Agrargenossenschaft Ranzig e.G.
Master Data
Basic information of the organization
Financial Overview
Indicators extracted from public financial statements
History
Changes published in the official company registry
Management
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Christian Rußig since 8/5/2021 | Board Member |
Thomas Kläber since 4/8/2016 | Board Chair |
Frank Groß since 1/15/2010 | Board Chair |
Balance Sheet Accounts
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and Loss Accounts
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Financial Report
Official financial statements and annual reports
Agrargenossenschaft Ranzig e.G.RanzigJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31.12.2023Aktivseite
Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2023 für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023
Anhang des JAB zum 31.12.2023A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Die Agrargenossenschaft Ranzig e.G. hat ihren Sitz in 15848 Tauche OT Ranzig und ist eingetragen in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) (Reg.Nr. 111 FF). Die Genossenschaft ist im Sinne des § 267 HGB ein mittelgroßes Unternehmen. In dem Jahresabschluss zum 31.12.2023 ist die Darstellungsstetigkeit gegenüber dem Vorjahr beibehalten. Die Wertansätze sind mit denen des Vorjahres vergleichbar. Die in dem Jahresabschluss angegebenen Vorjahresbeträge sind mit den Beträgen des Geschäftsjahres vergleichbar. Zur Darstellung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind keine zusätzlichen Angaben notwendig. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungsmethoden Die Genossenschaft hat bei der Bilanzierung folgendes Ansatz- und Ausweiswahlrecht in Anspruch genommen: Erhaltene Investitionszuschüsse sind in einem Sonderposten passiviert. Die Bilanzierungsmethoden des Vorjahres wurden beibehalten. Bewertungsmethoden Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern es sich um abnutzbare Vermögensgegenstände handelt, erfolgt eine Minderung um planmäßige lineare Abschreibungen. Der Bewertung des Sachanlagevermögens liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zugrunde. Bei Sachanlagen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, wurden die Anschaffungs- und Herstellungskosten um die planmäßigen linearen Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemindert. Wirtschaftsgüter deren Anschaffungskosten bis zu 1.000,00 EUR betragen, sind in einen Sammelposten eingestellt worden, der im Jahr der Anschaffung sowie in den vier folgenden Wirtschaftsjahren mit jeweils 1/5 gewinnmindernd aufgelöst wird. Finanzanlagen werden zu den Anschaffungskosten angesetzt. Tiervermögen wird mit einem nach den Grundsätzen der Gruppenbewertung ermittelten gewogenen Durchschnittswert unter Berücksichtigung der Richtwerte gemäß BStBl 2001 I Seite 864 ff. bewertet. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Feldinventar wird zu den auch steuerrechtlich zulässigen Standardherstellungskosten gemäß BMEL (Stand April 2021) bewertet. Fertige Erzeugnisse werden zu den Mindestherstellungskosten bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu den Nennwerten am Bilanzstichtag bilanziert. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten In den Rechnungsabgrenzungsposten sind 1.978,28 EUR (Vorjahr 2.654,64 EUR) Finanzierungskosten / Damnum für aufgenommene Darlehen enthalten. Sonstige Rückstellungen berücksichtigen die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in ausreichender Höhe bemessen. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. C. AnlagespiegelAnschaffungs-/ Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibungen
Restbuchwert
D. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz - Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem Anlagespiegel unter C. ersichtlich. Angaben zu Unternehmen, soweit es sich um Beteiligungen i.S.d. § 271 Abs. 1 HGB handelt:
