DATEV eG

Nürnberg

Master Data

Registry
Register court Nürnberg GnR 70
Registered
3/28/1966
Industry
Activities of holding companiesProvision of data processing servicesComputer facilities management activities
Purpose
Gegenstand geändert, nun: Gegenstand des Unternehmens ist die Unterstützung der Mitglieder im Zusammenhang mit deren beruflicher Tätigkeit, insbesondere durch die Erbringung von Leistungen der Datenverarbeitung und der Telekommunkikation, durch die Entwicklung und die Bereitstellung von EDV-Systemen sowie durch die Erbringung von anderen Dienstleistungen und Nebenleistungen. Gegenstand des Unternehmens ist ferner, soweit hierzu ein Zusammenhang mit dem Zweck des Unternehmens besteht, a) Erbringung von Leistungen für den elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehr, b) Herstellung und Verbreitung von Druckwerken und anderen Medien, c) Herstellung und Verbreitung von Datenbanken, d) Betrieb und Unterstützung von Bildungseinrichtungen sowie Durchführung und Unterstützung von Lehrveranstaltungen mit Programmen der DATEV und e) Abschluss von Rahmenverträgen und Vermittlung von Geschäften

Financial Overview

History

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Management

NameRole
Markus Roman Algner
since 7/23/2025
Board Member
Tina Nicole Schulz
since 7/23/2025
Procura
Marta Karolina Steib
since 7/23/2025
Procura
Procura
Procura
Stefan Gentsch
since 7/23/2025
Procura
Michael Ess
since 1/9/2025
Procura
Klaus Kunzmann
since 8/7/2023
Procura
Jochen Müller
since 8/7/2023
Procura
Gisela Deigner
since 9/10/2021
Procura
Wolfgang Urban
since 9/10/2021
Procura
Christian Bär
since 8/11/2021
Board Member
Lars Riedel
since 2/4/2020
Procura
Simone Wastl
since 2/4/2020
Procura
Jörg Beier
since 2/4/2020
Procura
Julia Bangerth
since 7/13/2018
Board Member
Michael Link
since 3/13/2018
Procura
David Schöner
since 3/13/2018
Procura
Lars Meyer-Pries
since 10/28/2016
Procura
Hagen Lohrmann
since 7/14/2016
Procura
Diana Windmeißer
since 4/27/2016
Board Member
Martin Krämer
since 1/5/2015
Procura
Jutta Rößner
since 1/5/2015
Procura
Henning Gulden
since 1/5/2015
Procura
Procura
Robert Andreas Mayr
since 5/5/2011
Board Member
Stefan Meisel
since 10/9/2008
Procura

Holdings

NameOwnership
No data available

Balance Sheet Accounts

Profit and Loss Accounts

Account

Financial Report

DATEV eG

Nürnberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Eckdaten zur Geschäftsentwicklung

Die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten belasten die weltweite Stabilität. Neben diesen geopolitischen Spannungen stellen Themen wie Inflation, Bürokratie und Fachkräftemangel sowohl auf wirtschaftlicher als auch gesellschaftlicher Ebene erhebliche Herausforderungen dar. Gleichzeitig setzen rasante Fortschritte bei Technologien, insbesondere bei künstlicher Intelligenz (KI), dazu an, die wirtschaftliche Landschaft zu prägen. Die verantwortungsbewusste Integration von KI bietet vielfältige Potenziale im Kanzleiumfeld und erfordert auf der anderen Seite aber eine angemessene Auseinandersetzung mit berufs- und datenschutzrechtlichen Vorgaben.

DATEV als Genossenschaft steuert sehr solide durch das komplexe Umfeld. Trotz der makroökonomischen Herausforderungen verlief das Geschäftsjahr für DATEV wieder sehr positiv. Dieser Erfolg basiert auf unseren genossenschaftlichen Werten und der Stärke unserer Gemeinschaft. Durch das digitale Ökosystem von DATEV wird eine bessere Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern und deren Mandanten, Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden ermöglicht. Die Transformation unseres Produktportfolios in die Cloud bringt neue Möglichkeiten und neue Funktionen, die die tägliche Arbeit erleichtern.

Dafür brauchen wir eine nachhaltig wirtschaftlich starke Genossenschaft. Diese solide Basis haben wir. Insgesamt hat sich unser Umsatzwachstum mit 9,6 % deutlich positiv von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgehoben. Im Jahr 2023 nahm das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland preisbereinigt um 0,3 % (Quelle: Statistisches Bundesamt, Januar 2024) ab. Die Branche der Informationstechnik in Deutschland hat sich mit 2,2 % (Quelle: Bitkom, Januar 2024) positiv entwickelt. Unser Betriebsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Den Erfolg unserer berufsständischen Genossenschaft geben wir an die Mitglieder in Form einer genossenschaftlichen Rückvergütung weiter. Bei einer Quote von 5,0 % des rückvergütungsfähigen Jahresumsatzes können für das Jahr 2023 56,5 Mio. Euro netto (2022: 51,8 Mio. Euro) an unsere Mitglieder ausgezahlt werden.

Grundlagen der Genossenschaft

Geschäftsmodell und Ziele

Die 1966 gegründete DATEV eG ist einer der führenden IT-Dienstleister Europas, der die Digitalisierung kaufmännischer Prozesse fördert. Unser aktuelles Leistungsversprechen "Zukunft gestalten. Gemeinsam." spiegelt das Selbstverständnis der Genossenschaft wider. Mit Software-Lösungen und Know-how stellen wir eine Basis für die digitale Zusammenarbeit zwischen dem Mittelstand und den steuerlichen Beraterinnen und Beratern bereit, die sich um die betriebswirtschaftlichen Belange der Mandanten kümmern. Gemeinsam mit den Mitgliedern unterstützen wir Unternehmen, Selbstständige, Kommunen, Vereine und Institutionen als partnerschaftlicher Lotse durch die Digitalisierung ihrer kaufmännischen Prozesse. Datenschutz, Datensicherheit und steuerliche Compliance haben dabei höchste Priorität.

Mit hochwertiger Software, effektiven IT-Dienstleistungen und Cloud-Lösungen im Ökosystem fördert DATEV nachhaltig den Erfolg der Mitglieder und von deren Mandanten durch partnerschaftliche Vernetzung und Integration moderner Lösungen. Das Unternehmen begleitet Mitglieder bei digitalen Herausforderungen und engagiert sich für eine nachhaltige, vielfältige und eine auf Inklusion ausgerichtete Arbeitswelt.

Das zweimal jährlich erhobene DATEV-Branchenbarometer stellt für DATEV einen Indikator für die wirtschaftliche Situation des Berufsstands dar. Grundsätzlich bewerteten die Kanzleien in der Befragung im Herbst 2023 ihre Lage und ihre aktuelle Umsatzentwicklung positiver als in der zurückliegenden Befragung im Frühjahr 2023. Negativer wurden allerdings die künftigen Erwartungen sowohl für die Mandanten als auch für die eigene Kanzlei eingestuft. Die Verbesserung der Lageeinschätzung kann die eingetrübten Erwartungen nicht vollständig kompensieren, was insgesamt in einen leichten Rückgang des DATEV-Branchenbarometers in der zweiten Jahreshälfte 2023 mündet.

Als genossenschaftlicher IT-Dienstleister ist es unsere Aufgabe, unsere Mitglieder und deren Mandanten sowie Kundinnen und Kunden in ihrer digitalen Transformation zu begleiten. Der DATEV-Digitalisierungsindex bildet den Grad der Digitalisierung in den Kanzleien ab. Nach einer bis heute anhaltenden, deutlichen Verbesserung des Indexes in der Frühphase von Corona stabilisierte sich der Gesamtindex bis Ende 2022. Im Frühjahr 2023 steigt der Digitalisierungsindex erstmals wieder leicht an. Ausschlaggebend für den Anstieg ist eine Verbesserung bei den Indexkomponenten Dateninput und Digitalisierungsstrategie. Wichtigster Digitalisierungstreiber ist die mögliche Zeitersparnis durch optimierte Abläufe innerhalb der Kanzlei. In diesem Kontext hat die Kompensation des Fachkräftemangels an Relevanz gewonnen. Umso wichtiger ist unser Beitrag, junge Menschen für die Steuerberatung zu begeistern und unsere Mitglieder dabei zu unterstützen, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren.

Mit 40.187 Mitgliedern, rund 620.000 Kundinnen und Kunden, 8.870 Beschäftigten (jeweils zum Bilanzstichtag) und einem Umsatz von 1,439 Mrd. Euro zählen wir zu den bedeutenden IT-Dienstleistern und Software-Häusern in Europa. Neben dem DATEV-Hauptsitz in Nürnberg gibt es in Deutschland 22 Niederlassungen, ein Informationszentrum in Nürnberg, Informationsbüros in Berlin und Brüssel, Beteiligungsunternehmen in Deutschland, Italien, Österreich, Polen und Tschechien sowie Betriebsstätten in Polen, Tschechien und in der Slowakei (jeweils zum Bilanzstichtag).

Datenschutz und Informationssicherheit

Für DATEV als berufsständischer IT-Dienstleister haben Datenschutz und Informationssicherheit oberste Priorität und sind für uns elementar. Sie bilden die Grundlage für erfolgreiche und zugleich sichere DATEV-Cloud-Lösungen.

Die Qualität der Umsetzung von Datenschutz und Informationssicherheit wurde durch die Zertifikate der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS BIT GmbH) zum Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) nach internationalem Standard ISO/IEC 27001 und zum Datenschutz-Managementsystem (DSMS) nach ISO 27701 belegt.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für DATEV als Genossenschaft ein leitendes Prinzip. Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg geht einher mit der Übernahme von Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt.

Wir übernehmen nicht nur unternehmerische Verantwortung (Corporate Responsibility) gegenüber unseren Mitgliedern und Kundinnen und Kunden, indem wir ihnen zukunftsträchtige Services und Produkte bereitstellen, sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag für Gesellschaft, Mitarbeitende und Umwelt. Die Triple Bottom Line aus ökonomischem, ökologischem und sozialem Engagement ist für uns die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

Unser Ziel, bis 2030 klimabilanziell klimaneutral zu werden, verfolgen wir durch konsequente Verringerung und Vermeidung von Emissionen, etwa durch die Nutzung von energieeffizienten und innovativen Technologien, insbesondere in unseren Rechenzentren. Ferner sind unsere digitalen Lösungen Treiber für Nachhaltigkeit. Sie verringern umweltbelastende Ressourcen wie Papier, Verpackungsmaterial, Logistikaufwand und Abfall. Unter anderem mit den digitalen Lösungen DATEV Unternehmen online, DATEV Arbeitnehmer online, der elektronischen Software-Auslieferung oder elektronischer Fachliteratur helfen wir aktiv, CO 2 einzusparen. Mit der sogenannten CO 2 e-Intensität (Verhältnis CO 2 -Äquivalente zum Gesamtumsatz) erhalten unsere Mitglieder sowie Kundinnen und Kunden über die DATEV-Rechnung ihren individuellen CO 2 -Fußabdruck.

Für unsere Mitarbeitenden gestalten wir ein nachhaltiges und inklusives Arbeitsumfeld. Wir setzen uns aktiv gegen Diskriminierung und für soziale Gerechtigkeit ein. Dabei steht für uns die gleichberechtigte Teilhabe Aller im Fokus - intern wie extern. Wir stärken Eigeninitiativen (Communities of Practice) etwa im Bereich Diversity und Ökologie und laden alle ein, aktiv diese Entwicklung von DATEV mitzugestalten.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 in einem nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Weiterhin dämpften hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 0,3 % niedriger als im Vorjahr.

Die Digitalbranche zeigte sich in diesem Umfeld weiter robust und setzte mit 2,2 % (Quelle: Bitkom, Januar 2024) ihren Wachstumskurs weiter fort. Auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen, geprägt von geopolitischen Krisen und Haushaltskürzungen, legten Umsätze und Beschäftigung bei den Unternehmen in der Digital-Branche zu.

Beteiligungen

Unsere Tochtergesellschaften in Deutschland, Italien, Österreich, Polen und Tschechien erzielten im Jahr 2023 positive Jahresergebnisse. Das Geschäft in Italien profitierte vom Erfolg mit neuen digitalen Lösungen. In Österreich wirkte sich eine hohe Nachfrage nach DATEV Unternehmen online und DIGISign positiv auf das Geschäft aus. Die DATEV International GmbH (vormals DATEV IT Dienstleistungs- und Service GmbH) erzielte vor allem aus der Lizenzierung von Software-Lösungen für den italienischen Markt ein positives Jahresergebnis. Unsere Tochtergesellschaft DATEV Beteiligungen GmbH bildet mit ihren inländischen strategischen Beteiligungen einen wichtigen Baustein für die Ergänzung des DATEV-Portfolios. Die fino taxtech GmbH hat mit GrundsteuerDigital eine Lösung für die Erklärung zur Feststellung der Grundsteuerwerte zur Verfügung gestellt. Ein bislang über die IP Colocation GmbH betriebenes und von DATEV gemietetes Rechenzentrum wurde von uns erworben und die verbleibende Gesellschaft auf den Anteilseigner, die DATEV Beteiligungen GmbH, verschmolzen.

