Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 88569
Vorher
Nuon Deutschland GmbH
Eingetragen
23.7.2004
Branche
Tätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernWärme- und KältehandelSpeichern von Gas zu Versorgungszwecken
Gegenstand
Der Vertrieb und die Belieferung von Energie an Kunden im Inund Ausland, die Errichtung und der Betrieb von Anlagen zur Erzeugung, Speicherung, Fortleitung oder Abgabe von Energie, der Energie- und Emissionshandel. Hierzu zählt auch die Erbringung von Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit den genannten Tätigkeiten stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Simone Deckers
seit 25.9.2021
Geschäftsführer
René Kulschewski
seit 19.8.2019
Prokura
Josef Thomas Sepp
seit 13.2.2013
Geschäftsführer
André Friedrich
seit 12.3.2012
Prokura
Alexander Emmrich
seit 11.2.2009
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
17.000.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

lekker Energie GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 28.530,00 63.771,00
2. Geleistete Anzahlungen 783,27 783,27
29.313,27 64.554,27
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 917.295,00 913.594,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.414,00 19.881,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 489.017,00 517.938,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 9.300,50
1.418.726,00 1.460.713,50
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 175.011,00 175.011,00
175.011,00 175.011,00
1.623.050,27 1.700.278,77
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 20.884,52 54.107,50
20.884,52 54.107,50
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.515.120,53 23.927.086,10
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 40.380.880,00 39.960.474,34
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.851.930,33 1.418.842,85
77.747.930,86 65.306.403,29
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 31.509.785,46 45.661.428,72
109.278.600,84 111.021.939,51
C. Rechnungsabgrenzungsposten 68.829,07 282.341,48
110.970.480,18 113.004.559,76

PASSIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 17.000.000,00 17.000.000,00
II. Jahresüberschuss 0,00 0,00
17.000.000,00 17.000.000,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.352.878,58 2.385.586,56
2. Sonstige Rückstellungen 20.671.844,64 12.312.025,26
23.024.723,22 14.697.611,82
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 21,15
2. Erhaltene Anzahlungen 2.210.443,39 9.112,05
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.112.634,98 18.836.696,32
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 39.231.358,68 49.184.138,40
davon gegenüber Gesellschafter EUR 39.111.602,15 (Vorjahr: EUR 49.064.913,19)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 10.391.319,91 13.276.980,02
davon aus Steuern EUR 4.220.634,60 (Vorjahr: EUR 3.672.701,79)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 7.077,41 (Vorjahr: EUR 14.632,51)
70.945.756,96 81.306.947,94
110.970.480,18 113.004.559,76

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 508.753.099,77 426.635.664,03
2. Energiesteuer -25.689.361,64 -28.276.765,94
Umsatzerlöse ohne Energiesteuer 483.063.738,13 398.358.898,09
3. Sonstige betriebliche Erträge 3.152.130,32 2.730.510,85
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -392.156.657,66 -323.160.166,96
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -14.325.819,55 -11.682.512,53
-406.482.477,21 -334.842.679,49
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -12.933.531,33 -12.995.839,29
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.509.032,45 -2.480.546,58
davon für Altersversorgung EUR 168.113,27 (Vorjahr: EUR 270.104,00) -15.442.563,78 -15.476.385,87
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -354.001,00 -421.188,86
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -27.490.033,77 -16.281.807,89
8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 324.216,43
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.810.582,01 197.595,05
davon aus verbundenen Unternehmen 1.214.707,40 0,00
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -36.706,00 -7.943,04
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -93.886,92 0,00
12. Ergebnis nach Steuern 39.126.781,78 34.581.215,27
13. Sonstige Steuern -15.179,63 -2.221,00
14. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn -39.111.602,15 -34.578.994,27
15. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

lekker Energie GmbH, Berlin

I. Allgemeine Angaben

Aufbau von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss der lekker Energie GmbH, Berlin, im Folgenden lekker Energie, (Amtsgericht Charlottenburg, HRB 88569 B), wurde nach §§ 242 ff., 264 ff. des HGB und den einschlägigen Vorschriften des GmbHG sowie den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Die lekker Energie erfüllt im Berichtsjahr die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Bei der Aufstellung der Bilanz wurden die Gliederungsvorschriften gem. § 266 HGB beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Ausweis der Umsatzerlöse erfolgt vermindert um die Energiesteuer. Davon-Vermerke zu einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung werden überwiegend im Anhang erläutert.

Alleinige Gesellschafterin der lekker Energie ist die SWK Energie GmbH, Krefeld, im Folgenden SWK Energie genannt. Zwischen der SWK Energie und der lekker Energie besteht ein Ergebnisabführungsvertrag.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Wahl der Bilanzierungsmethoden erfolgt nach dem Prinzip der Stetigkeit. Die für die Aufstellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft maßgebenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Diese werden linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung wird auf Grundlage der steuerlichen AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter ermittelt.

Das Sachanlagevermögen wird im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen und rechtlichen Eigentums mit den Anschaffungskosten abzüglich, soweit abnutzbar, nutzungsbedingter planmäßiger und ggf. außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear vorgenommen. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Die Abschreibung wird auf Grundlage der steuerlichen AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter ermittelt.

Seit 2018 angeschaffte Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 EUR und 1.000 EUR werden in einem Anlagenpool gebucht und linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen auf den niedrigeren beizulegenden Wert außerplanmäßig abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bewertet. In Ausübung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wird der niedrigere beizulegende Wert auch bei einer voraussichtlich vorübergehenden Wertminderung angesetzt.

Die Vorräte betreffen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Diese werden zu Anschaffungskosten mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt.

Die Bewertung der erworbenen CO 2 - Zertifikate erfolgte zu Anschaffungskosten, die dem beizulegenden Wert entsprechen. Die Bewertung der Verpflichtung zum Einsatz der CO 2 - Zertifikate erfolgte in Höhe der gesetzlichen Regelungen mit EUR 30,-- je Tonne Kohlendioxid.

Das Vorratsvermögen wird mit den gebildeten Rückstellungen saldiert und der Überhang wird in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Hinweis: Es erfolgte keine Saldierung von Aufwendungen und Erträgen; von daher auch keine weiteren Angaben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Erkennbare Einzelrisiken bei zweifelhaften Forderungen werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird im Rahmen einer pauschalen Wertberichtigung Rechnung getragen. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten Forderungen aus der Jahresverbrauchsabgrenzung. Diese sind branchenüblich und durch Schätzung des Verbrauchs sowie entsprechender Hochrechnungen ermittelt worden.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden jeweils mit dem Nennwert angesetzt.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags versteuert die Gesellschaft kein eigenes Einkommen. Hinsichtlich der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer besteht eine Organschaft mit der SWK Energie GmbH. Einer Abgrenzung latenter Steuern bedarf es daher nicht.

Der Ausweis und die Darstellung des Eigenkapitals erfolgt nach § 272 HGB unter Berücksichtigung der ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und zum Abschlussstichtag vorliegender Beschlüsse.

Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen werden für alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Dabei wird vorsichtig bewertet. Der Wertansatz erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden, mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn bzw. sieben Jahre laufzeitadäquat abgezinst.

Die Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträge (Strom und Gas) werden in Anwendung des IDW RS ÖFA 3 abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zu Vertragsportfolien zusammengefasst. Es besteht ein angemessenes energiewirtschaftliches Steuerungssystem, aus dem die Verknüpfung zwischen Energiebeschaffungs- und Energieabsatzgeschäften nach der sachlichen und zeitlichen Homogenität der Risiken (u.a. Möglichkeiten der Vertragsanpassung) abgeleitet wurden. Daran orientiert sich der Aufbau der Mengen-, Preis- und Ergebnisplanung. Die konkreten Beschaffungs- und Vermarktungsprozesse sowie deren Überwachung setzen die Vorgaben des Steuerungssystems um. Die durch den Abschluss von Verträgen mit Kunden zu liefernden Mengen an Strom oder Gas werden zusammengefasst über einzelne Geschäftsjahre und je Commodity beschafft. Das Risikomanagementsystem erfasst die jeweiligen Positionen. Die implementierte Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht eine vertragsscharfe Abbildung der Risiken. Zurechenbare Gemeinkosten werden angemessen berücksichtigt. Aktuell sind Lieferzeiträume bis zum Kalenderjahr 2026 betroffen. Bei einem negativen Deckungsbeitrag wird eine Drohverlustrückstellung gebildet.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen werden mit den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen erforderlichen Erfüllungsbeträgen (sog. "Projected-Unit-Credit-Method") ermittelt.

