MLP Finanzberatung SE
Wiesloch
Jahresabschluss mit Bericht zur
Gleichstellung und Entgeltgleichheit nach EntgTranspG als
Anlage des Lageberichts zum Geschäftsjahr vom
01.01.2023 bis zum 31.12.2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die MLP Finanzberatung SE, Wiesloch
PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben den Jahresabschluss der MLP Finanzberatung
SE, Wiesloch - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember
2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung
der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MLP
Finanzberatung SE für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die
unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des
Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen
gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der
Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer
Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht
erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter
"SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des
Lageberichts.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
GRUNDLAGE FÜR DIE
PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES
LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind
für die sonstigen Informationen verantwortlich. Diese
umfassen:
| ― |
die im Lagebericht enthaltene
Erklärung zur Unternehmensführung nach
§ 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote)
|
| ― |
die im Lagebericht enthaltenen,
lageberichtsfremden und in der Anlage zum
Bestätigungsvermerk genannten Angaben
|
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und
zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir
die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und
dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― |
wesentliche Unstimmigkeiten zum
Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der
Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
|
| ― |
anderweitig wesentlich falsch
dargestellt erscheinen.
|
Falls wir auf Grundlage der von uns
durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine
wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen
Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über
diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem
Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN
VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN
JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES
LAGEBERICHTS
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
|
| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
der Gesellschaft abzugeben.
|
| ― |
beurteilen wir die
Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte und damit
zusammenhängenden Angaben.
|
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
|
| ― |
beurteilen wir Darstellung,
Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
|
| ― |
beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Gesellschaft.
|
| ― |
führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben
im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender
geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir
dabei insbesondere die den zukunftsorientierten
Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde
gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die
sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten
Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten
Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen
geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
|
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Anlage zum Bestätigungsvermerk: nicht inhaltlich
geprüfte Bestandteile des Lageberichts
Folgende Bestandteile des Lageberichts haben wir
nicht inhaltlich geprüft:
| ― |
Erklärung zur
Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB
(Angaben zur Frauenquote) - Seite 3: Bei der Produkt-
und Partnerauswahl legen wir großen Wert auf
objektive und transparente Kriterien sowie auf die
Unabhängigkeit von unseren Produktpartnern.
|
| ― |
Seite 3: Damit unterscheiden wir
uns deutlich vom Großteil des Marktes, in dem
gebundene Vermittler oder Mehrfachagenten entweder
nur eigene oder einige wenige Produkte Dritter
anbieten können.
|
| ― |
Seite 2: Die MLP Finanzberatung
SE ist eine deutsche Finanzberatung, die als Makler
und damit unabhängig von Produktinteressen
agiert und Kunden in den Mittelpunkt stellen
kann.
|
Seite 3: Damit ermöglichen wir unseren Kunden,
bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.
Frankfurt am Main, 18.
März 2024
BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Schmidt |
Gießler |
|
Wirtschaftsprüfer |
Wirtschaftsprüfer |
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023
| Alle Angaben in
T€ |
Anhang |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| A.
ANLAGEVERMÖGEN |
(9) |
28.057 |
45.143 |
| I. Immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
600 |
3.246 |
| Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
|
600 |
3.181 |
| Geleistete
Anzahlungen |
|
- |
65 |
| II. Sachanlagen |
|
10.619 |
10.422 |
| 1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken |
|
1.642 |
1.871 |
| 2. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung |
|
8.977 |
8.423 |
| 3. Geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau |
|
- |
128 |
| III. Finanzanlagen |
(10) |
16.839 |
31.474 |
| 1. Anteile an
verbundenen Unternehmen |
|
15.175 |
29.810 |
| 2. Beteiligungen |
|
1.664 |
1.664 |
| B.
UMLAUFVERMÖGEN |
|
194.986 |
183.228 |
| I. Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände |
|
158.800 |
155.151 |
| 1. Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen |
(11) |
31.112 |
28.377 |
| 2. Forderungen gegen
verbundene Unternehmen |
(12) |
106.852 |
103.277 |
| 3. Forderungen gegen
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht |
(13) |
4.404 |
3.696 |
| 4. Sonstige
Vermögensgegenstände |
(14) |
16.432 |
19.802 |
| II. Wertpapiere |
(15) |
7 |
737 |
| 1. Anteile an
verbundenen Unternehmen |
|
7 |
240 |
| 2. Sonstige
Wertpapiere |
|
- |
498 |
| III. Kassenbestand,
Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und
Schecks |
(16) |
36.180 |
27.339 |
| C.
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN |
(17) |
5.381 |
4.079 |
| D. AKTIVER
UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER
VERMÖGENSVERRECHNUNG |
(18) |
- |
- |
| Aktiva |
|
228.425 |
232.449 |
| A. EIGENKAPITAL |
(19) |
62.107 |
58.775 |
| I. Gezeichnetes
Kapital |
|
120 |
120 |
| II.
Gewinnrücklagen |
|
20.562 |
20.562 |
| 1. Gesetzliche
Rücklage |
|
12 |
12 |
| 2. Rücklage
für Anteile an einem herrschenden oder
mehrheitlich beteiligten Unternehmen |
|
7 |
240 |
| 3. Andere
Gewinnrücklagen |
|
20.544 |
20.311 |
| III. Bilanzgewinn |
|
41.425 |
38.092 |
| B.
RÜCKSTELLUNGEN |
(20) |
78.868 |
75.370 |
| I. Rückstellungen
für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen |
|
5.386 |
5.095 |
| II.
Steuerrückstellungen |
|
4.716 |
1.097 |
| III. Sonstige
Rückstellungen |
|
68.765 |
69.178 |
| C.
VERBINDLICHKEITEN |
(21) |
83.579 |
94.140 |
| I. Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
|
20.769 |
27.546 |
| II. Erhaltene
Anzahlungen |
|
5.179 |
5.465 |
| III. Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen |
|
47.591 |
48.422 |
| IV. Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
|
1.126 |
1.854 |
| V. Sonstige
Verbindlichkeiten |
|
|
|
| davon aus Steuern 1.104
T€ (Vorjahr: 1.388 T€) |
|
8.915 |
10.854 |
| D.
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN |
(22) |
3.871 |
4.165 |
| Passiva |
|
228.425 |
232.449 |
GEWINN-
UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS
31. DEZEMBER
| Alle Angaben in
T€ |
Anhang |
2023 |
2022 |
| 1.
Umsatzerlöse |
(1) |
397.619 |
392.014 |
| 2. Andere aktivierte
Eigenleistungen |
|
- |
- |
| 3. Sonstige betriebliche
Erträge |
(2) |
11.268 |
11.223 |
| 4. Materialaufwand |
(3) |
-176.570 |
-190.629 |
| 5. Personalaufwand |
(4) |
-80.572 |
-77.321 |
| a) Löhne und
Gehälter |
|
-67.256 |
-63.889 |
| b) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für Altersversorgung und für
Unterstützung |
|
-13.317 |
-13.431 |
| davon für
Altersversorgung 2.967 T€ (Vorjahr: 3.707
T€) |
|
|
|
| 6. Abschreibungen auf
immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
(5) |
-6.384 |
-8.548 |
| 7. Sonstige betriebliche
Aufwendungen |
(6) |
-122.516 |
-112.094 |
| Ergebnis der
betrieblichen Geschäftstätigkeit |
|
22.844 |
14.644 |
| 8. Erträge aus
Beteiligungen |
|
3.290 |
4.692 |
| davon aus verbundenen
Unternehmen: 358 T€ (Vorjahr: 370 T€) |
|
|
|
| 9. Erträge aus
anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens |
|
- |
16 |
| 10. Sonstige Zinsen und
ähnliche Erträge |
|
3.119 |
1.547 |
| davon aus verbundenen
Unternehmen: 2.599 T€ (Vorjahr: 1.519
T€) |
|
|
|
| 11. Abschreibungen auf
Finanzanlagen und auf Wertpapiere des
Umlaufvermögens |
|
-15.032 |
-274 |
| 12. Zinsen und
ähnliche Aufwendungen |
|
-1.596 |
-1.142 |
| davon an verbundene
Unternehmen: 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) |
|
|
|
| 13. Erträge aus
Gewinnabführungsverträgen |
|
462 |
56 |
| 14. Aufwendungen aus
Verlustübernahme |
|
-2.471 |
-42 |
| 15. Zinsanomalien |
|
- |
-69 |
| Finanzergebnis |
(7) |
-12.228 |
4.784 |
| 16. Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag |
(8) |
-7.271 |
-5.281 |
| 17. Ergebnis nach
Steuern |
|
3.346 |
14.147 |
| 18. Sonstige
Steuern |
|
-13 |
-12 |
| 19.
Jahresüberschuss |
|
3.332 |
14.135 |
| 20. Gewinnvortrag |
|
38.092 |
23.957 |
| a) Bilanzgewinn
Vorjahr |
|
38.092 |
23.957 |
| b)
Dividendenausschüttung |
|
- |
- |
| 20. Einstellung in
Gewinnrücklagen |
|
- |
- |
| a) In die Rücklage
für Anteile an einem herrschenden Unternehmen
oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen |
|
- |
- |
| b) In Andere
Gewinnrücklagen |
|
- |
- |
| 21. Bilanzgewinn |
(19) |
41.425 |
38.092 |
ANHANG FÜR
DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
Allgemeine Angaben
Angaben zur Gesellschaft
Die MLP Finanzberatung SE hat ihren Sitz in Wiesloch,
mit der Adresse Alte Heerstr. 40, 69168 Wiesloch. Sie ist
unter der Nummer 728109 HRB im Handelsregister des
Amtsgerichts Mannheim eingetragen.
Gegenstand des Unternehmens ist die Beratung, die
Entwicklung, der Vertrieb und die Vermittlung von
Finanzdienstleistungen aller Art, einschließlich der
Vermittlung des Abschlusses von Versicherungsverträgen
und von Produkten des Bereichs der elektronischen
Datenverarbeitung.
Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden,
Schätzungen und Annahmen
Schätzungen und Annahmen
Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfordert zum
Teil Schätzungen und Annahmen, die die Beträge
der Vermögensgegenstände, Rückstellungen,
Verbindlichkeiten und finanziellen Verpflichtungen zum
Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des
Berichtsjahres beeinflussen können.
Allgemeine Angaben
Der vorliegende Jahresabschluss wurde
gemäß den §§ 242 ff., 264 ff. HGB
sowie den einschlägigen Vorschriften des
Aktiengesetzes aufgestellt, die ebenfalls für
Gesellschaften mit der Rechtsform Societas Europaea (SE)
anzuwenden sind. Die Gesellschaft ist eine große
Kapitalgesellschaft i. S. von § 267 Abs. 3 HGB.
Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach
den Vorschriften des Handelsgesetzbuches.
Die Bilanz wird nach dem in § 266 HGB
kodifizierten Gliederungsschema erstellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem
Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB sowie mit
Ergänzungen durch § 277 Abs. 3 Satz 2 HGB
für die Erträge aus
Gewinnabführungsverträgen aufgestellt. Die
Gewinn- und Verlustrechnung wird zur besseren Darstellung
der Ertragslage um die Zwischensummen "Ergebnis der
betrieblichen Geschäftstätigkeit" und
"Finanzergebnis" ergänzt. Gemäß § 265
Abs. 5 HGB wurde das Finanzergebnis um die Position "15.
Zinsanomalien" erweitert, unter welcher negative
Zinserträge sowie negative Zinsaufwendungen erfasst
werden.
Auf fremde Währung lautende
Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten haben
eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und werden
gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs
am Bilanzstichtag umgerechnet.
Die Wertangaben in den tabellarischen Darstellungen
werden grundsätzlich in Tausend-Euro-Beträgen
(T€) dargestellt. Abweichungen von dieser
Darstellungsweise werden direkt bei den einzelnen Tabellen
vermerkt. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den
Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei
Additionen der dargestellten Einzelwerte können
deshalb Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten.
Der im folgenden Berichtsteil genutzte Begriff
"Geschäftsstellenleiter" umfasst die
Geschäftsstellenleiter und
Geschäftsstellenleiterinnen der MLP Finanzberatung SE.
