Prym China Verwaltungs GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jörg Hans-Josef Schmitz seit 9.4.2025 | Geschäftsführer |
Fikret Aytan seit 31.1.2024 | Prokura |
Sabine Monika Drosdz-Casier seit 20.4.2022 | Geschäftsführer |
Andreas Bollmeier seit 3.6.2020 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Prym Consumer Europe GmbHEigenbeteiligung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Prym Anteilsverwaltung GmbHStolbergKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022B. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden eingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Prym Anteilsverwaltung GmbH Eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Wir haben den Konzernabschluss der Prym Anteilsverwaltung GmbH, Stolberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Prym Anteilsverwaltung GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkung des Prüfungsurteils zum Konzernabschluss zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Entgegen § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchst. a) HGB wurden im Konzernanhang die Gesamtbezüge der Geschäftsführer nicht angegeben. Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen und Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen und Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen." F. Schlussbemerkung Den vorstehenden Bericht über unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 der Prym Anteilsverwaltung GmbH, Stolberg, erstatten wir in Übereinstimmung mit § 321 HGB unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf (IDW PS 450 n. F. (10.2021)).
Stuttgart, 6. April 2023 Ernst
& Young GmbH
KERN ECKHARD, Wirtschaftsprüfer MELL MORITZ, Wirtschaftsprüfer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022
Konzerneigenkapitalspiegel für 2022
Konzernkapitalflussrechnung für 2022
Konzernanhang für 2022Entwicklung des Konzernanlagevermögens
Allgemeine Angaben Die Prym Anteilsverwaltung GmbH, Stolberg ist beim Amtsgericht Aachen unter der Nummer HRB 16837 eingetragen. Wir haben den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB erstellt. Dieser Konzernabschluss hat befreiende Wirkung im Sinne des § 264 Abs. 3 bzw. des § 264b Nr.3 HGB für die folgenden in diesen Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften:
Aus Gründen der Klarheit werden die einzelnen Posten der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, soweit erforderlich, im Konzernanhang erläutert. Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis umfasst 10 (Vorjahr: 10) inländische und 26 (Vorjahr: 25) ausländische Einzelgesellschaften. Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine ausländische Gesellschaft zusammen mit einer weiterhin bestehenden Gesellschaft verschmolzen, sowie zwei neue Gesellschaften gegründet. Trotz der Änderungen im Konsolidierungskreis ist eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr gegeben. Eine Aufstellung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist im Anhang dargestellt. Auf die Einbeziehung einiger Tochterunternehmen wurde wegen ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung für den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage verzichtet; dies gilt auch für Tochtergesellschaften, deren Tätigkeit sich auf die Wahrnehmung der Komplementärstellung bei Personenhandelsgesellschaften beschränkt, die in den Konzernabschluss einbezogen sind. Konsolidierungsgrundsätze Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Die Abschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften wurden zum Bilanzstichtag aufgestellt. Der Konzern ist entstanden im Jahr 2011 durch die Einbringung der Anteile an der William Prym Holding GmbH durch die William Prym GmbH & Co. KG. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden entsprechend die bisherigen Konzernbuchwerte aus dem handelsrechtlichen Konzernabschluss der William Prym Holding GmbH fortgeführt, da die William Prym Holding GmbH und die Prym Anteilsverwaltung GmbH von derselben Gesellschafterin, der William Prym GmbH & Co. KG, beherrscht werden. Bis zum 31. Dezember 2009 erfolgte die Kapitalkonsolidierung gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a.F. nach der Buchwertmethode. Ab dem 1. Januar 2010 werden der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile an einem in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens gemäß der Neubewertungsmethode verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Aktiva und Passiva entspricht, der diesen an dem Zeitpunkt beizulegen ist, an welchem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Hierbei werden aktivische Unterschiedsbeträge - einschließlich der auf Minderheitsgesellschafter entfallenden stillen Reserven - auf die sie betreffenden Vermögensgegenstände verteilt und mit ihnen abgeschrieben. Verbleibende Restbeträge werden als Firmenwert angesetzt und abgeschrieben. Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften wurden eliminiert. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten trägt allen erkennbaren Risiken nach den Grundsätzen vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschreibungen richten sich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßig nutzungsbedingte lineare Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Die einzelnen Anlagenpositionen haben eine Nutzungsdauer von:
Der im Rahmen der Erstkonsolidierung der Prym Consumer GmbH zum 31. Dezember 2009 entstandene Geschäfts- oder Firmenwert (Buchwert zum Bilanzstichtag: TEUR 21.572) wird über 25 Jahre linear abgeschrieben. Die Ermittlung der voraussichtlichen Nutzungsdauer dieses Geschäfts- oder Firmenwertes erfolgte insbesondere vor dem Hintergrund des überdurchschnittlich stabilen Gesamtmarktes, der Marktführerschaft sowie der in der Vergangenheit erzielten Umsatz- und Gewinnsteigerungen des Consumer-Segmentes. Die anderen Geschäfts- oder Firmenwerte werden über Nutzungsdauern von 8, 15 und 35 Jahre linear abgeschrieben. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird jährlich im Rahmen entsprechender Tests überprüft. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equitymethode bilanziert. Die sonstigen Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden dauerhaft niedrigeren Wert am Abschlussstichtag bilanziert. Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung niedrigerer Wiederbeschaffungskosten bzw. gesunkener Absatzpreise bewertet. In die Herstellungskosten gehen neben direkten Material- und Lohnkosten in angemessenem Umfang Zuschläge für Fertigungs- und Materialgemeinkosten ein. Die Bewertung zu Anschaffungskosten erfolgt mit dem gleitenden Durchschnitt; hiervon ausgenommen sind die Edelmetallbestände eines Konzernunternehmens, welche nach dem Lifo-Layer-Verfahren bewertet werden. Diese Bewertungsvereinfachung nach § 256 HGB führt, insbesondere aufgrund der im Geschäftsjahr weiter volatilen Materialpreise, zu wesentlichen Unterschiedsbeträgen. Der Ansatz der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert. Dem Ausfallrisiko wurde durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Flüssige Mittel und Rechnungsabgrenzungsposten sind mit dem Nennwert bilanziert. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten berechnet. Die Bewertung erfolgt beinahe ausschließlich nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method). Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei gehen wir derzeit von jährlichen Anpassungen von meistens 0,0% (Vorjahr: 0,0%) bei den Entgelten und von 2,2% (Vorjahr: 2,0%) bei den Renten aus. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen wird marktkonform gewählt. Für die in Deutschland bestehenden Pensionsverpflichtungen beläuft er sich zum Bilanzstichtag auf 1,78% (Vorjahr: 1,87%), es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Die Verpflichtungen aus Pensionsverpflichtungen sind teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert (Deckungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden gemäß § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Die Rückstellung für Verpflichtungen aus abgeschlossenen Altersteilzeitverträgen nach dem Blockmodell erfolgt in Anwendung der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung "Bilanzierung von Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen nach IAS und nach handelsrechtlichen Vorschriften" (IDW RS HFA 3). Der Berechnung liegen die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck mit einem zeitkongruenten Rechnungszins gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB entsprechend der durchschnittlichen Restlaufzeit sowie einem Einkommenstrend von 2,5% (Vorjahr: 2,5%) zugrunde. Die Rückstellungen berücksichtigen erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind nach § 253 Abs. 1 HGB nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt und soweit erforderlich gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Soweit Zinserträge auf wertberichtigte Forderungen und Ausleihungen entfallen, wurden auch die im Geschäftsjahr jeweils neu entstandenen Zinsforderungen sofort wertberichtigt. Der entsprechende Aufwand wurde dabei mit dem Zinsertrag saldiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Zinsforderungen in Höhe von TEUR 456 (Vorjahr: TEUR 858) wertberichtigt. Währungsumrechnung Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aktiv- und Passivposten einer auf fremde Währung lautenden Bilanz werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umgerechnet wird, zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Eine sich ergebende Umrechnungsdifferenz wird innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Im Folgenden werden die zur Anwendung gekommenen Umrechnungskurse der für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen dargestellt:
Die Türkei wurde im Laufe des Jahres 2022 als Hochinflationsland eingestuft. Für unsere Tochtergesellschaft Prym Fashion Istanbul Ltd., Istanbul, Türkei erfolgte die Inflationsbereinigung durch Indexierung des auf dem Anschaffungskostenprinzips beruhenden und in der Landeswährung aufgestellten Jahresabschlusses erstmalig für das Geschäftsjahr 2022. Die inflationsbedingten Auswirkungen auf den Vermögens- und Erfolgsausweis wurden in der Handelsbilanz II vor Übernahme in den Konzernabschluss gemäß DRS 25 bereinigt. Die Währungsumrechnung im Konzern erfolgte sowohl für die Posten der Bilanz als auch für die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Stichtagskurs. Latente Steuern Für temporäre Unterschiede zwischen den im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden werden zukünftig wahrscheinlich eintretende Steuerent- und -belastungen bilanziert. Erwartete Steuerersparnisse von als zukünftig realisierbar eingeschätzten Verlustvorträgen werden aktiviert. Die insbesondere im Ausland oftmals nur begrenzte Vortragsfähigkeit von Verlusten wird bei der Bewertung entsprechend berücksichtigt. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Unterschieden und steuerlichen Verlustvorträgen, die die passiven latenten Steuern aus zu versteuernden temporären Unterschieden übersteigen, werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Nutzens erzielen wird. Der Bildung der latenten Steuern liegen die jeweiligen lokalen Steuersätze zugrunde. Den latenten Steuern auf Konsolidierungsbuchungen liegt ein einheitlicher durchschnittlicher Ertragssteuersatz von rund 30% zugrunde. Konsolidierungskreis Verzeichnis der vollkonsolidierten Unternehmen
1 neu
Verzeichnis der assoziierten Unternehmen
Verzeichnis der nicht einbezogenen Unternehmen
1 Werte aus 2021
Die William Prym GmbH & Co. KG, Gesellschafterin der Prym Anteilsverwaltung GmbH, hält den Minderheitenanteil von 6% an der William Prym Holding GmbH und somit mittelbar an deren Tochtergesellschaften. Erläuterungen zur Konzernbilanz (1) Vorräte Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Zusammensetzung und die Altersstruktur der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stellen sich wie folgt dar:
Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 107) auf Forderungen gegen die Gesellschafterin William Prym GmbH & Co. KG, Stolberg. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2.162), von den Forderungen gegen assoziierte Unternehmen TEUR 546 (Vorjahr: TEUR 586) und von den Forderungen gegen beteiligte Unternehmen TEUR 928 (Vorjahr: TEUR 1.212) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. (3) Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält (wie im Vorjahr) keinerlei Disagien. (4) Rückstellungen
Pensionsrückstellungen Pensionsverpflichtungen bestehen sowohl in Form unmittelbarer Direktzusagen als auch in Form mittelbarer Zusagen, welche über zwischengeschaltete Unterstützungskassen abgewickelt werden. Für das Deckungsvermögen wurden im Berichtsjahr TEUR 2 Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen TEUR 2.523. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechend durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (1,44%, Vorjahr: 1,35%) beträgt TEUR 1.661 (Vorjahr: 2.661). Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, soweit diese vorliegen. Die wesentlichen Beträge in dem Bereich der sonstigen Rückstellungen entfällt auf Abfindungen und Restrukturierung (TEUR 4.739), andere Personalrückstellungen, wie z.B. Altersteilzeit, Überstunden und variable Vergütungen (TEUR 9.771) sowie ausstehende Eingangsrechnungen und Kundenboni (TEUR 7.953). (5) Verbindlichkeiten Die Fristigkeit der Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen TEUR 81 (Vorjahr: TEUR 68), von den Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 5) und von den Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 42) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der restliche Betrag bei diesen Positionen entfällt auf sonstige Verbindlichkeiten. Es besteht eine Konsortialfinanzierung ("Term and Revolving Facilities Agreement"). Die Laufzeit wurde im Wirtschaftsjahr 2021 deutlich verlängert mit einem erweiterten Bankenkonsortium. Die Zinssätze wurden reduziert und der Gesamtbetrag um TEUR 20.000 angehoben auf TEUR 150.000. Im aktuellen Wirtschaftsjahr wurde die Laufzeit um ein weiteres Jahr bis 2027 verlängert. Zum Bilanzstichtag stehen hiervon noch TEUR 144.000 zur Verfügung (Vorjahr: TEUR 150.000). Zum Bilanzstichtag sind hieraus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 76.386 (Vorjahr: TEUR 64.803) bilanziert. Aufgrund von Garantien als Absicherung von Bankdarlehen ausländischer Tochtergesellschaften stehen bei dieser Konsortialfinanzierung zum Stichtag noch freie Linien von TEUR 63.716 (Vorjahr: TEUR 80.814) zur Verfügung. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (6) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse setzen sich geographisch wie folgt zusammen:
Die Umsatzerlöse sind in folgenden Divisionen erwirtschaftet worden:
(7) Sonstige betriebliche Erträge
Die Erträge aus Schadensfällen betreffen im Wesentlichen Versicherungserstattungen im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe in Stolberg im Juli 2021. (8) Materialaufwand
(9) Personalaufwand Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
(10) Abschreibungen Abschreibungen waren im Berichtsjahr wie folgt zu verrechnen:
(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Der Anstieg der Aufwendungen aus Instandhaltungen ist insbesondere auf außergewöhnliche Aufwendungen im Zusammenhang mit umfangreichen Reparaturarbeiten infolge der Hochwasserkatastrophe in Stolberg im Juli 2021 in Höhe von TEUR -8.607 (Vorjahr: TEUR -6.780) zurückzuführen. (12) Ergebnis Finanzanlagen Die Position setzt sich wie folgt zusammen:
(13) Zinsergebnis Das Zinsergebnis stellt sich wie folgt dar:
Im sonstigen Zinsaufwand gegenüber Dritten sind im Wesentlichen Zinsen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR -2.675 (Vorjahr: TEUR -2.576), Aufzinsungen der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR -2.423 (Vorjahr: TEUR -3.455), Zinsen für Factoring in Höhe von TEUR -256 (Vorjahr: TEUR -212) sowie Aufwendungen aus dem Managementbeteiligungsprogramm in Höhe von TEUR -2.664 (Vorjahr: TEUR -120) enthalten. Das Managementbeteiligungsprogramm ist in Form eines partiarischen Darlehens mit einer variablen Verzinsung ausgestaltet. (14) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Position setzt sich wie folgt zusammen:
Die latenten Steuern ergeben sich unter Anwendung der jeweils geltenden lokalen Ertragssteuersätze bzw. des einheitlichen Ertragssteuersatzes von rund 30% auf Konsolidierungsbuchungen aus folgenden Positionen:
Die aktiven und passiven latenten Steuern werden saldiert, wenn die tatsächlichen Steuern aufrechenbar sind, diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und das gleiche Steuersubjekt betreffen. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 3.550 wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Sonstige Angaben Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
Zusätzlich waren im Jahresdurchschnitt 159 (Vorjahr: 159) Zeitarbeiter tätig. Verkauf von Forderungen im Rahmen eines Factoring Programms Am Bilanzstichtag waren TEUR 9.355 (Vorjahr: TEUR 8.746) Kundenforderungen an Factoring-Gesellschaften verkauft. Unter Berücksichtigung von Kaufpreiseinbehalten sowie von Kunden bereits erhaltener aber noch nicht an die Factoring-Gesellschaften weitergeleiteter Mittel, ergab sich am Bilanzstichtag ein Netto-Finanzierungsvolumen in Höhe von TEUR 8.750 (Vorjahr: TEUR 8.184). Die teilnehmenden Gesellschaften haften nur für den Bestand, nicht für die Bonität der Forderung. Risiken im Rahmen dieser außerbilanziellen Finanzierungsform bestehen typischerweise insbesondere hinsichtlich eines kurzfristig in Abhängigkeit vom Forderungsvolumen schwankenden Finanzierungsvolumens. Darüber hinaus können künftige Bonitätsabstufungen der Kunden zu einem entsprechend niedrigeren Gesamtvolumen des Factorings führen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Honorar Abschlussprüfer Das vom Konzernabschlussprüfer gegenüber dem Mutterunternehmen und gegenüber vollkonsolidierten Tochterunternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt für Abschlussprüfungsleistungen TEUR 291 und für andere Bestätigungsleistungen TEUR 6. GewinnverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung der Prym Anteilsverwaltung GmbH schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022 eine Dividende in Höhe von Mio. 5 EUR auszuschütten. Geschäftsführung
