf 55.185 TEUR (-14%). Hierunter sind geleistete Anzahlungen in Höhe von 2.176 TEUR (2022: 1.574 TEUR) erfasst.

Die Summe der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen in Höhe von 24.312 TEUR (2022: 24.346 TEUR) wurde mit den entsprechenden Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 16.689 TEUR (2022: 18.522 TEUR) verrechnet. Es ermittelt sich daraus ein Überschuss der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen in Höhe von 7.623 TEUR (2022: 5.824 TEUR). Die erhaltenen Anzahlungen beinhalten Anzahlungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 368 TEUR (2022: 199 TEUR). In den offen abgesetzten Anzahlungen sind 7.670 TEUR (2022: 5.561 TEUR) für bereits erbrachte Teilleistungen enthalten, die den Charakter von Abschlagszahlungen haben.

(3.3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen in der abgelaufenen Periode von 17.069 TEUR um 4.480 TEUR auf 12.589 TEUR (-26%) ab. Es wurden Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 150 TEUR und Einzelwertberichtigungen in Höhe von 734 TEUR vorgenommen. Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben 740 TEUR eine Restlaufzeit von über einem Jahr (2022: 454 TEUR).

(3.4) Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Zum 31.12.2023 bestehen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 78.857 TEUR (2022: 69.444 TEUR):

Forderungen gegen verbundene Unternehmen 31.12.2023 31.12.2022
VITRONIC Machine Vision LTD (USA) 13.386.573 EUR 13.054.705 EUR
VITRONIC Machine Vision (Shanghai) Co. Ltd. 5.982.928 EUR 5.957.878 EUR
VITRONIC Machine Vision Middle East LLC (UAE) 48.826.817 EUR 42.453.927 EUR
VETRO Verkehrselektronik GmbH - 377.849 EUR
VITRONIC Machine Vision Polska Sp. z o.o. 6.494.814 EUR 3.995.550 EUR
VITRONIC France S.A.S. 93.788 EUR -
VITRONIC Machine Vision Asia Sdn. Bhd. 408.434 EUR 336.767 EUR
ERA GmbH & Co. KG 3.643.862 EUR 3.267.110 EUR
VITRONIC Machine Vision South America SAS 19.740 EUR -
VITRONIC Machine Vision Mexico 400 EUR -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 78.857.356 EUR 69.443.786 EUR

0 TEUR haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr (2022: 0 TEUR).

Die Forderungen bestehen wie im Vorjahr aus Lieferungen und Leistungen sowie offenen Zinsabrechnungen. Lediglich im Saldo der ERA GmbH & Co. KG sind kumulierte Gewinnansprüche in Höhe von 2.715 TEUR (2022: 1.946 TEUR) enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 2.641 TEUR (2022: 2.547 TEUR) haben eine Restlaufzeit unter einem Jahr

(3.5) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand und das bei Kreditinstituten unterhaltene Guthaben inklusive Tages- und Termingeldern erhöhten sich von 3.271 TEUR um 4.469 TEUR auf 7.740 TEUR.

Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten 31.12.2023 31.12.2022
Kasse, Bank 6.690.261 EUR 2.221.096 EUR
Tages-, Termingelder 1.050.000 EUR 1.050.000 EUR
Gesamt 7.740.261 EUR 3.271.096 EUR

Von den Tages- und Termingeldern waren zum Stichtag 1.050 TEUR als Sicherheit für Kredite und Avalkredite verpfändet.

(3.6) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung betrifft die Guthaben aus einer Rückdeckungsversicherung mit einem Zeitwert in Höhe von 345 TEUR (2022: 338 TEUR). Die dazugehörigen Verpflichtungen aus Pensionszusagen betragen 329 TEUR (2022: 315 TEUR). Außerdem stehen Zinserträgen von 7 TEUR (2022: 13 TEUR) Zinsaufwendungen in Höhe von 6 TEUR (2022: 6 TEUR) gegenüber.

(3.7) Latente Steuern

Gegenüber der Steuerbilanz bestehen in den folgenden Positionen temporäre Differenzen: Anteile an verbundenen Unternehmen bzgl. ERA GmbH & Co. KG, Pensionsrückstellungen, Sonstige Rückstellungen (Gewährleistung, Drohverluste, Urlaub und Überstunden).

Gegenüber der Steuerbilanz bestehen in der Handelsbilanz die folgenden temporären Differenzen:

Höherer Beteiligungswert 644 TEUR

Minderzuführung Rückdeckungsansprüche 527 TEUR

Mehrzuführung Pensionsrückstellungen 9 TEUR

Mehrzuführung Sonstige Rückstellungen 709 TEUR

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 15,83% für Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag sowie 15,89% für Gewerbesteuer. Zum 31.12.2023 ermittelt sich hieraus saldiert ein aktiver latenter Steueranspruch von 293 TEUR, der nicht in der Handelsbilanz berücksichtigt worden ist.

(3.8) Gezeichnetes Kapital, Andere Gewinnrücklagen

Zum 31. Dezember 2023 beträgt das vollständig eingezahlte gezeichnete Kapital 1.500.000 EUR. Die letzte Anpassung erfolgte gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 27. Mai 2002 von 511.291 EUR um 988.709 EUR auf 1.500.000 EUR. Das gezeichnete Kapital ist im Handelsregister eingetragen.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 11.10.2008 wurde eine andere Gewinnrücklage in Höhe von 4.500.000 EUR gebildet.

(3.9) Gewinnvortrag

Gewinnvortrag und Jahresüberschluss/-fehlbetrag haben sich in den vergangenen Perioden wie folgt entwickelt:

31.12.2023 31.12.2022
Gewinnvortrag 45.778.922 EUR 48.003.861 EUR
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 322.058 EUR - 2.224.939 EUR

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde am 27.06.2023 festgestellt.

(3.10) Pensionsrückstellungen

Die Entwicklung der Pensionsrückstellungen mit einem durchschnittlichen Monatszins von 10 Jahren stellt sich handelsbilanziell wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
Pensionsrückstellungen 1.621.714 EUR 1.669.050 EUR

Unter der Berücksichtigung einer handelsrechtlichen Bewertung auf der Basis eines durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen 7 Jahre ermittelt sich ein Wert der Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.633.522 EUR. Hieraus ergibt sich eine Ausschüttungssperre in Höhe von 11.808 EUR.

Die Veränderung der Pensionsrückstellungen gliedert sich wie folgt:

Zuführung Pensionsrückstellungen 2023 2022
Zinsanteil 23.224 EUR 45.463 EUR
Personalaufwand - 70.560 EUR - 71.931 EUR
Gesamte Zuführung - 47.336 EUR - 26.468 EUR

Die Rückdeckungsversicherung in Höhe von 553 TEUR (2022: 554 TEUR) wurde mit den Pensionsrückstellungen zum 31.12.2023 gem. § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Saldiert ergibt sich damit ein Ausweis der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 1.085 TEUR, dem der Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung von 17 TEUR (2022: 23 TEUR) gegenübersteht.

(3.11) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres von 8.590 TEUR um 1.654 TEUR auf 10.244 TEUR (+19%). Diese setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Rückstellungen 31.12.2023 31.12.2022
Urlaubsanspruch/Überstundenvergütung 2.165.909 EUR 1.713.449 EUR
Garantie- und Kulanzleistungen 4.535.493 EUR 4.021.087 EUR
Tantiemen, Prämien 1.238.665 EUR 995.073 EUR
Übrige 2.303.540 EUR 1.860.364 EUR
Gesamt 10.243.607 EUR 8.589.973 EUR

In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind insbesondere u.a. Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und Leistungen (1.996 TEUR) sowie Versicherungsprämien (99 TEUR) enthalten.

(3.12) Verbindlichkeiten

Die Summe der Verbindlichkeiten reduzierte sich 2023 von 114.844 TEUR um 6.002 TEUR auf 108.842 TEUR (-5%).

Verbindlichkeiten 31.12.2023 31.12.2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 82.476.875 EUR 86.277.919 EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.935.052 EUR 18.321.309 EUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 519.644 EUR 776.875 EUR
Sonstige Verbindlichkeiten 12.910.601 EUR 9.468.369 EUR
Gesamt 108.842.172 EUR 114.844.472 EUR

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben folgende Restlaufzeiten:

Kurzfristig (bis 1 Jahr) 80.199 TEUR (Vorj.: 83.162 TEUR)

Mittelfristig (2 bis 5 Jahre) 2.278 TEUR (Vorj.: 3.116 TEUR)

Langfristig (über 5 Jahre) 0 TEUR (Vorj.: 0 TEUR)

Diese Verbindlichkeiten sind durch eine Grundschuld der G.B.B.N. GmbH, Wiesbaden, in Höhe von 4.000.000 EUR besichert. Als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden außerdem teilweise Festgeldguthaben verpfändet.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen ausschließlich den Liefer- und Leistungsverkehr. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Gesellschafterdarlehen und offene Zinsen in Höhe von 10.116 TEUR (2022: 5.818 TEUR) enthalten.

(3.13) Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag besteht ein Haftungsverhältnis in Form einer abgegebenen Garantie zugunsten eines australischen Kunden mit Bezug auf einen Projektvertrag zwischen dem Kunden und unserer Tochtergesellschaft Vitronic Machine Vision Australia Pty Ltd. Mit dieser Garantie verpflichtet sich die VITRONIC GmbH, die Verpflichtungen der Vitronic Machine Vision Australia aus dem Projektvertrag zu übernehmen, sofern die Tochtergesellschaft hierzu nicht in der Lage sein sollte.

Darüber hinaus wurden zwei Bürgschaften über 500 TEUR bzw. 700 TEUR für die ERA GmbH & Co. KG zugunsten der Volksbank Sulmtal eG abgegeben. Ferner bestehen vier Bürgschaften über insgesamt 676 TEUR für die VETRO Verkehrselektronik GmbH zugunsten der KG CDL Leasing GmbH & Co. KG.

Im Übrigen gibt es diverse projektbezogene Bürgschaften zugunsten diverser Kunden, bei denen teilweise die Vertragsbeziehung mit Tochtergesellschaften der VITRONIC GmbH besteht.

Ein Risiko zur Inanspruchnahme für die angegebenen Haftungsverhältnisse wird als äußerst gering eingeschätzt.

Weitere Haftungsverhältnisse für fremde Verbindlichkeiten liegen zum Bilanzstichtag nicht vor.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(4.1) Gesamtleistung

Im Geschäftsjahr 2023 erhöhten sich die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich von 153.378 TEUR um 25.607 TEUR auf 178.985 TEUR.

2023 2022
Umsatzerlöse 178.984.997 EUR 153.377.933 EUR

Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Business Units:

Automation Traffic
in % 24% 76%
Umsatzerlöse 43.289 134.995

Die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse ist wie folgt:

Inland Ausland EU Ausland Sonstige
in % 28% 18% 54%
Umsatzerlöse 50.476 32.158 96.351

Die Gesamtleistung stieg von 140.436 TEUR um 38.515 TEUR auf 178.951 TEUR (+27%). In der Gesamtleistung 2023 sind keine anderen aktivierten Eigenleistungen enthalten (2022: 0 TEUR).

Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen vor Verrechnung mit gleich lautenden erhaltenen Anzahlungen verringerte sich von 24.346 TEUR um 34 TEUR auf 24.312 TEUR.

(4.2) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1.904 TEUR (2022: 3.440 TEUR) enthalten neben den Erträgen aus Kursdifferenzen (85 TEUR; 2022: 1.218 TEUR) unter anderem Erträge aus der Herabsetzung von Pauschalwertberichtigungen (35 TEUR), Kraftfahrzeugnutzung der Arbeitnehmer (501 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (282 TEUR) sowie Versicherungsentschädigungen (173 TEUR). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 336 TEUR (2022: 884 TEUR) enthalten.

(4.3) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten

Dieser Posten enthält ausschließlich Abschreibungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

(4.4) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von 22.021 TEUR um 3.041 TEUR auf 25.062 TEUR. Enthalten sind hierbei Währungskursdifferenzen von 847 TEUR (2022: 1.637 TEUR). Die periodenfremden Aufwendungen betragen 0 TEUR (2022: 1.841 TEUR).

(4.5) Finanzergebnis

Das Finanzergebnis in Höhe von -6.637 TEUR (2022: -4.169 TEUR) setzt sich folgendermaßen zusammen:

Finanzergebnis 2023 2022
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 541.842 EUR 433.860 EUR
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 57.600 EUR 8.277 EUR
Erträge aus Beteiligungen 968.966 EUR 1.099.002 EUR
Zinsaufwendungen - 7.415.605 EUR - 5.094.799 EUR
Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen - 23.225 EUR - 45.463 EUR
Avalprovisionen - 766.970 EUR - 570.365 EUR
Gesamt - 6.637.392 EUR - 4.169.488 EUR

(4.6) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind die laufenden Steuern des Geschäftsjahres enthalten, die ausschließlich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betreffen (2.423 TEUR). Dazu kommt eine Anpassung der Ertragssteuerrückstellungen für Vorjahre (-41 TEUR). Auch ausländische Quellensteuer ist hier mit 91 TEUR erfasst.

5. Sonstige Angaben

(5.1) Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl zum Bilanzstichtag betrug 898 (2022: 850) Mitarbeiter. Im Jahresdurchschnitt waren 886 (2022: 830) Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl der Auszubildenden zum Bilanzstichtag betrug 35 (2022: 33).

Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich stichtagsbezogen um 5,6% und die durchschnittliche Mitarbeiterzahl nahm um 6,7% zu.

Mitarbeiter 31.12.2023 31.12.2022
Mitarbeiterzahl zum Bilanzstichtag 898 850
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 886 830

Die Mitarbeiterstruktur ist annähernd unverändert.

Mitarbeiter 31. 12.2023 31.12.2022
Engineering 489 55% 454 53%
Production, Design 157 17% 161 19%
Sales, Administration 252 28% 235 28%
Total 898 850

(5.2) Finanzielle Verpflichtungen und nicht bilanzierte Geschäfte

VITRONIC hat aufgrund bestehender Verträge nachfolgende Zahlungsverpflichtungen:

Finanzielle Verpflichtungen 2024 2025 darüber hinaus
Miete 3.968 T EUR 3.324 T EUR 313 T EUR
Service-, Wartungs- und Sonstige Verträge 806 T EUR 90 T EUR 140 T EUR
Versicherungen 419 T EUR 0 T EUR 0 T EUR
Fuhrpark 51 T EUR 39 T EUR 34 T EUR
Gesamt 5.244 T EUR 3.453 T EUR 487 T EUR

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende offenen Bestellobligos des technischen Einkaufs:

Finanzielle Verpflichtungen 31.12.2023
Offene Bestellungen des technischen Einkaufs 30,7 Mio. EUR

Die Gesellschaft hat für Fahrzeuge Leasingverträge mit Restlaufzeiten von bis zu vier Jahren und noch ausstehenden Leasingraten in Höhe von 124 TEUR abgeschlossen. Hiermit wird das working capital und der Finanzbedarf des Unternehmens reduziert. Neben der Verpflichtung zur Zahlung von Leasingraten bestehen, - auch basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit - keine wesentlichen Risiken.

(5.3) Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung von Fremdwährungszuflüssen getätigt.

(5.4) Konzernzugehörigkeit

Als Mutterunternehmen wird von der VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, Wiesbaden, ein Konzernabschluss aufgestellt, welcher im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

(5.5) Sonstiges

Für die Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2023 wurde mit dem Abschlussprüfer ein Honorar in Höhe von insgesamt ca. 104 TEUR für die Abschlussprüfungsleistungen vereinbart. Darüber hinaus wurden keine Beratungsleistungen abgerechnet.

Es wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Konditionen mit nahe stehenden Unternehmen oder Personen abgeschlossen.

Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Forschungs- und Entwicklungskosten 18,9 Mio. EUR (2022: 16,4 Mio. EUR). Dies entspricht, mit Bezug auf die Gesamtleistung der Gesellschaft, einer F&E-Quote von 11% (2022: 12%).

(5.6) Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 (EUR 322.057,75) und der Gewinnvortrag (EUR 45.778.921,25) in Höhe von insgesamt EUR 46.100.979,00 werden auf neue Rechnung vorgetragen.

(5.7) Bericht zur Entgelttransparenz

Als Anlage zum Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wird der Bericht zur Entgelttransparenz gemäß §21 EntgTranspG mit den Daten für 2021, 2022 und 2023 veröffentlicht.

(5.8) Geschäftsführung

Geschäftsführender Gesellschafter ist Dr.-Ing. Norbert Stein, der im Februar 2020 den Vorsitz an Dipl.-Wirt.-Ing. Daniel Scholz-Stein übergeben hat. Weitere Geschäftsführer sind Dr.-Ing. Heiko Frohn und Dipl.-Kfm. Matthias Pörner. Frau Birgitt Stein und Dipl.-Ing. Gerhard Bär wurden am 24.05.2022 im Handelsregister ausgetragen. Die Gesamtbezüge sämtlicher Mitglieder der Geschäftsführung betragen inkl. Sachbezüge und Zuführung zur Altersvorsorge 1,0 Mio. EUR (2022: 0,9 Mio. EUR). Für ehemalige Geschäftsführer besteht eine Pensions-RST nach Verrechnung bestehender Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherung in Höhe von 162 TEUR.

