Master Data

Registry
Register court Freiburg HRB 600728
Previous
FELA Hilzinger GmbHFELA GmbH
Registered
5/21/1980
Industry
Manufacture of irradiation, electromedical and electrotherapeutic equipmentManufacture of wiring devicesManufacture of consumer electronics
Purpose
Gegenstand geändert; nun: Die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb und der Handel mit elektrotechnischen und elektronischen Geräten und Bauelementen sowie technisch vergleichbaren Produkten insbesondere Leiterplatten im In- und Ausland.

Financial Overview

History

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Management

NameRole
Jenny Hipp
since 6/12/2025
Procura
Stephan Martin Menzel
since 4/10/2023
Managing Director
Managing Director

Beneficial Owners

100.00% identified0.00% unresolved

Identified persons (2)

NameOwnership
Pierre Stephan LohrberPSL Holding GmbH
66.67%
Marco SteppePSL Holding GmbH
33.33%

Shareholders

1 shareholder

GmbH structure

Germany
€940,000
100.00%

Balance Sheet Accounts

Profit and Loss Accounts

Account

Financial Report

EVYTRA GmbH

Villingen-Schwenningen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Die EVYTRA GmbH ist ein mittelständischer und konzernunabhängiger Hersteller und Händler für Leiterplatten, Baugruppen und Systeme aus Süddeutschland.

Das Unternehmen beschäftigt gut 100 Mitarbeiter an zwei Standorten - Produktion und Verwaltung in Villingen-Schwenningen und Handel in Solingen. Im Jahr 2023 wurde ein Umsatz von 23,2 Mio. € erwirtschaftet. Das Unternehmen wurde 1998 durch einen Management-Buyout aus der Schweizer FELA-Unternehmensgruppe gekauft und wird seitdem von den Inhabern geführt. Auch nach dem Verkauf Anfang 2022 bleibt die EVYTRA GmbH ein inhabergeführtes Unternehmen.

Die Erweiterung des Produkt- und Serviceportfolios zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Gewinnung von globalen Marktanteilen steht bei EVYTRA im Fokus. Investitionen in neue Technologien und die Automatisierung der Produktionsprozesse inklusive intensiver Forschung & Entwicklung im Bereich neuer Produktionsverfahren (z.B. additiver Fertigung) zeichnen EVYTRA aus.

Der Geschäftsbereich SYSTEME verantwortet die Entwicklung und Herstellung von sog. HMIs - Human Machine Interfaces (Mensch-Maschine-Eingabesystem), Schaltern und Tastaturen auf und aus Glas. Die eingesetzte kapazitive Sensortechnik bietet durch die geschlossene Materialoberfläche gegenüber bisher verwendeten Komponenten aufgrund der Eigenschaften des Werkstoffs erhebliche Vorteile, darüber hinaus wirkt es hochwertig und edel. Diese Baugruppen werden unter anderem in der Gebäude- und Industrieautomation, in der Medizintechnik und in der Sport- & Wellnessbranche eingesetzt. Neue Märke zeigen sich im Segment Maschinen- und Anlagenbau sowie im Wachstumsmarkt Caravan / Yachten.

Geschäftstätigkeit und Rahmenbedingungen 2023

Konjunkturelles Umfeld

Leiterplatten in ihrer Funktion und Struktur sind der Grundbaustein aller elektronischen Systeme, um gleichzeitig die Verbindung der einzelnen Bauelemente herzustellen und so die Funktion des Gerätes zu sichern. In Asien werden über 90% des gesamten Weltmarktes produziert. China ist der wichtigste und größte Standort für Leiterplatten mit einem Umsatz von über 48 Mrd.US$. Gemessen an der zentralen Bedeutung ist diese Industrie in Deutschland verschwindet gering. Es wird geschätzt, dass es weltweit über 3.000 Hersteller gibt, davon sank die Anzahl der Fertiger in Europa zuletzt unter 120, weniger als 50 davon sind in Deutschland ansässig. Die energieintensive Produktion von Leiterplatten wird in Zukunft durch die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen speziell in Deutschland weiterhin stark unter Druck stehen.

Die fortschreitende Digitalisierung mit den stetig wachsenden Interaktionen zwischen Mensch und Maschine bringen immer neue Anforderungen an die Ausgestaltung der Kommunikationsfläche und der Reduzierung der Komplexität hervor. Der Siegeszug der Smartphones ist seit dem Markteintritt des iPhones im Jahr 2007 unaufhaltsam. Im Jahr 2023 wurden weltweit mehr als 1,17 Milliarden Smartphones verkauft. Das Segment der Glaseingabesysteme partizipiert von dieser Entwicklung. Des Weiteren haben die in der Coronapandemie stark gestiegenen Anforderungen an die Desinfektion von Oberflächen die Nachfrage nach Lösungen mit einer leicht zu reinigenden, geschlossenen Kommunikationseinheit gesteigert.

Globale Trends und Entwicklungen

Das Jahr 2023 war geprägt von einer beschleunigten Transformation auf globaler Ebene, die wesentliche gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Veränderungen mit sich brachte. Der Klimawandel rückte verstärkt in den Fokus von Regierungen und Unternehmen, was zu einem erwarteten Anstieg nachhaltiger Innovationen und Investitionen führen sollte. Gleichzeitig förderte die fortschreitende Digitalisierung neue Geschäftsmodelle und ermöglichte eine stärkere Vernetzung von Märkten und Arbeitsprozessen.

