Activities of holding companies
klarwert GmbHLiquidated
33602 Bielefeld, DEUMaster Data
Basic information of the organization
Financial Overview
Indicators extracted from public financial statements
History
Changes published in the official company registry
Management
Legal representatives of the organization
| Name | Role |
|---|---|
Johanna Isenborth since 12/2/2025 | Managing Director |
Werner Schönfeld since 6/10/2020 | Managing Director |
Beneficial Owners
Natural persons who ultimately own or control the company, resolved through the shareholder chain
Unresolved chains (1)
| Name | Ownership |
|---|---|
| 100.00% |
Shareholders
Company ownership and partner structure
1 shareholder
GmbH structure
Balance Sheet Accounts
Balance sheet accounts extracted from public financial statements
Profit and Loss Accounts
Profit and loss accounts extracted from public financial statements
| Account |
|---|
Financial Report
Official financial statements and annual reports
klarwert GmbHBielefeldJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023BilanzAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der RechKredV erstellt. Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG mit Sitz in Gütersloh (AG Gütersloh, GenR 127). Einen Konzernabschluss erstellt die Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG nicht, da der grundsätzlichen Pflicht zur Aufstellung aufgrund der Ausübung des Wahlrechtes des § 296 Abs. 2 HGB keine in einen Konzernabschluss einzubeziehenden Tochterunternehmen gegenüberstehen. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern. Die anderen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Der Jahresabschluss wurde unter Fortschreibung des Jahresergebnisses zum Bilanzgewinn aufgestellt. Entwicklung des Anlagevermögens
Angaben zur Bilanz Die Forderungen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2.367.867,26 EUR (Vorjahr: 2.531.444,59 EUR) betreffen vollständig Forderungen gegenüber der Gesellschafterin und damit Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen an Kunden haben folgende Restlaufzeiten:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 457.988,58 EUR (Vorjahr: 521.696,00 EUR) betreffen vollständig Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin und damit Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:
Die sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich gem. § 35 Abs. 1 Nr. 4 RechKredV in die folgenden wichtigsten Einzelbeträge:
Der Bilanzgewinn hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Vermögensverwaltungen und Anlagevermittlungen nehmen in der Gewinn- und Verlustrechnung den wesentlichen Ertragsbestandteil ein. Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich gem. § 35 Abs. 1 Nr. 4 RechKredV in die folgenden wichtigsten Einzelbeträge:
In den sozialen Abgaben sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 20.771,42 EUR (Vorjahr: 21.651,66 EUR) enthalten. In den anderen Verwaltungsaufwendungen werden Aufwendungen für Kosten der Abschlussprüfung in Höhe von 14.000,00 EUR sowie für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 8.000,00 EUR ausgewiesen. Außerdem sind in dieser Position periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 10.826,83 EUR (Vorjahr: 33.509,41 EUR) enthalten. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen ausschließlich auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Sonstige Angaben Sämtliche Sachanlagen in Höhe von 132.259,00 EUR (Vorjahr: 163.962,00 EUR) werden im Rahmen eigener Tätigkeit genutzt. Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 8 kaufmännische Mitarbeiter, davon 5 Vollzeitbeschäftigte und 3 Teilzeitbeschäftigte. Auf die Angabe der Gesamtbezüge für Mitglieder der Geschäftsführung wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Angaben zur Geschäftsführung im Geschäftsjahr
Unterschrift der Geschäftsführung
Bielefeld, 11. März 2024, gez. Werner Schönfeld Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die klarwert GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der klarwert GmbH, Bielefeld (im Folgenden "Gesellschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §§ 340k, 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die A ussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümer ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Gensingen, 22. April 2024, Audit
