Wholesale of wood in the rough and sawn timber
MAD Recycling GmbH
Freimanner Bahnhofstraße 24, 80807 München, DEUMaster Data
Basic information of the organization
Financial Overview
Indicators extracted from public financial statements
History
Changes published in the official company registry
Management
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Christian, geb. Ascherl Ascherl-Landauer since 3/11/2020 | Managing Director |
Ronny Börner since 12/9/2015 | Managing Director |
Robin Heinrich Hubert Huesmann since 3/21/2013 | Managing Director |
Beneficial Owners
Natural persons who ultimately own or control the company, resolved through the shareholder chain
Unresolved chains (1)
| Name | Ownership |
|---|---|
LEIPA Group GmbH (vormals firmierend als LEIPA Georg Leinfelder GmbH) | 100.00% |
Shareholders
Company ownership and partner structure
1 shareholder
GmbH structure
Balance Sheet Accounts
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and Loss Accounts
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Financial Report
Official financial statements and annual reports
LEIPA Group GmbHSchwedt/OderKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Zusammengefasster Lagebericht / Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022der LEIPA Group GmbH [1]I. Grundlagen der Gesellschaft/des Konzerns 1. Geschäftsmodell Die LEIPA Group GmbH, Schwedt/Oder (im Folgenden "LEIPA Group" oder "die Gesellschaft" genannt) weist eine über 175-jährige Geschichte auf. Die Gesellschaft ist die Führungsgesellschaft für die gesamte LEIPA Unternehmensgruppe. Die Gesellschaft hält 100% Beteiligungen an der LEIPA Georg Leinfelder GmbH, Schwedt/Oder (im Folgenden "LEIPA Georg Leinfelder" genannt), der MAD Recycling GmbH, München (im Folgenden "MAD" genannt), der LEIPA Logistik GmbH, Schwedt/Oder (im Folgenden "LEIPA Logistik" genannt) und der LEIPA Pack S.R.L, Rumänien, sowie an vier Vertriebsgesellschaften im EU-Ausland und einer Vertriebsgesellschaft in England. Weiterhin hält die Gesellschaft 49% der Anteile an der Inpol Papier Sp.z o.o., Polen sowie in selber Höhe an der Gratenau & Hesselbacher GmbH, Hamburg und in Höhe von 94% an der Asmeralda Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Schrobenhausen KG, Mainz. Der im Zusammenhang mit der Papierproduktion bestehende Energiebedarf wird zum Teil über eine mittelbare 1% Beteiligung an der Kraftwerk Schwedt GmbH & Co. KG, Schwedt/Oder ("KSC"), einem Gemeinschaftsunternehmen der LEIPA Georg Leinfelder und der EEW Energy from Waste GmbH ("EEW"), bezogen. Mittelbar ist LEIPA an den Tochterunternehmen der MAD aus Polen, Litauen und Tschechien zu je 100% und der Tochtergesellschaft ARES GmbH, München zu 27,50% beteiligt. Eine weitere mittelbare 98,6%ige Beteiligung besteht über die LEIPA Polska Sp. z o.o. an deren Tochtergesellschaft Kent-Pak Sp. z o.o. Neben zentralen Führungs- und Steuerungsfunktionen sind in der Gesellschaft als operative Funktionen der strategische Altpapiereinkauf, Finance und Controlling, Vertrieb und Personalwesen angesiedelt. Die Unternehmensgruppe ist in den Geschäftsbereichen Papier, Karton und Verpackungen, untergliedert in Magazinpapier und Verpackung (Liner, Karton, Flexpack) sowie Group Services, untergliedert in Logistik, Entsorgungswirtschaft und Energie, tätig. Die Produktion von Spezialpapier in Schrobenhausen wurde am 10.05.2022 eingestellt und der noch vorhandene Vorratsbestand weitestgehend abverkauft. Über Minderheitsbeteiligungen bestehen zudem Tätigkeitsfelder in der Weiterverarbeitung von Wellpappenrohpapieren. Der Bereich Entsorgungswirtschaft umfasst neben der Altpapierverwertung weitere Recyclingdienstleistungen. Die Gruppe vertreibt ihre Produkte, auch unter Einschaltung der Vertriebsgesellschaften, im Wesentlichen im europäischen Raum. 2. Forschung und Entwicklung Die Herstellprozesse und Produktionsanlagen der LEIPA werden permanent auf Anpassungsbedarf hinsichtlich der aktuellen Marktbedingungen und technischen Gegebenheiten geprüft. Hierbei steht einerseits die kontinuierliche Verbesserung der technischen und technologischen Prozesse unter Wahrung gleichbleibender Produktqualitäten im Mittelpunkt. Andererseits betreiben wir Entwicklungstätigkeiten, um veränderten regulatorischen Anforderungen insbesondere in Verpackungsmärkten sowie veränderten Marktbedingungen im grafischen Sektor Rechnung zu tragen. Auch in 2022 wurde daher kontinuierlich an technischen und technologischen Prozess- und Verfahrensoptimierungen gearbeitet und umfassende Maßnahmen zur Kosteneffizienzsteigerung durchgeführt. Durch verschiedene Rezepturoptimierungen konnten Qualitätssteigerungen und Kostenreduktionen umgesetzt werden. In 2022 wurden die Diversifikationsbemühungen bezüglich der auf der Papiermaschine 1 produzierten Sorten fortgeführt. Erfolgreich konnten Sorten für die Anwendungsgebiete Verpackung und Briefumschlag eingeführt werden. Im Geschäftsfeld Flexpack konnten im Berichtsjahr Entwicklungen verschiedener nachhaltiger Verpackungsprodukte erfolgreich fortgeführt beziehungsweise abgeschlossen werden, mit denen veränderten Kundenbedürfnissen und regulatorischen Rahmenbedingungen mit überwiegend papierbasierten Substraten Rechnung getragen wird. Umfangreiche Entwicklungsarbeiten wurden in Vorbereitung der Installation einer neuen Anlage zur Erweiterung des Technologie- und Produktportfolios durchgeführt. Zur langfristigen Sicherstellung der erforderlichen Rohstoffqualität wurden im Berichtsjahr verschiedene Versuche auf unseren Anlagen gefahren sowie Untersuchungen zum Einsatz alternativer Altpapiere und Faserstoffe eingeleitet. Die MAD arbeitet zudem an Projekten, um andere Stoffströme verarbeiten und entsorgen und damit weitere Entsorgungsdienstleistungen anbieten zu können. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist Folgendes festzustellen: Der internationale Währungsfonds (IWF) geht für das Berichtsjahr 2022 von einem weiteren Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von +3,4% im Gegensatz zum Vorjahr aus. Damit liegt die Wachstumsrate um -2,6% unter der Vorjahresrate 2021 (+ 6,0%), welche von den Erholungseffekten der Corona-Pandemie im Jahr 2020 geprägt war. Wesentliche Einflussfaktoren im Berichtsjahr 2022 stellten die erhöhte Inflation, der andauernde Russland-Ukraine-Krieg und das erneute Aufleben der Corona-Pandemie in China dar. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und somit die deutsche Wirtschaftsleistung entwickelte sich in 2022 positiv. Gemäß ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das BIP im Jahresdurchschnitt um +1,9% (VJ: +2,6%) gewachsen, wobei insbesondere die stark gestiegenen Energiepreise, als Folge des Russland-Ukraine-Krieges, steigende Preise für Nahrungsmittel, Material- und Lieferengpässe, der Fachkräftemangel und die andauernde Corona-Pandemie (insbesondere auch China) die Wirtschaftsentwicklung noch bremsten. Engpässe, insbesondere bei Energie, Vorprodukten und Arbeitskräften führten zu einer Belastung der Produktion und zum Anstieg der Inflation (Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um +7,9% im Vergleich zum Vorjahr), und lösten korrespondierende staatliche und geldpolitische Maßnahmen aus (z.B. Strom- und Gaspreisbremse und Anhebung des Leitzinses). Ursachen für das sich dennoch ergebende Wachstum des BIP im Geschäftsjahr 2022 sind insbesondere Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie, nachlassende Lieferengpässe und der private Konsum. Das BIP übersteigt erstmalig das Vorkrisenniveau 2019 wieder um +0,7%. Der ifo-Geschäftsklimaindex im verarbeitenden Gewerbe ist nach deutlichem Einbruch im März 2022 in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs mit Tiefpunkt im Oktober 2022 zum Jahresende wieder leicht gestiegen. Der Außenhandel nahm nach Erholung im vergangenen Jahr trotz der Preisanstiege in 2022 wieder zu. Zu den branchenspezifischen Rahmenbedingungen ist Folgendes festzustellen: Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie hat in 2022 ein deutliches nominales Umsatzwachstum zu verzeichnen. Der Branchenumsatz stieg gegenüber 2021 von EUR 15,6 Mrd. um +36,3% auf EUR 21,2 Mrd. Die deutliche Umsatzsteigerung ist insbesondere auf das relevant gestiegene Verkaufspreisniveau zurückzuführen, das insoweit die (teilweise) Weitergabe der gestiegenen Produktionskosten an die Kunden, insbesondere die gestiegenen Energiekosten, reflektiert. Gegenläufig zu den positiven Preiseffekten kam es jedoch zu einer deutlichen Minderung der Produktionsmengen. Wie der Verband VDP in seiner statistischen Kurzinformation mitteilte, sank die Produktionsleistung über alle Sorten um -6,5% (Papier, Karton und Pappe um -6,1%, grafische Papiere um -9,4%). Ab dem dritten Quartal 2022 sank die Nachfrage über alle Sorten deutlich und führte zu Maschinenstillständen in der gesamten Branche. Bezogen auf die einzelnen Papiersorten zeigte sich in 2022 folgendes branchenspezifische Bild: Der Absatz an grafischen Papieren ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und liegt bei -9,0% im Betrachtungszeitraum (Jahresdurchschnitt VJ: +6,9%), wobei die Geschäftstätigkeit des Jahres 2022 ganz besonders durch die Entwicklung des Inlandsabsatzes beeinflusst wurde. Der Inlandsabsatz sank im Geschäftsjahr 2022 um -12,4% gegenüber dem Vorjahr. Der Auslandsabsatz ist im Vergleich nur um -5,0% zum Vorjahr gefallen. Papier und Karton für Verpackungen ist mit einem Produktionsanteil von 58,9% die größte Sortengruppe. Der Gesamtabsatz 2022 lag bei -6,6% i.Vgl. zum Vorjahr. Der Inlandsabsatz ist dabei um -7,8% und der Auslandsabsatz um -5,4% gefallen. 2. Geschäftsverlauf und Lage der LEIPA und der LEIPA Gruppe Als Holdinggesellschaft bestehen die wesentlichen Erträge der LEIPA aus der Bereitstellung von Managementdienstleistungen für die Konzerngesellschaften, Zinserträgen aus dem gruppenweiten Cash Pooling (Beendigung Ende Juni 2022) sowie den Erträgen aus Gewinnen der Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich bei den konsolidierten Umsatzerlösen der LEIPA folgende Ergebnisse:
Geschäftsbereich Papier, Karton und Verpackungen Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022, war geprägt von einer starken Nachfrage und einer hohen Auslastung der Maschinen. Beginnend ab dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022 schwächte sich die Nachfrage deutlich ab mit der Folge von nachfragebedingten Maschinenstillständen im zweiten Halbjahr. Beginnend im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 ist es zu relevanten Kostensteigerungen und einer hohen Volatilität der Faktorkosten gekommen. Insbesondere die geopolitische Lage (Russland-Ukraine-Krieg) hatte wesentliche Auswirkungen auf die Kostensituation der Branche und auch von LEIPA und führte zu einer Erhöhung der Kosten u.a. in den Bereichen Energie, Transport und sonstige Hilfsstoffe. Die negativen Auswirkungen konnte LEIPA z.T. durch das vorhandene Kraftwerkskonzept und die Strompreissicherung begrenzen. Neben den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges führte der Streik der Papierindustrie in Finnland und die hohe Nachfrage nach Verpackungen zu einer Verknappung des Angebots bis hin zu einer teilweise fehlenden Verfügbarkeit von Altpapier, mit der Folge von deutlich gestiegenen Altpapierpreisen mit einem historischen Höchststand im August 2022. Die Kostensteigerungen des Vorjahres 2021 und die Kostensteigerungen in 2022 konnten in Teilen an die Kunden weitergegeben werden und führten zu deutlichen Bruttoverkaufspreissteigerungen. Im Zuge der sinkenden Nachfrage und Auslastung sanken auch die Verkaufspreise im vierten Quartal. Geschäftsbereich Grafisches Papier Die grafischen Papiermaschinen erzielten zusammen eine Produktionsmenge von 349.539 Tonnen und eine Absatzmenge von 347.711 Tonnen. Wie bereits im Vorjahr wurden geringe Mengen an Verpackungspapieren auf der grafischen Papiermaschine PM1 produziert, welche in den Produktions- und Absatzmengen inkludiert sind. LEIPA profitierte im ersten Quartal des Berichtsjahres 2022 von einer vergleichsweisen hohen Nachfrage nach grafischem Papier. Dies war unter anderem durch den Streik bei UPM in Finnland und somit geringerem Angebot in Europa bedingt. Der Streik endete im April, sodass ab diesem Zeitpunkt das Angebot an grafischem Papier in Europa wieder stieg. Beginnend ab dem zweiten Quartal ist es aufgrund von Altpapiermangel und rückläufiger Nachfrage an beiden grafischen Papiermaschinen zu Stillständen gekommen. Die Auslastungsrate lag bei 84%. Im Wesentlichen führten die geopolitische Lage und die damit einhergehenden Entwicklungen auf den Faktormärkten sowie kostenbedingte Preissteigerungen zu Verunsicherungen der Verbraucher und zurückhaltender Nachfrage. Die Bruttoverkaufspreise lagen insgesamt im grafischen Bereich auf einem hohen Niveau. Die Absatzmenge lag um 20,3% unter Plan, das Preisniveau jedoch deutlich über den Erwartungen. Der geschätzte Marktanteil im Geschäftsbereich grafische Papiere betrug in 2022 rd. 19,5% in Deutschland und 12,4% in Europa. Geschäftsbereich Verpackungspapiere Die beiden Wellpappenrohpapiermaschinen erzielten zusammen eine Produktionsmenge von 574.429 Tonnen und eine Absatzmenge von 578.129 Tonnen. Im ersten Quartal konnte eine hohe Maschinenauslastung der beiden Papiermaschinen im Bereich Verpackungspapiere in Schwedt, welche auf die weiterhin hohe Nachfrage nach Verpackungen zurückzuführen war, bei gleichzeitiger kostenbedingter Erhöhung der Verkaufspreise erreicht werden. Bedingt durch den Altpapiermangel und die rückläufige Nachfrage im weiteren Jahresverlauf ist es analog zum Geschäftsbereich der grafischen Papiere auch im Geschäftsbereich Verpackungspapiere zu Stillständen der Papiermaschinen gekommen. Trotz rückläufiger Nachfrage blieben die Bruttoverkaufspreise kostenbedingt auf einem hohen Niveau. Die Absatzmenge lag um 16,6% unter Plan, das Preisniveau jedoch deutlich über den Erwartungen. Der geschätzte Marktanteil im Geschäftsbereich Verpackungspapiere in Europa (relevanter Markt der weißen Testliner) betrug in 2022 ca. 22%. Geschäftsbereich Spezialpapier Die Papiermaschine wurde im zweiten Quartal 2022 stillgelegt. Der noch vorhandene Vorratsbestand wurde weitestgehend abverkauft. Geschäftsbereich Karton Der Geschäftsbereich Karton konnte im Geschäftsjahr 2022 das Bruttoumsatzniveau des Vorjahres deutlich um +48,8% von EUR 48,9 Mio. auf EUR 72,6 Mio. steigern. Dieser Anstieg ist bei leicht rückläufigen Mengen preisgetrieben. Trotz Beruhigung der Nachfrage war die Kartonmaschine bis Dezember 2022 gut ausgelastet. Die für 2022 geplante Absatzmenge in Höhe von 99.500 Tonnen bei einer möglichen Maschinenkapazität von 100.000 Tonnen wurde nicht vollständig erreicht. Die durchschnittlichen Bruttoverkaufspreise liegen gemäß den Erwartungen über denen des Vorjahres. Geschäftsbereich Flexpack Der Geschäftsbereich Flexpack konnte im Geschäftsjahr 2022 ein um + 25,3% höheres Bruttoumsatzniveau im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaften. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen preisinduziert. Die Absatzmenge stieg in 2022 gegenüber 2021 um +0,7% (von 217,7 Mio. m 2 auf 219,1 Mio. m 2) und unter Berücksichtigung deutlich höherer Verkaufspreise im Durchschnitt auch der Bruttoumsatz von EUR 65,3 Mio. auf EUR 81,8 Mio. Somit konnten die Erwartungen des Vorjahres im Hinblick auf den geplanten Absatz in Höhe von 215,2 Mio. m 2 und das durchschnittliche Preisniveau erfüllt werden. Der Auftragsbestand des Bereiches Flexpack liegt über das gesamte Berichtsjahr auf einem hohen Niveau und erreichte den höchsten Stand seit Bestehen der Flexpack. Die beiden Extruder waren voll ausgelastet. Auch im Berichtsjahr 2022 musste einkaufsseitig immer wieder sichergestellt werden, dass benötigte Vormaterialien, insbesondere Polymere und Aluminiumfolie, rechtzeitig für die Fertigung zur Verfügung stehen. Geschäftsbereich Logistik Die LEIPA Logistik erbringt im Wesentlichen die Logistik-Dienstleistungen innerhalb der LEIPA Gruppe, sodass eine hohe Abhängigkeit von den Entwicklungen der anderen Gruppengesellschaften besteht. Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2022 das Umsatzniveau des Vorjahres halten, erwirtschaftete jedoch im Vergleich zum Vorjahr ein schlechteres Jahresergebnis. Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 wurde wesentlich belastet durch Erhöhung der Transportkosten, die sich als Reaktion aus der Erhöhung bei den Faktorpreisen Arbeit (Mindestlohn) und Energie (Diesel, Strom) ergaben. Weiterhin bedingten die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs eine Verschärfung des LKW-Fahrermangels. Auch im Bereich Lagerhaltung zeigten sich Preiserhöhungen. In beiden Bereichen wurden jedoch die Preissteigerungen direkt oder mit zeitlichem Verzug an die Auftraggeber (i.W. die LEIPA Georg Leinfelder) weitergegeben. Ab dem dritten Quartal bzw. insbesondere im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 sorgte die zurückgehende Auslastung sowie die verringerte Lagerumschlaghäufigkeit zu einer Unterdeckung der Kostenstruktur. Es wurde versucht, dieser Entwicklung durch Kurzarbeit, Stundenabbau und Urlaubsnahme entgegenzuwirken, wobei diese Maßnahmen im Bereich Lagerhaltung nur in Teilen aufgrund der Notwendigkeit der jederzeitigen Versandfähigkeit umgesetzt werden konnten. Auch eine Hinzunahme von Drittaufträgen war aufgrund der Belegung und der Kurzfristigkeit nicht möglich. Geschäftsbereich Entsorgung Die MAD mit Ihren Geschäftsbereichen Entsorgung und Wertstoffhandel entwickelte sich im Berichtsjahr 2022 weiter positiv und konnte im Verlauf des Jahres 2022 sowohl den Umsatz als auch das Jahresergebnis weiter steigern. Die MAD Recycling hat ein weitgehend konstantes Geschäft, wobei das MAD Ergebnis, wesentlich von der Entwicklung der LEIPA Georg Leinfelder abhängt. Der Umsatzanteil mit der LEIPA Georg Leinfelder lag im Geschäftsjahr mit EUR 40,1 Mio. bei knapp 62,5%. Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2022 ist im Wesentlichen auf die deutlich gestiegenen Altpapier-(verkaufs-)preise zurückzuführen. Ein zusätzlicher Anstieg der Umsatzerlöse ist bedingt durch die im Geschäftsjahr 2021 am Standort Krostitz in Betrieb genommene Presse zur Verdichtung von künstlichen Mineralfasern. Die Auslandstöchter der MAD in Tschechien, Polen und Litauen haben in Summe ein positives Jahresergebnis erwirtschaftet und konnten somit positiv zum Jahresergebnis der MAD beitragen. Energie - Kraftwerke Die KSC, ein Gemeinschaftsunternehmen von LEIPA Georg Leinfelder und der EEW, ist Betriebsführerin des EBS-Kraftwerks am Standort Schwedt, das einen Großteil des Wärmebedarfes für die Papierproduktion liefert. Als Brennstoffe werden dort vornehmlich sortierte Ersatzbrennstoffe ("EBS") eingesetzt. Am 1. Dezember 2022 hat das dreizehnte offizielle Betriebsjahr begonnen. Der Anlagenbetrieb im abgelaufenen Geschäftsjahr der KSC lief, bis auf eine verlängerte Turbinenrevision, zufriedenstellend. Der Betrieb eines weiteren eigenen Kraftwerks auf Basis eigener zu entsorgender Reststoffe und Ersatzbrennstoffe lief ebenfalls zufriedenstellend. Sonstige Entwicklungen Das im vergangenen Berichtsjahr 2021 von der Geschäftsführung aufgesetzte, umfassende Maßnahmenprogramm wird weiterhin stringent verfolgt, um die weitere Verbesserung der Ergebnissituation des LEIPA Konzerns zu unterstützen. Das Maßnahmenprogramm umfasst dabei sowohl vertriebliche, produktions- und kostenseitige Optimierungen als auch finanzwirtschaftliche und investive Maßnahmen. 3. Vermögens- Finanz- und Ertragslage a. Vermögenslage LEIPA Group Insgesamt veränderte sich die Bilanzsumme der LEIPA Group um EUR 52,2 Mio. von EUR 231,2 Mio. auf EUR 283,4 Mio. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf folgende Bilanzpositionen zurückzuführen: Die Finanzanlagen erhöhten sich auf EUR 228,5 Mio. ((Vorjahr (EUR 157,0)). Diese Erhöhung resultiert aus der Umgliederung der Forderungen aus Ergebnisabführung ggü. der MAD (EUR 1,9 Mio.) und der LEIPA Logistik (EUR 2,6 Mio.) aus dem Geschäftsjahr 2021 sowie der LEIPA Georg Leinfelder aus dem Geschäftsjahr 2022 (EUR 99,3 Mio.) in die Ausleihungen sowie der Gewährung von Darlehen an die MAD (EUR 4,0 Mio.) im Rahmen der Neuordnung der Finanzierungsstruktur des LEIPA Unternehmensgruppe. Gegenläufig erfolgte eine Abwertung der Beteiligungen an der LEIPA Georg Leinfelder (EUR 38,7 Mio.) und der LEIPA Logistik (EUR 2,6 Mio.). Darüber hinaus erfolgte im Berichtsjahr eine Eigenkapitaleinlage in die LEIPA Georg Leinfelder GmbH in Höhe von EUR 5,0 Mio. Die immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen die SAP-Software (EUR 2,4 Mio.), die den übrigen Konzerngesellschaften durch die LEIPA Group bereitgestellt wird. Der Rückgang der Forderungen ggü. verbundenen Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Cash-Pool Forderungen in Höhe von EUR 51,7 Mio. in Folge der Auflösung des Cash-Pools Ende Juni 2022. Weiterhin erfolgt die Umgliederung der Ergebnisabführungen 2021 in die Finanzanlagen (siehe oben) und die Einbuchung der Ergebnisabführung 2022 der MAD i.H.v. EUR 2,0 Mio. Die Erhöhung der sonstigen Vermögensgegenstände resultiert aus dem Anstieg der Steuerforderungen um EUR 5,3 Mio. Die Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von EUR 33,5 Mio. stiegen aufgrund des erfolgten Ausgleichs der Cash-Pool Salden an. Das Eigenkapital der LEIPA Group erhöhte sich im Berichtsjahr durch den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 40,2 Mio., welcher sich im Wesentlichen aus den Gewinnabführungen der LEIPA Georg Leinfelder in Höhe von EUR 99,3 Mio. und der MAD in Höhe von EUR 2,0 Mio. ergibt, gegenläufig wirkte der Aufwand der LEIPA Group aus der Beteiligungsbewertung und der Verlustübernahme der LEIPA Logistik. Im Juni 2022 wurde ein Gesellschafterbeitrag in Form einer Eigenkapitaleinlage in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 3,9 Mio. eingezahlt. Die Eigenkapitalquote beträgt 75,3%. Die Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus den Rückstellungen für Steuern, Pensionsverpflichtungen, Prämien von Angestellten und Tantiemen zusammen. Die Steuerrückstellungen haben sich im Berichtsjahr u.a. vor dem Hintergrund der Ergebnissituation um EUR 7,0 Mio. erhöht. Es bestehen im Berichtsjahr keine Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die bestehenden bilateralen Kreditlinien wurden im Berichtsjahr 2022 auf die Einzelgesellschaften aufgeteilt. Die LEIPA nimmt zum Stichtag keine Kreditlinien in Anspruch, sodass die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um EUR 14,9 Mio. sinken. Die Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten ggü. der LEIPA Georg Leinfelder aus dem Ergebnisabführungsvertrag 2021 i.H.v. EUR 39,2 Mio. inklusive Zinsen, welche in ein Darlehen umgewandelt wurden (Vorjahr: EUR 37,0 Mio.). Der zusätzliche Anstieg um EUR 4,6 Mio. ist im Wesentlichen bedingt durch erhöhte Verbindlichkeiten aus Vorsteuerausgleich ggü. der LEIPA Georg Leinfelder sowie aus der Verlustübernahme ggü. der LEIPA Logistik. Die sonstigen Verbindlichkeiten steigen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 5,3 Mio. auf EUR 5,4 Mio. bedingt durch höhere Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt an. Im Berichtsjahr 2022 werden erstmalig passive latente Steuern in Höhe von EUR 3,6 Mio. ausgewiesen, welche im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Abschreibungsdauer der PM5 nach Handels- und Steuerrecht resultieren. LEIPA Konzern Insgesamt veränderte sich die Bilanzsumme des Konzerns um EUR 138,0 Mio. von EUR 430,7 Mio. auf EUR 568,7 Mio. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf folgende Bilanzpositionen zurückzuführen: Der Rückgang des Sachanlagevermögens, im Wesentlichen der technischen Anlagen und Maschinen, um EUR 12,0 Mio., ist bedingt durch die laufende Abschreibung der PM5, welche durch den Anstieg der geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von EUR 6,3 Mio. teilweise kompensiert wird. Im Umlaufvermögen ergaben sich folgende Effekte: Der Anstieg der Vorräte um EUR 17,2 Mio. auf EUR 121,7 Mio., insbesondere der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe um EUR 17,1 Mio. ist im Wesentlichen auf den Anstieg des Preisniveaus der Rohstoffe und einen hohen Altpapierbestand aufgrund temporär reduziertem Altpapierverbrauch verbunden mit Abnahme- und Entsorgungsverpflichtungen zum Jahresende zurückzuführen. Der preisbedingte Anstieg der Bestandswerte der fertigen Erzeugnisse im Geschäftsjahr wird durch den Rückgang der Bestandsmengen kompensiert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen steigen stichtagsbedingt um EUR 4,7 Mio. auf EUR 11,6 Mio. an. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände um EUR 41,6 Mio. resultiert i.W. aus dem Anstieg der geleisteten Strom-/Energie-Vorauszahlungen um EUR 27,8 Mio., dem Anstieg der debitorischen Kreditoren i.H.v. EUR 7,0 Mio. und dem Anstieg der Steuerforderungen um EUR 4,5 Mio. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten erhöht sich um EUR 6,0 Mio. auf EUR 10,7 Mio. im Wesentlichen bedingt durch die vor dem Jahreswechsel erfolgte Bezahlung der Versicherungsprämien 2023 i.H.v. EUR 4,7 Mio. Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital durch den Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres i.H.v. EUR 80,8 Mio. sowie durch Gesellschaftereinlagen in Höhe von EUR 3,9 Mio. Die Eigenkapitalquote beträgt 44,3%. Die Steuerrückstellungen haben sich im Berichtsjahr u.a. vor dem Hintergrund der Ergebnissituation um EUR 7,0 Mio. erhöht. Die sonstigen Rückstellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr wesentlich um EUR 21,5 Mio. an, insbesondere bedingt durch den Anstieg der sonstigen Rückstellungen für mögliche Risiken aus der Rückgewähr erhaltener Zahlungen für Beihilfen für indirekte CO 2-Kosten. Weiterhin erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um EUR 43,6 Mio., welche im Wesentlichen das im Berichtsjahr 2022 neu aufgenommene WSF Nachrangdarlehen (EUR 40,0 Mio.), die PM5-Finanzierung (EUR 100,8 Mio.), und den KfW-Corona-Kredit 037 (EUR 60,0 Mio.) umfassen. Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 28,7 Mio. auf EUR 42,0 Mio. ist z.T. stichtagsbedingt. Im Berichtsjahr 2022 werden passive latente Steuern in Höhe von EUR 3,6 Mio. ausgewiesen, welche im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Abschreibungsdauer der PM5 nach Handels- und Steuerrecht resultieren. b. Finanzlage Die LEIPA Group und die LEIPA Unternehmensgruppe waren im Berichtsjahr 2022 jederzeit in der Lage, allen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt und vollumfänglich nachzukommen. Die Betriebsmittellinie, welche im Vorjahr von der LEIPA Group im Rahmen eines Cash-Poolings der LEIPA Georg Leinfelder, der MAD und der LEIPA Logistik zur Verfügung stand, wurde im Geschäftsjahr 2022 auf die Einzelgesellschaften aufgeteilt und das Cash-Pooling beendet. Die Finanzierung des Forderungsbestandes erfolgt weiterhin wesentlich über ein ABCP-Programm. Der in 2020 beantragte KfW-Unternehmerkredit aus dem Sonderprogramm 2020 wurde in 2022 ausgeschöpft. Weiterhin besteht i.W. die Fremdfinanzierung aus dem PM5-Umbau nach Tilgungen im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von EUR 18,5 Mio. (Vj. EUR 15,8 Mio.) mit einer Restvaluta in Höhe von EUR 100,8 Mio. am Ende des Jahres. Im Geschäftsjahr 2021 wurden wesentliche Maßnahmen in Bezug auf die Finanzierung begonnen, um angesichts der volatilen Faktormärkte den Liquiditätsspielraum für die Gruppe weiter auszuweiten. Diese Maßnahmen wurden im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen und bestehen im Kern aus nachfolgend dargestellten Elementen: Auf Basis eines im Geschäftsjahr 2021 gestellten Antrages erhielt die Gesellschaft in 2022 die Zusage des WSF (Wirtschaftsstabilisierungsfonds) für ein Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 40,0 Mio., das die Gesellschaft in 2022 in Anspruch genommen hat. In diesem Zusammenhang wurde in Zusammenarbeit mit den bestehenden Finanzierern im zweiten Quartal 2022 ein neues Finanzierungskonzept erarbeitet, das für LEIPA weitere Liquiditätsspielräume schafft. Gleichfalls wurde im zweiten Quartal 2022 die Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft weiter erhöht. Ein relevanter Teil des operativen Cashflows wird aufgrund des anlagenintensiven Geschäftsmodells der LEIPA Gruppe reinvestiert. In den Geschäftsjahren 2019 bis 2022 reichte der operative Cashflow aus, um die Investitionen zu finanzieren. c. Ertragslage LEIPA Group GmbH Die LEIPA Group GmbH erwirtschaftete einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 40,1 Mio. Hierin sind aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen Ergebnisse von Tochtergesellschaften über EUR 100,4 Mio. (VJ. EUR -32,5 Mio.) enthalten; Die Umsatzerlöse enthalten ausschließlich Erlöse aus der Erbringung von Management-Dienstleistungen (bspw. zentrale Führungs- und Steuerungsfunktionen) für die übrigen Gruppengesellschaften. Der Personalaufwand entwickelt sich weitgehend konstant und enthält im Wesentlichen Gehälter, freiwillige Zuwendungen (z.B. Weihnachtsgeld etc.) und soziale Abgaben. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Software, Beratungsleistungen sowie Mieten und Pachten. Die Abschreibungen umfassen im Wesentlichen die planmäßigen Abschreibungen auf SAP-Software (EUR 1,6 Mio.) und entwickeln sich im Zeitablauf nahezu konstant. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen der LEIPA Georg Leinfelder i.H.v. EUR 38,7 Mio. und LEIPA Logistik i.H.v. EUR 2,6 Mio. vorgenommen. Die Zinserträge der LEIPA i.H.v. EUR 1,4 Mio. resultieren überwiegend aus der Verzinsung von Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese sind um EUR 2,0 Mio. aufgrund der Auflösung des Cash-Pools Ende Juni 2022 gesunken. Die Zinsaufwendungen liegen um EUR 0,6 Mio. mit EUR 2,8 Mio. über dem Vorjahr EUR 2,2 Mio. und beinhalten Zinsaufwand im Zusammenhang mit der Novation 2021. Im Vorjahr resultierten die Zinsaufwendungen im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme der Kontokorrentkredite. Innerhalb der Erträge aus Beteiligungen werden Beteiligungserträge aus der Inpol Papier Sp. Z.o.o sowie mit den Vertriebsgesellschaften ausgewiesen. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag steigen bedingt durch das erwirtschaftete Ergebnis und den erstmaligen Ausweis passiver latenter Steuern. LEIPA Konzern Das Ergebnis des Konzerns des Geschäftsjahres 2022 beträgt nach Steuern EUR 80,8 Mio. (VJ: EUR -29,7 Mio.). Das EBIT beträgt EUR 106,3 Mio. (VJ: EUR -23,9 Mio.), das erwirtschaftete Konzern-EBITDA beläuft sich auf EUR 138,6 Mio. (VJ: EUR 14,5 Mio.). Die Konzernumsätze der LEIPA Gruppe sind im Geschäftsjahr von EUR 719,2 Mio. im Vorjahr auf EUR 948,2 Mio. in 2022 gestiegen. Der Anstieg der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 ist im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Verkaufspreise zurückzuführen. Der preisbedingte Anstieg der Bestandswerte der fertigen Erzeugnisse im Geschäftsjahr 2022 wird durch den Rückgang der Bestandsmengen vollständig kompensiert. Die Materialaufwandsquote ging saldiert zurück, deutlichen Preissteigerungen im Bereich Altpapier standen positive Effekte aus Strompreissicherung und EBS-Kraftwerkskonzept gegenüber. Insgesamt erhöhte sich das Rohergebnis. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um EUR 19,2 Mio. ist wesentlich bedingt durch i.Vgl. zum Vorjahr entfallende Sondersachverhalte, insb. Erträge aus CO 2-Zertifikatsverkäufen. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 16,8 Mio. im Geschäftsjahr 2022 ist im Wesentlichen bedingt durch höhere Vertriebsaufwendungen, Beratungsaufwendungen und Aufwendungen in Zusammenhang mit der FSK-Anlage. Die Abschreibungen enthalten im Wesentlichen die Abschreibung auf die im Geschäftsjahr 2016 getätigte Sprunginvestition (PM5). 4. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren für LEIPA stellen die EBITDA-Marge, der ROI und die Eigenkapitalquote dar. Die EBITDA-Marge ist die zentrale Steuerungsgröße in der LEIPA-Firmengruppe und der ROI wesentliche Entscheidungskennziffer für Investitionen und Akquisitionen. Die Eigenkapitalquote dokumentiert den Grad der finanziellen Unabhängigkeit. Bedeutende nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind die Marktpositionen der LEIPA in den Hauptsegmenten Magazin- und Wellpappenrohpapiere. Ziel ist es Marktführer bei grafischen Papieren auf Altpapier-Basis zu sein. Im Linersegment zielt LEIPA darauf, die mitmarktführende Position bei weißem Liner in dem für LEIPA relevanten Markt (Europa) zu behaupten. Im Geschäftsbereich Logistik sollen neben dem Hauptkunden zunehmend auch für Dritte trimodale Logistikdienstleistungen angeboten werden. Der Geschäftsbereich Entsorgung arbeitet kontinuierlich an der Erschließung von Entsorgungsdienstleitungen für neue Wertstoffe. 5. Umweltbereich Die Unternehmensgruppe verfügt über diverse Zertifikate und Produktauszeichnungen. Sämtliche deutsche Produktionsstandorte verfügen über eine Zertifizierung nach ISO 9001:2015 und 14001:2015, ISO 50001:2018 (Energiemanagement) sowie ISO 45001:2018 (Arbeitsschutzmanagement). Der Standort Schwedt verfügt darüber hinaus über eine Zertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem EMAS. Die Papierproduktionsstätten verfügen über eine FSC- und eine PEFC-Zertifizierung (Faserstoffeinsatz). Das gesamte Produktionsvolumen sämtlicher Papierprodukte kann somit nach FSC- oder PEFC-Zertifikat gekennzeichnet werden. Die grafischen Papiere sowie Kartonsorten von LEIPA tragen das Umweltsiegel des Blauen Engels, die grafischen Papiere zusätzlich das EU Ecolabel. Damit verfügen die LEIPA Papiere über anerkannte, qualifizierte Umweltzertifizierungen internationalen Formats. Um die LEIPA Verpackungspapiere auch für anspruchsvolle Einsatzgebiete zu qualifizieren, sind die Produktionsbereiche der PM3 und der PM5 in Schwedt nach den Anforderungen des Hygienemanagementsystems ISO 22000:2018 zertifiziert. Die Herstellung sämtlicher Lebensmittelkontaktmaterialien erfolgt GMP konform. Der Geschäftsbereich Flexpack trägt unverändert das Hygienezertifikat im BRCGS-Verpackungsstandard. Die MAD und die LEIPA Logistik sind zudem als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes wurde in 2022 erstmalig ein Corporate Carbon Footprint für die LEIPA Group ermittelt. Zudem wurde für die LEIPA Group und deren Tochterfirmen eine Stakeholderanalyse durchgeführt und Nachhaltigkeitsziele als Grundlage für den Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements formuliert. 6. Gesamtaussage Insgesamt ist das Geschäftsjahr 2022 für LEIPA positiv verlaufen. Obwohl die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen über das gesamte Jahr hinweg zu deutlichen Erhöhungen der Faktorpreise i.W. von Altpapier und Energie führten und die Nachfrage aufgrund der unsicheren Lage insbesondere ab dem dritten Quartal 2022 deutlich sank, konnten die Faktorpreissteigerungen teilweise in den Verkaufspreisen weitergegeben werden, und das nachhaltige energetische Gesamtkonzept ermöglichte es LEIPA, trotz der Verwerfungen an den Energiemärkten ein deutlich über Vorjahr liegendes Ergebnis zu erzielen. III. Angaben zur Unternehmensführung Gem. § 52 Abs. 2 GmbHG hat die Gesellschafterversammlung für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und unter den Geschäftsführern Zielgrößen festgelegt. Als Zielgröße bis zum 30.06.2022 wurde jeweils eine Quote von 0% festgelegt. Die aktuelle Quote liegt bei 0%. Nach ausführlicher Erörterung hat die Gesellschafterversammlung beschlossen, die bisher geltende Zielquote bis zum 30.06.2027 auf dem aktuellen Prozentsatz von null Prozent zu belassen. Die Gesellschafterversammlung hat großes Vertrauen in den derzeit bestehenden Aufsichtsrat und in die bestehende Geschäftsführung und sieht zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund für einen personellen Wechsel. Die Vorgabe einer Frauenquote innerhalb des maximal auf fünf Jahre befristeten Zeitraums würde indes einen solchen personellen Wechsel signalisieren und könnte daher das Vertrauen und die Motivation der amtierenden Mitglieder beeinträchtigen. Eine Vergrößerung der Gremien ohne operativen Hintergrund wäre indes mit zusätzlichen Kosten verbunden und stünde zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Unternehmensinteresse. Sollte jedoch eines der Mitglieder des Aufsichtsrates oder der Geschäftsführung die Tätigkeit vorzeitig beenden oder sich sonstige personelle Veränderungen ergeben, wird die Gesellschafterversammlung bei gleicher Qualifikation bei der Neubesetzung eine Kandidatin bevorzugen. Gem. § 36 GmbHG hat die Geschäftsführung für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung Zielgrößen festgelegt. Als Zielgröße bis zum 30.06.2022 wurde jeweils eine Quote von 0% festgelegt. Die aktuelle Quote liegt bei 22%. Nach ausführlicher Erörterung hat die Geschäftsführung beschlossen, die Zielquote bis zum 30.06.2027 auf dem aktuellen Prozentsatz von 22% Prozent festzulegen. IV. Prognosebericht Die anhaltende Bekämpfung der hohen Inflation durch die Anhebung von Leitzinsen und der Russland-Ukraine-Krieg werden nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch im Berichtsjahr 2023 weitere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Der IWF geht von einem deutlichen Rückgang der Wachstumsrate der Weltwirtschaft in Höhe von +2,9% für das Berichtsjahr im Gegensatz zum Vorjahr +3,4% aus. Die im Winter 2022 angekündigte Konjunkturprognose des ifo-Institutes geht von einem Rückgang des deutschen BIP um -0,1% aus. Diese Prognose ist auf folgende Treiber zurückzuführen: Aufgrund staatlicher Strom- und Gaspreisbremsen wird davon ausgegangen, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten sinkt, dennoch der Inflationsdruck hoch bleibt und im Winterhalbjahr 2022-2023 dazu führt, dass das verfügbare Realeinkommen sinkt und dies die Konsumkonjunktur schwächt. Erst ab dem Frühjahr / Sommer 2023 wird es danach zu einer Erholung der Wirtschaft kommen. Hohe Tarifabschlüsse werden die Kaufkraft und das Realeinkommen als auch die Lohnkosten ansteigen lassen. Die Baukonjunktur wird aufgrund steigender Zinsen abkühlen und das verarbeitende Gewerbe dürfte die Produktion aufgrund hoher Auftragsbestände ausweiten und nach Auslauf wieder expandieren. Es wird keine Gasmangellage erwartet. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im verarbeitenden Gewerbe gen Jahresende 2022 deutlich aufgrund zufrieden laufender Geschäfte und abnehmender Unsicherheiten an, hingegen war der Auftragsbestand rückläufig. In den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2023 stieg der Index nochmals aufgrund verbesserter Erwartungen an, jedoch wurden die laufenden Geschäfte schlechter beurteilt und rückläufiger Auftragsbestand bzw. weniger Neuaufträge verzeichnet. Im Jahr 2023 geht LEIPA von einer im ersten Halbjahr schwächeren Nachfragesituation aus; bei fallenden Faktorkosten wird ein ebenfalls rückläufiges Verkaufspreisniveau erwartet. Auf das Gesamtjahr bezogen wird für den LEIPA-Konzern nach dem überaus guten Geschäftsjahr 2022 eine Ergebnisstabilisierung auf niedrigerem Niveau erwartet. Die LEIPA Group rechnet für das Geschäftsjahr 2023 auf Einzelabschlussebene mit leicht steigenden Umsätzen und einem deutlich geringeren Ergebnis als im Geschäftsjahr 2022. Der Rückgang des Ergebnisses wir auf die sinkenden Ergebnisabführungen der Tochterunternehmen zurückzuführen sein. Auf Konzernebene geht die Geschäftsführung von leicht steigenden Umsatzerlösen und einem deutlich geringeren Ergebnis im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 aus. Grund für den Ergebnisrückgang sind die in der Unternehmensplanung noch auf weiter hohem Niveau erwarteten Faktorkosten. Zur Prognose für die einzelnen Geschäftsbereiche: 1) Grafisches Papier Die Analysen des Markt- und Wettbewerbsumfelds zeigen eine strukturell rückläufige Nachfrage nach grafischem Papier in Europa insb. durch Megatrends. LEIPA reagierte diesbezüglich mit Anpassung der Produktionskapazitäten durch den Umbau/Repurposing einer Papiermaschine zur Produktion auch von Verpackungspapier. Insgesamt wird ein Gesamtabsatz unterhalb des Niveaus von 2022 und ein niedrigeres durchschnittliches Preisniveau im Vergleich zu 2022 erwartet. 