Ein entscheidender Trend war die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz und Automatisierung, die zahlreiche Branchen revolutionierten und Effizienzsteigerungen sowie neue Produktivitätsstandards ermöglichten. Gleichzeitig stieg das Bewusstsein für ethische und regulatorische Fragestellungen im Umgang mit Technologien.

Auch geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussten die Märkte, was Unternehmen weltweit dazu zwang, agiler und resilienter zu werden. Diversität, Inklusion und soziale Verantwortung gewannen zunehmend an Bedeutung, sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch als Treiber für langfristige wirtschaftliche Stabilität.

Im Jahr 2023 hat die Bundesregierung durch verschiedene Maßnahmen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes beeinflusst. Angesichts der Energiekrise nahm die finanzielle Belastung der Unternehmen weiter zu. Durch die weiterhin stark zunehmende Bürokratie und die Einführung bzw. das Wirksamwerden neuer Regelungen wie dem Wegfall der sog. Vertrauensarbeitszeit und die damit verbundenen Überwachungsmechanismen, sowie die Notwendigkeit des Vorhaltens der nach ESG (Environmental, Social, Governance) und LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz) geforderten Nachweispflichten werden Ressourcen in Unternehmen gebunden, die an anderer Stelle nicht für die Umsetzung innovativer Lösungen genutzt werden können.

Trotz dieser Bemühungen stand und steht die deutsche Wirtschaft vor sehr großen Herausforderungen. Hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten belasteten die industrielle Produktion und führten zu einer zurückhaltenden Investitionstätigkeit. Zudem wurde die Transformation hin zu einer klimaneutralen und digitalen Wirtschaft als notwendig erachtet, um langfristig Wohlstand und Wachstum zu sichern. Das Jahr 2023 als auch das Folgejahr 2024 werden trotz anfänglich anderslautender Bewertungen durch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland als Rezessionsjahre bestehen bleiben. Deutschland ist in Europa Schlusslicht im Wirtschaftswachstum, während Griechenland auf dem ersten Platz steht.

Insgesamt hat die Bundesregierung durch finanzielle Entlastungen und gesetzliche Initiativen versucht, die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 positiv zu beeinflussen. Dennoch blieben strukturelle Herausforderungen bestehen, die weitere Maßnahmen und Reformen erfordern, um die deutsche Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Die unsteten Äußerungen gerade aus dem deutschen Wirtschaftsministerium haben zu einer nachhaltigen Verunsicherung in der Wirtschaft geführt, was sich negativ auf das Wachstum, die Investitionstätigkeit und Innovationskraft der Industrie des Landes auswirkt.

Die aktuelle Wirtschaftskrise in Deutschland hat erhebliche Auswirkungen auf die Industrieunternehmen des Landes. Zentrale Probleme sind die hohen Energie- und Arbeitskosten und die fallende Leistungsbereitschaft, welche durch einen Mangel an Fachkräften über nahezu alle Branchen hinweg flankiert wird. Resultierend daraus sind massive Stellenverluste zu verzeichnen. Des Weiteren werden verstärkt Produktionsverlagerungen in das europäische wie internationale Ausland vorgenommen.

Zudem verzeichnet die Industrie einen Rückgang der Produktion. Im Oktober 2023 sank die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 0,4 % gegenüber dem Vormonat, wobei die Industrieproduktion um 0,5 % zurückging. Dieser Abwärtstrend setzt sich seit dem Frühjahr fort und spiegelt die anhaltende Schwäche der industriellen Aktivität wider.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt ebenfalls deutlich an. Im Oktober 2024 wurde ein Anstieg der Regelinsolvenzen um 22,9 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Besonders betroffen sind Branchen wie Verkehr, Gastgewerbe, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen und das Baugewerbe. Dieser Trend gefährdet vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die unter der Kombination aus sinkender Nachfrage, hohen Energiekosten und zunehmender Bürokratie leiden.

Ein weiteres alarmierendes Zeichen ist die steigende Zahl von Unternehmensschließungen. Im Jahr 2023 haben in Deutschland 176.000 Betriebe geschlossen, was einem Anstieg von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind das verarbeitende Gewerbe und forschungsintensive Branchen wie die Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Maschinenbau. Hauptgründe für die Schließungen sind wirtschaftliche Schwierigkeiten, hohe Energie- und Investitionskosten, unterbrochene Lieferketten und Personalmangel.

Diese Entwicklungen deuten auf eine schleichende Deindustrialisierung hin, die den Kern der deutschen Volkswirtschaft trifft und langfristig Wohlstand und Beschäftigung gefährden könnte. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu sichern und den Standort Deutschland für Unternehmen attraktiv zu halten.

Geschäftsverlauf 2023

Der Umsatz im Jahr 2023 ist geprägt von dem wirtschaftlich schwierigen Umfeld in Deutschland und Europa. Mit einem Nettoumsatz von 23,24 Mio. € (Forecast 23,9 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr von 26,6 Mio. € wurde ein negatives Wachstum von 13,3% erzielt. Damit lag der Umsatz 0,66 Mio. € unter Forecast. Während der Bereich Leiterplattenhandel mit 12,66 Mio. € nahezu das starke Ergebnis aus dem Jahr 2022 bestätigen konnte, hat sich der Umsatz des Bereichs HMI Systeme mit 10,77 Mio. € negativ entwickelt. In diesem Bereich ist ein Rückgang des Umsatzes um 3 Mio. € zu verzeichnen. Im Bereich der Handelsware konnte mit erhöhten Anstrengungen im Bereich des Vertriebs der allgemeine Rückgang der Bedarfe der Elektronikindustrie in Relation zum Markt kompensiert werden.

