Master Data

Registry
Register court Aachen HRB 16976
Previous
LANCOM Holding GmbH
Registered
7/7/2011
Industry
Computer consultancy activitiesActivities of holding companiesManufacture of communication equipment
Purpose
Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, der Vertrieb und die Vermarktung von Produkten der Informationstechnologie (IT) und der Telekommunikation sowie die Bereitstellung von Service-, Support- und Beratungs-Dienstleistungen. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen, insbesondere zur Beteiligung an anderen Unternehmungen gleicher oder verwandter Art, zur Übernahme ihrer Geschäftsführung und/oder Vertretung, zur Übertragung auch wesentlicher Unternehmensbereiche auf Unternehmungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und zur Errichung von Gesellschaften und Zwiegniederlassungen im In- und Ausland.

Financial Overview

History

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Management

NameRole
Managing Director
Managing Director
Procura
Christian Schallenberg
since 6/22/2017
Procura

Beneficial Owners
Beta

0.00% identified100.00% unresolved

Unresolved chains (1)

Shareholders
Beta

Name
Location
Share
RUSA - Rohde & Schwarz Anlagen GmbH
Germany
100.00%

Balance Sheet Accounts

Profit and Loss Accounts

Account

Financial Report

LANCOM Systems GmbH

Würselen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23

LANCOM SYSTEMS GMBH, WÜRSELEN

A. Grundlagen des Unternehmens

Unsere Gesellschaft ist ein 100% Tochterunternehmen der RUSA - ROHDE & SCHWARZ Anlagen GmbH, München, und wird in dessen Konzernabschluss (kleinster Kreis), sowie in den von der ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München, aufgestellten Konzernabschluss (größter Kreis), jeweils zum 30.06.2023 einbezogen.

Die LANCOM Systems GmbH ist einer der führenden europäischen Hersteller von Netzwerk- und Security-Lösungen für Wirtschaft und Verwaltung. Das Portfolio umfasst Hardware (WAN, LAN, WLAN, Firewalls), virtuelle Netzwerkkomponenten und Cloud-basierendes Software-defined Networking (SDN). Soft- und Hardware-Entwicklung sowie das Hosting des Netzwerk-Managements finden hauptsächlich in Deutschland statt. Die Fertigung der Komponenten findet teilweise in Deutschland statt. Besonderes Augenmerk gilt der Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit. Das Unternehmen hat sich der Backdoor-Freiheit seiner Produkte verpflichtet und ist Träger des vom Bundeswirtschaftsministerium initiierten Vertrauenszeichens "IT-Security Made in Germany". LANCOM Systems wurde 2002 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Würselen bei Aachen. Zu den Kunden zählen KMU, Behörden, Institutionen und Großkonzerne aus aller Welt.

B. Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Wachstum des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hat sich im Kalenderjahr 2022 auf 3,4 % reduziert. Die heimische Industrie hat dies in Form deutlich nachlassender Aufträge aus dem Ausland zu spüren bekommen. Insgesamt aber hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im vergangenen Jahr als widerstandsfähig erwiesen.

So verzeichnete das deutsche BIP im Kalenderjahr 2022 ein Plus von 1,8 %, nachdem es auch im Vorjahr um 2,6 % gestiegen war. Damit ist die deutsche Wirtschaft trotz des Krieges in der Ukraine, Lieferkettenengpässen und der Energiepreiskrise weiter leicht gewachsen. Die Gründe hierfür sind Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie sowie nachlassende Lieferengpässe.

Gleichzeitig stellt sich das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP um den Jahreswechsel negativ dar. Nach zwei leichten Rückgängen im Winterhalbjahr liegt formal eine Rezession vor. Vor allem die Nachfrage auf Endkundenseite, die durch die hohe Inflation und sinkende Reallöhne belastet ist und sich langsam in den Auftragseingangsbüchern der deutschen Industrie bemerkbar macht, hat die nationale wirtschaftliche Entwicklung gebremst.

Vor dem Hintergrund dieser jüngsten Abschwächung der Wirtschaftsdynamik sowie des weiterhin gedämpften weltwirtschaftlichen Umfelds wird für 2023 im Vergleich zum Vorjahr eine Stagnation des BIP-Wachstums erwartet.

Die Entwicklung des deutschen Marktes für Informations- und Telekommunikationstechnologien zeigt sich insgesamt robust mit einem Wachstum von 4,0 % in 2022 und einer Erwartung von 3,8 % für das laufende Kalenderjahr. Wesentlicher Wachstumstreiber ist der Bereich Informationstechnik. Gleichzeitig ist insbesondere im Messtechnikmarkt eine Konsolidierung des globalen Wettbewerbs im Zusammenhang mit steigenden Akquisitionstätigkeiten zu beobachten.

Außenwirtschaft

Der Ausblick für den Außenhandel hat sich etwas eingetrübt. Auch wenn trotz der geopolitischen Unsicherheiten, der zwischenzeitlich drastisch gestiegenen Energiepreise und des schwachen Jahresendes 2022 eine leicht positive Tendenz zu verzeichnen ist, haben sich insbesondere die Exporte in EU-Länder zuletzt abgeschwächt. Mehr als ein Jahr nach der russischen Invasion in der Ukraine haben die deutschen Außenhandelsdaten gezeigt, wie sich die Verflechtung der deutschen und der russischen Volkswirtschaft zunehmend auflöst.

Bei den Außenhandelspreisen machen sich weiterhin die niedrigeren Energie- und Rohstoffpreise bemerkbar. Dem Trend der letzten Monate entsprechend haben sich zudem die Materialengpässe in der Industrie weiter entspannt.

Inflation

Die Entwicklung der Kaufkraftverluste, die im Vorjahr begonnen hat, hält weiterhin an. Die Inflationsrate im Euroraum bewegte sich nach dem Anstieg seit Jahresbeginn 2021 auch im Geschäftsjahr 2022/2023 auf hohem Niveau. Zwar hat sich die Quote im Herbst 2022 und zum Ende des Geschäftsjahres hin etwas abgemildert, doch auch zur Jahresmitte 2023 betrug sie 5,5 %. Mit einer Teuerungsrate von 6,8 % lag Deutschland dabei über dem Durchschnitt der Eurozone.

Für die kommenden Monate werden nachlassende, jedoch immer noch hohe Inflationsraten erwartet. So liegt das aktuelle Prognosespektrum für Deutschland zwischen 5,5 % und 6,0 % für das Jahr 2023. Für 2024 wird von einer Spanne zwischen 2,0 % und 3,1 % ausgegangen, wobei noch keine hinreichenden Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale zu sehen sind. Die anhaltend hohen Preissteigerungen beeinflussen jedoch die Kostenbasis der Unternehmen im Bereich Personal und Zulieferungen.

Die zunächst sehr negativen Auswirkungen auf den EUR haben sich seit Herbst 2022 wieder etwas relativiert. So lag der USD-Kurs Mitte 2023 bei 1,08 USD/EUR.

Arbeitsmarkt

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes stellt sich aktuell verhalten dar. So wurde im letzten Quartal des Jahres 2022 ein neuer Höchstwert mit knapp zwei Millionen offenen Stellen erreicht, der sich im Frühjahr 2023 wieder etwas reduzierte.

Durch eine geringfügige Frühjahrsbelebung verringerte sich auch die Arbeitslosenzahl, jedoch nicht so sehr wie in vergleichbaren Zeiträumen in der Vergangenheit. Im Vergleich zum Vorjahr ist trotz der Berücksichtigung der Geflüchteten aus der Ukraine ein Anstieg der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen.

Auch die geringere Inanspruchnahme von Kurzarbeit und ein leichter Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit konnten die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht wesentlich entspannen.