GmbH
gez. Jürgen App, Wirtschaftsprüfer Lagebericht1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen 1.1 Geschäftstätigkeit klarwert verfügt über die Erlaubnis nach § 15 WpIG zur Erbringung der Dienstleistungen Finanzportfolioverwaltung, Anlagevermittlung sowie Abschlussvermittlung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). klarwert erbringt die Dienstleistung Finanzportfolioverwaltung für die Kunden der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG. Sie bedient sich dabei einer digitalen Plattform, die durch Prozessautomatisierung eine signifikante Effizienzsteigerung und so noch stärker die Konzentration auf die persönliche Betreuung der Kunden ermöglicht. 1.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch. 1.2.1 Finanzmärkte Die Finanzmärkte sehen Zins- und Inflationsgipfel erreicht Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahre 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Beide Notenbanken erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in der Volksrepublik China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Nullcovidpolitik geschwächt wurde. Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahostkonflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls. Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen jedoch eher positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei mehr als doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem in der Jahresendrallye deutlich an zulegten. DAX schließt nahe Rekordhoch Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Der DAX etwa verlor bis zum 17. März 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte eine Erholung der Aktienmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch. Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, auf den Israel mit einer Militäroffensive gegen die Hamas im Gazastreifen antwortete. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein. Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wäre. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 beziehungsweise 43,4 % zulegen 2 Geschäftsverlauf 2.1 Allgemeine Unternehmensentwicklung Im Jahr 2023 erbrachte klarwert die Dienstleistung Portfoliomanagement weiterhin exklusiv für Kunden der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG. Neben dem Russland-Ukraine-Konflikt mit all seinen Nebenwirkungen, wurde im Jahr 2023 auch der, durch den Überfall der Hamas auf Israel wieder aufflammende Nahost-Konflikt, zum zentralen Belastungsfaktor an den Finanzmärkten. Trotz dieser Herausforderungen gelang es der klarwert ihre Ziele für das Jahr 2023 zu erreichen. Zum Jahresende betreute klarwert 536 Kunden mit einem Volumen von rund 470 Mio. Euro. 2.2 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Im Jahr 2023 vereinnahmte klarwert aus der Finanzportfolioverwaltung Provisionserträge in Höhe von 4.674.670,03 EUR. Dem standen Aufwendungen inkl. AfA in Höhe von 2.592.602,71 EUR gegenüber. Der Jahresüberschuss nach Abzug von Steuern betrug 1.452.208,61 EUR. klarwert verfügte jederzeit über ausreichende Liquidität, um den laufenden Verpflichtungen nachzukommen. Aufgrund der weiterhin positiven betriebswirtschaftlichen Entwicklung verfügt klarwert nach Ausschüttung in Höhe von 1.700.000,00 EUR über Eigenkapital in Höhe von 2.520.763,71 EUR. Die Provisionserträge konnten im Jahr 2023 von 4.414.240,80 auf 4.674.670,03 EUR gesteigert werden. Die Aufwendungen stiegen im gleichen Zeitraum von 2.258.049,87 € EUR auf 2.592.602,71 EUR. Hauptgrund für die gestiegenen Provisionserträge waren die erfreulichen Zuwächse im verwalteten Vermögen. Dieses konnte sowohl über neue Kunden als auch über Aufstockungen bei Bestandsmandaten generiert werden. Der steigende Grad der Digitalisierung durch Automatisierung interner Prozesse sorgte demgegenüber für Skaleneffekte bei den Aufwandspositionen. Das Wachstum konnte ohne wesentliche Ausweitung des Personalbestandes erreicht werden. 