Nach dem positiven Unternehmensergebnis des Jahres 2022, welches das erfolgreichste der Unternehmensgeschichte darstellte, konnte im Jahr 2023 trotz einer Rezession in Deutschland mit einem Wirtschaftswachstums von -0,3% ein positives Ergebnis erzielt werden. Der Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr beträgt 487 Tsd. € nach Steuer und damit 137 Tsd. € über Forecast. Insgesamt war der Geschäftsverlauf angesichts des Umfelds zufriedenstellend. Durch die Einstellung der Eigenfertigung der Leiterplatten am Standort Villingen-Schwenningen konnten nachhaltig positive Effekte erzielt werden und die laufenden Betriebskosten des Unternehmens deutlich optimiert werden. Darauf wird in der Folge noch näher eingegangen. Bei nahezu gleichbleibender Stückzahl veräußerter Leiterplatten ist der Effekt auf den Umsatz im Geschäftsbereich Leiterplatten ersichtlich, da die Handelsware gegenüber der Ware deutschen Produktionsursprungs im Schnitt um 30% geringere Absatzpreise aufweist.

Die deutliche Erholung des Gesamtmarktes der Jahre 2021 und 2022 und die dort nachgeholten Umsätze der vorherigen pandemiegeprägten Jahre 2019 bis 2020 kühlte sich gleich zu Beginn des Jahres 2023 deutlich ab. Die Konjunkturprognose für Deutschland wurde von einem Wachstum von 3,6% (Prognose 03/2022) schrittweise korrigiert. Final wurde für Deutschland ein negatives Wachstum von -0,3% für das Jahr 2023 errechnet. Die klare Abschwächung des konjunkturellen Umfeldes geprägt durch die starke Zunahme der globalen Krisen, internationalen Konflikte und der damit im Zusammenhang stehenden großen Unsicherheit in den Märkten sind Gründe für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023.

Geschäftsbereiche

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die nach der Übernahme eingeleitete Neustrukturierung der Gesellschaft fortgeführt und unterscheidet nun in die Geschäftsbereiche:

• EVYTRA PCB Trading, Handel von Leiterplatten mit Bezug aus Asien

• EVYTRA HMI, Eingabesysteme auf Glas

Innerhalb der Geschäftsbereiche hat sich Umsatz und Auftragseingang unterschiedlich entwickelt. Der Bruttoumsatz des Handelsgeschäfts Leiterplatten zeigte eine Seitwärtsbewegung mit einem negativen Wachstum von 4,1%. Der Auftragseingang verzeichnete von 2022 auf 2023 einen Rückgang um 8%.

Der Anteil der Eigenfertigung von Leiterplatten am Standort Villingen-Schwenningen nahm einen stetig geringer werdenden Anteil ein. Aufgrund der sich stark veränderten Energiekostensituation in diesem Produktsegment waren dort die höchsten Fixkosten angesiedelt. Einhergehend mit dem Einstellen der Eigenfertigung konnte ein Großteil der nicht mehr benötigten Fertigungsanlagen zur Leiterplattenherstellung veräußert werden.

Der Geschäftsbereich Systeme, Eingabeeinheiten auf Glas, konnte sich im Jahr 2023 erwartungsgemäß nicht von der Entwicklung des Gesamtmarktes abkoppeln und hat einen Umsatzrückgang auf 8,236 Mio. € zu verzeichnen. Diese Entwicklung spiegelt die Einschätzung wider, dass die Vertriebsaktivitäten zur Neukundengewinnung verstärkt werden müssen. Der Auftragseingang von 8,07 Mio. € für das Folgejahr zeigt eine Konsolidierung auf etwa gleichem Niveau.

Im Gegensatz zum Leiterplattenhandel, bei dem die Kundengewinnung zu großen Teilen über die Preisgestaltung und kurzfristige Verfügbarkeit erfolgt, bedarf der HMI Systembereich einer nachhaltigen und längerfristigen Projektanlaufphase. Durch die intensiven Maßnahmen des Business Development in diesem Bereich konnten wir bereits in 2023 neue Projekte in Europa und in den Vereinigten Staaten in den Bereichen Zugangssystem und Caravaning erfolgreich lancieren und für einen zukünftigen Umsatz- und Ertragszuwachs gewinnen.

Das zu Beginn des Jahres 2019 gestartete Restrukturierungsprogramm wurde vor der Übernahme durch die neue Unternehmensführung Ende 2021 abgeschlossen. Mit der Übernahme des Unternehmens wurde die Entscheidung zur vollständigen Verlagerung der Eigenfertigung der Leiterplatte auf den Einkauf der Dienstleistung nach Asien getroffen, mit den Kunden in Einklang gebracht und final terminiert. Diese Entscheidung hat bereits zu einer signifikanten Ertragsverbesserung durch Kostenoptimierung geführt. Somit konnten im Bereich der Energiekosten Einsparungen von 42% im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. In der Folge wird hier ein weiterer positiver Effekt von 25% für das Jahr 2024 erwartet, da sich der Fixkostenblock im Bereich der Energiekosten, Ver- und Entsorgung bereits unterjährig positiv entwickelt hat.