- Tiervermögen Von den im Tiervermögen ausgewiesenen Beständen können 642.145,00 EUR (Vorjahr 622.305,00 EUR) dem Anlagevermögen zugerechnet werden. - Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen sind:
Von den Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr:
- Rücklagen
- Sonderposten für Investitionszuschüsse Die erhaltenen Investitionszuschüsse wurden gemäß Stellungnahme des IDW HFA 1/1984 in einem Sonderposten in Höhe von 648.949,44 EUR (Vorjahr 641.928,30 EUR) ausgewiesen. - Verbindlichkeiten Verbindlichkeitenspiegel (Angaben in EUR):
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 93.725,24 EUR (Vorjahr 9.715,01 EUR) enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe des Gesamtbetrages von 4.547.527,77 EUR sind durch folgende Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert: - Grundschuldeintragungen - Sicherungsübereignung Tierbestände - Sicherungsübereignung Solarstromanlage - Abtretung der Ansprüche auf Abnahme und Vergütung des von der Solarstromanlage eingespeisten Stromes - Abtretung der Ansprüche auf Zahlung von Versicherungsleistungen und -entschädigungen zur Solarstromanlage - Sicherungsübereignung Maschinen und Ausrüstungen Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. - Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen folgende nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen zum Bilanzstichtag, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:
E. Angaben und Erläuterung zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse in Höhe von 44.525,49 EUR (Vorjahr 43.188,17 EUR) sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Aufwendungen aus der Einstellung in den Sonderposten für Investitionszuschüsse in Höhe von 51.546,63 EUR (Vorjahr 142.138,83 EUR) sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. F. Sonstige Angaben - Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahrs (Nachtragsberichterstattung) Nach Schluss des Geschäftsjahres bis zum Erstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung bekannt geworden, über die zu berichten wäre. - Vorschlag über die ErgebnisverwendungDer Vorstand schlägt der Generalversammlung vor, den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres auf neue Rechnung vorzutragen. - Beschäftigte Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 2 vollbeschäftigte und 1 teilzeitbeschäftigte kaufmännische Mitarbeiter sowie 58 vollbeschäftigte und 25 teilzeitbeschäftigte gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt. Außerdem wurden durchschnittlich 9 Auszubildende beschäftigt. - Mitgliederbewegung Die Höhe eines Geschäftsanteils beträgt 2.600,00 EUR. Die Nachschusspflicht ist ausgeschlossen.
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr nicht verändert. - Der zuständige Prüfungsverband ist der Fachprüfungsverband von Produktivgenossenschaften in Mitteldeutschland e.V. Karl-Liebknecht-Straße 10 06114 Halle (Saale)
Am Bilanzstichtag bestanden keine Forderungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.
Tauche OT Ranzig, 28.03.2024 Der Vorstand gez. Groß gez. Kläber gez. Rußig Dieser Jahresabschluss wurde am 24.06.2024 festgestellt Lagebericht des JAB zum 31.12.2023I. Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses Das Geschäftsjahr 2023 war wiederholt geprägt von den Auswirkungen des Ukrainekrieges. Die Faktorkosten erfuhren auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen weiteren Anstieg und lagen auf einem sehr hohen Niveau. Dagegen war ein Preisrückgang für unsere produzierten landwirtschaftlichen Produkte zu verzeichnen. Wie bereits im Vorjahresbericht beschrieben sank der durchschnittliche Milchpreis im Geschäftsjahr. Während wir im Vorjahr noch 51,8 Cent/kg erhielten, lag der Auszahlungspreis im Geschäftsjahr 2023 bei 42,5 Cent/kg. Im Bereich der Futtermittelkosten wirkte sich im Geschäftsjahr 2023 