Unter dem Begriff "MLP Berater" fassen wir sämtliche
Berater und Beraterinnen zusammen. Der Begriff
"Handelsvertreter" umfasst Handelsvertreter und
Handelsvertreterinnen. Der Begriff "Mitarbeiter"
berücksichtigt die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
der MLP Finanzberatung SE.
Angabe der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden für einzelne Bilanzposten
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren
wesentlich die nachfolgenden Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden maßgebend:
Die immateriellen Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und die Sachanlagen werden zu
Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger
Abschreibungen oder, bei voraussichtlich dauernder
Wertminderung, dem niedrigeren beizulegenden Wert
angesetzt.
Die Anschaffungskosten enthalten neben
Anschaffungsnebenkosten jeweils den nicht zum
Vorsteuerabzug berechtigten Teil der auf die
Anschaffungskosten entfallenden und in Rechnung gestellten
Umsatzsteuer.
Die Abschreibungen werden unter Berücksichtigung
von § 253 Abs. 3 HGB entsprechend der
voraussichtlichen bzw. betriebsgewöhnlichen
Nutzungsdauer linear vorgenommen.
Die Abschreibungen auf Zugänge des
Sachanlagevermögens erfolgen pro rata temporis.
Geringwertige Anlagegüter bis zu einem
Netto-Einzelwert von 250 € werden im Jahr der
Anschaffung aufwandswirksam verbucht. Anlagegüter von
mehr als 250 € bis 800 € werden im Jahr des
Zugangs in voller Höhe abgeschrieben und als Abgang
erfasst. Für Anlagegüter mit Zugang bis 2019 mit
einem Netto-Einzelwert von mehr als 250 € bis
einschließlich 1.000 € wurde das steuerliche
Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch
in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird
pauschal mit 20 % p. a. im Zugangsjahr und in den vier
darauffolgenden Jahren abgeschrieben und nach
vollständiger Abschreibung als Abgang erfasst.
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden in
Höhe der geleisteten Anzahlungen bilanziert.
Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Die Abschreibung
dieser Anlagewerte beginnt mit der Fertigstellung bzw. dem
Erreichen des betriebsbereiten Zustands.
Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen
und Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. bei
einer voraussichtlich dauernden Wertminderung mit dem
niedrigeren beizulegenden Zeitwert.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert bzw.
mit dem Barwert angesetzt. Soweit erforderlich werden alle
risikobehafteten Posten wertberichtigt.
Die im Posten Wertpapiere enthaltenen Aktien und fest
verzinslichen Wertpapiere des Umlaufvermögens werden
zu Anschaffungskosten bzw. nach dem strengen
Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 4 HGB zu den
niedrigeren Werten, die sich aus den Börsen- oder
Marktpreisen am Bilanzstichtag ergeben, bewertet.
Der Posten Kassenbestand, Bundesbankguthaben,
Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks wird zum Nennwert
angesetzt.
In den Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw.
Einnahmen erfasst, die vor dem Abschlussstichtag geleistet
bzw. vereinnahmt worden sind, aber Aufwand bzw. Ertrag
für eine bestimmte Zeit danach darstellen.
Der aktive Unterschiedsbetrag aus der
Vermögensverrechnung resultiert nach § 246 Abs. 2
Satz 2 HGB aus der Saldierung von Schulden aus
Altersversorgungsverpflichtungen mit
Vermögensgegenständen, die ausschließlich
der Erfüllung dieser Altersversorgungsverpflichtungen
dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger
entzogen sind. Solche Vermögensgegenstände
stellen Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz
2 HGB dar. Bei den Vermögensgegenständen handelt
es sich um verpfändete Ansprüche aus
Rückdeckungsversicherungen für
Pensionsverpflichtungen. Die Bewertung von
Deckungsvermögen erfolgt gem. § 253 Abs. 1 Satz 4
HGB zum beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert
eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus
dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital
des Versicherungsvertrags zzgl. eines eventuell vorhandenen
Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog.
unwiderruflich zugeteilte Überschussbeteiligungen).
Die von der Versicherung gemeldeten Erträge aus der
Veränderung des Deckungsvermögens werden
erfolgswirksam erfasst. Prämienzahlungen in die
Rückdeckungsversicherung sowie Leistungszahlungen aus
der Rückdeckungsversicherung werden als
erfolgsneutraler Vorgang (Aktivtausch) behandelt.
Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen werden gem. § 253 Abs. 1
Satz 2 HGB mit dem nach vernünftiger
kaufmännischer Beurteilung erforderlichen
Erfüllungsbetrag angesetzt. Unter Inanspruchnahme des
Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich
aus dieser Änderung der Rückstellungsbilanzierung
ergebende Zuführungsbetrag über den
Höchstzeitraum von 15 Jahren verteilt. Die anteiligen
Aufstockungsbeträge werden unter den sonstigen
betrieblichen Aufwendungen als "Aufwendungen nach Art. 67
Abs. 1 und 2 EGHGB" erfasst.
Die Ermittlung des notwendigen Erfüllungsbetrags
der Pensionsverpflichtung erfolgt unter Zugrundelegung
biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck
2018 G). Zukünftig erwartete Rentensteigerungen werden
bei der Bewertung der Rückstellung
berücksichtigt. Entgeltsteigerungen sind aufgrund der
bestehenden Versorgungszusagen nicht in die Bewertung mit
einzubeziehen. Für unverfallbar ausgeschiedene
Pensionsberechtigte oder nach Eintritt des
Versorgungsfalles wird als Berechnungsmethode der Barwert
der künftigen Pensionsleistungen angewendet. Bei
aktiven Versorgungsanwärtern wird das
Teilwertverfahren verwendet. Es handelt sich dabei um ein
Anwartschaftsdeckungsverfahren. Der Teilwert ergibt sich
durch die Differenz zwischen Barwert der künftigen
Pensionsleistungen am Ende des Geschäftsjahres und dem
Barwert der gleichbleibenden Jahresbeträge für
die Pensionsberechtigten vor Beendigung des
Dienstverhältnisses. Als Rechnungszins wird unter
Anwendung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der von der
Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche
Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre
für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15
Jahren verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem
Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des
durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn
Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung
nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes
aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ist nach
§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB mit einer
Ausschüttungssperre versehen. Gewinne dürfen nur
ausgeschüttet werden, wenn die nach der
Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren
Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und
abzüglich eines Verlustvortrags mindestens dem
ermittelten Unterschiedsbetrag i.S.d. § 253 Abs. 6
Satz 1 HGB entsprechen.
Für einen Teil der leistungsorientierten
Pensionszusagen wurden Rückdeckungsversicherungen
abgeschlossen. Die Rückdeckungsversicherungen stellen
Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB
dar und werden demnach mit den betreffenden
Pensionsrückstellungen saldiert. Sofern das jeweilige
Deckungsvermögen die betreffende
Pensionsrückstellung übersteigt, wird der
aktivische Überhang unter dem Bilanzposten "Aktiver
Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung"
ausgewiesen. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt
entsprechend einer Saldierung der Aufwendungen und
Erträge aus der Auf- bzw. Abzinsung von
Pensionsverpflichtungen und des zu verrechnenden
Deckungsvermögens gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB.
Der saldierte Ausweis erfolgt im Finanzergebnis unter dem
Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" bzw.
"sonstige Zinsen und ähnliche Erträge".
Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes
werden im operativen Ergebnis ausgewiesen.
Daneben bestehen Pensionsverpflichtungen aus
beitragsorientierten Versorgungszusagen. Auch hierfür
wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen,
welche Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2
HGB darstellen. Die Höhe der Verpflichtung bestimmt
sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert
des Rückdeckungsversicherungsanspruchs und wird
gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesem
saldiert.
Die MLP Finanzberatung SE ermöglicht den
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die "Einzahlung" nicht
ausgezahlter Vergütungsbestandteile (z.B. nicht
ausgeglichene Überstunden oder nicht genommener
Urlaub) in Zeitwertkonten, die für eine
Verkürzung der Lebensarbeitszeit oder für die
Nutzung im Rahmen eines Sabbaticals o.ä. eingesetzt
werden können. Unter bestimmten Voraussetzungen
gewährt die MLP Finanzberatung SE auf die eingezahlten
Beträge einen Zuschuss, teilweise erst dann, wenn die
Wertguthaben genutzt werden. Bis auf verfallbare
Zuschüsse sind die Gelder im Rahmen eines
Treuhandmodells insolvenzsicher bei der Allianz
Versicherung angelegt. Veränderungen des Barwerts der
Verpflichtungen werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam
erfasst. Die in der Bilanz gezeigte Verbindlichkeit
entspricht dem Saldo aus dem Barwert der Verpflichtungen
und dem insolvenzgesicherten Teil des Planvermögens.
Die Steuerrückstellungen und Sonstige
Rückstellungen berücksichtigen ungewisse
Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften. Sie sind in Höhe des nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrags zu bilanzieren. Sofern
sie eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen,
sind sie mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der
Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen
Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.
Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen
erfolgt nach dem international favorisierten
Anwartschaftsbarwertverfahren (Methode der laufenden
Einmalbeträge) unter Verwendung biometrischer
Rechnungsgrundlagen nach den Heubeck Richttafeln 2018 G.
Die Bewertung durch einen versicherungsmathematischen
Gutachter berücksichtigt eine von der
Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen abhängige unternehmensindividuelle
Fluktuationsrate und einen Rechnungszins von 1,76 %
(Vorjahr: 1,44%).
Die Gesellschaft bildet für Stornorisiken aus
der Vermittlung von Versicherungsprodukten eine
Rückstellung, die auf der Grundlage der historischen
Stornoquoten berechnet wird. Die Brutto-Rückstellung
für Stornoprovisionen wird mit potentiellen
Erstattungsansprüchen an Handelsvertreter und
Handelsvertreterinnen saldiert.
In analoger Weise sind bei den Rückstellungen
für Prozessrisiken die erwarteten
Erstattungsansprüche aus bestehenden
Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen
rückstellungsmindernd berücksichtigt worden.
Der Posten Verbindlichkeiten wird mit dem
Erfüllungsbetrag angesetzt.
Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB
werden nicht gebildet.
Die Ermittlung der latenten Steuern wird nach dem
bilanzorientierten Ansatz (temporary-Konzept) vorgenommen.
Dies sieht eine Betrachtung der Buchwertdifferenzen
zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen
Wertansätzen vor.
Für die Bewertung der latenten Steuern wurde der
kombinierte Steuersatz von 29,06 % (Vorjahr: 29,02 %) zu
Grunde gelegt. Aktive latente Steuern resultieren aus
unterschiedlichen Wertansätzen von
Rückdeckungsversicherungen in den sonstigen
Vermögensgegenständen, sonstigen Wertpapieren und
sonstigen Rückstellungen.
Passive latente Steuern resultieren aus den
Pensionsrückstellungen.
Insgesamt werden die passiven latenten Steuern durch
aktive Steuerlatenzen überkompensiert. In
Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274
Abs. 1 Satz 2 HGB wurde der nach Saldierung entstehende
Überhang aktiver Steuerlatenzen nicht bilanziert.
Die Eventualverbindlichkeiten und sonstige
finanziellen Verpflichtungen werden zu Nennwerten oder in
Höhe des zugesagten Betrags bewertet.
Die in den Umsatzerlösen ausgewiesenen
Provisionserträge aus der Vermittlung von
Versicherungsverträgen (Abschlussprovisionen) werden
erfasst, wenn der MLP Finanzberatung SE ein Anspruch auf
Vergütung zusteht. Der Anspruch auf Vergütung
entsteht regelmäßig mit Vereinnahmung des ersten
Beitrags des Versicherungsnehmers durch die
Versicherungsgesellschaft, frühestens jedoch mit der
Policierung des Vertrags. Für die Vermittlung
bestimmter Verträge (insbesondere im Bereich
Altersvorsorge) hat die MLP Finanzberatung SE Anspruch auf
zeitlich begrenzte Folgeprovisionen. Sie werden nach den
gleichen Grundsätzen realisiert wie
Abschlussprovisionen. Für vermittelte Altersvorsorge-
und Krankenversicherungsverträge erhält die MLP
Finanzberatung SE zum Teil wiederkehrende
Bestandspflegeprovisionen. Diese stehen der Gesellschaft
solange zu, wie der zu Grunde liegende Vertrag
beitragspflichtig ist.