Final konnte in Q2/2023 die gesamte Eigenfertigung von Leiterplatten auf den Einkauf der Dienstleistung von den bestehenden und neugewonnenen Produktionspartnern in Asien verlagert werden. Nach Abschluss des Verlagerungsprozesses der Leiterplatten kann durch die Fokussierung in Verbindung mit intensiver Betreuung und Beratung der Bestands- und Neukunden das Handelsgeschäft optimiert werden.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zur Lage der Gesellschaft

Das Geschäftsjahr 2023 war für unser Unternehmen durch ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld geprägt, das von hohen Energie- und Rohstoffkosten, einer rückläufigen Nachfrage und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten beeinflusst wurde. Diese Faktoren hatten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unseres Unternehmens.

Die Ertragslage ist durch einen Rückgang der Umsatzerlöse und eine damit einhergehende Verschlechterung der operativen Marge belastet. Dies ist vor allem auf eine verhaltene Nachfrage in unseren Kernmärkten zurückzuführen. Trotz der bestehenden Diversifikation der Kunden und eines geringen Anteils an Bedarfsträgern im Automobilsektor, ist der Rückgang in der Kundennachfrage deutlich erkennbar. Mit dem effizienten Einsatz von Vertriebsressourcen im Leiterplattenhandel und der konsequenten Umsetzung der Geschäftsbereichsentwicklung der HMI Systeme konnten langfristige Kundenbeziehungen gehalten und neue, für die zukünftige Geschäftsentwicklung aussichtsreiche Interaktionen aufgebaut werden.

Die Abkehr von der Eigenproduktion der Leiterplatten und die damit einhergehende Fokussierung auf zwei anstatt bisher auf drei Geschäftsbereiche zeigt in allen Bereichen positive Signale. Die Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Ver- und Entsorgung und Energie konnten deutlich gestrafft werden. Freigewordene Ressourcen wurden im Vertrieb und dem Aufbau neuer zukunftsweisender Produktionstechnologien verwendet.

In der Finanzlage spiegelt sich die schwierige Geschäftsentwicklung ebenfalls wider. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit war rückläufig, was unsere Fähigkeit zur Selbstfinanzierung und Investition in strategische Projekte begrenzt hat. Mittlere Investitionen im Bereich 3D Druck wurden aus dem Cashflow heraus getätigt. Für die notwendigen Großinvestitionen in fortschrittliche Technologien wurden finanztechnisch optimierte staatliche Fördermaßnahmen in Anspruch genommen. Fortführend wurde im Jahr 2024 für ein Projekt im Bereich additive Fertigung / 3D Druck ein Förderprojekt im Rahmen der ZIM Förderung (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) aufgestellt. Dieses wird noch im Jahr 2024 zur Genehmigung beantragt und soll im Geschäftsbereich der HMIs die Unternehmensbestrebungen zur nachhaltigen Fertigung vorantreiben. Mit der Nutzung der neuen additiven Fertigungsverfahren werden einhergehend Kostenoptimierungspotentiale im Unternehmen gehoben.

Mit Beginn des Jahres 2024 wurde einhergehend mit der rückläufigen Produktionsauslastung das Mittel der Kurzarbeit angemeldet und über das Jahr dynamisch verteilt angewendet. Die Bereiche der Kundenakquise und direkten Kundengewinnung bzw. -betreuung wurden teils mit verringerter Kapazität und dennoch durchgängig aufrechterhalten. So ist es dem Unternehmen gelungen, Kosten in den Personalaufwendungen an das verringerte Auftragsvolumen anzupassen, ohne dabei Personal und Know-How zu verlieren bzw. freizusetzen.

Wir sind zuversichtlich, dass wir durch eine konsequente Umsetzung der eingeleiteten Maßnahmen und die Fokussierung auf Innovation sowie Effizienz mittelfristig wieder in der Lage sein werden, eine positive Geschäftsentwicklung zu erzielen und die Gesellschaft nachhaltig zu entwickeln. Somit Durch diese Maßnahmen konnten bereits bestehende Fertigungsabläufe im Bereich HMI Systeme für einzelne Kundenprojekte optimiert und damit eine höhere Effizienz erzielt werden.

Das Jahresergebnis der Gesellschaft nach Steuern lag bei einem Umsatzrückgang von 3,40 Mio. € auf 23,24 Mio. € (Vj. 26,6 Mio. €) bei 487 T. €. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft hat sich von 32,5% im Vorjahr auf 38,0% in 2023 erhöht.

Bereits in 2022 wurde der klassische Flächenvertrieb als unzureichend für den Systembereich der HMIs identifiziert. Das entwicklungsnahe und auf Langfristigkeit ausgelegte Business Development mit einer klaren Fokussierung auf die Kundeninteressen der Bereiche Medizintechnik, Industrie- und Automation und Smart & Mobile Home wird die Neuorientierung des Unternehmens maßgeblich beeinflussen. Der mittel- wie langfristige Erfolg im Unternehmensbereich Systeme wird hier einen stark positiven Einfluss erfahren. Bereits im abgelaufenen Jahr konnten damit erste Erfolge erzielt werden und Neuprojekte im nationalen, wie auch internationalen Umfeld (USA) gewonnen werden.

Investitionen

Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 285 Tsd. € in das Anlagevermögen investiert. Hier wurde die Produktionskapazität im Segment Systeme weiter ausgebaut. Für das Jahr 2024 wurde bereits im laufenden Jahr eine Großinvestition angestoßen, um speziell in der mechanischen Bearbeitung der Glaseinheiten ein State-of-the-art Lasersystem neuester Technologie zu erhalten. Die bereits für das Jahr 2023 erwartete Anlage zur Laserbearbeitung von Glas für die HMIs wurde aufgrund von Produktionsverzögerungen beim Hersteller erst in Q1/2024 ausgeliefert.