der deutliche Einbruch des Naturalertrages beim geernteten Mais 2022, mit sehr geringem Energiegehalt und schlechter Rohfaserqualität, negativ auf die Ergebnisentwicklung aus. Für die betriebliche Direktvermarktung war im Geschäftsjahr kennzeichnend, dass auf Grund der hohen Energiekosten und der gestiegenen Inflation, die finanziellen Mittel unserer Kunden knapper waren und die Kunden teilweise auf Substitutionsprodukte zurückgriffen. So wie viele andere Gewerke haben auch wir in unserem Betrieb mit der Rekrutierung von geeigneten Fachkräften unsere Schwierigkeiten. Es zeigt sich der Trend, dass die Arbeitszeiten, wie sie in der Landwirtschaft und im Einzelhandel üblich sind, auf kein positives Feedback bei den Bewerbern stoßen. Der Arbeitskräftemangel, macht es auch den Stammarbeitskräften immer schwerer, da durch die Fluktuation regelmäßig Anlernprozesse angeschoben werden müssen, die den Arbeitsalltag verkomplizieren. Zusätzlich müssen Arbeitsspitzen, die vorrangig dem Ausfall von Arbeitskräften geschuldet sind, durch bestehende Arbeitskräfte abgefangen werden. Entwicklung des Geschäftsergebnisses:
Der Betriebsertrag nahm im Geschäftsjahr trotz der Umsatzerlösrückgänge von 500 TEUR um 432 TEUR zu. Diese Zunahme ist vorrangig den Bestandsänderungen geschuldet. Während im Vorjahr Bestandsminderungen in Höhe von 261 TEUR zu verzeichnen waren, nahmen im Geschäftsjahr die hier gezeigten Bestände um 672 TEUR zu. Somit trug diese Veränderung zu einem Anstieg des Betriebsertrages um 933 TEUR bei. Dem Anstieg des Betriebsertrages um 432 TEUR stehen um 661 TEUR höhere Betriebsaufwendungen entgegen, die für den Ergebnisrückgang ursächlich sind. Eine detailliertere Betrachtung der Ertrags- und Aufwandentwicklung erfolgt bei der Beschreibung der einzelnen Segmente unserer Umsatztätigkeit sowie in den Erläuterungen zur Ertragslage. Handelstätigkeit / Fleischerei Die Handelstätigkeit war im Geschäftsjahr auf Grund der Unsicherheit der Bevölkerung nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine und weiterhin in Folge der damit einhergehenden drastischen Anstiege der Energie- und Lebensmittelpreise von einem Nachfragerückgang gekennzeichnet. Da die Einkommen nicht so wie die Inflation zunehmen und das für die Lebensmittelbeschaffung zur Verfügung stehende Einkommen sich dadurch reduzierte, greift die Bevölkerung verständlicherweise zur Sicherung der Versorgung auf günstigere Produkte zurück. Unsere bisherige Strategie, Produkte mit einer hohen Qualität sowie einem verhältnismäßig geringen ökologischen Fußabdruck, durch die eigene Zucht und die ortsnahe Verarbeitung am Standort der Vermarktung zu produzieren und zu verkaufen, wurde mit den sinkenden realen Einkommen nicht mehr honoriert. Trotz der bekannten Mechanismen haben auch wir im Geschäftsjahr 2023 eine Preiserhöhung für unsere produzierten Waren umsetzen müssen um nicht vollständig die gestiegenen Kosten selbst zu schultern. Diese Erhöhung wirkte dem Nachfragerückgang entgegen, konnte diesen jedoch nicht ausgleichen. Zusätzlich mussten im Geschäftsjahr drei Verkaufsstellen geschlossen werden, weil dafür kein geeignetes Verkaufspersonal gebunden werden konnte. Die Schließungen erfolgten zu Beginn des Geschäftsjahres und weitere zwei Filialen schlossen zum 4. Quartal. Der Umsatzrückgang im Bereich Handelseinrichtungen betrug im Geschäftsjahr insgesamt 139 TEUR. Dem Anstieg des Lohnaufwandes aus der vorrangig zum 01.10.2022 umgesetzten Lohnerhöhung wirkte der geringere Arbeitskräftebestand entgegen. Die Löhne und Gehälter in der Fleischerei und Vermarktung stiegen im Geschäftsjahr um 41 TEUR. Aus dem Nachfragerückgang resultiert ein geringerer Wareneinsatz. Im Geschäftsjahr nahmen unter anderem der Schlachttieraufwand um 42 TEUR und die Kosten für das Verarbeitungsmaterial sowie der Wareneinkauf um insgesamt 62 TEUR ab. Zusammenfassend ist festzustellen, dass wir