Zwischen der MLP Finanzberatung SE und der MLP SE,
Wiesloch (Organträger), besteht eine umsatzsteuerliche
Organschaft. Die MLP Finanzberatung SE ist ebenfalls
Organträgerin. Es besteht eine ertragsteuerliche
Organschaft mit der MLPdialog GmbH, Wiesloch, der ZSH
Finanzdienstleistungen GmbH, Heidelberg, sowie der MLP
Startup GmbH, Wiesloch.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG
1 Umsatzerlöse
| Alle Angaben in
T€ |
2023 |
2022 |
| Provisionserlöse
Altersvorsorge |
227.747 |
221.363 |
| Provisionserlöse
Krankenversicherung |
57.405 |
53.493 |
| Provisionserlöse
Sachversicherung |
51.992 |
47.620 |
| Provisionserlöse
Immobilienvermittlung |
16.120 |
26.093 |
| Provisionserlöse
Finanzierung |
14.250 |
22.353 |
| Erlöse Übrige
Beratungsvergütungen |
5.181 |
4.897 |
| Provisionserlöse
Vermögensmanagement |
1.973 |
1.685 |
| Sonstige
Umsatzerlöse |
22.951 |
14.510 |
| Gesamt |
397.619 |
392.014 |
Der Posten Sonstige Umsatzerlöse umfasst im
Wesentlichen Erträge aus konzerninternen
Dienstleistungen. Die Umsatzerlöse wurden
ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet. In
diesem Posten sind Erträge mit verbundenen Unternehmen
in Höhe von 51.008 T€ (Vorjahr: 51.313 T€)
enthalten.
2 Sonstige betriebliche
Erträge
| Alle Angaben in
T€ |
2023 |
2022 |
| Erträge aus der
Verrechnung mit
Handelsvertretern/Geschäftsstellenleitern |
4.229 |
5.442 |
| Erträge aus
Werbungskostenzuschüssen und
Standgebühren |
1.596 |
-15 |
| Erträge aus der
Auflösung von Rückstellungen |
1.947 |
2.956 |
| Erträge aus
Konzernumlagen |
858 |
493 |
| Erträge aus der
Auflösung von Wertminderungen auf Forderungen
sowie Eingänge auf abgeschriebene
Forderungen |
467 |
72 |
| Andere sonstige
betriebliche Erträge |
2.171 |
2.274 |
| Gesamt |
11.268 |
11.223 |
Die Erträge aus Werbungskostenzuschüssen
und Standgebühren enthalten im Wesentlichen
Weiterverrechungen an Produktpartner im Rahmen des
Jubiläumshauptseminars.
Die Erträge aus der Auflösung von
Rückstellungen resultieren unter anderem aus
Rückstellungen fürBetreuungsprovision,
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie
aus Rückstellungen im Personalbereich. Eine
Rückstellungsauflösung erfolgt, sofern der Grund
der Rückstellungsbildung entfallen ist.
Die Erträge aus Konzernumlagen umfassen
weiterbelastete Kosten an Konzernunternehmen.
Die Erträge aus der Auflösung von
Wertminderungen auf Forderungen sowie Eingänge auf
abgeschriebene Forderungen enthalten Eingänge auf
abgeschriebene Forderungen in Höhe von 467 T€
gegenüber der etvice Holding AG.
In den anderen sonstigen betrieblichen Erträgen
sind unter anderem Erträge aus der Erbringung von
Servicedienstleistungen im IT-Bereich, weiterbelastete
Sachbezüge sowie Erträge aus
Kostenerstattungsansprüchen enthalten.
Im Posten sonstige betriebliche Erträge sind
periodenfremde Erträge in Höhe von 2.419 T€
(Vorjahr: 3.326 T€) enthalten. Diese entfallen
größtenteils auf die Erträge aus der
Auflösung von Rückstellungen.
3 Materialaufwand
Der Materialaufwand umfasst größtenteils
Aufwendungen für Handelsvertreter und
Geschäftsstellenleiter.
4 Personalaufwand
| Alle Angaben in
T€ |
2023 |
2022 |
| Löhne und
Gehälter |
67.256 |
63.889 |
| Soziale Abgaben |
10.350 |
9.725 |
| Aufwendungen für
Altersversorgung |
2.967 |
3.707 |
| Gesamt |
80.572 |
77.321 |
Die Löhne und Gehälter umfassen die festen
und variablen Vergütungsbestandteile sowie die
Jubiläumsaufwendungen für Mitarbeiter.
5 Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen
Der Gesamtbetrag der Abschreibungen beträgt
6.384 T€ (Vorjahr: 8.548 T€). Im
Geschäftsjahr 2023 erfolgten, wie im Vorjahr, keine
außerplanmäßigen Abschreibungen.
Hinsichtlich der Entwicklung im Geschäftsjahr
2023 verweisen wir auf den Anlagespiegel in der
Anhangangabe [9].
6 Sonstige betriebliche
Aufwendungen
| Alle Angaben in
T€ |
2023 |
2022 |
| EDV-Betrieb |
36.674 |
36.404 |
| Miete und Leasing |
15.769 |
14.847 |
| Beratung |
14.868 |
14.744 |
| Fremdleistungen |
11.331 |
13.920 |
| Konzernumlagen |
10.487 |
5.285 |
| Verwaltungsbetrieb |
9.561 |
8.352 |
| Repräsentation und
Werbung |
5.745 |
4.734 |
| Aufwand MLP BeraterInnen
und GeschäftsstellenleiterInnen |
3.428 |
2.478 |
| Aus- und
Weiterbildung |
3.204 |
1.878 |
| Bewirtung |
2.752 |
1.457 |
| Reisekosten |
2.183 |
1.257 |
|
Versicherungsbeiträge |
1.757 |
1.862 |
| Sonstige
Personalkosten |
1.338 |
1.170 |
| Beiträge und
Gebühren |
806 |
772 |
| Prüfungskosten |
190 |
171 |
| Aufwendungen nach Art.
67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB |
101 |
101 |
| Kulanzen und
Schadensersatz |
42 |
29 |
| Sonstige |
2.281 |
2.634 |
| Gesamt |
122.516 |
112.094 |
Die Kosten für EDV-Betrieb resultieren aus dem
Betrieb des Rechenzentrums, dem Outsourcing der IT-Technik,
Entwicklungs- und Wartungsaufwendungen sowie der Nutzung
und dem Betrieb von Hard- und Software.
Miete und Leasing beinhaltet hauptsächlich
Mietaufwendungen für die Geschäftsstellen und
für das Verwaltungsgebäude. Darüber hinaus
bestehen Aufwendungen für PKW- und Fahrradleasing.
Die Beratungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen
EDV-Beratungskosten sowie allgemeine Beratungs-, Rechts-
und Steuerberatungskosten.
Die Kosten Fremdleistungen beinhalten im Wesentlichen
Aufwendungen zur Neukundenakquise sowie Vertriebsservices
für Handelsvertreter, Geschäftsstellenleiter und
MLP-Kunden durch die MLPdialog GmbH.
In den Konzernumlagen sind Aufwendungen aus
Weiterbelastungen von Konzernunternehmen enthalten.
Erstmalig entsteht für das Geschäftsjahr 2023
Aufwand aus kompensierten Ausbildungsentschädigungen
für die Übernahme von Trainees von der MLP
Startup GmbH in die MLP Finanzberatung SE.
Die Kosten des Verwaltungsbetriebs setzen sich im
Wesentlichen aus Reinigungsaufwendungen, Nebenkosten sowie
Aufwendungen für Kommunikation und Bürobedarf
zusammen.
Unter sonstige Aufwendungen fallen unter anderem
Aufwendungen für die Instandhaltung angemieteter
Geschäftsstellen sowie Aufwand für
Mobilitätskosten. Weiter sind in den sonstigen
Aufwendungen Spenden enthalten.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind
periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 901 T€
(Vorjahr: 541 T€) entstanden.
7 Finanzergebnis
Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten die
Gewinnausschüttungen der MLP Hyp GmbH, Wiesloch, in
Höhe von 2.933 T€ (Vorjahr: 4.322 T€) sowie
der Uniwunder GmbH, Dresden, in Höhe von 358 T€
(Vorjahr: 370 T€).
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
beinhalten Zinsen aus Forderungen gegenüber der
Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, in
Höhe von 1.009 T€ (Vorjahr: 521 T€), Zinsen
aus den Akquisitionsdarlehen an die RVM GmbH, Wiesloch, in
Höhe von 1.050 T€ (Vorjahr: 990 T€), Zinsen
für ein Gesellschafterdarlehen an die pxtra GmbH,
Rostock, in Höhe von 237 T€ (Vorjahr: 55 T€)
sowie Zinsen für einen Avalkredit an die PDI Bad
Goegging GmbH, Neustadt a. d. Donau, in Höhe von 158
T€ (Vorjahr: 0 T€).
In den Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf
Wertpapiere des Umlaufvermögens sind
außerplanmäßige Abschreibungen auf die
Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover, in
Höhe von 13.731 T€ (Vorjahr: 0 T€) und auf
die DIFA Research GmbH, Berlin, in Höhe von 1.229
T€ (Vorjahr: Zuschreibung i.H.v. 16 T€)
enthalten. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf
die Anhangangabe [10] "Finanzanlagen".
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten
Fremdkapitalzinsen im Zusammenhang mit dem Erwerb der RVM
Gruppe in Höhe von 1.068 T€ (Vorjahr: 492
T€) und Aufwendungen durch Aufzinsungen von
langfristigen Rückstellungen in Höhe von 335
T€ (Vorjahr: 520 T€).
Gemäß
Ergebnisabführungsverträgen zwischen der MLP
Finanzberatung SE und der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen,
der MLPdialog GmbH sowie für der MLP Startup GmbH ist
für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 von der
ZSH GmbH Finanzdienstleistungen ein Verlust in Höhe
von 892 T€ (Vorjahr: Gewinn 56 T€) und von der
MLP Startup GmbH ein Verlust in Höhe von 1.579 T€
(Vorjahr: 0 T€) zu übernehmen. Bei der MLPdialog
GmbH ist ein Gewinn in Höhe von 462 T€ (Vorjahr:
Verlust 42 T€) abzuführen.
Weiter sind in den Zinsanomalien negative Zinsen aus
Geldmarktgeschäften in Höhe von 0 T€
(Vorjahr: 69 T€) enthalten.