Zudem wurde in die Entwicklung eines eigenen Produktes im Segment funkgesteuerte Smart Home Systeme investiert. Die kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Prozesse steht im Vordergrund, wobei hier in das System ELO (elektronischer Leitzordner) zur Digitalisierung der Ablagestruktur investiert wurde. In Vorbereitung der Einführung eines neuen ERP Systems und der ab 2025 verpflichtend einzusetzenden E-Rechnung sind damit frühzeitig wegweisende Investitionen vorgenommen worden.

In der neu gegründeten Fachabteilung Industrial Engineering wird das Thema Automation der Produktionsprozesse und der Einsatz von additiven Fertigungsverfahren stetig vorangetrieben. Derzeitig in subtraktiven Verfahren ausgeführte Prozesse bzw. die mit bisherigen Mitteln nicht umsetzbaren Projekte werden damit in Zukunft ermöglicht werden.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um 441T€ erhöht. Langfristige Kredite wurden planmäßig getilgt. Für die Investition in das Lasersystem wurde ein Förderkredit vereinbart, der im Umfang der geleisteten Anzahlung zum Bilanzstichtag abgerufen war. Für den kurzfristigen Liquiditätsbedarf stehen nach unserer Planung ausreichend Kontokorrentlinien zur Verfügung.

Personelle Veränderungen

Zum 31.12.2023 beschäftigte das Unternehmen 108 (Vj.101) Mitarbeiter, was einem Zuwachs von knapp 8% zum Vorjahr entspricht.

Die Restrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich wurden vor dem Verkauf des Unternehmens intensiv vorangetrieben und waren nach Einschätzung der Alteigentümer praktisch abgeschlossen. Mit der Geschäftsentwicklung einhergehend und der von dem neuen Eigentümer geplanten Umstrukturierung und Neuausrichtung des Unternehmens waren Investitionen im Personalbereich zwingend erforderlich. Ein Vertrieb für den Wachstumsbereich Systeme war praktisch nicht vorhanden. Dadurch wurden ausschließlich Geschäftsbeziehungen zu Bestandskunden gepflegt, aktiv wiederum keine Neukunden bzw. Neuprojekte gewonnen werden.

Der Altersdurchschnitt der Belegschaft von 55,3 Jahren macht eine weitere strukturelle Neuausrichtung im Bereich der Personalbeschaffung und -entwicklung zur zentralen Aufgabe der kommenden Jahre. Die Aus- und Weiterbildung des Personals ist ein wichtiger Faktor zur zukünftigen Erfolgsgenerierung und -sicherung. Die Nettopersonalkosten haben sich von 21,1% auf 24,9% der Gesamtleistung entwickelt.

Die Fehlzeitenquote lag mit 6,85% auf Vorjahresniveau (6,8%). In 2024 zeigte sich die Quote zur Mitte des Jahres leicht verbessert mit knapp über 6%. Diese spiegelt die Entwicklung in Deutschland wider, wobei im Post-COVID Jahr Fehlzeitraten bis zu 10% berichtet wurden.

Risiken und Chancen

Die zukünftige Entwicklung unseres Unternehmens ist sowohl von vielfältigen Chancen als auch von Risiken geprägt, die sich aus dem dynamischen Marktumfeld, technologischen Fortschritten und den sich verändernden globalen Rahmenbedingungen ergeben. Risiken der zukünftigen Entwicklung sehen wir in der sich zuspitzenden Eskalation zwischen der westlichen Welt auf der einen und den Bündnispartnern der BRICS Staaten auf der anderen Seite. Bewaffnete Konflikte, gesteuerte Desinformation, Manipulation von Kommunikationseinrichtungen und die Diskussion über weitreichende Deglobalisierung schaffen ein Klima der Verunsicherung für die exportorientierte Wirtschaft Deutschlands.

Des Weiteren bergen der Krieg in der Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten und die mögliche Interventionen Chinas auf dem Gebiet von Taiwan ein nur schwer einzuschätzendes Risikopotential. China selbst als einer der wichtigsten Handelspartner hat mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 20% zu kämpfen bei gleichzeitig sehr geringen wirtschaftlichen Wachstumsraten. Weltweit werden Handelsbeziehungen zur Volksrepublik China überprüft und Lieferketten neu aufgestellt. Ein nicht einzuschätzendes langfristiges Risiko besteht darin, dass die bestehende Produktqualität unter einer in Teilen ideologisch getriebenen vorschnellen Verlagerung leiden kann.

Aufgrund der Entscheidungen der deutschen Bundesregierung zur Neuordnung des Energiesektors mit dem einhundertprozentigen Verzicht auf die inländische Produktion von Kernenergie wird der Druck auf Unternehmen stark erhöht, Produktionsprozesse neu aufzustellen bzw. in neuer Konstellation zu planen. Produktionseinstellungen bzw. -verlagerungen werden eine Maßnahme sein, der verstärkte Einsatz energiesparender Verfahren eine andere. Da diese Verfahren auch den Einsatz finanzieller Ressourcen in Form von Investitionen voraussetzen, wird es speziell für KMUs in Deutschland schwierig, sich den stark geänderten Rahmenbedingungen adäquat anzupassen. Mit der zunehmenden Regulierung des Medizin- und Gesundheitssektors, angefangen vom Erlass (2017), über das Inkrafttreten (2021) der MDR (Medical Device Regulation) auf europäischer Ebene bis hin zur für Ende des Jahres 2024 angekündigten Krankenhausreform in Deutschland hat sich auch der vormals als robust und durch Innovationen zukunftsweisende Bereich als stagnierend erwiesen.

