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LEONI Kabel GmbHLiquidated
90402 Nürnberg, DEUMaster Data
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Financial Report
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LEONI Kabel GmbHNürnbergJahresabschluss zum 31. Dezember 2006BestätigungsvermerkWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der LEONI Kabel GmbH, Nürnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Nürnberg, 28. Februar 2007 Ernst
& Young AG
Schuberth, Wirtschaftsprüfer Schütz, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2006LEONI Kabel GmbH, NürnbergAKTIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für 2006LEONI Kabel GmbH, Nürnberg
Anhang für 2006LEONI Kabel GmbH, NürnbergAllgemeine HinweiseDer Jahresabschluss der LEONI Kabel GmbH wurde für das Geschäftsjahr 2006 gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon - Vermerke im Anhang gemacht. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 410,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen sind auf den Barwert abgezinst. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Bewertung der Metalle Kupfer und Silber erfolgt nach der LIFO-Methode mit Hilfe von Layern. Für bestimmte Vorräte werden die Werte mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren unter Beachtung des Niederstwertprinzips ermittelt. Der Unterschiedsbetrag zu einer Bewertung zum Börsenkurs oder dem Marktpreis der Edelmetalle am Bilanzstichtag beträgt TEUR 11.734. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen entsprechend dem steuerrechtlichen Mindestumfang berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Fremdkapitalzinsen wurden nicht aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt analog zur Bewertung im Konzernabschluss entsprechend internationalen Grundsätzen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von Marktzinssätzen sowie zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Soweit die zu Grunde liegende Verpflichtung einen Zinsanteil enthält oder eine Rentenverpflichtung ohne Gegenleistung darstellt, wurde die Rückstellung zum Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten wurden zu Kursen bewertet, die nicht unter dem Stichtagskurs liegen. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Entwicklung des Anlagevermögens 2006
Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2006
1) Es handelt sich um die Zahlenangaben zum
Vorjahr.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten, wie im Vorjahr, keine Forderungen gegen Gesellschafter. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Pfandgelder, Altersteilzeit, ERA-Anpassungsfonds, Garantieverpflichtungen, Jubiläumsgelder und ausstehende Rechnungen gebildet. Außerdem wurden Rückstellungen für drohende Verluste gebildet. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen solche gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 20.758 (Vj. TEUR 10.636). Verbindlichkeitenspiegel in TEUR
Die Verbindlichkeiten sind nicht gesichert. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen insgesamt in Höhe von TEUR 14.040 (Vorjahr: TEUR 20.160) sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betrifft dies die jährliche Zahlung des Pachtvertrags mit der LEONI Kabel Holding GmbH & Co. KG. Der Mietvertrag ist bis zum Ablauf des 31. Dezember 2008 geschlossen und verlängert sich um jeweils ein Kalenderjahr, wenn er nicht bis spätestens 3 Monate vor Ablauf gekündigt wird. Angabepflichtige Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Material- und Personalaufwand Der Materialaufwand des Geschäftsjahres beträgt TEUR 225.680 (Vorjahr: TEUR 141.959), betrifft in Höhe von TEUR 225.255 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren und in Höhe von TEUR 425 Aufwendungen für bezogene Leistungen. Der Personalaufwand des Geschäftsjahres beläuft sich auf TEUR 29.220 (Vorjahr: TEUR 30.802) und betrifft in Höhe von TEUR 24.021 Löhne und Gehälter sowie in Höhe von TEUR 4.930 Soziale Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge bestehen in Höhe von TEUR 1.426 (Vorjahr: TEUR 593) aus periodenfremden Erträgen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen in Höhe von TEUR 382 (Vj. TEUR 223) aus periodenfremden Aufwendungen. Sonstige AngabenZu den Geschäftsführern der LEONI Kabel GmbH waren bestellt: Herr Jürgen Kniffki, Geschäftsführer der LEONI Kabel Holding GmbH & Co. KG Herr Wolfgang Lösch, technischer Geschäftsführer Herr Walter Pfleiderer, kaufmännischer Geschäftsführer In den Aufsichtsrat wurden bestellt: Herr Dr. Klaus Probst, Vorstandsvorsitzender der LEONI AG Herr Dieter Bellé, Finanzvorstand der LEONI AG Frau Inge Zellermeier, kaufmännische Angestellte Die Bezüge der Geschäftsführung betrugen für 2006 TEUR 339. Der Aufsichtsrat hat für 2006 keine Bezüge erhalten. Es wurden keine Zahlungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen geleistet und keine Pensionsrückstellungen gebildet. Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:
Konzernverhältnisse
Gewinnverwendung/GewinnverwendungsvorschlagEs besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der LEONI Kabel Holding GmbH & Co. KG.