Beschaffungsmärkte

Die Versorgungslage mit energetischen Rohstoffen hat sich im Laufe des Geschäftsjahres etwas entspannt. Nach einem Höchststand des Rohölpreises der Sorte Brent im Frühjahr 2022 mit mehr als 120 USD pro Barrel ist der Preis in den vergangenen zwölf Monaten auf unter 80 USD gesunken. Ebenso konnten sich die enormen Preisanstiege für Erdgas in den vergangenen Monaten wieder weitgehend normalisieren. Die nationalen Gasspeicher weisen ausreichend hohe Füllstände aus. Auf Grund wirtschaftlicher und klimatischer Einflüsse bleibt dieser Markt jedoch weiterhin volatil.

Der weltweite Halbleitermarkt hat sich nach einem moderaten Wachstum von 3,3 % im Jahr 2022 gedreht. Für das Jahr 2023 wird daher zunächst ein knapp zweistelliger Rückgang erwartet. Haupttreiber sind die anhaltend hohe Inflation und die nachlassende Nachfrage in den Endkundenmärkten. Für 2024 wird hingegen von einer starken Erholung ausgegangen. Da Engpässe innerhalb der Lieferketten und pandemiebedingte Lockdowns im Geschäftsjahr 2022/2023 nur noch eine untergeordnete Rolle spielten, hat sich die Verfügbarkeit von Halbleiterprodukten verbessert und die vormals sprunghaft steigende Preisentwicklung hat sich beruhigt.

Wirtschaftspolitisches Umfeld

Die geopolitische Unsicherheit und die Verschiebung der deutschen Perspektive auf die Sicherheits- und Verteidigungspolitik haben sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. Was die weltweiten Militärausgaben angeht, war 2022 ein weiteres Rekordjahr, wozu in hohem Maße das anhaltende Kriegsgeschehen in der Ukraine beigetragen hat. Die NATO-Norderweiterung - Finnlands Aufnahme im Jahr 2023 und die schwedischen Beitrittsbestrebungen - als Reaktion auf die Auseinandersetzungen verdeutlicht ebenfalls die aktuellen Tendenzen.

Zudem bauen sich weitere internationale Spannungsfelder wie im Indopazifik rund um die Taiwanstraße auf. Wiederkehrend auftretende Zwischenfälle belasten das diplomatische Verhältnis zwischen den Weltmächten USA und China und erhöhen das Konfliktpotenzial. Eine Verschärfung dieser Auseinandersetzungen gefährdet globale Lieferketten und Geschäftsmodelle.

Ausblick

Auch wenn sich die Weltwirtschaft langsam vom anhaltenden Krieg in der Ukraine und den Folgen der Pandemie erholt, erwartet der Internationale Währungsfonds, dass sich das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 auf 2,8 % verlangsamt.

Wesentliche Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Entwicklung sind sowohl auf bestehende geopolitische Spannungen als auch auf die hohe Inflationsrate sowie auf mögliche weitere Turbulenzen im Bankensektor zurückzuführen. Weltweit wird mit einer Teuerungsrate von 7 % für das Jahr 2023 gerechnet, die sich erst im Folgejahr abmildern soll.

Als Reaktion auf den hohen Preisdruck hat die europäische Zentralbank jüngst eine weitere Anhebung der Leitzinsen beschlossen. Diese Entscheidung trifft auf eine bereits belastete Konjunktur in Deutschland und Europa und kann einen Nachfragerückgang sowie eine weitere Stärkung des Euro gegenüber dem USD zur Folge haben.

Trotz des volatilen Umfelds bietet der Bedarf an modernen, vertrauensvollen und zuverlässigen Netzwerktechnologien mit Security-Lösungen Geschäftschancen für LANCOM Systems. Als breit aufgestelltes, kundenorientiertes Unternehmen positionieren wir uns in Zukunftsmärkten und stärken damit unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber möglichen negativen konjunkturellen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen.

II. Geschäftsverlauf

1. Ertragslage

Im Berichtszeitraum wurde ein Auftragseingang in Höhe von 86,5 MEU erzielt. Der Auftragseingang liegt leicht über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (86,4 MEU). Für die Unternehmenssteuerung ist der Auftragseingang ein bedeutender finanzieller Leistungsindikator. Im Vorjahr hatten wir diesen aufgrund des starken vorherigen Wachstums (+24 MEU) und des damit gewachsenen Auftragsbestandes auf Vorjahresniveau prognostiziert. Unsere Erwartungshaltung wurde bestätigt.

Die Umsatzerlöse sind für das Unternehmen eine bedeutsame finanzielle Steuerungsgröße. Im Geschäftsjahr 2022/23 haben wir einen Umsatz in Höhe von 89,2 MEU erzielt. Er liegt mit 22,0 % deutlich über dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres (73,1 MEU) und übertraf unsere moderatere Erwartungshaltung. Gründe für den Anstieg liegen in einer weiteren Belebung der generellen Nachfrage, Abbau von Investitionsrückständen bedingt durch die Corona-Pandemie in Vorperioden sowie erhöhtem Interesse unserer Kunden nach sicherer Netzwerktechnologie. Nachfragesteigerungen sind weiterhin zu konstatieren beim Ausbau von öffentlichen und privaten WLAN-Infrastrukturen, wie zum Beispiel im Bereich der Schulen über das öffentliche Infrastrukturprojekt "Digitalpakt Schulen" sowie im Einzelhandelsbereich. Trotz weiterhin auftretender Bauteile- und Komponentenknappheit gelang eine gute Produktbereitstellung zur Ermöglichung dieses Umsatzwachstumes.

Der Umsatz in Deutschland beträgt 83,1 MEU, was einem Umsatzanteil von 93,1 % am Gesamtumsatz entspricht. Die Umsätze in den Bereichen Router & Gateways (Standortvernetzung), WLAN, Switches, Security Produkte sowie LANCOM Management Cloud entwickelten sich erneut alle positiv.

Die Struktur der Erträge und Aufwendungen ist weitgehend gleichgeblieben. Die Rohertragsquote stieg gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres im Berichtszeitraum auf 56,2 % (55,9 %). Gründe hierfür sind überproportionales Wachstum bei hochwertigeren Produkten, verminderte Ausgabe für den kurzfristigen Zuerwerb von Engpassbauteilen und unterproportional steigende Eingangsfrachtkosten. Die inflationsbedingten Teuerungen auf der Beschaffungsseite wirkten in die Gegenrichtung.

LANCOM Systems erzielte im Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis von 1,1 MEU (Vorjahr -0,4 MEU). Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf 0,9 MEU (Vorjahr: -0,4 MEU). Im Berichtszeitraum wurde die maximale Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 EURO an jeden zum 01.12.2022 Beschäftigten (Auszubildende und studentisch Beschäftigte erhielten 1.100 EURO) ausgezahlt. Das Ergebnis wurde hierdurch um 1,1 MEU belastet. Unter Berücksichtigung dieser ungeplanten Sonderzahlung liegt das Ergebnis im wachstumsorientierten Erwartungskorridor für diesen Zeitraum. Die Steigerung des Ergebnisses basiert auf dem gewachsenen Umsatz. Die Umsatzrendite beträgt 1,0 % (nach -0,6 % im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres). Der Jahresüberschuss stellt einen weiteren bedeutsamen finanziellen Leistungsindikator dar. Dieser beträgt 0,8 MEU und liegt damit um 1,1 MEU über dem Vorjahreswert (-0,3 MEU).

2. Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage der Gesellschaft hat sich gegenüber dem letzten Abschluss zum 30.06.2022 deutlich verändert. Dies spiegelt sich in der gewachsenen Bilanzsumme auf 38,2 MEU wider (Vorjahr: 22,4 MEU).