Die ausgeübten Berufe der Geschäftsführer in tabellarischer Übersicht:

Geschäftsführungsmitglied Ausgeübter Beruf Funktion
Dipl.-Wirt.-Ing. Daniel Scholz-Stein Wirtschaftsingenieur CEO
Dr.-Ing. Norbert Stein Ingenieur -
Dr.-Ing. Heiko Frohn Ingenieur CTO
Dipl.-Kfm. Matthias Pörner Diplom-Kaufmann CFO

Mit Ablauf des 23. Mai 2024 hat Herr Dr. Norbert Stein seine Geschäftsführungstätigkeit niedergelegt.

(5.9) Nachtragsbericht

Im Januar 2024 wurde mit den neuen Gesellschaftern der VITRONIC Gruppe ein Kaufvertrag mit der ITIS Holding, Prag, Tschechien, abgeschlossen (Signing). Dieser beinhaltet 100% der Gesellschaftsanteile. Bei der ITIS Holding handelt es sich um eine Unternehmensgruppe die intelligente Verkehrsmanagement- und Infrastrukturlösungen auf der Basis einer einheitlichen Technologieplattform (GNSS) liefert und betreibt. Als strategischer Partner im Bereich der Verkehrstechnik bieten sich zahlreiche zusätzliche Marktperspektiven und über die Muttergesellschaft, der PPF Group, für sämtliche Produktgruppen von VITRONIC wesentliche Potenziale. Das Closing war im Wesentlichen mit der Genehmigung mehrerer Kartellbehörden verbunden, die Anfang Mai 2024 vollständig vorlagen. Am 23.05.2024 ging die VITRONIC Gruppe auf die neuen Gesellschafter über. Gleichzeitig wurde ein neuer Konsortialkreditvertrag mit einem Bankenkreis für die zukünftige finanzielle Ausstattung und Ablösung der bisherigen Finanzierung abgeschlossen. Eine gleichzeitige Kapitalrücklagenerhöhung in Höhe von 50 Mio. EUR wird die Finanzkennzahlen der VITRONIC Gruppe positiv beeinflussen.

Für weitere Ausführungen wird auf Abschnitte "3. Prognosebericht" und "5. Nachtragsbericht" des Lageberichts verwiesen.

 

Wiesbaden, den 23. Mai 2024

Dr.-Ing. Norbert Stein

Dipl.-Wirt.-Ing. Daniel Scholz-Stein

Dipl.-Kfm. Matthias Pörner

Dr.-Ing. Heiko Frohn

Lagebericht zum 31. Dezember 2023

1. Grundlage des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Die VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH (VITRONIC), Wiesbaden, ist mit seinen Tochtergesellschaften ein weltweiter Anbieter für kundenspezifische Systeme und Produkte der industriellen Bildverarbeitung. Die Anwendungen werden in den Bereichen der Automation und Verkehrstechnik eingesetzt. Mit weltweiten Standorten bietet VITRONIC Kunden- und Marktnähe in wichtigen Kundenregionen.

Das Europageschäft wird im Wesentlichen von der Unternehmenszentrale in Wiesbaden für sämtliche Geschäftsbereiche betreut. Sie wird unterstützt durch den Unternehmensstandort Potsdam, der den Service Nord- und Osteuropa bearbeitet. Die osteuropäischen Vertriebs- und Serviceaktivitäten werden durch die polnische Gesellschaft VITRONIC Machine Vision Polska Sp. z o.o. ergänzt. Das Betreibergeschäft in der Geschwindigkeitsmessung wird von der VETRO Verkehrselektronik GmbH in Wismar und der ERA GmbH & Co. KG in Heilbronn betrieben. Die französische VITRONIC-Tochtergesellschaft in Rungis betreut insbesondere Frankreich und weitere südeuropäische Länder. Die in 2022 gegründete österreichische VITRONIC Machine Vision Austria GmbH mit Sitz in Wien übernimmt die Vertriebs- und Servicetätigkeiten des Verkehrsbereichs in Österreich.

In Amerika betreut die VITRONIC Machine Vision Ltd., Louisville (USA), einen sehr wichtigen Markt mit Vertriebsaktivitäten, Serviceleistungen und einigen kundenspezifischen Applikationsentwicklungen. Schwerpunkt sind Logistikanwendungen, aber auch Produkte der Industrieautomation und Verkehrstechnik sind in den amerikanischen Märkten im Einsatz und werden gepflegt. Die VITRONIC Machine Vision South America SAS (Kolumbien) übernimmt Marketing- und Vertriebsleistung für den südamerikanischen Markt. Im vierten Quartal 2023 wurde mit der Gründung der VITRONIC Machine Vision Mexico S DE RL DE CV begonnen. Diese neue Gesellschaft wird die Umsetzung der akquirierten Aufträge der Industrieautomation und die Vertriebsaktivitäten in diesem Segment betreuen.

Für das Asiengeschäft sind die chinesische VITRONIC Machine Vision Shanghai Co. Ltd. und die Tochtergesellschaft VITRONIC Machine Vision Asia SDN BHD in Malaysia verantwortlich. Schwerpunkt der Vertriebs- und Serviceleistungen der Gesellschaften sind Kunden aus Industrie, Logistik und Verkehrstechnik.

Das Geschäft der VITRONIC Machine Vision Middle East LLC in Dubai (UAE) ist bisher auf Produkte und Anwendungen der Verkehrstechnik (Geschwindigkeitsmessung) konzentriert und umfasst die gesamte Region im Mittleren Osten. Darüber hinaus betreut die VITRONIC Saudi Arabia (KSA) ganz wesentlich das umfangreiche Servicegeschäft in Saudi-Arabien.

Im australischen Markt ist die VITRONIC Machine Vision Australia PLC in Melbourne präsent und hat den Schwerpunkt der Vertriebs- und Serviceleistung in der Verkehrstechnik.

1.2 Forschung und Entwicklung

Allgemein

Die im Kalenderjahr 2023 für Forschung und Entwicklung eingesetzten Ressourcen betrugen 18,9 Mio. EUR und damit ca. 11% der Gesamtleistung. Gegenüber dem Vorjahresniveau war dies eine Steigerung der Aufwendungen um 16%. Die bereichsübergreifenden Aufwendungen lagen bei 2,9 Mio. EUR, entsprechend einem Anteil von 15%.

Technologie- und Produktentwicklung am bestehenden Produktportfolio der Kerngeschäftsbereiche wurden in 2023 weitergeführt. Der im Vorjahr außerplanmäßig hohe Anteil von Änderungsentwicklungen an Komponenten aufgrund von Störungen der Lieferketten konnte 2023 zurückgeführt werden, da sich die Liefersituation zwischenzeitlich spürbar entspannt hat. Im Softwarebereich wurde ein Programm zur CyberSecuritySoftwareCompliance initiiert, um für die absehbaren Regulierungen (RED, CRA) vorbereitet zu sein und angepasste Serviceprodukte realisieren zu können.

Die in den Geschäftsbereichen begonnenen Entwicklungsprojekte zur Kostenreduzierung und zur Portfolioerweiterung wurden weitergeführt. Auch 2023 wurden in beiden Geschäftsbereichen neue Produkte und/oder Produkterweiterungen zur Marktreife gebracht.

Der Umfang der FuE-Kofinanzierung durch öffentliche Fördermittel konnte 2023 mit 271 TEUR konstant gehalten werden (2022: 288 TEUR).

Automation

In den Produktbereichen sind insbesondere folgende FuE-Aktivitäten zu nennen:

AUTOMOTIVE

Die Entwicklung der Softwarelösung WeldLoop zur datengetriebenen Schweißprozessoptimierung wurde erfolgreich vorangetrieben. Nach Abschluss der Designphase im ersten Halbjahr konnte bis Jahresende marktfähiges MVP realisiert werden.

Die Entwicklung der Sensorvariante VICT-40 mit vergrößertem Arbeitsabstand wurde fertiggestellt.

In einem EU-Verbundvorhaben zur Entwicklung und Erprobung von Industrie 4.0-basiert automatisch optimierten Fügeprozessen wurde die Konzeption für die Fusion von Prüfergebnissen optischer und zerstörender Bauteilprüfungen im Konsortium erarbeitet.

HEALTHCARE

Die Entwicklung an der gemeinsam mit einem Spezialmaschinenhersteller realisierten Pilotanlage für BFS-Produkte wurden zurückgefahren, da zwar die technische Machbarkeit gezeigt werden konnte, sich die Lösung aber für eine erfolgreiche Vermarktung zu aufwändig darstellt.

Die Entwicklungsarbeiten an VITUS Biomech wurden planmäßig fortgeführt. Im Berichtszeitraum konnten Konzeptentwicklung und Design Spezifikation finalisiert werden. Scanprozess inkl. 3D-Berechnung und Modellfit wurden funktional demonstriert. Usability-Prozess und UI-Design wurden begonnen.

Zur Reduktion der Entwicklungsaufwände und zur Verkürzung von der Time-to-Market wurde entschieden, die Produktentwicklung auf den Anwendungsbereich Leistungsdiagnostik zu fokussieren und das Ziel einer Medizintechnikzulassung nicht mehr parallel zu verfolgen.

SOLAR

Das Redesign des ViSOLAR-Hardwarekonzepts einschließlich der Integration höchstauflösender Kameras wurde abgeschlossen und in einem Großprojekt bei einem asiatischen Kunden erfolgreich erprobt.

Das EU-Verbundvorhaben für eine automatisierte Produktion von customized PV-Lösungen wurde planmäßig weitergeführt.

LOGISTIK

Im Produktbereich VIPAC wurden neben Produktpflegeaktivitäten am bekannten Produktportfolio insbesondere folgende Entwicklungsaktivitäten durchgeführt:

Die im Vorjahr begonnene Serienentwicklung der VICAM 3S-Variante mit höchstauflösendem Zeilensensor wurde für das Sensor-Frontend fertiggestellt. Die Systemintegration soll aus ökonomischen Erwägungen erst für die nächste VICAM-Generation realisiert werden.

Mit dem Redesign der VICAM-Kameraelektronik wurde eine einheitliche Plattform für die Produktlinien VICAM SSI2 und VICAM 3S geschaffen.

Cost-Down-Projekte an den VIPAC-Produkten

Die Entwicklung des VICAM-Universalteststands wurde fertiggestellt.

VIPAC SORT wurde bezüglich Funktionsumfang und Leistungsparametern (Durchsatz) signifikant erweitert.

Durch Softwareentwicklungen am Dimensionsmesssystem VHD3 konnte eine Zertifizierung nach MC (Canadian Standard) erreicht werden.

Der FuE-Ressourcenverbrauch des Geschäftsbereichs Automation lag bei 5,4 Mio. EUR, was einer in diesem Umfang geplanten Erhöhung von ca. 20% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Verkehrstechnik

POLISCAN

Die Entwicklungsarbeiten im Produktbereich POLISCAN waren neben der Produktpflege an den Plattformen (SSP, FM1, EB) und projektspezifisch geforderten Funktionserweiterungen im Wesentlichen auf die Abrundung des Produktportfolios gerichtet.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang

neue Funktionalitäten der Messeinheit FM1 wie stärkere Kryptographie, Komponentenidentifikation

Portierung des PsEnforcement-Softwarepakets auf die LINUX-basierte SSP-Plattform.

Neues LowCost-Systemgehäuse CDH-1 basic

Prototyp eines neuen Universal-Systemgehäuses CDH-X

Fertigstellung der Remote-Kamera RC3

Die Serienentwicklung Redlight Video Enforcement für den amerikanischen Markt

Bildbasierte Klassifikation für SeCo

SeCo-S + Spot Speed Hybrid Enforcement

Pilotinstallationen für Mobile Phone/Seat Belt Enforcement

sowie im Bereich der BackOffice-Softwareprodukte

das Angebot PSOP Software-as-a-Service für Kommunen in DACH, welches erfolgreich etabliert werden konnte.

TOLLCHECKER

Die Entwicklungsaktivitäten im Bereich TOLLCHECKER wurden im Kalenderjahr 2023 weiterhin durch die Anforderungen der internationalen Großprojekte bestimmt. In diesem Kontext konnten folgende Entwicklungsziele erreicht werden:

Das Mauterfassungssystem TOLLCHECKER TC4 wurde hinsichtlich der Stop & Go-Performance erheblich verbessert.

Die Hardwareplattform SSP-X1 für den videobasierten TOLLCHECKER TC5 wurde überarbeitet, um die Inbetriebnahme zu erleichtern und die Lösung servicefreundlicher zu machen.

Das Produkt TC5 wurde softwareseitig bezüglich seiner Leistungsparameter optimiert. Insbesondere konnten durch kontinuierliche Weiterentwicklung unserer CNNs die ANPR-Erkennungs- und Leseraten ebenso gesteigert werden, wie die Performance der bildbasierten Fahrzeugklassifikation.

Weitere wesentliche Entwicklungen im Berichtsjahr waren

LAPI-App: Eine sichere SmartPhone-App zur Kennzeichenlesung im Polizeiumfeld

Entwicklungsarbeiten zur portablen Mautkontrolle

Planmäßige Fortführung der geförderten FuE-Verbundvorhaben zur intelligenten Infrastruktur und V2X-Vernetzung.

Die FuE-Zusammenarbeit mit einer hessischen Hochschule im Themenfeld "intelligente Bildverbesserung", welche planmäßig fortgeführt wurde.

Im Geschäftsbereich Traffic wurden im Berichtszeitraum 10,6 Mio. EUR für F & E-Aktivitäten aufgewendet (+16%).

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Kalenderjahr 2023 mit einem Wachstum von 3,1% etwas besser als noch vor einem Jahr prognostiziert. Historisch betrachtet war das Jahr 2023 jedoch - die Rezessionsjahre ausgenommen - eines der wachstumsschwächsten der letzten drei Jahrzehnte. Nur im Jahr 2019 war der Zuwachs mit +2,9 geringer. In den USA (+2,5%) sowie in mehreren großen Schwellen- und Entwicklungsländern fiel das Bruttoinlandsprodukt 2023 höher aus als zunächst erwartet. Im Falle der USA trug die Dynamik des Konsums entscheidend dazu bei. Im Euro-Raum hingegen verhielten sich die Verbraucher angesichts hoher Inflationsraten und Energiekosten weiterhin zurückhaltend. Zudem litten der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen unter den deutlich gestiegenen Finanzierungskosten. Das Wachstum im Euro-Raum war zusammen mit dem im Vereinigten Königreich mit jeweils +0,5% das schwächste unter den großen entwickelten Volkswirtschaften. Die direkten und indirekten negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind in Europa nach wie vor am deutlichsten zu spüren. Während sich das Wachstumstempo in den entwickelten Volkswirtschaften - mit Ausnahme der USA - im abgelaufenen Berichtsjahr gegenüber 2022 deutlich verlangsamte, konnte die Gruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Dynamik mit +4,1% beibehalten. Überraschend robust zeigte sich die russische Wirtschaft trotz der Sanktionen (+3 Prozent). In China belasteten der Immobiliensektor, geopolitische Verstimmungen mit den USA und der EU sowie schwache Industrieinvestitionen die konjunkturelle Erholung. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) bei +5,2%.

Tabelle: Bruttoinlandsprodukt zum Vorjahr in %

Land/Region 2023 (Schätzung) 2022
Welt 3,1 3,5
Entwickelte. Volkswirtschaften 1,6 2,6
Euro-Zone 0,5 3,4
Deutschland -0,3 1,8
Frankreich 0,8 2,5
Italien 0,7 3,7
Spanien 2,4 5,8
Vereinigtes Königreich 0,5 4,3
USA 2,5 1,9
Japan 1,9 1,0
Aufstr. Märkte und Entwicklungsländer 4,1 4,1
ASEAN * 4,2 5,5
Brasilien 3,1 3,0
China 5,2 3,0
Indien ** 6,7 7,2
Russland 3,0 -1,2

*) Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam.
**) Fiskaljahr vom 1.4. bis 31.3.

Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024, für 2021: IMF October 2023 Database.

Die pandemiebedingten Störungen der Wertschöpfungsketten nahmen im Verlauf des Jahres 2023 sukzessive ab. Die Nationalbanken hielten weitgehend an ihrer restriktiven Geldpolitik fest, wodurch sich die Kreditkosten in mehreren Ländern im Laufe des Berichtsjahres weiter erhöhten. Die Inflationsraten gingen im Jahresverlauf in den meisten Ländern zwar zurück, lagen aber zumeist noch deutlich über dem Zielniveau. Die globale Inflationsrate lag bei geschätzt +6,8%. Der globale Warenhandel wuchs im Gesamtjahr 2023 nur um geschätzte +0,4%. Und auch die Industrieproduktion entwickelte sich 2023 mit real +0,9% sehr schwach. In den entwickelten Volkswirtschaften ging sie um -1,2% zurück. Nur in den USA konnte ein Rückgang der Industrieproduktion vermieden werden. Die Schwellen- und Entwicklungsländer erreichten dagegen einen Zuwachs von +2,8%, wobei China (+4,4%) und die osteuropäischen Länder einschließlich der GUS (+3,5%) überdurchschnittlich zulegten.

Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024, cpb World Trade Monitor, Dezember 2023

Globaler Maschinenbau

Angesichts des anhaltend unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfelds sowie der gestiegenen Finanzierungskosten fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern schwächer aus als im Vorjahr. Trotz rückläufiger Auftragseingänge entwickelten sich die Umsätze im stark zyklischen Maschinenbau im Jahr 2023 dennoch teilweise robust, da die Auftragsbestände zu Jahresbeginn vielerorts noch überdurchschnittlich hoch waren und somit die Produktion und Umsatz pufferten. In der zweiten Jahreshälfte ließ die Unterstützung durch die Auftragspolster jedoch nach, so dass die Umsatzentwicklung preisbereinigt meist negativ ausfiel. Auf Jahressicht stagnierte der Maschinenumsatz preisbereinigt nach Schätzung der VDMA-Volkswirte im Jahr 2023 weltweit. Nur in wenigen Ländern verlief die Entwicklung besser. Mit Blick auf die TOP-10-Maschinenbaustandorte sind hier Indien (+10%), das Vereinigte Königreich (+5%) und China (+2%) zu nennen. Trotz Investitionsförderprogrammen war die Umsatzentwicklung in den USA und im Euro-Raum mit real -3% bzw. -1% rückläufig. Noch stärker ist der Umsatzrückgang in Süd-Korea (-5%) und Japan (-6%) ausgefallen.

Quelle: Nationale Statistikämter, VDMA (Originaltext), "Maschinenbau Konjunktur international", Dezember 2023

Wirtschaftsraum EU-27

In der EU-27 wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 laut dem Internationalen Währungsfonds kaum. Der Anstieg wird auf +0,5% geschätzt. Das ist weniger als vor einem Jahr erwartet und ein merklicher Wachstumsverlust gegenüber dem Kalenderjahr 2022 (+3,4%). Der private Konsum entwickelte sich angesichts der anhaltend hohen Inflation von +6,4% im EU-Durchschnitt schwach. Sowohl Exporte als auch die Importe schrumpften. Die Investitionen stiegen in der EU-27 voraussichtlich um +1%. Die Ausrüstungsinvestitionen entwickelten sich mit +4% abermals dynamischer, wobei die Niederlande, Frankreich und erneut Italien die Wachstumstreiber waren. Die Industrieproduktion in der EU wurde durch die schwache Nachfrage und die hohen Energiekosten gedämpft. Zudem litt die Nachfrage nach Investitionsgütern unter den gestiegenen Finanzierungskosten. Die EU-Maschinenproduktion schrumpfte nach vorläufigen Zahlen preis- und kalenderbereinigt um -1,4%, nach +5% Wachstum im Vorjahr. Besser als im EU-Durchschnitt entwickelten sich Frankreich und Polen (jeweils +6 Prozent), Schweden (+5%) sowie Finnland und Belgien (jeweils +3%), Österreich (+2%) und Spanien sowie Italien (0%). Deutlich unterdurchschnittlich zeigte sich der Maschinenbau in den Niederlanden (Jan.-Sept.: -16%). Überdurchschnittlich hoch war der Rückgang auch in Bulgarien, Dänemark und Rumänien. Hier wurden jeweils rund ein Zehntel weniger Maschinen hergestellt als im Vorjahr. (Die Angaben beziehen sich auf den Maschinenbau in der Abgrenzung des Kapitels 28 der NACE rev.2 und sind vorläufig.)

Quelle: IWF, Eurostat, EU-Commission: European Economist Forecast Autumn 2023 und Winter 2024.

Deutsche Konjunktur

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,3% niedriger als im Vorjahr. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Zudem dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstigere Finanzierungsbedingungen aufgrund der gestiegenen Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort. Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich: Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0% zurück. Entscheidend dafür war eine signifikant niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85% des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,3%). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders negativ auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten so die Wirtschaft im vergangenen Jahr.

Der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7%). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde dagegen preisbereinigt deutlich mehr investiert als im Jahr 2022 (+3,0%). Dazu trug vor allem der Anstieg der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen bei, der durch den bis August 2023 geltenden Umweltbonus für Elektroautos im Firmenwagenbereich verstärkt wurde.

Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe (preisbereinigt -3,0%) kräftiger als die Exporte (preisbereinigt -1,8%). Damit kam es im Saldo zu einem positiven Außenbeitrag, der das BIP stützte.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht (+0,7%). Im vierten Quartal 2023 wurde dabei mit durchschnittlich 46,2 Millionen Erwerbstätigen ein neuer Höchststand erreicht. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2023 um real 0,6% gesunken. Die Materialengpässe haben sich weitgehend aufgelöst. Während die Produktion im ersten Halbjahr noch von hohen Auftragsbeständen abgepuffert wurde, brach diese Stütze im weiteren Jahresverlauf Stück für Stück weg, denn der Auftragseingang zeigte das gesamte Jahr über eine schwache Dynamik. Bereits zum Jahresbeginn kam es zu zweistelligen realen Minusraten, und auch im Jahresverlauf war keine Trendwende in Sicht. Ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld geprägt von hoher Unsicherheit führte zu einer spürbaren Zurückhaltung bei den Bestellungen. Der Bestelleingang verfehlte sein Vorjahresniveau im Gesamtjahr 2023 preisbereinigt um 12%. Die Auftragsreichweite lag zum Jahresende mit 10,2 Monaten zwar immer noch ungewöhnlich hoch, doch hat die Reichweite inzwischen spürbar an Länge eingebüßt. Der Höchststand lag im Juli und August 2022 bei 12,2 Monaten. Zudem darf der immer noch ungewöhnliche, Zweifel hegende Durchschnittswert nicht über eine sehr unterschiedliche Verteilung innerhalb der Maschinenbaubranche hinwegtäuschen. Nach Ergebnissen der 20. VDMA-Blitzumfrage von Ende Oktober 2023 lag die Auftragsreichweite in 60% der Unternehmen bereits unter ihrem jeweiligen langjährigen Durchschnitt. 34% der Maschinenbauer berichteten laut ifo-Konjunkturtest im Oktober von Produktionsbehinderungen aufgrund von Auftragsmangel. Den ersten Produktionsstätten sind demnach die Puffer fürs Produzieren abhandengekommen. Die Folge daraus ist, dass laut ifo die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau von Juli (88,8%) auf Oktober (85,9%) deutlich absank. Die konjunkturelle Abkühlung wirkt sich auch mehr und mehr am Arbeitsmarkt aus. Die Einstellungsabsichten der Unternehmen haben sich reduziert, und die Kurzarbeit steigt auf einem niedrigen Niveau an. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeit waren im November etwa 20.000 Beschäftigte im Maschinenbau in Kurzarbeit. Unter dem Strich konnte die Beschäftigtenzahl in den Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern im Jahresverlauf jedoch trotz der Engpässe am Arbeitsmarkt um 1,3% zulegen. Insgesamt wurden ca. 13.600 Stellen aufgebaut. Der Arbeitskräftemangel bleibt aber nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung akut.

In Folge der gestiegenen durchschnittlichen Preise für Maschinenbauprodukte nahm der Umsatz ausweislich der Ergebnisse der VDMA Auftragseingangs- und Umsatzstatistik um nominal +7% zu. Die Produktion erreichte zum Jahresende ein Niveau von geschätzt 254 Mrd. Euro, der Umsatz von 264 Mrd. Euro.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo Institut, VDMA

Konjunkturdaten des deutschen Maschinenbaus

a) aktuell

Bezeichnung Zeitraum Einheit 2022 2023 %-Änderung 2023/2022
nominal real
Umsatz Jan.-Dez. Mrd. EUR 244,0 263,7 8,1 0,9
Produktion (vorläufig) Jan.-Dez. Index -0,6
Export Jan.-Dez. Mrd. EUR 195.3 206,9 5,9 -0,7
Import Jan.-Dez. Mrd. EUR 93,6 93,0 -0,6 -4,8
Auftragseingang Index
Gesamt Jan.-Dez -5 -12
Inland Jan.-Dez. -4 -11
Ausland Jan.-Dez. -6 -13
EURO-Partnerländer Jan.-Dez. -10 -16
Nicht-EURO-Länder Jan.-Dez -4 -11
Beschäftigte Dezember 1.000 1.018 1.031 1,3
Maschinenpreise Index
Erzeugerpreise Dezember 4,7
Ausfuhrpreise Dezember 4,4
Einfuhrpreise Dezember 2,0
Bezeichnung Zeitraum Einheit 2023 2024 %-Änderung 2024/2023
nominal real
Kapazitätsauslastung Januar Prozent 88,8 85,2

Quelle: ifo-lnstitut, Statistisches Bundesamt, VDMA

2.2 Geschäftsverlauf und Lage VITRONIC 2023

Der rollierende Auftragsbestand der VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH (nachfolgend auch VITRONIC GmbH bzw. GmbH genannt) bleibt auch 2023 auf unverändert hohem Niveau und hat sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 nur geringfügig reduziert (Auftragseingang: 173 Mio. EUR, Umsatzerlöse: 179 Mio. EUR). Der Auftragseingang stütze diese Entwicklung. Mit über 173 Mio. EUR konnte der Auftragseingang um mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Auftragseingang 2023 basiert auf unverändert guten Zugängen an Standardaufträgen in den einzelnen Geschäftsbereichen, ergänzt um größere Einzelaufträge und wichtige größere regionale Impulse aus Europa (insbesondere Vertriebsregion Frankreich), Nordamerika und Middle East.

Die Gesamtleistung der GmbH lag mit 179,0 Mio. EUR (Vj.: 140,4 Mio. EUR) rund 27% und die Umsatzerlöse mit 179,1 Mio. EUR (Vj.: 153,4 Mio. EUR) rund 17% über dem Vorjahresniveau. Die Business Unit Traffic erzielte dabei Umsatzerlöse in Höhe von 135,0 Mio. EUR (Vj.: 110,4 Mio. EUR), während auf die Automation 43,3 Mio. EUR entfielen (Vj.: 41,2 Mio. EUR).

Die zum Jahresanfang 2023 gesetzten Ziele wurden teils erreicht, teils verfehlt:

Der Auftragseingang 2023 der GmbH hat mit 173 Mio. EUR (Plan 2023: 200 Mio. EUR) die Erwartungen verfehlt, wobei der Geschäftsbereich Automation mit 34 Mio. EUR die Planwerte (54 Mio. EUR) verfehlt hat und die Vertriebsteams Poliscan DACH und Tolling ihre Jahresziele mit 139 Mio. EUR die Planerwartungen (149 Mio. EUR) annähernd erreichen konnte.

Die erwartete Ergebnisrendite (EBIT / Gesamtleistung) von 9,7% wurde mit 5,9% ebenfalls verfehlt. Maßgeblichen Einfluss hierfür waren anhaltend hohe Entwicklungsleistungen und einige Sondereffekte (Währungsverluste, Wertberichtigungen).

Der Cash Flow nahm im Vorjahresvergleich zu.

Bei einem guten Auftragsbestand zum Jahresbeginn und einer Auftragseingangsentwicklung von über 170 Mio. EUR, nahm der stichtagsbezogene Personalbestand inklusive Zeitarbeiter und freie Mitarbeiter im Geschäftsjahresverlauf von 880 auf 898 zu (+3%) zu. Hieraus resultiert in 2023 eine Zunahme der Produktivität je Mitarbeiter auf 199 TEUR (Vorjahr: 160 TEUR).

Neben einer zeitlichen Verschiebung einiger Auftragseingänge in das zweite Halbjahr bzw. Q4/2023 führten die Verzögerungen in den Projektbearbeitungen und -abschlüssen im Geschäftsverlauf 2023 zu verspäteten Abrechnungen. Die Umsatz- und Auftragseingangsentwicklung 2023 führte zu einem unverändert hohen Auftragsbestand mit guten Ergebnisreserven zum Jahreswechsel.

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 beträgt 322 TEUR (Vorjahr: Jahresfehlbetrag 2.225 TEUR).

Gesamtleistung

Die Gesamtleistung nahm 2023 von 140.436 TEUR um 27% auf 178.951 TEUR zu. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen, vor Verrechnung mit gleich lautenden erhaltenen Anzahlungen, verringerte sich im Vorjahresvergleich geringfügig von 24.346 TEUR um 34 TEUR auf 24.312 TEUR. Die Umsatzerlöse 2023 nahmen von 153.378 TEUR um 25.607 TEUR auf 178.985 TEUR zu.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei 1.904 TEUR nach 3.440 TEUR im Vorjahr. Der Rückgang resultiert aus einem deutlichen Rückgang der positiven Währungseffekte.

Materialaufwand

In den Materialaufwendungen sind Aufwendungen für Fremdleistungen von 2.895 TEUR (Vorjahr: 3.031 TEUR) enthalten. Der gesamte Materialaufwand 2023 mit 79.920 TEUR lag rund 35% über dem Vorjahresniveau in Höhe von 59.189 TEUR. Neben einzelnen Preissteigerungen sorgten insbesondere die umfangreiche Projektbearbeitung mit kürzeren Projektlaufzeiten im laufenden Geschäftsjahr für eine deutliche Zunahme des Materialaufwands. Die Materialquote erhöhte sich auf 44,6% (Vj.: 42,1%). Darüber hinaus wurde 2023 weiterhin eine angemessene Wertberichtigung des Bestandes an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen berücksichtigt.

Personalaufwand

Die Aufwendungen für Personal haben sich im Jahresvergleich von 55.550 TEUR um 14% auf 63.350 TEUR erhöht. Ursächlich hierfür sind einerseits ein weiterer Zuwachs in den Mitarbeiterzahlen inkl. ganzjährige Effekte von in 2022 unterjährig eingestellten Mitarbeitern. Andererseits sind inflationsbedingt vergleichsweise hohe Gehaltsanpassungen erfolgt. Auch wurde in Höhe von 1,2 Mio. EUR das Instrument der Inflationsausgleichsprämie genutzt.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von 22.021 TEUR um 3.041 TEUR auf 25.062 TEUR.

Die Raumkosten der Betriebsstätten nahmen im Vorjahresvergleich insbesondere durch höhere Instandhaltungsaufwendungen von 3.998 TEUR um 414 TEUR auf 4.412 TEUR zu. Die Werbe- und Messekosten nahmen im Vorjahresvergleich von 1.288 TEUR um 180 TEUR auf 1.108 TEUR ab. Hierin enthalten sind Aufwendungen für Agenturleistungen von 949 TEUR (Vorjahr: 1.140 TEUR), die sich im Wesentlichen im Zusammenhang mit Medialeistungen erhöht haben. Die Aufwendungen für Messe betragen 63 TEUR (Vorjahr: 9 TEUR). Die Aufwendungen für Reise- und Übernachtungskosten nahmen von 1.782 TEUR um 175 TEUR auf 1.957 TEUR zu und beinhalten Bewirtungskosten in Höhe von131TEUR (Vorjahr: 52 TEUR). Die Fuhrparkaufwendungen nahmen gegenüber dem Vorjahr von 1.071 TEUR um 120 TEUR auf 1.191 TEUR zu, diese beinhalten Kosten für Fremdfahrzeuge in Höhe von 93 TEUR (Vorjahr: 87 TEUR). Hierin enthalten sind Leasingaufwendungen in Höhe von 410 TEUR (Vj.: 325 TEUR) und Kosten für Kraftstoffbezug von 312 TEUR (Vj.: 311 TEUR). Die Aufwendungen für Software-Beratung und -Service haben sich in 2023 von 1.265 TEUR auf 1.862 TEUR erhöht. Insbesondere Outsourcing und externe Projektunterstützungsleistungen (IT 1st Level Support, Entwicklungspakete) sowie Mehrausgaben für IT-Sicherheit haben zu diesem Anstieg (+66%) geführt. Die Aufwendungen für Zeitarbeitspersonal haben sich auch in 2023 weiterhin reduziert, nämlich um 36% auf 421 TEUR (Vj.: 660 TEUR). Darüber hinaus wurden Aufwendungen für Währungskursdifferenzen in Höhe von 847 TEUR (Vorjahr: 1.637 TEUR) erfasst.

Ergebnis

Das EBIT erreichte 9.454 TEUR (Vj.: 2.055 TEUR).

Finanzlage

Im Finanzergebnis in Höhe von -6.637 TEUR (Vorjahr: -4.169 TEUR) sind im Wesentlichen Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 542 TEUR (Vorjahr: 434 TEUR), Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 969 TEUR (Vorjahr: 1.099 TEUR), Zinsaufwendungen in Höhe von 7.439 TEUR (Vorjahr: 5.140 TEUR) und Avalprovisionen in Höhe von 767 TEUR (Vorjahr: 570 TEUR) enthalten. Insbesondere der Anstieg des Zinsniveaus sorgte für eine Zunahme der Zinsaufwendungen.

