Master Data

Registry
Register court München HRB 280912
Registered
12/13/2022
Industry
Management activities of other holding companiesActivities of holding companiesManagement activities of holding companies with predominantly financial shareholdings
Purpose
Das Halten, Verwalten, der Erwerb und die Veräußerung von Beteiligungen an anderen Unternehmen, insbesondere an Unternehmen, die direkt oder indirekt auf dem Gebiet der Entwicklung und des Designs, der Herstellung, des Vertriebs sowie des Im- und Exports von Computer-Eingabegeräten, mechanischen Schaltern und Hardware sowie von IT-basierten und IT-unterstützenden Produkten und Peripherie-Geräten, einschließlich Sicherheits- und sonstigen Systemen und Software tätig sind, sowie die Erbringung von nicht erlaubnispflichtigen Dienstleistungen (einschließlich Verwaltungs- und Managementleistungen) für andere Unternehmen einschließlich Konzerngesellschaften unter anderem auf dem Gebiet Finance, Human Resources, IT, Controlling, Datenschutz, Materialwirtschaft, Auftragsverwaltung, Logistik und Lagermanagement, strategischer und operative Einkauf und Beschaffung sowie Kundendienst.

Financial Overview

History

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Management

NameRole
Rogier Johannes Volmer
since 2/17/2026
Board Member
Jurjen Ijsbrand Jongma
since 10/24/2025
Board Member
Peter Göbel
since 1/26/2023
Procura
Udo Dr. Streller
since 12/13/2022
Board Member

Holdings
Beta

NameOwnership
No data available

Balance Sheet Accounts

Profit and Loss Accounts

Account

Financial Report

Cherry SE

München

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

GESCHÄFTSBERICHT

GB/2023

WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN (IFRS)

In € Mio. (wie angegeben) 1.1. - 31.12.2023 1.1. - 31.12.2022 Veränderung
Umsatz 126,5 132,5 -4,6 %
davon GAMING & OFFICE PERIPHERALS 92,6 77,8 19,0 %
davon DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS 23,0 33,1 -30,4 %
davon COMPONENTS 10,9 21,6 -49,8 %
Bruttoergebnis vom Umsatz (Rohertrag) 2,7 36,9 -92,7 %
Rohertragsmarge 2,1% 27,8 % -25,7 PP.
EBITDA -10,3 12,2 -184,0 %
EBITDA (bereinigt) 1 2,1 15,2 -86,4 %
EBITDA-Marge -8,1% 9,2 % -17,3 PP.
EBITDA-Marge (bereinigt) 1 1,6 % 11,5 % -9,9 PP.
EBIT -131,1 -36,5 259,3 %
EBIT (bereinigt) 1 -13,3 -33,5 -60,4 %
Konzernergebnis -126,9 -35,7 255,2 %
Ergebnis je Aktie (in €) -5,45 -1,49 265,8 %
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -27,9 5,8 -583,2 %
Cashflow aus Investitionstätigkeit -10,8 -11,3 -4,4 %
Freier Cashflow -38,7 -5,5 598,4 %
In € Mio. (wie angegeben) 31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Bilanzsumme 238,6 379,1 -37,1%
Liquide Mittel 46,1 92,8 -50,3%
Net Working Capital 2 55,9 40,9 36,7%
Eigenkapital 122,1 251,8 -51,5%
Eigenkapitalquote 51,2% 66,4% -15,2 PP.
Nettoliquidität I (+) / Nettoverschuldung I (-) 3 0,9 47,6 -98,1%
Nettoliquidität II (+) / Nettoverschuldung II (-) 4 -19,7 29,9 -165,9%
Beschäftigte 5 476 490 -2,9%
Beschäftigte (FTE) 444 457 -2,8%

Aktie

ISIN DE000A3CRRN9
WKN A3CRRN
Ticker (Handelssymbol) C3RY
Aktientyp Auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien)
Erstnotiz 29. Juni 2021
Anzahl ausstehender Aktien 24.300.000
davon: Anzahl eigener Aktien 1.110.284
Zulassungssegment Prime Standard / Regulierter Markt FWB
Designated Sponsor Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG
Xetra-Schlusskurs am 31. Dezember 2023 € 3,19
Marktkapitalisierung am 31. Dezember 2023 € 77,5 Mio.

1 Bereinigt um einmalige und/oder nicht-operative Posten.

2 Saldo der kurzfristigen Vermögenswerte (ohne Zahlungsmittel) sowie der kurzfristigen Schulden (ohne Finanzschulden).

3 Bankverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

4 Bankverbindlichkeiten, kurz- und langfristige Leasingverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

5 Gesamtsumme aller Mitarbeitenden abzgl. Vorstände, Auszubildende, Praktikanten und Aushilfen.

01 An unsere Aktionäre

VORWORT DES VORSTANDS

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE, SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,

das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 und die damit verbundene Entwicklung des Aktienkurses der Cherry SE hat Ihre und unsere Erwartungen deutlich verfehlt. Sicherlich, das vergangene Jahr, über das wir berichten, war von zahlreichen makroökonomischen Krisen geprägt, die für unser Unternehmen zu schwierigen Rahmenbedingungen führten: Auf Konsumentenseite dämpften die noch hohen Inflationsniveaus die verfügbaren Einkommen und damit die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und Informationstechnologien. Die im Vorjahr gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise beeinträchtigten weiterhin alle Stufen der wirtschaftlichen Wertschöpfungskette und schlugen sich in einem höheren Preisniveau nieder, auf das viele Endverbraucher mit einer deutlichen Konsumzurückhaltung reagierten. Gleichzeitig versuchten Unternehmen, über erhebliche Preisnachlässe ihre Lagerbestände abzubauen. Zudem verunsicherten geopolitische Konflikte, wie der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und im letzten Quartal der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten Produzenten, Investoren und Konsumenten. Während also der Umsatz nachhaltig unter Druck stand, stiegen Material-, Energie- und Logistikkosten weiter. Produktionskapazitäten konnten nicht ausgelastet werden. Im Wesentlichen legen wir zugleich den Blick nach innen und auf uns selbst, um selbstkritisch zu analysieren, was wir in 2024 besser und effizienter gestalten müssen, um verlorenes Terrain im Markt und in Ihrer Wahrnehmung wieder gut zu machen.

Cherry hat sich in seinem Jahr der Transformation mit einer Vielzahl grundlegender strategischer Entscheidungen und operativer Maßnahmen seinen Herausforderungen gestellt.

Mit einem Konzernumsatz von EUR 126,5 Mio. und einer bereinigten EBITDA-Marge von 1,6 % bleiben wir allerdings deutlich hinter unseren eigenen Zielen und Erwartungen zurück. Diese Verzögerung in unseren Wachstumsplänen wurde entsprechend in der langfristigen Planung für die Cherry Gruppe reflektiert. Dies hat zur Folge, dass im Rahmen eines notwendigen Impairment Tests zusätzliche Wertberichtigungsbedarfe auf immaterielle und materielle Vermögenswerte i. H. v. EUR 96,0 Mio. ermittelt wurden. Insbesondere die hohen immateriellen Bilanzpositionen stammen aus früheren Transaktionen, denen Wachstumspläne zugrunde lagen, die der 2023 eingeleiteten Transformationsstrategie nicht mehr entsprechen. Mit den Wertberichtigungen löst sich Cherry nun abschließend von historischen Planungsannahmen und orientiert sich vollständig an neuen strategischen Plänen. Die notwendigen Wertberichtigungen sind cash-neutral und haben keinerlei Einfluss auf die Liquiditätssituation des Unternehmens.

Die hohe Relevanz unseres hochwertigen Produktportfolios für Office und Gaming sorgt innerhalb unserer Internationalisierungsstrategie schon jetzt in den Kernmärkten für anhaltendes Wachstum.

Cherry hat sich in seinem Jahr der Transformation mit einer Vielzahl grundlegender strategischer Entscheidungen und operativer Maßnahmen seinen Herausforderungen gestellt. Das Management der Cherry SE hat es sich zur Aufgabe gemacht, Strukturen und Prozesse, Ergebnis- und Cash-Management grundlegend zu verbessern. Nach gründlicher Analyse haben wir innerbetriebliche Prozesse und Strukturen auf den Prüfstand gestellt, beispielsweise in der Vertriebssteuerung und der Finanzplanung, um die Wettbewerbs- und Prognosefähigkeit zu verbessern. Wir haben die Aufbauorganisation auf hohe Qualitätsanforderungen hinsichtlich Operations, Lieferkette, Bestandsmanagement, ESG-Aspekte sowie Technology & Engineering optimiert sowie das Produktportfolio verschlankt und aktualisiert. Die Sicherstellung der konzernweiten Operational Excellence war bereits im Geschäftsjahr 2023 ein zentraler Fokuspunkt. Als Ziel definierten wir eine nennenswerte Verbesserung in allen Geschäftsbereichen, um Cherry für neue Wachstumsbereiche aufzustellen und so wieder auf einen Wachstumspfad für das gesamte Unternehmen zu führen. Der Managementaufwand ist hierbei als grundlegend notwendig und intensiv zu bezeichnen.

Im Geschäft mit Tastaturschaltern haben wir im 4. Quartal nachhaltig und einschneidend gegengesteuert.

Um die Steuerung des Geschäfts weiter zu optimieren und als deutlich sichtbares Zeichen für unsere konsequente Neuausrichtung und Zukunftsorientierung, haben wir auf eine marktorientierte Segmentierung umgestellt. Im ersten Halbjahr integrierten wir den im Januar 2023 übernommenen E-Sports-Spezialisten Xtrfy und legten die bisher getrennten Geschäftsbereiche Gaming Devices und Office Peripherals zusammen. Im zweiten Halbjahr erfolgte die Neuausrichtung des Geschäftsbereiches Components. In diesem Geschäftsbericht präsentieren wir erstmals die drei neu definierten Segmente GAMING & OFFICE PERIPHERALS, DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS sowie COMPONENTS, nach denen wir die Profitabilität des Unternehmens steuern und beurteilen. Es geht uns darum, unsere Kundenbasis zu verbreitern und die Internationalisierung weiter voranzutreiben. In einem unverändert herausfordernden Marktumfeld haben sich im Berichtsjahr die jeweiligen Geschäftssegmente sehr unterschiedlich entwickelt. Orientierungsrahmen blieben auch im Jahr 2023 die globalen Megatrends Gaming & E-Sports, Mobile & Hybrid Work und Digital Healthcare.

GAMING & OFFICE PERIPHERALS

Im Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS konnten wir ein zweistelliges Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Die hohe Relevanz unseres hochwertigen Produktportfolios für Office und Gaming sorgt innerhalb unserer Internationalisierungsstrategie schon jetzt in den Kernmärkten für anhaltendes Wachstum.

Der Geschäftsbereich Office Peripherals setzte sein dynamisches Wachstum zunächst fort, wobei die Nachfrage im vierten Quartal hinter den Erwartungen zurückblieb. Schlüssel für die insgesamt positive Entwicklung waren das attraktive Produktportfolio, die zunehmende Internationalisierung und der erfolgreiche Ausbau der E-Commerce-Aktivitäten. Mit dem CHERRY KW 7100 MINI BT Keyboard treffen wir die Bedürfnisse des Wachstumsmarktes "ready for use anywhere" mit Fokus auf Flexibilität für mobiles Arbeiten.

Den Geschäftsbereich Gaming Devices bauten wir auf Basis der abgeschlossenen Integration von Xtrfy mit der neuen Premiummarke CHERRY XTRFY international aus. Wir konnten neue innovative Produkte platzieren, wie das CHERRY XTRFY K5V2 als erstes Gaming Keyboard mit CHERRY MX2A-Tasten. Ab April 2023 erfolgte unter dem Stichwort "Gaming Goes Global" die fokussierte Neuausrichtung des Gaming Portfolios in den westlichen Märkten. Strategische Partnerschaften, Kooperationen und Sponsorship-Verträge mit führenden E-Sports-Teams wie "SK-Gaming" und "Team Vitality" verstärken die positive Markenwahrnehmung und erhöhen die Reichweite.

Insbesondere in den USA stößt das einzigartige, hygiene-orientierte Produktportfolio unserer Submarke "Active Key" auf großes Interesse.

DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS

Die wachsende Dynamik in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens konnte die Erwartungen im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS nicht zufriedenstellend erfüllen. Mit unseren E-Health-Terminals und den von der Gematik zugelassenen PIN-Pads waren wir im Jahr 2023 für anstehende Gesetzgebungsprojekte, wie der Einführung des E-Rezepts, technologisch-innovativ sowie preislich-marktrelevant aufgestellt. Allein in Deutschland stockte die Neubeschaffung von Kartenterminals seitens der medizinischen Leistungserbringer aufgrund der Umstellung der Förderung der Apotheken und Arztpraxen aus Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen. Die regionale Ausprägung hängt von den lokal ausgestellten E-Rezepten ab. Perspektivisch werden die Apotheken künftig jeden Handverkaufstisch mit E-Health Terminals ausstatten, um weiterhin effiziente Prozessabläufe zu gewährleisten. Selbstkritisch gibt es anzumerken, dass wir die Dynamisierung des Marktes zu früh im abgeschlossenen Geschäftsjahr eingeplant hatten, diese allerdings dann endgültig erst zum November 2023 einsetzte.

Im Geschäft mit hygienischen Peripheriegeräten haben wir die Internationalisierung intensiviert. Insbesondere in den USA stößt das einzigartige, hygiene-orientierte Produktportfolio unserer Submarke "Active Key" auf großes Interesse.

Mittelfristig wird die umfassende Digitalisierung des Gesundheitswesens zu einer weitgehenden Sättigung des Marktes für Hardwarekomponenten führen. Künftig liegen Chancen in einem erweiterten Geschäftsmodell mit "Software as a Service" sowie in cloudbasierten Lösungen. Mit unseren aktuellen Hardware- und Softwarelösungen sind wir in einer ausgezeichneten Position, das durch die Digitalisierung getriebene Marktwachstum durch ein erweitertes Portfolio für Gesundheitssysteme und auch Sicherheitsanwendungen im Sinne eines digitalen Ökosystems auszubauen.

COMPONENTS

Das traditionelle Schaltergeschäft war in der bestehenden Form unter den Gesichtspunkten Personal, Standort, Logistik und Kosten nicht mehr wettbewerbsfähig. Die negativen Ergebnisse aus dem Segment COMPONENTS konnten nur durch die Profitabilität der übrigen Geschäftsbereiche kompensiert werden. Das Geschäft mit MX-Switches der 1. Generation (Cherry MX1) hat sich nicht mehr als wettbewerbsfähig erwiesen. Hier bedurfte es im Jahr 2023 einer sehr deutlichen Korrektur des bisherigen Geschäftskurses mittels eines umfassenden, schnell und zugleich tiefwirkenden Managementansatzes.

Um die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft wiederherzustellen, hat Cherry im 4. Quartal ein Maßnahmenpaket zur substanziellen Repositionierung des Segments COMPONENTS entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingeleitet. Im Rahmen der laufenden Operational Excellence wurden globale Strukturen geschaffen, bei einer Verringerung der Anzahl an Konzerngesellschaften sowie dem sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen. Zentrale Maßnahme war der Ausbau der firmeneigenen Standorte Auerbach (Deutschland) und Zhuhai (China) zu globalen Innovationszentren. Damit untermauern wir unseren Anspruch auf Marktrelevanz, Innovationsführerschaft, Produktqualität, Mengenlösungen in allen Größenordnungen, Preiskompetenz und Profitabilität. Mit den Restrukturierungsmaßnahmen soll ein jährliches Einspar- und Ergebnisverbesserungspotenzial in Höhe von rund EUR 10 bis 15 Mio. erschlossen werden.

Mit den Restrukturierungsmaßnahmen soll ein jährliches Einspar- und Ergebnisverbesserungspotential in Höhe von rund EUR 10 bis 15 Mio. erschlossen werden.

Schon heute können wir feststellen, dass die Umsetzung der erhöhten Produktionskapazität der MX-Fertigung in China bereits schneller als zunächst erwartet erfolgt. Aufbauend auf der neuen MX2-Schaltergeneration als Goldstandard für mechanische Switches und den ultraflachen, für Notebooks geeigneten ULP-Schaltern soll dauerhaft die Innovations- und Qualitätsführerschaft im Markt fortgeführt werden. So konnten wir bei der Umsetzung unserer fokussierten OEM-Strategie als einen Meilenstein ein General Agreement mit der Medion AG abschließen, dass unser gesamtes MX-Switch-Portfolio umfasst. In diesem Kontext entwickelten wir gemeinsam eine Gaming-Tastatur für die Gaming-Produktreihe ERAZER.

Wir konzentrieren uns auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, die operative Profitabilität wieder zu steigern und die Kapitalallokation zu optimieren.

GRUNDSÄTZLICHES

Im Jahr 2023 hat die Gruppe eine Rechtsabteilung aufgebaut, um die wesentlichen juristischen Belange intern abbilden und zugleich externe Anwaltskosten deutlich reduzieren zu können. Hier sehen wir bereits deutliche Mehrwerte, insbesondere auch im Sine des Schutzes unserer Patente und IP sowie in der Ausgestaltung von diversen Partnerverträgen in allen Geschäftseinheiten. Wir haben uns gezielt und erfolgreich der Schaffung einer zeitgemäßen, diversen Führungsstruktur gewidmet.

Im Jahr 2023 haben wir ein internationales "Culture Program" ins Leben gerufen, das, initiiert vom Vorstand, alle Führungskräfte involviert und einen dauerhaften positiven Abstrahleffekt auf die gesamte Organisation haben wird. Es gilt, der Cherry SE ein neues kulturelles, nachhaltiges Gerüst zu geben, dass Moderne und Tragfähigkeit miteinander verbindet und somit sowohl für die aktuellen als auch zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine höchstattraktive Firma anbietet.

GESCHÄFTSJAHR 2024 IM AUSBLICK

Im laufenden Geschäftsjahr 2024 gehen wir davon aus, dass die Umsetzung der begonnenen Restrukturierungs-, Kostensenkungs- und Transformationsmaßnahmen zu einer Verbesserung der finanziellen Situation führen wird. Der Vorstand geht davon aus, dass sich der konsolidierte Konzernumsatz der Cherry SE in der Bandbreite von EUR 140 bis 150 Mio. und die bereinigte EBITDA-Marge in der Bandbreite von 7 bis 8 % bewegen wird. Dies bedeutet eine Steigerung von rund 11 % bis 19 % gegenüber dem Konzernumsatz und rund 5 bis 6 PP. gegenüber der bereinigten EBITDA-Marge des Vorjahres.

Am mittelfristigen Ziel einer adjustierten EBITDA-Marge von mindestens 20 % hält der Vorstand unverändert fest. Die durch Innovation und Marktrelevanz getriebene sich erholende Dynamik im Umsatz sowie spürbare Effekte der umfassenden Kostensteuerung sollten zum Erreichen des Profitabilitätsziels innerhalb der kommenden zwei bis vier Jahre führen. Fokussierte Internationalisierung und systematische Digitalisierung sehen wir als Wachstumstreiber - unterstützt durch striktes Kosten- und Cash-Management - sowie einem stringenten Prozessmanagement von Planung über Umsetzung bis hin zum Reporting. Dafür verfolgen wir einen profitablen organischen Wachstumskurs in allen einzelnen Geschäftssegmenten und damit für die gesamte Unternehmensgruppe. Mittelfristig sehen wir auch Möglichkeiten für anorganisches Wachstum in strategischen Zukunftsfeldern. Wir konzentrieren uns auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, die operative Profitabilität wieder zu steigern und die Kapitalallokation zu optimieren. Wir betrachten 2024 als Revitalisierungsjahr für die Cherry SE.

Für die beiden Segmente COMPONENTS sowie GAMING & OFFICE PERIPHERALS bleiben global die dynamische Verbreitung der E-Sports-Aktivitäten und der anhaltende "Mobile & Hybrid Work"-Trend wichtige Treiber. Im Fokus stehen dabei innovative und qualitativ hochwertige Produkte und Services, die sich konsequent an den veränderten Kundenbedürfnissen orientieren. Im Segment COMPONENTS werden wir durch marktkonforme Technologie und Preispunkte bei den Schaltergenerationen MX2 und ULP zu Umsatzwachstum zurückkehren. Eine wieder steigende Auslastung unserer Fertigungskapazitäten wird zudem die Rückkehr in die Gewinnzone unterstützen. In unserem größten Geschäftssegment, GAMING & OFFICE PERIPHERALS, werden wir unseren Vertriebsansatz in den europäischen Kernländern weiter verdichten. Neben dem deutschsprachigen Raum legen wir den Schwerpunkt auf Frankreich, UK, Niederlande und Spanien. Darüber hinaus werden wir sukzessive unsere Office- und Gaming-Aktivitäten in den USA und Kanada sowie in China ausweiten. Durch mehrstufige Vertriebspartnerschaften sichern wir dabei unsere Profitabilität ab.

Unser vollumfängliches Hardware-, Software- und Cloud-Angebot versetzt uns nicht nur in die Lage, den Markt weiter zu adressieren, sondern vor allem aktiv zu gestalten.

Große Wachstumschancen sehen wir im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS für digitale E-Health-Anwendungen. Hier erwarten wir starke Impulse sowohl vom E-Rezept, welches laut der Gematik bereits im 1. Quartal 2024 mehr als 52 Millionen Mal eingelöst wurde, als auch von der Elektronischen Patientenakte, welche zum 1. Januar 2025 für alle gesetzlich Versicherten gesetzlich bindend bereitgestellt werden soll. Dieses erhebliche Potenzial bringt auch die jüngste Kooperation zwischen der Tochtergesellschaft Cherry Digital Health GmbH und DoctorBox, der Super-App für die Gesundheit, zum Ausdruck, die eine rein digitale E-Rezept- bzw. SaaS-Lösung für den Gesundheitsmarkt vorbereiten. Die zu erbringenden Software-Entwicklungen der DoctorBox reichern hierbei das IP-Portfolio der Cherry SE an. Hinzu kommt eine ungebrochene Nachfrage nach hygienerelevanten Produkten im Medizinsektor, insbesondere den Hygienetastaturen und -mäusen unseres Spezialanbieters Active Key. Unser vollumfängliches Hardware-, Software- und Cloud-Angebot versetzt uns nicht nur in die Lage, den Markt weiter zu adressieren, sondern vor allem aktiv zu gestalten.

Mit der Unternehmensmeldung vom 27. Februar 2024 hat die Cherry SE mitgeteilt, dass wir mit diesem Jahr erstmals Prognosen für die einzelnen Quartale des Geschäftsjahrs 2024 abgeben werden.

Diese Maßnahme dient der notwendigen Steigerung der Transparenz und Orientierung gegenüber Investoren und dem Kapitalmarkt.

CHERRY steht als Marke für Qualität, Design, Innovation, Nachhaltigkeit und Relevanz. Mit CHERRY-Produkten erhalten unsere Kunden und Anwender einen professionellen Zugang zur digitalen Welt. In der Verbindung von Hardware, Software- und Cloud-basierten Leistungen liegt ein wachsendes Geschäftspotenzial für die nächsten Jahre. Auch für die künftige Digitalisierung des Gesundheitswesens sind wir mit unseren E-Health-Terminals und PIN-Pads gut aufgestellt.

Unser Dank gilt an dieser Stelle allen Geschäftspartnern und Aktionären, die mit ihrem Vertrauen die notwendigen Veränderungsprozesse unterstützen. Ein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem engagierten Einsatz unsere Transformation und Revitalisierung gestalten.

 

München, 29. Mai 2024

Oliver Kaltner, CEO

Dr. Mathias Dähn, CFO

Dr. Udo Streller, COO

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,

im Geschäftsjahr 2023 sah sich die Cherry SE mit äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen konfrontiert, die zu grundlegenden strategischen Entscheidungen und operativen Maßnahmen führten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Nicht nur war das Marktumfeld von makroökonomischen Widrigkeiten und geopolitischen Krisen geprägt, was die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik nennenswert beeinträchtigte. Auch auf Unternehmensbene galt es, adversen Entwicklungen Rechnung zu tragen, entsprechend gegenzusteuern und Transformationsprozesse einzuleiten.

In allen drei Geschäftsbereichen, GAMING & OFFICE PERIPHERALS, DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS und COMPONENTS, wurden in der zweiten Jahreshälfte spezifische Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität wieder zu steigern. Hervorzuheben ist dabei insbesondere die umfassende Restrukturierung im Bereich COMPONENTS zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Schalterproduktion. Hinzu kam das konzernübergreifende Maßnahmenpaket zur Verbesserung zahlreicher innerbetrieblicher Prozesse und Strukturen wie etwa der Beschaffungs- und Vertriebssteuerung sowie der Finanzplanung. Als Aufsichtsrat verfolgen wir die Entwicklung sowohl auf Konzernebene als auch in jedem der Geschäftsbereiche genau und stehen in engem Austausch mit dem Vorstand, um sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind bereits wesentliche Meilensteine der Prozessoptimierung und Restrukturierung erreicht. So kann die Auftragsfertigung von MX2-Schaltern in China voraussichtlich bereits im zweiten Quartal aufgenommen werden und nicht erst wie geplant im dritten Quartal des laufenden Jahres.

Aus Sicht des Aufsichtsrates ist Cherry inzwischen wieder in einer Weise strukturiert und positioniert, die es der Gruppe ermöglicht, von den globalen Trends Hybrid Work, Nachfrageverlagerung hin zu hochwertigen mechanischen Tastaturen, Digitalisierung des Gesundheitssystems und Übertragung der ULP-Schaltertechnologie von Gaming- auf Office-Notebooks zu profitieren und die jeweiligen Märkte aktiv mitzugestalten.

Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich mich bei den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Cherry SE und ihrer Tochtergesellschaften für ihre hervorragende Arbeit unter den anhaltend herausfordernden Bedingungen und ihr leidenschaftliches Engagement für die aufregenden, neuen Initiativen der Gesellschaft in 2024 bedanken.

Im Folgenden finden Sie den Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit und die seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2023.

ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS

Im Geschäftsjahr 2023 bestand der Aufsichtsrat der Cherry SE aus Marcel Stolk (Vorsitzender und Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses), James Burns (stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender des Prüfungsausschusses), Joachim Coers (Mitglied des Prüfungsausschusses, Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses), Heather Faust (Vorsitzende des Personal- und Vergütungsausschusses, Mitglied des Prüfungsausschusses), Steven M. Greenberg (Vorsitzender des Nominierungsausschusses), Charlotte Hovmand Johs ab dem 17. Mai 2023 (Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses), und Dino Sawaya (Mitglied des Prüfungsausschusses und des Nominierungsausschusses) sowie Tariq Osman bis zum 17. Mai 2023 (Mitglied des Nominierungsausschusses und des Personal- und Vergütungsausschusses). Joachim Coers hat sein Mandat mit Ablauf des 31. Dezember 2023 niedergelegt.

Sämtliche derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder der Cherry SE wurden in der ordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai 2023 gewählt. Die Wahl erfolgte für Marcel Stolk, James Burns und Heather Faust für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 beschließt, für Charlotte Hovmand Johs für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 beschließt sowie für Steven M. Greenberg und Dino Sawaya für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2023 beschließt.

Im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung am 17. Mai 2023 konstituierte sich der Aufsichtsrat der Cherry SE am 6. Juni 2023 neu und bestätigte Marcel Stolk als Vorsitzenden und James Burns als stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Der Prüfungsausschuss sowie der Personal- und Vergütungsausschuss bestehen seitdem jeweils aus vier Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss besteht grundsätzlich aus zwei Mitgliedern, wurde aber durch Beschluss des Aufsichtsrats im Oktober 2023 vorübergehend bis zur nächsten Hauptversammlung auf fünf Mitglieder erweitert, um den Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden. Als vorübergehende Mitglieder des Nominierungsausschusses wurden Charlotte Hovmand Johs, Joachim Coers und Heather Faust gewählt. Der Aufsichtsrat hat sichergestellt, dass sowohl der Prüfungsausschuss als auch der Personal- und Vergütungsausschuss mehrheitlich aus unabhängigen Mitgliedern des Aufsichtsrats bestehen und trägt damit den Erwartungen insbesondere institutioneller Investoren und den Anforderungen moderner Corporate Governance Rechnung.

BERATUNG UND ÜBERWACHUNG

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach den gesetzlichen Anforderungen, der Satzung, der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und dem Deutschen Corporate Governance Kodex obliegenden Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen. Er hat sich regelmäßig und ausführlich über die beabsichtigte Geschäftsstrategie, wesentliche Fragen im Hinblick auf die Finanz-, Investitions- und Personalplanung, den Gang der Geschäfte sowie Risiken und Chancen in schriftlicher und mündlicher Form berichten lassen. Insbesondere wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand in regelmäßigen Abständen von ca. einem Monat jeweils über die aktuellen Finanzkennzahlen des Unternehmens, Maßnahmen zur Kostensenkung und das Restrukturierungsprogramm, zur M&A-Strategie des Unternehmens, zur finanziellen und personellen Entwicklung sowie zur Situation der einzelnen Geschäftseinheiten informiert und tauschte sich hierzu mit dem Vorstand aus. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2023 geprüft, der als zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht ist. Der Vorstand hat die von ihm entwickelte strategische Ausrichtung des Konzerns mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden und zustimmungspflichtige Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand vorgelegt.

SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE

Das Aufsichtsratsplenum kam im Geschäftsjahr 2023 siebenmal zu formalen Sitzungen zusammen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat achtmal Beschlüsse außerhalb einer Sitzung per E-Mail gefasst. Der Prüfungsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2023 insgesamt zehn Sitzungen ab, der Personal- und Vergütungsausschuss tagte achtmal und der Nominierungsausschuss kam zu drei Sitzungen zusammen. Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse traten bei Bedarf auch regelmäßig ohne den Vorstand zusammen, um Sachverhalte zu erörtern und über Themen zu beraten, die den Vorstand betrafen oder eine interne Erörterung allein unter den Aufsichtsratsmitgliedern erforderten. Dies betraf unter anderem die unabhängige Bewertung des Prüfungsausschusses, die Berichterstattung über die monatlichen Kennzahlen, den Wechsel des Finanzvorstands, die Short-Term-Incentive- und Long-Term-Incentive-Ziele des Vorstands. Über das Ergebnis von Ausschusssitzungen wurde in der jeweils nachfolgenden Plenumssitzung berichtet.

Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse hatten im Geschäftsjahr 2023 erneut eine hohe Teilnahmequote von jeweils über 90 %.

Überblick über die Sitzungsform des Aufsichtsrats und der Ausschüsse im Geschäftsjahr 2023

Plenum Prüfungsausschuss Personal- und Vergütungsausschuss Nominierungsausschuss
Virtuelle Sitzungen 4 10 8 3
Physische Sitzungen 3 0 0 0

Überblick über die Plenums- und Ausschusssitzungen sowie die individuelle Teilnahme im Geschäftsjahr 2023

Mitglied Plenum Prüfungsausschuss Personal- und Vergütungsausschuss Nominierungsausschuss
Marcel Stolk 7 / 7 - 8 / 8 -
James Burns 7 / 7 10 / 10 - -
Joachim Coers 6 / 7 10 / 10 5 / 8 2 / 2
Heather Faust 7 / 7 10 / 10 8 / 8 2 / 2
Steven M. Greenberg 7 / 7 - - 3 / 3
Tariq Osman 1 0 / 1 - - 0 / 1
Dino Sawaya 7 / 7 9 / 10 - 3 / 3
Charlotte Hovmand Johs 2 6 / 6 - 7 / 7 2 / 2

1 Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 17. Mai 2023.

2 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 17. Mai 2023.

PLENUMSSITZUNGEN

In jeder der ordentlichen Quartalssitzungen des Geschäftsjahres 2023 analysierte und diskutierte das Plenum des Aufsichtsrats jeweils die Berichte der Geschäftsführung über die Geschäftsentwicklung und die Strategie des Unternehmens sowie die Kapitalmarktentwicklung. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat mit den folgenden Schwerpunkten:

In der Sitzung am 27. März 2023 stimmte der Aufsichtsrat dem Gewinnabführungsvertrag zwischen der Cherry SE und der Cherry Peripherals GmbH zu. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 inklusive dem separaten nichtfinanziellen Bericht und dem zusammengefassten Lagebericht für die Cherry SE und den Konzern zum 31. Dezember 2022 sowie dem Bericht des Aufsichtsrats, der Erklärung zur Unternehmensführung und dem Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022. Der Vorstand stellte die Ganzjahresprognose für das Geschäftsjahr 2023 vor. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stellte das Ergebnis des Auswahlprozesses für einen neuen Abschlussprüfer vor und der Vorsitzende des Nominierungsausschuss die Ergebnisse der Kandidatenauswahl für die anstehende Wahl des Aufsichtsrats. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit der Tagesordnung und den geplanten Beschlussgegenständen für die ordentliche Hauptversammlung am 17. Mai 2023.

In der konstituierenden Sitzung am 6. Juni 2023 fasste der Aufsichtsrat Beschlüsse über seine Zusammensetzung und die Zusammensetzung seiner Ausschüsse. Der Vorstand stellte vorläufige Finanzkennzahlen für das laufende Geschäftsjahr vor, gab einen Ausblick auf die langfristige Geschäftsstrategie sowie einen Statusbericht zu den finanziellen Angelegenheiten des Konzerns und berichtete zu Betriebsabläufen, Lieferketten und Bestandsmanagement. Der Aufsichtsrat diskutierte diese Themen jeweils ausführlich mit dem Vorstand. Der Vorstand berichtete zudem über die M&A-Strategie sowie geplante Projekte und der Aufsichtsrat stimmte für eine weitere Verfolgung einer vom Vorstand beabsichtigten Transaktion. Weiterhin berichtete der Vorstand über Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete über die Beratungen des Ausschusses. Weitere Tagesordnungspunkte waren eine Diskussion zu den Auswirkungen von AI auf das Geschäftsmodell und ein Update zu IP-Themen.

In der Sitzung am 12. September 2023 stellte der Vorstand die Finanzzahlen für den bisherigen Jahresverlauf vor. Der Aufsichtsrat diskutierte das Finanzupdate umfassend mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat diskutierte außerdem die aktuelle Situation im Komponentengeschäft. Weitere Themen waren die strategischen Geschäftsaussichten der verschiedenen Geschäftsbereiche des Konzerns, ein Update zur M&A-Strategie und geplanten Projekten sowie zu Personalthemen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete über die in der letzten Sitzung des Prüfungsausschusses besprochenen Themen.

In der Sitzung am 14. September 2023 beschloss der Aufsichtsrat über angepasste finanzielle Erfolgsziele für die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2023.

In der Sitzung am 11. Oktober 2023 legte der Aufsichtsrat Ziele für die langfristige variable Vergütung für die Vorstandsmitglieder fest.

Am 3. November 2023 kam der Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über eine mögliche Neuausrichtung des Geschäftssegments COMPONENTS zu beraten.

In der Sitzung am 12./13. Dezember 2023 stellte der Vorstand die Finanzzahlen für den bisherigen Jahresverlauf vor und besprach diese mit dem Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat befasste sich außerdem mit dem Stand der Umsetzung der in der außerordentlichen Sitzung vom 3. November 2023 beschlossenen Maßnahmen, einem neuen Tool zur Unternehmenssteuerung und -optimierung sowie der Geschäftsentwicklung in den verschiedenen Geschäftsbereichen des Konzerns. Der Aufsichtsrat beschloss über das vom Vorstand vorgeschlagene Budget für das Geschäftsjahr 2024. Außerdem informierte sich und beriet der Aufsichtsrat über Entwicklungen bei Arbeitsabläufen, M&A-Projekten sowie der Einrichtung eines Büros des General Counsel und rechtlichen Themen des Konzerns. Weitere Tagesordnungspunkte waren die neue Abteilung Global Marketing & Communications sowie die Personalthemen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete zu der letzten Sitzung des Prüfungsausschusses.

Bestimmte Geschäfte und Maßnahmen bedürfen aufgrund gesetzlicher Vorgaben und aufgrund der Vorgaben in der Satzung und der Geschäftsordnung des Vorstands einer vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Diese Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt. Diese Geschäfte umfassten unter anderem die außerordentliche Kündigung eines Rahmenlieferungsvertrags, die Ernennung von Geschäftsführern in Tochtergesellschaften und die Erteilung von Prokura auf Ebene der Cherry SE sowie auf Ebene von Tochtergesellschaften.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Der Aufsichtsrat hat über Fragen der Corporate Governance beraten und sich mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auseinandergesetzt und die gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG verabschiedet. Die Entsprechenserklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich Governance dauerhaft zugänglich gemacht.

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Der Prüfungsausschuss prüfte den Jahresabschluss, Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie den nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2022, den Halbjahresbericht 2023 und die Quartalsmitteilungen für das erste und das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2023. Der Prüfungsausschuss überprüfte und erörterte regelmäßig mit dem externen Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte und die Qualität der Prüfung, Risiken und laufende Rechtsstreitigkeiten, das Organisationstalent und die Personalbesetzung des Prüfungsteams sowie die Genehmigung von Nichtprüfungsleistungen. Zudem diskutierte er mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Der Prüfungsausschuss hat sich dabei auch ohne den Vorstand mit dem Abschlussprüfer beraten. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauschte sich außerhalb der Sitzungen regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtete dem Ausschuss hierüber. Der Prüfungsausschuss hat außerdem die Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess, die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystem des Unternehmens (einschließlich nachhaltigkeitsbezogener Aspekte) behandelt. Der Prüfungsausschuss befasste sich eingehend mit der Auswahl eines Abschlussprüfers und wählte aus sieben renommierten Wirtschaftsprüfungsunternehmen zwei Wirtschaftsprüfungsunternehmen aus, von denen RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart an den Aufsichtsrat empfohlen wurde. Weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Prüfungsausschusses im Geschäftsjahr 2023 stellte die Resegmentierung des Geschäfts des Konzerns dar.

PERSONAL- UND VERGÜTUNGSAUSSCHUSS

Der Personal- und Vergütungsausschuss überprüfte die kurz- und langfristigen Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2023. Anhand der entsprechenden Unterlagen überprüfte der Personal- und Vergütungsausschuss insbesondere die Erreichung der Ziele für die STI-Tranche 2022 für den Vorstand. Außerdem wurde die Struktur der derzeitigen Aufgaben und Verantwortungsbereiche im Vorstand eingehend geprüft. Dabei wurden auch die strategische Nachfolgeplanung und Personalthemen im Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstands und die Bestellung eines neuen Vorstandsmitglieds erörtert. Der Personal- und Vergütungsausschuss betreute die Einarbeitung der im Geschäftsjahr 2023 neu hinzugekommenen Vorstandsmitglieder Oliver Kaltner und Dr. Mathias Dähn und befasste sich mit einer Verlängerung des Anstellungsvertrages mit dem Vorstandsmitglied Dr. Udo Streller.

NOMINIERUNGSAUSSCHUSS

Der Nominierungsausschuss hat dem Aufsichtsrat entsprechend der Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats nach gründlicher Prüfung der Qualifikationen und Fachkenntnisse potenzieller Kandidaten, die Vorschläge unterbreitet, Dr. Ash Saulsbury und Harald von Heynitz der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft im Jahr 2024 als neue Mitglieder des Aufsichtsrats vorzuschlagen.

INTERESSENKONFLIKTE

Nach der Empfehlung E.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Im Geschäftsjahr 2023 sind im Aufsichtsrat keine Interessenkonflikte aufgetreten. Insbesondere wurde kein Interessenkonflikt von einem Mitglied des Aufsichtsrats gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden offengelegt oder von einem Vorstandsmitglied oder Dritten gemeldet.

SCHULUNG UND FACHLICHE WEITERBILDUNG

Die Gesellschaft schulte die Mitglieder des Aufsichtsrats in Bezug auf Corporate Governance-Themen sowie auf die Pflichten und Kompetenzen des Aufsichtsrats. Im Januar 2024 fand zudem eine externe Fortbildung der Aufsichtsratsmitglieder zu aktuellen Themen einer börsennotierten SE aus aktien- und kapitalmarktrechtlicher Sicht statt.

PRÜFUNG UND FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES KONZERNABSCHLUSSES

In der Hauptversammlung am 17. Mai 2023 wurde die RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 gewählt. Gegenstand der Prüfung waren der Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern für das Geschäftsjahr 2023. In allen Fällen wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Der Jahresabschluss der Cherry SE und der zusammengefasste Lagebericht für die Cherry SE und die Cherry-Gruppe wurden nach den deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den in der Europäischen Union geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 21. Mai 2024 dem Aufsichtsrat vorgestellt und von ihm eingehend behandelt und ausführlich erörtert. Die anstehende Verabschiedung der Beschlüsse wurde entsprechend mittels Festlegung der noch ausstehenden Handlungsschritte vorbereitet.

Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit den wesentlichen Prüfungssachverhalten (einschließlich des Prüfungsverfahrens). Der Abschlussprüfer berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, insbesondere über die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungsverfahren. Die finalen Berichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zum 31. Mai 2024 vor. Es wurden keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems festgestellt. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Ergebnis der Prüfung an. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss am 29. Mai 2024 aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss am 31. Mai 2024 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

ZUSAMMENGEFASSTER GESONDERTER NICHTFINANZIELLER BERICHT

Der Aufsichtsrat hat sich außerdem mit dem vom Vorstand erstellten zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht für die Gesellschaft und den Konzern für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 (bezeichnet als Nachhaltigkeitsbericht 2023) befasst.

Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. Mai 2024 sorgfältig geprüft. Allen Aufsichtsratsmitgliedern wurden die Unterlagen hierfür rechtzeitig zugeleitet. Der Vorstand war in der Sitzung des Aufsichtsrats anwesend und erläuterte den Bericht. Sämtliche zusätzlichen Fragen der Aufsichtsratsmitglieder wurden beantwortet und ergänzende Auskünfte erteilt. Es wurden keine Gründe festgestellt, die der ordnungsgemäßen und zweckmäßigen Erstattung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts entgegenstehen.

Auf Grundlage seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht für die Gesellschaft und den Konzern für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 am 31. Mai 2024 zustimmend zur Kenntnis genommen und hatte keine Einwendungen gegen den Bericht.

 

Für den Aufsichtsrat

Marcel Stolk, Vorsitzender

CHERRY AM KAPITALMARKT

Die Cherry SE [ISIN: DE000A3CRRN9] ist ein internationaler Hersteller von Computer-Eingabegeräten wie Tastaturen, Mäusen und Headsets für Anwendungen in den Bereichen Gaming & E-Sports, Office & Hybrid Workplaces, Industry und Healthcare. Seit der Gründung im Jahr 1953 steht Cherry für innovative und qualitativ hochwertige Produkte, die speziell für die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse entwickelt werden.

RELATIVE PERFORMANCE DER CHERRY AKTIE

in %

AKTIONÄRSSTRUKTUR

ENTWICKLUNG DER CHERRY-AKTIE

Das Börsenjahr 2023 war unter anderem geprägt von Leitzinserhöhungen der Notenbanken und dem daraus resultierenden Abfluss von Liquidität aus deutschen Aktien zugunsten von festverzinslichen Wertpapieren. Niedrig kapitalisierte Unternehmen und dabei vor allem Wachstumsaktien waren aufgrund steigender Diskontierungsfaktoren der Bewertung insbesondere betroffen. Der Adressatenkreis potenzieller Investoren engte sich weiter ein.

Dennoch verzeichneten die internationalen Aktienbörsen in Antizipation künftiger Zinssenkungen hohe Gewinne. So legte die US-Technologiebörse NASDAQ im Berichtsjahr um 55 % zu, befeuert von der KI-Sonderkonjunktur. Der S&P 500 verzeichnete ein Plus von 26 %, der Nikkei sogar von 31 %. Die größten 50 Aktientitel der Eurozone verteuerten sich um durchschnittlich 23 %, der DAX blieb mit +20 % leicht dahinter zurück. Insgesamt zeigte sich eine heterogene Performance am deutschen Aktienmarkt: Während der SDAX immerhin noch um 17 % zulegte, verteuerte sich der MDAX nur um 8 %.

Infolge der stark rückläufigen Stückmargen des Schaltergeschäfts konnte die Cherry-Aktie an diese positiven Zuwachsraten nicht anknüpfen und verlor im Jahresverlauf rund 58% an Wert. Mit einem Kurs von EUR 7,56 in das Jahr gestartet, schloss sie am 30. Dezember 2023 bei einem Kurs von EUR 3,19 und einer Marktkapitalisierung von EUR 77,5 Mio.. Am 5. Januar 2023 erreichte die Marktkapitalisierung der Cherry-Aktie bei einem Kurs von EUR 8,59 ihren Höhepunkt des Jahres 2023 mit einem Börsenwert von EUR 208,7 Mio.

Im Verlauf des Geschäftsjahres hat die Cherry SE im Rahmen ihres Rückkaufprogramms 437.305 eigene Aktien zu einem Transaktionswert von EUR 2,5 Mio. erworben. Im Rahmen der Akquisition von Xtrfy wurden 234.138 Aktien zur anteiligen Zahlung des Kaufpreises eingesetzt. Zum 31. Dezember 2023 hielt die Gesellschaft 1.110.284 eigene Aktien. Dies entspricht rund 4,6 % des Grundkapitals der Gesellschaft.

ANALYSTEN

Institut Analyst 1 Empfehlung Kursziel Datum
ABN AMRO / ODDO BHF Julian Dobrovolschi Neutral € 4,00 30. April 2024
Hauck Aufhäuser Investment Banking Marie-Thérèse Gruebner Kaufen € 4,00 29. April 2024
Metzler Capital Markets Oliver Frey Halten € 2,40 30. April 2024
Montega AG - Equity Research Miguel Lago Mascato Halten € 2,50 2. Mai 2024
Warburg Research Jörg Philipp Frey Kaufen € 5,50 1. Februar 2024

1 Cherry SE aktualisiert die Analysten-Übersicht regelmäßig. Die hier dargestellten Bewertungen geben lediglich die Meinung der dort genannten Finanzinstitute, Researchunternehmen bzw. Analysten wieder. Cherry SE übernimmt keine Haftung für Auswahl, Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit der wiedergegebenen Analystenempfehlungen und deren Inhalt sowie den hier aufgeführten Konsensus. Interessenten wird empfohlen, Research-Berichte der jeweiligen Analysten von diesen direkt oder von den entsprechenden Finanzinstituten oder Research-Unternehmen zu beziehen. Cherry SE stellt keine Research-Berichte zur Verfügung.

Office

Zuverlässig.
Minimalistisch.
Mechanisch.

Die KC 200 MX ist die mechanische Tastatur mit perfektem Preis-Leistungs-Verhältnis - für alle Anwender, die hohe Qualität und ein modernes Design ohne unnötigen Schnickschnack schätzen. Eine eloxierte Metallplatte und die minimalistischen Abmessungen sorgen für einen einzigartigen cleanen Look. CHERRY MX Technologie mit Gold Crosspoint Kontaktschaltern (Made in Germany) bietet unerreichte Präzision und ein unvergleichliches Tipperlebnis. Geformte Tastenkappen tragen zusätzlich zum angenehmen Tippgefühl bei. Selbstverständlich verfügt die KC 200 MX auch über Anti-Ghosting und N-Key Rollover, so dass keine Eingaben verloren gehen. All dies kombiniert mit einer schnellen Reaktionszeit macht sie nicht nur zu einer guten Wahl für Programmierer, Kreative und Tastatur-Enthusiasten - sie eignet sich auch hervorragend zum Spielen.

Gaming

Das nächste Level in puncto Design und Leistung

Kleiner, schneller und anpassbarer als je zuvor. Die CHERRY XTRFY K5V2 Compact ist unsere erste mechanische Gaming-Tastatur mit unseren verbesserten MX2A Switches - für ein butterweiches, präzises Tippgefühl. Die Schalter sind zudem "hot swappable" und lassen sich ganz einfach tauschen. Darüber hinaus überzeugt die Tastatur im 65 % Format mit einer stabilen Metallplattenkonstruktion, vorgeschmierten Stabilizern sowie doppelschichtigem, schalldämpfenden Schaumstoff.

Die CHERRY XTRFY K5V2 Compact verfügt über eine neue Super-Scan-Technologie, die alle Tasten im Abstand von einer halben Millisekunde scannt. Dies garantiert eine besonders schnelle Reaktionszeit. Dank der eingebauten LED-Strips ist die RGB-Beleuchtung eindrucksvoller als je zuvor. Außerdem lässt sich jeder Taste eine eigene Farbe zuweisen - ganz ohne zusätzliche Software.

Components

Maßstab für Performance

Aus MX wird MX2A. Der neue mechanische Schalter MX2A baut auf dem stolzen Erbe der ursprünglichen MX-Switches auf und hebt den Standard für mechanische Tastaturen auf die nächste Stufe. Jeder Aspekt des Schalters wurde mit gezielten Verbesserungen verfeinert, um ein unübertroffenes Betätigungserlebnis zu bieten, das sanfter und unglaublich langlebig ist. MX2A CHERRY Inside - die erste Wahl für Tastaturhersteller und Nutzer, die das Beste verlangen.

Die lineare Schaltcharakteristik kombiniert mit dem geringen Federwiderstand löst direkt aus. Der CHERRY MX RED ist die erste Wahl für Einsteiger in die Welt der mechanischen Tastaturen. Durch die leichtgängige CHERRY MX Technologie ermöglicht er ausgeglichene Schreibund Gamingsessions.

Healthcare

Hygiene trifft Bedienkomfort

CHERRY präsentiert in seiner Geschichte das erste Softwareprodukt: das Terminal Management System - CHERRY TMS. Ein Management System zur Verwaltung und Administration von allen am Markt befindlichen eHealth Kartenterminals. Auf der DMEA 2024 wurde diese Software erstmals vorgestellt und Partnern und möglichen Kunden vorgeführt. Das CHERRY TMS ist einfach zu skalieren und besonders geeignet für große Klinken, Klinikgruppen oder TI-Gateway/TiaaS Umgebungen. Es spart Administratoren viel Zeit und Aufwand und bietet deutliche Kosteneinsparungen. Dies ist der Startschuss für die Evaluierung neuer Geschäftsmodelle und dem Test neuer Marktumgebungen.

02 Zusammengefasster Lagebericht 2023

für die Cherry SE und den Cherry Konzern

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1. Geschäftsmodell

Cherry (das "Unternehmen" als Konzern, zusammen mit den konsolidierten Tochtergesellschaften) ist ein internationaler Hersteller von Computer-Eingabegeräten wie mechanischen Tastaturen, Mäusen und Headsets für Anwendungen in den Bereichen Gaming & E-Sports, Office & Hybrid Workplaces, Industry und Healthcare. Darüber hinaus fertigt das Unternehmen mechanische High-End-Schalter für die Produktion eigener Tastaturen sowie für die von Partnerunternehmen. Seit der Gründung im Jahr 1953 steht Cherry für innovative und qualitativ hochwertige Produkte, die speziell für bestimmte Kundenbedürfnisse entwickelt werden.

Cherry hat seinen Hauptsitz in München (Bayern) und beschäftigte zum 31. Dezember 2023 476 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Produktionsstätten in Deutschland (Auerbach), China (Zhuhai) und Österreich (Wien) sowie in mehreren Vertriebsbüros in Deutschland (München, Auerbach, Pegnitz), Frankreich (Paris), Schweden (Landskrona), USA (Kenosha), China (Shanghai), Taiwan (Taipeh) und Hongkong. Darüber hinaus ist Cherry mit eigenen Vertriebsmitarbeitern in weiteren europäischen Ländern vertreten.

Die Aktivitäten des Unternehmens verteilen sich über drei verschiedene Geschäftssegmente. Das Segment COMPONENTS umfasst das Geschäft mit mechanischen High-End-Schaltern, welche in Cherry Partnerprodukten namhafter OEMs sowie in eigenen Gaming-Tastaturen Anwendung finden. Im Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS werden die beiden Geschäftsbereiche Gaming Devices und Office Peripherals konsolidiert. In diesem Segment sind sowohl das Geschäft mit Computer-Peripheriegeräten für den professionellen Einsatz in Gaming und E-Sports als auch für den Einsatz in (hybriden) Office-Lösungen sowie der Industrie enthalten. Im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS ist das Geschäft mit sicheren und hygienischen Peripheriegeräten für das digitale Gesundheitswesen sowie Security zusammengefasst.

Im Berichtsjahr feierte das Segment COMPONENTS bereits sein 40-jähriges Jubiläum. Im Jahr 1983 hat Cherry den ersten mechanischen Schalter für Tastaturen entwickelt und ist seither ein führender Anbieter von mechanischen Tastaturschaltern. Da die erste Schaltergeneration der MX-Reihe (MX1A) zwischenzeitlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren hatte, zunehmend hinter den Erwartungen zurückgeblieben war und daher Verluste erwirtschaftete, hatte der Vorstand der Gesellschaft am 24. Oktober 2023 ein Maßnahmenpaket zur substanziellen strategischen Neuausrichtung des Geschäftssegments angekündigt, welches am 3. November 2023 inhaltlich konkretisiert wurde. Die Entwicklung und Produktion von MX-Schaltern der 2. Generation (MX2A) für die Verwendung in eigenen Produkten im internationalen Markt sowie von ULP-Schaltern bleiben am Produktionsstandort Auerbach angesiedelt. Die Produktion von MX2A-Schaltern für die Verwendung in Cherry-Partnerprodukten wird hingegen an einen chinesischen Auftragsfertiger ausgelagert, um im wichtigen Volumensegment wettbewerbsfähige Kostenstrukturen herzustellen.

Der Vertrieb der Schalter erfolgt überwiegend an globale Anbieter von Gaming-Peripheriegeräten im Rahmen eines B2B-Marketingansatzes. Neben dem Vertrieb über Distributoren strebt Cherry an, diesen zukünftig verstärkt auch über OEM-Direktverträge vorzunehmen. Am 4. Oktober des abgeschlossenen Geschäftsjahres hatte die Gesellschaft bereits eine neue Kooperation mit Medion bekanntgegeben. Die besondere Markenstärke von Cherry im Markt für mechanische Tastaturschalter ermöglicht der Gesellschaft eine Pull-Strategie, indem global führende Peripheriegeräte-Anbieter mit der Schaltertechnologie von Cherry bei ihren Endkunden werben.

Im Geschäftsbereich Gaming Devices bietet Cherry seinen Kunden diverse eigene Computer-Peripheriegeräte wie Tastaturen, Mäuse und Headsets an, die speziell auf die Bedürfnisse von professionellen Nutzern und Enthusiasten im Bereich Gaming bzw. E-Sports zugeschnitten sind. Die Produktion erfolgt am Standort Zhuhai (China) mit nahezu vollautomatisierten Montageautomaten und Prozessen. Die von Cherry selbst entwickelten Gaming-Peripheriegeräte werden primär über Distributoren sowie Online-Plattformen in den großen Gaming-Märkten Asiens verkauft. Im Geschäftsjahr 2023 lag der geografische Fokus auf China als größtem Einzelmarkt sowie Südkorea. Daneben war Cherry in weiteren südostasiatischen Märkten wie Indonesien, Malaysia, Hongkong als auch in Australien präsent. Im abgeschossenen Geschäftsjahr hat Cherry mit der strategischen Initiative "Gaming Goes Global" damit begonnen, das Angebot des Produktportfolios auch auf Cherrys weitere Märkte auszurollen.