Bestehende, langfristig umsatzträchtige Kundenbeziehungen, haben im Medizin- und Gesundheitssektor im Jahr 2023 stagnierende und rückläufige Umsatzentwicklungen gezeigt. Für das Jahr 2024 hat sich dieser Trend fortgesetzt. Speziell im Bereich der Systeme (HMIs) haben die drei größten Kunden aus den Sektoren Automatisierungstechnik, Medizintechnik und Baugewerbe eigene Umsatzrückgänge zwischen 25 und 35% in 2024 zu verzeichnen. Diese Entwicklung zeigt sich speziell in der Diskrepanz zwischen der Umsatzprognose zu Ende 2023 für das Jahr 2024 und des tatsächlichen Geschäftsverlaufs mit diesen Partnern.

Vor dem Hintergrund der in den Vorjahren erreichten finanziellen Stabilität und der getroffenen zukunftsweisenden Entscheidungen bereits vor dem Eintreten der aktuellen Situation und basierend auf der Straffung der Geschäftsfelder, der Ausrichtung zu technischen Innovationen und konsequenten Digitalisierung wird die Bewältigung der künftigen Risiken als gut eingeschätzt. Das Unternehmen ist positiv aufgestellt, um mit einem ausgewogenen Chancen- und Risikomanagement auf diese Entwicklungen zu reagieren. Durch strategische Investitionen, die Stärkung der Innovationskraft sowie die enge Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern und Kunden besteht eine große Zuversicht, langfristig erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Prognose

Das Geschäftsjahr 2024 wird wirtschaftlich aufgrund der globalen Krisen, geopolitischen Veränderungen und der sich daraus für viele Unternehmen ergebenden Einschnitte sehr herausfordernd. Die Geschäftsentwicklung der Kunden über alle Geschäftsbereiche hinweg zeigt sich heterogen. Während im Industriebereich und in der Medizintechnik Umsatzrückgänge zwischen 20 und 50% zu verzeichnen sind, haben andere Bereiche wie z.B. Smart Home Zuwächse zu verzeichnen, wobei die Zuwächse dieser Kunden den Rückgang bei weitem nicht kompensieren können.

Ein Sondereffekt trat im ersten Halbjahr 2024 auf, wobei ein abgekündigtes und nicht mehr beschaffbares Elektronikbauteil eine Umsatzgenerierung i.H.v. 800T€ verhinderte bei einem HMI Hauptkunden. Der für die Beschaffung zuständige Produktionspartner konnte erst nach unserer Unterstützung eine Alternative finden, testen und durch den Endkunden validieren und freigeben lassen. Der Fehlbetrag kann bis zum Jahresende 2024 nicht aufgeholt werden.

Mit dem Erreichen der KBA Zulassung für Zulieferprodukte der Caravan-Branche und dem Zugewinn von Aktivkunden im Systembereich auf nationaler wie internationaler Ebene, sowie der positiveren Auftragseingangslage im Leiterplattenhandel im zweiten Halbjahr 2024, sehen wir für das Jahr 2025 eine verbesserte Geschäftsentwicklung und Rückkehr in die Generierung positiver Jahresüberschüsse. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet das Unternehmen aufgrund des schwachen ersten Halbjahres mit einem Umsatz von 16,9 Mio. €, was einem Rückgang von 30% entspricht, womit ein Fehlbetrag von 2,1 Mio. € erwartet wird.

 

Villingen-Schwenningen, den 16. Oktober 2024

Pierre Lohrber, Geschäftsführer

Stephan Menzel, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 2.405.625,72 2.644.596,91
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 202.749,00 128.677,00
II. Sachanlagen 2.197.126,72 2.510.169,91
III. Finanzanlagen 5.750,00 5.750,00
B. Umlaufvermögen 9.306.071,04 9.635.140,69
I. Vorräte 3.210.746,16 4.074.415,34
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.038.109,16 4.798.391,19
III. Wertpapiere 132,40 192,40
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 57.083,32 762.141,76
C. Rechnungsabgrenzungsposten 52.036,71 39.373,21
D. Aktive latente Steuern 457.100,00 458.400,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 12.220.833,47 12.777.510,81

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 4.638.767,96 4.151.661,15
I. gezeichnetes Kapital 940.000,00 940.000,00
II. Kapitalrücklage 37.651,62 37.651,62
III. Gewinnrücklagen 827.225,16 729.803,80
IV. Bilanzgewinn 2.833.891,18 2.444.205,73
B. Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 919,00
C. Rückstellungen 2.946.548,62 3.397.038,32
D. Verbindlichkeiten 4.635.516,89 5.227.892,34
Bilanzsumme, Summe Passiva 12.220.833,47 12.777.510,81

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 8.466.421,43 9.890.028,32
2. Personalaufwand 5.657.088,89 5.649.893,85
a) Löhne und Gehälter 4.666.446,32 4.368.278,27
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 990.642,57 1.281.615,58
3. Abschreibungen 462.030,11 485.156,95
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 462.030,11 485.156,95
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.469.565,05 1.365.348,55
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 48.945,27 31.295,09
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 105.033,73 112.519,12
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 191.761,87 660.440,01
8. Ergebnis nach Steuern 629.887,05 1.647.964,93
9. sonstige Steuern 142.780,24 24.789,82
Jahresüberschuss 487.106,81 1.623.175,11

Ergebnisverwendung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Jahresüberschuss 487.106,81 1.623.175,11
2. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.444.205,73 1.145.665,64
3. Einstellungen in Gewinnrücklagen 97.421,36 324.635,02
a) in satzungsmäßigen Rücklagen 97.421,36 324.635,02
4. Bilanzgewinn 2.833.891,18 2.444.205,73

Anhang

A. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Der vorliegende Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des HGB sowie des GmbHG aufgestellt.