2) Verpackungspapier Der Markt für Verpackungspapiere zeigt ein konträres Bild zum Segment des grafischen Papieres. Vor allem durch die steigende eCommerce-Penetration, aber auch durch den Convenience-Trend im stationären Einzelhandel steigt die Nachfrage stetig. Die Analysen des Markt- und Wettbewerbsumfelds zeigen grundsätzlich eine wachsende Nachfrage nach Packaging Paper in Europa. Für das Berichtsjahr 2023 wird nach der ersten konjunkturell bedingten Nachfrageschwäche im 1. Halbjahr 2023, ein Nachfrageanstieg im 2. Halbjahr erwartet. Insgesamt wird ein Gesamtabsatz leicht oberhalb des Absatzniveaus 2022 und ein (bedingt durch die Budgetannahme hoher Faktorpreise) höheres durchschnittliches Preisniveau im Vergleich zu 2022 erwartet. 3) Karton Für 2023 plant LEIPA im Segment Karton ein moderates Mengenwachstum und ein (bedingt durch die Budgetannahme hoher Faktorpreise) höheres durchschnittliches Preisniveau im Vergleich zu 2022. 4) Flexpack LEIPA erwartet im Bereich Flexpack ein im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstantes Absatzmengenvolumen und ein leicht höheres durchschnittliches Preisniveau im Vergleich zu 2022. 5) Entsorgung Das MAD-Ergebnis ist, aufgrund eines Umsatzanteiles von 50-60%, wesentlich von der Entwicklung der LEIPA Georg Leinfelder abhängig. Für die MAD wird für 2023 mit Umsatzerlösen und einem Jahresergebnis leicht unter dem Niveau 2022 gerechnet. 6) Logistik Die LEIPA Logistik ist, aufgrund eines Umsatzanteiles von rd. 90%, wesentlich von der Entwicklung der LEIPA Georg Leinfelder abhängig. Für die LEIPA Logistik wird für 2023 mit Umsatzerlösen und einem Jahresergebnis über dem Niveau 2022 gerechnet. 7) Sonstige Prognosen Bei dem nichtfinanziellen Leistungsindikator strebt LEIPA auch in Zukunft die Marktführerschaft in den Bereichen Magazin- und Wellpappenrohpapieren an. LEIPA geht auch für das Jahr 2023 davon aus, Marktführer bei grafischen Papieren auf Altpapier-Basis zu sein. Im Linersegment strebt LEIPA weiter an, auch in 2023 die mitmarktführende Position bei weißem Liner in dem relevanten Markt (Europa) zu behaupten und weiter auszubauen. Seit Anfang des Jahres 2022 hat der Russland-Ukraine-Krieg wesentliche Auswirkungen auf die gesamte weltwirtschaftliche Entwicklung und führte zu einer hohen Volatilität der für LEIPA relevanten Faktormärkte. Dies wird sich auch in 2023 erwartungsgemäß fortsetzen. Für weitere Ausführungen hierzu wird auch auf den nachfolgenden Risikobericht verwiesen. V. Chancen- und Risikobericht Die Risikopolitik der LEIPA-Gruppe und somit auch der LEIPA bezieht sich auf das unternehmerische Ziel eines nachhaltigen Wachstums. Den dabei sich ergebenden unternehmerischen Chancen stehen auch Risiken gegenüber, welche es frühestmöglich zu erkennen und zu bewerten gilt. LEIPA steuert ihre wesentlichen Risiken im operativen Tagesgeschäft. Die Ergebnissteuerung erfolgt auf Monatsbasis durch regelmäßige Kontrolle von Plan-Ist-Abweichungen, verschiedenen Forecasting-Instrumenten und entsprechenden gegensteuernden Maßnahmen. Die Marktrisiken untergliedern sich in die Risiken der operativen Marktbereiche grafische Papiere und Verpackungspapiere: Im Marktbereich des grafischen Papiers besteht eine kontinuierlich rückläufige Nachfrage, welche durch Branchentrends verstärkt wird. Bei einem Anteil am Konzernbruttoumsatz in Höhe von 36% kann diese Entwicklung das geplante Ergebnis wesentlich beeinflussen. Die Faktoren der rückläufigen Entwicklung sind die ungünstige Nachfrage/Angebot-Entwicklung, Preiswettbewerb/-druck zur Auslastungssicherung und keine bzw. nur eingeschränkte Weitergabe von Kostensteigerungen. Dem gegenüber steht die Kapazitätsanpassung bei Wettbewerbern. Zugleich entwickelt LEIPA innovative Produktlösungen für grafische Papiere, um dem Trend in diesem Segment entgegenzuwirken. Im Marktbereich des Verpackungspapieres sieht LEIPA einen Markt mit absehbarem Kapazitätszuwachs oberhalb des Nachfragewachstums aus neuen, effizienten Papiermaschinen, sowie Wettbewerbern, die einen Wechsel in den Verpackungsmarkt vollziehen. Daraus resultierend ergeben sich mögliche sinkende Auslastungen und Preisdruck. LEIPA bewegt sich jedoch im Wesentlichen in einer Marktnische dieses Gesamtmarktes, das zum Teil anderen Kapazitätsentwicklungen unterliegt. In Bezug auf den Faktoreinsatz ergeben sich Risiken aus der Knappheit des Einsatzmateriales Altpapier, insbesondere Deinking-Ware. Es besteht das Risiko, dass recyceltes Altpapier künftig in Westeuropa weniger verfügbar sein könnte (inklusive Preisdruck), insbesondere das für LEIPA wichtige "weiße" Altpapier (aufgrund Schrumpfung des Marktes an grafischen Papieren). Ebenfalls wird die Entwicklung der Energiepreise kontinuierlich eng überwacht. Risiken ergeben sich trotz des Energiekonzeptes mit eigenen Kraftwerken (EBS/Reststoffe) bei LEIPA durch steigende Energiepreise, insbesondere Gas- und Strompreissteigerungen, welche in Märkten mit geringen Auslastungen nicht oder nur zum Teil weitergegeben werden können. Gerade aufgrund des weiterhin bestehenden Russland-Ukraine-Krieges und den energiepolitischen Anforderungen der Klimawende ergeben sich Energiepreisvolatilitäten und -trends, die LEIPA kontinuierlich bewertet und entsprechende Maßnahmen ergreift. Daneben bestehen Bonitätsrisiken auf Kundenseite. Hierfür verfügt LEIPA über ein entsprechendes Forderungsmanagement, um drohende Ausfälle frühzeitig zu identifizieren und zu minimieren und versichert alle versicherbaren Kundenforderungen. Darüber hinaus verfügt LEIPA über eine detaillierte Finanzplanung, um Liquiditätsrisiken auszuschließen bzw. frühzeitig zu erkennen. Zur Liquiditätssicherung des LEIPA Konzerns wurden in 2022 umfangreiche finanzwirtschaftliche Maßnahmen ergriffen. Entsprechend wird auch für 2023 eine hinreichende Liquiditätsversorgung erwartet. Zur Steuerung der Währungsrisiken setzt LEIPA teilweise Währungssicherungskontrakte ein. Diese Derivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Insoweit wird auf die diesbezüglichen Erläuterungen im Anhang verwiesen. Bezogen auf die nicht abgesicherten Zins- und Währungsrisiken sowie die Rohwaren- und sonstigen Preisrisiken können Veränderungen von Zinssätzen, Wechselkursen und Einkaufspreisen zu höheren oder niedrigeren zukünftigen Aufwendungen führen. Als mittelständisches Unternehmen des sekundären Sektors ist die nachhaltige Sicherung qualifizierten Nachwuchses ein zunehmend relevantes Thema. Hier beschreitet LEIPA vielfältige und zum Teil neue Wege, wobei es sowohl um die Bindung der aktuellen Mitarbeiter als auch um die Gewinnung neuer Mitarbeiter geht. Aufgrund der für fast alle betrieblichen Vorgänge notwendigen Informationstechnologie stellt ein Ausfall dieser ein grundlegendes Risiko dar, welches durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen wie Backupsysteme, Zugangsbeschränkungen u. ä. begegnet wird. Auch vor dem Hintergrund der in 2022 durchgeführten finanzwirtschaftlichen Maßnahmen sind aktuell keine bestands- oder entwicklungsbeeinträchtigenden Risiken zu erkennen. Jedoch ist weiterhin auf die durch die Corona-Krise und durch den derzeitigen Russland-Ukraine-Krieg nicht bzw. nur schwer vorhersehbaren Friktionen und Volatilitäten auf Absatz- und Beschaffungsmärkten insbesondere Energie (Gas, Strom) und Altpapier hinzuweisen. Die gestiegenen Altpapierpreise und Energiekosten konnten jedoch insbesondere im Geschäftsjahr 2022 teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Dennoch können durch die Corona-Krise und den Russland-Ukraine-Konflikt Umstände eintreten, die dazu führen, dass Planungen nicht erfüllt werden können. Im schlechtesten Fall, für dessen Eintreten es derzeit keine substantiellen Hinweise gibt, könnte ein länger anhaltender Produktionsstopp über mehrere Monate, bedingt durch fehlende Rohstoffe (Gas und Altpapier), behördliche Betriebsstilllegungen oder auch wegbrechende Absatzmärkte zu einem bestandsgefährdenden Risiko anwachsen. Die Geschäftsführung geht in diesem Fall jedoch davon aus, dass dies weite Teile der (Papier-)Industrie (zum Teil auch deutlich stärker als LEIPA) beträfe und insoweit weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Gas- und Strompreisbremse vorgesehen werden würden oder auch das Angebot sich weit stärker als die Nachfrage verknappen würde. Chancen, im Wesentlichen Marktchancen, ergeben sich aus dem Bereich Verpackungspapiere, mit strukturell begünstigenden Wachstumstrends, und den Kernprodukten der Papiermaschine 3 und Papiermaschine 5. Auch die Marktpreise in diesem Bereich indizieren mittel-/langfristig Spielraum für (künftige) Preissteigerungen. Weiterhin liegen Chancen in dem weiteren Ramp-up der PM 5. Chancen ergeben sich auch im über den Wachstumsprognosen wachsenden Marktsegment Flexpack aufgrund nachhaltiger Verpackungslösungen. Zur Materialisierung der hierbei gegebenen Chancen wurden investive Maßnahmen ergriffen. Chancen für eine besser als geplante Entwicklung liegen des Weiteren auch in einem aktiveren Kapazitätsmanagement der Hersteller grafischer Papiere, das zur Stabilisierung oder zum Anstieg der Marktpreise führen könnte. Der allgemeine Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft sind nach bestem Wissen so dargestellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung dargestellt sind.