Durch geringfügige Abnahme des Anlagevermögens und gleichzeitzeitige signifikante Zunahme des Umlaufvermögens, wuchs im Vorjahresvergleich der Anteil des Umlaufvermögens auf 92,2 % (Vorjahr: 87,2 %) der Bilanzsumme. Im Umlaufvermögen erhöhten sich die Vorräte auf 21,4 MEU (Vorjahr: 12,2 MEU). Die Bestandserhöhung reduziert die Gefahr der Lieferunfähigkeit bei Bauteil- und Komponentenengpässen. In den Vorräten entfällt ein Wert von 2,2 MEU auf Schwimmende Ware die sich im Zulauf befindet. Getrieben durch die Umsatzausweitung stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 12,3 MEU (Vorjahr: 7,2 MEU). Ferner wuchsen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 1,3 MEU aus dem vorgenommenen konzerninternen Liquiditätsausgleich (Cash Pooling). Die aktive Rechnungsabgrenzung erhöhte sich auf 0,6 MEU (Vorjahr: 0,3 MEU).

Der Aufbau der Vermögenspositionen wurde in erster Linie finanziert durch eine Kapitalerhöhung in Form von Bareinzahlung der Muttergesellschaft in Höhe von 10,0 MEU. Diese wurde in die Kapitalrücklage verbucht die hierdurch auf 14,5 MEU anstieg (Vorjahr: 4,5 MEU). Eigenkapitalsteigernd wirkte ebenfalls der Jahresüberschuss von 0,8 MEU (Vorjahr: -0,3 MEU). Zum Geschäftsjahresende weist LANCOM Systems ein Eigenkapital in Höhe 14,9 MEU aus (Vorjahr: 4,1 MEU). Die Eigenkapitalquote beträgt an der deutlich gestiegenen Bilanzsumme 39,0 % (Vorjahr 18,2 %).

Mit Ausweitung der Geschäftstätigkeit stiegen die Verbindlichkeiten auf 6,7 MEU (Vorjahr: 4,5 MEU). Ihr relativer Anteil an der Bilanzsumme sank hingegen auf 17,4 % (Vorjahr: 19,9 %). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte betragen 14,1 % (Vorjahr: 16,1 %), die Verbindlichkeiten gegen verbunden Unternehmen 0,1 % (Vorjahr: 0,6 %) und die sonstigen Verbindlichkeiten 3,2 % (Vorjahr: 3,3 %) der Bilanzsumme. Die Bilanzsumme hat sich von 22,4 MEU auf 38,2 MEU erhöht.

Auf der Passivseite erfolgte eine Erhöhung der sonstigen Rückstellungen von 8,9 MEU auf 9,9 MEU. Die Passiven Rechnungsabgrenzungsposten erhöhten sich getrieben von weiter wachsenden mehrjährigen Lizenzverkäufen von 5,0 MEU auf 6,7 MEU.

LANCOM Systems finanziert das Wachstum über Kapitalzufuhr der Muttergesellschaft sowie aus eigenen Erträgen generierter Liquidität. Über den Konzern steht eine jederzeit verfügbare Kreditlinie bereit, die aus heutiger Sicht in ihrer Höhe ausreichend dimensioniert ist und weiteres Wachstum ermöglicht. Die Eigenkapitalquote beträgt 39,0 % (Vorjahr: 18,1 %).

Mit 1,2 MEU (Vorjahr: 0,9 MEU) betrug das Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 1,3 % vom Umsatz (Vorjahr: 1,2 %).

Investiert wurde unter anderem in den Aufbau des internen Testequipments, die Erneuerung unserer Rechenzentrumshardware, zusätzlicher Produktionswerkzeuge, ergänzender Software zur CRM-Datenanalyse sowie Ausstattung unserer Belegschaft.

Die Gesellschaft ist in das Finanzmanagement des Mutterkonzerns eingebunden und kann so zur Unterstützung ihres operativen Geschäfts und zur Steuerung ihrer Finanzrisiken auf dessen Ressourcen und Bankverbindungen zugreifen. Dadurch wird auch eine Optimierung des Zinsergebnisses und der Transaktionskosten aller Beteiligten erreicht. Soweit in diesem Zusammenhang liquide Mittel auf Gruppengesellschaften übertragen werden, versichern wir uns stets, dass diese die entstehenden Verbindlichkeiten zu jedem Zeitpunkt und uneingeschränkt erfüllen können.

Das Unternehmen ist in seinem operativen Geschäft Ausfall- und Währungsrisiken ausgesetzt. Vor Aufnahme sowie im Verlauf einer Geschäftsverbindung prüfen wir regelmäßig die Kreditwürdigkeit unserer Kunden sowie die uns gegebenenfalls zur Verfügung stehenden Sicherheiten. Bei vielen unserer Kunden nutzen wir eine private Kreditversicherung zur Risikoreduktion. Nähere Angaben zur Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten finden sich im Anhang unseres Jahresabschlusses. Währungseinflüsse auf unser operatives Geschäft resultieren unverändert vor allem aus dem US-Dollar.

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist insgesamt als gut zu bezeichnen. Insbesondere durch die erweiterte Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung sowie die Einbindung in das Finanzmanagement des Mutterkonzerns ist das Unternehmen gut vorbereitet, um künftiges Wachstum zu finanzieren wie auch mögliche Rückschläge zu verkraften.

3. Operations (Produktion und Materialwirtschaft) *) Dieser Abschnitt ist kein prüfungspflichtiger Bestandteil des Lageberichts

Die Herstellung der Geräte erfolgt vollständig außerhalb des Unternehmens, während sich das Unternehmen selbst auf die Gebiete Produkt- und Softwareentwicklung, Vermarktung, Vertrieb, Beratung, Schulung, Qualitätssicherung und Auftragsabwicklung konzentriert. Im Geschäftsjahr 2022/23 konnten insgesamt über 990.000 (enthält Hardware, sowie Software, Cloud- und VPN Lizenzen) Produkt-Einheiten abgesetzt werden. Bei der Fertigung der Produkte arbeitet das Unternehmen weiterhin vornehmlich mit Stammpartnern in Deutschland, sowie in Asien zusammen. Durch das Umsatzwachstum konnte die Zusammenarbeit mit allen wesentlichen Partnern weiter ausgebaut werden. Weiterhin setzen wir auf plattformorientierte Produktionsvorgehensweise um weitere Volumensteigerungen zur Optimierung der Materialbezugs- und Fertigungskosten nutzen zu können. Das Beschaffungspreisniveau hat sich im Laufe des Geschäftsjahres auf Grund der weltweiten inflationären Tendenzen sowie weiterhin aufgetretener teurer Zukäufe wegen der Chips- und Bauteileknappheit verschlechtert. Die Engpasssituationen, steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie wachsende Personalkosten bei den Produzenten führten zu spürbaren Preissteigerungen im Bauteile- und Gerätebezugsbereich. Der im Verlauf des Geschäftsjahres stärker werdende Euro im Vergleich zum US-Dollar wirkte reduzierend auf die Beschaffungskosten im Vergleich zur Entwicklung der Vorperiode.

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden Materialien im Gesamtwert von 48,7 MEU eingekauft (Vorjahr: 36,7 MEU). Die Kontakte zu den wichtigsten Lieferanten wurden im Geschäftsjahr 2022/23 weiterhin hauptsächlich durch Videokonferenzen gepflegt. In der abklingenden Corona-Phase fanden aber auch wieder persönliche Begegnungen statt. Aufgrund der weiterhin vorhandenen aber abnehmenden Beeinflussung der Produzierbarkeit von Produkten wegen fehlender Komponenten war der Dialog mit Produktproduzenten, Bauteildistributoren und Bauteilherstellern intensiver als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Dies galt in gleicher Weise für den Kontakt zu unseren Logistikpartnern.