Die im Dezember 2023 auslaufende Konsortialfinanzierung wurde bis zum Change-of-Control-Datum (23.05.2024) verlängert.

Vermögenslage

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft nahm 2023 von 178.321 TEUR um 1.459 TEUR auf 176.862 TEUR (-0,8%) ab. Das Eigenkapital erhöhte sich aufgrund des Geschäftsergebnisses um 0,6% (Vorjahr: -4,1%) und beträgt nun 52.101 TEUR (2022: 51.779 TEUR). Die bilanzielle Eigenkapitalquote 2023 beträgt 29% (Vorjahr: 29%).

Die offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inkl. jener gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich zum Bilanzstichtag im Wesentlichen aufgrund des hohen Projektabrechnungsvolumens von 17.069 TEUR um 4.480 TEUR auf 12.589 TEUR. Insbesondere bei Großaufträgen konnten durch eine hohe Projektbearbeitungsgeschwindigkeit im vierten Quartal kommerzielle Meilensteine erreicht werden. Die langfristigen Ausleihungen an verbundene Unternehmen, die in den Finanzanlagen erfasst wurden, reduzierten sich durch erhaltene Tilgungen der Gesellschaften von 9.227 TEUR um 2.425 TEUR auf 6.802 TEUR. Aufgrund Abwertungen reduzierte sich der Bilanzausweis auf 3.552 TEUR (Vj.: 6.665 TEUR).

Die Summe des Finanzmittelfonds nahm von 1.089 TEUR um 6.651 TEUR auf 7.740 TEUR zu. Dieser setzt sich aus Guthaben gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 7.740 TEUR (davon verfügungsbeschränkt: 1.050 TEUR) und kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 0 TEUR (Vj.: 2.182 TEUR) zusammen.

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich von 8.590 TEUR um 1.654 TEUR auf 10.244 TEUR. Hiervon entfallen auf Rückstellungen für Garantie- und Kulanzleistungen 4.535 TEUR (Vorjahr: 4.021 TEUR).

Die Summe der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahm 2023 aufgrund von Tilgungen von 86.278 TEUR um 3.801 TEUR auf 82.477 TEUR (-4%) ab. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich von 18.321 TEUR um 5.386 TEUR auf 12.935 TEUR. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestanden zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs in Höhe von 520 TEUR (Vorjahr: 777 TEUR).

Der Verschuldungsgrad reduzierte sich leicht von 244% auf 239%.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl zum Bilanzstichtag erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 850 um 48 auf 898 Mitarbeiter (+6%). Im Jahresdurchschnitt waren 887 Mitarbeiter (Vorjahr: 830) beschäftigt, dies entspricht einer Zunahme von 7%. Darüber hinaus waren zum Jahresende 12 (Vorjahr: 30) Zeitarbeitskräfte und freie Mitarbeiter beschäftigt. Hieraus ermittelt sich zum Bilanzstichtag eine Gesamtmitarbeiterzahl von 910 (Vorjahr: 880). Die Personalaufwendungen nahmen von 55.550 TEUR um 7.800 TEUR auf 63.350TEUR zu (+14%). Die Aufwendungen für Zeitarbeitspersonal verringerten sich von 660 TEUR um 239 TEUR auf 421 TEUR (36%). Darüber hinaus wurden Aufwendungen für freie Mitarbeiter in Höhe von 605 TEUR (Vorjahr: 682 TEUR) im Materialaufwand erfasst.

2.4 Leistungsindikatoren

Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus auf:

Entwicklung Gesamtleistung

Ergebnisrendite

Produktivität je Mitarbeiter

Diese werden in unterschiedlicher Ausprägung (Geschäftsbereich, Produktgruppen) zur internen Unternehmenssteuerung herangezogen. Die Gesamtleistung konnte unserem definierten Wachstumspfad in 2023 aufgrund der Folgen der weltweiten Krise nicht folgen. Dennoch sorgte der gute Auftragseingang dafür, dass der Auftragsbestand ein hohes Niveau halten konnte. Aufgrund der intensiven Projektbearbeitung im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Produktivität je Mitarbeiter von 160 TEUR auf 199 TEUR erhöht.

Der Unternehmenswert von VITRONIC wird darüber hinaus wesentlich durch nicht-finanzielle Indikatoren positiv unterstützt. Hierzu gehören:

Produkt- und Marktportfolio

Prozess- und Produkt-Management

Mitarbeiter

Diversifizierung

Wir setzten mit unserer Strategie der Diversifizierung unverändert auf die unterschiedlichen Produktbereiche, Produkte und Märkte. In 2023 verzeichneten wir folgende Verteilung des Auftragseingangs auf die Geschäftsbereiche: 80% Verkehr (Vorjahr: 71%) und 20% Automation (Vorjahr: 29%). Bei den Produkten dominierten die Gruppen Poliscan Speed (78%), Ident (11%) und WSI (5%). Die Entwicklung der Gesamtleistung 2023 nahm um 28% zu, der Auftragseingang der Geschäftsbereiche erhöhte sich um 13%.

Das "Standardgeschäft" bei den Aufträgen (Auftragseingänge unter 2,0 Mio. EUR) erreichte 91,8 Mio. EUR (2022: 87,4 Mio. EUR). Das Servicegeschäft erhöhte sich um 15% auf mit 14,5 Mio. EUR (2022: 12,7 Mio. EUR). Die Zunahme der Kundensysteme und langfristige Rahmenverträge insb. mit internationalen Kunden lassen einen weiteren Anstieg des Servicegeschäftes erwarten.

PPM

Das PPM (Produkt- und Projektmanagement) stellt ein Bindeglied zwischen strategischen Entscheidungen der Unternehmensführung und der entsprechenden Steuerung von geplanten Umsetzungsmaßnahmen im operativen Tagesgeschäft dar. Es unterstützt eine nachhaltige Implementierung neuer Konzepte und verbesserter Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Erfüllung der strategischen Unternehmensziele wie Effizienzsteigerungen und Maximierung der Rentabilität, sowie prinzipieller Verbesserungen von betrieblichen Abläufen.

In 2023 war PPM unverändert an vielen internen Verbesserungsmaßnahmen involviert und Thementreiber. Die Abteilung PPM spezialisiert sich mit 4 Teams innerhalb der Abteilung auf unterschiedliche Schwerpunkte.

Das PMO-Team (project management office) fokussiert sich als Dienstleister für Projektmanager und Auftraggeber nach dem PRINCE2-Framework und unterstützt den Kontinuierlichen-Verbesserungs-Prozess (KVP) zum Prozess Projektmanagement und in Bezug auf involvierte Schnittstellenprozesse.

Das PLM-Team (product lifecycle management) fokussiert sich auf die Prozesse zur Produktentwicklung und unterstützt primär die hausinternen Rollen der Konstrukteure und technischen Produktmanager.

Das Team Wissenswerkstatt fokussiert sich auf das Erzeugen und Nutzen von Wissen innerhalb des Unternehmens.

Das Team Business Architect fokussiert sich auf die Digitalisierung unsere Geschäftsprozesse.

Personalmanagement

Das Personalmanagement von VITRONIC war 2023 geprägt von der Suche nach geeigneten Fachkräften, sowie der Betreuung und Bindung von Mitarbeitenden. Um am Markt bestehen zu können, wurde das Recruiting-Team im 4. Quartal verstärkt, wodurch Ressourcen für Active Sourcing Maßnahmen geschaffen wurden. Unterstützend dazu wurde an Employer Branding Maßnahmen gearbeitet, um VITRONIC als Arbeitgeber bekannter und attraktiver zu machen. Die Gründung des Betriebsrats erforderte im Bereich der HR Business Partner eine schnelle Änderung der Prozesse, um die Einhaltung des Betriebsverfassungsgesetzes zu gewährleisten. Im Bereich der Unternehmenskultur stellte das mobile Arbeiten die Führungskräfte auch im Jahr 2023 vor Herausforderungen in Bezug auf Kommunikation und Teamführung. Zu den weiteren Hauptschwerpunkten gehörten die Weiterentwicklung von Fach- und Führungskräften sowie die Mitwirkung in Projekten bei Mittel- und Langläuferthemen.

Folgende Themen wurden in 2023 betreut:

Recruiting

Betreuung des kompletten Recruiting-Prozesses

Teilnahme an Vorstellungsgesprächen und Coaching von Führungskräften bei Vorstellungsgesprächen

Ständige Weiterentwicklung von Konzepten zur Gewinnung von Fach- und Führungskräften

Besuch von Messen und Veranstaltungen zur Gewinnung von Fachkräften

Einladung von Schulklassen zur Gewinnung von Nachwuchskräften sowie Teilnahme an Veranstaltungen, die Praktika in unserem Unternehmen ermöglichten

HR Business Partner Bereich

Betreuung der Führungskräfte in allen Personalangelegenheiten

Begleitung von Veränderungsprozessen im Unternehmen

Erarbeitung eines Workation-Konzepts

Intensive Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sowie Mitwirkung bei der Erstellung von Betriebsvereinbarungen

Personalentwicklung

Schaffung und Bereitstellung zahlreicher Online-Trainings / Web Based Trainings

Erarbeitung eines Konzepts zur gemeinsamen Betreuung (Personalentwicklung und HR Business Partner) der Führungskräfte des jeweiligen HR Business Partner Bereichs, um zielgerichtete Weiterentwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können

Überprüfung der Trainingskonzepte von Inhouse-Trainern

Optimierung der Schulungsadministration (Abwicklung über Sharepoint)

Zusammenarbeit in der Kommunikationsarbeit im Redaktionsteam für interne Unternehmenskommunikation

An folgenden mittel- bzw. langfristigen Themen wurde gearbeitet:

Stellen- und Gehaltssystematik

Kompetenzorientierte Mitarbeitergespräche

Einführung HR-Software und Learning Management System

Employer Branding Konzept

Erarbeitung von Konzepten für die Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung

Mitwirkung bei der Einführung eines neuen Zeiterfassungssystems

Die strukturierte Begleitung der neuen Business- und Support Units wurde auch im Jahr 2023 durch methodisch erfahrene Organisationsentwickler weiter fortgeführt und durch die Gründung der Stabsstelle Organisationsentwicklung verstärkt.

Betriebsrat

Nach den Neuwahlen im Jahr 2022 konnten beide Betriebsräte (Standorte Wiesbaden und Postdam) in diesem Jahr ihre vielfältigen Aufgaben u.a. durch die strukturierte Aufteilung in die verschiedenen Ausschüsse und durch die Bildung eines Gesamtbetriebsrats angehen. Die Betriebsratsmitglieder selbst haben durch diverse Schulungen ihr Wissen erweitert, um so den gesetzlichen Herausforderungen, die das Betriebsverfassungsgesetz stellt, Rechnung zu tragen. In eigenen Betriebsversammlungen konnte den jeweiligen Mitarbeitenden Rechenschaft über die geleistete Arbeit und die gesteckten Ziele nähergebracht werden. Der weitere Fokus liegt nun in der Ausarbeitung von Betriebsvereinbarungen zu den unterschiedlichsten Themen.

Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den verschiedensten Schnittstellen innerhalb des Unternehmens zeigt sich konstruktiv und positiv.

Schwerbehindertenvertretung (SBV)

Die Schwerbehindertenvertretung hat sich das Ziel gesetzt, im Unternehmen zunehmend barrierefreier zu werden. Die erste Maßnahme war die Sanierung der Sanitärbereiche der Liegenschaft in der Hasengartenstraße 14, die in diesem Zuge weitestgehend barrierefrei errichtet wurden.

2.5 Gesamtaussage

Die Entwicklung der Gesamtleistung und des Ergebnisses im abgelaufenen 2023 blieb im Ergebnisverlauf etwas hinter den Erwartungen, die Auftragseingangsentwicklung (173,5 Mio. EUR) hat den Plan (200 Mio. EUR) nicht erreicht. Die rollierenden Planungsinstrumente der einzelnen Wertschöpfungsbereiche bieten unverändert eine hervorragende Grundlage zur Ressourcen- und Unternehmenssteuerung. Die in den vergangenen Perioden zusätzlich installierten Teams tragen weiterhin zur verbesserten Transparenz der Geschäftsprozesse bei.

Die gesamte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde von der Geschäftsführung als gut eingeschätzt.

Der Anteil der ausländischen Gruppengesellschaften am Auftragseingang der GmbH hat 2023 deutlich zugenommen und erreichte mit 117 Mio. EUR rund 67% in 2023 (Vorjahr: 43%). Darüber hinaus gab es noch weitere Vermittlungsgeschäfte, bei denen die durch die Konzerngesellschaften vertrieblich unterstützten Akquisitionen von den Kunden direkt bei der GmbH als Aufträge platziert wurden. Die Konzerngesellschaften sind weiterhin wesentlicher Bestandteil der vertriebsstrategischen Ausrichtung und maßgeblich für die gesamte Geschäftsentwicklung von VITRONIC.

2.6 Bericht zu den verbundenen Unternehmen

Sehr starke Impulse für das Geschäft der GmbH gingen weiterhin von den verbundenen Unternehmen aus.

In den USA konnte die VITRONIC Machine Vision Ltd. mit rund 37,0 Mio. USD wiederholt einen guten Auftragseingang erzielen (Vj. rund 41,0 Mio. USD) und erzielte im Geschäftsjahr 2023 auf der Basis eines guten Auftragsbestandes Umsatzerlöse in Höhe von 46,1 Mio. USD (Vorjahr: 29,5 Mio. USD). Der unverändert gute Auftragseingang und hohe Auftragsbestand sorgen für eine angemessene Reichweite für das Geschäftsjahr. Die Gesellschaft erzielte einen Gewinn 2023 in Höhe von 3,5 Mio. USD (Vorjahr: -0,3 Mio. USD). Die Tochtergesellschaft VITRONIC Machine Vision Australia Pty. Ltd. (Australien) konnte in 2023 wiederholt kein positives Geschäftsergebnis erzielen und schließt das Jahr mit einem Gesamtumsatz von 9,4 Mio. AUD (Vorjahr: 11,1 Mio. AUD) und einem Verlust in Höhe von -3,4 Mio. AUD ab (Vorjahr: -2,9 Mio. AUD). Die Auftragseingangsentwicklung erhöhe sich in 2023 auf 2,0 Mio. AUD (Vorjahr: 1,2 Mio. AUD).

Die 2009 gegründete VITRONIC Machine Vision Middle East LLC erzielte mit 106,3 Mio. EUR (Vorjahr: 50,0 Mio. EUR) einen Rekord-Auftragseingang. Dieser beinhaltet mehrere mehrperiodische Rahmen- und Serviceaufträge. Die in 2020 beauftragten Großaufträge aus KSA und Afrika wurden auch in 2023 weiterhin bearbeitet bzw. weitgehend fertiggestellt und haben entsprechende Erlös- und Ergebnisbeiträge beigetragen. Der Abrechnungsbestand aus Aufträgen dieser Vertriebsregion bleibt unverändert hoch. Die Gesellschaft erreichte mit 338 Mio. AED (2022: 267 Mio. AED) Umsatzerlösen ein Ergebnis in Höhe von 19,4 Mio. AED (2022: 23,9 Mio. AED).

Die 2013 gegründete Tochtergesellschaft VITRONIC Machine Vision (Shanghai) Co. Ltd. erzielte 2023 einen Auftragseingang in Höhe von 1,7 Mio. EUR (2022: 1,6 Mio. EUR). Die Gesellschaft erwirtschaftete in 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 48,8 Mio. CNY (2022: 19,8 Mio. CNY) und einen Gewinn in Höhe von 6,4 Mio. CNY (2022: -6,1 Mio. CNY).

Im Geschäftsjahr 2014 wurden 100% der Anteile an der VETRO Verkehrselektronik GmbH in Wismar erworben. VETRO bietet Dienstleistungen im Bereich der Verkehrssicherheit an und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Bereitstellung von Verkehrsmesstechnik und Aufbereitung von Daten für Kommunen und Polizeibehörden. Das Unternehmen hat sich seit Integration in die VITRONIC Gruppe außerordentlich positiv entwickelt und erzielte im Geschäftsjahr 2023 bei Umsatzerlösen in Höhe von 11,4 Mio. EUR (Vorjahr: 9,1 Mio. EUR) einen Jahresüberschuss von 1,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR). Insbesondere das Geschäft der Vermietung von Enforcement Trailern liefert unverändert wichtige Wachstumsimpulse.