Fachkräftegewinnung und Personalmanagement

Gute Fachkräfte zu gewinnen und an sich zu binden, ist für uns als Arbeitgeber ebenso herausfordernd wie für unsere Mitglieder in den Kanzleien. Mit einer gemeinsamen Initiative zur Fachkräftegewinnung im Berufsstand unterstützen die Bundessteuerberaterkammer (BStBK), der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) und die DATEV eG den steuerberatenden Berufsstand. Diese Initiative umfasst unter anderem eine Imagekampagne, die die Attraktivität der Berufsbilder im steuerberatenden Berufsstand allgemein steigern soll, sowie eine Aktivierungskampagne, die Kanzleien dabei unterstützen soll, Fachkräfte zu gewinnen, an sich zu binden und zu entwickeln.

Als Arbeitgeber gehen wir für die Fachkräftegewinnung neue Wege. Um geeignete Talente für DATEV zu begeistern oder zeitkritische und strategisch besonders wichtige Stellen zu besetzen, haben wir neben klassischen Maßnahmen auf Jobbörsen und spezifischen IT-Online-Plattformen vor allem unsere Social-Media-Aktivitäten intensiviert und unsere Kapazitäten im Bereich der Direktansprache (Active Sourcing) gesteigert.

Zur weiteren Erhöhung unserer Arbeitgeberattraktivität haben wir moderne Arbeitswelten geschaffen und dauerhafte Flexibilisierungsmöglichkeiten von Arbeitszeit und -ort eingeführt.

Im Bereich der Nachwuchsgewinnung haben wir den HR Excellence Award in der Kategorie Ausbildung erhalten. Die Auszeichnung betrachten wir als Ergebnis unserer Bemühungen, die besonderen Bedürfnisse von Berufseinsteigenden auf dem Weg zu einem souveränen Umgang mit mobiler Arbeit zu beherzigen.

Je mehr sich DATEV zu einer lernenden Organisation weiterentwickelt, desto wichtiger wird informelles Lernen. Mit "Wenn DATEV wüsste, was DATEV weiß" (wDw) besteht eine neue leicht zugängliche Plattform, die es allen Mitarbeitenden ermöglicht, eigenständig und ohne weitere Abstimmung Wissen zu teilen und damit die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch im Unternehmen voranzubringen. DATEV hat hierfür beim Personalwirtschaftspreis 2023 den ersten Platz in der Kategorie Talent & Learning erhalten.

Unsere Personalzahlen entwickelten sich positiv. Im Berichtsjahr haben wir 528 Mitarbeitende sowie 84 Auszubildende und dual Studierende eingestellt. Bei DATEV waren am 31. Dezember 2023 insgesamt 8.870 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt (31. Dezember 2022 8.569), was einem Nettozuwachs von 301 entspricht.

Die Teilzeitquote lag zum Stichtag mit 25 % auf Vorjahresniveau. Der Anteil der Frauen an der Belegschaft blieb mit 42 % ebenfalls stabil. Die Quote weiblicher Führungskräfte verbesserte sich leicht auf 32 %. Die Zahl unserer Auszubildenden aller Fachrichtungen und Jahrgänge lag bei 224. Davon entfallen zwei Drittel auf IT-bezogene Ausbildungsberufe.

Geschäftsverlauf und Lage der Genossenschaft

Künstliche Intelligenz

Ein Thema, das 2023 wesentlich geprägt hat, war die künstliche Intelligenz (KI). Insbesondere um ChatGPT gab es einen regelrechten Hype. Der Chatbot ist auch für den Privatanwender einfach zu handhaben und ist fähig, Texte, Bilder und weitere Inhalte zu erstellen. Für den Berufsstand ist der Einsatz neuer Technologien ein wichtiger Hebel bei der Optimierung der Kanzleiprozesse. Selbstverständlich beschäftigen wir uns intensiv mit möglichen Einsatzszenarien, die mithilfe von KI Mehrwerte für unsere Mitglieder versprechen. Dabei steckt KI bereits heute in einigen unserer Anwendungen. Mit dem Automatisierungsservice Rechnungen buchten per 31. Dezember 2023 über 4.400 Kanzleien rund 37.000 Mandantenbestände. Im Berichtsjahr wurden rund 30 Mio. Buchungsvorschläge mit Unterstützung von KI erzeugt. Ein wesentlicher Baustein sind die in DATEV Unternehmen online hochgeladenen Belege. Kanzleien und deren Mandanten arbeiten auf diese Weise höchst effizient und durchgehend digital zusammen. Über DATEV Meine Steuern hochgeladene Belege können dank KI teilautomatisiert übernommen und verarbeitet werden. Auch bei der Liquiditätsbetrachtung eines Unternehmens kann KI bei der Erstellung von Entscheidungsgrundlagen unterstützen. Im Liquiditätsmonitor online wird auf Grundlage tagaktueller Bankdaten automatisiert die voraussichtliche Entwicklung der Liquidität in den kommenden Wochen prognostiziert. Ferner können unsere Mitglieder auf der neuen Plattform DATEV KI-Werkstatt die Einsatzmöglichkeiten von generativer künstlicher Intelligenz in DATEV-Anwendungen in einem experimentellen Stadium ausprobieren. Dabei ist Augenmaß gefordert, um die Potenziale von KI zu nutzen und gleichzeitig den erforderlichen Datenschutz und den Nutzen für unsere Mitglieder zu gewährleisten.

DATEV-Ökosystem und -Partnerstrategie

DATEV öffnete sich im Rahmen des digitalen DATEV-Ökosystems für Software-Anbieter und andere Ökosysteme und erweitert durch Kooperationen das eigene Lösungsspektrum. DATEV bringt Kanzleien, Mandanten, Softwareanbieter und Dritte zusammen und ermöglicht so durchgängige Geschäftsprozesse und neue datenbasierte Geschäftsmodelle. Dies geschieht durch die Vernetzung von DATEV-Lösungen mit Lösungen von DATEV-Marktplatz Partnern und Dritten. Im Zentrum steht dabei die Kanzlei als Partner, Leistungsträger und Dienstleister. Als Plattform für die Lösungen von Partnern dient der DATEV-Marktplatz. Hier finden sowohl Kanzleien als auch Unternehmen rund 250 Lösungen von Software-Herstellern, die sich in die DATEV-Produktwelt einfügen und diese sinnvoll ergänzen.

Portfolioentwicklung

Arbeitsprozesse sind zunehmend digital, ortsunabhängig und kollaborativ. Viele Unternehmen haben im Zuge der Corona-Pandemie ihre Prozesse digitalisiert und cloud-basierte Lösungen eingeführt. Auch das DATEV-Produktportfolio wird sich in den kommenden Jahren verändern und sukzessive in die Cloud weiterentwickeln. Die neuen Oberflächen in den Online-Produkten wurden mit dem international anerkannten Red Dot Design Award ausgezeichnet. Prämiert wurde in der Kategorie Interface & User Experience Design insbesondere die Designsprache unserer Produkte sowie das zugehörige Designsystem. Bei der Portfolioentwicklung liegt der Fokus auf effizienten Kernprozessen in den Kanzleien und der Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und Mandanten. Schon heute ermöglicht DATEV cloudbasierte Geschäftsprozesse. Neue Cloud-Anwendungen und Cloud-Services sorgen, auch im Zusammenspiel mit unseren On-Premises-Programmen, stetig für Mehrwert. Die On-Premises-Programme bleiben selbstverständlich auch während der Entwicklung hin zu Cloud-Lösungen aktuell und verlässlich.

Unser Rechenzentrum bildet die technische Plattform für unser DATEV-Produktportfolio sowie die Grundlage für den Datenaustausch. Über 490.000 Unternehmen in Deutschland nutzen für ihre kaufmännischen Prozesse DATEV Unternehmen online und tauschen jeden Monat im Durchschnitt über 76 Mio. Belege mit ihren steuerlichen Beratern aus. Bei DATEV Arbeitnehmer online haben sich bis Ende des Jahres 2023 rund 4,1 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer registriert, was einem Zuwachs von rund 25 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

E-Rechnung

Die auf europäischer Ebene angekündigte gesetzliche Verpflichtung zur E-Rechnung im B2B-Umfeld steht im Kontext der geplanten Einführung eines Meldesystems zur Umsatzsteuerbetrugsbekämpfung. Auf EU-Ebene werden im Rahmen der Initiative "VAT in the Digital Age" europäische Vorgaben hierfür verhandelt und sollen im Laufe des Jahres 2024 verabschiedet werden. Deutschland wird unabhängig davon die E-Rechnung ab Jahresbeginn 2025 einführen.

Die verpflichtende E-Rechnung wird prozessuale Veränderungen mit sich bringen und eine große Chance bieten, die Digitalisierung zu forcieren: Unternehmen und Kanzleien profitieren von den Vorteilen elektronischer Rechnungsprozesse und einer Vereinfachung der Zusammenarbeit.

DATEV begrüßt daher die E-Rechnungspflicht, bringt sich im Schulterschluss mit dem steuerberatenden Berufsstand ein und bereitet zusätzliche Lösungen für die Mitglieder und interessierte Marktteilnehmer vor.

Entwicklung der Ertragslage

Umsatz

Trotz der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage haben sich die Umsatzerlöse im Jahr 2023 sehr erfreulich entwickelt und lagen über unseren Erwartungen. Sie stiegen auf 1.439,1 Mio. Euro (2022: 1.312,7 Mio. Euro) und setzten die stetige Entwicklung der letzten Jahre fort. Das Wachstum von 126,4 Mio. Euro bzw. 9,6 % wurde von allen Produktgruppen getragen.

Die Produktgruppe Rechnungswesen ist mit einem Umsatzwachstum von 54,8 Mio. Euro (2022: 32,3 Mio. Euro) absolut am stärksten gewachsen. Im Geschäftsfeld Rechnungswesen wurden 30,5 Mio. Euro der Umsatzsteigerung mit Cloud-Services, 13,3 Mio. Euro mit On-Premises-Produkten und 11,0 Mio. Euro mit Cloud-Anwendungen - insbesondere DATEV Unternehmen online - erwirtschaftet.

Die Produktgruppe Personalwirtschaft erwirtschaftete ein Umsatzwachstum von 18,5 Mio. Euro (2022: 19,4 Mio. Euro). Die Anzahl der abgerechneten Arbeitnehmer konnte im Jahr 2023 gesteigert werden. Durchschnittlich lag die Anzahl der abgerechneten Arbeitnehmer im Jahr 2023 bei 14,5 Mio. im Monat (2022: 14,2 Mio.).

Das Umsatzwachstum der Produktgruppe Steuern belief sich auf 16,0 Mio. Euro (2022: 1,9 Mio. Euro). Ursächlich hierfür ist der Umsatz aus E-Steuern, der im Jahr 2023 deutlich angestiegen ist.

Mit einem Umsatzplus von 14,0 Mio. Euro (2022: 10,0 Mio. Euro) blieb unsere Produktgruppe IT-Management auf Wachstumskurs. Grund hierfür war weiterhin die erfreuliche Entwicklung der Anwenderzahl bei den Cloud-Sourcing-Angeboten DATEV-SmartIT, PARTNERasp und DATEVasp.

Bezogen auf das Angebotsportfolio erzielten wir im Berichtsjahr wieder den absolut größten Anteil am Gesamtumsatz mit unseren Cloud-Services. Sie umfassen Rechenzentrumsleistungen in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern, Wirtschaftsberatung und Lohn und beinhalten Services wie revisionssichere Archivierung und geschützte Datenübermittlung an Institutionen wie Krankenkassen oder Finanzbehörden. Diese können direkt aus DATEV-Produkten heraus genutzt werden. Mit einem Umsatzplus von 59,6 Mio. Euro entwickelten sich die Cloud-Services sehr erfreulich und erzielten einen Umsatz von 566,6 Mio. Euro.

Der Umsatz unserer On-Premises-Angebote ist mit einem Wachstum von 35,2 Mio. Euro auf 506,2 Mio. Euro gestiegen.

Unsere Cloud-Anwendungen umfassen vor allem DATEV Unternehmen online und DATEV Arbeitnehmer online. Mit einem Wachstum von 12,6 Mio. Euro stiegen die Umsatzerlöse der Cloud-Anwendungen auf insgesamt 61,3 Mio. Euro.

Die weiteren Angebote (302,4 Mio. Euro) und sonstigen Umsatzerlöse (2,6 Mio. Euro) haben sich mit einem Plus von 19,0 Mio. Euro ebenfalls positiv entwickelt.

Aufwand

Unser Betriebsaufwand stieg im Jahr 2023 auf 1.355,9 Mio. Euro (2022: 1.249,2 Mio. Euro). Dies entsprach einer Steigerung um 106,7 Mio. Euro bzw. 8,5 %. Der Anstieg wurde erwartungsgemäß vor allem durch ein Wachstum im Material- und Personalaufwand sowie höhere Energiekosten und Kosten für Hard- und Software verursacht.

Der Materialaufwand erhöhte sich um 12,6 Mio. Euro auf 148,9 Mio. Euro (2022: 136,3 Mio. Euro). Dieser Anstieg war maßgeblich auf höhere Aufwendungen für Fremdprogrammierung und Programmberatungsleistungen sowie höhere umsatzbezogene Lizenzkosten zurückzuführen.

Beim Personalaufwand führten die turnusgemäße Gehaltsrunde, Leistungsprämien und eine Einmalzahlung zur Abmilderung der Inflation zu gestiegenen Aufwendungen. Gleichzeitig hat unsere durch Neueinstellungen gestiegene Zahl an Beschäftigten zu einem höheren Aufwand beigetragen. Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 55,8 Mio. Euro auf 831,1 Mio. Euro (2022: 775,3 Mio. Euro).