Die Firma der Gesellschaft lautet EVYTRA GmbH. Sie hat ihren Sitz in Villingen-Schwenningen. Die Gesellschaft ist beim Registergericht Freiburg i.Br. unter der Nummer HRB 600728 im Handelsregister eingetragen.

Soweit Pflichtangaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung wahlweise auch im Anhang gemacht werden können, erfolgt die Angabe im Anhang.

Die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften werden für Zwecke der Offenlegung in Anspruch genommen.

B. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel.

Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßige lineare Abschreibung, bewertet.

Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen linearen Abschreibungen, bewertet.

Die Sachanlagen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, gegebenenfalls vermindert um die planmäßigen linearen Abschreibungen bewertet. Die Nutzungsdauer der einzelnen Anlagegegenstände wurde entsprechend den betrieblichen Gegebenheiten unter Berücksichtigung steuerlicher Abschreibungstabellen geschätzt. Die Zugänge werden pro rata temporis abgeschrieben. Zinsen für Fremdkapital sind nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren wurden zu Anschaffungskosten mit dem gleitenden Durchschnitt oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse erfolgte zu retrograd ermittelten Herstellungskosten, gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Wert. Zinsen für Fremdkapital sind nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Posten in fremder Währung wurden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert, gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Wert, ausgewiesen.

Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen entfallen EUR 3.627.723,87 (Vj. EUR 2.626.471,64) auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Diese sind gleichzeitig Forderungen gegen Gesellschafter.

Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen hat ein Betrag von EUR 2.378.046,88 (Vj. EUR 2.080.806,27) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Der Sonderposten mit Rücklageanteil ist nach § 6 b Einkommensteuergesetz gebildet. Die Auflösung erfolgt entsprechend der Abschreibungsdauer des Erweiterungsbaus, auf den die aufgelösten stillen Reserven übertragen wurden. Der Posten wird nach Art. 67 Abs. 3 EGHGB beibehalten. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens sind letztmals in Höhe von EUR 919,00 (Vj. EUR 1.583,00) angefallen. Der Ausweis erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die ausgewiesene Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf der Basis des ratierlichen Anwartschaftsbarwertverfahrens i.S.v. IAS 19 unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck berechnet. Der Rechnungszinsfuß beträgt 1,82 %. Es wurde eine Rentensteigerung von 2,4 % und entsprechend der Zusagestruktur eine Einkommenssteigerung von 0 % berücksichtigt.

Für die Abzinsung der Pensionsrückstellungen wird der von der Bundesbank zum 31. Dezember 2023 veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Aufwand, der sich aufgrund der Änderung des Markzinssatzes ergibt ("Zinsänderungsaufwand") wird im Personalaufwand ausgewiesen.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Zinssatz auf Basis des 7-Jahres-Durchschnitt und dem Zinssatz auf Basis des 10-Jahres-Durchschnitt beträgt EUR 33.214,00. Dieser ist zur Ausschüttung gesperrt (siehe auch Übersicht unter "sonstige Angaben").

Der Unterschiedsbetrag der Pensionsrückstellung aufgrund der Umstellung gemäß BilMoG beträgt zum Jahresende EUR 4.148,00. Die Zuführung 2023 in Höhe von EUR 4.149,00 erfolgt in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde die Pensionsrückstellung von EUR 3.115.624,00 mit dem Guthaben der ehemaligen Rückdeckungsversicherung von EUR 450.835,38 verrechnet. Personalaufwendungen aus der Zuführung der Pensionsrückstellung sind in Höhe von EUR 63.801,00 enthalten. Zinsaufwendungen der Pensionsrückstellung in Höhe von EUR 55.677,00 wurden mit Zinserträgen aus dem Guthaben in Höhe von EUR 7.825,72 verrechnet.

Das Guthaben aus der ehemaligen Rückdeckungsversicherung wurde mit dem von der Versicherungsgesellschaft mitgeteilten Depotwert bewertet. Das Depot ist an den Pensionsberechtigten verpfändet.

Die sonstigen Rückstellungen sind mit dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie betreffen den im Wesentlichen den Personalbereich, Jahresabschlusskosten sowie Gewährleistungen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen bewertet.

Wert zum 31.12.2023 31.12.2022
EUR
Restlaufzeit < 1 Jahr
EUR
Restlaufzeit 1-5 Jahre
EUR
Restlaufzeit > 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.032.172,14 808.364,10 883.483,04 340.325,00
1.591.137,78 356.021,48 929.641,30 305.475,00
Übrige Verbindlichkeiten 2.603.344,75 2.535.803,72 67.541,03 0,00
3.636.754,56 3.446.280,06 190.474,50 0,00

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von EUR 271.054,08 (Vj. EUR 365.458,13) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 6.748,45 (Vj. EUR 8.012,68). enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von EUR 2.032.172,14 (Vj. EUR 1.591.137,78) mit Grundschulden, Sicherungsübereignung von Maschinen und Warenlager, Globalzession der Forderungen und selbstschuldnerischen Bürgschaften eines Geschäftsführers bzw. der Gesellschafterin gesichert. Für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen Eigentumsvorbehalte in branchenüblichem, nicht einzeln ermitteltem Umfang. Von sonstigen Verbindlichkeiten betreffen EUR 137.134,87 (Vj. EUR 342.647,64) Mietkauf- bzw. Leasingverbindlichkeiten. Die so finanzierten Gegenstände stehen im Sicherheitseigentum des Vertragspartners.