Die im Geschäftsbereich Office Peripherals angebotenen Peripheriegeräte werden speziell für den Einsatz in (hybriden) Office-Arbeitsplätzen sowie in der Industrie entwickelt. Die entsprechenden Geräte für diese Nutzergruppe umfassen im Wesentlichen Tastaturen, Mäuse, Desktop-Kombinationen und PoS-Geräte. Auf Basis der von Cherry definierten Spezifikationen, Designs und Qualitätsanforderungen werden diese Peripheriegeräte von ausgewählten Produktionspartnern im Ausland hergestellt. Das gesamte Produktportfolio für den Einsatzbereich (hybride) Office-Arbeitsplätze umfasst eine Vielzahl verschiedener Produkte in zahlreichen Farb- und Ländervarianten. Der Vertrieb erfolgt überwiegend im Rahmen eines B2B-Ansatzes durch regional und überregional agierende Distributoren in Europa, USA und Asien, die ihrerseits die Produkte über diverse Vertriebskanäle (Sub-Distributoren, Reseller, Systemhäuser, Retailer und E-Tailer) sowohl online als auch offline an die Endnutzer vertreiben. Darüber hinaus vertreibt Cherry seine Computer-Peripheriegeräte sowohl im Rahmen eines B2B- als auch eines B2C-Ansatzes über große E-Commerce Plattformen (z. B. Amazon, eBay) sowie den eigenen Webshop.

Innerhalb des Segments DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS fokussiert sich Cherry auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb innovativer und sicherer Peripheriegeräte mit breitem Funktionsumfang für Arbeitsplätze in der Industrie und im digitalen Gesundheitswesen. Bei den industriellen Anwendungen handelt es sich um Chipkartenlesegeräte, sowohl als Einzelgeräte als auch in Kombination mit einer Tastatur für den Einsatz zur Authentifizierung von Benutzern, insbesondere in behördlichen und anderen Einrichtungen mit hohen Sicherheitsanforderungen. Daneben ist Cherry von der Gematik als einer von nur zwei Anbietern von Systemen zur Anbindung an die deutsche Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen zugelassen. Das Cherry E-Health Terminal ST-1506 ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und wird über spezialisierte Systemintegratoren an alle TI-Nutzergruppen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken sowie weitere Nutzergruppen vertrieben. Die Fertigung der SMD-Leiterplatten sowie die Montage der Endgeräte erfolgt am Produktionsstandort Wien durch die Theobroma Systems Design und Consulting GmbH (zum 21. März 2024 umfirmiert in die Cherry Embedded Solutions GmbH). Der Markt für Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen weist aufgrund der hohen Sicherheits- bzw. Zertifizierungsanforderungen eine hohe Markteintrittsbarriere für potenzielle Wettbewerber auf. Darüber hinaus ist Cherry mit der Active Key GmbH im Marktsegment für hygienische und abwaschbare Tastaturen und Mäuse vertreten.

1.2. Konzernstruktur

Der Cherry Konzern bestand zum 31. Dezember 2023 aus 13 rechtlich selbständigen Einheiten (Vorjahr: 12 Einheiten).

Mit Eintragung in das Handelsregister der Gesellschaft am 13. Dezember 2022 wurde die formwechselnde Umwandlung des Mutterunternehmens Cherry AG in eine "Societas Europaea (SE)" abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2023 hielt die Cherry SE sämtliche Geschäftsanteile folgender Tochtergesellschaften:

Cherry Europe GmbH (Auerbach, Deutschland)

Cherry Peripherals GmbH (München, Deutschland), am 24. November 2022 neu unter der Firma heptus 501. GmbH in das Handelsregister eingetragen und am 13. Dezember 2022 umfirmiert. Unternehmensgegenstand der Cherry Peripherals GmbH ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von mechanischen Tastern, IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software, deren Import und Export und Handel mit zugekauften IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software sowie die Erbringung von Entwicklungs- und Servicedienstleistungen im Bereich IT

Cherry Digital Health GmbH (München, Deutschland)

Die Cherry Europe GmbH hielt zum 31. Dezember 2023 hundertprozentige Tochtergesellschaften mit Sitz in Zhuhai City (China), Hongkong (China), Taipeh (Taiwan), Kenosha (Wisconsin, USA) und Paris (Frankreich).

Die Cherry Peripherals GmbH hielt zum 31. Dezember 2023 sämtliche Geschäftsanteile folgender Tochtergesellschaften:

Cherry E-Commerce GmbH (München, Deutschland), welche am 9. Juni 2022 neu gegründet und in das Handelsregister eingetragen wurde. Unternehmensgegenstand der Cherry E-Commerce GmbH ist der internationale Handel, auch über Online-Kanäle, von Computer-Eingabegeräten, mechanischen Schaltern und Hardware sowie von IT-basierten und IT-unterstützenden Produkten und Peripherie-Geräten einschließlich aller damit verbundenen Geschäfte und Dienstleistungen

Cherry Xtrfy AB (Landskrona, Schweden). Mit der am 17. Januar 2023 abgeschlossenen Übernahme des schwedischen E-Sports-Spezialisten Xtrfy wurden zunächst die beiden Gesellschaften Built on Experience AB (Landskrona, Schweden) und Xtrfy Gaming AB (Landskrona, Schweden) erworben. Mit Wirkung zum 2. Juni 2023 wurde die Xtrfy Gaming AB auf die Built on Experience AB verschmolzen, welche anschließend zum 8. September 2023 in Cherry Xtrfy AB umfirmiert wurde.

Die Cherry Digital Health GmbH hielt zum 31. Dezember 2023 sämtliche Geschäftsanteile an der Active Key GmbH (München, Deutschland) und an der Theobroma Systems Design und Consulting GmbH (Wien, Österreich). Letztere wurde nach dem Bilanzstichtag zum 21. März 2024 in die Cherry Embedded Solutions GmbH umfirmiert.

1 Die Umfirmierung ist am 22.3. 2024 in Cherry Embedded Solutions GmbH erfolgt.

1.3. Strategie und Zielsystem

Die vergangenen Jahre waren von schwierigen und sich stetig ändernden makroökonomischen Rahmenbedingungen geprägt, das wirtschaftliche Umfeld wies eine hohe Dynamik auf. Insbesondere die beiden vergangenen Geschäftsjahre waren für Cherry sehr herausfordernd. Der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Geschäfts mit MX-Tastaturschaltern der 1. Generation entwickelte sich für die Gesellschaft in hoher Geschwindigkeit zu einem finanziellen Problem. Mit der sich aktuell in der Umsetzung befindenden Restrukturierung des Segments COMPONENTS reagierte der Vorstand auf die veränderte Wettbewerbssituation und hat damit den ersten Schritt der strategischen Adjustierung vorgenommen.

Cherry ist ein Traditionsunternehmen mit inzwischen mehr als 70-jähriger Historie. In dieser Zeit hat sich Cherry als Premiummarke für innovative und hochwertige Tastaturschalter und Computer-Peripheriegeräte für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder im internationalen Markt etabliert. Cherry verfügt daher über ein hohes technologisches Know-how, entwickelt seine Produkte überwiegend in Eigenleistung und ist stets bestrebt, dem Endkunden einen spezifischen zusätzlichen Nutzen zu bieten. Technologie und Innovationskraft gehören klar zu den Kernkompetenzen von Cherry, welche - damals wie heute - einen wichtigen Grundpfeiler in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens darstellen. Die Qualitäts- und Innovationsführerschaft ist eines unserer drei übergeordneten strategischen Ziele, welche wir durch einen klaren Fokus auf unsere originären Stärken erreichen wollen.

Der zweite zentrale Baustein der überarbeiteten strategischen Ausrichtung ist nachhaltiges Wachstum. Cherry verfügt über eine starke Marke mit positiver Wahrnehmung, welche eine langfristige Basis für substanzielles Wachstum darstellt. Cherry bewegt sich in internationalen Märkten, die allein aufgrund ihrer Größe und gemessen an Cherrys Marktanteilen ein hohes Wachstumspotenzial bieten. Dieses soll über organisches und anorganisches Wachstum genutzt werden. Organisches Wachstum soll vor allem über die weitere Internationalisierung des Geschäftsmodells sowie den Ausbau der Vertriebsstrukturen erzielt werden. Dabei stehen sowohl eine stärkere Bearbeitung des US-amerikanischen Marktes und der weitere Ausbau des E-Commerce-Geschäfts als auch die Gewinnung neuer Distributoren-, OEM- und Direktverträge im Fokus. Ebenso wie strategische Partnerschaften in Bezug auf Produktentwicklungen oder Marketingaktivitäten (z. B. Sponsorships). Mittelfristig wird auch ein anorganisches Wachstum angestrebt. Mit gezielten Unternehmensakquisitionen soll das Produktportfolio sinnvoll ergänzt und diversifiziert sowie die technologische Wettbewerbspositionierung weiter gestärkt werden.

Strategische Kooperationen und Akquisitionen spielen auch in Bezug auf die angestrebte Business Transformation eine wichtige Rolle. Cherrys mittelfristiges Ziel ist es, das derzeit vor allem auf Hardware basierende Geschäftsmodell, um komplementäre Softwarelösungen anzureichern. Damit soll Cherrys Kunden ein umfassendes Leistungspaket geboten werden, das neben der reinen Bereitstellung der Technik zudem auch neue, vielfältigere Anwendungsmöglichkeiten bietet. Neben Cloud-basierten Anwendungen liegen mögliche Anwendungsfelder im Bereich von SaaS-Lösungen ("Software as a Service") und Smartphone-Apps. Insbesondere das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS bietet im Bereich E-Health spannende Opportunitäten. Am 31. Januar 2024 wurde bereits die Kooperation mit DoctorBox kommuniziert, unter welcher an einer rein digitalen Lösung für das E-Rezept gearbeitet wird. Mit der Digitalisierung und Transformation des Geschäftsmodells in Richtung Software-Services sollen zukünftig auch wiederkehrende Umsatzerlöse generiert werden.

Neben der übergreifenden Konzernstrategie hat der Vorstand spezifische Ziele für die einzelnen Segmente definiert:

COMPONENTS

Abschluss der Verlagerung der Produktion von MX2A-Tastaturschaltern für Cherry Partnerprodukte an den selektierten Auftragsfertiger in China.

Schnelle Marktdurchdringung mit dem ULP-Switch in den Marktsegmenten hochwertiger Gaming- und Premium Office-Notebooks.

Kontinuierliche gezielte und relevante Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie der verwendeten Technologien (z. B. MX3A, induktive Switches, Multipoint Switches etc.).

Ausweitung der direkten Lieferbeziehungen auf weitere OEMs.

GAMING & OFFICE PERIPHERALS

Erweiterung des Produktportfolios um neue kabellose Tastaturen und Desktop-Kombinationen für Creators sowie um weitere ergonomisch optimierte Peripheriegeräte.

Stärkung der Marktdurchdringung, insbesondere in Nordamerika und Europa, durch die selektive Erweiterung der Vertriebskanäle sowie den weiteren Ausbau der E-Commerce-Aktivitäten durch die sukzessive Anbindung weiterer Marketplaces.

Weiterer Ausbau der geographischen Marktpräsenz bei Gaming Devices sowie Etablierung eines umfassenden Ökosystems mit einer zentralen Gaming-Utility-Software für Tastaturen, Mäuse und Headsets.

DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS

Weiterer Rollout des E-Health Terminals ST-1506 sowie des neuen PIN-Pads PP-1516 im deutschen Gesundheitswesen, um bei allen Nutzergruppen der Telematikinfrastruktur die Basis installierter Cherry-Hardware zu erhöhen sowie um weitere Marktanteile zu gewinnen.

Entwicklung softwarebasierter Dienstleistungen im Rahmen der Technologiegeneration TI 2.0 der deutschen Telematikinfrastruktur und die damit verbundene Erschließung wiederkehrender Erlösquellen.

Weitere Internationalisierung des Geschäfts mit Active Key Produkten, insbesondere im US-amerikanischen Markt.

1.4. Steuerungssystem

Zum Zwecke einer verbesserten Unternehmenssteuerung wurde das Steuerungsmodell der Cherry Gruppe überarbeitet. Der Vorstand steuerte das Unternehmen auf Ebene der vier operativen Geschäftsbereiche (bzw. -segmente) Components, Gaming Devices, Office Peripherals und Digital Health & Solutions. Aufgrund der gemeinsamen operativen Steuerung sowie der inhaltlichen und wirtschaftlichen Vergleichbarkeit der Geschäftsbereiche Gaming Devices und Office Peripherals werden diese beiden Bereiche für die externe Berichterstattung, im Einklang mit den Vorgaben des IFRS 8, zu einem berichtspflichtigen Segment zusammengefasst.

Daraus ergeben sich die folgenden drei berichtspflichtigen Segmente:

Das Segment COMPONENTS beinhaltet die Entwicklung, die Produktion und den Absatz von Tastaturschaltern mit unterschiedlichen Produktspezifikationen, welche als Komponenten in Gaming-Tastaturen von global führenden Anbietern für Computer-Peripheriegeräte sowie in eigenen Tastaturen von Cherry verbaut werden.

Das Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS setzt sich aus den beiden operativen Geschäftsbereichen Gaming Devices und Office Peripherals zusammen und beinhaltet die Entwicklung, die Produktion und den Absatz von Computer-Peripheriegeräten für den professionellen Einsatz in den Bereichen Gaming, E-Sports, Office und Industry. Das Produktportfolio umfasst neben Tastaturen und Mäusen u. a. auch Desktop-Sets, Headsets, Mikrofone sowie diverse Merchandise-Artikel.

Das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS umfasst die Entwicklung, die Produktion und den Absatz von E-Health-Terminals und PIN-Pads für das deutsche Gesundheitswesen sowie von hygienischen und sicheren Computer-Eingabegeräten. Darüber hinaus beinhaltet das Segment das Geschäft mit eingebetteten Systemlösungen in Form von IoT-Modulen ("Internet of Things").

Das Ergebnis aller Geschäftsbereiche und -aktivitäten, die keinem Segment direkt zugeordnet werden können, werden zusammen mit den segmentübergreifenden Konsolidierungen in der Spalte "CORPORATE & CONSOLIDATIONS" ausgewiesen. Dazu gehören i. W. die Fixkosten aus der Verwaltungszentrale Cherry SE, welche eine Vielzahl administrativer Aufgaben (z. B. Management & Aufsichtsrat, Finance & Accounting, IT, People & Culture) übergreifend für den Gesamtkonzern übernimmt. Diese Kosten werden mangels eines Mehrwerts in Bezug auf die Steuerung der einzelnen Geschäftsbereiche nicht auf die Segmente allokiert. Ebenso werden dort alle Ergebniskomponenten ausgewiesen, welche der Vorstand nicht unmittelbar für seine Steuerung der einzelnen Segmente nutzt. Dazu gehören alle Ergebniskomponenten unterhalb des EBIT (Ergebnis vor Zinsen & Ertragssteuern), wie das Finanzergebnis und Ertragssteuern.

Als Basis der Steuerung dient ein umfassendes Berichtswesen, welches durch das Konzerncontrolling erstellt wird und an den Vorstand gerichtet ist. Das Reporting zur Umsatz- und Absatzentwicklung erfolgt täglich, jenes zur Liquiditätssituation wöchentlich. Darüber hinaus gibt es eine mittelfristige Liquiditätsplanung, die stetig fortgeschrieben wird. Detaillierte Finanzberichte für den Konzern, die Segmente sowie die rechtlichen Einheiten werden monatlich erstellt. Die externe Berichterstattung erfolgt quartärlich durch die Veröffentlichung von Quartalsmitteilungen sowie des Halbjahres- und Jahresberichts.

Darüber hinaus finden regelmäßige Aufsichtsrats-, Vorstands- und Managementmeetings statt, in welchen die aktuelle Geschäftsentwicklung reflektiert wird. Sitzungen des Vorstands finden wöchentlich statt. Der Aufsichtsrat tagt vier- bis sechsmal im Jahr, bei Bedarf auch häufiger. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats fungiert als weiteres Kontrollgremium.

Der Vorstand steuert über die finanziellen Steuerungsgrößen Umsatzerlöse sowie bereinigte EBITDA-Marge, welche auch die Grundlage für die Prognose darstellen. Diese Steuerungsgrößen sind für das Unternehmen bedeutsam und werden in der Vermögens, Finanz- und Ertragslage für die einzelnen Segmente sowie den Konzern in Summe dargestellt.

Aufgrund der Änderung des Steuerungsmodells und der damit einhergehenden Änderung der Segmentdefinition nach IFRS 8 werden die Segmentangaben für das Geschäftsjahr 2022 im Geschäftsbericht 2023, pro forma auf Basis der neuen Segmentstruktur berichtet.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Konzernumsatz

Der Konzernumsatz spiegelt die Summe aller externen Umsatzerlöse wider, die durch die einzelnen Segmente bzw. die einzelnen rechtlichen Einheiten im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeiten erwirtschaftet wurden:

Der Umsatz im Segment COMPONENTS wird durch den Absatz von eigens entwickelten und produzierten Tastaturschaltern mit unterschiedlichen Produktspezifikationen bestimmt, welche als Komponenten in Gaming-Tastaturen von global führenden Anbietern für Computer-Peripheriegeräte sowie in eigenen Tastaturen von Cherry verbaut werden.

Der Umsatz im Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS wird durch den Absatz von eigens entwickelten und teils selbst produzierten Computer-Peripheriegeräten für den professionellen Einsatz in den Bereichen Office, Industry, Gaming & E-Sports bestimmt. Das Produktportfolio umfasst neben Tastaturen und Mäusen u. a. auch Desktop-Sets, Headsets, Mikrofone sowie diverse Merchandise-Artikel.

Der Umsatz im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS wird wesentlich durch den Absatz von eigens entwickelten und produzierten E-Health-Terminals und PIN-Pads für das deutsche Gesundheitswesen sowie von hygienischen und sicheren Computer-Eingabegeräten bestimmt. Darüber hinaus werden in dem Segment Umsatzerlöse aus dem Absatz von eingebetteten Systemlösungen in Form von IoT-Modulen ("Internet of Things") mit eigens entwickelter Software realisiert.

Der Konzernumsatz unterliegt einer Reihe in ihrer Art und Auswirkung unterschiedlich gelagerter Einflüsse. Dazu zählen z. B. makroökonomische Rahmenbedingungen, Markttrends, technologische Entwicklungen und regulatorische Anforderungen. Diese Einflüsse und deren potenzielle Auswirkungen auf den Konzernumsatz werden vom Vorstand regelmäßig im Einzelnen und in ihrer Gesamtheit bewertet. In der Berichterstattung zur Prognose wird diesem Umstand durch die Angabe eines Zielkorridors Rechnung getragen.

Verwendung von alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)

EBITDA-Marge (bereinigt)

Das bereinigte EBTIDA stellt das um nicht operative und einmalige Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dar. Die bereinigte EBITDA-Marge drückt das bereinigte EBITDA prozentual gemessen am Konzernumsatz aus.

Die Kennzahl bildet damit die operative Ertragskraft bzw. die Effizienz der wirtschaftlichen Leistungserbringung eines Unternehmens ab. Anhand des bereinigten EBITDA bzw. der bereinigten EBITDA-Marge kann die Profitabilität eines Unternehmens im Zeitverlauf sowie im internationalen Vergleich, unabhängig von der individuellen Finanzstruktur und lokalen Ertragsteuern, verglichen und bewertet werden.

Die operative Ertragskraft wird vom Vorstand in der Weise gesteuert, dass Unternehmenswachstum unter Berücksichtigung einer angemessenen Profitabilität umgesetzt werden kann. Unter Berücksichtigung der geplanten Umsatzentwicklung fließen somit alle relevanten Aufwandspositionen in die vorausschauende Unternehmenssteuerung ein, nicht operative und einmalige Sondereffekte werden exkludiert. In der Berichterstattung zur Prognose wird diesem Umstand durch die Angabe der relativen Kennzahl der bereinigten EBITDA-Marge Rechnung getragen.

1.5. Forschung & Entwicklung

Innovation durch neue Produktentwicklungen ist für Cherry vor dem Hintergrund der bestehenden Unternehmensstrategie von entscheidender Bedeutung, um das zukünftige Unternehmenswachstum voranzutreiben und die Wettbewerbsposition der Innovations- und Qualitätsführerschaft weiter auszubauen. Die Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens konzentrieren sich sowohl auf die gezielte Erweiterung des Produktportfolios um neue, technologisch und funktional innovative Produkte als auch auf den zeitgerechten Ersatz von Produkten am Ende ihrer jeweiligen Lebenszyklen.

Cherry verfügt über drei eigene Produktions- und Technologie-Hubs und arbeitet darüber hinaus in einigen Bereichen auch mit externen Entwicklungspartnern zusammen.

Die Entwicklung wird übergreifend vom Standort Auerbach (Deutschland) gesteuert, welcher Dienstleistungen bzgl. neuer Produktentwicklungen für alle Geschäftssegmente erbringt. Der Fokus der dort geleisteten Entwicklungstätigkeiten liegt auf der Neu- und Weiterentwicklung von Tastaturschaltern für das Segment COMPONENTS, welche dort in Eigenleistung erbracht werden. Für neue Produktentwicklungen der beiden anderen Segmente unterhält der Standort teils enge Beziehungen zu Entwicklungspartnern aus unterschiedlichen Regionen. Diese Partnerschaften beziehen sich u. a. auf die Entwicklung von Hardware und Software sowie von Sicherheitsprodukten und die Durchführung von Designstudien.

Am Standort Zhuhai (China) werden, in enger Zusammenarbeit mit dem Standort Auerbach, Entwicklungsleistungen für das Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS erbracht. Der lokale Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von Gaming-Tastaturen, welche auch vor Ort produziert werden. Darüber hinaus bestehen zusätzliche Entwicklungspartnerschaften mit lokalen Herstellern. Bei den Office-Peripheriegeräten beziehen sich die eigenen Entwicklungsaktivitäten insbesondere auf die Festlegung von Produkt- und Designspezifikationen, während die konkrete Produktentwicklung regelmäßig durch lokale Auftragsfertiger erfolgt.

Die Entwicklungsleistungen für das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS werden überwiegend am Standort Wien (Österreich) erbracht, welche sich i. W. auf E-Health-Produkte aber auch Embedded-Linux-Software im Sicherheits- und Gesundheitsbereich sowie diverse industrielle Anwendungen im Bereich "IoT" (Internet-of-Things) beziehen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen die folgenden Entwicklungsaktivitäten im Vordergrund:

Im Segment COMPONENTS wurde im August im Rahmen der Gamescom der neue MX-Schalter der 2. Generation (MX2A) der Öffentlichkeit vorgestellt und gelauncht. Dieser Schalter, der für Enthusiasten, Gamer und Profis gleichermaßen entwickelt wurde, stellt dank einiger bedeutender Verbesserungen derzeit den mit Abstand besten MX-Fullsize-Schalter dar und verkörpert Cherrys unerschütterliches Engagement für Innovation, akribische deutsche Ingenieurskunst und hervorragende Qualität. Der MX2A garantiert durch seine Hyperglide-Technologie eine branchenführende Lebensdauer von 100 Millionen Betätigungen. Durch das werkseitig aufgetragene Premium-Schmiermittel auf dem neu geformten, mit einem gewölbten Radius versehenen und diamantgeschliffenen Dom im Gehäuseunterteil erfolgt die Betätigung jetzt wesentlich sanfter. Der automatisierte, hochpräzise Ringschmierprozess reduziert zudem die Federgeräusche auf ein Minimum und sorgt so für ein ruhiges, angenehmes Tipperlebnis. Darüber hinaus verfügt der MX2A über ein innovatives Federdesign, das von einer zylindrischen zu einer tonnenförmigen Geometrie umgestellt wurde, um eine nahezu berührungslose lineare Bewegung zu ermöglichen. Mit dem MX Purple wurde zusammen mit dem in der Szene bekannten YouTuber und Influencer "Glarses" ein Community Switch entwickelt. Der Schalter stieß in der Gaming-Szene auf viel Gegenliebe. Die bestellten 1 Million Schalter waren innerhalb von nur 3 Monaten ausverkauft. Zudem wurde mit den Entwicklungsarbeiten für den MX LPv2 ("Low Profile") begonnen. Neben allgemeinen Verbesserungen in der Schaltercharakteristik wird auch eine taktile Variante mit ins Portfolio aufgenommen. Diese ist auf einen spürbaren Widerstand beim Erreichen des Klick-Punkts ausgerichtet, was speziell im Office- and Creator- Umfeld ein wichtiger Bestandteil für ein angenehmes und spürbares Tippgefühl ist. Mit den MX Switch-Kits verkaufte Cherry zum ersten Mal seine Schalter direkt an Endkunden in der DIY-Community. Die Verkäufe der ursprünglich nur über den Cherry-Webshop und Amazon erhältlichen Boxen liefen bereits gut. Für 2024 ist der Ausbau des Vertriebs und die Verbesserung der aktuellen Verpackung vorgesehen.

Die Entwicklungsaktivitäten im Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS fokussierten sich auf eine gezielte Erweiterung des Produktportfolios. Im Geschäftsbereich Gaming Devices wurden drei neue Wireless-Tastaturen zu Ende entwickelt und im Markt eingeführt. Die MX 8.2 TKL Wireless, MX-LP 2.1 Compact Wireless und MX 3.0S Wireless-Tastaturen, alle ausgestattet mit der Cherry Advanced Wireless Technology, bilden nun eine neue Generation von Gaming-Peripheriegeräten unter der neuen Marke CHERRY XTRFY. Mit der neuen MX 3.1 sowie der K5V2 wurden dazu zwei weitere Tastaturen entwickelt, die beide den neuen MX2A-Schalter verwenden. Neben neuen Gaming-Tastaturen wurde auch an neuen -Mäusen gearbeitet. Die M64- und M68-Mausreihen wurden entwickelt, um eine neue Leistungsebene zu bieten, mit modernster 8000-Hz-Technologie für extrem geringe Klicklatenz und präzise Cursorbewegungen. Zur Ergänzung des Mausportfolios wurde die M50-Mausreihe als die mittlere Wahl für Spieler aller Level konzipiert. Zudem wurde eine neue Mikrofonreihe, die sich an Spieler und Streamer richtet, entwickelt. Darunter das Ngale X - ein USB/XLR-Hybridmikrofon für Studio-Audioqualität zu einem erschwinglichen Preis, sowie das Ngale R, ein eigenständiges USB-Mikrofon für effiziente hochwertige Klangaufnahmen. Die aufgeführten Produkte wurden offiziell während der CES zu Beginn des Jahres 2024 angekündigt und werden im Laufe des Jahres 2024 erhältlich sein. Im Geschäftsbereich Office Peripherals wurde die neuartige CHERRY KW X ULP Tastatur, welche die hauseigenen MX Ultra Low Profile Schalter (ULP) verwendet, zur Serienreife gebracht und erfolgreich in den Markt eingeführt. Die Tastatur ist im High-Premium Segment angesiedelt und richtet sich an besonders anspruchsvolle und designorientierte Nutzer. Des Weiteren wurde eine neue kompakte Bluetooth-Tastatur entwickelt, die sich dem Trend mobiler Geräte mit vielfältigen Verbindungsmöglichkeiten widmet. Die Entwicklung einer neuen ergonomischen Maus für den Office-Einsatz wurde weiter vorangetrieben und steht kurz vor dem Produktionsstart. Ferner wurden noch eine handliche Funkmaus für die mobile Anwendung, eine neue Funktastatur im Einstiegssegment, sowie die erste mechanische Office-Tastatur mit MX2A-Schaltern entwickelt.

Die Entwicklungsaktivitäten im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS bezogen sich auf die vier verschiedenen Lösungsbereiche E-Health, Hygiene-Peripheriegeräte, Security-Peripheriegeräte und Smart Boards.

Bei den E-Health-Produkten konzentrierten sich die Entwicklungstätigkeiten auf die Weiterentwicklung des E-Health Terminals ST-1506 sowie des E-Health PIN-Pads PP-1516 als auch auf dazugehörige Services. Das im Jahr 2021 erstmals in den Markt eingeführte E-Health-Terminal ist auf Basis der Multiparadigmen-Systemprogrammiersprache RUST entwickelt worden und stellt damit auch eine skalierbare Plattform für Cherry in der sich weiterentwickelnden Telematikinfrastruktur für das deutsche Gesundheitswesen dar. Das PIN-Pad ermöglicht Patienten via PIN-Eingabe die eindeutige Identifizierung und Freigabe ihrer persönlichen Daten für Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP), das Notfalldatenmanagement (NFDM) oder die elektronische Patientenakte (ePA). Neben der Entwicklung eines gSMC-KT Management Systems war die kontinuierliche Weiterentwicklung der Software des E-Health Terminals sowie damit verbundener Device Management Services ein wesentlicher Teil der Entwicklungstätigkeit, um Anforderungen im Zusammenhang mit aktuellen und künftigen Anwendungen in der Telematikinfrastruktur zu adressieren. Das Sortiment der Hygiene-Peripheriegeräte mit vollständig wischdesinfizierbaren Tastaturen und Mäusen wurde weiter ergänzt. Das neueste Produkt für den medizinischen Einsatz in Bereichen mit hohen Anforderungen an Hygienestandards, das Hygiene Desktop 2, wurde 2023 in den Nordamerikanischen Markt eingeführt. Mit der Wechselmembran STREAM PROTECT existiert ein Produkt für die Cherry STREAM Tastaturen, die in hygienerelevanten Anwendungsfeldern auch außerhalb des Gesundheitswesens genutzt werden. Die Entwicklungsaktivitäten im Lösungsbereich für Security-Peripheriegeräte waren im Jahr 2023 auf Produktpflege beschränkt (Aktualisierung von Treibern und Firmware). Daneben wurden die Vorbereitungen für die nächste Version von Kartenlesetastaturen und Stand-alone-Kartenlesegeräten begonnen, welche u. a. auch das kontaktlose Lesen von SmartCards ermöglichen sollen. Im Lösungsbereich Smart Boards der Konzerntochter Theobroma Systems Design und Consulting GmbH wurden hochintegrierte Komponenten (embedded Systems) für intelligente Produkte in den Bereichen "Internet of Things" (IoT) und "Industrie 4.0" für die Anwendungsfelder Health & Life Science, Industry, Transport & Logistics sowie Retail und Security entwickelt. Das Entwicklungsportfolio umfasst SoM-Plattformen (System-on-Module) inkl. Development-Kit, Single-Board-Computer und Full-Custom-Design-Produkte für unterschiedliche Geräte, welche jeweils in entsprechenden Applikationen gesteuert werden. Der besondere Fokus liegt dabei auf Geräten mit Anwendungen im medizinischen Bereich.

Zum Bilanzstichtag waren im Bereich Forschung und Entwicklung insgesamt 62 Mitarbeitende tätig (Vorjahr: 62 Mitarbeitende).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 15,7 Mio. (Vorjahr: EUR 9,0 Mio.). In den Forschungs- und Entwicklungskosten sind Sondereffekte i. H. v. EUR 8,1 Mio. enthalten, welche im EBITDA (EUR 0,9 Mio.) und EBIT (EUR 8,1 Mio.) bereinigt werden. Davon entfallen EUR 0,6 Mio. auf Kosten im Zusammenhang mit der Restrukturierung sowie EUR 6,9 Mio. auf Wertberichtigungen, i. W. von aktivierten Entwicklungskosten, im Zusammenhang mit dem Impairment Test. Im Vorjahr waren Sondereffekte i. H. v. EUR 0,8 Mio. aus der vollständigen Wertberichtigung der aktivierten Entwicklungskosten im Zusammenhang mit der Einstellung der Cherry VIOLA-Technologie enthalten. Bereinigt um die Sondereffekte liegen die Forschungs- und Entwicklungskosten um EUR 0,6 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betragen 12,5 % gemessen am Konzernumsatz (Vorjahr: 6,8 %).

Von den Forschungs- und Entwicklungskosten entfielen EUR 5,4 Mio. auf das Segment COMPONENTS (Vorjahr: EUR 2,9 Mio.), EUR 2,0 Mio. entfielen auf das Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.) und EUR 6,8 Mio. entfielen auf das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS (Vorjahr: EUR 3,8 Mio.) sowie EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) auf CORPORATE & CONSOLIDATIONS.

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2023 eigene Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 3,6 Mio. als immaterielle Vermögenswerte oder als sich in der Entwicklung befindliche Projekte aktiviert (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.).

Der Anteil der aktivierten Entwicklungsaufwendungen an den gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrug damit 22,9 % (Vorjahr: 34,4 %).

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Globale Wirtschaftsentwicklung 2023 im Überblick

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds ("IWF") im "World Economic Outlook - Navigating Global Divergences" vom Oktober 2023 erholte sich die Weltwirtschaft nur langsam von den Auswirkungen der COVID 19-Pandemie, dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und den daraus resultierend dauerhaft erhöhten Energiekosten. Dazu kam ab dem vierten Quartal der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten. Die bereits im Vorjahr kräftig gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten verharrten zunächst auf einem hohen Niveau. Erst im Verlauf des Berichtsjahres trat hier eine Konsolidierung ein.

Nach einer mehrjährigen Niedrig- und Nullzinspolitik, sowohl in der EU als auch in den USA erhöhten die Zentralbanken in Europa und den USA zur Bekämpfung der Inflation die Leitzinsen 2023 wieder. Seit Beginn der Zinswende im Juli 2022 hob die EZB den Leitzins in insgesamt zehn Schritten auf zuletzt 4,5 % an. Die strikte Fiskalpolitik führte dazu, dass die globale Inflationsrate stärker als erwartet von 8,7 % im Jahr 2022 auf durchschnittlich 6,8 % im Berichtsjahr sank. Jedoch bedingten weiterhin hohe Preise auf allen Wirtschaftsebenen eine Fortsetzung der globalen Konjunkturschwäche, auf dem gestiegenen Niveau konsolidierter Lebenshaltungskosten mündeten sie in einer spürbaren Konsumzurückhaltung.

Insgesamt hat sich die Dynamik des globalen Wirtschaftswachstums 2023 verlangsamt. Eine zu Beginn des Jahres von vielen Ökonomen befürchtete schwere Rezession - insbesondere in den sich entwickelnden Volkswirtschaften - trat jedoch nicht ein.

Laut "World Economic Outlook - Moderating Inflation and Steady Growth Open Path to Soft Landing" des IWF vom Januar 2024 weitete sich die Weltwirtschaft insgesamt moderat um 3,1 % aus. Die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wuchsen mit +1,6 % schwächer als die Gruppen der Schwellenländer und der sich entwickelnden Volkswirtschaften mit +4,1 %.

Die für Cherry besonders wichtigen internationalen Produktionsstandorte und Absatzmärkte entwickelten sich sehr unterschiedlich. Im Einzelnen beziffert der IWF das Wirtschaftswachstum 2023 in Deutschland auf -0,3 % (Vorjahr: +1,8 %), im Euro-Raum auf +0,5 % (Vorjahr: +3,4 %). In den USA gewann das Wachstum mit +2,5 % an Dynamik (Vorjahr: +1,9 %), ebenso in China mit +5,2 % (Vorjahr: +3,0 %). Im Verband der Südostasiatischen Nationen (ASEAN: Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam) verlangsamte sich das Wachstum auf +4,2 % geschätzt (Vorjahr: +5,5 %).

Branchenrelevante Entwicklungen

In den drei im Berichtsjahr neu definierten Geschäftssegmenten von Cherry, GAMING & OFFICE PERIPHERALS, DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS und COMPONENTS, entwickelten sich die marktspezifischen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich. In Deutschland betrug der Umsatz im Markt Consumer Electronics knapp EUR 25 Mrd. und bewegte sich damit in etwa auf Vorjahresniveau. In den nächsten Jahren wird in diesem Segment eine Seitwärtsbewegung erwartet.

In dem Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS wurde das für den Geschäftsbereich Gaming Devices relevante globale Marktvolumen für PC-Spiele vom Marktforschungsinstitut Newzoo für das Jahr 2023 auf ein Volumen von USD 40,4 Mrd. geschätzt. Das entspricht einem Anteil von rund 22 % am gesamten Spiele-Markt. Mit USD 38,4 Mrd. entfiel der überwiegende Anteil davon auf die verpackten, digitalen PC-Spiele, was zu einem Wachstum dieses Marktsegments um +5,3 % führte. Die restlichen USD 1,9 Mrd. beziehen sich auf das Marktsegment der Browser-PC-Spiele, was einem Rückgang von -16,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weiterhin geht Newzoo davon aus, dass die globale Anzahl der Spieler im Jahr 2022 um rund 4,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 3,31 Mrd. gestiegen ist. Davon entfallen allein mit etwa 1,73 Mrd. Spielern rund 52 % auf die Region Asien-Pazifik. Die Anzahl weltweiter PC-Spieler schätzt Newzoo für das Jahr 2023 auf rund 867 Mio. Die Einschätzung der Marktentwicklung der PC-Spiele ist für Cherry hinsichtlich der Ausstattung der Gamer mit Hardware, bspw. Tastaturen und Mäusen, relevant. Demnach schätzt Newzoo die durchschnittliche Wachstumsrate für den Gesamtmarkt im Jahr 2023 von +0.6 % im Vergleich zum Vorjahr ein. Das sind Einnahmen in Höhe von USD 184 Mrd. (Quelle: Global Games Market Report 2023, Januar 2024) Für den Geschäftsbereich Office Peripherals lässt sich eine gegenläufige Marktentwicklung feststellen. Während 2022 lediglich 41 % der Berufstätigen im Büro gearbeitet haben, stieg im Berichtsjahr mit 66 % die Anzahl deutlich auf zwei Drittel an. Hybrides Arbeiten hält sich mit 26 % auf stabilem Niveau, während Remote Work von 34 % auf 7 % gesunken ist. Im relevanten Marktsegment der PC-Peripheriegeräte für (hybride/remote) Office-Arbeitsplätze geht WFH Research laut einem im Februar 2024 veröffentlichten Bericht davon aus, dass 12,4 % der Vollbeschäftigten in den USA vollständig von zu Hause aus gearbeitet haben, während 29,6 % ein hybrides Modell nutzten. Aus dem im Oktober 2023 veröffentlichten Bericht "State of Hybrid Work 2023 United States" von OWL Labs geht zudem hervor, dass insbesondere eine gute technische Ausstattung zu den wichtigsten Faktoren bei der Arbeit gehört und eine zuverlässige und funktionierende Technologie am Arbeitsplatz unerlässlich ist. So gaben in der Umfrage 88% an, dass an ihren Sitzungen mindestens eine Person aus der Ferne teilnimmt (Quelle u.a. https://owllabs.com/state-of-hybrid-work/2023).

Der weltweite Markt für Tastaturschalter stagnierte im Jahr 2023. Dabei bestimmen die Bedarfe nach Gaming-Tastaturen und PC-Tastaturen die Nachfrage nach Tastaturen in den einzelnen Märkten. Cherry produziert auch im Jubiläumsjahr des 70-jährigen Unternehmensbestehens für zahlreiche globale Hersteller wie Corsair, HP oder Dell. Die Cherry-Schalter sind schon seit Jahren ein wichtiges Qualitätsmerkmal für hochwertige, mechanische Tastaturen bzw. eine bessere Tastenhaptik, Langlebigkeit und schnelle Reaktionszeiten. Der Absatz der Switches entwickelt sich somit abhängig vom Absatz der Keyboards in den jeweiligen Märkten. In 2023 stieg der weltweite Umsatz mit Keyboards leicht auf USD 4,8 Mrd. gegenüber dem Vorjahr an. Deutschland ist ein führender Markt für Tastaturen, der von einer hohen Nachfrage nach ergonomischen und mechanischen Geräten geprägt ist. Insgesamt wurde ein branchenweiter Umsatz in Höhe von EUR 109 Mio. erreicht. Im wichtigen chinesischen Markt wurden Tastaturen im Gesamtwert von rund EUR 1,1 Mrd. verkauft, in den USA als zweitgrößtem Gesamtmarkt im Wert von EUR 0,7 Mrd.

Digitalisierung war 2023 das zentrale Thema in der Entwicklung des deutschen Gesundheitswesens. Dazu zählt die Vorbereitung auf die flächendeckende Einführung des E-Rezeptes 2024 sowie die Nutzung von E-Arztbrief und E-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die Gematik GmbH als Nationale Agentur für Digitale Medizin analysiert mit dem TI-Atlas 2023 den aktuellen Stand der Telematik-Infrastruktur im deutschen Gesundheitswesen. Demnach haben sich die Ausstattung und Nutzung der TI wesentlich weiterentwickelt. So ist im Jahr 2023 die Nutzung von TI im Vorjahresvergleich bei Krankenhäusern von 25 auf 53 % gestiegen, bei Arztpraxen von 43 auf 71 %, in Zahnarztpraxen von 56 auf 75 %, in Apotheken von 42 auf 81 % und in psychotherapeutischen Praxen von 39 auf 54%.

87 % der Menschen in Deutschland sind grundsätzlich positiv gegenüber neuen Technologien eingestellt, die Nutzungsbereitschaft der elektronischen Patientenakte steigt um 5 PP. auf 85 %.

Die hohe Akzeptanz zeigt einerseits großes Marktpotenzial für das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS, andererseits ist eine Sättigung des Marktes für die Neubeschaffung von Hardware absehbar.

2.2. Geschäftsverlauf und wesentliche Einflussfaktoren

Im Geschäftsjahr 2023 hat Cherry Umsatzerlöse i. H. v. EUR 126,5 Mio. (Vorjahr: EUR 132,5 Mio.) sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 1,6 % (Vorjahr: 11,5 %) erzielt. Damit blieben beide Kennzahlen sowohl hinter dem Vorjahr als auch der aktuellen Prognose zurück. Der Jahresfehlbetrag belief sich auf EUR -126,9 Mio. (Vorjahr: EUR -35,7 Mio.). Der Jahresfehlbetrag ist stark durch notwendige, nicht cash-wirksame Wertberichtigungen im Rahmen des Impairment Tests (EUR 96,0 Mio.) sowie durch einmalige Sonderkosten im Zusammenhang mit der Restrukturierung einschließlich Abfindungen und Wertminderungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte (EUR 14,2 Mio.) getrieben.

Das Geschäftsjahr 2023 war für Cherry erwartungsgemäß herausfordernd. Das makroökonomische Umfeld war infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine sowie im Mittleren Osten mit hohen Unsicherheiten belastet. Die globalen Märkte waren weiterhin geprägt von Rezessionsängsten sowie hohen Inflationsraten und Zinsniveaus. Trotz der schwierigen makroökonomischen Rahmenbedingungen waren die direkten Auswirkungen auf Cherrys Geschäftstätigkeiten überschaubar. Diese machten sich in erster Linie durch gestiegene Refinanzierungskosten bemerkbar, da die Zinsbindung des Darlehens bei der UniCredit Bank GmbH im Jahresverlauf 2022 ausgelaufen war und seitdem variabel verzinst wird.

Es war vor allem das stark rückläufige Geschäft mit Tastaturschaltern im Segment COMPONENTS, welches für Cherry im abgeschlossenen Geschäftsjahr zu einer Herausforderung wurde. Dieses war im Geschäftsjahr 2021, u. a. bedingt durch die COVID-19-Pandemie, stark gewachsen, jedoch bereits im darauffolgenden Jahr wieder um 62,5 % eingebrochen. Insbesondere die Geschwindigkeit, mit welcher das Geschäft rückläufig war, sowie das Ausmaß des Einbruchs trafen die Gesellschaft hart und verdeutlichten, dass das Geschäftsmodell schnell auf den Prüfstand gestellt und neu ausgerichtet werden musste und dass das Geschäftsjahr 2023 zu einem Jahr der Konsolidierung für Cherry werden würde.

Ausgehend vom niedrigen Umsatz- und Ergebnisniveau des Vorjahres, war der Vorstand der Cherry SE davon überzeugt, durch das Setzen gezielter und schnell wirkender Steuerungsimpulse die Umsatz- und Ergebnisentwicklung kurzfristig stabilisieren und vor allem im Laufe des 2. Halbjahrs 2024 auf den ursprünglichen Wachstumspfad zurückführen zu können.

Während im 1. Halbjahr 2023 die Entwicklung noch erfreulich war und die eigene Zielsetzung sogar übertroffen wurde, konnte das für die zweite Jahreshälfte avisierte Umsatzwachstum nicht erreicht werden.

Das Geschäft mit Keyboard Switches verlief weiterhin verhalten und die für das 2. Halbjahr erwartete Erholung blieb aus. Wesentlicher Grund dafür war, dass der MX-Switch der 1. Generation (MX1A) im wichtigen Volumensegment aufgrund Kosten- und Technologienachteilen gegenüber den asiatischen Wettbewerbern an Marktrelevanz verloren hatte. Parallel dazu entwickelte sich das Geschäft mit E-Health-Terminals und -PIN-Pads stark rückläufig, da politisch bedingte Verzögerungen in der Telematik-Infrastruktur bei der Einführung neuer Fachanwendungen zu einer Kaufzurückhaltung seitens unserer Kunden geführt hatten, welche länger als erwartet anhielt.

Das Geschäft mit Computer-Peripheriegeräten für Office und Gaming entwickelte sich hingegen äußerst positiv und konnte, nicht zuletzt aufgrund des Ausbaus des E-Commerce-Geschäfts, der weiteren Internationalisierung sowie dem Erwerb von Xtrfy, zweistellige Wachstumsraten erzielen. Damit war es für Cherry im Jahresverlauf möglich, den Umsatzrückgang der beiden anderen Segmente teilweise zu kompensieren.

Aufgrund der laufenden Geschäftsentwicklung hatte der Vorstand der Cherry SE die Prognose für das abgeschlossene Geschäftsjahr am 24. Oktober 2023, zusammen mit der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen für das 3. Quartal, mittels der Veröffentlichung einer Insiderinformation nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, auf einen Umsatz von rund EUR 140 Mio. (bisher: EUR 135-165 Mio.) bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 10 % (bisher: 10-14 %) aktualisiert. Damit wurden die Erwartungen für die beiden Steuergrößen jeweils auf den unteren Bereich des ursprünglichen Zielkorridors der Prognose aus dem Lagebericht des Geschäftsjahres 2022 gesenkt.

Der Vorstand der Cherry SE hat daher am 3. November 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein konkretes Maßnahmenpaket zur substanziellen strategischen Neuausrichtung des Segments entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette beschlossen, um dessen Wirtschaftlichkeit dauerhaft wieder herzustellen. Das geplante Maßnahmenpaket wurde am selben Tag mittels einer Insiderinformation gemäß Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 veröffentlicht.

Das vom Vorstand beschlossene Maßnahmenpaket enthält insbesondere folgende Einzelmaßnahmen:

Verlagerung der Produktion von Cherry MX2A-Switches für die Verwendung in Cherry Partner-Produkten im internationalen Markt an einen externen Produktionspartner in China

Anpassung der Organisationsgröße von, zum Zeitpunkt der Bekanntgabe, 455 vollzeitäquivalenten Mitarbeitern (FTEs) auf voraussichtlich rund 350 FTEs mit Wirkung zum 30. März 2024

Die Maßnahmen der Restrukturierung werden konsequent umgesetzt und befinden sich allesamt im Zeitplan. Die Verlagerung der Produktion von Cherry MX2A-Switches für die Verwendung in Partner-Produkten an einen externen chinesischen Produktionspartner läuft bislang sehr gut und liegt derzeit sogar vor der ursprünglichen Zeitleiste. Ein früherer als ursprünglich angenommener SOP ("Start of Production") wird als wahrscheinlich angesehen.

Darüber hinaus befinden sich die nun erwarteten Gesamtaufwendungen der Restrukturierung im Berichtsjahr mit EUR 15,2 Mio. deutlich unter dem Niveau der ursprünglichen, konservativen Schätzung von rund EUR 20 Mio. Die Kosten für den sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen sowie sonstige Sachkosten i. V. m. der Umsetzung der Maßnahmen (z. B. Rechtskosten, Qualifikationskosten) belaufen sich voraussichtlich auf insgesamt EUR 6,8 Mio. statt ursprünglich angenommener Kosten i. H. v. rund EUR 11 Mio. Von den Kosten, welche i. W. im Geschäftsjahr 2024 zahlungswirksam werden, wurden im Geschäftsjahr EUR 5,8 Mio. ergebniswirksam erfasst. Der Restbetrag von rund EUR 1,0 Mio. bezieht sich i. W. auf notwendige Investitionen im Zusammenhang mit der Befähigung des neuen Auftragsfertigers (z. B. Werk zeuge). Die nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen auf Sachanlagen, Nutzungsrechte und Vorratsvermögen liegen mit EUR 8,4 Mio. leicht unter dem Niveau der initialen Schätzung von rund EUR 9 Mio.

Hinweise:

Die im Folgenden erläuterten Effekte zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zum Cashflow beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das Geschäftsjahr 2023, die Vergleichswerte beziehen sich jeweils auf das vorausgegangene Geschäftsjahr (Vorjahr).

Die im Folgenden erläuterten Effekte zur Bilanz beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den Bilanzstichtag 31. Dezember 2023, beziehungsweise auf die Veränderung im Geschäftsjahr 2023. Die Vergleichswerte beziehen sich jeweils auf den Jahresabschluss des vorausgegangenen Geschäftsjahrs (Vorjahr; Bilanzstichtag 31. Dezember 2022).

Einmalige nicht operative Sondereffekte, die gemäß den Erläuterungen im EBITDA bereinigt wurden, wurden ebenfalls im EBIT bereinigt. Sondereffekte, welche gemäß der Erläuterung im EBIT bereinigt wurden, werden ausschließlich im EBIT bereinigt, da diese Positionen betreffen, die nicht im EBITDA enthalten sind (z. B. Abschreibungen, Wertberichtigungen).

Aufgrund der unterschiedlichen Darstellung von Einheiten im Bericht, können geringfügige Rundungsdifferenzen zur Summierung einzelner Werte oder bei der Darstellung von Abweichung zwischen den Vergleichswerten auftreten.

Entwicklung der Segmente

Der Gesamtumsatz des Segments COMPONENTS ist im Vergleich zum Vorjahr (EUR 25,9 Mio.) um -48,4 % auf EUR 13,4 Mio. gesunken. Darin enthalten sind Umsatzerlöse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen i. H. v. EUR 2,5 Mio. (Vorjahr: EUR 4,3 Mio.), welche im Konzern konsolidiert werden. Die externen Umsatzerlöse beliefen sich damit auf EUR 10,9 Mio. und sind im Vergleich zum Vorjahr (EUR 21,6 Mio.) um 49,8 % gesunken.

Die rückläufige Entwicklung im Geschäft mit Tastaturschaltern setzte sich auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr fort. Eine Erholung der Nachfrage, welche für das 2. Halbjahr erwartet wurde, hatte nicht eingesetzt. Neben den noch immer hohen Lagerbeständen bei Kunden und Distributoren sowie rückläufigen Absatzzahlen der großen OEMs hat ein Trend bei Endkunden zu kleineren Gaming-Tastaturen mit einer deutlich reduzierten Anzahl an Tasten (-20 bis 30 %) die Nachfrage nach Tastaturschaltern übergreifend belastet.

Wesentliche Ursache für den Umsatzeinbruch bei Cherry war jedoch der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im relevanten Volumensegment der Cherry MX1A-Switches. Nach dem Auslauf des Patents im Jahr 2017 wurde das Geschäftsmodell durch eine Vielzahl, vorwiegend in China ansässiger, Auftragsfertiger adaptiert. Diese haben seit dem Jahr 2019 ihre Produktionskapazitäten für qualitativ als auch technologisch ansprechende Tastaturschalter im Einstiegs- und Volumensegment signifikant erhöht und aufgrund des lokalen Kostenvorteils einen intensiven Preiswettbewerb geschaffen.

Der neue MX-Switch der 2. Generation (MX2A) wurde erst im August 2023 auf der Gamescom in Köln vorgestellt und in den Markt eingeführt und konnte aufgrund der noch niedrigen Volumina den Absatzrückgang des Vorgängermodells nicht kompensieren. Der noch junge ULP-Schalter, mit welchem Cherry ein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerbsumfeld besitzt, wird vom Markt gut angenommen und erzielt gute Margen, bewegt sich allerdings aufgrund seiner avisierten Anwendungsfelder in einem deutlich kleineren Marktsegment.

Aufgrund der anhaltend niedrigen Nachfrage nach Tastaturschaltern war die Produktion am Standort Auerbach nur unzureichend ausgelastet. Diese beschränkte sich im Wesentlichen auf Kundenbestellungen, welche nicht aus den Vorräten bedient werden konnten, sowie auf die neue Schaltertechnologie ULP als auch auf MX-Schalter der 2. Generation (Cherry MX2A). Durch die derzeit niedrigen Verkaufszahlen sowie die niedrigen Marktpreise für MX1-Schalter konnten nicht ausreichend Deckungsbeiträge zur Kompensation der entstandenen Leerkosten erzielt werden.

Der bestellte Montageautomat "MX Gen. 4" wurde seitens des Vorstands aufgrund technischer und qualitativer Mängel abbestellt. Der Leasingvertrag mit der Deutsche Leasing AG wurde entsprechend gekündigt.

Das Segment erwirtschaftete ein bereinigtes EBITDA i. H. v. EUR 1,8 Mio. (Vorjahr: EUR 0,6 Mio.), was einer bereinigten EBITDA-Marge von 13,1 % (Vorjahr: 2,1 %) entspricht. Das bereinigte EBIT belief sich auf EUR -6,1 Mio. (Vorjahr: EUR -42,8 Mio.). Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von -45,9 % (Vorjahr: -165,3 %). Im Vorjahr wurden keine Bereinigungen von Wertberichtigungen im EBIT vorgenommen.

Der Gesamtumsatz des Segments GAMING & OFFICE PERIPHERALS ist im Vergleich zum Vorjahr (EUR 77,8 Mio.) um 19,0 % auf EUR 92,6 Mio. gestiegen. Das Segment erwirtschaftete keine konzerninternen segmentübergreifenden Umsatzerlöse.

Cherry's Engagement für Qualität und Kundenzufriedenheit hat inzwischen eine breite Fangemeinde gefunden. Dies half Cherry dabei, eine führende Position im Peripheriegeräte-Segment einzunehmen. Durch einen konsequenten strategischen Fokus auf die weitere Marktexpansion und Internationalisierung ist es Cherry gelungen, in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zweistellig zu wachsen und in wichtigen Segmenten Marktanteile zu gewinnen.

Insbesondere der Umsatz mit Gaming Devices war mit EUR 28,2 Mio. im Vergleich zum Vorjahr mit 43,9 % deutlich gestiegen (Vorjahr: EUR 19,6 Mio.). Das Wachstum ist im Wesentlichen auf die Akquisition des schwedischen E-Sports-Spezialisten Xtrfy im Januar des abgelaufenen Geschäftsjahres zurückzuführen, dessen Produkte das Cherry Portfolio seither sinnvoll ergänzen und inzwischen unter der neuen gemeinsamen Premiummarke CHERRY XTRFY im Markt angeboten und vertrieben werden. Der Umsatz mit ursprünglichen Xtrfy-Produkten belief sich auf rund EUR 5,3 Mio.

Darüber hinaus profitierte das Geschäft von der Internationalisierung im Rahmen der strategischen Initiative "Gaming Goes Global". Durch neue strategische Partnerschaften, Kooperationen und Sponsorship-Verträge mit führenden E-Sports-Teams wie "SK Gaming" und "Team Vitality" konnte die Markenwahrnehmung positiv verstärkt und die Reichweite erhöht werden.

Der bereits im Vorjahr begonnene Wechsel eines großen chinesischen Distributors konnte im 1. Quartal abgeschlossen werden. Im Zuge dessen wurden Waren von dem bisherigen Distributor zurückgekauft und an den neuen Vertriebspartner zum Zwecke der Erstausstattung weiterveräußert.