Beirat
Die Bezüge des Beirats beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 270 (Vorjahr: TEUR 270). Nachtragsbericht Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Stolberg, den 31. März 2023 Dr. Ansgar Nonn Dr. Thorben Finken Stefan Hansen Robert Wittmann Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodelle des Konzerns Als eines der ältesten Industrieunternehmen weltweit, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1530 (Umzug von Aachen nach Stolberg im Jahre 1642) zurückreichen, hat die Prym Gruppe bereits frühzeitig eine internationale Expansion der unterschiedlichen Divisionen vollzogen und verfügt weltweit über eine starke Präsenz in relevanten Märkten. Insbesondere die frühzeitige Erschließung schnell wachsender Regionen wie Osteuropa, Maghreb, Asien oder Lateinamerika ermöglicht bis heute günstige Produktionsbedingungen und kurze Lieferzeiten für die Kunden vor Ort. Die Prym Gruppe besteht aktuell aus ca. 50 Gesellschaften, davon über 20 Vertriebs- bzw. Produktionsgesellschaften in ca. 15 Ländern. Die wesentlichen Gesellschaften der Prym Gruppe befinden sich in Deutschland, USA, Kanada, Italien, Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, Türkei, Indien, Bangladesch, Sri Lanka, Malaysia, Vietnam, Indonesien und China (inkl. Hong Kong). Die Prym Gruppe ist ein weltweit tätiger Hersteller und Anbieter von hochwertigen Metallprodukten und ist in vier Divisionen organisiert. "Consumer" ist ein weltweit führender Anbieter von Näh- und Handarbeitsaccessoires. Unter starken Marken bietet Consumer ein übersichtlich gegliedertes Sortiment aus einer Hand für die gesamte Kategorie des textilen Handarbeitens. "Fashion" entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige Metallverschlusssysteme für die Bekleidungs- und Textilindustrie, insbesondere im Bereich vernietbarer Druckknöpfe und Accessoires. Daneben umfasst das Leistungsspektrum eine maßgeschneiderte Ansetztechnologie mit weltweiter technischer Beratung vor Ort und entsprechendem After Sales Service. "Intimates" fertigt und vertreibt Komponenten zur BH-Herstellung. Es ist ein weltweit führender Hersteller von Dessous-Accessoires und bietet maßgeschneiderte Lösungen für Marken der Lingerie-Branche. "Inovan" ist weltweiter Zulieferer der Automobil-, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Elektrotechnikindustrie. Kompetenzen liegen in der Herstellung und dem Vertrieb von Lösungen und Produkten basierend auf Werkstofftechnik, Oberflächentechnik, Kontakttechnologie, Verbindungselementen sowie mechanischen Präzisionsteilen. Die vier Divisionen sind unterschiedlichen Marktzyklen ausgesetzt, sodass die Gruppe insgesamt als diversifizierter Konzern resilient gegenüber etwaigen Konjunkturschwankungen aufgestellt ist. Marktorientierte Organisation Die Division Consumer besteht aus den Business Units "Europe", "North America", "New Regions" mit den Märkten Asia Pacific und Lateinamerika, sowie "Operations" mit seinen Standorten in Malaysia (Produktion) und China (Sourcing und Verpackung). Die Division Fashion gliedert sich in die regionalen Business Units "Europe", "Asia" und "Americas". Die Division Intimates agiert marktbedingt aus Asien heraus (Sri Lanka, China, Indonesien und Bangladesch). Die Division Inovan agiert im Wesentlichen aus Deutschland heraus, wächst jedoch im Zuge ihrer Internationalisierung mit ihren Vertriebs- und Produktionseinheiten in China und Tschechien. Im Jahr 2022 lagen die Schwerpunkte der Inovan Division einerseits in der Steigerung der Profitabilität, was durch erhebliche Preissteigerungen, Reduzierung des Rückstands und Maßnahmen zu Effizienzsteigerung erreicht wurde. Zum anderen wurde die internationale Zusammenarbeit zwischen den Standorten weiter intensiviert. Unsere chinesischen Vertriebskollegen konnten mit der Unterstützung des Vertriebs und der R&D in Deutschland einen wichtigen Auftrag für die Halbleitertechnik gewinnen. Compliance Management System Das Compliance Management System der Prym Gruppe wurde weiter professionalisiert. Dabei lag der Fokus in 2022 auf dem weiteren Aufbau einer Compliance-Organisation in allen Divisionen und der Erhöhung der Awareness durch die Durchführung einer Compliance Week, der Beratung und Schulung der Mitarbeiter zu Compliance-Themen mittels Newslettern, zielgruppenorientierte E-Trainings und fachlicher Beratung zu konkreten Fragestellungen. Forschung und Entwicklung Der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten liegt unverändert auf kundenspezifischen Projekten für Produktinnovationen sowie der Weiterentwicklung vorhandener Produkte. Schwerpunkt der Division Consumer ist die Weiterentwicklung von funktionalen Verbesserungen zur Erhöhung der Gelingsicherheit beim textilen Handarbeiten, des Weiteren in der stetigen Weiterentwicklung des Designs aber auch bei alternativen Materialien. Der Schwerpunkt der Division Fashion liegt auf der Weiterentwicklung unterschiedlicher Verfahren der Oberflächenbehandlung, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit, die diesem Markttrend gerecht wird. Auch die Entwicklung neuer Designvarianten ist unverändert von großer Bedeutung. Darüber hinaus ist das Weiterentwickeln von Ansetzmaschinen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig. Kosteneinsparungen und Entfeinerungen an den Produkten sind ebenfalls von hoher Bedeutung, um der Nachfrage nach preisgünstigen Verschlusslösungen gerecht werden zu können. Die Division Intimates hat ihren F&E-Fokus auf innovative Verschluss- und Prozesslösungen vor dem Hintergrund sich verändernder Konsumentenbedürfnisse