Dabei werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung der "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck sowie einer Gehaltsdynamik von 3,50 % (Vj. 3,00 %), einer Rentendynamik von 1,00 % für beitragsorientierte Leistungszulagen und einer Rentendynamik von 2,00 % für übrige Zusagen. Für die Berücksichtigung der Fluktuation werden unternehmensspezifische alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren in Höhe von 1,82 % (Vj. 1,78 %) abgezinst.

Der auf die Rückstellung für Jubiläumszuwendungen sowie allgemein auf langfristige Rückstellungen anzuwendende durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Geschäftsjahre beträgt bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren 1,74 % (Vj. 1,44 %).

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt für die Pensionsverpflichtungen 72 TEUR (Vj. 312 TEUR). Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen der Abzinsung der Verpflichtung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren (1,82 %) und dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen 7 Jahren (1,74 %).

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist.

Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, werden berücksichtigt. Gewinne werden nur berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind.

II. Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva

Anlagevermögen

Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Entwicklung der Abschreibungen sind im beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

Aufstellung des Anteilbesitzes im Sinne des § 285 Nr. 11 HGB

Anteilsquote Eigenkapital Jahresergebnis
% TEUR TEUR
31.12.2023 2023
lekker Strom Beteiligungs GmbH, Berlin 100,00 118 -6

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.515 23.927
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 40.381 39.960
- davon gegen die Gesellschafterin (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 3.852 1.419
Gesamt 77.748 65.306

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten hauptsächlich Forderungen aus Energieverkäufen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind saldiert mit den fristgleichen und aufrechenbaren Verbindlichkeiten gegenüber der jeweiligen Gesellschaft ausgewiesen. Der Gesamtsaldo in Höhe von 40.381 TEUR (Vj. 39.960 TEUR) setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR Ford. aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Ford. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten Summe
(Vorjahr)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0 40.381 0 - 40.381
(47) (40.000) (-87) (-) (39.960)
davon gegen Gesellschafterin - - - - -
(-) (-) (-) (-) (-)
davon mit einer Laufzeit von mehr als 1 Jahr - - - - -
(-) (-) (-) (-) (-)

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel beinhalten im Wesentlichen Guthaben bei Kreditinstituten.

Passiva

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2023 unverändert 17.000 TEUR.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Innerhalb der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind auch mittelbare Pensionsverpflichtungen ausgewiesen, wenn eine anteilige Deckungslücke zwischen dem Kassenvermögen der Jordan-Vits-Stiftung e.V., Wuppertal, (kurz: JVS) und dem versicherungsmathematisch notwendigen Deckungskapital entsteht. In diesen Fällen bildet das Trägerunternehmen lekker Energie GmbH eine entsprechende Rückstellung.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Aufwendungen aus der Dotierung der Pensionsverpflichtungen werden dem Personalaufwand zugeordnet.

Im Jahresabschluss 2023 wurde das mit dem Zeitwert bewertete Aktivvermögen in Höhe von 178 TEUR mit den unmittelbaren Pensionsverpflichtungen in Höhe von 913 TEUR verrechnet. Weiterhin bestehen noch Rückstellungen für mittelbare Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1.617 TEUR. Die resultierenden Aufwendungen aus der Verrechnung der Erträge in Höhe von 1 TEUR und der Aufwendungen in Höhe von 21 TEUR gemäß § 285 Nr. 25 HGB betragen in Summe 20 TEUR.

Sonstige Rückstellungen

Den Drohverlustrückstellungen liegen insbesondere Unterdeckungen in den zusammengefassten Energiebeschaffungs- und Absatzverträgen Strom und Gas zugrunde. Für negative Deckungsbeiträge bestehen Drohverlustrückstellungen in Höhe von 6.817 TEUR (Vj. 1.782 TEUR). Für weitere Preisrisiken wurde eine Rückstellung in Höhe von 1.568 TEUR gebildet.

Weiterhin wurden sonstige Rückstellungen im Wesentlichen gebildet für Abrechnungsverpflichtungen in Höhe von 4.087 TEUR (Vj. 3.865 TEUR), Personal (Restrukturierungsmaßnahmen, Bonusvergütung, Urlaub) in Höhe von 2.727 TEUR (Vj. 2.909 TEUR), Emissionsrechte in Höhe von 2.154 TEUR (Vj. 1.033 TEUR), Risiken aus Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 1.805 TEUR (Vj. 1.244 TEUR) und Kundenboni in Höhe von 1.103 TEUR (Vj. 1.035 TEUR).

Verbindlichkeiten

Restlaufzeit Gesamtbetrag
bis zu einem Jahr von mehr als einem Jahr davon von mehr als fünf Jahren 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 - - 0 0
- Restlaufzeit Vorjahr (0)
Erhaltene Anzahlungen 2.210 - - 2.210 9
- Restlaufzeit Vorjahr (9)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.113 - - 19.113 18.837
- Restlaufzeit Vorjahr (18.837)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 39.231 - - 39.231 49.184
- Restlaufzeit Vorjahr (49.184)
- davon gegenüber der Gesellschafterin (39.112) - - (39.112) (49.065)
Sonstige Verbindlichkeiten 10.391 - - 10.391 13.277
- Restlaufzeit Vorjahr (13.277) - -
- davon aus Steuern (4.221) - - (4.221) (3.673)
Gesamt 70.945 - - 70.945 81.307
(81.307)

Der Ausweis der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erfolgt saldiert mit den fristgleichen und aufrechenbaren Forderungen gegen die jeweilige Gesellschaft. Der Gesamtsaldo in Höhe von 39.231 TEUR (Vj. 49.184 TEUR) setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR (Vorjahr) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten Ford. aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Ford. Summe
Verbindlichkeiten gegenüber - 39.231 - - 39.231
verbundenen Unternehmen (14.489) (34.695) (-) (-) (49.184)
davon gegen Gesellschafterin - 39.112 - - 39.112
(14.486) (34.579) (-) (-) (49.065)

Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse ohne Energiesteuer setzen sich wie folgt zusammen:

2023 2022
TEUR TEUR
Umsatzerlöse Strom 316.985 262.467
Umsatzerlöse Gas 166.079 135.892
Umsatzerlöse gesamt 483.064 398.359

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich im Inland erzielt.

In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung in Höhe von 32.513 TEUR enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Abrechnung von Mehrmengen.

Sonstige betriebliche Erträge

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von dem Grunde oder der Höhe nach nicht mehr benötigter Rückstellungen, Erträge aus der Forderungsbeitreibung, sowie der Weiterbelastung von Gebühren im Rahmen der Forderungsbeitreibung. In den sonstigen Erträgen sind periodenfremde Erträge von 1.449 TEUR enthalten, welche aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 111 TEUR sowie Erträgen aus abgeschriebenen Forderungen und der Auflösung von Einzelwertberichtigungen in Höhe von 1.338 TEUR resultieren.

Materialaufwand

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe umfassen im Wesentlichen die Strom- und Gasbezugsaufwendungen. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen überwiegend Aufwendungen für das Beschaffungsmanagement und Grünstromzertifikate.

Die Bezugsaufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 15.143 TEUR. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Abrechnung von Mindermengen sowie Netznutzungsentgelten.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beinhalten planmäßige Abschreibungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Vertrieb und Marketing, Kundengewinnung, IT-Kosten sowie Beratungsdienstleistungen und Aufwendungen aus Forderungsverlusten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 1.082 TEUR enthalten. Die periodenfremden Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Bildung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Mehr- und Mindermengenabrechnung für Vorjahre.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge resultieren im Wesentlichen aus Zinserträgen aus der Anlage von Tages- und Festgeldern in Höhe von 1.543 TEUR und aus der konzerninternen Liquiditätsüberlassung an die SWK AG in Höhe von 1.215 TEUR.