Die polnische Gesellschaft VITRONIC Machine Vision Polska erzielte 2023 mit Umsatzerlösen in Höhe von 23,8 Mio. PLN (Vorjahr: 33,2 Mio. PLN) ein Jahresergebnis von -11,5 Mio. PLN (Vorjahr: 4,2 Mio. PLN). Insbesondere die Bearbeitung und der Abschluss eines großen Tolling-Auftrages hat die Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres belastet. Die Gesellschaft ist unverändert wichtiger Servicearm in der nordosteuropäischen Region und erweitert mit wichtigen lokalen Kundenaufträge den Serviceanteil. Der Auftragseingang 2023 der Gesellschaft erreichte 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 2,1 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2018 wurde die französische Gesellschaft VITRONIC France S.A.S. in Rungis gegründet und mit einem Kapital in Höhe von 100.000 EUR ausgestattet. Die Gesellschaft betreut den Vertrieb und Service sämtlicher VITRONIC-Produkte und Lösungen der Geschäftsbereiche in Frankreich und weiterer südeuropäischer Länder. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 12,3 Mio. EUR (Vorjahr: 8,8 Mio. EUR) und ein Ergebnis in Höhe von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR). Die Gesellschaft konnte 2023 einen Auftragseingang für die VITRONIC Gruppe in Höhe von 11,3 Mio. EUR erreichen (Vorjahr: 4,6 Mio. EUR).

Die in 2018 gegründete VITRONIC Machine Vision Asia SDN. BHD., Malaysia (Penang) betreut Vertrieb und Service in der lokalen Region und weiteren asiatischen Märkten. Nach dem Auslaufen der pandemiebedingten Restriktionen in 2022 wurde in 2023 mit einem neuen Management die strategische Neuausrichtung der Gesellschaft fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Gesellschaft mit einem Auftragseingang in Höhe von 0,5 Mio. EUR (Vorjahr:1,0 Mio. EUR), Umsatzerlöse in Höhe von 4,9 Mio. MYR (Vorjahr: 17,6 Mio. MYR) und ein positives Ergebnis in Höhe von 1,3 Mio. MYR (Vorjahr: 8,7 Mio. MYR).

Die VITRONIC Saudi Arabia LLC ist für den Service unserer Verkehrsüberwachungssysteme in Saudi-Arabien zuständig. Zudem unterstützt sie den Roll-Out für neue Projekte. 2023 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 24,6 Mio. SAR (Vorjahr: 12,3 Mio. SAR) erzielt, aus denen ein Ergebnis in Höhe von 3,1 Mio. SAR (Vorjahr: 2,0 Mio. SAR) resultierte.

Zum 01.02.2019 wurden 100% der Anteile der ERA GmbH & Co. KG und deren persönlich haftender Gesellschafter, von der ERA Beteiligungs-GmbH, erworben. Die ERA GmbH & Co. KG bietet Dienst- und Vertriebsleistungen im Bereich der Verkehrssicherheit an und hat ihren Dienstsitz in Heilbronn, Deutschland. In 2023 konnte die Gesellschaft insbesondere aufgrund des erfolgreichen Enforcement Trailer Providing die Umsatzerlöse deutlich auf 9,3 Mio. EUR (Vorjahr: 8,7 Mio. EUR) erhöhen und das Ergebnis mit 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR) auf ähnlich hohem Niveau halten.

Im April 2021 wurde die VITRONIC Machine Vision South America SAS in Kolumbien, Bogotá, gegründet und mit einem Grundkapital von 92.000 COP ausgestattet. Die wesentlichen Aufgaben der Gesellschaft umfassen Vertrieb, Marketing, Importabwicklung und Installation von VITRONIC-Produkten und -Systemen, inklusive Service. Im Geschäftsjahr 2023 wurde weiterhin noch kein wesentlicher operativer Geschäftsumfang erzielt, die Aktivitäten waren ausschließlich vertrieblich orientiert.

Im August 2022 erfolgte die Gründung und der Firmenbucheintrag der VITRONIC Machine Vision Austria GmbH. Die Gesellschaft ist mit einem Grundkapital in Höhe von 35.000 EUR ausgestattet, hat ihren Sitz in Wien und übernimmt insbesondere den Vertrieb, Kundenbetreuung, Service sowie Installations- und Betriebsunterstützung im Bereich der Verkehrstechnik. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR) konnte die Gesellschaft in 2023 einen Jahresüberschuss von 83 TEUR erzielen (Vorjahr: 19 TEUR).

3. Prognosebericht

Weltwirtschaft

Für das Gesamtjahr 2024 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Weltwirtschaftswachstum von +3,1%. Dies entspricht dem vergleichbar schwachen Wachstum im Jahr 2023. Zwar äußerte sich der IWF zu Jahresbeginn 2024 auch für 2024 optimistischer als noch im Herbst 2023, allerdings wird für die entwickelten Volkswirtschaften mit einem leichten Dynamikverlust von 0,1 %-Punkten gegenüber dem Vorjahr gerechnet, da sowohl die US-amerikanische als auch die japanische Wirtschaft mit vermindertem Tempo wachsen dürften. Für den Euro-Raum wird ein Anstieg des BIP um 0,9% prognostiziert. Die deutsche Wirtschaft dürfte sich mit +0,5% erneut unterdurchschnittlich entwickeln. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Wachstumstempo wie in den beiden Vorjahren auf 4,1% geschätzt. China (+4,6%) und Indien (+6,5%) werden voraussichtlich etwas schwächer wachsen als im Jahr 2023. Gleiches gilt für Lateinamerika (+1,9%). Mehr Dynamik erwartet der IWF hingegen in den Regionen Mittlerer Osten/Zentralasien (+2,9%) sowie Subsahara-Afrika (+3,8%).

Abwärtsrisiken für die Prognose liegen in geopolitischen Risiken, insbesondere in der Eskalation des Nahostkonflikts und dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, sowie in witterungsbedingten Schocks, einem anhaltenden Anstieg der Kerninflation und einer Wachstumsverlangsamung in China.

Auf der anderen Seite könnte es auch zu einer schnelleren wirtschaftlichen Erholung in China mit positiven grenzüberschreitenden Wachstumsimpulsen kommen. Ein stärkerer Aufschwung wäre auch zu erwarten, wenn die Inflation schneller als erwartet zurückgeht und die Zentralbanken die Zinsen rascher lockern.

Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024

Globaler Maschinenbau

Für das Jahr 2024 erwarten die VDMA-Volkswirte erneut eine Stagnation des preisbereinigten Weltmaschinenumsatzes. Für alle vier großen Produktionsstandorte in Asien wird Wachstum im Jahr 2024 vorhergesagt, wobei Indien (+5%) erneut Spitzenreiter sein dürfte. Die Ausgangslage in den anderen drei Ländern ist recht unterschiedlich: So folgt der kleine Zuwachs in Süd-Korea und Japan (jeweils +1%) auf einen vergleichsweisen hohen Rückgang im Jahr 2023. In China sollte sich das Wachstum mit +2% fortsetzen, was ein signifikanter Tempoverlust wäre, verglichen mit den Jahren vor der Corona-Pandemie. Da die Auftragseingänge in der EU-27 als auch in den USA im Jahr 2023 preisbereinigt deutlich den Vorjahreswert verfehlten, wird für 2024 ein realer Umsatzrückgang von jeweils 2% prognostiziert.

Quelle: "Maschinenbau Konjunktur international", Dezember 2023

Deutsche Konjunktur

Nach Ansicht des ifo Instituts (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.) dürfte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2024 allenfalls verhalten zulegen. Das Institut rechnet für 2024 nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um +0,2%. Mit dem im Haushaltsausschuss vereinbarten Bundeshaushalt wurden nach Schätzung des ifo Instituts zusätzliche Einsparungen in Höhe von knapp 19 Mrd. Euro beschlossen. Unternehmen und Haushalte werden dadurch mehr belastet oder weniger entlastet, und die Staatsausgaben werden gekürzt. Unter dem Strich wird das die gesamtwirtschaftliche Erholung etwas dämpfen. Die Inflation ist weiter auf dem Rückzug, und der Zinshöhepunkt dürfte nach Ansicht des Instituts bereits überschritten sein. Das Institut rechnet mit einer Inflationsrate von 2,8% für 2024. Damit läge sie nur noch geringfügig über dem mittelfristigen Inflationsziel von 2% der EZB. Kapitalmarkt- und Kreditzinsen sinken bereits seit Anfang November, und im Frühsommer dürfte die Europäische Zentralbank eine erste Leitzinssenkung beschließen. Diese Entwicklung dürfte auch die deutschen Absatzmärkte stützen, zumal auch dort mit einem Kaufkraftplus zu rechnen ist. Schließlich sollten der globale Warenhandel und der Warenkonsum wieder zulegen und im laufenden Jahr zu den Konjunkturtreibern werden. Insgesamt jedoch dürfte selbst das Jahresende 2024 noch schwach ausfallen.

Quelle: Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. (ifo Institut)

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

Für den Maschinenbau in Deutschland wird 2024 abermals ein herausforderndes Jahr. Die VDMA-Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der realen Produktion in Höhe von 4%. Diese Prognose ist mit hohen Unsicherheiten behaftet, denn die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab, die aktuell nur schwer abschätzbar sind. Die Weltkonjunktur steckt nach wie vor in der Flaute, und der Maschinenbau ist als reiner Investitionsgüterlieferant ein Spätzykliker. Zwar gibt es erste, noch sehr zaghafte Signale, dass ein Tiefpunkt der Bestellungen bald erreicht ist. Das ifo-Geschäftsklima für den Maschinenbau hat sich zuletzt stabilisiert, und der Orderrückgang hat sich zum Jahresende 2023 etwas abgeschwächt. Doch können diese ersten Anzeichen für eine mögliche Bodenbildung bei der Auslandsnachfrage noch nicht als Trendwende interpretiert werden. Die Belastungen und Herausforderungen sind im Wesentlichen dieselben wie schon zu Jahresbeginn 2023. Und mit dem Krieg im Nahen Osten ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzugekommen. Aufgrund der trüben Aussichten haben viele Unternehmen ihre Einstellungsabsichten derzeit zurückgefahren. Der Fachkräftemangel ist und bleibt aber eine große Herausforderung für die Unternehmen, nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels. Daher werden die Unternehmen versuchen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen an ihrem Stammpersonal festzuhalten. Kurzarbeit, die in den nächsten Monaten ansteigen dürfte, hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach als probates Mittel zur Überbrückung konjunktureller Schwächephasen bewiesen.

Quelle: VDMA

VITRONIC

VITRONIC hat in 2023 für wichtige Großaufträge vollständige oder Teilabnahmen erreichen können. Dennoch konnten die erwarteten Gesamtabnahmen nicht erreicht werden, so dass die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung verfehlt wurden. In 2024 werden sich die Bearbeitungszeiten und Abschlussquoten weiter verbessern. Darüber hinaus zeigt das Auftragsportfolio eine deutliche Zunahme der Standard- und Serviceaufträge. Für den finanzwirtschaftlichen Verlauf bietet der zunehmende Auftragsbestand eine hervorragende Basis. Die Gesamtleistung soll ein Niveau von rund 192 Mio. EUR erreichen, getragen vom sehr hohen Auftragsbestand zum Geschäftsjahresbeginn und geplantem Auftragseingang 2024. Im Geschäftsbereich Automation werden in den ersten sechs Monaten 2024 kontinuierliche Lieferungen und Abnahmen für einen US-Logistikauftrag erwartet und in der Verkehrstechnik sollen die erwarteten Speed-Aufträge mit zügiger Bearbeitungs- und Auslieferungszeit abgewickelt werden. Der Auftragsbestand zum Geschäftsjahresende 2024 soll trotz hoher Auftragsabrechnungen von 176 Mio. EUR auf der Basis des erwarteten Auftragseingangs weiter hoch bleiben und das Niveau von 100 Mio. EUR halten. Unter Einbeziehung der Serviceverträge und des Ersatzteilgeschäftes bedeutet dies eine unverändert gute Kapazitätsauslastung. Wir sehen uns insbesondere mit Blick auf den Auftragseingang für 2024 und 2025 sehr gut positioniert. Die Planung der VITRONIC GmbH erwartet 2024 Auftragseingänge in Höhe von 214 Mio. EUR sowie konsolidiert über 281 Mio. EUR in der Gruppe. Das Auftragseingang 2024 bleibt auf hohem Niveau, mit einigen größeren Aufträgen und einer stabilen Zunahme des Standardgeschäftes. Die Gruppengesellschaften tragen mit 155 Mio. EUR (72%) weiterhin einen ganz wesentlichen Anteil dieser Entwicklung.

In der Gesamtleistung wird ein stabiles Niveau der Umsatzerlöse mit 176 Mio. EUR (Ist 2023: 179 Mio. EUR) erwartet. Gleichzeitig steigen auch die Gesamtkosten 2024 in der Prognose an, nämlich auf 185 Mio. EUR (Ist 2023: 171 Mio. EUR). Dabei gehen wir von einem Anstieg der Materialaufwandsquote auf 48% aus (Ist 2023: 45%). Wir erwarten eine unverändert hohe Produktivität im Vergleich zu 2023 und Personalaufwandsquote von 35% (Ist 2023: 35%). Die Mitarbeiterzahl soll im Durchschnitt 2%-3% steigen und die gesamten Personalaufwand werden unter Berücksichtigung von steigenden Gehaltsanpassungserwartungen um 5%-6% zunehmen.

Für das Geschäftsjahr 2024 wird eine EBIT-Rate von 4,2% erwartet.

Die Gesellschafter hatte im Zuge der Nachfolgeregelung 2023 begonnen, einen neuen Gesellschafter mit langfristiger Begleitung des Investments, vorzugsweise einer gesamten Fortsetzung des bestehenden Geschäftsmodells und der Unterstützung des vorgelegten Business- und Entwicklungsplans zu finden. Im Januar 2024 wurde mit der ITIS Holding, Prag, einem strategischen Investor, ein Kaufvertrag geschlossen. Der neue Gesellschafter hat den Schwerpunkt seiner bisherigen geschäftlichen Ausrichtung auf den Betrieb von Mautkontrolle und -erhebung im Bereich der Verkehrstechnik gelegt. Auf der technischen Grundlage satellitenbasierter Navigationslösungen (GNSS) betreiben die Gruppengesellschaften zahlreiche langfristige Betreiberverträge und haben bereits eine mehrjährige Geschäftsbeziehung zu einzelnen VITRONIC Gesellschaften. Mit dem Kaufvertrag wurde ein neuer Konsortialkreditvertrag abgeschlossen, der die Anschlussfinanzierung der Gesellschaft mit Abschluss der Transaktion sichert und die bestehende Finanzierung, diese wurde für den Zeitraum bis zum erwarteten Closing verlängert, ablöst. Der neue Gesellschafter ist Mitglied der internationalen Investmentgesellschaft PPF Group, Tschechien. Die Finanz-Holding unterhält zahlreiche langfristige Beteiligungen in den Segmenten, unter anderem Telekommunikation, Medien, Finanzservices oder E-Commerce. Am 23.05.2024 fand das Closing der Transaktion statt. Nach dem Closing erfolgt eine Kapitalrücklagenerhöhung von 50,0 Mio. EUR durch den neuen Gesellschafter, gleichzeitig wird die bestehende Finanzierung durch ein neues Konsortium abgelöst.

In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2024 liegt die Auftragseingangsentwicklung hinter der Planung, dennoch lässt der aktuelle Auftragseingangs-Forecast Q2/2024 die Planerreichung annähernd einhalten.

Zahlreiche große Tender im Bereich der Produktgruppen Maut und Geschwindigkeitsmessung wurden Q1/2024 und Q2/2024 bearbeitet und stehen 2024 zur Entscheidung. Auch in der Logistik und Schweißnahtprüfung werden größere Neu- und Erweiterungsaufträge erwartet.

Märkte

Die konsequente weitere Erschließung der bestehenden Absatzmärkte (gesamtes Europa, Mittlerer Osten, Fernost, USA, Afrika) wird vorangetrieben. Die VITRONIC GmbH erwartet mehr als 70% des Auftragseingangs 2024 aus den Niederlassungen.

USA

Mit einem Auftragseingang in Höhe von 42,0 Mio. USD in 2024 erwartet die VITRONIC Ltd. eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Hieraus und aus dem hohen Auftragsbestand ermitteln sich für 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 49,2 Mio. USD und ein Ergebnis vor Steuern von 4,4 Mio. USD. Dies stützt sich im Wesentlichen auf Kundenanfragen in der Automation (Schwerpunkt in Logistikautomation). In der Verkehrstechnik werden die Vertriebsressourcen weiterhin gestärkt und Speed Folgeaufträge erwartet.

Australien

VITRONIC Australien wird im Geschäftsjahr 2024 den Mautkontrollauftrag abschließen und somit mehr Kapazitäten für die Akquisition und Bearbeitung von Neuaufträgen verfügbar haben. Darüber hinaus schließt sich mit diesem Abschluss ein mehrjähriger Serviceauftrag an. Für das Geschäftsjahr 2024 werden Neuaufträge in Höhe von bis zu 18,4 Mio. AUD mit dem Schwerpunkt in der Verkehrstechnik angestrebt. Für 2024 werden Umsatzerlöse in Höhe von 13,2 Mio. AUD und ein EBIT in Höhe von 0,4 Mio. AUD geplant.

Middle East

Middle East wird in 2024 weiterhin als vielversprechender Vertriebsmarkt für PoliScan gesehen. Die Gesellschaft verfügt über einen hohen Bestand an mehrjährigen Serviceaufträgen. Hieraus folgt eine wichtige Grundauslastung der Gesellschaft und eine Fortsetzung der hervorragenden Kundenbeziehung. Zusätzlich stehen 2024 die Bearbeitung und Beauftragung von mehreren Großaufträgen an, die der Gesellschaft einen hohes Auftragspotenzial anbieten.