und das Athleisure-Segment (Sport BHs) gelegt. Insbesondere die Möglichkeit, sehr kleine Losgrößen färben zu können, war ein Fokus. Die R&D- und Prototypenabteilung der Inovan-Division waren in 2022 mit Aufträgen für e-mobility, dem autonomen Fahren und der Medizintechnik komplett ausgelastet. Das zeigt die enge Vernetzung unserer Entwicklungsingenieure mit dem Vertrieb und unseren Kunden. Auch für 2023 steht die Weiterentwicklung der internationalen Zusammenarbeit sowie die weitere Steigerung der Profitabilität im Fokus. Wirtschaftsbericht Im Jahr 2022 war die konjunkturelle Entwicklung positiv geprägt vom weitgehenden Ende der Corona-Maßnahmen. Andererseits spielte der im Februar gestartete Krieg Russlands gegen die Ukraine eine sehr große Rolle. Insbesondere die in Folge dieses Krieges sehr stark gestiegenen Erdgas-, Erdöl- und Strom-Preise lösten eine deutliche Inflation in der westlichen Hemisphäre aus. Dennoch wurde ein globales Weltwirtschaftswachstum (BIP, real) von 3,2 Prozent erreicht. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stieg im Jahr 2022 um 1,9 Prozent (real) an. Die Europäische und in noch verstärktem Maße die Deutsche Wirtschaftslage wurden seit Februar 2022 stark geprägt von sprunghaft gestiegenen Preisen für Erdgas, Rohöl und Strom in Folge der russischen Invasion der Ukraine. Aus demselben Grund war das Jahr geprägt von Sorgen um Versorgungsengpässe für Erdgas, die sich letztendlich aber nicht realisiert haben. Die Geldentwertung erreichte mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 7,9% (Peak im Oktober mit 10,4%) in Deutschland ein seit langem in dieser Höhe unbekanntes Niveau. Dies hat massive Auswirkungen auf das Konsumverhalten. Die Situation in vielen anderen westlichen Ländern ist vergleichbar. Ertragslage Die Konzernumsätze liegen im Berichtsjahr mit 419,7 Mio. Euro deutlich über Vorjahresniveau und Plan. Hierzu trugen die einzelnen Divisionen wie folgt bei (Drittumsätze, Vorjahr kursbereinigt):
Trotz signifikant gestiegener Volatilität in vielen Märkten weltweit und trotz zahlreicher Krisen (Corona, Ukraine, US-China-Differenzen) konnte der Konzernumsatz damit um 6,0% gesteigert werden. Eine große Verbesserung gegenüber den Vorjahren ist es, dass das Ergebnis der Gruppe deutlich ausgeglichener über die vier Divisionen verteilt ist, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Consumer-Division litt auch in 2022 noch unter den Spätfolgen der Corona-Pandemie. Zum einen war, wie schon in 2021, ein stärkerer Fokus der Konsumenten auf Reise- und Outdoor-Aktivitäten und damit eine deutliche Konsumzurückhaltung bei Produkten des textilen Handarbeitens zu verzeichnen. Zum anderen ergaben sich als Corona-Spätfolgen massive Disruptionen der globalen Supply Chain, unter der insb. das Consumer Geschäft in den USA litt. Dies führte zu signifikant gestiegenen Frachtkosten und zu deutlich verlängerten Lieferzeiten. Als Folge dieser externen Einflüsse ergab sich für die Division Consumer ein 6,9% unter dem Vorjahr liegender Umsatz von 107,7 Mio. Euro und ein EBIT adjusted von 6,3 Mio. Euro. Die wachstumsstärkste Division in 2022 war Fashion mit einem Anstieg der Umsätze im Berichtsjahr von 16,6 Mio. Euro (+17,2%) auf 113,2 Mio. Euro. Fashion erreichte damit trotz der Spätfolgen der sich am 14. Juli 2021 ereigneten Flutkatastrophe am Standort Stolberg ein Umsatzniveau deutlich über dem Vor-Corona-Jahr 2019. Die Umsatzsteigerung gegenüber 2021 resultierte im Wesentlichen aus den Regionen Europa und Asien. Das EBIT adjusted für Fashion liegt mit 10,4 Mio. Euro 92,6% über Vorjahr. Mit 13,2% verzeichnete die Intimates Division ebenfalls ein starkes Wachstum und konnte Umsätze in Höhe von 40,2 Mio. Euro erzielen. Das deutlichste Wachstum war dabei in Sri Lanka zu verzeichnen. Besonders erfreulich ist dabei, dass Intimates mit einem EBIT adjusted von 8,8 Mio. Euro eine Marge von 22,0% erreicht. Auch die Division Inovan zeigte in 2022 eine sehr erfreuliche Entwicklung. Mit einem Umsatzwachstum von 7,1% auf 158,3 Mio. Euro und einem Wachstum des EBIT adjusted von 192% auf 7,6 Mio. Euro steht Inovan deutlich besser als im Vor-Corona-Jahr 2019 da. Die Verlagerung der Produktion ausgewählter Produkte vom Standort Birkenfeld an den tschechischen Standort Zliv hat zu dieser guten Entwicklung beigetragen. Die für die Unternehmenssteuerung maßgeblichen Kennzahlen lauten wie folgt:
Die Ertragslage der Prym Gruppe ist durch folgende nicht nachhaltige Sondereffekte geprägt: Geplante Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte im Rahmen von Goodwill wurden auch in 2022 in Höhe von 3,0 Mio. Euro vorgenommen. Aus der Beseitigung der Flutschäden entstand durch Periodenabgrenzung ein Ertrag von 6,2 Mio. Euro nach einem ähnlich großen Aufwand im Vorjahr. Aufwendungen durch die Beendigung von Projekten entstanden in Höhe von 7,2 Mio. Euro. Durch Restrukturierungsmaßnahmen und Produktions-Verlagerungen entstanden Aufwendungen von 4,1 Mio. Euro. Weitere Aufwendungen sind durch Sonderabwertungen im Bereich der Vorräte und Forderungen in Höhe von 3,8 Mio. Euro entstanden. Das ZINSERGEBNIS in Höhe von -7,8 Mio. Euro liegt über dem Vorjahr (-6,3 Mio. Euro). Der Zinsaufwand aus den Pensionsrückstellungen fällt mit insgesamt 2,4 Mio. Euro um 1,1 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr aus. Die Zinsaufwendungen gegenüber Kreditinstituten haben sich von 2,6 Mio. Euro auf 2,7 Mio. erhöht. Die Zinsen aus dem Managementbeteiligungsprogramm betragen 2,7 Mio. Euro (Vorjahr 0,1 Mio. Euro). Die STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG ergeben nach 2,5 Mio. Euro im Vorjahr im laufenden Jahr einen Aufwand von 4,1 Mio. Euro. Dabei sind die laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 1,4 Mio. Euro auf 4,1 Mio. Euro angestiegen. Die latenten Steuern weisen nach einem Ertrag von 0,2 Mio. Euro im Vorjahr einen Ertrag von 0,0 Mio. Euro aus. Vermögenslage Das ANLAGEVERMÖGEN ist im Berichtsjahr um 9,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr auf 103,4 Mio. Euro gesunken und macht 34,0% (Vorjahr: 38,2%) der Konzernbilanzsumme aus. Im Berichtsjahr hat der Konzern 9,0 Mio. Euro in das Sachanlagevermögen und 4,6 Mio. Euro in das immaterielle Anlagevermögen investiert. Im Wesentlichen entfielen die Investitionen dabei auf die anlagenintensive Division Inovan und die Division Consumer. Der Rückgang des Anlagevermögens ist im Wesentlichen auf die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 21,2 Mio. Euro zurückzuführen. Das im Working Capital gebundene Vermögen, bestehend aus der Summe von Vorratsbestand und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Factoring), ist gegenüber dem Vorjahr um 14,0 Mio. Euro auf 94,6 Mio. Euro gewachsen. Das stringente Working Capital Management wurde fortgeführt, jedoch ergab sich die Erhöhung als Folge des höheren Umsatzes, der höheren Preise und der aus Vorsichtsgründen höheren Bestände. Das KONZERNEIGENKAPITAL hat sich insbesondere aufgrund des Jahresergebnisses erhöht auf 87,4 Mio. Euro (Vorjahr: 81,0 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote liegt nunmehr bei 28,8% (Vorjahr: 27,4%). In den RÜCKSTELLUNGEN in Höhe von insgesamt 72,0 Mio. Euro (Vorjahr: 75,0 Mio. Euro) sind neben den Pensionsrückstellungen in Höhe von 41,0 Mio. Euro (Vorjahr: 41,2 Mio. Euro) Steuerrückstellungen in Höhe von 2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) sowie sonstige Rückstellungen in Höhe von 28,8 Mio. Euro (Vorjahr: 32,3 Mio. Euro) enthalten. Der größte Posten bei den sonstigen Rückstellungen bezieht sich auf laufende Kostenverbesserungsprogramme sowie auf Rückstellungen für Boni und variable Vergütungen. Die VERBINDLICHKEITEN ggü. KREDITINSTITUTEN haben sich im Berichtsjahr um 11,0 Mio. Euro auf 85,8 Mio. Euro erhöht. Finanzlage Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Cashflow-Kennzahlen des Konzerns:
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 19,6 Mio. Euro verbessert, was größtenteils aus der geringeren Inanspruchnahme der gebildeten Rückstellungen aus dem Kostenverbesserungsprogramm resultiert. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag um 4,3 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Dies lag größtenteils an höheren Abgängen aus dem Sachanlagevermögen. Beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ergab sich eine Verringerung von 25,8 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr, was größtenteils aus Tilgungen, geringerer Aufnahme von langfristigen Krediten sowie Dividendenzahlungen an Gesellschafter resultiert. Der im Berichtsjahr resultierende positive Free Cashflow ergab sich u.a. aus einem im zweiten Halbjahr sehr konsequenten Working Capital Management, welches die Folgen von gestiegenen Rohstoffpreisen und durch Unterbrechungen der Lieferketten bedingte Sicherheitsbeständen zumindest partiell mitigieren konnte. Das deutliche Wachstum gegenüber 2021, aber auch bedingt durch Lieferengpässe notwendig gewordene Vorauszahlungen an Lieferanten, haben im Berichtsjahr zusätzliches Kapital gebunden. Der hier dargestellte Free Cashflow ermittelt sich aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit. Cash-Effekte aus Zugängen zum Konsolidierungskreis/M&A-Transaktionen werden dabei nicht berücksichtigt (0,0 Mio. Euro, Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Abgezogen werden zusätzlich die gezahlten Zinsen (-3,0 Mio. Euro, Vorjahr: -2,9 Mio. Euro). Gesamtaussage zum Wirtschaftsbericht Der Konzern hat sich nach den coronabedingt schwierigen wirtschaftlichen Jahren 2020 und 2021 nicht nur deutlich erholt, sondern konnte trotz Flutauswirkungen auch gegenüber 2019 ein Wachstum von 13% erwirtschaften. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass alle vier Divisionen signifikant zum Gesamtergebnis beigetragen haben und damit eine deutlich gestiegene Resilienz zu konstatieren ist. Durch die mit diesem Wachstum einhergehenden zusätzlichen Deckungsbeiträge sowie realisierte Effekte aus umfangreichen Kostenverbesserungsprogrammen konnte das EBIT adjusted von 22,7 Mio. Euro in 2021 auf 33,7 Mio. Euro gesteigert werden. Jedoch wurde das Ergebnis in 2022 belastet durch deutlich erhöhte Bezugskosten bei Rohmaterialien, Handelsartikeln aber auch Frachten und Energie. Der Konzern konnte die Kostensteigerungen in 2022 allerdings zu guten Teilen an Kunden weitergeben. Die Prognose des Vorjahres (Steigerung der Umsatzerlöse und EBIT adjusted um jeweils 5-10%) wurde in Bezug auf die Umsatzerlöse (+ 6%) erreicht und in Bezug auf EBIT adjusted deutlich übertroffen. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht Chancenbericht Prym ist eine international agierende Unternehmensgruppe mit Produktions- und Vertriebsorganisationen in vier Divisionen. Die Gruppe arbeitet kontinuierlich an innovativen Lösungen und sichert ihren Erfolg durch Qualität, Schnelligkeit, eine effektive Vermarktung sowie Kundenservice. Die Intensivierung weiterer globaler Synergien im Sourcing aber auch der Vertriebsaktivitäten sowie weitere Effizienzsteigerungen in den Produktionsstandorten und Distributionscentern werden der Prym Gruppe in Zukunft im globalen Wettbewerb weitere Chancen eröffnen. Neben der Verbesserung der operativen Exzellenz wird der Fokus auf der Diversifizierung der Vertriebskanäle und Produktsortimentsverbreiterung liegen. So soll in Zukunft insbesondere in den Ausbau von Produktions- und Vertriebskapazitäten in Asien und Amerika investiert werden. Eine weitere Säule des langfristigen Erfolges wird die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch eine weitere Reduktion der Kostenstruktur sein. Die Prym Gruppe versteht sich als Gesellschaft mit schlanken Führungsstrukturen. In 2019 wurde die Verlagerung der Consumer Produktion von Mexiko nach Malaysia abgeschlossen sowie in 2021 auch die Verlagerung innerhalb der Division Inovan von Tianjin nach Changzhou. Die Verlagerung von Produktionsbereichen von Inovan Deutschland nach Tschechien ist in 2021 gestartet und in 2022 weiter fortgeführt