in der Handelstätigkeit vor großen Herausforderungen stehen. Wir müssen Wege finden um unsere Läden mit Fachkräften auszustatten, damit wir unseren Kunden eine gute fachliche Beratung gewährleisten können. Es wird auf Grund der Nachfragesituation ebenfalls immer wichtiger die Kosten- und Erlösstruktur im Auge zu behalten um rentabel, aber nicht am Kunden vorbei, zu wirtschaften. Aus der Betriebszweigabrechnung geht hervor, dass die Handelstätigkeit, trotz der Schwierigkeiten mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen hat. Zur Sicherung der Qualität unserer produzierten Güter wurden im Geschäftsjahr Ersatzinvestitionen durchgeführt. Wir haben unter anderem zwei Kühlautos sowie einen Cutter erneuert. Milchviehhaltung Im Geschäftsjahr konnte der Milchviehbestand weiter aufgebaut werden. So dass wir im Jahresdurchschnitt 698 Kühe gemolken haben. Das sind 43 Tiere mehr als im Vorjahr. Trotz der schlechten Silage aus der Ernte 2022 konnten wir die Milchmarktleistung unserer Herde um durchschnittlich 181 kg/Kuh und Jahr steigern. Wir haben eine Milchmarktleistung von 11.648 kg/Kuh und Jahr erreicht. Auf Grund dieser naturalen Zunahmen konnte die Milchablieferung um 620 Tltr auf 8.130.422 kg gesteigert werden. Dieser Anstieg wirkte dem Umsatzrückgang, auf Grund des Milchpreisrückgangs um Durchschnittlich 18 %, entgegen. Dennoch nahmen die Umsatzerlöse für die produzierte Milch im Geschäftsjahr um 474 TEUR ab. Dieser Einbruch bei gleichzeitiger Kostensteigerung schlug sich in einem Rückgang des Betriebszweigergebnisses gegenüber dem Vorjahr nieder. Da wir unsere landwirtschaftlichen Flächen zur Futterproduktion nutzen um unseren Rindern eine optimale Grundfutterversorgung zu gewährleisten, haben wir wenig Außenumsatz von Getreide, jedoch einen hohen Zukauf an Mischfutter, welches sich durch die hohen Getreidepreise stetig verteuerte. Auch das Rapsschrot zog im Preis an. Das hohe Preisniveau, welches sich im Geschäftsjahr 2022 manifestierte wirkte im Geschäftsjahr 2023 weiter. Erschwerend kam hinzu, dass die extreme Trockenheit in 2022 unseren Maisbestand schädigte. Wir fuhren erhebliche Mindermengen bei sehr geringen Energie- und Proteingehalt an Maissilage ein. Auch bei der Anwelksilage mussten im Geschäftsjahr 2022 Mindermengen hingenommen werden. Diesen Mindermengen und -qualitäten musste im Geschäftsjahr 2023 mit einem erhöhten Zukauf von Grund- und Mineralfutter entgegnet werden. So dass diese Maßnahmen den bereits durch die genannten Preisentwicklungen höheren Futtermittelaufwand zusätzlich erhöhten. In der Milchproduktion wurde im Geschäftsjahr mit der Modernisierung von Milchviehställen begonnen. Diese Investitionsmaßnahme bringt auch eine Verbesserung der Tierhaltungs- und Arbeitsbedingungen mit sich. Bis zum Bilanzstichtag betrugen die Investitionskosten 367 TEUR. Zur weiteren Verbesserung der Haltungsbedingungen haben wir im Vorjahr mit dem Bau einer Lüfteranlage im Kuhstall begonnen. Diese Investition konnten wir im Geschäftsjahr 2023 abschließen. Insgesamt wurden für diese Maßnahme 124 TEUR aktiviert. Von der Investitionsbank des Landes Brandenburg erhielten wir für das Bauvorhaben einen Investitionszuschuss in Höhe von 52 TEUR den wir auf der Passivseite unserer Bilanz ausweisen. Den im Vorjahr mit der Planung begonnen Siloneubau an unserer Milchviehanlage haben wir auf Grund der Priorisierung des Investitionsvorhabens zur Beregnung unserer Futterflächen erst einmal ruhen gelassen. Wir haben mit der Erweiterungsinvestition der Beregnung im Geschäftsjahr 2023 begonnen und müssen auf Grund der Fördermodalitäten noch im Geschäftsjahr 2024 diese Maßnahme abschließen. Die Investitionskosten werden sich auf ca. 2 MioEUR belaufen. Feldbau Mit der Ernte 2023 konnten wir die in den Vorjahren abgebauten Mengen an Raufutter wieder aufbauen, so dass wir zum Bilanzstichtag einen deutlichen Anstieg unser