Nürnberg, 28. Februar 2007 Herr Jürgen Kniffki Herr Wolfgang Lösch Herr Walter Pfleiderer Lagebericht für 2006LEONI Kabel GmbH
GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGENGeschäftsgrundlage Die LEONI Kabel GmbH gehört zu dem LEONI Konzern, einem weltweit tätigen System- und Entwicklungslieferanten für Draht, Kabel und Bordnetz-Systeme. LEONI Kabel GmbH beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb
Die Standorte liegen in Roth und Bretzfeld. In Verbindung mit den anderen Gesellschaften des LEONI Konzerns resultiert daraus eine aufsteigende, sich sinnvoll ergänzende Wertschöpfungskette: Aus Drähten werden Kabel, aus Kabeln werden Bordnetz-Systeme. Diese Aufteilung, die wertvolle Synergien in sich birgt, ist in dieser Form in der Branche einmalig und stellt einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil dar. Entsprechend dieser Wertschöpfungskette stellt sich derzeit auch die Struktur dar: Das Geschäft ist in zwei BU's (Business Units) aufgeteilt: 1.) Automotive & Standard Cables 2.) Tailor Made Solution Steuerungssystem Die wesentlichen Steuerungskennzahlen für das operative Geschäft sind der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT = Earnings before interest and taxes) und die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE = Return on capital employed). Außerdem sind der Auftragseingang und kundenbezogene Daten wichtige Steuerungsgrößen. Die Steuerungskennzahlen werden sowohl vom Management der LEONI Kabel GmbH als auch von der LEONI AG kontinuierlich überwacht. Grundlage der Steuerungsgrößen bilden die Rechnungslegungsgrundsätze der International Financial Reporting Standards (IFRS). Strategie Das übergeordnete Ziel der LEONI AG ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Hierzu wird eine ertragsorientierte Wachstumsstrategie verfolgt. Die strategischen Leitlinien für die gesamte Gruppe gibt die LEONI AG vor. Die LEONI Kabel GmbH strebt auf wichtigen Marktsegmenten für Standardprodukte und in technologisch wie wirtschaftlich interessanten Marktnischen durch eigenes Wachstum sowie durch gezielte Zukäufe von Unternehmen eine Marktführerschaft an. Auf den Märkten für Standardprodukte ist LEONI Kabel GmbH vor allem mit Produkten wie Automobilleitungen und Netzanschlussleitungen vertreten und hat hier bereits eine führende Marktposition erreicht, während die Abnehmer kundenspezifisch gefertigter Spezialleitungen für die Robotik sowie die Medizin- und Verkehrstechnik eher den Marktnischen zuzuordnen sind. Insbesondere im Spezialkabel-Bereich bemüht sich LEONI Kabel GmbH verstärkt, das eigene Produkt- und Fertigungsspektrum durch Unternehmenszukäufe zu ergänzen. Wichtige Absatzmärkte Mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt für LEONI Kabel GmbH ist die Automobilzuliefererindustrie. Zu diesen sind vor allem die Hersteller von Fahrzeugkomponenten (Kabelsätze für Applikationen wie Fahrsicherheitssysteme, Telematik oder Motorraum) und von Produktionsequipment (Lackier-, Schweiß- und Montageroboter, Prüfeinrichtungen, Anlagensteuerungen) zu rechnen. An der Automobilzuliefererindustrie partizipieren alle beiden Geschäftsbereiche der LEONI Kabel GmbH. Weitere wichtige Absatzmärkte sind die Elektrogeräteindustrie (Elektrohausgeräte, Elektrowerkzeuge), die Telekommunikationsindustrie (Mobilfunk) und die Investitionsgüterindustrie (Maschinen- und Anlagenbau, Verkehrsund Medizintechnik, Audio-/Video - Equipment sowie Schiffsbau und Meerestechnik). Regional betrachtet sind für LEONI Kabel GmbH die Absatzmärkte Deutschland und EU-Länder von Bedeutung; ca. 94% des Umsatzes gehen in diese Regionen. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft bewegte sich im Jahr 2006 trotz dämpfender Effekte aus dem Anstieg der Rohstoffpreise und des allgemeinen Zinsniveaus weiter aufwärts. Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs nach Schätzungen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute real um 3,7 Prozent. In der Reihe der Industriestaaten bildeten die USA mit einer Wachstumsrate von 3,5 Prozent eine wichtige Stütze, obwohl die dortige Konjunktur im Jahresverlauf etwas an Schwung verlor. Unter den Schwellenländern stach erneut China hervor, das um 10,7 Prozent zulegte. Aber auch Russland, Ostasien und Lateinamerika wiesen ein deutliches Plus aus. Über Erwarten gut entwickelte sich die Europäische Union: Hier erhöhte sich das BIP um 2,8 Prozent. Die deutsche Wirtschaft trug mit einem Wachstum von 2,7 Prozent wesentlich zu diesem positiven Verlauf bei. Neben dem nach wie vor starken Export zog hier auch die Binnennachfrage kräftig an. Der globale Aufwärtstrend war 2006 auch in den wichtigsten Abnehmerbranchen von LEONI zu spüren. So erzielten die deutschen Automobilhersteller nach Schätzungen des VDA (Verband der Automobilindustrie) 2006 einen Umsatzzuwachs um sieben Prozent und erreichten mit 5,4 Mio. Pkw einen neuen Produktionsrekord. Die Branche konnte sich sowohl im In- als auch im Ausland auf eine anhaltend große Nachfrage nach hochwertigen Modellen stützen. Hinzu kamen am deutschen Markt Vorzieheffekte aufgrund der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung. Die Nutzfahrzeugindustrie, die ihre Produktion um drei Prozent steigern konnte, verbuchte ebenfalls neue Höchstwerte. Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) blickt gleichfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Insgesamt stieg der Umsatz dieser Branche in Deutschland 2006 laut vorläufigen Berechnungen um mehr als sechs Prozent. Besonders stark expandierten die Bereiche Energietechnik und Automatisation, aber auch bei Hausgeräten und Unterhaltungselektronik verzeichneten die Hersteller eine höhere Nachfrage. Lediglich das zyklische Geschäft mit elektronischen Bauelementen zeigte sich 2006 schwach. Im IT- und Telekommunikationssektor wurde 2006 ein leichtes Plus erzielt. Getragen von der Informationstechnologie legte die Branche laut BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) um etwa 2,5 Prozent zu. Hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland verzeichnete der deutsche Maschinenbau: Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) meldete für 2006 eine Produktionssteigerung von rund sieben Prozent und damit das dritte Wachstumsjahr in Folge. Vor dem Hintergrund der expandierenden Konjunktur entwickelte sich auch die Luft- und Raumfahrtindustrie positiv. Aufgrund des zunehmenden Transportaufkommens auf der Schiene verzeichnete die Bahnindustrie einen steigenden Auftragseingang. Die Umsätze in der Medizintechnik nahmen im Berichtsjahr nach Brancheninformationen gestützt auf einen starken Export um elf Prozent zu. Geschäftsverlauf 2006- Umsatz und Ergebnis Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte LEONI Kabel GmbH die gesetzten Ziele erreichen. Vor dem Hintergrund der günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen hat sich das Geschäft positiv entwickelt, so nahm der Umsatz 2006 um gut 39 Prozent auf 277 Mio. € zu. Im Wesentlichen trug zu diesem Wachstum wie erwartet der Kupferpreisanstieg bei. Der durchschnittliche Kupfer-Verkaufspreis stieg im Vergleich zum Vorjahr von EUR 2,92 auf EUR 5,07/kg. Nach der Ergebnisabführung an die LEONI Kabel Holding GmbH & Co. KG betrug der handelsrechtliche Jahresüberschuss der LEONI Kabel GmbH EUR 0,00. Der Ergebnisüberschuss vor Ergebnisabführung erhöhte sich zum 31. Dezember 2006 um TEUR 9.925 und ergab TEUR 20.571, wobei das Beteiligungs- und Finanzergebnis TEUR 12.254 betrug. Bericht aus den Geschäftsfeldern
Im Berichtsjahr 2006 entwickelte sich der Unternehmensbereich AUTOMOTIVE & STANDARD CABLES sehr erfolgreich. Der Umsatz nahm von TEUR 186.134 auf TEUR 261.936 deutlich zu. Der größte Zielmarkt ist die Automobilindustrie samt ihren Zulieferfirmen. Im Fokus der LEONI Kabel GmbH sind vor allem international tätige Kabelsatz- und Bordnetzhersteller. Über die in der LEONI Kabel GmbH angesiedelten Zentralfunktionen wie Gesamtvertrieb und F&E steuert die Business Unit ihr weltweites Produktionsnetzwerk. Durch die Nähe zum Kunden und einem durchgehend hohen Qualitätsstandard ist die LEONI Kabel GmbH für diese Unternehmen der ideale Lieferant. Neben dem Standardleitungsgeschäft beweist das Unternehmen durch die Neuentwicklung von Produkten seine Innovationsstärke. Mit LEONI Hivocar ® z.B., Hochspannungsleitungen für Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge, entspricht die LEONI Kabel GmbH bereits heute den Anforderungen der Automobilindustrie von morgen. Das Geschäft mit Standardleitungen entwickelte sich durchwegs gut. Sie werden vor allem in Maschinen und Elektrogeräten eingesetzt, die für den Export bestimmt sind, bzw. im Ausland hergestellt werden. LEONI Kabel GmbH wird ab 2007 seine Aktivitäten in diesem Bereich stärken, um insbesondere bei Spezialanwendungen sein umfangreiches Know-how einzubringen.