3 Chancen- und Risikobericht 3.1 Chancen Chancen ergeben sich durch den Ausbau bestehender und den Gewinn neuer Vermögensverwaltungsmandate. Dies gelingt durch die Symbiose von persönlicher Betreuung und digitalen Prozessen. Aufgrund steigender Komplexität bei Finanzanlagen und einer Verschiebung der Prioritäten bei Endkunden wird der Bedarf nach Vermögensverwaltung nach Meinung von klarwert weiterhin überproportional wachsen. Mit dem transparenten Geschäftsmodell zahlt klarwert insbesondere auf die Erwartungen und Bedürfnisse der jüngeren (potenziellen) Vermögensverwaltungskunden ein. Durch die steigenden Anforderungen im Bereich der Regulatorik wird es für Marktteilnehmer, die aktuell keine hauseigene Vermögensverwaltung anbieten zunehmend herausfordernder eine solche Lösung zu implementieren. Die Zahl neuer Mitbewerber am Markt hält sich insofern in Grenzen. Gleichzeitig entstehen dadurch für klarwert Chancen, da das Geschäftsmodell von klarwert auch die Betreuung von Partnerbanken im Bereich Finanzportfolioverwaltung beinhaltet. 3.2 Risikocontrollingsystem Die Ausgestaltung des Risikomanagements ist bestimmt durch die Geschäfts- und Risikostrategie. Ziel der Risikostrategie ist die langfristige Sicherung der Existenz der klarwert, insbesondere durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung, Ertragsstabilität und jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität. Dazu identifiziert die klarwert die für sie relevanten Risiken und unterscheidet sie in wesentliche und unwesentliche Risiken. Als relevante Risiken hat die klarwert die operationellen Risiken (wesentlich), das Adressausfallrisiko (unwesentlich), das Marktpreisrisiko (unwesentlich) und das Liquiditätsrisiko (unwesentlich) identifiziert. Die identifizierten Risiken werden jährlich durch die Geschäftsführung analysiert und bewertet. Aus dem Ergebnis werden eventuelle Steuerungsmaßnahmen abgeleitet. klarwert geht keine Risiken zur Ertragssteigerung ein. Die Risikostrategie bezieht sich insbesondere auf die Vermeidung von Risiken aus dem operativen Geschäft. 3.3 Relevante Risiken 3.3.1 Wesentliche Risiken 3.3.1.1. Operationelles Risiko Unter Operationellem Risiko versteht klarwert die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken und dolose Handlungen ein. Vermögensschäden werden nur dann den operationellen Risiken zugerechnet, wenn der eingetretene Schaden eindeutig und ausschließlich auf das Versagen von internen Verfahren, Menschen oder Systemen zurückzuführen ist. Das operationelle Risiko umschließt vor allem folgende Risikoarten:
3.3.2 Unwesentliche Risiken 3.3.2.1 Adressausfallrisiko Dieses Risiko wird als unwesentlich eingeschätzt, da die Granularität der Forderungen aufgrund der Vielzahl der Kunden sehr hoch ist, die Vergütung vierteljährlich berechnet wird und die Bonität der Kunden aufgrund des Geschäftsmodells als sehr gut einzuschätzen ist. 3.3.2.2. Liquiditätsrisiko Ein Liquiditätsrisiko besteht für klarwert in unzureichender kurzfristiger Liquidität, die durch das Eintreten des Adressausfallrisikos sowie operationellen Risiken verursacht werden kann. Die Liquidität von klarwert wird bei der Mutter, Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG, verwahrt. Das Liquiditätsrisiko wird insgesamt als unwesentlich eingestuft. 3.3.2.3. Marktpreisrisiken Da die Kundenvergütung abhängig vom Asset under Management der Kunden ist, besteht für klarwert ein mittelbares Marktpreisrisiko. klarwert trägt diesem Risiko Rechnung, indem im Businessplan mit unterschiedlichen Szenarien kalkuliert wurde. Dies beinhaltet auch die Berücksichtigung der Kostenstruktur, die sich durch einen hohen variablen Anteil auszeichnet. Aufgrund der Ergebnisse dieser Kalkulationen wird das Risiko als unwesentlich eingestuft. 3.4 Gesamtlage klarwert betrachtet die eingesetzten Maßnahmen zur Steuerung und Minderung von Risiken als angemessen und wirksam. 4 Prognose Die klarwert kalkuliert mit einer Steigerung der Assets under Management in den nächsten 5 Jahren auf ca. 1.250 Mio. Euro. Die Steigerung der Asset under Management wird weiter durch Gewinnung von Neukunden und Aufstockungen bei Bestandsmandaten gelingen. Durch den hohen Anteil des Digitalisierungsgrades, der stetig weiter ausgebaut wird, kann die Betreuung der steigenden Assets under Management ohne signifikante Erhöhung der Personalkosten erfolgen. Für das Jahr 2024 plant klarwert ein Jahresergebnis von ca. 1,4 Mio. EUR. Eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen des kalkulierten Ziels ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Investmentprozesses.
Bielefeld, 26.03.2024, gez. Werner Schönfeld |
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