8 Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag
Für das laufende Geschäftsjahr 2023
entfallen 3.932 T€ (Vorjahr: 2.782 T€) auf
Körperschaftsteuer und 3.604 T€ (Vorjahr: 2.622
T€) auf Gewerbesteuer.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
9 Immaterielle
Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Anschaffungskosten
| Alle Angaben in
T€ |
1.1.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
Umbuchungen |
31.12.2023 |
| I. Immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
|
| 1. Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
83.155 |
520 |
- |
65 |
83.741 |
| 2. Geleistete
Anzahlungen |
65 |
- |
- |
-65 |
0 |
|
83.220 |
520 |
- |
- |
83.741 |
| II. Sachanlagen |
|
|
|
|
|
| 1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken |
8.336 |
150 |
222 |
94 |
8.358 |
| 2. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung |
26.430 |
3.289 |
528 |
6 |
29.197 |
| 3. Geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau |
128 |
66 |
94 |
-100 |
- |
|
34.895 |
3.504 |
844 |
- |
37.555 |
|
118.115 |
4.024 |
844 |
- |
121.296 |
Kumulierte Abschreibungen
| Alle Angaben in
T€ |
1.1.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
Umbuchungen |
31.12.2023 |
| I. Immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
|
| 1. Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
79.974 |
3.167 |
- |
- |
83.141 |
| 2. Geleistete
Anzahlungen |
- |
- |
- |
- |
- |
|
79.974 |
3.167 |
- |
- |
83.141 |
| II. Sachanlagen |
|
|
|
|
|
| 1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken |
6.465 |
473 |
222 |
- |
6.716 |
| 2. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung |
18.008 |
2.744 |
531 |
- |
20.221 |
| 3. Geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau |
- |
- |
- |
- |
- |
|
24.473 |
3.217 |
754 |
- |
26.936 |
|
104.447 |
6.384 |
754 |
- |
110.077 |
Buchwerte
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| I. Immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
|
| 1. Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten |
600 |
3.181 |
| 2. Geleistete
Anzahlungen |
- |
65 |
| II. Sachanlagen |
|
|
| 1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken |
1.642 |
1.871 |
| 2. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung |
8.977 |
8.423 |
| 3. Geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau |
- |
128 |
|
11.218 |
13.668 |
Die Abschreibungen werden linear über folgende
Zeiträume vorgenommen:
Nutzungsdauer Sachanlagen
| Alle Angaben in
T€ |
2023 |
2022 |
| Immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
|
Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten |
5 Jahre |
5-7 Jahre |
| Sachanlagen |
|
|
1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der
Bauten auf fremden Grundstücken |
|
|
| Einbauten in fremde
Gebäude |
Dauer des
jeweiligen Mietvertrags |
Dauer des
jeweiligen Mietvertrags |
| 2. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung |
|
|
| Raumausstattungen |
3-13 Jahre |
4-13 Jahre |
| EDV-Hardware |
3-5 Jahre |
3-5 Jahre |
| Büroeinrichtung/
Büromaschinen |
8-13 Jahre |
8-13 Jahre |
| Sonstige
Transportmittel |
6 Jahre |
6 Jahre |
| Kunstwerke |
15 Jahre |
15 Jahre |
10 Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Anteile an
verbundenen Unternehmen wird auf die Anteilsliste in der
Anhangangabe [28] verwiesen.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind, bis auf
die Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG, nicht
börsenfähig.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen haben sich 2023 wie folgt entwickelt:
Anschaffungskosten
| Alle Angaben in
T€ |
1.1.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
Umbuchungen |
31.12.2023 |
| III. Finanzanlagen |
|
|
|
|
|
| 1. Anteile an
verbundenen Unternehmen |
30.896 |
325 |
- |
- |
31.221 |
| 2. Beteiligungen |
1.885 |
- |
-220 |
- |
1.665 |
|
32.781 |
325 |
-220 |
- |
32.886 |
Kumulierte Abschreibungen
| Alle Angaben in
T€ |
1.1.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
Umbuchungen |
31.12.2023 |
| III. Finanzanlagen |
|
|
|
|
|
| 1. Anteile an
verbundenen Unternehmen |
1.087 |
14.960 |
- |
- |
16.047 |
| 2. Beteiligungen |
220 |
- |
-220 |
- |
- |
|
1.307 |
14.960 |
-220 |
- |
16.047 |
Buchwerte
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| III. Finanzanlagen |
|
|
| 1. Anteile an
verbundenen Unternehmen |
15.175 |
29.810 |
| 2. Beteiligung |
1.664 |
1.664 |
|
16.839 |
31.474 |
Auf die Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG
wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in
Höhe von 13.731 T€ (Vorjahr: 0 T€)
vorgenommen. Durch eine Kapitalerhöhung im
Geschäftsjahr erhöhten sich die Anteile an der
DIFA Research GmbH auf 2.316 T€ (Vorjahr: 2.016
T€). Zum Geschäftsjahresende war eine
außerplanmäßige Abschreibung auf die
Anteile an der DIFA Research GmbH in Höhe von 1.229
T€ erforderlich (Vorjahr: Zuschreibung i.H.v. 16
T€).
Am 9. Januar 2023 wurde als 100%ige
Tochtergesellschaft der MLP Finanzberatung SE die MLP
Startup GmbH, Wiesloch, gegründet, die zum 1. Juli
2023 ihre Geschäftstätigkeit aufnahm. Die Einlage
ins Stammkapital beträgt 25 T€. Die MLP Startup
GmbH dient als Ausbildungsgesellschaft für das neue
Traineemodell im Beraterbereich.
Beteiligungen
Der Posten enthält eine Beteiligung in Höhe
von 49,8 % an der MLP Hyp GmbH, Wiesloch. Das Unternehmen
betreibt das gemeinsame Baufinanzierungsgeschäft der
MLP Finanzberatung SE und der Interhyp AG, München.
Zudem ist die MLP Finanzberatung SE mit 78,5% an der pxtra
GmbH, Rostock, beteiligt.
Alle Beteiligungen sind nicht börsennotiert.
11 Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
Der Posten beinhaltet im Wesentlichen Forderungen
gegen Versicherungsgesellschaften und andere Produzenten
aus dem Vermittlungsgeschäft. Sämtliche
Forderungen und Vermögenswerte sind, wie im Vorjahr,
innerhalb eines Jahres fällig.
12 Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen
beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus dem
Vermittlungsgeschäft gegenüber der Vertrieb
Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, in Höhe von
25.937 T€ (Vorjahr: 22.289 T€), der MLP Banking
AG, Wiesloch, in Höhe von 3.012 T€ (Vorjahr:
1.899 T€) und der MLP Startup GmbH, Wiesloch, in
Höhe von 171 T€ (Vorjahr: 0 T€). Die
Position enthält Forderungen und
Vermögensgegenstände. Diese Forderungen und
Vermögensgegenstände sind, wie im Vorjahr,
innerhalb eines Jahres fällig.
Weiterhin enthält der Posten
Darlehensforderungen gegenüber der RVM GmbH, Wiesloch,
für die Akquisition der RVM Gruppe mit 54.492 T€
(Vorjahr: 55.501 T€), für die Akquisition der
Adolph Jahn Gruppe, Hamburg, mit 4.440 T€ (Vorjahr:
4.541 T€) und für die der Dr. Schmitt GmbH
Würzburg, Würzburg, mit 18.257 T€ (Vorjahr:
18.764 T€). Die Finanzierungen gegenüber der RVM
GmbH werden jeweils mit einem Zinssatz von 1,2% und 1,9%
p.a verzinst. Die Darlehen haben eine Restlaufzeit von 18
und 19 Jahren.
13 Forderungen gegen Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten Forderungen
aus dem Darlehen gegenüber der pxtra GmbH, Rostock, in
Höhe von 3.542 T€ (Vorjahr: 1.155 T€) und
Provisionsforderungen gegenüber der MLP Hyp GmbH,
Wiesloch, in Höhe von 863 T€ (Vorjahr: 2.541
T€). Die Provisionsforderungen sind, wie im Vorjahr,
innerhalb eines Jahres fällig. Das Darlehen hat eine
vertragliche Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren und 6
Monaten.
14 Sonstige
Vermögensgegenstände
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Forderungen
Ertragssteuern |
4.296 |
5.997 |
| davon > 1 Jahr |
- |
- |
| Geleistete
Anzahlungen |
4.738 |
5.741 |
| davon > 1 Jahr |
- |
- |
| Forderungen
HandelsvertreterInnen |
4.755 |
5.404 |
| > 1 Jahr |
5.779 |
6.434 |
| Wertberichtigung
Forderungen HandelsvertreterInnen |
-1.039 |
-1.082 |
| Forderungen
GeschäftsstellenleiterInnen |
882 |
837 |
| davon > 1 Jahr |
- |
- |
| Bestände
Handelswaren |
790 |
671 |
| davon > 1 Jahr |
428 |
339 |
| Sonstiges |
971 |
1.152 |
| davon > 1 Jahr |
46 |
50 |
| Gesamt |
16.432 |
19.802 |
Der Posten Sonstige Vermögensgegenstände
setzt sich im Wesentlichen aus Forderungen aus
Ertragssteuern, aus geleisteten Anzahlungen, Forderungen
gegen Handelsvertreter sowie Geschäftsstellenleiter
zusammen. Bei den Anzahlungen handelt es sich zum einen um
vorschüssig gezahlte Folgeprovisionen für nach
dem Bilanzstichtag rechtlich entstehende
Provisionsansprüche der Handelsvertreter und
Handelsvertreterinnen. Des Weiteren sind in diesem Posten
Anzahlungen für Incentivereisen in Höhe von 973
T€ (Vorjahr: 1.739 T€) enthalten.
Die Wertberichtigungen beinhalten Einzel- und
Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen an
Handelsvertreter.
15 Wertpapiere
Die im Vorjahr im Posten Wertpapiere ausgewiesenen
Aktien der MLP SE, welche zur Bedienung des
Beteiligungsprogramms von der MLP Finanzberatung SE
erworben wurden, sind im Geschäftsjahr
größtenteils an die teilnahmeberechtigten
Handelsvertreter und Handelsvertreterinnen ausgegeben
worden. Ein Restbestand von 1.328 Stück MLP SE Aktien
mit einem Nennwert von 1 € und einem Buchwert von 7
T€ (Vorjahr: 240 T€) wird für das
Beteiligungsproramm 2023 in 2024 verwendet. Der
Aktienrückkauf für das Beteiligungsprogramm 2023
begann erst in 2024.
Die im Vorjahr im Posten Sonstige Wertpapiere im
Rahmen des Zeitwertkontenmodells ausgewiesenen Anteile am
Rentenfonds "Berenberg Floating Rate Notes SGB R D" sowie
die Anteile am Mischfonds "Fidelity Demografiefonds
Ausgewogen" wurden im Geschäftsjahr 2023 verkauft. Das
Fondsvermögen wurde in eine Versicherungslösung
bei der Allianz eingebracht. Der Bestand von 12.278
Anteilen wurde zu einem Nennwert von 505 T€
veräußert. Davon entfielen 3.758 der
veräußerten Anteile auf den Rentenfonds
"Berenberg Floating Rate Notes SGB R D" und 8.520 Anteile
auf den Mischfonds "Fidelity Demografiefonds Ausgewogen".
Aus der Anteilsveräußerung enstand ein
Kursgewinn in Höhe von 18 T€.
16 Kassenbestand, Bundesbankguthaben,
Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Kassenbestand |
38 |
42 |
| Guthaben bei
Kreditinstituten |
36.142 |
27.297 |
| Gesamt |
36.180 |
27.339 |
Der Kassenbestand setzt sich aus den
Barbeständen der Zentrale sowie der einzelnen
Geschäftsstellen zusammen.
In den Guthaben bei Kreditinstituten sind Guthaben in
Höhe von 35.432 T€ (Vorjahr: 26.694 T€) bei
der MLP Banking AG enthalten.
Unterwegs befindliche Zahlungen wurden
berücksichtigt. Bestände in Fremdwährung
sind nicht vorhanden.
17 Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im
Wesentlichen vorausgezahlte Gebühren für Lizenz-
und Wartungsverträge.
18 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der
Vermögensverrechnung
Aus der Saldierung von Pensionsrückstellungen
mit verpfändetem Deckungsvermögen je
versorgungsberechtigter Person resultiert ein aktiver
Unterschiedsbetrag in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 0
T€).
Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2
HGB:
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Erfüllungsbetrag
der verrechneten Schulden |
10.978 |
10.871 |
| Anschaffungskosten der
Vermögensgegenstände |
9.338 |
9.561 |
| Beizulegender Zeitwert
der Vermögensgegenstände |
9.338 |
9.561 |
| Verrechnete
Aufwendungen |
192 |
752 |
| Verrechnete
Erträge |
409 |
453 |
Die verrechneten Aufwendungen enthalten Aufwendungen
aus der Aufzinsung der Rückstellungen von
Altersvorsorgeverpflichtungen. Die verrechneten
Erträge beinhalten Erträge aus der
Veränderung des Deckungsvermögens der
Rückdeckungsversicherungen. Nähere
Erläuterungen zu den Bewertungsparametern des
Erfüllungsbetrags der verrechneten Schulden finden
sich in der Anhangangabe [20] "Rückstellungen".
19 Eigenkapital
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Gezeichnetes
Kapital |
120 |
120 |
| Gewinnrücklage |
20.562 |
20.562 |
| Gesetzliche
Rücklage |
12 |
12 |
| Rücklage für
Anteile an einem beherrschenden oder mehrheitlich
beteiligten Unternehmen |
7 |
240 |
| Andere
Gewinnrücklagen |
20.544 |
20.311 |
| Bilanzgewinn |
41.425 |
38.092 |
| Gesamt |
62.107 |
58.775 |
Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember
2023 120 T€ (Vorjahr: 120 T€) und setzt sich aus
120.000 (31. Dezember 2022: 120.000) Stammstückaktien
zusammen, auf die jeweils ein anteiliger Betrag am
Grundkapital von 1 € entfällt.
