Nemetschek Aktiengesellschaft
Same addressManagement activities of other holding companies
Basic information of the organization
Changes published in the official company registry
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Bernhard Dr. Loitsch since 11/17/2025 | Procura |
Sunil Pandita since 4/30/2025 | Managing Director |
Karlheinz Rättich since 10/28/2024 | Managing Director |
Stefanie von Hoerner since 7/26/2022 | Procura |
Iris Ada Thar since 6/26/2020 | Procura |
Natural persons who ultimately own or control the company, resolved through the shareholder chain
| Name | Ownership |
|---|---|
| 100.00% |
Company ownership structure and capital distribution
Companies in which this organization holds a direct stake
| Name | Ownership |
|---|---|
| No data available | |
Official financial statements and annual reports
Nemetschek SEMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Driving digital transformationSHAPING THE ENTIRE BUILDING LIFECYCLEBericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2019der Nemetschek SEDer Aufsichtsrat der Nemetschek SE hat sich im Geschäftsjahr 2019 ausführlich mit der Lage und Entwicklung der Nemetschek Group befasst. Während des Geschäftsjahres hat das Gremium den Vorstand überwacht, eng begleitet, in wichtigen Fragen beraten sowie die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Konstruktive Beratungen zwischen Aufsichtsrat und VorstandDie Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand verlief stets konstruktiv und war von offenen und vertrauensvollen Diskussionen geprägt. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah, umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich über alle relevanten Themen zur Unternehmensentwicklung und -strategie. Ausführlich wurden die damit verbundenen Chancen und Risiken, die Unternehmensplanung sowie die Entwicklung von Umsatz, Ergebnis und Liquidität erörtert. Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat über geplante und laufende Investitionen, die Umsetzung der Planungen der Gruppe, der Segmente und der einzelnen Marken sowie über das Risikomanagement und die Compliance informiert. Die Entwicklungen in den jeweiligen Monaten und Berichtsquartalen, die kurz- und mittelfristigen Perspektiven sowie die langfristige Wachstums- und Ertragsstrategie hat der Aufsichtsrat intern mit dem Vorstand regelmäßig und intensiv diskutiert. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der Geschäftsentwicklung von der Planung. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eng eingebunden. Auch außerhalb der turnusgemäßen Zusammenkünfte standen Aufsichtsrat und Vorstand in engem Kontakt. Auf der Basis der Vorstandsberichte hat der Aufsichtsrat die Arbeit des Vorstands beratend begleitet und über zustimmungsbedürftige Vorhaben entschieden. Auf der Grundlage der ausführlichen Informationen durch den Vorstand sowie eigenständiger Prüfungen konnte der Aufsichtsrat seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion jederzeit vollumfänglich nachkommen. Sitzungen, Teilnahme und SchwerpunkteIm Geschäftsjahr 2019 fanden insgesamt vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen als Präsenzsitzungen statt (März, Juli, Oktober, Dezember), in denen der Vorstand den Aufsichtsrat über die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsentwicklung informierte. In allen Sitzungen war der Aufsichtsrat vollständig anwesend. Über die Sitzungen hinaus gab es weitere Beschlussfassungen zu aktuellen Themen im schriftlichen Umlaufverfahren. Aufgrund seiner Besetzung mit vier Mitgliedern hat der Aufsichtsrat keine Ausschüsse gebildet. Im Mittelpunkt der Beratungen standen insbesondere die weitere Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit, potenzielle Akquisitionsziele, strategische Projekte auf Holding- und Segmentebene sowie die Weiterentwicklung des Lösungsportfolios der Gruppe. Zu den vier Segmenten und den jeweiligen Markengesellschaften erhielt der Aufsichtsrat detaillierte Berichte. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den jeweiligen Jahreszielen wurden ausführlich in den Aufsichtsratssitzungen erörtert und analysiert. Der Vorstand präsentierte die Strategie für Akquisitionen und konkrete Vorhaben und stimmte sie eng mit dem Aufsichtsrat ab. In den Sitzungen wurden insbesondere folgende Schwerpunkte erörtert:
Besetzung von Vorstand und AufsichtsratDer Vorstand bestand wie im Vorjahr aus drei Mitgliedern. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 etablierte der Aufsichtsrat eine neue Vorstandsstruktur mit einem stärkeren Segmentfokus. Damit wird der strategischen Ausrichtung der Nemetschek Group Rechnung getragen, die Kompetenzen der Markengesellschaften noch stärker in den kundenorientierten vier Segmenten Design, Build, Manage sowie Media & Entertainment zu bündeln. Der Vorstand bestand nach Einführung der neuen Vorstandsstruktur aus den folgenden drei Mitgliedern:
Patrik Heider verließ zum Ende des Jahres auf eigenen Wunsch das Unternehmen. Dem Aufsichtsrat ist es ein Anliegen, Herrn Heider für seine hervorragenden Leistungen und sein großes Engagement in den vergangenen sechs Jahren zu danken und ihm für die Zukunft weiterhin alles Gute zu wünschen. Er hat als Vorstandssprecher und CFOO der Gruppe einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung der Nemetschek Group geleistet. Gleichzeitig begrüßt der Aufsichtsrat Dr. Axel Kaufmann. Er wurde zum 1. Januar 2020 zum Vorstandssprecher und CFOO der Nemetschek SE berufen. Zusätzlich zu diesen Funktionen wird er den wachstumsintensiven Geschäftsbereich Media & Entertainment verantworten. Mit Dr. Kaufmann übernimmt ein sehr erfahrener Manager mit langjähriger internationaler Industrieerfahrung und großer Finanzkompetenz diese wichtigen Funktionen in der Nemetschek SE. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass Dr. Kaufmann zusammen mit dem bestehenden, sehr erfahrenen internationalen Vorstandsteam der Nemetschek SE das Unternehmen in die nächste Innovations- und Wachstumsepoche führen wird. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats blieb 2019 gegenüber dem Vorjahr unverändert, der Aufsichtsrat bestand aus den folgenden vier Mitgliedern:
Jahres- und KonzernabschlussprüfungDie Hauptversammlung hat am 28. Mai 2019 für die Prüfung des Einzelabschlusses und des Konzernabschlusses 2019 sowie des dazugehörigen zusammengefassten Lageberichts die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, gewählt. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überzeugt und eine schriftliche Erklärung des Abschlussprüfers eingeholt. Der vom Vorstand nach den Grundsätzen des Handelsgesetzbuches aufgestellte Jahresabschluss der Nemetschek SE für das Geschäftsjahr 2019 sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellte Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Nemetschek SE und den Konzern für das Geschäftsjahr 2019 wurden von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Abschlussunterlagen der SE, des Konzerns und der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern mit ausreichender Frist vor der Bilanzsitzung am 27. März 2020 vor. An der Sitzung nahm der Abschlussprüfer teil, berichtete ausführlich über seine Prüfungen und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte den Prüfungsbericht und beantwortete alle Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hat unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Nemetschek SE und den Konzern seinerseits geprüft und sich der Richtigkeit und der Vollständigkeit der tatsächlichen Angaben vergewissert. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und festgestellt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2019 der Nemetschek SE auf der Bilanzsitzung vom 27. März 2020 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2019 im Sinne von § 172 AktG festgestellt. Berichterstattung zur NachhaltigkeitDie Nemetschek SE hat ihre nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht integriert. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Nemetschek Group einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Auch der Aufsichtsrat hat die nichtfinanzielle Erklärung geprüft und ist zum Ergebnis gekommen, dass die nichtfinanzielle Erklärung zu keinen Einwendungen Anlass gibt. InteressenkonflikteIm Berichtsjahr traten keine Interessenkonflikte von Aufsichtsratsund Vorstandsmitgliedern auf. Corporate GovernanceDer Aufsichtsrat hat sich auch im Geschäftsjahr 2019 fortwährend mit den Grundsätzen guter Unternehmensführung auseinandergesetzt. Im März und im Dezember 2019 gaben Aufsichtsrat und Vorstand eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG ab und machten sie den Aktionären auf der Website der Nemetschek Group dauerhaft zugänglich. Die Nemetschek SE entspricht den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß der im April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung des Kodex mit Ausnahme der in der Entsprechenserklärung aufgeführten und begründeten Abweichungen. Details zu diesem Thema sind im Lagebericht 2019 unter Unternehmenssteuerung und Erklärung zur Unternehmensführung sowie auf der Website unter https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/5000/corporate-governance.html zu finden. Dank für engagierte LeistungenDie Nemetschek Group hat im Geschäftsjahr 2019 erneut ein sehr erfolgreiches Jahr mit einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum und gleichzeitiger Steigerung der Profitabilität verzeichnet und ihre gesteckten Ziele mehr als erreicht. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihre hervorragende Arbeit und ihren persönlichen Einsatz. Zugleich spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand und den Geschäftsführern aller Marken seine Anerkennung und hohe Wertschätzung für ihre Leistungen aus.
München, 27. März 2020 Kurt Dobitsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats Nemetschek am KapitalmarktErfreuliches Börsenjahr 2019Die globalen Aktienmärkte haben im Jahr 2019 ungeachtet geopolitischer Risiken wie den langwierigen Brexit-Verhandlungen und dem Handelsstreit zwischen den USA und China neue Rekordwerte erreicht. Rückenwind kam vor allem von der expansiven Geld- und Fiskalpolitik. Zum Ende des Jahres wirkten auch die Fortschritte beim US-chinesischen Handelskonflikt, beim Vollzug des Brexits sowie Hoffnungen auf eine wieder aufwärtsgerichtete Konjunktur positiv auf die Aktienmärkte. Insgesamt wurden an den Aktienmärkten Rekordniveaus erreicht: Der deutsche Leitindex DAX stieg auf Jahresbasis um rund 25 % und der MDAX um 31 %. Der TecDAX, in dem die 30 größten Technologiewerte enthalten sind, verbuchte einen Wertzuwachs von rund 23 %. Auch der Vergleichsindex STOXX Europe Total Market Software & Computer Services verzeichnete eine positive Entwicklung und stieg um rund 32 %. Nemetschek Aktie entwickelte sich stärker als VergleichsindizesDer Wert der Nemetschek Aktie konnte stärker als die Vergleichsindizes zulegen. Am 2. Januar 2019 startete die Aktie mit einem Kurs von 31,83 Euro in das neue Jahr. Einen Tag später, am 3. Januar 2019, fiel sie auf den Tiefstkurs von 30,41 Euro in einem noch sehr volatilen Marktumfeld. Im Anschluss daran entwickelte sich die Aktie deutlich stärker als die deutschen Indizes. In dieser Zeit veröffentlichte Nemetschek einige positive Unternehmensnachrichten, darunter am 11. Januar die Akquisition von Axxerion durch die Marke Spacewell, am 6. Februar die vorläufigen Jahreszahlen 2018, am 21. März die Ankündigung einer erhöhten Dividendenzahlung, sowie am 29. März die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2018, bei der die Nemetschek Group auch ihre ambitionierte Prognose für 2019 veröffentlichte. Auch im zweiten Quartal stieg der Kurs weiter an, auch unterstützt durch das gute erste Quartal, dessen Ergebnisse am 30. April veröffentlicht wurden. Nach einer Konsolidierungsphase stieg die Aktie bis Anfang Juli erneut kräftig an. Trotz erfreulicher Halbjahreszahlen, die am 26. Juli veröffentlicht wurden, konnte die Nemetschek Aktie dieses Niveau nicht halten und verzeichnete über den Spätsommer und den Herbst eine erneute Konsolidierungsbewegung. Ab November gewann das Papier in einem sehr freundlichen Marktumfeld wieder deutlich an Wert und erreichte am 23. Dezember seinen Höchstkurs von 59,25 Euro. Das Geschäftsjahr 2019 schloss die Nemetschek Aktie mit einem Kurs von 58,80 Euro ab. Dies entspricht einem Wachstum seit Jahresbeginn von 84,7 %. Alle Angaben zum Aktienkurs und zur Rendite in diesem Abschnitt erfolgen rechnerisch auf der Basis des von der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 beschlossenen Aktiensplits, um eine Vergleichbarkeit der Zahlen zu gewährleisten. Rendite, Marktkapitalisierung und RatingInklusive der im Juni 2019 ausgeschütteten Dividende der Nemetschek SE in Höhe von 0,27 Euro pro Aktie ergibt sich für 2019 für die Aktie eine Gesamtrendite (Kursperformance und Dividende) von 85,2% (Vorjahr: 28,9%). Die reine Dividendenrendite betrug 0,5% (Vorjahr: 0,8 %). Entsprechend der sehr positiven Kursentwicklung erhöhte sich die Marktkapitalisierung der Nemetschek SE von 3,69 Mrd. Euro per 31. Dezember 2018 auf 6,79 Mrd. Euro zum Ende des Berichtsjahres. Dies entspricht einem Wertzuwachs von über 3,10 Mrd. Euro. Für die Nemetschek SE besteht aktuell kein Rating seitens einer Ratingagentur, die die Kreditwürdigkeit bzw. Bonität bewertet. Marktentwicklung im laufenden GeschäftsjahrAnfang des Jahres 2020 gewann die Nemetschek Aktie in einem noch freundlichen Marktumfeld noch einmal deutlich an Wert und erreichte am 22. Januar den bisherigen Jahreshöchstkurs von 68,40 Euro. Im Anschluss daran führte die weltweit zunehmende Ausbreitung des Coronavirus an den globalen Aktienmärkten zu starken Unsicherheiten und massiven Kursrückgängen. In Übereinstimmung mit dem Gesamtmarkt verlor auch die Nemetschek Aktie deutlich an Wert. Nemetschek im MDAX- und TecDAX-RankingIm Ranking der Deutschen Börse wurde Nemetschek zum 31. Dezember 2019 bei der Marktkapitalisierung (bezogen auf den Streubesitz) im MDAX auf Rang 60 (Vorjahr: 78) und im Tee DAX auf Rang 12 geführt (Vorjahr: Rang 16). Im Geschäftsjahr 2019 wurden über das elektronische Handelssystem Xetra täglich durchschnittlich 224.215 Aktien und damit mehr als im Vorjahr (220.922 Aktien) gehandelt. Der durchschnittliche tägliche Umsatz auf Xetra erhöhte sich entsprechend von 7,99 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 10,58 Mio. Euro im Jahr 2019. Beim Börsenumsatz erreichte Nemetschek im MDAX-Ranking Platz 69 (Vorjahr: 85) und im TecDAX-Ranking Platz 17 (Vorjahr: Platz 19). KURSVERLAUF DER NEMETSCHEK AKTIE IM JAHR 2019/ANFANG 2020 IM VERGLEICH ZU AUSGEWÄHLTEN INDIZES (INDEXIERT)
Hauptversammlung stimmte allen Tagesordnungspunkten zuAm 28. Mai 2019 stimmten die Anteilseigner der Gesellschaft auf der ordentlichen Hauptversammlung in München allen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit zu. DividendeFür das Geschäftsjahr 2018 beschlossen die Aktionärinnen und Aktionäre eine Dividende in Höhe von 0,27 Euro je Aktie, eine Erhöhung zum Vorjahr (0,25 Euro je Aktie) um rund 8%. Damit setzte die Nemetschek SE ihre nachhaltige Dividendenpolitik fort und zahlte zum zehnten Mal in Folge eine Dividende aus, wobei es sich um die sechste Erhöhung in Folge handelte. Die Ausschüttungssumme belief sich auf 31,2 Mio. Euro (Vorjahr: 28,9 Mio. Euro). Die Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2018 lag damit - bezogen auf den operativen Cashflow - bei rund 31 %. AktiensplitDes Weiteren genehmigte die Hauptversammlung den von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Aktiensplit im Verhältnis 1:3, der zum 28. Juni 2019 umgesetzt wurde. Jeder Aktionär erhielt je gehaltener Nemetschek Aktie ohne Zuzahlung im Wege einer entsprechenden Depotgutschrift zwei weitere Aktien. Technisch erfolgte der Aktiensplit über eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, bei der das Grundkapital der Nemetschek SE von 38,5 Mio. Euro um 77,0 Mio. Euro auf 115,5 Mio. Euro stieg, eingeteilt in 115.500.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Das Kursniveau der Nemetschek Aktie hat sich bei insgesamt gleichbleibendem Gesamtwert für die Aktionäre rechnerisch entsprechend gedrittelt. DividendenpolitikDie Nemetschek Group verfolgt eine nachhaltige Dividendenpolitik, die eine Ausschüttung von rund 25 % des operativen Cashflows vorsieht. Die Dividendenpolitik steht dabei immer unter der Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft. DIVIDENDE PRO AKTIE UND AUSSCHÜTTUNGSSUMME IM JAHRESVERGLEICH
AktionärsstrukturDer Streubesitz lag zum 31. Dezember 2019 bei 47,4 Prozent. Er verteilte sich auf eine regional breit diversifizierte Anlegerstruktur mit einem hohen Anteil internationaler Investoren, vorrangig aus den USA, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und Skandinavien. Größter Anteilseigner der Gesellschaft ist weiterhin die Nemetschek Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG mit einem Anteil von 48,4% (55.868.784 Aktien). Darüber hinaus werden 4,2% (4.830.000 Aktien) von Herrn Prof. Georg Nemetschek direkt gehalten. Für die von der Nemetschek Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG gehaltenen Aktien sowie die von Herrn Prof. Georg Nemetschek direkt gehaltenen Aktien besteht unverändert ein Poolvertrag, um dauerhaft eine stabile Aktionärsstruktur zu sichern. AKTIONÄRSSTRUKTUR *
* Unmittelbarer Aktienbesitz zum 31. Dezember
2019.
Research-CoverageDie Nemetschek Group wird aktuell von 14 Analysten verschiedener Banken und Researchunternehmen begleitet, die regelmäßig Studien und Kommentare zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens veröffentlichen. Mit allen Instituten steht Nemetschek in einem regelmäßigen und konstruktiven Dialog, der im vergangenen Geschäftsjahr durch Besuche von Analysten am Unternehmenssitz, verschiedene Konferenzen und gemeinsame Roadshows intensiviert wurde. Die aktuellen Kursziele der jeweiligen Analysten sind auf der Unternehmenswebsite unter https://ir.nemetschek.com/websites/nemetschek/German/1400/analysten.html zu finden. Umfassende Kommunikation mit dem KapitalmarktDer Anspruch der Nemetschek SE ist es, eine offene und verlässliche Kommunikation mit allen Stakeholdern zu führen. Mit einem kontinuierlichen und zeitnahen Dialog soll die Transparenz erhöht und das Vertrauen in die Nemetschek Group gestärkt werden. Auch im Geschäftsjahr 2019 gab es zahlreiche Kontakte zu bestehenden und potenziellen Investoren. In Einzelgesprächen, auf Roadshows und Investorenkonferenzen vorwiegend an Finanzzentren in Europa und Nordamerika informierte der Vorstand über die wirtschaftliche Situation, die Unternehmensstrategie und die Zukunftsaussichten des Konzerns. Darüber hinaus nutzten zahlreiche Investoren die Möglichkeit, sich bei einem Besuch des Konzernsitzes in München ein Bild über das Unternehmen zu machen. Anlässlich der Veröffentlichung der Jahres-, Halbjahres- und Quartalsergebnisse wurden zudem Telefonkonferenzen veranstaltet, in denen der Vorstand über die vergangene und zukünftige Geschäftsentwicklung berichtete und sich den Fragen der Analysten und Investoren stellte. Flankierend stand die Nemetschek SE auch in einem engen Dialog mit relevanten Wirtschaftsmedien. AKTIENKENNZAHLEN
Corporate GovernanceDie Nemetschek Group ist ein weltweit agierender Konzern mit internationaler Aktionärsstruktur. Vorstand und Aufsichtsrat legen deshalb besonderen Wert auf eine verantwortungsvolle und transparente Führung und Kontrolle des Unternehmens, die auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet ist. Eine aussagekräftige und transparente Unternehmenskommunikation, die Achtung der Aktionärsinteressen, ein vorausschauender Umgang mit Chancen und Risiken sowie eine effiziente und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sind wesentliche Aspekte einer guten Corporate Governance. Letztere fördert das Vertrauen von Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und der breiten Öffentlichkeit in die Nemetschek Group. Gleichzeitig sind diese Grundsätze wichtige Orientierungsstandards für die Leitung und Kontrolle der Gruppe. Vorstand und Aufsichtsrat berichten im Folgenden gemeinsam über die Corporate Governance bei der Nemetschek SE gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex. Führungs- und UnternehmensstrukturDie Nemetschek Group umfasst die Nemetschek SE und ihre Konzerngesellschaften. Die Nemetschek SE als Europäische Aktiengesellschaft hat drei Organe: Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand. Die Aktionäre als Eigentümer des Unternehmens üben ihre Rechte in der Hauptversammlung aus. Die Gesellschaft hat auch nach dem im Jahr 2016 erfolgten Rechtsformwechsel von einer deutschen Aktiengesellschaft (AG) in eine europäische SE die duale Leitungs- und Überwachungsstruktur mit den beiden Organen Vorstand und Aufsichtsrat beibehalten. DUALES LEITUNGSSYSTEM DER NEMETSCHEK SE
VorstandDer Vorstand bestand wie im Vorjahr aus drei Mitgliedern. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 etablierte der Aufsichtsrat eine neue Vorstandsstruktur mit stärkerem Segmentfokus. Damit wird der strategischen Ausrichtung der Nemetschek Group Rechnung getragen, die Kompetenzen der Markengesellschaften noch stärker in den kundenorientierten vier Segmenten Design, Build, Manage sowie Media & Entertainment zu bündeln. Der Vorstand bestand nach Einführung der neuen Vorstandsstruktur aus den folgenden drei Mitgliedern:
Zum 1. Januar 2020 wurde Dr. Axel Kaufmann vom Aufsichtsrat zum Vorstandssprecher und CFOO der Nemetschek SE berufen. Zusätzlich zu diesen Funktionen verantwortet er den Geschäftsbereich Media & Entertainment. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Im Einklang mit den Unternehmensinteressen nimmt er seine Führungsaufgabe wahr mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Der Vorstand beschließt über alle Angelegenheiten, die von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochterunternehmen sind. In alle Entscheidungen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinflussen können, wird der Aufsichtsrat rechtzeitig miteinbezogen und vollumfänglich in Kenntnis gesetzt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle relevanten Themen bezüglich der Geschäftsentwicklung, der Unternehmensplanung, der strategischen Ausrichtung, des Chancen- und Risikomanagements und der Compliance. Bei Akquisitionsvorhaben informiert der Vorstand frühzeitig und detailliert über den Projektfortschritt und -status und stimmt den Akquisitions- und Integrationsprozess eng mit dem Aufsichtsrat ab. AufsichtsratDie personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats blieb 2019 gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der Aufsichtsrat bestand aus den folgenden vier Mitgliedern:
Der Aufsichtsrat steht dem Vorstand beratend zur Seite, überwacht ihn bei der Führung des Unternehmens und prüft alle bedeutenden Geschäftsvorfälle durch Einsichtnahme in die betreffenden Unterlagen auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 des Rates über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE-VO), des SE-Ausführungsgesetzes (SEAG), des Aktiengesetzes, der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung für den Vorstand. Auch außerhalb der regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen wird der Aufsichtsrat durch den Vorstand über die Lage der Segmente, inklusive der einzelnen Marken, und der Gruppe sowie die wesentlichen Entwicklungen informiert. So kann er das operative Geschäft auf einer angemessenen Informationsgrundlage mit Rat und Empfehlungen begleiten. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt. Die Wahl des Aufsichtsrats entspricht den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex; alle Aufsichtsratsmitglieder werden einzeln gewählt. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt. Grundsätzlich gilt für die Nemetschek SE, dass bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern ebenso wie bei der Besetzung von Führungspositionen Qualifikation und Eignung der Kandidaten die maßgeblichen Kriterien sind, unabhängig vom Geschlecht. Durch das Prinzip der rein qualifikationsbezogenen Neutralität ist die Nemetschek SE überzeugt, dem Unternehmenswohl am ehesten gerecht zu werden. In der Geschäftsordnung für den Vorstand legt der Aufsichtsrat einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte sowie einen Geschäftsverteilungsplan fest. Der Aufsichtsrat agiert auf der Basis einer eigenen Geschäftsordnung. Des Weiteren stellt der Aufsichtsrat zusammen mit dem Vorstand den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erläutert jedes Jahr die Tätigkeiten des Aufsichtsrats in seinem Bericht an die Hauptversammlung als Teil des Geschäftsberichts. Gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium des Aufsichtsrats der Nemetschek SE beschlossen. Jedes Aufsichtsratsmitglied muss danach die gesetzlichen und satzungsmäßigen Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat erfüllen (vgl. § 100 Abs. 1 bis 4 AktG). Jedes Aufsichtsratsmitglied muss über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der ihm gesetzlich und satzungsmäßig obliegenden Aufgaben erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Dem Aufsichtsrat muss mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung angehören. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein (vgl. § 100 Abs. 5 AktG). Jedes Aufsichtsratsmitglied muss zeitlich ausreichend verfügbar und gewillt sein, dem Amt die erforderliche Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen. Neben diesen allgemeinen Voraussetzungen soll das Gesamtgremium insbesondere folgende Anforderungen erfüllen:
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft sieht die genannten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats derzeit als erfüllt an. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats und unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur der Nemetschek SE sind alle Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex, d. h., kein Mitglied des Aufsichtsrats steht in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Nemetschek SE oder zu deren Konzernunternehmen, den Organen der Nemetschek SE oder einem kontrollierenden Aktionär der Nemetschek SE, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat regelmäßig Effizienzprüfungen durch. Zusätzliche Informationen zu Vorstand und Aufsichtsrat, insbesondere zu deren Arbeitsweisen und zu den von den Mitgliedern wahrgenommenen weiteren Mandaten, sind im Bericht des Aufsichtsrats, im Konzernanhang sowie im Lagebericht unter "Bericht zur Unternehmenssteuerung und Erklärung zur Unternehmensführung" zu finden. Vergütung von Vorstand und AufsichtsratGemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex weist die Nemetschek SE bereits seit Längerem die Vergütung aller Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats individualisiert aus. Die Vorstandsvergütung setzt sich aus einer Festvergütung zuzüglich üblicher Nebenleistungen wie Kranken- und Pflegeversicherung sowie Dienstwagen und einer variablen, erfolgsabhängigen Vergütung zusammen. Die variable Vergütung hat eine kurzfristige und eine langfristige Komponente. Die kurzfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung hängt im Wesentlichen von erreichten Unternehmenszielen (Umsatz, EBITA und Ergebnis je Aktie) ab, die zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres zwischen Aufsichtsrat und Vorstand vereinbart werden. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben beinhaltet das Vorstandsvergütungssystem zudem eine langfristige variable Komponente, auch Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) genannt. Deren Höhe und Auszahlung hängt vom Erreichen festgelegter Ziele für Umsatz, operatives Ergebnis sowie Ergebnis je Aktie sowie von vorab definierten strategischen Projektzielen ab. Die hierfür relevante Periode beträgt jeweils drei Geschäftsjahre. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex eine feste Vergütung. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des testierten Konzernabschlusses. Dort werden die Grundsätze der Vergütungssysteme für den Vorstand und für den Aufsichtsrat detailliert beschrieben sowie die Vergütung individualisiert offengelegt. Compliance sowie Chancen- und RisikomanagementZu den Grundsätzen einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung gehört ein kontinuierliches und verantwortungsbewusstes Abwägen von Chancen und Risiken. Ziel des Chancen- und Risikomanagements ist es, eine Strategie zu erarbeiten und Ziele festzulegen, die eine ausgewogene Balance zwischen Wachstums- und Renditezielen einerseits und den damit verbundenen Risiken andererseits schaffen. Details zum Chancen- und Risikomanagementsystem der Nemetschek Group sind dem Lagebericht zu entnehmen. ComplianceDie Übereinstimmung der Geschäftsaktivitäten mit allen maßgeblichen Gesetzen und Normen sowie mit den unternehmensinternen Grundsätzen ist eine Grundvoraussetzung für nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften. Der Erfolg der Nemetschek Group beruht daher nicht allein auf einer guten Geschäftspolitik, sondern auch auf wirtschaftsethischer Integrität, Vertrauen und dem offenen und fairen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern, Aktionären und sonstigen Stakeholdern. Compliance-Kultur und ZieleCompliance ist bei der Nemetschek Group seit jeher wichtiger Bestandteil der Risikoprävention und in der Unternehmenskultur verankert. Ziel ist, im Hinblick auf alle relevanten Gesetze, Normen, internationale Standards und interne Richtlinien stets regelkonform zu handeln. Die Nemetschek Group verfolgt dabei einen präventiven Compliance-Ansatz und strebt eine Unternehmenskultur an, die die Belegschaft sensibilisiert und aufklärt, um so potenzielle Regelverstöße bereits im Vorhinein zu verhindern. Vorstand und Führungskräfte tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Sie sind Vorbilder und dazu angehalten, in ihrem Verantwortungsbereich für die Einhaltung von Compliance-Vorgaben zu sorgen, die Erwartungshaltung an jeden Mitarbeiter klar zu kommunizieren und selbst ein regelkonformes und ethisches Verhalten im Sinne der Compliance konsequent vorzuleben. Compliance-OrganisationDie Compliance-Aktivitäten sind eng mit dem Risikomanagement und dem internen Kontrollsystem verzahnt. Der Bereich Corporate Legal & Compliance steuert gruppenweit die Compliance-Aktivitäten. Hierbei stehen die Schaffung von geeigneten Strukturen und Prozessen sowie die Unterstützung zur effizienten Umsetzung von Compliance-Maßnahmen im Mittelpunkt. Darüber hinaus steht der Bereich Corporate Legal & Compliance als Ansprechpartner bei Einzelfragen aus der Organisation zur Verfügung. Es besteht eine direkte Berichtslinie zum CFOO der Nemetschek Group. Compliance-Programm und KommunikationDie Compliance-Strukturen und Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und ethischen Grundsätzen werden konsequent an der Risikolage der Nemetschek Group ausgerichtet und kontinuierlich weiterentwickelt. Ausgangspunkt für die Compliance-Aktivitäten bildet der für alle Mitarbeiter verbindliche Verhaltenskodex der Nemetschek Group ("Code of Conduct"). Neben der Unternehmenswebsite können Mitarbeiter über die konzerninterne Intranetplattform "Nemetschek ONE" auf den "Code of Conduct" und weitere Unternehmensrichtlinien zugreifen. Darüber hinaus setzt die Nemetschek Group auf ein modernes Compliance-Schulungstool, um das Thema gruppenweit effizient und nachhaltig zu vermitteln. Compliance-Meldewege, Überprüfungen und WeiterentwicklungWesentliche Elemente bei der Identifikation von Compliance-Risiken sind zuverlässige Meldewege und der Schutz interner Hinweisgeber vor Sanktionen. Neben dem direkten Kontakt zum Vorgesetzten können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nemetschek Group Hinweise auf mögliche Gesetzes- oder Richtlinienverstöße auch über einen eigens dafür eingerichteten, gesonderten E-Mail-Account direkt an den Compliance-Bereich richten. Darüber hinaus können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Compliance-Verstöße auch ohne Offenlegung ihrer Identität an eine beauftragte internationale Anwaltskanzlei melden. Alle gemeldeten Hinweise und Verstöße werden zeitnah untersucht und bewertet; gegebenenfalls werden geeignete Maßnahmen und Sanktionen getroffen. Die Einhaltung von internen Richtlinien und rechtlichen Vorgaben ist regelmäßig Gegenstand von internen Prüfungen durch den Bereich Corporate Audit. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über Compliance-relevante Sachverhalte und über den Ausbau der Compliance-Strukturen sowie geplante Compliance-Maßnahmen informiert. Rechnungslegung und AbschlussprüfungDie Nemetschek SE stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Der Jahresabschluss der Nemetschek SE (Einzelabschluss) erfolgt nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB). Der Konzernabschluss wird vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat gebilligt. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, wurde von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer/Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 gewählt. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er vereinbart außerdem das Prüfungshonorar und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Aktionäre und HauptversammlungAuf der Hauptversammlung können die Aktionäre ihre Rechte wahrnehmen und ihr Stimmrecht ausüben. Jede Aktie der Nemetschek SE gewährt eine Stimme. Der Aufsichtsratsvorsitzende leitet die Versammlung. Der Vorstand stellt den Konzern- und Jahresabschluss vor, erläutert die Perspektiven des Unternehmens und beantwortet gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Fragen der Aktionäre. Die Einladung zur Hauptversammlung und die damit verbundenen Dokumente und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend am Tag der Einberufung auf der Website der Nemetschek Group zur Verfügung gestellt beziehungsweise in den Geschäftsräumen der Gesellschaft zur Einsicht ausgelegt. Bei der Wahrnehmung des Stimmrechts unterstützt Nemetschek ihre Aktionäre durch die Benennung von Stimmrechtsvertretern, die gemäß den Weisungen der Aktionäre abstimmen. Transparenz und KommunikationDie Nemetschek Group legt großen Wert auf eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit den Aktionären sowie weiteren Stakeholdern und pflegt einen zeitnahen und verlässlichen Dialog mit ihnen. Alle kapitalmarktrelevanten Informationen werden zeitgleich in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht und auf der Website des Unternehmens zugänglich gemacht. Dazu zählen Geschäfts- und Quartalsberichte, Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen, Informationen zur Hauptversammlung sowie Unternehmenspräsentationen. Auch der Finanzkalender mit den relevanten Veröffentlichungs- und Veranstaltungsterminen ist dort zu finden. Directors' Dealings, Stimmrechte und AktienoptionsplanDie Nemetschek SE informiert über den Handel von Vorstandsund Aufsichtsratsmitgliedern mit Aktien der Gesellschaft (Directors' Dealings) nach Art. 19 MAR sowie über gemeldete Veränderungen im Anteilsbesitz, wenn die im Wertpapierhandelsgesetz bestimmten Stimmrechtsschwellen erreicht, über- oder unterschritten werden. Informationen über den Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat finden sich im Anhang. Die Nemetschek SE hat derzeit keinen Aktienoptionsplan. Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG vom Dezember 2019Im Dezember 2019 haben Aufsichtsrat und Vorstand eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Diese ist mit vollständigem Wortlaut als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 64 des Konzern-Lageberichts wiedergegeben sowie auf der Website www.nemetschek.com zu finden.