Ebenfalls positiv entwickelte sich in 2006 der Unternehmensbereich TAILOR MADE SOLUTION. Der Umsatz erhöhte sich von TEUR 12.926 auf TEUR 15.161. Bei kundenspezifizierten Spezialleitungen war 2006 gegenüber dem Vorjahr eine spürbare Belebung festzustellen. Hierbei handelt es sich fast ausnahmslos um maßgeschneiderte Produkte, die jeweils auf eine ganz bestimmte Anwendung, vor allem im Investitionsgütersektor, zugeschnitten sind. Wichtige Abnehmer sind u.a. die Hersteller in den Märkten Antriebstechnik, Maschinenbau, Mess- und Regeltechnik, Audio-/Video-Broadcasting, Sensorik und Windenergie. Vor allem im Audio/Video-Bereich setzte sich das gestiegene Interesse an unseren Produkten - getrieben durch die Fußball-Weltmeisterschaft -fort. Auch in der Windkraft verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Mehrgeschäft in Form von Kabellösungen für neu investierte Windparks in Spanien, Frankreich und Großbritannien. Somit konnten die essentiellen Umsatzeinbußen im Geschäft mit konfektionierten Kabellösungen für Freisprechanlagen - verursacht durch technologische Substitution (Blue Tooth) - mehr als ausgeglichen werden. Trotz der Implementierung eines spezialisierten Vertriebsteams ist das Geschäft im zivilen Schiffsbau und der Marinetechnik, u.a. wegen zeitraubender Zertifizierungsprozesse, leider noch unter den Erwartungen geblieben. Beschaffung Im Berichtsjahr 2006 haben sich die für die LEONI Kabel GmbH wesentlichen Rohstoffe deutlich verteuert. So stieg der Preis für Kupfer im ersten Halbjahr extrem stark an und erreichte im Mai mit 6,90 €/kg sein bisheriges Allzeithoch, Danach beruhigte sich die Situation zwar etwas, im Jahresdurchschnitt legte der Kupferpreis, der an der Metallbörse London Metal Exchange gehandelt wird, dennoch um rund 75 Prozent auf 5,35 €/kg zu (Vj. 3,07 €/kg). Ursächlich für diese extreme Entwicklung war in erster Linie die starke Nachfrage aus allen Teilen der Welt, speziell aus China. Hinzu kamen Angebotsengpässe, die unter anderem auf Tarifauseinandersetzungen der Minenarbeiter oder auf Umwelteinflüsse wie Überschwemmungen und Erdrutsche zurückzuführen waren. Vor diesem Hintergrund gewann das Thema Versorgungssicherheit speziell im ersten Halbjahr 2006 stark an Bedeutung. Durch den Ausbau der Zusammenarbeit mit strategischen Lieferpartnern konnten Engpässe vermieden werden. Der nochmals intensivierte Einsatz von Kupfer-Termingeschäften trug dazu bei, die Auswirkungen der Kupferpreis-Schwankungen auf das Gesamtergebnis gering zu halten. Neben Kupfer und einigen anderen Metallen haben Kunststoffe wie Polyvinylchlorid, Polyethylen und Polyurethan einen großen Anteil am Einkaufsportfolio. Aufgrund der stark gestiegenen Erdölpreise verteuerten sich die für die PVC-Herstellung benötigten Rohstoffe seit September 2005 um bis zu 30 Prozent. Zum Jahresende zeichnete sich zwar eine Entspannung des Erdölpreises ab, aufgrund der höheren Energiekosten und der angespannten Versorgungssituation ist kurzfristig jedoch nicht mit einem Rückgang des erreichten Kunststoff-Preisniveaus zu rechnen. Investitionen Die LEONI Kabel GmbH nimmt selber keine Investitionen vor, da sämtliche Anlagen von der LEONI Kabel Holding GmbH & Co. KG gepachtet werden. Mitarbeiter Am 31. Dezember 2006 waren bei der LEONI Kabel GmbH 581 Mitarbeiter aktiv tätig. Ausgehend von 642 aktiven Mitarbeitern zum 31. Dezember 2005 ist die Verringerung der Beschäftigtenanzahl großteils auf die geplante Umsetzung von Auszubildenden in die LEONI Kabel Holding GmbH & Co. KG zurückzuführen. Außerdem wurden Stellen z.B. von altersbedingt ausscheidenden Mitarbeitern in der Produktion teilweise nicht neu extern besetzt. Anfang 2006 wurde die LEONI Gruppe von der Corporate Research Foundation zum dritten Mal in Folge zu einem der "TOP-Arbeitgeber in Deutschland" gewählt. Die Auszeichnung wird jährlich an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitern besonders gute Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven bieten. Die Prämierung zeigt, dass der Leitsatz "LEONI bietet seinen Mitarbeitern herausfordernde, attraktive Arbeitsplätze" erfolgreich umgesetzt wird. In der Praxis führt dieses Engagement zu einer geringen Mitarbeiterfluktuation und einer hohen Anzahl von Initiativbewerbungen. Um dem prognostizierten, demografisch bedingten Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzte das Unternehmen auch 2006 konsequent auf Nachwuchsförderung und präsentierte sich erneut auf vielen Hochschul- und Absolventenmessen. Talentierte und hoch qualifizierte Kandidaten wurden wie in den Vorjahren durch internationale Managemententwicklungsprogramme von der LEONI Gruppe an das Unternehmen gebunden. Führungspositionen können auf diesem Weg häufig aus den eigenen Reihen besetzt werden. Umweltmanagement Umweltbewusstes und verantwortungsvolles Denken und