Zinsaufwendungen

In den Zinsaufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 19 TEUR (Vj. 20 TEUR) enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen die Körperschaftsteuer 2015 in Höhe von 63 TEUR (Vj. 0 TEUR) und die Gewerbesteuer 2015 in Höhe von 31 TEUR (Vj. 0 TEUR).

IV. Ergänzende Angaben

Haftungsverhältnisse

Es bestehen keine Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten nach § 251 HGB.

Angaben zur Belegschaft

Die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 218 zzgl. 4 Auszubildende. Von den beschäftigten Arbeitnehmern entfallen auf Vollzeitangestellte 176 sowie 42 auf Teilzeitangestellte.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB

31.12.2023
TEUR
Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen 6.539
Bestellobligo 7
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 6.546

Der wesentliche Anteil besteht aus der Mietverpflichtung des Bürogebäudes in Berlin in Höhe von 4.243 TEUR und hat eine Restlaufzeit von 8 Jahren.

Darüber hinaus bestehen branchenübliche langfristige Verpflichtungen aus Strom- und Gasbezugsverträgen.

Abschlussprüferhonorar

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers erfolgen im Konzernanhang der SWK AG, Krefeld, zum 31. Dezember 2023.

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen, marktunüblichen Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen getätigt.

Geschäfte größeren Umfangs gemäß § 6b Abs. 2 EnWG

Geschäfte größeren Umfangs im Sinne der vorstehenden gesetzlichen Regelung wurden mit der SWK Energie getätigt. Die lekker Energie hat von der SWK Energie im Geschäftsjahr 2023 Strom in Höhe von 132.433 TEUR und Gas in Höhe von 91.580 TEUR bezogen.

Geschäftsführerbezüge

Herr Sepp erhielt für das Geschäftsjahr 2023 eine Festvergütung in Höhe von 204 TEUR sowie Sach- und sonstige Bezüge in Höhe von 10 TEUR. Für variable Bezüge wurde eine Tantieme in Höhe von 125 TEUR gewährt.

Frau Deckers erhielt für das Geschäftsjahr 2023 eine Festvergütung in Höhe von 175 TEUR sowie Sach- und sonstige Bezüge in Höhe von 17 TEUR. Für variable Bezüge wurde eine Tantieme in Höhe von 105 TEUR gewährt.

Die Gesamtbezüge für die Geschäftsführung nach § 285 Nr. 9a HGB betrugen insgesamt 636 TEUR. Sie bestehen aus Festvergütungen in Höhe von 379 TEUR, Sach- und sonstigen Bezügen in Höhe von 27 TEUR sowie variablen Bezügen in Höhe von 230 TEUR.

Angaben zum Konzernabschluss

Die lekker Energie GmbH wird in den Konzernabschluss der SWK AG, Krefeld, der dem kleinsten und zugleich größten Konsolidierungskreis entspricht, einbezogen. Der Konzernabschluss wird nach dem HGB aufgestellt und beim Betreiber des Unternehmensregister eingereicht und bekannt gemacht.

Sonstiges

Des Weiteren unterliegt die lekker Energie GmbH als Energiehandelsgesellschaft den Vorschriften des § 6b Abs. 3 EnWG, wonach Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen sind, wenn andere Tätigkeitsbereiche im Sinne des EnWG vorliegen. Da die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sich ausschließlich auf die Tätigkeit Energiehandel bezieht, entfällt somit die gesonderte Darstellung eines Tätigkeitsabschlusses. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen damit der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des Tätigkeitsbereichs "Andere Tätigkeit".

V. Organe der lekker Energie GmbH

Geschäftsführung

Herr Josef Thomas Sepp leitet den "kaufmännischen Geschäftsbereich" und ist als Sprecher der Geschäftsführung der Gesellschaft tätig.

Frau Simone Deckers leitet den "Geschäftsbereich Kunde/Markt".

 

Berlin, 28. März 2024

Josef Thomas Sepp, Geschäftsführer

Simone Deckers, Geschäftsführerin

Anlagenspiegel

Anschaffungskosten
Stand 1.1.2023 Zugang Abgang Umbuchung Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 15.831.449,46 0,00 0,00 0,00 15.831.449,46
2. Geleistete Anzahlungen 783,27 0,00 0,00 0,00 783,27
15.832.232,73 0,00 0,00 0,00 15.832.232,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschliesslich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.344.088,53 51.724,55 0,00 9.300,50 1.405.113,58
2. Technische Anlagen und Maschinen 321.798,25 5.430,67 44.486,61 0,00 282.742,31
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.213.981,85 228.521,28 5.966,40 0,00 2.436.536,73
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 9.300,50 11.895,39 11.895,39 -9.300,50 0,00
3.889.169,13 297.571,89 62.348,40 0,00 4.124.392,62
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 1.075.000,00 0,00 0,00 0,00 ) 1.075.000,00
20.796.401,86 297.571,89 62.348,40 0,00 21.031.625,35
Abschreibungen
Stand 1.1.2023 Zugang Abgang Umbuchung Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 15.767.678,46 35.241,00 0,00 0,00 15.802.919,46
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
15.767.678,46 35.241,00 0,00 0,00 15.802.919,46
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschliesslich der Bauten auf fremden Grundstücken 430.494,53 57.324,05 0,00 0,00 487.818,58
2. Technische Anlagen und Maschinen 301.917,25 3.993,67 35.582,61 0,00 270.328,31
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.688.382,87 257.442,28 5.966,40 0,00 1.939.858,75
Z 7.660,98 Z 0,00 0,00 0,00 Z 7.660,98
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2.428.455,63 318.760,00 41.549,01 0,00 2.705.666,62
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 899.989,00 0,00 0,00 0,00 899.989,00
19.096.123,09 354.001,00 41.549,01 0,00 19.408.575,08
Restbuchwerte
Stand 31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 28.530,00 63.771,00
2. Geleistete Anzahlungen 783,27 783,27
29.313,27 64.554,27
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschliesslich der Bauten auf fremden Grundstücken 917.295,00 913.594,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.414,00 19.881,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 489.017,00 517.938,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 9.300,50
1.418.726,00 1.460.713,50
III. Finanzanlagen
- Anteile an verbundenen Unternehmen 175.011,00 175.011,00
1.623.050,27 1.700.278,77

Z = Zuschüsse, Zu = Zuschreibung

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der lekker Energie GmbH, Berlin

A. Grundlagen der Gesellschaft

Die Unternehmen der SWK AG sind in vier Geschäftsfelder - Energie und Wasser, Entsorgung, Verkehr und Dienstleistungen - unterteilt. Die lekker Energie GmbH ist dem Geschäftsfeld Energie und Wasser zugeordnet. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der SWK Energie GmbH und unterliegt einem Ergebnisabführungsvertrag.

Die lekker Energie GmbH ist auf dem Gebiet der Energieversorgung tätig. Sie entstand Ende 2002 durch formwechselnde Umwandlung der Nuon Deutschland AG und beliefert seitdem Privat- und Geschäftskunden im Kreisgebiet Heinsberg mit Strom. Seit Anfang 2006 beliefert das Unternehmen auch außerhalb von Heinsberg private Haushaltskunden mit Strom und setzte mit "lekker Strom" den Standard für heutige Produktangebote: Energiepreisgarantie, monatliches Kündigungsrecht, Treuebonus und Anbieterwechsel im Internet. Im Sommer 2006 gelang es der lekker Energie GmbH mit "wakker Gas" die Marktmacht der etablierten Gaswirtschaft in Berlin zu brechen; infolgedessen konnten private Haushalte erstmals ihren Gaslieferanten wechseln. Seit 2013 ist die SWK Energie GmbH alleinige Gesellschafterin der lekker Energie GmbH. 2015 positionierte sich die lekker Energie GmbH mit einer neuen Strategieausrichtung und die Kernwerte des Unternehmens rückten in den Mittelpunkt: herausragend im Service, ausgezeichnet im Preis-Leistungs-Verhältnis, verantwortungsvoll für die Umwelt. Schließlich übernahm die lekker Energie GmbH 2019 und 2020 insgesamt drei Energiekundenportfolien von Energieversorgungsunternehmen, womit ihr neben organischem auch anorganisches Wachstum gelang.