Schwedt/Schrobenhausen, 22. Mai 2023 Geschäftsführung [1] Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der LEIPA Group GmbH werden nach den Vorschriften des § 315 V HGB i.V.m. § 298 II HGB zusammengefasst. KonzernbilanzAktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernkapitalflussrechnung nach DRS 21Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 01. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Konzern-Eigenkapitalspiegel für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022A. Allgemeine Angaben zur Bilanzierung und Bewertung Allgemeine Angaben Der Konzernabschluss der LEIPA Group GmbH zum 31. Dezember 2022 ist nach den Konzernrechnungslegungsvorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren gewählt worden. Die LEIPA Group GmbH hat ihren Sitz in Schwedt/Oder und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Neuruppin unter HRB 9825. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Muttergesellschaft hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses hinsichtlich der Bilanzierung und Bewertung die Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes beachtet. Die gesetzlich geforderte Einheitlichkeit der Bilanzierung und Bewertung ist durch enge Abstimmung der verantwortlichen Personen sichergestellt. Dabei werden einheitlich die Rechnungslegungsvorschriften für große Kapitalgesellschaften beachtet. Sofern dies zweckmäßig erscheint, erfolgte eine Anpassung der Bilanzgliederung nach § 265 Abs. 5 und 6 HGB. Wir weisen darauf hin, dass Ausweisänderungen bei den folgenden Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnungspositionen im Rahmen einer Anpassung auf eine konzerneinheitliche Bilanzierung vorgenommen wurden:
Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger Abschreibungen, entsprechend den amtlichen AfA-Tabellen für die papiererzeugende Industrie angesetzt. Aufgrund regelmäßiger präventiver Instandhaltungsmaßnahmen liegt die tatsächliche Nutzungsdauer der Papiermaschinen deutlich über den im Rechnungswesen berücksichtigten zehn Jahren. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die Kosten der allgemeinen Verwaltung. Bei den bereits vorhandenen Anlagegütern wurde im Bereich der PM5 und den zugehörigen Anlagen die Abschreibung um 5 Jahre verlängert. Durch diesen Schritt ist die Abschreibungsdauer an die wirtschaftliche und technische Nutzungsdauer angepasst. Bei allen Zugängen wird die Abschreibung pro rata temporis angesetzt; abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten zwischen EUR 250 und EUR 1.000 werden in einem Sammelposten zusammengefasst und über 5 Jahre abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes mit den Angaben nach § 313 Abs. 2 HGB ist Bestandteil des Konzernanhangs. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. In die Herstellungskosten für fertige und unfertige Erzeugnisse werden angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten, Kosten der allgemeinen Verwaltung und des Wertverzehrs des Anlagevermögens, sofern er durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Die verlustfreie Bewertung wurde beachtet. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Erkennbaren und latenten Ausfallrisiken wird durch die Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit ihren Nominalbeträgen angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Latente Steuern auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen werden im Falle eines Überhanges an passiven latenten Steuern angesetzt, wenn insgesamt von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist. Im Falle eines Aktivüberhangs werden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 HGB keine latenten Steuern angesetzt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit einem Ertragssteuersatz von ca. 28,3%. Die Rückstellungen sind nach dem Grundsatz vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet und werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen sowie drohende Verluste. Die Pensionsrückstellungen werden aufgrund versicherungsmathematischer Grundsätze nach der projected unit credit method (PUCM) auf Basis eines Zinsfußes von 1,78% gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften ermittelt. Dabei kommen die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck zur Anwendung. Im Berichtsjahr 2010 hat die Muttergesellschaft damit begonnen die Pensionsrückstellung nach BilMoG im Laufe der nächsten 15 Jahre entsprechend zu erhöhen. So erfolgte auch in 2022 mit der Mindestzuführung von 1/15 gem. Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB die notwendige Zuführung. Der Lohn- und Gehaltstrend beträgt 0,00%; die Rentendynamik beträgt 2,00% pro Jahr. Die Bilanzierung der Rückstellung für Altersteilzeit erfolgt auf Basis des IDW Rechnungslegungsstandards IDW RS HFA 3 und umfasst die bereits mit den Arbeitnehmern geschlossenen Altersteilzeitverträge. Für die betreffenden Arbeitnehmer wird der Erfüllungsrückstand, der Aufstockungsbetrag auf das Gehalt und der Aufstockungsbetrag auf die Rentenversicherung passiviert. Das rechtliche Entstehen der Verpflichtung beruht auf der geschlossenen Tarifvereinbarung. Die Rückstellung wird mit einem Zinssatz von 0,32% bis 0,44% abgezinst. Es werden ausschließlich Verträge nach dem Blockmodell geschlossen. Abweichend davon wurden im Rahmen des Erwerbs der Papiermaschine 5 auch Altersteilzeitverpflichtungen übernommen. Die Aufstockungsbeträge dieser bereits bestehenden und erworbenen Verpflichtungen wurden vollständig passiviert. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Grundlagen für die Umrechnung in Euro Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Kurs am Entstehungstag. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit kleiner einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Sofern die Restlaufzeit, gerechnet vom Bilanzstichtag, größer ein Jahr beträgt, erfolgt die Umrechnung nur dann mit dem Devisenkassamittelkurs, sofern aus der Währungsposition Kursverluste drohen. Bewertungseinheiten Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Besteht kein oder ein nicht ausreichender Sicherungszusammenhang, wird für unrealisierte Verluste eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Angaben zum Konsolidierungskreis und -stichtag Bezüglich der Beteiligungsquoten und Beteiligungshöhe an den einzelnen Tochtergesellschaften und Beteiligungen wird auf die Ausführungen zum Anteilsbesitz verwiesen. Die LEIPA Group GmbH hält im Geschäftsjahr Anteile an den folgenden unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften, die teilweise konsolidiert und teilweise nicht konsolidiert werden. Die nachfolgenden Tochterunternehmen werden nach der Methode der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.
Die nachfolgenden Tochterunternehmen sind aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung weder nach der Methode der Vollkonsolidierung noch nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Vielmehr sind diese Gesellschaften mit ihrem Beteiligungsbuchwert auf Basis der Anschaffungskosten bilanziert.
Die nachfolgenden assoziierten Unternehmen sind aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht nach der Equity-Methode einbezogen. Diese Gesellschaften sind mit ihren Beteiligungswerten auf Basis der Anschaffungskosten bilanziert.