Im Geschäftsjahr 2023 war gemäß
§ 272 Abs. 4 HGB eine Rücklage für Anteile
an einem herrschenden Unternehmen in Höhe von 7
T€ einzustellen. Der Betrag entspricht dem in der
Bilanz unter dem Posten "Wertpapiere - Anteile an
verbundenen Unternehmen" ausgewiesenen Wert. Die
Rücklage wurde aus den vorhandenen freien
Rücklagen gebildet. Zur weiteren Erläuterung
verweisen wir auf die Anhangangabe [15] "Wertpapiere".
Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe
von 38.092 T€ (Vorjahr: 23.957 T€) enthalten.
Alle Aktien der Gesellschaft wurden am Bilanzstichtag
von der MLP SE gehalten.
AUSSCHÜTTUNGSSPERRE
Ausschüttungssperre nach §
268 Abs. 8 HGB
Die Anschaffungskosten der
Vermögensgegenstände im Sinne des § 246 Abs.
2 Satz 2 HGB entsprechen deren beizulegendem Zeitwert. Es
handelt sich bei den Vermögensgegenständen um
verpfändete Rückdeckungsversicherungen.
Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände
und aktive latente Steuern sind nicht aktiviert. Damit
ergeben sich keine potentiell ausschüttungsgesperrten
Gewinne.
Ausschüttungssperre nach §
253 Abs. 6 Satz 2 HGB
Die Gewinnrücklagen sind in Höhe von 152
T€ (Vorjahr: 786 T€) nach § 253 Abs. 6 HGB
ausschüttungsgesperrt.
20 Rückstellungen
Der Gesamtbetrag der gebildeten Rückstellungen
beträgt zum Bilanzstichtag 78.868 T€ (Vorjahr:
75.370 T€).
Die Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen belaufen sich auf 5.386
T€ (Vorjahr: 5.095 T€). Der Bewertung der
Pensionsrückstellungen werden folgende Parameter
zugrunde gelegt:
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Rechnungszins
(Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre) |
1,83% |
1,78% |
| Rechnungszins
(Durchschnitt der vergangenen 7 Jahre) |
1,76% |
1,44% |
| Erwartete
Rentensteigerungen |
2,2% bzw. 3,0% |
2,2% bzw. 3,0% |
Die erwarteten Rentensteigerungen werden,
entsprechend der Ausgestaltung der Versorgungszusagen, aus
der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes bzw. der
Tarifabschlüsse im privaten Versicherungsgewerbe
abgeleitet. Es wurde keine Fluktuation in die Berechnung
miteinbezogen, da keine Fluktuation unterstellt wird.
Der Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz der
Rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen
Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre
und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des
durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben
Geschäftsjahre beläuft sich auf 152 T€
(Vorjahr: 786 T€).
Bestehendes Deckungsvermögen in Form von
Rückdeckungsversicherungen wird mit den betreffenden
Pensionsverpflichtungen gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB
saldiert.
Der sich unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach
Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB ergebende Zuführungsbetrag
zu den Pensionsrückstellungen ist im
Geschäftsjahr 2023 zu 1/15 als Aufwand erfasst. Die
aufgrund der Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1
Satz 1 EGHGB nicht ausgewiesenen
Pensionsrückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember
2023 auf 101 T€ (Vorjahr: 202 T€).
Der Posten Steuerrückstellungen für das
Geschäftsjahr 2023 enthält
Körperschaftsteuer in Höhe von 2.346 T€
(Vorjahr: 787 T€) und Gewerbesteuer in Höhe von
2.370 T€ (Vorjahr: 310 T€).
Die Sonstigen Rückstellungen zum 31. Dezember
2023 belaufen sich auf 68.765 T€ (Vorjahr: 69.178
T€) und wurden im Wesentlichen für nachfolgende
Sachverhalte gebildet:
Aus der Verpflichtung für die Zahlung von
Betreuungsprovisionen an die MLP Berater wurden
Rüchstellungen in Höhe von 27.330 T€
(Vorjahr: 26.507 T€) gebildet.
Für Bonusprogramme und aktienbasierte
Vergütungen wurden zum 31. Dezember 2023
Rückstellungen in Höhe von 6.679 T€
(Vorjahr: 10.126 T€) gebildet. Die Rückstellungen
setzen sich im Wesentlichen aus Incentivierungsprogrammen
für den Außendienst sowie einer
Unternehmensbeteiligungskomponente, an der auch der
Innendienst beteiligt ist, zusammen. Die
Unternehmensbeteiligungskomponente für den Innendienst
ist im Geschäftsjahr ausgelaufen.
Für im Zusammenhang mit der Kaufpreisabwicklung
für den Erwerb der DI Deutschland.Immobilien AG
verbleibende offene Punkte sowie für sonstige Risiken
aus drohenden oder laufenden Prozessen wurden
Rückstellungen in Höhe von insgesamt 7.259
T€ (Vorjahr: 7.158 T€) gebildet.
Für das Risiko einer Rückerstattung
vereinnahmter Provisionen infolge des vorzeitigen Wegfalls
vermittelter Versicherungsverträge wurde eine
Rückstellung für Stornorisiken in Höhe von
15.354 T€ (Vorjahr: 14.091 T€) gebildet.
Die Rückstellungen im Personalbereich in
Höhe von 10.548 T€ (Vorjahr: 9.203 T€)
setzen sich im Wesentlichen zusammen aus
Rückstellungen für Tantieme, Jubiläen,
Überstunden, Zeitwertkonten, Sonderzuwendungen,
Urlaubsansprüche und Abfindungen.
Ausstehende Rechnungen zum 31. Dezember 2023 für
bezogene aber noch nicht abgerechnete Leistungen wurden
durch eine Rückstellung in Höhe von 725 T€
(Vorjahr: 1.167 T€) berücksichtigt.
Im Zusammenhang mit den im Januar 2023 von Teilen der
Gesellschaften der Convivo Gruppe gestellten
Insolvenzanträgen hat die MLP Finanzberatung SE
für bereits erhaltene Zahlungen, die durch den
Insolvenzverwalter zurückgefordert werden
könnten, Rückstellungen in Höhe von 454
T€ (Vorjahr: 454 T€) erfasst.
Für Risiken aus belastenden Mietverträgen
wurden Rückstellungen in Höhe von 0 T€
(Vorjahr: 31 T€) gebildet.
21 Verbindlichkeiten
Zusammensetzung der Verbindlichkeiten
zum 31. Dezember 2023
Angaben in T€
| Art der
Verbindlichkeit |
Gesamtbetrag |
Mit einer
Restlaufzeit von … |
mit
unbestimmter
Laufzeit |
Davon
gesicherte
Beträge |
|
|
bis zu
1 Jahr |
1 bis zu
5 Jahren |
mehr als
5 Jahren |
|
|
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
20.769 |
5.123 |
15.646 |
- |
- |
- |
| Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
47.591 |
47.591 |
- |
- |
- |
- |
| Erhaltene
Anzahlungen |
5.179 |
5.179 |
- |
- |
- |
- |
| Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
1.126 |
1.126 |
- |
- |
- |
- |
| Sonstige
Verbindlichkeiten |
8.915 |
5.420 |
519 |
72 |
2.904 |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
gegenüber MitarbeiterInnen |
2.940 |
2.940 |
- |
- |
- |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
Stornoreserve |
2.904 |
- |
- |
- |
2.904 |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
Steuern |
1.104 |
1.104 |
- |
- |
- |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
Tantieme |
1.118 |
1.118 |
- |
- |
- |
- |
| davon: Sonstiges |
849 |
258 |
519 |
72 |
- |
- |
|
83.579 |
64.438 |
16.165 |
72 |
2.904 |
|
Zusammensetzung der Verbindlichkeiten
zum 31. Dezember 2022
Angaben in T€
| Art der
Verbindlichkeit |
Gesamtbetrag |
Mit einer
Restlaufzeit von … |
mit
unbestimmter
Laufzeit |
Davon
gesicherte
Beträge |
|
|
bis zu
1 Jahr |
1 bis zu
5 Jahren |
mehr als
5 Jahren |
|
|
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
27.546 |
4.943 |
22.603 |
- |
- |
- |
| Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
48.422 |
48.422 |
- |
- |
- |
- |
| Erhaltene
Anzahlungen |
5.465 |
5.465 |
- |
- |
- |
- |
| Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
1.854 |
1.854 |
- |
- |
- |
- |
| Sonstige
Verbindlichkeiten |
10.854 |
7.420 |
569 |
116 |
2.749 |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
gegenüber MitarbeiterInnen |
2.854 |
2.854 |
- |
- |
- |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
Stornoreserve |
2.749 |
- |
- |
- |
2.749 |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
Steuern |
1.388 |
1.388 |
- |
- |
- |
- |
| davon: Verbindlichkeiten
Tantieme |
1.231 |
1.231 |
- |
- |
- |
- |
| davon: Sonstiges |
2.633 |
1.948 |
569 |
116 |
- |
- |
|
94.140 |
68.104 |
23.171 |
116 |
2.749 |
|
Der Posten Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten beinhaltet Verbindlichkeiten aus
Akquisitionsdarlehen i. H. v. 20.769 T€ (Vorjahr:
27.546 T€), die sich mit 3.031 T € auf den Kauf
der Adolph Jahn Gruppe in 2021 und mit 17.738 T € auf
den Kauf der RVM Gruppe in 2021 aufteilen.
Der Posten Erhaltene Anzahlungen beinhaltet
vorschüssig gezahlte Folgeprovisionen der Produzenten
für nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehende
Provisionsansprüche.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber
Geschäftsstellenleitern sowie gegenüber
Handelsvertretern, die aus offenen
Provisionsansprüchen resultieren.
In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen
Verbindlichkeiten gegenüber der ZSH GmbH, Heidelberg,
i.H.v. 861 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie
Verbindlichkeiten gegenüber der MLP SE, Wiesloch, i.
H. v. 265 T€ (Vorjahr: 810 T€) durch
Kostenumlagen enthalten.
Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten
insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern
i. H. v. 2.940 T€ (Vorjahr: 2.854 T€),
Stornoreserve i. H. v. 2.904 T€ (Vorjahr: 2.749
T€), Verbindlichkeiten gegenüber der Allianz
i.H.v. 7 T€ (Vorjahr: 1.662 T€) für
Zeitwertkonten für Angestellte, Verbindlichkeiten aus
abzuführender Lohn- und Kirchensteuer i. H. v. 1.104
T€ (Vorjahr: 1.355 T€) und Verbindlichkeiten
Tantieme i. H. v. 1.118 T€ (Vorjahr: 1.231 T€).
Die Verbindlichkeiten aus Stornoreserve bestehen
gegenüber Handelsvertretern und setzen sich aus
Teilbeträgen von maximal 13 T€ (Vorjahr: 13
T€) je Handelsvertreter zusammen.
22 Passiver
Rechnungsabgrenzungsposten
Der Posten beinhaltet im Wesentlichen vorzeitig
erhaltene Provisionen aus Lebensversicherungs- und
Altersvorsorgeverträgen mit Fälligkeiten im
Januar 2024 und Mietkostenzuschüsse.
SONSTIGE ANGABEN
Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten
23 Verbindlichkeiten aus
Bürgschaften und
Gewährleistungsverträgen
Seit 2017 besteht gegenüber der MLP Banking AG
eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von
1.446 T€ (Vorjahr: 1.446 T€). Die
Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme in voller
Höhe schätzt die Gesellschaft als eher gering
ein. Diese Einschätzung beruht auf Erfahrungswerten.
Im Geschäftsjahr wurde eine Bürgschaft in
Höhe von 15.000 T€ (Vorjahr: 0 T€)
gegenüber einem Kreditinstitut für ein Darlehen
einer Projektgesellschaft der Deutschland.Immobilien-Gruppe
übernommen.