Die lekker Energie GmbH beliefert Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden bundesweit mit Strom und Gas. Zwei regionale Hochburgen der Kundenverteilung sind Berlin und Hamburg. Die lekker Energie GmbH versorgt ihre Haushaltskunden zu 100 % mit Energie aus erneuerbaren Energiequellen.

Im Berichtsjahr bietet die lekker Energie GmbH seinen Kunden ein Regionalstromprodukt an. Hergestellt wird der Grünstrom im Agri- und Öko-Solarpark Wilhelm der Firma SFW Solarinvestitionsgesellschaft 1 mbH Co. KG auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube "Tagebau Wilhelm" in Heinsberg.

Sitz der lekker Energie GmbH ist Berlin. Sie operiert an zwei Standorten: Die Zentrale befindet sich in Berlin-Mitte; im nordrhein-westfälischen Heinsberg ist die lekker Energie GmbH Grund- und Ersatzversorger. Die lekker Energie GmbH hat zum Abschlussstichtag eine unmittelbare Tochtergesellschaft, die lekker Strom Beteiligungs GmbH, die sie von Berlin aus steuert.

B. Wirtschaftsbericht

1. Geschäftsergebnis

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse (ohne Energiesteuer) mit 483,1 Mio. EUR (Plan: 453,2 Mio. EUR) und EBIT mit 36,4 Mio. EUR (Plan: 15,6 Mio. EUR) sind besser als ursprünglich geplant.

Im Jahr 2023 mussten mit Blick auf den Anstieg der Beschaffungspreise für 2024 unter Beachtung der Energiepreisgarantien einzelne Tariferhöhungen durchgeführt werden, deren Effekt sich im Berichtsjahr 2023 entfaltet. Jene Tarifanpassungen wurden besonnen und unter der Prämisse einer nachhaltig werthaltigen Kundenbasis umgesetzt. Die höheren Umsatzerlöse (ohne Energiesteuer) spiegeln die notwendigen frühzeitigen Tarifsteigerungen im Endkundenmarkt wider.

Durch die realisierte Umsatzsteigerung wird im Berichtsjahr mit 79,7 Mio. EUR ein höheres Rohergebnis erzielt als im Vergleich zum Vorjahr (66,2 Mio. EUR) und der Planung (52,0 Mio. EUR).

2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher. Damit liegt die deutsche Wirtschaftsleistung weiterhin nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn der Corona-Pandemie und verzeichnet seit vier Jahren das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums.

Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging sie insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 % des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,4 %). Insbesondere sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel vor allem die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Hiervon war vor allem der Hochbau betroffen. Dagegen konnte die Produktion im Tiefbau und im Ausbaugewerbe, was unter anderem an den stark nachgefragten energetischen Sanierungen gelegen haben dürfte, gesteigert werden. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein kleines Plus von 0,2 %. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft im Jahr 2023. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den beiden vorangegangenen Jahren. Den größten preisbereinigten Zuwachs verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation mit +2,6 %. Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe (preisbereinigt -3,0 %) kräftiger als die Exporte (preisbereinigt -1,8 %). Damit kam es im Saldo zu einem positiven Außenbeitrag, der das BIP stützte.

Die Verbraucherpreise in Deutschland (Verbraucherpreisindex für Deutschland) haben sich im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 (Vj. 6,9) % gegenüber 2022 erhöht. Mit knapp 6 % liegen sie aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Auch das Jahr 2023 wurde von den Auswirkungen der Kriegs- und Krisensituation beeinflusst, die die Preisentwicklung auf allen Wirtschaftsstufen prägte. Im Jahresverlauf zeigen sich Sondereffekte auf die Teuerung von (Haushalts-)Energie, da diese unter anderem durch die umgesetzten Entlastungsmaßnahmen abgemildert wurde. Die Energieprodukte verteuerten sich 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 %, nach einem Plus von 29,7 % im Jahr 2022. Während das Preisniveau für Erdgas (+14,7 %) und Strom (+12,7 %) anstieg, ging es für leichtes Heizöl (-22,2 %) sowie Kraftstoffe (-5,8 %) zurück. Insbesondere Dieselkraftstoff (-11,3 %) verbilligte sich.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht, 0,7 % oder 333 Tsd. Personen mehr als im Vorjahr. Die Beschäftigung nahm unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt.

Gemäß dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung belastet das hohe Energiepreisniveau und gesunkene Realeinkommen immer noch die kurzfristige wirtschaftliche Entwicklung. Mittelfristig bremsen aber vor allem das sinkende Arbeitsvolumen, der veraltete Kapitalstock und fehlende innovative Unternehmen das Wachstum in Deutschland. Es sind stärkere Produktivitätsfortschritte durch Innovationen, Investitionen und mehr Dynamik bei Unternehmensgründungen notwendig. Diese können das sinkende Arbeitsvolumen teilweise kompensieren. Gleichzeitig sind Reformen im Steuer-Transfer-System und im Rentensystem erforderlich.

Wesentlichster Einflussfaktor waren massiv gestiegene Energiepreise. Die im Jahr 2022 für das Jahr 2023 vermutete Gasmangellage blieb aus, sodass Versorgungsengpässe oder Einschränkungen in der Energielieferung für das Jahr 2023 nicht eingetreten sind. Die ab dem 3. Quartal 2022 sinkenden Beschaffungspreise für Strom und Gas an den Märkten führten im Laufe des Berichtsjahres 2023 zu vielen Neuberechnungen und stetigen Anpassungen der Neu- und Bestandskundenpreise.

Die in 2022 und 2023 getroffenen finanziellen Entlastungsmaßnahmen der Regierung zur Kostenbegrenzung bei den Energieverbrauchern wurden durch Ausgleichszahlungen der Förderbank KfW und der Übertragungsnetzbetreiber aufgefangen.

3. Darstellung des Geschäftsverlaufes

Das Berichtsjahr startet beim Neukundenvertrieb bedingt durch Unsicherheiten in der gesamten Branche, und daraus resultierenden negativen Erfahrungen, verhalten.

Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Vertriebstätigkeit zur Gewinnung von Neukunden im ersten Quartal noch stark an der Entwicklung der Bestandskunden orientiert. Durch das Abschwächen der Risiken in der Beschaffung wurde die Vertriebstätigkeit wieder verstärkt aufgenommen und der Fokus auf die Gewinnung neuer Vertriebswege und dem Ausbau der bestehenden Vertriebspartnerschaften gelegt. Dies war notwendig, um die Neukundenakquise zu erhöhen. Der Auf- und Ausbau des Vertriebes gestaltete sich schwierig aufgrund der Entwicklung der Vertriebsprovisionen, die Verunsicherung der Vertriebspartner wieder in den Energiesektor einzusteigen. Mit einer Vertriebsoffensive im vierten Quartal ist es gelungen, eine sehr hohe Anzahl an Neukunden zu akquirieren.

Die gesamte Branche befasste sich mit neuen Produkten und Energielösungen. Das Angebot reichte von einzelnen Bausteinen wie den Verkauf von PV-Anlagen bis zu digitalen Gesamtlösungen. Auch die lekker Energie GmbH hat gemeinsam mit einem Kooperationspartner einen Vertriebsprozess für Wärmepumpen aufgesetzt. Der Erfolg war in 2023 bislang nicht gegeben, vor allem aufgrund der unklaren Situation der staatlichen Förderung der Zielgruppe. Diese Unsicherheit führte dazu, dass im kompletten Segment PV und Wärmepumpe die Nachfrage stark zurückgegangen ist. Die Initiativen zur Entlastung von Haushalten und Unternehmen der Bundesregierung in 2022 - haben bei der lekker Energie GmbH wie bei allen Energieversorgungsunternehmen auch in 2023 deutliche Mehraufwände in der Umsetzung verursacht. Die Anforderungen, die hierfür umgesetzt wurden, konnte die lekker Energie GmbH ohne größere Prozessschwierigkeiten oder Verzögerungen, erfolgreich umsetzen. Dies gelang so, wie auch aus der Presse zu entnehmen, nicht allen Energieversorgungsunternehmen.