Die Gesellschaft haftet für die Schulden der Gesellschafterin PSL Holding GmbH mit Grundschulden in Höhe von EUR 1.866.937,82 sowie durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von EUR 2.500.000,00, die am Bilanzstichtag mit EUR 2.268.510,00 valutiert war.

C. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung betrugen EUR 73.040,17 (Vj. EUR 417.043,29). Der Ertrag durch Änderung des Rechnungszinses der Pensionsrückstellung wurde dem Personalaufwand zugeordnet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Buchgewinne aus Anlagenverkäufen in Höhe von EUR 459.691,00 (Vj. EUR 0,00).In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Buchverluste aus Anlagenverkäufen in Höhe von EUR 12.837,00 (Vj. EUR 0,00) sowie periodenfremde Aufwendungen EUR 9.761,19 (Vj. EUR 0,00) enthalten.

Zudem sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus Währungsverlusten von EUR 8.304,27 (Vj. EUR 22.310,99), in den sonstigen betrieblichen Erträgen Währungsgewinne von EUR 7.742,56 (Vj. EUR 5.758,06) enthalten.

Zinsen und ähnliche Erträge, die an verbundene Unternehmen berechnet worden sind, sind mit EUR 48.503,75 (Vj. EUR 30.944,97) in der Jahresrechnung enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind EUR 47.851,28 (Vj. EUR 52.303,00) aus der Aufzinsung von Rückstellungen enthalten.

D. Sonstige Angaben

Während des Geschäftsjahres waren durchschnittlich beschäftigt:

Anzahl
Angestellte 44
gewerbliche Arbeitnehmer 56

Der Gesamtbetrag aus den am Bilanzstichtag laufenden Leasingverträgen beläuft sich auf EUR 348.514,43 (Vj. EUR 350.474,39).

Ausschüttungssperren bestehen nach § 268 Abs. 8 HGB EUR
• Für aktivierte Entwicklungskosten abzüglich hierfür gebildeter passiver latenter Steuern 16.098,00
• Aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern (ohne verrechnete passive latente Steuern) 463.900,00
Nach § 253 Abs. 6 HGB
• Auf die Differenz der Pensionsrückstellung bei Bewertung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben bzw. zehn Geschäftsjahre 33.214,00
Summe 513.212,00

Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von EUR 2.444.205,73 (Vj. EUR 1.145.665,64) enthalten. Ausschüttungen sind im Jahr 2023 nicht erfolgt. Die Geschäftsführung schlägt vor, nach der satzungsmäßigen Zuführung zur Gewinnrücklage in Höhe von EUR 97.421,36 den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführer im Berichtsjahr waren:

• Pierre Lohrber, Villingen-Schwenningen

• Norbert Krütt, Dauchingen (bis 10.4.2023)

• Benedikt Weltersbach, Solingen (10.4.2023-9.7.2024)

• Stephan Menzel, Winnenden (ab 10.4.2023)

Nach § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung.

Es liegen keine berichtspflichtigen Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag vor.

 

Villingen-Schwenningen, den 16. Oktober 2024

Pierre Lohrber, Geschäftsführer

Stephan Menzel, Geschäftsführer

Anlagespiegel

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Umbuchung
Stand am 31.12.2022 Zugang Umgliederung Abgang Stand am 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 209.708,53 0,00 0,00 0,00 209.708,53
2. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 444.915,65 160.940,11 30.550,00 0,00 636.405,76
3. Geleistete Anzahlungen 30.550,00 0,00 -30.550,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.830.041,62 0,00 0,00 0,00 3.830.041,62
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.242.931,73 17.629,76 0,00 4.253.225,41 3.007.336,08
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.200.178,57 76.284,63 0,00 110.606,60 2.165.856,60
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 121.350,42 0,00 0,00 121.350,42
III. Finanzanlagen 5.750,00 0,00 0,00 0,00 5.750,00
Abschreibungen
Stand am Umbuchung Stand am
31.12.2022 Zugang Umgliederung Abgang 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 144.868,53 41.942,00 0,00 0,00 186.810,53
2. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 411.628,65 44.926,11 0,00 0,00 456.554,76
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.318.647,35 60.715,77 0,00 0,00 2.379.363,12
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.476.897,73 249.051,76 0,00 4.100.079,41 2.625.870,08
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.967.436,93 65.394,47 0,00 110.606,60 1.922.224,80
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Restbuchwerte
31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 22.898,00 64.840,00
2. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 179.851,00 33.287,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 30.550,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.450.678,50 1.511.394,27
2. Technische Anlagen und Maschinen 381.466,00 766.034,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 243.631,80 232.741,64
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 121.350,42 0,00
III. Finanzanlagen 5.750,00 5.750,00

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 24.03.2025 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

In dem offengelegten, verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde am 14. Februar 2025 in Villingen-Schwenningen der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die EVYTRA GmbH

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der EVYTRA GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der EVYTRA GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle."

 

gez. Katharina Schienle, Wirtschaftsprüferin

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