C. Forschung und Entwicklung

Innovationen und Weiterentwicklungen in allen Produktbereichen sowie bzgl. unserer übergeordneten Netzwerk Managementsoftware in Form einer Cloud-Anwendung waren weiterhin Schwerpunkte der Entwicklungstätigkeit im Geschäftsjahr 2022/23. Zahlreiche neue Produkte und Funktionalitäten auf Hardware- und Softwareseite konnten 2022/23 zur Marktreife gebracht werden. Darüber hinaus wurden Konzeptionen und Vorarbeiten erstellt, die in Folgeperioden unser Produktangebot ausbauen.

Die Entwicklungsschwerpunkte in 2022/23 waren:

Die kontinuierliche Funktionserweiterung unseres cloudbasierten Management-Tools. Mit der LANCOM Management Cloud (LMC) lassen sich lokale und standortübergreifende Netze schnell und einfach in Betrieb nehmen, verwalten und überwachen. Die LANCOM Management Cloud wurde 2017 erfolgreich in den Markt eingeführt und erfreut sich auch 2022/23 deutlich wachsender Nachfrage. Ergänzende Funktionalitäten in den Bereichen SD-WAN, SD-LAN, SD-WLAN und insbesondere auch SD-Security konnten produkterweiternd in die LANCOM Management Cloud (LMC) integriert werden. Schwerpunkte im vergangenen Geschäftsjahr waren der Ausbau von Cloudmanaged Securitylösungen für maximale Benutzfreundlichkeit sowie die zum Patent eingereichte Marktneuheit in der WLAN-Optimierung mittels LANCOM Active Radio ControlTM 2.0. Letztere ist eine auf Basis der realen Nutzerdaten sebstlernende Optimierungsautomation aus unserer LANCOM Management Cloud (LMC) heraus, die selbst unter komplexen Bedingungen die bestmögliche Konfiguration in WLAN-Netzwerken ermittelt, visualisiert und mit Integration der Administratoren umsetzten kann.

Die Ergänzung unseres WLAN-Portfolios um neue leistungsstarke Wi-Fi 6 Outdoor Access Points mit der LANCOM OX-6400-Serie sowie der Markteinführung eines ersten Wi-Fi 6E Tri-Band Access Point mit dem LANCOM LX-6500. Zusätzlich zum 2,4 und 5-GHz-Frequenzband nutzt dieser Access Point das exklusiv für WLAN-Anwendungen reservierte 6 GHz-Band. Die daraus resultierende Verdoppelung des Funkspektrums sowie die Exklusivität im 6 GHz-Bereich machen den LANCOM LX-6500 zur zukunftssicheren Basis für Gigabit-WLAN in hoch frequentierten Umgebungen mit hoher Endgeräte-Dichte.

Der weitere Ausbau unseres Router Portfolios mit dem Central Site Gateway LANCOM ISG-5000 sowie der LANCOM 1800er-Serie. In der Unternehmenszentrale verbindet der LANCOM ISG-5000 performant bis zu 1.000 Standorte über hochsicheres IPSec-VPN mit dieser. Die neuen Gigabit-Router der 1800er-Familie sind die passenden leistungsstarken Gegenstellen in der Filial- oder Büroanbindung mit der Zentrale per Glasfaser und Kabelinternet. Optional kann ein zusätzlich integriertes 5G-Modem einen Ausfall des kabelgebundenen Internets absichern oder als mobiler Primärzugang für jederzeit beste Verbindung sorgen.

Die Intensivierung des Service & Trainingsangebotes.

Technologien wie VPN, Wireless LAN und mobiler Datenzugang mit steigenden Bandbreiten- und Sicherheitsanforderungen sowie der Möglichkeit derartige Technologien über die LANCOM Management Cloud (LMC) sicher und einfach zu steuern werden auch in den kommenden Jahren die F&E-Aktivitäten des Unternehmens stark prägen. Wesentliche Chancen für LANCOM Systems liegen im erweiterten Einsatzgebiet neuer Router, auch in virtueller Form, im erweiterten Wireless-LAN-Produktportfolio mit weiter steigenden Übertragungsleistungen und ergänzenden Funktionalitäten, im vergrößertem Switches-Angebot, den neuen Unified Firewall Sicherheitsprodukten sowie unserer LANCOM Management Cloud zur zentralen effizienten Netzorchestrierung, welche neue Kundenlösungen und deutlich effizienteren Netzwerkbetrieb ermöglichen und damit neue Absatzmöglichkeiten schaffen.

D. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

I. Personal- und Sozialbereich

Im Geschäftsjahr 2022/23 waren bei LANCOM Systems im Durchschnitt 393 Mitarbeiter beschäftigt - gegenüber 376 Mitarbeitern im vorhergehenden Geschäftsjahr.

Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2022/23 betrug 36,2 MEU (Vorjahr: 31,1 MEU), wobei auf soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5,2 MEU (Vorjahr: 4,6 MEU) entfielen.

Den Mitarbeitern werden daneben verschiedene Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge angeboten, unter anderem durch Gehaltsumwandlung. Die Vermögensbildung der Mitarbeiter wird durch Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen in voller Höhe unterstützt.

Für die Weiterbildung der Mitarbeiter wurden auch im Geschäftsjahr 2022/23 externe Maßnahmen angeboten. Dieses Angebot wird systematisch ergänzt durch die hausinterne Weiterbildung mit externen Trainern. Zusätzlich können die Mitarbeiter an internen Bildungsangeboten der LANCOM-Akademie teilnehmen und das Weiterbildungsprogramm der Rohde und Schwarz Firmengruppe nutzen.

II. Nachhaltigkeit *) Dieser Abschnitt ist mit Ausnahme zum Umweltmanagementsystem kein prüfungspflichtiger Bestandteil des Lageberichts

LANCOM Systems verfolgt eine Politik der Nachhaltigkeit in allen Aspekten der Unternehmensführung. Das heißt einerseits, mit natürlichen Ressourcen umweltschonend umzugehen und andererseits, die Umweltbelastung durch die eigene Wirtschaftstätigkeit zu minimieren. Die in diesem Sinne getroffenen Maßnahmen schließen ein, alle einschlägigen umweltrechtlichen Richtlinien und Gesetze zu beachten und über die gesetzlichen Regelungen hinaus den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. Wir streben an, CO 2 -Emissionen, Wasserverbräuche sowie Abfallmengen kontinuierlich zu minimieren.

Produkt und Nachhaltigkeit sind für uns untrennbar verbunden. Nachhaltiges Design bezieht alle Phasen und Aspekte des Produktlebenszyklus ein. Das beinhaltet den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ebenso wie den Einsatz umwelt- und klimaschonender Produktionsverfahren und Logistikketten. Bei der Entwicklung der Produkte wird die Einhaltung von Stoffverboten sichergestellt und eine hohe Energie- und Ressourceneffizienz über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleistet, welche der steigenden Bedeutung des Themas EcoDesign gezielt Rechnung trägt. Da viele LANCOM Systems Produkte im Dauerbetrieb genutzt werden versuchen wir insbesondere den Energieverbrauch während des Betriebes zu minimieren, zum Beispiel durch passive Kühlung und den damit einhergehenden Wegfall von Lüftern oder den Einsatz von Schaltnetz- statt Trafonetzteilen. Besonderes Augenmerk wird darüber hinaus auf die Auswahl hochwertiger Bauteile und Komponenten geworfen, die einen langjährigen Einsatz unserer Produkte im Dauerbetrieb ermöglichen und eine schnelle technische Alterung verhindern. Auch die Verpackung der Geräte wird unter Berücksichtigung von Umweltaspekten gestaltet.