Die VITRONIC Middle East unterstützt das Geschäft der Tochtergesellschaft in Saudi-Arabien und darüber hinaus die Serviceaktivitäten in Abu Dhabi, Oman und Irak. Die vertrieblichen Aktivitäten in Nord- und Zentralafrika sowie Zentralasien werden fortgesetzt und bieten auch in 2024 das Potenzial Zusatzaufträge. Hier sollen in 2024 zusätzliche Regionen erschlossen und eine weitere regionale Diversifizierung über diese Gesellschaft erreicht werden.

Für 2024 erwartet die Gesellschaft einen Auftragseingang in Höhe von über 390 Mio. AED, Umsatzerlöse von rund 500 Mio. AED und ein Ergebnis vor Steuern von 27,2 Mio. AED.

Saudi-Arabien

Das zu betreuende Volumen an installierten Anlagen hat sich in 2023 weiter erhöht und wird zur Stabilisierung des Servicegeschäftes der Gesellschaft beitragen bzw. dieses steigern. Demzufolge werden der positive Umsatz- und Ergebnisverlauf 2024 zunehmen. Die Gesellschaft erwartet einen Auftragseingang in Höhe von 107,0 Mio. SAR und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 12,3 Mio. SAR. Die vertriebliche Betreuung der Gesellschaft erfolgt unverändert durch das Sales-Team UAE in Dubai.

VITRONIC Machine Vision Polska sp. z.o.o.

Die Gesellschaft unterstützt die VITRONIC GmbH weiterhin sowohl bei der Marktbetreuung als auch im Service. Sie übernimmt einen Großteil der Serviceaufgaben für die Bereiche Verkehrstechnik und Logistik in Osteuropa und unterstützt bei Bedarf den Service der VITRONIC GmbH, Wiesbaden. Wichtige strategische Aufträge wurden 2023 abgeschlossen. Für 2024 werden Neuaufträge für die VITRONIC Gruppe von über 155,0 Mio. PLN erwartet, rund 85% aus der Verkehrstechnik. Die polnische Gesellschaft agiert unverändert von zwei Standorten (Warschau, Kedzierzyn-Kozle).

Für das Geschäftsjahr 2024 werden Umsatzerlöse in Höhe von 72,3 Mio. PLN und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 3,5 Mio. PLN erwartet.

VITRONIC China Ltd.

Der Geschäftserfolg in China soll weiter forciert werden, nachdem der Auftragseingang und die wirtschaftliche Gesamtentwicklung auch in 2023 hinter den Erwartungen geblieben sind. Dieser Markt steht weiterhin unter starkem Margendruck, der den Wettbewerbsdruck gegenüber lokalen Anbietern erhöht. Die strategischen Anpassungen mit Blick auf Lokalisierung werden weiter forciert. Schwerpunkte im China-Geschäft werden auch in 2024 Anwendungen der Automation sein.

Für das Geschäftsjahr 2024 werden ein Auftragseingang in Höhe von 25,5 Mio. CNY, auf der Basis eines guten Auftragsbestandes Umsatzerlöse von 23,1 Mio. CNY und ein Ergebnis von -2,0 Mio. CNY erwartet.

VETRO

Die VETRO Verkehrselektronik GmbH erwartet nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2023 eine weiterhin positive Entwicklung. Die Kunden- und Produktbasis wurde weiter ausgebaut und das technische und betriebliche Know How der Gesellschaft durch entsprechende Personalkapazitäten, Organisationsentwicklung und Schulungsmaßnahmen verbessert. Darüber hinaus ermöglicht ein gut ausgelasteter Eichstand eine wichtige Angebotskomponente und enge Kundenbetreuung.

Für das Geschäftsjahr 2024 werden Umsatzerlöse in Höhe von 12,1 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2,2 Mio. EUR erwartet. Wichtige Wachstums- bzw. Ergebnisimpulse werden weiterhin der stationäre Messbetrieb und eine weitere Ausweitung des Trailergeschäfts bieten.

VITRONIC France

Auch die VITRONIC France geht 2024 von einer positiven Fortsetzung des Geschäftsverlaufes aus. Die Gesellschaft ist weiterhin wohl diversifiziert und verfügt zu Beginn des Geschäftsjahres über einen stabilen Auftragsbestand. Es soll in 2024 ein Auftragseingang inkl. Intercompany-Aufträge von 11,8 Mio. EUR erzielt werden, davon rund 70% in der Verkehrstechnik und rund 30% in der Automation. Die Serviceeinheit bearbeitet mittlerweile ein umfangreiches Reparatur- und Ersatzteilgeschäft, das mehr als 40% erreicht. Für das Geschäftsjahr 2024 werden Umsatzerlöse von 10,4 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Steuern von 1,4 Mio. EUR erwartet.

VITRONIC Machine Vision Asia SDN. BHD.

Die VITRONIC Asia erwartet einen Auftragseingang 2024 in Höhe von über 22,8 Mio. MYR. Dieser setzt sich im Wesentlichen aus Aufträgen der Automation (rund 57%) zusammen. Für den Bereich Automation werden insbesondere Aufträge in der Logistikanwendungen mit Bestandskunden erwartet. Im Bereich Verkehrstechnik stehen einige Tender zur Bearbeitung und Vergabe für Geschwindigkeitsmess- und Mautlösungen in der Vertriebsregion an.

Auf der Basis des Auftragsbestandes und des erwarteten Auftragseingangs plant die Gesellschaft mit Umsätzen in 2024 in Höhe von 11,3 Mio. MYR und einem Verlust in Höhe von -2,2 Mio. MYR.

ERA

Die ERA GmbH & Co. KG erwartet nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2023 eine Fortsetzung der guten Entwicklung in 2024. Es besteht eine sehr gute Kundennähe in der süddeutschen Region, die weiter ausgebaut werden kann, hierzu wurden insbesondere die Vertriebsressourcen erweitert, die mittlerweile erfolgreich im Markt agieren. Für das Geschäftsjahr 2024 werden Umsatzerlöse in Höhe von 9,9 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,6 Mio. EUR erwartet. Wichtige Wachstumsimpulse bieten unverändert die Vertriebsaufträge von VITRONIC Anlagen und eine Ausweitung des Trailergeschäftes als Betreiber.

VITRONIC South America

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft einen Auftragseingang in Höhe von 1,4 Mio. EUR aus dem Verkehrsbereich.

VITRONIC Austria

Der Schwerpunkt der vertrieblichen Aktivitäten liegt im Bereich der Verkehrstechnik. Dort wird ein Auftragseingang in Höhe von 2,0 Mio. EUR erwartet, davon 75% aus Intercompany-Bestellungen. Hieraus resultieren für 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 2,0 Mio. EUR und Ergebnis vor Steuern in Höhe von 0,1 Mio. EUR.

VITRONIC Mexico

Ende 2023 wurde die VITRONIC Mexico gegründet, deren Geschäft zuvor über die USA-Gesellschaft abgewickelt wurde. Die Gesellschaft sieht einen Auftragseingang 2024 in Höhe von 4,2 Mio. EUR vor mit Schwerpunkt Schweißnahtprüfsysteme. Es werden Umsatzerlöse von 3,2 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 0,7 Mio. EUR erwartet.

Geschäftsbereiche

Verkehrstechnik

Im zweiten Halbjahr 2023 wurde für mehrere Großaufträge im Speed Enforcement und Tolling die Gesamt- oder Teilabnahme erreicht. Zusätzlich konnte ein wachsendes Service- und Ersatzteilgeschäft insbesondere in Verbindung mit den Großaufträgen beauftragt werden. Für 2024 wird ein Neugeschäft für die gesamte Verkehrstechnik von 153 Mio. EUR erwartet. Insbesondere die Regionen der Vertriebseinheit Middle East werden einen wesentlichen Anteil beitragen. Im Tolling-Bereich werden Neugeschäfte mit Bestandskunden und aus mehreren Teilnahmen an Ausschreibungen in Höhe von rund 23 Mio. EUR und damit eine weitere Verbesserung gegenüber 2023 erwartet. Zusätzlich wird das Betreibergeschäft weiterhin im Fokus der Geschäftserweiterung liegen.

Das Poliscan Geschäft bleibt mit mehr als 124 Mio. EUR wichtigster Produktbereich. Die leistungsstarke Produktplattform FM1 bietet auch in 2024 sehr gutes Neugeschäft mit unseren Hauptprodukten der Verkehrsüberwachung. Basis hierfür ist weiterhin die technische Überlegenheit unserer Produkte zur Geschwindigkeitsüberwachung gegenüber den markteingeführten Wettbewerbsprodukten, die zunehmend breite Basis von Abnehmerländern und gute Geschäftsbeziehungen zu Bestandskunden. Der Erfolg mit dem Enforcement-Trailer wird sich durch Zusatzaufträge mit internationalen Bestands- und Neukunden und in Verbindung mit den Aktivitäten der Gruppengesellschaften auch in 2024 fortsetzen. Die Erfahrungen mit den Providing-Gesellschaften in der VITRONIC-Gruppe bieten dafür eine hervorragende Basis. Die beiden deutschen Gruppengesellschaften werden 2024 Umsatzerlöse von über 20,0 Mio. EUR erwirtschaften. Ebenso erwarten wir Zunahmen im Auftragseingang in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Für das PoliScan DACH Geschäft werden auch in 2024 Aufträge in Höhe von mehr als 20 Mio. EUR erwartet.

Automation

Im vergangenen Geschäftsjahr 2023 wurde der prognostizierte Auftragseingang mit über 50,0 Mio. EUR mit rund 34,0 Mio. EUR deutlich verfehlt. Für 2024 wird im Rahmen einer unverändert konservativen Auftragseingangsplanung eine deutliche Verbesserung der Entwicklung in der Automation mit rund 60,0 Mio. EUR erwartet. In Healthcare werden Auftragseingänge von rund 4,1 Mio. EUR erwartet. Der Auftragseingang zu unserem Schweißnahtprüfsystem VIROwsi bleibt 2024 insbesondere durch die weitere Internationalisierung des Vertriebes auf einem Wachstumspfad, es wird ein Neugeschäft von 15,0 Mio. EUR geplant. Die Distributionslogistik verfügt zum Geschäftsjahresbeginn über einen weiterhin komfortablen Auftragsbestand, der durch Neugeschäft in Höhe von 36,8 Mio. EUR eine gute Auslastung stabilisieren soll. Wichtige Impulse bietet neben dem europäischen Markt das anhaltend gute USA-Geschäft.

Die VITRONIC GmbH erwartet in 2024 insgesamt im Geschäftsbereich Automation einen Auftragseingang in Höhe von 61,0 Mio. EUR (Plan 2023: 54 Mio. EUR), damit ein Plus gegenüber dem Ist-Auftragseingang von über 10% gegenüber Plan und rund 80% gegenüber 2023.

Sonstiges

Die Optimierung des Working Capital ist eines der wesentlichen Ziele der Gesellschaft. Hierzu wurde 2023 ein Programm initiiert, das auf zahlreiche wirksame Einzelvorhaben abstellt. Neben der Beseitigung zahlreicher Sondereffekte aus der Pandemie Phase und Folgen der geopolitischen Krisen, werden Prozess- und Systemanpassungen und zahlreiche Entwicklungsmaßnahmen (Cost Down, Reduzierung Teilevielfalt) zu einer Verbesserung beitragen. In 2023 konnte der Vorratsbestand um 10% reduziert werden. Die Working Capital Ratio, nämlich das Verhältnis der bilanzierten Unfertigen Erzeugnisse zu den erhaltenen Anzahlungen, ist mit 1,46 unverändert auf einem guten Niveau.

Das gesamte Vorratsvermögen zum Bilanzstichtag 2023 beträgt 62,8 Mio. EUR und konnte um 10% abgebaut werden (Vorjahr: 69,8 Mio. EUR). Das Guthaben bei Kreditinstituten erreichte 7,7 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR), zusätzlich wurden die Bankverbindlichkeiten um 3,8 Mio. EUR reduziert.

Die Inanspruchnahmen von Avalen und Garantien wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2023 auf 44,5 Mio. EUR (2022: 30,3 Mio. EUR) erhöht. Hierin sind 9,1 Mio. EUR (20%) Bid Bonds zur Teilnahme an Ausschreibungen enthalten.

In 2024 kommt der Beobachtung der Devisenmärkte aufgrund der erwarteten Auftragswährungen (insbesondere Middle East, USA, Afrika und Osteuropa) und der Lieferantenauswahl eine wesentliche Bedeutung zu. Entsprechende Finanztransaktionen werden ausschließlich für ausgewählte, bereits eingetroffene oder sicher erwartete Grundgeschäfte getätigt. Darüber hinaus stehen für die Bereitstellung von Bürgschaften und Garantien weiterhin ausreichend Kreditlinien zur Verfügung, die entsprechend vertraglich vereinbart sind.

Weiterhin wird eine intensive und transparente Bankenkommunikation, insbesondere mit den neuen Konsortialbanken, fortgesetzt.

In 2024 wird ein Anstieg der gesamten Mitarbeiterkapazitäten von rund 2% erwartet. Der angemessene Aufbau zusätzlicher Kapazitäten verteilt sich insbesondere über sämtliche Business Units und Support Unit Shared Services. Die Gehaltsanpassungen werden gegenüber 2023 deutlich moderater ausfallen, eine entsprechende Betriebsvereinbarung hierzu wurde bereits geschlossen. Die in 2023 vereinbarte Zahlung einer monatlichen Inflationsausgleichsprämienzahlung wird 2024 fortgesetzt. Hieraus folgt eine erwartete Zunahme der Personalaufwendungen in 2024 um 5,6%.

Die F&E-Aktivitäten bleiben auf unverändert hohem Niveau.

Insgesamt gehen wir für VITRONIC GmbH mit Blick auf einen hohen Auftragsbestand, einer anhaltend positiven Auftragseingangserwartung (+23%), einer guten Produktivität und fortgeschrittenen Entwicklungsleistungen neben den Prozessverbesserungen und der Erweiterung des Produkt- und Anwendungs-Portfolios zu Kostenoptimierungen der Produkte führen werden von einem guten Geschäftsjahr 2024 aus.

4. Chancen und Risiken

Grundsätzlich ist das Chancenmanagement mit dem Risikomanagement verbunden. Im Rahmen sämtlicher Geschäftstätigkeiten wird angestrebt, Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und gegen mögliche Risiken abzuwägen. Sie sind die Grundlage zur Erreichung der Unternehmensziele. Im Rahmen formaler Prozesse werden einzelne Chancenberichte erstellt, die u.a. mit Eintrittswahrscheinlichkeiten, Ressourcenbedarf oder Nachhaltigkeitsbewertung zum Freigabeprozess angeboten werden.

Das Geschäftsmodell der VITRONIC (Produkte, Komponenten, Service/Dienstleistung) bietet in beiden Geschäftsbereichen weiterhin die Grundlage einer stabilen regionalen Marktpräsenz und regelmäßigem Zugang zu neuen Kundenmärkten, sowie eine zunehmende Standardisierung bei unverändert hohem Innovationsgrad. Die gute Diversifizierung nach unterschiedlichen Kundengruppen, Zugang zu Einkaufs- und Angebotsprozessen und nachhaltige Zusammenarbeit mit Auftraggebern bieten weiterhin exzellente Perspektiven. Der hohe Installationsgrad (installed base) der Produkte sorgt für einen permanenten Anstieg des Servicegeschäftes, ergänzt um eine starke Zunahme im Betreibergeschäft der Verkehrstechnik, das weiterhin (sehr) hohe Zuwachsraten ermöglicht. Die allgemeinen Trends, aber auch die in den jeweiligen Märkten, unterstützen die positive Geschäftsentwicklung von VITRONIC wesentlich:

Megatrends (Digitalisierung, Demographischer Wandel, Nachhaltigkeit, etc.)

Verkehrstechnik (Vision Zero, Smart City, Konnektivität, etc.)

Automation (Produktionsoptimierung, Logistiktrends, Gesundheit, etc.)

Die Entwicklung der "Kern-Technologien" bieten gleichfalls sehr wesentliche Chancen (Künstliche Intelligenz, Kommerzialisierung, eingebettete Systemlösungen, etc.) für die positive Unternehmensentwicklung.

Für die Geschäftstätigkeit der VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH bestehen bestimmte Risiken, deren Eintreten sich nachteilig auf die zukünftige Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken kann.

Das Risikomanagement der Gesellschaft wurde in den zurückliegenden Jahren insbesondere durch den Ausbau der fachlichen Ressourcen der Inhouse Rechtsberatung, stärkere Bewertung und Einbeziehung konzernweiter Risikoaspekte und gruppenweiter Ausbau der Unterschriften- und Kompetenzrichtlinie kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt.