Im Laufe des Geschäftsjahres wurde weiter konsequent an der E-Commerce-Strategie gearbeitet, was zu einem überproportionalen Wachstum des Vertriebskanals führte. Der E-Commerce-Umsatz wuchs in Europa um rund 52,4 % auf 21,6 Mio. EUR, jeweils rund die Hälfte des Umsatzes und des Wachstums entfiel auf den Online-Marktplatz Amazon. In den USA wuchs das Amazon-Geschäft noch stärker um 95 % auf rund EUR 3,0 Mio.

Trotz der positiven Entwicklung im Jahresverlauf blieb das Umsatzwachstum im 4. Quartal deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Wesentlicher Grund dafür war ein niedriger Umsatz im Distributorengeschäft in Europa sowie den USA. Daneben konnten die Vertragsverhandlungen mit einem potenziellen neuen großen Distributor nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Diese Gründe waren wesentlich dafür verantwortlich, dass die aktuelle Prognose für den Konzern nicht erreicht wurde.

Das Segment erwirtschaftete ein bereinigtes EBITDA i. H. v. EUR 14,1 Mio. (Vorjahr: EUR 19,6 Mio.), was einer bereinigten EBITDA-Marge von 15,2 % (Vorjahr: 25,1 %) entspricht. Das bereinigte EBIT belief sich auf EUR 10,8 Mio. (Vorjahr: EUR 17,0 Mio.). Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 11,6 % (Vorjahr: 21,9 %). Im Vorjahr wurden keine Bereinigungen von Wertberichtigungen im EBIT vorgenommen.

Der Gesamtumsatz des Segments DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS ist im Vergleich zum Vorjahr (EUR 33,1 Mio.) um -30,4 % auf EUR 23,0 Mio. gesunken. Das Segment erwirtschaftete keine konzerninternen segmentübergreifenden Umsatzerlöse.

Das Geschäft mit E-Health Produkten blieb im Jahresverlauf weiterhin verhalten. Der Umsatz hat sich um EUR 9,3 Mio. auf EUR 16,8 Mio. reduziert (Vorjahr: EUR 26,1 Mio.). Wesentliche Gründe dafür waren politisch und technisch bedingte Verzögerungen in der Telematik-Infrastruktur bei der Umsetzung neuer Fachanwendungen wie dem E-Rezept oder der elektronischen Patientenakte, welche länger andauerten, als erwartet und dadurch zu einer starken Kaufzurückhaltung seitens unserer Kunden führten. Durch die inzwischen erfolgte Einführung des E-Rezepts zum 1. Juli 2023, welches zum Jahreswechsel bereits verpflichtend wurde, sowie der nun geplanten verbindlichen Einführung der elektronischen Patientenakte bis Ende des Jahres 2024, wurde ein deutlicher Hochlauf der Nachfrage in der 2. Jahreshälfte erwartet. Dieser hatte jedoch erst kurz vor dem Jahreswechsel eingesetzt. Der Segmentumsatz im Dezember lag mit EUR 4,1 Mio. um 140,5% über dem durchschnittlichen Umsatz der Monate Januar bis November 2023.

Zusätzlich zu den Verzögerungen bei der Einführung neuer Fachanwendungen erfolgte ebenfalls zum 1. Juli 2023 eine Umstellung der Förderung der Apotheken und Arztpraxen bezüglich ihrer Ausstattungs- und Betriebskosten der Telematikinfrastruktur von einer Erstattung der Erstausrüstungskosten in eine monatliche TI-Pauschale, was die Nachfrage zusätzlich belastete.

Das Geschäft mit E-Health-Terminals für das deutsche Gesundheitswesen ist streng reguliert. Derzeit gibt es neben Cherry nur einen weiteren von der Gematik zugelassenen Anbieter. Mit neuen innovativen und technologisch überlegenen Produkten hat Cherry daher trotz der zuletzt niedrigen Nachfragesituation weiterhin eine äußerst vorteilhafte Wettbewerbsposition.

Das Geschäft mit Security Devices war im Vergleich zum Vorjahr um 10,5 % auf EUR 6,2 Mio. gesunken.

Das Segment erwirtschaftete ein bereinigtes EBITDA i. H. v. EUR 4,7 Mio. (Vorjahr: EUR 10,3 Mio.), was einer bereinigten EBITDA-Marge von 20,3 % (Vorjahr: 31,2 %) entspricht. Das bereinigte EBIT belief sich auf EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 7,0 Mio.). Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 4,7 % (Vorjahr: 21,2 %). Im Vorjahr wurden keine Bereinigungen von Wertberichtigungen im EBIT vorgenommen.

COMPONENTS GAMING & OFFICE PERIPHERALS
in Mio. €/wie angegeben 01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022 Veränderung 01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022 Veränderung
Segmentumsatz 13,4 25,9 -48,4 % 92,6 77,8 19,0 %
Umsatz mit Dritten 10,9 21,6 -49,8 % 92,6 77,8 19,0 %
Konzerninterne Umsätze 2,5 4,3 -41,5 % 0,0 0,0 0,0 %
EBITDA (bereinigt) 1,8 -0,6 418,2 % 14,1 19,6 -27,9 %
EBITDA-Marge (bereinigt) 13,1 % -2,1 % 15,2 PP. 15,2 % 25,1 % -9,9 PP.
EBIT (bereinigt) -6,1 -42,8 85,7 % 10,8 17,0 -36,6 %
EBIT-Marge (bereinigt) -45,9 % -165,3 % 119,4 PP. 11,6 % 21,9 % -10,2 PP.
DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS KONZERN
in Mio. €/wie angegeben 01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022 Veränderung 01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022 Veränderung
Segmentumsatz 23,0 33,1 -30,4 % 126,5 132,5 -4,6 %
Umsatz mit Dritten 23,0 33,1 -30,4 % 126,5 132,5 -4,6 %
Konzerninterne Umsätze 0,0 0,0 0,0 % 0,0 0,0 0,0 %
EBITDA (bereinigt) 4,7 10,3 -54,8 % 2,1 15,2 -86,4 %
EBITDA-Marge (bereinigt) 20,3 % 31,2 % -10,9 PP. 1,6 % 11,5 % -9,8 PP.
EBIT (bereinigt) 1,1 7,0 -84,5 % -13,3 -33,5 -60,4 %
EBIT-Marge (bereinigt) 4,7 % 21,2 % -16,5 PP. -10,5 % -25,3 % 14,8 PP.

Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA) 1

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung von EBIT, EBITDA, bereinigtem EBIT und bereinigtem EBITDA zum konsolidierten Gewinn/Verlust der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 sowie für das Vorjahr.

in T€ 01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022
Konzerngewinn -126.881 -35.728
- Steuern -6.926 -2.620
- Finanzergebnis 2.691 1.863
EBIT -131.116 -36.485
+/- Außerordentliche Personalaufwendungen 7.421 834
+/- Wertberichtigungen auf Vorräte 3.214 -
+ Aufwendungen im Rahmen von M&A-Transaktionen 321 644
+ Aufwendungen im Rahmen strategischer Projekte - 752
+/- Sonstige einmalige Sondereffekte 1.377 750
+/- Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 105.528 -
Bereinigtes EBIT -13.255 -33.505
+ Abschreibungen 2 15.328 48.706
Bereinigtes EBITDA 2.073 15.201
EBIT -131.116 -36.485
+ Abschreibungen und Wertberichtigungen 120.855 48.706
EBITDA -10.261 12.221

1 ungeprüft

2 Inklusive Abschreibungen auf erworbenen Auftragsbestand sowie Wertberichtigungen auf Vorräte und sonstige Vermögensgegenstände i. H. v. TEUR 132 (2023)/ Inklusive Wertberichtigungen Cherry VIOLA i. H. v. TEUR 3.534 sowie Wertberichtigung Goodwill i. H. v. TEUR 29.882 (2022)

Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Bereinigungen des Vorjahrs anhand der neuen Kategorien dargestellt. Im Vorjahr wurden keine Bereinigungen für Wertberichtigungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten sowie Vorräten im EBIT vorgenommen. Diese sind in der Überleitung in der Position "Abschreibungen" berücksichtigt und enthalten u. a. Wertberichtigungen i. V. mit der Beendigung von Cherry VIOLA (TEUR 3.534) sowie die Wertberichtigung auf den Goodwill (TEUR 29.882). Bereinigt um diese Sondereffekte hätten sich die Abschreibungen im Vorjahr auf TEUR 15.290 belaufen und befänden sich damit auf dem Niveau des abgeschlossenen Geschäftsjahres. Das bereinigte EBIT des Vorjahres hätte sich auf TEUR -89 belaufen.

Die im laufenden Geschäftsjahr im EBITDA und EBIT bereinigten einmaligen Sondereffekte können weiter nach ihren Treibern untergliedert werden und verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung:

in T€ Impairment Test Restrukturierung Sonstige Gesamt
Außerordentliche Personalaufwendungen 0 5.755 1.666 7.421
Wertberichtigungen auf Vorräte 0 3.214 0 3.214
Aufwendungen im Rahmen von M&A-Transaktionen 0 0 321 321
Aufwendungen im Rahmen strategischer Projekte 0 0 0 0
Sonstige einmalige Sondereffekte 0 58 1.319 1.377
Bereinigungen EBITDA gesamt 0 9.027 3.306 12.333
Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 96.000 5.197 4.331 105.528
Bereinigungen EBIT gesamt 96.000 14.224 7.637 117.861
in T€ Impairment Test Restrukturierung Sonstige Gesamt
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 15.183 12.464 4.421 32.068
Forschungs- und Entwicklungskosten 6.937 613 581 8.131
Marketing- und Vertriebskosten 260 891 402 1.553
Verwaltungskosten 17.753 256 2.187 20.196
Sonstige betriebliche Erlöse 0 0 0 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 55.867 0 46 55.913
Bereinigungen gesamt 96.000 14.224 7.637 117.861

2.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage des Cherry Konzerns

Das Geschäft mit Tastaturschaltern im Segment COMPONENTS war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr stark belastet. Der externe Umsatz brach erneut um EUR 10,8 Mio. auf EUR 10,9 Mio. (Vorjahresumsatz: EUR 21,6 Mio.) ein. Die ursprünglich für das 2. Halbjahr erwartete Erholung der Nachfrage hatte sich nicht materialisiert. Wesentliche Ursache dafür war die nicht mehr gegebene Wettbewerbsfähigkeit des MX-Schalters der 1. Generation (Cherry MX1A) im relevanten Volumensegment.

Im Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS gelang es Cherry aufgrund eines überzeugenden Produktportfolios, der erfolgreichen Internationalisierungsstrategie sowie einer Optimierung der Vertriebssteuerung, trotz einer insgesamt sinkenden Konsumentennachfrage, den externen Umsatz um 19,0 % auf EUR 92,6 Mio. zu steigern (Vorjahr: EUR 77,8 Mio.) und in wichtigen Segmenten Marktanteile zu gewinnen. Durch die positive Geschäftsentwicklung konnten im Jahresverlauf große Teile der Umsatzverluste der beiden anderen Segmente kompensiert werden. Trotz der positiven Umsatzentwicklung blieb das Wachstum im 4. Quartal deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Insbesondere das Distributorengeschäft in Europa und den USA konnte die eigenen Erwartungen aufgrund einer zu niedrigen Durchverkaufsrate nicht erfüllen. Daneben konnte ein Vertrag mit einem potenziellen neuen Distributor nicht, wie ursprünglich angenommen, im 4. Quartal abgeschlossen werden. Dies waren die wesentlichen Gründe dafür, weshalb die aktuelle Prognose nicht erreicht wurde.

Die Nachfrage nach E-Health-Produkten im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS war aufgrund politisch und technisch bedingter Verzögerungen in der Telematik-Infrastruktur bei der Umsetzung neuer Fachanwendungen stark belastet. Die damit verbundenen Unsicherheiten führten zu einer Kaufzurückhaltung seitens unserer Kunden, welche der wesentliche Treiber für den Rückgang des externen Umsatzes um EUR 10,1 Mio. auf EUR 23,0 Mio. war (Vorjahr: EUR 33,1 Mio.).

Insgesamt belief sich der Umsatz des Geschäftsjahres auf EUR 126,5 Mio. Dies lag unter der Prognose von EUR 135-165 Mio. im Geschäftsbericht des Jahres 2022.

Das Bruttoergebnis I (GPI) vom Umsatz belief sich auf EUR 56,9 Mio. (Vorjahr: EUR 68,5 Mio.), was einer GPI-Marge von 45,0 % (Vorjahr: 51,7 %) entspricht. Der Rückgang im GPI von EUR 11,6 Mio. war durch verschiedene Effekte getrieben. Darin enthalten ist ein reiner Volumeneffekt i. H. v. EUR -3,1 Mio., welcher auf den im Vergleich zum Vorjahr um EUR 6,1 Mio. niedrigeren Konzernumsatz zurückzuführen ist. Dieser hatte daher keinen Effekt auf die GPI-Marge. Die weiteren Effekte, welche sich auch verschlechternd auf die GPI-Marge ausgewirkt hatten, stammen i. W. aus Wertberichtigungen und Bestandsbereinigungen von Vorräten (EUR -3,2 Mio.), i. W. im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung, aus positiven Effekten aus der Schätzungsänderung in Bezug auf Bewertungsabschläge auf Vorräte im Vorjahr (EUR -2,3 Mio.), sowie aus höheren Nachlässen im Geschäft mit Computer-Peripheriegeräten.

Das Bruttoergebnis II vom Umsatz (GPII) belief sich auf EUR 2,7 Mio. und liegt damit um EUR 34,2 Mio. bzw. um 92,7 % unter dem Wert des Vorjahres. Die GPII-Marge sank im Vergleich zum Vorjahr (27,8 %) um 25,7 PP. auf 2,1 %. Der überproportionale Rückgang in der GPII-Marge ist im Wesentlichen durch einmalige nicht operative Sondereffekte in Zusammenhang mit dem Impairment Test sowie der Restrukturierung begründet (EUR 32,1 Mio.).

Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen mit EUR 15,7 Mio. um EUR 6,7 Mio. deutlich über denen des Vorjahrs (EUR 9,0 Mio.). Wesentlicher Treiber dafür sind Wertberichtigungen im Rahmen des Impairment Tests i. H. v. EUR 6,9 Mio., wovon EUR 6,4 Mio. auf aktivierte Entwicklungskosten entfallen. Diese Wertberichtigungen werden im EBIT bereinigt. Die in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthaltenen Personalkosten lagen mit EUR 4,2 Mio. um EUR 0,3 Mio. über denen des Vorjahres (EUR 3,9 Mio.). Dies liegt an den Kosten der Restrukturierung i. H. v. EUR 0,6 Mio., welche im EBITDA bereinigt wurden. Bereinigt um diese Sondereffekte lagen die Forschungs- und Entwicklungskosten unter dem Niveau des Vorjahrs. Dies liegt i. W. an höheren Aktivierungen (inkl. sich in der Entwicklung befindlicher Projekte), welche mit EUR 3,7 Mio. um EUR 0,6 Mio. über denen des Vorjahrs (EUR 3,1 Mio.) lagen. Wesentlicher Grund dafür war eine Anpassung der Stundensätze an das geänderte Kostenniveau.

Die Marketing- und Vertriebskosten lagen mit EUR 43,7 Mio. deutlich über dem Niveau des Vorjahres (EUR 19,3 Mio.). Darin enthalten sind Wertberichtigungen i. H. v. rund EUR 17,4 Mio. im Rahmen des Impairment Tests (davon: Marke EUR 14,6 Mio., Kundenstamm: EUR 2,5 Mio.), welche im EBIT bereinigt werden. Ein weiterer wesentlicher Treiber für den Anstieg waren die darin enthaltenen Personalkosten, welche mit EUR 9,7 Mio. um EUR 2,5 Mio. über denen des Vorjahrs (EUR 7,2 Mio.) lagen. Darin enthalten waren Kosten i. H. v. EUR 0,9 Mio. im Rahmen der Restrukturierung, welche im EBITDA bereinigt wurden. Der operative Anstieg liegt an einer höheren Anzahl an Mitarbeitern, welche insbesondere im Rahmen des Ausbaus des E-Commerce-Geschäfts und der Internationalisierungsstrategie benötigt werden. Darüber hinaus sind die Sachkosten um EUR 3,9 Mio. angestiegen. Dies liegt i. W. an höheren Kosten für Outbound-Logistik und Fulfillment-Dienstleistungen sowie an höheren Vertriebsprovisionen im Rahmen des gestiegenen Endkundengeschäfts über Amazon in den USA.

Die Verwaltungskosten lagen mit EUR 18,7 Mio. um EUR 3,5 Mio. über denen des Vorjahrs (EUR 15,2 Mio.). Gründe dafür sind i. W. Sonderkosten im Zusammenhang mit den personellen Wechseln im Vorstand (EUR 1,3 Mio.) sowie Kosten i. V. m. der Restrukturierung (EUR 0,3 Mio.), welche beide im EBITDA bereinigt werden, als auch Wertberichtigungen im Rahmen des Impairment Tests i. H. v. EUR 0,6 Mio. (i. W. auf Sachanlagen und Nutzungsrechte), welche im EBIT bereinigt werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen lagen mit EUR 0,2 Mio. (Netto-Ertrag) um EUR 0,1 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (EUR 0,1 Mio.).

Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung und der gedämpften kurz- und mittelfristigen Erwartungen wurde ein Wertberichtigungsbedarf auf den Goodwill i. H. v. EUR 55,9 Mio. ermittelt (Vorjahr: EUR 29,9 Mio.), welcher in einem separaten Posten in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen wurde. Dieser wirkt nur im EBIT und wurde dort bereinigt.

Die Ergebniskennzahlen EBITDA und EBIT werden mit und ohne Bereinigungen ausgewiesen. Die Bereinigungen des EBITDA im abgelaufenen Geschäftsjahr (insgesamt: EUR +12,3 Mio.) beziehen sich im Wesentlichen auf Kosten in Verbindung mit der Restrukturierung (davon: Sozialplan EUR +5,8 Mio., Wertberichtigung MX1-Switches EUR +2,7 Mio.) sowie dem personellen Wechsel im Vorstand (EUR +1,3 Mio.). Die Summe aller Bereinigungen im EBIT beläuft sich auf insgesamt EUR +117,9 Mio. Die Bereinigungen im EBIT berücksichtigen zusätzliche Sondereffekte, welche nicht im EBITDA wirken, wie beispielsweise die Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte im Zusammenhang mit dem Impairment i. H. v. EUR 96,0 Mio. sowie die individuellen Wertberichtigungen von immaterielle Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten i. H. v. EUR 9,6 Mio.

Das EBITDA belief sich auf EUR -10,3 Mio. (Vorjahr: EUR 12,2 Mio.), was einer EBITDA-Marge von -8,1 % entspricht (Vorjahr: 9,2 %). Das bereinigte EBITDA belief sich auf EUR 2,1 Mio. (Vorjahr: EUR 15,2 Mio.), was einer bereinigten EBITDA-Marge von 1,6 % entspricht (Vorjahr: 11,5 %).

Das EBIT belief sich auf EUR -131,1 Mio. (Vorjahr: EUR -36,5 Mio.), was einer EBIT-Marge von -103,7 % entspricht (Vorjahr: -27,5 %). Das bereinigte EBIT belief sich auf EUR -13,3 Mio. (Vorjahr: EUR -33,5 Mio.), was einer bereinigten EBIT-Marge von -10,5 % entspricht (Vorjahr: -25,3 %). Im Vorjahr wurden keine Bereinigungen von Wertberichtigungen im EBIT vorgenommen.

Das Finanzergebnis betrug EUR -2,7 Mio. (Vorjahr: EUR -1,9 Mio.). Der Anstieg ist i. W. durch höhere Refinanzierungskosten getrieben. Von der Kreditlinie i. H. v. EUR 55 Mio. bei der UniCredit Bank GmbH waren zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 EUR 45,0 Mio. gezogen. Seit dem Auslaufen der Zinsbindung im Jahr 2022 wird das Darlehen variabel verzinst.

Das Konzernergebnis belief sich auf EUR -126,9 Mio. (Vorjahr: EUR -35,7 Mio.).

Finanzlage des Cherry Konzerns

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf EUR -27,9 Mio. und hat sich damit ggü. dem Vorjahr (EUR 5,8 Mio.) um EUR 33,6 Mio. verschlechtert. Die Verschlechterung ist i. W. von einem niedrigeren Periodenergebnis sowie einem Anstieg des Net Working Capital getrieben.

Das Periodenergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr (EUR -35,7 Mio.) um EUR 91,2 Mio. auf EUR -126,9 Mio. verschlechtert. Darin enthalten sind Abschreibungen und Wertberichtigungen i. H. v. EUR 120,7 Mio., welche um EUR 73,0 Mio. über denen des Vorjahrs (EUR 47,8 Mio.) liegen. Der Anstieg in den im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen und Wertberichtigungen, welche nicht zahlungswirksam werden, ist i. W. auf die im Vergleich zum Vorjahr höhere Wertberichtigung auf den bilanziellen Goodwill i. H. v. EUR -55,9 Mio. (Vorjahr: EUR -29,9 Mio.), Wertberichtigungen auf weitere immaterielle Vermögenswerte i. H. v. EUR -23,8 Mio. (i. W. Marke, Kundenstamm, aktivierte Entwicklungskosten) sowie auf Sachanlagevermögen und Nutzungsrechte zurückzuführen (EUR -25,8 Mio.).

Das Net Working Capital (NWC) als Saldo aus den kurzfristigen Vermögenswerten (ohne Zahlungsmittel) sowie den kurzfristigen Schulden (ohne Finanzschulden) stieg zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr um 36,7 % auf EUR 55,9 Mio. (Vorjahr: EUR 40,9 Mio.) und führte damit zu einem negativen Cashflow-Effekt i. H. v. EUR -15,0 Mio. Die darin berücksichtigten Vorratsbestände haben sich ggü. dem Vorjahr (EUR 65,0 Mio.) um EUR 2,6 Mio. Mio. auf EUR 62,4 Mio. reduziert, was sich folglich positiv auf den Cashflow auswirkte. Dank eines konsequenten Vorratsmanagements konnte der hohe Bestandsaufbau im Laufe des Geschäftsjahres zum Jahresende vollständig zurückgeführt und sogar überkompensiert werden. Wesentliche Treiber für den Anstieg im NWC waren die kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, welche sich gegensätzlich entwickelten. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr (EUR 16,3 Mio.) um EUR 14,3 Mio. auf EUR 30,6 Mio. angestiegen. Dies liegt zum einen an dem im Vergleich zum Vorjahr um EUR 3,4 Mio. höheren Umsatz im 4. Quartal, zum anderen an höheren durchschnittlichen Zahlungszielen der Kunden als auch an Stichtagseffekten. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind dem entgegen um EUR 13,1 Mio. auf EUR 17,8 Mio. gesunken (Vorjahr: EUR 30,9 Mio.). Wesentlicher Treiber war eine deutliche Reduktion von Warenbestellungen im Rahmen des optimierten Vorratsmanagements sowie Kalendereffekte.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf EUR -10,8 Mio. (Vorjahr: EUR -11,3 Mio.). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden, wie auch im Vorjahr, überwiegend Investitionen in Maschinen und Werkzeuge, immaterielle Vermögenswerte in Form aktivierter eigener Entwicklungsleistungen sowie in den Erwerb konsolidierter Tochterunternehmen getätigt. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte lagen mit EUR 4,2 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres (EUR 4,2 Mio.). Die Investitionen ins Sachanlagevermögen lagen mit EUR 3,1 Mio. um EUR 2,5 Mio. unter denen des Vorjahrs (EUR 5,5 Mio.) Wesentlicher Treiber dafür war die Stornierung des "MX Gen. 4" Montageautomaten, dessen Inbetriebnahme ursprünglich für das 1. Halbjahr geplant war. Die Investitionen in konsolidierte Tochtergesellschaften beliefen sich auf EUR 3,5 Mio. und betreffen i. W. den Bestandteil des Kaufpreises aus der Akquisition von Xtrfy, welcher zum Zeitpunkt des Closings im Januar 2023 in bar zu leisten war. Die Investitionen im Vorjahr i. H. v. EUR 1,6 Mio. beziehen sich auf die letzte Kaufpreistranche aus dem Erwerb der Active Key GmbH, welche im Geschäftsjahr 2021 erstmalig konsolidiert wurde.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf EUR -7,9 Mio. (Vorjahr: EUR -11,2 Mio.). Die Veränderung im Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit resultierte im Wesentlichen aus dem Rückgang des Erwerbs eigener Anteile im Rahmen des im Juni 2022 gestarteten Aktienrückkaufprogramms, für welches im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR -2,5 Mio. ausgegeben wurden (Vorjahr: EUR -6,8 Mio.).

Das Bankguthaben betrug zum Bilanzstichtag EUR 46,1 Mio. (Vorjahr: EUR 92,8 Mio.). Die Cherry eingeräumten Kreditlinien zur Abdeckung operativer Liquiditätsbedarfe in Höhe von insgesamt EUR 55,0 Mio. bei der UniCredit Bank GmbH waren zum Stichtag mit EUR 45,0 Mio. in Anspruch genommen. Trotz der Verletzung vertraglich vereinbarter Kennzahlen ("Covenants") besteht seit Mai 2024 eine Kreditlinie i. H. v. EUR 25,3 Mio. Weitere Informationen dazu finden sich im Nachtragsbericht unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Das bilanzielle Eigenkapital zum Bilanzstichtag beträgt EUR 122,1 Mio. (Vorjahr: EUR 251,8 Mio.). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um EUR 129,7 Mio. setzt sich im Wesentlichen aus dem negativen Konzernergebnis in Höhe von EUR -126,9 Mio. sowie der Verminderung im Zusammenhang mit dem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von EUR -2,5 Mio. zusammen. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von 66,4 % auf 51,2 %.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Als externe Finanzierungsquellen stehen der Cherry SE die Ausgabe von Aktien sowie die Aufnahme kurz- und langfristiger Kredite als auch Leasingverträge zur Verfügung. Im Rahmen der Innenfinanzierung schöpft der Konzern finanzielle Mittel im Wesentlichen aus der Verwendung eigener Überschüsse, sofern welche erwirtschaftet werden.

Die Fähigkeit und Absicht der Gesellschaft, künftig Dividenden zu zahlen, hängt von ihrer Finanzlage, ihrem Geschäftsergebnis, ihrem Kapitalbedarf, Anlagealternativen, strategischen Plänen und Risiken ab, die Vorstand und Aufsichtsrat als relevant erachten. Der Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über Dividendenzahlungen unterliegt der Zustimmung der Hauptversammlung. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Hauptfinanzierungsquelle für die Zahlung von Dividenden, falls vorhanden, Zinsen und ähnliche Erträge sein werden, die von ihm generiert werden, sowie Dividenden und andere Zahlungen, die es von seinen derzeitigen und zukünftigen Tochtergesellschaften erhält.

Der Vorstand plant, künftige ausschüttungsfähige Gewinne in die Gewinnrücklagen einzustellen, damit die Innenfinanzierung zu stärken und die erwirtschafteten liquiden Mittel für die organische und anorganische Entwicklung des Geschäfts zu verwenden.

Der Vorstand wird der Hauptversammlung keine Dividendenzahlung vorschlagen.

Vermögenslage des Cherry Konzerns

Die Konzern-Bilanzsumme zum 31.12.2023 betrug EUR 238,6 Mio. und hat sich im Vergleich zum Vorjahr (EUR 379,1 Mio.) um EUR 140,5 Mio. bzw. 37,1 % reduziert.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen, unter Berücksichtigung der laufenden Abschreibungen und Wertminderungen, mit EUR 97,7 Mio. zum Bilanzstichtag um EUR 104,6 Mio. bzw. 51,7 % unter dem Vorjahreswert von EUR 202,3 Mio. Dies ist i. W. auf die erforderlichen Wertberichtigungen im Rahmen des Impairment Tests nach IAS 36 zurückzuführen, welche sich auf insgesamt EUR 96,0 Mio. belaufen. Davon entfallen EUR 55,9 Mio. auf den bilanziellen Goodwill. Da in den einzelnen CGUs ("cash generating units") der Abwertungsbedarf den Goodwill teilweise überschreitet, wurde der den Goodwilll übersteigende Abwertungsbedarf jeweils proportional auf das weitere Anlagevermögen verteilt. Daraus resultiert ein weiterer Abschreibungsbedarf auf immaterielle Vermögenswerte i. H. v. EUR 23,8 Mio. Davon entfallen EUR 14,6 Mio. auf die Marke, EUR 6,6 Mio. auf aktivierte Entwicklungskosten, EUR 2,5 Mio. auf den Kundenstamm sowie EUR 0,1 Mio. auf Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen. Darüber hinaus ergaben sich im Rahmen des Impairment Tests auf Sachanlagen und Nutzungsrechte zu verteilende Wertberichtigungen i. H. v. insgesamt EUR 16,4 Mio. Daneben wurden individuelle Wertberichtigungen auf Sachanlagen i. H. von rund 9,5 Mio. EUR vorgenommen. Davon entfallen EUR 5,2 Mio. auf MX1-Produktionsanlagen, welche im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Geschäfts mit Tastaturschaltern nicht mehr benötigt werden.

Die kurzfristigen Vermögenswerte betragen EUR 140,9 Mio. und sind gegenüber dem Vorjahr (EUR 176,8 Mio.) um EUR 35,9 Mio. bzw. 20,3 % gesunken. Wesentlicher Grund dafür ist eine knappe Halbierung der Bankguthaben um EUR 46,8 Mio. auf EUR 46,1 Mio., welche i. W. durch den cashflow-wirksamen Teil des negativen Periodenergebnisses i. H. v. insgesamt EUR -126,9 Mio., den Aufbau des Working Capitals um EUR 15,0 Mio. sowie Auszahlungen im Rahmen von Investitions- und Finanzierungstätigkeiten getrieben ist. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich aufgrund des hohen Umsatzes im 4. Quartal, welcher mit EUR 37,9 Mio. um EUR 3,4 Mio. über dem des 4. Quartals des Vorjahrs lag, sowie längerer durchschnittlicher Zahlungsziele unserer Kunden, um EUR 14,3 Mio. auf EUR 30,6 Mio. erhöht.

Die langfristigen Verbindlichkeiten haben sich gegenüber dem Vorjahr (EUR 80,0 Mio.) um EUR 52,5 Mio. auf EUR 27,5 Mio. reduziert. Wesentlicher Treiber dafür ist die Umgliederung der zum Stichtag gezogenen Kreditlinie i. H. v. EUR 45,0 Mio. bei der UniCredit Bank GmbH von den langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Hintergrund dafür war die zum Bilanzstichtag vorliegende Verfehlung der vertraglich vereinbarten Kennzahlen ("Covenants") bzgl. des erlaubten Verschuldungsgrads. Die dem Kreditvertrag zugrundeliegenden Covenants wurden erstmalig für das 3. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht eingehalten. Dies wurde der Bank fristgerecht mittels eines Compliance Certificate am 15. November 2023 angezeigt. In dem Zusammenhang wurde bei der Bank ein Waiver beantragt, welcher am 21. Dezember 2023 erteilt wurde. Auflage der Erteilung des Waivers war, neben einer Bearbeitungsgebühr i. H. v. EUR 0,2 Mio. sowie einer Erhöhung der Marge um 1,0 PP., eine vorzeitige Rückzahlung einer Tranche i. H. v. EUR 10 Mio. im Januar des Folgejahres. Zudem wurde die bestehende Kontokorrentlinie i. H. v. EUR 10,0 Mio. um EUR 5,0 Mio. reduziert. Die für Januar 2024 avisierte Rückzahlung von EUR 10,0 Mio. wurde in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert. Da die Gesellschaft die Covenants auch zum 4. Quartal des abgeschlossenen Geschäftsjahrs nicht einhalten konnte, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 das Recht, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zu stellen, weshalb auch die verbleibenden EUR 35,0 Mio. der Kreditsumme in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert wurden. Um die Fortfinanzierung der Gesellschaft sicherzustellen, wurde zwischenzeitlich eine Anpassung der bestehenden Kreditvereinbarung mit der UniCredit Bank GmbH verhandelt. Die Vereinbarung wurde am 03. Mai 2024 beidseitig unterschrieben. Die wesentlichen Punkte der Ergänzungsvereinbarung beinhalten eine Rückführung von EUR 10 Mio. im Mai 2024, die Auflösung der verbleibenden Kontokorrentlinie, eine erhöhte Marge von 0,5 PP auf die verbleibende Kreditlinie und die Bestellung von dinglichen Sicherheiten aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräten im Gegenzug für die Aussetzung der bestehenden Covenants bis zum 31.03.2025. Weitere Informationen dazu finden sich im Nachtragsbericht unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag". Im Vorjahr wurden die Verbindlichkeiten gegenüber der UniCredit Bank GmbH vollständig in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr (EUR 47,3 Mio.) um 88,3% auf EUR 89,0 Mio. gestiegen. Davon kommen EUR 45,0 Mio. aus der oben beschriebenen Umgliederung der Finanzverbindlichkeiten ggü. der UniCredit Bank GmbH. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich um EUR 13,1 Mio. auf EUR 17,8 Mio. reduziert. Dies ist i. W. auf deutlich niedrigere Nachbestellungen von Handelswaren und Rohstoffen aufgrund der im Jahresverlauf hohen Lagerbestände zurückzuführen. Gegenläufig haben sich die kurzfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten um EUR 6,4 Mio. auf EUR 10,2 Mio. erhöht.

Dies ist i. W. auf die Personalverbindlichkeiten aus Abfindungs- und Lohnfortzahlungen, welche im Rahmen des Sozialplans als Bestandteil der Restrukturierung vereinbart wurden, zurückzuführen. Außerdem erhöhten sich die kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um EUR 3,0 Mio. auf EUR 9,1 Mio. Dies ist i.W. auf, im Vergleich zum Vorjahr, gestiegenen Verbindlichkeiten für Kundenboni und eine ausstehende Kaufpreiszahlung von TEUR 724 aus einem Unternehmenserwerb, zurückzuführen.

Das bilanzielle Eigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 129,7 Mio. auf EUR 122,1 Mio. gesunken. Grund hierfür war vor allem das negative Konzernergebnis der Berichtsperiode in Höhe von EUR -126,9 Mio., welches Wertberichtigungen von rund EUR 108,7 Mio. auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte sowie Vorräte beinhaltet.

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Cherry Konzerns

Mit einem Konzernumsatz von EUR 126,5 Mio. und einer bereinigten EBITDA-Marge von 1,6 % blieb das Ergebnis der Gesellschaft hinter den eigenen Erwartungen als auch der letzten Prognose, welche einen Konzernumsatz von EUR 140 Mio. bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 10 % avisierte, zurück. Damit konnte Cherry auch das Ziel eines Wachstums ggü. dem Vorjahr nicht erreichen. Obwohl das Geschäftsjahr 2023 von Beginn an als Jahr der Transformation und Konsolidierung betrachtet wurde, war die Geschäftsentwicklung für Cherry nicht zufriedenstellend.

Um der negativen Entwicklung entgegenzuwirken, hatte das Management von Cherry am 03. November 2023 ein umfassendes Strukturierungspaket bekanntgegeben, das i. W. eine substanziell neue strategische Ausrichtung des Segments COMPONENTS entlang der gesamten Wertschöpfungskette beinhaltet, sich aber darüber hinaus auch über weitere Unternehmensbereiche erstreckt. Die beschlossenen Maßnahmen führen nach finaler Umsetzung zu einem Ergebnispotenzial von EUR 10-15 Mio. pro Jahr. Die Kosten der Maßnahmen, welche zunächst auf rund EUR 20,0 Mio. geschätzt wurden, belaufen sich auf rund EUR 15,2 Mio. Davon wurden EUR 14,2 Mio. ergebniswirksam im abgeschlossenen Geschäftsjahr berücksichtigt und im bereinigten EBIT herausgerechnet. EUR 1,0 Mio. entfallen auf Investitionen im Zusammenhang mit der Qualifikation des neuen chinesischen Auftragsfertigers (i. W. Werkzeuge) und wurden daher nicht im Ergebnis berücksichtigt. Durch die Maßnahmen der Restrukturierung wurde das Periodenergebnis stark belastet. Jedoch werden diese zukünftig zu einer spürbaren Ergebnisverbesserung beitragen und dabei helfen, Cherry wieder zur Profitabilität zurückzuführen.

Die Verfehlung der Prognose für das abgeschlossene Geschäftsjahr führte zu einer zeitlichen Verschiebung in der Erreichung der avisierten Wachstumskurve für die folgenden Jahre. Im Impairment Test nach IAS 36 resultierte daraus ein zusätzlicher Wertberichtigungsbedarf i. H. v. EUR 96,0 Mio. auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte. Infolgedessen erzielte Cherry einen Jahresfehlbetrag i. H. v. EUR -126,9 Mio., welcher das bilanzielle Eigenkapital auf EUR 122,1 Mio. reduzierte (Vorjahr: EUR 251,8 Mio.) und zu einer deutlichen Verschlechterung der Eigenkapitalquote um 15,2 PP. auf 51,2 % (Vorjahr: 66,4 %) führte.

Die übergreifende Geschäftsentwicklung führte darüber hinaus zu weiteren Herausforderungen in Bezug auf die Liquidität und Finanzierung der Gesellschaft. Die liquiden Mittel hatten sich im Jahresverlauf um knapp die Hälfte von EUR 92,8 Mio. auf EUR 46,1 Mio. reduziert. Cherry hat bereits Maßnahmen ergriffen, um dieser Entwicklung schnellstmöglich und konsequent entgegenzuwirken und konnte im 4. Quartal mit EUR 1,7 Mio. einen positiven Cashflow erzielen. Das Working Capital Management wurde deutlich intensiviert, insbesondere durch ein optimiertes Vorratsmanagement. Durch eine deutliche Rückführung des Bestellvolumens konnte der innerjährige Aufbau an Vorratsvermögen zum Jahresende wieder zurückgeführt werden. Der Vorratsbestand lag mit EUR 62,4 Mio. zum Jahresende unter dem Wert des Vorjahres (EUR 65,0 Mio.). Darüber hinaus wurden die Steuerung und Überwachung der Kosten und Investitionen intensiviert.

Der starke Abbau liquider Mittel i. V. m. dem negativen Periodenergebnis führten dazu, dass Cherry am 15. November 2023 erstmalig eine Verletzung der Vertragspflichten ggü. der UniCredit Bank GmbH anmelden musste, da die vertraglich vereinbarten Kennzahlen ("Covenants") bzgl. des Verschuldungsgrads der Gesellschaft für das 3. Quartal nicht eingehalten wurden. Im Rahmen eines Waiver Agreements für das 3. Quartal, welches am 21. Dezember 2023 geschlossen wurde, wurde zunächst eine vorzeitige Rückzahlung eines Teils der ausstehenden Kreditsumme i. H. v. EUR 10 Mio. für Januar 2024 vereinbart. Darüber hinaus wurden einer Bearbeitungsgebühr i. H. v. EUR 0,2 Mio. sowie einer Erhöhung der Marge von 1,0 PP. auf die verbleibende Kreditsumme i. H. v. EUR 35 Mio. zugestimmt. Die weitere Kreditlinie i. H. v. EUR 10,0 Mio. zur Deckung kurzfristiger Liquiditätsbedarfe wurde um EUR 5,0 Mio. reduziert. Da die definierten Kennzahlen auch zum 4. Quartal nicht eingehalten wurden, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 die Möglichkeit der vorzeitigen Fälligstellung der ausstehenden Kreditsumme. Um die Fortfinanzierung der Geschäftstätigkeit von Cherry sicherzustellen, wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine Zusatzvereinbarung zum bestehenden Kreditvertrag verhandelt, welche am 03. Mai 2024 von beiden Vertragsparteien unterzeichnet wurde. Weitere Information dazu finden sich im Nachtragsbericht unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

2.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeitende

Das erfolgreiche Recruiting, die Entwicklung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitenden (unter dem Begriff werden nachfolgend einheitlich Beschäftigte jeglichen Geschlechts bezeichnet) ist eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sowie die erfolgreiche Umsetzung der strategischen und operativen Unternehmensziele. Der Vorstand hat im konzernweit geltenden Verhaltenskodex die wesentlichen Grundlagen der Unternehmenskultur festgelegt.

Die Gesamtzahl der Beschäftigten (ohne Vorstände, Auszubildende, Praktikanten und Aushilfen) lag zum Ende des Geschäftsjahres 2023 bei insgesamt 476 Mitarbeitenden (Vorjahr: 490 Mitarbeitende).

Diese verteilten sich wie folgt auf geographische Regionen und Funktionsbereiche:

Anzahl der Mitarbeitenden nach Regionen

31.12.2023 31.12.2022
Europa 364 371
Asien 98 103
Nordamerika 14 16
Gesamt 476 490

Anzahl der Mitarbeitenden nach Funktionen

31.12.2023 31.12.2022
Produktion 136 161
Qualitätsmanagement 46 53
Materialwirtschaft 67 64
Produktmanagement und -entwicklung 62 62
Vertrieb und Marketing 98 92
Verwaltung 67 58
Gesamt 476 490

Die Anzahl der Beschäftigten, die auf die exkludierten Personengruppen (Vorstände, Auszubildende, Praktikanten und Aushilfen) entfiel, belief sich auf 14 Mitarbeitende (Vorjahr: 21 Mitarbeitende). Die Gesamtsumme der im Cherry Konzern Beschäftigten belief sich damit auf 490 Mitarbeitende (Vorjahr: 511 Mitarbeitende). Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten (FTEs) lag bei 444 Mitarbeitenden (Vorjahr: 457 Mitarbeitende).

In 2023 kamen 14 neue Mitarbeitende durch Unternehmensübernahmen hinzu (Vorjahr: 0 Mitarbeitende).

Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist i. W. auf den sozialverträglichen Personalabbau im Rahmen der Restrukturierung des Geschäfts mit Tastaturschaltern zurückzuführen.

Im Geschäftsjahresdurchschnitt belief sich die Zahl der Mitarbeitenden auf 504 (Vorjahr: 527 Mitarbeitende).

Der Anteil der im Konzern beschäftigten weiblichen Mitarbeitenden lag bei 38,0 % (Vorjahr: 37,3 %). Das Durchschnittsalter aller im Konzern beschäftigten Mitarbeitenden lag mit 42,5 Jahren auf dem Niveau des Vorjahrs (42,5 Jahre).

Der Personalaufwand betrug im Berichtszeitraum EUR 40,0 Mio. (Vorjahr: EUR 34,0 Mio.). Der Anstieg ist i. W. durch Abfindungen sowie Lohnfortzahlungen ab dem Zeitpunkt der Freistellung im Rahmen der Restrukturierung getrieben (EUR 5,8 Mio.). Der Großteil der Kosten kommt im Jahr 2024 zur Auszahlung und wurde per 31. Dezember 2023 zurückgestellt.

Im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen führt Cherry regelmäßig technische Schulungen, Produktschulungen sowie Fortbildungen zu gesetzlichen und regulatorischen Themen durch. Eine bedarfsorientierte Ausbildung trägt entscheidend dazu bei, dass auch künftig qualifizierte Mitarbeitende den Marktanforderungen gerecht werden. Insgesamt befanden sich zum Bilanzstichtag 11 junge Menschen (Vorjahr: 15) in der Ausbildung zu Berufen wie Industriekaufleute und Mechatroniker.

Qualität

Die Qualität ist vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung der Gesellschaft als Innovations- und Qualitätsführer ein wesentliches Element der Marke Cherry. Der hohe Anspruch der Gesellschaft an die Qualität des Produkt- und Leistungsportfolios erfordert ein umfassendes Qualitätsverständnis, das sich auf die gesamte Wertschöpfungskette bezieht. Innerhalb der betrieblichen Leistungserstellung erstreckt sich das Qualitätsverständnis neben der technischen Qualität in der Produktion auch auf die funktionale Qualität in der Produktentwicklung sowie auf die Dauerqualität über den gesamten Lebenszyklus der Produkte im Produktmanagement. Schließlich nimmt der Aspekt der Nachhaltigkeit von Produkten einen zunehmenden Stellenwert im Qualitätswesen ein. Diese zeichnet sich insbesondere durch eine besondere Langlebigkeit, ein recyclingfähiges Design sowie Konformität mit genormten ergonomischen Anforderungen aus.

Im Rahmen des integrierten Managementsystems überwacht Cherry eine Vielzahl von internen und externen Themen und Umweltzuständen für diverse Anspruchsgruppen im Kontext der Organisation. Das Audit Management von Cherry ist organisatorisch in das System-, Prozess- und Produkt-Audit sowie das Audit für externe Lieferanten und Dienstleister und das Zulassungs-Audit gegliedert.

Für bestimmte Produktgruppen werden auch die sogenannten Common Criteria (CC) berücksichtigt. Dieser international anerkannte Standard (ISO/IEC 15408) legt Kriterien fest, die von unabhängigen Zertifizierungsstellen verwendet werden, um zu überprüfen, ob ein IT-Produkt oder -System bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllt. Dieser Standard ist besonders in sensiblen Bereichen wie Regierung, Gesundheit und Finanzwesen wichtig. Durch die Einhaltung der Common Criteria können IT-Produkte und -Systeme auf internationaler Ebene zertifiziert und anerkannt werden.

3. BERICHTERSTATTUNG ZUM EINZELABSCHLUSS DER CHERRY SE

3.1. Ertragslage der Cherry SE (HGB)

Der Einzelabschluss der Cherry SE wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Als Konzern-Holding nimmt die Cherry SE keine operativen Tätigkeiten, sondern insbesondere Finanzierungs- und Zentralfunktionen wahr.

Dabei hält die Cherry SE direkt oder indirekt die Beteiligungen an den operativen Einheiten.

Ihrer Funktion als Holding-Gesellschaft entsprechend, wird die Geschäftslage und Entwicklung der Cherry SE durch die Ergebnisbeiträge der Teilkonzerne bestimmt. Deshalb wird kein bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator für die Cherry SE definiert.

Die Cherry SE erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 159,0 Mio.

Die Ertragslage der Cherry SE war in der Berichtsperiode maßgeblich durch folgende Faktoren geprägt:

Wertberichtigung der Beteiligung an der Cherry Europe GmbH i. H. v. EUR 134,5 Mio. gemäß IDW RS HFA 10, i. W. getrieben durch reduzierte Wachstumserwartungen.

Die Umsatzerlöse i. H. v. EUR 14,2 Mio. (Vorjahr: EUR 11,8 Mio.) resultieren i. W. aus der konzerninternen Weiterverrechnung von Kosten sowie interner Leistungserbringung an die Tochtergesellschaften, im Wesentlichen an die Cherry Europe GmbH.

Der Personalaufwand umfasst im Wesentlichen die Vergütung des Senior Managements sowie Gehälter für Mitarbeitende in den administrativen Bereichen, wie z. B. Personalwesen, Finance und Controlling.

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Gesellschaft keine Erträge aus der Gewinnabführung von verbundenen Unternehmen. Im Vorjahr wurden Erträge i. H. v. EUR 1,0 Mio. aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Cherry Digital Health GmbH realisiert.

Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme in Höhe von EUR 25,7 Mio. resultieren aus den Ergebnisabführungsverträgen mit den verbundenen Unternehmen Cherry Europe GmbH (EUR -22,8 Mio.), Cherry Digital Health GmbH (EUR -2,3 Mio.) sowie Cherry Peripherals GmbH (EUR -0,6 Mio.). Im Vorjahr übernahm die Gesellschaft Verluste i. H. von EUR -4,5 Mio. aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Cherry Europe GmbH.

3.2. Finanzlage der Cherry SE (HGB)

Das Finanzmanagement des Cherry Konzerns wird zentral durch die Cherry SE abgewickelt. Sie aggregiert den Kapitalbedarf auf Konzernebene und nimmt die erforderlichen Finanzierungsmaßnahmen für die gesamte Unternehmensgruppe vor. Die wesentlichen Ziele des Finanzmanagements sind die stetige und langfristige Sicherung der Liquidität der Unternehmensgruppe weltweit, die Optimierung der Finanzaufwendungen und Erträge sowie die Steuerung und Minimierung der Währungs- und Zinsrisiken. Generell arbeitet die Cherry SE langfristig und vertrauensvoll mit internationalen Kreditinstituten zusammen. Die Finanzierung der Konzerngesellschaften wird weitestgehend in deren funktionaler Währung abgewickelt. Darüber hinaus übernimmt die Cherry SE den größten Teil des Zahlungsverkehrs für die Gruppe.

Die der Cherry SE eingeräumten Kreditlinien zur Abdeckung operativer Liquiditätsbedarfe in Höhe von insgesamt 55,0 Mio. EUR bei der UniCredit Bank GmbH waren zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 mit 45,0 Mio. EUR in Anspruch genommen. Zudem bestanden zum Berichtsdatum Bürgschaften i. H. v. EUR 0,3 Mio., darunter eine Mietbürgschaft i. H. v. TEUR 300 sowie ein Zoll-Aval i. H. v. TEUR 5.

Die dem Darlehensvertrag zugrundeliegenden Vereinbarungen in Bezug auf die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen ("Covenants") waren zum 3. Quartal nicht eingehalten. Daraufhin wurde mit der UniCredit Bank GmbH ein Waiver Agreement verhandelt, welches neben einer Bearbeitungsgebühr i. H. v. EUR 0,2 Mio. sowie einer Margenerhöhung von 1,0 PP, eine vorzeitige Rückzahlung eines Teils der Darlehenssumme i. H. v. EUR 10,0 Mio. im Januar 2024 sowie eine Reduktion der Kontokorrentlinie um EUR 5,0 Mio. beinhaltete. Im Gegenzug dafür verzichtete die Bank auf das ihr vertraglich zustehende Recht, die ausstehende Kreditsumme vorzeitig fällig zu stellen. Da die Covenants auch zum Bilanzstichtag 31. Dezember nicht eingehalten waren, wurde mit der Bank zum 3. Mai 2024 neue vertragliche Ergänzungsvereinbarungen getroffen, um die weitere Finanzierung der Geschäftstätigkeiten des Unternehmens sicherzustellen. Weitere Informationen dazu finden sich im Nachtragsbericht unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Der Bestand der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag 31.12.2023 betrug EUR 31,0 Mio. Darüber hinaus hat die Cherry SE im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms, welches im Juni 2022 gestartet und nach einer Laufzeit von 12 Monaten erfolgreich beendet wurde, insgesamt 1.344.422 eigene Aktien (davon 437.305 im Geschäftsjahr 2023) mit einem Transaktionsvolumen von ca. EUR 9,3 Mio. erworben (davon EUR 2,5 Mio. im Geschäftsjahr 2023), welche zukünftig unter anderem als Kaufpreisbestandteil im Rahmen von M&A-Transaktionen oder für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme verwendet werden können. Im Rahmen der Akquisition von Xtrfy durch die konsolidierte Tochtergesellschaft Cherry Peripherals GmbH wurden dieser 234.138 eigene Aktien in Form eines Kredits, bewertet zum Zeitwert am Tag der Übertragung, zur anteiligen Erfüllung des Kaufpreises zur Verfügung gestellt.

Zum 31. Dezember 2023 umfassen die Finanzanlagen die 100%ige Beteiligung an der Cherry Europe GmbH, Auerbach, die 100%ige Beteiligung an der Cherry Digital Health GmbH, München sowie die 100%ige Beteiligung an der Cherry Peripherals GmbH, München.

3.3. Vermögenslage der Cherry SE (HGB)

Die Bilanz der Cherry SE verkürzte sich per 31. Dezember 2023 im Stichtagsvergleich um EUR 159,8 Mio. auf EUR 160,2 Mio. (Vorjahr: EUR 320,0 Mio.).

Die Aktiva reduzierten sich i. W. aufgrund der Abwertung der Beteiligung an der Cherry Europe GmbH (EUR 134,5 Mio.) sowie der deutlichen Verringerung der Bankguthaben um EUR 38,6 Mio. auf EUR 31,0 Mio. (Vorjahr: EUR 69,6 Mio.). Gegenläufig erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, i. W. aus der Vergabe bzw. der Erhöhung von konzerninternen Krediten, um EUR 13,3 Mio. auf EUR 46,7 Mio. (Vorjahr: EUR 33,4 Mio.). Die Cherry SE musste im Verlauf des abgeschlossen Geschäftsjahres die Kreditsummen im Rahmen ihrer Finanzierungsfunktion regelmäßig anpassen, um die Liquidität einzelner Tochterunternehmen aufgrund deren Verluste sicherzustellen.

Der Rückgang in den Passiva ist durch den Jahresfehlbetrag i. H. v. EUR -159,0 Mio. im Eigenkapital getrieben, welcher i. W. aus der Abwertung der Beteiligung an der Cherry Europe GmbH sowie den Übernahmen der Verluste der Tochtergesellschaften Cherry Europe GmbH (EUR -22,8 Mio.), Cherry Digital Health GmbH (EUR -2,3 Mio.) und Cherry Peripherals GmbH (EUR -0,6 Mio.) im Rahmen der Ergebnisabführungsverträge resultiert.

3.4. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Cherry SE (HGB)

Die wesentlichen Vermögenspositionen in der Bilanz der Cherry SE stellen die Anteile an verbundenen Unternehmen, liquide Mittel sowie die Finanzierungsforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen dar. Die Beteiligungen, welche in den Finanzanlagen ausgewiesen werden, haben sich durch die Abwertung der Beteiligung an der Cherry Europe GmbH um EUR 134,5 Mio. reduziert. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 38,6 Mio. auf EUR 31,0 Mio. gesunken.

Die Eigenkapitalquote beträgt 69,1 % (Vorjahr: 84,5 %). Der Rückgang ist i. W. durch die Abwertung der Beteiligung an der Cherry Europe GmbH sowie der hohen Verlustübernahmen von Tochtergesellschaften im Rahmen der Ergebnisabführungsverträge getrieben.

Die Ertragslage wird wesentlich durch die Ergebnisabführungsstruktur innerhalb des Konzerns beeinflusst. Aufgrund der strukturellen Probleme im Geschäft mit Tastaturschaltern sowie der Kaufzurückhaltung bei den E-Health-Produkten war das Geschäft der operativen Unternehmenseinheiten rückläufig, woraus sich eine Verlustübernahme i. H. v. insgesamt EUR -25,7 Mio. ergab (Vorjahr: EUR -3,5 Mio. netto Verlust).

Die operativ tätigen Beteiligungsgesellschaften waren im abgeschlossenen Geschäftsjahr schwierigen externen und internen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Insbesondere das Geschäft mit Tastaturschaltern ist aufgrund struktureller Probleme in eine wirtschaftlich schwierige Situation geraten und wird aus diesem Grund strategisch neu ausgerichtet. Die Umsetzung der Maßnahmen hat bereits im abgeschlossenen Geschäftsjahr begonnen. Im Geschäft mit E-Health Produkten scheint sich gegen Ende des 4. Quartals die lang erwartete Erholung der Nachfrage eingestellt zu haben. Das Geschäft mit Peripheriegeräten für Office & Gaming konnte im Jahresverlauf spürbar wachsen.

Der Gesamtmarkt bietet weiterhin hohe Wachstumspotenziale, welche Cherry mit einem hoch technisierten und innovativen Produktportfolio, welches teilweise mit Patentrechten verbrieft ist, nutzen möchte.

3.5. Prognose der Cherry SE (HGB)

Die Cherry SE beabsichtigt in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung ihren festen Platz in dem anhaltend wachstumsorientierten Geschäftsumfeld beizubehalten und weiter auszubauen. Die über die Beteiligungsgesellschaften bedienten Marktbereiche erfüllen sehr hohe Qualitätsansprüche. Mit innovativen Produktbereichen wird die Kundennachfrage und deren Bedürfnisse auch aus gesetzlichen Anforderungen befriedigt. Die Verwaltungsstruktur wird im Einklang des Unternehmenswachstums weiter ausgebaut.