Als Unternehmen pflegen wir ethisch und rechtlich korrekte, vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Kunden und Partnern. Gemeinsam mit seinen Partnern und Lieferanten strebt LANCOM Systems an, die CSR-Performance in den Bereichen Arbeits- und Menschenrechte, Umweltschutz, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung stetig zu verbessern. Im Sinne des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) hat das Unternehmen umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Eine zu jedem Zeitpunkt durchführbare Prüfung aller Lieferanten bezüglich der gesetzlich geforderten menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht ist systematisch sichergestellt. Dies ist auch in der konzernweit gültigen Grundsatzerklärung zu Menschenrechten des Unternehmens und in den LANCOM Systems Code of Conduct abgebildet. Diversität und Vielfalt, vor allem auch der eigenen Mitarbeitenden, sehen wir als Bereicherung. Darunter fassen wir insbesondere Geschlechtlichkeit, sexuelle Orientierung, ethnische und soziale Herkunft, Religion, Alter, Körperlichkeit sowie Individualität.

Seit dem Jahr 2015 durchlaufen wir im Rahmen unseres Corporate Social Responsibility (CSR) Ansatzes regelmäßige CSR-Audits von EcoVadis, um unser Nachhaltigkeitsengagement unabhängig bewerten zu lassen. Im Jahr 2023 hat LANCOM Systems 2023 erneut die Auszeichnung Ecovadis Silber für verantwortliches Handeln in Umwelt, Arbeitspraktiken, Ethik und nachhaltiger Beschaffung erhalten.

E. Risikobericht

Als Unternehmen mit wachstumsorientierten Fokus sind wir im Rahmen unseres Betätigungsfeldes einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt. Über die Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, bieten sich Zukunftschancen die wir nutzen möchten. Angemessene, überschaubare und beherrschbare Risiken nehmen wir daher bewusst in Kauf, wenn damit gleichzeitig entsprechende Möglichkeiten verbunden sind, die eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts erwarten lassen. Das Risikomanagement hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe, die Sicherheit, mit der Strategie-, Wachstums- und Ertragsziele erreicht werden sollen, zu erhöhen.

Entsprechend unserer Unternehmenspolitik sind wir bestrebt, Risiken frühzeitig zu erkennen, sie wenn möglich zu vermeiden oder aber, wenn nicht abwendbar, durch geeignete Maßnahmen zu beherrschen. Zur Reduktion des unternehmensinternen Risikos besitzt LANCOM Systems eine Reihe von Organisationsanweisungen, die allen Mitarbeitern jederzeit über eine speziell hierfür eingerichtete Datenbank zur Verfügung stehen. Ferner ist unser Controlling- und Reportingsystem speziell auf den Geschäftszweck und die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst. LANCOM Systems verfolgt das Vier-Augen-Prinzip und achtet auf die Einhaltung der Funktionstrennung. Regelmäßige interne Besprechungen und Reports dienen auch der Aufdeckung und Kommunikation interner und externer Risiken.

Im Folgenden werden Risiken beschrieben, die nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens haben können (zu Finanzrisiken verweisen wir auf die Ausführungen im Abschnitt "Vermögens- und Finanzlage"). Darüber hinaus können Risiken auf unsere Geschäftsaktivitäten Einfluss nehmen, die derzeit noch unbekannt sind.

Kontinuierlicher Wandel prägt die weltweiten Märkte für unsere Produkte, Lösungen und Dienstleistungen. Auch die Marktnachfrage ist Veränderungen unterworfen, die zum Teil durch rasante und signifikante Veränderungen infolge der Einführung innovativer Technologien bedingt sein können. Wettbewerber, die ihr Geschäft mit neuen Portfolioelementen erweitern oder neue Geschäftsmodelle einführen wollen, könnten zu dem Verlust von Marktanteilen führen. LANCOM Systems begegnet diesem Risiko, indem das Unternehmen sowohl bestehende als auch potenzielle Wettbewerber kontinuierlich beobachtet wie die Markteintrittsbarrieren. Weiterhin pflegen wir den Informationsaustausch mit Industrieverbänden. Ebenso kontinuierlich überwachen und analysieren wir Markt- und Wettbewerbsdaten, um ungünstige Entwicklungen des Wettbewerbsumfelds besser voraussehen zu können. Außerdem analysieren wir, wie sich die Märkte entwickeln, um zukünftige Entwicklungen besser vorauszusehen. Das ermöglicht es, unsere Produktpalette an künftige Anforderungen rechtzeitig anzupassen und neue Trends zu frühzeitig zu adaptieren. Unser monatliches Kunden- und Produktreporting zeigt stetig die Entwicklung unserer Produkte und das Nachfrageverhalten unserer Kunden.

Globale oder regionale wirtschaftliche und geopolitische Instabilität, wie der Krieg in der Ukraine oder Bedrohungen auf Taiwan mit zunehmenden vielfältigen Unsicherheiten und möglichen Sanktionen könnten die Geschäftstätigkeit von LANCOM Systems negativ beeinflussen. Auch die anhaltende Inflation und die dadurch beeinflusste Kostenbasis im Bereich Personal und Zulieferungen stellen einen Risikofaktor dar. Weltweit hängen künftige Entwicklungen von einer Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Faktoren ab. Ein instabiles politisches, regulatorisches oder wirtschaftliches Umfeld in bestimmten Ländern könnte erhebliche nachteilige geschäftliche Auswirkungen haben. Ob terroristische Anschläge oder Cyberkriminalität im großen Stil - eine Reihe solcher Angriffe auf große Volkswirtschaften könnte die globale Konjunktur schwächen und sowohl das Geschäftsklima als auch das Konsumentenvertrauen einbrechen lassen. Die Folge: der Absatz unserer Produkte und Dienstleistungen könnte sich verändern oder verzögern. Das hätte unmittelbaren Einfluss auf unser Geschäftsergebnis. Um Risiken wie diesen zu begegnen, beobachten wir kontinuierlich Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und geopolitischen Lage.

LANCOM Systems ist zunehmend an großen und komplexen Projekten beteiligt. Zu den Risiken solcher Projekte gehören unerwartete technische Herausforderungen, Verfügbarkeitsprobleme aus der Lieferkettensituation insbesondere im Bereich der Chipsätze und hochwertigerer elektronischer Bauteile, neue Kundenanforderungen im Projektverlauf, unvorhersehbare Entwicklungen an den Projektstandorten, Probleme bei unseren Partnerunternehmen oder logistische und politische Schwierigkeiten. Daraus können erhebliche Mehrkosten, Haftungen oder Vertragsstrafen resultieren. Diesen Risiken begegnen wir durch ein effektives Projekt- und Eskalationsmanagement. Zur Vermeidung überhöhter Vertragsstrafen nutzen wir den firmengruppenweiten Prüfungs- und Genehmigungsweg bereits in der Angebotsphase. Produktrisiken begegnen wir mit einem effektiven Qualitätsmanagementsystem. Gleichzeitig reduzieren wir damit das Risiko einer Inanspruchnahme aus Haftung. Mit Versicherungen schützen wir uns vor verbleibenden Haftungsrisiken oder Schadensfällen.

Bei der Versorgung mit Komponenten und Dienstleistungen sind wir immer mehr auf Zulieferungen angewiesen. Diese Einbeziehung Dritter reduziert unsere Einflussmöglichkeiten auf Produktivität, Qualitätssicherung, Liefertermine und Kosten. Zudem können z.B. Pandemien, sich ändernde politische oder geopolitische Rahmenbedingungen, Naturkatastrophen oder Cyberkriminalität Verzögerungen und Unterbrechungen in unserer Lieferkette verursachen. Marktengpässe können neben Preiserhöhungen auch zu Zeitverzügen und zusätzlichen Kosten führen. Des Weiteren könnten globale politische Beschränkungen Zulieferungen und damit unsere Absatzmöglichkeiten gefährden. Darüber hinaus können Währungseinflüsse unser operatives Ergebnis belasten. Der Krieg in der Ukraine und mögliche weitere Sanktionen beziehungsweise deren direkte Auswirkungen stellen ebenfalls eine Gefahr für die Lieferkette dar. Wir begegnen diesen Risiken durch ein effektives Lieferantenmanagementsystem und gezielte Materialbevorratung bei kritischen Komponenten.