Die in den Konzernabschluss nicht einbezogenen Tochterunternehmen und die nicht einbezogenen assoziierten Unternehmen beeinflussen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Der Konzernabschluss wurde entsprechend § 299 Abs. 1 HGB auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens LEIPA Group GmbH aufgestellt. Die Aufstellung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen erfolgte ebenfalls zu diesem Zeitpunkt. Angaben zu den Konsolidierungsmethoden Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode. Die Verrechnung des Beteiligungsbuchwertes mit dem darauf entfallenden Anteil des Eigenkapitals der Tochterunternehmung erfolgte zu den Wertverhältnissen zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile bzw. Gründung des Tochterunternehmens. Die aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden positiven Unterschiedsbeträge wurden als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig linear über eine Laufzeit von 15 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer von 15 Jahren resultiert aus der Geschäftstätigkeit der konsolidierten Unternehmen. Die Tätigkeit der LEIPA Logistik GmbH beruht auf der langfristigen Abwicklung des Bedarfs an Transporten für die LEIPA Gruppe, so dass eine entsprechend langfristige Nutzungsdauer des Goodwills unterstellt wurde. Der Goodwill der MAD Recycling GmbH ist zum Bilanzstichtag bereits vollständig abgeschrieben. Assoziierte Unternehmen werden nach § 312 HGB in den Konzernabschluss einbezogen, sofern die Beteiligung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung von assoziierten Unternehmen wurde auf die Einbeziehung nach der Equity-Methode im Berichtsjahr verzichtet. Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Für in den Konzernabschluss zu übernehmende Vermögensgegenstände, die ganz oder teilweise auf Lieferungen oder Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, wurden die Zwischenergebnisse gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert, wenn und soweit diese wesentlich waren. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Die Zinserträge und ähnlichen Erträge sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden. In gleicher Weise wurde mit konzerninternen Ergebnisausschüttungen, Ergebnisübernahmen und Beteiligungserträgen verfahren. B. Erläuterungen und Angaben zu einzelnen Posten des Konzernabschlusses I. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Positionen ist im Konzernanlagespiegel dargestellt. Die Position Geschäfts- und Firmenwert enthält die im Rahmen der Kapitalkonsolidierung auf der Aktivseite verbliebenen Unterschiedsbeträge. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Alle bestehenden Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen gegen Unternehmen der LEIPA-Gruppe betreffen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 537 (Vj. TEUR 459), welche aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzern mit einbezogen werden. Diese Forderungen bestehen in Höhe von TEUR 537 (Vj. TEUR 459) aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält überwiegend auf die Kreditlaufzeit abgegrenzte Kreditentgelte. Bilanzgewinn Der Bilanzgewinn setzt sich wie folgt zusammen:
Pensionsrückstellungen Aufgrund der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz geänderten Bewertung der laufenden Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen war eine Zuführung zu der Pensionsrückstellung erforderlich. Diese Zuführung kann über 15 Jahre verteilt werden. Der zum Stichtag noch nicht zugeführte Teil beträgt TEUR 132. Die Gesellschaft hat in Ausübung ihres nach Art. 28 Abs.1 EGHGB bestehenden Wahlrechts Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.382 nicht gebildet. Die Verpflichtung entfällt in voller Höhe auf die Witwe eines ehemaligen Geschäftsführers. Im Rahmen der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde durch das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie der Referenzzeitraum zur Ermittlung des durchschnittlichen Marktzinssatzes zur Abzinsung von Altersversorgungsverpflichtungen von 7 auf 10 Jahre erhöht (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB). Für den Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2022 ergibt sich auf Basis des 7-Jahres-Durchschnitts ein Rechnungszins p.a. von 1,44%. Der jährlich zu ermittelnde Unterschiedsbetrag zwischen der Abzinsung der Pensionsverbindlichkeiten von 7 und 10 Jahren beträgt in der Berichtsperiode TEUR 280 (Vj. TEUR 377, § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB) und ist für eine Ausschüttung an die Gesellschafter gesperrt. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Langzeitkonten werden durch ein Treuhand- bzw. Verpfändungsmodell bei einem Kreditinstitut abgesichert. Das Treuhand-/Verpfändungskonto bildet mit der abzusichernden Rückstellung für Altersteilzeit bzw. Langzeitkonten (Grundgeschäft) eine Bewertungseinheit i.S.v. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB. Hierfür hat die Gesellschaft zum 31.12.2022 TEUR 1.994 (Vj. TEUR 1.893) auf ein Treuhand-/ Verpfändungskonto, welches dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen ist, eingezahlt. Dieser Wert entspricht den Anschaffungskosten sowie dem beizulegenden Zeitwert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt analog zur Rückstellungsberechnung nach den Maßgaben des IDW RS HFA 3. Diesem Konto steht eine Rückstellung mit einem Erfüllungsbetrag in gleicher Höhe gegenüber. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Personal in Höhe von TEUR 9.520 (Vj. TEUR 9.115), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 11.369 (Vj. TEUR 8.461), Rückstellungen für Berufsgenossenschaft in Höhe von TEUR 323 (Vj. TEUR 329), Rückstellungen für Garantien und Gewährleistungen in Höhe von TEUR 3.055 (Vj. TEUR 1.813), Rückstellungen für Prozesskosten und -risiken in Höhe von insgesamt TEUR 35 (Vj. TEUR 35) sowie sonstige Rückstellungen in Höhe von TEUR 5.012 (Vj. TEUR 2.919). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind in einem Verbindlichkeitenspiegel dargestellt. Die Verbindlichkeiten gegenüber der LEIPA-Gruppe enthalten in Höhe von TEUR 698 (Vj. TEUR 2.354) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, welche aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzern einbezogen werden. Diese bestehen insgesamt aufgrund Lieferungs- und Leistungsbeziehungen. Latente Steuern Es bestehen passive latente Steuern aus Wertdifferenzen bei den Rückstellungen und den Anteilen an verbundenen Unternehmen. Darüber hinaus wurden aktive latente Steuern auf zukünftig verwendbare Verlustvorträge gebildet. Weiterhin bestehen passive latente Steuern aus Wertdifferenzen bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie aufgrund von Wertdifferenzen in den Buchwerten von Grundstücken und Gebäuden. Sie werden mit einem unternehmensindividuellen Steuersatz von rund 28,3% bewertet. Die Zusammensetzung der latenten Steuern ist wie folgt:
Konzernanlagespiegel zum 31. Dezember 2022
Konzern-Verbindlichkeiten-Spiegel zum 31. Dezember 2022
a) Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig über Grundschulden sowie Sicherungsübereignungen abgesichert. II. Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt: Produktgruppen:
Geographische Märkte:
2. Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten neben Währungsgewinnen in Höhe von TEUR 1.171 (Vj. TEUR 406), Erträge aus sonstigen Schadensleistungen in Höhe von TEUR 323 (Vj. TEUR 385). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Währungsverluste in Höhe von TEUR 962 (Vj. TEUR 515). Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Aufwendungen in Höhe von TEUR 66 enthalten, welche die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen aufgrund der geänderten Bewertung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz betreffen. 3. Soziale Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung und Unterstützung Unter dieser Position sind Aufwendungen für die Altersversorgung in Höhe von TEUR 28 (Vj. TEUR 199) enthalten. 4. Abschreibungen Die Abschreibungen enthalten planmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte über TEUR 294 (Vj. TEUR 294). Die Änderung der Nutzungsdauer der PM5 führt zu einer geringeren Abschreibung in Höhe von TEUR 8.464. 5. Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen entfallen ausschließlich auf verbundene Unternehmen, die weder vollkonsolidiert noch nach der Equity-Methode bilanziert wurden. 6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Hierin sind Zinserträge von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 11 (Vj. TEUR 11) und in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 78) von Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten. 7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Zinsaufwand aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen betrug TEUR 78 (Vj. TEUR 85). 8. Steuern vom Einkommen und Ertrag Steuerliche Überleitungsrechnung Der fiktive Ertragsteueraufwand basierend auf dem handelsrechtlichen Ergebnis beträgt rund EUR 22,9 Mio.. Die Differenz zum Steueraufwand laut Gewinn- und Verlustrechnung erklärt sich durch die Nutzung bestehender Verlustvorträge, die Berücksichtigung der Veränderung der latenten Steuern sowie Differenzen zwischen handelsrechtlichem und steuerlichem Ergebnis sowie der Überleitung zum zu versteuernden Einkommen. III. Konzern-Eigenkapitalspiegel Das erwirtschaftete Konzern-Eigenkapital in Höhe von EUR 252 Mio. steht am Stichtag mit folgender Einschränkung zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung. Aufgrund der Anpassung des Referenzzeitraums zur Ermittlung des durchschnittlichen Marktzinssatzes zur Abzinsung von Altersversorgungsverpflichtungen von 7 auf 10 Jahre besteht eine gesetzliche Ausschüttungssperre in Höhe von TEUR 280. Weitere gesellschaftsvertragliche Ausschüttungssperren bestehen nicht. C. Sonstige Angaben Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte (außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte (außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB) werden im Folgenden angegeben, soweit die aus solchen Geschäften entstehenden Risiken und Vorteile für den Konzern wesentlich sind und soweit die Offenlegung der Risiken und Vorteile für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns notwendig erscheint. Eine der konsolidierten Gesellschaften hat in 2022 eine Vereinbarung über den revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Volumen von bis zu EUR 50 Mio. abgeschlossen. Zum 31.08.2017 wurde eine Option auf Erhöhung des Volumens auf EUR 60 Mio. eingeräumt und der Teilnehmerkreis der Firmen neben der LEIPA Georg Leinfelder GmbH um die Schwesterfirmen MAD Recycling GmbH und LEIPA Logistik GmbH erweitert. Zum Bilanzstichtag betrug die Inanspruchnahme EUR 27,5 Mio.. Ziel der bis zum 15.03.2027 geschlossenen Vereinbarung ist die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Dieses flexible und zinsgünstige Refinanzierungsinstrument birgt das Risiko, dass bei einem Verlust der Kapitalmarktfähigkeit dieses Finanzinstruments die weitere Finanzierung über die Inanspruchnahme bestehender separater Finanzlinien zu erfolgen hat, wobei diese Linien immer für ein Jahr festgeschrieben sind. Eine der konsolidierten Gesellschaften hat Leasingvereinbarungen über die Nutzung einer Feststoffkesselanlage mit Ersatzbrennstoffaufbereitungsanlage abgeschlossen. Die Leasingvereinbarungen haben eine Restlaufzeit von 1,7 Jahren. Die jährlichen Leasingraten liegen bei EUR 14,5 Mio. Mit diesen Vereinbarungen über eine Off-Balance-Lösung wird eine Verkürzung der Bilanzsumme sowie eine prozentuale Erhöhung der Eigenkapitalquote erreicht. Das Risiko besteht in der grundsätzlich unkündbaren Restlaufzeit. In 2018 erfolgte im Rahmen einer Sale-and-Lease-Back Vereinbarung der Verkauf von Teilen der Abwasserreinigungsanlage in Schwedt. Der geschlossene Leasingvertrag hat eine Laufzeit über 10 Jahre bis zum 31.08.2028 und sieht jährliche Leasingraten in Höhe von TEUR 1.734 vor. Mit dieser Vereinbarung wird eine Verkürzung der Bilanzsumme sowie eine prozentuale Erhöhung der Eigenkapitalquote erreicht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte angegeben, sofern die Angabe nicht bereits unter dem vorgenannten Punkt "Außerbilanzielle Geschäfte" erfolgte. Es handelt sich dabei um künftige Zahlungsansprüche Dritter zum Bilanzstichtag, denen sich der Konzern nicht einseitig entziehen kann. Eine der konsolidierten Gesellschaften hat einen Vertrag über die Betriebsführung der Energiezentrale II in Schwedt geschlossen. Der Vertrag hat zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von 1,7 Jahren. Das Betriebsführungsentgelt basiert auf Basisentgelten und wurde gekürzt um Zuzahlungen Dritter für die Lieferung und Verwertung von Ersatzbrennstoffen. Die finanzielle Nettobelastung pro Jahr beträgt ca. 11,1 Mio. EUR. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus sonstigen Leasingverträgen betragen für 2022 TEUR 772. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen betragen für 2022 TEUR 3.222. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt u. a. durch die Inanspruchnahme variabel verzinslicher Bankkredite. Das hieraus resultierende Zinsrisiko wird teilweise durch Zinsswaps abgesichert, die mit externen Vertragspartnern abgeschlossen werden. Bei den Zinsswaps handelt es sich um derivative Finanzinstrumente. Die Swaps sind, soweit sie einen unmittelbaren Sicherungszusammenhang mit dem entsprechenden Grundgeschäft aufweisen, jeweils mit den Grundgeschäften zu einer Bewertungseinheit (Mikro-Cash-Flow Hedge) zusammengefasst worden. Diese Zinsswaps und die entsprechenden designierten Darlehen weisen einen Umfang von nominal 58,3 Mio. EUR auf. Die Zinsswaps hatten zum 31. Dezember 2022 einen Marktwert von TEUR 3.379 und eine Laufzeit bis maximal Dezember 2027. Die Zahlungsströme aus den variabel verzinslichen Darlehen kompensieren aufgrund der vereinbarten Parameter der Transaktionen die entsprechenden Cash Flows aus den Zinssicherungsinstrumenten über die gesamte Laufzeit der Instrumente. Die Messung der Effektivität erfolgt prospektiv durch den sog. Critical Term Match, retrospektiv anhand der sog. Dollar-Offset-Methode. Weiterhin fakturiert die Gesellschaft ihre Leistungen an ihre Kunden teilweise in Nicht-Euro-Währungen, insbesondere in Englischen Pfund, Polnischen Zloty und US$. Dadurch ist die Gesellschaft Risiken aus der Änderung von Wechselkursen ausgesetzt. Die Gesellschaft steuert diese Währungsrisiken teilweise durch den Einsatz von Devisentermingeschäften. Diese derivativen Finanzinstrumente werden mit dem Grundgeschäft (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst (Portfolio-Hedge). Der Umfang an Währungssicherungskontrakten zum 31. Dezember 2022 beträgt nominal EUR 2,2 Mio. und sichert in entsprechender Höhe Fremdwährungsforderungen aus Lieferungen und Leistungen ab. Der beizulegende Zeitwert der o. g. derivativen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2022 beträgt TEUR 14,7. Die gegenläufigen Zahlungsströme werden zwischen einem und drei Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet. Die Zahlungsströme aus den Termingeschäften kompensieren aufgrund der vereinbarten Parameter die entsprechenden Cash Flows aus den Fremdwährungsforderungen. Die Messung der Effektivität erfolgt prospektiv durch den sog. Critical Term Match, retrospektiv anhand der sog. Dollar-Offset-Methode. Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats Der Geschäftsführung des Mutterunternehmens gehören an:
Mitglieder des Aufsichtsrats Dem Aufsichtsrat des Mutterunternehmens gehören folgende Personen an:
Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betragen TEUR 1.285 (Vj. TEUR 1.125). Gesamtbezüge des Aufsichtsrates Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates lagen in 2022 bei TEUR 49 (Vj. TEUR 55). Anzahl der Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Arbeitnehmer:
Darüber hinaus waren im Geschäftsjahr im Durchschnitt 92 (Vj. 95) Auszubildende beschäftigt. Abschlussprüferhonorar Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar beläuft sich auf TEUR 142 und entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von TEUR 117 sowie auf andere Bestätigungsleistungen in Höhe von TEUR 25. Angaben nach § 264 Abs. 3 HGB Die LEIPA Georg Leinfelder GmbH, die LEIPA Logistik GmbH und die MAD Recycling GmbH erfüllen die Voraussetzung des § 264 Abs. 3 HGB und sind daher von der Anwendung der Vorschriften zur Offenlegung nach §§ 325 ff. HGB befreit. Aufstellung des Anteilsbesitzes:
ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von EUR 80.844.094,71 auf neue Rechnung vorzutragen.
Schwedt, den 22. Mai 2023 Peter Probst, CEO Christian Schürmann, COO Robin Huesmann, CIO Dr. Karsten Derks, CRO Antonio Bellante, CFO Bestätigungsvermerk des KonzernabschlussprüfersBESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die LEIPA Group GmbH, Schwedt/Oder Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der LEIPA Group GmbH, Schwedt/Oder, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellungder Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht (nachfolgend Konzernlagebericht) der LEIPA Group GmbH, Schwedt/Oder, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die in Abschnitt "II.5 Umweltbereich" und in Abschnitt "III. Angaben zur Unternehmensführung" enthaltenen Konzernerklärungen im Konzernlagebericht haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen, handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist es, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Augsburg, den 26. Mai 2023 SONNTAG
GmbH
Mairock, Wirtschaftsprüfer ppa. Piening, Wirtschaftsprüferin Bericht des AufsichtsratsFür die LEIPA Group GmbH wurden im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 6 Aufsichtsratssitzungen abgehalten. Monatlich wurde der Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung informiert und quartalsweise wurde ein Quartalsbericht erstellt. Im Mittelpunkt der Kontrolle/Steuerung durch den Aufsichtsrat standen die wirtschaftliche Entwicklung der verschiedenen Geschäftsbereiche. Der Absatz nach grafischen Papieren und Verpackungspapieren ist im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr insgesamt zurückgegangen. In den Monaten von Januar bis April 2022 hatten wir eine sehr starke Nachfrage und eine gute Auslastung, die sich aber ab Mai beginnend deutlich eintrübte. Die geopolitische Lage (Russland-Ukraine-Krieg) führte zu deutlichen Einbrüchen in der Nachfrage nach zu dramatischen Kostensteigerungen der Faktormärkte Energie, Material und Transport. Außerdem war die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Altpapier nicht immer gegeben. Die Kostensteigerung im Energiebereich in der Spitze auf über 430 €/MWH für Strom haben die Märkte nachhaltig verunsichert. Durch unser Kraftwerkskonzept sind wir von diesen Kostensteigerungen weitestgehend verschont geblieben. In Folge der dramatischen Entwicklung der Faktormärkte ist es uns aber gelungen, die Verkaufspreise für alle unsere Produkte bis zu 20 % über dem Vorjahresniveau zu erhöhen. Dies führte in unserem speziellen Fall zu einem außerordentlich erfreulichen Ergebnis für die LEIPA Group. Trotzdem haben wir mit Ausnahme der Flexpack und der Kartonmaschine unsere Absatzziele im Geschäftsjahr deutlich verfehlt. Die Verunsicherung der Märkte (Konsum und Industrie!) führten dazu, dass wir in ein Sommerloch gefallen sind. Diese negative Entwicklung konnten wir im Verlauf des Jahres 2022 aufgrund der negativen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Ukraine Krieg, energiepolitische Entscheidungen der Bundesregierung) nicht mehr stoppen. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Deutschland war bereits im vierten Quartal 2022 negativ. Im Bereich der Verpackungspapiere ist es gelungen, die extremen Kostensteigerungen des Geschäftsjahres 2021, vollständig in unsere Produktpreise einzupreisen. Die Verkaufspreise konnten im Laufe des zweiten Quartals um ca. 20 % erhöht werden. Im Bereich Karton konnten wir erfreulich unsere Absatzplanungen für das Geschäftsjahr 2022 vollumfänglich einhalten. Die durchschnittlichen Verkaufspreise sind hier auch um ca. 18 % im Laufe des Jahres 2022 gestiegen. Im Bereich Flexpack hatten wir den höchsten Auftragsbestand seit Bestehen der Flexpack und eine volle Auslastung der Extruder mit langen Lieferzeiten. In der Zusammensetzung unseres Aufsichtsrates kam es durch den Abgang von Herrn Thomas Kralinski mit Ende 31. Juli 2022 zu einer Veränderung. Seine Tätigkeit für LEIPA konnte sich mit seiner neuen Funktion als Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium nicht vereinbaren. Herr Platzeck dankte Herrn Kralinski für seinen Einsatz bei LEIPA. Als Nachfolger konnten wir Herrn Ralf Holzschuher, Minister des Inneren des Landes Brandenburg a.D., gewinnen. Der Betrieb der kleinen Papiermaschine wurde am 10. Mai 2022 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Ein Teil der Papierqualitäten dieser Papiermaschine wird auf die PM 1 in Schwedt übertragen. LEIPA hat am 29.06.2022 einen Sanierungskreditvertrag mit dem Bankenkonsortium unterzeichnet. Zur Bewältigung der marktbedingten Stillstände wurden für alle Schwedter Betriebsabteilungen der Werke Nord und Süd (PM 1, PM 3, PM 4, PM 5 und Technik) Kurzarbeit angemeldet und umgesetzt. Entsprechende Betriebsvereinbarungen zum Thema Kurzarbeit lagen standortweit vor. Das Geschäftsjahr 2022 war das wirtschaftlich erfolgreichste Geschäftsjahr in 175 Jahren Firmengeschichte. Nach dem Geschäftsjahr 2021, welches corona-bedingt hohe Verluste erbrachte, ein sehr stabilisierender Faktor für die weitere Entwicklung der nächsten Jahre. Die Ergebnisse der Unternehmen der LEIPA Gruppe entwickelten sich wie folgt: Der Umsatz der LEIPA Georg Leinfelder GmbH beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf € 917,6 Mio. und das Ergebnis beläuft sich dabei auf € 101,5 Mio. Der Umsatz der MAD Recycling GmbH beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf € 68,2 Mio. und das Ergebnis beläuft sich dabei auf € 2,0 Mio. Das Ergebnis der MAD hat sich dabei stabilisiert und wir dürfen auch weiterhin mit einer erfolgreichen Entwicklung rechnen. Das Ergebnis der LEIPA Logistik GmbH beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf € -0,8 Mio. und der Umsatz liegt bei € 94,9 Mio. Durch die Umsatzausfälle der LEIPA Georg Leinfelder GmbH ergaben sich für die Logistik erhebliche Risiken in den Absatz- und Beschaffungsmärkten. Beispielhaft sei hier auch auf die gestiegen Benzinkosten für die Logistikflotte verwiesen. Aufgrund einer Gewinnabführungsvereinbarung beläuft sich das Jahresergebnis 2022 auf € 0 Mio. Die Ergebnisse der Vertriebsgesellschaft belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf einen Gewinn von € 4,2 Mio. Der LEIPA Group Konzernabschluss beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf € 948,2 Mio. und das Ergebnis beläuft sich dabei auf € 81,8 Mio. Die Geschäftsführung ist weiterhin angehalten, ein aktives Kostenmanagement zu betreiben und eine Intensivierung der Marktbearbeitung fortzusetzen. Dazu wünschen wir viel Erfolg. Der Aufsichtsrat entlastet die Geschäftsführung der LEIPA Group GmbH für das Geschäftsjahr 2022 und bedankt sich bei der Belegschaft für die geleistete Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Aufsichtsrat empfiehlt den Gesellschaftern den Aufsichtsrat zu entlasten.
Schwedt, den 30. August 2023 M. Platzeck, AR-Vorsitzender |
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