4. Kundenstruktur

Der Kundenbestand der lekker Energie GmbH ist im Jahr 2023 auf ca. 413 Tsd. Strom- und Gaskunden gesunken.

Private Haushalte und Gewerbekunden

Das Geschäftsjahr 2023 unterlag weiterhin der Energiekrise. Zu Beginn des Jahres verzeichnete der Beschaffungsmarkt hohe Beschaffungspreise, auch wenn die Volatilitäten abnahmen und das Preisniveau sank. Sukzessive kehrte der Vertrieb zurück.

Die Wettbewerbsintensität nahm zu und Anbieter warben mit spotmarktbasierten Produkten und hohen Wechselboni. Die Schere zwischen Bestandskundenpreisen und Neukundenangeboten auf dem Markt ging weiter auseinander und Kunden konnten durch einen Versorgerwechsel zum Teil mehrere 100 Euro sparen.

Die Akquise verlief in den ersten drei Quartalen eher verhalten. Im vierten Quartal konnte sie durch eine Vertriebsoffensive deutlich gesteigert werden. Insgesamt konnten über 80 Tsd. Auftragseingänge für die lekker Energie GmbH erzielt werden.

Aufgrund der horizontalen Beschaffungskostensteigerung zwischen den Jahren 2022 und 2023 und mit Blick auf weitere Preissteigerungen in 2024 waren umfangreiche Tarifanpassungen notwendig. Beeinflusst von niedrigeren Wettbewerbsangeboten stieg der Sonderchurn im zweiten Halbjahr deutlich an und erreichte neue Höchststände.

Letztendlich führte der hohe Wettbewerbsdruck zu einem sinkenden Kundenbestand.

Geschäftskunden

Der Kundenbestand der Leistungsgemessenen Kunden hat sich zum Jahresende 2023 deutlich reduziert. Grund dafür ist eine bewusste strategische Entscheidung, dieses Kundensegment zukünftig nicht mehr zu beliefern und keine Anschluss- oder Neukundenverträge abzuschließen.

5. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

5.1 Ertragslage

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach Ergebnisabführung. Das Ergebnis der lekker Energie GmbH wird vollständig an die SWK Energie GmbH abgeführt.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der um die Strom- und Erdgassteuer bereinigten Umsatzerlöse.

Umsatzerlöse (ohne Energiesteuer)

Mio. EUR 2023 2022 Veränderung
Strom 317,0 262,5 +54,5 +20,8%
Gas 166,1 135,9 +30,2 +22,2%
Gesamt 483,1 398,4 +84,7 +21,3%

Die Umsatzerlöse im Gas Bereich steigen gegenüber dem Vorjahr um ca. 30,2 Mio. EUR (22,2 %) auf 166,1 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse im Strom steigen noch deutlicher um ca. 54,5 Mio. EUR (20,8 %) auf 317,0 Mio. EUR.

Mit Blick auf die Margensicherung für das Jahr 2024 wurden aufgrund der höheren Beschaffungspreise für 2024 bereits im Berichtsjahr 2023 unter Berücksichtigung bestehender Vertrags-/Preisbindungen mit frühzeitigen Maßnahmen reagiert. Die Tarife berücksichtigen in der Kalkulation neben den steigenden Beschaffungskosten auch die höheren Aufwendungen für Netznutzung und weiteren Abgaben und Umlagen. Dies führt im Wesentlichen zu der Umsatzerlössteigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge der lekker Energie GmbH im Berichtsjahr betragen 3,2 Mio. EUR (Vorjahr 2,7 Mio. EUR). Diese setzen sich im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Forderungsmanagement in Höhe von 1,4 Mio. EUR sowie aus Erträgen aus der Auflösung von zuvor vorgenommenen Einzelwert-/ Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR zusammen. Ferner resultieren Erträge aus der Auflösung von dem Grunde oder der Höhe nach nicht mehr benötigter Rückstellungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR.

Die Materialaufwendungen der Gesellschaft sind um 71,6 Mio. EUR von 334,8 Mio. EUR auf 406,5 Mio. EUR gestiegen. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen Effekte aus höheren Energiebeschaffungskosten sowie gestiegenen Netzentgelten, Abgaben und Umlagen. Darüber hinaus steigen die Aufwendungen für Herkunftsnachweise und CO 2 - Zertifikate.

Das Rohergebnis, bestehend aus Umsatzerlösen ohne Energiesteuer und sonstigen betrieblichen Erträgen abzüglich Materialaufwendungen, in Höhe von 79,7 Mio. EUR liegt über dem Vorjahr (66,2 Mio. EUR).

Der Personalaufwand ist mit 15,4 (2022: 15,5) Mio. EUR auf dem Vorjahresniveau und setzt sich zusammen aus 12,9 (2022: 13,0) Mio. EUR für Löhne und Gehälter und 2,5 (2022: 2,5) Mio. EUR für soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen befinden sich zum Jahresende mit 27,5 Mio. EUR dagegen über dem Vorjahr (16,3 Mio. EUR). Die Steigerung um ca. 11,2 Mio. EUR ist überwiegend auf höhere Vertriebsaufwendungen (6,3 Mio. EUR) als Ergebnis eines wiederbelebten Wettbewerbs und im Fokus stehender Neukundenakquise zurückzuführen. Darüber hinaus entstehen höhere Aufwendungen aus Einzelwertberichtigungen (5,0 Mio. EUR) im Bereich Mehr- und Mindermengen. Die ermittelten Forderungen für Erlöse aus Mehrmengen werden im Sinne einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung einzelwertberichtigt, da die lekker Energie GmbH auf den Abrechnungszeitpunkt und -raum von Mehr- und Mindermengen und somit auch den anzuwendenden Mehr- und Mindermengen-Preis keinen Einfluss hat.

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen belaufen sich in 2023 auf 0,4 Mio. EUR und sind damit auf Vorjahresniveau (2022: 0,4 Mio. EUR).

Der Anstieg der Zinserträge ist auf Zinserträge aus der Anlage von Tages- und Festgeldern (1,5 Mio. EUR) und auf die konzerninterne Liquiditätsüberlassung (1,2 Mio. EUR) zurückzuführen.

Absatzmengen

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Entwicklung der Absatzmengen der lekker Energie GmbH.

Absatzentwicklung

GWh 2023 2022 Veränderung
Strom
Retail Strom 864 876 -12 -1,4%
Business Strom 77 100 -23 -22,9%
Gesamt 941 976 -35 -3,6%
Gas
Retail Gas 1.336 1.528 -192 -12,5%
Business Gas 6 9 -3 -35,3%
Gesamt 1.342 1.537 -195 -12,7%
Summe 2.283 2.513 -230 -9,1%

Der Absatzrückgang um insgesamt 230 GWh ergibt sich zum einen aus dem geringeren Energieabsatz aufgrund des Rückgangs der Kundenbasis und zum anderen aus einem geringeren Durchschnittsverbrauch der Kunden in Belieferung im Strom- und Gasbereich.

Beschaffung

Die Beschaffung von Strom- und Gasmengen für die lekker Energie GmbH erfolgte überwiegend durch die SWK Energie GmbH. Eine Ausnahme bilden Energiemengen, die mit einem in Vorjahren übernommenen Kundenportfolio miterworben wurden.

Nachdem die Energiemärkte im Jahr 2022 durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine noch von einem starken Aufwärtstrend geprägt waren, beruhigten sich die Märkte im Jahr 2023 zunehmend. Nach einem noch starken Preiseinstieg in das neue Handelsjahr, fielen die Preise noch im ersten Quartal auf ein moderates Niveau. Der Spotpreis für Strom an der EPEX (European Power Exchange) lag mit einem Durchschnittspreis von 95,18 EUR/MWh deutlich unter dem Vorjahresniveau (2022: 235,46 EUR/MWh) und auf vergleichbarem Niveau von 2021 (96,85 EUR/MWh). Auch bei den Gasspotpreisen konnte eine vergleichbare Preisentwicklung beobachtet werden. Nach dem Krisenjahr 2022 war der Gasmarkt 2023 vor allem von rückläufiger Nachfrage in Folge schwacher Konjunktur und hohen Speicherständen geprägt. Der durchschnittliche Gasspotpreis lag im Jahr 2023 für den THE bei 41,10 EUR/MWh und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (2022: 124,13 EUR/MWh).