Unserer Geschäftstätigkeit stellt digitale Technologie zur Verfügung. Weltweit ist die Zunahme von Bedrohungen der Cybersicherheit und ein steigendes Maß an Professionalität in der Cyberkriminalität zu beobachten. Diese stellen ein Sicherheitsrisiko für Produkte, Systeme und Netzwerke sowie für die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Daten dar. Insbesondere seit Beginn der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine steigt die Cyberkriminalität. Durch Verbesserungen an der Infrastruktur, an der Zugangsverwaltung und an den Einsatzmöglichkeiten von mobiler Arbeit ließen sich auch während der Pandemie sichere und unterbrechungsfreie Abläufe ermöglichen. Zusätzlich zu den etablierten technischen und organisatorischen Kontrollen stärken wir das Bewusstsein der Mitarbeitenden, Angriffe frühzeitig zu erkennen und verbessert darauf zu reagieren. Um Cyber-Angriffen besser begegnen zu können steht uns über den Konzern ein Cyber Resilience Management und ein permanentes Cyber Response Team zur Verfügung.

Als wachstumsorientiertes Unternehmen sind wir unterschiedlichen, zunehmend komplexeren produkt- und länderbezogenen Regelungen, Gesetzen und Richtlinien ausgesetzt, die unsere Geschäftsaktivitäten und Prozesse beeinflussen. Eine Nichteinhaltung aktueller Vorgaben oder veränderte und neue regulatorische Anforderungen könnten zu behördlichen Strafzahlungen oder anderen Sanktionen, zu Ansprüchen von Dritten, Importbeschränkungen und negativer öffentlicher Aufmerksamkeit führen. Dies könnte unvorhergesehene Kosten zur Folge haben und sich negativ auf unsere Finanzlage sowie auf die Markteinführung von Produkten auswirken. Risiken könnten außerdem durch Auswirkungen aus den Regelungen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (Environment, Health and Safety, EHS) entstehen, insbesondere durch die Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (Restriction of Hazardous Substances, RoHS) und die Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemicals, REACH). Wir sind zur Einhaltung und Sicherstellung der Anforderungen verpflichtet, um die Produktsicherheit zu gewährleisten.

Zusätzlich verarbeiten wir als global agierendes Unternehmen personenbezogene Daten von Mitarbeitenden, von Kunden sowie aus Geschäftspartnerschaften. Dabei sind wir an verschiedene Gesetze und Bestimmungen gebunden. Um den zuvor genannten Risiken entgegenzuwirken, überwachen wir das politische und regulatorische Umfeld in unseren Schlüsselmärkten, um mögliche Problembereiche zu identifizieren und zeitnah unsere Geschäftsaktivitäten und Prozesse an die veränderten Bedingungen anzupassen. Außerdem geben wir interne Regelungen und Vorgaben heraus und führen kontinuierlich Schulungsprogramme durch. Zusätzlich ergänzen interne Prüfungen im Hinblick auf die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften unser Maßnahmenportfolio. Zur Einhaltung von Compliance-Vorgaben folgen wir den Regelungen des Konzerns und setzen diese adäquat um.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind wir davon abhängig, hoch qualifizierte Fachkräfte einzustellen und an uns zu binden. Die begrenzte Verfügbarkeit entsprechender Fach- und Führungskräfte auf dem Arbeitsmarkt hat zu einem intensiven Wettbewerb geführt. Wir ergreifen Maßnahmen, die den beschriebenen Risiken begegnen und ihre negativen Auswirkungen mindern sollen und halten engen Kontakt zu den in Standortnähe befindlichen namhaften Hochschulen.

Einzelne oder aggregierte Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden oder eine nachhaltige und wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage nach sich ziehen könnten, sind gegenwärtig nicht festzustellen oder bewegen sich im Rahmen der üblichen Marktschwankungen. Allerdings können solche Risiken niemals vollständig ausgeschlossen werden.

F. Chancen und Prognosebericht

Für das Geschäftsjahr 2023/2024 erwarten wir, immer abhängig vom weiteren Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in unserem inländischen Hauptmarkt aber auch dem Wachstum in relevanten angrenzenden europäischen Absatzmärkten, unsere gute Position weiter festigen und ausbauen zu können.

Neue Anwendungen wie Digitalisierung der Wirtschaftsprozesse, Cloud Computing, Arbeiten aus dem Homeoffice, Künstliche Intelligenz, Big Data mit adäquaten Auswertungsmöglichkeiten und Gigabit Trends sowie die intensive Nutzung von Tablet Computern und Smartphones mit Internetzugang eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten und erlauben häufig eine schnelle Amortisation der erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur. In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen techconsult sowie dem Handelsblatt Research Institute hat LANCOM Systems zur Jahreswende eine Studie zur digitalen Souveränität durchgeführt. Als ein zentrales Ergebnis zeigt sich, dass digitale Souveränität im Bewusstsein der Unternehmen verankert ist. Ungefähr 70% der Befragten aus dem IT-Bereich schätzen den Stellenwert des Themas hoch ein, allerdings wird sie größtenteils noch nicht erreicht. Aus der Auflösung dieser Diskrepanz ergibt sich für LANCOM Systems in unseren Hauptabsatzmärkten zusätzliches Marktpotential.

Weiterhin führen die in Folge bedrohender Schadsoftware und zunehmenden Hackerangriffen gestiegenen Sicherheitsbedürfnisse vieler Unternehmen und Anwender sowie der forcierte Breitbandausbau mit weiterwachsenden Übertragungsvolumen zu steigender Nachfrage nach sicheren und absichernden Endgeräten mit höheren Übertragungsraten am Ende der Leitungs- bzw. Übertragungswege.

Der Ausbau von Glasfaseranschlüssen oder anderer breitbandiger Kabelübertragung schreitet weiter voran und erfasst mittlerweile auch Regionen außerhalb der zunächst im Fokus stehenden Ballungsräume. In Gebieten ohne leitungsgebundene breitbandige Internetversorgung steht zumeist 4G-LTE oder inzwischen auch 5G Technologie zur Verfügung, welche von den Anbietern mittlerweile auch zu sinkenden Preisen angeboten wird.

LANCOM Systems hat in den vergangenen Jahren konsequent Technologien und Produkte für diesen wachsenden Markt zur Serienreife gebracht und kann die Bereiche Router & Gateways (WAN / VPN), Firewalls, Wireless LAN (WLAN), Switches sowie "mobiler" bzw. "fester drahtloser" Datenzugang (4G / 5G) mit sicheren, performanten und langlebigen Produkten und Software umfassend abdecken. Besondere Wachstumsimpulse erwarten wir weiterhin von unserem übergeordneten Softwaresteuerungssystem zur einfachen, agilen Orchestrierung und Verwaltung zunehmend komplexer werdender Netzwerke - der LANCOM Management Cloud. Hardwareseitig werden weitere Wachstumsimpulse aus allen Produktbereichen Router, WLAN, Switches und Firewalls erwartet.

Positive Marktchancen sehen wir insbesondere in der Einführung unserer leistungsstärkeren 1800er Routerfamilie, die im Zusammenspiel mit unserer in Deutschland betriebenen LANCOM Management Cloud skalierbare, effiziente und sichere Netzwerke administrationsfreundlich ermöglicht (SD-WAN Lösungen).