Gras- und Maissilagebestände verzeichnen konnten. Auch die Qualitäten der eingefahrenen Grobfuttervorräte sind sehr gut und bilden eine optimale Futtergrundlage für unsere Rinder, so dass sich diese Bevorratung positiv auf die Milchproduktion im Geschäftsjahr 2024 auswirken wird. Die vorher im Bericht beschriebene saldierte Bestandsänderung wirkte dem Ergebnisrückgang unserer Genossenschaft entgegen. Nach dem Minderertrag der Ernte 2022 beim Mais erfolgte die Ausdehnung des Maisanbaus im Geschäftsjahr 2023. So dass eine geringere Anbaufläche für Getreide zur Verfügung stand. Beim Getreide waren die Naturalertragsentwicklungen und auch die Preisentwicklungen differenziert. Beim Winterweizen konnten wir eine Naturalertragszunahme in Höhe von 18 dt/ha verzeichnen. Hier fiel der Preis von 28,87 EUR/dt auf 17,40 EUR/dt, so dass wir gegenüber dem Vorjahr einen um 9 TEUR geringeren Umsatzerlös eingefahren haben. Bei der Gerste und dem Roggen konnten wir nicht vollständig die Vorjahreserträge erzielen. Jedoch konnten leichte Zunahmen des Durchschnittspreises erreicht werden. Dennoch nahmen insgesamt die Umsatzerlöse für das Getreide um 104 TEUR ab, da der Anbau auf einer um ca. 74 ha geringeren Fläche erfolgte. Diesem Rückgang stehen die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Maissilage (123 TEUR) und von Stroh (21 TEUR) entgegen. Die Ausdehnung des Maisanbaus und der gute Naturalertrag ermöglichten uns, zusätzlich zum Aufbau des Grundfuttervorrates, Silage zu verkaufen. In der Pflanzenproduktion stiegen die Umsatzerlöse um 40 TEUR. Dagegen erhielten wir auf Grund der geänderten Fördermodalitäten eine um 44 TEUR geringere Betriebsprämie. Die spezifischen Aufwendungen für den Pflanzenbau nahmen im Geschäftsjahr ebenfalls vorrangig auf Grund des Preisgefüges zu. Unter anderem stiegen die Aufwendungen für den Düngemittelzukauf (41 TEUR), die Pflanzenschutzmittel (39 TEUR) und den Saatgutzukauf (12 TEUR). Bei den Treibstoffkosten betrug, trotz der gestiegenen Mehrerträge bei der Mais- und der Anwelksilage und dem damit verbundenen Mehrverbrauch, der Anstieg nur 11 TEUR, da sich der durchschnittliche Einkaufspreis verringert hat. Gegenüber dem Vorjahr wurden im landwirtschaftlichen Bereich ca. 38 Tltr mehr Diesel verbraucht. II. Darstellung der Lage der Genossenschaft Ergänzend zum Jahresabschluss ist folgendes zu bemerken: a.) Ertragslage Das Geschäftsjahr 2023 war mit einem Ergebnisrückgang verbunden. Die Umsatzerlöse nahmen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 501 TEUR ab. Dieser Rückgang resultiert vorrangig aus der Abnahme des Milchpreises um 9 Cent/kg (18 %). Die Umsatzerlöse für die abgelieferte Milch nahmen trotz gestiegener Milchmenge (620 Tltr) um 474 TEUR ab. Zusätzlich stiegen die Betriebsaufwendungen im Geschäftsjahr um 661 TEUR. Der Materialaufwand stieg um 656 TEUR. Dabei nahmen vorrangig die Aufwendungen für den Futtermittelzukauf (400 TEUR) und der Energieaufwand (138 TEUR) zu. Die Ursachen der Entwicklung des Futtermittelzukaufes haben wir unter dem Punkt "Milchviehhaltung" erläutert. Die Zunahme der Energiekosten ist den im Vorjahr ausgelaufenen Verträgen geschuldet, die dann nur mit einem höheren Preis verlängert werden konnten. Für das Geschäftsjahr 2024 sind wieder fallende Energiepreise zu verzeichnen, von denen wir auch profitieren können. Zusätzlich nahmen die Personalaufwendungen im Geschäftsjahr um 225 TEUR zu. Wie bereits im Vorjahr unter diesem Punkt berichtet, wurden 2022 Lohnerhöhungen umgesetzt, die zum einen aus der gesetzlichen Mindestlohnerhöhung resultieren und zum anderen notwendig wurden um dem Realeinkommensverlust, auf Grund der gestiegenen Preise, unserer Mitarbeiter entgegenzuwirken. Die zum 01.10.2022 gewährte Lohnerhöhung von ca. 15 % wirkte sich im Geschäftsjahr vollständig aus, so dass diese vorrangig die Erhöhung des Personalaufwandes begründet. Weiterhin