Die langfristig rollierende Beschaffungsstrategie bleibt wichtigstes Mittel, um Beschaffungsrisiken abzufedern. Die Märkte bleiben weiterhin sehr sensitiv gegenüber globalen Entwicklungen und zeigen das mit untertägiger Volatilität. Da der Großteil der Energiemengen bereits vor Beginn des Lieferjahres am Terminmarkt kontrahiert wird, kann das Risiko aus großen untertägigen Preissprüngen deutlich begrenzt werden.

Entgegen der Entwicklung im Strom- und Gasmarkt verzeichnete der Markt für CO 2 - Zertifikate ein volatiles Jahr mit teilweise überraschenden Preiswendungen. Zum Jahresbeginn 2023 stieg der Preis für CO 2 -Zertifikate auf ein neues Allzeithoch von 105,14 EUR/t. Gründe dafür waren auch die Diskussionen um die neue Emissionshandelsrichtline auf EU-Ebene. Der Jahresdurchschnitt lag mit 89,32 EUR/t für das Jahr 2023 über dem Durchschnittswert des Vorjahres (83,65 EUR/t). Die insgesamt entspanntere Lage im Gasmarkt und der allgemeine Nachfragerückgang, führte aber in der zweiten Jahreshälfte auch bei den CO 2 -Kontrakten zu einem Preisverfall auf ein Jahresminimum von 69,22 EUR/t.

5.2 Finanzlage

Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Zahlungsmittelbestandes.

Mio. EUR 31.12.2023 31.12.2022
Periodenergebnis vor Ergebnisabführung 39,1 34,6
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 0,4 0,4
-/+ Zunahme/Abnahme Aktiva -12,2 15,1
+/- Zunahme/Abnahme Rückstellungen 8,3 0,6
+/- Zunahme/Abnahme Verbindlichkeiten -14,9 -2,0
+/- Zunahme/Abnahme Zinsen und Steuern -2,8 -0,2
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 17,9 48,6
./. Netto-Investitionen (CAPEX) -0,3 -0,5
+/- Ein-/u. Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 0,0 -23,0
+ Erhaltene Zinsen 2,8 0,1
= Cashflow aus Investitionstätigkeit 2,5 -23,4
- Gewinnabführung / Ausschüttung an Gesellschafter -34,6 -13,3
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -34,6 -13,3
= Cashflow -14,2 11,9
liquide Mittel zu Beginn der Periode 45,7 33,8
liquide Mittel zum Ende der Periode 31,5 45,7

Aus laufender Geschäftstätigkeit verzeichnet die Gesellschaft einen Mittelzufluss in Höhe von 17,9 Mio. EUR (2022: 48,6 Mio. EUR). Der Wert ist niedriger als im Vorjahr, da insbesondere der Forderungsbestand aus Lieferung und Leistung höher ist. Ursächlich hierfür ist ein zum Stichtag geringerer Anteil der bei Kunden abgerechneten Absatzmengen. Zudem sinken die Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber der Muttergesellschaft SWK Energie. Hintergrund sind vor Fälligkeit beglichene Rechnungen für Strom- und Gaslieferungen.

Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit ergibt sich überwiegend aus erhaltenen Zinsen, welche aus der Anlage von Tages- und Festgeldern, sowie aus der konzerninternen Liquiditätsüberlassung resultieren. Im Vorjahr wurde die gegenseitige Liquiditätsüberlassung mit der SWK AG um 23 Mio. EUR von 17 Mio. EUR auf 40 Mio. EUR erhöht.

Weiterhin ergibt sich der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus der Ergebnisabführung des letztjährigen Ergebnisses in Höhe von 34,6 Mio. EUR.

5.3 Vermögenslage

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung und Entwicklung der Bilanzsumme.

Bilanz

Aktivseite 31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Anlagevermögen 1,6 1,7
Umlaufvermögen / Rechnungsabgrenzungsposten 109,3 111,3
Summe 111,0 113,0
Passivseite 31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Eigenkapital 17,0 17,0
Langfristige Rückstellungen 2,6 2,6
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 91,4 93,4
Summe 111,0 113,0

Die Eigenkapitalquote ist mit 15,3 % bei unverändertem Eigenkapital (17,0 Mio. EUR) aufgrund der um 2,0 Mio. EUR gesunkenen Bilanzsumme (111,0 Mio. EUR) um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr (15,0 %).

Das Umlaufvermögen enthält Liquide Mittel in Höhe von 31,5 (2022: 45,7) Mio. EUR und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 40,4 (2022: 40,0) Mio. EUR. Die langfristigen Verpflichtungen der Gesellschaft betreffen überwiegend Pensionsrückstellungen in Höhe von 2,4 (2022: 2,4) Mio. EUR.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 39,2 (2022: 49,2) Mio. EUR.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich überwiegend aus Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten 12,3 (2022: 10,5) Mio. EUR und drohende Verluste 8,4 (2022: 1,8) Mio. EUR zusammen.

In Folge der Einbeziehung der lekker Energie GmbH in die steuerliche Organschaft der Muttergesellschaft - Ergebnisabführungsvertrag vom 01.01.2016 - gibt es keine Steuerrückstellungen.

6. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

6.1 Organisation

Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 beschäftigte die lekker Energie GmbH 224 Mitarbeiter (220 Angestellte und 4 Auszubildende).

Der Geschäftsführer Josef Thomas Sepp leitete den ",kaufmännischen Geschäftsbereich" mit den Organisationseinheiten Personal, Recht & Einkauf, Controlling/Risk, IT- Informationstechnologie und - mit eigener Stabsstelle - IT-Sicherheit, [An Konzerngesellschaft übertragen:] Unternehmensbuchhaltung. Josef Thomas Sepp ist zugleich der Betriebsrat und der Bereich Unternehmenssprecher zugeordnet.

Die Geschäftsführerin Simone Deckers leitet den "Geschäftsbereich Kunde/Markt" mit den Organisationseinheiten Vertrieb & Marketing, Kundenbeziehung, Kundenservice, Kundenabrechnung, Marktkommunikation, [An Konzerngesellschaft übertragen:] Absatzportfoliomanagement.

Das Team "Projekte & Prozesse" berichtet fachlich an beide Geschäftsbereiche und disziplinarisch an den kaufmännischen Geschäftsführer.

6.2 Kundenzufriedenheit

Kundenzentrierung und die Einbindung von Kundenfeedbacks sind zentral für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Bereits im Vorjahr wurden über 25 Tsd. Kundenfeedbacks an verschiedenen Touchpoints erhoben. Eine ähnliche Anzahl an Feedbacks wurde in 2023 ausgewertet. Dabei konnte die bereits hohe Zufriedenheit des Vorjahrs nahezu bestätigt werden.

6.3 Forschung und Entwicklung

Für die lekker Energie GmbH sind Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vor dem Hintergrund ihres Geschäftsmodells nicht von Bedeutung. Es wurden daher auch im Berichtsjahr 2023 keine solchen Aktivitäten durchgeführt, noch sind solche derzeit beabsichtigt.

6.4 Umwelt

Im Haushaltskundenbereich wurde ausschließlich lizensierter Grünstrom aus 100 % erneuerbaren Energien vertrieben.

Im Segment Geschäftskunden Strom wurde mit "dekkel grün" ein Grünstromprodukt angeboten. Hiermit sichert sich der Kunde die Vorteile des dekkel Produkts und schafft einen nachhaltigen Umweltnutzen.

Komplettiert wird das Öko-Angebot seit 2021 durch Grüngas für lekker-Kunden. In Zusammenarbeit mit "firstclimate" werden verschiedene Klimaschutzprojekte unterstützt, um Waldbewirtschaftung im Amazonasgebiet nachhaltiger zu gestalten.