Durch die anhaltend hohen Investitionen, vor allem in Kapazitätserweiterungen in unseren Rechenzentren, stiegen die Abschreibungen um 3,3 Mio. Euro auf 93,6 Mio. Euro (2022: 90,3 Mio. Euro).

Unsere sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten vor allem Wartungs- und Lizenzkosten im Rechenzentrumsumfeld sowie diverse Aufwendungen für Fremdleistungen, betriebliche Räume und Öffentlichkeitsarbeit. Im Geschäftsjahr stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 35,0 Mio. Euro auf 282,3 Mio. Euro (2022: 247,3 Mio. Euro) an. Der Anstieg resultierte zu einem großen Teil aus höheren Energiepreisen. Die Auswirkungen der Energiekrise schlugen sich bei DATEV im Jahr 2023 durch eine Verdreifachung der Energiekosten nieder. Die Gutschriften aus der Energiepreisbremse wirkten sich gegenläufig im sonstigen betrieblichen Ertrag aus.

Darüber hinaus stiegen die Aufwendungen für Software-Mieten und -Lizenzen sowie für Systemwartung bei den Server- und Storage-Systemen.

Ergebnis

Im Geschäftsjahr 2023 führte der im Vergleich zum Umsatzwachstum geringere Anstieg des Betriebsaufwands wie erwartet zu einem höheren Betriebsergebnis. Es lag mit 91,6 Mio. Euro (2022: 72,3 Mio. Euro) um 19,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.

An unsere Mitglieder werden 56,5 Mio. Euro netto in Form einer genossenschaftlichen Rückvergütung ausgezahlt (2022: 51,8 Mio. Euro).

Das Finanzergebnis belief sich auf -2,9 Mio. Euro (2022: 6,0 Mio. Euro). Es bestand im Geschäftsjahr überwiegend aus Zinsaufwendungen, unter anderem für kurzfristige Kontokorrentlinien und langfristige Betriebsmitteldarlehen. Erträge aus Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2023 nicht vereinnahmt (2022: 8,0 Mio. Euro).

Als Ergebnis nach Steuern verblieben 20,2 Mio. Euro gegenüber 17,6 Mio. Euro im Vorjahr. Nach Abzug der sonstigen Steuern betrug der verbleibende Jahresüberschuss 19,3 Mio. Euro (2022: 16,7 Mio. Euro). Der Überschuss wird zur weiteren Stärkung des Eigenkapitals den Ergebnisrücklagen zugeführt.

Entwicklung der Finanzlage

Die finanzielle Stabilität ist ein wesentlicher Eckpfeiler unseres ökonomischen Nachhaltigkeitsgedankens. Mit unserem nachhaltigen Finanz- und Liquiditätsmanagement schaffen wir die Grundlage für eine ausgewogene Liquiditäts- und Finanzierungsstruktur. Im Bedarfsfall können wir über verschiedene Kreditlinien weitere Liquiditätspotenziale nutzen.

Das Eigenkapital betrug am Bilanzstichtag 286,5 Mio. Euro (2022: 267,2 Mio. Euro). Demgegenüber reduzierte sich der Fremdkapitalbestand auf 357,8 Mio. Euro (2022: 362,0 Mio. Euro). Insgesamt stieg unsere Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2023 von 42 % auf rund 44 %.

Bei den Rückstellungen war ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr vor allem durch die Steigerung bei den sonstigen Rückstellungen zu verzeichnen. Hier erhöhten sich vor allem die personalbezogenen Rückstellungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Steuerrückstellungen stiegen aufgrund der im Vergleich zum Steueraufwand geringeren Vorauszahlungen. Insgesamt stiegen die Rückstellungen um 24,8 Mio. Euro auf 131,0 Mio. Euro (2022: 106,2 Mio. Euro).

Die Verbindlichkeiten reduzierten sich um 28,9 Mio. Euro auf 226,9 Mio. Euro (2022: 255,8 Mio. Euro). Zu diesem Rückgang führten stichtagsbedingt vor allem die planmäßigen Tilgungen von Betriebsmittel- und Baudarlehen. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen durch die Aufnahme eines Intercompany-Darlehens von der DATEV International GmbH zur Optimierung der Liquiditäts- und Finanzierungssituation in der DATEV-Unternehmensgruppe.

Die liquiden Mittel haben sich zum Stichtag um 0,8 Mio. Euro auf 8,6 Mio. Euro (2022: 9,4 Mio. Euro) leicht vermindert. Der operative Cashflow lag mit 182,2 Mio. Euro (2022: 140,6 Mio. Euro) deutlich über dem Vorjahreswert. Investitionen in die Rechenzentrumsinfrastruktur prägten überwiegend den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit. Er belief sich im Berichtsjahr auf -101,5 Mio. Euro (2022: -92,0 Mio. Euro). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag im Jahr 2023 bei -81,5 Mio. Euro (2022: -48,4 Mio. Euro) und bestand vor allem aus der Auszahlung der genossenschaftlichen Rückvergütung und der Tilgung von Betriebsmittel- und Baudarlehen.

Entwicklung der Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 644,6 Mio. Euro (2022: 629,4 Mio. Euro). Für diesen Anstieg war vor allem ein höheres Umlaufvermögen ursächlich. Es erhöhte sich zum Stichtag auf 211,1 Mio. Euro (2022: 201,1 Mio. Euro) vor allem durch höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr höheren Umsatzerlöse im Dezember.

Im Anlagevermögen ergab sich planmäßig die absolut größte Veränderung bei den Sachanlagen vor allem durch Investitionen in technische Anlagen und Maschinen im Bereich der Rechenzentrumsinfrastruktur. Zum Teil waren diese zum Stichtag noch nicht in Betrieb genommen und wurden unter den Anlagen im Bau ausgewiesen. Die immateriellen Vermögensgegenstände reduzierten sich wie erwartet abschreibungsbedingt aufgrund der hohen Investitionen in Rechenzentrums-Software in den Vorjahren.

Kapitalrückzahlungen und Tilgungen von Gesellschafterdarlehen führten zu einem Rückgang im Finanzanlagevermögen.

Der Buchwert des Anlagevermögens blieb mit 401,5 Mio. Euro (2022: 399,0 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Das Anlagevermögen war zu 71 % (2022: 67 %) durch Eigenkapital gedeckt und machte 62 % (2022: 63 %) der Bilanzsumme aus.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Genossenschaft

Die Genossenschaft hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz der weiterhin andauernden Unsicherheiten und Herausforderungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld sehr positiv entwickelt. Wir verzeichneten bei allen Produktgruppen einen nachhaltigen Wachstumskurs. Diese stabile wirtschaftliche Basis benötigen wir für die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios und für Investitionen in neue Technologien. Trotz gestiegener Aufwendungen konnte das Betriebsergebnis gesteigert werden. Als Genossenschaft bleibt es unser Ziel, unsere Mitglieder als verlässlicher Partner mit Lösungen für die geschäftlichen Abläufe und die digitale Zusammenarbeit mit ihren Mandanten zu unterstützen. Insgesamt war absolut betrachtet wieder eine höhere Rückvergütung bei gleichbleibender prozentualer Rückvergütungsquote möglich. Unsere Vermögens- und Kapitalstruktur blieb ausgewogen und Ausdruck der stabilen und nachhaltigen geschäftlichen Entwicklung.

Risikobericht

Auch für das Geschäftsjahr 2023 ergibt sich für DATEV wieder eine angemessene Risikotragfähigkeit. Das Ziel des Risikomanagements von DATEV besteht darin, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und diesen erforderlichenfalls mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen.

Die Risikolage der Genossenschaft wurde im zurückliegenden Jahr maßgeblich durch globale Polykrisen bestimmt: Neben den anhaltenden russischen Angriffskrieg in der Ukraine trat ein bislang nicht absehbar endender Nahostkonflikt. Die weiterhin vorherrschende Energiekrise führte zu steigenden Inflationsraten und einer erlahmenden Weltkonjunktur. Auch die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher und tragen zu einer zunehmend unsicheren Lage bei. Zudem hat ein Wettlauf um die Vorherrschaft in der künstlichen Intelligenz eingesetzt. Dem steht der Lichtblick eines in seiner Bedeutung nachlassenden Corona-Virus gegenüber.

Dank einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit diesen Effekten sowie frühzeitig initiierten Maßnahmen gelingt eine angemessene Handhabung dieser herausfordernden Situation. Risiken werden dazu mit ihren Gegenmaßnahmen systematisch erfasst, dokumentiert und mithilfe geeigneter Gegenmaßnahmen begrenzt. Aus der Aggregation ihrer Risiken ermittelt sich das Nettorisiko der Genossenschaft, dem ein angemessenes Risikodeckungspotenzial gegenübersteht. Die risikopolitischen Leitlinien ermöglichen allen Beschäftigten einen angemessenen Risikoumgang. Regelmäßige interne und externe Prüfungen bestätigen die Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagements der Genossenschaft.

Die Risikosituation der Genossenschaft weist trotz der bestehenden Herausforderungen aus den Krisen für das Jahr 2023 nur unwesentliche Veränderungen auf. Für eine erhöhte Risikoanfälligkeit der Genossenschaft liegen keine Anzeichen vor. Die Risikotragfähigkeit ist für DATEV gegeben.

Compliance

Die Einhaltung von Gesetzen und internen Richtlinien hat für DATEV oberste Priorität. Neben dem internen Kontrollsystem und dem Risikomanagementsystem verfügen wir über ein Compliance-Management-System nach IDW PS 980, mit dem Ziel, Gesetzesverstöße zu verhindern beziehungsweise zügig aufzudecken.

Erklärung zur Unternehmensführung

Unsere Erklärung zur Unternehmensführung kann auf der Internetseite von DATEV (www.datev.de/web/de/m/ueber-datev/das-unternehmen/corporate-governance) eingesehen werden.

Prognosebericht

Vor dem Hintergrund der weltweiten geopolitischen Spannungen, der gestiegenen (Leit-)Zinsen, der relativ schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung, aber auch zunehmender struktureller und gesellschaftlicher Herausforderungen, hat die Wirtschaftsleistung in Deutschland im vergangenen Jahr nachgelassen.

Ausgehend von den Entwicklungen des vergangenen Jahres sprechen wesentliche Faktoren für eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage im laufenden Jahr. Die Inflation ist im Jahresverlauf 2023 deutlich zurückgegangen und lag im Januar 2024 bei 2,9 %. Der Arbeitsmarkt ist bemerkenswert robust. Die derzeit hohen nominalen Lohnzuwächse führen in Kombination mit nachlassender Inflation wieder zu einem Zuwachs an realer Kaufkraft. Dies dürfte auch die Binnennachfrage stärken. Die Bundesregierung geht deshalb in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2024 trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen, etwa mit Blick auf die Weltwirtschaft, für das Jahr 2024 von einem leichten gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 0,2 Prozent aus (Quelle: BMWK, Februar 2024).

Die Digitalbranche zeigt sich von Krisen weiterhin weniger betroffen. Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom für die Unternehmen der IT und Telekommunikation (ITK) für 2024 ein Umsatzplus. Auch das Geschäftsklima in der Digitalwirtschaft entwickelt sich gegen den Trend der Gesamtwirtschaft positiv.

Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen auch wir als IT-Unternehmen trotz der anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen und der bestehenden Unsicherheiten weiterhin mit einer stabilen Geschäfts- und Liquiditätslage.

Wir erwarten weiterhin moderat steigende Umsatzerlöse. Gleichzeitig erwarten wir steigende Aufwendungen, insbesondere für bezogene Leistungen im Rechenzentrumsumfeld sowie Aufwendungen für Fremdleistungen und Personal. Insgesamt dürfte das Betriebsergebnis aufgrund der ausbleibenden Zahlungen aus der Energiepreisbremse geringfügig zurückgehen.

Die Investitionen werden im Prognosezeitraum etwas geringer ausfallen. Sie werden weiterhin primär im Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur sowie der Produktionsausstattung liegen.

Durch die hohen Investitionsvolumina der Vorjahre erwarten wir leicht steigende Abschreibungen.

Langfristige und zur Steuerung der kurz- und mittelfristigen Liquiditätssituation aufgenommene Fremdmittel werden planmäßig zurückgezahlt. Die Eigenkapitalquote wird leicht steigen.

Bedingt durch den demografischen Wandel und berufliche Zusammenschlüsse wird die Anzahl unserer Mitglieder leicht zurückgehen. Die Kundenzahl wird weiter leicht ansteigen.

Der Stromverbrauch wird durch den Leistungszuwachs im Rechenzentrum mengenmäßig etwas zunehmen.

Durch geplante Neueinstellungen für technologische Zukunftsthemen und umsatzbezogenes Mengenwachstum wird unsere Anzahl an Mitarbeitenden auch im Jahr 2024 moderat ansteigen. Die Gewinnung von neuen, passenden Mitarbeitenden mit dem Ziel, diese auch langfristig an DATEV zu binden, stellt einen Fokus unserer Personalarbeit dar.

Die Situation am Arbeitsmarkt wird sich auf absehbare Zeit voraussichtlich nicht verbessern. Mit Blick auf den Berufsstand haben sich BStBK, DStV und DATEV dazu entschlossen, Steuerberaterinnen und Steuerberater gemeinsam noch intensiver zu unterstützen. Dem personellen Engpass soll gemeinsam und nachhaltig begegnet werden und die Initiative dabei helfen, Fachkräfte für den steuerberatenden Berufsstand zu gewinnen. DATEV unterstützt auf verschiedenen Ebenen: von der Stärkung der Bildungspartner über konkrete Beratung bis zu Schulungsangeboten zu Führungskompetenzen und Recruiting.