München, 27. März 2020 Für den Vorstand Dr. Axel Kaufmann, Sprecher des Vorstands Für den Aufsichtsrat Kurt Dobitsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019Über diesen BerichtDer Lagebericht der Nemetschek SE und der Konzernlagebericht für das Jahr 2019 wurden zusammengefasst. Weitere Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts sind der Vergütungsbericht und die Erklärung zur Unternehmensführung. Der zum 31. Dezember 2019 von Nemetschek erstellte Konzernabschluss erfüllt die am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) und ergänzend die deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in Verbindung mit dem deutschen Rechnungslegungsstandard. 1 Grundlagen des Konzerns1.1 Geschäftsmodell des KonzernsOrganisationDie Nemetschek Group, 1963 von Prof. Georg Nemetschek gegründet und bestehend aus der Nemetschek SE und ihren operativen Tochtergesellschaften, bietet Softwarelösungen für einen durchgängigen Workflow entlang des gesamten Baulebenszyklus. Die Nemetschek SE mit Sitz in München ist eine strategische Holdinggesellschaft mit vier Segmenten und 16 Marken. Als Marken werden Tochtergesellschaften der Nemetschek SE verstanden, an denen ein Anteil von zumeist 100 % gehalten wird. Die Nemetschek SE übernimmt die zentralen Funktionen für Corporate Finance & Controlling, Investor Relations & Communication, Corporate Development & Operations, Mergers & Acquisitions, Human Resources, IT & Business Solutions, Corporate Audit sowie Corporate Legal & Compliance. Die Berichtsstruktur umfasst die vier Segmente Design, Build, Manage und Media & Entertainment. Um den Segmentfokus zu stärken, wurde Anfang 2019 eine neue Vorstands- und Führungsstruktur etabliert. Damit gibt es erstmals für jedes der vier Segmente einen zugeordneten Vorstand bzw. Segmentverantwortlichen, der eng mit den Marken des Segments zusammenarbeitet. Dadurch wird dem strategischen Ziel Rechnung getragen, die Kompetenzen der Markengesellschaften noch stärker in den kundenorientierten Segmenten zu bündeln, Synergien zu heben und Segmentstrategien für die jeweiligen Kundengruppen oder übergreifende Vorhaben zu entwickeln. Die Marken treten in ihren jeweiligen Segmenten weiterhin als eigenständig geführte Firmen am Markt auf. Gleichzeitig bewegen sich die Marken in einem mit der Holding und dem Segmentverantwortlichen abgestimmten strategischen Korridor. Zusätzlich ermöglichen die Holding und die Segmentverantwortlichen den Austausch zwischen den Marken und initiieren strategische Projekte, die mehrere Marken einschließen und zum Teil auch segmentübergreifend sind. Auf diese Weise werden Synergien im Portfolio geschaffen. Eine hohe Steuerungseffizienz wird durch ein kontinuierliches Reporting an die Holding und einen stetigen Dialog gewährleistet. Die komplette Übersicht der rechtlichen Unternehmensstruktur ist im Anhang auf Seite 98 aufgelistet. GeschäftstätigkeitDie vier Segmente der Nemetschek Group bieten ein breites Portfolio von grafischen, analytischen und kaufmännischen Lösungen für einen durchgängigen Workflow im Lebenszyklus von Bau- und Infrastrukturprojekten. Zu den Kunden zählen Architektur- und Designbüros aller Größenordnungen, Tragwerksplaner, Ingenieure aller Fachrichtungen, Planungs- und Dienstleistungsunternehmen, Bau- und Bauzulieferunternehmen, Prozesssteuerer, Generalverwalter, Hausverwaltungen sowie Gebäude- und Facility-Manager. Zentrale Arbeitsweise im Planungs-, Bau- und Verwaltungsprozess von Gebäuden ist das sogenannte Building Information Modeling (BIM), ein Begriff, der für die Digitalisierung in der Bauindustrie steht. Mittels BIM werden gestalterische, qualitative, zeitliche und wirtschaftliche Vorgaben und Daten digital erfasst und vernetzt. Auf diese Weise entsteht ein virtuelles, dreidimensionales, semantisches Gebäudemodell. Bereits in der Simulation kommen Zeit- und Kostenplanung als vierte und fünfte Dimension hinzu. BIM ermöglicht eine effiziente und transparente Zusammenarbeit und einen verbesserten Workflow aller Projektbeteiligten über den gesamten Prozess des Planens, Bauens und Nutzens einer Immobilie oder eines Infrastrukturprojekts hinweg. Mit BIM wird erst virtuell gebaut, um bereits vor dem eigentlichen Bauprozess Planungsfehler identifizieren und korrigieren zu können. Die umfangreichen Daten, die über BIM erfasst werden, bilden eine sehr gute Basis für Digital Twins. Ein digitaler Zwilling ist ein Abbild eines Gebäudes, das planungsbegleitend erstellt und über den gesamten Gebäudelebenszyklus kontinuierlich mit aktualisierten Informationen, z.B. zur Gebäudekonstruktion, dem bauphysikalischen und energetischen Verhalten und der Gebäudenutzung, angereichert wird. Dadurch lassen sich Prognosen für Veränderungen am Bauwerk selbst oder dessen Nutzung erstellen. Die Nemetschek Group verfolgt diesen ganzheitlichen BIM-Denkansatz bereits seit mehr als 30 Jahren. Nemetschek steht dabei für einen offenen Standard (Open BIM), der ermöglicht, dass Softwarelösungen aus der Nemetschek Group mit anderen Softwarelösungen, auch von Wettbewerbern, über offene Daten- und Kommunikationsschnittstellen kommunizieren können. Dadurch wird der nahtlose Übergang aller gebäuderelevanten Informationen, Daten und digitalen Modelle durch alle Instanzen der Entstehung und des Betriebs von Bauwerken ermöglicht und dokumentiert. Zugleich leistet die Nemetschek Group mit Open BIM einen Beitrag zur weiteren Etablierung der digitalen Arbeitsweise als Standard der Branche. Denn mit ihren Open-BIM-Softwarelösungen erhöht Nemetschek die Qualität im Bauprozess und verbessert den Workflow und die Zusammenarbeit aller am Bauprozess Beteiligten. Die Projektarbeit wird in der Konsequenz effizienter und hat eine hohe Kosten- und Terminsicherheit. Auch dem Thema Nachhaltigkeit wird Rechnung getragen durch eine genaue Planung und den effizienten Einsatz von Ressourcen. Damit legen die Lösungen der Nemetschek Group den Grundstein für eine integrierte Planung, Realisierung und Verwaltung in der AEC-Industrie. Die Konsequenz sind - teilweise deutliche - Qualitäts- und Effizienzsteigerungen im Bauprozess. SegmenteDie Nemetschek Group gliedert ihre Aktivitäten in die vier Segmente Design, Build, Manage und Media & Entertainment. Diese Segmente dienen der Nemetschek Group als Steuerungsgrößen. Die 16 Marken verteilen sich unter dem Dach der Nemetschek Group wie folgt:
Segment DesignMit den Lösungen aus dem Segment Design können Kunden von der Planungs- und Entwurfsphase bis zur Werk- und Bauplanung ihre Aufgaben umsetzen. Das Portfolio umfasst insbesondere Open-BIM-Lösungen für Computer-Aided Design (CAD) und Computer-Aided Engineering (CAE), die in der 2D- und 3D-Planung und der Visualisierung von Gebäuden ihren Einsatz finden. Hinzu kommen BIM-basierte Planungs- und Datenmanagement-Tools sowie Lösungen zur Qualitätssicherung und -kontrolle und zur Vermeidung von Fehlern und Kollisionen während der Planungs- und Bauphase. Zu den Kunden zählen unter anderem Architekten, Designer, Ingenieure aller Fachrichtungen, Tragwerksplaner, Fach- und Landschaftsplaner sowie Bauherren und Generalunternehmer. Segment BuildIm Segment Build bietet die Nemetschek Group ganzheitliche BIM-5D-Gesamtlösungen für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung, Kalkulation und Zeitplanung sowie Kostenrechnung und Kostenermittlung. Dazu zählen auch kaufmännische ERPLösungen für das baubetriebliche Rechnungswesen. Hinzu kommen PDF-basierte Workflowlösungen für digitale Arbeitsprozesse, Kollaboration und Dokumentation sowie BIM-Lösungen für Stahlkonstruktionen. Zu den Kunden zählen neben Bauunternehmen, -trägern und -zulieferern auch Generalunternehmer sowie Planungsbüros, Architekten und Bauingenieure. Segment ManageDas Segment Manage bietet Lösungen für die Gesamtheit aller kaufmännischen Prozesse der Immobilienverwaltung. Hinzu kommen modulare und integrierte Softwarelösungen für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement (IWMS, Integrated Workplace Management System). Darüber hinaus stellt Nemetschek eine intelligente Smart-Building-Plattform zur Verfügung, die Internet-of-Things(IoT)-Sensoren und Big-DataAnalysen nutzt, um die Produktivität und Effizienz für Gebäudeverwalter zu verbessern. Die Kunden stammen aus allen Bereichen der Immobilienverwaltung, darunter Facility-Manager, Hausverwalter, Banken, Versicherungen und global agierende Immobilienunternehmen. Segment Media & EntertainmentIm Segment Media & Entertainment bietet die Nemetschek Group Lösungen für die visuelle Darstellung eines Modells (Rendering), 3D-Modellierungen, Animationen oder visuelle Effekte. Die Softwarelösungen werden weltweit bei der Visualisierung von Architektur sowie in zahlreichen Produktionen aus den Bereichen Film, Fernsehen, Werbung, Videospiele, in der Medizin, im Produktdesign oder bei Infografiken eingesetzt. Zu den Kunden zählt neben Architekten und Designern insbesondere die internationale Medien- und Unterhaltungsindustrie. Alle Kennzahlen zu den vier Segmenten sind unter Punkt 3.3 zu finden. StandorteDie Nemetschek SE hat ihren Hauptsitz in München. Die 16 Marken des Konzerns vertreiben ihre Lösungen weltweit von insgesamt 78 Standorten aus. NEMETSCHEK STANDORTE WELTWEIT
Treiber, Markt und WettbewerbWachstumstreiberDie Baubranche ist geprägt durch die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung und die damit verbundene steigende Nachfrage nach Wohnraum. Das weltweit wachsende Bauvolumen der vergangenen Jahre sowie die Tatsache, dass mehr als 40% des weltweiten Energieverbrauchs in Gebäuden erfolgt, zeigen die Wichtigkeit dieser Branche. Allerdings liegt das Bauwesen in Bezug auf die Digitalisierung weit hinter anderen Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie. Mit rund 1,5% des Umsatzes sind die IT-Ausgaben in der Bauindustrie im Vergleich zu anderen Branchen, die im Durchschnitt 3,3% ihrer Umsätze investieren, nach wie vor gering. Angesichts der wachsenden Anforderungen an Effizienz, Qualität und Ökologie in der Bauwirtschaft ergeben sich Aufholnotwendigkeiten und damit Entwicklungspotenziale. Für Nemetschek bedeutet dies ein großes Marktpotenzial. So wird erwartet, dass die IT-Ausgaben in der Baubranche in den nächsten Jahren deutlich steigen werden. Ein optimiertes Zusammenspiel aller Prozesse durch konsequente Digitalisierung bietet der Branche perspektivisch mehr als 20% Potenzial in puncto Effizienz durch Bauzeitverkürzungen, Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen. Dabei kann man schon heute große Teile dieser Transformation mit bereits bestehenden Technologien effizient umsetzen - dank der weltweit führenden BIM-Methode. Die Nemetschek Group profitiert in ihren drei Kernsegmenten der AEC-Industrie von gleich mehreren Treibern:
Insgesamt wird die digitale Transformation im AEC-Markt auch weiterhin zu einer höheren Nachfrage nach Lösungen führen, die einen digitalen Workflow in den verschiedenen Disziplinen der Segmente Design, Build und Manage sicherstellen. Diese Marktgegebenheiten bieten der Nemetschek Group einen geeigneten Rahmen für weiteres Wachstum. Zu berücksichtigen ist, dass sich der Stand der Digitalisierung und die Treiber unterschiedlich auf die jeweiligen Segmente auswirken. Im Segment Design sind die Märkte bereits von Softwarelösungen penetriert. Hier sieht die Nemetschek Group insbesondere die Umstellung von 2D- auf 3D-Lösungen als wesentlichen Treiber. In den Segmenten Build und Manage ist die Situation eine andere: Hier ist die Digitalisierung noch auf einem niedrigen Niveau, sodass Investitionen in Softwarelösungen den Markt stärker treiben werden. Quelle: Aocenture Strategy - Digitalisierung entzaubern; IT Spending: From Value Preservation to Value Creation. Markt und WettbewerbDer weltweite AEC-Markt dürfte, gemessen an Endnutzerausgaben, dem britischen Marktforschungsinstitut Cambashi BIM Design Observatory und eigenen Recherchen zufolge von rund 8 Mrd. EUR (2020) auf rund 10 Mrd. EUR im Jahr 2022 wachsen, was ein durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) von rund 10% bedeutet. Dabei profitierten alle Regionen weltweit, wobei Amerika und EMEA den Marktstudien zufolge ein stärkeres Wachstum aufweisen dürften als die asiatischen Märkte. Mit einem Marktanteil von rund 10% zählt die Nemetschek Group im weltweiten AEC-Markt zu den global führenden Anbietern. AEC-SOFTWAREMARKT: ENDNUTZERAUSGABEN IN MRD. EUR
Die AEC-Branche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend konsolidiert. An diesem Prozess hat die Nemetschek Group durch Akquisitionen aktiv mitgewirkt. Heute gibt es nur wenige global aufgestellte Anbieter, denen eine Vielzahl kleiner, lokal agierender Unternehmen gegenübersteht. In all ihren Segmenten steht die Nemetschek Group mit unterschiedlichen Unternehmen im Wettbewerb. 1.2 Ziele und StrategieDie strategische Positionierung der Nemetschek Group erfolgt wie im Vorjahr anhand dreier wesentlicher Merkmale. Diese drei Merkmale gelten mittelfristig und sind die Grundlage der strategischen Ausrichtung: 1: Die Nemetschek Group unterstützt mit ihren Softwarelösungen die Digitalisierung entlang des gesamten Baulebenszyklus - von der Planungs- bis zur Betriebsphase. Der strategisch ganzheitliche Ansatz ermöglicht es, Investitionen und Kompetenzen in den vier kundenorientierten Segmenten zu bündeln und zu fokussieren und (anders als viele Mitbewerber) unterschiedliche Industrien zu bedienen. 2: Die Konzernstruktur mit vier Segmenten und 16 Marken unter dem Dach einer strategischen Holding ermöglicht den Marken ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Die Marken sind "Experten" für ihr spezifisches Kundensegment und haben daher auch eine hohe Kompetenz in ihrem jeweiligen Marktsegment. Gleichzeitig profitieren sie auf Segment- und Gruppenebene von Synergien in Bezug auf Internationalisierung, Austausch und Teilen von Best Practices, Cross- und Co-Selling sowie Entwicklungsaktivitäten. Der Segment- und Markenansatz sorgt dafür, dass Marktveränderungen schnell erfasst, analysiert und bewertet werden können und auf Kundenwünsche zeitnah reagiert werden kann. 3: Open BIM. Das klare Bekenntnis zu Open BIM und damit zu offenen Schnittstellen erhöht die Interoperabilität, Kollaboration und Kommunikation entlang des Baulebenszyklus mit unterschiedlichen Disziplinen. Zudem ist auch die Einbindung von Softwareprogrammen der Wettbewerber möglich, was den Anwenderkreis substanziell erweitert. Die wesentlichen Wachstumstreiber der Nemetschek Group sind die Internationalisierung, die mit der passenden Vertriebsstrategie einhergeht, sowie Innovationen, die auf Marken- und Segmentebene stattfinden. Die Wachstumsstrategie zielt darauf ab, organisch schneller als der Marktdurchschnitt zu wachsen und dieses Wachstum durch Akquisitionen zu verstärken. Internationalisierung und VertriebsansatzBei ihrer Wachstumsstrategie fokussiert sich Nemetschek auf die drei großen Regionen Europa, Nordamerika und Asien. In den vergangenen Jahren hat der Konzern seine Marktposition außerhalb von Deutschland kontinuierlich ausgebaut und zugleich die Stellung in den Zielabsatzmärkten deutlich gestärkt. Im Jahr 2019 wurden bereits rund 75 % des Konzernumsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet (nach 73 % im Vorjahr). Die USA sind weltweit der größte Einzelmarkt für AEC-Software und auch für die Nemetschek Group ein wichtiger Absatzmarkt. Der Konzern hat sich in diesem wettbewerbsintensiven und wachsenden Markt in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich entwickelt und erwirtschaftet dort mittlerweile 34 % des Umsatzes (Vorjahr: 32 %). Die Marken in den USA und Europa unterstützen sich bei ihrer Expansion gegenseitig: Die gute Marktpositionierung der US-Unternehmen erleichtert die Expansion europäischer Nemetschek Marken in Übersee und umgekehrt. Bei der strategischen Fokussierung auf die genannten Regionen und jeweiligen Länder hat auch der Stand der BIM-Regularien eine große Bedeutung. In einigen Ländern ist die Nutzung von BIM-Softwarelösungen bereits für staatlich finanzierte Projekte vorgeschrieben, beispielsweise in den USA, in Großbritannien, den skandinavischen Ländern oder in Japan. Diese Länder bieten Nemetschek somit sehr gute Rahmenbedingungen. Der Vertrieb in den Markengesellschaften erfolgt direkt über eigene Vertriebsteams und indirekt über Reseller und Distributionspartner. Beide Vertriebskanäle haben sich bewährt und werden je nach Marktgegebenheiten flexibel eingesetzt. Die Gruppe bietet ihren Kunden eine hohe Flexibilität beim Bezug der Software: Möglich sind ein Lizenzmodell inklusive der Option eines Servicevertrags oder ein Mietmodell (Subscription oder Software-as-a-Service). Mit Mietmodellen kann sich Nemetschek neue Kundengruppen erschließen, da der Kunde die Software zeitlich flexibel und ohne einmalige Lizenzgebühr nutzen kann. Nemetschek wird auch künftig beide Optionen anbieten, unabhängig davon, ob Kunden einzelne Lösungen nachfragen oder Großprojekte realisieren. Dabei respektiert die Nemetschek Group die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kundengruppen je nach Disziplin und Region. Der Konzern setzt zudem auf eine stärkere Zusammenarbeit der Vertriebsteams der jeweiligen Marken, beispielsweise durch die Nutzung gemeinsamer Vertriebskanäle (Cross- und Co-Selling-Maßnahmen). Innovative LösungenRund ein Viertel des Konzernumsatzes fließt jährlich in Forschung und Entwicklung, und damit in Neu- und Weiterentwicklungen des Lösungsportfolios. In jedem Segment erstellen die jeweiligen Marken eine Roadmap für die kommenden drei Jahre im Rahmen des Budgetprozesses, in der die strategischen Produktentwicklungen festgehalten und in regelmäßigen Reviewgesprächen mit den jeweiligen Segmentführern vorgestellt und verifiziert werden. Die Marken haben eigene Entwicklungsabteilungen. Zudem gibt es markenübergreifende Entwicklungszentren, z. B. in Indien, auf die die Marken zugreifen können. Neben der Weiterentwicklung der einzelnen Marken liegt der strategische Fokus des Konzerns auf markenübergreifenden Entwicklungsprojekten in den Segmenten und strategischen Initiativen, die sich über die Segmente erstrecken. Die digitale Transformation in der Bauindustrie und der Weg hin zu einem vernetzten Baulebenszyklus gehen einher mit einem durchgängigen Daten- und Informationsaustausch, der Verwaltung und Bereitstellung immer größerer Datenmengen für die Planung, Realisierung und Verwaltung von Bauwerken und Infrastrukturprojekten und mit durchgängigen Workflows. Im Fokus der Lösungen von Nemetschek steht daher, Informationsverluste und Datenbrüche zu reduzieren. Die unterschiedlichen Disziplinen entlang des Baulebenszyklus arbeiten nach wie vor sehr oft in sogenannten Silos, was eine Kollaboration und einen integrierten Workflow erschwert. Hier setzen die Entwicklungsaktivitäten der Nemetschek Group an. Ziel ist die Bereitstellung von Workflowlösungen für eine höhere Qualität und Effizienz im Planungs- und Bauprozess, die Vermeidung von Kollisionen durch Beseitigung von Redundanzen sowie die Reduzierung von Kosten und Zeit für Koordination und Qualitätsprüfung. AkquisitionenNeben organischem Wachstum ist es das Ziel der Nemetschek Group, auch anorganisch über Akquisitionen zu wachsen. Die Identifizierung geeigneter Zielunternehmen in den jeweiligen Segmenten erfolgt zum einen intern, z. B. durch die Markengesellschaften selbst, zum anderen über externe Partner und Berater. Die Zielunternehmen sollen die Technologiekompetenz im Workflow von Bauprozessen erweitern bzw. abrunden. Ein weiteres Ziel sind komplementäre Marktanteile in internationalen Märkten. Dabei sind ein starkes Management und ein etabliertes Geschäftsmodell wesentliche Parameter bei der Bewertung von potenziellen Akquisitionsunternehmen. Fokusregionen sind Europa und der nordamerikanische Markt. Bei den Segmenten stehen insbesondere das Segment Build und Manage auf der Agenda, da die Nemetschek Group hier noch im Vergleich zum Segment Design unterrepräsentiert ist und die Märkte aufgrund des niedrigeren Digitalisierungsgrades ein höheres Potenzial aufweisen. Nach einer erfolgreichen Übernahme lässt die Nemetschek SE die akquirierten Unternehmen mit ihren am Markt etablierten Marken- und Produktnamen bestehen. Gleichzeitig erhalten die Marken in ihrem jeweiligen Segment klare finanzielle und strategische Zielvorgaben durch den Segmentverantwortlichen. Dieser stellt auch den Kontakt zu anderen Marken im Segment her, um den Austausch insbesondere bei Forschung und Entwicklung sowie bei Vertrieb und Marketing zu fördern. Zusätzlich begleitet die Holding die Marken bei der Eingliederung in die Segmente und integriert die neuen Marken in das Reportingsystem. Die Nemetschek Group hat dank ihrer Markenstruktur als strategischer Käufer für potenzielle Unternehmen eine hohe Attraktivität: Nach einem Verkauf ihrer Gesellschaft an die Nemetschek Group können die Unternehmensgründer zumeist das Unternehmen weiterführen und dadurch den Mitarbeitern ein hohes Maß an Sicherheit vermitteln. Gleichzeitig gehören die neuen Marken zu einer finanzstarken internationalen Gruppe und profitieren von möglichen Synergien. Neben der Akquisition auf Holdingebene sind auch Akquisitionen auf Markenebene möglich und gewünscht. Die Marken können geeignete Zielunternehmen auch direkt identifizieren und mit Unterstützung der Holding akquirieren, sofern die wesentlichen Kriterien wie Erweiterung der Technologie, regionaler Ausbau, Vertriebsstruktur und finanzielle Solidität erfüllt sind. Auch wenn Akquisitionen für die Nemetschek Group eine wichtige Wachstumsoption darstellen, hat sie durch ihre mittlerweile sehr breite Kompetenz entlang des Baulebenszyklus immer die Alternative "make or buy". Sie steht deshalb nicht unter Druck, bei Bieterprozessen Preise zu bieten, die wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen sind, da sie dank ihrer Kompetenzen auch intern Lösungen entwickeln kann. Zielgrößen, Zielerreichung, ZielvereinbarungFür jedes der beschriebenen strategischen Ziele der Nemetschek Group werden in einem Strategieplan die wesentlichen Meilensteine sowie der zeitliche Rahmen festgehalten. Der Stand und der Grad der Zielerreichung werden in regelmäßigen Vorstandsund Managementsitzungen diskutiert und festgehalten. Bei möglichen Zielabweichungen werden Gegenmaßnahmen besprochen und, je nach Bedarf, die Ziele entsprechend adjustiert. Im Geschäftsjahr 2019 wurden die wesentlichen Kernelemente der Strategie nicht verändert. Auch kam es zu keiner Zielanpassung. Die Unternehmensziele und deren Zielerreichung sind Bestandteil der kurz- und langfristigen variablen Vergütung von Vorstand und Management. Die Vergütung wird zu Beginn jedes Kalenderjahres konkretisiert und festgehalten. Das Feststellen der Zielerreichung und die Auszahlung der variablen strategischen Vergütungsbestandteile erfolgen im März des Folgejahres. Der Vergütungsbericht ist unter Punkt 7.3 zu finden. 1.3 Unternehmenssteuerung und -führungGrundlegende InformationenEin wesentlicher Erfolgsfaktor der Struktur der Nemetschek Group aus Holding, kundenorientierten Segmenten und Markengesellschaften liegt in der Verbindung aus Gruppenzugehörigkeit und Synergien auf der einen Seite und Flexibilität und unternehmerischer Eigenständigkeit der Marken auf der anderen Seite. Die strategische und operative Unternehmensführung erfolgt durch den Vorstand bzw. durch die Segmentführer der Nemetschek SE. Sie umfasst die strategische Positionierung der Nemetschek Group auf den weltweiten Absatzmärkten sowie ihre mittelfristige Umsatz- und Ertragsplanung. Dabei orientiert sie sich auch am Wettbewerbs- und Marktumfeld. Die Unternehmenssteuerung erfolgt auf der Ebene der vier Segmente. Aus den strategischen Zielen leiten sich die Vorgaben und Jahresziele für die Segmente und die jeweiligen Markengesellschaften ab. Die Vorgaben und Jahresziele werden im jährlichen Planungsprozess auf Profitcenter-Ebene mit den Markengesellschaften abgestimmt, von ihnen konkretisiert und mit quantitativen und qualitativen Teilzielen für Marketing, Vertrieb und Entwicklung hinterlegt. Die Abstimmung der Jahresplanung, der Teilziele und der mittelfristigen Planung erfolgt zwischen den Geschäftsführern der jeweiligen Marken und dem segmentverantwortlichen Vorstand / Manager. In allen Prozessen überwacht und berät der Aufsichtsrat den Vorstand. Unterjährig erfolgt ein monatliches Monitoring der Konzernziele auf der Basis eines konzernweiten Management-Informationssystems mit detailliertem Reporting der Key-Performance-Indikatoren zu Umsatz, Wachstum, Ertrag und Risiken. Diese Indikatoren werden mit Vorjahres- und Plandaten verglichen. Planabweichungen werden auf Monatsbasis zwischen den jeweiligen Segmentführern diskutiert und eventuelle Maßnahmen abgeleitet. Finanzielle LeistungsindikatorenDie wichtigen finanziellen Leistungsindikatoren (Kernsteuerungsgrößen) der Nemetschek Group haben sich zum Vorjahr nicht geändert. Diese sind sowohl auf Holding- als auch Segmentebene Umsatzerlöse, Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr sowie operatives Ergebnis (EBITDA). Das EBITDA gibt Auskunft über die Profitabilität und enthält alle Bestandteile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, die sich auf die operative Leistung beziehen. Aufgrund ihrer Bedeutung für den finanziellen Geschäftserfolg sind die Kernsteuerungsgrößen Umsatz und EBITDA auch ein wesentlicher Bestandteil des Performance-Managementsystems. Erstmals zu berücksichtigen war ab dem 1. Januar 2019 der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16, demzufolge Leasingverhältnisse jedweder Art grundsätzlich bilanzwirksam darzustellen sind. Um die Vergleichbarkeit zum Vorjahr besser abzubilden, wurde das EBITDA auch bereinigt um IFRS 16 dargestellt. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN NACH SEGMENTEN
Eine genaue Erläuterung der Entwicklung der Segmente im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr davor ist unter Punkt 3.3 zu finden. Zudem findet sich ein Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf unter Punkt 4. 1.4 Forschung und EntwicklungNemetschek räumt Forschung und Entwicklung einen hohen Stellenwert ein. Rund ein Viertel des Konzernumsatzes fließt daher regelmäßig in Forschung und Entwicklung, und damit in Neu- und Weiterentwicklungen des Lösungsportfolios. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten haben zum Ziel, die Innovationskraft des Konzerns im AEC-Markt weiter auszubauen und technologische Trends frühzeitig zu erkennen und zu adressieren. Die Nähe zu und Zusammenarbeit mit Kunden ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Ideen und Verbesserungspotenziale werden in Kundengesprächen identifiziert und von den Marken der jeweiligen Segmente evaluiert. Hinzu kommen markenübergreifende Entwicklungsprojekte in den jeweiligen Segmenten, um Synergien zu heben, neue Kundensegmente zu adressieren und das Portfolio zu erweitern. Wesentliche strategische und markenübergreifende Themen werden von dem jeweiligen Segmentverantwortlichen gesteuert und in Zusammenarbeit mit den Marken weiterentwickelt. Im Ausland spielt zudem die Anpassung der Lösungen an nationale Normen und Regularien eine wesentliche Rolle. Alle Marken, die sich auf die AEC-Märkte fokussieren, steuern mit ihren Lösungen zum Open-BIM-Ansatz bei und unterstützen offene Schnittstellen, um den Austausch von Informationen und Daten entlang der Wertschöpfungskette im Bauprozess zu fördern. Gemeinsam mit Partnern der globalen buildingSMART-Initiative, die die Weiterentwicklung und Standardisierung von offenen Austauschstandards auch mit Softwarelösungen von Fremdfirmen bei BIM-Projekten vorantreibt, engagiert sich Nemetschek bei der Weiterentwicklung und Implementierung entsprechender Standards, insbesondere der Industry-Foundation-Classes (IFC). IFC ist ein herstellerunabhängiges, frei verfügbares und besonders leistungsfähiges Format für den Austausch von 3D-bauteilorientierten Planungsdaten im Bauwesen. Die Markengesellschaften arbeiten kontinuierlich daran, ihre Schnittstellen für den nahtlosen Austausch mit anderen Open-BIM-Lösungen zu verbessern und zu zertifizieren. Darüber hinaus arbeiten die Markenunternehmen an der Entwicklung kollaborativer Zusatzfunktionen, beispielsweise um nachzuvollziehen, welcher Projektbeteiligte wann welche Detailinformation bekommen, gelesen, möglicherweise geändert oder bereits freigegeben hat. InnovationsschwerpunkteAlle Marken entwickeln ihre Lösungen kontinuierlich weiter. In den jeweiligen Segmenten arbeiteten die Marken beispielsweise an der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit ihrer Lösungen, an Prozessoptimierungen sowie integrierten Schnittstellen und Anbindungen für einen reibungslosen Open-BIM-Workflow. Des Weiteren standen im Berichtsjahr Verbesserungen zur Minimierung des Zeitaufwands, Steigerungen der Effizienz und Produktivität im Planungs- und Bauprozess sowie die Optimierung von Arbeitsabläufen im Mittelpunkt. Bei der Entwicklung neuer und bei der Weiterentwicklung bewährter Lösungen wurden größtenteils konzerninterne Ressourcen verwendet und nur in geringem Maße die Leistungen Dritter in Anspruch genommen. Die Tatsache, dass rund ein Viertel des Konzernumsatzes regelmäßig in Produkt- und Prozessinnovationen einfließt, unterstreicht den hohen Stellenwert von Forschung und Entwicklung für die Nemetschek Group ebenso wie der Umstand, dass in diesem Bereich rund 40 % (Vorjahr: 41 %) der konzernweiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind. Im Geschäftsjahr 2019 wurden konzernweit 133,3 Mio. EUR (Vorjahr: 110,5 Mio. EUR) in Forschung und Entwicklung investiert. Dies entspricht einer Steigerung um gut ein Fünftel und einer unverändert hohen FuE-Quote (Anteil am Konzernumsatz) in Höhe von 23,9 % (Vorjahr: 23,9 %). 2 Nichtfinanzielle ErklärungNach §§ 315b ff. HGB unterliegt die nichtfinanzielle Erklärung nicht der gesetzlichen Abschlussprüfung. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Nemetschek Group einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. 2.1 GrundlagenDas vorliegende Kapitel enthält die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Nemetschek Group auf der Grundlage des am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG). Zu den inhaltlichen Anforderungen nach §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB gehört, dass das Unternehmen seine wesentlichen nichtfinanziellen Aktivitäten mindestens hinsichtlich der fünf vorgegebenen Aspekte "Menschenrechte", "Bekämpfung von Korruption", "Arbeitnehmer", "Umwelt" und "Soziales" detailliert und transparent beschreibt. Die Nemetschek Group verwendet für die Erstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung kein externes Rahmenwerk und nutzt stattdessen, wie bereits im Vorjahr, bestehende Strukturen ihres Berichtswesens. Das Geschäftsmodell der Nemetschek Group wird im Kapitel 1 "Grundlagen des Konzerns" dargestellt. 2.2 Corporate Social Responsibility (CSR) bei der Nemetschek GroupGute Unternehmensführung sowie die Übernahme von Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt ist für die Nemetschek Group von zentraler Bedeutung. Die Nemetschek Group hat den Anspruch, die Effizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Baugewerbes durch ihre Softwarelösungen zu erhöhen. Die Gruppe bildet den kompletten Workflow im Lebenszyklus eines Bau- oder Infrastrukturprojekts ab - von der ersten Skizze der Architekten über den Bau bis hin zum Gebäudemanagement und dem Betrieb der Immobilie. Architekten, Ingenieure aller Fachrichtungen, Bauunternehmer, Bauträger, Generalverwalter und Gebäudemanager können so digital und damit ressourcenschonend planen und bauen sowie, nach erfolgtem Bau, Gebäude verwalten. Um eine nachhaltige Entwicklung über Softwarelösungen hinaus zu fördern, hat die Nemetschek Group in ihrem Verhaltenskodex, dem Code of Conduct, Standards für die Art und Weise des Tagesgeschäfts festgelegt. Konkret führt dieser aus: "Das Erscheinungsbild der Nemetschek Group in der Öffentlichkeit wird wesentlich geprägt durch das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes Einzelnen von uns. Jeder von uns ist mitverantwortlich dafür, dass wir als Konzern weltweit unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden." Zu den einzeln benannten Pflichten aller Mitarbeiter gehören unter anderem der Schutz natürlicher Ressourcen, Korruptionsbekämpfung sowie die Pflicht, jegliche Art von Diskriminierung zu unterlassen. Auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist auch der Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmensgruppe. Das Thema Mitarbeiterverantwortung spielt in der Nemetschek Group eine wichtige Rolle. Für die Umsetzung der CSR-Aktivitäten wurde in der Holding eine CSR-Verantwortliche benannt, die gemeinsam mit einem abteilungsübergreifenden CSR-Kernteam relevante Themen erarbeitet und die Umsetzung von Maßnahmen koordiniert. Da die Nemetschek Group mit 16 weitgehend eigenständigen Marken aktiv ist, werden nichtfinanzielle Themen in den Marken dezentral gesteuert. Seit 2017 wurden im Rahmen der CSR-Aktivitäten einige grundlegende und gruppenweite Standards mit Bezug auf wesentliche nichtfinanzielle Themen eingeführt. Das Ziel dabei ist, Nachhaltigkeit in allen Geschäftspraktiken der Nemetschek Group zu verankern. CSR-ORGANISATION DER NEMETSCHEK GROUP
2.3 Wesentliche nichtfinanzielle ThemenUm die Aktualität der wesentlichen nichtfinanziellen Themen abzusichern, wurde 2019 erneut eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Als Grundlage diente die Themenliste der vorhergehenden Analyse aus dem Jahr 2017. Anhand verschiedener externer Rahmenwerke wurden weitere Themen identifiziert und deren Geschäftsrelevanz und Auswirkungen auf Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft analysiert. Zudem wurde geprüft, ob Themen entfallen sind, neu aufgenommen oder mit anderen zusammengeführt werden sollten. Die überarbeitete Liste wurde durch das CSR-Kernteam validiert. Zur Bewertung der Geschäftsrelevanz der Themen wurden vertiefende Interviews mit dem Vorstand bzw. den Leitern der vier Segmente und mit einem Vertreter des Betriebsrats der Nemetschek SE geführt. In einem anschließenden Workshop arbeitete das CSR-Kernteam Auswirkungen der Themen heraus. Alle Ergebnisse hinsichtlich Geschäftsrelevanz und Auswirkungen wurden dann in einer Matrix abgetragen und durch das CSR-Kernteam sowie den für CSR verantwortlichen Vorstand verabschiedet. 2.4 Wesentliche RisikenFür die nichtfinanzielle Berichterstattung betrachtet die Nemetschek Group neben den wesentlichen Risiken für die Geschäftstätigkeit auch Risiken, die wesentliche negative Auswirkungen auf die im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung definierten Belange haben können (§§ 315c i. V. m. 289c Abs. 3 Nr. 3 und 4 HGB). Die Risikobetrachtung beinhaltet die Erfassung der Bruttorisikowerte für Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die nach risikomindernden Maßnahmen verbleibenden Nettorisikopositionen. Hierbei wurden für die im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung definierten Themengebiete keine wesentlichen Risiken identifiziert, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen haben könnten. Somit ergaben sich für das Jahr 2019 keine Risiken, die auf Nettobasis die Wesentlichkeitskriterien gemäß § 289c Abs. 3 Nr. 3 und 4 HGB erfüllen. WESENTLICHKEITSMATRIX DER NEMETSCHEK GROUP
Die Grafik zeigt die als wesentlich ermittelten Themen der Nemetschek Group. Die Themen oberhalb der blau dargestellten Kurve wurden als hoch in Bezug auf die Geschäftsrelevanz und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die jeweiligen Nachhaltigkeitsaspekte priorisiert. Entsprechend den Kriterien des CSR-RUG sind sie Gegenstand dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung. Die ermittelten Themen wurden den nachfolgenden vier Handlungsfeldern zugeordnet:
Nachfolgend werden die vier Handlungsfelder mit ihren übergeordneten Managementansätzen sowie die ermittelten wesentlichen Themen konkret dargestellt. 2.5 Die wesentlichen CSR-Themen der Nemetschek GroupIntegrität und ComplianceTatsächliche oder mutmaßliche Verstöße gegen geltende gesetzliche Bestimmungen, interne Vorschriften oder ethische Standards könnten negative finanzielle Folgen haben. Ebenso könnten sie sich nachteilig auf die Reputation der Nemetschek Group auswirken. Darum lautet das oberste Ziel: Kritische Compliance-Vorfälle vermeiden! Um dies zu erreichen, verfolgt die Nemetschek Group einen präventiven Compliance-Ansatz und lebt eine Unternehmenskultur, in der alle Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert und entsprechend weitergebildet werden. Übergeordneter ManagementansatzUm vertrauensvolle und langfristige Geschäftsbeziehungen zu fördern, setzt die Gruppe auf die transparente und rechtmäßige Abwicklung aller Geschäfte. Darüber hinaus wird von Mitarbeitern ein fairer und respektvoller Umgang im Unternehmen sowie gegenüber Dritten erwartet. Hierfür wurden die wichtigsten Grundsätze und Vorschriften im Code of Conduct der Nemetschek Group zusammengefasst und auf der Unternehmenswebsite auf Deutsch und Englisch bereitgestellt. Er ist für alle Mitarbeiter -ungeachtet ihrer Position - bindend und wurde unternehmensweit bekannt gegeben. ComplianceSchulungen sowie individuelle Auffrischungen zu Compliance-Themen erfolgen aktuell z. B. über E-Mail-Kommunikation und online. Die einzelnen Marken sind dazu angehalten, die Weitergabe von Informationen, den individuellen Rollout von Konzernrichtlinien sowie die markeninterne Durchführung von Schulungen zu Compliance-Themen eigenverantwortlich vorzunehmen. Jeder neue Mitarbeiter hat eine initiale Compliance-Schulung zu absolvieren. Zudem ist vorgesehen, zukünftig weitere thematisch passgenaue, zielgerichtete Präsenzschulungen anzubieten sowie zentrale E-Learning-Strukturen aufzubauen, um Steuerungs- und Auswertungsmöglichkeiten zu verbessern. Die Umsetzung des Compliance-Managementsystems in den Tochtergesellschaften erfolgt durch die Compliance-Verantwortlichen der einzelnen Marken. Vierteljährliche Befragungen aller Marken werden durch den Bereich Corporate Legal & Compliance konsolidiert, überprüft und direkt an den Chief Financial and Operating Officer (CFOO) der Nemetschek Group berichtet. Ergänzend werden im Rahmen eines angewandten Due-Diligence-Prozesses anlassbezogen Ad-hoc-Compliance-Berichte erstellt. Aufsichtsrat und Vorstand werden regelmäßig über Compliance-relevante Themen informiert. Die Nemetschek Group ermutigt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Verhaltensweisen zu melden, die möglicherweise gegen den Code of Conduct verstoßen. Dazu können sie sich in deutscher oder englischer Sprache direkt an Vorgesetzte, zuständige Personalleiter oder den Compliance-Bereich wenden. Zudem können Verstöße anonym an eine beauftragte internationale Anwaltskanzlei außerhalb des Unternehmens übermittelt werden. Sämtliche Hinweise werden zunächst intern mit höchster Vertraulichkeit auf Plausibilität geprüft. Je nach Veranlassung werden weitere Untersuchungen und Schritte eingeleitet. Sofern im Einzelfall notwendig, werden weitere Unternehmensbereiche oder externe Berater hinzugezogen. Der Bereich Corporate Legal & Compliance prüft den Hinweisgeberprozess regelmäßig hinsichtlich seiner Wirksamkeit und passt ihn bei Bedarf an. HINWEISGEBERPROZESS