Aufgrund ihrer Funktion als Holding-Gesellschaft wird die Geschäftslage und Entwicklung der Cherry SE durch die Ergebnisbeiträge der Teilkonzerne bzw. Segmente bestimmt. Die Geschäftsentwicklung der Cherry SE unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie der Cherry-Konzern. Es wird auf den Chancen- und Risikobericht der Gruppe verwiesen.

Risiken für die Cherry SE resultieren weiterhin im Wesentlichen aus der Werthaltigkeit von Finanzanlagen und Finanzinstrumenten (Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen). Die Entwicklung des Konzerns hat durch die bestehenden Ergebnisabführungsverträge mit der Cherry Europe GmbH, der Cherry Digital Health GmbH sowie der Cherry Peripherals GmbH einen erheblichen Einfluss auf die Ertragslage der Cherry SE.

Der Vorstand plant für das Geschäftsjahr 2024 mit einem Jahresfehlbetrag im einstelligen Millionenbereich, i. W. getrieben durch ein negatives Beteiligungsergebnis.

4. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancen und Risiken

Ein weltweit tätiger Technologiekonzern wie Cherry, der in einem wettbewerbsintensiven und dynamischen Marktumfeld tätig ist, unterliegt einer Reihe von Risiken, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Dieses Marktumfeld bietet Cherry andererseits Marktchancen, die mit überproportionalem Wachstum einhergehen können.

Die Berichterstattung bei Cherry basiert auf der sorgfältigen Abschätzung von Risiken und Chancen. Die Einzelrisikobewertungen der operativen Geschäftsbereiche, Vertrieb, Produktion, Beschaffung und Logistik, Personalwesen, Informationstechnik, Recht und Compliance sowie Finanzen werden systematisch erfasst. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass heute noch nicht bekannte oder als unwesentlich eingestufte Risiken die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zusätzlich beeinflussen können.

Im Folgenden wird über wesentliche Risiken sowie Chancen berichtet, die einen signifikanten Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Cherry Konzerns haben sowie über wichtige Änderungen bei Risiken und Chancen, gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich ist die vollständige Risikoliste gemäß unserer Zuordnung tabellarisch dargestellt.

Cherry subsummiert die bestehenden Risiken in die Bereiche Strategie- und Marktrisiken, Operative Risiken, Finanzwirtschaftliche Risiken sowie Rechts- und Compliance Risiken.

Risikomanagement und Risikofrüherkennung in der Cherry Gruppe

Gemäß § 91 Abs. 3 AktG ist der Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft verpflichtet, ein im Hinblick auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und der Risikolage des Unternehmens angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem (IKS) und Risikomanagementsystem (RMS) einzurichten. Nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex sollen nach seiner Empfehlung A.5 Unternehmen im Lagebericht die wesentlichen Merkmale des gesamten internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems beschreiben und zu deren Angemessenheit und Wirksamkeit Stellung nehmen. Per Definition bedeutet Risiko mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Cherry negativen (Risiko im engeren Sinne) oder positiven (Chance) Zielabweichung führen können.

Risikomanagementsystem (RMS)

Risikomanagement ist die systematische und kontinuierliche Erfassung und Bewertung von Risiken sowie die Steuerung und Überwachung festgestellter Risiken. Es ist ein systematisches Verfahren, das zentral gesteuert wird und in vielen Bereichen des Konzerns Anwendung findet.

Zielsetzung eines Risikomanagementsystems (RMS) ist nicht die Vermeidung jeglicher Risiken, sondern das Managen und Mitigieren der identifizierten Risiken. Denn um die Planung und die sich daraus ergebenden Chancen zu verwirklichen, müssen Risiken eingegangen werden, die es abzuwägen gilt. Das Risikomanagementsystem von Cherry ist daher auf die frühzeitige Identifikation risikobehafteter Entwicklungen ausgerichtet. Die Risiken werden mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit und einem möglichen Schadenausmaß nach getroffenen Maßnahmen (Nettobetrachtung) bewertet. Die Bewertung wird in den Stufen sehr gering, gering, mittel, hoch und sehr hoch abgebildet.

Eintrittswahrscheinlichkeit

Schadenausmaß

Das Risikomanagementsystem (RMS) der Cherry Gruppe setzt sich zu seiner Funktionsfähigkeit aus folgenden Bausteinen zusammen:

1. Konzeption und Organisation des RMS

2. Risikokultur und -kommunikation

3. Erfassung und Identifikation wesentlicher Risiken bei Cherry

4. Risikoanalyse und Bewertung der Risiken

5. Realisierung der Maßnahmen zur Risikosteuerung und der Einhaltung der Internen Kontrollen

Risikogrundsätze (Risikokultur und Risikomanagementprinzipien)

Der Cherry Konzern verfolgt eine ausgeprägte Risikokultur in allen Bereichen und hat eine offene und aktive Einstellung gegenüber Risiken. Dies beinhaltet sowohl die Bereitschaft Risiken einzugehen, die Fähigkeit, Risiken zu erkennen und zu bewerten als auch Risiken angemessen zu steuern. Die Risikokultur von Cherry soll gleichermaßen Innovation und Wachstum fördern. Die Risikokultur bei Cherry setzt daher eine offene Kommunikation und eine positive Fehlerkultur voraus, in der Fehler als Lernmöglichkeiten betrachtet werden. Darüber hinaus sind klare Verantwortlichkeiten und Prozesse für die Bewertung und Steuerung von Risiken in der Organisation etabliert.

Das Risikomanagement (RM) in der Cherry Gruppe ist ein fester Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Wir verstehen Risiken im weitesten Sinne als die Gefahr, unsere finanziellen und operativen Ziele nicht wie geplant zu erreichen und im engeren Sinne, die Existenz des Unternehmens zu gefährden. Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, ist es daher unerlässlich, die Risiken effektiv zu identifizieren, zu analysieren und durch geeignete Gegenmaßnahmen so weit wie möglich zu begrenzen. Unser aktives Risikomanagement und Risikofrüherkennungssystem eröffnen uns zugleich auch Chancen.

Cherry verfügt über ein System von Personen, Expertise, Prozessen und Datenauswertungen zur Überwachung von Risiken für die einzelnen Tochtergesellschaften, die Business Units und den gesamten Konzern. Cherry setzt aktuell auf ein zentrales Management Reporting für Ergebniscontrolling und ein ESG Reporting, ein im Jahr 2022 eingeführtes Whistleblower-System sowie das laufende Nachhalten wesentlicher Kennzahlen in Verbindung mit einem Risikoberichtssystem. Die laufenden Geschäftszahlen werden direkt aus der Finanzbuchhaltung abgeleitet und vom Controlling ausgewertet und den Geschäftsverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Es werden insbesondere Kennzahlen wie Umsatz, Auftragseingang und -bestand sowie frei verfügbare Liquidität überwacht. In das Reporting-System sind alle Unternehmen des Konsolidierungskreises eingebunden.

Ab einer Meldegrenze (Risiko über 1 Mio. Euro und Eintrittswahrscheinlichkeit über 50%) werden diese bei Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen in die Tagesordnung aufgenommen. Die Identifizierung ähnlicher Risiken bei den Konzerngesellschaften geschieht durch die enge Einbindung des jeweils verantwortlichen Vorstandsmitglieds der Cherry SE (der auch meist Mitglied der lokalen Geschäftsführung ist) und monatliche Business Reviews mit allen Tochtergesellschaften und Business Units.

Im Rahmen einer Risikoinventur werden alle Risiken für unser Geschäft eingeschätzt und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe sowie Tragfähigkeit für Cherry bei Bedarf mindestens jedoch jährlich bewertet und aggregiert. Im Wesentlichen werden hier Risiken aufgeführt, deren Eintreten eine Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge hätte, aber auch seit 2022 Risiken, betreffend der Erreichung von ESG-Zielsetzungen (siehe auch ESG-Bericht). Der Aufsichtsratsvorsitzende sowie der Vorsitzende des Audit-Committee erhalten (i) das Risikohandbuch und einen (ii) separaten Risikobericht zur Kenntnisnahme und zur Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagement-/Risikofrüherkennungssystems. Darüber hinaus erhält das Audit Committee auch den damit einhergehenden Chancen- und Risikobericht im Rahmen des Konzernjahresabschlusses zur Prüfung.

Cherry ist möglicherweise weiteren Risiken ausgesetzt, die derzeit jedoch noch nicht bekannt sind oder die zum jetzigen Zeitpunkt als nicht wesentlich eingeschätzt werden. Der jeweilige Risikofaktor als Basis für die Relevanz des Risikos ergibt sich aus der Multiplikation der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe.

Risikoklassen

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess bei Cherry ist ein systematisches Vorgehen, das darauf abzielt, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Der Prozess besteht dabei aus den folgenden wesentlichen Schritten:

1. Risikoidentifikation: In diesem Schritt werden alle möglichen Risiken, die Cherry beeinträchtigen können, identifiziert.

2. Risikobewertung: In diesem Schritt werden die identifizierten Risiken bewertet, um zu bestimmen, welche Risiken Priorität haben und wie groß die Auswirkungen auf das Unternehmen sein können - dies wird durch den Risikofaktor zum Ausdruck gebracht. Der Risikofaktor als solches ermittelt sich durch eine Multiplikation der Faktoren für die Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen quantitativen Schadenshöhe.

3. Risikoaggregation: In diesem Schritt werden Interdependenzen und Zusammenhänge evaluiert und eine Gesamtrisikoposition (Bruttorisiko) durch den Risk-Manager ermittelt.

4. Risikobewältigung und -abwehr: Hierbei versuchen die verschiedenen Fachbereichsverantwortlichen geeignete Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden oder deren mögliche Effekte abzumildern bzw. gänzlich zu reduzieren.

5. Risikoüberwachung und -überprüfung: In diesem Schritt wird überwacht, ob die implementierten Maßnahmen effektiv sind und ob sich das Netto-Risiko verändert hat. Gegebenenfalls müssen Anpassungen vorgenommen werden.

6. Risiko-Reporting: In diesem Schritt werden die Risiken in einem Risiko-Bericht zusammengefasst, und entsprechend der bei Cherry vorgegebenen Kommunikationswege berichtet. Neben der Regelberichterstattung gibt es eine ad-hoc Berichterstattung. Ab einem Nettorisiko von über 1 Mio. Euro mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50% bzw. einer signifikanten Abweichung von der Planung erfolgt eine Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Gleiches gilt für plötzlich auftretende erhebliche Risiken im Rahmen des definierten Eskalationsprozesses.

Dieser Prozess wird regelmäßig bei Bedarf mindestens jedoch einmal am Jahresende durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Unternehmen gegen mögliche Risiken ausreichend geschützt ist und dass sich Cherry an sich verändernde Umstände schnell anpassen kann. Ein effektives Risikomanagement soll dazu beitragen, das Unternehmenswachstum von Cherry zu fördern, das Risiko von Verlusten zu minimieren und die finanzielle Stabilität zu erhöhen.

Cherry arbeitet stetig an der Verbesserung dieser im Zuge des Börsengangs im Jahr 2021 neu eingeführten formalisierten Prozesse.

Risikotragfähigkeit (RTF)

Die Risikotragfähigkeit beschreibt das maximale Risikoausmaß, welches ohne eine Gefährdung des Fortbestands des Konzerns getragen werden kann. Sie stellt die Differenz zwischen dem Risikodeckungspotenzial und einer Gesamtrisikoposition aus aggregierten Einzelrisiken (Risikoinventar) dar. Die Ermittlung des Gesamtrisikos erfolgt auf Basis der Nettobewertung der Risiken unter Berücksichtigung von Mitigationsmaßnahmen und wesentlichen Interdependenzen.

Die Bewertung der Risikotragfähigkeit der Cherry Gruppe erfolgt unter der Einbeziehung des Working Capitals, welches kurzfristig liquidiert werden kann, der vorhandenen Barmittel sowie der langfristigen Bankverbindlichkeiten.

Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems (IKS) 1

Cherry versteht das Risikomanagementsystem (RMS) sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) als unternehmensübergreifende Kontrollsysteme, welche Risiken und Prozesse über alle Bereiche des Unternehmens absichert.

Das IKS befasst sich mit den Risiken aus den operativen Prozessen in jedem Bereich im Unternehmen. RMS und IKS greifen ineinander und umfassen das Compliance Managementsystem.

Das RMS und das IKS sind in Anlehnung an das international anerkannte Rahmenwerk für Interne Kontrollsysteme des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Internal Control - Integrated Framework) konzipiert und werden kontinuierlich angepasst.

Beim IKS werden die einzelnen Prozesse in den Gesellschaften analysiert, mögliche Risiken identifiziert und entsprechende Kontrollen zugewiesen. Die Ergebnisse werden in einer Matrix dokumentiert und regelmäßig aktualisiert. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden jährlich überprüft. Die identifizierten, handlungsbedürftigen Prozesse werden dem Vorstand berichtet und weiter diskutiert. Weiterhin wird der Aufsichtsrat über kritische Risiken informiert.

Das Risikofrüherkennungs- und managementsystem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr inhaltlich weiter präzisiert, insbesondere in Hinblick auf die Bewertung der Risiken sowie der Risikotragfähigkeit. Die Tagung des Risikokomitees inklusive einer vollumfänglichen Evaluierung der Chancen und Risiken erfolgte einmalig zum Abschluss des Geschäftsjahres, im Jahresverlauf 2023 erfolgte eine Aktualisierung oder Neuaufnahme von Chancen und Risiken nach Bedarf. Das System befindet sich inhaltlich auf einem für das Risikoprofil des Unternehmens angemessenen Niveau und wird den Anforderungen entsprechend permanent weiterentwickelt.

Zu den bereits bestehenden Komponenten des internen Kontrollsystems zählen beispielsweise:

Festlegung einer detaillierten Freigabematrix inklusive Wertgrenzen und genauer Spezifikation der Kompetenzen über die verschiedenen Führungsebenen hinweg

Rollen- und Berechtigungskonzepte für Software des Unternehmens, welche sensible Daten führt oder mit welcher wesentlicher Einfluss auf die Geschäftsprozesse und Finanzen des Unternehmens genommen werden kann

Die Unterschrift von wesentlichen Verträgen erfolgt durch mindestens zwei zeichnungsberechtigte Personen (Geschäftsführer und Prokuristen) und erst nach Freigabe durch die eigene Rechtsabteilung

Das Auslösen von Investitionen und Kosten im Rahmen der Budgets erfordert eine interne Freigabe durch die jeweilige Führungskraft, das Controlling sowie - in Abhängigkeit des Umfangs - einem oder mehreren Mitgliedern des Managements

Bereitstellung von Bilanzierungsrichtlinien für alle Konzerngesellschaften sowie monatliche Review-Gespräche mit den lokalen Finanzabteilungen zur Besprechung der Geschäftsentwicklung und Bilanzierungsthemen

Jeder neue relevante Lieferant durchläuft einen standardisierten Freigabeprozess inklusive Prüfung der Kreditwürdigkeit sowie Festlegung eines Kreditlimits

Die Liste ist nicht abschließend und soll lediglich einen Einblick in Komponenten des internen Kontrollsystems bieten.

Das Risikomanagementsystem sowie das Interne Kontrollsystem werden als angemessen und wirksam für Cherry angesehen und unterliegen ständigen Verbesserungen.

1 ungeprüft

4.1. Chancenbericht

Chancen

Das Segment COMPONENTS bietet nach der Umsetzung der Restrukturierung deutliche Wachstumspotenziale für Cherry. In den Hauptschaltergruppen ULP und Cherry MX (MX1A) sind zwar noch ausreichend Lagerbestände bei Kunden vorhanden, jedoch wird vor allem für die 2. Jahreshälfte ein deutliches Marktwachstum im Gaming Peripherals- und Gaming Notebook-Umfeld erwartet. Mit der Verlagerung des finalen Assemblings der Cherry MX-Schalter (MX2A) zu einem Auftragsfertiger in China, können die MX-Schalter für Cherry-Partnerprodukte ab dem 2. Halbjahr auch wieder zu marktgerechten Preisen angeboten werden. Bei den ULP-Schaltern profitiert Cherry darüber hinaus von der Erholung des Notebook-Gaming-PC-Markttrends, der voraussichtlich ebenfalls im 2. Halbjahr wieder positive Wachstumsraten zeigen wird.

Es besteht für Cherry die Chance, den potenziellen Markt für die eigenen Schalter im Jahre 2024 zu verbreitern. Für den Tastaturmarkt wird ein 6% CAGR für die Jahre 2024 bis 2028 erwartet. Dies resultiert aus der Mechanical Keyboard Market Analysis -US, China, Japan, Germany, UK - Size and Forecast 2024 -2028 (technavio.com). Cherry geht davon aus, nicht schlechter als der Markt zu performen. Dabei beabsichtigt Cherry von relevanten Markttrends zu profitieren. Beispielsweise können Märkte, die bislang von alternativen Technologien wie Rubberdome- oder Membran-Technologie dominiert werden, erschlossen werden - z.B. im Bereich Gaming-Laptops oder Premium-Office-Laptops. Der Einbau mechanischer Schalter in Laptops wird zunehmend in neue Laptop-Reihen durch die Ultra-Low-Profile-Switches von Cherry erweitert, deren Produktionskapazitäten in Zukunft weiter ausgebaut werden sollen.

Das prognostizierte Marktwachstum eröffnet Cherry Chancen sowohl im Geschäft mit Tastaturschaltern als auch im Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS. Der Markt wird durch technologische Fortschritte angetrieben, darunter mechanische Tastaturen, kabellose Technologien und individuell anpassbare Beleuchtung, die eine höhere Benutzeranpassung und verbesserte Funktionalität ermöglichen. Neue Technologien bei (Gaming-)Mäusen werden ebenfalls zum Wachstum beitragen. Die steigende Popularität von Gaming und E-Sports fördert die Nachfrage nach spezialisierten Gaming-Tastaturen, die durch Features wie Anti-Ghosting und programmierbare Tasten gekennzeichnet sind, und trägt zu höheren Durchschnittspreisen bei.

Die Zunahme der Heimarbeit und des Online-Lernens erzeugt einen kontinuierlichen Bedarf an anspruchsvollen Tastaturen, was eine breite und vielfältige Nachfrage über verschiedene Anwendersegmente hinweg unterstützt. Die Erschließung neuer Märkte, insbesondere in Schwellenländern, und die Diversifizierung des Produktangebots zur Erfüllung unterschiedlicher Verbraucherbedürfnisse sind wichtige Wachstumstreiber. Cherry wird die Vertriebsorganisation hinsichtlich der Markterschließung neu aufstellen. Ein zunehmendes Bewusstsein für umweltfreundliche Produkte und die Nachfrage nach personalisierten, benutzerangepassten Tastaturen beeinflusst das Käuferverhalten zunehmend und öffnet neue Marktsegmente für Cherry.

Weitere dynamische Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen bestehen im Geschäft mit Gaming Devices und gehen einher mit der weiterhin positiven prognostizierten Entwicklung fernöstlicher Märkte für Gaming-Peripheriegeräte. Die von Cherry selbst hergestellten Produkte werden aktuell nahezu ausschließlich in den schnell wachsenden Märkten Asiens verkauft, wobei der Fokus bisher auf China und Südkorea liegt. Im Jahr 2024 wird die im Geschäftsjahr 2023 entwickelte Strategie der globalen Erschließung der Märkte für Gaming-Peripheriegeräte verstärkt umgesetzt.

Im Geschäftsbereich Office Peripherals, wendet sich das Unternehmen vor allem an Kunden im Cherry-Heimatmarkt Deutschland und ist neben etablierten Marktpositionen in Frankreich und Großbritannien auch in den USA vertreten, was in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden soll. Im Jahr 2022 wurde zudem damit begonnen, Office-Peripheriegeräte auch in Asien zu verkaufen. Aktuell werden die Peripheriegeräte vorrangig über Distributoren an B2B-Endkunden sowie online verkauft, darunter mehrere große Blue-Chip-Unternehmen. Durch den Ausbau des Direktvertriebs und das neu gestartete E-Commerce Business wird Cherry zunehmend neue Kundensegmente im B2C-Bereich für sich gewinnen und stellt sich damit im Vertrieb vielschichtiger auf. Darüber hinaus setzt Cherry künftig auf trendsetzende Influencer, die als Multiplikatoren sowohl die Marke Cherry als auch Trendprodukte aus dem Cherry Portfolio einem breiten innovativen Kreis an Anwendern näherbringen.

Nach Ende der COVID-19-Pandemie sieht Cherry weiterhin, dass auf Home-Office, Mobiles Arbeiten und Fernunterricht nicht mehr verzichtet werden kann und, dass der Trend zu mehr hybriden Formen des Arbeitens und Lernens auch nach dem Ende der Pandemie anhält und das Präsenzniveau am Arbeitsplatz von Zeiten vor der Pandemie nicht mehr erreicht wird. Hybrides Arbeiten wird dazu führen, dass für zahlreiche Mitarbeiter zwei oder mehrere Arbeitsplätze ausgerüstet und regelmäßig erneuert werden müssen - mit sehr gutem Entwicklungspotenzial für den Cherry-Geschäftsbereich Office Peripherals.

Der Sicherheit von Daten und Informationen wird, besonders in bestimmten Branchen wie dem Gesundheitssektor, große Bedeutung beigemessen. In der deutschen Gesundheitsbranche ist Cherry einer von nur zwei Peripheriegeräte-Anbietern mit zertifizierten Produkten, die in den kommenden Jahren für den Aufbau einer sicheren Telematik-Infrastruktur hierzulande in Frage kommen. Die daraus resultierenden Geschäftschancen für das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS stuft das Unternehmen als signifikant ein. Darüber hinaus sieht Cherry den Produktbereich Security Devices als strategischen Zielmarkt an, der anhand z. B. biometrischer Erkennungsmethoden oder anderer exklusiver Zutrittslösungen erst die Benutzung einer Tastatur oder Maus ermöglicht. Softwareentwicklung für sogenannte IOT-Produkte und Services spielen dabei in der Zukunft eine zunehmende Rolle. Cherry weist in beiden Segmenten eine hohe Zertifizierungskompetenz auf, was als Wettbewerbsvorteil angesehen werden darf.

Im Rahmen des Vertriebs von Cherrys E-Health-Terminals und -PIN-Pads bestehen durch die gesicherte Einführung des E-Rezepts sowie der E-Patientenakte gestiegene Absatzpotenziale, insbesondere bei Arztpraxen und Apotheken. Darüber hinaus ergeben sich hohe Chancen durch die beginnende Neuausstattung bestimmter Zielgruppen wie z. B. Pflege, Hebammen und Physiotherapeuten, bei denen seitens Cherry ein erheblicher digitaler Nachholbedarf gesehen wird.

Auch im Bereich Hygiene-Peripheriegeräte sieht Cherry ein erhebliches Ausbaupotenzial bei der Partner- und Vertriebsstruktur in Europa. Für das erste volle Vertriebsjahr in Nordamerika nach dem erfolgreichen Markteintritt und ersten Verkäufen im abgelaufenen Geschäftsjahr sieht Cherry ein erhebliches mögliches Vertriebsvolumen. Für das Segment leitet sich daraus eine deutlich zweistellige Wachstumschance ab.

Zukünftig können weitere Wachstumsoptionen realisiert werden, indem durch Akquisitionen bestehende Geschäftsbereiche weiter ausgebaut werden und die Expansion in weitere geografische Märkte forciert wird. Im Januar 2023 wurde die schwedische Marke Xtrfy übernommen, die durch ihr Produktportfolio im Bereich performanter Tastaturen und Mäuse für E-Sports das Angebot im Bereich Gaming ergänzt und mit ihrer Marke für Cherry den Einstieg in den Bereich globales Professional Gaming ermöglicht.

Segmentübergreifend wird Cherry den Vertrieb in den USA und Kanada neu aufstellen und mehrstufige Partnerschaften etablieren, um die Marktdurchdringung und lokale Präsenz zu verbessern. Cherry optimiert seine Vertriebs- und Distributionsnetzwerke, um die Markenpräsenz zu steigern und den Zugang zu neuen Kundensegmenten zu verbessern. Die Gesellschaft baut kooperative Beziehungen mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette auf, um Synergien zu nutzen, die Effizienz zu steigern und das Marktrisiko zu minimieren. Es werden marktspezifische Marketingstrategien entwickelt, die auf die Besonderheiten des nordamerikanischen Marktes zugeschnitten sind, um unsere Markenbekanntheit und Produktnachfrage zu erhöhen. Cherry passt seine Vertriebskanäle an, um die Verkaufseffizienz zu maximieren, was die Eröffnung neuer Verkaufsstellen und die Verbesserung der Online-Präsenz umfassen kann. Es wird angestrebt bestehende OEM-Partnerschaften neu auszurichten, mit dem Ziel die Zusammenarbeit zu vertiefen und den Marktzugang deutlich effektiver zu gestalten sowie um Wettbewerbsvorteile sicherzustellen.

Das OEM-Geschäft ist nicht nur in den Bereichen Schalter ein wichtiger Bestandteil, im speziellen bei Gaming-Notebooks mit ULP-Schaltern, sondern auch bei Keyboards, die als Zusatzgeschäft angeboten werden. Hier sind vor allem Cherry MX- und Cherry LP-Schalter involviert. Im Bereich Office Peripherals wird das Angebot durch "Drop in the Box" Lösungen für Desktop-PCs, die mit Tastaturen ausgeliefert werden, erweitert.

Gesamtwürdigung der Chancenlage

Das Geschäftsjahr 2023 war durch die Folgen aus der globalen COVID-19 Pandemie und dem ab Februar 2022 begonnenen Ukraine-Krieg, wie hohe Inflationsraten, steigende Zinsen, sowie hohen Energiepreisen und Verschiebungen im Konsumverhalten geprägt.

Trotz der aus der Pandemie und dem Ukraine-Krieg resultierenden Einflüsse auf die Weltwirtschaft sieht sich Cherry nach den gravierenden Marktveränderungen gut positioniert, um zukünftig wieder ein profitables Wachstum zu erzielen. Sich bietende Chancen werden kontinuierlich analysiert, um sie im Rahmen der konsequenten Strategieumsetzung des Unternehmens zu nutzen.

Hierzu gehört im Wesentlichen die Entwicklung neuer innovativer Produkte sowie Software bis zur Marktreife und deren Vermarktung. Weiterer Schwerpunkt ist die Ausweitung des internationalen Vertriebsnetzes und die strategische Neuausrichtung des Vertriebs in Nordamerika.

Im Segment COMPONENTS ergibt sich für Cherry mit dem neuen MX2A-Schalter die Chance, neue Kunden und Marktanteile zu gewinnen. Durch eine sukzessive Anpassung des Vertriebsmodells, welches stärker auf OEM-Direktverträge zielt, können die Margen verbessert und aktiver gesteuert werden. Zudem kann die Marke durch direkte Partnerschaften positiv verstärkt werden.

Das Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS bietet für Cherry langfristig hohe Potenziale. Der wachsende Markt im Geschäftsbereich Gaming bietet eine Chance für neue Produkte, die sich an den Kundenwünschen orientieren. Cherry verfolgt diesen Markt und seine Entwicklungen intensiv, um mit seinen Produktinnovationen die Nachfrage der Märkte zu bedienen und somit eine kontinuierlich positive Geschäftsentwicklung zu ermöglichen. Mit der Integration von Xtrfy hat Cherry im Geschäftsbereich Gaming Devices einen Premium-Anbieter in die Konzernstruktur integriert, dessen spezifisches Know-how segmentübergreifend Synergieeffekte ermöglicht und deren Innovationen auf breiter Basis genutzt werden können. Im Geschäftsbereich Office Peripherals besteht grundsätzlich Interesse an "Drop in the Box"-Angeboten für Desktop-PCs, die mit Tastaturen ausgeliefert werden. Mit Cherrys vielversprechenden Innovationen die entsprechend den Megatrends der Branche die Wachstumstrends gezielt bedienen, sieht sich Cherry für die Zukunft gut aufgestellt.

Im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS besteht für Cherry die Chance, durch die voranschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie dem - spätestens seit der COVID-19-Pandemie - wachsenden Markt für hygienische und desinfizierbare Computer-Peripheriegeräte, das Absatzvolumen für die relevante Hardware weiter zu steigern. Darüber hinaus bietet sich für Cherry im Bereich der E-Health-Produkte die Möglichkeit, das derzeit i. W. auf Hardware beschränkte Geschäftsmodell zukünftig durch Software-Lösungen zu ergänzen und dadurch wiederkehrende Umsatzerlöse zu generieren. Die Kooperation mit DoctorBox zur mobilen Nutzung des E-Rezepts stellt hierbei nur ein Beispiel für viele mögliche Applikationen dar.

Diese strategischen Maßnahmen zielen darauf ab, Cherrys Stellung in den relevanten Märkten weiter zu stärken und die Vertriebsaktivitäten in den wachstumsstarken Regionen gezielt auszubauen. Insbesondere der nordamerikanische Markt bietet aufgrund seiner Größe bei gleichzeitig noch geringer Penetration seitens Cherry langfristig hohe Absatzpotenziale, ebenso wie die wachstumsstarken asiatischen Märkte.

Der Vorstand von Cherry sieht das Unternehmen nach den Umstrukturierungen im Segment COMPONENTS gut positioniert, in den kommenden Jahren wieder zu wachsen und dabei auch profitabel zu wirtschaften. Die Märkte, in denen Cherry Potenziale sieht, werden weiterhin von vielversprechenden Trends geprägt, die der Gesellschaft Wachstumsaussichten eröffnen. Dazu gehören i. W. die globalen E-Sports- und Gaming-Märkte, das Arbeiten und Lernen von zu Hause aus (Remote/Hybrides Arbeiten), die zunehmende Bedeutung von IT-Sicherheit sowie die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

4.2. Risikobericht

Risiken im Cherry Konzern

Abgestimmt auf die von Cherry bearbeiteten Märkte und den Schwerpunkt der Tätigkeiten in den verschiedenen Geschäftssegmenten insbesondere in der Produktentwicklung, dem Vertrieb und in der Produktion eigener Produkte und Software hat Cherry ein für sich spezifisches Risikoprofil aufgebaut, welches als Grundlage für die Identifizierung relevanter Risiken herangezogen wird.

1. Strategie- und Marktrisiken

a. Gesamtwirtschaftliche und geopolitische Risiken

b. Marktliche Risiken

c. Prognoserisiken in Bezug auf Nachfrageverhalten und Umsatz etc.

d. Mengen- und Absatzrisiken

e. Marktpreisrisiken

2. Operative Risiken

a. Prozessuale Risiken

b. Technische Risiken

c. Lieferkettenrisiken

d. IT-Risiken

3. Rechtliche und Compliance Risiken

a. Compliance-Risiken

b. Rechtliche Risiken

c. Regulatorische Anforderungen zu Themen der Nachhaltigkeit

d. Umweltrisiken

4. Finanzwirtschaftliche Risiken

a. Finanz- und Liquiditätsrisiken

b. Währungs- und Zinsrisiken

c. Forderungsausfall- und Kreditrisiken

d. Bonitäts- und Reputationsrisiken

e. Risiken der Finanzberichterstattung

Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken für Cherry anhand dieser Kategorisierung dargestellt.

Strategie- und Marktrisiken

Risikokategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenausmaß Risikoklasse
Risiken, Markttrends nicht zu erkennen gering mittel gering
Risiken aus verminderter Wettbewerbsfähigkeit gering hoch mittel
Risiken aus dem Verlieren von Kooperationspartnern gering gering gering
Risiken aus abnehmender Marktnachfrage hoch hoch hoch
Risiken aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber hoch mittel hoch
Risiken aus einer Marktpreiserosion hoch mittel hoch
Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Kunden mittel mittel mittel
Risikokategorie Risikoklasse (Vorjahr) Änderung ggü. Vorjahr
Risiken, Markttrends nicht zu erkennen gering =
Risiken aus verminderter Wettbewerbsfähigkeit mittel =
Risiken aus dem Verlieren von Kooperationspartnern gering =
Risiken aus abnehmender Marktnachfrage hoch =
Risiken aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber mittel >
Risiken aus einer Marktpreiserosion hoch =
Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Kunden mittel =

Risiken, Markttrends nicht zu erkennen

Es bestehen für Cherry Risiken, dass Markttrends nicht oder nicht rechtzeitig erkannt bzw. nicht richtig eingeschätzt werden. Dies kann zu einer Umsatz- und Margenerosion führen. Darüber hinaus können in einzelnen Geschäftssegmenten und -bereichen Umsätze rückläufig sein. Cherry begegnet diesen Risiken durch Marktstudien und sorgfältige Marktanalysen, die geeignet sind, Trends und Entwicklungen in den unterschiedlichen Geschäftssegmenten frühzeitig zu erkennen. Cherry entwickelt primär Premiumprodukte mit funktionalem und unverwechselbarem Design. Im Geschäft mit E-Health-Produkten, welches regulatorischen Rahmenbedingungen unterliegt, bestehen diese Risiken nicht. Für die übrigen Geschäftsbereiche schätzt die Gesellschaft die Risiken gegenwärtig unverändert als "gering" ein.

Risiken aus verminderter Wettbewerbsfähigkeit

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Wettbewerber, vor allem im asiatischen Wirtschaftsraum, spürbar zugenommen. Insbesondere im Geschäft mit Tastaturschaltern haben sich zusätzliche ernst zu nehmende Auftragsfertiger etabliert. Steigender Wettbewerb sorgt für einen höheren Innovationsdruck. Um im Wettbewerb bestehen zu können, werden qualitativ ansprechende und technologisch fortschrittliche Produkte benötigt. Cherry arbeitet kontinuierlich an Produktverbesserungen und -weiterentwicklungen, Designverbesserungen sowie technologischen Anpassungen und neuen Produkten. Cherry versteht sich selbst als Qualitäts- und Technologieführer im Premiumsegment. Durch angemessene Investitionen in die Produktentwicklung stellt Cherry sicher, ein im Wettbewerb ansprechendes Portfolio anbieten zu können. Darüber hinaus fokussiert sich Cherry bei der Eigenfertigung verstärkt auf Premium-Produkte und prüft für wettbewerbsintensivere Segmente eine Senkung der Kosten durch Fremdfertigung. Die Risiken aus der Reduktion der Wettbewerbsfähigkeit werden unverändert als "mittel" angesehen.

Risiken aus dem Verlieren von Kooperationspartnern

Um Synergieeffekte zu generieren und von dem Know-how anderer Unternehmen profitieren zu können, geht Cherry in verschiedenen Bereichen mittel- und langfristig ausgelegte strategische Partnerschaften ein. Diese können z. B. die Entwicklung von Hardware und Software-Lösungen betreffen oder auch den Vertrieb und Marketingaktivitäten. Es bestehen Risiken, dass bestehende Kooperationspartner die Zusammenarbeit beenden oder auslaufen lassen. Cherry achtet bei Kooperationen darauf, dass Synergien genutzt werden können, ohne ein zu großes Abhängigkeitsverhältnis in Kauf zu nehmen. Aus diesem Grund werden diese Risken unverändert als "gering" eingeschätzt.

Risiken aus abnehmender Marktnachfrage

Das Marktvolumen der einzelnen Geschäftsbereiche kann rückläufig sein und damit zu erhöhtem Preisdruck und fallenden Margen führen. Als potenzielle Gründe für rückläufige Marktvolumina kommen u. a. die allgemeine Konjunkturentwicklung, ein stärkerer Wettbewerb (vor allem aus China), Veränderung der Kundennachfrage und Markttrends in Betracht. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren und sind immer noch angesichts der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Wirtschaftsräume, in denen Cherry hauptsächlich tätig ist, deutlich beeinflusst. Auch in Zukunft kann eine Eintrübung durch eine weltwirtschaftliche und geopolitische Veränderung der Rahmenbedingungen nicht ausgeschlossen werden, insbesondere durch Ereignisse wie die aktuellen Kriege in der Ukraine und in Israel. Diese Risiken werden u. a. aufgrund der derzeitigen geopolitischen Entwicklungen unverändert als "hoch" eingeschätzt.

Risiken aus dem Markteintritt neuer Wettbewerber

Aufgrund gesellschaftlicher Megatrends und Entwicklungen in der IT-Fertigungsindustrie, insbesondere in Asien, drängen vermehrt neue Wettbewerber in den Markt. Bei einer steigenden Anzahl der Wettbewerber besteht für Cherry die Gefahr rückläufiger Preise und Margen sowie eines signifikanten Angebotsüberhangs. Dies hatte in den letzten beiden Jahren zu einer starken Belastung des Geschäfts mit Tastaturschaltern geführt, worauf Cherry mit der strukturellen Neuausrichtung des Segments reagiert hat. Ständige Weiterentwicklungen der Systeme und neue Innovationen sind erforderlich, um die Wettbewerbsposition von Cherry zu sichern und langfristig zu halten. Auch die Pflege des eigenen Netzwerks und die Intensivierung des Geschäfts mit seinen Bestandskunden helfen dabei, Cherrys Position nachhaltig zu stärken. Durch die fortlaufende Weiterentwicklung des Wettbewerbs haben sich diese Risiken erhöht und werden fortan als "hoch" angesehen

Risiken aus einer Marktpreiserosion

Cherry ist ein mittelständischer Hersteller sowohl von Tastaturschaltern als auch von Computer-Peripheriegeräten für unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten und verfügt über eine diversifizierte Kundenstruktur, die sich überwiegend aus international operierenden Großkonzernen zusammensetzt. Der Hauptteil der Umsätze wird mit diesen Großunternehmen getätigt. In Zukunft könnten Großunternehmen zunehmend Produkte von anderen Anbietern zu günstigeren Marktpreisen kaufen, um sich auch von der Markenstärke von Cherry zu lösen. Parallel dazu besteht das Risiko, dass durch aktuelle Überbestände bei allen bekannten Herstellern eine Marktpreiserosion entstehen könnte. Auf die Preiserosion bei Tastaturschaltern hat Cherry durch umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen angemessen reagiert. Der generelle Anstieg des Preisniveaus führt sowohl zu gestiegenen Preisen in den Beschaffungsmärkten als auch in den Absatzmärkten. Solange sich beide Märkte äquivalent verhalten, besteht kein erhöhtes Schadensrisiko. Kritisch hingegen wäre ein steigendes Preisniveau im Bereich Beschaffung bei gleichzeitig gleichbleibendem oder sinkendem Preisniveau in den Absatzmärkten für Cherrys Produkte. In den Segmenten GAMING & OFFICE PERIPHERALS und DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS sieht Cherry derzeit keine wesentliche Preiserosion. Insgesamt werden diese Risiken, wie auch im Vorjahr, als "hoch" bewertet.

Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Kunden

Durch die Besonderheiten der für Cherry relevanten Marktsegmente kann der Verlust von bestehenden Kunden zu Rückgängen im Liefergeschäft führen und einen spürbaren Einfluss auf das Ergebnis haben. Cherrys Vertrieb setzt derzeit stark auf Distributoren, von denen einzelne bis zu 10 % und mehr des Jahresumsatzes generieren. Der Verlust einzelner Kunden kann unter anderem in Insolvenzen, Umverteilung zu Wettbewerbern und Wirtschaftskrisen begründet sein. Cherry wirkt diesen Risiken durch intensive Vertriebstätigkeiten, die Erweiterung der Vertriebspartner und dem sukzessiven Ausbau des E-Commerce-Geschäfts entgegen. Es wird laufend an der Erschließung neuer Vertriebspotenziale gearbeitet, ebenso wie an der Erweiterung des Service- und Produktportfolios. Insgesamt werden diese Risiken unverändert zum Vorjahr als "mittel" eingeschätzt.

Operative Risiken

Im Bereich Operative Risiken wurde gegenüber dem Vorjahr das Risiko der Abhängigkeit von einzelnen Kunden für eine realistischere Einschätzung nach den Geschäftsbereichen getrennt. Darüber hinaus wurden die Risiken aus dem Bereich Personal in die operativen Risiken aufgenommen, da das Gewinnen und Halten von Mitarbeitern eine zunehmend wichtige Rolle spielt.

Operative Risiken:

Risikokategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenausmaß Risikoklasse
Risiken durch den Aufbau neuer Märkte/ die Gründung oder Integration neuer Gesellschaften gering mittel gering
Risiken durch Innovationen des Wettbewerbs hoch mittel mittel
Risiken durch den Verlust von Cherry-spezifischem Know-how hoch mittel hoch
Logistik- und Lieferkettenrisiken gering mittel gering
Entwicklungs- und Projektrisiken gering mittel gering
Risiken aus der Abkündigung von Produkten gering mittel gering
Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten gering gering gering
Risiken aufgrund geänderter technischer Spezifikation gering mittel gering
Risikokategorie Risikoklasse (Vorjahr) Änderung ggü. Vorjahr
Risiken durch den Aufbau neuer Märkte/ die Gründung oder Integration neuer Gesellschaften gering =
Risiken durch Innovationen des Wettbewerbs gering >
Risiken durch den Verlust von Cherry-spezifischem Know-how mittel >
Logistik- und Lieferkettenrisiken mittel <
Entwicklungs- und Projektrisiken gering =
Risiken aus der Abkündigung von Produkten mittel <
Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten mittel <
Risiken aufgrund geänderter technischer Spezifikation gering =

Risiken durch den Aufbau neuer Märkte / die Gründung oder Integration neuer Gesellschaften

Für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg von Cherry, das Erreichen seiner strategischen Ziele sowie die Nutzung bestehender Marktchancen ist der Konzern in vielen Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten. Die Gründung oder Integration einer neuen Gesellschaft beinhaltet, ebenso wie der Aufbau neuer Märkte, Risiken in Hinblick auf wirtschaftliche, gesellschaftliche, technologische, ökologische und rechtliche Gegebenheiten. Um diese Risiken zu minimieren, führt Cherry, auch unter Beauftragung externer Experten, stets eine umfangreiche rechtliche und wirtschaftliche Prüfung durch, sowie Analysen potenzieller Märkte und Markteintrittsanalysen. Die bisherigen M&A-Aktivitäten sowie neue Markteintritte haben bewiesen, dass Cherry bereits neue Potenziale nutzen konnte und die sich ergebenden Chancen die antizipierten Risiken überstiegen. Der im Geschäftsjahr akquirierte E-Sports- und Gaming-Spezialist Xtrfy wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr plangemäß in die Cherry-Organisation integriert. Gegenüber dem vergangenen Berichtsjahr schätzt die Gesellschaft die Risiken unverändert als "gering" ein.

Risiken durch Innovationen des Wettbewerbs

Aufgrund gesellschaftlicher Megatrends und Entwicklungen in der IT-Hardware drängen vermehrt - verstärkt in Asien - neue Wettbewerber auf den Markt. Ein steigender Wettbewerb erhöht gleichzeitig auch den Innovationsdruck für die im Wettbewerb stehenden Unternehmen. Daher arbeitet Cherry kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner Produkte, an Änderungen im Produktdesign sowie neuen Produkten und Technologien, um seine Wettbewerbsposition weiter zu stärken. Bei einer Zunahme der Zahl der Wettbewerber besteht zudem die Gefahr eines Überangebots in Verbindung mit einer rückläufigen Preisentwicklung und folglich sinkender Margen. Mit dem Ausbau seiner Partnerprogramme stärkt Cherry kontinuierlich seinen Vertrieb. Durch die Pflege des Netzwerks und die Intensivierung des Geschäfts mit Bestandskunden will Cherry seine Position weiter stärken. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Risiken auf "mittel" erhöht.

Risiken durch den Verlust von Cherry-spezifischem Know-how

Die Erfahrungen, die individuellen Fähigkeiten sowie die fachliche Kompetenz und Qualifikation der Mitarbeitenden sind von großer Bedeutung für den unternehmerischen Erfolg von Cherry. Der Verlust von Schlüsselpersonal kann einen signifikanten Einfluss auf laufende Projekte als auch auf Linienfunktionen und damit auf die Funktionsfähigkeit der Organisation als Ganzes haben. Mit Vertretungsregelungen werden die Auswirkungen durch Know-how-Verlust insbesondere in Bezug auf Projekte sowie die Fertigung bestmöglich reduziert. Aufgrund der derzeit angespannten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens als auch infolge der Restrukturierung und der damit verbundenen Abstrahlwirkung auf die verbleibende Belegschaft muss derzeit mit einer höheren Fluktuationsrate als sonst üblich gerechnet werden. Die Arbeitsmarktsituation in Deutschland und insbesondere in der Technologieregion München ist weiterhin angespannt. Herausforderungen bestehen in der Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte und in der langfristigen Bindung von Mitarbeitenden an das Unternehmen. Cherry wirkt den Personalrisiken mit einer langfristig orientierten Personalpolitik, einer Intensivierung von Personalentwicklungsmaßnahmen und verschiedenen zusätzlichen Leistungen entgegen. Zur Unterstützung unserer Mitarbeitenden und ihrer Familien bietet Cherry verschiedene Angebote aus dem Bereich Gesundheitsmanagement wie bspw. kostenlose Gesundheitsuntersuchungen an. Darüber hinaus bietet Cherry seinen Mitarbeitenden eine Vielzahl weiterer Benefits sowie einen Haustarifvertrag für Beschäftigte am Standort Auerbach. Cherrys Maßnahmen helfen dabei, die Risiken bestmöglich zu mitigieren. Aufgrund der veränderten Rahmensituation in Verbindung mit der Restrukturierung werden die Risiken als "hoch" angesehen, was einem Anstieg ggü. dem Vorjahr entspricht.

Logistik- und Lieferkettenrisiken

Cherry ist in seinen Lieferketten von Zulieferern abhängig, die Produkte pünktlich und in guter Qualität liefern. Die meisten dieser Produkte werden in Asien gefertigt und via Seefracht nach Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbracht. Grundsätzlich bestehen hierbei Risiken, dass solche Waren und Produkte im Umfang voller Container verloren gehen oder durch Verzögerungen beim Transport verspätet eintreffen und damit die Lieferfähigkeit seitens Cherry beeinträchtigen. Des Weiteren bestehen Risiken, dass die Lieferketten durch externe Einflüsse zeitweilig gestört oder unterbrochen werden, wie dies beispielsweise während der COVID-19-Pandemie der Fall war. Damit die Lieferfähigkeit seitens Cherry stets gewährleistet werden kann, wurde die Bevorratung strategisch angepasst und die Lieferketten entsprechend optimiert. Dennoch können Risiken in Bezug auf die Lieferfähigkeit nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das verbleibende Risiko wird als "gering" eingeschätzt und hat sich ggü. dem Vorjahr reduziert.

Entwicklungs- und Projektrisiken

Cherry arbeitet laufend an der Weiterentwicklung und Diversifikation seiner Produktpalette, um seine Position im Wettbewerb zu stärken sowie um sich bietende Wachstumspotenziale bestmöglich nutzen zu können. Darüber hinaus legt Cherry einen hohen Wert auf qualitativ und technisch führende Produkte, weshalb die Produktentwicklung überwiegend in Eigenleistung erbracht wird. Die Forschung und Entwicklung ist mit hohen Investitionen verbunden. Risiken ergeben sich i. W. daraus, dass Projekte scheitern oder fertig entwickelte Produkte am Markt nicht die erhoffte Nachfrage bzw. Absatzvolumen erzielen und somit die Investitionen nicht decken können. Cherry begegnet diesen Risiken durch ausgiebige Markt- und Wettbewerbsanalysen und prüft die einzelnen Projekte auf Machbarkeit. Darüber hinaus verfügt Cherry über eigene Technologie-Hubs und arbeitet teilweise mit Kooperationspartnern zusammen. Die Risiken in Bezug auf falsche Produktentscheidungen werden analog zum Vorjahr als "gering" angesehen.

Risiken aus der Abkündigung von Produkten

Preis- und Kostenschwankungen in Beschaffungsmärkten ergeben sich aus Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten verschiedener Rohstoffe. Betroffen davon sind insbesondere Mikro-Chips sowie Halbleiter-Produkte. Daneben entstehen Risiken durch teils hohe Schwankungen bei den Materialkosten, auch aufgrund der anhaltenden Krisen, sowie Abkündigungen von Bauteilen und Komponenten. Diesen Risiken wirkt Cherry mit Rahmenverträgen, frühzeitiger Bevorratung und einem professionellen Material-Management entgegen. Um die Lieferfähigkeit sicherzustellen, werden - wo sinnvoll - entsprechend hohe Lagerbestände vorgehalten. Die aktuelle Situation auf den Beschaffungsmärkten birgt nicht zu unterschätzende Risiken. Cherry diversifiziert das Beschaffungswesen durch die Zertifizierung unterschiedlicher Lieferanten, um die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern zu reduzieren. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Risiken durch eine größere Diversifikation bei den Lieferanten auf "gering" reduziert.

Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten

Cherry bezieht Rohstoffe als auch Komponenten für die Fertigung der selbsterstellten Tastaturschalter und Computer-Peripheriegeräte von verschiedenen Lieferanten. Daneben arbeitet Cherry für bestimmte Produkte mit Auftragsfertigern zusammen. Risiken aus der Abhängigkeit von Lieferanten entstehen dann, wenn es für Cherry nur eine einzige Bezugsquelle für ein Material oder ein Produkt gibt und eine kurzfristige Umstellung des Lieferanten nicht möglich, sehr aufwendig oder mit hohen Kosten verbunden ist. Cherry reduziert die Risiken durch den gezielten Aufbau von Multi-Supply-Lösungen für kritische Materialien und Artikel, um zu verhindern, dass das Geschäft von Cherry durch den Wegfall eines Lieferanten zu stark beeinträchtigt wird. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Risiken auf "gering" reduziert.

Risiken aufgrund geänderter technischer Spezifikationen

Risiken aus Änderungen von Normen und Vorschriften bezüglich unserer Bauteile, Komponenten und Produkte können zu Schäden durch Wertverlust der betroffenen Waren führen sowie zu Kosten durch Nacharbeiten und ggf. notwendiger Rezertifizierungen. Durch zeitnahe Prüfungen, langfristige Disposition sowie durch eine am Kundennutzen ausgerichtete Planung können die Risiken minimiert werden, ein vollständiger Ausschluss dieser Risiken ist jedoch nicht möglich. Auf Basis der Vergangenheitswerte schätzt die Gesellschaft die Risiken gegenüber dem Vorjahr dennoch unverändert als "gering" ein.

Rechtliche und Compliance-Risiken

Risikokategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenausmaß Risikoklasse
Risiken durch Sanktionen aus der US- und EU-Gesetzgebung gering gering gering
Risiken aus Rechtstreitigkeiten und Kartellrechtsverstößen gering mittel gering
Risiken aus der Verletzung von Markenrechten und geistigem Eigentum gering mittel gering
Risiken aus Betrug, Cyber-Kriminalität und Datensicherheit gering hoch mittel
Risiken im Zusammenhang mit der Verletzung des Datenschutzes gering mittel gering
Risikokategorie Risikoklasse (Vorjahr) Änderung ggü. Vorjahr
Risiken durch Sanktionen aus der US- und EU-Gesetzgebung mittel <
Risiken aus Rechtstreitigkeiten und Kartellrechtsverstößen gering =
Risiken aus der Verletzung von Markenrechten und geistigem Eigentum gering =
Risiken aus Betrug, Cyber-Kriminalität und Datensicherheit mittel =
Risiken im Zusammenhang mit der Verletzung des Datenschutzes gering =

Risiken durch Sanktionen aus der US- und EU-Gesetzgebung

Angesichts der beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen Unternehmen und Angehörige der Russischen Föderation sowie deren Verbündeten bestehen erhöhte Risiken aus einem Verstoß gegen die Sanktionsmaßnahmen. Cherry ist weder auf der Beschaffungsseite noch auf der Absatzseite in den Sanktionsgebieten aktiv. Die Rechtsabteilung prüft alle Kunden und Lieferanten sorgfältig. Dennoch können indirekte Lieferungen in das Sanktionsgebiet nicht ausgeschlossen werden. Auch kann eine missbräuchliche Verwendung der Cherry-Produkte nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die bestehenden Risiken schätzt die Gesellschaft aufgrund der getroffenen und im Geschäftsjahr nochmals verschärften organisatorischen Maßnahmen und Prüfungen durch die Rechtsabteilung als "gering" ein. Die Risiken haben sich damit ggü. dem Vorjahr reduziert.

Risiken aus Rechtstreitigkeiten und Kartellrechtsverstößen

Die Cherry SE und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftsaktivitäten kontinuierlich mit rechtlichen Risiken konfrontiert. Diese können aus Rechtsstreitigkeiten als auch aus der Verletzung geltender Rechte und Normen resultieren. Derzeit ist Cherry mit nur wenigen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Der Aufbau einer eigenen Rechtsabteilung konnte im Geschäftsjahr 2023 wie geplant erfolgreich abgeschlossen werden. Rechtliche Verfahren werden durch konzerneigene Juristen begleitet. Darüber hinaus überwacht die Rechtsabteilung alle Verträge und Vereinbarungen und führt regelmäßig Compliance-Schulungen durch. Cherry vertritt die Ansicht, dass der Ausgang aller aktuell anhängigen Verfahren keine wesentlich nachteiligen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben wird. Allerdings sind geltend gemachte Ansprüche und Rechtsstreitigkeiten naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet, sodass eine verlässliche Schätzung ihrer finanziellen Auswirkungen nur schwer möglich ist und deshalb sich die aktuell getroffene Einschätzung jederzeit ändern kann. Insgesamt werden diese Risiken unverändert als "gering" eingeschätzt.

Risiken aus der Verletzung von Markenrechten und geistigem Eigentum

Wie die meisten anderen Unternehmen verfügt Cherry über eingetragene und geschützte Marken und Patentrechte. Es bestehen Risiken, dass bei der Entwicklung neuer Produkte und Marken unwissentlich gegen geltende Schutzrechte anderer Unternehmen verstoßen wird. Dadurch könnte dem Unternehmen ein Schaden u. a. in Form von Schadensersatzleistungen, Lizenzgebühren und Leerinvestitionen entstehen. Cherry begegnet dem mit einer umfassenden Recherche bzgl. existierender Schutzrechte und beschäftigt auf Marken- und Patentrecht spezialisierte Mitarbeiter. Cherry legt großen Wert auf Business-Etikette und Compliance. Im Falle von Rechtsstreitigkeiten wird das Unternehmen durch die eigene Rechtsabteilung sowie - nach Bedarf - von spezialisierten Anwälten vertreten. Die Risiken sind insgesamt unverändert als "gering" eingestuft.

Risiken aus Betrug, Cyber-Kriminalität und Datensicherheit

Angesichts der wachsenden Cyber-Kriminalität bestehen erhöhte Risiken für einen Sicherheitsvorfall bzgl. Datenverlust und -manipulation durch das Eindringen eines unbefugten Dritten über die eingesetzte Infrastruktur wie bspw. das Netzwerk, Software und Tools. Darüber hinaus bestehen Risiken eines gezielten Angriffs zum Datendiebstahl oder zur Erpressung mittels Verschlüsselung von Daten. Trotz der Implementierung umfangreicher technischer und organisatorischer Maßnahmen sowie die wiederkehrende Sensibilisierung der Mitarbeitenden durch Schulungen können Restrisiken mit einem signifikanten Schadenausmaß nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aufgrund der gegebenen 2-Faktor-Authentifizierung sowie weiteren Sicherheitsmaßnahmen, die laufend aktualisiert und verbessert werden, sieht sich die Gesellschaft gut gegen jegliche Arten von Cyber-Kriminalität gerüstet. Aufgrund der Zugangsbeschränkungen zu den Geschäftsräumen, den umfassenden internen Kontrollen und regelmäßigen Compliance-Schulungen, der Verlagerung der IT-Systeme in eine Cloud-Umgebung sowie weitere sicherheitsrelevante Maßnahmen, geht Cherry davon aus, dass die Risiken aus Betrug und Cyber-Kriminalität insgesamt unverändert zum Vorjahr "mittel" sind.