Die lekker Energie GmbH engagiert sich bereits durch verschiedene Maßnahmen für den Umweltschutz. Als nachhaltiger Energieversorger ist sich die Gesellschaft über weiteres notwendiges Engagement zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels bewusst. Ein wichtiges Ziel zur Erreichung der Klimaneutralität ist hierbei die Einführung einer CO 2 - Bilanz, um die Wirksamkeit der Maßnahmen messbar nachzuhalten. Dafür wurden im Berichtsjahr die nötigen Strukturen geschaffen und relevante Daten erhoben. Ziel ist es, daraus weitere Verbesserungen in den unternehmerischen Prozessen bei der lekker Energie GmbH zum Wohle der Umwelt abzuleiten.

Ein weiteres Engagement findet am Unternehmensstandort in Heinsberg statt, wo die lekker Energie GmbH Grundversorger ist. Seit nunmehr 13 Jahren (seit 2011) werden über Partner der Deutschen Umweltorganisation Unterrichtsstunden in Grundschulen zum Thema Umwelt und nachhaltige Energieversorgung durchgeführt.

Als weiterer Meilenstein wurde zum 01.01.2023 ein Regionalstromprodukt in das Portfolio bei der lekker Energie GmbH aufgenommen. In den Monaten April bis September war dies das meistverkaufte Online-Produkt der Gesellschaft. Kundenumfragen bestätigen, dass regionale Energieerzeugung ausschlaggebend bei der Tarifwahl gewesen seien. Das Produkt überzeugt, da es nur unwesentlich von den Tarifkonditionen eines klassischen Ökostromangebots bei der lekker Energie GmbH abweicht.

7. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Mit einem Kundenbestand von ca. 413 Tsd. Lieferstellen sowie einem Jahresergebnis vor Ergebnisabführung i.H.v. 39,1 Mio. EUR (2022: 34,6 Mio. EUR) ist die lekker Energie GmbH weiterhin als unabhängiger Energieanbieter ein wichtiger Player im Markt. Eine faire und wirtschaftliche Preis- und Produktpolitik sowie der sehr gute und wiederholt ausgezeichnete Kundenservice sind Ergebnis der konsequenten Besinnung auf die Unternehmensstrategie mit dem Ziel, der kundenorientierteste, nachhaltig erfolgreichste Energieanbieter Deutschlands zu werden. Dabei setzt die lekker Energie GmbH auf Langfristigkeit durch Margenoptimierung, Kundenbindung und werthaltige Neukundengewinnung.

Die Geschäftsführung ist vor dem Hintergrund der oben genannten Ausführungen mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht sowie Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Die Anfang März 2024 vorliegenden Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland des ifo Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. (ifo) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IdW) gehen für das Jahr 2024 von einer Spannweite der Veränderung des preisbereinigten BIP von -0,5 % bis +0,9 % aus. Einheitlich positiv beurteilen sie, dass die Inflationsrate durch sinkende Energiepreise zurückgehen und sich die Kaufkraft abhängig Erwerbstätiger durch steigende Realeinkommen erhöhen wird. Ebenso gleichlautend negativ wird die Unsicherheit bezüglich der staatlichen Haushaltslage gesehen. Die Verunsicherung bezieht sich auf die fiskalischen Effekte in 2024 und bremst damit die gesamte Investitionstätigkeit.

Gemäß dem IdW bleiben die Aussichten für die Weltkonjunktur aufgrund der instabilen geopolitischen Lage, der restriktiven Geldpolitik und der volatilen Energiepreise eingetrübt. Es führt weiter aus, dass es der deutschen Wirtschaft in diesem Umfeld nicht gelingen wird, sich aus ihrer langjährigen Schwäche zu befreien. Essenziell ist die Sicherung der Finanzierung des Staatshaushalts und der damit verbundenen Investitions- und Transformationsbedingungen, die in ein Konzept der langfristigen Standortstärkung eingebunden sein muss.

Im Geschäftsfeld Energie beruhigten sich die Energiemärkte im Jahr 2023 nach außergewöhnlichen Krisenjahren mit Rekordpreisen deutlich. Die Abwärtstendenz im Berichtsjahr setzte sich auch zu Beginn des Jahres 2024 fort. Das Frontjahr Strom, das als Leitkontrakt für Europa fungiert, verlor seit Mitte November 2023 um 50 % an Wert. Die Gründe dafür sind fundamental: Der milde Winter und schwache konjunkturelle Aussichten drosseln die Nachfrage. Gleichzeitig ist der Markt durch gut gefüllte Gas-Speicherstände und günstigen Atomstrom aus Europa überversorgt. Eine fundamentale Trendumkehr ist derzeit nicht zu erwarten. Die Preise könnten sich auf derzeitigem Stand konsolidieren.

1.1 Chancen und Risiken bei Haushaltskunden

Die lekker Energie GmbH geht davon aus, dass die Kundenanzahl in den nächsten Jahren auf stabilem Niveau bleiben wird.

Die Gesellschaft erwartet, dass der durchschnittliche Stromverbrauch der Haushaltskunden langfristig leicht ansteigen wird. Die Steigerung der Energieeffizienz wird durch die zunehmende Elektrifizierung der Haushalte nicht gänzlich kompensiert, ein wesentlicher Treiber ist die dauerhafte Homeoffice-Tätigkeit. Im Gasbereich geht die Gesellschaft von einem gleichbleibenden Verbrauch der Haushaltskunden aus. Langfristig werden effizientere und klimafreundlichere Heizsysteme als Alternativen auf den Markt kommen und Gas sukzessive verdrängen.

Es wird ein zunehmender digitaler Wettbewerb um Haushaltskunden erwartet. Zusätzlich wird der Wettbewerbsdruck durch neue Player aus dem Feld der Energiewendeprodukte entstehen. Der Kundennutzen und ein positives Kundenerlebnis werden entscheidend für ein erfolgreiches Unternehmen sein und zu stetig steigenden Kundenerwartungen führen.

Durch die steigenden Kundenerwartungen, den Wettbewerb und vor allem bedingt durch die Volatilitäten der Beschaffungspreise stellt der Kunden-Churn nach wie vor ein wesentliches Risiko dar. Mittels einer Vielzahl unterschiedlicher Bestandskundenmaßnahmen wird dem strategisch entgegengewirkt.

1.2 Chancen und Risiken bei der Energiebeschaffung

Die langfristig angelegte Beschaffungsstrategie im Haushalts- und Gewerbekundenbereich minimiert das Risiko von kurzfristigen Preissteigerungen. Trotzdem stellt die Entwicklung der Energiepreise ein beträchtliches Risiko dar, welches durch ein enges Monitoring und angepasste Planungen kontinuierlich überwacht und gesteuert werden muss.

2. Risikomanagement

Kernaufgaben des Risikomanagements sind Risiken systematisch und frühzeitig zu identifizieren, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit zu quantifizieren, sämtliche Auswirkungen auf das Unternehmen zu bewerten sowie geeignete Risikoverringerungs- bzw. Vermeidungsmaßnahmen zu entwickeln. Der dabei berücksichtigte Prognosezeitraum ist abhängig von den zugrundeliegenden Risiken und liegt zwischen einem und mehreren Jahren. Die genaue Ausgestaltung des Risikomanagements - Inhalte, Kompetenzen, Verantwortlichkeiten, Abläufe und Aufgaben, Berichtspflichten und Dokumentationserfordernisse- ist in der Risikorichtlinie der lekker Energie GmbH geregelt.

Um frühzeitig Risiken zu erkennen, zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, existiert ein strukturierter Prozess, der sämtliche Unternehmensteile umfasst. Für jedes potenzielle Risiko ist ein Risikoverantwortlicher benannt, der mit Unterstützung des Risikomanagements die Risiken bewertet, überwacht und Gegenmaßnahmen erarbeitet.

Die Erfassung, Aggregation und Dokumentation aller Risiken im Risk Report obliegt dem Risikomanagement. Zur Überwachung und Beratung der Risikosituation wird der Risk Report quartalsweise von der Geschäftsführung diskutiert und genehmigt. Danach werden alle relevanten Risiken an die Konzernmuttergesellschaft über ein im Konzern einheitliches Tool gemeldet, da die lekker Energie GmbH in die Konzernrisikoberichterstattung einbezogen wird.