Nennenswerte und fundierte Compliance-Verstöße wurden im Berichtszeitraum nicht gemeldet. Bei einzelnen gemeldeten Ereignissen ergab die Nachprüfung keinen Handlungsbedarf. Rechtliche Schritte wurden daher in keinem Fall eingeleitet. Faire GeschäftspraktikenAspekte des Themas "Faire Geschäftspraktiken" werden im Code of Conduct an mehreren Stellen behandelt. So wird ausgeführt, welche Erwartungen die Nemetschek Group hinsichtlich der Trennung von Privat- und Konzerninteressen oder an den Umgang mit Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen hat. Im Code of Conduct ist klar formuliert, dass Nemetschek keinerlei Form von Korruption, Bestechung, Bestechlichkeit oder sonstiger rechtswidriger Vorteilsgewährung toleriert. Zudem bekennt sich die Nemetschek Group in ihrem Code of Conduct ohne Einschränkungen zum Wettbewerb mit fairen Mitteln und zur strikten Einhaltung des Kartellrechts. Alle im Konzern Beschäftigten haben in Übereinstimmung mit dem jeweils geltenden Wettbewerbsrecht zu handeln. Vorbeugung von DiskriminierungZum Thema Diskriminierung ist im Code of Conduct klar formuliert: "Jede Art von Diskriminierung ist zu unterlassen. Nemetschek duldet im Konzern vor allem keinerlei Diskriminierung oder Belästigung, sei es aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Religion, Alter, sexueller Orientierung, politischer Einstellung oder gewerkschaftlicher Betätigung." Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich irgendeiner Form von Diskriminierung oder unangemessenem Verhalten ausgesetzt sehen oder solches beobachten, sind aufgerufen, dies über die beschriebenen Berichtskanäle zu melden. Alle gemeldeten Fälle möglicher Diskriminierung wurden im Berichtszeitraum überprüft. Im Ergebnis gab es keine Vorfälle, die disziplinarische und / oder rechtliche Schritte erforderten. UmweltIntakte Ökosysteme sind die Grundlage für gesundes Leben und nachhaltiges Wirtschaften. Da die Baubranche zu den ressourcenintensivsten Branchen gehört und die Nachfrage nach Wohnraum zunimmt, ist die Baubranche gefordert, effizienter zu werden und nachhaltiger zu produzieren. Als Unternehmen der AEC-Branche ist sich die Nemetschek Group ihrer ökologischen Verantwortung bewusst und nimmt diese ernst. Durch ihre Produkte, die die Ressourceneffizienz in der Baubranche verbessern und den möglichst schonenden Einsatz von Ressourcen ermöglichen, leistet sie einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Übergeordneter ManagementansatzUmweltschutz ist bisher durch den Code of Conduct im Unternehmen verankert. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dazu angehalten, bei ihrer Arbeit natürliche Ressourcen zu schonen und bei der Auswahl von Lieferanten, Werbematerialien oder anderen externen Dienstleistungen neben ökonomischen auch ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Ziel der Nemetschek Group ist es, mit ihren Produkten die AEC-Branche nachhaltiger zu gestalten. Hierfür obliegt die Steuerung relevanter Aspekte, insbesondere über die Forschung und Entwicklung, den einzelnen Marken. Seit 2018 wird an einem gruppenweiten Konzept nachhaltiger Produktverantwortung gearbeitet, das den gesamten Produktlebenszyklus berücksichtigt. Der Entwicklungsprozess umfasste verschiedene Workshops auf Holding- und Markenebene und wurde um eine digitale Befragung aller Markenverantwortlichen ergänzt. ProduktverantwortungBei der Entwicklung eines Konzepts für nachhaltige Produktverantwortung hat die Nemetschek Group zwei Dimensionen identifiziert: Nachhaltigkeitsaspekte bei der Entwicklung von Software und bei deren Nutzung im Lebenszyklus eines Bauwerks. Grundpfeiler der Softwareentwicklung der Nemetschek Group sind die digitale Arbeitsmethode BIM sowie offene Standards (Open BIM). Die Nemetschek Group zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich auf die AEC-Branche fokussiert und alle Abläufe im Lebenszyklus eines Bau- oder Infrastrukturprojekts abbilden kann. Architekten, Ingenieure aller Fachrichtungen, Bauunternehmer, Generalverwalter und Gebäudemanager werden so befähigt, vorausschauender zu planen, Informationen leichter auszutauschen und produktiver zusammenzuarbeiten. Dies reduziert den Energie- und Ressourcenverbrauch während des gesamten Bauprozesses. Darüber hinaus ermöglicht die lückenlose virtuelle Dokumentation einfache und gezielte Veränderungen an den Gebäuden oder Infrastrukturbauten, auch Jahre nach ihrer Errichtung. Die Technologien der Nemetschek Group tragen somit zu nachhaltigeren, sichereren und komfortableren Bauwerken bei. Durch präzise Planung können beispielsweise die Aushubmengen oder verwendete Materialien deutlich exakter und sparsamer berechnet werden. Neben der Planungs- und Bauphase optimieren die Lösungen der Nemetschek Group auch die Nutzungsphase. So erlaubt das Produkt EcoDesigner Star der Marke Graphisoft, die Energiebilanz, den voraussichtlichen Energiebedarf und damit die potenziellen CO 2-Emissionen eines Gebäudes anhand des virtuellen Gebäudemodells zu ermitteln. Damit können Bauherren die verschiedenen Entwürfe bezüglich ihres energetischen Verhaltens miteinander vergleichen und optimieren. Die Lösung ist in der Planungssoftware integriert und kann daher beim Architekturplanungsprozess früher und häufiger verwendet werden als bei einem konventionellen Arbeitsablauf, bei dem die Energieanalyse nur ein oder zwei Mal in der Ausführungsplanung vorgenommen wird. Betriebliche RessourcenschonungDas Thema "Betriebliche Ressourcenschonung" wurde bei der 2019 erfolgten Wesentlichkeitsanalyse als wesentlich bestimmt. Da Kennzahlen bisher nicht zentral erfasst oder gesteuert werden, identifiziert die Nemetschek Group gegenwärtig dafür notwendige Maßnahmen. Im Jahr 2020 soll ein gruppenweites Konzept erarbeitet werden. Bei der Ressourcenschonung befinden sich die Marken in verschiedenen Entwicklungsstadien. Aktuelle Maßnahmen einzelner Marken umfassen unter anderem verschiedene Digitalisierungsprojekte wie den elektronischen Versand von Rechnungen, wodurch allein bei einem Tochterunternehmen bis zu 100.000 Seiten Papier pro Jahr eingespart werden. Um den Ressourcenverbrauch zu senken und Abfälle zu vermeiden, gibt es Ansätze, Einwegbecher und Kunststoffflaschen durch wiederverwendbare Gläser und Glasflaschen zu ersetzen. Eine Marke der Nemetschek Group hat beispielsweise eine interne Fokusgruppe zum Thema Recycling und Umwelt gegründet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schult. Kunde und GesellschaftJedes Unternehmen trägt über den Zweck des operativen Geschäfts hinaus gesellschaftliche Verantwortung. Die reine Orientierung an wirtschaftlichen Kennzahlen kann langfristig Risiken erhöhen. Als Geschäftspartner und Arbeitgeber legt die Nemetschek Group besonderen Wert auf langfristige Kundenbeziehungen und intensive Kooperationen im Hochschulbereich. Auf Holdingebene werden daher gemeinsame Ziele und thematische Schwerpunkte koordiniert. Für die Umsetzung sind die einzelnen Marken zuständig, die gezielter und kurzfristiger agieren können. Langfristige KundenbeziehungenZufriedenheit ist ein wichtiger Faktor für langfristige Kundenbeziehungen. Um auf spezifische Kundenbedürfnisse gezielt eingehen zu können, wird das Thema dezentral gesteuert. Die meisten Marken nutzen definierte Kennzahlen, um Kundenzufriedenheit zu messen, zum Beispiel den "Customer Satisfaction Score" (CSAT) und die Kenngröße "Abwanderungsquote" (Churn Rate). Darüber hinaus wird der "Net Promoter Score" (NPS) und die Kennzahl "Things Gone Wrong" genutzt. Die Kunden bewerten dabei sowohl die Funktionalitäten des Produktes als auch die von der Marke erbrachten Serviceleistungen. Kundenstimmen werden über Online-Befragungen, per E-Mail, in direktem Kundenkontakt oder telefonisch eingeholt. Um bereits von Beginn an eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen, bezieht die Nemetschek Group ihre Kunden frühzeitig in die Produktentwicklung ein. Zu den Maßnahmen, die zur Produktqualität und damit zur Kundenzufriedenheit beitragen sollen, gehören insbesondere gemeinsame Entwicklungsprojekte, Kundengremien, Produktvorschauen, Tests in der Betaphase und Workshops. Kooperationen mit UniversitätenDie Nemetschek Group hat ihre Wurzeln im universitären Umfeld. Vor diesem Hintergrund ist die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen ein besonderes Anliegen. Ziel ist es, alle relevanten Institutionen der Kernmärkte, die Architektur- und Bauausbildung anbieten, mit Softwarelösungen zu unterstützen. Dabei werden Talente frühzeitig gefördert, um Gebäude und Infrastrukturprojekte nachhaltig planen, bauen und verwalten zu können. Die Marken engagieren sich über Netzwerkaktivitäten für Studenten und Kunden, z. B. über eigens bereitgestellte Jobplattformen, verschiedene Schulungsformate wie den "Bluebeam Apprentice Day", als Gastredner in Vorlesungen, auf Jobmessen an Universitäten oder über Kooperationen mit Studentenvereinigungen sowie den akademischen Fakultäten. Im Berichtsjahr erfolgte der Rollout eines "Letter of Commitment Education." Dieser setzt Mindeststandards für die Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen. Er definiert zudem, dass jede Marke einen Ansprechpartner für diese Aktivitäten bestimmen muss. Darüber hinaus erklären die Marken, mindestens fünf Prozent ihrer Vertriebsaktivitäten auf die Kooperation mit Bildungseinrichtungen zu verwenden. Weiterhin werden die Marken dazu angehalten, jährlich mindestens eine Sponsoringaktivität durchzuführen. Dabei kann es sich um eigene oder Aktivitäten mit Dritten handeln. Zudem sollen die Marken die Zahl der Studentenlizenzen kontinuierlich steigern. Es ist geplant, dass die Marken den Letter of Commitment Education bis Ende des zweiten Quartals 2020 unterzeichnen und im selben Jahr mit der Umsetzung der Mindeststandards beginnen. MitarbeiterverantwortungHochqualifizierte sowie motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die gesamte Softwarebranche. Das gilt insbesondere für Unternehmen wie die Nemetschek Group, da der AEC-Markt von einer hohen Innovationsgeschwindigkeit geprägt ist und die Gruppe rund ein Viertel des Konzernumsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Dabei ist jedoch der allgemeine Fachkräftemangel eine Herausforderung. Dies gilt umso mehr, da auf dem Arbeitsmarkt alle Nemetschek Marken mit großen Softwareunternehmen konkurrieren. Übergeordneter ManagementansatzUm schnell und agil in den jeweiligen Märkten und Regionen agieren zu können, steuern die einzelnen Marken Personalthemen selbst. Der Bereich Human Resources der Nemetschek SE unterstützt und berät dazu die einzelnen Personalabteilungen. Die Vice President Human Resources steht dem Bereich Personal der Holding vor und berichtet an den CFOO. Dazu steht sie in regelmäßigem, engem Austausch mit den Personalverantwortlichen. Ergänzend werden bedarfsabhängig verschiedene Experten- und Projektgremien einberufen, die sich spezifisch um Einzelthemen kümmern. Mit dem neuen Letter of Commitment, der die ursprünglich geplante HR-Richtlinie ersetzt und dessen Rollout Anfang 2020 vorgesehen ist, definiert die Unternehmensgruppe grundlegende Standards und Mindestanforderungen zu grundsätzlichen Arbeitnehmerthemen sowie zu zentralen Instrumenten der Personalgewinnung, Jahresgesprächen und Angeboten der Gesundheitsförderung. Die Themen "Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", "Vielfalt und Inklusion", "Gesundheitsförderung" und "Aus- und Weiterbildung" werden aber weiterhin dezentral von den Marken gesteuert. Den Marken wird es zudem weiterhin freistehen, markenspezifische Standards festzulegen und eigene HR-Richtlinien zu entwickeln, die über die Mindestanforderungen hinausgehen oder weitere Themen regeln. Gewinnung und Bindung von MitarbeiternDie Suche nach Fachkräften und Talenten bleibt eine große Herausforderung für das Unternehmen. Insbesondere Softwareentwickler und IT-Experten sind weltweit rar. Hinzu kommt, dass die Nemetschek Group als mittelständisches Unternehmen im Wettbewerb mit großen Arbeitgebern aus der Softwarebranche wie beispielsweise Microsoft, Apple und Google steht. Attraktive Arbeitsbedingungen und ein positives Arbeitsumfeld sollen dazu beitragen, die besten Talente für die Nemetschek Group zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Den Erfolg ihrer Maßnahmen misst die Nemetschek Group derzeit noch an der Entwicklung der Mitarbeiterzahl. Eine Messgröße, die die Entwicklung mit Blick auf die gesetzten Ziele besser abbildet, wird aktuell erarbeitet. Zur Gewinnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten die Marken unter anderem flexible Arbeitsmodelle. Zudem besteht seit 2018 ein gruppenweites Jobportal, das von allen Marken genutzt werden kann. Die Mehrzahl der 16 Marken veröffentlicht in dem Portal ihre Stellenanzeigen. Zunächst war es auf das Intranet begrenzt und ermöglichte dort einen konzerninternen Austausch von Fachkräften im Sinne einer Wissensweitergabe. Durch den Relaunch wurde die Konzernwebsite um eine Karriereseite erweitert, auf der sich Links zu den Jobportalen der Tochterunternehmen befinden. Dadurch will die Unternehmensgruppe es Fachkräften erleichtern, die Marke zu finden, die am besten zu ihnen passt. Als weitere Maßnahmen der Mitarbeitergewinnung nutzen die Marken der Nemetschek Group Social-Media-Plattformen wie Xing und Linkedin sowie Kontaktnetze und Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter. 14 Marken belohnen erfolgreiche Empfehlungen mit einem Bonus. Um Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden, arbeitet die Nemetschek Group stetig an der Stärkung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber. Einen Beitrag dazu leisten flexible Arbeitszeitmodelle, die als Standard im Letter of Commitment festgelegt sind. Deren Struktur hängt jeweils vom Geschäftsmodell der einzelnen Marken und von den lokalen Vorschriften ab. Weitere Maßnahmen sind individuelle Fortbildungen und die besondere Förderung von Talenten. Hinzu kommen soziale Angebote wie Sportprogramme und Teamevents. Im Jahr 2019 stieg die Mitarbeiterzahl der Nemetschek Group -Unternehmenszukäufe eingerechnet - um 288 Personen oder 11,1 % gegenüber dem Vorjahr. Das organische Wachstum lag bei 198 Mitarbeitern (+ 7,7 %). Zum 31. Dezember 2019 arbeiteten 2.875 Mitarbeiter bei der Unternehmensgruppe (Vorjahr: 2.587). Aus- und WeiterbildungDie Nemetschek Group setzt auf kontinuierliche Aus- und Weiterbildung. Als Unternehmen, das Digitalisierung nutzt und vorantreibt, bietet die Nemetschek Group auch jungen Menschen eine langfristig gute Perspektive. Durch die frühe Zusammenarbeit können Mitarbeiter kontinuierlich gefördert und entwickelt werden. Der Schulungsbedarf und entsprechende Maßnahmen werden in den jeweiligen Marken gesteuert. Grundlage dafür sind bei allen Marken regelmäßige Mitarbeiterentwicklungsgespräche, in denen Feedback gegeben wird sowie der individuelle Ausblick und konkrete Ziele besprochen werden. Dieser Ansatz und Mindestanforderungen für die Aus- und Weiterbildung sind Gegenstand des oben genannten Letter of Commitments. Die Aus- und Weiterbildungsanforderungen werden in den jährlichen Entwicklungsgesprächen definiert. 2019 fanden diese Entwicklungsgespräche bei allen Marken statt. GesundheitsförderungDamit alle Mitarbeiter der Nemetschek Group kreativ und effizient arbeiten können, ist ein aktives Gesundheitsmanagement wichtig. Alle gesundheitsrelevanten Maßnahmen und Initiativen passt das Unternehmen durchgängig an die sich verändernden Anforderungen durch den stetigen Wandel der Arbeitswelt an. Im Letter of Commitment hat Nemetschek für alle Marken auch Mindestanforderungen für das Gesundheitsmanagement definiert. Die Umsetzung der Maßnahmen wird weiterhin dezentral gesteuert. Im Berichtsjahr boten 15 der 16 Marken ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesundheitsbezogene Maßnahmen an. Neben Wellnessprogrammen gehörten dazu Sport- und Fitnessaktivitäten im Unternehmen oder eine finanzielle Unterstützung für Programme externer Anbieter. Bei der gesundheitlichen Vorsorge konnten Mitarbeiter in unterschiedlichem Ausmaß, je nach Tochterunternehmen, Angebote der Telemedizin, spezifische Untersuchungen (z. B. Augenuntersuchungen) oder geförderte Versicherungen nutzen. Teilweise wurde zudem eine spezielle Büroausstattung (z. B. ergonomische Büromöbel) zur Verfügung gestellt. Förderung von Vielfalt und InklusionAls Teil der Unternehmenskultur wird auch das Thema "Vielfalt" im Unternehmen gelebt. Die Kulturen innerhalb der Nemetschek Group sind sehr unterschiedlich, jedoch stellt diese Individualität einen wichtigen Treiber für die Innovationskraft des Unternehmens dar und soll daher gezielter gefördert werden. Das Thema ist im Jahr 2019 neu als wesentliches Thema ermittelt worden. Im Jahr 2020 plant die Unternehmensgruppe, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. 3 Wirtschaftsbericht3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen WeltwirtschaftDie Weltwirtschaft setzte 2019 ihre positive konjunkturelle Entwicklung insgesamt fort, verlor aber gegenüber dem Vorjahr an Dynamik. Einflussfaktoren waren sowohl die länderübergreifende Schwäche wichtiger Industrien wie zum Beispiel der Automobilbranche als auch die Verringerung des globalen Handelsvolumens. Zudem setzte sich die Unsicherheit über den Handelskonflikt zwischen den USA und China fort. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum konnte die hohen Zuwachsraten des Vorjahres nicht erreichen und ließ spürbar nach. In Großbritannien dürften die Unklarheiten in Bezug auf den Brexit der Auslöser für vergleichsweise geringe Wachstumsraten gewesen sein. Den größten Beitrag zum globalen Wachstum lieferte 2019 erneut China mit 6,2 %. Für das Jahr 2019 ging der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung von einem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,6 % aus (Vorjahr: 3,3 %). EuroraumIm Euroraum zeigte sich die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2019 heterogen, wobei sich insgesamt die verhaltene Dynamik des Vorjahres fortsetzte. Eine Verlangsamung des Wachstumstempos war dabei insbesondere in den großen Mitgliedsstaaten zu beobachten. Ein Grund war die schwächere Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe. Positive Impulse gingen angesichts der guten Lage am Arbeitsmarkt hingegen vom privaten Konsum aus. Das Wachstum der Bruttoanlageinvestitionen im Euroraum ließ spürbar nach, wenngleich das Finanzierungsumfeld sehr positiv erschien. Im September 2019 lockerte die Europäische Zentralbank ihre seit Jahren expansive Geldpolitik nochmals. Der Rückgang der Arbeitslosenquote verlangsamte sich, nicht zuletzt durch die anhaltende Knappheit an Arbeits- und Fachkräften. Für das Jahr 2019 erwartete der Sachverständigenrat im Euroraum ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 % (Vorjahr: 1,9 %). USADie Vereinigten Staaten verzeichneten eine leichte Verlangsamung des Wachstumstempos. Nichtsdestoweniger verbleibt der konjunkturelle Aufschwung robust. Dies wirkte sich zunehmend positiv auf den Arbeitsmarkt aus und ließ die Arbeitslosenquote auf 3,5 % sinken. Nach zuletzt schwächeren Zahlen leistete der private Konsum einen erheblichen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Ein kräftiges Wachstum verzeichneten Investitionen in geistiges Eigentum, darunter sowohl Software als auch Forschung & Entwicklung, während die nichtstaatlichen Bruttoanlageinvestitionen sowie die Investitionen in Ausrüstung und Nichtwohnbauten merklich zurückgingen. Auch die Exporte der Vereinigten Staaten schwächten sich im Berichtsjahr deutlich ab. Durch den Ausgabenanstieg und die Steuersenkungen im Rahmen der Steuerreform (Tax Cuts and Jobs Act) weiteten sich das staatliche Defizit und der Schuldenstand signifikant aus. Nachdem die amerikanische Notenbank Fed ihre Geldpolitik beginnend mit dem Jahr 2016 wieder gestrafft hatte, beschloss sie im Juli 2019 erstmals wieder eine Lockerung. Nach einem Zuwachs von 2,9 % im Vorjahr wurde für die USA von einem Plus von 2,3 % im Jahr 2019 ausgegangen. JapanDie konjunkturelle Entwicklung in Japan blieb positiv, jedoch mit vergleichsweise geringer Dynamik. Japans Außenhandel litt unter den andauernden globalen Handelskonflikten sowie der verlangsamten internationalen Konjunktur. Für das Berichtsjahr zeichnete sich sowohl ein Rückgang der Warenexporte als auch der -importe ab. Die Unternehmen verfolgten ihre Pläne für Investitionen weiter, wenngleich die Zuwachsrate im Vergleich zum Vorjahr geringer war. Die wichtigsten Wachstumsstützen waren der private Konsum sowie die Sonderkonjunktur, bedingt durch die für den Sommer 2020 geplanten Olympischen Spiele in Tokio. Die Bank of Japan bekräftigte ihre expansive Geldpolitik. Insgesamt wurde für das Jahr 2019 eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 0,8 % erwartet - die gleiche Zuwachsrate wie im Jahr zuvor. SchwellenländerDie wirtschaftliche Entwicklung in den großen Schwellenländern zeigte sich heterogen. In China blieb der konjunkturelle Aufschwung erhalten, wenngleich die Wachstumsdynamik etwas an Schwung verlor. So wurde für das Berichtsjahr ein Wirtschaftswachstum von 6,2 % erwartet (Vorjahr: 6,6 %). Dabei wirkten sich insbesondere der Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten sowie geld- und fiskalpolitische Maßnahmen der chinesischen Regierung aus. Nach der restriktiven Geldpolitik der vergangenen Jahre konnte nun eine Trendwende zu einer expansiveren Ausrichtung beobachtet werden. Zeitgleich will China die Kreditvergabe an Unternehmen ausweiten. In Indien konnte das hohe Wachstum des Vorjahres nicht wiederholt werden, wenngleich das Wirtschaftswachstum mit prognostizierten 5,4 % auf einem hohen Niveau blieb (Vorjahr: 7,3 %). Für Russland dürfte das Ausbleiben privater Investitionen einen spürbaren Negativeffekt gehabt haben: Für 2019 wurde von einem geringen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,7 % ausgegangen (Vorjahr: 2,2 %). Insgesamt rechnete der Sachverständigenrat mit einer Steigerung des BIP in den Schwellenländern von 4,5 % (Vorjahr: 5,2 %). Quellen: Jahresgutachten 2019/ 20 Sachverständigenrat; GTAI - Wirtschaftsausblick Russland (November 2019); GTAI - Wirtschaftsausblick Japan (November 2019). Entwicklung der BauwirtschaftEuropaDie europäische Bauwirtschaft setzte ihren konjunkturellen Aufschwung auch im Jahr 2019 fort, wenngleich die Mehrheit der Euroconstruct-Mitgliedsländer die hohen Zuwachsraten des Vorjahres nicht erreichen konnte. Die drei größten Volkswirtschaften entwickelten sich heterogen: Während sich in Deutschland und Frankreich das Wachstum merklich abschwächte (von 1,7 % bzw. 3,4 % im Vorjahr auf 0,8 % bzw. 2,1 %), erwarteten die Branchenexperten von Euroconstruct für Großbritannien eine Steigerung auf 0,7 % (Vorjahr: 0,3 %). Die Niederlande (Rückgang von 6,7 % im Vorjahr auf 3,6 %) und auch Spanien (Rückgang von 6,5 % auf 4,6 %) konnten ihr starkes Vorjahreswachstum nicht halten. In Osteuropa hielt der Aufschwung nach dem Krisenjahr 2016 weiter an. Das größte Wachstum wurde mit 13,3 % für Ungarn prognostiziert, gefolgt von Polen (8,0 %) und Tschechien (3,3 %). Laut aktuellen Vorhersagen wird für den Wohnungsneubau eine Zuwachsrate von 1,3 % geschätzt. Im Infrastrukturbau wird eine konstante Wachstumsrate von 5,1 % erwartet. In Summe rechnete Euroconstruct für die Mitgliedsländer des Branchennetzwerks mit einer Steigerung des Bauvolumens von 2,0 % (Vorjahr: 3,1 %). NordamerikaNach den von Wachstum geprägten Vorjahren stagnierte die konjunkturelle Entwicklung der US-amerikanischen Bauwirtschaft im Jahr 2019. Die Branchenexperten von FMI gingen für das Berichtsjahr von einer Stagnation der Vorjahresbauleistung aus, nach einem Plus von 3,3 % im Vorjahr. Dabei ging die Bauleistung im Wohnungsneubau sogar zurück. Dem gegenüber stand eine steigende Wachstumsdynamik im Infrastrukturbau. Öffentliche Ausgaben für Infrastruktursanierungen und -modernisierungen sind infolge langjähriger Unterinvestitionen erforderlich. Nachdem sich 2018 bereits eine positive Trendwende abgezeichnet hatte, wurde für das Jahr 2019 eine deutliche Zuwachsrate bei Infrastrukturprojekten von 6 % prognostiziert (Vorjahr: +1 %). JapanDer japanische Bausektor zeigte im Jahr 2019 eine aufstrebende Entwicklung, bedingt durch die Expansion des privaten Wohnungsbaus (+1,8 %) und vor allem des Infrastrukturbaus (+8,4 %). Nach dem vorjährigen Rückgang der Bauinvestitionen der öffentlichen Hand wurde für 2019 mit einer Wachstumsrate von 3,1 % gerechnet. Rückläufig waren hingegen die Investitionen im Nichtwohnungsbausektor. Das japanische RICE (Research Institute of Construction and Economy) veranschlagte für das Jahr 2019 einen deutlichen Zuwachs des Bauvolumens um 2,2 % (Vorjahr: 0,3 %). SchwellenländerDie Entwicklung der Bauindustrie in den Schwellenländern zeigte im Jahr 2019 ein gemischtes Bild. Der Bausektor Chinas blieb einer der tragenden Säulen der chinesischen Konjunktur. Insbesondere für den Wohnungsbausektor wurde, wie im Vorjahr, ein prozentual deutlich zweistelliges Wachstum erwartet. Während die Investitionen in den Bürobau stabil blieben, gab es einen deutlichen Rückgang bei den Investitionen in Handelsflächen. Beim staatlichen Infrastrukturbau treibt die chinesische Regierung insbesondere den Ausbau des Eisenbahnnetztes voran. In Indien wurde vom Fortbestand des dynamischen Wachstums in der Baubranche ausgegangen mit dem Infrastruktursektor als treibender Kraft. Eine heterogene Entwicklung zeigte der Hochbau. Der Wohnungsbau in Indien sollte sich im Berichtsjahr leicht erholen, blieb aber sorgenbehaftet. Obwohl insbesondere in den Ballungszentren großer Bedarf an neuem Wohnraum besteht, hemmen Liquiditätsengpässe die Realisierung von Neubauprojekten. Insgesamt entwickelte sich der Hochbau dank der Zuwachsraten im Gewerbesektor aber positiv. In Russland wuchs in der ersten Jahreshälfte 2019 die Bauleistung im Hochbau im Vergleich zum Vorjahr um moderate 0,2 %, speziell dank des privaten Wohnungsbaus. Im Tiefbau hinkte die Realisierung von großen Infrastrukturprojekten dem Zeitplan hinterher. Für 2019 und für die darauffolgenden Jahre wurden weitere Bauprojekte, beispielsweise in Sibirien, mit Fokus auf Verkehrswege und Zugstrecken erwartet. Dies dürfte für zusätzliche Wachstumsimpulse sorgen. Quellen: Euroconstruct Summary Report Warsaw Nov 2019; ifo_Bauwesen_Euro_2019; 2020 FMI Overview; GTAI - Branchencheck - Russland - Dezember 2019; GTAI - Branchenanalyse - Russland - 2019; Invest India - 03.02.2020; GTAI - Branchencheck - Indien - Dezember 2019; GTAI - Branche kompakt - Indien (November 2019); GTAI - Branchencheck - China - Dezember 2019; GTAI -Durchwachsene Stimmung in Chinas Bausektor - Oktober 2019; GTAI - China investiert weniger in Büro- und Handelsflächen - 2019; GTAI - China - Tiefbau - Schienennetz - Apr. 2019; RICE Japan -CONSTRUCTION INVESTMENT - Sept. 2019; NBS National BIM Report 2016 - 2018; JBKnowledge Construction Technology Report 2017 - 2019; BICP Global BIM Study - Lessons for Ireland's BIM Program. Digitalisierung am BauKennzahlen zur Bauwirtschaft sind lediglich einer von mehreren Indikatoren für die Entwicklung der Märkte der Nemetschek Group. Bei der Digitalisierung spielen die Ausgaben für IT und Software eine wichtige Rolle. Mit rund 1,5 % des Umsatzes sind die IT-Ausgaben in der Bauindustrie im Vergleich zu anderen Branchen nach wie vor unterdurchschnittlich. Es wird jedoch erwartet, dass die IT-Ausgaben in der Baubranche über die nächsten Jahre deutlich wachsen werden. Der digitale Wandel wird in der Baubranche wesentlich durch die Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) bestimmt. Der Einsatz der BIM-Methodik ist in den USA oder Singapur sowie in den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Großbritannien bereits weit verbreitet. Großbritannien hatte 2016 mit dem Inkrafttreten des BIM-Level-2-Mandates, das bei öffentlichen Bauvorhaben die Anwendung des sogenannten BIM-Levels 2 verpflichtend vorschreibt, einen entscheidenden Schritt zur flächendeckenden Etablierung von BIM getan. Mit dem geplanten BIM-Level 3 ab dem Jahr 2020 soll in Großbritannien die modellbasierte Zusammenarbeit aller Disziplinen, die den Einsatz von Open BIM erfordert, auf eine neue Stufe gestellt werden. Bereits seit 2014 gibt es auch eine Richtlinie für die EU, die den Einsatz von computergestützten Methoden wie BIM bei der Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen und Ausschreibungen empfiehlt. Inzwischen haben viele europäische Länder die Empfehlungen der EU auf nationaler Ebene umgesetzt. In Deutschland wird BIM durch den Stufenplan "Digitales Planen, Bauen und Betreiben" vorangetrieben. Um die nötigen Qualitätsstandards zu definieren, werden seit 2015 in Pilotprojekten, die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert werden, Erfahrungen gesammelt und Kompetenzen gebündelt. Seit 2017 wird in einer erweiterten Pilotphase BIM in zahlreichen Verkehrsinfrastrukturprojekten eingesetzt. Ab 2020 soll die Nutzung von BIM bei allen neu zu planenden Infrastrukturprojekten der öffentlichen Hand verpflichtend sein. Quellen: Euroconstruct Summary Report Warsaw Nov 2019; HM Government - Construction 2025; NBS National BIM Report 2016 - 2018; JBKnowledge Construction Technology Report 2017 - 2019; BICP Global BIM Study - Lessons for Ireland's BIM Program; EU BIM Task Group; Stufenplan Digitales Planen und Bauen von BMVI; IT Software & Services von Kepler Cheuvreux 11/ 2015; Deloitte 2016 - 2017 Global CIO Survey; BIM Maturity levels in the UK. 3.2 Geschäftsverlauf 2019 und für den Geschäftsverlauf wesentliche EreignisseGesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des KonzernsDie Nemetschek Group blickt zurück auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 mit einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum bei einem überproportionalen EBITDA-Anstieg. Die Wachstumsziele für 2019 bei Umsatz und EBITDA-Marge wurden übertroffen. Wachstumstreiber waren sowohl die organische operative Geschäftsentwicklung als auch die getätigte Akquisition der Marke Spacewell, die erstmals über volle 12 Monate konsolidiert wurde. Im Geschäftsjahr 2019 hat Nemetschek die wesentlichen strategischen Initiativen weiter vorangetrieben, allen voran die Internationalisierung, die Weiterentwicklung der Lösungen und die Adressierung neuer Kunden. Akquisitionen / VerkäufeHoldingebeneAuf Holdingebene wurden im Jahr 2019 keine Akquisitionen vorgenommen. SegmentebeneNachdem die Nemetschek Group zum September 2018 im Segment Manage Spacewell, einen Softwareanbieter für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement mit Sitz in Belgien, übernommen hatte, folgte mit Vertrag vom 11. Januar 2019 der Erwerb von 100 % der Anteile an der Axxerion Group B.V. mit Sitz in Heteren, Niederlande. Axxerion bietet workflowbasierte Cloud-Lösungen für das Facility- und Immobilienmanagement von Unternehmen an. Die als reines SaaS-Modell erhältliche Lösung optimiert Betriebsabläufe wie Datenabfragen, Workflowmanagement, Vertragsverwaltung sowie Instandhaltung. Der Kaufpreis für die Übernahme betrug ca. 75 Mio. EUR (cash- / debt-free). Axxerion wurde in die Spacewell Gruppe integriert. Mit Vertrag vom 5. April 2019 übernahm die Maxon Computer GmbH im Segment Media & Entertainment 100 % der Anteile an der Redshift Rendering Technologies, Inc., Newport Beach, USA. Redshift bietet mit seinem gleichnamigen Produkt eine Renderinglösung für die 3D-Content-Erstellung. Nach dem Erwerb der restlichen 30 % an Maxon und der Berufung eines neuen Managements im Jahr 2018 war die Akquisition von Redshift ein weiterer Schritt zum Ausbau des Segments Media & Entertainment. Der Kaufpreis für die Übernahme setzt sich aus einem fixen Bestandteil von 27,3 Mio. EUR sowie einer nachträglichen Kaufpreiszahlung in Höhe von bis zu 7,6 Mio. EUR (Earn-out) zusammen. Die Earn-out-Komponente ist abhängig vom Erreichen festgelegter Umsatz- und Ertragsziele sowie technischer Meilensteine. Des Weiteren haben die Maxon Computer GmbH und die Gesellschafter der RedGiant LLC am 17. Dezember 2019 eine Vereinbarung über den Zusammenschluss von Maxon und RedGiant unterzeichnet. Im Rahmen der Transaktion erwirbt Maxon das US-Unternehmen RedGiant durch die Kombination einer Barzahlung in Höhe von rund 70 Mio. EUR mit der Gewährung von Anteilen an Maxon. Nach dem Abschluss der Transaktion wird Nemetschek rund 85 % der Anteile an Maxon halten und die ehemaligen Eigentümer von RedGiant rund 15 %. Die Finanzierung erfolgt durch eigene liquide Mittel und über die Aufnahme eines Darlehens. Der Abschluss der Transaktion (Closing) wurde im Januar 2020 vollzogen. RedGiant mit Sitz in Portland, USA, bietet ein umfassendes Produktportfolio aus Motion-Design und innovativen Softwarelösungen für visuelle Effekte an. VerkäufeDie Nemetschek Group veräußerte mit Vertrag vom 28. Juni 2019 ihre Beteiligung von 22,4 % an DocuWare, einem Anbieter von Lösungen für das Dokumenten-Management und Workflows, an das Technologieunternehmen Ricoh. Der Verkaufserlös führte bei der Nemetschek Group zu einem Buchgewinn in Höhe von 29,9 Mio. EUR und ist im Finanzergebnis 2019 abgebildet. Kooperationen und PartnerschaftenUm ihre Marktposition auszubauen und den vielfältigen Kundenanforderungen gerecht zu werden, setzt die Nemetschek Group auch auf Kooperationen und die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Branche oder mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Partnerschaften bestehen sowohl innerhalb der Gruppe unter den Markengesellschaften als auch zwischen Markengesellschaften und externen Adressen. Bereits bestehende Partnerschaften wurden 2019 fortgeführt. 3.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Nemetschek KonzernsErtragslageUmsatzentwicklungDie Nemetschek Group blickt auf ein weiteres sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Über alle Quartale hinweg zeigte der Konzern 2019 mit zweistelligen Steigerungsraten gegenüber den Vorjahreszeiträumen seine nachhaltige Wachstumsstärke. Wie in den Vorjahren war das Umsatzwachstum sowohl durch organische Zuwächse als auch Akquisitionen geprägt. Zudem kam es in allen Quartalen zu positiven Währungseffekten, insbesondere aus dem US-Dollar-Raum. Im Gesamtjahr 2019 stieg der Konzernumsatz um 20,7 % auf 556,9 Mio. EUR (2018: 461,3 Mio. EUR). Damit lag der Konzernumsatz leicht über dem Prognosekorridor von 540 Mio. EUR bis 550 Mio. EUR. Währungsbereinigt konnte der Gesamtumsatz um 18.0 % gesteigert werden. Das Umsatzplus ist sowohl auf das starke organische Wachstum von 15,8 % (währungsbereinigt: 13.1 %) als auch die positive Geschäftsentwicklung der akquirierten Spacewell Gruppe im Segment Manage zurückzuführen. UMSATZENTWICKLUNG UND UMSATZWACHSTUM
Umsatzentwicklung nach wiederkehrenden Umsätzen und SoftwarelizenzenWachstumstreiber im Berichtsjahr waren die wiederkehrenden Umsätze aus Serviceverträgen und Mietmodellen wie Subscription, die sich um 32,6 % (währungsbereinigt: 29,9 %) auf 299.5 Mio. EUR erhöhten (Vorjahr: 225,8 Mio. EUR). Der überproportionale Anstieg spiegelt den strategischen Wandel des Nemetschek Geschäftsmodells wider, neben Lizenzen auch Subscription anzubieten. Auch zukünftig wird die weitere Umstellung auf Mietmodelle das Lizenzwachstum beeinflussen. Der Umsatz aus Subscription erhöhte sich deutlich überproportional zum Konzernwachstum um 114,8 % (währungsbereinigt: 110.6 %) auf 50,3 Mio. EUR (Vorjahr: 23,4 Mio. EUR). Das hohe Wachstum ist auf ein starkes organisches Wachstum bei Mietmodellen und anorganische Wachstumseffekte zurückzuführen. Das rein organische Wachstum der Subscription-Umsätze betrug 70,2 % (währungsbereinigt: 65,7 %). Der Umsatz aus Serviceverträgen stieg um 32,6 % (währungsbereinigt: 29,9 %) von 202,4 Mio. EUR auf 249,2 Mio. EUR. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der wiederkehrenden Umsätze am Gesamtumsatz von 49,0 % im Vorjahr auf 53,8 %. Der Umsatzanteil an Subscription erhöhte sich von 5,0 % im Vorjahr auf 9,0 % im Berichtsjahr. Die Erlöse mit Softwarelizenzen stiegen um 5,2 % (währungsbereinigt: 2,5 %) auf 228,2 Mio. EUR (Vorjahr: 216,8 Mio. EUR). Der Anteil der Softwarelizenzen am Gesamtumsatz sank dementsprechend auf 41,0 % (Vorjahr: 47,0 %). UMSATZ NACH ERLÖSART IN %
Umsatz nach RegionenInsgesamt stiegen die Auslandsumsätze 2019 deutlich stärker als die Umsätze in Deutschland. Im Heimatmarkt, wo die Nemetschek Group bereits eine sehr starke Position innehat, nahmen die Umsätze um rund 10 % gegenüber dem Vorjahr zu. Der Auslandsanteil am Umsatz nahm strategiekonform auf 74,7 % (Vorjahr: 71,8 %) zu. In allen Fokusregionen - Europa, Nordamerika und Asien - konnte die Nemetschek Group im Jahr 2019 wachsen und ihre Marktposition ausweiten. In Europa trugen die Länder zum stärksten Wachstum bei, in denen die Nutzung der BIM-Methodik bereits etabliert bzw. weit fortgeschritten ist. Dazu zählten beispielsweise die nordischen Länder mit einem Wachstum von rund 36 %. Durch die starke Expansion, die Nemetschek in den vergangenen Jahren und auch 2019 in Übersee vollzog, ist Amerika mit einem Umsatzanteil von rund 34 % (Vorjahr: 32 %) mittlerweile der größte Einzelabsatzmarkt des Konzerns. 2019 betrug das Erlöswachstum in Amerika rund 25 %. Die Region Asien / Pazifik verzeichnete ein Wachstum von rund 16 %, wobei der japanische Markt für die Nemetschek Group in dieser Region der größte ist. UMSATZVERTEILUNG NACH REGIONEN IN %