Den Bedarf zur sicheren und effizienten Anbindung von Home- und Mobile Office Mitarbeitern werden wir mit einem zusätzlichen softwarebasierten Angebot über unsere LANCOM Management Cloud adressieren. Kernstück ist ein Cloudgemanagter LANCOM Trusted Access Client (LTA), der automatische Inbetriebnahme, Endpoint-Security, anwendungsbezogene Zugriffssteuerung, zentrales User-Management und Mehrfaktorauthentifizierung für Unternehmensanbindungen sowie zusätzlich ein Single-Sign-On für externe Cloud-Anwendungen bietet. Damit ist ein sicherer und skalierender Remote-Access für Mitarbeitende im Home- und Mobile Office von Kleinstinstallationen bis hin zu zehntausenden von Arbeitsplätzen möglich. Insbesondere mittleren und große Unternehmen und Verwaltungen bieten wir hiermit einen neuen deutschen LANCOM Systems Lösungsansatz der uns weitere Wachstumsfelder erschließt.

Im WLAN Bereich erkennen wir deutliches Marktinteresse aus dem Zusammenspiel unserer Access-Points mit der in der LANCOM Management Cloud implementierten selbstlernenden Automations-Lösung LANCOM Active Radio ControlTM zur Optimierung von WLAN-Installationen auf Basis realer Nutzungsdaten. Hiermit ermöglichen wir effizientere WLAN-Infrastrukturen und minimieren den Arbeitsaufwand für IT-Administratoren. Mit diesem erweiterten Produktangebot adressieren wir weiterhin gezielt auch die Projekte im Bereich Digitalpakt Schule sowie im öffentlichen Bereich, für die wir uns als backdoorfreier und DSGVO-konformer europäischer Hersteller bestens gerüstet sehen. Projektabrufe im nennenswerten Umfang erwarten wir auch im kommenden Geschäftsjahr aus diesen öffentlichen Bereichen.

Ergänzt wird dies durch unser konsequent und stimmiges Switches Angebot, welches in den kommenden Monaten weiter ausgebaut wird und von dem wir uns weiterwachsende Marktanteile erhoffen. Vertrieblich werden wir unseren begonnenen "Direct Touch Vertriebsansatz" (direkte Betreuung von relevanten Endkunden) weiter ausbauen und uns zusätzlich auf öffentliche Auftraggeber fokussieren.

Die Zusammenarbeit mit Netzbetreibern bietet weiteres Wachstumspotential. Parallel arbeiten wir an unserer weiteren Internationalisierung, insbesondere im europäischen Raum.

Einkaufsseitig haben die inflationären Einwirkungen zu einer Verteuerung von Bauteilen und Produkten geführt. Der etwas stärker werdende Euro wirkt preisdämpfend. Durch Einführung und Verkauf hochwertigerer Produkte und wachsende Lizenzerlöse planen wir mit einer leicht wachsenden Marge. Sollten die inflationären Tendenzen eine erneute höhere Dynamik bekommen würden auch wir mit Preiserhöhungen reagieren.

Insgesamt können wir auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023/24 zurückblicken. Der erzielte Umsatz in Höhe von 89,2 MEU lag deutlich über der Planung von 79,4 MEUR. Beim Ergebnis konnte (bereinigt um die zusätzlich gezahlte Inflationsausgleichsprämie i.H. von 1,1 MEUR) der geplante Wert (1,9 MEUR) leicht übertroffen werden. Der Auftragseingang lag (nach sehr starkem Anstieg im Vorjahr) wie erwartet bei 86,5 MEUR (Plan: 86,4 MEUR).

Für das neue Geschäftsjahr erwarten wir einen weiter steigenden Auftragseingang von ca. 100 MEUR, einen Umsatz von ca. 97 MEUR sowie ein Ergebnis i.H. von 3,7 MEUR. Wie weit sich diese im Rahmen der Budgetierung für das Jahr 2023/24 gesetzten Ziele realisieren lassen, hängt dabei im hohen Maße von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung unserer Absatzmärkte sowie weiter verbesserten Lieferketten ab.

Im Geschäftsjahr 2023/24 werden die Personalkosten wie auch die anderen Sachkosten ansteigen. Bei den Investitionen gehen wir in 2023/24 von einem leicht wachsenden Volumen im Vorjahresvergleich aus.

Die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft erscheint in ausreichender Weise gesichert, um die Geschäftsprognose mit guter Liquiditätsausstattung bewältigen zu können.

Auch für die folgenden Geschäftsjahre blicken wir optimistisch nach vorne und erwarten deutlich steigende Auftragseingänge, Umsatzvolumina und wachsende positive Ergebnisse.

 

Würselen, den 22. August 2023

Ralf Koenzen, Geschäftsführer

BILANZ ZUM 30. JUNI 2023

LANCOM SYSTEMS GMBH, WÜRSELEN

AKTIVA

30.6.2023
EUR
30.6.2022
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 2.420.650,82 2.518.802,39
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 620.149,80 1.190.762,26
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 620.149,80 1.190.762,26
II. Sachanlagen 1.800.501,02 1.328.040,13
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 112,61 247,74
2. technische Anlagen und Maschinen 44.985,07 62.121,99
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.715.478,52 1.219.720,40
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 39.924,82 45.950,00
B. UMLAUFVERMÖGEN 35.250.672,55 19.553.381,69
I. Vorräte 21.361.770,17 12.171.850,72
1. fertige Erzeugnisse und Waren 21.361.770,17 12.171.850,72
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 13.798.056,69 7.374.405,60
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.292.768,64 7.200.795,39
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.367.026,98 6.948,20
3. sonstige Vermögensgegenstände 138.261,07 166.662,01
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 90.845,69 7.125,37
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 566.562,08 345.858,04
38.237.885,45 22.418.042,12

PASSIVA

30.6.2023
EUR
30.6.2022
EUR
A. EIGENKAPITAL 14.908.536,29 4.069.225,12
I. Gezeichnetes Kapital 500.000,00 500.000,00
II. Kapitalrücklage 14.500.000,00 4.500.000,00
III. Verlustvortrag/Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -930.774,88 -627.247,78
IV. Jahresüberschuss /-fehlbetrag 839.311,17 -303.527,10
B. RÜCKSTELLUNGEN 9.939.889,36 8.925.912,48
1. Steuerrückstellungen 56.798,61 8.910,45
2. sonstige Rückstellungen 9.883.090,75 8.917.002,03
C. VERBINDLICHKEITEN 6.670.710,92 4.459.590,45
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.386.274,35 3.601.119,27
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 57.022,84 125.009,81
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.227.413,73 733.461,37
- davon aus Steuern: EUR 1.075.370,65 (Vorjahr: EUR 438.832,34)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.859,46 (Vorjahr: EUR 206,00)
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 6.718.748,88 4.963.314,07
38.237.885,45 22.418.042,12

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23

2022/23
EUR
2021/22
EUR
1. Umsatzerlöse 89.249.116,33 73.141.814,66
2. sonstige betriebliche Erträge 933.707,47 879.050,37
3. Materialaufwand -39.059.378,12 -32.233.768,21
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -39.059.378,12 -32.233.768,21
4. Personalaufwand -36.150.694,08 -31.091.352,34
a) Löhne und Gehälter -30.971.132,95 -26.471.547,48
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -5.179.561,13 -4.619.804,86
- davon für Altersversorgung: EUR 62.461,42 (Vorjahr: EUR 48.141,50)
5. Abschreibungen -1.257.665,14 -1.301.890,06
6. sonstige betriebliche Aufwendungen -12.623.047,97 -9.806.620,12
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 21.206,64 1.765,74
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -179.755,23 -4.668,43
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -77.156,73 128.790,29
10. Ergebnis nach Steuern 856.333,17 -286.878,10
11. sonstige Steuern -17.022,00 -16.649,00
12. Jahresüberschuss /-fehlbetrag 839.311,17 -303.527,10

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23

LANCOM SYSTEMS GMBH, WÜRSELEN

A. Aufstellungs-/Gliederungsvorschriften

Die LANCOM Systems GmbH hat ihren Sitz in Würselen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Aachen unter HRB 16976 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss zum 30. Juni 2023 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 242 - 256a und 264 - 288 i. V. m. § 42 GmbHG) aufgestellt.