Bedingt durch die zunehmende Cyberkriminalität, insbesondere im Bereich der kritischen Infrastruktur, werden IT-Risiken mit zunehmender Sensibilität betrachtet. Die lekker Energie GmbH entwickelt ihre IT-Sicherheitsstandards kontinuierlich weiter. Nachdem in 2022 die Stabstelle IT-Sicherheit geschaffen wurde, folgten im Berichtsjahr umfangreiche IT-Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeitenden, die künftig in regelmäßigen Abständen wiederholt stattfinden. Außerdem wurde durch mehrere Penetrationstests der IT- Infrastruktur die Sicherheit überprüft. Es wurden keine wesentlichen Auffälligkeiten identifiziert.

Dem Kontrahentenausfallrisiko (Forderungsausfällen) wird durch sehr enges Monitoring der Bonitätsklassen entgegengetreten. Für Haushaltskunden werden Schufa geprüfte Scoreklassen zu Grunde gelegt, um Bonitäten von Kundeninteressenten festzustellen. Zur weiter verbesserten Analyse von offenen Forderungen stehen Auswertungen für das Mahn-, Sperr- und Inkassowesen bereit. Anhand dieser Reports können durch verschiedene Analysetiefen die Grunddaten auf auffällige Trends hin untersucht und entsprechende Maßnahmen kurzfristig eingeleitet werden. Neben der Digitalisierung und Beschleunigung von Prozessen sorgt ein detailliertes und systemgestütztes Reporting dafür, Zahlungsauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und zielgerichtet entgegenzusteuern. Als letztes Instrument nutzt das Forderungsmanagement einen überwiegend ausgelagerten Inkassoprozess.

In dem Bereich Absatzportfoliomanagement bestehen im Wesentlichen Mengenrisiken im Rahmen der strukturierten Beschaffung (Abweichung der am Terminmarkt beschafften Menge von der kurzfristigen Prognose bzw. von den Ist-Mengen). Dem Mengenrisiko wird durch eine kontinuierliche Verbesserung der Planungs- und Prognoseprozesse entgegengetreten. Die Beschaffungsstrategien der Strom- und Gasportfolien werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst und sind auch in der Beschaffungsstrategie zwischen der SWK Energie GmbH und der lekker Energie GmbH festgehalten.

Der außergewöhnliche Aufwärtstrend der Strom- und Gaspreise an den Energiemärkten, stellte die gesamte Branche im Jahr 2022 vor Herausforderungen. Entgegen der gewöhnlichen sukzessiven Beschaffungsstrategie wurde daraufhin im Mai 2022 entschieden, die damals prognostizierten Energiemengen auf Basis der erwarteten Kunden- und Preisentwicklung für das Lieferjahr 2023 vollständig zu kontrahieren. Dieses Vorgehen wurde mit der Gesellschafterin abgestimmt und beschlossen.

Die lekker Energie GmbH hat damit frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen beschlossen und umgesetzt. Dabei sind Unternehmens- sowie Kundeninteressen berücksichtigt worden, um jenem Risiko maßvoll entgegenzutreten. Um auf künftige Preisschwankungen noch kurzfristiger reagieren zu können, werden Beschaffungspreise sowie Kundenentwicklung und Absatzprognose eng überwacht und ausgewertet.

Die Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträge (Strom und Gas) werden in Anwendung des IDW RS ÖFA 3 abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zu Vertragsportfolien zusammengefasst. Es besteht ein angemessenes energiewirtschaftliches Steuerungssystem, aus dem die Verknüpfung zwischen Energiebeschaffungs- und Energieabsatzgeschäften nach der sachlichen und zeitlichen Homogenität der Risiken (u.a. Möglichkeiten der Vertragsanpassung) abgeleitet wurden. Daran orientiert sich der Aufbau der Mengen-, Preis- und Ergebnisplanung. Die konkreten Beschaffungs- und Vermarktungsprozesse sowie deren Überwachung setzen die Vorgaben des Steuerungssystems um. Die durch den Abschluss von Verträgen mit Kunden zu liefernden Mengen an Strom oder Gas werden zusammengefasst über einzelne Geschäftsjahre und je Commodity beschafft. Das Risikomanagementsystem erfasst die jeweiligen Positionen. Die implementierte Deckungsbeitragsrechnung ermöglicht eine vertragsscharfe Abbildung der Risiken. Zurechenbare Gemeinkosten werden angemessen berücksichtigt. Aktuell sind Lieferzeiträume bis zum Kalenderjahr 2026 betroffen. Bei einem negativen Deckungsbeitrag wird eine Drohverlustrückstellung gebildet.

Das Berichtsjahr war zudem geprägt durch die im Dezember 2022 vom Gesetzgeber verabschiedete Strom- und Gaspreisbremse, die Letztverbraucher (Industrie-, Privat- und Gewerbekunden) durch die Energieversorgungsunternehmen entlasten sollten. Die hierzu notwendigen systemischen Anpassungen und komplexen Berechnungen (Entlastungskontingente, Differenzbeträge etc.) konnten rechtzeitig umgesetzt und die Entlastungsbeträge bei den zuständigen Institutionen fristgerecht beantragt werden. Alle Erstattungsanträge wurden positiv geprüft und an die lekker Energie GmbH ausgezahlt, sodass ein mögliches Liquiditätsrisiko durch verspätete Antragstellung ausgeschlossen wurde.

3. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die lekker Energie GmbH setzt grundsätzlich keine (derivativen) Finanzinstrumente ein.

4. Prognosebericht

Die in diesem Lagebericht enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Erwartungen und Prognosen der Geschäftsführung der lekker Energie GmbH sowie der ihr derzeit zur Verfügung stehenden Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind insbesondere nicht als Garantien der hier genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Diese sind - wie dargestellt - abhängig von einer Vielzahl von Risiken und Unwägbarkeiten und basieren auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.

Die lekker Energie GmbH bewegt sich in einem ausgesprochen schwierigen und volatilen Marktumfeld: Neben den üblichen unternehmerischen Risiken einer Vertriebsgesellschaft in einem durch zunehmende Wettbewerbsintensität gekennzeichneten Marktumfeld sieht sich die lekker Energie GmbH unmittelbar mit den Herausforderungen der operativen Umsetzung der von der Bundesregierung aufgelegten umfangreichen Entlastungspaketen (u.a. Strom- und Gaspreisbremsen) konfrontiert.

Sämtliche bisherige Planungen stehen unter dem Vorbehalt, dass bereits kontrahierte Energielieferungen wie bisher erfolgen und eventuell ausfallenden Lieferungen durch alternative Kontrakte ersetzt werden können.

Für das Jahr 2024 geht die lekker Energie GmbH von einer Ergebniserwartung auf Vorkrisenniveau aus. Die Annahmen des Wirtschaftsplanes 2024-2028, welcher bei Umsatzerlösen (ohne Energiesteuer) von ca. 435,8 Mio. EUR ein EBIT für 2024 von ca. 15,1 Mio. EUR vorsieht, werden aller Voraussicht nach eintreffen. Der Fokus der Gesellschaft ist eine werthaltige Kundenbasis. Grundlage dafür ist eine im Berichtsjahr hohe Kundenzufriedenheit, die auch in 2024 stabil gehalten werden soll. Zudem wird eine Mitarbeiteranzahl auf konstantem Niveau erwartet. Auch vor dem Hintergrund der weiter anhaltenden Herausforderungen und Krisensituation im Energiemarkt geht die Geschäftsführung trotzdem von guten Aussichten für die Zukunft des Unternehmens aus.

 

Berlin, 28. März 2024

Josef Thomas Sepp, Geschäftsführer

Simone Deckers, Geschäftsführerin

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die lekker Energie GmbH, Berlin

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der lekker Energie GmbH, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der lekker Energie GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Prüfungsurteil

Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 eingehalten hat.

Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07/2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen der IDW Qualitätsmanagementstandards, die die International Standards on Quality Management des IAASB umsetzen, angewendet. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben.

Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.

Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.

 

Bonn, 4. April 2024

BDO AG
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