Entwicklung der SegmenteZu Beginn des Geschäftsjahres hat die Nemetschek Group die Organisation durch die neue Vorstands- und Führungsstruktur stärker auf die vier operativen Segmente ausgerichtet. Im Zuge dessen werden zentral anfallende Kosten nicht mehr als Bestandteil des operativen Segmentergebnisses ausgewiesen. Folglich wurden die Vorjahreswerte angepasst. Alle vier Segmente konnten im Geschäftsjahr 2019 ihren Wachstumskurs fortsetzen. Im Segment Design stiegen die Umsätze um 10,2 % (währungsbereinigt: 8,6 %) auf 314,6 Mio. EUR (Vorjahr: 285,4 Mio. EUR). Im Segment Design kam es zu keinen Akquisitionseffekten. Im Fokus der Segmentaktivitäten standen die weitere Internationalisierung sowie neue Releases von Softwarelösungen. Auch wenn das Segment Design bereits hohe Penetrationsraten in den Zielmärkten aufweist, profitierte es von einer steigenden Nachfrage nach 3D-Lösungen im Bereich Architektur und Ingenieurbauwesen und dem damit verbundenen Übergang von 2D- zu 3D-Softwarelösungen, die von den BIM-Regularien gefordert werden. Der Anteil des Segments Design am Konzernumsatz betrug 56,5 % (Vorjahr: 61,9 %). Das Segment-EBITDA stieg überproportional zum Umsatzanstieg um 23,3 % (währungsbereinigt: 21,3 %) auf 102,0 Mio. EUR (Vorjahr: 82,7 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge erhöhte sich entsprechend von 29,0 % im Vorjahr auf 32,4 %. Der starke Anstieg wurde durch die erstmalige Anwendung des neuen IFRS 16 für die Bilanzierung von Leasingverträgen positiv beeinflusst. Bereinigt um diesen Effekt lag die EBITDA-Marge mit 30,0 % ebenfalls über Vorjahr. Gleichzeitig wurde weiter in Produktinnovationen, die weitere Internationalisierung und markenübergreifende Entwicklungsprojekte investiert. Das Segment Build blieb auch 2019 der Bereich mit dem stärksten organischen Umsatzwachstum. Akquisitionseffekte lagen im Segment Build nicht vor. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 25,6 % (währungsbereinigt: 20,7 %) auf 177,7 Mio. EUR (Vorjahr: 141,5 Mio. EUR). Damit macht das Segment mittlerweile 31,9 % (Vorjahr: 30,7 %) des Konzernumsatzes aus. Die Nemetschek Group profitierte im Segment Build von dem noch immer niedrigen Digitalisierungsgrad im Bausektor. Das Wachstum des Segments wurde erneut stark durch die weitere Expansion der US-amerikanischen Bluebeam, der mittlerweile umsatzstärksten Marke in der Nemetschek Group, getrieben. Das EBITDA im Segment Build legte aufgrund der starken operativen Entwicklung deutlich überproportional zum Umsatzwachstum zu. Mit einem Plus von 47,3 % (währungsbereinigt: 40,3 %) erhöhte sich das EBITDA auf 61,6 Mio. EUR (Vorjahr: 41.8 Mio. EUR), was einer EBITDA-Marge von 34,7 % (Vorjahr: 29,6 %) entspricht. Auch bereinigt um den IFRS-16-Effekt lag die Marge mit 31,8 % klar über Vorjahr. Gleichzeitig wurde auch im Segment Build in die weitere Internationalisierung sowie die Weiterentwicklung des Lösungsportfolios investiert. Das Segment Manage, das die Aktivitäten rund um das Gebäudemanagement umfasst, wurde ab September 2018 durch den Neuerwerb Spacewell, der im Berichtsjahr erstmals über volle 12 Monate eingerechnet wurde, deutlich gestärkt. Der Segmentumsatz summierte sich durch das organische Wachstum und den starken anorganischen Beitrag von Spacewell auf 38,5 Mio. EUR (Vorjahr: 13,8 Mio. EUR). Das Wachstum betrug 178,8 % (währungsbereinigt: 178,5 %). Organisch, ohne Spacewell, lag der Zuwachs bei 14,0 % (währungsbereinigt: 14,0 %). Der Umsatzanteil des Segments Manage am Konzernumsatz stieg auf 6,9 % (Vorjahr: 3,0 %). Das Segment-EBITDA stieg leicht unterproportional zum Umsatz von 2,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 7,9 Mio. EUR. Entsprechend lag die EBITDA-Marge unter dem Vorjahreswert von 21,1% und erreichte 20,5 % (bereinigt um IFRS-16-Effekt: 16,9 %). In dem Rückgang spiegeln sich akquisitionsbedingte Kosten sowie die zum Gruppendurchschnitt noch unterdurchschnittliche EBITDA-Marge von Spacewell wider. Spacewell, als neue Dachmarke für dieses Segment, investiert verstärkt in neue Lösungen und die weitere Internationalisierung. Im Segment Media & Entertainment erzielte Nemetschek ein starkes Wachstum bei gleichzeitiger Umstellung auf Subscriptionmodelle. Die Umstellung wurde Ende des dritten Quartals vorgenommen und auf Kundenseite positiv angenommen. Die Erlöse nahmen um 23,2 % (währungsbereinigt: 20,1 %) auf 33.9 Mio. EUR zu (Vorjahr: 27,5 Mio. EUR). Der Umsatzanteil des Segments Media & Entertainment am Gesamtumsatz lag bei 6,1 % (Vorjahr: 6,0 %). Das EBITDA des Segments erreichte 9,4 Mio. EUR (Vorjahr: 11,9 Mio. EUR), sodass die EBITDA-Marge von 43,1 % im Vorjahr auf 27,8 % sank. Bereinigt um den IFRS-16-Effekt lag die Marge bei 26,6 %. In der EBITDA-Marge spiegeln sich Kosten für den Erwerb des US-Unternehmens Redshift Rendering Technologies sowie die Umstellungskosten auf Subscriptionmodelle wider. UMSATZ NACH SEGMENTEN IN %
JAHRESBETRACHTUNG: UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG
ErgebnisentwicklungÜberproportional zum Umsatz stieg das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 36,6 % (währungsbereinigt: 32,8 %) auf 165,7 Mio. EUR (Vorjahr: 121,3 Mio. EUR). Damit erhöhte sich die EBITDA-Marge auf 29,7 % (Vorjahr: 26,3 %) und lag über dem Prognosekorridor von 27 % bis 29 %. Rein organisch wäre das EBITDA um 33,0 % (währungsbereinigt: 29,1 %) gewachsen. Erstmals zu berücksichtigen war ab dem 1. Januar 2019 der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16, demzufolge Leasingverhältnisse jedweder Art (Operate Leasing und Finance Leasing) grundsätzlich bilanzwirksam darzustellen sind. Die Nemetschek Group verzeichnete durch diese Reform auf Ebene des EBITDA einen positiven Effekt von rund 15,2 Mio. EUR. Bereinigt um diesen Effekt lag die EBITDA-Marge mit 27,0 % ebenfalls über Vorjahr. Der starke Gewinn- und Renditeanstieg gelang, obwohl der Konzern auch 2019 in strategische Wachstumsprojekte wie die weitere Internationalisierung, die Weiterentwicklung des Lösungsportfolios sowie in markenübergreifende strategische Initiativen investierte. Diese Investments sollen auch zukünftig der Nemetschek Group ein prozentual zweistelliges Wachstum ermöglichen. Die betrieblichen Aufwendungen vor Abschreibungen nahmen insgesamt um 15,0 % auf 397,4 Mio. EUR zu (Vorjahr: 345,5 Mio. EUR), auch aufgrund des höheren Materialaufwands, der sich um 41,8 % auf 20,2 Mio. EUR (Vorjahr: 14,3 Mio. EUR) erhöhte. In dieser Position spiegeln sich Umsätze mit Lösungen von Drittanbietern wider, die 2019 auch aufgrund von Akquisitionen deutlich über Vorjahr lagen. Die Personalaufwendungen stiegen leicht unterproportional zum Umsatz um 19,4 % auf 239,4 Mio. EUR (Vorjahr: 200,6 Mio. EUR), im Wesentlichen aufgrund der im Jahresdurchschnitt um 16,9 % höheren Beschäftigtenzahl. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen deutlich unterproportional zum Umsatz um 5,4 % auf 137,8 Mio. EUR (Vorjahr: 130,7 Mio. EUR). In dieser Position spiegeln sich Investitionen in externes Personal und EDV-Systeme sowie Rechts- und Beratungskosten, die vor allem im Zusammenhang mit den M&A-Aktivitäten standen, wider. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erhöhten sich aufgrund von gestiegenen Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (PPA-Abschreibungen) sowie höheren Investitionen in das Anlagevermögen. Hinzu kamen erstmalig Abschreibungen in Höhe von 14,7 Mio. EUR aus Leasingverträgen aufgrund des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16. Insgesamt stiegen damit die Abschreibungen von 23,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 42,1 Mio. EUR im Jahr 2019. Die Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation stiegen auf 17,1 Mio. EUR (Vorjahr: 14,7 Mio. EUR), bedingt durch die Neuerwerbe im Jahr 2019 und in der zweiten Jahreshälfte 2018. Das Finanzergebnis war im Wesentlichen geprägt durch einen Einmalertrag in Höhe von 29,9 Mio. EUR aus dem Verkauf der nichtstrategischen Beteiligung an DocuWare. Die Zinsaufwendungen im Finanzergebnis erhöhten sich von 1,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 3,2 Mio. EUR. Neben gestiegenen Zinsen für Bankverbindlichkeiten sind hier auch Zinsen in Höhe von 1,5 Mio. EUR enthalten, die aufgrund des neuen Leasingstandards IFRS 16 im Finanzergebnis ausgewiesen wurden. Insgesamt belief sich das Finanzergebnis auf 30,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR). Bereinigt um den Einmaleffekt aus dem DocuWare-Verkauf lag es bei 0,1 Mio. EUR. Die um DocuWare und IFRS 16 bereinigte Entwicklung zeigt einen Anstieg der Zinsaufwendungen, der insbesondere durch höhere durchschnittliche Akquisitionsdarlehen im Vergleich zum Vorjahr bedingt ist. Das EBITA erhöhte sich zum Vorjahr um 25,0 % auf 140,7 Mio. EUR (Vorjahr: 112,5 Mio. EUR), sodass die EBITA-Marge bei 25,3 % lag (Vorjahr: 24,4 %). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich auf 123,6 Mio. EUR und lag damit um 26,4 % über dem Vorjahreswert (97,8 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erhöhten sich von 23,2 Mio. EUR auf 26,4 Mio. EUR. Die Konzernsteuerquote lag mit 17,2 % unter dem Niveau des Vorjahres (23,3 %). Ein wesentlicher Effekt war der fast steuerfreie DocuWare-Verkauf. Weiterhin erfolgten erstmalige Aktivierungen von Verlustvorträgen und in Vorjahren nicht angesetzte aktive latente Steuern (1,8 Mio. EUR) sowie eine Anpassung im Bereich der latenten Steuern auf Beteiligungsbuchwerte (0,9 Mio. EUR). Die um die vorgenannten Effekte bereinigte Steuerquote betrug 23,1 % und lag damit nahezu auf Vorjahresniveau. Das Periodenergebnis (Konzernergebnis nach Steuern) erhöhte sich von 76,6 Mio. EUR um 66,2 % auf 127,3 Mio. EUR. Der starke Anstieg ist auf das wachsende operative Geschäft und den positiven Einmaleffekt aus dem Verkauf von DocuWare zurückzuführen. Der Jahresüberschuss (Anteilseigner des Mutterunternehmens) erhöhte sich von 76,5 Mio. EUR auf 127,2 Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,10 EUR (Vorjahr: 0,66 EUR), ein Anstieg von 66,3 %. Bereinigt um den Einmalertrag aus dem DocuWare-Verkauf lag der Jahresüberschuss (Anteil Anteilseigner) bei 97,7 Mio. EUR, sodass sich für 2019 ein Zuwachs von 27,7 % errechnet. Das um den DocuWare-Verkauf bereinigte EPS belief sich 2019 auf 0,85 EUR. KONZERN-KENNZAHLEN IM ÜBERBLICK
FinanzlageGrundzüge und Ziele des FinanzmanagementsDas vorrangige Ziel des Finanzmanagements ist es, die finanzielle Stabilität und Flexibilität sowie die Liquidität der Nemetschek Group zu sichern. Dies wird durch ein ausgewogenes Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital erreicht. Im Geschäftsjahr 2019 kam es zu keinen Änderungen der Finanzierungspolitik bzw. des Finanzmanagements. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich im Konzern zum 31. Dezember 2019 um 57,5 Mio. EUR auf 188,1 Mio. EUR, im Wesentlichen bedingt durch die Neuaufnahme von Darlehen in Höhe von rund 130 Mio. EUR für Akquisitionen. Gegenläufig wirkten sich die planmäßigen Tilgungen der langfristig bestehenden Darlehen (42,0 Mio. EUR nach 38,0 Mio. EUR im Vorjahr) sowie von kurzfristig laufenden Akquisitionsdarlehen (30,0 Mio. EUR nach 0 Mio. EUR im Vorjahr) aus. Die Bilanzstruktur des Konzerns zeigte zum Stichtag 31. Dezember 2019 eine Eigenkapitalquote von 40,7 % (Vorjahresstichtag: 43,0 %); bereinigt um die Effekte aus IFRS 16 lag die Eigenkapitalquote bei 44,4 %. LiquiditätsanalyseZum 31. Dezember 2019 verfügte der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 209,1 Mio. EUR, ein Anstieg um 73,2 % gegenüber dem Vorjahreswert (120,7 Mio. EUR). Trotz der im Geschäftsjahr erfolgten Tilgungen aus kurz- und langfristigen Akquisitionsdarlehen in Höhe von 72,0 Mio. EUR und der 2019 erfolgten Dividendenausschüttung in Höhe von 31,2 Mio. EUR besitzt der Konzern damit erhebliche Liquiditätsreserven, um weiter organisch und anorganisch zu wachsen. Ein Teil des Bestands an liquiden Mitteln wurde zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 zum Erwerb der Anteile an der RedGiant LLC verwendet. Der Vorstand verfolgt eine nachhaltige Dividendenpolitik, die eine Ausschüttung von rund 25 % des operativen Cashflows vorsieht. Die Dividendenpolitik steht dabei immer unter der Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft. Bei der Anlage der überschüssigen Liquidität steht grundsätzlich die kurzfristige, risikolose Verfügbarkeit über dem Ziel der Ertragsmaximierung, um im Falle möglicher Akquisitionen schnell auf vorhandene Mittel zurückgreifen zu können und das Risikoprofil des Konzerns niedrig zu halten. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bestanden Euro-Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 185,8 Mio. EUR zur Finanzierung von Unternehmenserwerben. Hierin enthalten sind auch 30 Mio. EUR zur Finanzierung des Erwerbs der RedGiant LLC im Januar 2020. Die Verzinsung der Darlehen liegt zwischen 0,42 % p. a. und 1,03 % p. a. Die Nettoliquidität des Konzerns zum Stichtag 31. Dezember stieg damit auf 21,0 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: Nettoverschuldung von 9,9 Mio. EUR). Zur Sicherstellung eines effizienten Cash- und Liquiditätsmanagements nimmt die Nemetschek SE als Mutterunternehmen ein Cash-Pooling mit ausgewählten Tochtergesellschaften vor. Weitere liquide Mittel fließen der obersten Konzerngesellschaft über die jährlichen Ausschüttungen der Tochtergesellschaften zu. Entwicklung des CashflowsDer Perioden-Cashflow des Konzerns erhöhte sich 2019 um 35,8% auf 164,7 Mio. EUR (Vorjahr: 121,3 Mio. EUR), im Wesentlichen bedingt durch das höhere Jahresergebnis vor Steuern sowie die Abschreibungen auf Nutzungsrechte in Höhe von 14,7 Mio. EUR aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16. Der operative Cashflow konnte 2019 signifikant um 60,8% auf 160,4 Mio. EUR (2018: 99,7 Mio. EUR) gesteigert werden. Neben der Steigerung des Perioden-Cashflows wirkte sich analog zu den Vorjahren das hohe Wachstum bei den Software-Serviceverträgen und den Subscriptionverträgen mit den entsprechenden wiederkehrenden Umsätzen aus. 2019 betrug der Effekt 46,7 Mio. EUR (Vorjahr: 14,9 Mio. EUR). Gegenläufig wirkte sich im Wesentlichen die Steigerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 6,3 Mio. EUR aus. Das Jahr 2018 war durch Sondereffekte geprägt, die sich mit einem Zahlungsanspruch in Höhe von 4,1 Mio. EUR aus einem Investitionszuschuss und einer Kaution für ein angemietetes Gebäude in den USA in Höhe von 5,2 Mio. EUR auswirkten. Der Investitionszuschuss wurde 2019 an die Gruppe gezahlt. Die gezahlten Ertragssteuern stiegen mit 10,8% unterproportional zur Geschäftsentwicklung; die Rückstellungen für kurzfristig fällige Ertragssteuern stiegen dagegen überproportional. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug -83,8 Mio. EUR (Vorjahr: -74,4 Mio. EUR). Im Berichtsjahr waren die Auszahlungen für den Erwerb der Axxerion Gruppe über 73,5 Mio. EUR sowie für den Kauf von Redshift über 24,2 Mio. EUR, jeweils abzüglich erworbener Finanzmittel, die wesentlichen Einflussfaktoren. Durch die Veräußerung der Beteiligung an der DocuWare GmbH konnte ein Erlös von 33,3 Mio. EUR realisiert werden, der zur Tilgung von zwei kurz laufenden Akquisitionsdarlehen genutzt wurde. Darüber hinaus sind Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen in das Anlagevermögen in Höhe von 19,3 Mio. EUR (Vorjahr: 11,3 Mio. EUR) enthalten, die insbesondere durch eine außerordentliche Infrastrukturerweiterung in Höhe von 8,5 Mio. EUR durch den Umzug einer US-Marke im Segment Build in ein neues Firmengebäude geprägt sind. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei 10,7 Mio. EUR (Vorjahr: -10,4 Mio. EUR). Dabei standen den Mittelzuflüssen aus der Aufnahme von Akquisitionsdarlehen in Höhe von 130,0 Mio. EUR (Vorjahr: 86,0 Mio. EUR) die Tilgung von Darlehen (72,5 Mio. EUR) sowie die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2018 (31,2 Mio. EUR) gegenüber. Zudem wurden erstmalig die Zins- und Tilgungsleistungen für Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 in Höhe von 12,8 Mio. EUR ausgewiesen, wobei 11,3 Mio. EUR auf die Tilgung entfielen. Der Finanzmittelfonds betrug zum Jahresende 209,1 Mio. EUR (Jahresbeginn: 120,7 Mio. EUR). CASHFLOW-BETRACHTUNG IN MIO. EUR
Steuerung von LiquiditätsrisikenLiquiditätsrisiken entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, etwaige Verpflichtungen gegenüber der Nemetschek Group im Rahmen der normalen Handelsbedingungen zu erfüllen. Zur Steuerung dieses Risikos nimmt das Unternehmen periodisch eine Einschätzung der Zahlungsfähigkeit seiner Kunden vor. Die hohe Kreditwürdigkeit der Nemetschek Group erlaubt die Beschaffung von weiteren liquiden Mitteln in ausreichendem Maße. Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2019 noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 24,5 Mio. EUR. Nemetschek überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses mittels monatlicher Liquiditätsplanungen. Hierbei werden die Laufzeiten der finanziellen Vermögenswerte (Forderungen, Festgeldanlagen etc.) sowie erwartete Cashflows aus der Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Das Ziel ist, den kontinuierlichen Finanzmittelbedarf fortlaufend zu decken und zugleich Flexibilität in der Finanzierung zu wahren. InvestitionsanalyseUm im AEC-Markt eine führende Marktposition sichern und kontinuierlich neue Anwendungsbereiche erschließen zu können, sind sowohl Investitionen in Kapazitätserweiterungen als auch Ersatz- und Rationalisierungsmaßnahmen erforderlich. Ein wesentlicher Treiber hierfür sind Unternehmenserwerbe. Die Finanzierung von Unternehmenswerben erfolgt zum Großteil über Bankdarlehen, wobei auch eigene Mittel verwendet werden. Die Finanzierung der weiteren Investitionen erfolgt aus dem operativen Cashflow. Die Dividendenausschüttung orientiert sich ebenfalls am operativen Cashflow. Insgesamt investierte die Nemetschek Group im Berichtsjahr 140,6 Mio. EUR (Vorjahr: 88,8 Mio. EUR), davon 17,5 Mio. EUR in Sachanlagen (Vorjahr 10,1 Mio. EUR) und 123,1 Mio. EUR in immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr 78,7 Mio. EUR). Die wesentlichen Investitionen waren hierbei die Unternehmenserwerbe der Axxerion Gruppe (Kaufpreis: 76,8 Mio. EUR) im Segment Manage sowie von Redshift (Kaufpreis: 33,1 Mio. EUR) im Segment Media & Entertainment. Das Vorjahr war durch die Erwerbe der Spacewell Gruppe (Segment Manage, Kaufpreis: 46,1 Mio. EUR) und von 123erfasst.de (Segment Build, Kaufpreis: 17,1 Mio. EUR) geprägt. Darüber hinaus wurden im Wesentlichen Erweiterungs- und Erhaltungsinvestitionen getätigt. Mitte Dezember 2019 hat die Nemetschek Group einen Vertrag über den Erwerb der RedGiant LLC abgeschlossen. Neben einem vorläufigen Barmittelkaufpreis von 71,2 Mio. EUR erhielten die Verkäufer Anteile an der Maxon Computer GmbH. Die Finanzierung des Barmittelkaufpreises erfolgte zu 30 Mio. EUR über ein zum 31. Dezember 2019 bestehendes Bankdarlehen, der Restbetrag aus im Konzern frei verfügbaren Mitteln. Die Transaktion wurde am 7. Januar 2020 abgeschlossen. VermögenslageDie Konzern-Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019 stieg um 47,7 % auf 857,2 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 580,6 Mio. EUR). Auf der Aktivseite der Konzernbilanz erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte von 202,2 Mio. EUR um 46,1 % auf 295,5 Mio. EUR. Ursächlich waren im Wesentlichen die um 88,4 Mio. EUR höheren liquiden Mittel sowie die um 6,3 Mio. EUR höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Steuerforderungen veränderten sich zum Stichtag 31. Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich von 4,2 Mio. EUR auf 3,9 Mio. EUR. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte enthielten im Vorjahr einen Investitionszuschuss für Mietereinbauten in Höhe von 4,1 Mio. EUR, der 2019 gezahlt wurde. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 183,4 Mio. EUR auf 561,7 Mio. EUR. Dabei nahm der Geschäfts- oder Firmenwert von 244,3 Mio. EUR auf 325,0 Mio. EUR zu (+33,0 %). Das ist im Wesentlichen auf die im Berichtsjahr erfolgten Akquisitionen der Axxerion Gruppe mit 54,9 Mio. EUR und von Redshift mit 24,3 Mio. EUR zurückzuführen. Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich ebenfalls im Wesentlichen akquisitionsbedingt um 25,6 Mio. EUR auf 127,7 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 102,1 Mio. EUR). Der Anstieg des Sachanlagevermögens um 10,0 Mio. EUR resultierte neben den getätigten Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen aus Investitionen des Segments Build in die Gebäudeinfrastruktur. Die Anteile an assoziierten Unternehmen reduzierten sich aufgrund der Veräußerung des Anteils an der DocuWare GmbH signifikant um 3,4 Mio. EUR. Auf der Passivseite stiegen die kurzfristigen Schulden um 22,2 % auf 271,6 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 222,3 Mio. EUR). Diese Position enthält unter anderem Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen und abgegrenzte Schulden, die innerhalb eines Jahres fällig sind. Die Position "Kurzfristige Darlehen" beinhaltet mit 56,3 Mio. EUR den in den kommenden 12 Monaten fälligen Rückzahlungsbetrag der langfristigen Akquisitionsdarlehen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen blieben im Vergleich zum Vorjahresstichtag fast konstant bei 12,4 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 12,9 Mio. EUR). Die Zunahme der sonstigen Rückstellungen auf 44,0 Mio. EUR (Vorjahr: 40,6 Mio. EUR) sowie der Umsatzabgrenzungen auf 118,5 Mio. EUR (Vorjahr: 95,1 Mio. EUR) ist ebenfalls auf das deutlich ausgeweitete Geschäftsvolumen zurückzuführen. Die Ertragssteuerverbindlichkeiten erhöhten sich vor allem im kurzfristigen Bereich deutlich um 5,5 Mio. EUR auf 11,0 Mio. EUR (+101,6 %). Die langfristigen Schulden erhöhten sich, hauptsächlich aufgrund der für Akquisitionen neu aufgenommenen Bankdarlehen (55,2 Mio. EUR) sowie der Erstanwendung von IFRS 16 (57,7 Mio. EUR), von 108,7 Mio. EUR auf 236,9 Mio. EUR (+118,1 %). Die passiven latenten Steuern nahmen, ebenfalls im Wesentlichen akquisitionsbedingt, auf 23,3 Mio. EUR zu (31. Dezember 2018: 17,2 Mio. EUR). Die sonstigen langfristigen finanziellen Verpflichtungen stiegen um 3,0 Mio. EUR auf 7,1 Mio. EUR; in dieser Position sind im Wesentlichen die nachträglichen Kaufpreisverpflichtungen aus der Akquisition von Redshift (6,4 Mio. EUR) sowie Neubewertungseffekte der variablen Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb von 123erfasst.de erfasst. Die Eigenkapitalquote verringerte sich zum Ende des Berichtsjahres auf 40,7 % (Vorjahresstichtag: 43,0 %). Der Rückgang resultierte aus der Erstanwendung von IFRS 16. Bereinigt um den Effekt von IFRS 16 würde die Eigenkapitalquote 44,4 % betragen. Durch den im Berichtsjahr vorgenommenen Aktiensplit mit Kapitalerhöhung aus eigenen Mitteln erhöhte sich das Grundkapital um 77,0 Mio. EUR auf 115,5 Mio. EUR. Dem gegenüber reduzierten sich die Gewinnrücklagen. Die kurzfristige Fremdkapitalquote lag bei 31,6 % der Bilanzsumme (Vorjahresstichtag: 38,3 %) und die langfristige Fremdkapitalquote bei 27,6 % (Vorjahresstichtag: 18,7 %). Im Geschäftsjahr 2019 wirkten sich Währungsveränderungen durch die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen im Konzernabschluss mit 3,2 Mio. EUR positiv auf die im Eigenkapital erfassten Umrechnungseffekte aus. Wie in den Vorjahren ermittelte die Nemetschek Group im Rahmen des Wertminderungstests für den Geschäfts- und Firmenwert die Kapitalkosten für die Gruppe von Einheiten, die Zahlungsmittel generiert (WACC = Weighted Average Cost of Capital). Der risikofreie Zinssatz wurde unter Anwendung der sogenannten Svensson-Methode ermittelt und lag zum 31. Dezember 2019 bei 0,2% (Vorjahr: 1,00%). Die Marktrisikoprämie wurde mit 7,5 % (Vorjahr: 6,5 %) angesetzt. Darüber hinaus wurden, sofern notwendig, Länderrisikoprämien berücksichtigt. Es ergeben sich damit Kapitalkostensätze vor Steuern in einer Bandbreite von 12,92% bis 13,50% (Vorjahr: 11,48% bis 13,83%). Bezogen auf die Marktkapitalisierung zum 31. Dezember 2019 und den Planungserwartungen liegt der interne Zinsfuß nach Steuern bei rund 4%. KENNZAHLEN DER BILANZ
Bilanzkennzahlen zu den Segmenten sind dem Anhang zu entnehmen. ÜBERSICHT DER BILANZ IN MIO. EUR
Mitarbeiter der Nemetschek GroupUm in den jeweiligen Märkten und Regionen agieren zu können, steuern die einzelnen Marken Personalthemen eigenständig. Der Bereich Human Resources der Nemetschek SE unterstützt und berät dazu die einzelnen Personalabteilungen. Mehr zum Thema "Mitarbeiterverantwortung" und "Human Resources" finden Sie in der nichtfinanziellen Erklärung unter Punkt 2. Die Nemetschek Group beschäftigte zum 31. Dezember 2019 weltweit 2.875 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 2.587). Das ist ein Zuwachs von 288 Personen bzw. 11,1%. Mitarbeiter in Elternzeit, freie Mitarbeiter und Langzeitkranke sind bei dieser Betrachtung nicht berücksichtigt. Die Mitarbeiterzahl zum Jahresende 2019 beinhaltet 90 Beschäftigte, die durch die Akquisition von Axxerion zu Beginn des Jahres hinzukamen. Bereinigt um diesen Effekt errechnet sich eine Steigerung der Mitarbeiterzahl im Stichtagsvergleich um 198 Personen bzw. 7,7%. Mit 75 % (Vorjahresstichtag: 75 %) war die Mehrzahl der Mitarbeiter der Nemetschek Group zum Jahresende 2019 wie schon im Vorjahr außerhalb Deutschlands beschäftigt. Im Jahresdurchschnitt 2019 beschäftigte die Nemetschek Group weltweit 2.767 Personen, ein Anstieg von 16,7% zum Vorjahr (2.367). Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl im Bereich Forschung und Entwicklung lag bei 1.103 (Vorjahr: 962), das waren 39,9% der Gesamtbelegschaft (Vorjahr: 40,6%). In den Bereichen Vertrieb, Marketing und Hotline arbeiteten im Durchschnitt 1.280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.084). Hinzu kamen 383 Mitarbeiter (Vorjahr: 321) in der Administration (inklusive 15 Auszubildenden nach 14 im Vorjahr). Auszubildende werden primär in den kaufmännischen Abteilungen sowie in den Bereichen IT und Entwicklung beschäftigt. VERTEILUNG DER MITARBEITER NACH REGIONEN
Der Personalaufwand stieg im Jahr 2019 um 19,4% auf 239,4 Mio. EUR (Vorjahr: 200,6 Mio. EUR), was zu einer Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Umsatz) von 43,0% führte (Vorjahr: 43,5%). PERSONALSTRUKTUR
Weitere Informationen zum Thema "Mitarbeiter" sind der nichtfinanziellen Erklärung (Punkt 2) zu entnehmen. 3.4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Nemetschek SEDie folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Nemetschek SE als Muttergesellschaft der Nemetschek Group. Die Angaben erfolgen auf der Grundlage des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes. Das Ergebnis der Nemetschek SE ist abhängig von den Ergebnissen der direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften. Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht ist mit dem nichtfinanziellen Bericht des Mutterunternehmens unter Punkt 2 zusammengefasst. Umsatzentwicklung und ErtragslageDer Umsatz der Nemetschek SE im Berichtsjahr in Höhe von 6,3 Mio. EUR (Vorjahr: 5,3 Mio. EUR) resultierte im Wesentlichen aus Einnahmen aus der Lizenzierung der Dachmarke "A Nemetschek Company". Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit 2,7 Mio. EUR fast auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 3,0 Mio. EUR). Sie beinhalteten im Geschäftsjahr Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 1,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR). Die betrieblichen Aufwendungen von 15,8 Mio. EUR (Vorjahr: 13,1 Mio. EUR) beinhalteten Personalkosten, Beratungskosten und nicht an Tochtergesellschaften weiter verrechenbare sonstige betriebliche Aufwendungen. Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 128,6 Mio. EUR (Vorjahr: 48,2 Mio. EUR) betrafen mit 97,2 Mio. EUR Ausschüttungen der Tochtergesellschaften sowie einen Ertrag in Höhe von 31,3 Mio. EUR aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der DocuWare GmbH. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von 40,0 Mio. EUR (Vorjahr: 24,9 Mio. EUR) resultierten aus den Gewinnabführungen der Allplan GmbH und der Frilo Software GmbH sowie erstmalig aus Abführungen der Nevaris Bausoftware GmbH und der Maxon Computer GmbH. Der Jahresüberschuss der Nemetschek SE stieg auf 150,6 Mio. EUR (Vorjahr 61,4 Mio. EUR). VermögenslageDie Bilanz der Nemetschek SE ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen in Höhe von 586,2 Mio. EUR (Vorjahr 427,2 Mio. EUR). Der weitaus größte Anteil mit 568,1 Mio. EUR (Vorjahr 423,3 Mio. EUR) entfiel dabei auf verbundene Unternehmen. Der Anstieg resultierte mit 82,4 Mio. EUR aus Kapitalerhöhungen der Maxon Computer GmbH für deren Erwerbe der Redshift Rendering Technologies, Inc. (Newport Beach, USA) und der RedGiant LLC (Portland, USA). Weiterhin erfolgte eine Kapitalerhöhung bei der FASEAS International NV als Muttergesellschaft der Spacewell Gruppe in Höhe von 62,3 Mio. EUR zur Finanzierung des Erwerbs an der Axxerion Gruppe (Heteren, Niederlande). Aufgrund nachhaltig gestiegener Ertragserwartungen wurde eine in den Vorjahren vorgenommene Abschreibung auf die Anteile an der Nevaris Bausoftware GmbH in Höhe von 1,7 Mio. EUR zurückgenommen. Des Weiteren erfolgte eine Herabsetzung des Eigenkapitals an der Nemetschek, Inc. um 1,6 Mio. EUR. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen auf 18,8 Mio. EUR (Vorjahr 1,8 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr wurden 1,3 Mio. EUR zurückgezahlt sowie ein neues langfristiges Darlehen an eine Konzerngesellschaft in Höhe von 18.3 Mio. EUR ausgereicht. Beim Umlaufvermögen bestanden zum Bilanzstichtag Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 40.4 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 23,3 Mio. EUR). Die liquiden Mittel beliefen sich Ende 2019 auf 17,0 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 8,1 Mio. EUR). Die Passivseite der Einzelbilanz war zum Bilanzstichtag geprägt durch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Bedingt durch planmäßige Tilgungen und akquisitionsbedingte Neuaufnahmen stiegen diese auf 185,8 Mio. EUR (Vorjahresstichtag: 127,8 Mio. EUR). Das Eigenkapital erhöhte sich um 119,4 Mio. EUR auf 389,2 Mio. EUR. Dem Jahresergebnis 2019 in Höhe von 150,6 Mio. EUR stand die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2018 (31,2 Mio. EUR) gegenüber. Aufgrund eines Hauptversammlungsbeschlusses vom 28. Mai 2019 wurden TEUR 77.000 für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln verwendet. Die Eigenkapitalquote der Nemetschek SE betrug zum Stichtag 60,2 % (Vorjahr 58,4 %). Die Rückstellungen stiegen um 3,4 Mio. EUR auf 10,3 Mio. EUR, vor allem wegen höherer Steuerrückstellungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten im Wesentlichen aus dem Cash-Pooling. Der Anstieg um 2,3 Mio. EUR auf 56,6 Mio. EUR war im Wesentlichen Folge höherer Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pooling mit Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2019 bestanden mit folgenden Tochtergesellschaften Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge: Allplan GmbH, Frilo Software GmbH, Nevaris Bausoftware GmbH und Maxon Computer GmbH. Die Verträge mit der Nevaris Bausoftware GmbH und der Maxon Computer GmbH (beendet zum 31. Dezember 2019) wurden im Jahr 2019 rückwirkend zum 1. Januar 2019 geschlossen. Zwischen der Allplan GmbH und der Allplan Deutschland GmbH sowie zwischen der Allplan GmbH und der Allplan Development Germany GmbH bestanden ebenfalls Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge. FinanzlageDie Investitionstätigkeit der Nemetschek SE war im Geschäftsjahr 2019 im Wesentlichen geprägt durch die Kapitalerhöhungen bei der Maxon Computer GmbH und der Spacewell Gruppe. Für die Neuanschaffungen wurden inklusive Nebenkosten 144,7 Mio. EUR aktiviert. Dem gegenüber stand eine Kapitalherabsetzung in Höhe von 1,6 Mio. EUR bei der Nemetschek, Inc. Die Finanzierungstätigkeit der Nemetschek SE beinhaltete im Wesentlichen Tilgungsleistungen in Höhe von 72,0 Mio. EUR sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 31,2 Mio. EUR (Vorjahr: 28,9 Mio. EUR). Gegenläufig ergaben sich Mittelzuflüsse aufgrund der Aufnahme mehrerer Bankkredite in Höhe von insgesamt 130,0 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden Zinszahlungen für aufgenommene Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mio. EUR geleistet. Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit flossen der Gesellschaft im Wesentlichen Finanzmittel aus Cash-Pooling-Transaktionen sowie Ausschüttungen ausgewählter Tochtergesellschaften zu. Mitarbeiter der Nemetschek SEIm Jahresdurchschnitt 2019 beschäftigte die Nemetschek SE 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 43). Ausblick der Nemetschek SEDie zukünftige Entwicklung der Nemetschek SE mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken ist maßgeblich beeinflusst von den im Chancen- und Risikobericht ausgeführten Prognosen der Nemetschek Group. Auf der Basis der Planungen des Konzerns erwartet die Nemetschek SE auch im Geschäftsjahr 2020 einen Anstieg des Beteiligungsergebnisses. Die Nemetschek SE geht dementsprechend von einer weiterhin positiv verlaufenden Ertragsentwicklung und für 2020 von einem über dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegenden Jahresergebnis aus. Die Gesellschaft plant, auch zukünftig rund 25 % des operativen Konzern-Cashflows an ihre Aktionäre auszuschütten. Die Dividendenpolitik steht dabei immer unter der Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft. 4 Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf des Nemetschek KonzernsDer Vorstand prognostizierte für das Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz in einer Bandbreite von 540 Mio. EUR bis 550 Mio. EUR, und damit ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 17 % bis 19 %. In diesem Wachstum waren anorganische Effekte inbegriffen. Das organische Wachstum wurde mit rund 13 % erwartet. Bei der EBITDA-Marge ging der Vorstand davon aus, das Niveau von 25 % bis 27 % des Konzernumsatzes erneut zu erreichen, ohne Effekte aus der Umstellung auf den neuen Leasingstandard IFRS 16. Inklusive der Effekte aus IFRS 16 erwartete der Vorstand eine EBITDA-Marge zwischen 27 % und 29 %. Auf Segmentbasis erwartete der Vorstand in den Segmenten Design und Media ein Wachstum, das unter dem durchschnittlichen organischen Gruppenwachstum liegt. Im Segment Build hingegen wurde ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum erwartet, das über dem Gruppendurchschnitt liegt, und im Segment Manage ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum, das in einem ähnlichen Korridor liegen sollte wie das geplante organische Gruppenwachstum. Im Segment Manage kam es zusätzlich zu Wachstumseffekten aus Akquisitionen. Im Geschäftsjahr 2019 stieg der Konzernumsatz um 20,7 % auf 556,9 Mio. EUR und lag damit leicht über dem Prognosekorridor von 540 Mio. EUR bis 550 Mio. EUR. Währungsbereinigt konnte der Gesamtumsatz um 18,0 % gesteigert werden. Das organische Wachstum von 15,8 % (währungsbereinigt: 13,1 %) lag ebenfalls über dem Prognosewert von 13 %. Auch auf Segmentbasis wurden die gesteckten Ziele erreicht. Überproportional zum Umsatz stieg 2019 das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das sich um 36,6 % auf 165,7 Mio. EUR erhöhte. Damit nahm auch die EBITDA-Marge (inklusive positiver Effekte aus der erstmaligen Anwendung des neuen IFRS-16-Standards für die Bilanzierung von Leasingverträgen) von 26,3 % im Vorjahr auf 29,7 % zu und lag damit oberhalb der Prognosespanne von 27 % bis 29 %. ÜBERSICHT DER PROGNOSEN ZU IST-ZAHLEN IM GESCHÄFTSJAHR 2019
5 Chancen- und RisikoberichtChancen- und RisikomanagementDas unternehmerische Handeln der Nemetschek Group ist mit Chancen und Risiken verbunden, die vor allem durch die Vielfalt der Geschäftstätigkeiten geprägt sind. Zu ihrer frühzeitigen Erkennung, zur Bewertung und zum richtigen Umgang mit den Chancen und Risiken wird ein Management- und Kontrollsystem eingesetzt. Ziel der Nemetschek Group ist es, nachhaltig und profitabel zu wachsen und den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Um weitere Marktanteile zu gewinnen, sind die nationalen und internationalen Marktpositionen kontinuierlich zu erweitern, Lösungen weiterzuentwickeln und an Markt- und Kundenbedürfnisse anzupassen. Dazu sollen alle Chancen bestmöglich genutzt und Risiken frühzeitig erkannt werden, um geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten und den künftigen Erfolg der Nemetschek Group sicherzustellen. Die generelle Verantwortung für das frühzeitige Erkennen von Chancen und Risiken und für eventuelle Gegenmaßnahmen liegt beim Vorstand und den Segmentverantwortlichen. Dabei unterstützen ihn das Management der Tochtergesellschaften sowie die definierten Riskmanager der Tochtergesellschaften und der Nemetschek SE. In den Verantwortungsbereich der Riskmanager fällt die Zusammenfassung, Bewertung, Auswertung und Berichterstattung der Risiken und der zugehörigen Gegenmaßnahmen. Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems ist auch das Internal Audit, das kontinuierlich die Funktionstüchtigkeit und die Effektivität der Prozesse überwacht. Risiken werden quantitativ und qualitativ konzernweit nach einheitlichen Kriterien und Kategorien zur besseren Vergleichbarkeit bewertet. Vierteljährlich wird im Rahmen einer Risikoinventur die aktuelle Risikolage der Nemetschek Group aktualisiert und dokumentiert. Gleichzeitig sind der Vorstand und die Segmentverantwortlichen für das Erkennen und die Steuerung von Chancen zuständig, die zusätzliches Wachstumspotenzial für die Nemetschek Group ermöglichen können. Im Chancenmanagement werden demnach relevante und umsetzbare Chancen evaluiert, die die strategischen Ziele unterstützen und einen Wettbewerbsvorteil bieten. Das Management in den Tochtergesellschaften unterstützt den Vorstand und die Segmentverantwortlichen dabei, bestehende Chancen zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten und Handlungsalternativen vorzuschlagen. Chancen werden mithilfe von Geschäftsmodellen quantitativ und qualitativ bewertet. Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und internes KontrollsystemGenerell umfassen das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse sowie sämtliche Risiken und Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung. Dies bezieht sich auf alle Teile des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems, die wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben könnten. Ziel des Risikomanagementsystems im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Konformität des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Vorschriften entgegenstehen könnten. Identifizierte Risiken sind hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss zu bewerten. Ziel des internen Kontrollsystems ist es, durch Kontrollen eine hinreichende Sicherheit herzustellen, sodass der Konzernabschluss trotz der identifizierten Risiken im Einklang mit den Vorschriften steht. Sowohl das Risikomanagementsystem als auch das interne Kontrollsystem beziehen sich auf die Nemetschek SE und auf alle für den Konzernabschluss relevanten Tochtergesellschaften mit sämtlichen für die Abschlusserstellung maßgeblichen Prozessen. Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit von Fehlaussagen wird dabei auf die Wahrscheinlichkeit des Eintritts und die Auswirkung auf Umsatz, EBITDA und Bilanzsumme abgestellt. Des Weiteren spielen der Kapitalmarkt und der Einfluss auf den Aktienkurs eine wesentliche Rolle. Wesentliche Elemente zur Risikosteuerung und Kontrolle in der Rechnungslegung sind die Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Kontrollen bei der Abschlusserstellung, konzernweite Richtlinien zur Bilanzierung und Abschlusserstellung sowie angemessene Zugriffsregelungen auf die EDV-Systeme. Das Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung sind auch im Rechnungslegungsprozess wichtige Kontrollprinzipien. Die Beurteilung der Effektivität von internen Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung ist ein integraler Bestandteil der 2019 vom Internal Audit vorgenommenen Prüfungen. Der Aufsichtsrat wird viermal jährlich über die wesentlichen identifizierten Risiken der Nemetschek Group sowie die Effizienz des Risikomanagementsystems und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems informiert. Risiko- und Chancenbewertung und -reportingDie Nemetschek Group analysiert und bewertet Chancen und Risiken systematisch. Dazu werden die Chancen und Risiken quantifiziert und klassifiziert. Um geeignete Maßnahmen zur Bewältigung insbesondere möglicher bestandsgefährdender Risiken vornehmen zu können, werden identifizierte Risiken anhand ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres bei Eintritt erwarteten Ausmaßes in Bezug auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage, den Aktienkurs sowie die Reputation der Nemetschek Group bewertet und anschließend eingestuft. Das Gleiche gilt für die Chancen. RISIKOPOTENZIAL EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT UND AUSMASS DER SCHADENSHÖHE