Operatives Risiko

Als operatives Risiko werden alle Risiken der fortlaufenden Erbringung von Entwicklungs-, Liefer- und Serviceleistung, Risiken aus bestehenden Haftungsverhältnissen sowie monetäre Risiken im Zusammenhang mit den Geschäftspartnern (Kunden, Lieferanten, Subunternehmen, Kooperationspartnern) definiert.

Die Überwachung folgender Themenkomplexe ist für das Management der operativen Risiken von besonderer Bedeutung:

Lessons Learned

Qualität unserer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse

Umweltauswirkungen, Risiken bzgl. Menschenrechte und Arbeitsbedingungen sowie weitere Nachhaltigkeitsaspekte entlang der Lieferkette

Qualitäts- und Nachhaltigkeitsbewusstsein der Lieferanten

Informationssicherheit, IT-Sicherheit und Datenschutz

Vertragsmanagement

Compliance

Wir ergreifen unter anderem folgende wesentlichen Maßnahmen, um den operativen Risiken zu begegnen:

Die Prozesse mit detaillierten Prozessbeschreibungen sowie Dokumentations- und Berichtspflichten auf Basis der DIN EN ISO 9001:2015 werden von den Prozesseignern in allen Bereichen mit Unterstützung unserer Abteilung Qualitätsmanagement hinsichtlich ihrer Effizienz und Effektivität regelmäßig bewertet und ständig weiterentwickelt. Dazu tragen auch die Sensibilisierungsschulungen für Prozesseigner und Prozessmanager seit 2018 bei. Zusätzlich wird die Konformität mit den Vereinbarungen und die Wirksamkeit des integrierten Management-Systems fortlaufend in allen Bereichen und Prozessen durch unsere bereichsunabhängigen internen Auditoren überwacht. Die jährlichen Wiederholungsaudits durch ein akkreditiertes Zertifizierungsunternehmen verliefen bisher stets sehr erfolgreich und werden durch regelmäßige Verlängerung der Gültigkeit des Zertifikats bestätigt, so zuletzt durch das im April 2023 erfolgreich absolvierte Audit. Die Ergebnisse der internen und externen Audits sowie der internen Management-Fragebögen werden von der Leitung Nachhaltigkeitsmanagement + QM an die Geschäftsleitung zum jährlichen Management-Review berichtet. Hierbei werden seit 2022 Aspekte des Nachhaltigkeitsmanagement berücksichtigt. Hiermit wird die Wirksamkeit unserer Prozesse bewertet, inwieweit sie auf die Erreichung auf unsere Strategischen Ziele einzahlen und unserer Qualitäts- und Umweltpolitik folgen.

Durch die Stärkung unseres Wissensmanagements wollen wir in Bezug auf potenziell risikobehaftete Themenbereiche sensibilisieren und Wissensaufbau fördern sowie zur Verbesserung des Wissenstransfers und Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen innerhalb der Unternehmensgruppe beitragen. Dabei unterstützen uns neben der Aktualisierung des BPM-Systems, der Einführung von MS SharePoint, des VITRONIC-WIKI-Tools auch maßgeblich die Bereitstellung des neuen VITRONIC Intranets sowie bereichsspezifischer Sites auf der Basis von M365 Sharepoint online Communication-Sites zum plattform-unabhängigen Informationsaustausch. Web Based Trainings (WBT's) und kontinuierliche Schulungskonzepte tragen hierzu in erheblichem Umfang bei. Das Dokumentenmanagement wurde durch die Freigabe-Workflows in unserem Vorgangstrackingsystem JIRA® teilweise digitalisiert. Hier wird mit einer großen Verbesserung gerechnet, sobald das Dokumentenmanagement mit M365 im Sharepoint online umgesetzt wird. Mit der Veröffentlichung der SP VITRONIC BIBLIOTHEK ist ein erster Meilenstein erreicht.

Abschluss geeigneter Versicherungen: Die Ausgestaltung des Versicherungsportfolios wird regelmäßig überwacht und in Deckungsart und -höhe an sich ändernde Gegebenheiten angepasst. Insbesondere das umfangreiche Risikomuster aus einzelnen Projekten sorgt für eine intensive und adäquate Anpassung der Versicherungsdeckung. Jährliche Review- und Forecast- Gespräche mit Maklern sorgen für eine kontinuierliche Überprüfung und Risikoanpassung des Versicherungsportfolios.

Juristische Beratung und Prüfung vertraglicher Gestaltungsmöglichkeiten erfolgt durch ein eigenes Syndikus-Team, das - punktuell unterstützt durch externe Rechtsberater - Verträge verhandelt und günstige Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Minimierung etwaiger Haftungsrisiken, prüft. Aspekte dieser Risikominimierung sind insbesondere eine wirksame Haftungsbegrenzung dem Grunde (u.a. Haftungsausschluss für bestimmte Schäden), als auch der Höhe (Haftung für einen Maximalbetrag; oftmals: 100% des Auftragsvolumens) nach, die Absicherung von Zahlungsverpflichtungen (u.a. Anzahlung, Zahlungsgarantie, Akkreditiv), eine interessengerechte Vertragsstrafenregelung und vertragliche Ausgestaltung von Sekundärrechten. Seit dem Jahr 2020 werden - initial veranlasst durch die COVID19-Pandemie - verstärkt Risiken der Auftragsausführung (insbesondere im Zusammenhang mit Lieferverpflichtungen, Verzug und höherer Gewalt) durch geeignete vertragliche Gestaltungen nach besten Möglichkeiten kontrolliert. Durch Schulungen der Vertriebsmitarbeiter in juristischen Fragestellungen wird das rechtssichere Handeln befördert.

Das Vertragsmanagement (u.a. Archivierung, Fristenkontrolle, Wiedervorlage, Organisation von Workflows) erfolgt mithilfe des Vertragsmanagement-Tools WINRA® und unterstützt seit 2019 die effiziente Bearbeitung von Vorgängen. Die Rechtsabteilung pflegt und aktualisiert zudem fortlaufend interne Vertragsvorlagen und Formulare. Für den elektronischen Freigabe-Workflow wird das Tool DocuSign® regelmäßig genutzt. Auch das interne Management von gewerblichen Schutzrechten (Marken, Geschmacksmuster, Designs, etc.) wird seit 2020 mithilfe von WINRA® geführt. Laufende Verträge werden anlassbezogen stets auf Änderungs- oder Ergänzungsbedarf überprüft und einer erneuten Risikoabschätzung unterzogen; bei Bedarf werden Vertragsanpassungen abgestimmt. Diese Vorgehensweise ermöglicht das Ergreifen von Steuerungsmaßnahmen beim Auftreten kurzfristiger Risiken (u.a. (Zu-)Liefer- und Terminschwierigkeiten).

Unterschriften-Richtlinien sorgen im Innenverhältnis (nämlich der VITRONIC GmbH und den Gruppengesellschaften) dafür, dass rechtsgeschäftliches Handeln nur durch berechtigte Personen erfolgt und die im Außenverhältnis Verantwortlichen nicht an internen Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Diese Richtlinien werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Aktualität (hinsichtlich Regelungsinhalte, betragsmäßige Grenzwerte, Handlungsbevollmächtigte) überprüft und bei Bedarf angepasst.

Die Implementierung eines Compliance Management Systems gemäß den Standards von ISO 37301 und die Neuausrichtung der Compliance-Strategie des Unternehmens ist überdies ein wichtiger Baustein eines funktionierenden Risikomanagements. Eine interne Arbeitsgruppe hat im Jahr 2020 die für VITRONIC verbindlichen Mindeststandards im geschäftlichen Verkehr (sowohl das Innen-, als auch das Außenverhältnis betreffend) überprüft. Erste Maßnahmen waren im Jahr 2021 die Erstellung und Verabschiedung neuer Verhaltenskodizes für Geschäftspartner und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe, die Konzeptionierung und Einführung einer unternehmensweiten Compliance-Schulung als WBT, die Einführung eines Systems zur Meldung von Compliance-Verdachtsfällen zur Umsetzung der Anforderungen der Richtlinie (EU) 2019/1937 vom 23. Oktober 2019 sowie die Erstellung einer internen Kommunikationsseite rund um das Thema Compliance (Compliance-Sharepoint). 2022 wurde zur Festigung und Vertiefung eine interne Compliance-Sharepoint-Site aufgebaut. Die Arbeiten an einer Compliance-Strategie sowie die Umsetzung der Vorgaben des (nationalen) Hinweisgeberschutzgesetzes wurden fortgesetzt, u.a. wurde eine Verfahrensordnung zum Hinweisgeberschutzgesetz verabschiedet. Die gegen Ende des Jahres 2023 verabschiedete interne Richtlinie für den Umgang mit Zuwendungen von dritter Seite stärkt das Portfolio zusätzlich. Im Jahr 2023 wurden schließlich technische Vorbereitungen zur Auswertung der Teilnahme an internen Compliance-Schulungen getroffenen. Die Teilnahmestatistiken werden dann erstmalig auch für die Mitarbeiter der Niederlassungen ausgewertet und den jeweiligen Niederlassungsleitern zur Einsicht zur Verfügung gestellt. Ziel der Maßnahme ist, (i) die Förderungen eines breiteren Verständnisses für Compliance in den Gruppengesellschaften sowie (ii) frühzeitiges Erkennen besonderen Handlungsbedarfs an den einzelnen Standorten. Um Compliance bei VITRONIC auch personell die notwendige Gewichtung zu verleihen, wurde die Position des Compliance-Officer in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 besetzt. In Q3/2023 begannen die Vorbereitungen zur Erstellung einer unternehmensspezifischen Risikoanalyse (Vergleich SOLL- und IST-Zustand). Der Austausch der Fachbereiche Nachhaltigkeitsmanagement und Compliance wurde intensiviert.

Das Potenzial etwaiger neuer Schlüssellieferanten wird mithilfe einer Lieferantenselbstauskunft, vorOrt-Begutachtungen (Lieferantenaudits) der Gegebenheiten und Prozesse sowie durch Erstbemusterungen ermittelt. Aktuelle und künftige Lieferanten werden auf den VITRONIC Verhaltenskodex für Geschäftspartner verpflichtet.

Zur nachhaltigen Absicherung unserer Lieferketten wurde im Jahr 2022 ein Konzept zur Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes entwickelt, wonach ausgehend von unserem Umsatz kritische A-Lieferanten ermittelt werden, die einer genaueren Begutachtung bedürfen. Es werden situativ Qualitätssicherungsmaßnahmen wie Warenausgangsprüfungen und Prozessanalysen bei Schlüssellieferanten durchgeführt. Bei Bedarf wird bei diesen Lieferanten vor Ort die Lieferfähigkeit überprüft. Umfassende Wareneingangsprüfungen, insbesondere der Fertigungsteile hinsichtlich ihrer Konformität mit vereinbarten Anforderungen und Spezifikationen, gehören zum Tagesgeschäft. Zur Ermittlung von Qualitätskennzahlen wurde in 2023 eine modulare CAQ-Software eingeführt.

Innerhalb von Materialgruppen wird eine "second source"-Strategie verfolgt. Mögliche Lieferantenreklamationen werden unter der Anwendung der 8D-Methode von Lieferanten transparent und nachhaltig bearbeitet. Lieferanten werden weiterentwickelt, indem Optimierungspotenziale ermittelt und gemeinsam Maßnahmen daraus abgeleitet und umgesetzt werden, um eine langfristige erfolgreiche Zusammenarbeit zu erreichen.

Um das Lieferantenmanagement nachhaltig zu etablieren, wurde die Abteilung SQM & QA eingerichtet, die unabhängig von den technischen Bereichen direkt an die Leitung der SU Supply Chain berichtet.

Zur Weitergabe der zusätzlichen Anforderungen zu Nachhaltigkeitsthemen und Informationssicherheit wurde ein Lieferantenfragebogen entwickelt. Die von neuen und den wichtigsten Bestandslieferanten erfragten Antworten werden unmittelbar in die Lieferantenbewertung einfließen, die gleichermaßen um entsprechende Kriterien erweitert wurden.

Der Einsatz von Zeitarbeitskräften wird unverändert mit kontinuierlichen Schulungsmaßnahmen zur Vermeidung von Qualitätsverlusten begleitet. Zur Qualifizierung der Mitarbeiter werden spezifische Schulungsmaßnahmen beschafft. Die Wirksamkeit der Schulungsmaßnahmen wird bewertet.

Vertriebsseitig wird mithilfe einer Risikoanalyse unterstützt, dass schwerwiegende operative Risiken bereits vor Angebotsabgabe erkennbar und im Rahmen der Angebotskalkulation berücksichtigt werden können. Angebote bedürfen daher sowohl einer technischen als auch kaufmännischen Freigabe. Für einzelne Projekte, insbesondere im Rahmen einer Teilnahme an Ausschreibungen, werden hierzu gesonderte Bidmanagement-Projekte und Freigabegremien aller Verantwortlichen eingerichtet, die eine ganzheitliche Evaluierung eines Projekts gewährleisten. Mitarbeiter des Vertriebs sind zudem gehalten neue Kunden frühzeitig anhand festgelegter Kriterien (Seriösität, Bonität, Aspekte des Außenwirtschaftsrechts, etc.) zu evaluieren.

Das Informationssicherheitsmanagement sichert die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit wichtiger Unternehmensdaten durch organisatorische und technische Maßnahmen. Eine in der Informationssicherheitsleitlinie festgeschriebene und an der ISO 27001, TISAX® und BSI-Standards ausgerichtete IT-Sicherheitsstrategie, IT-Sicherheitskonzepte, sowie detaillierte IT-Sicherheitsrichtlinien geben verbindliche Handlungsanweisungen zur Risikominimierung. Im Rahmen des IT-Notfallmanagements bereitgestellte IT-Notfallpläne unterstützen das Business Continuity Management. Neue Mitarbeiter werden in Schulungsveranstaltungen sensibilisiert und eingewiesen.

Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bei VITRONIC berät die Geschäftsführung, die Führungskräfte und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Themen des Arbeitsschutzes. Hierzu gehören neben der Ausarbeitung von Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen, die Organisation der Ersten Hilfe sowie der Brand- und Evakuierungshelfer, die Organisation und Leitung der ASA Sitzung (Arbeitsschutzausschuss-Sitzung), das Mitwirken bei der Auswahl von betrieblichem Personal in Bezug auf Arbeitsschutz, der sichere Umgang mit Gefahrstoffen und Gefahrgut, u.a.:

Übersicht der Ersthelfer

Brandschutzhelfer

Sicherheitsbeauftragter

Laserschutzbeauftragter

Fachkraft für Elektrosicherheit.

Zur Stärkung unseres Umweltmanagements wurde ein Mitarbeiter zum Umweltmanagement-Beauftragten ausgebildet. Im Rahmen des internen Projekts zur Verbesserung des Umweltmanagements wurden die Umweltaspekte und die resultierenden Umweltaspekte neu bewertet und aufgenommen. Mit dem Datenbank Tool PAUL wurde ein auf den Umweltaspekten aufgebautes Rechtskataster angelegt, mit dem wir unsere einschlägigen Vorschriften dauerhaft verfolgen. Über einen Aktualisierungsdienst werden wir auf Änderungen hingewiesen, die von uns auf ihre Auswirkungen bewertet und ggf. dazu Maßnahmen abgeleitet werden. Zum BattG wurden die von VITRONIC in Verkehr gebrachten Batterien bei der Stiftung EAR gemeldet. Wichtige Themen für 2023 waren die Festlegung von messbaren Umweltzielen, die Erstellung einer Klimabilanz und die Ausrichtung auf eine klimaneutrale Produktion sein. In Vorbereitung auf die Zertifizierung unseres Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001:2015 absolvierten alle Mitarbeiter ein VITRONIC E-Learning, wurden mehr als 30 interne Audits und Workshops und ein Bereitschaftsaudit von dem externen Auditor durchgeführt. Wir sind seit 11.01.2024 erfolgreich zertifiziert.

Zur Einführung des Nachhaltigkeitsmanagements wurde für das interne Projekt ein externer Berater hinzugezogen, der sich in einem remote-Kick-Off bereits den zahlreichen internen Stakeholdern vorstellte. 2022 wurde erstmalig eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, aus der die wichtigsten Unternehmensziele in diesem Themengebiet abgeleitet wurden. 2023 wurde die Wesentlichkeitsanalyse aktualisiert.

Basierend auf den aktualisierten wesentlichen Themen wurde als Ergänzung zu den Strategischen Zielen 2021ff eine Nachhaltigkeitsstrategie 2023 formuliert. Dieser folgend wurden messbare Nachhaltigkeitsziele für 2023ff festgelegt, deren Umsetzung mit verschiedenen Projekten und Initiativen verfolgt werden. Die Zielerreichung wird in den internen Audits betreffender Bereiche überprüft und ist Gegenstand der regelmäßigen Management-Reviews.

Die zugehörigen Maßnahmen werden von dem Nachhaltigkeit-Lenkungskreis festgelegt und dauerhaft verfolgt.

Zur erstmaligen Berichterstattung wurde für 2021 eine DNK-Erklärung (Deutscher Nachhaltigkeitskodex) erstellt und veröffentlicht, siehe VITRONIC-DNK-Erklärung 2021. Die fortlaufende DNK-Erklärung für 2022 ist in der Erstellung.