Handeln gehören für LEONI zu den grundlegenden Faktoren einer langfristig erfolgreichen Geschäftsentwicklung. Die vom Vorstand ausgearbeiteten Richtlinien der Umweltpolitik sind daher für jeden Mitarbeiter verbindlich und werden auf allen Unternehmensebenen umgesetzt und gelebt. Den Geschäftspartnern sind die Maximen der LEONI-Umweltpolitik über das Internet zugänglich. Aufgrund des umfassenden Ansatzes wird die Umweltverträglichkeit bereits bei der Konzeption von Produkten und Verfahren in besonderem Maße berücksichtigt. Basis des LEONI-Umweltmanagements ist ein unternehmensweites System, das kontinuierliche ökologische Verbesserungen gewährleistet. Im Vordergrund stehen die Vermeidung von Emissionen und Abfällen sowie die Schonung natürlicher Ressourcen, insbesondere die Reduzierung des Verbrauchs von Energie sowie von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Im Anlagenbereich wird außerdem der Einsatz der jeweils umweltschonendsten Technologie angestrebt. Für die einzelnen Standorte werden Umweltziele vorgegeben und durch interne Audits überprüft. Dies wirkt sich nicht nur unmittelbar positiv auf die Umwelt aus, sondern trägt gleichzeitig zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für Umweltschutzbelange bei. Unser Werk in Roth ist seit 2003 nach der EN IS0 14001 erfolgreich zertifiziert. Forschung und Entwicklung Forschung und Entwicklung haben bei der LEONI Kabel GmbH von jeher einen hohen Stellenwert, denn Innovationen bilden die Grundlage für Wachstum und Zukunftssicherheit. Die LEONI Kabel GmbH hat die Entwicklung von wärmebeständigen Leitungen für den Motorraumbereich erfolgreich fortgesetzt. Leitungen mit einer thermoplastischen Isolierung aus flammwidrigem Polypropylen mit minimiertem Halogengehalt, die im Dauerbetrieb bei Temperaturen bis 125°C - z.B. im Motorraum - eingesetzt werden können, wurden erfolgreich in die Serienfertigung eingeführt. Für Einsatzbereiche im Motorraum, bei denen in extremen Fahrsituationen zusätzlich hohe Temperaturspitzen bis 190°C auftreten können, wurde gemeinsam mit Studer Cables, die seit Mitte 2006 ebenfalls zur LEONI-Gruppe gehören, ein Projekt zur Entwicklung eines Compounds für die Herstellung von elektronenstrahlvernetzten Leitungen gestartet. Aufgrund steigender Anforderungen an den Temperatureinsatzbereich von Sensorleitungen für ABS-Systeme speziell aus dem amerikanischen Markt wurde eine neue Produktfamilie entwickelt, die im 1000h-Dauerbetrieb Temperaturen bis 150°C standhält. Diese Leitungen kommen bereits seit Ende 2006 in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Der sehr dynamisch wachsende Markt für Datenleitungen im Kraftfahrzeug, z.B. für Fahrerassistenzsysteme wie Rückfahrkameras und für Infotainmentanwendungen (Displayverkabelung, MP3-Schnittstelle, etc.) bildete einen weiteren Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten. Hier konnte insbesondere mit einer Neuentwicklung, die sich durch besonders einfache Verarbeitbarkeit beim Konfektionär auszeichnet, ein breiter Markterfolg erzielt werden. Die Leitung ist inzwischen bei allen namhaften Automobilherstellern freigegeben und teilweise vorgeschrieben. Die Serienfertigung am Standort Roth ist noch in 2006 angelaufen. Die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Leitungen werden sehr stark durch die eingesetzten Isoliermaterialien bestimmt. Immer häufiger halten im Markt verfügbare Materialien den ständig wachsenden Anforderungen an Temperatureinsatzbereich, Beständigkeit gegenüber Chemikalien und Umweltanforderungen nicht mehr stand. Am Standort Roth wurde deshalb ein Werkstofftechnikum für die Entwicklung von Kabelisolierungen neu aufgebaut, das die Entwicklung LEONI- eigener Isoliermaterialien ermöglicht. Herzstück des Werkstofftechnikums ist eine Laborcompoundierungsanlage für die Aufbereitung von Kunststoffcompounds. VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGEVermögenslage Das Vermögen der LEONI Kabel GmbH setzte sich 2006 wie folgt zusammen: Vermögens- und Kapitalstruktur:
Die kurzfristigen Vermögensgegenstände haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2005 um TEUR 23.229 erhöht. Diese Steigerung resultiert hauptsächlich aus der Erhöhung der kurzfristigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 15.338 auf TEUR 36.412 um TEUR 21.074 sowie aus dem Aufbau der Vorräte von TEUR 11.196 auf TEUR 13.015 und aus dem Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 272. Die langfristigen Vermögensgegenstände, die im Wesentlichen die Finanzanlagen der Kabel GmbH beinhalten, betrugen Ende Dezember TEUR 27.919. Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten um TEUR 16.953 ergibt sich größtenteils aus dem Aufbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 9.178 auf TEUR 19.932 um TEUR 10.754 sowie aus der Steigerung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR 6.108. Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen lässt sich hauptsächlich mit der gestiegenen Drohverlustrückstellung (Veränderung zum Vorjahr um TEUR 2.166) sowie mit gestiegenen Personalrückstellungen (Bonuszahlungen - Veränderung zum Vorjahr um TEUR 400 und ERA-Anpassungsfonds - Veränderung zum Vorjahr um TEUR 539) erklären. Der Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten, die sich aus den Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen zusammensetzen, ist hauptsächlich auf den Anstieg der Altersteilzeitrückstellung um TEUR 598 zurückzuführen. Das Eigenkapital änderte sich nicht und blieb in Höhe von TEUR 24.121 bestehen. Da die Bilanzsumme jedoch von TEUR 68.736 auf TEUR 88.865 anstieg, ging die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2006 von rund 35 Prozent auf etwa 27 Prozent zurück. Damit stellt sich die Ausstattung mit Eigenkapital immer noch gut dar. Ertragslage Die Ertragslage hat sich im Geschäftsjahr 2006 positiv entwickelt. Der handelsrechtliche Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung betrug TEUR 20.571. Das Ergebnis beinhaltet auch Sondereffekte: Das Beteiligungs- und Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2005 von TEUR -532 auf TEUR 12.254 um TEUR 12.786 erhöht, was sich mit den fehlenden Erträgen aus Beteiligungen aus verbundenen Unternehmen im Vorjahr erklären lässt. Preisreduzierungen, Lohn- und Gehaltserhöhungen konnten durch kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen und Deckungsbeiträge aus zusätzlichem Umsatz kompensiert werden. Da die Finanz- und Ertragslage der LEONI Kabel GmbH wegen der erheblichen Konzernverflechtungen nur begrenzt aussagefähig ist, haben wir auf die Darstellung einer Kapitalflussrechnung verzichtet. NACHTRAGSBERICHTNach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu einer anderen Finanz-, Vermögens- und Ertragslage geführt hätten. RISIKOBERICHTRisikopolitik Das weltweite Geschäft von LEONI ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht restlos ausschließen lassen. Die vom Vorstand festgelegte Risikopolitik bestimmt das Handeln aller am Risikomanagement-Prozess beteiligten Personen auch der LEONI Kabel GmbH. Oberster Grundsatz dieser Politik ist es, vorhandene Chancen zu nutzen, aber die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken nur dann einzugehen, wenn ein angemessener Beitrag zum Unternehmenswert erwartet werden kann. Generell sind Risiken und Chancen bei LEONI als Abweichung vom geplanten Ergebnis definiert. Durch den ständigen Umgang mit Risiken und die Pflicht zu regelmäßiger Berichterstattung wurde das Risikobewusstsein der Mitarbeiter auf allen Leitungsebenen geschärft. Effizientes Risikomanagement-System Die LEONI Gruppe verfügt über ein systematisches und effizientes Risikomanagement, in das der zentrale Risikomanager und rund 120 operativ tätige Manager aus allen relevanten Unternehmensteilen als Risikobeobachter eingebunden sind. Die zentrale Überwachung und Koordinierung des Risikomanagement-Prozesses erfolgt durch eine unmittelbar dem Vorstand zugeordnete Stabsstelle. Sie ermittelt und beschreibt auch die Gesamtrisikolage des Konzerns. Die direkte Verantwortung für Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der Risiken liegt bei den Geschäftsführern der LEONI Kabel GmbH. Auf Basis ihrer monatlichen Informationen erstellt das Risikomanagement und -Controlling der Unternehmensbereiche Monatsreports für den zentralen Risikomanager, der diese in Quartalsberichten für den Vorstand zusammenfasst. Über das Reporting hinaus finden einmal jährlich Workshops statt, in denen das Risikoinventar der Teilkonzerne aktualisiert und die Schwankungsbreiten der Marktrisiken für die Aggregationsrechnung vorausschauend für fünf Jahre bestimmt wird. Der zentrale Risikomanager stellt sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat über wesentliche Veränderungen der Risikosituation frühzeitig informiert werden. Zur weiteren Verbesserung des Risikomanagement-Systems wurde eine regelmäßige so genannte "Risikomanagementrunde" eingeführt. Im Rahmen dieses Treffens findet ein Informationsaustausch der Abteilungen Recht, interne Revision, Finanzen, Versicherung und Steuern mit den Risikomanagern und -Controllern der Teilkonzerne statt. Alle Risiken sowie die Maßnahmen zu ihrer Bewältigung werden außerdem in einer Workflow-unterstützten Datenbank gespeichert. Diese bietet die Möglichkeit einer Ad-hoc-Risikomeldung. Das Risikoreporting und die Workflow-unterstützte Datenbank gewährleisten die Identifikation, Überwachung sowie Steuerung vorhandener Risiken und deren systematische Reduzierung durch eingeleitete Gegenmaßnahmen. Das Risikomanagement ist außerdem in die bestehenden Planungs-, Controlling- und Informationssysteme integriert und umfasst alle Gesellschaften der LEONI-Gruppe weltweit. Dadurch ist eine Nutzung der Informationen aus dem operativen und strategischen Controlling zur Identifizierung und Früherkennung von Risiken ebenfalls sichergestellt. Marktrisiken LEONI Kabel GmbH ist in hohem Maße von der Marktentwicklung im Automobilsektor abhängig. Rund 68 Prozent des Konzernumsatzes entfallen auf Abnehmer aus dieser Branche und deren Lieferanten. Die konjunkturelle Entwicklung der Automobilindustrie hat daher einen großen Einfluss auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis. Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden stellt ein Risiko dar, das das Unternehmen durch die Gewinnung neuer Auftraggeber verringert. Gleichwohl begegnet LEONI Kabel GmbH diesem Risiko durch umfassende Entwicklungsarbeit und hervorragenden Lieferservice, was zum Aufbau sehr enger und stabiler Kunden-/Lieferantenbeziehungen führt. Die in der Automobilindustrie stattfindende Verlagerung der Entwicklungsrisiken und der anhaltende Preisdruck machen auch vor der LEONI Kabel GmbH nicht halt. Deshalb setzt das Unternehmen bei Entwicklungsprojekten trotz eines permanenten Kostendrucks auf sorgfältige und umfassende Prüfroutinen. Diese laufen unter praxisnahen Bedingungen ab und simulieren alle denkbaren Zustände und Konfliktsituationen, die beim Betrieb eines Kraftfahrzeuges eintreten könnten. Auf diese Weise lassen sich die Entwicklungsrisiken auf ein Minimum begrenzen. Dem herrschenden Preisdruck begegnet die LEONI Kabel GmbH mit Kostensenkungsprogrammen und niedrigeren Einkaufspreisen. Beschaffungsrisiken Wichtigster Rohstoff für die LEONI Kabel GmbH ist Kupfer, das in allen Unternehmensbereichen eingesetzt wird. Daher hängen die Materialkosten in hohem Maße vom Weltmarktpreis für Kupfer ab, der deutlichen Schwankungen unterworfen ist. Die hohe Volatilität kann über Vertragsvereinbarungen - in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung - an die LEONI-Kunden weitergegeben werden. Aus dieser Verzögerung kann bei einem über längere Zeit steigenden Kupferpreis stichtagsbezogen ein negativer Effekt für die LEONI Kabel GmbH entstehen. Durch unsere, auf bestehende Kundenaufträge getätigten Warentermingeschäfte, konnte ein Verlust durch den in 2006 stark gestiegenen Kupferpreis vermieden werden. Eine weitere wichtige Rohstoffgruppe sind Isolierwerkstoffe, wie zum Beispiel PVC, Polyurethan oder Polyethylen. Der Marktpreis dieser Isolierwerkstoffe hängt sehr stark vom Rohölpreis ab, da wesentliche Inhaltsstoffe aus Erdöl gewonnen werden. Da der Preis für diesen Rohstoff ebenfalls hohen Schwankungen unterliegt, kann sich dies ungünstig auf das Ergebnis auswirken, sofern keine Möglichkeit besteht, die gestiegenen Kosten weiterzugeben oder anderweitig zu kompensieren. IT-Risiken Die Steuerung eines weltweit operierenden Unternehmens ist nur mit Hilfe komplexer IT-Systeme möglich. Auch die permanente Lieferbereitschaft - insbesondere gegenüber der Automobilindustrie, die oft Just-in-time- oder Just-in-sequence-Lieferung fordert - hängt von der ständigen Verfügbarkeit der IT-Systeme und ihrer Daten ab. Gravierende Störungen wie Systemausfälle oder Datenverluste könnten die Lieferbereitschaft gefährden, die Produktion bei den Kunden vorübergehend lahm legen und weit reichende Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Die LEONI Kabel GmbH arbeitet deshalb ständig - mit Unterstützung der LEONI AG und zum Teil externer Fachleute - an der Optimierung des IT-Umfeldes, sowohl im konzeptionellen als auch im operativen Bereich. Ein Beispiel dafür ist die Implementierung eines zweiten, redundanten Rechenzentrums als Notfallsystem, das via Glasfaserkabel direkt mit der Konzernzentrale von LEONI verbunden ist. Ein IT-Sicherheitsbeauftragter sorgt auf der Grundlage konzernweit verbindlicher Vorgaben dafür, dass die IT-Sicherheit einen hohen Stellenwert im Unternehmen einnimmt, die entsprechenden Regelungen und Vorschriften eingehalten werden und das IT-Risikomanagement fortwährend verbessert wird. Finanzrisiken Die erforderlichen finanziellen Mittel erhält die LEONI Kabel GmbH von der Konzernmutter LEONI AG. Die Finanzierung ist durch die Leoni AG sichergestellt. Haftungsrisiken Die Produkte der LEONI Kabel GmbH werden überwiegend für technisch anspruchsvolle Erzeugnisse oder Anlagen mit hohen Sicherheitsstandards verwendet. Die damit verbundenen Produkthaftungsrisiken werden durch wirksame Maßnahmen im Rahmen der Prozesssicherheit und des Qualitätsmanagements minimiert. Unser Werk in Roth ist nach ISO/TS 16949:2002 und zusätzlich nach ISO 14001 zertifiziert. Es bestehen zudem Versicherungen für Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftung sowie für Rückrufaktionen. Umweltrisiken sind aufgrund der eingesetzten Produktionsverfahren nahezu auszuschließen. Da