waren im Jahresdurchschnitt ca. 2,5 Vollarbeitskräfte mehr beschäftigt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es auf Grund der verschiedenen Einarbeitungsphasen zu einer Doppelbesetzung der Stellen kam. Diesen beschriebenen Ergebnisrückgängen steht hauptsächlich der bereits beschriebene Bestandsaufbau der Vorräte sowie des Tiervermögens (insgesamt 672 TEUR) entgegen. Im Vorjahr betrug die Bestandsänderung -261 TEUR, so dass die Ergebnisauswirkung der Bestandsänderungen zum Bilanzstichtag 933 TEUR beträgt. Das Geschäftsjahr 2023 hat mit einem Jahresfehlbetrag von 69 TEUR (Vorjahr Jahresüberschuss 184 TEUR) abgeschlossen. b.) Vermögenslage Wichtige Kennzahlen zur Vermögenslage im Mehrjahresvergleich:
Die bilanzanalytische Eigenkapitalquote hat sich im Geschäftsjahr im Wesentlichen auf Grund des Jahresfehlbetrages bei gleichzeitigem Anstieg des Fremdkapitals verringert. Dennoch ist die Eigenkapitalausstattung stabil und liegt leicht über dem Mittelwert des gezeigten Vierjahreszeitraumes. Trotz der Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr mit einem Gesamtvolumen von 748 TEUR haben sich die Anlagendeckungsgrade im Geschäftsjahr leicht verbessert. Ursächlich dafür sind die Abgänge und die Abschreibungen, die in der Summe zu einer Abnahme des Anlagevermögens führten und die im Verhältnis höher als die Eigenkapitalabnahme war. Bei der Beurteilung der Entwicklung des Anlagevermögens ist zu berücksichtigen, dass unter anderem die Abnahme des Anlagevermögens aus der Teilrückzahlung in Höhe von 75 TEUR eines ausgereichten Darlehens resultiert. Dieses Darlehen wird unter den Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, ausgewiesen. Das Anlagevermögen ist zu 87 % durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanziert. c.) Finanzlage Die stichtagsbezogene Liquidität stellt sich im Vergleich zu den Vorjahren wie folgt dar:
Die Liquidität war im Geschäftsjahr gesichert. Zum Bilanzstichtag ist eine Abnahme der Liquiditätskennziffern zu verzeichnen. Diese ist vorrangig auf den Rückgang der liquiden Mittel auf Grund des Rückgangs der Umsatzerlöse bei gleichzeitigem Anstieg der Ausgaben für die Produktionsfaktoren geschuldet. Die Zunahme der kurzfristigen Forderungen um 180 TEUR wirkte zwar dem Rückgang der Liquiditätsgrade entgegen, konnte dies jedoch nicht vollständig kompensieren, so dass die Liquidität 2. Grades ebenfalls eine Minderung erfuhr. Der Anstieg des Vorratsvermögens bewirkte zum Bilanzstichtag eine Zunahme der Liquidität 3. Grades. Die Liquiditätsgrade zum Bilanzstichtag sind als ausreichend zu beurteilen. Aus derzeitiger Sicht ist für das laufende Geschäftsjahr die Zahlungsfähigkeit gesichert. III. Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht) Die künftige Entwicklung in der Landwirtschaft ist weiterhin kritisch zu sehen. Die Politik und auch die Bevölkerung sehen die Produktion von einheimischen tierischen Erzeugnissen unter den jetzt schon strengen Auflagen sehr kritisch. Wir beteiligen uns an der "Initiative Tierwohl" um so den Verbrauchern zu zeigen bzw. zu gewährleisten, dass unsere Tiere ordnungsgemäß gehalten werden. Dies ist auch ein wichtiger Aspekt um die Akzeptanz unseres Konzepts im Handel von der Züchtung bis zum Verbraucher in einer Hand zu bestärken. Die von uns eingeschlagene Strategie bzgl. der Produktion und Vermarktung heimischer Produkte in sehr guter Qualität, wird derzeit, auf Grund der Kostenexplosionen, durch unsere Kunden nicht mehr so stark honoriert. Dem Nachfragerückgang entgegnen wir mit dem Aufbau eines neuen Internetauftritts sowie einer neugestalteten Außenwahrnehmung. Wir schulen unser Verkaufspersonal, sind auf einschlägigen Fachmessen vertreten und arbeiten auch bereits im schulischen Bereich an der Bekanntmachung unseres Betriebes. Durch die Düngeverordnung entstehen für die Tierproduktion aber auch für unsere Genossenschaft deutlich