2023 berichteten wir auf den kommerziellen Rating-Plattformen NQC und EcoVadis, um unsere Aktivitäten zum Nachhaltigkeitsmanagement für unsere Kunden transparent zu machen. Die Bewertungsergebnisse unserer Aktivitäten erwarten wir in 2024.

Zur gemeinsamen Zielausrichtung wurde die gruppenweit geltende Vision-Mission erarbeitet und veröffentlicht, um die Zusammengehörigkeit als ONE VITRONIC zu stärken: "Wir verschieben die Grenzen des Machbaren - für die Gestaltung einer sicheren und lebenswerten Welt!"

Zur Erfüllung der Berichtsanforderungen gemäß CSRD ab 2026 wird 2024 mit Governance International eine Initiative gestartet, um die Gruppengesellschaften in die Nachhaltigkeitsmanagement-Berichterstattung einzubeziehen.

Um die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichten-Gesetzes zu erfüllen, veröffentlichten wir 2023 erstmalig eine Grundsatzerklärung zu Menschenrechten und Arbeitsbedingungen auf unserer Homepage (https://www.vitronic.com/de-de/unternehmen/dafuer-stehen-wir/menschenrechte). Dort wurde das Compliance-Formular zugänglich gemacht, um etwaige Compliance-Verstöße melden zu können. 2024 wird die Risikoanalyse zu Menschenrechten, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in der Lieferkette fortgeführt und verfeinert.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko umfasst die projektimmanenten Risiken der Gesellschaft (Budget, Qualität, Termin, Nachhaltigkeit) sowie die konkurrenz-, markt-, produkt- und imagebezogenen Risiken.

Die Überwachung folgender strategischer Themen und Risiken ist von besonderer Bedeutung:

Fortsetzung bzw. Erweiterung von Technologieführerschaften

Wettbewerbsintensität

Optimierung von Entwicklungszyklen

Entwicklungsrisiken (Machbarkeit, Serienprodukte)

Projektrisiken (Kosten, Zeit, Qualität)

Produktrisiken

Nachhaltigkeit unserer Geschäftsaktivitäten

Unternehmensorganisation

Zur Risikoüberwachung und -steuerung werden nachfolgende wesentliche Instrumente eingesetzt:

Um den strategischen Zielen zu folgen und die Nachfolge in der Geschäftsführung zu sichern, wurde eine alle Bereiche der VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH umfassende Organisationsentwicklung durchgeführt. Sie fasst Geschäftsbereiche neu zusammen und sorgt für eine zielgruppenorientierte Strategieausrichtung. Dazu wurden die Produktpotenziale ermittelt, Schnittstellen und Prozesse bewertet und die internationale Zusammenarbeit mit den Gruppengesellschaften verbessert.

Zur Stärkung des internationalen Zusammenhaltes und des gruppenweiten Austausches werden die bisher als Tochtergesellschaften bezeichneten Niederlassungen nun innerhalb der VITRONIC Gruppe als Gruppengesellschaften bezeichnet - ONE VITRONIC.

Ein umfassendes Projektcontrolling ermittelt monatliche Projektdaten. Die Ergebnisse dienen der Geschäfts- und Projektleitung zur Bewertung und Analyse der Projektrisiken und lösen entsprechende Steuerungsmaßnahmen aus. Dieses Informationssystem wurde in den abgelaufenen Geschäftsjahren kontinuierlich erweitert (BI Lösung, Datawarehouse) und hat sich zu einem geeigneten Steuerungsinstrument inkl. Szenarienanalyse entwickelt. Insbesondere Informationen der Support Units wurden im Reporting ergänzt.

Im Rahmen der kommerziellen Betreuung größerer Projekte wird im Rahmen des Commercial Management der Fokus auf die kaufmännischen Anforderungen und Auftragsinhalte unterstützt, somit maßgeblich die Projektbearbeitung und der wirtschaftliche Projekterfolg gesichert. Für Aufträge mit VITRONIC-Gruppengesellschaften werden hierbei die gesamten Projekt- und Geschäftsbeziehungen bis zum Endkunden berücksichtigt.

Das Projektmanagement wird in jedem Projekt anhand von verifizierten Meilensteinen mithilfe von Projekt- und Qualitätsplänen umgesetzt. Auch während der Projektlaufzeit neu auftretende Projektrisiken werden identifiziert, analysiert und bewertet. Notwendige Maßnahmen werden schnellstmöglich ergriffen, um die aufgetretenen Risiken zu minimieren oder zu mindern. Die für ein Projekt erzeugten Produkte werden vor ihrer Auslieferung im Rahmen von Warenausgangskontrollen stichprobenartig getestet und einer Werksabnahme unterzogen, um ihre Qualität und Mangelfreiheit, sowie die Wirksamkeit der aus den Risikoanalysen resultierenden Maßnahmen zu gewährleisten. Entscheidungen über strategische Fragen sowie die Ausrichtung der die Gesellschaft prägenden Vorhaben werden durch die Geschäftsführer nach intensiven Analysen und umfangreichem Meinungsaustausch mit den Bereichsleitern, dem Produktmanagement, internen und externen Spezialisten getroffen.

Das Konzept der Technischen Berater stellt sicher, dass Synergieeffekte innerhalb der Unternehmensgruppe stärker genutzt werden. Die technischen Berater werden zur Standardisierung unserer Komponenten bei der Kaufentscheidung hinsichtlich neuer Artikel zu Rate gezogen. Im Bereich Software-Standardisierung betrifft das hauptsächlich die Entwicklung von Basis-Softwarepaketen, die in unseren Kundenapplikationen zum Einsatz kommen. Dies dient zur Verbesserung der Projektdurchlaufzeiten und der Erhöhung der Flexibilität von Ressourcen.

Der Bereich "Software-Standardisierung" stellt sicher, dass Synergieeffekte, insbesondere die Entwicklung von Kundenapplikationen betreffend, innerhalb des Unternehmens stärker genutzt werden. Dies dient der Verbesserung der Projektdurchlaufzeiten und Erhöhung der Flexibilität von Ressourcen. Zur Stärkung der Cyber Sicherheit wird 2024 ein Programm aufgesetzt, das interdisziplinär die Zielerreichung in diversen Initiativen und Projekten koordiniert.

Mögliche Qualitätsrisiken in der Serienproduktion werden durch zwingende Freigabe- und Robustheitstests überwacht und kontinuierlich reduziert. Insbesondere kurze Entwicklungszeiten und hohe Kapazitätsauslastungen erzwingen die Einhaltung dieser Prozessstufen.

Mit der Wesentlichkeitsanalyse wird ein wertvolles Instrument genutzt, um bei der Zieldefinition die gesellschaftlichen Themen, Anforderungen der Stakeholder und der Gesetzgebung zu berücksichtigen und Maßnahmen zu priorisieren.

Finanzwirtschaftliches Risiko

Unter den finanzwirtschaftlichen Risiken werden insbesondere die Risiken der Liquidität sowie Zins- und Devisenkursentwicklung berücksichtigt.

Der Steuerung folgender finanzwirtschaftlicher Risiken kommt besondere Bedeutung zu:

Fremdwährungs- und Ausfallrisiken: durch umfangreiche Liefer- und Leistungsbeziehungen mit ausländischen Geschäftspartnern

Liquiditätsrisiko: durch hohe Mittelbindung in langfristigen Projekten und umfangreichem Einkaufsund Kundenabrechnungsvolumen mit stark schwankenden Liquiditätszu- und -abflüssen.

Zahlungsausfallrisiko: durch lange Projektlaufzeiten, internationale Kundenstruktur und rechtliche Rahmenbedingungen sowie heterogenes Zahlungsverhalten

In 2023 wurde dem finanzwirtschaftlichen Risiko unverändert besondere Bedeutung beigemessen. Insbesondere die Lieferkettensituation wurden weiterhin im Rahmen eines permanenten Monitorings (Lieferanten, Kunden, Projektbearbeitung) überwacht und bewertet.

Die Durchführung von Finanzgeschäften basiert auf mit den Kreditinstituten vereinbarten Handlungsvollmachten und wird ergänzt durch eine unternehmensinterne 4-Augen-Kontrolle. Der Geschäftsführung wird ein täglicher Statusbericht, der sämtliche Finanzgeschäfte beinhaltet, zur Verfügung gestellt. Für die Steuerung der Geld- und Kapitalmarktanlagen existieren vereinbarte Guide Lines und Handlungsvollmachten. Für die Anlageentscheidungen im Finanzmanagement sind Ratingvorgaben definiert. Die Währungsstrategie wird stets mit der Geschäftsführung abgestimmt, die Expertisen der Hausbanken werden dabei berücksichtigt. Zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung wird ein rollierender Liquiditäts-Forecast eingesetzt, die durch eine mittelfristige Finanzplanung auf Konzernebene ergänzt wird. Sämtliche Gruppengesellschaften sind durch ein kontinuierliches Reporting und regelmäßig Finance Calls in den Berichts- und Steuerungsprozess einbezogen. Im Geschäftsjahr 2023 setzte VITRONIC keine Devisensicherungsgeschäfte ein. Bonität und Zahlungsverhalten von Kunden werden über den Zeitraum der gesamten Geschäftsbeziehung überwacht (Monitoring), so dass die jeweilige bzw. veränderte Bewertung von Kundenbonitäten unmittelbare Maßnahmen zur Steuerung des Zahlungsausfallrisikos auslöst. Aufgrund der großen Anzahl an Neukunden wurde auch in 2023 dem Adressrisiko eine unverändert hohe Bedeutung beigemessen. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Absicherungsstrategie mehrere Akkreditive mit einigen Kunden vereinbart. Durch eine monatliche Überwachung der Kreditlimits und Festlegung von Eskalationsstufen und -maßnahmen wurden diese Risiken aktiv gesteuert. Für Neukunden wird im Bedarfsfall eine umfangreiche Bonitäts- und bei Bedarf Complianceauskunft angefordert sowie im Rahmen der Ausfuhrkontrolle ein Abgleich von Personen- und Sanktionslisten vorgenommen.

Im Außenhandel kommt darüber hinaus für einzelne Geschäfte das Dokumentenakkreditiv zum Einsatz. Zinsrisiken bestehen hinsichtlich des variabel verzinslichen Kreditmittelrahmens sowie des Ablaufs der Konsortialfinanzierung im dritten Quartal 2023. Es erfolgen regelmäßige und intensive Gespräche mit den Hausbanken, in denen neben der Stärken-Schwächen-Analyse des Unternehmens auch die strategische Ausrichtung und die Entwicklung des Ratings zum Schwerpunkt gehören. Die Kommunikationsintensität und Informationstransparenz mit den Kreditinstituten sind wesentlicher Erfolgsfaktor der finanzwirtschaftlichen Aktivitäten. Diese wurden im Zuge der Verhandlungen eines Konsortialkreditvertrages in 2020 intensiviert und durch mehrere Bankenrunden ergänzt. VITRONIC verfügt über einen Kreditmittelrahmen (Betriebsmittel- und Avalrahmen) von über 142,5 Mio. EUR (Stand 31. Dezember 2023), der die finanziellen Anforderungen der erwarteten Unternehmensentwicklung angemessen begleiten wird. Es besteht bei Verletzungen von vertraglichen Bedingungen das Risiko von Konditionsanpassungen oder einer vorzeitigen Kündigung. Für die bestehende Konsortialfinanzierung wurde eine Prolongation bis maximal zum 31.07.2024 vereinbart. Das Monitoring der finanzwirtschaftlichen Kennzahlen ist daher zentrale Managementaufgabe. Darüber hinaus erfolgt mit den finanzierenden Banken ein regelmäßiger Austausch über die laufende wirtschaftliche Entwicklung. Im Januar 2024 wurde mit dem Kaufvertrag zwischen den bisherigen Gesellschaftern der VITRONIC und dem neuen Gesellschafter, die ITIS Germany (München), ein neuer 3-jähriger Konsortialkreditvertrag ab dem Zeitpunkt der Wirksamkeit des Verkaufs, abgeschlossen.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Konzentration auf wenige Kunden und das damit verbundene Risiko insbesondere durch die zunehmende erfolgreiche Vereinbarung von Anzahlungen und eine weitere regionale Diversifizierung reduziert.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Einschätzungen ergibt sich keine grundlegende Änderung unserer Bewertung der gesamthaften Risikolage, vielmehr wurden durch die stetigen Maßnahmen die Transparenz und Steuerungsmöglichkeiten verbessert. VITRONIC ist unverändert überzeugt, dass keine bestandsgefährdenden Risiken, weder für die VITRONIC Gruppe noch für die einzelnen Geschäftsbereiche, vorliegen. Der anstehende Gesellschafterwechsel wird darüber hinaus die Markt- und Ergebnispotenziale, aber auch den Finanzrahmen weiter verbessern.

5. Nachtragsbericht

Wir verweisen auf den Nachtragsbericht im Anhang.

 

Wiesbaden, den 23. Mai 2024

Daniel Scholz-Stein

Dr. Heiko Frohn

Matthias Pörner

Dr.-Ing. Norbert Stein

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die VITRONIC Dr. -Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, Wiesbaden

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VITRONIC Dr. -Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, Wiesbaden, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VITRONIC Dr. -Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH, Wiesbaden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Köln, den 7. Juni 2024

dhpg Wirtschaftsprüfer Rechtsanwälte Steuerberater GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Berufsausübungsgesellschaft

Giorgini, Wirtschaftsprüfer

Güntgen, Wirtschaftsprüfer

Bericht zur Entgelttransparenz

Anlage zum Lagebericht

Entsprechend der Anforderungen des § 21 Entgelttransparenzgesetz berichten wir nachfolgend zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit bei VITRONIC.

Die VITRONIC GmbH, Wiesbaden, überschreitet innerhalb der VITRONIC Gruppe als einziges Unternehmen den gesetzlich vorgegebenen Schwellenwert von 500 Beschäftigten - nur diese Gesellschaft ist demnach grundsätzlich berichtspflichtig. Nachfolgende Ausführungen umfassen sämtliche Frauen und Männer im arbeitsvertraglichen Verhältnis mit VITRONIC.

VITRONIC verfolgt weiterhin im Rahmen der Vergütungssystematik eine anhand Stellen- und Funktionstypen orientierte geschlechtsneutrale Zuordnung zu Gehaltsgruppen. Auf dieser Basis nehmen gehaltsverantwortliche Führungskräfte entsprechende einheitlich koordinierte Einstufungen vor.

Im Geschäftsjahr 2022 haben sich zwei Betriebsräte konstituiert, die ebenfalls eine geschlechtsunabhängige Entgeltgerechtigkeit zum Ziel haben. Sie werden entsprechend den gesetzlichen Regelungen bei Umgruppierungen und Gehaltsanpassungen involviert. So wurde zu den Gehaltsanpassungen für 2023 und 2024 jeweils eine Betriebsvereinbarung geschlossen.

Zusammen mit den Betriebsräten hat die VITRONIC GmbH ein Projekt zur Stellen- und Gehaltssystematik (ViSG) initiiert, welches basierend auf der bestehenden Stellensystematik die Richtlinien zur Gehaltsfestlegung überarbeiten und der Belegschaft transparent machen soll. Wesentliche Ergebnisse sollen Ende 2024 / Anfang 2025 zur Verfügung stehen.

Neben den rein entgeltbezogen orientierten Maßnahmen bietet VITRONIC eine Anzahl weiterer Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern und damit zu mehr Entgeltgerechtigkeit beitragen.

Die Relation der weiblichen Mitarbeiter zur Gesamtbelegschaft (Geschlechterverhältnis) bei VITRONIC GmbH betrug im Jahresdurchschnitt 2023 19% (Vergleichsjahr 2020: 19%), absolut waren es 168 weibliche Angestellte (2020: 159). Hiervon arbeiteten 89 in Vollzeit (2020: 91) und 79 in Teilzeit (2020: 68). Am Bilanzstichtag waren 23 der weiblich Beschäftigten in einer Führungsposition.

Für sämtliche Mitarbeiter der VITRONIC GmbH, Wiesbaden, werden den Anforderungen des § 21 Absatz 2 Entgelttransparenzgesetz entsprechend folgende statistische Angaben für 2023 gemacht (Jahresdurchschnittswerte):

Mitarbeiter 2023 Anzahl (Gesamt) Anzahl (Vollzeit) Anzahl (Teilzeit)
Männer 718 604 114
Frauen 168 89 79
Gesamt 886 693 193
Quote 2023 Quote (Gesamt) Quote (Vollzeit) Quote (Teilzeit)
Männer 81% 87% 59%
Frauen 19% 13% 41%

Die Vergleichszahlen für 2020 lauten:

Mitarbeiter 2020 Anzahl (Gesamt) Anzahl (Vollzeit) Anzahl (Teilzeit)
Männer 672 595 77
Frauen 159 91 68
Gesamt 831 686 145
Quote 2020 Quote (Gesamt) Quote (Vollzeit) Quote (Teilzeit)
Männer 81% 87% 53%
Frauen 19% 13% 47%

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