Dem Thema KI gehört weiterhin eine hohe Priorität. Im Zuge der Digitalisierungsbestrebungen können durch den Einsatz innovativer Technologien Kanzleiprozesse weiter verbessert werden. In der Finanzbuchführung wird beispielsweise unsere KI-basierte Anwendung DATEV Automatisierungsservice Rechnungen erfolgreich bei den Kanzleien eingesetzt. Der DATEV Automatisierungsservice Bank befindet sich in Pilotierung und die Freigabe ist im Prognosezeitraum angestrebt. Auch hier werden Buchungsvorschläge aus Inhalten von Kontoumsätzen und historischen Daten KI-gestützt erstellt.

Wir entwickeln weitere KI-basierte Lösungen für den Kanzleialltag und wollen KI als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts sinnvoll anwendbar machen.

Die Entwicklung des Produktportfolios in die Cloud stellt weiterhin eine der wichtigsten und herausforderndsten Aufgaben für die Genossenschaft dar. Cloud-Lösungen ermöglichen schlanke Prozesse, Datenströme ohne Brüche, ortsunabhängiges Arbeiten und neue Funktionen, die die tägliche Arbeit erleichtern. Durch die sukzessive und sequenzielle Weiterentwicklung des DATEV-Portfolios in die Cloud werden die Anwenderinnen und Anwender bei den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen unterstützt. In diesem Kontext wird auch das digitale DATEV-Ökosystem durch Einbindung von Partnern weiterwachsen.

Der Empfang elektronischer Rechnungen wird ab dem 1. Januar 2025 für inländische B2B-Umsätze verpflichtend. Der Aufwand zur Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben hängt auch vom Digitalisierungsgrad der jeweiligen Kanzleien und Unternehmen ab. Die in den DATEV-Programmen bereits verwendeten Formate XRechnung und ZUGFeRD haben sich mittlerweile als etablierte Standards für elektronische Rechnungen im Mittelstand bewährt. Unsere DATEV-Produkte erfüllen heute bekannte gesetzliche Anforderungen und ermöglichen den Empfang, die Verarbeitung und den Versand von E-Rechnungen.

Im Rahmen der weiteren Entwicklung der E-Rechnungspflicht in Deutschland und der zu einem späteren Zeitpunkt zu erwartenden Meldepflicht steuerrelevanter Rechnungsdaten beteiligen wir uns mittelbar über die DATEV Beteiligungen GmbH mehrheitlich am Netzwerkspezialisten b4value.net GmbH. Durch die Beteiligung kann DATEV von der b4value.net-Infrastruktur profitieren. Mit dem TRAFFIQX®-Netzwerk betreibt b4value.net eine etablierte und bewährte Plattform für den sicheren elektronischen Dokumenten- und Datenaustausch im europäischen Raum. Mit b4value.net arbeiten wir bereits seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen. Mit dem Angebot DATEV SmartTransfer sind wir unmittelbar bereits heute Teil des TRAFFIQX®-Netzwerks.

Bei DATEV-Cloud-Anwendungen werden aufgrund der hohen Nachfrage nach Online-Lösungen (DATEV Unternehmen online und DATEV Arbeitnehmer online) positive Wachstumseffekte erwartet. Dasselbe gilt für unsere DATEV-Cloud-Services in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern und Wirtschaftsberatung sowie DATEV-Cloud-Sourcing (DATEVasp, DATEV-SmartIT und PARTNERasp) aufgrund des großen Bedarfs an sicheren Rechenzentrumsdienstleistungen.

Die bestehenden DATEV-Programme werden gezielt weiterentwickelt. Sie bilden nach wie vor das Fundament für die Weiterentwicklung des Produktportfolios in die Cloud. Auch in Zukunft wird die prozessuale Unterstützung unserer Mitglieder sowie die Umsetzung gesetzlicher Änderungen im Mittelpunkt der Entwicklung stehen.

Unser übergeordnetes Ziel als Genossenschaft ist dabei stets, den wirtschaftlichen Erfolg unserer Mitglieder nachhaltig zu fördern und den Berufsstand bei seinen Herausforderungen als verlässlicher Partner zu unterstützen. Das Vorantreiben der Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Hebel für die Zukunftsfähigkeit des Berufsstands.

Zusammen mit unseren Mitgliedern arbeiten wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung von Angeboten, mit denen sich Geschäfts- und Deklarationsprozesse digitalisieren, vernetzen und automatisieren lassen. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, Mitgliedern, Kundinnen und Kunden werden wir als Genossenschaft diese Zukunft gestalten.

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 401.510.051,28 399.009.945,79
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 43.772.791,23 55.372.845,54
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 42.535.444,76 54.112.323,16
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.236.757,72 1.198.654,88
3. geleistete Anzahlungen 588,75 61.867,50
II. Sachanlagen 317.486.457,97 300.325.318,64
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 143.768.459,51 140.300.074,75
2. technische Anlagen und Maschinen 126.994.632,45 122.119.432,04
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 32.019.652,68 32.407.137,65
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.703.713,33 5.498.674,20
III. Finanzanlagen 40.250.802,08 43.311.781,61
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 38.719.962,19 38.719.962,19
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 959.239,89 2.022.719,42
3. Beteiligungen 567.600,00 2.567.600,00
4. Genossenschaftsanteile 4.000,00 1.500,00
B. Umlaufvermögen 211.124.390,33 201.072.436,20
I. Vorräte 11.878.886,92 13.595.096,82
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.964.269,63 9.473.017,90
2. fertige Erzeugnisse und Waren 3.914.617,29 4.122.078,92
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 190.661.718,17 178.091.063,15
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 172.357.479,16 155.780.916,78
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 661.256,53 2.696.189,28
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 73.786,04 41.297,82
4. sonstige Vermögensgegenstände 17.569.196,44 19.572.659,27
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 37.259,64 42.325,24
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 8.583.785,24 9.386.276,23
C. Rechnungsabgrenzungsposten 31.966.946,77 29.343.362,13
Summe Aktiva 644.601.388,38 629.425.744,12

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 286.534.104,05 267.173.176,76
I. Geschäftsguthaben der Mitglieder 32.180.745,00 32.116.995,00
davon Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder 31.451.955,00 31.515.450,00
davon Geschäftsguthaben der mit Ablauf des Geschäftsjahres ausgeschiedenen Mitglieder 727.260,00 600.015,00
davon Geschäftsguthaben aus gekündigten Geschäftsanteilen 1.530,00 1.530,00
davon rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile vermerkt 66.045,00 69.360,00
II. Gewinnrücklagen/Ergebnisrücklagen 235.056.000,00 218.320.000,00
1. gesetzliche Rücklage 30.870.000,00 29.196.000,00
davon aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres eingestellt 1.674.000,00 1.894.000,00
2. andere Ergebnisrücklagen 204.186.000,00 189.124.000,00
davon aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres eingestellt 15.062.000,00 17.044.000,00
III. Gewinnvortrag 181,76 487,22
IV. Jahresüberschuss 19.297.177,29 16.735.694,54
B. Rückstellungen 130.951.277,00 106.180.892,00
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 20.024.140,00 18.966.547,00
2. Steuerrückstellungen 3.512.534,00 0,00
3. sonstige Rückstellungen 107.414.603,00 87.214.345,00
C. Verbindlichkeiten 226.851.982,84 255.803.213,48
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 77.772.961,46 115.234.525,33
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 62.917.118,86 72.482.806,93
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 45.849.333,56 50.038.045,60
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 45.568.508,82 49.794.748,94
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 10.059.623,58 1.173.103,68
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2.059.623,58 1.173.103,68
4. sonstige Verbindlichkeiten 93.170.064,24 89.357.538,87
davon aus Steuern 23.687.632,75 25.457.412,88
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 131,90 9.730,67
davon aus genossenschaftlicher Rückvergütung 67.180.476,37 61.556.188,65
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 93.170.064,24 89.357.538,87
D. Rechnungsabgrenzungsposten 264.024,49 268.461,88
Summe Passiva 644.601.388,38 629.425.744,12

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 1.439.105.377,45 1.312.738.211,42
2. Erhöhung (Verminderung) des Bestands an unfertigen Erzeugnissen 0,00 -531.734,15
3. andere aktivierte Eigenleistungen 498.705,31 435.366,72
4. sonstige betriebliche Erträge 7.939.663,07 8.845.810,66
5. Materialaufwand 148.898.998,85 136.308.850,36
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 14.516.333,43 13.639.545,68
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 134.382.665,42 122.669.304,68
6. Personalaufwand 831.127.468,76 775.304.151,08
a) Löhne und Gehälter 699.856.725,48 653.458.008,00
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 131.270.743,28 121.846.143,08
davon Aufwendungen für Altersversorgung 17.675.273,34 16.207.711,85
7. Abschreibungen 93.553.465,21 90.265.850,76
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 93.553.465,21 90.265.850,76
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 282.322.061,32 247.335.356,23
9. Genossenschaftliche Rückvergütung 56.539.016,65 51.826.117,78
10. Erträge aus Beteiligungen 0,00 8.000.000,00
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 6.936,17 19.381,60
davon von verbundenen Unternehmen 6.936,17 19.381,60
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 161.969,53 24.235,00
davon aus Auf-/Abzinsung 9.502,00 16.328,00
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.040.561,66 2.051.502,94
davon an verbundenen Unternehmen 6.250,00 0,00
davon aus Auf-/ Abzinsung 786.614,00 521.415,00
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12.036.385,15 8.809.168,39
15. Ergebnis nach Steuern 20.194.693,93 17.630.273,71
16. sonstige Steuern 897.516,64 894.579,17
Jahresüberschuss 19.297.177,29 16.735.694,54

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die DATEV eG hat ihren Sitz in Nürnberg und ist beim Registergericht Nürnberg GenReg Nr. 70 eingetragen.

Wir haben den Jahresabschluss der DATEV eG nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr einen Betrag ausweisen, haben wir gemäß § 265 Abs. 8 HGB nicht angegeben.

Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung haben wir folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden aktiviert und nach ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Erworbene Software mit Anschaffungskosten bis 800 Euro wird als beweglicher Gegenstand des Anlagevermögens behandelt. Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig über zehn Jahre abgeschrieben.

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, um Abschreibungen vermindert, angesetzt. Bewegliche Anlagegegenstände werden linear abgeschrieben. Unbewegliche Anlagegegenstände werden linear oder, soweit steuerlich zulässig, weiterhin degressiv abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Anschaffungspreis von 250 Euro werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe aufwandswirksam berücksichtigt. Geringwertige Anlagegüter mit einem Anschaffungspreis über 250 Euro bis 800 Euro werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder gegebenenfalls mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Enthaltene Fremdwährungsbeträge werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Anschaffung bewertet.

Vorräte werden mit den individuellen Anschaffungs- oder Herstellungskosten beziehungsweise mit den gleitenden Durchschnittspreisen bewertet. Für einen Teil der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, welcher die Voraussetzungen des § 240 Abs. 3 S. 1 HGB erfüllt, bilden wir Festwerte. Liegen niedrigere Tageswerte vor, werden diese angesetzt. Beim Ansatz der Herstellungskosten haben wir anteilige Verwaltungs- und Sozialkosten nicht einbezogen. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten anteilige Fertigungsgemeinkosten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert, gegebenenfalls mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur Berücksichtigung des allgemeinen Kreditrisikos bilden wir Pauschalwertberichtigungen. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen nehmen wir Einzelwertberichtigungen vor.

Die liquiden Mittel werden zum Nominalwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungen werden nur gebildet, soweit der abzugrenzende Einzelposten 800 Euro

übersteigt.

Die Pensionsrückstellungen werden nach der Projected Unit Credit Methode ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt unter Verwendung der Heubeck ́schen Richttafeln 2018 G. Der Rechnungszinsfuß beträgt 1,81 % und ergibt sich aus einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren. Die Rentendynamik wird mit 2,5 % berücksichtigt. Den Zeitwert des Deckungsvermögens verrechnen wir gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB mit den Pensionsrückstellungen. Die Abzinsung erfolgt mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergibt. Im Vergleich zur Ermittlung mit einem Rechnungszinssatz auf Basis der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Bewertungsunterschied von -532.197 Euro.

Sonstige Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die versicherungsmathematischen Berechnungen der Rückstellungen für Dienstjubiläen erfolgen nach der Projected Unit Credit Methode unter Anwendung der Heubeck ́schen Richttafeln 2018 G. Dabei wird gemäß der bestimmten durchschnittlichen Restlaufzeit von 13 Jahren ein Rechnungszins von 1,59 % angesetzt. Als Gehaltstrend haben wir 2,5 % und als Fluktuationsabschlag 1,0 % angenommen.

Für die versicherungsmathematische Berechnung der Rückstellungen für Sabbaticals werden die Heubeck ́schen Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt. Dabei wird gemäß der durchschnittlichen Restlaufzeit von zwei Jahren ein Rechnungszins von 1,03 % angesetzt. Als Gehaltstrend werden bei Verträgen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2,5 % angenommen.

Die übrigen, in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Rückstellungen haben wir entsprechend ihren Laufzeiten mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Bilanzierung erfolgt vor Verwendung des Jahresüberschusses.