24 Außerbilanzielle
Geschäfte und Sonstige finanzielle
Verpflichtungen
Die Gesellschaft hat Operating-Leasingverträge
für verschiedene Kraftfahrzeuge sowie
Mietverhältnisse für Verwaltungsgebäude,
Geschäftsstellen und Büromaschinen abgeschlossen.
Das Outsourcing der IT-Technik beinhaltet diverse
Outsourcing Verträge. Als Risiko kann insbesondere der
Ausfall eines oder mehrerer Dienstleister identifiziert
werden. Standardisierte Governance, Prozesse und
Standard-Verträge verringern sowohl die finanziellen
Risiken sowie die Betriebsrisiken. Die Auslagerung
ermöglicht eine flexible Dienstleisterstruktur.
Dadurch können unabhängiger, effizienter und
effektiver Services bereitgestellt und ein optimales
Preis-Leistungsverhältnis gesichert werden.
Zum Bilanzstichtag bestehen außerbilanzielle
Geschäfte in folgender Höhe:
|
2024 |
2025 |
2026 |
ab 2027 |
Summe |
| Miete
Geschäftsstellen |
10.416 |
9.116 |
7.997 |
21.163 |
48.692 |
| Outsourcing
IT-Technik |
19.532 |
6.547 |
519 |
- |
26.598 |
| Miete
Verwaltungsgebäude |
6.344 |
- |
- |
- |
6.344 |
|
Wartungs-/Lizenzverträge |
5.264 |
946 |
45 |
6 |
6.261 |
| Kfz-Leasing |
453 |
313 |
196 |
99 |
1.061 |
|
42.009 |
16.922 |
8.757 |
21.268 |
88.956 |
Für 2024 werden Einnahmen aus
Untermietverhältnissen von 266 T€ (Vorjahr: 308
T€) erwartet.
Von den ausgewiesenen Mieten betreffen 6.344 T€
(Vorjahr: 6.344 T€) verbundene Unternehmen. Die
Mietverträge der Geschäftsstellen werden
grundsätzlich über einen Zeitraum von 5 bis 10
Jahren abgeschlossen. Dementsprechend beläuft sich die
Restlaufzeit der Mietverträge auf bis zu 10 Jahre. Als
Risiko kann die bis zu 10-jährige Vertragslaufzeit und
die damit verbundene Verpflichtung betrachtet werden.
Vorteile durch die Anmietung von Büroflächen sind
hauptsächlich eine geringere Kapitalbindung und die
Möglichkeit, flexibel auf Veränderungen der
Berateranzahl an den jeweiligen Standorten reagieren zu
können.
Im Vorjahr bestanden außerbilanzielle
Geschäfte in folgender Höhe:
|
2023 |
2024 |
2025 |
ab 2026 |
Summe |
| Miete
Geschäftsstellen |
9.822 |
8.778 |
7.459 |
20.387 |
46.446 |
| Outsourcing
IT-Technik |
18.905 |
14.419 |
6.321 |
- |
39.645 |
| Miete
Verwaltungsgebäude |
6.344 |
- |
- |
- |
6.344 |
|
Wartungs-/Lizenzverträge |
5.039 |
4.452 |
919 |
41 |
10.451 |
| Kfz-Leasing |
423 |
267 |
143 |
50 |
883 |
|
40.533 |
27.916 |
14.842 |
20.478 |
103.769 |
Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle
Verpflichtungen in folgender Höhe:
|
2024 |
2025 |
2026 |
ab 2027 |
Summe |
| Bestellobligo |
10.535 |
- |
- |
- |
10.535 |
| Sponsoring |
1.331 |
982 |
458 |
- |
2.771 |
|
11.866 |
982 |
458 |
- |
13.306 |
Im Vorjahr bestanden sonstige finanzielle
Verpflichtungen in folgender Höhe:
|
2023 |
2024 |
2025 |
ab 2026 |
Summe |
| Bestellobligo |
8.171 |
- |
- |
- |
8.171 |
| Sponsoring |
1.498 |
665 |
- |
- |
2.163 |
|
9.669 |
665 |
- |
- |
10.334 |
25 Organe der MLP Finanzberatung
SE
| Vorstand |
Mandate in gesetzlich
zu bildenden Aufsichtsräten bei
inländischen Gesellschaften |
Mitgliedschaften in
vergleichbaren in- und ausländischen
Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen |
Jan Berg, Walldor
Vorstandsspreche
Zuständig für Beraterservice,
Corporat
University, Kundenmanagement, Personal
Strategie, MLP Dialog GmbH |
- |
- |
Reinhard Loose, Berlin
(bis 31.08.2023
Zuständig für Compliance/Datenschutz,
Controlling/Einkauf, IT, Rechnungswesen, Recht,
Bestand und Provision |
DOMCURA
Aktiengesellschaft, Kiel DI Deutschland.Immobilien
AG, Hannover |
- |
Benno Günther,
Oftershei
(seit 01.09.2023
Zuständig fü
Bestand und Provision, Controlling/Einkauf
Compliance/Datenschutz/Geldwäsche
Rechnungswesen, Recht, Beraterarbeitsplatz und
Vertriebsprozesse |
- |
- |
| Carsten Soßna,
Angelbachtal (seit 01.09.2023) Zuständig
für IT |
- |
- |
Manfred Bauer, Leime
Zuständig für
Infrastrrukturmanagement und Services, Produkteinkauf
und -management, Geschäftsbereich TPC, MLP Hyp
GmbH, ZSH GmbH Finanzdientleistungen |
DOMCURA
Aktiengesellschaft, Kiel (Vorsitzender
Deutschland.Immobilien AG, Hannover
(Vorsitzender) |
MLP Hyp GmbH, Wiesloch
(Aufsichtsrat) |
| Oliver Liebermann,
Ravensburg Zuständig für
Vertriebsmanagement,
Vertriebsbereiche,Medizin/Competence-Center Med |
- |
- |
| Aufsichtsrat |
Mandate in gesetzlich
zu bildenden Aufsichtsräten bei
inländischen Gesellschaften |
Mitgliedschaften in
vergleichbaren in- und ausländischen
Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen |
Dr. Uwe
Schroeder-Wildberg, Heidelberg Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstands der MLP SE,
Wiesloch |
FERI Management AG
(vormals: FERI AG), Bad Homburg v.d. Höhe
(Vorsitzender) |
- |
Monika Stumpf,
Schriesheim
Arbeitnehmervertreterin Mitarbeiterin der MLP
Finanzberatung SE, Wiesloch |
MLP SE, Wiesloch
(Arbeitnehmervertreterin) |
- |
Maximilian
Lautenschläger, Frankfurt am Main
Managing Partner und Co-Founder der Iconiq Lab
Holding GmbH, Frankfurt am Main (jetzt Deutsche
Digital Assets (DDA)) Geschäftsführer Max
Lautenschläger Beteiligungs GmbH, Gaiberg
Geschäftsführer und Mitgründer
Healthinity Holistic Private Health Institute,
Frankfurt am Main
Geschäftsführer der Angelika
Lautenschläger Beteiligungen Verwaltungs GmbH
seit 01.11.2023 |
Geuder AG |
- |
26 Honorare Abschlussprüfer
Aufwendungen für Honorare im Zusammenhang mit
Leistungen von der Gesellschaft, die mit der
Jahresabschlussprüfung beauftragt wurde, sind den
entsprechenden Angaben im Konzernanhang der MLP SE zu
entnehmen.
27 Angabe der Zahl der
beschäftigten Arbeitnehmer
Die durchschnittliche Zahl der während des
Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer belief
sich auf:
| Alle Angaben in
T€ |
31.12.2023 |
31.12.2022 |
| Leitende
Angestellte |
33 |
34 |
| Angestellte |
946 |
956 |
| geringfügig
Beschäftigte |
17 |
16 |
| Summe |
996 |
1.006 |
Im Durchschnitt wurden im Geschäftsjahr 2023 57
(Vorjahr: 61) Personen ausgebildet.
MLP hat im Vorjahr begonnen, zentrale
Konzernfunktionen in der MLP SE zu bündeln. In diesem
Zuge sind im Geschäftsjahr 46 (Vorjahr: 24)
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der MLP Finanzberatung
SE zur MLP SE gewechselt.
28 Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen
Zum 31. Dezember 2023 ist die Gesellschaft an
folgenden Unternehmen mit mehr als 20 Prozent der Anteile
am Kapital mittelbar oder unmittelbar beteiligt:
Unmittelbarer Anteilsbesitz:
|
Sitz |
Anteile |
Eigenkapital zum |
Ergebnis |
| Name, Sitz |
|
|
31.12.2023 |
2023 |
| MLPdialog GmbH
1,2 |
Wiesloch |
100,00% |
1.262 |
462 |
| ZSH GmbH
Finanzdienstleistungen
1,2 |
Heidelberg |
100,00% |
1.625 |
-892 |
| MLP Startup GmbH
1,2 |
Wiesloch |
100,00% |
25 |
-1.579 |
| MLP Hyp GmbH
2 |
Wiesloch |
49,80% |
3.694 |
694 |
| DIFA Research GmbH i.L.
3 |
Berlin |
49,00% |
477 |
-566 |
| Uniwunder GmbH
3 |
Dresden |
39,70% |
2.447 |
1.386 |
| pxtra GmbH
3 |
Rostock |
78,50% |
-695 |
-727 |
| DI
Deutschland.Immobilien AG
2 |
Hannover |
75,10% |
432 |
-341 |
1 Es bestehen
Ergebnisabführungsverträge. Darstellung der
Ergebnisse vor Ergebnisabführung.
2 vorläufiges Eigenkapital und Ergebnis aus
dem Jahresabschluss 2023 in T€
3 Eigenkapital und Ergebnis aus dem
Jahresabschluss 2022 in T€
Mittelbarer Anteilsbesitz:
| Name |
Sitz |
Anteil |
Eigenkapital zum |
Ergebnis |
|
|
|
31.12.2023 |
2023 |
Vertrieb
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
4 |
Hannover |
100,00% |
-6.082 |
-5.799 |
IT
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
4 |
Hannover |
100,00% |
334 |
110 |
WD Immobilien Management
GmbH
(vormals WD Wohnungsverwaltung Deutschland
GmbH)
(100,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
2 |
Hannover |
100,00% |
-245 |
-60 |
Convivo Wohnparks
Deutschland Immobilien GmbH i.I.
(50,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
3 |
Hannover |
50,00% |
15 |
0 |
amaravia GmbH
(20,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
3 |
Überlingen |
20,00% |
-566 |
-231 |
Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH
(50,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
2 |
Hannover |
50,00% |
248 |
-4 |
Achte Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Hannover |
37,55% |
129 |
-18 |
Seniorenresidenz
"Dr.-Unruh-Str. Wismar" Immobilien GmbH & Co. KG
(41,0% gehalten von der Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Gießen |
15,40% |
-3.281 |
-320 |
Seniorenresidenz Velten
GmbH & Co. KG
(41,0% gehalten von der Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Gießen |
15,40% |
1.304 |
4.199 |
Care Beteiligungs GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Gießen |
18,78% |
74 |
7 |
Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der DI
Deutschland.Immobilien AG)
4 |
Hannover |
100,00% |
-4.307 |
147 |
22. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-1.805 |
-1.650 |
30. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Hannover |
50,00% |
-184 |
-52 |
32. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-209 |
-117 |
33. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(80,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
80,00% |
-2.387 |
-1.787 |
41. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-169 |
-147 |
53. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-30 |
-41 |
54. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(80,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
80,00% |
-47 |
-9 |
62. Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
13 |
-2 |
Grundstücksgesellschaft Berlin
Methfesselstraße 29/31 GmbH & Co. KG
(50,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
3 |
Schöneiche bei
Berlin |
50,00% |
-23 |
416 |
Neunte Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-10 |
-8 |
Patricius
Wohnbaugesellschaft mbh
(40,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
5 |
Bocholt |
40,00% |
24 |
-1 |
Pflegeprojekt Haus
Netzschkau GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-523 |
-377 |
Projekt
Deutschland.Immobilien Tengen GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
3 |
Hannover |
50,00% |
-1.582 |
-1.675 |
Projekte
Deutschland.Immobilien Bad Goegging GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Neustadt an der
Donau |
50,00% |
-5.606 |
-1.800 |
Projekte
Deutschland.Immobilien Bad Münder GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-1.587 |
-1.224 |
Projekte
Deutschland.Immobilien Göggingen GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-543 |
2.234 |
Projekte
Deutschland.Immobilien Stetten GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Grünwald |
100,00% |
-7.936 |
-6.081 |
Projekte
Deutschland.Immobilien Waldmössingen GmbH &
Co. KG
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-3.608 |
-1.235 |
Sechste Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-659 |
-497 |
| WiD Wohnungen in
Deutschland GmbH & Co. KG (50,0% gehalten von der
Projekte Deutschland.Immobilien GmbH)
2 |
Mainz |
50,00% |
2 |
90 |
Zehnte Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
-3.471 |
-3.081 |
Zwölfte Projekte 2
Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
4 |
Hannover |
100,00% |
7 |
-3 |
Seniorenzentrum Albstadt
GmbH
(11,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
1,4 |
Bocholt |
11,00% |
2 |
-7 |
Seniorenwohnpark Ehingen
GmbH
(00,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
1,3 |
Bocholt |
0,00% |
-13 |
-2 |
| Convivo Wohnparks
Deutschland.Immobilien Wittmund GmbH & Co. KG
i.I. (50,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
3 |
Hannover |
50,00% |
2 |
5.975 |
Projekte 2
Deutschland.Immobilien Lauben GmbH i.I.