Risiken im Zusammenhang mit der Verletzung des Datenschutzes

Cherry arbeitet in vielen Unternehmensbereichen mit personenbezogen Daten, welche i. W. Kunden, Lieferanten und die eigenen Mitarbeitenden betreffen. In der täglichen Arbeit bestehen Risiken, dass personenbezogene Daten für unbefugte Dritte zugänglich werden. Neben gezielten Hacking-Attacken könnte dies auch durch eine leichtfertige Verwendung der Daten durch Mitarbeitende passieren. Cherry betreibt umfassende Maßnahmen, um einer missbräuchlichen Verwendung personenbezogener Daten vorzubeugen. Dazu zählen Berechtigungskonzepte, regelmäßig Datenschutzschulungen sowie die Betreuung durch eine externe Datenschutzagentur. Cherry sieht sich in diesem Bereich weiterhin gut aufgestellt und bewertet die Risiken insgesamt als "gering".

Finanzwirtschaftliche Risiken

Risikokategorie Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenausmaß Risikoklasse
Zins- und Liquiditätsrisiken aus Darlehen gering mittel sehr hoch
Steuerrisiken gering mittel gering
Liquiditätsrisiken durch Vorratsaufbau und überfällige Forderungen gering mittel gering
Preissteigerungs- und Inflationsrisiken hoch gering mittel
Risikokategorie Risikoklasse (Vorjahr) Änderung ggü. Vorjahr
Zins- und Liquiditätsrisiken aus Darlehen mittel =
Steuerrisiken gering =
Liquiditätsrisiken durch Vorratsaufbau und überfällige Forderungen mittel <
Preissteigerungs- und Inflationsrisiken hoch <

Zins- und Liquiditätsrisiken aus Darlehen

Cherry nutzte im abgeschlossenen Geschäftsjahr im Rahmen der Betriebsmittelfinanzierung i. W. ein variabel verzinsliches Darlehen bei der UniCredit Bank GmbH, welches an die Einhaltung vertraglicher Vereinbarungen in Bezug auf bestimmte Kennzahlen ("Covenants") gebunden war. Diese Covenants wurden für das 3. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht eingehalten. Aus diesem Grund hatte die Bank zwischenzeitlich die Berechtigung, die gezogene Kreditsumme i. H. v. über EUR 45 Mio. vorzeitig fällig zu stellen. Mit einem Waiver Agreement für das 3. Quartal, welches am 21. Dezember 2023 geschlossen wurde und welches eine Reduzierung der kurzfristigen Kredite um EUR 10 Mio. sowie eine Anpassung der weiteren Konditionen beinhaltete, wurde das Risiko eines kurzfristigen Liquiditätsverlust zunächst mitigiert. Da die Covenants auch zum 4. Quartal nicht eingehalten wurden, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag 31. Dezember erneut das Recht, den ausstehenden Betrag vorzeitig fällig zu stellen. Um die Fortfinanzierung der Geschäftstätigkeit von Cherry sicherzustellen, wurde mit der UniCredit Bank GmbH über eine Anpassung der bestehenden Kreditvereinbarung verhandelt. Die Vertragsanpassung wurde am 3. Mai 2024 beidseitig unterschrieben. Ein Liquiditäts- oder Zinsänderungsrisiko aus dem Bankdarlehen hat daher derzeit keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Durch den angepassten Darlehensvertrag werden die Liquiditätsrisiken i. V. m. dem Darlehen unverändert als "mittel" angesehen.

Steuerrisiken

Der Cherry Konzern operiert weltweit in verschiedenen Ländern und unterliegt damit zahlreichen Steuervorschriften. Aufgrund von unterschiedlichen Auslegungen, insbesondere der grenzüberschreitenden Sachverhalte, in den Finanzverwaltungen der verschiedenen Jurisdiktionen können negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden, insbesondere wenn die Vorschriften unwissentlich nicht eingehalten werden. Aufgrund der Erfahrungswerte aus der Vergangenheit schätzt die Gesellschaft dieses Risiko derzeit jedoch weiterhin als "gering" ein.

Liquiditätsrisiken durch Working Capital

In der aktuellen Situation (bspw. Dynamik auf den Beschaffungsmärkten) stellt Cherry mit hohen Vorratsbeständen seine Lieferfähigkeit und -Verpflichtungen sicher und kann den Risiken aus dem gestiegenen Preisniveau entgegenwirken. Dennoch binden Vorräte Kapital und können sich negativ auf die Liquidität auswirken. Aus diesem Grund wurden im Jahresverlauf Maßnahmen zur gezielten Rückführung der Vorratsbestände ergriffen und erfolgreich implementiert. Liquiditätsrisiken entstehen auch durch Vorfinanzierung, da sich vertraglich festgelegte Zahlungsbedingungen im Zeitverlauf nachteilig verändern können. Forderungsausfällen wird durch ein aktives Forderungsmanagement entgegengewirkt. Grundsätzlich schließt der Konzern Geschäfte nur mit anerkannten, kreditwürdigen Dritten ab. Alle Kunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Der Großteil der Kunden von Cherry sind gewerbliche Kunden, in der Regel Großhändler und Einzelhandelsunternehmen der Elektronikbranche. Der Anteil an Geschäftsaktivitäten mit Privatkunden ist gering. Aus dem Geschäft mit Privatkunden resultieren keine Ausfallrisiken, da die Ware erst nach Zahlungseingang versendet wird. Erkennbare Ausfallrisiken mit Geschäftskunden sind durch Einzelwertberichtigungen erfasst und waren in der Vergangenheit nicht wesentlich. Aufgrund umfangreicher Maßnahmen und Kontrollen schätzt die Gesellschaft die Liquiditätsrisiken durch Vorratsaufbau, Vorfinanzierung und überfällige Forderungen derzeit als "gering" ein, was einer Reduktion im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Preissteigerungs- und Inflationsrisiken

Die zuvor genannten Marktrisiken wie z. B. die zunehmende Dynamik, die Verkürzung der Abkündigungsintervalle von Bauteilen sowie ein steigendes Preisniveau in den Beschaffungsmärkten werden durch Inflationsrisiken verschärft. Zusätzlich werden die Personalkosten durch die Inflation negativ beeinflusst. Cherry trifft Maßnahmen, die dabei helfen, die Auswirkungen der Preissteigerungen und der steigenden Inflation zu mindern. Auf die eigentliche Ursache kann jedoch kein Einfluss genommen werden. Insbesondere die hohe Inflation im Geschäftsjahr 2023 wird zu Steigerungen bei Löhnen und Gehältern führen. Cherry überprüft die Produktivität der Standorte und die Kostenentwicklung sehr genau und vergleicht diese zwischen den Standorten. Cherry ist nicht in Märkten mit überdurchschnittlich hohen Inflationsrisiken wie beispielsweise der Türkei oder in Südamerika aktiv. Den Preissteigerungsrisiken begegnet Cherry mit einem diversifizierten Beschaffungswesen. Die zuletzt hohen Inflationsraten in den globalen Märkten haben sich zuletzt deutlich reduziert. Die Preissteigerungs- und Inflationsrisiken werden daher als "mittel" bewertet und reduzieren sich ggü. dem Vorjahr.

Gesamtwürdigung der Risikolage

Cherry verfügt über ein ausgewogenes Chancen- und Risikoprofil.

Chancen für ein Unternehmens- und Profitabilitätswachstum ergeben sich aus einer Wiederbelebung des Geschäfts mit Tastaturschaltern im Segment COMPONENTS, insbesondere durch die Verlagerung der MX2-Produktion zu einem chinesischen Auftragsfertiger. Diese wird zu erheblichen Kostensenkungen führen und Cherry wieder eine wettbewerbsfähige Preispositionierung im Volumensegment ermöglichen. Durch die Einführung neuer Gaming- und Office-Notebooks seitens verschiedener OEMs erwartet die Gesellschaft ebenfalls steigende Absatzpotenziale für den ULP-Schalter, mit dem Cherry ein Alleinstellungsmerkmal im relevanten Markt für Premiumprodukte besitzt.

Das Wachstum im Segment PERIPHERALS wird weiterhin durch anhaltende Trends in den Bereichen hybrides Arbeiten sowie Gaming und E-Sports getrieben. Durch die weitere Globalisierung des Geschäftsmodells, den sukzessiven Ausbau der E-Commerce-Strategie durch die Anbindung zusätzlicher Marketplaces, sowie durch einen stärkeren Fokus auf den nordamerikanischen Markt ergeben sich weiterhin große Wachstumspotenziale.

Der Absatz von E-Health-Produkten im Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS profitiert von der verbindlichen Einführung neuer Fachanwendungen zur Nutzung der Telematik-Infrastruktur im Jahr 2024 (E-Rezept, elektronische Patientenakte). Darüber hinaus ergeben sich in diesem Bereich Möglichkeiten, das Hardwareangebot zukünftig um Software-Lösungen zu ergänzen als auch Mietmodelle zu implementieren, um mittelfristig auch wiederkehrende Umsatzerlöse zu generieren. Die Nachfrage nach hygienischen und desinfizierbaren Computer-Eingabegeräten ist -nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie - sehr hoch. Eine Einführung der Produkte im nordamerikanischen Markt verspricht zusätzliche Absatzpotenziale.

Alle drei Segmente Cherrys verfügen damit über gute Voraussetzungen, um ein Umsatzwachstum und Profitabilitätssteigerungen zu realisieren.

Dennoch ist die Gesellschaft einigen Risiken ausgesetzt.

Die finanzwirtschaftlichen Risiken beziehen sich i. W. auf die Liquidität der Gesellschaft. Der Bestand liquider Mittel hatte sich im Jahresverlauf i. W. durch das negative Periodenergebnis, den Aufbau von Working Capital, getätigte Investitionen als auch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in etwa halbiert. Dieser Umstand und das Periodenergebnis führten dazu, dass die vertraglichen Bedingungen ("Covenants") des Darlehensvertrags bei der UniCredit Bank GmbH, über welchen sich die Gesellschaft i. W. refinanziert, zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 nicht eingehalten waren. Dadurch bestand zum Berichtsdatum seitens der Darlehensgeberin das Recht, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zu stellen. Um die Fortfinanzierung der Geschäftstätigkeit von Cherry sicherzustellen, wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine Anpassung der bestehenden Darlehensvereinbarung verhandelt, welche am 3. Mai 2024 beidseitig unterzeichnet wurde. Das Risiko eines kurzfristigen Verlusts der Liquidität durch eine vorzeitige Fälligstellung des ausstehenden Kreditbetrags seitens der Bank besteht daher nicht mehr. Dennoch hat sich die finanzielle Situation im Verlauf des abgeschlossen Berichtsjahres verschlechtert, was sich negativ auf die Risikotragfähigkeit sowie die Möglichkeiten einer alternativen Refinanzierung auswirkt.

Darüber hinaus bestehen derzeit höhere operative Risiken aus dem Verlust von Cherry-spezifischem Know-how. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als auch die Restrukturierung können teils zu Verunsicherung bei den Mitarbeitenden und - in der Folge - zu einem temporären Anstieg der Fluktuationsrate führen. Durch die derzeit angespannte Situation am Arbeitsmarkt wäre eine kurzfristige, qualitativ hochwertige Nachbesetzung von Schlüsselfunktionen unter Umständen schwierig. Cherry wirkt diesen Risiken mit einer langfristig orientierten Personalpolitik, einer Intensivierung von Personalentwicklungsmaßnahmen und verschiedenen zusätzlichen Leistungen entgegen. Cherry ist bestrebt, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, um Talente für sich zu gewinnen und zu halten.

Daneben ist Cherry auch Marktrisiken ausgesetzt, welche einen Einfluss auf die Umsatzerlöse und Margen von Cherry haben können. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Wettbewerber, vor allem in Asien und im Geschäft mit Tastaturschaltern, deutlich erhöht. Dies hatte zur Folge, dass Cherry im relevanten Volumensegment der MX1-Schalter seine Wettbewerbsfähigkeit verloren hatte. Dem wirkt Cherry durch die strategische Neuausrichtung des Segmentes und der damit verbundenen Verlagerung der Produktion des MX2-Schalters für Cherry Partnerprodukte nach China entgegen. Der steigende Wettbewerb kann zu einem Überangebot und folglich zu einer Umsatzerosion führen. Die derzeit hohen Inflationsraten könnten darüber hinaus zu einer Margenreduktion führen, wenn zukünftige Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite nicht an die Kunden weitergegeben werden können. Dazu könnte sich die Kundennachfrage aufgrund konjunktureller, makroökonomischer oder geopolitischer Rahmenbedingungen rückläufig entwickeln.

Die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft wird als ausreichend eingeschätzt. Der Vorstand von Cherry geht davon aus, dass die identifizierten Risiken begrenzt und beherrschbar sind. Es sind keine Risiken zu erkennen, die einzeln oder in der Gesamtbetrachtung den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

5. PROGNOSEBERICHT

5.1. Erwartete Rahmenbedingungen

Das globale konjunkturelle Wachstum wird weiterhin maßgeblich durch die geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit belastet. Einige der weltweit führenden Volkswirtschaften müssen ihren finanzpolitischen Kurs verschärfen, um den notwendigen haushaltspolitischen Spielraum wiederherzustellen und die steigende Verschuldung einzudämmen. Das kann zu einem gebremsten Wachstum führen. Restriktive Geldpolitik und die Rücknahme der fiskalischen Unterstützung für die Wirtschaft sowie ein geringes Produktivitätswachstum dürfte das globale Wirtschaftswachstum 2024 und 2025 unter den historischen Jahresdurchschnitt von 3,8 % drücken.

Global erwartet der IWF für das Jahr 2024 ein gleichbleibendes Niveau mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1 % sowie eine leichte Erholung auf rund 3,2 % für das Folgejahr. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften erwartet der IWF für 2024 einen leichten Wachstumsrückgang von 1,6 % auf 1,5 %, während für die Gruppe der Schwellenländer und sich entwickelnden Volkswirtschaften ein gleichbleibendes Wachstum von 4,1 % angenommen wird.

In den für Cherry wichtigen Produktionsstandorten und Absatzregionen schätzt der IWF die wirtschaftliche Entwicklung wie folgt ein: schwaches Wachstum in Deutschland von 0,5 % (Vorjahr: -0,3%) und im Euro-Raum von 0,9 % (Vorjahr: 0,5 %). Schwächere Wachstumsraten sind demnach in den USA mit 2,1 % (Vorjahr: 2,5 %) und in China mit 4,6 % (Vorjahr: 5,2 %) zu erwarten. Im Verband der Südostasiatischen Nationen (ASEAN: Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam) könnte sich das Wachstum auf 4,7 % beschleunigen (Vorjahr: 4,2 %).

Branchenrelevante Perspektiven

In den Geschäftssegmenten GAMING & OFFICE PERIPHERALS, DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS und COMPONENTS erwartet Cherry weiterhin unterschiedliche Marktentwicklungen bzw. branchenbezogene Rahmenbedingungen. Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen und strategische Weiterentwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche sind die eigenen und extern getätigten Analysen zu den bereichsspezifischen Marktentwicklungen.

Die Produktentwicklung und Absatzchancen im Bereich GAMING & OFFICE PERIPHERALS werden vom weltweiten Gesamtmarkt für Gaming bzw. E-Sports geprägt. Dabei erwarten Marktforscher differenzierte Entwicklungen für einzelne Produktkategorien und Einsatzbereiche. Alle Analysen sehen jedoch grundsätzlich Wachstumschancen.

So schätzt das Marktforschungsinstitut Newzoo in seinem Bericht "Global Games Market Report", dass die Anzahl der weltweiten Spieler bis zum Jahr 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4,3 % auf 3,8 Mrd. steigen wird. Damit dürfte sich der Gesamtmarkt nach den Turbulenzen der Pandemie weiter stabilisieren und Einnahmen von USD 205,4 Mrd. generieren.

In dem für das Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS relevanten Markt der Gaming-Peripheriegeräte prognostiziert der Bericht "Global Gaming Peripherals Market Outlook" von Expert Market Research aus dem Dezember 2023 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 10,3 % von USD 5,38 Mrd. bis auf USD 13 Mrd. im Jahr 2032. Demnach wird das Marktwachstum maßgeblich von der steigenden Popularität von E-Sports angetrieben.

Der Markt für Tastaturschalter wird sich 2024 stabilisieren. Insbesondere das Segment für mechanische Tastaturschalter ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, angetrieben durch die steigende Nachfrage nach leistungsstarken und langlebigen Tastaturen bei Gamern, Programmierern und sogenannten Creators. Das Umsatzvolumen für den Keyboard-Markt wird laut Statista für 2024 weltweit auf USD 4,9 Mrd. geschätzt und voraussichtlich bis 2028 pro Jahr kontinuierlich wachsen. In Deutschland wird der Umsatz im Markt Tastaturen im Jahr 2024 voraussichtlich bei etwa USD 118 Mio. liegen. Größter Absatzmarkt ist China mit USD 1,2 Mrd. Weltweit dürften 2028 bis zu 275,6 Mio. Einheiten verkauft werden. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum bis 2028 von 1,74 %. Mit hohen Produktionskapazitäten und einem günstigen Preisbild dürfte China auch seine dominierende Stellung als Produktionsstandort und Exportmarkt behalten.

Für das Geschäftssegment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS ist perspektivisch eine Sättigung des Hardwaremarktes und eine damit einhergehende Verlangsamung der Absatzchancen (siehe Rückblick 2023) absehbar. Neben dem Ersatzgeschäft und technologischer Weiterentwicklung - beispielsweise bei Kartenterminals liegen die größeren Entwicklungspotenziale in Bereichen wie Softwareentwicklung, SaaS ("Software as a Service") oder Cloud-Services. Mit diesem Momentum der Digitalisierung lässt sich ein Geschäftspotenzial für nachhaltig profitables Wachstum heben, für das Cherry bestens positioniert ist.

5.2. Erwartete Geschäfts- und Ertragslage des Cherry Konzerns

Für das Jahr 2024 geht die Geschäftsleitung weiterhin davon aus, dass die Umsetzung der bereits angekündigten Restrukturierungs-, Kostensenkungs- und Transformationsmaßnahmen zu einer Verbesserung der finanziellen Situation der Gesellschaft führen wird. Vor diesem Hintergrund erwartet der Vorstand, dass sich der konsolidierte Konzernumsatz der Cherry SE in der Bandbreite von ca. EUR 140 bis 150 Mio. und die bereinigte EBITDA-Marge in der Bandbreite von 7 bis 8 % bewegen wird. Dies bedeutet eine Steigerung von rund 11 % bis 19 % gegenüber dem Umsatz des Vorjahres (EUR 126,5 Mio.) sowie von rund 5 bis 6 PP gegenüber der bereinigten EBITDA-Marge des Vorjahres (1,6 %).

Mit der Bekanntgabe der Prognose für das Geschäftsjahr 2024 am 27. Februar 2024 wurde auch ein Ausblick auf das erste Quartal gegeben. Dort wurde ein Konzernumsatz von rund EUR 29,0 Mio. avisiert, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht (EUR 28,7 Mio.). Bei dem avisierten Quartalsumsatz wurde der Break-even in der bereinigten EBITDA-Marge erwartet und damit ein Profitabilitätsniveau, welches sich nennenswert über dem korrespondierenden Wert des Vorjahresquartals in Höhe von -4,6 % bewegt.

Am 26. April wurden die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal bekanntgegeben. Mit einem Konzernumsatz von EUR 30,3 Mio. sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 2,8 % wurden die eigenen Erwartungen übertroffen.

Der Vorstand betrachtet 2024 als Revitalisierungsjahr für die Cherry SE. Im Geschäftssegment COMPONENTS wird Cherry durch marktkonforme Technologie und Preispunkte bei den Schaltergenerationen MX2 und ULP zu Umsatzwachstum zurückkehren. Eine wieder steigende Auslastung der Fertigungskapazitäten wird zudem die Rückkehr in die Gewinnzone unterstützen. In Cherrys größtem Segment, GAMING & OFFICE PERIPHERALS, wird der Vertriebsansatz in den europäischen Kernländern weiter verdichtet. Darüber hinaus werden die Office- und Gaming-Aktivitäten in den USA und Kanada sowie in China sukzessive ausgeweitet. Durch mehrstufige Vertriebspartnerschaften sichert Cherry dabei seine Profitabilität ab. Vom Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS werden starke Impulse sowohl vom E-Rezept, welches laut Gematik bereits mehr als 52 Millionen Mal eingelöst wurde, als auch von der Elektronischen Patientenakte, welche zum 1. Januar 2025 für alle gesetzlich Versicherten bereitgestellt werden soll, erwartet. Hinzu kommt eine ungebrochene Nachfrage nach hygienerelevanten Produkten im Medizinsektor.

Am mittelfristigen Ziel einer adjustierten EBITDA-Marge von mindestens 20 % hält der Vorstand unverändert fest. Die durch Innovation und Marktrelevanz getriebene sich erholende Dynamik im Umsatz sowie spürbare Effekte der umfassenden Kostensteuerung sollten zum Erreichen des Profitabilitätsziels innerhalb der kommenden zwei bis vier Jahre führen. Auch nach erfolgreicher Restrukturierung des Schaltergeschäfts wird die Cherry-Gruppe mittels anhaltend straffen Kosten- und Cash-Managements geführt werden. Um die Steuerung des Geschäfts weiter zu optimieren, wurde die Berichterstattung außerdem auf eine produktorientierte Segmentierung umgestellt.

Zudem arbeitet der Cherry-Konzern an der deutlichen Verbesserung seiner Cash-Performance. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf einem aktiven Working Capital-Management, welches sich auf die Reduzierung der Lagerbestände sowie die Optimierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fokussiert. Einen Teil der dadurch verbesserten Liquidität will das Unternehmen dazu nutzen, in strategische und innovative Projekte zu investieren.

6. SONSTIGE ANGABEN

6.1. Übernahmerechtliche Angaben (§ 289a, § 315a Abs. 1 HGB)

1. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft setzt sich zum Bilanzstichtag 2023 wie folgt zusammen: Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 24.300.000,00. Es ist eingeteilt in 24.300.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des AktG, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.

2. Die Aktien der Gesellschaft, welche von den Mitgliedern des Vorstands direkt oder indirekt gehalten werden, unterliegen während der Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrages einer Verkaufsbeschränkung. Die Aktien der Gesellschaft, welche mit Valuta 17. Januar 2023 an die Eigentümer der Xtrfy Gaming AB (Landskrona, Schweden) übertragen wurden, unterliegen bis zum 16. Januar 2025 einer Verkaufsbeschränkung. Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

3. Gemäß einer der Gesellschaft zugegangenen Stimmrechtsmitteilung vom 30. Juli 2021 sowie internen, nicht veröffentlichungspflichtigen Meldungen einzelner Investoren an Cherry, besteht folgende direkte Beteiligung am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreitet: Cherry TopCo S.à.r.l. (Argand Partners Fund GP-GP, Ltd.): 30,79 %.

4. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

5. Stimmrechtskontrollen bezüglich der Aktien, die von Arbeitnehmern gehalten werden, bestehen nicht.

6. Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands ist in §§ 84 und 85 AktG und § 7 der Satzung der Cherry SE geregelt. Der Vorstand besteht aus einer oder aus mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, der Abschluss der Anstellungsverträge und der Widerruf der Bestellung sowie die Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge erfolgen durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann für den Vorstand eine Geschäftsordnung erlassen. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Wiederbestellungen sind zulässig.

7. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2021 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 10.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 10.000.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/I). Von der Ermächtigung kann einmal oder mehrmals in Teilbeträgen, insgesamt aber nur bis zur Grenze von EUR 10.000.000,00 Gebrauch gemacht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen können die Aktien auch von durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder Unternehmen im Sinne von § 186 Abs. 5 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ist der Vorstand ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats in Höhe von bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls einer dieser Werte geringer ist - des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder des zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck ausgeübt werden. Der Vorstand hat die Hauptversammlung jeweils über die Ausnutzung der Ermächtigung zu unterrichten, insbesondere über die Gründe und den Zweck des Erwerbs eigener Aktien, die Anzahl der erworbenen Aktien und den auf sie entfallenden Betrag des Grundkapitals, den Anteil am Grundkapital und den Gegenwert der Aktien. Am 9. Juni 2022 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausnutzung dieser Ermächtigung, ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt ("Aktienrückkaufprogramm 2022"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 konnten in einem Zeitraum vom 13. Juni 2022 bis zum 30. Juni 2023 bis zu insgesamt 2.000.000 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 8,2% des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal EUR 25,0 Mio. zurückgekauft werden. Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft im Rahmen des "Aktienrückkaufprogramms 2022" insgesamt 1.344.422 eigene Aktien zurückgekauft, davon 437.305 Stück im abgeschlossenen Geschäftsjahr. 234.138 eigene Aktien wurden im Rahmen des Erwerbs von Xtrfy als Kaufpreisbestandteil eingesetzt. Zum Bilanzstichtag hielt die Cherry SE 1.110.284 eigene Aktien, was ca. 4,6 % des Grundkapitals der Gesellschaft entspricht.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 10.000.000,00, eingeteilt in bis zu 10.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage oder Sacheinlage ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 bis zum 22. Juni 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und von § 60 Abs. 2 Satz 3 AktG abweichend, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.

8. Die Kreditverträge der Cherry SE enthalten keine Change-of-Control-Klauseln, die den Kreditgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Jedoch besteht eine Change-of-Control-Klausel in dem Kreditvertrag mit der UniCredit Bank GmbH, welche die Möglichkeit einer vorzeitigen Fälligstellung des ausstehenden Kreditsumme (zum Bilanzstichtag EUR 45,0 Mio.) vorsieht.

9. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern, die für den Fall einer Beschäftigungsbeendigung aufgrund eines Übernahmeangebots getroffen wurden.

6.2. Vergütungsbericht nach § 162 AktG

Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2023 ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ veröffentlicht.

6.3. Erklärung zur Unternehmensführung und Nicht-finanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, 315c und § 315d HGB)

Die Erklärung zur Unternehmensführung und die nichtfinanziellen Erklärung für das Geschäftsjahr 2023 sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://ir. cherry.de/de/home/corporate-governance/ veröffentlicht.

6.4. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB ist die Cherry SE verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beschreiben. Zum Zeitpunkt des am 29. Juni 2021 erfolgten Börsengangs befand sich die Cherry SE noch im Aufbauprozess eines vollumfänglichen internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems. Zum Ende der abgeschlossenen Berichtsperiode konnten insbesondere beim Risikomanagementsystem deutliche Fortschritte erreicht werden. Beim Internen Kontrollsystem konnten ebenfalls wesentliche Verbesserungen umgesetzt werden.

Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ist im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess gesetzlich nicht definiert. Wir verstehen das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und lehnen uns an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) mit Sitz in Düsseldorf zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem an. Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind:

zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),

zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen sind im Konzern folgende Strukturen und Prozesse implementiert:

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

Die Datengrundlage für die Erstellung des Konzernabschlusses bilden die von der Cherry SE und deren Tochterunternehmen berichteten Abschlussinformationen, die wiederum auf den in den Einheiten erfassten Buchungen basieren. Die Erstellung der Abschlussinformationen der Tochtergesellschaften erfolgt dezentral durch die jeweilige Gesellschaft selbst oder durch externe Dritte. Zusätzlich bedienen wir uns bei einigen Themen, welche Spezialkenntnisse erfordern (zum Beispiel zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen) der Unterstützung externer Dienstleister. Auf Basis der berichteten Abschlussinformationen der Tochtergesellschaften wird der Konzernabschluss erstellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt mit Hilfe einer zertifizierten Konsolidierungssoftware. Zudem werden die notwendigen Schritte im Vier-Augen-Prinzip durchgeführt. Zu diesem Zweck wurde die Konsolidierungsabteilung personell verstärkt.

Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in einem Handbuch niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden.

Im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen und den Konzernrechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, welche die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts maßgeblich beeinflussen können.

Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

Wesentliche Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess werden identifiziert.

Es werden Monitoring-Kontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und Berichterstattung über deren Ergebnisse auf Ebene des Vorstands in regelmäßigen Vorstandssitzungen durchgeführt.

Es werden präventive Kontrollmaßnahmen durchgeführt im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts generieren, inklusive einer Funktionstrennung und vordefinierten Genehmigungsprozessen in relevanten Bereichen.

Eine einheitliche Rechnungslegung wird insbesondere durch ein Konzernbilanzierungshandbuch gewährleistet.

Rechnungslegungsdaten werden regelmäßig stichprobenartig auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft.

Die Tochtergesellschaften berichten monatlich der Muttergesellschaft über den Geschäftsverlauf und übersenden hierzu Monatsabschlüsse. Es existieren Maßnahmen, welche die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen.

Entsprechend hat es für den Vorstand der Cherry SE höchste Priorität im Geschäftsjahr 2023 und in den Folgejahren das Interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem weiter auszubauen und IT-systemunterstützt zu automatisieren.

Der Vorstand der Cherry SE ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der Cherry SE, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Ist- und Plan-Zustand des IKS und die Ergebnisse der internen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen berichten lässt. Der Vorstand überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im Cherry Konzern und verfügt zur Wahrnehmung seiner Aufgaben derzeit über Informations-, Prüf- und Berichtsformate. Ihre Prüfungen basieren auf einem risikoorientierten Berichtswesen, welches durch das Risikocontrolling gesteuert wird. Dieses sieht regelmäßig auch Kontrollen bei Tochtergesellschaften vor. Darüber hinaus prüfen die Abteilungen Accounting und Controlling die Einhaltung der Bilanzierungsrichtlinien.

In Bezug auf Zeichnungsberechtigungen für Banken wurden stringente Maßnahmen durch den Bereich Treasury umgesetzt und implementiert. Hierzu gehört eine FRAUD-Prävention durch Funktionstrennungen der Berechtigungen und Zeichnungslevel, sowie einer Sechs-Augen-Freigabe bei Stammdatenänderungen von Bankverbindungen.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses dient das IKS insbesondere dazu, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach § 315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zusätzlich dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Bei jedem IKS muss grundsätzlich berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten beispielsweise fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.

Um diesen möglichen Risiken und Ursachen entgegenzuwirken und die Einhaltung von Konzernvorgaben und Prozessen sicherzustellen, plant die Cherry SE bei Bedarf externe Unterstützung für Aufgaben in der internen Revision in Anspruch zu nehmen.

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die im Konzernabschluss der Cherry SE vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die Cherry SE mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geldpolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.

Die Aufgabe des Risikomanagements der Cherry SE ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen.

Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Planen und Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung.

Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die Cherry Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeiter, deren regelmäßige Schulung, ein mindestens Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen.

Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. In der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns werden relevante Anforderungen festgehalten, kommuniziert und bilden die Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess. Zusätzlich unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. die Accounting-Memos, Intracompany Transferpreis-Richtlinie, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie eine per automatisierter Schnittstelle angebundene Konzernkonsolidierungssoftware, dass diese Anforderungen konzernweit einheitlich eingehalten werden. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen der Tochtergesellschaften und externen Dienstleistern unterstützt.

Zudem wurde im letzten Berichtsjahr eine Workflow-Management Software implementiert, mit deren Unterstützung die Abschlussprozesse deutlich effizienter und effektiver gestaltet werden konnten.

Das übergeordnete Ziel des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems der Cherry SE lautet, die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Sinne einer Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts mit allen einschlägigen gesetzlichen Vorschriften sicherzustellen.

Der Konzern hat darüber hinaus in Bezug auf den konzernweiten Rechnungslegungsprozess ein Risikomanagementsystem implementiert, das Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie entsprechende risikobegrenzende Maßnahmen enthält, um die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses sicherzustellen.

03 Konzernabschluss

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in T€ Anhang 2023 2022
Umsatzerlöse 8.1 126.461 132.514
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -123.777 -95.644
Bruttoergebnis vom Umsatz 2.684 36.870
Marketing- und Vertriebskosten -43.684 -19.330
Forschungs- und Entwicklungskosten -15.749 -9.042
Verwaltungskosten -18.693 -15.221
Sonstige betriebliche Erträge 8.2 1.028 1.976
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.5 -837 -1.856
Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert 6.2 -55.866 -29.882
Betriebliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -131.116 -36.485
Finanzergebnis 8.6 -2.691 -1.863
Ergebnis vor Steuern (EBT) -133.807 -38.348
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.7 6.926 2.620
Konzernergebnis -126.881 -35.728
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 8.8 -5,45 -1,49
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 8.8 -5,45 -1,49

Erfolgsneutrale Erträge und Aufwendungen

in T€ Anhang 2023 2022
In den Folgeperioden in die G&V umzugliederndes sonstiges Ergebnis -2.385 917
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten 7.1 -2.385 917
In Folgeperioden nicht in die G&V umzugliederndes sonstiges Ergebnis 15 86
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 7.1 10 121
Sonstige Veränderungen 7.1 5 -35
Erfolgsneutrale Erträge und Aufwendungen -2.370 1.003
Gesamtergebnis der Periode -129.251 -34.725

KONZERNBILANZ

AKTIVA

in T€ Anhang 31.12.2023 31.12.2022
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte 6.2 79.685 158.663
Sachanlagen 6.1 7.347 24.109
Nutzungsrechte 6.3 7.262 14.553
Finanzielle Vermögenswerte 90 -
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 6.5 10 12
Latente Steuern 7.6 3.283 4.938
Summe langfristige Vermögenswerte 97.677 202.275
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Vorratsvermögen 6.4 62.446 65.021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 30.611 16.348
Laufende Ertragssteueransprüche 668 346
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 6.5 1.069 2.228
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10. 46.083 92.848
Summe kurzfristige Vermögenswerte 140.877 176.791
Aktiva gesamt 238.554 379.066

PASSIVA

in T€ Anhang 31.12.2023 31.12.2022
EIGENKAPITAL 7.1
Gezeichnetes Kapital 23.190 23.393
Kapitalrücklage 257.324 257.585
Bilanzgewinn -160.894 -34.012
Übriges kumuliertes Eigenkapital 2.489 4.860
Summe Eigenkapital 122.109 251.826
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Pensionsrückstellungen 7.2 178 718
Sonstige Rückstellungen 7.3 767 765
Finanzverbindlichkeiten 7.5 226 45.278
Leasingverbindlichkeiten 6.3 15.457 12.898
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 7.4 95 105
Latente Steuern 7.6 10.746 20.216
Summe langfristige Schulden 27.469 79.980
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Sonstige Rückstellungen 7.3 588 253
Finanzverbindlichkeiten 7.5 45.071 208
Leasingverbindlichkeiten 6.3 5.008 4.027
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.808 30.886
Laufende Ertragsteuerschulden 1.199 1.962
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.4 9.085 6.088
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 7.4 10.217 3.836
Summe kurzfristige Schulden 88.976 47.260
Passiva gesamt 238.554 379.066

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

in T€ Anhang 2023 2022
Periodenergebnis -126.881 -35.728
Abschreibungen und Wertminderungen (+) / Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 120.723 47.752
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen -229 -453
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) -21 1.038
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Anlagenabgängen 26 19
Zunahme (-) / Abnahme(+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva 2.084 -19.599
Zunahme (+) / Abnahme(-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva -15.456 14.616
Zinsaufwendungen (+) / Zinserträge (-) 8.6 2.691 1.863
Gezahlte Zinsen (-) -3.046 -1.541
Erhaltene Zinsen (+) 699 7
Steueraufwendungen (+) / Steuererträge (-) 8.7 -6.926 -2.620
Ertragsteuerzahlungen (+/-) -1.544 412
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -27.880 5.766
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 20 28
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.085 -5.538
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 2 8
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -4.202 -4.245
Auszahlungen (-) für den Kauf konsolidierter Unternehmen 10. -3.547 -1.600
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -10.812 -11.347
Auszahlungen (-) im Zuge des Aktienrückkaufprogramms 7.1 -2.463 -6.841
Auszahlungen (-) aus sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten 10. -4.258 -3.751
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von (Finanz-)Krediten 10. -1.146 -617
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 10. - -
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -7.867 -11.209
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -46.559 -16.790
Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -206 -40
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 92.848 109.678
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 46.083 92.848

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Bilanzgewinn Kumuliertes übriges Konzernergebnis Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten
01.01.2022 24.300 263.280 1.716 3.860
Kapitalerhöhung - - - -
Aktienrückkauf -907 -5.935 - -
Konzernergebnis - - -35.728 -
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten - - - 917
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste - - - -
Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis - - - 917
Gesamtergebnis - - -35.728 917
Effekt aus anteilsbasierten Vergütungen - 240 - -
Dividenden - - - -
31.12.2022 23.393 257.585 -34.012 4.777
01.01.2023 23.393 257.585 -34.012 4.777
Kapitalerhöhung - - - -
Aktienrückkauf -437 -2.025 - -
Im Rahmen von Unternehmenserwerben übertragene eigene Aktien 234 1.552 - -
Konzernergebnis - - -126.881 -
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten - - - -2.385
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste - - - -
Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis - - - -2.385
Gesamtergebnis - - -126.881 -2.385
Effekt aus anteilsbasierten Vergütungen - 212 - -
Dividenden - - - -
31.12.2023 23.190 257.324 -160.894 2.391
in T€ Kumuliertes übriges Konzernergebnis Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste Summe Eigenkapital
01.01.2022 -3 293.152
Kapitalerhöhung - -
Aktienrückkauf - -6.841
Konzernergebnis - -35.728
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten - 917
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 121 121
Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis -35 -35
Sonstiges Ergebnis 86 1.003
Gesamtergebnis 86 -34.725
Effekt aus anteilsbasierten Vergütungen - 240
Dividenden - -
31.12.2022 83 251.826
01.01.2023 83 251.826
Kapitalerhöhung - -
Aktienrückkauf - -2.463
Im Rahmen von Unternehmenserwerben übertragene eigene Aktien - 1.786
Konzernergebnis - -126.881
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten - -2.385
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 10 10
Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis 5 5
Sonstiges Ergebnis 15 -2.370
Gesamtergebnis 15 -129.251
Effekt aus anteilsbasierten Vergütungen - 212
Dividenden - -
31.12.2023 98 122.109

ANHANG

1. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

1.1. Allgemeine Angaben zum Konzern

Hauptsächlicher Unternehmensgegenstand der Cherry Gruppe, mit Sitz in München, ist die Entwicklung und der Vertrieb von mechanischen Schaltern, IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software, deren Import und Export und der Handel mit zugekauften IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software und die Erbringung von Entwicklungs- und Servicedienstleistungen im Bereich IT, sowie alle damit zusammenhängenden Geschäfte.

Das Mutterunternehmen des Cherry-Konzerns ist die im Handelsregister beim Amtsgericht München unter HRB 280912 eingetragene Cherry SE. Der Sitz der Gesellschaft ist Rosental 7 in 80331 München, Deutschland.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 29.05.2024 vom Vorstand zur Veröffentlichung genehmigt.

1.2. Allgemeine Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Cherry SE hat ihren Konzernabschluss zum 31.12.2023 in Anwendung des § 315e Abs. 1 HGB nach den internationalen Rechnungslegungsstandards erstellt, wie in der Verordnung 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates angegeben. Er steht im Einklang mit den für das Geschäftsjahr 2023 in der Europäischen Union (EU) anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), den International Accounting Standards (IAS), sowie deren jeweilige Interpretationen (IFRIC/SIC) und wurde in Verbindung mit § 315e HGB um bestimmte Angaben sowie den Konzernlagebericht ergänzt.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte grundsätzlich auf der Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Den Jahresabschlüssen der im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind zum Stichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember 2023) aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

Aus rechnerischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (TEUR; Prozentangaben (%) etc.) auftreten.

Die Konzernbilanz wird im Einklang mit IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) nach der Fristigkeitenmethode aufgestellt. Dabei werden Vermögenswerte, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert und Verbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag fällig werden, grundsätzlich als kurzfristig ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

1.3. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Cherry SE und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2023, über die die Cherry SE unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.

Alle wesentlichen Tochterunternehmen, an denen die Cherry SE direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält und die Beherrschungsmöglichkeit besitzt, werden voll konsolidiert. Beherrschung nach IFRS 10 liegt vor, wenn der Konzern einer Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Tochterunternehmen ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt auch dazu einzusetzen, diese Renditen zu beeinflussen. Außerdem muss der Konzern aufgrund bestehender Rechte die Möglichkeit haben, diejenigen Aktivitäten des Tochterunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, also dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr gegeben ist.

Alle aus konzerninternen Transaktionen resultierenden Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, sowie Erträge und Aufwendungen werden gegeneinander aufgerechnet und in voller Höhe eliminiert, ebenso wie Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen und innerhalb des Konzerns ausgeschüttete Dividenden. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern angesetzt.

1.4. Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss der Cherry SE umfasst zum 31. Dezember 2023 neben der Muttergesellschaft die nachfolgenden Konzernunternehmen:

Beteiligungsliste

Vollkonsolidierte Unternehmen Hauptgeschäftstätigkeit 31.12.2023 31.12.2022
Cherry Europe GmbH, Auerbach Produktion und Vertrieb 100 % 100 %
Cherry Digital Health GmbH, München Vertrieb 100 % 100 %
Cherry Peripherals GmbH, München Vertrieb 100 % 100 %
Cherry E-Commerce GmbH, München Vertrieb 100 % 100 %
Active Key GmbH, München Vertrieb 100 % 100 %
Theobroma Systems Design und Consulting GmbH, Wien (Österreich) 1 Produktion und Vertrieb 100 % 100 %
Cherry Xtrfy AB, Landskrona, Schweden Vertrieb 100 % -
Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd., Zhuhai City (China) Produktion und Vertrieb 100 % 100 %
Cherry Electronics (Hong Kong) Co Ltd., Hong Kong (China) Vertrieb 100 % 100 %
Cherry Taiwan Electronics Co., Ltd., Taiwan Vertrieb 100 % 100 %
Cherry Americas LLC, Kenosha (USA) Vertrieb 100 % 100 %
Cherry S.A.R.L, Paris (Frankreich) Vertrieb 100 % 100 %

1 Die Umfirmierung ist am 22.3. 2024 in Cherry Embedded Solutions GmbH erfolgt.

Die Cherry AG wurde mit Eintragung im Handelsregister am 13. Dezember 2022 formwechselnd in die Cherry SE umgewandelt.

Am 8. Januar 2018 wurde in Taiwan eine Niederlassung der Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. gegründet. Diese wurde im Februar 2022 in eine rechtliche Einheit firmierend unter Cherry Taiwan Electronics Co., Ltd. umgewandelt. Die neue rechtliche Einheit ist ein 100 %iges Tochterunternehmen der Cherry Europe GmbH.

Am 9. Juni 2022 wurde zudem die Cherry E-Commerce GmbH mit Sitz in München gegründet. Die Vertriebsgesellschaft mit Fokus auf den Online-Vertrieb von Cherry Produkten war zunächst eine 100 %ige Tochter der Cherry SE. Diese hat die Gesellschaft im Dezember 2022 in die Cherry Peripherals GmbH eingebracht.

Am 24. November 2022 neu unter der Firma heptus 501. GmbH in das Handelsregister eingetragen firmierte die Gesellschaft mit Handelsregistereintrag am 13. Dezember 2022 in Cherry Peripherals GmbH mit Sitz in München um. Sie ist, wie die Cherry Europe GmbH und die Cherry Digital Health GmbH, ein 100 %iges Tochterunternehmen der Cherry SE.

Am 17. Januar 2023 hat Cherry sämtliche Geschäftsanteile an der Xtrfy Gaming AB sowie der Built on Experience AB, Landskrona, Schweden erworben. Im 2. Quartal 2023 wurde die Xtrfy Gaming AB auf die Built on Experience AB verschmolzen, die anschließend in Cherry Xtrfy AB umfirmierte. Sie ist eine 100 %ige Tochter der Cherry Peripherals GmbH. Es wird auf die Ausführungen im Abschnitt "Unternehmenszusammenschlüsse" verwiesen.

Die Cherry Europe GmbH, die Cherry Digital Health GmbH, die Active Key GmbH, die Cherry Peripherals GmbH und die Cherry E-Commerce GmbH sind durch den Einbezug in den Konzernabschluss gemäß §264 Abs. 3 HGB befreit, einen Jahresabschluss und Lagebericht aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen.

2. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE

Am 17. Januar 2023 hat Cherry sämtliche Geschäftsanteile an der Xtrfy Gaming AB sowie der Built on Experience AB, Landskrona, Schweden erworben. Die Gesellschaften entwickeln und vertreiben schwerpunktmäßig Mäuse und Keyboards sowie weitere Peripherals und Accessoires, wie spezielle Headsets und Mousepads, im Premiumsegment für Gaming und E-Sports. Durch den Erwerb soll das Geschäftsfeld GAMING gestärkt, die Marktpräsenz in Europa, mit dem Schwerpunkt auf den nordischen Ländern, sowie das globale Netzwerk in der E-Sports-Szene ausgebaut werden.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden und die Ableitung des Firmenwerts stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar (Eventualverbindlichkeiten wurden nicht identifiziert):

in T€
Vermögenswerte: 7.635
Immaterielle Vermögenswerte 1.481
Sachanlagen 222
Nutzungsrechte 618
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 90
Vorräte 3.024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.457
Sonstige Vermögenswerte 13
Steuerforderungen 355
Liquide Mittel 375
Schulden: -4.979
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2.435
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -652
Langfristige Verbindlichkeiten -1.517
Latente Steuern -375
Summe des identifizierbaren Nettovermögens zum beizulegenden Zeitwert 2.656
Übertragene Gegenleistung 5.212
Geschäfts- oder Firmenwert 2.556

Im Rahmen des Erwerbs der beiden Gesellschaften wird insgesamt eine Gegenleistung i. H. v. EUR 6,4 Mio. an die bisherigen Eigentümer übertragen. Davon entfallen EUR 1,2 Mio. auf die Übernahme von - im Zeitpunkt der Transaktion vorhandener -Shareholder Loans. Der rechnerische Kaufpreis für die beiden Gesellschaften beträgt damit EUR 5,2 Mio. Dieser wurde zu rund einem Drittel (EUR 1,8 Mio.) in eigenen Aktien der Cherry SE (234.138 Stk.) beglichen, der Rest des Kaufpreises inkl. der Ablösung der Shareholder Loans (EUR 4,6 Mio.) wird in liquiden Mitteln geleistet. Davon wurden EUR 3,9 Mio. mit dem Closing an die ehemaligen Anteilseigner ausbezahlt, die Restzahlung von rund EUR 0,7 Mio. ist Bestandteil einer Holdback-Vereinbarung und wird gemäß des Kaufvertrags spätestens im Juli 2024 ausbezahlt.

Der finale Kaufpreis hat sich ggü. der ursprünglichen Berechnung zum Jahresende 2022 (EUR 5,1 Mio.) leicht erhöht, was i. W. aus der Fair Value-Bewertung der eigenen Aktien der Cherry SE resultiert. Die Bewertung der Aktien im Rahmen der Kaufpreisverhandlungen erfolgte mit 7,03 EUR/Aktie, basierend auf dem 6 Monats-Durchschnittkurs Xetra vom 01.06-30.11.2022. Der Marktwert der Aktien im Zeitpunkt der Übertragung belief sich auf 7,63 EUR/Aktie, insgesamt rund EUR 1,8 Mio.

Der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) stellt im Wesentlichen Synergieeffekte im Vertrieb sowie bei der Bildung einer gemeinsamen gestärkten Wettbewerbsposition im Bereich E-Sports dar, sowie Marktzugänge im europäischen und asiatischen Wirtschaftsraum. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist nicht für steuerliche Zwecke abziehbar.

Der beizulegende Zeitwert sowie der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ Beizulegender Zeitwert Bruttobetrag
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.457 1.457
Sonstige Vermögenswerte 13 13

Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen stellt gleichzeitig die beste Schätzung für die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse aus diesen Forderungen dar.

Einmalige Transaktionskosten in Höhe von TEUR 419 wurden erfolgswirksam in 2022 (TEUR 282) sowie in 2023 (TEUR 137) erfasst.

Im 2. Quartal 2023 wurde die Xtrfy Gaming AB auf die Built on Experience AB verschmolzen, die anschließend in Cherry Xtrfy AB umfirmierte.

Die Erlöse der Cherry Xtrfy AB seit dem Erwerbszeitpunkt belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 4.112, das Ergebnis auf TEUR -878. Die Umsatzerlöse sowie das Ergebnis der Gruppe als wäre der Erwerb zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgt, belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 126.461 bzw. TEUR -126.881.

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten keine Unternehmenszusammenschlüsse.

3. WESENTLICHE SCHÄTZUNGEN, ANNAHMEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert zu einem gewissen Maß Schätzungen und Annahmen sowie Ermessensentscheidungen des Managements, die Einfluss auf Ansatz, Bewertung und Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, Aufwendungen und Erträgen sowie auf die Angaben von Eventualschulden zum Bilanzstichtag haben. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundenen Unsicherheiten könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu Anpassungen des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die den jeweiligen aktuellen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses entsprechen. Diese Prämissen werden regelmäßig überwacht und, soweit notwendig, den tatsächlichen Entwicklungen angepasst. Schätzungsanpassungen werden zum Zeitpunkt besserer Kenntnis ergebniswirksam berücksichtigt.

Im Vorjahr waren noch die Einflüsse der Covid-19-Pandemie auf die Bilanzierung sowie die wesentlichen Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen zu würdigen. Die Covid-19-Pandemie hatte zunächst zu ihrem Beginn zu einer Unterstützung des Geschäfts geführt, welche sich aus weltweit erhöhten E-Sports und Gaming-Aktivitäten und einem Anstieg der hybriden Office-Arbeitsplätze (weltweiter "Work-from-anywhere-Trend") sowie vermehrten Fernschulungen ergab. Diesen Entwicklungen hatte Cherry insbesondere mit einem Ausbau des E-Commerce-Geschäfts Rechnung getragen. Im Jahr 2022 war das Geschäftsvolumen jedoch durch die anhaltende Störung der internationalen Lieferketten infolge der Covid-19-Pandemie sowie die bis Dezember 2022 erfolgten regionalen Lockdowns in China aufgrund der Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung negativ beeinflusst. Im Jahr 2023 ergaben sich keine direkten Auswirkungen aus der Covid-19-Pandemie mehr.

Des Weiteren sind im Jahr 2023 wie im Vorjahr die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zu würdigen. Cherry hat bereits in 2022 Gegenmaßnahmen ergriffen, um potenziellen Lieferengpässen, insbesondere bei Halbleitern, entgegenzuwirken. Diese wurden entsprechend in ausreichenden Stückzahlen bevorratet bzw. der jeweiligen Lieferzeit entsprechend beim Lieferanten eingeteilt. Zudem wurden Lieferketten und Warenflüsse optimiert und drohende Risiken aus einem "Single Sourcing" durch die Ausweitung des Lieferantennetzwerks signifikant reduziert.

Die Bonität der Kunden wird regelmäßig überprüft und in 2023 haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bewertung des Forderungsbestands ergeben.

Die wichtigsten Annahmen und Schätzungen, die ein wesentliches Risiko in Form einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen können, werden im Folgenden dargestellt:

Unternehmenszusammenschlüsse

Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Da für viele Vermögenswerte und Schulden kein aktiver Markt existiert, sind die beizulegenden Zeitwerte anhand von anerkannten Bewertungsmethoden zu ermitteln. Dazu zählen zum Beispiel das Verfahren der Lizenzpreisanalogie und die Multi-Period-Excess-Earnings-Methode. Im Rahmen der Kaufpreisallokation der Cherry Gruppe im Jahr 2020 ist die Lizenzpreisanalogiemethode für die Bewertung der Marke zur Anwendung gekommen, während der Kundenstamm mittels der Multi-Period-Excess-Earnings-Methode bewertet wurde. Bei der Kaufpreisallokation der Active Key sowie der Xtrfy kamen ebenfalls diese beiden Methoden zur Anwendung. Wesentliche zu schätzende Bewertungsparameter sind bei diesen Methoden die künftigen, aus den Vermögenswerten und Schulden resultierenden Zahlungsströme, die Lizenzrate sowie die für die Diskontierung anzuwendenden Zinssätze. Für die Bewertung von bedingten Zahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen sind Annahmen über die Ausprägung der Parameter zu treffen, welche der Bewertung zugrunde liegen. Wesentliche Annahmen sind auch im Zuge der Aufteilung des Firmenwerts auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie bei der Einschätzung der Nutzungsdauer von abnutzbaren immateriellen Vermögenswerten zu treffen.

Aktivierte Entwicklungskosten

Bei den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten in Form von Entwicklungskosten für künftige Produkte ergeben sich insbesondere Annahmen und Schätzungen bei der Beurteilung, ob der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird. Hierbei ist die Einschätzung der Existenz eines Marktes bzw. von Kunden entscheidend. Cherry startet regelmäßig Entwicklungsprojekte in Zusammenarbeit mit bestehenden Kunden, bei denen ein entsprechendes Interesse an den entwickelten Produkten besteht. Die Werthaltigkeit der aktivierten Entwicklungskosten wird während der Entwicklungsphase anhand des Projektfortschritts sowie der Erwartungen zur Vermarktung der künftigen Produkte laufend beurteilt.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Für finanzielle Vermögenswerte, insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, wird regelmäßig untersucht, ob eine Abwertung (z.B. aufgrund fehlender Bonität eines Kunden) vorzunehmen ist. Schätzungen ergeben sich hierbei auf Basis der bisherigen Erfahrungen sowie einer Anpassung an aktuelle Erwartungen.

Wertminderungstest

Für den Wertminderungstest im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts, aktivierter Entwicklungskosten und sonstiger immaterieller Vermögenswerte sowie Sachanlagen sind nach IAS 36 zahlreiche Parameter zu schätzen. Dazu zählen vor allem die Schätzungen künftiger Zahlungsströme, Wachstumsraten sowie der für die Diskontierung der künftigen Zahlungsströme anzuwendende Zinssatz. Im Detailplanungszeitraum wird das Umsatzwachstum regelmäßig auf Basis der historischen Erfahrungen der vorangegangenen Jahre unter Berücksichtigung der aktuellen kurz- bis mittelfristigen Erwartungen geplant. Hierin sind aktuell auch die Erwartungen aus den Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie der geplanten und laufenden Marktstrategien enthalten. Nach dem Detailplanungszeitraum wird von einem langfristigen Umsatzwachstum auf Basis der aktuellsten Planungen aus dem 4. Quartal 2023 ausgegangen. Aufgrund der Art der Produkte der Cherry Gruppe ergibt sich im Rahmen der Beurteilung von Wertminderungen naturgemäß ein Einfluss durch die technologischen Entwicklungen. Diese werden regelmäßig beobachtet und beurteilt. Angaben zum Wertminderungstest enthält Abschnitt 6.2.

Wertminderung von Vorräten

Im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen auf Vorräte werden Altersabschläge angewendet, die auf Schätzungen des Unternehmens aus Erfahrungen der Vergangenheit basieren. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert erfasst. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als deren Buchwert, werden individuelle Bewertungsabschläge auf Basis eines standardisierten Bewertungsmodells vorgenommen, welches die Lagerdauern der einzelnen Vorräte berücksichtigt.