Entwicklung des Anlagevermögens (zu Anschaffungs- / Herstellungskosten)

Anschaffungs-/ Herstellungskosten 01.01.2023
(Euro)
Zugänge des Geschäftsjahrs
(Euro)
Umbuchungen (+/-) des Geschäftsjahrs
(Euro)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 163.170.431,08 7.498.182,61 61.867,50
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.300.305,08 169.546,24 0
3. Geleistete Anzahlungen 61.867,50 588,75 -61.867,50
164.532.603,66 7.668.317,60 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 348.548.490,63 8.822.897,48 0
2. Technische Anlagen und Maschinen 337.020.116,96 58.933.812,09 4.178.801,62
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 120.304.164,14 11.304.611,53 0
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.388.594,41 13.383.840,75 - 4.178.801,62
812.261.366,14 92.445.161,85 0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 41.614.099,34 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.022.719,42 0 0
3. Beteiligungen 2.567.600,00 0 0
4. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 1.500,00 2.500,00 0
46.205.918,76 2.500,00 0
Anlagevermögen gesamt 1.022.999.888,56 100.115.979,45 0
Abgänge des Geschäftsjahrs
(Euro)
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 31.12.2023
(Euro)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.241.821,37 157.488.659,82
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 1.469.851,32
3. Geleistete Anzahlungen 0 588,75
13.241.821,37 158.959.099,89
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 357.371.388,11
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.112.988,70 382.019.741,97
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.014.080,41 118.594.695,26
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 15.593.633,54
31.127.069,11 873.579.458,88
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 41.614.099,34
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.063.479,53 959.239,89
3. Beteiligungen 2.000.000,00 567.600,00
4. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0 4.000,00
3.063.479,53 43.144.939,23
Anlagevermögen gesamt 47.432.370,01 1.075.683.498,00
Abschreibungen kumuliert 01.01.2023 Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge Abschreibungen kumuliert 31.12.2023 Buchwerte am 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.058.107,92 19.120.545,00 13.225.437,86 114.953.215,06 42.535.444,76
2. Geschäfts- oder Firmenwert 101.650,20 131.443,40 0 233.093,60 1.236.757,72
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 588,75
109.159.758,12 19.251.988,40 13.225.437,86 115.186.308,66 43.772.791,23
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 208.248.415,88 5.354.512,72 0 213.602.928,60 143.768.459,51
2. Technische Anlagen und Maschinen 214.900.684,92 57.463.482,49 17.339.057,89 255.025.109,52 126.994.632,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 87.897.026,49 11.483.481,60 12.805.465,51 86.575.042,58 32.019.652,68
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 889.920,21 0 0 889.920,21 14.703.713,33
511.936.047,50 74.301.476,81 30.144.523,40 556.093.000,91 317.486.457,97
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.894.137,15 0 0 2.894.137,15 38.719.962,19
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 959.239,89
3. Beteiligungen 0 0 0 0 567.600,00
4. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0 0 0 0 4.000,00
2.894.137,15 0 0 2.894.137,15 40.250.802,08
Anlagevermögen gesamt 623.989.942,77 93.553.465,21 43.369.961,26 674.173.446,72 401.510.051,28

Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanz

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind 13.130.595 Euro als antizipative Abgrenzungsposten in Form von Umsatz- und Vorsteuererstattungsansprüchen enthalten.

Unsere Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 659.897 Euro (Vorjahr: 2.232.764 Euro).

Unsere Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 73.786 Euro (Vorjahr: 41.298 Euro).

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt 29.053.646 Euro. Der damit verrechnete Zeitwert des Deckungsvermögens beläuft sich auf 9.029.506 Euro. Wir haben den Zinsaufwand aus den Pensionsrückstellungen (530.982 Euro) mit dem Zinsertrag aus dem Rückdeckungsanspruch (166.608 Euro) saldiert.

Von den sonstigen Rückstellungen entfällt der wesentliche Anteil auf die Personalrückstellungen für variable Vergütungen, Dienstjubiläen sowie ausstehende Urlaube und Gleitzeitguthaben. Diese machen zusammen mehr als die Hälfte des Postens aus.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben 14.855.843 Euro eine Restlaufzeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben wir mit 4.500.000 Euro durch Grundschuld abgesichert.

Das Zinsrisiko aus einem variabel verzinslichen Bankdarlehen in Höhe von 4.500.000 Euro haben wir durch ein Swapgeschäft abgesichert. Das Darlehen (Grundgeschäft) und der Zinsswap (Sicherungsgeschäft) bilden in gleicher Höhe eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB. Aufgrund der Betragsidentität und der Kongruenz der Laufzeiten, der Zinssätze und der Zins- und Tilgungstermine gleichen sich die gegenläufigen Wertänderungen beziehungsweise Zahlungsströme zwischen dem 30.06.2013 und dem 31.12.2024 aus. Der Marktwert des Zinsswaps beträgt zum Bilanzstichtag 11.488,85 Euro.

Außerdem wurde das Währungsrisiko aus einem in USD fakturierten Lieferantengeschäft über 1.918.875 USD am 17.07.2023 mit einem Devisentermingeschäft abgesichert. Das Lieferantengeschäft (Grundgeschäft) und das Devisentermingeschäft (Sicherungsgeschäft) bilden in gleicher Höhe eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB. Der Marktpreis des Devisentermingeschäftes beträgt zum Stichtag 32.238,00 Euro (Valuta 20.02.2024).

Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben 280.825 Euro eine Restlaufzeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 58.685 Euro (Vorjahr: 48.419 Euro).

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben 8.000.000 Euro eine Restlaufzeit zwischen einem Jahr und fünf Jahren.

II. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung haben wir nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen in Höhe von 1.642.232 Euro enthalten.

Sonstige Angaben

Aufgrund eines Aktivüberhangs latenter Steuern besteht ein Aktivierungswahlrecht. Wir nehmen dieses Wahlrecht nicht in Anspruch und verzichten auf eine Bilanzierung. Aktive latente Steuern, die eine zukünftige Steuerentlastung darstellen, resultieren aus den Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwert", "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen", "sonstige Vermögensgegenstände", "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen", "sonstige Rückstellungen". Passive latente Steuern, die eine zukünftige Steuerbelastung darstellen, entstehen bei den "Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken", "anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" und bei "sonstigen Vermögensgegenständen". Als Steuersatz wenden wir den voraussichtlich gültigen unternehmensindividuellen Steuersatz in Höhe von 32,13 % an, der sich aus den Prozentsätzen der Körperschaftsteuer, des Solidaritätszuschlags sowie der Gewerbesteuer zusammensetzt.

Am Bilanzstichtag betragen die Forderungen an die Mitglieder des Vorstands 318 Euro und an die Mitglieder des Aufsichtsrats 7.600 Euro.

Es bestehen folgende nach § 285 Nr. 3a HGB anzugebende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:

a) Mietverpflichtungen auf die Dauer von 1 Monat bis zu 10 Jahren 1 Monat 96.656.736 Euro
- davon mit einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr 5.161.130 Euro
- davon mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren 8.755.339 Euro
b) Leasingverpflichtungen auf die Dauer von 1 Monat bis zu 4 Jahren 4 Monaten 17.405.291 Euro
- davon mit einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr 1.938.448 Euro
- davon mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren 0 Euro
c) Sonstige Verpflichtungen auf die Dauer von 1 Monat bis 4 Jahren 10 Monaten 86.329.489 Euro
- davon mit einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr 29.306.876 Euro
- davon mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren 0 Euro
d) Bestellobligo aus Investitionsvorhaben 11.897.959 Euro

DATEV eG fällt in den Anwendungsbereich des Gesetzes zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG), das zum 28.12.2023 in Kraft getreten ist. Für das Geschäftsjahr 2023 ergeben sich für DATEV eG keine steuerlichen Auswirkungen, da das Mindeststeuergesetz erst ab 2024 steuerlich wirksam wird. Auch in den Folgejahren ist nicht mit Steuerergebnis aus der Anwendung des deutschen Mindeststeuergesetzes bzw. ausländischer Mindeststeuergesetze zu rechnen, da sowohl permanente als auch temporäre Befreiungen greifen.

Besondere Vorgänge nach dem Schluss des Geschäftsjahrs

Vorgänge von besonderer Bedeutung mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach dem Ende des Geschäftsjahrs nicht eingetreten.

Mitglieder des Vorstands

Prof. Dr. Robert Mayr (Vorsitzender)

Prof. Dr. Peter Krug (stellvertretender Vorsitzender)

Julia Bangerth

Prof. Dr. Christian Bär

Diana Windmeißer

Mitglieder des Aufsichtsrats

Nicolas Hofmann (Vorsitzender)

Peter Bach (stellvertretender Vorsitzender)

Alfred Gesierich

Markus Gutenberg

Dr. Dierk Hirschel

Angelika Klidas

Martina Scholze

Wolfgang Wagner

René Wiedmann

Manuela Wolfrum

Nicola Zell

Johannes Zolk

Die Zahl unserer durchschnittlich im Jahr 2023 beschäftigten Arbeitnehmer gemäß § 267 Abs. 5 HGB beträgt:

Vollzeitbeschäftigte 5.922
Teilzeitbeschäftigte 2.270
durchschnittlich beschäftigte Auszubildende 200

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbands

Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Türkenstr. 22-24

80333 München

Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Unmittelbare Beteiligungen

Name Sitz Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital Ergebnis
DATEV International GmbH 1) Paumgartnerstr. 6-14 90429 Nürnberg, Deutschland 100% 21.261.585 € 2) 5.437.214 € 2)
DATEV.at GmbH Strohgasse 14 C 1030 Wien, Österreich 100 % 892.047 € 2) 588.755 € 2)
DATEV.it S.p.A. Strada 4 - Palazzo A8 20057 Assago, Italien 100 % 3.617.568 € 2) 446.178 € 2)
DATEV.pl Sp. z o.o. Al. Jerozolimskie 181B 02-222 Warszawa, Polen 100 % 771.536 € 2) 3) 10.333 € 2) 3)
DATEV.cz s.r.o. Veveri 9 602 00 Brno, Tschechische Republik 100 % 1.004.680 € 2) 3) 37.525 € 2) 3)
DATEV Beteiligungen GmbH Paumgartnerstr. 6-14 90429 Nürnberg, Deutschland 100 % 25.543.565 € 2) 4) 1.828.504 € 2) 4)
DATEV KOINOS s.r.l. Corso Garibali 86 20121 Milano, Italien 50 % 2.179.191 € 2) 1.818.172 € 2)

Mittelbare Beteiligungen, gehalten von der DATEV Beteiligungen GmbH

Name Sitz Anteil am gezeichneten Kapital Eigenkapital Ergebnis
adorsys Verwaltungs GmbH Fürther Straße 246a 90429 Nürnberg, Deutschland 25,9 % 30.987 € 5) 1.019 € 5)
adorsys GmbH & Co. KG Fürther Straße 246a 90429 Nürnberg, Deutschland 25,9 % 2.615.695 € 5) 1.229.657 € 5)
fino taxtech GmbH Universitätsplatz 12 34127 Kassel, Deutschland 51 % 8.777.997 € 2) 20.286.406 € 2)

1) ehemals DATEV IT Dienstleistungs- und Service GmbH, Eintragung der Umfirmierung erfolgte zum 22.11.2023.

2) Basis sind die vorläufigen Abschlüsse der Beteiligungsgesellschaften.

3) Als Umrechnungskurs wird der Mittelwert am Bilanzstichtag zugrunde gelegt.

4) Die IP Colocation GmbH ist mit Verschmelzungsvertrag vom 18.09.2023 zum 30.09.2023 auf die DATEV Beteiligungen GmbH verschmolzen.

5) Basis sind die finalen Abschlüsse der Gesellschaften zum 31.01.2023 (abweichendes Wirtschaftsjahr vom 01.02. bis 31.01.).

Mitgliederentwicklung Zahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsumme
Euro
1. Januar 2023 40.318 123.856 20.159.000
Zugang 2023 1.526 4.816 763.000
Abgang 2023 1.657 5.072 828.500
31. Dezember 2023 40.187 123.600 20.093.500
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Berichtsjahr vermindert um 63.495
Die Haftsummen haben sich im Berichtsjahr vermindert um 65.500

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss - unter Einbeziehung des Gewinnvortrags - wie folgt zu verwenden:

Euro
Jahresüberschuss und Gewinnvortrag 19.297.359,05
Zuführung zur gesetzlichen Rücklage nach § 7 Nr. 2 GenG i. V. m. § 45 der Satzung 1.930.000,00
Zuführung zu den anderen Ergebnisrücklagen gemäß § 46 der Satzung 17.367.000,00
Gewinnvortrag auf das Jahr 2024 359,05

DATEV eG

Vorstand

 

Nürnberg, den 17. April 2024

Prof. Dr. Robert Mayr

Prof. Dr. Peter Krug

Julia Bangerth

Prof. Dr. Christian Bär

Diana Windmeißer

Bericht des Aufsichtsrats 2023

Das Jahr 2023 war erneut ein schwieriges Jahr: Sowohl die Inflation als auch die Kriege in der Ukraine und in Nahost stellten eine große Belastung für die Gesellschaft, die Wirtschaft und den Mittelstand in Deutschland dar. Auch die innenpolitischen Auseinandersetzungen belasten die Gesellschaft zunehmend. Der Fachkräftemangel und die bürokratischen Anforderungen führten in den Kanzleien zu einer angespannten Situation. DATEV als Genossenschaft steht dem Berufsstand bei all diesen Herausforderungen als verlässlicher Partner mit Produkten sowie Beratungs- und Weiterbildungsangeboten zur Seite.