MarktrisikenÖkonomische Chancen / Risiken (politische und regulatorische Risiken, soziale Konflikte, Instabilitäten, Naturkatastrophen)Die Auftragslage der Kunden kann durch positive oder negative Entwicklungen in der Baubranche und der allgemeinen Wirtschaftslage beeinflusst werden. Die Nemetschek Group ist in unterschiedlichen Märkten und Regionen aktiv. Die Geschäftstätigkeit wird durch Marktfaktoren wie geografische und konjunkturspezifische Konjunkturverläufe sowie politische und finanzwirtschaftliche Veränderungen beeinflusst. Vor allem die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in den vergangenen Jahren volatiler und die konjunkturellen Risiken dadurch größer geworden. Zu erwähnen sind hier die Handelsspannungen zwischen China und den USA, die 2019 für das globale Wirtschaftswachstum eine große Unsicherheitsquelle waren. Im Geschäftsjahr 2019 analysierte die Nemetschek Group insbesondere, inwieweit ein geregelter oder ungeregelter Brexit die Geschäftstätigkeit der Segmente beeinflussen könnte. Auch wenn der Umsatzanteil der Gruppe in Großbritannien bei unter 5 % liegt, ist der Markt zukunftsweisend mit Blick auf den BIM-Standard, der in den vergangenen Jahren hohes Wachstum aufwies. Nemetschek verfolgt laufend die Entwicklung in wichtigen Volkswirtschaften und deren Baubranchen mit allgemein verfügbaren Frühwarnindikatoren wie dem Indikator des Marktinstituts Euro-construct oder dem sogenannten Construction Confidence Indicator (CCI) und einer Analyse der eigenen Vermarktungssituation. Insbesondere die stark adressierten Märkte in Europa, Nordamerika und Asien werden fortlaufend analysiert. Dank der internationalen Vertriebsausrichtung hat das Unternehmen die Möglichkeit einer breiten Risikostreuung. Es gibt keinen einzelnen Kunden mit wesentlichen Umsatzanteilen, ein sogenanntes "Klumpenrisiko" besteht daher nicht. Die Kunden der Nemetschek Group zeichnen sich zudem durch eine hohe Loyalität aus. Die Nemetschek Group ist daher sowohl bei regionaler Aufteilung als auch bei ihrer Kundenstruktur sehr diversifiziert. Auch der hohe Anteil an wiederkehrenden Umsatzerlösen mit mehr als 50 % am Gesamtumsatz stellt einen risikominimierenden Faktor dar. Im Fall einer gesamtwirtschaftlichen Schwächephase steht das Segment Design mit mehr als 50 % der Umsatzerlöse der Nemetschek Group am Anfang des Lebenszyklus von Bauwerken und würde die wirtschaftliche Schwäche zuerst spüren. Erst nachgelagert wäre auch das Segment Build betroffen. Die Segmente Manage und Media & Entertainment adressieren wiederum andere Endkunden, was die Risikostreuung erhöht. Zudem ist das Segment Manage nicht unmittelbar vom Bauprozess abhängig, da in diesem Segment vielmehr Effizienzsteigerungen bei der Verwaltung von Immobilien im Fokus stehen, die gerade in Schwächephasen für Immobilienverwalter von Bedeutung sind. Die Nemetschek Group plant ihre Investitionen und Unternehmensentscheidungen mittel- bis langfristig, sodass kurzfristige Abweichungen nicht das langfristige Gesamtbild entscheidend beeinflussen dürften. Gegebenenfalls werden Konzern- oder Segmentstrategien angepasst. Grundsätzlich wirkt bereits die breite Diversifizierung des Portfolios auf unterschiedliche Endkunden und Branchen zyklischen Entwicklungen entgegen. Branchenchancen / -risikenWesentliche Chancen und Risiken, die eine deutliche Veränderung der wirtschaftlichen Lage der Nemetschek Group hervorrufen könnten, liegen im markt- und branchenbedingten Umfeld. Die Auftragslage und die Finanzkraft der Bauwirtschaft haben Einfluss auf die Investitionen dieser Branche in Softwarelösungen, und damit auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Marktseitig profitiert das Unternehmen von einer stabilen Baukonjunktur und wachsenden Investitionen in Bau- und Infrastrukturprojekte. Insbesondere die von zahlreichen Regierungen angekündigten staatlichen Investitionen in die Infrastruktur bieten weiteres Wachstumspotenzial für die Segmente Design und Build. Bei der Verwaltung von Immobilien ist die Nutzung von Softwarelösungen für Effizienzsteigerungen nach wie vor schwach ausgeprägt, was zu Nachholeffekten führen dürfte. Die Bedeutung der Digitalisierung nimmt im gesamten Lebenszyklus von Bauprojekten somit stetig zu und beschert der Nemetschek Group in allen Segmenten ein stabiles Umfeld. Daher haben sich die potenziellen Branchenrisiken, die mit einer Zurückhaltung der Kunden bei Softwareinvestitionen einhergehen, bisher nicht wesentlich auf die Ertragslage der SE und des Konzerns ausgewirkt. Nemetschek hat als ein führendes Unternehmen der AEC-Branche aufgrund seiner Größe und Kompetenz gute Chancen, die Marktanteile weiter auszubauen und von technologischen Trends sowie der fortschreitenden Digitalisierung zu profitieren. Chancen und Risiken aus WettbewerbsumfeldDie Nemetschek Group agiert in einem sehr wettbewerbsintensiven und technologisch schnelllebigen Markt, der zudem sehr fragmentiert ist. Risiken könnten durch schnellen technologischen Wandel, Innovationen von Wettbewerbern oder durch das Auftreten neuer Marktteilnehmer wie etwa Cloud-Anbieter entstehen. Um diesem Risiko zu begegnen, analysiert die Nemetschek Group den Markt sehr genau und sieht junge innovative Unternehmen auch als potenzielle M&A-Ziele, die das Portfolio der Nemetschek Group ergänzen und erweitern können. Nemetschek schätzt Risiken aus dem Wettbewerbsumfeld daher als niedrig ein, was die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Ausmaß betrifft. Das Unternehmen investiert in hohem Umfang in Forschung und Entwicklung, um das Lösungsportfolio weiterzuentwickeln und Innovationen hervorzubringen, um Kunden einen Mehrwert zu liefern und an sich zu binden. Mit ihren Segmenten Design, Build und Manage deckt die Nemetschek Group den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Bauwerken ab. Hinzu kommt der Bereich Media & Entertainment, der weitestgehend branchenunabhängig ist und sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv entwickelt hat. Aufgrund dieser strategischen Positionierung sieht sich Nemetschek geringeren Risiken ausgesetzt als andere Marktteilnehmer. Die Chancen des Konzerns beim Ausbau seiner Marktposition als führender Anbieter von Softwarelösungen für einen durchgängigen Workflow im gesamten Lebenszyklus von Bauwerken bestehen in der weiteren Internationalisierung sowie im systematischen Ausschöpfen der Potenziale bestehender Märkte - unterstützt durch den konsequenten Einsatz neuer Technologien. Zusammenfassend bedeutet dies:
Operative Chancen / RisikenUnternehmensstrategieChancen und Risiken können auch aus Unternehmensentscheidungen resultieren, die kurz-, mittel- und langfristig das Chancen- und Risikoprofil verändern. Die Wurzeln der Nemetschek Group liegen im Segment Design. Sukzessive hat sich Nemetschek auf weitere wachstumsstarke Märkte entlang des Baulebenszyklus fokussiert. Nachdem das Segment Build in den letzten Jahren deutlich ausgebaut wurde, fokussiert sich Nemetschek nun vermehrt auch auf den Markt des Gebäudemanagements, den sie mit dem Segment Manage adressiert. Die Segmente Build und Manage weisen aufgrund des vorhandenen Marktpotenzials und des noch geringen Digitalisierungsgrades ein hohes Wachstumspotenzial auf. Um den Segmentfokus zu stärken, wurde Anfang 2019 eine neue Vorstands- und Führungsstruktur etabliert. Damit gibt es erstmals für jedes der vier Segmente einen dedizierten Vorstand bzw. Segmentverantwortlichen, der innerhalb des jeweiligen Segments eng mit den Marken zusammenarbeitet und deren Kompetenzen stärker bündelt. Damit ergeben sich neue Chancen und Potenziale, Synergien zwischen den Marken zu heben und gleichzeitig den Kunden noch fokussierter zu adressieren. Die Nemetschek Group versteht sich als Treiber für Building Information Modeling (BIM) und hat in allen AEC-Segmenten eine starke Stellung mit Blick auf diese Arbeitsmethode inne. BIM-Regulierungen in verschiedenen Ländern helfen, dass BIM-Technologien in der Baubranche an Bedeutung gewinnen. Diese Mandate treiben auch die BIM-Standards in anderen Ländern voran und führen zu einer größeren Akzeptanz dieser Arbeitsmethode. Sollte der erwartete Marktbedarf nach BIM-Lösungen schwächer als erwartet sein oder sollten sich ganz andere Technologien und Arbeitsweisen durchsetzen, so könnten die getätigten Investitionen nicht zu den erwarteten Umsätzen führen. Nemetschek trägt diesem Risiko durch eine kontinuierliche Technologie-Evaluierung, die laufende Aktualisierung der Markteinschätzung sowie durch die Ausrichtung der jeweiligen Segment-Strategien auf aktuelle Marktbedingungen Rechnung. Nemetschek ist jedoch davon überzeugt, dass sich im Zuge des Trends zu BIM und der fortschreitenden Digitalisierung neue Geschäftschancen ergeben werden. Vertrieb und MarketingDie weitere Internationalisierung der Nemetschek Geschäfte ist ein strategischer Schwerpunkt, um in verschiedenen Regionen bestehende Marktanteile auszubauen oder aber in neue Märkte einzutreten. Dabei sind die Absatzmärkte im Fokus, die das größte Marktpotenzial und -wachstum bieten. Ein wesentlicher Fokus liegt neben Europa auf dem US-Markt, dem größten AEC-Softwaremarkt weltweit, sowie auf den asiatischen Märkten, insbesondere Japan. Die verschiedenen Vertriebsmodelle der Gruppe basieren auf dem Einsatz von fachkundigen Vertriebspartnern, Wiederverkäufern und qualifizierten Mitarbeitern mit Spezialwissen. Sie tragen zur optimalen Bearbeitung der Kundensegmente bei, sichern eine hohe Kundenzufriedenheit und gewährleisten die Nachhaltigkeit der Ertragssituation. Der Verlust von Vertriebspartnern oder Vertriebsmitarbeitern könnte die Umsatz- und Ertragssituation der Nemetschek Group negativ beeinflussen. Diesem Risiko tragen die Markengesellschaften durch eine sorgfältige Auswahl und Ausbildung sowie Steuerung der Vertriebspartner und -mitarbeiter Rechnung, auch mithilfe von Anreiz- und Leistungssystemen. Den Vertriebsmitarbeitern werden neben Festvergütungen auch erfolgsabhängig variable Prämien oder Provisionen gezahlt. Vertriebsrisiken bestehen auch, wenn sich Tochtergesellschaften entscheiden, in Regionen ein eigenes Vertriebsteam oder einen eigenen Vertriebsstandort aufzubauen, in denen zuvor ein Vertriebspartner tätig war, oder wenn Vertriebspartnerschaften gekündigt werden. Im Zuge des Wechsels könnte es zu Unstimmigkeiten mit dem bisherigen Vertriebspartner oder zu negativen Kundenreaktionen kommen. Solche Szenarien werden aber vor der Umsetzung genau analysiert und sowohl intern als auch mit externen Marktkennern diskutiert. Seit der Implementierung der neuen Führungsstruktur mit Segmentverantwortlichen wird auch dem Thema Co- und Cross-Selling ein größerer Stellenwert eingeräumt, was wiederum die Chance mit sich bringt, bestehende Kunden noch intensiver zu bearbeiten. In der Baubranche zeichnet sich eine steigende Akzeptanz von Mietmodellen über Software-as-a-Service (SaaS) oder Subscription ab, auch wenn regionale Unterschiede bestehen. Diesem zusätzlichen Vermarktungsmodell wird in der Nemetschek Group Rechnung getragen, indem Kunden zusätzlich zum klassischen Lizenzmodell mit oder ohne Wartungsvertrag Software auch mieten können. Die Nemetschek Group geht bewusst den Weg, beide Möglichkeiten anzubieten, um den Kunden größtmögliche Flexibilität zu bieten. Dieses Geschäftsmodell erschließt neue Kunden und Märkte und bietet demnach langfristige Wachstumschancen. Die stärkere Ausrichtung hin zu Subscription bietet auch die Möglichkeit, mehr Umsatz pro Nutzer zu generieren. Insbesondere in den Segmenten Manage und Media & Entertainment stellt die Nemetschek Group ihr Angebot verstärkt um. Risiken entstehen, wenn notwendige Technologien für neue Vertriebsformen wie z. B. Mietmodelle schneller nachgefragt werden als erwartet und die passenden Lösungen noch nicht den Grad der Marktreife haben, den die Kunden erwarten. Nemetschek begegnet dem durch eine schnelle Anpassung und Intensivierung der Entwicklungsaktivitäten. Insbesondere das Angebot von Subscription wird von Nemetschek sehr sorgfältig evaluiert. Dabei werden finanzielle Modelle zur Simulation von Was-wäre-wenn-Szenarien herangezogen, die die Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung verschiedenster Einflussfaktoren simulieren. Produkt und TechnologieEs besteht das grundsätzliche Risiko, dass Wettbewerber einen Innovationsvorsprung erlangen und Kunden von Nemetschek gewinnen. Daher hängt der künftige Geschäftserfolg vor allem von der Fähigkeit ab, innovative Produkte anzubieten, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Durch ihre Organisationsstruktur der vier Segmente mit ihren 16 unternehmerisch geführten Marken ist die Nemetschek Group kunden- und marktnah aufgestellt. Dies ermöglicht es, Veränderungen und Trends frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und umzusetzen. Flache Hierarchien, eine starke Vernetzung der Entscheidungsträger im Unternehmen und funktionsübergreifende Teams erleichtern, dass Chancen zeitnah und zutreffend eingeschätzt werden können. Nicht zuletzt, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben, fließt rund ein Viertel des Konzernumsatzes regelmäßig in Forschung und Entwicklung. Nur durch eine ständige Optimierung der Produktpalette kann die Nemetschek Group den Vorsprung gegenüber Mitbewerbern halten und ausbauen. Aufgrund ihrer Kundennähe und innovativen Lösungen sieht Nemetschek gute Chancen für künftiges profitables Wachstum. Mögliche Risiken bestehen in der Entwicklung von Softwareprodukten, die die Bedürfnisse von Kunden oder interne Qualitätsstandards unzureichend erfüllen. In die Softwareprodukte der Markengesellschaften wird teilweise die Technologie von Dritten eingebunden. Bei deren Verlust oder mangelnder Qualität der Technologie könnte es zu Verzögerungen der eigenen Softwareauslieferung sowie zu erhöhten Aufwendungen für die Beschaffung einer Ersatztechnologie oder für die Qualitätsverbesserung kommen. Die Markengesellschaften tragen diesem Risiko durch eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten und eine angemessene Qualitätssicherung Rechnung. Ein weiteres Beispiel bezüglich Drittanbietern ist, dass diese von On-Premise-Lösungen auf Cloud-Lösungen migrieren. Das kann dazu führen, dass die Marken ihre Lösungen dahingehend anpassen müssen. Risiken entstehen, wenn die Entwicklung der Migration auf Cloud langsamer erfolgt als das Migrationsfenster des Drittanbieters. ProzessrisikenDie Kernprozesse Softwareentwicklung, Vermarktung und Organisation der Nemetschek Group unterliegen einer ständigen Überprüfung und Verbesserung durch das Management der jeweiligen Segmente. Die Leistungsfähigkeit und Zielorientierung dieser Prozesse wird im Rahmen der strategischen und operativen Planung geprüft und optimiert. Dennoch könnten grundsätzlich Risiken darin bestehen, dass infolge unzureichender Ressourcen oder veränderter Rahmenbedingungen die geforderten und geplanten Prozessergebnisse zeitlich und qualitativ nicht den Anforderungen der Kunden entsprechen. Weiteres Risikopotenzial besteht bei der Neuausrichtung der Produktlinien. So könnte die Migration von einem lange im Markt befindlichen Produkt auf eine neue Lösung das Risiko mit sich bringen, Kunden zu verlieren, selbst wenn die Migration innerhalb der Gruppe stattfände. In solchen Fällen achtet die Nemetschek Group darauf, dass die Kommunikation zwischen den Marken gestärkt wird und den Kunden durch eine umfassende Kommunikation die Vorteile der Migration erläutert werden. Auch die Nutzung von Lizenzen seitens Drittanbietern bei den Marken, die nicht compliancekonform genutzt werden, könnte zu Konsequenzen führen. Des Weiteren könnte es in den jeweiligen Marken zu Cyberattacken oder Cyberangriffen kommen, also zu gezielten Angriffen auf spezifische Infrastrukturen von wichtigen Rechnernetzen. Folglich könnten vertrauliche geschäftliche oder private Daten bzw. Informationen nach außen dringen; schlimmstenfalls könnten ganze Systeme ausfallen. Die Nemetschek Group hat entsprechende Maßnahmen zur Abwehr und zur Datensicherheit implementiert. PersonalWenn Führungskräfte oder andere qualifizierte Mitarbeiter die Nemetschek Group verlassen würden und kein entsprechender Ersatz gefunden werden könnte, würde sich das unter Umständen negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn damit der Verlust von Fachwissen einhergeht. Des Weiteren stellt auch der allgemeine Fachkräftemangel weltweit für die Nemetschek Group eine große Herausforderung dar. Die jeweiligen Marken stehen weltweit in Konkurrenz zu großen Softwareplayern, sodass es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden, bieten die Marken neben attraktiven Gehältern auch flexible Arbeitsmodelle. Zudem arbeitet die Nemetschek Group sehr eng mit Universitäten zusammen, lobt Stipendien aus und vergibt Doktorandenstellen, um junge Fachkräfte für sich zu gewinnen. Akquisition und IntegrationAkquisitionen sind fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Durch Zukäufe erweitert die Nemetschek Group ihr Lösungsportfolio, verschafft sich Zugang zu neuen Technologien und / oder regionalen Märkten und schließt somit Lücken in der Wertschöpfungskette. Darüber hinaus werden neue Kundengruppen erreicht und Marktanteile gewonnen, die als relevant und zukunftsträchtig eingeschätzt werden. Auch Investitionen in Start-ups stehen auf der Agenda, um Zugang zu innovativen Technologien zu erlangen. Um Akquisitionschancen bestmöglich nutzen zu können, durchleuchtet die Nemetschek Group mit Mitarbeitern aus dem Bereich M&A und Business-Intelligence die Märkte kontinuierlich auf passende Kandidaten. Gleichzeitig arbeitet sie mit M&A-Beratern zusammen. Des Weiteren bringen die Marken selbst ihr Wissen und ihre Marktbeobachtung in einen professionellen M&A-Prozess ein. Akquisitionen werden vor Vertragsunterzeichnung sorgfältig und systematisch geprüft und geplant. Ein standardisierter Prozess für M&A mit besonderem Augenmerk auf Due Diligence und Post-Merger-Integration ist etabliert. Die Struktur der Nemetschek Group mit eigenständigen Marken ist ein wesentlicher Vorteil, im Bieterprozess den Zuschlag zu bekommen. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmensgründer es bevorzugen, zu einer internationalen Gruppe zu gehören, dabei aber gleichzeitig ihre Identität und ein hohes Maß an operativer Selbstständigkeit zu wahren. Diese Konzernstruktur bietet große Chancen, attraktive Unternehmen zu akquirieren. Gleichzeitig besteht das unternehmerische Risiko, dass sich das erworbene Unternehmen wirtschaftlich nicht wie erwartet entwickelt und die mit seinem Erwerb verfolgten Umsatz- und Ertragsziele nicht erreicht. Nach der Akquisition werden die Unternehmen deshalb zügig in das Berichtswesen, Controlling und Risikomanagementsystem der Nemetschek Group eingebunden. Geschäfts- und Firmenwerte werden jährlich einem Impairment-Test unterzogen. Abschreibungsbedarf bestand im Geschäftsjahr 2019 nicht. Allerdings können künftige Wertminderungen nicht ausgeschlossen werden. Zusammenfassend bedeutet dies:
Rechtliche, Steuer- und Compliance-RisikenSteuerrisikenMit ihren Niederlassungen weltweit unterliegt die Nemetschek Group den lokalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen dieser Vorschriften könnten zu einem höheren steuerlichen Aufwand und damit verbunden zu Mittelabflüssen führen. Des Weiteren würden sich Änderungen auf die gebildeten aktiven und passiven latenten Steuern auswirken. Allerdings ist es auch möglich, dass sich die Änderung von Steuervorschriften positiv auf die Ertragslage der Nemetschek Group auswirkt. So profitiert Nemetschek in den USA von einer niedrigeren Steuerquote als Folge der 2017 eingeführten Steuerreform. Compliance- und Governance-RisikenDas regulatorische Umfeld der im deutschen MDAX und TecDAX gelisteten Nemetschek SE ist komplex und weist eine hohe Regelungsdichte auf. Eine eventuelle Verletzung der Vorschriften könnte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, den Aktienkurs sowie die Reputation des Unternehmens haben. Kunden der Nemetschek Group sind in geringem Umfang auch Regierungen oder Unternehmen im öffentlichen Eigentum. Die Geschäftstätigkeit im Bauwesen ist teilweise geprägt durch Aufträge mit größerem Volumen. Das Vorliegen von Korruption oder auch nur entsprechende Vorwürfe könnten die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen erschweren und negative Auswirkungen auf die weitere wirtschaftliche Tätigkeit, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, den Aktienkurs sowie die Reputation haben. Vor diesem Hintergrund hat Nemetschek mit der verbindlichen Beachtung des "Code of Conduct" für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ein Antikorruptionsprogramm aufgelegt. Compliance und Corporate Responsibility sind seit jeher bei der Nemetschek Group wichtige Bestandteile der Unternehmenskultur. Um das Thema nachhaltig und konzernweit zu vermitteln, wird ein modernes Schulungs-Tool eingesetzt, damit Mitarbeiter potenziell kritische Situationen erkennen und darauf richtig reagieren können. In Bezug auf Sicherheit, Compliance, Datenaufbewahrung und -sicherheit werden die Anforderungen immer höher, was mit steigenden Kosten bei der Produktentwicklung einhergeht und bei nicht zeitnaher Erfüllung auch das Umsatzwachstum verlangsamen könnte. Die Nemetschek Group nimmt sich dieses Themas an und berät auf Holdingebene die jeweiligen Markengesellschaften kontinuierlich. Rechtliche RisikenIn einem international tätigen Unternehmen wie der Nemetschek Group können vertrags-, wettbewerbs-, marken- und patentrechtliche Risiken entstehen. In Hinblick darauf wird nach Maßgabe der Rechnungslegungsvorschriften bilanzielle Vorsorge getroffen. Derlei Risiken begrenzt die Nemetschek Group durch juristische Prüfungen der Rechtsabteilung sowie durch externe Rechtsberater. In der Softwarebranche werden vermehrt Entwicklungen durch Patente geschützt. Die Patent-Aktivitäten betreffen im Wesentlichen den amerikanischen Markt, wobei der Schutz von Software durch Patente auch in anderen Märkten stetig zunimmt. Die Verletzung von Patenten könnte eine negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, den Aktienkurs sowie die Reputation haben. Die Nemetschek Group arbeitet im Vertrieb nicht nur mit eigenen Außendienstorganen, sondern auch mit externen Händlern und Kooperationspartnern zusammen. Das Gleiche gilt für externe Marketingagenturen. Vertriebs- und Marketingpartner könnten ihre Verträge mit Nemetschek entweder gar nicht oder zu nicht akzeptablen Bedingungen erfüllen oder auch nicht erneuern. Vertriebs- oder Marketingvereinbarungen könnten auch gekündigt werden, was Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen und sich somit negativ auf die Geschäftstätigkeit, die Finanz- und Ertragslage auswirken könnte. Rechtliche Risiken können auch im Arbeits- und Mietrecht entstehen, wenn beispielsweise Mitarbeiter entlassen werden oder Marken Mietverträge beenden, verlängern oder neu eingehen. Zusammenfassend bedeutet dies:
FinanzrisikenBei hohen Finanzverbindlichkeiten besteht grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko bei verschlechterter Ertragssituation. Ende 2019 hatte die Nemetschek Group Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von rund 188 Mio. EUR (Vorjahr: rund 130 Mio. EUR). Allerdings generierte der Konzern positive Cashflows, die die Möglichkeit bieten, zukünftig weiterhin in organisches Wachstum und Akquisitionen zu investieren. Die Verfügbarkeit von dezentralen Finanzmitteln wird über ein zentrales Cash-Pooling durch die Nemetschek SE sichergestellt. Grundsätzlich verfolgt der Konzern konservative und risikovermeidende Finanzierungsstrategien. WährungsrisikenDie Nemetschek Group ist als international agierendes Unternehmen Währungskursschwankungen ausgesetzt, vor allem in den Vereinigten Staaten, Japan, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Ungarn und der Schweiz. Durch die weitere Internationalisierung der Konzernaktivitäten wird die Bedeutung von Währungsschwankungen für die Geschäftstätigkeit der Gruppe zunehmen. Diese Risiken sollen durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften ausgeschlossen oder begrenzt werden. Die Währungsschwankungen wirken sich auf Konzernebene nur bedingt aus, da bei den operativen Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums sowohl Umsätze als auch Kosten und Aufwendungen im Wesentlichen in den jeweiligen Landeswährungen anfallen (Natural Hedging). Trotzdem kann es durch Währungsschwankungen in einem der Länder zu Konsequenzen insbesondere bei Vertrieb und Preisgestaltung kommen, was die Umsatz- und Ertragssituation einzelner Marken beeinflussen kann. Im Jahr 2019 führte die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro zu positiven Währungseffekten bei Umsatz und EBITDA. Aufgrund der Unsicherheit bezüglich der weiteren Ausgestaltung des Brexits könnten auch hier Währungsschwankungen des britischen Pfunds die Folge sein. Ausfallrisiken und SteuerungAusfallrisiken werden durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen, die Festlegung von Obergrenzen und Kontrollverfahren sowie durch regelmäßige Mahnzyklen gesteuert. Die Gesellschaft erwartet keine Forderungsausfälle bei Geschäftspartnern, denen eine hohe Kreditwürdigkeit eingeräumt wurde. Die Nemetschek Group hat keine wesentliche Konzentration von Kreditrisiken bei einem einzelnen Kunden oder einer bestimmten Kundengruppe. Aus heutiger Sicht ergibt sich das maximale Ausfallrisiko aus den in der Bilanz abgebildeten Beträgen. Die Nemetschek Group schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Kunden, die mit dem Unternehmen wesentliche Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden bei Überschreitung von Wesentlichkeitsgrenzen einer Bonitätsprüfung unterzogen. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass das Unternehmen keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Werden Ausfallrisiken identifiziert, erfolgt die Bildung einer angemessenen bilanziellen Vorsorge. In der Unternehmensgruppe besteht aus heutiger Sicht keine wesentliche Konzentration von Ausfallrisiken. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten von Nemetschek wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. ZinsrisikoAufgrund der derzeitigen Finanzierungsstruktur der Nemetschek Group besteht aus Sicht des Managements kein wesentliches Zinsrisiko. Zusammenfassend bedeutet dies:
Zusammenfassende Beurteilung der Chancen- und Risikosituation des KonzernsInsgesamt haben die identifizierten Risiken für die Nemetschek Group weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit bestandsgefährdenden Charakter. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich 2019 keine wesentlichen Änderungen bei der Gesamtrisikoposition und den beschriebenen Einzelrisiken. Nach Überzeugung des Vorstands sind die Risiken begrenzt und überschaubar. Die Finanzbasis des Unternehmens ist weiterhin als solide zu bezeichnen. Die Konzerneigenkapitalquote ist mit 40,7 % weiterhin auf einem hohen Niveau und eine ausreichende Liquiditätssituation vorhanden. Die Nemetschek Group plant, verstärkt an den vorstehend beschriebenen Chancen zu partizipieren, Marktchancen zu nutzen und ihre Marktposition in den kommenden Jahren weiter auszubauen. 6 Prognosebericht 2020Wirtschaftliche RahmenbedingungenDie globale Konjunkturentwicklung beeinflusst die zukünftige Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Nemetschek Group als weltweit tätiger Konzern. In seinem letzten Jahresgutachten 2019 / 2020 erwartete der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für das Jahr 2020 noch eine Stabilisierung mit einem Wachstum von 2,6 %, jedoch keine spürbare Belebung der Weltwirtschaft, zumal die hohen Risiken und Unsicherheiten wie beispielsweise eine Eskalation der globalen Handelskonflikte weiter präsent sind. Durch den Ausbruch des sogenannten Coronavirus (Covid-19) in China und der darauffolgenden Ausbreitung der Krankheit auf zahlreiche andere Länder hat sich die Lage der Weltwirtschaft im Laufe des ersten Quartals jedoch deutlich verändert. Aktuell besteht aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) ein stetig steigendes Maß an Ungewissheit für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Die OECD erwartet bereits Anfang März 2020 einen negativen Effekt von 0,5 Prozentpunkten auf das globale Wirtschaftswachstum, wobei die Regionen unterschiedlich betroffen seien. Es ist davon auszugehen, dass mit fortschreitender Krise sukzessive weitere Neueinschätzungen der konjunkturellen Entwicklung sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene erfolgen werden. In Europa verunsichern neben den massiven Einschränkungen durch Covid-19 die möglichen Auswirkungen des EU-Austritts Großbritanniens. Trotz einer Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung wird von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote ausgegangen. Die sich abschwächende Wirtschaftsdynamik dürfte sich in den Vereinigten Staaten auch im Jahr 2020 fortsetzen. Als Ursachen werden neben den seit Januar 2018 andauernden handelspolitischen Maßnahmen die geringeren Exporte, eine geringere Investitionsdynamik sowie der nachlassende Privatkonsum angeführt. Gegenläufig wirken sich die Unternehmenssteuerreform und die fiskalpolitischen Impulse der US-Regierung aus. Die anhaltenden Handelskonflikte, nachlassende öffentliche Investitionen und der schwächere öffentliche Konsum trüben die Wirtschaftsaussichten Japans. Darüber hinaus dürfte auch der private Konsum in Folge der Erhöhung der Mehrwertsteuer im Oktober 2019 weiter an Schwung verlieren. Verbesserungen könnte es jedoch im Außenhandel geben. So soll im Jahr 2020 mit dem geplanten Abschluss der sogenannten Regional Comprehensive Economic Partnership, bestehend aus 15 Staaten, eine weitere starke Freihandelsinitiative in Kraft treten. Der Sachverständigenrat ging zu Jahresbeginn für die Schwellenländer von einer anhaltend hohen Wachstumsdynamik aus. Dabei wurde erstmals davon ausgegangen, dass Indien und nicht China den größten Wachstumsbeitrag leisten wird. Jedoch ist auch hier zu erwähnen, dass die negativen Folgen der weltweiten Covid-19-Pandemie noch nicht berücksichtigt wurden und insbesondere eine stärkere Abschwächung der chinesischen Wirtschaft durch Covid-19 starke negative Auswirkungen auf das globale Wachstum haben könnte. Quellen: Jahresgutachten 2019/ 20 Sachverständigenrat; GTAI - Wirtschaftsausblick Japan (November 2019); Schätzungen der OECD. BauwirtschaftFür Europa erwarteten die Experten von Euroconstruct in ihrer letzten Schätzung eine Fortsetzung des Wachstumskurses der Baubranche auch in den kommenden Jahren, wobei sich die einzelnen Länder unterschiedlich entwickeln würden. Insbesondere die großen Volkswirtschaften sehen sich verschiedenen Herausforderungen ausgesetzt. Während in Frankreich noch von einem moderaten Wachstum des Bauvolumens um 0,4 % ausgegangen wurde, prognostizierte Euroconstruct für Deutschland einen Rückgang der Bauleistung um 0,6 % im Jahr 2020. Positiver, mit einem Plus von 1,4 %, wurden die Aussichten für das Vereinigte Königreich gesehen: Nachlassenden Investitionen im Gewerbebau, steigenden Baupreisen sowie den anhaltenden Unsicherheiten aufgrund des Brexits stehen demnach positive Impulse einiger Großprojekte im britischen Tief- und Wohnungsbau gegenüber. Die größten Steigerungsraten in Europa wurden für Irland (+6,3 %), Ungarn (+5,4 %) und Polen (+4,2 %) prognostiziert. Außer für Deutschland gingen die Experten auch für die Schweiz, Schweden und Finnland von Rückgängen der Bauleistung im Jahr 2020 aus. In Summe wurde für die Mitgliedsländer des Euroconstruct-Netzwerks für das Jahr 2020 ein Anstieg des Bauvolumens um 1,1% erwartet. Alle Prognosen wurden jedoch vor Ausbruch der weltweiten Covid-19-Pandemie ausgegeben, deren Auswirkungen auf die Bautätigkeit in den einzelnen Ländern abzuwarten bleiben. Laut den Experten des Branchendienstes FMI wird die US-Bauwirtschaft nach zuletzt stagnierender Entwicklung wieder zulegen. Demnach dürften die Bauausgaben 2020 um 1,4 % steigen. Dabei wurde insbesondere mit einem Anstieg der Infrastrukturausgaben gerechnet (+5,2 %). Auch der Wohnungsbau dürfte sich von den zuletzt negativen Wachstumszahlen erholen und moderat zulegen. Für den Gewerbebau wurde ein anhaltend moderates Wachstum prognostiziert. Auch diese Einschätzungen berücksichtigten mögliche Auswirkungen der Covid-19-Krise noch nicht. Für Japan wurde davon ausgegangen, dass sich die positive Baukonjunktur fortsetzen wird. Ein Indikator sind die inländischen Bauanträge, die sich Ende 2019 auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren befanden. Darunter befinden sich neben Modernisierungsprojekten insbesondere der Neubau von Hotels und Gewerbekomplexen. Für das Jahr 2020 ist darüber hinaus eine moderate Steigerung der Bauausgaben der öffentlichen Hand geplant. Im Wohnungsbau hingegen wurde mit einem Rückgang gerechnet. Insgesamt erwartete das japanische RICE (Research Institute of Construction and Economy) einen Anstieg des Bauvolumens um 0,8 %. Quellen: GTAI - Japans Baukonjunktur soll sich fortsetzen - September 2019; RICE Japan -CONSTRUCTION INVESTMENT - Sept. 2019 Euroconstruct Summary Report Warsaw Nov. 2019; ifo_Bauwesen_Euro_2019 GTAI - Branchencheck - USA - Dezember 2019; 2020 FMI Overview; GTAI - Branche kompakt - USA - Nov. 2019. Digitalisierung am BauWie unter Punkt 3.1 erläutert, sind die Kennzahlen zur Bauwirtschaft lediglich einer von mehreren Indikatoren für die zukünftige Entwicklung der Märkte der Nemetschek Group. Neben den in Summe positiven Impulsen aus der Bauwirtschaft waren zu Beginn des Jahres 2020 auch die branchenspezifischen Wachstumstreiber weiterhin intakt. Die Nemetschek Group bewegt sich in Märkten, die ein großes Wachstumspotenzial aufweisen, da der Stand der Digitalisierung und die damit verbundenen IT-Ausgaben in der Bauindustrie weit unter anderen Industrien liegen. Die Digitalisierung in der AEC-Industrie wird im Wesentlichen durch den Einsatz der digitalen Arbeitsmethode BIM bestimmt. In Ländern wie den USA, Singapur, Skandinavien oder Großbritannien gibt es bereits BIM-Regularien, die den Einsatz von BIMSoftware bei staatlich finanzierten Bauprojekten vorschreiben. Weitere Länder in der EU und Asien werden diese Regeln adaptieren. Nicht zuletzt wird BIM auch im privaten Wohnungsbau eine immer stärkere Rolle spielen, was das Wachstum in diesem Markt weiter vorantreiben dürfte. UnternehmenserwartungDie Nemetschek Group wird ihre auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtete Geschäftspolitik fortsetzen und in die weitere Internationalisierung sowie die Entwicklung von Lösungen der neuen Generation investieren. Des Weiteren wird sie ihre strategischen Initiativen innerhalb der vier Segmente weiter vorantreiben. InternationalisierungAls ein weltweit tätiges Unternehmen in der AEC-Industrie fokussiert sich die Nemetschek Group auf jene Märkte, die aktuell das größte Potenzial bieten und bereits heute BIM verpflichtend vorschreiben oder dabei sind, BIM-Standards zu etablieren. Neben den europäischen Märkten fokussiert sich die Nemetschek Group auf Regionen in Asien, darunter beispielsweise Japan, sowie auf die USA. Die USA sind weltweit der größte Einzelmarkt für AEC-Software und mittlerweile auch für die Nemetschek Group ein wichtiger Absatzmarkt. Der Konzern hat sich in diesem wettbewerbsintensiven Markt überdurchschnittlich entwickelt. Der US-Markt wird daher auch zukünftig ein wesentlicher Absatzmarkt für die Nemetschek Group darstellen. Ein großer Wachstumstreiber der Nemetschek Group bleibt somit die Internationalisierung: Die Marken in den USA und Europa befruchten sich bei ihrer Expansion gegenseitig. Lösungen der neuen Generation und VertriebsansatzMit der neuen Vorstands- und Führungsstruktur wurde bereits 2019 der Fokus auf die vier Segmente gestärkt. Damit gibt es erstmals für jedes der vier Segmente einen zugeordneten Vorstand bzw. Segmentverantwortlichen, der eng mit den Marken des Segments zusammenarbeitet. Dadurch wird dem strategischen Ziel Rechnung getragen, die Kompetenzen der Markengesellschaften noch stärker in den kundenorientierten Segmenten zu bündeln, Synergien zu heben und Segmentstrategien für die jeweiligen Kundengruppen oder übergreifende Vorgehen zu entwickeln. Ziel ist es, mit innovativen Lösungen den Workflow im Bauprozess effizienter zu gestalten, neue Kundensegmente zu adressieren, die Zusammenarbeit der Markengesellschaften bei ihren internationalen Wachstumsstrategien zu unterstützen sowie Best Practices innerhalb der Gruppe zu teilen. Als Folge der weltweit stark steigenden Investitionen in den Infrastruktursektor wird sich die Nemetschek Group neben dem Gebäudemarkt zukünftig auch verstärkt auf den Infrastrukturmarkt - hierbei insbesondere auf den Brücken- und Tunnelbau -fokussieren. Die Marken der Nemetschek Group werden ihren Kunden weiterhin eine hohe Flexibilität beim Bezug der Software anbieten: als Lizenzmodell inklusive der Option eines Servicevertrags sowie als Mietmodell (Subscription oder Software-as-a-Service). Insbesondere die Mietmodelle ermöglichen es Nemetschek, neue Kundengruppen zu erschließen, da Kunden nun auch zeitlich flexibel und ohne einmalige Lizenzgebühr die Software nutzen können. Entwicklung - organisch und anorganischDie organische Entwicklung der Nemetschek Group soll auch weiterhin durch wertsteigernde Akquisitionen ergänzt werden. Das Ziel hierbei ist es, Lücken im Konzernportfolio zu schließen und somit die Technologiekompetenz im Workflow von Bauprozessen zu erweitern bzw. abzurunden. Ein weiteres Akquisitionsziel ist, die Marktanteile der Nemetschek Group in den internationalen Märkten zu erhöhen. Dank der hohen Cashflows sowie einer soliden Bilanz verfügt die Nemetschek Group über die finanziellen Mittel, das geplante künftige Wachstum organisch und anorganisch durch Übernahmen, Kooperationen und Partnerschaften zu finanzieren. Akquisitionen können wie bisher auch aus dem laufenden Cashflow, den vorhandenen Liquiditätsbeständen sowie durch die Aufnahme von Fremdkapital finanziert werden. Investitionen und LiquiditätWie in den Vorjahren soll auch 2020 der operative Cashflow die Konzernliquidität erhöhen sowie genügend Spielraum für geplante Investitionen der einzelnen Segmente in Entwicklung, Vertrieb und Marketing bieten. Wichtige Kostenpositionen bei der Nemetschek Group sind Personalaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen. Die Nemetschek Group wird auch 2020 gezielt und weltweit zusätzliche Experten rekrutieren und geht daher von einem weiterhin moderaten Anstieg der Personalaufwendungen aus. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten zu einem guten Teil Vertriebsaufwendungen und werden angesichts der geplanten weiteren internationalen Expansion auch 2020 tendenziell steigen. DividendeDie auf Kontinuität ausgerichtete, aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der Nemetschek SE soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Die Gesellschaft plant, auch zukünftig ihre Aktionäre am wirtschaftlichen Erfolg angemessen teilhaben zu lassen, immer unter der Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft. Gesamtaussage zur voraussichtlichen EntwicklungPrognose für den Nemetschek KonzernAufgrund der langfristig intakten Wachstumstrends in den relevanten Märkten und der starken Positionierung des Unternehmens in vielen Ländern mit großem Nachholpotenzial bei der Digitalisierung blickt der Vorstand trotz des aktuell sehr unsicheren Umfelds aufgrund der weltweiten Covid-19-Pandemie weiterhin grundsätzlich positiv in die Zukunft. Mögliche direkte und indirekte Auswirkungen von Covid-19 auf die Geschäftstätigkeit der Nemetschek Group sind derzeit in Ausmaß, Dauer und der geografischen Ausbreitung nicht verlässlich einzuschätzen. Dessen ungeachtet verliefen die ersten zwei Monate 2020 nach Plan. Durch den deutlich steigenden Anteil wiederkehrender Umsätze aus Serviceverträgen und Subscription, die mittlerweile 54 % der Konzernerlöse ausmachen, hat Nemetschek ein höheres Maß an Planungssicherheit als in früheren Krisen wie etwa der sogenannten Finanzkrise der Jahre 2008 / 2009. Zudem bieten die internationale Aufstellung des Konzerns und die Adressierung unterschiedlicher Kundengruppen über die vier Segmente hinweg eine breitere Risikodiversifizierung als in der Vergangenheit. Hinzu kommt die sehr solide Finanzstruktur der Nemetschek Group mit einer Eigenkapitalquote von rund 41 % und einer hohen Cash-Generierung. Generell ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung der für die Nemetschek Group wichtigen Wechselkurse die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns beeinflusst und in der Folge auch auf den Ausblick Einfluss haben kann. Wichtige Fremdwährungen sind insbesondere der US-Dollar und der ungarische Forint. Ungeachtet der strategischen Vorteile tragen die Erwartungen des Vorstands an das Jahr 2020 der weltweiten Ausnahmesituation mit der gebotenen Vorsicht Rechnung: Unter Berücksichtigung von Wechselkursschwankungen und den stark gestiegenen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten geht der Vorstand aus heutiger Sicht von einer zumindest stabilen Entwicklung bzw. leichten Steigerung des Konzernumsatzes aus. Die EBITDA-Marge wird 2020 bei mehr als 26 % des Konzernumsatzes erwartet. Diese Prognosen stehen unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass sich die weltwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen, vor allem aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie, nicht signifikant verschlechtern. Der Vorstand wird die weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie und deren Folgen auf die Wirtschaft und das Geschäftsmodell der Nemetschek Group genau verfolgen. Hinweis zum AusblickDieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen - also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie "erwarten", "beabsichtigen", "planen", "einschätzen" oder ähnlichen Begriffen. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf den heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der Nemetschek Group liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivität, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse der Nemetschek Group. Dies kann dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen der Nemetschek Group wesentlich von den in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen. 7 Sonstige Angaben, Vergütungsbericht7.1 Bericht zur Unternehmenssteuerung und Erklärung zur UnternehmensführungEntsprechenserklärung gemäß § 161 AktGDer Aufsichtsrat und der Vorstand haben sich auch im Geschäftsjahr 2019 fortwährend mit den Grundsätzen guter Unternehmensführung auseinandergesetzt. Im Dezember 2019 haben Aufsichtsrat und Vorstand eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Website der Nemetschek Group dauerhaft zugänglich gemacht. Den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" wurde und wird in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit Beschlüssen aus der Plenarsitzung vom 7. Februar 2017, bekannt gemacht im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April 2017 (nachfolgend "Kodex"), mit folgenden Ausnahmen entsprochen:
Die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ist auf der Website www.nemetschek.com veröffentlicht. Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werdenNemetschek soll weltweit als ein verantwortlich handelndes Unternehmen mit hohen ethischen und rechtlichen Maßstäben wahrgenommen werden. Gemeinsame Grundlage des Handelns ist die spezifische Kultur der Nemetschek Group. Sie spiegelt sich im fairen und respektvollen Umgang der Kollegen miteinander und gegenüber Dritten wider und zeichnet sich durch Leistungsbereitschaft, offene Kommunikation, Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und durch die Schonung natürlicher Ressourcen aus. Diese Grundsätze sind im "Code of Conduct" der Nemetschek Group zusammengefasst. Der Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gleich welcher Funktion oder Position im Konzern, verbindlich. Denn nur die stetige Besinnung auf diese Werte und deren Einbeziehung in das tägliche Handeln stellt ein eindeutiges Bekenntnis zur Kultur des Unternehmens dar und sichert langfristig dessen unternehmerischen Erfolg. Der "Code of Conduct" ist auf der Website der Gesellschaft abrufbar. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der nichtfinanziellen Erklärung im Kapitel 2. Zur Unternehmenssteuerung und -führung wird des Weiteren auf Kapitel 1.3 im für die Nemetschek SE und den Konzern zusammengefassten Lagebericht verwiesen. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratDie Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat kann der Website entnommen werden. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelt. Die Ressortverteilung innerhalb des Vorstands ergibt sich aus einem Geschäftsverteilungsplan. Der Aufsichtsrat besteht aktuell aus vier Mitgliedern und hat derzeit keine Ausschüsse gebildet. Die Arbeitsweise des Aufsichtsrats ist in einer Geschäftsordnung geregelt. Bezüglich der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf den Corporate-Governance-Bericht des Geschäftsberichts sowie auf den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen. Zielgrößen für Frauenanteile, §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktGNach § 111 Abs. 5 AktG hat der Aufsichtsrat regelmäßig Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand festzulegen. Der Vorstand hat nach § 76 Abs. 4 AktG eine Zielgröße für den Frauenanteil auf der dem Vorstand nachgeordneten Führungsebene festzulegen. Mit Beschluss vom 20. März 2019 hat der Aufsichtsrat für die Zeit bis zum 31. Dezember 2021 eine Zielgröße von mindestens 0 % für den Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt, da es bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands für die Gesellschaft vorrangig auf die Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse des Einzelnen ankommt. Dessen ungeachtet wird der Aufsichtsrat im Falle der Vakanz von Aufsichtsrats- oder Vorstandspositionen bei der Suche nach Kandidaten selbstverständlich auch Frauen in Betracht ziehen. Mit Beschluss vom 20. März 2019 hat der Vorstand für die Zeit bis zum 31. Dezember 2021 eine Zielgröße von mindestens 25 % für die erste Führungsebene festgelegt. 7.2 Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben nach § 289a HGB und § 315a HGB(1) Zusammensetzung des gezeichneten KapitalsDas Grundkapital der Nemetschek SE beläuft sich am 31. Dezember 2019 auf 115.500.000,00 EUR und ist eingeteilt in 115.500.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. (2) Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenBeschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nicht. (3) Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenDie direkten und indirekten Beteiligungen am gezeichneten Kapital (Aktionärsstruktur), die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind im Anhang zum Jahresabschluss bzw. im Konzernanhang zum Konzernabschluss der Nemetschek SE dargestellt. (4) Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. (5) Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausübenStimmrechtskontrollen für Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind, bestehen nicht. (6) Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungDie Bestellung und die Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in den §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 8 der Satzung der Nemetschek SE geregelt. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat für höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Für die Änderung der Satzung gilt § 179 AktG in Verbindung mit §§ 14 und 19 der Satzung der Nemetschek SE. Danach beschließt über Satzungsänderungen grundsätzlich die Hauptversammlung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen. Sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Soweit das Gesetz für Beschlüsse der Hauptversammlung außerdem eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt, soweit gesetzlich zulässig, die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Gemäß § 14 der Satzung der Nemetschek SE ist der Aufsichtsrat befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen. (7) Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenZum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien bedarf die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG, soweit nicht gesetzlich ausdrücklich zugelassen, einer besonderen Ermächtigung durch die Hauptversammlung. In der Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 wurde ein Ermächtigungsbeschluss vorgeschlagen und entsprechend von den Aktionären beschlossen. Laut Beschluss gemäß Tagesordnungspunkt 7 der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 gilt die Ermächtigung wie folgt: "7.1 Die Gesellschaft wird ermächtigt, bis zum 28. Mai 2024 einmalig oder mehrmals bis zu 11.550.000 eigene Aktien, das sind 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft, ganz oder in Teilbeträgen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu erwerben. Dabei dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien ausgenutzt werden. Diese Ermächtigung tritt an die Stelle der von der Hauptversammlung der Nemetschek Aktiengesellschaft am 20. Mai 2015 zu Tagesordnungspunkt 7 beschlossenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, die hiermit aufgehoben wird, soweit von ihr kein Gebrauch gemacht wurde. 7.2 Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots. a) Beim Erwerb über die Börse darf der Kaufpreis für eine Nemetschek Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der letzten fünf Börsentage vor der Verpflichtung zum Erwerb im elektronischen Handel (Xetra - oder einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. b) Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots darf der Kaufpreis für eine Nemetschek Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Xetra-Schlusskurs an den fünf Börsentagen vor Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Sofern die Anzahl der angedienten Aktien das Volumen des Angebots überschreitet, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück zum Erwerb angebotene Aktien der Gesellschaft je Aktionär der Gesellschaft kann vorgesehen werden. 7.3 Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden: a) Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensbeteiligungen oder Teilen von Unternehmen angeboten werden. b) Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder die Durchführung der Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend davon bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich stattdessen durch die Einziehung der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung ermächtigt 7.4 Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese gemäß der vorstehenden Ermächtigung unter Punkt 7.3 lit. a) der Tagesordnung verwendet werden. 7.5 Dieser Beschluss steht unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung gemäß TOP 6 in das Handelsregister der Gesellschaft." Die in dem Beschluss unter Ziffer 7.5 genannte aufschiebende Bedingung ist am 5. Juni 2019 eingetreten und der Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 zu TOP 7 damit wirksam geworden. (8) Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehenWesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht. (9) Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sindEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht. 7.3 VergütungsberichtAufsichtsratDer Aufsichtsrat erhält eine fixe Vergütung. Die Aufsichtsratsvergütungen stellen sich wie folgt dar: AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN
VorstandDie Vorstandsvergütung setzt sich aus einer Festvergütung zuzüglich üblicher Nebenleistungen wie Kranken- und Pflegeversicherung sowie Dienstwagen und einer variablen, erfolgsabhängigen Vergütung zusammen. Die variable Vergütung hat eine kurzfristige und eine langfristige Komponente. Die kurzfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung hängt im Wesentlichen von erreichten Unternehmenszielen (Umsatz, EBI-TA und Ergebnis je Aktie) ab, die zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres zwischen Aufsichtsrat und Vorstand vereinbart werden. Die langfristige erfolgsabhängige (variable) Vergütung des Vorstands - auch Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) genannt - hängt vom Erreichen festgelegter Unternehmensziele für die Entwicklung von Umsatz, operativem Ergebnis (EBITA) sowie Ergebnis je Aktie und vorab definierten strategischen Projektzielen ab. Die zu betrachtende Periode beträgt jeweils drei Geschäftsjahre. Die Teilnahme des Vorstands am LTIP setzt eine entsprechende Nominierung durch den Aufsichtsrat auf der jährlichen Bilanzsitzung des Aufsichtsrats voraus. Im Geschäftsjahr 2019 wurden langfristige variable Komponenten in Höhe von insgesamt TEUR 859 (Vorjahr: TEUR 1.250) ausgezahlt. Dem zum 31. Dezember 2018 ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Sean Flaherty wurde eine Kompensationszahlung in Höhe von TEUR 350 zur Abgeltung der bisher erarbeiteten mehrjährigen variablen Vergütung gewährt. Die Auszahlung erfolgte im Jahr 2019. In den nachstehenden Tabellen sind die jedem einzelnen Mitglied des Vorstands der Nemetschek SE gewährten Zuwendungen, Zuflüsse und der Versorgungsaufwand nach Maßgabe der Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex individuell dargestellt: VORSTANDSVERGÜTUNG - WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN
VORSTANDSVERGÜTUNG - ZUFLUSSBETRACHTUNG
Die von der Nemetschek SE gezahlte Gesamtvergütung für den Vorstand betrug für das Geschäftsjahr 2019 TEUR 2.357 (Vorjahr: TEUR 2.267). Neben den von der Nemetschek SE gezahlten Vergütungen erhielt Viktor Varkonyi von der Graphisoft SE als Fixum TEUR 265 (Vorjahr: TEUR 192) brutto, als Nebenleistung TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 14). Im Vorjahr erhielt er als erfolgsabhängige kurzfristige Vergütung TEUR 76 brutto. Jon Elliott erhielt von der Bluebeam, Inc., ein Fixum von TEUR 304 brutto, Nebenleistungen von TEUR 50 sowie eine erfolgsabhängige Vergütung von TEUR 395 brutto. Darüber hinaus wurde eine mehrjährige variable Vergütung von TEUR 119 gewährt.
München, 27. März 2020 Dr. Axel Kaufmann Viktor Varkonyi Jon Elliott Konzern-Abschluss (IFRS)Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 und 2018GESAMTERGEBNISRECHNUNG
* Vorjahreswerte wurden aufgrund des
Aktiensplits angepasst.
Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2018Aktiva
Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 und 2018
Veränderung des Konzern-Eigenkapitals für die Zeit vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019EIGENKAPITAL
Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr 2019GrundlagenDie Nemetschek SE ist das oberste Mutterunternehmen der Nemetschek Group. Die Gesellschaft mit Hauptsitz am Konrad-Zuse-Platz 1, 81829 München, ist im Handelsregister München unter HRB 224638 eingetragen. Die Nemetschek SE und ihre Tochterunternehmen (Nemetschek Group) sind ein Softwarehersteller für die AEC-Industrie (Architecture, Engineering, Construction). Die Nemetschek SE als oberste Konzerngesellschaft ist seit dem 10. März 1999 an der deutschen Börse in Frankfurt notiert. Nemetschek ist im TecDAX und MDAX gelistet. Der Konzernabschluss der Nemetschek SE zum 31. Dezember 2019 umfasst die Nemetschek SE und ihre Tochterunternehmen und wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum 31. Dezember 2019 anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315e Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Die Nemetschek SE erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich, sofern nichts anderes angegeben ist, in TEUR (Tausend €, T€). Einzelne Vorjahresangaben sind an die aktuelle Darstellung angepasst worden. Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewandte RechnungslegungsmethodenFolgende neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen sind für Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2019 beginnen, in Kraft und wurden für diesen Konzernabschluss erstmals angewandt. IFRS 16 LeasingverhältnisseDie Vorschriften des IFRS 16 werden im Konzern modifiziert retrospektiv angewandt, d. h. die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode werden nicht angepasst und Effekte aus der erstmaligen Anwendung werden zum 1. Januar 2019 in den Gewinnrücklagen erfasst. Das Vorjahr wird weiterhin gemäß IAS 17 und den anwendbaren Interpretationen berichtet. Folgende Vereinfachungen wurden im Einklang mit den Übergangsvorschriften in Anspruch genommen:
In der folgenden Überleitung werden die operativen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 übergeleitet: ÜBERLEITUNG
Die Leasingverbindlichkeiten wurden unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum 1. Januar 2019 abgezinst. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug 2,16 %. Nutzungsrechte wurden zum Buchwert der Leasingverbindlichkeiten angesetzt und um im Voraus geleistete oder abgegrenzte Leasingzahlungen angepasst. Im Konzern existierten zum 31. Dezember 2018 keine Finanzierungs-Leasingverhältnisse gemäß IAS 17. Weitere Angaben zu Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten finden sich unter den entsprechenden Bilanzposten. IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen BehandlungDie Interpretation stellt die Ausweis- und Bewertungsregelungen bei Unsicherheiten im Hinblick auf die ertragsteuerliche Behandlung klar. Bei der Beurteilung der Unsicherheit soll ein Unternehmen berücksichtigen, ob es wahrscheinlich ist, dass die Steuerbehörde die vom Unternehmen gewählte steuerliche Behandlung akzeptiert. Bei Anwendung der Interpretation hat der Konzern die unsicheren Steuerpositionen - insbesondere im Hinblick auf Transfer Pricing und R&D-Steuervorteile - beurteilt. Die in den Steuererklärungen der Nemetschek SE und ihrer Tochtergesellschaften enthaltenen Abzüge könnten durch die Steuerbehörden infrage gestellt werden. Die Beurteilung hat ergeben, dass die bisher angewandte Bilanzierungsrichtlinie im Einklang mit IFRIC 23 steht. Die Erstanwendung der Interpretation hat daher zu keinen Auswirkungen auf den Konzernabschluss geführt. Die nachstehenden Änderungen und Interpretationen haben keine bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss:" Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer AusgleichsleistungMit den Änderungen wird klargestellt, dass ein finanzieller Vermögenswert die Zahlungsstrombedingung ungeachtet dessen erfüllt, welches Ereignis oder welcher Umstand die vorzeitige Beendigung des Vertrags bewirkt und welche Vertragspartei das angemessene Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrags zahlt oder erhält. " Änderungen an IAS 28: Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint-VenturesDie Änderungen stellen klar, dass ein Unternehmen dazu verpflichtet ist, IFRS-9-Finanzinstrumente einschließlich deren Wertminderungsvorschriften auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden, die im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen darstellen und nicht nach der Equity-Methode abgebildet werden. " Änderungen an IAS 19: Planänderung, -kürzung oder -abgeltungDie Änderungen legen fest, dass nach einer Planänderung, -kürzung oder -abgeltung der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf den Restbetrag für das restliche Geschäftsjahr auf der Basis aktueller versicherungsmathematischer Annahmen bestimmt werden. " Jährliche Verbesserungen - Zyklus 2015-2017Mit den Änderungen an IFRS 3 wird klargestellt, dass ein Unternehmen, wenn es Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt, der eine gemeinsame Geschäftstätigkeit ist, seine zuvor an dem Geschäftsbetrieb gehaltenen Anteile neu bewertet. Mit den Änderungen an IFRS 11 wird klargestellt, dass ein Unternehmen, wenn es gemeinsame Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt, der eine gemeinsame Geschäftstätigkeit ist, seine zuvor an dem Geschäftsbetrieb gehaltenen Anteile nicht neu bewertet. Mit den Änderungen an IAS 12 wird klargestellt, dass die Vorschriften des IAS 12.52B auf alle ertragsteuerlichen Auswirkungen von Dividenden anzuwenden sind, indem die Textziffer von IAS 12.52A separiert wird, da sich diese nur auf Situationen bezieht, in denen es unterschiedliche Steuersätze für ausgeschüttete und nicht ausgeschüttete Gewinne gibt. Mit den Änderungen an IAS 23 wird klargestellt, dass noch nicht zurückbezahlte Fremdmittel, die ursprünglich konkret zur Beschaffung eines qualifizierten Vermögenswerts aufgenommen wurden, ab dem Zeitpunkt, ab dem dieser qualifizierte Vermögenswert im Wesentlichen für seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf hergerichtet ist, mit in die Bestimmung des allgemeinen Fremdkapitalkostensatzes für andere qualifizierte Vermögenswerte, für die keine speziellen Fremdmittel aufgenommen wurden, einzubeziehen ist. Rechnungslegungsmethoden, die noch nicht in Kraft getreten sindDie folgenden Standards und Änderungen bestehender Standards sind vom IASB verabschiedet worden, aber erst in späteren Geschäftsjahren anwendbar oder noch nicht in EU-Recht übernommen worden. Die Nemetschek Group macht von der Möglichkeit einer vorzeitigen Anwendung keinen Gebrauch. VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT ANGEWANDTE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN
Zusammenfassung der wesentlichen RechnungslegungsmethodenDer Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den nachfolgenden Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt. KonsolidierungsgrundsätzeDer Konzernabschluss umfasst alle Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen. Die Einzelabschlüsse der konsolidierten Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. TochterunternehmenTochterunternehmen sind sämtliche Unternehmen, über die die Nemetschek Group Beherrschung ausübt. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs erfolgt nach der Erwerbsmethode, die eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung vorsieht. Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen erfolgt durch externe, unabhängige Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf dem Kenntnisstand zum Erwerbszeitpunkt. Mit dem Unternehmenserwerb in Zusammenhang stehende Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand in den Perioden erfasst, in denen sie anfallen. Die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs enthält die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Der zum Erwerbszeitpunkt geltende beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung wird als Teil der für das erworbene Unternehmen übertragenen Gegenleistung bilanziert. Nach IFRS 3 kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss das Wahlrecht ausgeübt werden, alle nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert, d. h. inklusive des auf diese Anteile entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerts (Full Goodwill Method), anzusetzen oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens (Partial Goodwill Method) zu bewerten. Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen über das zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen. Ist der Wert der übertragenen Gegenleistung geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag, nach nochmaliger Überprüfung der Kaufpreisallokation, unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss bewertet der Konzern seinen zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteil zu dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu und erfasst den daraus resultierenden Gewinn bzw. Verlust, sofern vorhanden, erfolgswirksam. Nicht beherrschende AnteileNicht beherrschende Anteile sind am Ergebnis der Berichtsperiode beteiligt. Ihr Anteil am Reinvermögen wird getrennt vom Eigenkapital des Konzerns ausgewiesen. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, behandelt der Konzern als Eigenkapitaltransaktionen. Ein aus dem Erwerb entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Gegenleistung und dem betreffenden Anteil am Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Mit Kaufvertrag vom 28. Juni 2018 wurden die Anteile an der Maxon Computer GmbH von 70 % auf 100 % aufgestockt. Der Übergang von Nutzen und Lasten erfolgte mit der Kaufpreiszahlung in Höhe von TEUR 25.500 am 9. Juli 2018. In Abhängigkeit von für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 vereinbarten Umsatzzielen werden nachträgliche Kaufpreiszahlungen von TEUR 3.000 fällig. Da die für 2018 vereinbarten Umsatzziele erreicht wurden, wurde im Geschäftsjahr 2019 eine nachträgliche Kaufpreiszahlung von TEUR 1.500 geleistet. Des Weiteren wurden im November 2018 die Anteile der Maxon Computer GmbH an der Maxon Computer, Inc. von 90 % auf 100 % erhöht. Der Kaufpreis betrug TUSD 1.757. Aus den Erwerben der Anteile ohne beherrschenden Einfluss wurden im Geschäftsjahr 2018 insgesamt TEUR 29.114 mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Assoziierte UnternehmenAssoziierte Unternehmen sind sämtliche Unternehmen, über die Nemetschek einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20 % und 50 %. Sie werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die dem Nemetschek Kapitalanteil entsprechenden Veränderungen des Ergebnisses, der empfangenen Ausschüttungen und sonstigen Eigenkapitalveränderungen des assoziierten Unternehmens angepasst. Sofern der erzielbare Betrag einer nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung unter deren Buchwert fällt, wird eine Wertminderung auf den Anteil einschließlich des darin enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerts erfasst. Wertminderungen und Wertaufholungen werden unter der Position "Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen" ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung werden im Finanzergebnis erfasst. Die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen werden, sofern nicht anders angegeben, auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. BewertungsgrundsätzeNachfolgend werden die bedeutendsten Bewertungsgrundsätze dargestellt BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt gemäß IFRS 9. Erwerbe und Veräußerungen von finanziellen Vermögenswerten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum Handelstag erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte 1) zu fortgeführten Anschaffungskosten, 2) als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder 3) als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte, die keine Eigenkapitalinstrumente sind, hängt von zwei Faktoren ab, die bei Zugang zu beurteilen sind: dem Geschäftsmodell, unter dem der finanzielle Vermögenswert gehalten wird, sowie den Zahlungsstrombedingungen des Instruments. Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn die Zahlungsströme des Instruments lediglich aus Zinszahlungen auf den Nominalbetrag und Tilgungen bestehen und das Instrument mit dem Zweck gehalten wird, die vertraglichen Zahlungsströme zu realisieren. Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfüllen die Zahlungsstrombedingungen nicht. Sie sind grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Vom Wahlrecht, Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, macht der Nemetschek Konzern Gebrauch. Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Reklassifizierungen von finanziellen Vermögenswerten werden nur vorgenommen, wenn das Geschäftsmodell zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte geändert wird. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte reklassifiziert. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten ist wie folgt: FOLGEBEWERTUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN NACH IFRS 9
Schätzung des beizulegenden ZeitwertsFür Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst sind, sieht IFRS-7-Angaben anhand einer hierarchischen Einstufung gemäß IFRS 13 vor. Diese hierarchische Einstufung umfasst die folgenden drei Level:
Die in der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und 2018 zum beizulegenden Zeitwert erfassten Finanzinstrumente sind vollumfänglich Level 3 zuzuordnen. Nachfolgend werden die Bewertungsmethoden und die nicht beobachtbaren Inputfaktoren gemäß IFRS 13 aufgeführt: " ArtBedingte Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben. " BewertungsverfahrenAnwendung des Discounted-Cashflow-Verfahrens, wonach künftige Cashflows auf der Basis von risikoadjustierten Zinssätzen diskontiert werden. Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts werden unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen / Erträgen erfasst. " Bedeutende nicht beobachtbare InputfaktorenRisikoadjustierter Abzinsungssatz oder wahrscheinlichkeitsgewichtete Umsatzerlöse und Ergebnisgrößen. " Verhältnis der nicht beobachtbaren Inputfaktoren zum beizulegenden ZeitwertEine Erhöhung des Abzinsungssatzes würde isoliert betrachtet zu einer Minderung des beizulegenden Zeitwerts führen. Eine Erhöhung der wahrscheinlichkeitsgewichteten Umsatzerlöse und Ergebnisgrößen würde isoliert betrachtet zu einem Anstieg des beizulegenden Zeitwerts führen. Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, für die der beizulegende Zeitwert dennoch anzugeben ist, sind in Level 3 der Bewertungshierarchie eingestuft. Die beizulegenden Zeitwerte werden in Übereinstimmung mit anerkannten Bewertungsmodellen basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen ermittelt. Der bedeutendste Inputfaktor ist der Diskontierungszins, der das Kreditrisiko von Vertragsparteien widerspiegelt. FremdwährungsumrechnungFunktionale Währung und DarstellungswährungDie in den Abschlüssen der Konzernunternehmen enthaltenen Posten werden in der Währung des jeweiligen primären Wirtschaftsumfelds, in dem das Unternehmen tätig ist, bewertet (funktionale Währung). Der Konzernabschluss wird in Euro, der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. KonzernunternehmenDie Vermögenswerte und Schulden der Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht dem Euro entspricht, werden wie folgt in die Darstellungswährung umgerechnet:
Transaktionen und SaldenFremdwährungstransaktionen werden mit den am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkursen in die funktionale Währung umgerechnet. Neubewertungen werden mit den am Tag der Neubewertung geltenden Wechselkursen umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste, die sich aus der Abwicklung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung monetärer Posten zum Stichtagskurs ergeben, werden ergebniswirksam erfasst. Ausgenommen hiervon sind Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie als Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb bilanziert werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aus den Umrechnungsdifferenzen dieser Fremdwährungskredite entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Die Wechselkurse der Währungen, die Einfluss auf die Fremdwährungsumrechnung haben, stellen sich wie folgt dar: UMRECHNUNGSKURSE
Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige äußerst liquide Finanzinvestitionen, die nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen und leicht in einen festen Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden können. Nicht zur Verfügung stehende Zahlungsmittel aus Mietkautionen werden als sonstige Vermögenswerte ausgewiesen. Für Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich ausstehender Kontokorrentkredite. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenForderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem Transaktionspreis erfasst, der den Betrag der vom Konzern erwarteten Gegenleistung für die Lieferung von Waren und Dienstleistungen an Kunden darstellt. Beträge die für fremde Dritte eingezogen werden, sind darin nicht enthalten. Die Folgebewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. VorräteVorräte umfassen im Wesentlichen Hardware und Fremdlizenzen. Sie werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten für den Vertrieb. Sonstige finanzielle VermögenswerteDie Klassifizierung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten basiert auf dem Geschäftsmodell unter dem der finanzielle Vermögenswert gehalten wird und den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme. Bestehen die Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen, erfolgt die Klassifizierung in Abhängigkeit von dem Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. Sieht das Geschäftsmodell vor, die Vermögenswerte bis zur Endfälligkeit zu halten um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Nemetschek weist in dieser Kategorie im Wesentlichen Mietkautionen aus. Wertminderung von finanziellen VermögenswertenFür finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ermitteln sich die Wertminderungen gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente. Für die Ermittlung sieht der Standard neben der Berücksichtigung von historischen Daten auch den Einfluss von zukünftigen Erwartungen und Prognosen vor (Modell der erwarteten Verluste). Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15 wendet der Konzern das vereinfachte Modell an, wonach die erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit bemessen werden. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermittelt der Nemetschek Konzern zu jedem Stichtag eine Ausfallquote auf der Basis der historischen Ausfälle und passt diese, sofern erforderlich, um erwartete zukünftige Erwartungen an. Die Prozentsätze werden regelmäßig überprüft, um zu gewährleisten, dass die aktuellen Kreditrisiken reflektiert sind. Für Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15 wurden aus Wesentlichkeitsgründen keine Wertminderungen erfasst. Sofern objektive Hinweise vorliegen, dass Forderungen eines Kunden wertgemindert sind, erfolgt eine detaillierte Analyse des Kreditrisikos, um eine angemessene Einzelwertberichtigung zu berücksichtigen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gelten als uneinbringlich wenn erwartet wird, dass der Kunde seinen Kreditverpflichtungen gegenüber Nemetschek nicht nachkommen kann. Wertminderungen und deren Veränderungen weist der Konzern unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Für sonstige finanzielle Vermögenswerte wendet Nemetschek das allgemeine Wertminderungsmodell gemäß IFRS 9 an. Um das Risiko von Kreditverlusten zu minimieren investiert der Konzern ausschließlich in hochwertige Vermögenswerte von Emittenten mit einem internen oder externen Rating von mindestens der Stufe "investment grade". Daher werden diese Vermögenswerte der ersten Stufe des 3-Stufen-Modells zugeordnet. Wertminderungen werden, sofern wesentlich, in Höhe der erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverluste erfasst und in der Gewinn-und Verlustrechnung unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen ausgewiesen. Da das Ausfallrisiko der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aufgrund der kurzen Laufzeiten und des InvestmentGrade-Ratings der Kontrahenten als unwesentlich eingestuft wurde, hat der Konzern keine Wertminderungen erfasst. Sonstige VermögenswerteRechnungsabgrenzungsposten und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind Vertragsvermögenswerte enthalten. Ein Vertragsvermögenswert ist der Anspruch des Konzerns auf Gegenleistung im Austausch für Waren oder Dienstleistungen, die er auf einen Kunden übertragen hat. Kommt der Konzern seinen vertraglichen Verpflichtungen nach, bevor der Kunde eine Gegenleistung zahlt oder bevor diese fällig gestellt wird, erfasst der Konzern einen Vertragsvermögenswert. SachanlagenSachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten um den Vermögenswert in den vom Management beabsichtigten Zustand zu versetzen. Die Abschreibungen werden mit Ausnahme von Grundstücken und Anlagen im Bau über die geschätzte Nutzungsdauer linear unter Berücksichtigung eines möglichen Restwerts erfasst. Jeder Teil einer Sachanlage mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum Gesamtwert des Gegenstands wird getrennt abgeschrieben. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen die folgenden geschätzten Nutzungsdauern zugrunde: NUTZUNGSDAUERN SACHANLAGEN
Ausgaben für Reparaturen und Wartung werden sofort aufwandswirksam erfasst. Erneuerungen und Verbesserungen werden separat aktiviert und abgeschrieben, wenn die Ansatzkriterien erfüllt sind. Gewinne oder Verluste aus dem Verkauf einer Sachanlage bestimmen sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen / Aufwendungen erfasst. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder FirmenwertGeschäfts- oder FirmenwertDer Geschäfts- oder Firmenwert ist der Betrag, um den die Kosten für den Erwerb eines Tochterunternehmens den beizulegenden Zeitwert des Konzernanteils am identifizierbaren Nettovermögen zum Erwerbszeitpunkt übersteigen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung überprüft und zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den folgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung eines Unternehmens beinhalten den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts des veräußerten Unternehmens. Im Rahmen der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) zugeordnet. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, wird den ZGEs oder Gruppen von ZGEs zugeordnet, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen. Für das interne und externe Reporting werden die Aktivitäten des Konzerns auf die Segmente Design, Build, Manage und Media & Entertainment aufgeteilt. Das Budget für das Jahr 2020 und die mittelfristige Finanzplanung für die Folgejahre wurden auf der Basis dieser Reportingstruktur aufgesetzt. Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwert)Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer und immaterielle Vermögenswerte, die sich noch nicht in einem nutzungsbereiten Zustand befinden werden nicht amortisiert, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung überprüft. Bei sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt des Weiteren eine jährliche Überprüfung, ob für diese Vermögenswerte weiterhin die Ereignisse und Umstände, die zu der Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer geführt haben, bestehen. Wie im Vorjahr waren keine immateriellen Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer im Konzern erfasst. Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns stellen keine qualifizierten Vermögenswerte nach IAS 23 dar, sodass die Anschaffungskosten keine zu aktivierenden Fremdkapitalkosten enthalten. Die Nutzungsdauern der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerte basieren auf Schätzungen, die im Rahmen der Kaufpreisallokation ermittelt wurden. Bei den erworbenen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Markennamen, Software, Kundenstamm und Wettbewerbsverbote. NUTZUNGSDAUERN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE AUS KAUFPREISALLOKATION
EntwicklungskostenForschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden aktiviert, sofern sie verlässlich bewertbar sind, das Produkt oder der Prozess technisch sowie wirtschaftlich realisierbar und ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzenzufluss wahrscheinlich ist. Weitere Voraussetzungen sind die beabsichtigte Fertigstellung der Entwicklung auf der Basis ausreichender Ressourcen sowie die Nutzung bzw. der Verkauf der immateriellen Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr 2019 sowie in früheren Geschäftsjahren erfüllte keines der Entwicklungsprojekte die Aktivierungskriterien. Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 133.253 (Vorjahr: TEUR 110.416) wurden als Aufwand erfasst. Wertminderung von nicht finanziellen VermögenswertenVermögenswerte mit begrenzter NutzungsdauerFür Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer ist ein Wertminderungstest durchzuführen, falls Ereignisse oder Umstände auf eine Wertminderung hindeuten. Im Rahmen des Wertminderungstests wird der Buchwert des Vermögenswerts verglichen mit dem erzielbaren Betrag, der der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert ist. Der Nutzungswert ist der diskontierte Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, die aus einer anhaltenden Nutzung des Vermögenswertes resultieren. Liegt eine Wertminderung vor, wird die Differenz zwischen dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Entfallen die Gründe für eine Wertminderung wird die Wertminderung rückgängig gemacht. Diese Wertaufholung darf die fortgeführten Anschaffungskosten nicht überschreiten. Geschäfts- oder Firmenwert und andere Vermögenswerte mit unbestimmter NutzungsdauerFür immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, immaterielle Vermögenswerte und Anzahlungen auf diese, die sich noch nicht in einem nutzungsbereiten Zustand befinden, sowie Geschäfts- oder Firmenwerte wird zum 31. Dezember eines Geschäftsjahres die Werthaltigkeit überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert im Laufe des Geschäftsjahres gemindert sein könnte. Entfallen die Gründe für eine Wertminderung, wird die Wertminderung rückgängig gemacht, sofern es sich nicht um Geschäfts- oder Firmenwerte handelt. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert generiert keine Cashflows, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall wird die Werthaltigkeit für alle Vermögenswerte bestimmt, die einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuzurechnen sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Gruppe von Vermögenswerten seinen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Nemetschek bestimmt den erzielbaren Betrag der jeweiligen Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, anhand des Nutzungswertes. Der Nutzungswert wird unter Anwendung eines Diskontierungssatzes als Barwert der künftigen Zahlungsströme aus der fortgesetzten Nutzung dieser Einheit ermittelt. Die Bestimmung der künftigen Zahlungsströme und der diesen zugrunde liegenden Parameter wie Umsatzwachstum und EBITDA-Marge erfolgt auf der Grundlage von in der Vergangenheit erlangten Sachkenntnissen, den aktuellen wirtschaftlichen Ergebnissen und der im abgelaufenen Geschäftsjahr verabschiedeten Planung über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Die Planung für das Geschäftsjahr 2019 wird unter Verwendung von bestimmten konzerneinheitlichen Annahmen nach der Bottom-up-Methode aufgestellt. Die Zahlungsströme für die weiteren Planjahre folgen ähnlichen Prämissen, entsprechen jedoch nicht dem Detailgrad des ersten Planjahres. Zahlungsströme für Zeiträume über den Planungshorizont hinaus werden mit der Methode der ewigen Rente geschätzt. Die dabei verwendeten Wachstumsraten berücksichtigen keine kapazitätserweiternden Investitionen, für die noch keine Mittelabflüsse stattgefunden haben. Diese Wachstumsraten werden aus frei verfügbaren Marktstudien von Marktforschungsinstituten abgeleitet und übersteigen nicht die langfristigen durchschnittlichen historischen Wachstumsraten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Wachstumsraten von bis zu 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %) angenommen. Der für die Abzinsung der künftigen Zahlungsströme erforderliche Diskontierungssatz wird aus den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital - WACC) der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit nach Steuern ermittelt. Der gemäß IAS 36 relevante Vorsteuer-WACC wird unter Verwendung von typisierten Steuersätzen für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit aus den künftigen Zahlungsströmen nach Steuern und dem Nachsteuer-WACC abgeleitet. Dabei wird der risikolose Zinssatz nach der Svensson-Methode unter Berücksichtigung von Risikozuschlägen und dem Beta sowie dem Verschuldungsgrad aus einer Gruppe von Vergleichsunternehmen abgeleitet. Der so geschätzte Diskontierungssatz spiegelt die gegenwärtigen Marktrenditen sowie die speziellen Risiken der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit wider. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz bewegt sich innerhalb einer Bandbreite von 12,92 % bis 13,50 % vor Steuern (Vorjahr: Bandbreite von 11,48 % bis 13,83 %). LeasingverhältnisseDie Vorschriften des IFRS 16 werden im Konzern modifiziert retrospektiv angewandt, d. h. die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode werden nicht angepasst und weiterhin nach IAS 17 und IFRIC 4 berichtet. Bilanzierung ab dem 1. Januar 2019Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis beinhaltet. Ein Vertrag beinhaltet ein Leasingverhältnis, wenn er dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Bei Vertragsbeginn oder bei Vertragsänderungen trennt der Konzern jede Leasingkomponente von den Nichtleasingkomponenten auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise. Für Fahrzeuge und Büroausstattung nimmt der Konzern Erleichterungswahlrechte in Anspruch, wonach er auf die Trennung verzichtet und die Leasing- und Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente bilanziert. Am Bereitstellungsdatum des Vermögenswerts erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Kosten umfassen den Betrag aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit, angepasst um Leasingzahlungen, die am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistet wurden, abzüglich erhaltener Leasinganreize und zuzüglich anfänglicher direkter Kosten. Die geschätzten Kosten für Demontage, Beseitigung oder Rückversetzung in den vereinbarten Zustand werden ebenfalls in die Kosten einbezogen. Im Rahmen der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht linear über die Vertragslaufzeit beginnend ab dem Bereitstellungsdatum abgeschrieben. Sofern das Eigentum am Ende der Vertragslaufzeit auf den Konzern übergeht oder in den Anschaffungskosten des Nutzungsrechts eine Kaufoption berücksichtigt ist, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts, die sich nach den für Sachanlagen gültigen Regelungen ermittelt. Darüber hinaus wird das Nutzungsrecht um Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit und Wertminderungen, sofern gegeben, angepasst. Mietereinbauten erfasst der Konzern als Sachanlagevermögen. Damit verbundene Zahlungen von Leasinggebern werden als passiver Abgrenzungsposten erfasst, sofern die Definition von Leasinganreizen nach IFRS 16 nicht erfüllt ist. Leasingverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der Leasingzahlungen, die zum Bereitstellungsdatum noch nicht geleistet wurden, bemessen. Die Diskontierung erfolgt mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, sofern dieser nicht vorliegt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Der Konzern verwendet im Wesentlichen den Grenzfremdkapitalzins als Diskontierungszins. Folgende Zahlungen gehen in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten ein:
In der Folge wird die Leasingverbindlichkeit zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Verbindlichkeit wird neubewertet, wenn sich die künftigen Zahlungen aufgrund einer Änderung an einem Index oder Zins, aufgrund einer Änderung der Einschätzung der unter Restwertgarantien zu zahlenden Beträge, aufgrund einer Änderung der Beurteilung hinsichtlich der Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption oder aufgrund einer Änderung von de facto festen Leasingzahlungen ändern. Die Neubewertung führt zu einer korrespondierenden Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts. Sofern der Buchwert des Nutzungsrechts bereits auf null reduziert wurde, wird die Anpassung als Verlust erfasst. Der Konzern erfasst keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse von geringem Wert sowie für kurzlaufende Leasingverhältnisse. Die Leasingzahlungen aus diesen Verträgen werden linear über die Laufzeit als Aufwand erfasst. Bilanzierung vor dem 1. Januar 2019Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führten zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand wurde mit seinem beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, angesetzt. Mindestleasingzahlungen sind diejenigen Zahlungen, die der Leasingnehmer während der Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leisten hat oder zu denen er herangezogen werden kann, außer bedingten Mietzahlungen. In gleicher Höhe wurde ein Passivposten als Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasing erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wurde in den Folgejahren nach der Effektivzinsmethode bewertet. Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern entsprachen denen vergleichbarer erworbener Vermögenswerte. Die übrigen Leasingverhältnisse wurden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert, die nicht in der Konzernbilanz angesetzt wurden. Zahlungen unter Operating-Leasingverhältnissen wurden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear im Gewinn oder Verlust erfasst. Erhaltene Leasinganreize wurden als Bestandteil des Leasingaufwands über die Vertragslaufzeit erfasst. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Darlehen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht als ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert sind, werden beim erstmaligen Ansatz zusätzlich die direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Darlehen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sind in dieser Kategorie enthalten. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beinhalten derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Zinsswaps und bedingte Gegenleistungen. Gewinne oder Verluste aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben sind oder auslaufen. Derivative FinanzinstrumenteDerivate werden beim erstmaligen Ansatz und im Rahmen der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sie werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst. Saldierung von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und mit dem Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörigen Schulden abzulösen. RückstellungenEine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstellungen, die nicht schon im Folgejahr zu einem Vermögensabfluss führen, werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. UmsatzabgrenzungspostenAls Umsatzabgrenzungsposten werden Vorauszahlungen von Kunden ausgewiesen. Sobald die vertraglichen Leistungen erbracht werden, werden diese als Umsatzerlöse erfasst. Leistungen an ArbeitnehmerKurzfristig fällige Leistungen an ArbeitnehmerKurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer beinhalten nicht ausgezahlte Sozialversicherungsbeiträge sowie Urlaubs- und Krankengeld. Sie werden als Verbindlichkeiten zum Rückzahlungsbetrag angesetzt, sobald die mit ihnen verbundene Arbeitsleistung erbracht ist. PensionenDer Konzern unterhält eine betriebliche Altersversorgung für bestimmte Mitarbeiter. Die Rückstellungen werden jährlich von anerkannten, unabhängigen Gutachtern bewertet. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Die Projected-Unit-Credit-Methode unterstellt, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des letztlichen Leistungsanspruchs erdient wird, und bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so die endgültige Verpflichtung aufzubauen. Die Pensionsverpflichtung abzüglich des Planvermögens wird in der Bilanz als Rückstellung ausgewiesen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Zinsrelevante Effekte werden entsprechend im Zinsergebnis ausgewiesen. Leistungen aus Anlass der Beendigung des ArbeitsverhältnissesLeistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind zu zahlen, wenn das Arbeitsverhältnis vor dem regulären Renteneintrittszeitpunkt durch den Konzern beendet wird oder wenn ein Arbeitnehmer im Austausch für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses einem Leistungsangebot zugestimmt hat. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden zum früheren der folgenden Zeitpunkte als Aufwand erfasst:
Ist bei Leistungen nicht zu erwarten, dass sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag vollständig abgegolten werden, werden sie abgezinst. Rückstellungen für andere langfristige Leistungen an ArbeitnehmerRückstellungen für andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer wie Jubiläumsgelder werden zum Barwert der künftig an den Arbeitnehmer zu leistenden Zahlungen abzüglich etwaiger damit verbundener Vermögenswerte, bewertet zum Fair Value, angesetzt. Neubewertungen werden in der Periode im Gewinn oder Verlust erfasst, in der sie entstehen. EventualverbindlichkeitenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Konzerns liegen, erst noch bestätigt wird. Eventualverbindlichkeiten werden nicht in der Konzernbilanz angesetzt, sondern im Konzernanhang ausgewiesen und beschrieben. SteuernLaufende ErtragsteuernTatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden werden in der Nemetschek Group unter Anwendung der jeweiligen lokalen steuerlichen Vorschriften ermittelt. Bei dieser Ermittlung werden Schätzungen und Annahmen getroffen, die von den jeweiligen lokalen Steuerbehörden unter Umständen abweichend eingeschätzt werden können. Latente SteuernDie Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen. Es werden keine Effekte aus latenten Steuern für einen steuerlich nichtabzugsfähigen Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind. UmsatzerlöseDie Bewertung von Umsatzerlösen basiert auf der im Vertrag mit einem Kunden vereinbarten Gegenleistung. Beträge, die für Dritte eingezogen werden, sind hiervon ausgenommen. Der Konzern realisiert Umsatzerlöse, wenn die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Nachfolgend werden die wesentlichen Geschäftstätigkeiten beschrieben, aus denen der Konzern seine Umsatzerlöse generiert. SoftwareStandardsoftwareStandardsoftware umfasst die Leistungsverpflichtung "Software". Umsatzerlöse für Standardsoftware werden realisiert, sobald der Kunde die Verfügungsgewalt über die Software erlangt. Dies erfolgt nach Versendung der Hardware bzw. Übermittlung eines Links zum Download der Software an den Kunden. SoftwaremietmodelleDie Softwaremietmodelle des Nemetschek Konzerns enthalten in der Regel die Leistungsverpflichtungen "Software" sowie "Anwendersupport" oder "Upgrade". Bei der Leistungsverpflichtung "Anwendersupport" / , "Upgrade" handelt es sich um eine "standready obligation", die linear über die Laufzeit der Leistungserbringung realisiert wird. Für die Realisierung der Leistungsverpflichtung "Software" unterscheidet der Nemetschek Konzern zwischen zwei verschiedenen Modellen:
Verkaufsgeschäfte über Handelsvertreter / -agentenBei Verkaufsgeschäften mit Endkunden über Handelsvertreter wird der Erlös aus dem Verkauf zum Zeitpunkt des Eigentumsübergangs auf den Endkunden erfasst. Dem Handelsvertreter kommt bei diesen Geschäften lediglich eine Vermittlungsfunktion zu, für die er eine Provision erhält. Der Nemetschek Konzern tritt hierbei als Prinzipal auf, die primäre Verantwortung für die Vertragserfüllung sowie die Einflussnahme auf die Preisgestaltung liegt bei Nemetschek. Maintenance / SoftwarewartungsverträgeDie Leistungsverpflichtungen bei Softwareserviceverträgen lassen sich grundsätzlich in zwei wesentliche Verpflichtungen unterteilen. Zum einen leistet der Nemetschek Konzern Anwendersupport, der dem Kunden für den gesamten Vertragszeitraum zur Verfügung steht. Zum anderen erhalten Kunden mit Softwareserviceverträgen die jeweils aktuellste Version der jeweiligen Nemetschek Software. Hierbei liegt es jedoch im Ermessen des Konzerns, in welchen zeitlichen Abständen neue Versionen der Software bereitgestellt werden und welche Funktionalitäten bzw. Module der jeweiligen Software geändert, modifiziert, reduziert oder erweitert werden. Bei dem Anspruch auf nicht weiter definierte Softwareversionen sowie dem Anwendersupport handelt es sich um eine sogenannte "stand-ready obligation" nach IFRS 15, bei der die Umsatzerlöse über den Zeitraum des Vertrags hinweg linear realisiert werden. Die von Kunden vorab erhaltenen Zahlungen für Softwarewartungsverträge sind als Umsatzabgrenzung (vertragliche Schuld) bilanziert und führen im Wesentlichen innerhalb der nächsten zwölf Monate zu Umsatzerlösen. ConsultingSofern es sich bei den Consultingleistungen um eine separate Leistungsverpflichtung handelt, werden die Umsätze in der Periode realisiert, in der diese erbracht wurden. Wenn es sich nicht um separate Leistungsverpflichtungen handelt, werden die Consultingleistungen mit weiteren Vertragsbestandteilen zu einem Bündel kombiniert und nach den Regelungen des IFRS 15 realisiert. HardwareDie Erlösrealisierung aus dem Verkauf von Hardware erfolgt in der Regel zu dem Zeitpunkt des Gefahrenübergangs auf den Kunden. Die Hardwareumsätze sind für den Nemetschek Konzern von untergeordneter Bedeutung. SchulungenDie Erlöse aus Schulungen werden aufgrund des kurzen Leistungserbringungszeitraums nach Leistungserbringung realisiert. EntwicklungszuschüsseEntwicklungszuschüsse für die periodische Grundlagenforschung werden auf der Basis der angefallenen Stunden gewährt. Diese werden im Konzernabschluss als sonstiger betrieblicher Ertrag behandelt. Zuwendungen der öffent I ichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Zweckgebundene Entwicklungszuschüsse werden anschaffungskostenmindernd dargestellt. SegmentberichterstattungDie Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden im Konzern durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungsund Berichtssystemen ("Management-Approach"). Die Geschäftsfelder werden entsprechend der Art der Produkte und Dienstleistungen unabhängig voneinander organisiert und geführt. Jedes Segment stellt dabei ein strategisches Geschäftsfeld dar, dessen Produktpalette und Märkte sich von denen anderer Segmente unterscheiden. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach den vier operativen Segmenten Design, Build, Manage sowie Media & Entertainment organisiert, die auch die berichtspflichtigen Segmente darstellen. Ereignisse nach dem BilanzstichtagEreignisse nach dem Bilanzstichtag, die zusätzliche Informationen zur Lage des Konzerns zum Bilanzstichtag liefern (berücksichtigungspflichtige Ereignisse), werden im Abschluss bilanziell berücksichtigt. Nicht zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden im Anhang angegeben, wenn sie wesentlich sind. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des KonzernabschlussesBei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert: Wertminderung von nicht finanziellen VermögenswertenDer Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Der Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Werthaltigkeit überprüft. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, in deren Zusammenhang der Vermögenswert unabhängige Zahlungsmittelzuflüsse erwirtschaftet, ist mit Schätzungen der Unternehmensleitung verbunden. Diese Schätzungen werden von bestimmten Faktoren wie beispielsweise der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung oder einer erfolgreichen Integration erworbener Unternehmen beeinflusst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Nemetschek bestimmt diese Werte grundsätzlich mittels Discounted-Cashflow-Bewertungen. Den diskontierten Zahlungsströmen liegen grundsätzlich Drei- bis Fünf-Jahres-Planungen zugrunde. Die Planungen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und aktuelle operative Ergebnisse und basieren auf Marktannahmen sowie der besten von der Unternehmensleitung vorgenommenen Einschätzung künftiger Entwicklungen. Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert. Wichtige Annahmen, auf denen die Ermittlung des erzielbaren Betrags basiert, beinhalten geschätzte Wachstumsraten und gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensätze. Die Schätzungen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des zu testenden Vermögenswerts haben. Die Schätzung der Wachstumsraten berücksichtigt Inflationsund Marktwachstumserwartungen. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte im Rahmen der KaufpreisallokationUnternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Danach werden die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Anwendung der Erwerbsmethode erfordert bestimmte Schätzungen und Annahmen, insbesondere bezüglich der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen immateriellen Vermögenswerte zum Erwerbszeitpunkt sowie deren Nutzungsdauer. Die Bewertung basiert zu einem großen Teil auf erwarteten Zahlungsströmen. Weichen die tatsächlichen Zahlungsströme von den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Zahlungsströmen ab, kann dies die zukünftigen Ergebnisse der Gruppe wesentlich beeinflussen. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für bedingte GegenleistungenDer Konzern vereinbart gelegentlich bedingte Gegenleistungen. Die Vereinbarungen basieren auf der zukünftigen Entwicklung bestimmter Erfolgskennzahlen und werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts übt der Konzern Ermessen aus, indem er die Wahrscheinlichkeiten und den Zeitpunkt der Erreichung der relevanten Meilensteine schätzt. Aktive latente SteuernAktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen in der Zukunft verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Ermittlung der erwarteten Ausfälle von Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Ermittlung der erwarteten Ausfälle bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht auf historischen Werten, die um zukunftsbezogene Informationen angepasst werden. Wesentliche (Sonder-)Effekte aus der Vergangenheit können die Risikovorsorge verzerren, wodurch eine Korrektur notwendig werden kann. KonsolidierungskreisDer Konzernabschluss umfasst sämtliche in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Gesellschaften, über die die Nemetschek SE eine mittelbare oder unmittelbare Beherrschung ausübt. Im Jahr 2019 hat sich der Konsolidierungskreis wie folgt verändert:
Im Jahr 2018 hat sich der Konsolidierungskreis wie folgt verändert:
Die Aufstellung der Konzernunternehmen der Nemetschek Group stellt sich wie folgt dar: VERBUNDENE UNTERNEHMEN
Erwerb von TochterunternehmenUnternehmenserwerbe im Jahr 2019Axxerion Group B.V., MR Heteren, NiederlandeMit Kaufvertrag vom 11. Januar 2019 erwarb Spacewell 100 % der Anteile an der Axxerion Group B.V., MR Heteren, Niederlande. Der Übergang von Nutzen und Lasten wurde mit Ablauf des 19. Januar 2019 vollzogen. Die Axxerion Group B.V. ist einer der führenden Anbieter von cloudbasierten Softwarelösungen für das Facility-Management und das Property-Management. Spacewell erwarb das Unternehmen, um die Kompetenz im Gebäudemanagement zu stärken. Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Axxerion Group B.V. zum Erwerbszeitpunkt waren: AXXERION
Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus den erwarteten Synergien im Segment Manage. Es konnte kein Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke angesetzt werden. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt TEUR 2.479, der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt TEUR 2.488. Es wird davon ausgegangen, dass die vertraglich vereinbarten Beträge in voller Höhe realisiert werden können. Die übertragene Gegenleistung in Form von Zahlungsmitteln beläuft sich auf TEUR 76.848, was zu einem Nettozahlungsmittelabfluss in Höhe von TEUR 73.465 führt. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit wurden Umsatzerlöse in Höhe von 12,1 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 3,0 Mio. EUR erwirtschaftet. Wäre die Axxerion Group B.V. im gesamten Geschäftsjahr 2019 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz von 12,6 Mio. EUR und einem EBITDA von 3,1 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. Redshift Rendering Technologies, Inc., Newport Beach, USAMit Kaufvertrag vom 5. April 2019 erwarb Maxon Computer, Inc., 100 % der Anteile an der Redshift Rendering Technologies, Inc. Redshift bietet eine leistungsstarke und flexible GPU-basierte Rendering-Lösung für die Erstellung von visuellen Effekten, Animationen und animierten Grafiken. Maxon hat Redshift übernommen, um die Kompetenz auf dem Markt für die Erstellung und Wiedergabe von 3D-Inhalten zu stärken. Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Redshift Rendering Technologies, Inc., zum Erwerbszeitpunkt waren: REDSHIFT
Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt TEUR 41. Dies entspricht auch dem Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Es wird nicht davon ausgegangen, dass es zu Zahlungsausfällen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommen wird. Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus Synergien im Segment Media & Entertainment. Keiner der erfassten Geschäfts- oder Firmenwerte wird voraussichtlich für steuerliche Zwecke angesetzt. Im Rahmen des Kaufvertrages wurde eine bedingte Gegenleistung mit dem bisherigen Anteilseigner vereinbart. Es werden zusätzliche Zahlungen an den Veräußerer in Höhe von bis zu TEUR 7.567 geleistet, wenn bestimmte Umsatz- und Ergebnisziele sowie technische Meilensteine erreicht werden. Zum Erwerbszeitpunkt wurde der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisverpflichtung auf TEUR 5.778 geschätzt. Zum 31. Dezember 2019 war der erste technische Meilenstein erreicht. Der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung zum 31. Dezember 2019 beträgt TEUR 6.078 und spiegelt diese Entwicklung neben anderen Faktoren wider. Die Neubewertung wurde ergebniswirksam erfasst. Die übertragene Gegenleistung besteht aus Zahlungsmitteln in Höhe von TEUR 27.331 sowie einer bedingten Gegenleistung in Höhe von TEUR 5.778, was zu einem Nettozahlungsmittelabfluss in Höhe von TEUR 24.233 führt. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit wurden Umsatzerlöse in Höhe von 4,7 Mio. EUR und ein EBITDA von 1,9 Mio. EUR erwirtschaftet. Wäre Redshift im gesamten Geschäftsjahr 2019 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz von 6,3 Mio. EUR und einem EBITDA von 2,6 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. Vectorworks, Inc., Columbia, Maryland, USAMit Kaufvertrag vom 7. August 2019 erwarb Vectorworks, Inc., im Rahmen eines Asset-Deals, der die Kriterien eines Unternehmenszusammenschlusses erfüllt, die Technologie- und Kundenbeziehungen eines Distributors. Der Kaufpreis betrug TEUR 223. Auf Basis der Kaufpreisallokation wurden Technologien in Höhe von TEUR 85 und Kundenbeziehungen in Höhe von TEUR 27 erfasst. Der daraus resultierende Geschäfts- oder Firmenwert belief sich auf TEUR 111. Unternehmenserwerbe im Jahr 2018Spacewell, Antwerpen, BelgienMit Kaufvertrag vom 28. August 2018 erwarb die Nemetschek SE 100 % der Anteile an der Spacewell, Antwerpen, Belgien. Spacewell bietet modulare und integrierte Softwarelösungen für das Immobilien-, Facility- und Arbeitsplatzmanagement großer privater und öffentlicher Organisationen. Darüber hinaus hat Spacewell die intelligente Smart-Building-Plattform COBUNDU(tm) entwickelt, die Internet-of-Things(IoT)-Sensoren (Internet of Things) und Big-Data-Analysen nutzt, um die Produktivität und Effizienz der Gebäudeverwalter zu optimieren. Durch die Übernahme von Spacewell öffnet sich die Nemetschek Group dem dynamisch wachsenden Markt im Gebäudemanagement. Spacewell wurde zum 1. September 2018 erstmalig in den Konzern einbezogen. Mit dem Anteilserwerb ergaben sich im Geschäftsjahr 2018 Auszahlungen in Höhe von TEUR 46.103. Der beizulegende Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden von Spacewell zum Erwerbszeitpunkt betrug: SPACEWELL
Es wird nicht davon ausgegangen, dass es zu Zahlungsausfällen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommen wird. Diese Einschätzung beruht auf Erfahrungswerten der Vergangenheit. Somit entspricht der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Das im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 erfasste Nettovermögen basierte auf einer vorläufigen Bewertung, die im Geschäftsjahr 2019 finalisiert wurde. Der beizulegende Zeitwert der immateriellen Vermögenswerte zum Erwerbszeitpunkt beträgt TEUR 18.889, was einer Steigerung von TEUR 594 gegenüber dem vorläufigen Wert entspricht. Infolgedessen erhöhten sich die latenten Steuerschulden um TEUR 69 und der Geschäfts- oder Firmenwert korrespondierend um TEUR 525. Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus Synergien im Segment Manage. Es konnte kein Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke angesetzt werden. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit wurden Umsatzerlöse von 5,0 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 0,5 Mio. EUR erwirtschaftet. Wäre Spacewell im gesamten Geschäftsjahr 2018 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz in Höhe von 14,5 Mio. EUR und einem EBITDA von 1,6 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. 123erfasst.de GmbH, Lohne, DeutschlandMit Kaufvertrag vom 14. Juni 2018 erwarb die NEVARIS Bausoftware GmbH 100 % der Anteile an der 123erfasst.de GmbH, Lohne, Deutschland. Der Übergang von Nutzen und Lasten wurde mit Ablauf des 2. Juli 2018 vollzogen. 123erfasst bietet eine fortschrittliche App, über die mittels eines herkömmlichen Smartphones Daten wie Zeit, Leistung, Standort, Wetter, Material, Geräteeinsatz und Fotos zur Dokumentation von Baustellen in Echtzeit direkt vom Mitarbeiter in das Büro übermittelt werden. Der beizulegende Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der 123erfasst.de GmbH zum Erwerbszeitpunkt betrug: 123ERFASST.DE GMBH
Es wird nicht davon ausgegangen, dass es zu Zahlungsausfällen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommen wird. Diese Einschätzung beruht auf Erfahrungswerten der Vergangenheit. Somit entspricht der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Das im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 erfasste Nettovermögen basierte auf einer vorläufigen Bewertung, die im Geschäftsjahr 2019 finalisiert wurde. Der beizulegende Zeitwert der immateriellen Vermögenswerte zum Erwerbszeitpunkt beträgt TEUR 8.239, was einer Steigerung von TEUR 67 gegenüber dem vorläufigen Wert entspricht. Infolgedessen erhöhten sich die latenten Steuerschulden um TEUR 18 und der Geschäfts- oder Firmenwert korrespondierend um TEUR 49. Der identifizierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus Synergien im Segment Build. Es konnte kein Geschäfts- oder Firmenwert für steuerliche Zwecke angesetzt werden. Die übertragene Gegenleistung besteht aus Zahlungsmitteln in Höhe von TEUR 14.492 sowie einer bedingten Gegenleistung in Höhe von TEUR 2.653, die auf der Erreichung von Umsatzzielen im Geschäftsjahr 2020 basiert. Aufgrund einer Änderung des Geschäftsmodells im Jahr 2019 verringerte sich die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung. Der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung in Höhe von TEUR 684 zum 31. Dezember 2019 spiegelt diese Entwicklung wider. Seit Beginn der Konzernzugehörigkeit wurden Umsatzerlöse von 1,3 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 0,5 Mio. EUR erwirtschaftet. Wäre die Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2018 in den Konzern einbezogen worden, so hätte sie mit einem Umsatz in Höhe von 2,4 Mio. EUR und einem EBITDA von 0,9 Mio. EUR zum Konzernergebnis beigetragen. Vectorworks Canada, Inc., Vancouver, BC, KanadaMit Kaufvertrag vom 25. September 2018 erwarb die Vectorworks, Inc., Columbia, USA, zur Erweiterung des kanadischen Vertriebsnetzes 100 % der Anteile an einem kanadischen Distributor und integrierte ihn in den Vectorworks Teilkonzern. Der Kaufpreis belief sich auf TEUR 141. Auf der Basis der Kaufpreisallokation wurden im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 103 für Kundenbeziehungen erfasst. Mit Kaufvertrag vom 24. September 2018 erwarb Vectorworks, Inc., Columbia, im Rahmen eines Asset-Deals, der die Kriterien eines Unternehmenszusammenschlusses erfüllt, die Kundenbeziehungen eines Distributors. Der Kaufpreis belief sich auf TEUR 320. Im Rahmen der Kaufpreisallokation wurden Kundenbeziehungen in Höhe von TEUR 224 erfasst. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 96. Project AtlasAm 12. Juni 2018 erwarb die Bluebeam, Inc., im Rahmen eines Asset-Deals alle wesentlichen Vermögenswerte des Privatunternehmens Project Atlas, LLC. Project Atlas hat ein digitales Mapping-Modul entwickelt, das 2D-Pläne und Konstruktionsdaten statt mit traditionellen Ordnerstrukturen mithilfe von Standortdaten organisiert und visualisiert. Mit diesem ortsbezogenen Ansatz können Experten aus der Architektur- und Baubranche eine einwandfreie digitale Übersicht ihres Projekts erstellen und durchsuchen. Der Kaufpreis betrug TEUR 3.100. Im Rahmen der Kaufpreisaufteilung wurden TEUR 362 auf Technologie, TEUR 82 auf Kundenstamm sowie TEUR 106 auf den Markennamen verteilt. Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- oder Firmenwert betrug TEUR 2.550. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung[1] UmsatzerlöseDie in der Periode erfassten Umsatzerlöse setzten sich wie folgt zusammen: UMSATZERLÖSE
In den wiederkehrenden Umsätzen sind Erlöse aus Softwaremietmodellen in Höhe von TEUR 50.329 (Vorjahr: TEUR 23.427) enthalten. Nach geografischen Bereichen ergibt sich die folgende Aufteilung der Umsatzerlöse: UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN
Die Vertragssalden stellen sich zum 31. Dezember wie folgt dar: VERTRAGSSALDEN
Während der Berichtsperiode haben sich keine signifikanten Änderungen bei den Vertragsvermögenswerten ergeben. Aus Wesentlichkeitsgründen wurden keine Wertminderungen für Vertragsvermögenswerte erfasst. Der Konzern erhält Vorauszahlungen von Kunden, die als Umsatzabgrenzungsposten ausgewiesen werden. Sobald die vertraglichen Leistungen erbracht werden, werden diese als Umsatzerlöse erfasst. Von dem zu Beginn der Periode im Umsatzabgrenzungsposten ausgewiesenen Betrag in Höhe von TEUR 95.375 (Vorjahr: TEUR 67.745) wurden TEUR 95.113 (Vorjahr: TEUR 67.007) als Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2019 erfasst. Umsatzerlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in den Vorjahren erfüllt worden sind, wurden im Geschäftsjahr 2019 nicht erfasst (Vorjahr: EUR 0). Da die Verträge überwiegend eine Laufzeit von einem Jahr haben, erfolgen keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2019. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von einem Jahr oder weniger verzichtet der Konzern auf die Anpassung der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente. Darüber hinaus aktiviert der Konzern keine Kosten einer Vertragsanbahnung, wenn der Abschreibungszeitraum ein Jahr oder weniger beträgt. Die Darstellung der Umsatzerlöse nach Segmenten wird in der Angabe [26] dargestellt. [2] SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
[3] AUFWAND FÜR WAREN UND DIENSTLEISTUNGEN
[4] PERSONALAUFWAND
[5] ABSCHREIBUNGEN
[6] SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
In der Position "Übrige" befinden sich diverse Einzelposten, die kleiner als TEUR 2.000 sind. [7] ZINSERGEBNIS
Der Anstieg des Zinsaufwands ist im Wesentlichen auf die erstmalige Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse und die weitere Aufnahme von Darlehen zurückzuführen. [8] Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen und Ergebnis aus der Veräußerung von assoziierten UnternehmenDie Erträge / Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 531 (Vorjahr: TEUR 536) beinhalten mit TEUR 363 (Vorjahr: TEUR 435) Erträge aus der DocuWare GmbH, Germering, sowie in Höhe von TEUR 168 (Vorjahr: TEUR 101) Erträge aus der Nemetschek OOD, Bulgarien. Das Ergebnis aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 29.927 betrifft die Veräußerung des Anteils an der DocuWare GmbH in Höhe von 22,41 %. Für weitere Angaben wird auf [18] verwiesen. [9] Sonstige finanzielle Aufwendungen / ErträgeDie sonstigen finanziellen Aufwendungen / Erträge in Höhe von TEUR 1.907 (Vorjahr: TEUR 2.131) beinhalten die Neubewertung bedingter Gegenleistungen. Für weitere Informationen wird auf die Angabe zu Unternehmenserwerben und Finanzinstrumenten [24] verwiesen. Die sonstigen finanziellen Aufwendungen / Erträge des Vorjahres enthalten Erträge aus der Auflösung von bedingten Kaufpreisverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.075. [10] SteuernDie wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands setzen sich wie folgt zusammen: ERTRAGSTEUERN
Der Steueraufwand enthält im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von TEUR 32 Steueraufwendungen aus Vorjahren (Vorjahr: Steuererträge TEUR 220). Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von TEUR 55 (Vorjahr: TEUR - 28) latente Steuern aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Ertragsteuersätze der einzelnen Gesellschaften liegen zwischen 9,0 % und 33,3 % (Vorjahr: zwischen 9,0 % und 33,3 %). Der von der Nemetschek SE angewandte Ertragsteuersatz beträgt 31,6 % (Vorjahr: 32,5 %) und setzt sich wie folgt zusammen: ERTRAGSTEUERSATZ
Die Bewertung der Steuerlatenzen erfolgt mit dem nominalen Steuersatz der Nemetschek SE bzw. mit dem maßgeblichen Steuersatz der jeweiligen Tochtergesellschaft. Latente Steuern werden je Steuersubjekt saldiert, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen sowie von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Die latenten Steuern setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen: LATENTE ERTRAGSTEUERN
Die Überleitungsrechnung zwischen dem ausgewiesenen und dem erwarteten Ertragsteueraufwand (bewertet mit dem Steuersatz 2019) für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2019 und 2018 setzt sich wie folgt zusammen: ÜBERLEITUNGSRECHNUNG ERTRAGSTEUERAUFWAND
Die steuerfreien Erträge beinhalten Steuereffekte aus der Veräußerung der Anteile an der DocuWare GmbH in Höhe von TEUR 9.409. Die latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge ermitteln sich wie folgt: LATENTE STEUERN VERLUSTVORTRÄGE
Die Positionen enthalten latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge wurden auf der Basis der Aufwands- und Ertragsplanung für die Geschäftsjahre 2020 - 2022 der Tochtergesellschaften der Nemetschek SE gebildet. Latente Steuern auf Verlustvorträge der Graphisoft SE wurden erstmalig angesetzt, da in Höhe des Ansatzes von einer Nutzbarkeit ausgegangen wird. VERLUSTVORTRÄGE BEGRENZT VORTRAGBAR
Die steuerpflichtigen temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 2.641 (Vorjahr TEUR 3.762), für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, würden zukünftig zu einer Steuerbelastung in Höhe von TEUR 515 (Vorjahr: TEUR 885) führen. Aus der Ausschüttung von Dividenden im Jahr 2019 durch die Nemetschek SE an die Anteilseigner ergaben sich keine ertragsteuerlichen Konsequenzen bei der Nemetschek SE. [11] Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Nettoergebnis durch die durchschnittliche Zahl der Aktien dividiert wird. Zum Stichtag lagen keine Sachverhalte vor, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie geführt hätten. ERGEBNIS JE AKTIE
* Der Vorjahreswert wurde aufgrund des
Aktiensplits angepasst.