Aktive latente Steuern

Die Cherry Gruppe ist in mehreren Ländern zur Entrichtung von Ertragsteuern verpflichtet. Für die Bildung von latenten Steuerabgrenzungen müssen Schätzungen vorgenommen werden. Aktive latente Steuern werden in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass das hierfür zukünftig zu versteuernde Einkommen verfügbar sein wird. Die Schätzungen des Managements beziehen sich auf die Höhe des zu versteuernden Einkommens sowie den erwarteten Eintrittszeitpunkt. Weitere Einzelheiten sind unter dem Abschnitt 7.6 zu den latenten Steuern zu finden.

Bewertung von sonstigen Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen, insbesondere die Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen, unterliegen naturgemäß Schätzungsunsicherheiten bezüglich der Höhe und/oder des Eintrittszeitpunkts der Verpflichtungen. Cherry muss teilweise aufgrund von Erfahrungswerten Annahmen bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeit der Verpflichtung oder zukünftiger Entwicklungen, wie zum Beispiel der zur Verpflichtungsbewertung anzusetzenden Kosten, treffen. Diese können insbesondere bei langfristigen Rückstellungen Schätzungsunsicherheiten unterliegen. Des Weiteren ist die Höhe von langfristigen Rückstellungen im besonderen Maße von der Wahl und Entwicklung der marktgerechten Abzinsungssätze abhängig.

Anteilsbasierte Vergütung

Bei der Erfassung des Personalaufwands aus anteilsbasierter Vergütung hat das Management zu schätzen, wie viele Rechte voraussichtlich nach Ende des Erdienungszeitraums erdient und somit ausübbar sind. Darüber hinaus werden im Rahmen der Optionspreisbewertungsmodelle verschiedene Inputfaktoren geschätzt (Volatilität, Verzinsung).

Die Buchwerte der von den oben genannten wichtigsten Annahmen und Schätzungen betroffenen Posten sind den jeweiligen Angaben in diesem Anhang zu entnehmen.

Ermessensentscheidungen

Wesentliche Ermessensentscheidungen ergeben sich bei der Beurteilung, ob ein immaterieller Vermögenswert eine bestimmte oder unbestimmte Nutzungsdauer aufweist.

Die Cherry Gruppe hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen beinhalten. Diese Optionen werden von der Geschäftsleitung ausgehandelt, um Flexibilität bei der Verwaltung des Leasing-Vermögensportfolios zu gewährleisten und den eigenen Geschäftsanforderungen gerecht zu werden. Das Management übt ein erhebliches Urteilsvermögen aus, um zu bestimmen, ob diese Verlängerungs- und Kündigungsoptionen mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden.

4. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Nachfolgend werden die wichtigsten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert, die basierend auf der konzerneinheitlichen Bilanzierungsrichtlinie im Konzernabschluss der Cherry SE zur Anwendung kommen.

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Zu den Anschaffungskosten zählen Kaufpreise sowie alle direkt zurechenbaren Anschaffungsnebenkosten. Zu den Herstellungskosten selbst erstellter Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein künftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, zählen die direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Beizulegender Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle.

Fremdwährungsumrechnung

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" in EURO. Mit einer Ausnahme ist bei allen ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Bei einer Tochtergesellschaft ist die funktionale Währung, abweichend von der lokalen Währung, der Euro, da der wesentliche Teil der Transaktionen dieser Tochtergesellschaft in Euro ausgeführt werden. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag sowie die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet, sofern die funktionale Währung nicht der Berichtswährung entspricht. Eigenkapitalbestände werden zu historischen Kursen zu den Zeitpunkten ihrer jeweiligen aus der Konzernsicht erfolgten Zugänge umgerechnet.

Die sich gegenüber der Umrechnung zu Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital als ,,Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten" ausgewiesen.

Für die dargestellte Berichtsperiode wurden im Konzern die folgenden Wechselkurse zum Euro der wesentlichen Währungen zu Grunde gelegt:

Stichtagskurse US-Dollar
(USD)
Chinesischer Renminbi (CNY) Taiwanesischer Dollar (TWD) Schwedische Krone (SEK)
31.12.2022 1,06660 7,35820 32,81600 -
31.12.2023 1,10500 7,85090 33,90700 11,09600
gemittelte Jahresdurchschnittskurse (USD) (CNY) (TWD) (SEK)
2022 1,05388 7,08009 31,48545 -
2023 1,08159 7,65907 33,68890 11,47281

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden grundsätzlich unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei umfassen die Anschaffungskosten den beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt. Alle direkt zurechenbaren Anschaffungsnebenkosten werden direkt im Aufwand erfasst.

Ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("cash-generating-units") des Konzerns oder einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Er wird einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Eine Überprüfung erfolgt auch, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert möglicherweise nicht wiedererlangt werden kann. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear und werden in den entsprechenden Funktionskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Cherry Group verfügte im Berichtszeitraum über immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, insbesondere aktivierte Softwarelizenzen und aktivierte Kundenbeziehungen. Die Nutzungsdauern für aktivierte immaterielle Vermögenswerte betragen in Abhängigkeit von der zu Grunde liegenden Vertragsvereinbarung:

Immaterielle Vermögenswerte Nutzungsdauer
Softwarelizenzen 3 - 5 Jahre
Kundenbeziehungen 8 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer liegen im Wesentlichen in Form von Marken vor. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung getestet.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien des IAS 38 erfüllt sind. Projekte, deren Gesamtaufwand 25.000 EUR nicht übersteigt, werden direkt im Aufwand erfasst. Die aktivierten Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten angesetzt, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen und über einen Zeitraum von 4-8 Jahren linear abgeschrieben.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Der Konzern wendet die lineare Abschreibungsmethode an. Den Wertansätzen liegen folgende unterstellte Nutzungsdauern zugrunde:

Sachanlagen Nutzungsdauer
Technische Anlagen und Maschinen 4 - 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 - 15 Jahre
Werkzeuge 4 Jahre

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Im Geschäftsjahr 2023 wie auch im Vorjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Leasingverhältnisse

Cherry erfasst als Leasingnehmer ein Nutzungsrecht am Leasingobjekt und eine Leasingverbindlichkeit zu Beginn des Leasingverhältnisses.

Für Leasingverhältnisse, deren zugrunde liegende Vermögenswerte als geringwertig anzusehen sind, werden in Ausübung des Wahlrechts des IFRS 16.5 keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten angesetzt. Vielmehr werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses bzw. auf einer anderen systematischen Basis erfasst, sofern diese den Nutzen aus dem Leasingverhältnis repräsentativer abbildet. Gleiches gilt für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten. Umfasst das Nutzungsrecht eine Verlängerungsoption, welche die Cherry Gruppe ihrer Auffassung nach mit hinreichender Sicherheit ausüben wird, werden die Leasingzahlungen während der Optionslaufzeit mitberücksichtigt. Die Einschätzung basiert auf der jeweils aktuellen Geschäftssituation.

Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Cherry Konzern werden die Nutzungsrechte planmäßig linear über die jeweilig geltende Vertragslaufzeit abgeschrieben. Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der über die Laufzeit der Leasingverhältnisse zu leistenden Leasingzahlungen bilanziert, die grundsätzlich unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes abgezinst werden, es sei denn, der implizite Zins des Leasingverhältnisses ist bekannt. Leasingverbindlichkeiten werden nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und im Falle von Änderungen oder Neubewertung angepasst.

Investitionszuwendungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die damit verbundenen Bedingungen erfüllt sind und die Zuwendung gewährt wird. Sie werden passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte aufgelöst. Der Ausweis erfolgt unter den kurzfristigen bzw. langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten.

Wertminderung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Nutzungsrechten

Der Konzern überprüft die Werthaltigkeit der Buchwerte von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten, sobald Hinweise auf eine mögliche Wertminderung des Vermögenswertes vorliegen, mindestens jedoch einmal im Jahr. Die Werthaltigkeit wird durch den Vergleich von Buchwert mit dem erzielbaren Betrag geprüft. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird erfolgswirksam auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts als Ausprägung des erzielbaren Betrags werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.

Erzeugt ein Vermögenswert keine Cashflows, die unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind, erfolgt die Überprüfung der Werthaltigkeit auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("cash-generating-unit"), der der Vermögenswert angehört. Ist der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als der Buchwert, ist eine Wertminderung in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert und dem niedrigeren erzielbaren Betrag vorzunehmen.

Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird im Periodenergebnis erfasst.

Vorräte

Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertige Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse sowie Handelswaren werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert erfasst. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als deren Buchwert, werden individuelle Bewertungsabschläge auf Basis eines standardisierten Bewertungsmodells vorgenommen, welches die Lagerdauern der einzelnen Vorräte berücksichtigt. Vorräte, deren Alter bzw. Lagerdauer 24 Monate übersteigt, werden mit 50 % wertberichtigt, für veraltete Vorräte, deren Alter 36 Monate übersteigt, wird ein Nettoveräußerungswert von Null angenommen.

Die Anschaffungskosten beinhalten im Wesentlichen den Einkaufspreis sowie Eingangsfrachten. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten und Abschreibungen. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf der Basis der Budgetplanung ermittelt und zum Stichtag mit den tatsächlichen Gemeinkostensätzen abgeglichen. Die Handelswaren sowie die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zum gewogenen Durchschnitt bewertet.

Finanzinstrumente

Nach IAS 32 ist ein Finanzinstrument ein vertraglich vereinbarter Anspruch oder eine vertraglich vereinbarte Verpflichtung, aus dem oder aus der ein Zu- oder Abfluss von finanziellen Vermögenswerten resultiert. Dies kann zum einen ein originäres Finanzinstrument sein, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie Finanzforderungen und Finanzschulden und Wertpapiere, als auch ein derivatives Finanzinstrument, welches zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen eingesetzt wird.

Originäre Finanzinstrumente

Die wesentlichen im Konzern verwendeten Finanzinstrumente umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Bankdarlehen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert angesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden auf Basis ihrer Zahlungsstromeigenschaften sowie des Geschäftsmodells "Halten" zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Cherry Konzerns enthalten ausschließlich einen Anspruch gegenüber dem Kunden, den fälligen Betrag zu begleichen (Tilgungs-Zahlungsstrom auf den "Kapitalbetrag"). Eine Verzinsung ist für die Forderungen grundsätzlich nicht vorgesehen. Entsprechend fallen grundsätzlich keine vertraglichen Zinszahlungen an.

Um die Änderungen des Kreditrisikos nachzuverfolgen und festzustellen, verwendet Cherry für die Wertminderungsschätzung nach IFRS 9 Fälligkeitsbänder, um historische Ausfallraten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu schätzen (simplified approach). Die (Groß-) Kunden der Cherry Gruppe werden anhand verschiedener Maßnahmen (Creditreform, Nutzung von Handelslimiten etc.) auf ihre insbesondere kurzfristige Zahlungsfähigkeit im Vorfeld und während der Kundenbeziehung überprüft. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass Forderungen vor Fälligkeit nahezu keine Wertminderung durch ein Ausfallrisiko bergen. Weiter wird allgemein unterstellt, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Forderung mit steigender Überfälligkeit stetig ansteigt. Hierfür wurden historische Daten sowie eine Erwartungskomponente in Bezug auf mögliche künftige Änderungen berücksichtigt.

Die üblichen Zahlungsziele liegen zwischen 20 und 30 Tagen, allerdings belaufen sie sich im Zuge des Ausbaus des E-Commerce-Geschäfts bei größeren Distributoren und Händlern auf zwischen 60 und 90 Tagen. Die Forderungsstruktur aus Lieferungen und Leistungen ist im Cherry-Konzern regelmäßig durch eine hohe Umschlagshäufigkeit geprägt. Der überwiegende Teil der offenen Forderungen sind im Jahr 2023 zur Fälligkeit bezahlt worden. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Forderungen in wesentlichem Umfang ertragswirksam ausgebucht. Die Cherry Gruppe analysiert monatlich die Fälligkeitsstruktur der Forderungen und überprüft regelmäßig die Bonität der Kunden. Es erfolgt ein strenges Mahnwesen. Durch die Corona-Pandemie sowie den Ukraine-Krieg haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Forderungsbestand ergeben.

Auf Basis des simplified approach ergibt sich aktuell und unter Berücksichtigung der künftigen Erwartungen kein wesentlicher Wertminderungsbedarf, auch wenn grundsätzlich ein Ausfallrisiko besteht.

Bankdarlehen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden ebenfalls zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Finanzinstrumente werden in der Bilanz entsprechend ihrer Fristigkeit als kurz- oder langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt zum Fälligkeitstermin.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9

Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet (Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"; "at fair value through profit or loss"). Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Die Cherry Gruppe hat im Geschäftsjahr 2023 im Gegensatz zum Vorjahr derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften, insbesondere für den US-Dollar, abgeschlossen, wendet derzeit jedoch kein Hedge Accounting an.

Die von Cherry abgeschlossenen Verträge für den Bezug, die Lieferung oder den Verbrauch von Edelmetallen (Gold, Silber, Kupfer) dienen dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb und erfüllen somit regelmäßig die Voraussetzungen der so genannten "Own Use Exemption" gemäß IFRS 9.2.4, so dass es sich nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9 handelt.

Rückstellungen

Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen des Konzerns gegenüber Dritten aufgrund von vergangenen Ereignissen, deren Höhe oder Eintrittszeitpunkt noch ungewiss sind. Sie werden angesetzt, wenn sie zu einem Mittelabfluss führen werden und verlässlich ermittelt oder geschätzt werden können. Der Ansatz erfolgt mit dem wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag und berücksichtigt auch zukünftige Kostensteigerungen. Langfristige Rückstellungen werden zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst. Mit fortschreitendem Zeitverlauf werden die Rückstellungen bei neuen Erkenntnissen angepasst.

Pensionszusagen

Im Cherry Konzern existieren sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pensionspläne: Ein beitragsorientierter Plan ist ein Pensionsplan an eine nicht zum Konzern gehörende Gesellschaft (Fonds), an den fixe Beträge entrichtet werden. Die Cherry Gruppe hat keine rechtliche oder faktische Verpflichtung, zusätzliche Beiträge zu leisten, wenn der Fonds nicht genügend Vermögenswerte hält, um die Pensionsansprüche an die Beschäftigten aus den laufenden oder vorherigen Geschäftsjahren zu begleichen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Geleistete Vorauszahlungen von Beiträgen werden in dem Umfang als Vermögenswert angesetzt, in dem ein Recht auf eine Rückzahlung oder eine Minderung künftiger Zahlungen besteht.

Leistungsorientierte Pensionspläne schreiben einen Betrag an Pensionsleistungen fest, den die Beschäftigten bei Renteneintritt erhalten werden und der in der Regel von einem oder mehreren Faktoren (Alter, Dienstzeit und Gehalt) abhängig ist.

Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne erfolgt nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit-Credit-Methode). Hierbei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage, der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen (zum Beispiel bezüglich Gehaltsentwicklungen oder Rententrend) für die relevanten Größen berücksichtigt, die sich auf die Leistungshöhe auswirken. Entsprechend IAS 19 werden die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste unmittelbar und in voller Höhe erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung

Anteilsbasierte Vergütungen werden ausgewählten Mitarbeitern des Managements über Beteiligungsprogramme gewährt. Weitere Informationen zu diesen Programmen sind im Abschnitt 11.3 zu finden.

Es handelt sich um equity-settled plans i.S.d. IFRS 2. Der daraus resultierende beizulegende Zeitwert wird zum Gewährungszeitpunkt ermittelt und als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Dieser wird unter Berücksichtigung von marktbezogenen Leistungsbedingungen sowie Nicht-Ausübungsbedingungen, jedoch ohne Berücksichtigung von Dienstbedingungen und nicht marktbezogenen Leistungsbedingungen ermittelt. Der Gesamtaufwand wird über den Erdienungszeitraum erfasst.

Ertragsteuern

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag in denjenigen Ländern gelten, in denen der Konzern tätig ist und ein zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fallwerden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz sowie auf steuerliche Verlustvorträge.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass das zu versteuernde Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Latente Steueransprüche und -schulden werden zu künftigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich dann berücksichtigt werden, wenn deren Inkrafttreten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern ebenfalls im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst.

Umsatz- und Ertragsrealisierung

Voraussetzung für die Umsatzerfassung ist, dass ein gültiger Vertrag sowie identifizierbare, aus dem Vertrag resultierende Leistungsverpflichtungen vorliegen, die Zahlungsmodalitäten ersichtlich sind, der Vertrag wirtschaftliche Substanz hat und es wahrscheinlich ist, dass die vereinbarte Gegenleistung zufließen wird. Soweit unterschiedliche Verträge mit Kunden, die zeitgleich oder zeitnah vereinbart wurden, nicht unabhängig voneinander sind, sind sie als ein Vertrag zu analysieren. In der Folge sind Umsatzerlöse zu erfassen, sobald eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde.

Umsätze werden im Cherry Konzern grundsätzlich zu einem Zeitpunkt erfasst.

Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsmacht an den Händler oder Kunden - auch unter Hinzuziehung von unterschiedlichen Incoterms - erfasst, d.h. wenn die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Bei Verkäufen an Endverbraucher über den Vertriebskanal "eCommerce" werden die Umsatzerlöse während der gesetzlichen Widerrufsfrist um eine erwartete Rücksendequote korrigiert. Während für das Geschäftsjahr 2022 die Umsatzerlöse aus dem Geschäft mit Endkunden weltweit noch zu vernachlässigen waren, belaufen sie sich in 2023 auf EUR 5,6 Mio., wovon EUR 0,3 Mio. auf Deutschland entfallen.

Bei der Ermittlung des Betrags, welcher als Umsatzerlös für erfüllte Leistungsverpflichtungen zu erfassen ist, sind variable Bestandteile der vereinbarten Gegenleistung zu berücksichtigen. Dazu zählen zum Beispiel Rabatte, Leistungsanreize oder Boni. Umsatzerlöse aus variablen Bestandteilen dürfen dabei nur erfasst werden, soweit es sehr wahrscheinlich ist, dass diese künftig nicht wieder zu stornieren sind. Soweit in einem Vertrag mehrere Leistungsverpflichtungen vereinbart werden, ist die vereinbarte Gegenleistung für Zwecke der Umsatzerfassung auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen zu verteilen. Cherry verhandelt in der Regel die einzelnen Leistungskomponenten separat. Vereinbart werden grundsätzlich Preise, welche dem Vergleich mit einem Einzelverkaufspreis standhalten.

Erträge, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stammen, werden als sonstige betriebliche Erträge erfasst. Hierzu zählen insbesondere realisierte Währungsgewinne.

Zinserträge werden periodengerecht erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Dividenden werden ergebniswirksam mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung vereinnahmt.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Konzernergebnisses, das den Aktionären der Cherry SE zugerechnet werden kann, durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahrs in Umlauf befindlichen Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden aktienbasierten Vergütungspläne umgewandelt bzw. ausgeübt werden.

Schätzänderungen

Im Zuge der regelmäßigen Überprüfung der Nutzungsdauern der Sachanlagen wurde festgestellt, dass auf Basis der aktuellen wirtschaftlichen und technologischen Verhältnisse die Nutzungsdauern für einige Maschinen und Werkzeuge länger sind als bisher erwartet wurde. Hieraus ergibt sich ein Effekt auf das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 526. Im Zuge der Entscheidung zur Neuausrichtung des Schaltergeschäfts Ende des Jahres 2023 wurde von diesen betroffenen Sachanlagen ein Restbuchwert in Höhe von TEUR 1.205 vollständig wertgemindert. Auf das Geschäftsjahr 2024 ergibt sich somit noch ein Effekt aus der Verlängerung der Nutzungsdauern in Höhe von TEUR 236.

5. NEUE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN

Im Geschäftsjahr erstmals verpflichtend anzuwendende neue und überarbeitete Standards und Interpretationen

Im vorliegenden Konzernabschluss waren erstmals die folgenden vom International Accounting Standards Board überarbeiteten Standards verpflichtend anzuwenden:

IFRS 17 "Versicherungsverträge"

IAS 1 "Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden"'

IAS 8 "Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen"

IAS 12 "Latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden, die aus einer einzigen Transaktion resultieren"

IFRS 17 "Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen"

IAS 12 "Internationale Steuerreform - Regelungen zum Pillar 2 Modell"

Aus der Anwendung dieser Änderungen ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 31.12.2023.

Nicht angewendete Standards und Interpretationen (veröffentlicht, aber noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. zum Teil in der EU noch nicht anzuwenden)

Der International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2023 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind bzw. deren Anerkennung durch die EU teilweise noch aussteht.

Standard/ Interpretation Titel Verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt für Cherry Erwartete Auswirkungen auf Cherry
IFRS 16 Leasingverbindlichkeit aus einer Sale-and-Leaseback-Transaktion 01.01.2024 keine
IAS 1 Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig 01.01.2024 keine
IAS 1 Langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants 01.01.2024 keine
IAS 7/IFRS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 01.01.2024 keine
IAS 21 1 Fehlende Umtauschbarkeit einer Währung 01.01.2025 keine
IFRS 18 1 Darstellung und Angaben im Abschluss 01.01.2027 werden noch analysiert

1 Die Anerkennung durch die EU steht derzeit noch aus.

6. ERLÄUTERUNGEN ZU DEN KONZERNAKTIVA

6.1. Sachanlagen

Die Entwicklung des Sachanlagevermögens stellt sich wie folgt dar:

Sachanlagevermögen

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
in T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
01.01.2022 1.134 25.623 4.059
Zugänge 67 2.249 592
Abgänge - -851 -93
Umbuchungen - 89 -75
Währungsumrechnungseffekte - -32 -2
Stand 31.12.2022 1.201 27.078 4.481
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - - 222
Zugänge 59 2.214 425
Abgänge - -1.484 -158
Umbuchungen - 4.145 52
Währungsumrechnungseffekte -2 -114 -34
Stand 31.12.2023 1.258 31.839 4.988
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
in T€
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
01.01.2022 1.859 32.676
Zugänge 2.630 5.538
Abgänge -20 -964
Umbuchungen -32 -17
Währungsumrechnungseffekte -2 -38
Stand 31.12.2022 4.436 37.195
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - 222
Zugänge 387 3.085
Abgänge -57 -1.699
Umbuchungen -4.214 -17
Währungsumrechnungseffekte -2 -152
Stand 31.12.2023 550 38.634
Abschreibungen und Wertminderungen
in T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
01.01.2022 151 6.721 863
Abschreibung des Jahres 112 5.131 874
Wertminderung - 137 23
Abgänge - -829 -87
Umbuchungen - - -
Währungsumrechnungseffekte - -9 -
Stand 31.12.2022 263 11.151 1.673
Abschreibung des Jahres 118 4.390 821
Wertminderung 227 13.582 732
Abgänge - -1.460 -149
Umbuchungen - - -
Währungsumrechnungseffekte -2 -50 -9
Stand 31.12.2023 606 27.613 3.068
Nettobuchwert
01.01.2022 983 18.902 3.196
31.12.2022 938 15.927 2.808
31.12.2023 652 4.226 1.920
Abschreibungen und Wertminderungen
in T€
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
01.01.2022 - 7.735
Abschreibung des Jahres - 6.117
Wertminderung - 160
Abgänge - -916
Umbuchungen - -
Währungsumrechnungseffekte - -9
Stand 31.12.2022 - 13.087
Abschreibung des Jahres - 5.329
Wertminderung - 14.541
Abgänge - -1.609
Umbuchungen - -
Währungsumrechnungseffekte - -61
Stand 31.12.2023 - 31.287
Nettobuchwert
01.01.2022 1.859 24.941
31.12.2022 4.436 24.109
31.12.2023 550 7.347

In den Umbuchungen enthalten sind die Umgliederungen aus den Anlagen im Bau in die Sachanlagen.

In den Grundstücken, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken sind Mietereinbauten ausgewiesen.

Das Bestellobligo für das Sachanlagevermögen beläuft sich zum 31.12.2023 auf TEUR 3.065 (31.12.2022: TEUR 1.147).

Die Wertminderungen des Jahres 2023 in Höhe von TEUR 14.541 sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den folgenden Posten ausgewiesen: TEUR 13.901 "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen", TEUR 94 "Marketing- und Vertriebskosten", TEUR 245 "Forschungs- und Entwicklungskosten" und TEUR 301 "Verwaltungskosten". Sie betreffen mit TEUR 5.197 vollständig wertgeminderte Maschinen für MX1-Switches im Segment Components und ergeben sich aus der Entscheidung zur Neuausrichtung des Geschäfts mit Tastaturschaltern. Wertminderungen in Höhe von TEUR 1.363 ergeben sich aus der Werthaltigkeitsbeurteilung im Rahmen der Neustrukturierung des Konzerns (davon TEUR 899 Segment Components, TEUR 57 Segment Gaming Devices, TEUR 69 Segment Office Devices, TEUR 55 Segment Digital Health & Solutions und TEUR 283 Bereich Corporate & Consolidation). Des Weiteren resultieren Wertminderungen in Höhe von TEUR 7.981 aus den unter 6.2 beschriebenen Wertminderungstests auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, in deren Rahmen die über einen Goodwill hinausgehende Wertminderung auf die übrigen unter IAS 36 zu beurteilenden Vermögenswerte verteilt wurde (davon Segment Cherry Europe GmbH/Xtrfy TEUR 413 und Segment Cherry Digital Health GmbH TEUR 6 vor Resegmentierung und Segment Components TEUR 7.562 nach Resegmentierung).

Die Wertminderungen des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 160 sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" ausgewiesen, beziehen sich im Wesentlichen auf vollständig wertgeminderte Werkzeuge, Testvorrichtungen und Formen für die Cherry VIOLA Switches in den bisherigen Segmenten Cherry Europe GmbH (TEUR 142) und Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd (TEUR 18) (nunmehr im Segment Components) und resultieren aus der geringen Nachfrage nach diesen Switches sowie der Entscheidung, die Technologie "Cherry VIOLA" nicht mehr weiter zu verfolgen und das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards auslaufen zu lassen

6.2. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Immaterielle Vermögenswerte
in T€
Entwicklungskosten und selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Entwicklungskosten für in Entwicklung befindliche Projekte Gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und Patente Kundenstamm
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 13.499 1.109 1.618 20.932
Zugänge - 3.090 577 -
Abgänge - -27 -11 -
Umbuchungen - - - -
Währungsumrechnungseffekte - -12 - -
Stand 31.12.2022 13.499 4.160 2.184 20.932
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 204 - - 428
Zugänge 3.122 525 189 -
Abgänge -55 -2 -13 -
Umbuchungen 330 -330 1.028 -
Währungsumrechnungseffekte -90 - -8 -
Stand 31.12.2023 17.011 4.354 3.380 21.360
Immaterielle Vermögenswerte
in T€
Marke Geschäfts- oder Firmenwert
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 50.165 108.540
Zugänge - -
Abgänge - -
Umbuchungen - -
Währungsumrechnungseffekte - 129
Stand 31.12.2022 50.165 108.669
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 849 2.556
Zugänge - -
Abgänge - -
Umbuchungen - -
Währungsumrechnungseffekte 2 -1.589
Stand 31.12.2023 51.016 109.636
Immaterielle Vermögenswerte
in T€
Geleistete Anzahlungen Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 76 195.939
Zugänge 578 4.245
Abgänge - -38
Umbuchungen 17 17
Währungsumrechnungseffekte - 117
Stand 31.12.2022 671 200.280
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - 4.037
Zugänge 367 4.203
Abgänge - -69
Umbuchungen -1.011 17
Währungsumrechnungseffekte - -1.685
Stand 31.12.2023 27 206.783
Immaterielle Vermögenswerte
in T€
Entwicklungskosten und selbstgeschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Entwicklungskosten für in Entwicklung befindliche Projekte Gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und Patente Kundenstamm
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.01.2022 1.473 - 1.086 3.271
Abschreibung des Jahres 2.233 - 246 2.617
Wertminderung 812 - 1 -
Abgänge - - -4 -
Währungsumrechnungseffekte - - - -
Stand 31.12.2022 4.518 - 1.329 5.888
Abschreibung des Jahres 2.592 - 506 2.701
Wertminderung 6.604 - 100 2.514
Abgänge - - -13 -
Währungsumrechnungseffekte -2 - -2 -
Stand 31.12.2023 13.712 - 1.920 11.103
Nettobuchwert
Stand 01.01.2022 12.026 1.109 532 17.661
Stand 31.12.2022 8.981 4.160 855 15.044
Stand 31.12.2023 3.299 4.354 1.460 10.257
Immaterielle Vermögenswerte
in T€
Marke Geschäfts- oder Firmenwert
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.01.2022 - -
Abschreibung des Jahres - -
Wertminderung - 29.882
Abgänge - -
Währungsumrechnungseffekte - -
Stand 31.12.2022 - 29.882
Abschreibung des Jahres - -
Wertminderung 14.615 55.866
Abgänge - -
Währungsumrechnungseffekte - -
Stand 31.12.2023 14.615 85.748
Nettobuchwert
Stand 01.01.2022 50.165 108.540
Stand 31.12.2022 50.165 78.787
Stand 31.12.2023 36.401 23.888
Immaterielle Vermögenswerte
in T€
Geleistete Anzahlungen Summe
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand 01.01.2022 - 5.831
Abschreibung des Jahres - 5.096
Wertminderung - 30.695
Abgänge - -4
Währungsumrechnungseffekte - -
Stand 31.12.2022 - 41.618
Abschreibung des Jahres - 5.799
Wertminderung - 79.699
Abgänge - -13
Währungsumrechnungseffekte - -4
Stand 31.12.2023 - 127.098
Nettobuchwert
Stand 01.01.2022 76 190.109
Stand 31.12.2022 671 158.663
Stand 31.12.2023 27 79.685

Die im Rahmen der Kaufpreisallokation der Cherry Gruppe identifizierten immateriellen Vermögenswerte sind zum 31. Dezember 2023 mit folgenden Buchwerten aktiviert: Geschäfts- und Firmenwert mit TEUR 20.377 (31.12.2022: TEUR 75.277) sowie ein Kundenstamm mit TEUR 9.925 (31.12.2022: TEUR 15.045) und Markenrechte in Höhe von TEUR 35.482 (31.12.2022: TEUR 50.070). Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Erwerb der Theobroma beträgt zum 31.12.2023 TEUR 458 (31.12.2022: TEUR 458). Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Erwerb der Active Key beläuft sich zum 31.12.2023 auf TEUR 3.052 (31.12.2022: TEUR 3.052), der Buchwert der erworbenen Technologie auf TEUR 162 (31.12.2022: TEUR 648) und der Buchwert der erworbenen Marke auf TEUR 95 (31.12.2022: TEUR 95).

Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Erwerb der Xtrfy beträgt zum 31.12.2023 TEUR 0, der Buchwert der erworbenen Technologie TEUR 163, der Buchwert des erworbenen Kundenstamms TEUR 333 und der Buchwert der erworbenen Marke auf TEUR 825.

Die Markenrechte an Cherry wurden berechnet aus der Ermittlung der Barwerte von fiktiven Lizenzerträgen auf die der Marke zurechenbaren Umsätze. Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert und die Markenrechte sind mit ihren Werten im Rahmen des Erwerbs der Cherry Holding GmbH und ihrer Tochterunternehmen angesetzt worden und haben eine unbestimmte Nutzungsdauer. Die Marke ist seit Jahrzehnten gut etabliert (Cherry besteht seit 1958) und es besteht die Absicht, diese weiterhin zu nutzen. Die unter der Marke vertriebenen Produkte werden nach aktuellem Stand für den Konzern Nettomittelzuflüsse für einen unbegrenzten Zeitraum generieren. Der Goodwill und die Marke wurden im Geschäftsjahr 2023 wie auch im Vorjahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

In den Entwicklungskosten und selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten sind erworbene Entwicklungskosten mit einem Buchwert von TEUR 2.189 (31.12.2022: TEUR 4.397) enthalten.

Die Wertminderungen des Jahres 2023 auf Entwicklungskosten sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Forschungs- und Entwicklungskosten" ausgewiesen. Sie ergeben sich zum einen aus der Werthaltigkeitsbeurteilung im Rahmen der Neustrukturierung des Konzerns (TEUR 185, davon TEUR 38 Segment Components, TEUR 83 Segment Office Devices, TEUR 64 Segment Digital Health & Solutions) und zum anderen aus den unten beschriebenen Wertminderungstests auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, in deren Rahmen die über einen Goodwill hinausgehende Wertminderung auf die übrigen unter IAS 36 zu beurteilenden Vermögenswerte verteilt wurde (TEUR 6.419 davon Segment Cherry Digital Health GmbH TEUR 3.131 und Segment Cherry Europe GmbH/Xtrfy TEUR 244 vor Resegmentierung, Segment Components TEUR 3.044 nach Resegmentierung).

Die Wertminderungen des Jahres 2022 auf Entwicklungskosten sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Forschungs- und Entwicklungskosten" ausgewiesen, beziehen sich im Wesentlichen auf vollständig wertgeminderte aktivierte Entwicklungskosten für die Cherry VIOLA Switches im bisherigen Segment Cherry Europe GmbH (nunmehr im Segment Components) und resultieren aus der geringen Nachfrage nach diesen Switches sowie der Entscheidung, die Technologie "Cherry VIOLA" nicht mehr weiter zu verfolgen und das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards auslaufen zu lassen.

Das Bestellobligo für immaterielle Vermögenswerte beläuft sich zum 31.12.2023 auf TEUR 72 (31.12.2022: TEUR 111).

Impairment Test für Goodwill und Marke

Aufgrund der Entscheidung zur Neustrukturierung des Konzerns Anfang November 2023 wurde ein anlassbezogener Wertminderungstest für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die i.d.R. den rechtlich selbständigen Tochtergesellschaften entsprachen, durchgeführt. Der erzielbare Betrag ermittelte sich als Nutzungswert basierend auf der Discounted Cash-Flow-Methode. Im Rahmen des Tests wurde eine Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert der Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB in Höhe von TEUR 27.937 sowie eine Wertminderung in Höhe von TEUR 3.858 bei der Cherry Digital Health GmbH (davon entfallend auf: Marke TEUR 1.946, Entwicklungskosten TEUR 1.884, Nutzungsrechte TEUR 23, Sachanlagen TEUR 4, Gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und Patente TEUR 1) ermittelt. Der erzielbare Betrag der Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB belief sich auf TEUR 107.963 und der erzielbare Betrag der Cherry Digital Health GmbH auf TEUR 5.597. Deren Berechnungen lagen Kapitalkosten von 13,52 % (Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB) bzw. 13,39 % (Cherry Digital Health GmbH) zugrunde. Bei einer Verringerung der verwendeten Wachstumsraten für den Umsatz oder einer Erhöhung der Kapitalkosten sinkt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB und Cherry Digital Health GmbH unter den Buchwert.

Zum 31.12.2023 wurde der reguläre, jährliche Impairment Test für die Geschäfts- oder Firmenwerte (TEUR 51.841 vor Wertminderung zum Jahresende, 31.12.2022: TEUR 78.787) und die Marken (TEUR 49.071 vor Wertminderung zum Jahresende, 31.12.2022: TEUR 50.165) zunächst auf Basis der bisherigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die i.d.R. den rechtlich selbständigen Tochtergesellschaften entsprachen, durchgeführt. Goodwill und die Marken wurden auf diese Tochtergesellschaften aufgeteilt, da sie diesen rechtlichen Einheiten, ihren Produkten und geografischen Regionen Nutzen stiften. Diese sind die Cherry Europe GmbH (Auerbach)/Cherry Xtrfy AB (Landskrona) (Goodwill: TEUR 20.474 vor Wertminderung zum Jahresende, 31.12.2022: EUR 45.849), Cherry Americas LLC (Wisconsin/USA) (Goodwill: TEUR 9.508 vor Wertminderung zum Jahresende, 31.12.2022: TEUR 9.851), Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd. (Zhuhai/China) (Goodwill: TEUR 18.349 vor Wertminderung zum Jahresende, 31.12.2022: TEUR 19.577), Active Key GmbH (München) (Goodwill: TEUR 3.052, 31.12.2022: TEUR 3.052), Theobroma Systems Design und Consulting GmbH (Wien) (Goodwill: TEUR 458, 31.12.2022: TEUR 458), Cherry Digital Health GmbH (München), Cherry E-Commerce GmbH (München) und Cherry Electronics (Hong Kong) Co Ltd. (Hong Kong/China).

Für den Impairment Test zum 31.12.2023 ermittelt sich der erzielbare Betrag als Nutzungswert. Grundsätzlich wird die Discounted Cash-Flow-Methode zur Ermittlung der Werthaltigkeit angewendet.

Die Kalkulationen beruhen auf prognostizierten Umsatzerlösen, dem prognostizierten EBIT sowie EBITDA, die dem Independent Business Review im Rahmen der Verhandlungen einer Ergänzungsvereinbarung mit der UniCredit Bank GmbH aus April 2024 entnommen sind. Im Detailplanungszeitraum von 5 Jahren wird aktuell von folgenden durchschnittlichen Umsatzwachstumsraten ausgegangen: Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB: 8,2% (2022: 7,1 %), Cherry Americas LLC: 11,0% (2022: 20,5 %), Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd.: 12,5% (2022: 14,1 %), Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd.: 12,1% (2022: 16,1%), Cherry Digital Health GmbH: 15,2%, Cherry E-Commerce GmbH 18,0%, Active Key GmbH: 18,1% und Theobroma Systems Design und Consulting GmbH 16,5%. Nach der Detailplanungsperiode wurde für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eine Wachstumsrate von jeweils 1 % (2022: 1 %) bei einer etwa gleichbleibenden Bruttomarge unterstellt. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden die folgenden Kapitalkosten zugrunde gelegt: Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB 13,63 % (2022: 8,25 %), Cherry Americas LLC 13,54 % (2022: 8,26 %), Cherry Digital Health GmbH 14,02 % (2022: 8,25 %), Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd. 13,48 % (2022: 8,56 %), Cherry E-Commerce GmbH 13,80 % (2022: 8,25 %), Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. 12,76 % (2022: 8,56 %), Theobroma Systems Design und Consulting GmbH 13,50 % (2022: 8,25 %), Active Key GmbH 13,58 % (2022: 8,25 %).

In 2023 gab es auf Basis der so ermittelten erzielbaren Beträge eine Wertminderung von TEUR 20.474 auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB sowie von TEUR 4.678 auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Cherry Americas LLC, die gleichzeitig jeweils ein Segment darstellten. Die Buchwerte der Goodwills der Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB betrugen danach TEUR 0 sowie der Cherry Americas LLC TEUR 4.830. Der den Goodwill übersteigende Betrag der Wertminderung der Cherry Europe GmbH/ Cherry Xtrfy AB von TEUR 1.993 wurde auf die übrigen unter IAS 36 zu beurteilenden Vermögenswerte verteilt (davon TEUR 583 Marke, TEUR 282 Kundenstamm, TEUR 244 Entwicklungskosten, TEUR 31 Gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und Patente, TEUR 413 Sachanlagen und TEUR 439 Nutzungsrechte). Darüber hinaus ergaben sich Wertminderungen von TEUR 5.086 für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (=Segment) Digital Health GmbH (davon TEUR 3.823 Marke, TEUR 1.247 Entwicklungskosten, TEUR 2 Gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und Patente, TEUR 2 Sachanlagen und TEUR 12 Nutzungsrechte) sowie von TEUR 6.081 für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (=Segment) Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. (davon TEUR 4.280 Marke und TEUR 1.802 Kundenstamm). Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beliefen sich auf: Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB TEUR 84.397, Cherry Americas LLC TEUR 11.959, Cherry Digital Health GmbH TEUR -8.238 und Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. TEUR 1.073. Sie entsprechen jeweils dem Nutzungswert. Deren Berechnung lagen die folgenden Kapitalkosten zugrunde: Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB 13,63 %, Cherry Americas LLC 13,54 %, Cherry Digital Health GmbH 14,02 % und Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. 12,76 %. Der Impairment-Bedarf resultiert im Wesentlichen daraus, dass die Planung im Rahmen des Independent Business Review noch einmaljustiert und für die Folgejahre konservativer geplant wurde. Bei einer Verringerung der verwendeten Wachstumsraten für den Umsatz oder einer Erhöhung der Kapitalkosten sinkt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB, Cherry Americas LLC, Cherry Digital Health GmbH und Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. unter den Buchwert. Bei einer Verringerung der verwendeten Wachstumsrate für den Umsatz um 8,40% entspricht der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd. dem Buchwert.

Im Rahmen der Ende 2023 erfolgten Resegmentierung wurden die Goodwills sowie die Marken (nach oben genannten Wertminderungen) auf die nunmehr bestehenden Geschäftssegmente, die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen, wie folgt allokiert: Components - Goodwill TEUR 1.281, Marke TEUR 5.538, Gaming Devices - Goodwill TEUR 2.064, Marke TEUR 8.477, Office Devices - Goodwill TEUR 7.357, Marke TEUR 17.089 sowie Digital Health & Solutions - Goodwill TEUR 15.986, Marke TEUR 9.281. Aufgrund der Resegmentierung wurde auf Basis der Geschäftssegmente ein weiterer Wertminderungstest durchgeführt, in dessen Rahmen der erzielbare Betrag wiederum als Nutzungswert auf Basis der Discounted Cash-Flow-Methode berechnet wurde.

Die Kalkulationen beruhen auf prognostizierten Umsatzerlösen, dem prognostizierten EBIT sowie EBITDA, die dem Independent Business Review im Rahmen der Verhandlungen einer Ergänzungsvereinbarung mit der UniCredit Bank GmbH aus April 2024 entnommen sind. Im Detailplanungszeitraum von 5 Jahren wird aktuell von folgenden durchschnittlichen Umsatzwachstumsraten ausgegangen: Components 22,6 %, Gaming Devices 11,0 %, Office Devices 8,1 %, Digital Health & Solutions: 17,5 %. Nach der Detailplanungsperiode wurde für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eine Wachstumsrate von jeweils 1 % bei einer etwa gleichbleibenden Bruttomarge unterstellt. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden die folgenden Kapitalkosten zugrunde gelegt: Components 13,37 %, Gaming Devices 13,64%, Office Devices 13,77%, Digital Health & Solutions 13,62%. Der erzielbare Betrag der Marke beruht auf dem Nutzungswert und wird aus dem Goodwill-Impairment-Test abgeleitet. Dieser übersteigt den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten für die Marke, der mithilfe der Barwerte von fiktiven Lizenzerträgen auf die der Marke zurechenbaren Umsätze ermittelt wurde. Die verwendete Lizenzrate betrug 2,00 % vom Umsatz.

In 2023 gab es auf Basis der so ermittelten erzielbaren Beträge eine Wertminderung von TEUR 1.281 auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Components sowie von TEUR 1.521 auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Gaming Devices, die gleichzeitig jeweils ein Segment darstellen. Die Buchwerte der Goodwills der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Components betrugen danach zum 31.12.2023 TEUR 0 sowie der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Gaming Devices TEUR 543. Der den Goodwill übersteigende Betrag der Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Components von TEUR 23.115 wurde auf die übrigen unter IAS 36 zu beurteilende Vermögenswerte verteilt (davon TEUR 3.983 Marke, TEUR 430 Kundenstamm, TEUR 3.044 Entwicklungskosten, TEUR 65 Gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und Patente, TEUR 7.562 Sachanlagen und TEUR 8.031 Nutzungsrechte). Die zugeordneten Buchwerte der Marken betragen zum 31.12.2023: Components TEUR 1.555 und Gaming Devices TEUR 8.477. Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beliefen sich auf: Components TEUR 11.093 und Gaming Devices TEUR 17.873. Sie entsprechen jeweils dem Nutzungswert. Deren Berechnung lagen die folgenden Kapitalkosten zugrunde: Components 13,37 % und Gaming Devices 13,64 %. Bei einer Verringerung der verwendeten Wachstumsraten für den Umsatz oder einer Erhöhung der Kapitalkosten sinkt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Components und Gaming Devices unter den Buchwert. Bei einer Verringerung der verwendeten Wachstumsrate für den Umsatz um 3,45 % oder einer Erhöhung der Kapitalkosten um 0,39 Prozentpunkte entspricht der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Office Devices dem Buchwert.

Die Wertminderungen auf die immateriellen Vermögenswerte sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den folgenden Positionen ausgewiesen: TEUR 55.866 "Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert", TEUR 17.129 "Marketing- und Vertriebskosten" und TEUR 6.704 "Forschungs- und Entwicklungskosten".

In 2022 wurde eine Wertminderung von TEUR 29.882 auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Cherry Europe GmbH, die gleichzeitig ein Segment darstellte, erfasst. Der Buchwert des Goodwills der Cherry Europe GmbH betrug zum 31.12.2022 somit TEUR 45.849. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit belief sich auf TEUR 136.761 und entspricht dem Nutzungswert. Deren Berechnung lagen Kapitalkosten von 8,25% zugrunde. Der Impairment-Bedarf resultiert im Wesentlichen daraus, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 sowie der Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2023 dazu geführt haben, dass die Gesellschaft vom ursprünglichen Wachstumspfad abwich und die Geschäftsentwicklung für 2023 sowie die Folgejahre überprüft und den aktuellen Gegebenheiten angepasst wurde. Die reduzierten Wachstumserwartungen sowie die gestiegenen Kapitalkosten wirkten sich negativ auf den zukünftigen Nutzenzufluss aus.

6.3. Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten

Die Nutzungsrechte (NR) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
in T€
NR Bauten NR Maschinen NR Werkzeuge NR Fuhrpark NR Geschäfts- und Betriebsausstattung Summe
Stand 01.01.2022 10.947 8.646 2.606 535 43 22.778
Zugänge 56 1.416 478 371 - 2.321
Abgänge - - - -167 -15 -182
Umbuchungen - - - 20 -20 -
Währungsumrechnungseffekte -10 - - -2 - -12
Stand 31.12.2022 10.993 10.062 3.084 757 8 24.905
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 560 13 - 45 - 618
Zugänge 705 6.260 188 310 - 7.462
Abgänge -700 -1.076 -371 -122 - -2.269
Umbuchungen - - - - - -
Währungsumrechnungseffekte -43 - - -8 - -51
Stand 31.12.2023 11.515 15.259 2.901 982 8 30.665
Abschreibungen und Wertminderungen
in T€
NR Bauten NR Maschinen NR Werkzeuge NR Fuhrpark NR Geschäfts- und Betriebsausstattung Summe
Stand 01.01.2022 1.639 2.045 869 211 25 4.789
Abschreibung des Jahres 1.393 1.925 508 192 4 4.022
Wertminderung - 1.661 - - - 1.661
Abgänge - - - -103 -16 -119
Umbuchungen - - - 18 -18 -
Währungsumrechnungseffekte -1 - - - - -1
Stand 31.12.2022 3.031 5.631 1.377 318 -5 10.352
Abschreibung des Jahres 1.548 1.641 567 306 5 4.067
Wertminderung 2.719 7.442 1.072 47 8 11.288
Abgänge -687 -1.076 -371 -122 - -2.257
Umbuchungen - - - - - -
Währungsumrechnungseffekte -46 - - -2 - -48
Stand 31.12.2023 6.565 13.638 2.645 547 8 23.403
Nettobuchwert
Stand 01.01.2022 9.308 6.601 1.737 324 18 17.989
Stand 31.12.2022 7.962 4.431 1.707 439 13 14.553
Stand 31.12.2023 4.950 1.621 256 435 - 7.262

Die Leasingaktivitäten der Cherry Gruppe beziehen sich im Wesentlichen auf das Leasen von Maschinen, Werkzeugen, Fuhrpark, Immobilien und IT. Leasingverträge für Maschinen liegen in der Regel zwischen 4 und 7 Jahren. Werkzeuge haben eine Laufzeit von 4 Jahren, bei Fahrzeugen liegt die Laufzeit bei 3 - 4 Jahren, Immobilienverträge haben eine Laufzeit von 10 - 12 Jahren und IT-Equipment von 3 - 5 Jahren.

Die Leasingverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Langfristige Schulden

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Leasingverbindlichkeit Bauten 6.510 6.665
Leasingverbindlichkeit Maschinen 7.684 4.546
Leasingverbindlichkeit Werkzeuge 974 1.416
Leasingverbindlichkeit Fuhrpark 286 263
Leasingverbindlichkeit Geschäfts- und Betriebsausstattung 3 8
Summe 15.457 12.898

Kurzfristige Schulden

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Leasingverbindlichkeit Bauten 1.319 1.439
Leasingverbindlichkeit Maschinen 2.952 1.855
Leasingverbindlichkeit Werkzeuge 486 557
Leasingverbindlichkeit Fuhrpark 246 171
Leasingverbindlichkeit Geschäfts- und Betriebsausstattung 5 5
Summe 5.008 4.027

Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten:

in T€ 2023 2022
bis 1 Jahr 5.008 4.027
1 bis 5 Jahre 13.450 10.002
über 5 Jahre 2.007 2.896
Summe 20.465 16.925
Leasingverbindlichkeit Bauten 7.829 8.104
bis 1 Jahr 1.319 1.439
1 bis 5 Jahre 4.503 3.887
über 5 Jahre 2.007 2.778
Leasingverbindlichkeit Maschinen 10.636 6.401
bis 1 Jahr 2.952 1.855
1 bis 5 Jahre 7.684 4.482
über 5 Jahre - 64
Leasingverbindlichkeit Werkzeuge 1.460 1.973
bis 1 Jahr 486 557
1 bis 5 Jahre 974 1.362
über 5 Jahre - 54
Leasingverbindlichkeit Fuhrpark 532 434
bis 1 Jahr 246 171
1 bis 5 Jahre 286 263
Leasingverbindlichkeit Geschäfts- und Betriebsausstattung 8 13
bis 1 Jahr 5 5
1 bis 5 Jahre 3 8

In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:

in T€ 2023 2022
Abschreibung der Nutzungsrechte 4.067 4.022
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 11.288 1.661
Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten 442 290
Leasingaufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 230 -
Leasingaufwand für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte 102 107
Erfolgswirksam erfasster Gesamtbetrag 16.129 6.080

Die Wertminderungen des Jahres 2023 in Höhe von TEUR 11.288 sind in der Gesamtergebnisrechnung unter den folgenden Posten ausgewiesen: TEUR 10.384 "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen", TEUR 166 Marketing- und Vertriebskosten, TEUR 247 Forschungs- und Entwicklungskosten und TEUR 491 Verwaltungskosten. Sie ergeben sich zum einen aus der Werthaltigkeitsbeurteilung im Rahmen der Neustrukturierung des Konzerns (TEUR 2.783, davon TEUR 2.717 Segment Components und TEUR 66 Segment Digital Health & Solutions) und zum anderen aus den unter 6.2 beschriebenen Wertminderungstests auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, in deren Rahmen die über einen Goodwill hinausgehende Wertminderung auf die übrigen unter IAS 36 zu beurteilenden Vermögenswerte verteilt wurde (TEUR 8.505, davon Segment Cherry Digital Health GmbH TEUR 35 und Segment Cherry Europe GmbH/Cherry Xtrfy AB TEUR 439 vor Resegmentierung, Segment Components TEUR 8.031 nach Resegmentierung).

Die Wertminderungen des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 1.661 sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" ausgewiesen, beziehen sich auf drei vollständig wertgeminderte Nutzungsrechte aus Leasingverträgen über Maschinen im Rahmen der Produktion der Cherry VIOLA Switches im Segment Cherry Europe GmbH und resultieren aus der geringen Nachfrage nach diesen Switches sowie der Entscheidung, die Technologie "Cherry VIOLA" nicht mehr weiter zu verfolgen und das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards auslaufen zu lassen.

Die Zahlungsmittelabflüsse der Gruppe für Leasingverhältnisse betrugen 2023 TEUR 5.032 (2022: TEUR 4.437).

Cherry hat zum 31.12.2023 einen Leasingvertrag über eine Immobilie abgeschlossen, dessen Laufzeit erst in 2024 beginnen wird. Die unkündbare Grundlaufzeit beläuft sich auf 36 Monate. Die monatliche Leasingrate beträgt etwa TEUR 19.

6.4. Vorräte

Die Aufteilung der Vorräte ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.477 16.321
Unfertige Erzeugnisse 3.735 2.407
Fertige Erzeugnisse 6.878 12.845
Handelsware 35.264 33.182
Geleistete Anzahlungen 92 266
Summe 62.446 65.021

Der Rückgang der Vorräte resultiert in erster Linie aus einem aktiven Management des Working Capital sowie einem umfassenden Bestellstop in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, der zu einem höheren Abverkauf der bestehenden Bestände führte und den starken Anstieg der Vorräte im Jahresverlauf 2023 (30.06.2023: TEUR 80.300) überkompensierte.

Die Summe der Wertberichtigungen auf die Vorräte beläuft sich zum 31.12.2023 inkl. Berücksichtigung von Wechselkurseinflüssen auf TEUR 6.122 (31.12.2022: TEUR 1.895). Im Vorjahr war darin ein positiver Effekt aus der Schätzungsänderung für Bewertungsabschläge in Höhe von TEUR 2.278 sowie Netto-Wertberichtigungen auf Vorräte von VIOLA Tastaturschaltern, Keyboards und Ersatzteilen in Höhe von TEUR 901 enthalten. Letztere wurden nicht im EBITDA, sondern nur im EBIT ausgewiesen. Im aktuellen Geschäftsjahr sind Abwertungen auf MX1-Bestände in Höhe von insgesamt TEUR 2.677 enthalten, die im Zuge der Neuausrichtung des Schaltergeschäft erforderlich waren, sowie TEUR 535 für die Wertberichtigung weiterer Artikel die im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit aller Vermögenswerte (aufgrund "Triggering Event") als nur eingeschränkt verkäuflich identifiziert wurden.

Die Bestandsabwertungen waren im Geschäftsjahr 2023 wie im Vorjahr in voller Höhe in den Umsatzkosten enthalten.

Die Erhöhung des Wertberichtigungsbedarf in 2023 ist im Wesentlichen von den Abwertungen der MX1-Bestände im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Segments COMPONENTS getrieben.

6.5. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen aus sonstigen Steuern 167 352
Rechnungsabgrenzungen 622 561
Sonstiges 290 1.327
Sonstige Vermögenswerte 1.079 2.240

Die Forderungen aus sonstigen Steuern betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Umsatzsteuer.

Die Rechnungsabgrenzungen enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Dienstleistungen, SAP-User sowie sonstige Software-Lizenzen, Wartungsleistungen und Versicherungen. Unter Sonstiges sind zum einen Kautionszahlungen für gemietete Büroräume und zum anderen, im vorherigen Geschäftsjahr, Sondereffekte aus dem Wechsel eines chinesischen Distributors enthalten. In diesem Zusammenhang wurden Waren, welche zum Bilanzstichtag noch nicht zurückgenommen wurden, unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRS 15 als sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

7. ERLÄUTERUNGEN ZU DEN KONZERNPASSIVA

7.1. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 24.300 (31.12.2022: TEUR 24.300) ist voll eingezahlt. Davon werden TEUR 1.110 (31.12.2022: TEUR 907) durch die Cherry SE selbst gehalten.

In der Hauptversammlung vom 11. Juni 2021 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 10.000.000,00 EUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2021/I).

In der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen (Bedingtes Kapital 2021/I).