Wir fokussieren uns auf effiziente Prozesse vor Ort in den Kanzleien und auf die Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und Mandanten. Durch die ab 2025 geltende E-Rechnungspflicht profitieren Unternehmen und Kanzleien von den Vorteilen elektronischer Rechnungsprozesse. Mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) kann der Steuerberater seine Rolle neu definieren. DATEV setzt sich verantwortungsbewusst mit der Integration und Nutzbarmachung von KI für den Berufsstand auseinander.

Die Genossenschaft DATEV hat sich wirtschaftlich im Geschäftsjahr 2023 gut entwickelt. Sie erzielte mit 1.439,1 Mio. Euro gegenüber 1.312,7 Mio. Euro im Vorjahr erneut ein kräftiges Umsatzwachstum von 126,4 Mio. Euro oder 9,6 %.

Unsere Aufgaben

Die Aufgaben des Aufsichtsrats sind in Gesetz, Satzung sowie der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Unsere Kernaufgabe ist die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstands. Damit verbunden ist das Recht, Bericht und Aufklärung vom Vorstand zu verlangen.

Im Geschäftsjahr 2023 haben wir den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens laufend beraten und seine Geschäftsführung kontinuierlich in Bezug auf Recht-, Ordnungs- und Zweckmäßigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung überprüft und überwacht. Wir waren stets in die für DATEV grundlegenden Entscheidungen des Vorstands eingebunden.

Die wichtigsten Elemente unserer Gremiumstätigkeit sind regelmäßige Sitzungen, Ausschusstätigkeiten und der gremiumsübergreifende Informationsaustausch mit dem Beirat und dem Vertreterrat. Die Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse fanden im Berichtsjahr überwiegend in Präsenz statt. Ist eine Teilnahme in Präsenz kurzfristig nicht möglich, wurde dauerhaft die Möglichkeit einer hybriden Sitzungsform eingerichtet. Der zielgerichtete Einsatz von digitalen Medien und moderner Videoübertragungstechnologie hat sich weiter bewährt. Damit wurde sichergestellt, dass innerhalb der Sitzungen im hybriden Format eine offene und sachangemessene Diskussion zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat möglich war.

Unsere Sitzungen

Regelmäßige Beratungen sind die Basis unserer Überwachungs- und Kontrollfunktion. Im Berichtsjahr haben wir fünf ordentliche Aufsichtsratssitzungen einberufen. Zudem fand eine außerordentliche interne Aufsichtsratssitzung statt. Die ordentlichen Gremiensitzungen fanden vorzugsweise überwiegend in Präsenz statt und waren zweigegliedert. Zunächst tagten wir im internen Kreis, anschließend zusammen mit dem Vorstand. Die jeweiligen Tagesordnungspunkte wurden inhaltsabhängig aufsichtsratsintern oder gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert. Aufgrund der zunehmenden Komplexität von Geschäft und Rahmenbedingungen lag der zeitliche Umfang der aufsichtsratsinternen Besprechungen erneut deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Der Umfang einer Aufsichtsratssitzung beträgt seit 2022 jeweils 1,5 Tage.

In den ordentlichen Sitzungen informierte uns der Vorstand schriftlich und mündlich über die zentralen Ereignisse aus den jeweiligen Vorstandsressorts sowie über das aktuelle Markt- und Kundengeschehen. Weitere Auskünfte stellte der Vorstand anlassbezogen rechtzeitig vor den Sitzungen zur Verfügung. Außergewöhnliche Ereignisse wurden dem Aufsichtsrat unmittelbar kommuniziert. Alle Informationen haben wir in den Sitzungen eingehend geprüft und darüber umfassend beraten. Bei zustimmungsbedürftigen Sachverhalten wurden die satzungsgemäß erforderlichen Beschlüsse gefasst.

Die Klausurtagung fand im Februar 2023 und Januar 2024 statt. Sie war bisher im Turnus von zwei Jahren angesetzt und findet seit 2023 jährlich statt. Hier werden abseits vom Tagesgeschehen für unsere Genossenschaft wichtige Zukunftsthemen behandelt. Die anstehenden herausfordernden Aufgaben bedingen eine immer weiter ansteigende Sitzungsfrequenz. Zur Vorbereitung der Klausurtagung im Januar 2024 fanden zwei Sitzungen des Klausurausschusses im Oktober 2023 und eine Sitzung im Dezember statt. Weitere Abstimmungen erfolgten elektronisch über Teams, insbesondere monatliche Jour-Fixe in sitzungsfreien Monaten.

Unsere Ausschüsse

Der Aufsichtsrat kann für bestimmte Aufgaben und zur Steigerung der Effizienz Ausschüsse einsetzen. Sie dienen insbesondere der Vorbereitung unserer Beschlüsse. Die Tätigkeiten in den Ausschüssen stellen neben den Sitzungen des Gesamtgremiums einen wichtigen Bestandteil unserer Überwachungs- und Kontrollfunktion dar. Im Berichtsjahr waren wieder der Prüfungsausschuss, der Personalausschuss und der Vermittlungsausschuss als ständige Ausschüsse eingerichtet. Im Bedarfsfall können weitere Sonderausschüsse eingerichtet werden.

Der Personalausschuss trat im Berichtsjahr insgesamt viermal zusammen in Form von Präsenzsitzungen. In den Sitzungen hat sich der Ausschuss mit Vorstandsangelegenheiten befasst. Er bereitet sämtliche den Vorstand betreffende Personalentscheidungen vor, die ausschließlich vom Gesamtgremium getroffen werden.

Sitzungen des Vermittlungsausschusses fanden im Berichtszeitraum nicht statt.

Der Prüfungsausschuss hat im Berichtszeitraum zwei jeweils zweitägige Sitzungen (Frühjahrs- und Herbstprüfung) jeweils im Rahmen eines hybriden Sitzungsformats durchgeführt. Die Prüfer tagten vor Ort, vereinzelt wurde Auskunftspersonen eine hybride Teilnahme ermöglicht. Der Ausschuss befasst sich im Rahmen der Überwachungstätigkeit mit Aufgaben gemäß § 38 Abs. 1a GenG. Zu diesen Themen gehören die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Er prüft ferner die vom Gesamtgremium definierten relevanten Sachverhalte. Darüber hinaus informierte sich der Aufsichtsrat über aktuelle geschäftspolitische Themen mit besonderer Relevanz, wie zum Beispiel das Thema Künstliche Intelligenz, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen bei Entscheidungen im Portfoliomanagement und beim Bezug von technischen Fremdleistungen, die Risikoanalyse beim Einsatz von Large Language Models sowie die Abhängigkeit von Betriebssystemen, Plattformen und Infrastruktur.

In seiner Frühjahrsprüfung hat der Ausschuss insbesondere gesetzlich vorgeschriebene Prüfungsgebiete wie den Jahresabschluss 2022, den Lagebericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2022 behandelt. Weitere dauerhaft angelegte Prüfungsfelder waren das Risikomanagement, das interne Kontrollsystem, die interne Revision sowie das Thema Compliance.

Gegenstand der Herbstprüfung waren neben den satzungsgemäß vorgeschriebenen überwachungspflichtigen Geschäftsfeldern gemäß § 2 Abs. 2, 4 und 6 der Satzung weitere Themengebiete. Deren Prüfung orientiert sich an einem mehrjährigen Prüfungsplan.

Über die Ergebnisse wurden das Gesamtgremium und der Vorstand ausführlich unterrichtet. Insgesamt ergaben sich aus den umfangreichen Prüfungshandlungen keine wesentlichen Feststellungen.

Vorausschauende Veränderungen im Vorstand

Prof. Dr. Peter Krug scheidet als Chief Markets Officer (CMO) und stellvertretender Vorstandsvorsitzender am 30. Juni 2025 altersbedingt aus dem Vorstand aus. Zum 1. Juli 2025 folgt Dr. Markus Algner in den Vorstand. Die sehr frühe Entscheidung dieser Personalie erlaubt eine geordnete Übergabe und die entsprechende Vorbereitung von Dr. Markus Algner auf seine neuen Aufgaben.

Zum 1. Januar 2024 wurde Julia Bangerth als Chief Operating Officer (COO) zur weiteren stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen.

Risikomanagement und Compliance

Der Vorstand hat uns umfassend über das Risikomanagement und die Risikotragfähigkeit der DATEV informiert. Darüber hinaus hat sich der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wie in den Vorjahren im Rahmen seiner Frühjahrsprüfung mit dem Risikomanagement der DATEV eingehend befasst.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass sowohl neue als auch bestehende Risiken adäquat identifiziert und dokumentiert sowie angemessen bewertet wurden. Die Gesamteinschätzung über Geschäftsrisiken und die Risikolage wurde erneut als unkritisch bestätigt. Das nach DIN ISO 27001/27701 zertifizierte Informationssicherheits- und Datenschutzmanagementsystem ergänzt das Risikomanagementsystem und gilt für alle deutschen DATEV-Standorte. Es bekräftigt die zentrale Bedeutung der Themen für DATEV, ihre Mitglieder und Mandanten.

Darüber hinaus haben wir uns auf Grundlage der regelmäßigen Unterrichtung durch den Vorstand von der Angemessenheit und Wirksamkeit, der bei DATEV ergriffenen Maßnahmen und eingeführten Prozesse zum Compliance-Management der Genossenschaft überzeugen können. Die gesetzlichen Maßnahmen der sogenannten "Whistleblower-Richtlinie" sind unternehmensseitig seit mehreren Jahren Standard. Bei Bedarf bestand jederzeit ein enger Austausch zu allen Compliance-Themen zwischen dem Compliance-Officer und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Gremienübergreifende Zusammenarbeit und weitere Tätigkeitsfelder

Eine vertrauensvolle und kooperative gremienübergreifende Zusammenarbeit ist für unsere Aufsichtsratstätigkeit von großer Bedeutung. Dazu gehört selbstverständlich ein regelmäßiger Informationsaustausch des Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem CEO. Wir nehmen darüber hinaus auch an Sitzungen von Vertreterrat und Beirat mit einem Aufsichtsratsmitglied der Anteilseignerseite teil. Bei den regionalen Infogesprächen sind immer zwei Aufsichtsräte der Mitgliederseite vertreten. Zu Messen sowie anderen Veranstaltungen der DATEV nehmen auch Arbeitnehmervertreter teil. Im Berichtsjahr fand wieder ein Gespräch mit allen Gremiumsvorsitzenden statt. Darunter war auch ein gemeinsamer Gedankenaustausch mit dem Vorsitzenden des Beirats Prof. Hartmut Schwab (Präsident der Bundessteuerberaterkammer), dem Vorsitzenden des Vertreterrats Marcel Kruse sowie dem CEO der DATEV Prof. Dr. Robert Mayr.

Der Aufsichtsrat unterstützte den Wunsch der Vertreterversammlung die Wahl der Mitglieder in das Gremium auf elektronischem Weg durchzuführen. Leider blieb das Engagement der Mitglieder im Vergleich zur papierhaften Abstimmung unter den Erwartungen, was sich aber in der Vergangenheit bei vielen anderen berufsständischen oder sonstigen Gruppierungen ebenfalls gezeigt hatte. Offenbar sinkt in Zeiten hoher Arbeitsbelastung die Bereitschaft sein aktives Wahlrecht auszuüben, egal wie niederschwellig die Wahlmöglichkeit angeboten wird.

Überwachungspflichtige Geschäftsfelder gemäß § 2 Abs. 2 bis 7 der Satzung

Gemäß § 23 Abs. 1 S. 2 i. V. m. § 2 Abs. 2 bis 7 der Satzung obliegt dem Aufsichtsrat eine besondere Überwachungs- und Kontrollfunktion zur Umsetzung des Geschäftsbetriebs im mitgliedsgebundenen Mandantengeschäft und zur Einhaltung der Voraussetzungen beim Geschäftsbetrieb mit der öffentlichen Verwaltung und sonstigen Nichtmitgliedern.

In diesem Zusammenhang lassen wir uns regelmäßig und umfassend durch den Vorstand über diesbezügliche Entwicklungen informieren. In der Herbstsitzung des Prüfungsausschusses stand dieses Thema wieder auf der Tagesordnung. Dabei haben wir uns von der ordnungsgemäßen Führung dieser Geschäftsbereiche überzeugt.

Fachkräftemangel

Die Situation im Berufsstand ist weiter angespannt. Ein Grund ist der anhaltende Fachkräftemangel. Die Bundessteuerberaterkammer, der Deutsche Steuerberaterverband und DATEV haben Ende November eine gemeinsame Initiative vereinbart. Mit einer Image- und Aktivierungskampagne soll die Attraktivität des Berufsbilds Steuerfachangestellte und der Steuerberatung gesteigert und Kanzleien dabei unterstützt werden, Fachkräfte zu gewinnen, zu binden und zu entwickeln. Der Aufsichtsrat begrüßt die vom Vorstand getroffene ganzheitliche Strategie und den getroffenen Maßnahmenplan.