höhere Kosten (Güllelagerung, Futterlager). Zusätzlich wirken sich die gestiegenen Energiekosten auf die Faktorkosten unserer Produktionszweige negativ aus. Im Geschäftsjahr 2023 haben wir zur Sicherung unserer pflanzenbaulichen Bemühungen begonnen, Flächen in einer Größe von ca. 250 ha unter Beregnung zu stellen. Dazu wurden bis zum 31.12.2023 bereits 101 TEUR investiert. Im Geschäftsjahr 2024 muss diese Investitionsmaßnahme aus fördertechnischen Gründen abgeschlossen sein. Das Gesamtvolumen dieser Maßnahme beläuft sich nach bisherigen Kostenkalkulationen auf 2 MioEUR. Davon erhalten wir einen Investitionszuschuss von ca. 600 TEUR. Kreditzusagen zur Finanzierung der Investitionsmaßnahme sowie zur Zwischenfinanzierung der veranschlagten Förderung liegen in der Genossenschaft vor bzw. sind beantragt. Wichtig für das Gelingen und die zeitnahe Amortisation dieser Investitionsmaßnahme ist hier, dass wir von der Politik Rückendeckung und Planungssicherheit erhalten. Den immer höheren rechtlichen Rahmenbedingungen, die auch unmittelbare Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Produktion haben, sind wir mit der Anhebung des Niveaus unserer Betriebszweigabrechnung begegnet. Hierzu haben wir im 4. Quartal 2017 begonnen einzelne Profitcenter nochmals kritisch in Bezug auf deren Kosten- und Erlösstrukturen zu analysieren um diese in einem überschaubaren System abzubilden, das es ermöglicht die verschiedenen Profitcenter zu vergleichen. Weiterhin dient dieses Instrumentarium auch als Plan-Ist-Vergleich auf Jahresbasis und wird regelmäßig mit den Verantwortlichen ausgewertet. Aus unserer Sicht bietet unser eingereichtes System geeignete Möglichkeiten um die Wirtschaftlichkeit der Genossenschaft zu überwachen bzw. zu sichern. IV. Voraussichtliche Entwicklung der Genossenschaft (Prognosebericht) / Chancen der künftigen Entwicklung (Chancenbericht) Die im Geschäftsjahr umgesetzten Bemühungen sowie der gute Witterungsverlauf haben dazu beigetragen, dass wir in das Geschäftsjahr 2024 mit einer sehr guten Grundfutterausstattung gehen. Diese solide Ausstattung und der leicht rückläufige Preis für die Futtermittel wird mit Einsparungen beim Futtermittelzukauf einher gehen. Mengenmäßig wird sich der Verbrauch erhöhen, da gegenüber dem Vorjahr ein weiterer Aufbau des Rinderbestandes erfolgen soll. Der Bestandsaufbau wird bei aktuell herrschenden Milchpreisen auf Grund der weiteren Erhöhung der Liefermenge zu einer Verbesserung des Betriebszweigergebnisses in der Milchproduktion führen. Mit der Fertigstellung und der Inbetriebnahme der Beregnungsanlagen können in der Futterproduktion die Wassermengen zur Pflanzenversorgung gesichert werden um so die Qualität und die Mengen auf einem hohen Niveau zu halten. Dadurch ergeben sich Chancen in der Anbauplanung sowie bei der Beantragung von Fördermitteln im Rahmen der Fruchtartendiversifizierung. Diese Sachverhalte werden planmäßig das Geschäftsjahr 2024 erst zum Ende tangieren. Für das Geschäftsjahr 2024 zeichnet sich auf Grund der Vertragsgestaltungen mit den Energieversorgern ebenfalls ein geringeres Preisniveau ab, so dass es auch hier zu Kostensenkungen und zu geringeren Abflüssen von liquiden Mitteln kommt. Die für die Investitionsmaßnahmen aufgenommen Darlehen führen bereits im Geschäftsjahr 2024 zu Tilgungs- und Zinszahlungen. Die Rückzahlungen sollen planmäßig aus dem laufenden Cash-flow erfolgen.
Tauche OT Ranzig, 28.03.2024 Der Vorstand gez. Groß gez. Kläber gez. Rußig Bericht des Aufsichtsrats des JAB zum 31.12.2023Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 20.06.2024 den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Deckung des Jahresfehlbetrages, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes. Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.
Tauche OT Ranzig, 24.06.2024 gez. RA Tiet ( |
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