Die Gesellschaft unterliegt den Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind nach den Bestimmungen der §§ 266 und 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätzen nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§§ 265 Abs. 1 Satz 2, 266 ff. HGB).

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert, abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Geringwertige Anlagegüter mit einem Wert von EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 werden in einem Sammelposten in Anlehnung an § 6 Abs. 2a EStG linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Die Vorräte sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung von niedrigeren Wiederbeschaffungskosten sowie Reichweitenabschlägen angesetzt. Der Bewertung die fertigen Erzeugnisse und Waren liegen gleitende Durchschnittseinstandspreise zugrunde. Bestandsrisiken bei Vorräten ist durch angemessene Bewertungsabschläge Rechnung getragen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nennwerten angesetzt.

Die Rückstellungen sind vorsichtig bemessen. Sie tragen erkennbaren Verpflichtungen und Risiken in kaufmännisch vernünftiger Weise Rechnung und sind mit ihren voraussichtlichen Erfüllungsbeträgen angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen sind mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

C. Angaben zur Bilanz

Aktiva

Anlagenspiegel

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Der Betrag der Forderungen gegen verbundene Unternehmen ergibt sich aus dem saldierten Bestand der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der jeweiligen Gesellschaft mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen Mitzugehörigkeiten zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 83.707,07 (Vorjahr: EUR 63.573,57), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 56.625,37).

Des Weiteren bestehen Forderungen gegenüber dem Mutterkonzern in Höhe von EUR 1.283.319,91 (Vorjahr: EUR 0,00).

Passiva

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten ausschließlich Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten.

Für die Überhangmaterialabnahme von unseren Produzenten wurde eine Rückstellung in Höhe von EUR 148.498,85 gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr.

Der Betrag der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ergibt sich aus dem saldierten Bestand der Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen Mitzugehörigkeiten zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 149.737,49 (Vorjahr: EUR 97.375,86) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 92.714,65 (Vorjahr: EUR 56.625,37). Des Weiteren bestanden Verbindlichkeiten gegenüber dem Mutterkonzern in Höhe von 0,00 (Vorjahr: EUR 84.259,32).

Latente Steuern

Es bestehen aktive Steuerlatenzen aus Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, die aus der unterschiedlichen Bewertung der Rückstellung für Urlaubsansprüche resultieren. Daraus ergeben sich insgesamt aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 56. Der Berechnung der latenten Steuern wurde ein Gesamtsteuersatz von 33,2 % zu Grunde gelegt. Da eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, wird von dem Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht.

D. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten:

2022/23
TEUR
Deutschland 83.053
Europa ohne Deutschland 4.950
Amerika / Afrika / Naher Osten / Asien / Australien-Ozeanien 1.246
89.249

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 51 enthalten. Sie resultieren im Wesentlichen aus Rückvergütungen und Kostenerstattungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 209 enthalten. Sie resultieren aus Kostenrechnungen für das Geschäftsjahr 2021/2022.

E. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter während des Geschäftsjahres betrug 415 (Vorjahr: 399), davon waren durchschnittlich 15 (Vorjahr: 16) Mitarbeiter zu ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium beschäftigt und 7 (Vorjahr: 7) in der Freistellungsphase (z. B. Altersteilzeit, Elternzeit). Damit ergibt sich eine Arbeitnehmerzahl i. S. v. § 267 Abs. 5 HGB von 393 (Vorjahr: 376), davon waren 19 (Vorjahr: 21) Personen Aushilfen.

Organe der Gesellschaft

Der Geschäftsführung gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr die nachfolgenden Personen an:

Herr Ralf Eric Koenzen, Vorsitzender, Chief Executive Officer (CEO)

Herr Uwe Neumeier, bis 06.12.2022, Chief Sales Officer (CSO, CDO)

Die Angabe der Gesamtbezüge unterbleibt nach §286 Abs. 4 HGB.

Gemäß § 3 der Satzung der LANCOM Systems GmbH gehört weiterhin zu den Organen der Gesellschaft ein Aufsichtsrat. Diesem gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr die nachfolgenden Personen an:

Herr Bosco Novak, Vorsitzender

Herr Carl-Thomas Epping

Herr Nikolas Brink

Der Aufsichtsrat ist kein Aufsichtsrat im klassischen Sinne; seine Aufgaben sind in § 9 der Satzung beschrieben.

Konzernabschluss

Die ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, München (Amtsgericht München HRA 16270), stellt für den größten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Die RUSA - ROHDE & SCHWARZ Anlagen GmbH, München (Amtsgericht München HRB 73851), stellt für den kleinsten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Die Konzernabschlüsse und die Konzernlageberichte werden beim elektronischen Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de) veröffentlicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

30.06.2023
TEUR
Verpflichtungen zahlbar im Geschäftsjahr 2023/2024 1.831
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: TEUR 0
Verpflichtungen ab Geschäftsjahr 2024/2025 bis Geschäftsjahr 2027/2028 4.352
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: TEUR 0
Verpflichtungen zahlbar ab Geschäftsjahr 2028/2029 0
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: TEUR 0
6.183

Abschlussprüferhonorar

Bezüglich der Angaben über das Abschlussprüferhonorar macht die Gesellschaft von dem Wahlrecht nach § 285 Nr. 17 HGB Gebrauch, die Angabe im Konzernanhang vorzunehmen.

 

Würselen, 22. August 2023

LANCOM Systems GmbH

Ralf Eric Koenzen, Geschäftsführer

Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am: 8. November 2023

Ergebnisverwendung:

Der Jahresüberschuss in Höhe von 839.311,17 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

München, 08.11.2023

RUSA - Rohde & Schwarz Anlagen GmbH

Mario Paoli

Patrick Pötschke

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.07.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
30.06.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.747.839,68 48.437,80 0,00 0,00 4.796.277,48
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 653,00 0,00 0,00 0,00 653,00
2. technische Anlagen und Maschinen 398.028,71 0,00 0,00 0,00 398.028,71
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.335.099,42 1.071.150,95 0,00 45.950,00 5.452.200,37
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 45.950,00 39.924,82 0,00 -45.950,00 39.924,82
4.779.731,13 1.111.075,77 0,00 0,00 5.890.806,90
9.527.570,81 1.159.513,57 0,00 0,00 10.687.084,38
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.07.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
30.06.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.557.077,42 619.050,26 0,00 4.176.127,68
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 405,26 135,13 0,00 540,39
2. technische Anlagen und Maschinen 335.906,72 17.136,92 0,00 353.043,64
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.115.379,02 621.342,83 0,00 3.736.721,85
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
3.451.691,00 638.614,88 0,00 4.090.305,88
7.008.768,42 1.257.665,14 0,00 8.266.433,56
NETTOBUCHWERTE
30.06.2023
EUR
30.06.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 620.149,80 1.190.762,26
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 112,61 247,74
2. technische Anlagen und Maschinen 44.985,07 62.121,99
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.715.478,52 1.219.720,40
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 39.924,82 45.950,00
1.800.501,02 1.328.040,13
2.420.650,82 2.518.802,39

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERs

An die LANCOM Systems GmbH, Würselen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der LANCOM Systems GmbH, Würselen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LANCOM Systems GmbH, Würselen, für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unsere Prüfungsurteile zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Grünwald b. München, den 23. August 2023

LKC Grünwald GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Malte Thalemann, Wirtschaftsprüfer

Robert Beck, Wirtschaftsprüfer

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