Künstliche Intelligenz

Das Thema KI hat im Jahr 2023 deutlich an Fahrt aufgenommen und wird die Zukunft maßgeblich prägen. Im Berufsstand können durch den zielgerichteten Einsatz von KI Routineaufgaben übernommen und dem Fachkräftemangel zumindest im Ansatz begegnet werden. KI als Technologie ist aus Sicht des Aufsichtsrats inzwischen erlebbar geworden. DATEV befasst sich intensiv mit der verantwortungsbewussten Integration generativer KI in Arbeitsabläufe und der Nutzbarmachung für den Berufsstand, selbstverständlich unter Beachtung von berufs- und datenschutzrechtlichen Aspekten. Das Aufsichtsgremium unterstützt die diesbezüglich vom Vorstand forcierten Aktivitäten nachdrücklich.

E-Rechnung

Durch die ab 2025 geltende E-Rechnungspflicht profitieren Unternehmen und Kanzleien von den Vorteilen elektronischer Rechnungsprozesse und einer Vereinfachung der Zusammenarbeit. DATEV begrüßt das Vorhaben, bringt sich im Schulterschluss mit den Berufsständen zu dem Vorhaben ein und bereitet normkonforme Lösungen für ihre Mitglieder und Kunden vor.

Weitere Schwerpunktthemen

Neben den genannten Schwerpunktthemen haben wir uns mit weiteren Einzelthemen und gesetzlichen Entwicklungen beschäftigt.

Der Vorstand hat uns monatlich schriftlich über die wirtschaftliche Entwicklung der DATEV berichtet. Auf dieser Grundlage konnten wir uns permanent über die Geschäftsentwicklung und -lage der DATEV informieren. Der Vorstand ging hierbei auch mit detaillierten Erläuterungen auf Planabweichungen ein.

Durch die regelmäßige Berichterstattung des Vorstands über die strategischen DATEV-Projekte wurden wir noch früher in unternehmensinterne strategische Abläufe eingebunden. Die Entwicklung des DATEV-Produktportfolios in die Cloud ist gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten durch noch besser ineinandergreifende Prozesse, umfangreiche Kollaborationsszenarien und zunehmende Automatisierung für die Optimierung von Kanzleiprozessen wichtiger denn je. Auch das Vorantreiben der Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Hebel, um die Herausforderungen für den Berufsstand zu meistern. Für die Genossenschaft sind das große Herausforderungen, in die der Aufsichtsrat unmittelbar und stetig eingebunden war und die er weiter begleiten wird.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im Berichtsjahr mit der Umsetzung des Corporate Governance Kodex für Genossenschaften beschäftigt.

Um die Besonderheiten der Genossenschaft angemessen abzubilden, befürworten wir die Umsetzung des vom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (DGRV) empfohlenen Kodex für Genossenschaften. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir die Entsprechenserklärung zum Kodex für Genossenschaften abgegeben. DATEV übernimmt die Kodexempfehlungen mit einer Ausnahme, die der Erklärung entnommen werden kann.

Obwohl weder das Gesetz noch der DGRV-Kodex eine Informationspflicht über Höhe, Zusammensetzung und Entwicklung der Gesamtvergütung des Vorstands verlangen, wird jährlich im Rahmen der Vertreterversammlung darüber transparent Auskunft erteilt.

Um eine unabhängige Beratung und Überwachung des Vorstands zu gewährleisten, hat sich der Aufsichtsrat selbst dazu verpflichtet, alle Haupt- und Nebentätigkeiten sowie Ehrenämter und sonstige Interessenkollisionen gegenüber DATEV offenzulegen.

Rückvergütung 2023

Vorstand und Aufsichtsrat haben aufgrund des positiven Geschäftsergebnisses für das Geschäftsjahr 2023 eine genossenschaftliche Rückvergütung in Höhe von 56,5 Mio. Euro beschlossen. Dies entspricht einer Rückvergütungsquote von 5,0 % des rückvergütungsfähigen Umsatzes. Angesichts der gewaltigen finanziellen Herausforderungen im technischen Umfeld beschäftigt sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Höhe der Rückvergütung als einer Möglichkeit der Innenfinanzierung.

Jahresabschluss 2023

Der Vorstand hat uns den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag fristgerecht vorgelegt. Der vorliegende Jahresabschluss der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023, der Lagebericht, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurden vom Genossenschaftsverband Bayern e.V., München, geprüft.

Aufsichtsrat und Vorstand wurden unmittelbar nach Beendigung der Prüfung mündlich über das Ergebnis der Prüfung unterrichtet. Die Prüfung führte zu keinen Beanstandungen oder wesentlichen Feststellungen. Für den Jahresabschluss 2023 und den Lagebericht wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat uns seinen Bericht über Art und Umfang der Prüfung (Prüfungsbericht) rechtzeitig vorgelegt.

Den Jahresabschluss 2023, den Lagebericht sowie den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses der Genossenschaft haben wir pflichtgemäß geprüft und darüber umfassend beraten. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit hat der Aufsichtsrat gemeinsam mit den Prüfern des Genossenschaftsverbandes eine Reihe von Fragestellungen, einzelne Prüfungsergebnisse und das abschließende Gesamtergebnis ausführlich erörtert.

Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Jahresüberschusses haben wir zugestimmt.

In erneut sehr herausfordernden Zeiten haben Vorstand und Belegschaft mit großem Engagement die Unternehmensziele erfüllt und die Genossenschaft auf dem Weg der digitalen Transformation weiter vorangebracht. Hierfür möchten wir den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DATEV im In- und Ausland unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen und uns für das im vergangenen Geschäftsjahr entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

 

Nürnberg, den 25. April 2024

DATEV eG

Aufsichtsrat

Nicolas Hofmann, Vorsitzender

Corporate Governance

Corporate-Governance-Bericht der DATEV eG mit dem Sitz in Nürnberg (nachfolgend "wir", "uns" oder "DATEV" genannt) für das Geschäftsjahr 2023

Corporate Governance ist der Ordnungsrahmen für die Führung und Kontrolle unserer Genossenschaft. Die für DATEV relevante Corporate Governance sehen wir im

Corporate Governance Kodex für Genossenschaften

des DGRV - Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. -

mit Stand vom 18.09.20171 (nachfolgend "DGRV-Kodex" genannt)

transparent und nachvollziehbar abgebildet. Wir unterstützen in ständiger Praxis die Empfehlungen und Anregungen des DGRV-Kodex.

Abweichungen von den Empfehlungen des DGRV-Kodex legen wir nach dessen Maßgaben offen.

Im Geschäftsjahr 2023 ist unsere Genossenschaft wie folgt von den Empfehlungen des DGRV-Kodex abgewichen:

Ziffer 5.1.2: Ein im Geschäftsjahr 2020 verlängerter Vorstandsvertrag endet sieben Monate nach der Zeit, zu der der Vorstand das Lebensjahr vollendet hat, in dem er in die Regelaltersrente eingetreten wäre. Die Genossenschaft wünscht keinen unterjährigen Wechsel innerhalb eines Vorstandsressorts vor der Entscheidung der Vertreterversammlung über die Entlastung des ausscheidenden Vorstands (vgl. § 30 Abs. 1 der Satzung).

Ziffer 5.4.1: Unsere Satzung regelt keine Altersbeschränkung für Aufsichtsratsmitglieder. Allerdings sieht die DATEV-Satzung in § 21 Abs. 1 Satz 3 eine eingeschränkte Möglichkeit der Wiederwahl von Aufsichtsräten der Anteilseignerseite vor.

Vorstand und Aufsichtsrat der DATEV eG weisen darauf hin, dass die Vertreter unserer Genossenschaft jährlich im Rahmen der Vertreterversammlung über Höhe, Zusammensetzung und Entwicklung der Gesamtvergütung des Vorstands informiert werden, obwohl dies weder das Gesetz noch der DGRV-Kodex verlangen.

Den Wortlaut des DGRV-Kodex können Sie im Internet unter der folgenden Adresse nachlesen:

www.datev.de/überDATEV/dasUnternehmen/CorporateGovernance

Erklärung zur Unternehmensführung

sh. Lagebericht

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit

BERICHT ZUR GLEICHSTELLUNGUND ENTGELTGLEICHHEIT

Nach dem Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenzzwischen Frauen und Männern (Entgelttransparenzgesetz) ist der Bericht zur Gleichstellungund Entgeltgleichheit im dreijährigen Turnus zu veröffentlichen. DATEV legt den Bericht freiwillig jährlich offen. Für den aktuell vorliegenden Zeitraum 2020 bis 2022 ist turnusmäßig wieder eine Pflichtveröffentlichung im Kalenderjahr 2024 vorgesehen.

Zielgröße Frauenanteil § 9 Abs. 3 GenG

Im Rahmen dieser gesetzlichen Vorgabe zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der DATEV-Vorstand im Jahr 2022 neue Zielgrößen festgelegt. Diese beziehensich auf den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands und sollen bis 30. Juni 2025 erreicht werden. Ebensowurde ein unterstützender Maßnahmenkatalog imVorstand abgestimmt und etabliert.

Frauenanteil in der ersten Führungsebene: Leitende Angestellte / Geschäftsleitung (Verantwortungsebene 2 und 3)

Ist 31.12.2022 Ist 31.12.2023 Soll 30.06.2025
25,6 % 24,7 % 30 %

Frauenanteil in der zweiten Führungsebene: Abteilungsleitung / Leitende Beratung(Verantwortungsebene 4)

Ist 31.12.2022 Ist 31.12.2023 Soll 30.06.2025
26,0 % 26,6 % 30 %

Der vom Vorstand beschlossene Maßnahmenkatalog zur Stärkung von Vielfalt in Führung bei DATEV unterstützt auf verschiedenen Ebenen auch die Erreichung der Zielgrößen für Frauen in Führung. In diesem Rahmen wurden zum Beispiel die Zielgrößen verbindlich in die DATEV-Unternehmensziele integriert. Auch wurden und werden konsequenter, wo sinnvoll, Führungsstellen in Teilzeit ausgeschrieben sowie ein Co-Leadership-Modell etabliert. Ergänzt werden alle Maßnahmen um ein erweitertes Reporting, um Veränderungen sichtbar und messbar zu gestalten. Dieses befindet sich aktuell im weiteren Ausbau. Die erzielten Veränderungen wurden regelmäßig in Reviews geprüft und abgestimmt sowie an den Vorstand kommuniziert. Der Maßnahmenkatalog wird zum 30. Juni 2025 evaluiert und angepasst.

New Work

Nach der erfolgreichen Pilotphase im Jahr 2023 besteht nun die unbefristete Möglichkeit zum mobilen Arbeiten im EU-Ausland für bis zu zehn Arbeitstage pro Kalenderjahr. Mobilität und Flexibilisierung steigen somit für die Kolleginnen und Kollegen bei DATEV weiter. Berechtigt sind alle Mitarbeitenden von DATEV, die bei DATEV in Deutschland angestellt sind, mindestens einen Monat Betriebszugehörigkeit haben und deren Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt. Für Auszubildende sowie dual Studierende ist gegenwärtig leider kein Arbeiten aus dem EU-Ausland für DATEV möglich, da das Berufsbildungsgesetz vorgibt, vorwiegend im Betrieb auszubilden. Eine weitere Flexibilisierungsmaßnahme ist die Umwandlung von Urlaubsgeld in Urlaubstage. Berechtigt sind alle unbefristeten und befristeten Stamm-Mitarbeitenden der Verantwortungsebene 4, 5 und 6 zum Zeitpunkt der Wahloption (inklusive Azubis, dual Studierenden und Verbundstudierenden). Ausgenommen hiervon sind Aushilfen, Werkstudierende sowie Personen im Praktikums-und Leiharbeitsverhältnis. Des Weiteren wurde im Rahmen der Betriebsvereinbarung Sabbatical die Möglichkeit eines nachfinanzierten Kurzzeit-Sabbaticals mit einer Gesamtdauer von zwei Monaten eingeführt.

VERGÜTUNG MIT SOZIALKOMPONENTE

Im Rahmen von Gehaltsrunden, das heißt zwischenden Betriebspartnern ausgehandelten Gehaltsmaßnahmen, wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Einmalzahlungen vereinbart, von denen Beschäftigt ein niedrigeren Vergütungsgruppen relativ gesehen stärker profitierten. Um die Auswirkungen der Preissteigerungen abzumildern, haben wir zwischen Dezember 2022 und März 2024 drei Einmalzahlungen mit einem Gesamtvolumen von 3.000 Euro netto gewährt. Die Höhe der Einmalzahlung ist unabhängig von der Arbeitszeit der Mitarbeitenden, was vor allem Mitarbeitenden in Teilzeit zugutekommt (zwei Drittel davon sind Frauen).

Diversity, Equity und Inclusion (DEI)

DATEV setzt 2023 einen neuen Markenwert - nachhaltig! Hiermit positioniert sich DATEV als ganzheitlich nachhaltige und grüne Marke. "DATEV will mit dem eigenen Handeln zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen, die den Bedürfnissen der Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gerecht wird. Wir gestalten eine vielfältige und inklusive Arbeitswelt und setzen uns für die gleichberechtigte Teilhabe aller sowie die Entfaltung der eigenen Talente und Fähigkeiten ein. Dabei arbeiten wir aktiv gegen Diskriminierung und stärken soziale Gerechtigkeit."