Für weitere Informationen wird auf [25] verwiesen. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz[12] Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteFür Zwecke der Konzern-Kapitalflussrechnung umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten abzüglich ausstehender Kontokorrentkredite. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres, wie sie in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt werden, können auf die damit in Zusammenhang stehenden Posten in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden: FINANZMITTELFONDS
[13] FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von branchenüblichen 30 bis 90 Tagen. Die Entwicklung der Wertberichtigungen stellt sich wie folgt dar: ENTWICKLUNG WERTBERICHTIGUNGEN
Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar: ALTERSSTRUKTUR FORDERUNGEN
ALTERSSTRUKTUR FORDERUNGEN
[14] VERMÖGENSWERTE
Die Vorräte bestehen im Wesentlichen aus Fremdlizenzen in Höhe von TEUR 539 (Vorjahr: TEUR 0) und Hardware in Höhe von TEUR 167 (Vorjahr: TEUR 284). Wie im Vorjahr wurden keine Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis oder Zuschreibungen erfasst. Die Vorräte zum 31. Dezember 2019 und 2018 waren nicht als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Mietkautionen aus Leasingverträgen über Büroräume. Im Vorjahr beinhalten die sonstigen finanziellen Vermögenswerte zusätzlich eine Forderung aus Zuschüssen gegenüber einem Leasinggeber. Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen abgegrenzte Zahlungen in Höhe von TEUR 14.171 (Vorjahr: TEUR 12.140) sowie Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15 in Höhe von TEUR 839 (Vorjahr: TEUR 803). [15] SachanlagenAnschaffungs- und Herstellungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen der Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN
In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 wurden keine wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen auf Sachanlagen erfasst. Zum 31. Dezember 2019 und 2018 war das Sachanlagevermögen nicht verpfändet. [16] Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder FirmenwerteDie Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die kumulierten Amortisationen und Wertminderungen haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle VermögenswerteDie Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte aus wesentlichen Unternehmenserwerben stellt sich wie folgt dar: IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE AUS WESENTLICHEN KAUFPREISALLOKATIONEN
Die immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2019 und 2018 waren nicht zur Absicherung von Verbindlichkeiten verpfändet. Geschäfts- oder FirmenwertZu Beginn des Geschäftsjahres hat die Nemetschek Group die Organisation deutlich stärker auf Divisionen ausgerichtet. Dies stärkt die Marktposition von Nemetschek durch die Realisierung von Synergien innerhalb der Divisionen. Weiterhin verändert sich hierdurch, dass Unternehmenserwerbe und die daraus resultierenden Vermögenswerte mit dem Ziel gemanagt werden, den Erfolg der entsprechenden gesamten Division zu erhöhen. Somit führt die Umorganisation dazu, dass die bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte auf Ebene der Divisionen Design, Build, Manage und Media & Entertainment auf Werthaltigkeit hin überprüft werden. Für weiterführende Informationen im Hinblick auf die Angaben zu Segmenten wird auf die Angabe [26] verwiesen. Vor der Umorganisation wurde der Geschäfts- oder Firmenwert auf Markenebene auf Werthaltigkeit hin untersucht. Aus den vorhergehenden Werthaltigkeitstests ergaben sich keine Indikationen, die auf einen Abschreibungsbedarf hindeuteten. Nach der Umorganisation ist der Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt zugeordnet:
Die Grundannahmen für den Businessplan, der ebenfalls beim Werthaltigkeitstest verwendet wurde, sind Umsatzerlöse und Personalkosten. Die Entwicklung der verkauften Einheiten und deren Preise basiert auf Markterwartungen, die neben allgemeinen volkswirtschaftlichen Faktoren auch Spezifika des AEC-Sektors umfassen. Die Entwicklung der Personalkosten ist ein wesentlicher Treiber des Umsatzes, da mit den Mitarbeitern weiterhin zukunftsfähige Produkte entwickelt und Märkte erschlossen werden können. Der zum 31. Dezember durchgeführte Werthaltigkeitstest zeigt im Jahr 2019 wie in den Vorjahren keinen Abschreibungsbedarf. Für Firmenwerte, bei denen der erzielbare Betrag nicht mindestens 30 % über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegt, wurden zusätzliche Sensitivitätsanalysen durchgeführt, in denen für EBITA, WACC sowie Wachstumsraten in der ewigen Rente von den ursprünglichen Schätzungen abweichende Annahmen getroffen werden. Diese Szenarien werden von der Geschäftsleitung für nicht wahrscheinlich, aber für möglich gehalten. Im Bereich der Division Manage übersteigt der erzielbare Betrag den Buchwert um 27 %. Im Einzelnen wurden im Vorjahr im Rahmen der Sensitivitätsanalysen folgende abweichende Annahmen berücksichtigt:
Damit berücksichtigt der Konzern Unsicherheiten im Rahmen von Schätzungen und analysiert die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes auch für Szenarien, die ungünstiger als geschätzt sind. Die für möglich gehaltenen Änderungen der Parameter führen zu keinem Abschreibungsbedarf. Auf der Grundlage der durchgeführten Werthaltigkeitstests sowie der in diesem Rahmen durchgeführten Sensitivitätsanalysen kommt der Konzern zu dem Ergebnis, dass sich im Berichtsjahr bei keiner der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert ergibt. Geschäfts- oder Firmenwert vor ReorganisationDie Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte, die der Bluebeam Software, Inc., Pasadena, USA, der Spacewell, Antwerpen, Belgien, der Design Data Corporation, Lincoln, USA, der Solibri Oy, Helsinki, Finnland, der Graphisoft SE European Company Limited by Shares, Budapest, Ungarn, und der NEVARIS Gruppe zugerechnet werden, werden im Vergleich zum Gesamtbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte als wesentlich erachtet. Der Gesamtfirmenwert der Nemetschek Group betrug zum 31. Dezember 2018 TEUR 244.349. Insgesamt entfallen 78 % dieses Firmenwerts auf die in der folgenden Tabelle dargestellten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten: WESENTLICHE FIRMENWERTE
Im Einzelnen wurden im Rahmen der Sensitivitätsanalysen folgende abweichende Annahmen berücksichtigt:
Damit berücksichtigt der Konzern Unsicherheiten im Rahmen von Schätzungen und analysiert die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts auch für Szenarien, die ungünstiger als geschätzt sind. Für möglich gehaltene Änderungen der genannten Parameter hätten im Vorjahr bis auf die zum 28. August 2018 erworbene Spacewell keine wesentlichen Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Bei den Akquisitionen des Geschäftsjahres 2018 liegt der erzielbare Betrag nur leicht über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Auf der Grundlage der durchgeführten Werthaltigkeitstests sowie der in diesem Rahmen durchgeführten Sensitivitätsanalysen kommt der Konzern zu dem Ergebnis, dass sich im Berichtsjahr bei keiner der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert ergibt. [17] LeasingverhältnisseDie aus Leasingverhältnissen resultierenden Nutzungsrechte lauten wie folgt: NUTZUNGSRECHTE
Immobilienleasingverträge umfassen hauptsächlich die Anmietung von Büroflächen. Die Zugänge zu den Nutzungsrechten im Jahr 2019 beliefen sich auf TEUR 10.243. Nutzungsrechte werden über die kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses und der Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts abgeschrieben. Die Abschreibungen pro Anlageklasse im Geschäftsjahr stellen sich wie folgt dar: ABSCHREIBUNG 2019
Informationen zu den Leasingverbindlichkeiten können der Angabe [24] entnommen werden. Aufwendungen, die zusätzlich zu den Abschreibungen erfolgswirksam erfasst werden, sind in der nachstehenden Übersicht aufgeführt: IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG ERFASSTE BETRÄGE
IN DER KAPITALFLUSSRECHNUNG ERFASSTE BETRÄGE
[18] Beteiligungen an assoziierten UnternehmenNachfolgend werden Einzelheiten zu den assoziierten Unternehmen am Ende der Berichtsperiode dargestellt: ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN, DIE NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERT SIND
Nemetschek OOD, Bulgarien, entwickelt im Rahmen von Auftragsentwicklungen kundenspezifische Software. Die Sablono GmbH entwickelt Softwarelösungen für die digitale Planung, Steuerung und Überwachung komplexer Bauprojekte. Die DocuWare Gruppe entwickelt und vertreibt Software für das elektronische Dokumentenmanagement. Am 28. Juni 2019 schloss Nemetschek den Verkauf seines Anteils an der assoziierten DocuWare GmbH in Höhe von 22,41 % an ein Unternehmen der Ricoh-Gruppe ab. Der Verkauf wurde am 5. August 2019 nach Genehmigung durch die Kartellbehörden abgeschlossen. Der Veräußerungsgewinn in Höhe von TEUR 29.927 wird im Finanzergebnis ausgewiesen. In der folgenden Tabelle sind die Finanzinformationen für die Anteile des Konzerns an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen auf der Grundlage der im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge zusammengefasst: ZUSAMMENGEFASSTE INFORMATIONEN FÜR ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN, DIE EINZELN UNWESENTLICH SIND
NICHT ERFASSTE VERLUSTE ASSOZIIERTER UNTERNEHMEN
[19] Finanzielle VerbindlichkeitenFINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Die Darlehen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Zusammenhang mit getätigten Unternehmenserwerben in Höhe von TEUR 185.800 (Vorjahr: TEUR 127.800). Darlehen werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der angefallenen Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stellen Verpflichtungen zur Zahlung von erhaltenen Gütern oder Dienstleistungen im normalen Geschäftsgang dar. Sie werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben in der Regel eine Fälligkeit von 60 Tagen. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben. Zum 31. Dezember 2019 bestehen diese im Wesentlichen aus der bedingten Gegenleistung aus dem Erwerb der Redshift Rendering Technologies, Inc., in Höhe von TEUR 6.078 sowie der 123erfasst.de GmbH in Höhe von TEUR 684 (Vorjahr: TEUR 2.653). Weitere TEUR 1.500 (Vorjahr: TEUR 2.961) beziehen sich auf den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an der Maxon Computer GmbH. [20] Rückstellungen und abgegrenzte SchuldenDie Rückstellungen und abgegrenzten Schulden enthalten folgende Positionen: RÜCKSTELLUNGEN UND ABGEGRENZTE SCHULDEN
Die Personalrückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für kurz- und langfristige variable Vergütungskomponenten sowie Provisionen. Der Anstieg resultiert aus der positiven Geschäftsentwicklung im Jahr 2019. Langfristige variable Vergütungskomponenten haben Laufzeiten von bis zu drei Jahren. Rückstellungen für Garantien- und Haftungsrisiken ergeben sich aus der Verpflichtung zur Erfüllung von Kundenansprüchen in Bezug auf verkaufte Waren und Dienstleistungen und werden auf der Basis einer Einzelwertbetrachtung pro Gesellschaft gebildet. Abgegrenzte Schulden für ausstehende Rechnungen beinhalten im Wesentlichen Provisionen für Händler aufgrund erreichter Ziele sowie noch nicht in Rechnung gestellte Waren und Dienstleistungen. Die auf das Personal entfallenden abgegrenzten Schulden bestehen im Wesentlichen aus Urlaubsansprüchen. Die Entwicklung der Rückstellungen stellt sich wie folgt dar: RÜCKSTELLUNGSSPIEGEL
[21] UmsatzabgrenzungspostenDer Umsatzabgrenzungsposten beläuft sich auf TEUR 122.185 (Vorjahr: TEUR 95.375). [22] Sonstige nicht finanzielle VerbindlichkeitenDie sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern aufgrund von Verpflichtungen zur Zahlung der Lohn- und Umsatzsteuer sowie Verpflichtungen zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge an die Sozialversicherungsträger. Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten sind nicht verzinslich und haben eine durchschnittliche Fälligkeit von 60 Tagen. Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten des Vorjahres beinhalten im Wesentlichen langfristige Mietabgrenzungen. [23] Pensionen und ähnliche VerpflichtungenPensionen und ähnliche Verpflichtungen beinhalten in Höhe von TEUR 1.926 (Vorjahr: TEUR 1.665) leistungsorientierte Pensionspläne sowie in Höhe von TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 12) Rückstellungen für Jubiläumszahlungen. Die aus Pensionsplänen entstehende Verpflichtung gegenüber ehemaligen Geschäftsführern einer Tochtergesellschaft wird unter Verwendung der Projected-Unit-Credit-Methode festgestellt. Die Pensionspläne enthalten eine Anwartschaft ab Erreichen des 65. Lebensjahres von 60 % des letzten Nettogehalts, höchstens aber EUR 3.834 (DM 7.500) pro Monat. Es handelt sich hierbei um unverfallbare Ansprüche. Die Dauer der Pensionsverpflichtung beträgt 23 Jahre. In dem am 31. Dezember 2018 abgelaufenen Jahr erfolgten wie im Vorjahr keine Plankürzungen. Das Planvermögen aus diesen Versorgungsplänen ist in Lebensversicherungen investiert. Das Planvermögen beinhaltet abgeschlossene Rückdeckungsversicherungen, die an die anspruchsberechtigten Pensionsempfänger verpfändet sind. Aus den leistungsorientierten Plänen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses waren folgende Beträge im Konzernabschluss enthalten: PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN
Die Ermittlung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus leistungsorientierten Pensionsplänen basiert auf versicherungsmathematischen Annahmen und Bewertungen. Die wichtigsten Annahmen, die der versicherungsmathematischen Bewertung zugrunde gelegt wurden, sind: ABZINSUNGSSATZ
Die versicherungsmathematischen Annahmen zum Bilanzstichtag werden verwendet, um die leistungsorientierte Verpflichtung zu diesem Zeitpunkt sowie die Pensionsaufwendungen für das kommende Jahr zu ermitteln. Die Annahmen über die künftige Lebenserwartung beruhen auf den Richttafeln "Heubeck 2018 G". Die Veränderungen im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen und des Planvermögens stellen sich wie folgt dar: VERÄNDERUNG DES BARWERTS DER VERPFLICHTUNG
Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen für die Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung sind der Abzinsungssatz und die zukünftigen Pensionserhöhungen. Bei Konstanthaltung der anderen Annahmen hätten die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung wie folgt beeinflusst: SENSITIVITÄTEN
Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung am 31. Dezember 2019 betrug 21,0 Jahre (2018: 21,3 Jahre). Die erwarteten Zahlungen im Geschäftsjahr 2020 belaufen sich auf TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 25) und beziehen sich auf die Beitragszahlungen für das Planvermögen. In den kommenden Geschäftsjahren werden aus den Pensionsplänen folgende Zahlungen erwartet: KÜNFTIGE PENSIONSZAHLUNGEN
[24] FinanzinstrumenteIn der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt: FINANZINSTRUMENTE
FINANZINSTRUMENTE
Aufgrund der kurzen Laufzeit der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entsprechen die jeweiligen beizulegenden Zeitwerte deren Buchwerten. ÜBERLEITUNG DER LEVEL-3-BEWERTUNGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS FINANZINSTRUMENTEN
Nettogewinne bzw. -verluste aus Finanzinstrumenten beinhalten die Ergebnisse aus der Bewertung, der Erfassung und Umkehrung von Wertminderungen, Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung sowie Zinsen. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beinhalten Zinserträge in Höhe von TEUR 858 (Vorjahr: TEUR 470). Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beinhalten Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR - 3.165 (Vorjahr: TEUR - 1.124). Zielsetzungen und Methoden des FinanzrisikomanagementsZielsetzung des Konzerns im Rahmen des Finanzrisikomanagements ist es, die nachfolgend dargestellten Risiken zu reduzieren. Dabei verfolgt der Konzern grundsätzlich eine konservativrisikoaverse Strategie. AusfallrisikoUnter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko des Verlusts für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Forderungen gegenüber Kunden sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte stellen dabei das maximale Ausfallrisiko dar. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenEnde 2019 bestanden keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken bei einzelnen Kunden oder bestimmten Kundengruppen. Die Ausfallrisiken des Konzerns werden hauptsächlich durch individuelle Kundenmerkmale beeinflusst. Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen an Kunden erfolgt nach Durchführung einer angemessenen internen Kreditrisikobeurteilung. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 haben die Forderungen gegenüber keinem einzelnen Kunden mehr als 10 % der gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDas Ausfallrisiko aus Guthaben bei Kreditinstituten der Konzerngesellschaften wird in Übereinstimmung mit den Konzernvorgaben und in Abstimmung mit der Konzernzentrale gesteuert. Die Kreditrahmen werden festgelegt, um die Risikokonzentration zu minimieren und somit finanzielle Verluste durch den potenziellen Ausfall eines Geschäftspartners so gering wie möglich zu halten. LiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Die Steuerung der Liquidität im Konzern soll sicherstellen, dass - soweit möglich -stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind, um unter normalen wie auch unter angespannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können, ohne untragbare Verluste zu erleiden oder die Reputation des Konzerns zu schädigen. Zum Bilanzstichtag hält der Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 209.143 (Vorjahr: TEUR 120.747). Im Folgenden werden die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag dargestellt. Die Beträge sind brutto, undiskontiert und beinhalten vertragliche Zinszahlungen. FÄLLIGKEITSANALYSE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
MarktrisikoDas Marktrisiko ist das Risiko, dass sich die Marktpreise, wie beispielsweise Wechselkurse oder Zinssätze, ändern und dadurch die Erträge des Konzerns oder der Wert der gehaltenen Finanzinstrumente beeinflusst werden. Das Ziel des Marktrisikomanagements ist es, das Marktrisiko innerhalb akzeptabler Bandbreiten zu steuern und zu kontrollieren und gleichzeitig die Rendite zu optimieren. WährungsrisikoDer Konzern tätigt Transaktionen in ausländischer Währung; dementsprechend ist er auftretenden Währungsschwankungen ausgesetzt. Die Währungsschwankungen wirken sich auf oberster Konzernebene nur bedingt aus, da bei den operativen Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums sowohl deren Umsätze als auch deren Wareneinsätze, Personalaufwendungen und sonstige Aufwendungen in Landeswährung zu Buche stehen. Sensitivität ausgewählter FremdwährungenDie nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernumsatzes und Konzern-EBIT gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des US-Dollars und des ungarischen Forints. Alle anderen Variablen bleiben konstant. SENSITIVITÄT USD / EUR
SENSITIVITÄT HUF / EUR
Finanzielle Vermögenswerte in Fremdwährung bestehen im Wesentlichen bei einer Tochtergesellschaft in Ungarn. Die nachfolgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2019 bestehenden Fremdwährungsforderungen und die Veränderungen des Stichtagskurses: FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
ZinsrisikoAufgrund der derzeitigen Konzernfinanzierungsstruktur bestehen keine wesentlichen Zinsrisiken. KapitalsteuerungVorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass er zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder-Value ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote aufrechterhält. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann der Konzern Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen. Zum 31. Dezember 2019 bzw. 31. Dezember 2018 wurden keine Änderungen an den Zielen, Richtlinien und Verfahren vorgenommen. Der Konzern erfüllt externe Mindestkapitalanforderungen. Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe der Kenngrößen Verschuldungsgrad und Eigenkapitalquote. VerschuldungsgradDer Verschuldungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und EBITDA. Die Nettoverschuldung wird im Wesentlichen als kurz- und langfristige Kredite abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente definiert. Zum 31. Dezember 2019 betrug die Nettoliquidität /-verschuldung des Konzerns 21,0 Mio. EUR (Vorjahr: - 9,9 Mio. EUR) und stimmt damit mit den externen und internen Kenngrößen überein. EigenkapitalquoteDie Eigenkapitalquote entspricht dem Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme. Entsprechend ergibt sich für den Nemetschek Konzern eine Eigenkapitalquote von 40,7 % (Vorjahr: 43,0 %). [25] EigenkapitalDie Entwicklung des gezeichneten Kapitals, der Kapitalrücklage, der Gewinnrücklage, der Rücklage für Währungsumrechnung, der Gewinnrücklagen / kumulierten Verluste des Konzerns sowie der Anteile ohne beherrschenden Einfluss ist in der Veränderung des Konzerneigenkapitals dargestellt. Das Grundkapital der Nemetschek SE belief sich zum 31. Dezember 2019 auf EUR 115.500.000,00 (Vorjahr: EUR 38.500.000,00) und ist eingeteilt in 115.500.000,00 (Vorjahr: EUR 38.500.000,00) auf den Inhaber lautende Stückaktien. Auf jede Aktie entfällt ein Anteil von EUR 1,00 am Grundkapital. Das Kapital ist vollständig einbezahlt. Die Nemetschek SE setzte den von der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 beschlossenen Aktiensplit zum 28. Juni 2019 um. Jeder Aktionär erhielt je gehaltener Nemetschek Aktie ohne Zuzahlung im Wege entsprechender Depotgutschrift zwei weitere Nemetschek Aktien. Technisch erfolgte der Aktiensplit über eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln von EUR 38.500.000 um EUR 77.000.000 auf EUR 115.500.000. Das Kursniveau der Nemetschek Aktie hat sich bei insgesamt gleichbleibendem Gesamtwert für die Aktionäre rechnerisch entsprechend gedrittelt. Das Grundkapital der Nemetschek SE hat sich durch die Kapitalerhöhung von 38.500.000 auf 115.500.000 Stückaktien verdreifacht. Die Kapitalrücklage umfasst im Wesentlichen das Agio aus dem Börsengang. In der Rücklage für Währungsumrechnung werden die Differenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften erfasst. DividendeIm Geschäftsjahr 2019 wurde eine Dividende in Höhe von EUR 31.185.000,00 (Vorjahr: EUR 28.875.000,00) an die Aktionäre ausgeschüttet. Dies entspricht EUR 0,81 (unter Berücksichtigung des Aktiensplits: EUR 0,27 je Aktie, Vorjahr: EUR 0,75) je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2020 schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von EUR 32.340.000,00 vor. Dies entspricht EUR 0,28 je Aktie. Dieser Vorschlag erfolgt unter der Maßgabe, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, auf die Branche, in welcher der Konzern tätig ist, sowie auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Konzerns und seiner Dividendenfähigkeit fortlaufend zu überprüfen ist. Sollte sich bis zum Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung aus Sicht des Vorstands Anpassungsbedarf ergeben, behält sich der Vorstand vor, seinen Gewinnverwendungsvorschlag in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zu ändern. [26] SegmentberichterstattungDie Nemetschek Group wird durch den Vorstand der Nemetschek SE zentral in seiner Funktion als verantwortliche Unternehmensinstanz geführt. Zu Beginn des Geschäftsjahres hat die Nemetschek Group die Organisation deutlich stärker auf Divisionen ausgerichtet. Die identifizierten operativen Segmente haben sich durch die Reorganisation nicht verändert. Die angepasste Managementberichterstattung spiegelt sich in den nachstehenden Angaben wider. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Operative GeschäftssegmenteDie operativen Segmente der Gruppe sind Design, Build, Manage und Media & Entertainment. Das Segment Design umfasst den Bereich Architektur und Engineering und ist hauptsächlich durch die Entwicklung und Vermarktung von CAD-, Statik-, Engineering- und Ausschreibungssoftware gekennzeichnet. Das Segment Build umfasst die Erstellung und Vermarktung von kommerzieller Software für Bauunternehmen. Das Segment Manage deckt das Facility- und Property-Management ab, das sich mit der umfassenden Verwaltung von Immobilienprojekten beschäftigt. Darüber hinaus ist die Gruppe mit dem Segment Media & Entertainment im Bereich Multimedia-Software, Visualisierung und Animation tätig. Interne Steuerung und BerichterstattungDie interne Steuerung und Berichterstattung des Konzerns basiert grundsätzlich auf den beschriebenen Rechnungslegungsmethoden. Eine Ausnahme hiervon stellen konzerninterne Leasingverhältnisse dar, die als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert werden. Erlöse zwischen den Segmenten werden weitgehend zu marktüblichen Preisen berechnet. In der Überleitung werden zentral verantwortete Sachverhalte der Konzernzentrale sowie strategische Projekte ausgewiesen. In der Überleitung sind auch die im Rahmen der Konsolidierung eliminierten Beträge aus Transaktionen zwischen den Segmenten ausgewiesen. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Informationen zu geografischen GebietenNachfolgend werden die Umsätze und langfristigen Vermögenswerte nach Regionen dargestellt: SEGMENTBERICHTERSTATTUNG - GEOGRAFISCHES SEGMENT
Umsatzerlöse werden entsprechend dem geografischen Standort der Kunden ausgewiesen, langfriste Vermögenswerte werden entsprechend dem Standort der Vermögenswerte dargestellt. [27] Angaben zur KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Während die Ableitung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit nach der indirekten Methode ermittelt wird, liegen den Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit direkte Mittelzu- bzw. Mittelabflüsse zugrunde. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 160.376 (Vorjahr: TEUR 99.747) Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR - 83.781 (Vorjahr: TEUR - 74.388). Im laufenden Geschäftsjahr beinhaltet dies im Wesentlichen:
Das vorherige Geschäftsjahr beinhaltet im Wesentlichen Auszahlungen für den Erwerb von Spacewell, der 123erfasst.de GmbH sowie Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Büroausstattung. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 10.676 (Vorjahr: TEUR - 10.394). Die Zahlungsmittelabflüsse in Zusammenhang mit Zinszahlungen und der Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten sind aufgrund des erstmaligen Ansatzes von Leasingverbindlichkeiten um TEUR 12.779 angestiegen. [28] FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Seit dem 1. Januar 2019 werden finanzielle Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Übereinstimmung mit IFRS 16 berichtet. Darüber hinaus bestehen Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von insgesamt TEUR 706 (Vorjahr: TEUR 935). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Mietbürgschaften. EventualverbindlichkeitenZum Stichtag bestehen keine Eventualverbindlichkeiten. [29] Geschäfte mit nahestehenden PersonenDer Konzern führt Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen durch. Diese Transaktionen sind Teil der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und werden zu marktüblichen Preisen berechnet. Als nahestehende Personen und Unternehmen gelten Personen, die von dem Konzern mindestens maßgeblich beeinflusst werden können bzw. die auf den Konzern mindestens maßgeblichen Einfluss nehmen können. Dazu gehören neben dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft auch deren Familienangehörige und Lebenspartner. Kauf und Verkauf von Waren und DienstleistungenUnterjährig haben Konzernunternehmen die folgenden Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen getätigt: (1) Anmietung von Flächen sowie Reparaturarbeiten von der Concentra GmbH & Co. KG, München, in Höhe von insgesamt TEUR 1.599 (Vorjahr: TEUR 1.531). (2) Bezug von Leistungen der Nemetschek OOD, Bulgarien, in Höhe von insgesamt TEUR 4.411 (Vorjahr: TEUR 3.472). (3) Bezug von Leistungen der DocuWare GmbH, Germering, in Höhe von insgesamt TEUR 456 (Vorjahr: TEUR 777). Zum 31. Dezember 2019 bestehen gegenüber der Concentra GmbH & Co. KG, München, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 20) und gegenüber der Nemetschek OOD, Bulgaria, in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 202). Zum 31. Dezember 2018 bestehen Darlehen an das assoziierte Unternehmen Sablono GmbH in Höhe von TEUR 30. VorstandsvergütungenIm Geschäftsjahr 2019 erhielten die Mitglieder des Vorstands eine Gesamtvergütung von TEUR 3.110 (Vorjahr: TEUR 3.102). Hiervon entfallen TEUR 2.356 (Vorjahr: TEUR 2.119) auf kurzfristig fällige Leistungen und TEUR 754 (Vorjahr: TEUR 983) auf andere langfristig fällige Leistungen. AufsichtsratsvergütungenDie Aufsichtsratsvergütungen stellen sich wie folgt dar: AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN
[30] Sonstige InformationenBeschäftigteDie durchschnittliche Beschäftigtenzahl stellt sich wie folgt dar: BESCHÄFTIGTE
Vergütung AbschlussprüferFür den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses wurden im Geschäftsjahr 2019 folgende Honorare als Aufwand erfasst: VERGÜTUNG ABSCHLUSSPRÜFER
[31] Informationen zum Deutschen Corporate Governance KodexDie Entsprechenserklärung wurde am 19. Dezember 2019 abgegeben. Die jeweils aktuelle Version ist den Aktionären über die Internetseite der Nemetschek SE (https://ir.nemetschek.com/ websites/nemetschek/German/5000/corporate-governance. html) zugänglich. [32] Ereignisse nach dem BilanzstichtagEreignisse nach dem AbschlussstichtagMit Kaufvertrag vom 17. Dezember 2019 erwarb die Maxon Computer GmbH 100 % der Anteile an der Red Giant LLC, Portland, USA. Red Giant bietet ein umfassendes Produktportfolio aus Motion-Design und innovativen Softwarelösungen für visuelle Effekte. Die übertragene Gegenleistung besteht aus Zahlungsmitteln in Höhe von TEUR 71.212 und der Übertragung von Anteilen an der Maxon Computer GmbH in Höhe von ca. 16 %. Die Beherrschung wurde am 7. Januar 2020 erlangt. Weitergehende Angaben nach IFRS 3.B66 lagen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses noch nicht vor. Tag der AufstellungDer Vorstand hat den Konzernabschluss am 27. März 2020 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. [33] AufsichtsratKurt Dobitsch, Unternehmer Vorsitzender Jahrgang 1954 erstmals gewählt 1998 gewählt bis 2022 Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Prof. Georg Nemetschek, Unternehmer Stellvertretender Vorsitzender Jahrgang 1934 erstmals gewählt 2001 gewählt bis 2022 Rüdiger Herzog, Rechtsanwalt Jahrgang 1950 erstmals gewählt 2003 gewählt bis 2022 Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Bill Krouch, Unternehmer Jahrgang 1959 erstmals gewählt 2018 gewählt bis 2022 Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
VorstandDr. Axel Kaufmann(Dipl.-Kfm.) Sprecher des Vorstands und CFOO (seit 1. Januar 2020) Geschäftsführer der Nemetschek Austria Beteiligungen GmbH (seit 7. Januar 2020) Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Viktor Varkonyi(Master in Informatik, MBA) Chief Division Officer, Planning & Design Division CEO Graphisoft SE, Ungarn (bis 31. März 2019) Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Jon Elliott(Master in Business Administration, MBA) Chief Division Officer, Build & Construct Division (seit 1. Februar 2019) CEO Bluebeam Holding, Inc., USA CEO Bluebeam, Inc., USA CEO Bluebeam Ltd., UK CEO Nemetschek Inc., USA (seit 25. Juli 2019) Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
Patrik Heider(Dipl.-Kfm. [FH]) Sprecher des Vorstands und CFOO (bis 31. Dezember 2019) Geschäftsführer der Nemetschek Austria Beteiligungen GmbH (bis 7. Januar 2020) Mitgliedschaft in Aufsichtsräten:
München, 27. März 2020 Nemetschek SE Dr. Axel Kaufmann Viktor Varkonyi Jon Elliott Versicherung der Mitglieder des vertretungsberechtigten Organs"Nach bestem Wissen versichere ich, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Berichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
München, 27. März 2020 Dr. Axel Kaufmann Viktor Varkonyi Jon Elliott Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Nemetschek SE Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Nemetschek SE und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Nemetschek SE, der mit dem Lagebericht der Nemetschek SE zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die in Kapitel 2 enthaltene nicht finanzielle Erklärung und den in Kapitel 7.1. enthaltenen Bericht zur Unternehmenssteuerung und Erklärung zur Unternehmensführung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Kapitel "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte: 1. Abgrenzung von Umsatzerlösen aus SoftwareserviceverträgenGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDie Geschäftstätigkeit des Konzerns umfasst auch den Verkauf von Softwarelizenzen sowie die Erbringung von Serviceleistungen wie beispielsweise Telefonhotline und Updates im Zusammenhang mit dieser Software im Rahmen von Softwareserviceverträgen (im Folgenden: Serviceverträge). Die Realisierung des Umsatzes aus Serviceverträgen erfolgt ratierlich über die Vertragslaufzeit. Die Abgrenzung von Umsatzerlösen über die Vertragslaufzeit dieser Serviceverträge, die den größten Anteil an den Umsätzen darstellen, ist ein Bereich mit einem bedeutsamen Risiko wesentlich falscher Darstellung im Konzernabschluss (einschließlich des möglichen Risikos, dass Führungskräfte Kontrollen umgehen) und damit ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt, da eine hohe Anzahl an Transaktionen vorliegt und es sich bei den Umsatzerlösen um einen finanziellen Leistungsindikator handelt. Prüferisches VorgehenIm Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit den Prozessen im Zusammenhang mit der Umsatzrealisierung auseinandergesetzt und uns mit der Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze für Serviceverträge befasst. Wir haben die Ausgestaltung und Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems durch Nachvollziehen von Geschäftsvorfällen von deren Entstehung bis zur Abbildung im Abschluss sowie die im Rahmen des Prozesses implementierten Kontrollen beurteilt. Unsere Prüfungshandlungen beinhalteten unter anderem die Durchsicht der vertraglichen Grundlagen einschließlich vertraglich vereinbarter Regelungen über Leistungserbringung und Kündigungsrechte. Zur Beurteilung der durch die gesetzlichen Vertreter vorgenommenen Bilanzierung haben wir im Rahmen von Einzelfallprüfungen nachvollzogen, dass die Voraussetzungen für die Realisierung von Umsätzen für Serviceverträge vorliegen. Hierbei haben wir insbesondere zur Beurteilung der periodengerechten Umsatzabgrenzung aus Serviceverträgen stichprobenhaft die zum Stichtag erfassten Umsatzerlöse sowie den zugehörigen Abgrenzungsposten für noch nicht vollständig erbrachte Leistungen zur vertraglichen Grundlage abgestimmt und nachgerechnet sowie erfasste Zahlungseingänge mit Bankkontoauszügen abgeglichen. In diesem Zusammenhang wurden zur Auswertung von Massendaten auch datenanalytische Verfahren eingesetzt. Um Auffälligkeiten in der Margenentwicklung im Jahresverlauf und im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen, haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Weiterhin haben wir Nachweise von Dritten für zum Stichtag offene Forderungen eingeholt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Abgrenzung von Umsatzerlösen aus Softwareserviceverträgen ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenZu den im Rahmen der Abgrenzung von Umsatzerlösen aus Softwareserviceverträgen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang zum Konzernabschluss im Kapitel Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden - Umsatzerlöse sowie auf Ziffer 1 Umsatzerlöse, Ziffer 21 Umsatzabgrenzungsposten und Ziffer 26 Segmentberichterstattung. 2. Bilanzierung von UnternehmenszusammenschlüssenGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDer Kauf der Axxerion Gruppe, Heteren, Niederlande, am 18. Januar 2019 sowie der Erwerb der Redshift Rendering Technologies, Inc., Newport Beach, USA, am 5. April 2019 waren aufgrund der Komplexität der Transaktionen sowie der für die Kaufpreisallokation erforderlichen Annahmen und Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte. Prüferisches VorgehenUnsere Prüfungshandlungen im Rahmen des Kaufs der Gesellschaften beinhalteten das Nachvollziehen der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter bezüglich der Beherrschung der erworbenen Einheiten. Dazu wurden unter anderem die gesellschaftsrechtlichen Vereinbarungen mit den in IFRS 10, Konzernabschlüsse, definierten Kriterien für Beherrschung abgeglichen. Unsere Prüfungshandlungen in Bezug auf die (vorläufigen) Kaufpreisallokationen umfassten, neben dem Abgleich der von der Nemetschek SE erbrachten Gegenleistungen mit den vertraglichen Grundlagen, die Beurteilung des methodischen Vorgehens des von den gesetzlichen Vertretern hinzugezogenen externen Gutachters hinsichtlich der Identifizierung der erworbenen Vermögenswerte sowie die konzeptionelle Beurteilung der Bewertungsmodelle unter Berücksichtigung der Vorgaben des IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse. Mit Unterstützung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir die angewandten Bewertungsmethoden zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts nachvollzogen. Weiterhin haben wir Annahmen und ermessensbehaftete Schätzungen (wie beispielsweise Wachstumsraten, Kapitalkostensätze, Lizenzgebührensätze oder Restnutzungsdauern) zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie der übernommenen Schulden im Erwerbszeitpunkt daraufhin analysiert, ob diese allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen entsprechen. Zusätzlich haben wir die Modelle rechnerisch nachvollzogen und die bei der Bewertung herangezogenen künftig erwarteten Zahlungsströme unter anderem zu internen Budgetplänen abgestimmt. Ein Schwerpunkt lag auch auf der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Technologien und Kundenstamm. Diesbezüglich haben wir unter anderem die Eignung des Bewertungsgutachtens sowie der Gutachten externer Sachverständiger, die von den gesetzlichen Vertretern hinzugezogen wurden, als Prüfungsnachweis durch Befragungen der Gutachter auch daraufhin gewürdigt, ob die getroffenen Annahmen die Sicht eines externen Marktteilnehmers im Erwerbszeitpunkt widerspiegeln. Bezüglich der Ermittlung der Geschäfts- oder Firmenwerte haben wir die Berechnung als Residualgröße zwischen dem ermittelten Kaufpreis abzüglich Zeitwert identifizierter erworbener Vermögenswerte und Schulden unter Berücksichtigung der daraus resultierenden latenten Steuern überprüft. Die bilanzielle Behandlung der im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden haben wir zu den im Nemetschek Konzern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden abgeglichen. Ferner haben wir uns mit den steuerlichen Auswirkungen des Zusammenschlusses und der Abbildung der Erstkonsolidierung im Konsolidierungssystem befasst. Zudem haben wir die Angaben im Konzernanhang im Hinblick auf die sich aus den Vorschriften nach IFRS 3 ergebenden Anforderungen gewürdigt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenDie Angaben zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen sind in den Kapiteln Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden, Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des Konzernabschlusses, Erwerb von Tochterunternehmen -Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2019, Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2018, in Ziffer 15 Sachanlagen sowie in Ziffer 16 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte des Anhangs zum Konzernabschluss dargestellt. 3. Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen VermögenswerteGründe für die Bestimmung als besonders wichtiger PrüfungssachverhaltDie Überprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf mögliche Wertminderungen war ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt, da die den Werthaltigkeitstests zugrunde liegenden Bewertungen in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelüberschüsse sowie des verwendeten Diskontierungssatzes abhängig sind und eine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss haben. Prüferisches VorgehenZur Beurteilung der Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern durchgeführten Bewertungen haben wir sowohl kontrollbasierte Prüfungshandlungen vorgenommen und uns mit den zugrunde liegenden Prozessen im Zusammenhang mit der Identifizierung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte befasst als auch aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Zur Überprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf mögliche Wertminderungen haben wir unter Einbeziehung von internen Bewertungsspezialisten insbesondere die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle sowohl methodisch als auch arithmetisch nachvollzogen. In diesem Zusammenhang haben wir auch untersucht, ob die Budgetplanungen allgemeine und branchenspezifische Markterwartungen widerspiegeln, und die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsparameter - insbesondere die geschätzten Wachstumsraten, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze sowie die Steuersätze - mit öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeglichen und gegenüber der Veränderung bedeutender Annahmen einschließlich künftiger Marktbedingungen beurteilt. Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir stichprobenweise einen Soll-Ist-Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen vorgenommen. Um bei einer für möglich gehaltenen Änderung einer der wesentlichen Annahmen ein mögliches Wertminderungsrisiko einschätzen zu können, haben wir auch eigene Sensitivitätsanalysen vorgenommen. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte ergeben. Verweis auf zugehörige AngabenZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen bezüglich der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang im Kapitel Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden - Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert, Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten, Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen bei der Erstellung des Konzernabschlusses sowie auf Ziffer 16 Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Der Aufsichtsrat ist für die folgende sonstige Information verantwortlich:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. In Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 22. Oktober 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2013 als Konzernabschlussprüfer der Nemetschek SE tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Ralf Bostedt.
München, 27. März 2020 Ernst
& Young GmbH
Bostedt, Wirtschaftsprüfer Turba, Wirtschaftsprüferin Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter SicherheitAn die Nemetschek SE, München Wir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Nemetschek SE im Sinne des § 315b HGB sowie dem durch Verweisung als Bestandteil qualifizierten Abschnitt "1.1 Geschäftsmodell" des zusammengefassten Lageberichts für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 (nachfolgend: nichtfinanzielle Konzernerklärung) einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Verantwortung der gesetzlichen VertreterDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist. Erklärungen des Wirtschaftsprüfers in Bezug auf die Unabhängigkeit und QualitätssicherungWir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1). Verantwortung des WirtschaftsprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über die nichtfinanzielle Konzernerklärung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB), durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, ob die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Gesellschaft in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung, die wir im Wesentlichen in den Monaten Januar 2020 bis Februar 2020 durchgeführt haben, haben wir u.a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
PrüfungsurteilAuf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Nemetschek SE für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Verwendungszweck des VermerksWir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage des mit der Nemetschek SE geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt und der Vermerk ist nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden. Dieser Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-) Entscheidungen treffen. Auftragsbedingungen und HaftungFür diesen Auftrag gelten, auch im Verhältnis zu Dritten, unsere Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 (www.de.ey.com/IDW-Auftragsbedingungen). Wir verweisen ergänzend auf die dort in Ziffer 9 enthaltenen Haftungsregelungen und auf den Haftungsausschluss gegenüber Dritten. Dritten gegenüber übernehmen wir keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Vermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht. Wer auch immer das in vorstehendem Vermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.
München, den 27. März 2020 Ernst
& Young GmbH
Nicole Richter, Wirtschaftsprüferin Yvonne Meyer, Wirtschaftsprüferin Jahresabschlussder Nemetschek SE (HGB)Bilanz zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2018 (Einzelabschluss HGB)Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 und 2018 (Einzelabschluss HGB)der Nemetschek SE
Beschluss des Vorstandes betreffend den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2019der Nemetschek SEDer Vorstand schlägt vor, wie folgt zu beschließen: Der Bilanzgewinn der Nemetschek SE aus dem Geschäftsjahr 2019 beträgt EUR 224.627.586,86. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Dieser Vorschlag erfolgt unter der Maßgabe, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, auf die Branche, in welcher die Gesellschaft tätig ist, sowie auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Gesellschaft und ihre Dividendenfähigkeit fortlaufend zu überprüfen ist. Sollte sich bis zum Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung aus Sicht des Vorstands Anpassungsbedarf ergeben, behält sich der Vorstand vor, seinen Gewinnverwendungsvorschlag in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zu ändern.
München, 25. März 2020 Nemetschek SE Der Vorstand Dr. Axel Kaufmann Viktor Varkonyi Jon Elliott NEMETSCHEK
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