umweltbelastende Produktionsmittel die Ausnahme bilden, ist es vergleichsweise einfach, gezielt vorbeugende Maßnahmen zu treffen und von Anfang an die entsprechende Sorgfalt walten zu lassen. Die Exportkontrollverordnungen, z.B. die laufend aktualisierten Boykott- und Embargolisten, bergen im Einzelfall das Risiko einer Regelüberschreitung. Um dies zu vermeiden, werden laufende Prüfungen über das SAP-System und Schulungen der Exportkontrollverantwortlichen durchgeführt. Gesamtrisiko-Position Der positive Geschäftsverlauf hat in 2006 die Fähigkeit des Unternehmens weiter erhöht, auch größere Risiken gut zu verkraften. Aus heutiger Sicht sind die vorstehend beschriebenen Risiken, bei denen es sich hauptsächlich um Markt- und Leistungsrisiken handelt, beherrschbar und gefährden nicht den Fortbestand des Unternehmens. Risiken, die bei der LEONI Kabel GmbH derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die jetzt noch als weniger signifikant eingeschätzt werden, könnten sich nachteilig auf die LEONI Kabel GmbH auswirken. Derzeit sind jedoch keine Risiken erkennbar, die zukünftig eine Bestandsgefährdung darstellen könnten. PROGNOSEBERICHTGesamtwirtschaftliches Umfeld und Branchenaussichten Im laufenden Jahr erwarten die führenden deutschen Forschungsinstitute ein anhaltend positives Wirtschaftsklima, auch wenn sich das globale Wachstum etwas verlangsamen wird. Weltweit dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um über drei Prozent zunehmen. Auch für die Industrieländer wird mit einer Fortsetzung der robusten Konjunktur und insgesamt mit einem Plus von zwei bis drei Prozent gerechnet. Das deutsche BIP soll nach jüngsten Vorhersagen der Bundesregierung um 1,7 Prozent steigen. In den Schwellenländern ist erneut von einem kräftigen Zuwachs auszugehen, wobei vor allem China und Russland stark zulegen dürften. Die Automobilindustrie prognostiziert 2007 für Deutschland einen unveränderten Absatz. Aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung und mangels größerer Modellwechsel fehlen spürbare Kaufanreize. Im Export wird eine Stabilisierung auf dem hohen Vorjahresniveau erwartet. Einbußen in Westeuropa und in den USA dürften durch verstärkte Lieferungen nach Osteuropa und Asien ausgeglichen werden. Die Nutzfahrzeugindustrie geht davon aus, dass der Bedarf vor allem in China, Indien und Osteuropa anhaltend hoch bleiben wird, wogegen am westeuropäischen und am US-amerikanischen Markt mit einer leichten Nachfragedelle gerechnet wird. In der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zeichnet sich 2007 weiteres Wachstum ab, obwohl sich die Endverbraucher in Deutschland wegen der höheren Mehrwertsteuer bei Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik zunächst etwas zurückhalten dürften. Eine leichte Umsatzsteigerung erwartet auch die IT- und Telekommunikationsbranche. Dabei wird der Preisverfall im Telekommunikationssektor voraussichtlich unvermindert anhalten. Die deutschen Maschinenbauer prognostizieren erneut eine höhere Produktionsleistung, obwohl die Nachfrage aus den USA und China, das sich zunehmend selbst versorgt, etwas rückläufig sein wird. Dagegen stellt sich die Situation in der EU weiterhin gut dar. Zuversichtlich blickt auch die Luft- und Raumfahrtindustrie in die Zukunft. Die Medizintechnik sieht vor allem auf den Auslandsmärkten Wachstumschancen. Voraussichtliche Entwicklung der Geschäftsfelder Seit 2005 wurde am Standort Roth das Kostensenkungsprogramm STaR ins Leben gerufen. Durch teilweisen Lohnverzicht und Ausdehnung der Arbeitszeit auf 38 Stunden/Woche ohne Lohnausgleich soll von der Kostenseite her ein positiver Effekt auf den EBIT wirken. Diese Maßnahmen werden begleitet durch organisatorische Änderungen (Einführung neuer Organisationsstruktur im Unternehmensbereich Draht & Kabel), Optimierung der internen Arbeitsabläufe und der Produktpalette sowie Ausrichtung der Produktion auf Spezialkabel. Insgesamt rechnet die LEONI Kabel GmbH für das Geschäftsjahr 2007 mit einem leicht sinkenden Umsatz (240 Mio. EUR) und für 2008 mit einem steigenden Umsatz in Höhe von 252 Mio. EUR. Unter der Prämisse eines durchschnittlichen Kupferpreises von 5 €/kg sowie vorbehaltlich von Beteiligungsergebnissen und Bewertungseffekten für Kupfer- und Edelmetalle wird für das Geschäftsjahr 2007 mit einem EBIT von 5,5 Mio. EUR und für das Geschäftsjahr 2008 mit einem EBIT von 5,7 Mio. EUR gerechnet. Risiken für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung können sich aus der Preisentwicklung für Kupfer- und Edelmetalle ergeben. Die LEONI Kabel GmbH wird ihre erfolgreiche Strategie des ertragsorientierten Wachstums aus eigener Kraft auch in Zukunft fortsetzen.
Nürnberg, 28. Februar 2007 Herr Jürgen Kniffki Herr Wolfgang Lösch Herr Walter Pfleiderer |
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