worden. Neben Effizienzsteigerungsmaßnahmen stehen im Fokus des Konzerns - mit dem Ziel, das Wachstum der Gruppe weiter zu unterstützen - Prozessverbesserungen insbesondere in den Vertriebs- und Marketingbereichen sowie in der Supply Chain. Die fortwährende Optimierung und Digitalisierung von gruppenweiten, unterstützenden Prozessen im Bereich Finanzwesen und HR unterstützt die strategische Ausrichtung und ist somit die Grundlage, um die Rendite und Wettbewerbsfähigkeit der Prym Gruppe nachhaltig zu sichern. Die Weiterentwicklung der IT wird die Geschäftseinheiten in der Umsetzung ihrer strategischen Ziele sowie ihrer Digitalisierungsvorhaben unterstützen. Im Fokus steht hier auch die Erhöhung der IT-Sicherheit vor dem Hintergrund steigender Cyber-Kriminalitätsrisiken. Die Division Consumer hat ihre Strategie weiterentwickelt und setzt ihre Expansion in neue Märkte und neue Produktsortimente durch den Ausbau eigener Marken, aber auch durch Kooperationen sowie zusätzliche Vertriebskanäle fort. Hierzu gehört auch die Schaffung neuer Handels- und Vertriebsplattformen wie "Direct-To-Retail", um Fachhändler am Point of Sale direkt unterstützen zu können, sowie "Direct-To-Consumer", um von Konsumenten und deren Einkaufsverhalten datenbasiert zu lernen. Eine Erholung der weltweiten Logistikengpässe im Laufe des Geschäftsjahres 2023 kann für die Division Consumer eine weitere Chance sein. Durch die in 2022 erfolgten Gründungen neuer Vertriebsstandorte in Bangladesch sowie Vietnam werden sich für die Division Fashion neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben. Zudem soll die konsequente Weiterentwicklung des globalen Key-Account-Managements sowie Optimierung der Vertriebsprozesse weiteres nachhaltiges Wachstum generieren. Die Division Intimates hat neben der positiven Entwicklung des Standortes in Indonesien mittel- und langfristig weiteres Expansionspotential in anderen asiatischen Märkten, z.B. Bangladesch und Vietnam. Inovan hat im Jahr 2022 die bestehenden Kundenbeziehungen weiter verbessert und ausgebaut sowie Neukunden akquirieren können. Wachsende Märkte wie "autonomes Fahren", e-mobility, erneuerbare Energien und Digitalisierung von Gebäudetechnik werden sukzessive erschlossen. Damit einhergehend werden unsere Mitarbeiter für die steigenden Anforderungen stetig weitergebildet. Herausfordernd ist weiterhin die angespannte Situation am Rohmaterialmarkt und insb. an den Energiemärkten. Hier sind flexible Lösungen bzgl. Lieferantenauswahl und variablen Preisbestandteile sowie eine globale Lieferantenstruktur gefordert. Risikobericht Branchen-/Wettbewerbsrisiken Mit unserem gesamten Produktportfolio sind wir einem gewissen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Wettbewerbscharakteristik unterscheidet sich innerhalb der vier Divisionen der Prym Gruppe. Unsere Wettbewerber bei Inovan und Fashion sind starke nationale und internationale Unternehmen, während die Divisionen Consumer und Intimates eher produktgruppenspezifischen Wettbewerbern ausgesetzt sind. Die Wettbewerbsintensität bei Consumer verstärkt sich durch den Online-Trend und damit einhergehend durch den Markteintritt neuer Wettbewerber. Des Weiteren treten asiatische Lieferanten auch mit eigenen Marken in europäische und amerikanische Märkte ein. Leistungswirtschaftliche Risiken ABSATZRISIKEN Für das Jahr 2023 wird (wenn überhaupt) ein nur sehr geringes Wirtschaftswachstum erwartet. Für Prym sehen wir insbesondere absatzseitige Risiken für die Divisionen Fashion und Intimates, in geringerem Umfang auch für Consumer. BESCHAFFUNGSRISIKEN Bei der Produktion sind alle Divisionen auf zahlreiche Rohstoffe angewiesen. Zu den in diesem Zusammenhang bedeutenden Rohstoffen zählen bei Inovan insbesondere Edelmetalle (z.B. Gold und Silber), und sonstige Metalle und Legierungen (z.B. Kupfer, Messing) und in der Division Fashion Kupfer, Zink, Edelstähle und Chemikalien. Die Beschaffungsseite war 2022 wie schon 2021 geprägt von Verfügbarkeitsengpässen sowie signifikanten Preiserhöhungen. Zum einen bestanden Kapazitätsengpässe bei unseren Metalllieferanten insbesondere für INOVAN und Fashion, welche zu Verzögerungen bei der Belieferung unserer Kunden führten. Als Reaktion auf diese Engpässe in Europa wurden Alternativlieferanten in China, Indien und der Türkei entwickelt. Zum anderen mussten alle Divisionen die stark gestiegene Transport-, Handelswaren- sowie Rohwarenpreise an Kunden weitergeben. Darüber hinaus sind die in Folge des Ukraine-Krieges sprunghaft gestiegenen Energiekosten eine erhebliche Belastung. Es wird erwartet, dass sich diese Belastung auch in 2023 fortsetzen wird. QUALITÄTSRISIKEN Prym ist davon abhängig, dass selbst hergestellte Produkte qualitativ hochwertig sind und die relevanten Spezifikationen und Qualitätsstandards unserer Kunden erfüllen. Dies gilt für alle Geschäftsfelder der Prym Gruppe. Die von unseren Divisionen Fashion und Inovan hergestellten Produkte gehen zusätzlich als Vorprodukte in Artikel mit hoher Wertschöpfung unserer Kunden ein. Versteckte Qualitätsmängel würden somit zu hohen Ersatzansprüchen unserer Kunden führen. Um weltweit hohe Sicherheits- und Umweltstandards zu erreichen, die sich auch in der Qualität unserer Produkte widerspiegeln, legen wir großen Wert darauf, dass unsere Werke ISO-zertifiziert sind. IT-RISIKEN Wie alle Unternehmen ist auch Prym dem in den letzten Jahren signifikant angestiegenen Risiko eines Cyber-Angriffs ausgesetzt. Ein solcher Angriff könnte im Extremfall dazu führen, dass Produktion und Absatz für einen nennenswerten Zeitraum stillstehen, dass vertrauliche Daten gestohlen und an Wettbewerber verkauft bzw. veröffentlicht werden oder das Daten unwiederbringlich verschlüsselt werden. Zur Abwehr dieses Risikos unternimmt Prym signifikante technische und organisatorische Anstrengungen (z.B. Cyber Security Trainings). Finanzwirtschaftliche Risiken FINANZIERUNGSRISIKO Die Finanzierung der Gruppe erfolgt im Wesentlichen über einen Konsortialkredit. Dieser wurde im Geschäftsjahr um ein Jahr verlängert und hat nun eine Laufzeit bis Dezember 2027. Im Rahmen der Konsortialfinanzierung sind entsprechende Finanzkennzahlen einzuhalten, welche zum Stichtag eingehalten werden. Am Bilanzstichtag standen der Gruppe freie Kreditlinien in Höhe von insgesamt 68,1 Mio. Euro (Vorjahr: 83,9 Mio. Euro) zur Verfügung. Diese freien Kreditlinien ermöglichen der Gruppe einen hohen Grad an finanziellem Spielraum, um ihr operatives Geschäft zu finanzieren und auch die Abfindungen und Verlagerungskosten aus dem Kostenverbesserungsprogramm ohne zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen durchführen zu können. AUSFALLRISIKO Die Prym Gruppe hat regelmäßig einen erheblichen - wenn auch nicht unüblichen - Bestand an Forderungen. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass Kunden ihre Verbindlichkeiten gegenüber der Prym Gruppe verspätet oder - beispielsweise aufgrund von Insolvenzen - nicht erfüllen. Das betreffende Ausfallrisiko der Kunden sichern zum Teil Warenkreditversicherungen ab. Der Vorteil von Prym liegt in den oft langjährigen Beziehungen zu Kunden, die zudem selbst stark am Markt positioniert sind und überwiegend eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen. ZINSÄNDERUNGSRISIKEN Zins- und Liquiditätsrisiken begegnen wir mit einem aktiven Treasury-Management. Im März 2022 wurde für einen signifikanten Teil des Konsortialkredits eine Zinssicherung, welche bis Dezember 2026 läuft, abgeschlossen. Wir überwachen die Entwicklung der Zinssätze kontinuierlich, um im Bedarfsfall weitere Zinssicherungsmaßnahmen einzuleiten. WÄHRUNGSRISIKEN Viele der Konzerngesellschaften sind sowohl auf der Beschaffungs- als auch der Absatzseite insbesondere von der Wechselkursentwicklung des US-Dollars sowie zu einem geringeren Maße auch von der Entwicklung des Hongkong-Dollars und des chinesischen Renminbis abhängig. Da sich die Risiken aus diesen Fremdwährungsströmen weder der Höhe noch dem Zeitpunkt nach vollständig kompensatorisch gegenüberstehen, können Wechselkursänderungen die Ertragslage des Konzerns auch negativ beeinflussen. Basierend auf unserer Einschätzung der kurz- und mittelfristigen Währungskursentwicklung wurde am Bilanzstichtag auf eine Absicherung gegen Währungskursschwankungen gezielt verzichtet. Wir sehen hier das Chancen-Risiko-Profil insgesamt als ausgeglichen. BEWERTUNGSRISIKEN Die Bilanzierung und Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie bestehender Ausleihungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen erfolgt auf Grundlage der entsprechenden Unternehmensplanung. Sollte sich die künftige Ertragslage der nicht konsolidierten Tochtergesellschaften nicht wie geplant entwickeln, können künftige Wertberichtigungen nicht ausgeschlossen werden. Dieses führt aber nicht zu einem wesentlichen Risiko im Konzern, da alle wesentlichen Tochtergesellschaften und somit auch Beteiligungsbuchwerte konsolidiert werden. Zusammenfassung der Risikosituation Sämtliche beschriebenen Risiken und Chancen, denen die Prym Gruppe ausgesetzt ist, unterliegen hinsichtlich ihrer Einflüsse auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage einer permanenten Kontrolle und Steuerung. Für die derzeit konkret bekannten Risiken wurden die notwendigen Risikovorsorgen gebildet. Darüber hinaus bestehende Risiken und Chancen werden - soweit hinreichend konkretisiert - in den aktuellen Jahresprognosen berücksichtigt. Die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine ist für die Prym-Gruppe durch die überschaubare eigene Position in der Ukraine und Russland unter Risikogesichtspunkten nicht kritisch. Dauerhafte gesamtwirtschaftliche Folgen aus der Russland-Ukraine-Krise, wie z.B. weiter steigende Energiekosten, würden sich nachteilig auf unseren Konzern auswirken, sind zum Zeitpunkt unserer Berichterstattung jedoch nicht absehbar bzw. bezifferbar. Aus derzeitiger Sicht ergibt sich weder aus einzelnen Risiken noch aus der Gesamtheit aller zurzeit bekannten Risiken unter Substanz- und Liquiditätsaspekten eine Bestandsgefährdung der Prym Gruppe, da die Risiken größtenteils als gering eingestuft werden. Prognosebericht Bedingt durch diverse geopolitische Disruptionen erwartet der IWF in 2023 für Deutschland nur ein Wirtschaftswachstum von 0,1%. Weltweit sieht die IWF-Prognose mit 2,9% jedoch deutlich positiver aus. Dennoch besteht eine große Unsicherheit bezüglich der konkreten Absatzchancen im Jahr 2023. Verstärkt wird diese Unsicherheit durch eine für Deutschland sehr hoch erwartete Inflationsrate, die der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit 7,4 % prognostiziert. Die sich daraus ergebende Reduktion des nach allg. Lebenshaltungskosten noch zur Verfügung stehenden Einkommens deutet ebenfalls auf deutliche Absatzrisiken hin. Auf der Lieferantenseite erwarten wir weiteren Preisdruck durch Lieferanten, welche ihre eigenen Kostensteigerungen auf ihre Kunden überzuwälzen versuchen. Die Prym Gruppe hat darauf mit einem auf der Umsatzseite vorsichtigen Budget und einer noch einmal weiter intensivierten Kostendisziplin reagiert. Es wird ein im Vergleich zum Jahr 2022 leicht zurückgehender Jahresumsatz und ein ebenfalls sinkendes EBIT adjusted erwartet. Die Gruppe plant jedoch mit einem deutlich positiven Free Cashflow trotz weiterer Investitionen in geographische Expansion. Die Geschäftsführung verfolgt die allgemeine Entwicklung und die Auswirkungen auf die Unternehmensgruppe täglich und leitet bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ein. Vorsorglich hat die Prym Gruppe bereits Controlling-Instrumente zur Beobachtung und Analyse der Margenentwicklung eingeführt. Des Weiteren werden ergänzend zu bereits durchgeführten Weitergaben von Kostenerhöhungen an den Markt auch die Intervalle der Preiserhöhungen gegenüber Kunden aufgrund der dynamischen Kostenentwicklung verkürzt.
Stolberg, den 31. März 2023 Dr. Ansgar Nonn Dr. Thorben Finken Stefan Hansen Robert Wittmann |
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