Aktienrückkaufprogramm

Der Vorstand hat am 9. Juni 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, unter Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen ("Aktienrückkaufprogramm 2022"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 können im Zeitraum vom 13. Juni 2022 bis zum 30. Juni 2023 bis zu insgesamt 2.000.000 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 8,2% des zu Jahresbeginn vorhandenen Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal EUR 25,0 Mio. bis zu einer Preisobergrenze von EUR 14,00 je Aktie zurückgekauft werden. Bis zum Bilanzstichtag wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms unter Berücksichtigung der bislang wieder verwendeten eigenen Aktien insgesamt 1.110.284 Aktien im Volumen von rund TEUR 7.494 erworben. Das entspricht rund 4,6% des Grundkapitals der Gesellschaft. Die auf diesem Weg erworbenen eigenen Aktien der Gesellschaft können zu allen von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 23. Juni 2021 genehmigten Zwecken verwendet werden, insbesondere als Kaufpreisbestandteil für den Erwerb von Unternehmen oder zur Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Die eigenen Anteile werden in der Bilanz vom Eigenkapital abgezogen. Hieraus ergibt sich eine Reduzierung des gezeichneten Kapitals in Höhe von TEUR 1.110 (31.12.2022: TEUR 907) und der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 6.384 (31.12.2022: TEUR 5.917) zzgl. der aus dem Aktienrückkauf entstanden kumulierten Transaktionskosten in Höhe von TEUR 23 (2022: TEUR 17).

Zum 31.12.2023 umfasst das gezeichnete Kapital 24.300.000 (31.12.2022: 24.300.000) auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien), wovon 1.110.284 (31.12.2022: 907.117) von der Gesellschaft selbst gehalten werden.

Entwicklung der Aktienanzahl

in Stk. 2023 2022
Stand 1.1. 23.392.883 24.300.000
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen verwendete eigene Aktien 234.138 -
Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms zurückerworben -437.305 -907.117
Stand 31.12. 23.189.716 23.392.883

Kapitalrücklage

Der Wert der Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 257.324 (31.12.2022: TEUR 257.585). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms verminderte sich die Kapitalrücklage in 2023 um TEUR 2.025 (2022: TEUR 5.934). Im Zuge eines Unternehmenserwerbs in 2023 wurden eigene Aktien als Kaufpreisbestandteil verwendet, woraus sich eine Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 1.552 ergab.

Im Zusammenhang mit dem Börsengang in 2021 wurde ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm (LTI = Long Term Incentive Program) zunächst nur für den Vorstand der Cherry SE aufgesetzt. Dieses wurde im Geschäftsjahr 2022 auf weitere Mitglieder des Managements ausgeweitet. Es wird auf die Ausführungen in Abschnitt 11.3 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen verwiesen. Hieraus resultieren Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 212 (2022: TEUR 240), die gem. IFRS 2 direkt im Eigenkapital zu erfassen sind und somit die Kapitalrücklage erhöht haben.

Übriges kumuliertes Eigenkapital

Das übrige kumulierte Eigenkapital für Gewinne und Verluste aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 2.391 (2022: TEUR 4.777) resultiert aus den Differenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen in die Berichtswährung des Konzerns (Euro).

Des Weiteren werden versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 10 (2022: Gewinn TEUR 121) erfasst und darauf anfallende latente Steuern in Höhe von TEUR 5 (2022: TEUR -35) werden ebenfalls im Übrigen kumulierten Eigenkapital ausgewiesen.

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

7.2. Rückstellungen für Pensionen

Diese Rückstellung beinhaltet die Deferred Compensation für Führungskräfte und die leistungsorientierte Altersversorgung für Mitarbeiter, die einen Eigenbeitrag zu ihrer Altersversorgung durch Entgeltverzicht leisten. Die Rückstellungen für Pensionen werden für leistungsorientierte Versorgungszusagen in Deutschland gegenüber aktiven und ehemaligen Mitarbeitern und deren Hinterbliebene gebildet.

Die Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Project-Unit-Credit-Methode) berechnet. Entsprechend der Zusage werden Versorgungsleistungen bei Erreichen der Altersrente, vorzeitiger Altersrente oder Tod gewährt.

Bei der Deferred Compensation-Regelung verzichteten Führungskräfte auf Teile ihrer Incentive-Zahlung, die in ein Altersversorgungskapital umgewandelt wird, welches frühestens nach dem 62. Lebensjahr ausbezahlt werden kann.

Die leistungsorientierte Pensionszusage als wesentliches Element der betrieblichen Altersversorgung, sog. ZF-Rente, wird ausschließlich bei deutschen Gesellschaften der Cherry Gruppe angewandt. Die ZF-Rente wurde am 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 93 (31.12.2022: TEUR 97) bilanziert und wurde unter den Rückstellungen für Pensionen und sonstige Verpflichtungen ausgewiesen. Bestandteil dieser ZF-Rente ist auch die sogenannte Jubiläumsvergütung. Auf der Basis einer Betriebsvereinbarung erhält ein Jubilar für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit 1,3 Monatsentgelte und für 40 Jahre 2,3 Monatsentgelte als Jubiläumsvergütung. Diese Jubiläumsvergütung kommt jedoch nicht zur Auszahlung an den Jubilar. Stattdessen wird aus diesem Kapital ein sog. Jubiläumsrentenbaustein gebildet.

Ein weiterer Baustein der Altersversorgung ist die Unterstützungskasse für Mitglieder des oberen Führungskreises. Hier handelt es sich um eine arbeitgeberfinanzierte Leistung. Für diesen Personenkreis gab es in der Vergangenheit auch noch die Möglichkeit der Deferred Compensation. Der Bilanzwert für diesen Durchführungsweg betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 85 (31.12.2022: TEUR 621).

Die Höhe der Verpflichtungen aus den Zusagen wurde auf Basis versicherungsmathematischer Methoden berechnet. Bei der Bewertung wurden folgende Parameter unterstellt:

Inland

in % 31.12.2023 31.12.2022
Diskontierungssatz 3,50 3,41
Rententrend 1,0 1,0
Duration in Jahren 18 6

Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck für die deutschen Verpflichtungen verwendet.

Eine Änderung des angegebenen Rechnungszinsfußes um +/- 0,25 %-Punkte hätte zum 31.12.2023 eine Reduzierung von TEUR 7,4 (31.12.2022: TEUR 8,1) bzw. Erhöhung von TEUR 7,9 (31.12.2022: TEUR 8,6) der Versorgungsverpflichtung für die Pensionszusagen zur Folge. Für die Berechnung der Sensitivität wurde die gleiche Methode angewandt wie für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen in der Bilanz.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge ergeben sich wie folgt:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Barwert der rückstellungsfinanzierten Versorgungszusagen 178 718
Barwert der fondsfinanzierten Versorgungszusagen - -
Rückstellungen für Pensionen 178 718

Im Berichtsjahr hat sich der Barwert der Pensionsverpflichtung wie folgt entwickelt:

Entwicklung des Barwertes der Pensionsverpflichtung

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 01.01. 718 917
Zinsaufwand 21 6
Neu entstandene vers.-math. (Gewinne) / Verluste -10 -127
Zahlungen der Versorgungspläne -551 -78
Sonstige Änderungen - -
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen zum 31.12. 178 718

Die neu entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste resultieren überwiegend aus finanzmathematischen Effekten.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfassten Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Zusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Aufteilung des Pensionsaufwandes

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Aufwand für im Berichtsjahr erdiente Pensionsansprüche - -
Zinsaufwand 21 6
Summe 21 6

Die Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen ist in den Zinsaufwendungen im Finanzergebnis enthalten.

Aus den zum Stichtag bestehenden Pensionsvereinbarungen entstehen der Cherry Gruppe die nachfolgenden Rentenzahlungsverpflichtungen, aufgegliedert nach Fälligkeiten:

Fälligkeitsanalysen der Leistungszahlungen

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
bis 1 Jahr 2 194
über 1 Jahr 176 524
178 718

Beitragsorientierte Pensionszusagen als betriebliche Altersversorgungen werden sowohl in der deutschen Tochtergesellschaft als auch bei den ausländischen Gesellschaften aufwandswirksam erfasst. Insgesamt ergeben sich Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 2.131 (2022: TEUR 2.545).

7.3. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der sonstigen Rückstellung ist nachfolgend dargestellt:

Sonstige Rückstellungen (kurzfristig)

in T€ Gewährleistung Sonstige Summe
Stand 01.01.2023 178 75 253
Zugang aus Unternehmenszusammenschlüssen 26 - 26
Verbrauch - -52 -52
Auflösung - -22 -22
Zuführung 325 63 388
Währungseffekte -5 - -5
Stand 31.12.2023 524 64 588

Die Rückstellung für Gewährleistung wird anhand der Erfahrungen aus vergangenen Jahren gebildet. Die den Berechnungen der Gewährleistungsrückstellung zugrunde liegenden Annahmen basieren auf dem aktuellen Absatzniveau und den aktuell verfügbaren Daten über Reklamationen für die verkauften Produkte innerhalb des Gewährleistungszeitraums.

Sonstige Rückstellungen (langfristig)

in T€ Gewährleistung Jubiläum Summe
Stand 01.01.2023 345 420 765
Verbrauch -151 -44 -195
Auflösung - - -
Zuführung 174 10 184
Aufzinsung (+) / Abzinsung (-) - 14 14
Währungseffekte -1 - -1
Stand 31.12.2023 367 400 767

Der langfristige Teil der Gewährleistungsrückstellungen umfasst einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren. Jubiläumsgelder sind für das 25-jährige und das 40-jährige Dienstjubiläum zugesagt.

7.4. Sonstige nicht-finanzielle und finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige nicht-finanzielle und finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig)

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Personalverbindlichkeiten 8.729 2.400
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 1.372 677
Vertragsverbindlichkeiten - 759
Sonstige Verbindlichkeiten 116 -
Summe Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 10.217 3.836
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 9.085 6.088
Summe 19.302 9.924

Die Personalverbindlichkeiten enthalten zum 31.12.2023 wie im Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Urlaubsansprüchen und Zeitguthaben sowie erfolgsabhängige Zahlungen und Freistellungs- bzw. Abfindungszahlungen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Ende 2023 beschlossenen Repositionierung des Geschäftsbereichs Components.

In den sonstigen Steuerverbindlichkeiten sind sowohl Lohnsteuer- als auch Umsatzsteuerverbindlichkeiten enthalten.

Die Vertragsverbindlichkeiten werden grundsätzlich in Abhängigkeit von der Laufzeit unter den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Diese werden je Stück der abgenommenen Menge in den Umsatzerlösen realisiert. Von dem Buchwert der Vertragsverbindlichkeiten zum 31.12.2022 in Höhe von TEUR 759 führten TEUR 759 zu Umsatzerlösen in 2023. Im Geschäftsjahr 2023 kamen keine weiteren Vertragsverbindlichkeiten dazu.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Kundenboni in Höhe von TEUR 5.837 (31.12.2022: TEUR 1.195) und Werbekostenzuschüssen in Höhe von TEUR 38 (31.12.2022: TEUR 734), die auf Marketingmaßnahmen mit Kunden der ersten und zweiten Handelsstufen basieren sowie aus Abgrenzungen zu Leistungen des Aufsichtsrats und zur Jahresabschlussprüfung. Der Kundenbonus wird anhand eines definierten Umsatzzieles ermittelt und setzt sich aus dem Jahresbonus und Quartalsbonus für das 4. Quartal des jeweiligen Jahres zusammen und wird umsatzmindernd verbucht.

Im Übrigen sind Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen von TEUR 761 (31.12.2022: TEUR 3.617), Verbindlichkeiten aus Kaufpreiszahlungen aus Unternehmenserwerb von TEUR 724 (31.12.2022: TEUR 0) sowie derivative Finanzinstrumente von TEUR 143 (31.12.2022: TEUR 0) enthalten.

Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig)

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Investitionszuwendungen 95 105

Die Investitionszuwendungen betreffen geförderte Produktionsanlagen einer ausländischen Tochtergesellschaft.

7.5. Finanzverbindlichkeiten

Die kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten der Cherry Gruppe betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Am 29. Juni 2021 wurde ein Kreditrahmen mit der UniCredit Bank GmbH in München in Höhe von insgesamt TEUR 55.000 vereinbart, wovon TEUR 10.000 als Kontokorrentlinie bestimmt sind.

Der Kreditrahmen war zum 31. Dezember 2023 mit TEUR 45.000 (31.12.2022: TEUR 45.000) (Tranche A) ausgenutzt. Für den Kreditvertrag wurden keine dinglichen Sicherheiten bestellt. Die Kontokorrentlinie von TEUR 10.000 war zum 31.12.2023 nicht in Anspruch genommen. Zum Bilanzstichtag bestanden Garantien seitens der Bank i. H. v. TEUR 305 (davon: Mietbürgschaft TEUR 300, Zoll-Aval TEUR 5), welche die verfügbare Kontokorrentlinie entsprechend reduzierten.

Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Der Zinssatz für jedes Darlehen ergibt sich aus dem Prozentsatz der Summe der jeweils anwendbaren Zinssätze, bestehend aus einer Bank-Marge als Aufschlag auf den zugrundeliegenden EURIBOR-Zinssatz für die entsprechend abgeschlossene Laufzeit der Ziehung für die Tranche A (3- oder 6 Monate) und die Kontokorrentlinie (1, 3 oder 6 Monate). Im Dezember 2023 wurde im Zuge der Vereinbarung zur Anpassung des Kreditrahmens auch die vereinbarte Marge angepasst. Zudem wird ein Bereitstellungszins (Commitment Fee) zum 31.12.2023 in Höhe von 0,753% für die nicht in Anspruch genommenen Beträge innerhalb der Tranche A und der Kontokorrentlinie berechnet. Die Gewährung des Kreditvertrages unterliegt der Einhaltung der Finanzkennzahl (Financial Covenants) Nettoverschuldungsgrad (Net leverage ratio). Der Nettoverschuldungsgrad ist beschränkt auf eine Relation der Nettoverschuldung im Verhältnis von 2,25 des bereinigten EBITDA über 12 Monate.

Die vereinbarten Kennzahlen wurden zum 3. Quartal 2023 erstmalig nicht eingehalten, was der UniCredit Bank GmbH am 15. November mittels eines Compliance Certificates mitgeteilt wurde. In dem Zusammenhang wurde ein Waiver-Antrag gestellt, welchem die Bank am 21. Dezember unter bestimmten Bedingungen stattgegeben hat. Mit der UniCredit Bank GmbH wurde vereinbart, dass Ende Januar 2024 ein Betrag in Höhe von TEUR 10.000 vorfällig getilgt sowie die Kontokorrentlinie um TEUR 5.000 vermindert wird. In diesem Zusammenhang ist eine Bearbeitungsgebühr von TEUR 200 zu leisten, zudem wurde die Marge auf die verbleibende gezogene Kreditlinie i. H. v. EUR 35,0 Mio. um 1,0 PP. erhöht. Da die Covenants auch zum 4. Quartal 2023 nicht eingehalten waren, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 das Recht, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zu stellen, weshalb die Bankverbindlichkeiten in der Bilanz vollständig in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten auswiesen werden. Am 3. Mai 2024 wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine neue Vereinbarung unterzeichnet, welche die weitere Finanzierung der Gesellschaft sicherstellt. Weitere Informationen dazu finden sich im Nachtragsbericht unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig)

Zum 31.12.2023 bestehen neben dem oben beschriebenen Darlehen mit der UniCredit Bank GmbH (Tranche A) in Höhe von nominal TEUR 45.000 kurzfristige Bankdarlehen bei ausländischen Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 209 (31.12.2022: TEUR 208).

Finanzverbindlichkeiten (langfristig)

Zum 31.12.2023 umfassen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten im Wesentlichen ein Finanzierungsdarlehen eines inländischen Tochterunternehmens TEUR 174 (31.12.2022: TEUR 218) und langfristige Bankdarlehen eines ausländischen Tochterunternehmens mit TEUR 52 (31.12.2022: TEUR 253). Im Vorjahr war daneben der langfristige Teil des in Anspruch genommenen Kreditrahmens (Tranche A) mit nominal TEUR 45.000 enthalten.

7.6. Latente Steuern

Nach gegenseitiger Aufrechnung von Forderungen und Schulden ergeben sich die folgenden, im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Aktive latente Steuern 3.283 4.938
Passive latente Steuer 10.746 20.216

Die latenten Steuerforderungen und Steuerschulden entfallen auf folgende wesentliche Bilanzpositionen:

31.12.2023 31.12.2022
in T€ Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielles Vermögen 715 15.393 429 22.036
Sachanlagen 1.005 - 69 2.143
Forderungen 300 17 258 24
Vorräte 1.280 344 1.412 -
Sonstige Aktiva 8 71 1 300
Pensionsrückstellungen 15 - 22 -
Sonstige Rückstellungen 27 - 6 -
Verbindlichkeiten 609 77 95 76
Verlustvorträge 703 - 6.319 -
Nutzungsrechte Leasing - 2.161 - 4.193
Leasingverbindlichkeiten 5.938 - 4.883 -
Summe 10.600 18.063 13.494 28.772
Verrechnung -7.317 -7.317 -8.556 -8.556
Summe 3.283 10.746 4.938 20.216

Verlustvorträge bestehen in Höhe von TEUR 49.388 (31.12.2022: TEUR 16.413), wovon innerhalb der nächsten 20 Jahre TEUR 3.762 (31.12.2022: TEUR 15.824) nutzbar sind. Hieraus resultieren aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 703 (31.12.2022: TEUR 4.176).

Auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 45.626 wurden zum 31.12.2023 (31.12.2022: TEUR 589) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Die Verluste sind in Höhe von TEUR 552 (31.12.2022: 589) innerhalb der nächsten 20 Jahre und in Höhe von TEUR 45.074 (31.12.2022: TEUR 0) unbegrenzt nutzbar. Ferner bestehen Zinsvorträge in Höhe von TEUR 10.059. die zu aktiven latenten Steuern von TEUR 2.627 (31.12.2022: TEUR 2.144) führen, die mangels Nutzungsmöglichkeit nicht aktiviert wurden.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden zum 31. Dezember 2023 keine latenten Steuern in Höhe von TEUR 909 (31.12.2022: TEUR 990) gebildet, weil das Unternehmen deren Auflösung steuern kann und auf absehbare Zeit keine Auflösungen erfolgen werden. Der tatsächliche Ertragsteueraufwand hat sich in 2023 nicht aus Steuergutschriften gemindert (2022: TEUR 20).

Die Veränderung der permanenten Differenzen entfällt im Wesentlichen auf die erfolgwirksame Abschreibung in Höhe von TEUR 55.866 (31.12.2022: TEUR 29.882), die sich aus der Bewertung der Vermögenswerte (Impairment Goodwill) ergeben, sowie auf erfolgsneutrale Verbuchungen von dem Erwerb eigener Anteile sowie Aktienoptionen (TEUR 62) sowie TEUR 20 aus der erstmaligen Einbeziehung der neu erworbenen schwedischen Tochtergesellschaft. Im periodenfremden Steueraufwand ist ein Betrag von TEUR 5.952 (31.12.2022: TEUR 0) aus der Auflösung von aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge enthalten.

Der Konzernsteuersatz hat sich in 2023 verändert und beträgt 29,56 % (2022: 29,13 %). Er beinhaltet deutsche Körperschaftsteuer von 15 % zzgl. Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % sowie Gewerbesteuer in Höhe von 13,7 % (2022: 13,3 %). Die Veränderung des Steuersatzes ergibt sich aus einer veränderten Gewichtung der Betriebsstätten im Rahmen der Berechnung des durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatzes. Die angewandten lokalen Ertragssteuersätze für ausländische Gesellschaften variieren zwischen 16,5 % und 25,0 % (2022: 16,5 % und 26,63 %). Die Veränderung des höchsten ausländischen Steuersatzes resultiert daraus, dass sich die Income Tax Rate (local) in den USA von 5,627 % auf 2,361 % reduziert hat und nunmehr in Zhuhai (China) mit 25% der höchste ausländische Steuersatz zur Anwendung kommt. Der latente Steueraufwand, der auf Änderungen der Steuersätze beruht, beläuft sich auf TEUR 394 (31.12.2022: TEUR 45).

Die aktiven latenten Steuern beinhalten einen Betrag von TEUR 931 (31.12.2022: TEUR 6.738), bei dem die latenten Steueransprüche die latenten Steuerverbindlichkeiten übersteigen und der sich auf Konzernunternehmen bezieht, die einen Verlust verzeichnet haben. Aufgrund der aktuellen Planung für diese Unternehmen kam der Konzern zu dem Schluss, dass die latenten Steueransprüche unter Verwendung des geschätzten zukünftigen zu versteuernden Einkommens erzielbar sind.

Im Folgenden ist eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das Ergebnis vor Ertragsteuern mit dem durchschnittlichen Konzernsteuersatz multipliziert.

in T€ 2023 2022
Ergebnis vor Ertragsteuern -133.807 -38.348
Erwarteter Ertragsteueraufwand -39.550 -11.169
Abweichende ausländische Steuerbelastung 315 -639
Steuerfreie Erträge -221 -251
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 345 353
Ausländische Quellensteuer 160 468
Steueranteil für Effekte aus Verlustvorträgen 8.859 6
Effekte aus Steuersatzänderungen 394 -
Periodenfremder Steueraufwand 6.170 135
Veränderung permanente Differenzen 16.596 8.466
Sonstiges 7 11
Effektiver Ertragsteueraufwand -6.926 -2.620
Effektive Steuerquote (in %) 5,2 6,8

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

8.1. Umsatzerlöse

Die nach IFRS 15 unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Preislisten und Preisnachlässen bilanzierten Umsatzerlöse gliedern sich dabei gemäß IFRS 15.114 wie folgt auf:

Umsätze nach Produktarten

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Keyboard Switches 10.864 21.639
Gaming Devices 28.172 19.571
Office 53.867 47.740
Industry 7.762 6.583
Point of Sales Products 2.771 3.887
Security 6.238 6.970
eHealth 16.787 26.124
Summe der Umsatzerlöse nach Segmenten und Produktarten 126.461 132.514

Die Umsatzerlöse für Gaming Devices im Jahr 2022 berücksichtigen den Wechsel zu einem neuen chinesischen Distributor, in dessen Zusammenhang eine separate Vereinbarung über die Rücknahme restlicher Warenbestände getroffen wurde, um diese direkt im Rahmen einer Erstausstattung an den neuen Distributor weiterverkaufen zu können. Durch Verzögerungen im Rücknahmeprozess, im Wesentlichen bedingt durch nicht abgeschlossene Qualitätsprüfungen bei der Rücknahme, konnten bis zum Jahresende 2022 Waren im Wert von CNY 10,8 Mio. (~ EUR 1,5 Mio.) noch nicht zurückgenommen und an den neuen Distributor ausgeliefert werden. Dies führte im Einklang mit den Regelungen des IFRS 15 zu einer temporären Verringerung der Umsatzerlöse, welche sich nach Abschluss des Distributorenwechsels vollständig aufgelöst hat. Der Rücknahmeprozess konnte im Februar 2023 vollständig abgeschlossen werden.

Die Cherry Gruppe bilanziert ihre Umsätze aus Verkäufen von Produkten und Dienstleistungen zeitpunktbezogen zum Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsgewalt an den Händler oder Kunden. Umsatzerlöse aus Verkäufen an Endverbraucher über Cherrys eCommerce-Kanäle werden zum Zeitpunkt der Übergabe der Waren an den Versanddienstleister bilanziert und anteilig - in Übereinstimmung mit den Vorgaben des IFRS 15.B20 ff. - um eine erwartete Rücksendequote aufgrund gesetzlich oder vertraglich zugesicherter Widerrufsrechte korrigiert, bis die Fristen zur Ausübung dieser Rechte durch den Kunden abgelaufen ist. (Noch) nicht bezahlte Lieferungen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanziert.

Die Umsatzerlöse nach Region beziehen sich auf die regionale Ansässigkeit der Kunden.

8.2. Sonstige betriebliche Erträge

in T€ 2023 2022
Währungsgewinne 805 1.748
Buchgewinne aus Verkäufen von Sachanlagen - 4
Sonstiges 223 224
Summe 1.028 1.976

Die Währungsgewinne in 2023 in Höhe von TEUR 805 (2022: TEUR 1.748) stammen aus Stichtagsbewertungseffekten sowie realisierten Wechselkurseffekten bei Transkationen in Fremdwährung.

Umsätze nach Regionen 2023

in T€ Deutschland USA China Hongkong Sonstige Summe
Components 1.252 1.202 2.198 4.526 1.686 10.864
Gaming Devices 859 1.613 18.098 1 7.601 28.172
Office Devices 23.576 7.822 2.782 47 30.173 64.400
Digital Health & Solutions 15.452 1.763 101 27 5.682 23.025
Summe der Umsätze nach Regionen 41.139 12.400 23.179 4.601 45.142 126.461

Umsätze nach Regionen 2022

in T€ Deutschland USA China Hongkong Sonstige Summe
Components 456 498 6.160 11.215 3.310 21.639
Gaming Devices 276 687 14.781 194 3.633 19.571
Office Devices 33.942 6.936 1.857 124 15.351 58.210
Digital Health & Solutions 25.195 1.122 114 - 6.663 33.094
Summe der Umsätze nach Regionen 59.869 9.243 22.912 11.533 28.957 132.514

8.3. Materialaufwand

in T€ 2023 2022
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 69.672 60.249
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.512 1.660
Summe 71.184 61.909

Im Geschäftsjahr 2023 betrug die Materialquote 56,3% (2022: 46,7%). Der gestiegene relative Materialaufwand ist im Wesentlichen getrieben durch einen positiven Einmaleffekt aus der Schätzungsänderung in Bezug auf Altersabschläge im Vorjahr (TEUR 2.278), welcher im abgelaufenen Geschäftsjahr entfallen ist, sowie höhere Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Segments COMPONENTS (TEUR 3.213) als auch negative Produktmixeffekte (TEUR 3.837).

8.4. Personalaufwand

Der erfasste Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:

in T€ 2023 2022
Direktes und indirektes Entgelt 33.381 27.723
Sozialabgaben 6.366 6.157
Aufwand für Altersversorgung 248 93
Summe 39.995 33.973

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden nach Regionen stellt sich wie folgt dar:

2023 2022
Europa 369 414
Nordamerika 14 17
Asien 106 96
Summe 489 527

Der Anstieg im Personalaufwand ist im Wesentlichen durch die Aufwendungen für Abfindungen und Lohnfortzahlungen ab dem Zeitpunkt der Freistellung der Mitarbeitenden im Rahmen der Restrukturierung getrieben (TEUR 5.755), welche im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst und zurückgestellt wurden und überwiegend in Geschäftsjahr 2024 zur Auszahlung kommen.

8.5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

in T€ 2023 2022
Währungsverluste 688 1.637
Buchverluste aus Verkäufen des Sachanlagevermögens 70 15
Buchverluste aus Verkäufen von immateriellen Vermögenswerten - 8
Sonstige Aufwendungen 79 196
Summe 837 1.856

Der Rückgang der sonstigen Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Währungsverlusten, was im Wesentlichen auf die in 2023 begonnene Absicherung von Transaktionen in USD sowie geringeren Wechselkursschwankungen zurückzuführen ist.

8.6. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2023 2022
Zinserträge und ähnliche Erträge -702 -8
Summe Zinserträge -702 -8
Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen 3.359 1.857
Aufwendungen aus Auf- und Abzinsungen 35 14
Summe Finanzaufwand 3.394 1.871
Summe 2.692 1.863

Die Zinsaufwendungen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen für das im Oktober 2021 aufgenommene Darlehen in Höhe von TEUR 2.551 (2022: TEUR 1.168) sowie Zinsaufwendungen im Rahmen von Leasingverpflichtungen in Höhe von TEUR 442 (2022: TEUR 290).

Das Darlehen wird zum Bilanzstichtag 31.12.2023 unverändert mit TEUR 45.000 in Anspruch genommen. Es ist variabel verzinslich und wird seit der letzten Zinserhöhung der EZB (September 2023) mit einem Zinsaufschlag (EURIBOR) von 3,972 % verzinst. Der Gesamtzins liegt bei 6,222% und der Zinsbetrag für ein Quartal bei TEUR 708. Bei einer Fortschreibung des Zinssatzes aus dem Q4 2023 ist unter Berücksichtigung der mit der UniCredit Bank GmbH vereinbarten Marge ohne Berücksichtigung einer Tilgung Ende Januar 2024 von steigenden Zinskosten von rund TEUR 450 p.a. auszugehen.

8.7. Ertragsteueraufwand

Die Zusammensetzung des Steueraufwands ist wie folgt:

in T€ 2023 2022
Latenter Steuerertrag (-) / -aufwand (+) -8.186 -5.410
Tatsächlicher Steuerertrag (-) / -aufwand (+) davon periodenfremd: TEUR 148 1.260 2.790
(2022: TEUR 135)
Summe -6.926 -2.620

Von den in der Bilanz erfassten latenten Steuern wurden im laufenden Geschäftsjahr insgesamt TEUR 5 (2022: TEUR -35) eigenkapitalerhöhend (im Vorjahr eigenkapitalmindernd) im sonstigen Ergebnis erfasst, ohne die Gewinn- und Verlustrechnung zu beeinflussen.

8.8. Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis in T€ Anzahl der Aktien in Tsd. Ergebnis je Aktie
in €
2023 2022
Konzernergebnis, das auf Aktionäre der Cherry SE entfällt -126.881 -35.728
Abzüglich verwässernder Effekt aus aktienbasierter Vergütung - -
Konzernergebnis, das auf Aktionäre der Cherry SE entfällt (zur Ermittlung des verwässerten Ergebnis je Aktie) -126.881 -35.728
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien 23.293 23.977
Verwässernder Effekt aus aktienbasierter Vergütung 1 6
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien (verwässert) 23.294 23.983
Unverwässertes Ergebnis je Aktie -5,45 -1,49
Verwässertes Ergebnis je Aktie -5,45 -1,49

9. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Über die Geschäftssegmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung und an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Der Vorstand, als Hauptenscheidungsträger, steuert das Unternehmen auf Ebene der vier operativen Geschäftsbereiche (bzw. -segmente) Components, Gaming Devices, Office Devices und Digital Health & Solutions. Aufgrund der gemeinsamen operativen Steuerung sowie inhaltlichen und wirtschaftlichen Vergleichbarkeit der Geschäftsbereiche Gaming Devices und Office Devices werden diese beiden Bereiche für die externe Berichterstattung, im Einklang mit den Vorgaben des IFRS 8, zu einem berichtspflichtigen Segment zusammengefasst.

Das Segment COMPONENTS beinhaltet die Entwicklung, die Produktion und den Absatz von Tastaturschaltern mit unterschiedlichen Produktspezifikationen, welche als Komponenten in Gaming-Tastaturen von global führenden Anbietern für Computer-Peripheriegeräte sowie in eigenen Tastaturen von Cherry verbaut werden.

Das Segment GAMING & OFFICE PERIPHERALS setzt sich aus den beiden operativen Geschäftsbereichen Gaming Devices und Office Devices zusammen und beinhaltet die Entwicklung, die Produktion und den Absatz von Computer-Peripheriegeräten für den professionellen Einsatz in den Bereichen Gaming, E-Sports, Office und Industry. Das Produktportfolio umfasst neben Tastaturen und Mäusen u. a. auch Desktop-Sets, Headsets, Mikrofone sowie diverse Merchandise-Artikel.

Das Segment DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS beinhaltet die Entwicklung, die Produktion und den Absatz von E-Health-Terminals und -PIN-Pads für das deutsche Gesundheitswesen sowie von hygienischen und sicheren Computer-Eingabegeräten. Darüber hinaus beinhaltet das Segment das Geschäft mit eingebetteten Systemlösungen in Form von IoT-Modulen ("Internet of Things").

Neben den berichtspflichtigen Segmenten wird eine weitere Berichtsspalte dargestellt. In der Spalte CORPORATE & CONSOLIDATIONS werden alle Kosten berichtet, die nicht unmittelbar durch die jeweiligen Segmente ausgelöst werden und daher durch diese auch nicht direkt beeinflussbar sind. Diese Kosten beinhalten i. W. die Funktionskosten der Konzernholding (Forschungs- und Entwicklungskosten, Marketing- und Vertriebskosten, Verwaltungskosten) sowie Verwaltungskosten im Allgemeinen. Beispiel dafür sind Kosten für das Senior Management und den Aufsichtsrat sowie der einzelnen Service Lines (z. B. General Counsel, People & Culture, Finance etc.), welche als interne Dienstleister Services über alle Segmente hinweg erbringen. Eine direkte Zuordnung auf ein Segment erfolgt nur für den Fall, dass die Kosten eindeutig zugeordnet werden können (z. B. externe Beratungskosten im Rahmen eines strategischen Projektes eines Segments). In der Berichtsspalte werden auch alle Umfänge der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, welche aus Sicht des Vorstands keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung in Bezug auf die Steuerung eines einzelnen Segments haben. Dies betrifft alle Ergebniszeilen unterhalb des EBIT (i. W. Finanzergebnis und Ertragssteuern). Darüber hinaus werden in der Spalte alle notwendigen Konsolidierungsbuchungen konzerninterner segmentübergreifender Transaktionen ausgewiesen (z. B. Umsatzkonsolidierung).

Den Segmenten werden alle steuerungsrelevanten Vermögenswerte und Schulden direkt zugeordnet. Die direkt auf die Segmente allokierten Vermögenswerte umfassen i. W. Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Schulden umfassen i. W. die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen (jeweils ohne Steuerverbindlichkeiten bzw. -rückstellungen). Bankguthaben sowie Finanzverbindlichkeiten und Eigenkapital werden nicht auf die Segmente allokiert, da der Cashflow, die Refinanzierung und Kapitalausstattung auf Ebene der Gruppe gesteuert werden und die Konzernholding übergreifend die Funktion der Liquiditätssteuerung übernimmt.

Der Vorstand bewertet die Ertragskraft der Geschäftssegmente auf Basis der Umsatzerlöse sowie des Bruttoergebnisses vom Umsatz (GPII-Marge). Die Ertragskraft des Konzerns wird auf Basis des Konzernumsatzes sowie des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA = adjusted earnings before interest, taxes and depreciation) bewertet.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Segmentangaben zu den berichtspflichtigen Segmenten für das Geschäftsjahr 2023, wie sie dem Vorstand übermittelt werden:

in T€ COMPONENTS GAMING & OFFICE PERIPHERALS DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS CORPORATE & CONSOLIDATIONS Konzern
Umsatzerlöse (Segmentumsatz) 13.366 92.572 23.025 -2.502 126.461
externe Umsatzerlöse 10.864 92.572 23.025 - 126.461
konzerninterne Umsatzerlöse 2.502 - - -2.502 -
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -48.642 -63.298 -14.446 2.610 -123.777
Bruttoergebnis vom Umsatz -35.276 29.274 8.579 108 2.684
Marketing- und Vertriebskosten -12.695 -18.547 -9.408 -3.034 -43.684
Forschungs- und Entwicklungskosten -5.424 -1.993 -6.827 -1.505 -15.749
Verwaltungskosten -586 -239 -467 -17.400 -18.693
Sonstiges betriebliches Ergebnis -6.295 -48.902 -654 176 -55.674
EBIT -60.277 -40.407 -8.777 -21.656 -131.116
EBIT (bereinigt) 1 -6.114 10.774 1.089 -19.004 -13.255
EBIT-Marge (bereinigt) 1 -45,7 % 11,6 % 4,7 % 759,6 % -10,5 %
Abschreibungen -53.392 -53.151 -13.372 -939 -120.855
EBITDA -6.885 12.745 4.596 -20.717 -10.261
EBITDA (bereinigt) 1 1.751 14.102 4.665 -18.445 2.073
EBITDA-Marge (bereinigt) 1 13,1 % 15,2 % 20,3 % 737,2 % 1,6 %

1 Bereinigt um einmalige und/oder nicht-operative Posten.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Segmentangaben für das Geschäftsjahr 2022:

in T€ COMPONENTS GAMING & OFFICE PERIPHERALS DIGITAL HEALTH & SOLUTIONS CORPORATE & CONSOLIDATIONS Konzern
Umsatzerlöse (Segmentumsatz) 25.912 77.781 33.093 -4.272 132.514
externe Umsatzerlöse 21.639 77.781 33.093 - 132.514
konzerninterne Umsatzerlöse 4.272 - - -4.272 -
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -34.284 -47.487 -18.370 4.497 -95.644
Bruttoergebnis vom Umsatz -8.373 30.295 14.723 225 36.870
Marketing- und Vertriebskosten -2.346 -12.679 -3.380 -925 -19.330
Forschungs- und Entwicklungskosten -2.860 -1.954 -3.808 -420 -9.042
Verwaltungskosten - 117 -458 -14.880 -15.221
Sonstiges betriebliches Ergebnis -29.882 - -45 166 -29.761
EBIT -43.461 15.779 7.033 -15.836 -36.485
EBIT (bereinigt) 1 -42.828 16.999 7.033 -14.709 -33.505
EBIT-Marge (bereinigt) 1 -165,3 % 21,9 % 21,3 % 344,3 % -25,3 %
Abschreibungen -42.279 -2.564 -3.301 -563 -48.706
EBITDA -1.182 18.343 10.333 -15.273 12.222
EBITDA (bereinigt) 1 -549 19.563 10.333 -14.147 15.201
EBITDA-Marge (bereinigt) 1 -2,1 % 25,2 % 31,2 % 331,1 % 11,5 %

1 Bereinigt um einmalige und/oder nicht-operative Posten.

Überleitung des EBIT auf das Betriebsergebnis vor Ertragsteuern:

in T€ 2023 2022
Bereinigtes EBIT der berichtspflichtigen Segmente 5.749 -18.796
Corporate & Consolidations -19.004 -14.709
Adjustments -117.861 -2.980
EBIT -131.116 -36.485
Finanzergebnis -2.691 -1.863
Ergebnis vor Ertragsteuern -133.807 -38.348

Die Adjustments beinhalten einmalige, nicht operative Sondereffekte im Zusammenhang mit Personalaufwendungen, Wertberichtigungen von Vorräten, M&A-Transaktionen, strategischen Projekten sowie sonstige einmalige, nicht operative Sondereffekte und Wertberichtigungen.

Unternehmensweite Angaben

Für die Umsatzerlöse nach Produktgruppen sowie nach geografischen Gebieten wird auf die Angaben zu den Umsatzerlösen unter 8.1 verwiesen. Die Zuordnung der Umsatzerlöse zu den geographischen Gebieten basiert auf der regionalen Ansässigkeit der Kunden.

Die langfristigen Vermögenswerte, ausgenommen Finanzinstrumente und latente Steueransprüche, sind in den folgenden Ländern belegen:

2023

in T€ Deutschland USA China Hongkong Restliches Europa Summe
Langfristige Vermögenswerte 50.207 11.035 10.782 15.855 6.425 94.304

2022

in T€ Deutschland USA China Hongkong Restliches Europa Summe
Langfristige Vermögenswerte 140.207 14.080 30.487 9.287 3.276 197.337

Im Geschäftsjahr 2023 wurden mit jeweils vier Kunden Umsatzerlöse von mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt. Mit einem Kunden wurden Umsatzerlöse von TEUR 18.783 (Segment Gaming TEUR 16.291 und Segment Office Peripherals TEUR 2.492), mit einem zweiten Kunden Umsatzerlöse von TEUR 16.387 (Segment Gaming TEUR 499, Segment Office Peripherals TEUR 15.540 und Segment Digital Health TEUR 348), mit einem dritten Kunden Umsatzerlöse von TEUR 14.287 (Segment Components TEUR 112, Segment Gaming TEUR 2.582 , Segment Office Peripherals TEUR 11.476 und Segment Digital Health TEUR 117) und mit einem weiteren Kunden Umsatzerlöse von TEUR 14.799 (Segment Gaming TEUR 324, Segment Office Peripherals TEUR 13.093 und Segment Digital Health TEUR 1.382) generiert. Im Geschäftsjahr 2022 wurden mit keinem Kunden Umsatzerlöse von mehr als 10% des Gesamtumsatzes generiert.

10. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung der Cherry Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Geschäftsjahr 2023 und im Vorjahr verändert haben, und gibt somit Auskunft über die Mittelherkunft und Mittelverwendung. Die gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" erstellte Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Im operativen Cash Flow sind Transaktionskosten für den Erwerb von Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 137 (2022: TEUR 282) enthalten.

Aus dem Unternehmenserwerb der Xtrfy Gaming AB sowie der Built on Experience AB ergab sich im Geschäftsjahr 2023 ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von TEUR 3.922 abzgl. der im Rahmen des Unternehmenserwerbs übernommenen Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 375.

In 2021 ergaben sich Zahlungsmittelabflüsse aus dem Kaufpreis für den Erwerb der Active Key in Höhe von 4.726 TEUR abzgl. der im Rahmen des Unternehmenserwerbs übernommenen Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 477. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit des Geschäftsjahrs 2022 sind weitere Zahlungsmittelabflüsse aus dem Kaufpreis in Höhe von TEUR 1.600 enthalten.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält die Aufnahme von Krediten in Höhe von TEUR 0 (2022: TEUR 0) sowie die Tilgung von Krediten in Höhe von TEUR 1.146 (2022: TEUR 617) bei der Cherry SE sowie in- und ausländischen Tochtergesellschaften. In Bezug auf die Aufnahme sowie Tilgung von Krediten wird auf die Ausführungen unter 7.5 Finanzverbindlichkeiten verwiesen.

Der Finanzmittelfond zum 31. Dezember 2023 setzt sich ausschließlich aus kurzfristigen Guthaben mit einer Restlaufzeit von höchstens 3 Monaten bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 46.083 (2022: TEUR 92.848) zusammen.

Überleitung der Bewegungen der Schulden auf die Kapitalflussrechnung aus Finanzierungstätigkeit:

in T€ Darlehen Leasing Summe
Anfangsbestand zum 01.01.2022 46.297 18.531 64.828
+ Neuaufnahme - - -
- Tilgung -617 -3.751 -4.368
+ / - sonstiges -194 2.145 1.951
Schlussbestand zum 31.12.2022 45.486 16.925 62.411
+ Zugang im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen 1.224 618 1.842
+ Neuaufnahme - - -
- Tilgung -1.146 -4.258 -5.404
+ / - sonstiges -267 7.180 6.913
Schlussbestand zum 31.12.2023 45.297 20.465 65.762

Unter Sonstiges wird im Wesentlichen die Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten, die nicht zu einem Mittelabfluss führte, und Fremdwährungseffekte ausgewiesen.

11. SONSTIGE ANGABEN

11.1. Haftungsverhältnisse

Garantiezusagen wurden im Geschäftsjahr 2023 wie im Vorjahr keine gegeben, ebenso existieren keine Eventualverbindlichkeiten.

11.2. Sonstige Angaben zum Risiko- und Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten

Kapitalsteuerung

Der Konzern bestimmt den Umfang des Kapitals im Verhältnis zum Risiko. Die Steuerung und gegebenenfalls die Anpassung der Kapitalstruktur erfolgen unter Berücksichtigung der Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds. Gegenstand der Steuerung sind das Eigenkapital sowie die langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, durch eine hohe Bonitätseinstufung und eine gute Eigenkapitalquote den Finanzierungsaufwand zu reduzieren und die finanzielle Stabilität aufrecht zu erhalten. Die Überwachung des Konzernkapitals erfolgt zentral durch die Unternehmensleitung zusammen mit dem Group Treasury. Die zum Bilanzstichtag wie auch zum 31. Dezember 2022 bestehenden jeweiligen Vereinbarungen mit den Kreditgebern beinhalten Nebenabreden zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen ("Covenants"). Diese Kennzahlen wurden zum 3. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres erstmalig nicht eingehalten, was der UniCredit Bank GmbH am 15. November mittels eines Compliance Certificates mitgeteilt wurde. In dem Zusammenhang wurde ein Waiver-Antrag gestellt, welchem die Bank am 21. Dezember unter bestimmten Bedingungen stattgegeben hatte. Da die Covenants auch zum 4. Quartal 2023 nicht eingehalten waren, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag die Möglichkeit den ausstehenden Betrag vorzeitig fällig zustellen. Am 3. Mai 2024 wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine Anpassung des bestehenden Darlehensvertrages-Darlehensvertrags vereinbart, welche die weitere Finanzierung der Gesellschaft sicherstellt. Weitere Informationen dazu finden sich im Nachtragsbericht unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".

Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen zur Finanzierungsstrategie sowie zur Vermögens- und Kapitalstruktur im Konzernlagebericht.

Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit ist der Cherry Konzern Zins- und Währungsrisiken ausgesetzt. Darüber hinaus können sich aus den bilanzierten Finanzinstrumenten Liquiditäts- und Kreditrisiken ergeben. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken soweitso weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Die Sicherungsmaßnahmen werden in der Regel in den betroffenen Einzelgesellschaften durchgeführt, die Währungsabsicherung erfolgt zentral durch den Konzern.

Zinsrisiko

Zinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinsschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsergebnisses sowie der Bilanzwerte der verzinslichen Vermögenswerte.

Im Oktober 2021 wurde ein Darlehen bei der UniCredit Bank GmbH aufgenommen, aus dem Zins- und Darlehenstilgungen zu leisten sind. Die Zinsen werden periodisch fixiert und basieren auf dem 12-Monats-Euribor bei einem Floor von 0%.

Eine hypothetische Erhöhung/Verminderung der Zinssätze um 25 Basispunkte pro Jahr bei den zum 31.12.2023 bestehenden verzinslichen Finanzverbindlichkeiten hätte zu einer Erhöhung/Verminderung des Zinsaufwandes von TEUR 113 (31.12.2022: TEUR 113) und vor Steuern zu einer entsprechenden Verringerung des Eigenkapitals geführt. Dies gilt unter Berücksichtigung des ZinsfloorsZins Floors nur für einen Zinssatz bis 0 %.

Währungsrisiko

Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Cherry Konzerns resultieren aus der operativen Tätigkeit auch Währungsrisiken, die sich aus Wechselkursschwankungen zwischen den funktionalen Währungen der Konzerngesellschaften und anderen Währungen ergeben. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind. Wesentliche originäre Posten, aus denen Währungsrisiken für den Konzern bestehen, sind Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten. Im Rahmen von in US-Dollar, Chinesischem Yuan und Great British Pound abgerechneten Transaktionen können sich Änderungen der jeweiligen Wechselkurse im Verhältnis zum Euro oder anderen funktionalen Währungen von Konzerngesellschaften wesentlich auf die Cashflows des Konzerns auswirken. Für den Konzern ist das Kursrisiko jedoch beherrschbar, da ein erheblicher Anteil des Materialeinkaufs im USD- bzw. CNY-Raum erfolgt und in China eine eigene Fertigung unterhalten wird. Für die Cherry Gruppe besteht ein Überhang an Ausgaben in US-Dollar im Vergleich zu den Einnahmen. Anfang 2023 wurde damit begonnen, Währungsabsicherungsgeschäfte für den USD zu tätigen. Offene Positionen aus dem steigenden Verkauf nach UK sind durch Preisanpassungsklauseln mit den Kunden teilweise gesichert.

Bei einer hypothetischen Veränderung der Wechselkurse um +/- 5% bei den zum 31.12.2023 bestehenden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die nicht in der funktionalen Währung des jeweiligen Konzernunternehmens denominiert sind, ergäbe sich ein Effekt auf den Gewinn oder Verlust vor Steuern und entsprechend das Eigenkapital in Höhe von TEUR -97 bzw. TEUR +107 (31.12.2022: TEUR -202 bzw. TEUR +223).

Liquiditätsrisiko

Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit aller Cherry Gesellschaften ist ein wichtiges Unternehmensziel. Die Finanzierung erfolgt überwiegend zentral durch die Holding Cherry SE und wird durch die Konzernleitung zusammen mit dem Treasury und Controlling überwacht.

Die folgende Tabelle zeigt die zum Stichtag undiskontierten vertraglich fixierten Zahlungen im Zusammenhang mit bilanzierten Finanzverbindlichkeiten. Es werden die nicht diskontierten Cashflows für die nächsten Geschäftsjahre angegeben. Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2023 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten, vor allem aus Darlehen, wurden unter Zugrundelegung der erwarteten Zinssätze ermittelt. Aufgrund der Umgliederung des Darlehens gegenüber der UniCredit Bank GmbH i.H.v. EUR 45,0 Mio. in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wurde das Darlehen in untenstehender Tabelle vollständig in den Cashflows des Jahres 2024 ausgewiesen. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zuzuordnen. Aufgrund der Tatsache, dass Cherry auch weiterhin eine Finanzierung in Form eines Darlehens benötigt, wurde für die Zinszahlungen von einem vergleichbaren Finanzierungsrahmen wie bisher ausgegangen, sodass entsprechende Zinszahlungen in 2024 sowie Folgejahren in die Cashflows einbezogen wurden. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.

Buchwert Cashflows
in T€ 31.12.2023 2024 2025 2026 ff.
Verzinsliche Darlehen 45.297 -47.966 -2.650 -1.333
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (ohne derivative Finanzinstrumente) 8.942 -8.942 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.808 -18.532 - -
Derivative Finanzinstrumente 143 -143 - -
Buchwert Cashflows
in T€ 31.12.2022 2023 2024 2025 ff.
Verzinsliche Darlehen 45.486 -2.288 -2.282 -48.736
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 6.088 -6.088 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.886 -30.886 - -

Kreditrisiken

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht darin, dass der andere Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das maximale Risiko besteht bei gewährten Krediten und Kundenforderungen in Höhe der bilanzierten Buchwerte vor Einzelwertberichtigungen. Das Ausfallrisiko bei den derivativen Finanzinstrumenten wird aufgrund des geringen Umfangs, der verhältnismäßig kurzen Laufzeiten sowie der guten Bonität der Vertragspartner als gering eingestuft. Offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden fortlaufend ans Management berichtet und überwacht. Überfällige Forderungen werden im Rahmen des Mahnwesens aktiv eingetrieben. In der Vergangenheit gab es ausschließlich geringfügige und nicht wesentliche Wertberichtigungsbedarfe auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, weshalb lediglich Einzelwertberichtigungen im Bedarfsfall vorgenommen werden.

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der wesentlichen Finanzinstrumente nach Klassen:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 30.611 16.348
Liquide Mittel 46.083 92.848
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 90 -
Summe 76.784 109.196
in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.808 30.886
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 45.071 208
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Derivative Finanzinstrumente) 8.942 6.088
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 226 45.278
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente 143 -
Summe 72.190 82.460

Der beizulegende Zeitwert der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (liquide Mittel) sowie der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Laufzeiten dem jeweiligen Buchwert. Das im Juni 2021 vereinbarte Darlehen wird variabel verzinst. Bewegungen des zugrundeliegenden Zinses bewirken künftig eine variable Zinsbelastung, so dass der Buchwert den Fair Value (der Hierarchie 2) im Wesentlichen widerspiegelt. Die Derivate in Form von Devisentermingeschäften sind zum Stichtag zum Fair Value (der Hierarchie 2) bewertet. Der Fair Value ermittelt sich als Barwert aus den zukünftigen Cashflows des Devisentermingeschäfts unter Verwendung der zugehörigen Zinsstrukturkurve.

Die erfolgswirksam erfassten Aufwendungen ergeben sich aus der Stichtagsbewertung der Derivate und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die aus den einzelnen Kategorien entstandenen ergebniswirksamen Effekte sind nachfolgend dargestellt:

Ertrags-, Aufwand-, Gewinn- oder Verlustposten der Wesentlichen Finanzinstrumente nach Klassen

2023
in T€
Zinserträge Zinsaufwand Bewertungseffekte Wertberichtigung Auflösung Wertberichtigungen Nettoergebnis
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 698 - - -58 - 640
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - -2.546 - - - -2.546
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten (Derivate) - - -143 - - -143
Summe 698 -2.546 -143 -58 - -2.049
2022
in T€
Zinserträge Zinsaufwand Bewertungseffekte Wertberichtigung Auflösung Wertberichtigungen Nettoergebnis
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 8 - - -113 - -105
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten - -1.304 - - - -1.304
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten (Derivate) - - - - - -
Summe 8 -1.304 - -113 - -1.409

Der erfolgswirksam erfasste Netto-Fremdwährungsgewinn von TEUR 97 (2022: Netto-Fremdwährungsgewinn TEUR 111) bezieht sich auf die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Nach IFRS 7 sind zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Finanzinstrumente in eine dreistufige Bewertungshierarchie einzuordnen (Level 1: Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert anhand von Marktpreisen direkt ermittelt werden kann; Level 2: Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert auf Basis von beobachtbaren Marktdaten direkt oder indirekt ermittelt werden kann; Level 3: Finanzinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte sich über Bewertungsverfahren errechnen, bei denen nicht direkt auf dem aktiven Markt beobachtbare Faktoren einbezogen werden).

Bei Cherry wurden zum 31.12.2023 derivative Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert (der Hierarchie 2) bewertet, während zum 31.12.2022 weder Vermögenswerte noch Schulden zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

11.3. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit tritt der Cherry Konzern mit zahlreichen Unternehmen in Geschäftsbeziehungen. Darunter können sich auch nahestehende Unternehmen befinden. Nahestehende Unternehmen gem. IAS 24 sind für den Cherry Konzern zum 31.12.2023 die Gesellschaften im Argand Verbund (maßgeblicher Einfluss), darunter im Einzelnen:

Cherry TopCo S.à.r.l., Luxembourg

Cherry HoldCo S.à.r.L, Luxembourg

Cherry MEP Strip GP GmbH, Berlin

Rainier Co-Investment Holdings, LP, Cayman Islands

Argand Partners; LP, New York, USA

Die Cherry SE erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Konsolidierungskreis. Dieser wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

In 2023 wie auch im Vorjahr ergaben sich keine Transaktionen mit den oben genannten nahestehenden Unternehmen und zum 31.12.2023 wie auch im Vorjahr bestanden keine offenen Salden.

Angaben nach IFRS 2 Share-based Payments

Im Zusammenhang mit dem Börsengang wurde ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm (LTI = Long Term Incentive Program) zunächst nur für den Vorstand der Cherry SE aufgesetzt. Das LTI besteht ergänzend zur Vorstandsvergütung in Form eines Festgehalts sowie einer kurzfristigen Anreizvergütung (STI). Das LTI wird jeweils für ein Geschäftsjahr (Gewährungsjahr) gewährt und hat einen Bemessungszeitraum von drei Jahren (LTI-Performance-Periode) und eine einjährige Sperrfrist (Lock-up-Periode). Der Anspruch auf LTI ist grundsätzlich ein Barauszahlungsanspruch, der von der Gesellschaft allerdings auch in Aktien der Gesellschaft erfüllt werden kann. Die Gesellschaft wird in Aktien erfüllen. Die Vergütung erfolgt über virtuelle Aktien, deren Anzahl von der Erreichung der LTI-Erfolgsziele abhängig ist. Diese LTI-Erfolgsziele basieren regelmäßig zu 50 % auf dem bereinigten EBITDA des Konzerns und zu 50 % auf der relativen Entwicklung der Aktienrendite der Cherry SE (Total Shareholder Return - TSR). Der Wert der virtuellen Aktien, die zur Auszahlung kommen, bemisst sich nach dem zukünftigen Aktienkurs der Gesellschaft. Im Geschäftsjahr 2022 wurde das LTI auf ausgewählte Mitarbeiter außerhalb des Vorstands ausgeweitet. Bei dem LTI handelt es sich um einen equity-settled plan i.S.d. IFRS 2. Die Bewertung des Fair Value i.S.d. IFRS 2 zum jeweiligen Gewährungszeitpunkt erfolgte auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung der Bedingungen des Plans. Das Modell simuliert den TSR und vergleicht ihn mit der Gruppe der SDAX-Unternehmen. Es berücksichtigt die Volatilität des Aktienkurses der Cherry SE im Vergleich zum SDAX.