KEINE GEWALT AM ARBEITSPLATZ

Bei DATEV wird Sicherheit großgeschrieben! Nicht nur für Daten, Gebäude oder Technik, sondern auch für die Belegschaft. Um die Null-Toleranz-Grenze deutlich zu machen, hat CEO Prof. Dr. Robert Mayr die Schirmherrschaft für die Initiative keine Gewalt übernommen. Die offizielle Beschwerdestelle im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes (AGG) wurde neu strukturiert und die Handlungsabläufe wurden optimiert. Geschulte Personen aus unterschiedlichsten Fachbereichen und Schwerpunkten beraten und unterstützen seitdem die Beschäftigten in Fällen von psychischer oder physischer Gewalt, Diskriminierung und Rassismus oder anderen Grenzüberschreitungen wie beispielsweise sexuelle Belästigung. Für hilfesuchende Beschäftigte und Opfer wurde eine niederschwellige Kontaktmöglichkeit in einem geschützten Raum geschaffen, die schnelle und kompetente Unterstützung bietet. Dabei geht es nicht nur um Vorfälle, die intern geschehen, sondern auch um bedrohliche Situationen und Grenzüberschreitungen, die von Personen aus der Kundschaft oder außerhalb von DATEV ausgehen. Mithilfe des externen Unterstützungsprogramms von Diaphon, wurden für alle Hierarchieebenen inklusive des Vorstands Workshops zum Umgang mit jeglicher Form von Gewalt am Arbeitsplatz konzipiert und durchgeführt.

AKTIONSPLAN INKLUSION

Inklusion kann nur gelingen, wenn wir alle das Thema als relevant begreifen und daran mitwirken. Die DATEV-weit verbindliche Inklusionsvereinbarung schafft den thematischen Rahmen und bildet die Grundlage. Dabei beschreibt sie acht Handlungsfelder, die für eine inklusivere Arbeitswelt bei DATEV relevant sind. Handlungsfelder sind beispielsweise Arbeitsplatz und -umfeld oder auch Produkte und Dienstleistungen. Zur Vereinbarung gehört seit 2023 auch der AktionsplanInklusion, der alle zwei Jahre aktualisiert wird. Er enthält konkrete Ziele und verbindliche Maßnahmen, zur Erreichung von Inklusion und Barrierefreiheit in den einzelnen Handlungsfeldern. Er trägt also maßgeblich dazu bei, dass DATEV inklusiver wird - nach innen und auch nach außen! Häufig geht es dabei um die Abschaffung von Barrieren, räumlich, digital, akustisch oder sprachlich. Konkret geht es beispielsweise, um die Erarbeitung eines Standards für die Software-Entwicklung hinsichtlich digitaler Barrierefreiheit oder die Erarbeitung einer Checkliste für die Planung barrierefreier Veranstaltungen/Seminare. DATEV gestaltet damit aktiv inklusivere Rahmenbedingungen für Mitglieder, Kundschaft und die eigenen Beschäftigten. Neben dem Wissensaufbau ist der Austausch über inklusive Möglichkeiten in verschiedenen Dialogformaten und Workshops essenziell.

RECRUITING

Aufgrund des Fachkräftemangels und der Stärkung der Vielfalt in Teams nutzte DATEV im Jahr 2023 zur Rekrutierung von Talenten auch zielgruppenspezifische Plattformen/Formate wie die herCAREER, die es insbesondere Frauen ermöglicht, sich zu positionieren und zu vernetzen. In Zusammenarbeit mit Access - Inklusion im Arbeitsleben gGmbH wurden erstmals Orientierungspraktika für Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglicht. Hierbei konnten die Personen im Praktikumsverhältnis je nach Vorausbildung in Fachbereichen mitwirken, Rahmenbedingungen für ihre künftige Arbeit ausprobieren und konnte das jeweilige Einsatzteam erste Erfahrungen im Umgang mit Inklusion sammeln. In Polen hat DATEV erstmalig erfolgreich an der Devoxxin Krakau, einer der größten Konferenzen für (Java-)Softwareentwickelnde, teilgenommen. Hier konnte DATEV als attraktive Arbeitgeberin platziert, über 120 Gespräche mit internationalen Talenten geführt und sogar ein ganzes Software-Entwicklungsteam gewonnen werden. Ein weiteres Highlight war die Teilnahme an der Women in Tech Summit in Warschau die größte Messe für Frauen in der Tech-Branche in Europa. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Standort wirkte DATEV an der STICKS & STONES Job- und Karrieremesse in Berlin mit, die insbesondere die LGBTIQ+-Community anspricht. Unter dem Motto "DATEVistbunt" überzeugte das divers besetzte Team, dass DATEV eine innovative Arbeitgeberin ist, in der ALLE willkommen sind und mitgestalten können.

KOMMUNIKATION UND WEITERBILDUNG

Für nachhaltigen Erfolg ist wesentlich, dass Beschäftigte kontinuierlich weiterlernen, sich organisieren und entwickeln - und das selbstbestimmt. Neben der Möglichkeit sich in verschiedenen Communities of Practice (beispielsweise digitale Barrierefreiheit, Karriereperspektiven für Frauen, Internationals@DATEV) zu engagieren, wurden gezielt Angebote initiiert, die die aktive Einbindung von Menschen mit vielfältigen Hintergründen und Erfahrungen stärken. Zielgerichtete Präventionsseminare zum Umgang mit sexuell übergriffigem Verhalten am Arbeitsplatz sowie Antidiskriminierungsseminare wurden mithilfe von externen Dienstleistern pilotiert und etabliert. Alle konnten sich in der International Week@DATEV davon überzeugen, dass das Thema Internationalität bei DATEV stetig an Fahrt aufnimmt.DATEV-Standorte in Warschau und Brünn, Arbeitenaus dem Ausland, English Talk Thursday und vieles mehr, tragen dazu bei herkunftsbezogenen Unterschieden konstruktiv zu begegnen und diese als Bereicherung wahrzunehmen. Beim Refresh des Diversity-Podcasts wurden Themen wie Soziale Nachhaltigkeit, Neurodiversität oder Achtsamkeit aufgegriffen, die sich amPuls der Zeit orientieren. Die aktive Auseinandersetzung mit unbewussten Vorurteilen sowie das Reflektieren von Erfahrungen und Entscheidungen sind bei der Auseinandersetzung mit DEI essenziell. Das Themenspektrum der Kommunikations- und Weiterbildungsmaßnahmen ist sehr breit und unterstütztdie strategische Ausrichtung der DEI-Themen.

Gesundheit und Vereinbarkeit

GESUNDHEIT BEI DATEV

Mentale Gesundheit ist die Voraussetzung dafür, mit den Belastungen des Lebens umzugehen und uns an der Gesellschaft zu beteiligen. Aufgrund zahlreicher Einflüsse aus Familie, Social Media oder der aktuellen weltpolitischen Lage sind wir täglich psychischen Belastungen ausgesetzt. 2023 fokussierte sich das betriebliche Gesundheitsmanagement unter Einbezug der drei Säulen Bewegung, Ernährung und Entspannung auf das Thema MentalHealth, um das Thema ins Bewusstsein zu bringen, zu informieren, Entstigmatisierung zu erreichen und Unterstützungsangebote bekannter zu machen. Die Mitarbeitenden hatten die Gelegenheit, an einem Business-Talk mit Sven Hannawald und Vorständin Julia Bangerth zum Thema Burn-out teilzunehmen und tiefer in die Thematik einzusteigen. Darüber hinaus erhielten die Mitarbeitenden Wissensimpulse und Umsetzungsanreize von Neurowissenschaftlerin Dr. Laura Wünsch (ehemals Wendt) im Rahmen einer Videoreihe. In weiteren Formaten wurden Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Kreativität, Wege zur Erholung oder gesunder Konsum thematisiert. Um die Gesundheit der Auszubildenden zu fördern, lag bei einem Gesundheitstag eigens für Auszubildende und Studierende der Fokus auf Stressreduzierung und dem gesunden Umgang mit Social Media. Das Thema mentale Gesundheit wurde auch bei den Führungskräften stärker in den Vordergrund gerückt, um diese für das Thema zu sensibilisieren und bei der Umsetzung einer gesunden Führung zu unterstützen. Darüber hinaus hatten die Mitarbeitenden bei der Gesundheitsaktion "DATEV is(s)tgesund" die Möglichkeit, mehr über Brainfood zu erfahren sowie Braingym-Übungen oder auch Gehirnjogging für geistige Erholung auszuprobieren. Sportlich aktiv wurde es bei der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit", bei der rund 300 Teilnehmende kräftig in die Pedale traten und allein oder im Team, in den Sommermonaten radelten. Nach drei Jahren Pause fand auch der B2Run-Fimenlauf wieder vor Ort an verschiedenen DATEV-Standorten bundesweit statt. Dabei erreichten die zahlreichen Teilnehmenden in Nürnberg den zweiten Platz. Im Rahmen der Freizeitlernkurse im Bereich der Gesundheitsprävention wurde Erholung mehr in den Vordergrund gerückt, um einen Ausgleich zum Berufs-sowie Privatalltag zu ermöglichen. Das Angebot reichte von Rücken-Fit über Meditation und Lauftraining bis hin zu Augengesundheit.

VEREINBARKEIT BEI DATEV

Die Vereinbarkeitsthemen Pflege und Elternschaft sind für viele Mitarbeitende Alltag. Unterstützung bieten hier unter anderem Info-Sessions für werdende Eltern sowie Vorträge und Seminare für pflegende Angehörige. Ergänzt wurde dies durch spezifische Angebote wie beispielsweise einen Talk zumThema Väter zwischen Anspruch und Wirklichkeit. In den bayerischen Sommerferien und am schulfreien Buß- und Bettag fand ergänzend zum betrieblich bezuschussten Ferienbetreuungsangebot für Kinder im Alter von 6 bis14 Jahren in diesem Jahr ein Workshop für Teenager zwischen 13 und 16 Jahren zum Thema Design Thinking und Future Skills statt.

KINDERBETREUUNGSKOSTENZUSCHUSS

Um die Mitarbeitenden auch finanziell bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, zahlte DATEV im Rahmen eines aktiven Beschäftigungsverhältnisses für jedes Kind (geboren ab dem 01. Januar 2013) auf Grundlage des § 3 Nr. 33 Einkommensteuergesetz(EStG) für bis zu 36 Monate einen steuerfreien Zuschuss in Höhe von maximal 100 Euro pro Monat. Im Jahr 2023 wurde der Zuschuss für 852 Kinder ausgeschüttet, insgesamt 704.800,84 Euro.

Entgelttransparenzgesetz

AUSKUNFTSANSPRUCH § 10 ABS. 1 ENTGTRANSPG

Bei DATEV besteht ein mit den Betriebspartnern vereinbartes Gehaltssystem. Auf Basis von Stellenbeschreibungen sind die Funktionen einer Vergütungsgruppe zugeordnet. Das Stellengehalt jeder Vergütungsgruppe ist damit anforderungsgerecht und selbstverständlich geschlechtsneutral. Für das seit dem 1. Januar 2018 geltende Auskunftsverfahren nach § 10 Abs. 1 Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) besteht ein standardisierter Prozess, der mit den Betriebspartnern vereinbart und umgesetzt wurde. Die Möglichkeit, sich im Rahmen des Auskunftsanspruchs zu informieren, stieß bei DATEV nur auf sehr geringe Resonanz.

Kennzahlen

Die durchschnittliche Gesamtzahl der Beschäftigten bestand 2023 aus 3.641 Frauen (2022: 3.523) und 5.073 Männern (2022: 4.932) sowie vier diversgeschlechtlichen Personen und zwei ohne Angabe (jeweils im Mittel auf Basis der Bilanzstichtage). Durchschnittlich wurden im Jahr 2023 insgesamt 1.848 Frauen (2022: 1.791) und 4.442 Männer (2022: 4.333) in Vollzeit sowie 1.584 Frauen (2022: 1.531) und 570 Männer (2022: 543) in Teilzeit beschäftigt.

Frauenanteil in Verantwortungsebenen (VE) (31.12.2023)

VE 1 (Vorstand) 40,0 %
VE 2 und 3 (LA, GLTG) 24,7 %
VE 4 * 26,6 %
VE 5 * 34,4 %
Gesamt 32,1 %

* VE 4 / 5: umfasst fachliche, prozessuale sowie disziplinarische Führung

Frauenanteil (31.12.2023)

Auszubildende 29,0 %
Beschäftigte 43,4 %
Führungskräfte 32,1 %
Gesamt 41,8 %

Struktur der Beschäftigten (zu den Bilanzstichtagen)

31.12.2022

männlich weiblich divers Keine Angabe
Auszubildende 138 64 1
Stammmitarbeitende VE 6 4.030 3.147 2 1
Führungskräfte / Fachberatung 818 366 1 1
Gesamt 4.986 3.577 4 2
davon Teilzeit 557 1.566

31.12.2023

männlich weiblich divers Keine Angabe
Auszubildende 158 65 1
Stammmitarbeitende VE 6 4.140 3.233 3 1
Führungskräfte / Fachberatung 861 407 1
Gesamt 5.159 3.705 5 1
davon Teilzeit 580 1.601 1

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

In der Vertreterversammlung am 28.06.2024 wurde der Jahresabschluss festgestellt, sowie die Ergebnisverwendung wie vorgeschlagen beschlossen.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die DATEV eG, Nürnberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der DATEV eG, Nürnberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) sowie den Entgeltbericht haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung sowie des Entgeltberichtes.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i.V.m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die uns zum Zeitpunkt des Bestätigungsvermerks vorliegenden sonstigen Informationen umfassen:

die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote),

den Corporate Governance Bericht,

den Bericht des Aufsichtsrats sowie

den Entgeltbericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i.V.m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Genossenschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 25.04.2024

Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Edelmann, Wirtschaftsprüfer

Hubel, Wirtschaftsprüfer

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