(75,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
3 |
Hannover |
75,00% |
-28 |
- |
CP 135. Grundstücks
GmbH & Co. KG i.I.
(50,0% gehalten von der Projekte
Deutschland.Immobilien GmbH)
3 |
Bremen |
50,00% |
154 |
148 |
1 Beherrschung aufgrund vertraglicher Regelung
2 Eigenkapital und Ergebnis aus dem
Jahresabschluss 2022 in T€
3 Eigenkapital und Ergebnis aus dem
Jahresabschluss 2021 in T€
4 vorläufiges Eigenkapital und Ergebnis aus
dem Jahresabschluss 2023 in T€
5 Eigenkapital und Ergebnis aus dem
Jahresabschluss zum 31.03.2022 in T€
Am 14. März 2013 wurde zwischen der MLPdialog
GmbH und der MLP Finanzdienstleistungen AG
(Rechtsnachfolger ist die MLP Finanzberatung SE) ein
Beherrschungsvertrag abgeschlossen. Die Eintragung des
Vertrages in das Handelsregister erfolgte am 3. April 2013.
Am 15. Mai 2019 wurde zwischen der MLPdialog GmbH und der
MLP Finanzberatung SE ein Gewinnabführungsvertrag
geschlossen. Die Zustimmung der Gesellschafterversammlung
erfolgte am 3. Juni 2019. Die Eintragung in das für
die MLPdialog GmbH zuständige Handelsregister wurde am
8. Juli 2019 vorgenommen. Dieser Vertrag wurde durch einen
neuen Gewinnabführungsvertrag vom 3. Juni 2020
ersetzt. Die Eintragung des Vertrages in das
Handelsregister erfolgte am 7. Januar 2021.
Am 9. April 2018 wurde zwischen der MLP SE und der
MLP Finanzberatung SE ein Beherrschungsvertrag nach §
291 AktG abgeschlossen. Die Zustimmung der
Hauptversammlungen der MLP SE und der MLP Finanzberatung SE
erfolgte am 14. Juni 2018 und am 20. April 2018. Die
Eintragung in das für die MLP Finanzberatung SE
zuständige Handelsregister wurde am 4. Juli 2018
vorgenommen.
Am 15. Dezember 2018 wurde mit Wirkung zum 1. Januar
2019 ein neuer Beherrschungs- und
Gewinnabführungsvertrag zwischen der MLP
Finanzberatung SE und der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen
geschlossen. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am
2. Januar 2019.
Am 20. Februar 2023 wurde mit Wirkung zum 6.
März 2023 ein neuer Beherrschungs- und
Gewinnabführungsvertrag zwischen der MLP
Finanzberatung SE und der MLP Startup GmbH geschlossen. Die
Eintragung ins Handelsregister der MLP Startup GmbH
erfolgte am 13. März 2023.
29 Bezüge von Aufsichtsrat und
Vorstand
Von den Vorstandsmitgliedern sind drei Mitglieder bei
der MLP Finanzberatung SE angestellt. Die Angaben zu den
Gesamtbezügen des Vorstands werden gemäß
§ 286 Abs. 4 HGB unterlassen.
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats
betrug im Geschäftsjahr 2023 50 T€ (Vorjahr: 50
T€).
30 Ergebnisverwendungsvorschlag
Der Vorstand schlägt gemäß § 170
Abs. 2 AktG vor, den im Jahresabschluss zum 31. Dezember
2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 41.425
T€ (Vorjahr: 38.092 T€) wie folgt zu verwenden:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
€ |
€ |
| Verteilung an die
Aktionäre |
- |
- |
| Einstellung in die
Gewinnrücklagen |
- |
- |
| Gewinnvortrag |
41.425 |
38.092 |
| Bilanzgewinn |
41.425 |
38.092 |
31 Nachtragsbericht
Die MLP Finanzberatung SE hat mit
Geschäftsanteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 29.
November 2023 und Wirkung zum 1. Januar 2024 weitere 41,35%
der Geschäftsanteile an der Uniwunder GmbH, Dresden,
erworben. Damit erhöhten sich in 2024 die Anteile an
der Uniwunder GmbH, Dresden, auf 81,08%. Der Kaufpreis
liegt im niedrigen einstelligen Millionenbereich und ist in
drei Kaufpreisraten im Zeitraum von 2024 bis 2027 zu
zahlen.
Der Vorstand der DI Deutschland.Immobilien AG hat dem
Aufsichtsrat der Gesellschaft in dessen Sitzung am 11.
März 2024 ein Sanierungskonzept vorgestellt. Der
Aufsichtsrat hat der Einleitung eines
Restrukturierungsverfahrens auf Basis des vorgestellten
Sanierungskonzepts mit Beschluss vom gleichen Tag
zugestimmt. Im Zuge dieses Verfahrens beabsichtigt die MLP
Finanzberatung SE, die Deutschland.Immobilien AG mit zur
nachhaltigen Sanierung erforderlichen Mitteln in Höhe
von 23 Mio. EUR in Form von Bar- und Sacheinlagen in die
Kapitalrücklage auszustatten.
Weitere nennenswerte Ereignisse mit Auswirkung auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MLP
Finanzberatung SE haben sich nicht ergeben.
32 Befreiung von der
Konzernrechnungslegungspflicht
Die MLP SE mit Sitz in Wiesloch hält im Sinne
des § 16 Abs. 1 AktG eine Mehrheitsbeteiligung an der
MLP Finanzberatung SE, Wiesloch. Die MLP SE erstellt in
ihrer Eigenschaft als Mutterunternehmen zum 31. Dezember
2023 einen Konzernabschluss und zusammengefassten
Lagebericht. Dieser ist auf der Internetseite der
Gesellschaft auf www.mlp-se.de veröffentlicht. Der
Konzernabschluss der MLP SE wird nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS) des International
Accounting Standards Board (IASB) unter
Berücksichtigung der Interpretationen des
International Financial Reporting Interpretations Committee
(IFRIC) erstellt, wie sie in der Europäischen Union
(EU) anzuwenden sind. Ergänzend werden die nach §
315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen
Vorschriften berücksichtigt. Der Konzernabschluss wird
innerhalb der gesetzlichen Fristen der das
Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur
Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt.
Die MLP Finanzberatung SE ist als hundertprozentige
Tochter in den Konzernabschluss der MLP SE einbezogen. Der
Konzernabschluss der MLP SE hat gemäß § 291
Abs. 1 und 2 HGB befreiende Wirkung auf die Verpflichtung
der MLP Finanzberatung SE zur Aufstellung eines eigenen
Konzernabschlusses.
Wiesloch, den 14. März
2024
MLP Finanzberatung SE
Der Vorstand:
| Jan Berg |
Manfred Bauer |
| Oliver Liebermann |
Benno Günther |
| Carsten Soßna |
|
Lagebericht
der MLP Finanzberatung SE für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
GRUNDLAGEN
Seit der Gründung im Jahr 1971 setzt die MLP
Finanzberatung SE konsequent auf langfristige Beziehungen
zu ihren Kunden. Ausgangspunkt der Beratung sind die
Vorstellungen und Bedürfnisse unserer Kunden. Darauf
aufbauend stellen wir ihnen ihre Optionen nachvollziehbar
dar, sodass sie selbst die passenden Finanzentscheidungen
treffen können. Bei der Umsetzung greifen wir auf die
Angebote der relevanten Produktanbieter auf dem Markt
zurück. Grundlage für die Auswahl sind dabei
Markt- und Produktanalysen.
Bei der Produkt- und Partnerauswahl legen wir
großen Wert auf objektive und transparente Kriterien
sowie auf die Unabhängigkeit von unseren
Produktpartnern. Auf Basis der Kundenbedürfnisse
erfolgt eine Analyse und Qualitätsprüfung der
Anbieter am Markt sowie ihrer jeweiligen Produkte. Der
Produktauswahlprozess wird kontinuierlich verbessert und
weiterentwickelt. In den Prozess der Partner- und
Produktauswahl wird derzeit das Thema Nachhaltigkeit als
zusätzliches Merkmal integriert.
Zu den Privatkunden, die wir bei ihren Finanzfragen
betreuen, gehören vor allem Mediziner,
Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Juristen.
Als Versicherungsmakler ist die MLP Finanzberatung SE
können wir aus dem breiten Marktangebot die jeweils
passenden Produktoptionen für die Kunden
auswählen. Damit unterscheiden wir uns deutlich vom
Großteil des Marktes, in dem gebundene Vermittler
oder Mehrfachagenten entweder nur eigene oder einige wenige
Produkte Dritter anbieten können.
Geschäftsmodell
Die MLP Finanzberatung SE ist eine deutsche
Finanzberatung, die als Makler und damit unabhängig
von Produktinteressen agiert und Kunden in den Mittelpunkt
stellen kann. Wir verbinden externe Produkte und
ausgewählte Dienstleistungen des MLP Konzerns und
wählen dabei aus dem breiten Marktangebot die jeweils
passenden Produktoptionen für unsere Kunden aus. Damit
ermöglichen wir unseren Kunden, bessere finanzielle
Entscheidungen zu treffen.
Die Geschäftstätigkeit der MLP
Finanzberatung SE beinhaltet die Beratung von Privatkunden
und Firmenkunden zu ausgewählten Finanzfragen und die
Vermittlung dazu passender Produkte. Die Beratungsfelder
sind eng miteinander verflochten und ergänzen sich
gegenseitig. Sie umfassen unter anderem die Altersvorsorge,
Krankenversicherung, Sachversicherung,
Immobilienvermittlung und Finanzierung.
Zur MLP Finanzberatung SE gehören die ZSH GmbH
Finanzdienstleistungen (ZSH), Heidelberg, die ebenfalls als
Versicherungsmakler registriert ist und die MLPdialog GmbH,
Bad Segeberg. Eine weitere Beteiligung ist die MLP Hyp
GmbH, Wiesloch, die wir zusammen mit dem
Baufinanzierungsbroker Interhyp AG, München, halten.
Weiterhin ist die MLP Finanzberatung SE mit 75,1 % an der
DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover, und deren
Tochtergesellschaften beteiligt. Die MLP Finanzberatung SE
hält außerdem 78,5 % der Anteile an der pxtra
GmbH sowie 39,7 % der Anteile an der Uniwunder GmbH. Der
Anteil an der Uniwunder GmbH wurde mit wirtschaftlicher
Wirkung zum 1. Januar 2024 auf 81,1% erhöht. Die
Gesellschafter des bisherigen Joint Ventures DIFA-Research
haben im gegenseitigen Einvernehmen dessen Liquidation
beschlossen. Vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus der
medizinischen Unternehmerberatung für Praxen und
größere Versorgungsstrukturen und zur
stärkeren Nutzung von Synergien wird MLP den
bisherigen Ansatz der DIFA-Research-Machbarkeitsanalysen
zukünftig aus der MLP Finanzberatung steuern. An dem
Unternehmen, das speziell für Medizinerkunden
Wirtschaftsanalysen erarbeitete, hält die MLP
Finanzberatung SE 49,0 % der Geschäftsanteile. Im Jahr
2023 hat die MLP Finanzberatung SE die MLP Startup GmbH mit
Sitz in Wiesloch gegründet und hält 100 % der
Geschäftsanteile. Gegenstand der MLP Startup GmbH ist
die Rekrutierung und Ausbildung von Finanzberaterinnen und
Finanzberatern im Finanzsektor.