Wesentliche Parameter, die im Modell verwendet wurden:

Gewichteter durchschnittlicher beizulegender Zeitwert am Tag der Gewährung: 6,11 € (2022: 18,73 €)

Aktienkurs am Tag der Gewährung: 7,58 € bzw. 3,87 € (2022: 24,90 bzw. 7,58 €)

Erwartete Volatilität (gewichteter Durchschnitt): 52,4 % (2022: 57,6 %)

Erwartete Laufzeit (gewichteter Durchschnitt): 3,9 Jahre (2022: 3,9 Jahre)

Erwartete Dividenden: 0,0 % (2022: 0,0 %)

Risikoloser Zinssatz: 2,58 % bzw. 2,55 % (2022: -0,55 bzw. 2,55 %)

Die erwartete Laufzeit basiert auf historischen Daten und aktuellen Schätzungen und spiegelt nicht notwendigerweise die künftigen tatsächlichen Ausübungsmuster wider. Die erwartete Volatilität basiert auf der Annahme, dass historische Volatilitäten, die dem Zeitraum der erwarteten Laufzeiten entsprechen, indikativ für künftige Trends sind, was nicht notwendigerweise dem tatsächlichen Ergebnis entspricht.

In 2023 wurden insgesamt 165.012 (2022: 34.125) virtuelle Aktien gewährt. Somit beträgt der Stand der gewährten virtuellen Aktien zum 31.12.2023 209.837 (31.12.2022: 44.825).

In 2023 sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 212 (2022: TEUR 240) aus dem LTI im Personalaufwand erfasst, die mit der Kapitalrücklage verrechnet wurden.

Darüber hinaus sind auch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren Angehörige als nahestehende Personen zu qualifizieren.

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2023 an:

Oliver Kaltner, Chief Executive Officer (seit 1. Januar 2023)

Bernd Wagner, Chief Financial Officer (bis 31. März 2023)

Dr. Mathias Dähn, Chief Financial Officer (seit 15. April 2023)

Dr. Udo Streller, Chief Operating Officer

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2023 an:

Herr Marcel Stolk, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Herr James Burns, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses

Herr Joachim Coers, Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses (bis 31. Dezember 2023)

Frau Heather Faust, Vorsitzende des Personal- und Vergütungsausschusses und Mitglied des Prüfungsausschusses

Herr Steven M. Greenberg, Vorsitzender des Nominierungsausschusses

Herr Tariq Osman, Mitglied des Nominierungsausschusses und Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses (bis 17. Mai 2023)

Herr Dino Sawaya, Mitglied des Prüfungsausschusses und Mitglied des Nominierungsausschusses

Frau Charlotte Hovmand Johs, Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses (seit 17. Mai 2023)

Entlohnung der Führungskräfte

in T€ 2023 2022
Kurzfristige Leistungen 1.604 1.160
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 8 12
Andere langfristige Leistungen - -
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 972 193
Anteilsbasierte Vergütungen 205 236
Summe 2.789 1.601

Die Angaben beziehen sich auf den Vorstand der Cherry SE. Die Beträge umfassen neben den Grundgehältern, Beiträgen zur Sozialversicherung und Altersversorgungen, Boni und Firmenwägen sowie die anteilsbasierte Vergütung aus den jeweiligen Beteiligungsprogrammen.

Der Aufwand für die fixe Vergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2023 TEUR 488 (2022: TEUR 493). Sonstige Bezüge, im Wesentlichen Spesen, fielen in Höhe von insgesamt TEUR 49 (2022: TEUR 31) an. Darüber hinaus ergaben sich Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung von TEUR 0 (2022: TEUR 0).

In 2023 wurden, wie im Vorjahr, keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats gewährt.

11.4. Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der Cherry SE haben zum 13. Januar 2024 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Website der Cherry SE unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ öffentlich zugänglich gemacht.

11.5. Honorar des Abschlussprüfers

in T€ 2023 2022
Abschlussprüferleistungen 983 578
Andere Bestätigungsleistungen - 32
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 10 -
Summe 993 610

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde in Übereinkunft mit dem Aufsichtsrat sowie unter Zustimmung der ordentlichen Hauptversammlung vom 17. Mai 2023 ein Wechsel des Abschlussprüfers auf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM Ebner Stolz (RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Niederlassung Stuttgart) vorgenommen, welche die Prüfung von Ernst & Young (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf) übernommen hat.

Die Abschlussprüferleistungen beinhalten i. W. die Honorare für die Konzernabschlussprüfung inklusive der zugehörigen Prüfungen, die für börsennotierte Unternehmen verpflichtend sind (z. B. formale Prüfung des Vorstandsvergütungsberichts, ESEF-Tagging etc.) sowie die Jahresabschlussprüfungen der Cherry SE und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen.

Im Jahr 2023 wurden keine Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen geleistet. Im Vorjahr wurden dort Prüfungsleistungen im Zusammenhang mit dem Formwechsel der ehemaligen Cherry AG in eine SE ("Societas Europaea") ausgewiesen.

Wie auch im Vorjahr, wurden keine Steuerberatungsleistungen durch den Abschlussprüfer erbracht.

Der im Berichtsjahr entstandene Honoraraufwand für die Leistungen des Abschlussprüfers ist in den Verwaltungskosten enthalten. In der Gesamtsumme sind jeweils auch die Kosten des Verbundes des jeweiligen Abschlussprüfers enthalten, die die Prüfung der Jahresabschlüsse für die Einzelunternehmen der Cherry Gruppe im In- und Ausland betreffen.

Auf das Vorjahr entfällt ein Betrag in Höhe von TEUR 87 (2022: TEUR 164).

11.6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 verfügte Cherry über eine Kreditlinie i. H. v. insgesamt TEUR 55.000 bei der UniCredit Bank GmbH. Diese setzte sich zusammen aus einem langfristigen Darlehen i. H. v. TEUR 45.000, welches zum Bilanzstichtag in voller Höhe gezogen war, sowie TEUR 10.000 Kreditlinie zur Abdeckung kurzfristiger Liquiditätsbedarfe. Diese waren zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen, jedoch bestanden seitens der Bank Garantien i. H. v. TEUR 305 (davon: Mietbürgschaft TEUR 300, Zoll Aval TEUR 5), welche den verfügbaren Kontokorrentrahmen entsprechend reduzierten.

Am 15. November 2023 wurde der UniCredit Bank GmbH mittels eines Compliance Certificates die Verletzung vertraglich vereinbarter Finanzkennzahlen ("Covenants") für das 3. Quartal mitgeteilt und gleichzeitig ein Antrag auf einen Waiver gestellt. Diesem wurde seitens der Bank am 21. Dezember 2023 stattgegeben. Im Rahmen dessen wurde mit der UniCredit Bank GmbH vereinbart, dass von dem gezogenen langfristigen Kreditrahmen Ende Januar 2024 ein Betrag in Höhe von TEUR 10.000 vorfällig getilgt sowie die Kontokorrentlinie um TEUR 5.000 vermindert wird. In diesem Zusammenhang wurde Ende Januar 2024 neben der Tilgung von TEUR 10.000 eine Bearbeitungsgebühr von TEUR 200 geleistet. Zudem wurde die Marge auf die verbleibende Kreditsumme seitens der Bank um 1,0 PP. erhöht. Der daraufhin vereinbarte Kreditrahmen belief sich somit auf insgesamt TEUR 40.000, wovon TEUR 5.000 als Kontokorrentlinie bestimmt sind. Die zum Stichtag bestehenden Garantien bleiben erhalten und reduzieren den verfügbaren Kontokorrentrahmen. Der langfristige Kreditrahmen ist nach der vorfälligen anteiligen Tilgung mit TEUR 35.000 in Anspruch genommen.

Da die Covenants auch zum 4. Quartal 2023 nicht eingehalten waren, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag die Möglichkeit, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zu stellen. Am 3. Mai 2024 wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine neue Ergänzungsvereinbarung unterzeichnet, welche die weitere Finanzierung der Gesellschaft sicherstellt.

Diese berücksichtigt eine weitere Rückführung von TEUR 10.000 im Mai 2024 sowie die Auflösung der verbleibenden Kontokorrentlinie. Die bestehenden Garantien i. H. v. TEUR 305 bleiben erhalten. Es wird eine weitere Bearbeitungsgebühr i. H. v. TEUR 200, verteilt über mehrere Raten, bis Juni 2025 fällig. Die Marge auf die verbleibende langfristige Kreditlinie erhöht sich um 0,5 PP. Die Gesellschaft bestellt der UniCredit Bank GmbH dingliche Sicherheiten in Form der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von Vorräten der deutschen Gesellschaften Cherry Europe GmbH, Cherry Digital Health GmbH sowie Cherry E-Commerce GmbH. Im Gegenzug werden die bestehenden Covenants seitens der UniCredit Bank GmbH bis zum 31. März 2025 ausgesetzt ("Covenant Holiday"). Die Bank verzichtet damit in diesem Zeitraum auf ihr Recht, den ausstehenden Kreditbetrag aufgrund eines Covenant-Bruchs vorzeitig fällig zu stellen. Die vertraglich definierten Kennzahlen werden der Situation des Unternehmens angepasst und stellen zukünftig in erster Linie auf eine Minimum-Liquidität ab. Gemäß der Ergänzungsvereinbarung verfügt Cherry nach der Rückführung der weiteren Tranche über TEUR 25.000 langfristige Darlehen seitens der UniCredit Bank GmbH sowie weiterhin TEUR 305 der bereits gezogenen Aval-Linie.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

 

München, den 29. Mai 2024

Cherry SE

Vorstand

Oliver Kaltner, CEO

Dr. Mathias Dähn, CFO

Dr. Udo Streller, COO

VERSICHERUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht für die Cherry SE und den Konzern der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

München, 29. Mai 2024

Cherry SE

Oliver Kaltner, CEO

Dr. Mathias Dähn, CFO

Dr. Udo Streller, COO

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Zu dem beigefügten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 (Anlagen 1 bis 5) und zum zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 (Anlage 6) sowie zu den für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (Beifügung ESEF-Unterlagen in Dateiform) haben wir folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, der hier wiedergegeben wird:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Cherry SE, München

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Cherry SE, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht (nachfolgend: zusammengefasster Lagebericht) der Cherry SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Den auf der Internetseite veröffentlichten Vergütungsbericht nach § 162 AktG, auf den im zusammengefassten Lagebericht in Abschnitt 6.2. "Vergütungsbericht nach § 162 AktG" verwiesen wird, die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f i.V.m. 315d HGB, sowie den auf der Internetseite veröffentlichten gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach den §§ 315b Abs. 3, 315c HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.3. "Erklärung zur Unternehmensführung und Nichtfinanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, § 315c und § 315d HGB)" Bezug genommen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Des Weiteren haben wir die in dem Abschnitt 4. "Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems (IKS)" und die in dem Abschnitt 2.1 "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen", Unterabschnitt "Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts " unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

2) Umsatzrealisierung

Zu 1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

a) Das Risiko für den Konzernabschluss

In dem Konzernabschluss der Cherry SE, München, werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 23.888 (im Vorjahr TEUR 78.787) ausgewiesen. Dies entspricht 10 % der Konzernbilanzsumme. Geschäfts- oder Firmenwerte werden zum Bilanzstichtag des jeweiligen Geschäftsjahres von der Gesellschaft einem Wertminderungstest (sogenannter Impairment-Test) unterzogen. Aus den durchgeführten Wertminderungstests ergab sich insgesamt ein Abwertungsbedarf von TEUR 55.866, da bei mehreren zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der erzielbare Betrag den Buchwert unterschritt.

Der Wertminderungstest für die Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt durch die Gesellschaft jährlich zum 31. Dezember auf Basis eines Bewertungsmodells nach dem Discounted-Cashflow-Verfahren auf Ebene der jeweils niedrigsten Stufe der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Liegen die Buchwerte inklusive der Geschäfts- oder Firmenwerte über dem erzielbaren Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der Wertminderungstest reflektiert auch die zum Geschäftsjahresende erfolgte Umstellung der Berichtsstruktur im Sinne von IAS 36.87. Im Geschäftsjahr 2023 wurde zusätzlich ein Wertminderungstest zum 3. November 2023 durchgeführt, weil die zu diesem Zeitpunkt beschlossene Restrukturierung der Cherry-Gruppe einen Anhaltspunkt für eine potenzielle Wertminderung darstellt. Zu den Erläuterungen hinsichtlich Bilanzierung und Bewertung der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie zum Impairment-Test verweisen wir auf die im Konzernanhang in Abschnitt 3. "Wesentliche Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen" im Unterabschnitt "Wertminderungstest" sowie auf die in den Abschnitten 4. "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und 6.2. "Immaterielle Vermögenswerte" enthaltenen Angaben.

Die Ermittlung auf Basis des Discounted-Cashflow-Verfahrens ist komplex und das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse aus der erwarteten Geschäfts- und Überschussentwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten während des Planungszeitraums sowie von der Bestimmung des verwendeten Diskontierungssatzes abhängig.

Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass ein zum Abschlussstichtag bestehender Wertminderungsbedarf nicht oder nicht vollständig erkannt wird. Daher haben wir diesen Sachverhalt im Rahmen unserer Konzernabschlussprüfung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Zur Beurteilung der Angemessenheit der Planungsannahmen haben wir im Rahmen von Gesprächen mit den gesetzlichen Vertretern und den Planungsverantwortlichen ein Verständnis über den Planungsprozess und implementierte Kontrollen erlangt. Darauf aufbauend haben wir mögliche Fehlerrisiken identifiziert. Die im Rahmen des Wertminderungstests verwendeten Planwerte haben wir mit der von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung und der Anpassung derselben im Rahmen des erfolgten Independent Business Reviews verglichen. Den Planwerten liegen die reduzierten Planwerte des Independent Business Reviews zugrunde.

Die Verlässlichkeit der Unternehmensplanung wurde anhand eines retrospektiven Plan-Ist-Vergleichs zwischen den Planzahlen, die der Bewertung im Vorjahr zugrunde lagen, und dem tatsächlichen Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023 beurteilt. In die Analyse haben wir auch die im Geschäftsjahr realisierte und zukünftig prognostizierte Marktentwicklung vergleichbarer Unternehmen sowie öffentlich verfügbare Prognosen von Analysten einbezogen. Soweit bedeutsame Abweichungen zu verzeichnen waren, wurden diese mit den verantwortlichen Mitarbeitern der Cherry SE bezüglich ihrer Relevanz für den vorliegenden Konzernabschluss erörtert. Die vom Management vorgelegten wesentlichen Planungsannahmen haben wir nachvollzogen, indem wir sie mit den gesetzlichen Vertretern der Cherry SE diskutiert haben. Des Weiteren haben wir die im Zuge des Independent Business Reviews vorgenommene Anpassung der Planung kritisch gewürdigt. Das dem Werthaltigkeitstest zugrunde gelegte Budget des kommenden Jahres und die Mittelfristplanung des Konzerns haben wir mit den Ergebnissen des Independent Business Reviews, der auf Verlangen der kreditgebenden Banken Anfang 2024 im Auftrag der Gesellschaft durchgeführt wurde, verglichen.

Die Berechnungsmethode der Gesellschaft sowie die verwendeten wesentlichen Parameter, zu denen unter anderem der Diskontierungssatz (Weighted Average Cost of Capital) inklusive der verwendeten Marktrisikoprämie, des Betafaktors sowie des Wachstumsabschlags zählt, haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten auf Angemessenheit beurteilt.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

Wir haben überprüft, ob der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis der zu berücksichtigenden Vermögenswerte und Schulden zum Bewertungsstichtag sachgerecht ermittelt wurde. Darüber hinaus wurde die Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte zu den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in Gesprächen mit den Mitarbeitern der Cherry SE plausibilisiert und die Reallokation der Geschäfts- oder Firmenwerte im Rahmen der Reorganisation der Berichtsstruktur der Cherry SE anhand der relativen Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf sachgerechte Umsetzung geprüft.

Die von der Gesellschaft durchgeführten Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten haben wir im Hinblick auf die Aussagekraft nachvollzogen und die rechnerische Richtigkeit beurteilt.

Die Berechnungsmethode zur Durchführung der Wertminderungsüberprüfung halten wir für sachgerecht, um einen notwendigen Abwertungsbedarf zu ermitteln. Die angewandten Bewertungsparameter und -annahmen erscheinen insgesamt nachvollziehbar und angemessen und stimmen mit unseren Erwartungen überein.

Zu 2) Umsatzrealisierung aus Hardwareverkäufen

a) Das Risiko für den Konzernabschluss

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Cherry SE, München, werden unter dem Posten "Umsatzerlöse" Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 126.461 (im Vorjahr TEUR 132.514) ausgewiesen. Die Cherry SE erzielt, wie im Konzernanhang unter Kapitel 8.1 "Umsatzerlöse" dargestellt, ihre wesentlichen Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Computereingabegeräten. Durch die große Anzahl unterschiedlicher vertraglicher Vereinbarungen für die unterschiedlichen Leistungen in verschiedenen Ländern ergibt sich im Konzernabschluss der Cherry SE ein erhöhtes Fehlerrisiko für die Existenz sowie die periodengerechte Realisierung der Umsatzerlöse. Vor dem Hintergrund der materiellen Bedeutung der Umsatzrealisierungssachverhalte erachten wir die Umsatzrealisierung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir die von den gesetzlichen Vertretern der Cherry SE implementierten Prozesse für die Realisierung der Umsatzerlöse, insbesondere unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen, nachvollzogen.

Zum Nachweis der Existenz der Umsatzerlöse haben wir diese anhand von Belegprüfungen unter anderem daraufhin untersucht, ob sie zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geführt haben und ob diese wiederum durch Zahlungseingänge ausgeglichen wurden. Ferner haben wir die Umsatzrealisierung anhand der vertraglichen Vereinbarungen stichprobenhaft im Hinblick auf die Anforderungen des IFRS 15 zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung nachvollzogen.

Darüber hinaus haben wir Saldenbestätigungen von Kunden eingeholt. Weiterhin haben wir im Hinblick auf die periodengerechte Erfassung der Umsatzerlöse, insbesondere in den letzten beiden Wochen vor dem Stichtag, die in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfassten Umsatzerlöse in Stichproben anhand von Rechnungen und Liefernachweisen nachvollzogen. Im Hinblick auf Erlösschmälerungen haben wir wesentliche Positionen identifiziert und die Erfassung stichprobenweise anhand von Belegen nachvollzogen.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Umsatzrealisierung keine wesentlichen Einwendungen ergeben.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen

den auf der Internetseite veröffentlichten Vergütungsbericht nach § 162 AktG, auf den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.2. "Vergütungsbericht nach § 162 AktG" Bezug genommen wird,

die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f i. V. m. 315d HGB), auf die im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.3. "Erklärung zur Unternehmensführung und Nicht-finanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, 315c und § 315d HGB" verwiesen wird,

den auf der Internetseite veröffentlichten gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach den § 315b Abs. 3, § 315c HGB, auf den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.3. "Erklärung zur Unternehmensführung und Nicht-finanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, 315c und § 315d HGB)" Bezug genommen wird,

die im zusammengefassten Lagebericht in dem Abschnitt 4. "Chancen- und Risikobericht" Unterabschnitt "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems (IKS)" und die in dem Abschnitt 2.1 "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen", Unterabschnitt "Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben.

Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 297 Abs. 2 Satz 4 zum Konzernabschluss und nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB i. V. m. § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht,

den Bericht des Aufsichtsrats,

aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Vorstand und Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Konzernlagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "cherry-2023-12-31-de.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Gemäß § 318 Abs. 2 HGB gelten wir als Abschlussprüfer des Konzernabschlusses, da kein anderer Prüfer bestellt wurde. Wir wurden am 27. Juli 2023 vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2023 als Konzernabschlussprüfer der Cherry SE, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Christoph Eppinger.

 

Stuttgart, 31. Mai 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Fuat Kalkan, Wirtschaftsprüfer

Dr. Christoph Eppinger, Wirtschaftsprüfer

04 Einzelabschluss

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

AKTIVA

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7 30
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 33 37
2. Geleistete Anzahlungen 5 -
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 81.801 216.297
81.846 216.364
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12 123
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 46.727 33.424
3. Sonstige Vermögensgegenstände 182 -
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 30.991 69.601
77.912 103.148
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 445 453
Aktiva gesamt 160.203 319.965

PASSIVA

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 24.300 24.300
Eigene Anteile -1.110 -907
(Bedingtes Kapital TEUR 10.000, i. Vj. TEUR 10.000) 23.190
II. Kapitalrücklage 257.209 257.676
III. Verlustvortrag -10.751 -6.186
IV. Jahresfehlbetrag -158.981 -4.565
B. RÜCKSTELLUNGEN 110.667 270.318
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 129 135
2. Steuerrückstellungen 156 380
3. Sonstige Rückstellungen 1.880 985
2.165 1.500
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45.000 45.000
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 333 638
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 668 1.527
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern TEUR 1.156 (i. Vj. TEUR 282)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 2 (i. Vj. TEUR 0) 1.370 982
47.371 48.147
Passiva gesamt 160.203 319.965

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2023

in T€ 01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022
1. Umsatzerlöse 14.244 -
2. Sonstige betriebliche Erträge 206
davon aus Währungsumrechnung TEUR 206 (i. Vj. TEUR 0) 11.834
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 8.075 6.247
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 994 964
davon für Altersversorgung TEUR 0 (i. Vj. TEUR 0)
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 45 53
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.418 4.282
davon aus Währungsumrechnung TEUR 275 (i. Vj. TEUR 2)
6. Erträge aus Gewinnabführung - 995
7. Aufwendungen aus Verlustübernahme 25.671 4.531
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.665 292
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.970 (i. Vj. TEUR 292)
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen 134.496 -
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.544 1.414
davon aus der Aufzinsung TEUR 1 (i. Vj. TEUR 2)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -147 195
12. Ergebnis nach Steuern -158.981 -4.565
13. Sonstige Steuern - -
14. Jahresfehlbetrag -158.981 -4.565

ANLAGENSPIEGEL

Anschaffungskosten
in T€ 01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 70 - - - 70
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 90 19 -8 - 101
Geleistete Anzahlungen - 5 - - 5
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 216.297 - - - 216.297
Summe 216.457 24 -8 - 216.473
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
in T€ 01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023 31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 40 23 - 63 7 30
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 53 22 -7 68 33 37
Geleistete Anzahlungen - - - - 5 -
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - 134.496 - 134.496 81.801 216.297
Summe 93 134.541 -7 134.627 81.846 216.364

ANHANG

ALLGEMEINE HINWEISE

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß Art. 61 der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 des Rates vom 8. Oktober 2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE-Verordnung) nach den in ihrem Sitzstaat für Aktiengesellschaften geltenden Vorschriften, das heißt nach den für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr geltenden Rechnungslegungsvorschriften insbesondere des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Cherry AG wurde mit Eintragung im Handelsregister vom 13. Dezember 2022 formwechselnd in die Cherry SE umgewandelt.

Mit Wirkung zum 1. März 2023 wurde der Firmensitz der Cherry SE auf die folgende Adresse umgemeldet und im Handelsregister eingetragen: Rosental 7, c/o Mindspace, 80331 München. Der bisherige Firmensitz (Einsteinstraße 174, c/o Design Offices Bogenhausen, 81677 München) war bis zum 28. Februar 2023 gültig.

Als Mutterunternehmen des Cherry Konzerns erstellt die Cherry SE nach § 315e Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Sie sind im Internet dauerhaft verfügbar unter https://ir.cherry.de/de/ home/publications/.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke im Wesentlichen in diesem Anhang gemacht.

REGISTERINFORMATIONEN

Die Gesellschaft ist unter Cherry SE (vormals: Cherry AG) mit Sitz in München im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 280912 eingetragen. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juni 2022 wurde der Formwechsel in eine Societas Europaea (SE) beschlossen. Der Formwechsel wurde durch Eintragung im Handelsregister am 13. Dezember 2022 wirksam.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren mit Ausnahme der folgenden Ausweisänderungen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Die im Vorjahr noch im Posten sonstige betriebliche Erträge ausgewiesenen Weiterbelastungen innerhalb des Konzerns (TEUR 11.834) werden ab dem Berichtsjahr 2023 in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die Differenz zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wurde im Vorjahr im Posten Gewinnrücklagen ausgewiesen und ab 2023 mit den Kapitalrücklagen verrechnet. Der Vorjahresausweis wurde für Zwecke der besseren Vergleichbarkeit jeweils entsprechend angepasst.

Die Bilanzierung und Bewertung wurde nach den allgemeinen Bestimmungen der §§ 246 bis 256a HGB unter Berücksichtigung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften in den §§ 264 ff. HGB vorgenommen.

Die Bilanzierung und Bewertung beruhen auf der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und generell linear über einen Zeitraum von 3 Jahren abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet und planmäßig linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 13 Jahren. Abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 250 werden im Zugangsjahr voll aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 251 und EUR 800 werden im Zugangsjahr sofort abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder mit dem zum Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Ausleihungen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag für Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital wird zum rechnerischen Wert bilanziert.

Die Kapitalrücklage beinhaltet die über das gezeichnete Kapital durch die Gesellschafter geleisteten Einzahlungen.

Erworbene eigene Anteile werden mit ihrem rechnerischen Wert offen vom Bilanzposten Gezeichnetes Kapital abgezogen. Die Differenz zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile ist mit frei verfügbaren Rücklagen verrechnet.

Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf der Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Verwendung der Heubeck Richttafeln 2018 G ermittelt. Neben angemessenen Fluktuationstrends wird dabei ein Rententrend von 1,0 % berücksichtigt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen basiert auf den bis zum Jahr 2018 erworbenen Anwartschaften, ein Gehaltstrend ist daher nicht relevant. Die Abzinsung erfolgt mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für die Bewertung zum 31.12.2023 beträgt der verwendete Zinssatz 1,83 %. Die Differenz zwischen den mit dem 10-Jahres- und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz zum 31.12.2023 ermittelten Rückstellungsbeträgen ist ausschüttungsgesperrt. Der für die Ermittlung dieses Unterschiedsbetrags korrespondierende 7-Jahresdurchschnittszinssatz beträgt zum 31.12.2023 1,75 %.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. ein schließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, der sich als Barwert aus den zukünftigen Cashflows des Devisentermingeschäfts unter Verwendung der zugehörigen Zinsstrukturkurve ermittelt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Es ist ein Steuersatz i.H.v. 29,56 % anzuwenden. Aktive und passive Steuerlatenzen werden, soweit möglich, verrechnet. Auf die Bilanzierung eines Überhangs aktiver latenter Steuern wird nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet. Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus nicht abzugsfähigen Zinsen (Zinsschranke) und einem Verlustvortrag.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Aktiva

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Finanzanlagen umfassten zum 31.12.2023 unverändert zum Vorjahr die 100 %ige Beteiligung an der Cherry Europe GmbH, Auerbach, die 100%ige Beteiligung an der Cherry Digital Health GmbH, München sowie die 100 %ige Beteiligung an der Cherry Peripherals GmbH, München, die am 24. November 2022 neu unter der Firma heptus 501. GmbH in das Handelsregister eingetragen und mit Handelsregistereintrag am 13. Dezember 2022 umfirmiert wurde.

Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.972 (31.12.2022: TEUR 4.584) enthalten.

Forderungen und Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter bestehen zum Abschlussstichtag wie im Vorjahr nicht.

Passiva

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 24.300 (31.12.2022: TEUR 24.300) ist voll eingezahlt.

In der Hauptversammlung vom 11. Juni 2021 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 10.000.000,00 EUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2021/I).

In der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen (Bedingtes Kapital 2021/I).

Der Vorstand hat am 9. Juni 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, unter Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen ("Aktienrückkaufprogramm 2022"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 können im Zeitraum vom 13. Juni 2022 bis zum 30. Juni 2023 bis zu insgesamt 2.000.000 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 8,2% des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal EUR 25,0 Mio. bis zu einer Preisobergrenze von EUR 14,00 je Aktie zurückgekauft werden. Bis zum Bilanzstichtag wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms unter Berücksichtigung der bislang wieder verwendeten eigenen Aktien insgesamt 1.110.284 Aktien im Volumen von rund TEUR 7.494 erworben. Das entspricht rund 4,6 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft. Die auf diesem Weg erworbenen eigenen Aktien der Gesellschaft können zu allen von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 23. Juni 2021 genehmigten Zwecken verwendet werden, insbesondere als Akquisitionswährung für den Erwerb von Unternehmen oder zur Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Die eigenen Anteile werden in der Bilanz vom Eigenkapital abgezogen. Hieraus ergibt sich eine Reduzierung des gezeichneten Kapitals in Höhe von TEUR 1.110 (31.12.2022: TEUR 907) und der Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 6.384 (31.12.2022: TEUR 5.917).

Zum 31.12.2023 umfasst das Grundkapital wie im Vorjahr 24.300.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien).

Der Wert der Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 257.209 (31.12.2022: TEUR 257.676).

Die Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt 72 EUR (31.12.2022: 231 EUR).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen solche für ausstehende Rechnungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung und der Aufsichtsratstätigkeit. Sie enthalten des Weiteren derivative Finanzinstrumente aus kurzfristigen Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von TEUR 143.

Verbindlichkeiten

davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2023
in €
Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahren mehr als 5 Jahren Gesicherte Beträge Art der Sicherheit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45.000.000 45.000.000 - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 333.219 333.219 - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 667.526 667.526 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 1.369.870 1.369.870 - - - -
Summe 47.370.615 47.370.615 - - - -
davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2022
in €
Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahren mehr als 5 Jahren Gesicherte Beträge Art der Sicherheit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45.000.000 - 45.000.000 - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 638.147 638.147 - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.527.353 1.527.353 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 982.496 982.496 - - - -
Summe 48.147.996 3.147.996 45.000.000 - -

Am 29. Juni 2021 wurde ein Kreditrahmen mit der UniCredit Bank GmbH in München in Höhe von insgesamt TEUR 55.000 vereinbart, wovon TEUR 10.000 als Kontokorrentlinie bestimmt sind. Im Dezember 2023 wurde mit der UniCredit Bank GmbH vereinbart, dass Ende Januar 2024 ein Betrag in Höhe von TEUR 10.000 vorfällig getilgt sowie die Kontokorrentlinie auf TEUR 5.000 vermindert wird. In diesem Zusammenhang ist eine Bearbeitungsgebühr von TEUR 200 zu leisten. Die Kontokorrentlinie von TEUR 10.000 war zum 31.12.2023 nicht in Anspruch genommen. Zum Bilanzstichtag bestanden Garantien seitens der Bank i. H. v. TEUR 305 (davon: Mietbürgschaft TEUR 300, Zoll-Aval TEUR 5), welche die verfügbare Kontokorrentlinie entsprechend reduzierten. Der Kreditrahmen war zum 31. Dezember 2023 wie im Vorjahr mit TEUR 45.000 TEUR (Tranche A) ausgenutzt. Für den Kreditvertrag wurden keine dinglichen Sicherheiten bestellt.

Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Der Zinssatz für jedes Darlehen ergibt sich aus dem Prozentsatz der Summe der jeweils anwendbaren Zinssätze, bestehend aus einer Bank-Marge als Aufschlag auf den zugrundeliegenden EURI-BOR-Zinssatz für die entsprechend abgeschlossene Laufzeit der Ziehung für die Tranche A (3- oder 6 Monate) und die Kontokorrentlinie (1, 3 oder 6 Monate). Im Dezember 2023 wurde im Zuge der Vereinbarung zur Anpassung des Kreditrahmens auch die vereinbarte Marge angepasst. Zudem wird ein Bereitstellungszins (Commitment Fee) zum 31.12.2023 in Höhe von 0,753 % für die nicht in Anspruch genommenen Beträge innerhalb der Tranche A und der Kontokorrentlinie berechnet. Die Gewährung des Kreditvertrages unterliegt der Einhaltung der Finanzkennzahl (Financial Covenants) Nettoverschuldungsgrad (Net leverage ratio). Der Nettoverschuldungsgrad ist beschränkt auf eine Relation der Nettoverschuldung im Verhältnis von 2,25 des bereinigten EBITDA über 12 Monate.

Die vereinbarten Kennzahlen wurden zum 3. Quartal 2023 erstmalig nicht eingehalten, was der UniCredit Bank GmbH am 15. November mittels eines Compliance Certificates mitgeteilt wurde. In dem Zusammenhang wurde ein Waiver-Antrag gestellt, welchem die Bank am 21. Dezember unter bestimmten Bedingungen stattgegeben hatte. Mit der UniCredit Bank GmbH wurde vereinbart, dass Ende Januar 2024 ein Betrag in Höhe von TEUR 10.000 vorfällig getilgt sowie die Kontokorrentlinie auf TEUR 5.000 vermindert wird. In diesem Zusammenhang ist eine Bearbeitungsgebühr von TEUR 200 zu leisten, zudem wurde die Marge auf die verbleibende gezogene Kreditlinie i. H. v. EUR 35,0 Mio. um 1,0 PP. erhöht. Da die Covenants auch zum 4. Quartal 2023 nicht eingehalten waren, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 das Recht, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zu stellen, weshalb die Bankverbindlichkeit vollständig als kurzfristige Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten auswiesen wird. Am 3. Mai 2024 wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine neue Vereinbarung unterzeichnet, welche die weitere Finanzierung der Gesellschaft sicherstellt. Weitere Informationen dazu finden sich im Nachtragsbericht.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen im Rahmen von Lieferungen und Leistungen bzw. aus der umsatzsteuerlichen Organschaft. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen solche für Mitarbeiterboni, ausstehenden Urlaub und Gleitzeitguthaben sowie aus Lohnsteuer und Umsatzsteuer.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

In den Umsatzerlösen werden ab 2023 die Weiterbelastungen innerhalb des Konzerns gemäß Konzernvereinbarung ausgewiesen. Im Vorjahr wurden diese Erträge in Höhe von TEUR 11.834 noch in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von TEUR 206 beinhalten Fremdwährungsgewinne.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 4.418 (2022: TEUR 4.282) entfallen im Wesentlichen auf Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 1.635 (2022: TEUR 2.095) sowie auf Kosten für Fremd-/Dienstleistungen in Höhe von TEUR 1.249 (2022: TEUR 1.337). Der Restbetrag entfällt auf sonstige Verwaltungskosten.

Die Aufwendungen aus Verlustübernahme in 2023 ergeben sich aus den Ergebnisabführungsverträgen mit den verbundenen Unternehmen Cherry Europe GmbH, Cherry Digital Health GmbH sowie Cherry Peripherals GmbH.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge resultieren aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen für gewährte Darlehen (TEUR 1.970, 2022: TEUR 292) sowie aus Bankguthaben (TEUR 693, 2022: TEUR 0).

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen entfallen auf die Beteiligung an der Cherry Europe GmbH.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus für Bankdarlehen gezahlten Zinsen.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse, die gemäß § 251 und § 268 Abs. 7 HGB anzugeben sind:

Die Cherry SE verpflichtet sich bis zum 31. Dezember 2024 sicherzustellen, dass die Cherry E-Commerce GmbH in der Weise geleitet und finanziell ausgestattet werden, dass sie stets in der Lage ist, ihren zum 31. Dezember 2023 bestehenden Verpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern fristgerecht nachzukommen (Einstandsverpflichtung).

Wir schätzen das Risiko aus der Einstandsverpflichtung eine Zahlung leisten zu müssen als gering ein, da die Gesellschaft ausreichend Liquidität besitzt.

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen: Bestellobligo: TEUR 153 (31.12.2022 TEUR 101), Miet- und Leasingverträge TEUR 137 (31.12.2022 TEUR 49).

VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2023 an:

Oliver Kaltner, Chief Executive Officer (Vorstandsvorsitzender) (seit 1. Januar 2023)

Bernd Wagner, Chief Financial Officer (bis 31. März 2023)

Dr. Mathias Dähn, Chief Financial Officer (seit 15. April 2023)

Dr. Udo Streller, Chief Operating Officer

Die Vergütung der im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder setzt sich wie folgt zusammen:

2023
in €
Grundgehalt und Sozialabgaben Bonus 2023 Firmenwagen und Beiträge zur Altersversorgung Bezüge nach dem Ausscheiden Bezüge aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Gesamt-Bezüge
Oliver Kaltner 420.513 449.600 18.000 - - 888.113
Dr. Mathias Dähn 220.512 39.025 4.370 - - 263.907
Bernd Wagner 88.445 13.662 6.035 - 971.520 1.079.662
Dr. Udo Streller 300.469 27.000 24.663 - - 352.132
Gesamt 1.029.939 529.287 53.068 - 971.520 2.583.814

Die Vorstandsmitglieder erhielten zudem aufschiebend bedingt zugeteilte Aktien im Wert von 877.500 Euro, die erst nach Ablauf der Performance Periode (Ende 2025) und einem weiteren Jahr der Haltedauer (Ende 2026) zur Auszahlung in bar oder Aktien kommen, wenn die dafür erforderlichen Kriterien nach Ablauf der Performance Periode erfüllt wurden.

Im Geschäftsjahr 2023 gehörten dem Aufsichtsrat der Cherry SE folgende Mitglieder an:

Marcel Stolk ( * 1967)

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Vorsitzender des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2026

Haupttätigkeit: Unabhängiger Berater

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023): keine

James Burns ( * 1964)

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2026

Haupttätigkeit: Unabhängiger Berater

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023): keine

Joachim Coers ( * 1965)

Mitglied bis: 31.Dezember 2023 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Haupttätigkeit: Investor

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023):

ensian group GmbH, Leutkirch im Allgäu, Deutschland: Mitglied des Beirats

Heather Faust ( * 1979)

Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2026

Haupttätigkeit: Managing Partner bei Argand Partners, LP, New York, New York, Vereinigte Staaten von Amerika

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023):

Grosse Point Beacon Acquisition, Inc., Delaware, Vereinigte Staaten von Amerika: Vorsitzende des Verwaltungsrats

OASE Management GmbH, Hörstel, Deutschland: Vorsitzende des Beirats

Sigma Electric Manufacturing Corporation, Garner, North Carolina, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Concrete Pumping Holdings, Inc., Thornton, Colorado, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Steven M. Greenberg ( * 1970)

Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2024

Haupttätigkeit: Anwalt und Berater für Recht des geistigen Eigentums und Innovationsmanagement, Präsident von CRGO Global, Boca Raton, Florida, Vereinigte Staaten von Amerika

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023):

Ardent Medical Corporation, Boynton Beach, Florida, Vereinigte Staaten von Amerika: President

Tariq Osman ( * 1978)

Mitglied bis: 17. Mai 2023 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Dino Sawaya ( * 1983)

Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)

Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2024

Haupttätigkeit: Gründer und Managing Partner bei Exonas Capital LLC, Darien, Connecticut, United States of America

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023):

TeleGeography Corporation, Washington D.C., Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Seybert's Billiards Corporation, Coldwater, Michigan, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Apartment Guardian Inc., Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Charlotte Hovmand Johs ( * 1964)

Mitglied seit: 17. Mai 2023

Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2025

Haupttätigkeit: Unabhängige Beraterin

Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2023): keine

Harald von Heynitz wurde am 5. April 2024 gerichtlich bis zur Hauptversammlung am 14. Juni 2024 als Aufsichtsratsmitglied bestellt. Er ist Geschäftsführer der WTS Advisory GmbH und ist Mitglied des BoardsVerwaltungsrats der Fluence Energy Inc., Arlington, Virginia/Vereinigte Staaten von Amerika (Vorsitzender des Prüfungsausschusses). Er steht in der nächsten Hauptversammlung zur Wahl.

Der Aufwand für die fixe Vergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2023 TEUR 488 (2022 TEUR 493). Sonstige Bezüge, im Wesentlichen Reisekosten, fielen in Höhe von insgesamt TEUR 49 (2022 TEUR 31) an.

Im Jahr 2023 wurden, wie im Vorjahr, keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats gewährt.

ANTEILSBESITZ (WERTE IN EUR)

Direkte und indirekte Beteiligungen

Anteil am Eigenkapital
in %
Eigenkapital Jahresergebnis
Cherry Europe GmbH, Auerbach 2 100 43.754.012,47 0,00
Cherry Digital Health GmbH, München 2 100 4.788.539,32 0,00
Cherry Peripherals GmbH, München 2 100 50.100,00 0,00
Cherry E-Commerce GmbH, München 100 -582.424,25 -22.498,46
Active Key GmbH, München 100 25.000,00 0,00
Theobroma Systems Design und Consulting GmbH, Wien (Österreich) 1,3 100 4.115.203,25 -625.603,57
Cherry Xtrfy AB, Landskrona (Schweden) 1 100 392.441,23 -878.042,90
Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd., Zhuhai City (China) 1 100 10.529.795,09 3.796.324,79
Cherry Electronics (Hong Kong) Co Ltd., Hong Kong (China) 1 100 2.519.370,32 -3.839.440,89
Cherry Taiwan Electronics Co., Ltd., Taiwan 1 100 46.813,81 13.829,75
Cherry Americas LLC, Kenosha (USA) 1 100 3.354.845,68 -668.994,55
Cherry S.A.R.L, Paris (Frankreich) 1 100 303.453,97 34.362,16

1 gemäß IFRS reporting

2 Direkte Beteiligungen 3Die Umfirmierung ist am 22.3. 2024 in Cherry Embedded Solutions GmbH erfolgt.

SONSTIGE ANGABEN

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 im Jahresdurchschnitt 75 Mitarbeitende (Köpfe) (2022: 73,8), zum Stichtag 78 Mitarbeitende (2022: 79) beschäftigt. Diese sind in den Bereichen Materialwirtschaft (25 Köpfe), Administration (31 Köpfe), IT (12 Köpfe), Kundenservice (5 Köpfe) und Marketing (2 Köpfe) (jeweils im Jahresdurchschnitt) beschäftigt.

Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser wird im Bundesanzeiger offengelegt.

Bezüglich der Darlegung der Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen macht die Gesellschaft keine Angaben, da keine marktunüblichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen bestehen.

Angaben nach §160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die Cherry SE hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 17. Januar 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 697.781 eigene Aktien verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,87 % des Grundkapitals.

Die Cherry SE hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 7. Februar 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals überschritten hat und an diesem Tag über 735.032 eigene Aktien verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,02 % des Grundkapitals.

Die Paladin Asset Management Investmentaktiengesellschaft hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 15. Februar 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 813.742 Stimmrechtsanteile verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,35 % des Grundkapitals.

Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 16. Februar 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals der Gesellschaft weiterhin überschritten hat und an diesem Tag über 792.246 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,26 % des Grundkapitals.

Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 11. April 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 365.753 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 1,51 % des Grundkapitals.

Swedbank Robur Fonder AB hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 28. April 2023 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 1.212.062 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,99 % des Grundkapitals.

SMALLCAP World Fund, Inc. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 18. Mai 2023 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 1.209.217 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,98 % des Grundkapitals.

The Capital Group Companies, Inc. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 18. Mai 2023 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 1.209.217 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,98 % des Grundkapitals.

Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Mai 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 749.609 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,08 % des Grundkapitals.

SMALLCAP World Fund, Inc. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Mai 2023 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals weiterhin unterschritten hat und an diesem Tag über 1.089.871 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,49 % des Grundkapitals.

The Capital Group Companies, Inc. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 24. Mai 2023 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals weiterhin unterschritten hat und an diesem Tag über 1.089.871 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,49 % des Grundkapitals.

Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 19. Juni 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 726.232 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,99 % des Grundkapitals.

Swedbank Robur Fonder AB hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 27. Juni 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 547.294 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,25 % des Grundkapitals.

Lemanik Holding S.A. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25. Juli 2023 die Schwelle von 3 % des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 750.000 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,09 % des Grundkapitals.

Lemanik Holding S.A. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 9. November 2023 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 1.300.000 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 5,35 % des Grundkapitals.

GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG

Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

NACHTRAGSBERICHT

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 verfügte Cherry über eine Kreditlinie i. H. v. insgesamt TEUR 55.000 bei der UniCredit Bank GmbH. Diese setzte sich zusammen aus einem langfristigen Darlehen i. H. v. TEUR 45.000, welches zum Bilanzstichtag in voller Höhe gezogen war, sowie TEUR 10.000 Kreditlinie zur Abdeckung kurzfristiger Liquiditätsbedarfe. Diese waren zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen, jedoch bestanden seitens der Bank Garantien i. H. v. TEUR 305 (davon: Mietbürgschaft TEUR 300, Zoll Aval TEUR 5), welche den verfügbaren Kontokorrentrahmen entsprechend reduzierten.

Am 15. November 2023 wurde der UniCredit Bank GmbH mittels eines Compliance Certificates die Verletzung vertraglich vereinbarter Finanzkennzahlen ("Covenants") für das 3. Quartal mitgeteilt und gleichzeitig ein Antrag auf einen Waiver gestellt. Diesem wurde seitens der Bank am 21. Dezember 2023 stattgegeben. Im Rahmen dessen wurde mit der UniCredit Bank GmbH vereinbart, dass von dem gezogenen langfristigen Kreditrahmen Ende Januar 2024 ein Betrag in Höhe von TEUR 10.000 vorfällig getilgt sowie die Kontokorrentlinie um TEUR 5.000 vermindert wird. In diesem Zusammenhang wurde Ende Januar 2024 neben der Tilgung von TEUR 10.000 eine Bearbeitungsgebühr von TEUR 200 geleistet. Zudem wurde die Marge auf die verbleibende Kreditsumme seitens der Bank um 1,0 PP. erhöht. Der daraufhin vereinbarte Kreditrahmen belief sich somit auf insgesamt TEUR 40.000, wovon TEUR 5.000 als Kontokorrentlinie bestimmt sind. Die zum Stichtag bestehenden Garantien bleiben erhalten und reduzieren den verfügbaren Kontokorrentrahmen. Der langfristige Kreditrahmen ist nach der vorfälligen anteiligen Tilgung mit TEUR 35.000 in Anspruch genommen.

Da die Covenants auch zum 4. Quartal 2023 nicht eingehalten waren, bestand für die Bank zum Bilanzstichtag die Möglichkeit, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zustellen. Am 3. Mai 2024 wurde mit der UniCredit Bank GmbH eine neue Ergänzungsvereinbarung unterzeichnet, welche die weitere Finanzierung der Gesellschaft sicherstellt.

Diese berücksichtigt eine weitere Rückführung von TEUR 10.000 im Mai 2024 sowie die Auflösung der verbleibenden Kontokorrentlinie. Die bestehenden Garantien i. H. v. TEUR 305 bleiben erhalten. Es wird eine weitere Bearbeitungsgebühr i. H. v. TEUR 200, verteilt über mehrere Raten, bis Juni 2025 fällig. Die Marge auf die verbleibende langfristige Kreditlinie erhöht sich um 0,5 PP. Die Gesellschaft bestellt der UniCredit Bank GmbH dingliche Sicherheiten in Form der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von Vorräten der deutschen Gesellschaften Cherry Europe GmbH, Cherry Digital Health GmbH sowie Cherry E-Commerce GmbH. Im Gegenzug werden die bestehenden Covenants seitens der UniCredit Bank GmbH bis zum 31. März 2025 ausgesetzt ("Covenant Holiday"). Die Bank verzichtet damit in diesem Zeitraum auf ihr Recht, den ausstehenden Kreditbetrag vorzeitig fällig zustellen. Die vertraglich definierten Kennzahlen werden der Situation des Unternehmens angepasst und stellen zukünftig in erster Linie auf eine Minimum-Liquidität ab. Gemäß der Ergänzungsvereinbarung verfügt Cherry nach der Rückführung der weiteren Tranche TEUR 25.000 langfristige Darlehen seitens der UniCredit Bank GmbH sowie weiterhin TEUR 305 der bereits gezogenen Aval-Linie.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG

Vorstand und Aufsichtsrat der Cherry SE haben zum 13. Januar 2024 die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Website der Cherry SE unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ öffentlich zugänglich gemacht.

HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für den Abschlussprüfer nach § 319 Abs. 1 HGB setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2023 2022
Abschlussprüferleistungen 983 578
Andere Bestätigungsleistungen - 32
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 10 -
Summe 993 610

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde in Übereinkunft mit dem Aufsichtsrat sowie unter Zustimmung der ordentlichen Hauptversammlung vom 17. Mai 2023 ein Wechsel des Abschlussprüfers auf die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz (Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Niederlassung Stuttgart) vorgenommen, welche die Prüfung von Ernst & Young (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf) übernommen hat.

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten im Wesentlichen die Honorare für die Konzernabschlussprüfung (inkl. der zugehörigen Prüfungen, die für börsennotierte Unternehmen verpflichtend sind, z.B. formale Prüfung des Vorstandsvergütungsberichts, ESEF) sowie die Jahresabschlussprüfungen der Cherry SE und der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen.

Im Jahr 2023 wurden keine Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen geleistet. Im Vorjahr wurden dort Prüfungsleistungen im Zusammenhang mit dem Formwechsel der ehemaligen Cherry AG in eine SE ("Societas Europaea") ausgewiesen.

Wie auch im Vorjahr, wurden keine Steuerberatungsleistungen durch den Abschlussprüfer erbracht.

Auf das Vorjahr entfällt ein Betrag in Höhe von TEUR 87 (2022: TEUR 164).

Die Angaben nach § 289a HGB erfolgen im zusammengefassten Lagebericht der Cherry SE und dem Konzernlagebericht und werden im Geschäftsbericht 2023 veröffentlicht.

VERSICHERUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

 

München, 29. Mai 2024

Cherry SE

Oliver Kaltner, CEO

Dr. Mathias Dähn, CFO

Dr. Udo Streller, COO

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Zu dem beigefügten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 (Anlagen 1 bis 4) und zum zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 (Anlage 5) sowie zu den für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (Beifügung ESEF-Unterlagen in Dateiform) haben wir folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, der hier wiedergegeben wird:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Cherry SE, München

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Cherry SE, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht (nachfolgend: zusammengefasster Lagebericht) der Cherry SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Den auf der Internetseite veröffentlichten Vergütungsbericht nach § 162 AktG, auf den im zusammengefassten Lagebericht in Abschnitt 6.2. "Vergütungsbericht nach § 162 AktG" verwiesen wird, die Erklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f i.V.m. 315d HGB), sowie den auf der Internetseite veröffentlichten gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach den § 315b Abs 3, § 315c HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.3. "Erklärung zur Unternehmensführung und Nicht-finanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, § 315c und § 315d HGB)" Bezug genommen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Des Weiteren haben wir die in dem Abschnitt 4. "Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems (IKS)" und die in dem Abschnitt 2.1 "Gesamtwirtschaftliche und branchebezogene Rahmenbedingungen", Unterabschnitt "Überleitung zu alternativen Leistungszahlen (ESMA)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt haben wir die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen identifiziert:

a) Das Risiko für den Abschluss

In dem Jahresabschluss der Cherry SE, München, werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 81.801 (im Vorjahr TEUR 216.297) ausgewiesen. Dies entspricht 51 % der Bilanzsumme. Im Rahmen der Abschlusserstellung wurde ein Abwertungsbedarf von TEUR 134.496 erfasst, weil der beizulegende Wert den Buchwert unterschritt.

Das Management führt jährlich zum Abschlussstichtag eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte durch. Entsprechend der Ausführungen des Managements im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs richtet sich die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen nach den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die beizulegenden Werte werden als Barwerte der erwarteten künftigen Erträge, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Ertragswertverfahren ermittelt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten der Finanzanlagen.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität haben wir die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen im Rahmen unserer Abschlussprüfung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Zur Beurteilung der Angemessenheit der Planungsannahmen haben wir im Rahmen von Gesprächen mit dem gesetzlichen Vertreter und den Planungsverantwortlichen ein Verständnis über den Planungsprozess und implementierte Kontrollen erlangt. Darauf aufbauend haben wir mögliche Fehlerrisiken identifiziert. In diesem Zusammenhang haben wir insbesondere beurteilt, ob die Ermittlung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen mittels Ertragswertverfahren den Vorgaben des IDW RS HFA 10 entspricht. Die im Rahmen der Beteiligungsbewertung verwendeten Planwerte haben wir mit der von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung und der Anpassung derselben im Rahmen des erfolgten Independent Business Reviews verglichen. Den Planwerten liegen die reduzierten Planwerte des Independent Business Reviews zugrunde.

Die Verlässlichkeit der Unternehmensplanung wurde anhand eines retrospektiven Plan-Ist-Vergleichs zwischen den Planzahlen, die der Beteiligungsbewertung in Vorjahren zugrunde lagen, und dem tatsächlichen Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023 beurteilt. In die Analyse haben wir auch die im Geschäftsjahr realisierte und zukünftig prognostizierte Marktentwicklung vergleichbarer Unternehmen sowie öffentlich verfügbare Prognosen von Analysten einbezogen. Soweit bedeutsame Abweichungen zu verzeichnen waren, wurden diese mit den verantwortlichen Mitarbeitern der Cherry SE bezüglich ihrer Relevanz für den vorliegenden Jahresabschluss erörtert. Die vom Management vorgelegten wesentlichen Planungsannahmen haben wir nachvollzogen, indem wir sie mit den gesetzlichen Vertretern der Cherry SE diskutiert haben. Des Weiteren haben wir die im Zuge des Independent Business Reviews erstellte Anpassung der Planung kritisch gewürdigt. Das der Beteiligungsbewertung zugrunde gelegte Budget des kommenden Jahres und die Mittelfristplanung des Konzerns haben wir mit den Ergebnissen des Independent Business Reviews verglichen.

Mit der Kenntnis, dass bereits geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des Ertragswertes der verbundenen Unternehmen haben können, haben wir die Berechnungsmethode der Gesellschaft sowie die verwendeten wesentlichen Parameter inklusive der verwendeten Marktrisikoprämie, des Betafaktors sowie des Wachstumsabschlags unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten auf Angemessenheit beurteilt.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

Die Berechnungsmethode zur Durchführung der Beteiligungsbewertung halten wir für sachgerecht, um einen notwendigen Abwertungsbedarf zu ermitteln. Die angewandten Bewertungsparameter und -annahmen erscheinen insgesamt nachvollziehbar und angemessen und stimmen mit unseren Erwartungen überein.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den auf der Internetseite veröffentlichten Vergütungsbericht nach § 162 AktG, auf den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.2. "Vergütungsbericht nach § 162 AktG" Bezug genommen wird,

die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f i. V. m. 315d HGB), auf die im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.3. "Erklärung zur Unternehmensführung und Nicht-finanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, § 315c und § 315d HGB)" verwiesen wird,

den auf der Internetseite veröffentlichten gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach den § 315b Abs. 3, § 315c HGB, auf den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt 6.3. "Erklärung zur Unternehmensführung und Nicht-finanzielle Erklärung (§ 289f, § 315b Abs. 3, 315c und § 315d HGB)" Bezug genommen wird,

die im zusammengefassten Lagebericht in dem Abschnitt 4. "Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des Internen Kontrollsystems (IKS)" und die in dem Abschnitt 2 .1 "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen", Unterabschnitt "Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben.

Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB i. V. m. § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht,

den Bericht des Aufsichtsrats,

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Vorstand und Aufsichtsrat sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nach weise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "cherry-2023-12-31-de.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 27. Juli 2023 vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2023 als Abschlussprüfer der Cherry SE, München, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Christoph Eppinger.

 

Stuttgart, 31. Mai 2024

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Fuat Kalkan, Wirtschaftsprüfer

Dr. Christoph Eppinger, Wirtschaftsprüfer

FINANZKALENDER 2024

Geschäftsbericht 2023 31. Mai 2024
Hauptversammlung 24. Juli 2024
Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht 14. August 2024
Veröffentlichung Quartalsfinanzbericht (Stichtag Q3) 14. November 2024

IMPRESSUM

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Postadresse

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91275 Auerbach

Investor Relations

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