Die Ertragslage der MLP Finanzberatung SE wird
maßgeblich durch die Marktbedingungen in den
Beratungsfeldern Altersvorsorge, Krankenversicherung,
Sachversicherung, Immobilienvermittlung und Finanzierung
beeinflusst, die im Kapitel "Wirtschaftsbericht -
Branchensituation und Wettbewerbsumfeld" dargestellt
werden. Da das Unternehmen seine Gesamterlöse
ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet,
beeinflusst darüber hinaus insbesondere die
konjunkturelle Entwicklung hierzulande die
Geschäftsentwicklung. Besonders wichtige Indikatoren
stellen dabei das Wirtschaftswachstum, die allgemeine
Sparquote, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das
Lohnniveau dar, die im Kapitel "Wirtschaftsbericht -
Gesamtwirtschaftliches Umfeld" näher erläutert
werden.
Der Vorstand der MLP Finanzberatung SE beurteilt die
Geschäftsentwicklung und entscheidet über die
Ressourcenallokation. Die Provisionserträge sowie das
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit
stellen als Maßgrößen für die
Geschäftsentwicklung die zentralen
Steuerungsgrößen und Leistungsindikatoren der
MLP Finanzberatung SE dar.
Unser Ziel ist es, nicht nur die besten Beraterinnen
und Berater der Branche für unser Geschäftsmodell
zu gewinnen, sondern diese auch langfristig zu binden.
Deshalb überwachen wir kontinuierlich die Fluktuation
und streben als nichtfinanziellen Leistungsindikator eine
jährliche Fluktuationsrate von maximal 10 % bei
unseren selbstständigen Beraterinnen und Beratern an.
Darüber hinaus ist die MLP Finanzberatung SE auch in
die Entwicklung weiterer nichtfinanzieller
Leistungsindikatoren auf Konzernebene eingebunden. In
diesem Zusammenhang werden insbesondere folgende zwei
Bereiche intensiv betrachtet: CO2-Emissionen und
Geschlechtergerechtigkeit. Gleichzeitig wird ein besonderes
Augenmerk auf die Weiterbildung der Mitarbeitenden gelegt,
um in diesem Bereich ebenfalls Fortschritte zu erzielen.
Ein weiterer wichtiger Faktor neben den
Leistungsindikatoren ist die Entwicklung des
Neugeschäfts vor allem in der Altersvorsorge.
Forschung und Entwicklung
Da es sich bei der MLP Finanzberatung SE um ein
Dienstleistungsunternehmen handelt, betreiben wir keine
Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Gleichwohl
stellen wir Ressourcen bereit, um beispielsweise Software
selbst zu entwickeln oder erworbene Software
weiterzuentwickeln.
Organisation und Verwaltung
Der Vorstand der MLP Finanzberatung SE setzte sich
bis zum 31. August 2023 aus vier Mitgliedern zusammen. Jan
Berg hat die Funktion des Vorstandssprechers inne, Manfred
Bauer verantwortet den Bereich Produkte, Oliver Liebermann
den Vertrieb. Reinhard Loose war bis zum 31. August 2023
für das Ressort Finanzen verantwortlich.
Mit Wirkung zum 1. September 2023 haben sich
Veränderungen im Vorstand ergeben. Seitdem setzt sich
der Vorstand aus fünf Mitgliedern zusammen.
Benno Günther, vormals Bereichsleiter
Controlling, hat zu diesem Datum als Vorstand das
veränderte Ressort Finanzen in der MLP Finanzberatung
SE von Reinhard Loose übernommen. Neben seiner
Verantwortung für das Controlling, ist Benno
Günther nun auch für Recht und Compliance,
Rechnungswesen, für Systeme und Abläufe zur
Beraterunterstützung sowie die Antrags- und
Bestandsverwaltung verantwortlich.
Der Bereich IT der MLP Finanzberatung SE ist aufgrund
seiner Bedeutung seit September 2023 ein eigenes
Vorstandsressort. Carsten Soßna, vormals
Bereichsleiter IT in der MLP Finanzberatung SE,
verantwortet nun als Vorstand das neu geschaffene Ressort.
Der Aufsichtsrat, dem unter anderem die
Überwachung des Vorstands obliegt, bestand im
Berichtsjahr aus drei Mitgliedern. Dieser setzt sich
zusammen aus Dr. Uwe Schroeder-Wildberg (Vorsitz),
Maximilian Lautenschläger und Monika Stumpf
(Arbeitnehmervertreterin).
WIRTSCHAFTSBERICHT
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Die Wirtschaft war im Jahr 2023 durch den anhaltenden
Krieg in der Ukraine, die Rekordinflation und zahlreiche
weitere Unsicherheiten geprägt. Deutschlands
Wirtschaftsleistung verharrte im Berichtsjahr auf dem
Niveau von Ende 2019. Der private Konsum litt unter dem
Kaufkraftentzug infolge der hohen Inflation. Die Industrie
bekam hohe Energiekosten und zunehmende Nachteile im
globalen Wettbewerb zu spüren. Insgesamt befindet sich
die deutsche Wirtschaft 2023 nach Einschätzung von
FERI Investment Research (FERI) in einem Prozess eines
tiefgreifenden Strukturwandels, der unter anderem durch die
demografische Entwicklung und den daraus resultierenden
Mangel an Arbeitskräften gekennzeichnet ist.
Entsprechend sank das preisbereinigte
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 laut FERI auf - 0,1 %;
damit bildete Deutschland das Schlusslicht in Europa.
Die Verbraucherstimmung in Deutschland war im
Berichtsjahr von Verunsicherung und Sorgen geprägt.
Nach drei Rückgängen in Folge stabilisierte sich
das Konsumklima zum Jahresende. Sein Niveau blieb aber sehr
niedrig und es waren zum Jahresende keinerlei Signale
für eine nachhaltige Erholung erkennbar. Der
Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung
(GfK) lag im Dezember 2023 bei -27,6 Punkten (Dezember
2022: -40,1).
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich
gegen Ende des Berichtsjahres leicht verbessert. Der
ifo-Geschäftsklimaindex lag im November 2023 bei 87,3
Punkten (Vorjahr: 86,9 Punkte). Im Dezember 2023 fiel der
Index auf 86,4 Punkte.
Der Arbeitsmarkt in Deutschland wurde 2023 durch den
anhaltenden Wirtschaftsabschwung beeinträchtigt.
Gemessen an der schwachen Konjunktur hielt er sich aber
vergleichsweise gut. Nach Angaben der Bundesagentur
für Arbeit stieg die Zahl der registrierten
Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2023 im Vergleich zum
Vorjahr um 191.000 auf 2,609 Mio. Personen. Das entspricht
einer Arbeitslosenquote von 5,7 % (5,3 %).
Laut jüngsten Daten der Bundesagentur für
Arbeit sank die Akademiker-Arbeitslosenquote im Jahr 2022
gegenüber dem Vorjahr auf 2,2 % (2021: 2,4 %); ein
Niveau, bei dem von Vollbeschäftigung gesprochen wird.
Nach Angaben des Arbeitskreises
"Steuerschätzungen" erhöhten sich die
Bruttolöhne und -gehälter im Berichtsjahr um 6,6
% (6,0 %). Das verfügbare Einkommen der privaten
Haushalte stieg laut Finanzbericht 2024 der Bundesregierung
um 4,8 % (4,6 %). Die Sparquote in Deutschland lag nach
Angaben von FERI im Berichtsjahr bei 11,6 % (10,8 %).
Die Inflationsrate hat sich im Jahresverlauf 2023 von
einem sehr hohen Niveau von 8,7 % im Januar auf 3,2 % im
November merklich abgeschwächt, ist aber immer noch
auf deutlich erhöhtem Niveau. Für das Gesamtjahr
verzeichnete Deutschland eine durchschnittliche
Inflationsrate von 5,9 %. Die Notenbanken haben ihre
restriktive Geldpolitik auch im Geschäftsjahr 2023
fortgesetzt: Seit Ende Oktober lag der Leitzins für
den Euroraum bei 4,5 %. Infolge des Zinsschocks sowie der
gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen verzeichnete auch
die deutsche Immobilienwirtschaft 2023 einen historischen
Markteinbruch.
Insgesamt war das gesamtwirtschaftliche Umfeld im
Jahr 2023 volatil und herausfordernd, was sich auch auf die
Geschäftsaktivitäten von MLP im Allgemeinen
belastend auswirkte.
Branchensituation und
Wettbewerbsumfeld
Die Umsatzerlöse der MLP Finanzberatung SE
stammen im Wesentlichen aus den Beratungsfeldern
Altersvorsorge, Krankenversicherung und Sachversicherung,
Immobilienvermittlung und Finanzierung. Im Folgenden wird
erläutert, welche Einflussfaktoren im Jahr 2023 das
Marktumfeld und die Ertragslage in den genannten
Beratungsfeldern besonders beeinflusst haben.
Altersvorsorge
Die Entwicklung der Lebensversicherungsbranche war
nach Einschätzung des Gesamtverbands der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) durch das
makroökonomische Umfeld im Berichtsjahr weiterhin
eingetrübt. Die anhaltenden Unsicherheiten durch die
Energiekrise und stark gestiegene Lebenshaltungskosten
haben dafür gesorgt, dass positive Impulse für
das Neugeschäft in der Lebensversicherung
zunächst ausblieben. Dies führte im Markt zu
einer anhaltenden Zurückhaltung beim Abschluss
längerfristiger Verträge und im Bereich
Einmalbeiträge.
Laut einer aktuellen Umfrage der AXA, sorgte fast ein
Drittel (32 %) der Deutschen seit dem Beginn des
Ukraine-Kriegs und dem starken Anstieg der Inflation
weniger für den Ruhestand vor als bisher. Genauso
viele Befragte (32 %) geben an, gar nicht für die
private Altersvorsorge zu sparen.
Bei Jüngeren ist die Bereitschaft für die
private Altersvorsorge zu sparen, noch am höchsten.
Dies zeigt die AXA-Umfrage: Knapp die Hälfte (47 %)
der 18- bis 24-Jährigen investiert monatlich für
den Ruhestand; von den 25- bis 34-Jährigen sind es
sogar 63 %.
In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) bremste
2023 das schwierige wirtschaftliche Umfeld das
Geschäft. So sank einer Studie von Deloitte zufolge
der Anteil der Befragten, die vom Arbeitgeber eine bAV
finanziert bekommen, von 50 % im Jahr 2022 auf 44 % im
Berichtsjahr.
Die laufenden Beiträge beim Neugeschäft in
der Lebensversicherung blieben nach Angaben des
Branchenverbandes GDV für 2023 auf dem Niveau von
2022. Die Einmalbeiträge gingen um 13,1 % im Vergleich
zum Vorjahr zurück.
Insgesamt gingen die Beitragseinnahmen in der
Lebensversicherung laut GDV für das Gesamtjahr 2023 um
5,2 % auf 92,0 Mrd. € zurück.
Sachversicherung
Trotz der weiterhin unsicheren konjunkturellen
Wirtschaftslage entwickelten sich Sachversicherungen im
Jahr 2023 besser als prognostiziert und lagen oberhalb des
langfristigen Wachstumstrends von rund 3 % jährlich.
Gewerbeversicherungen sind für Vermittler ein
Geschäftsfeld, das in den letzten Jahren erheblich an
Bedeutung gewonnen hat. 63 % der Befragten einer Studie von
AssCompact messen dem gewerblichen Schaden- und
Unfallgeschäft aktuell eine sehr hohe oder hohe
Relevanz bei, unter anderem, weil die Sparte langfristige
Kundenbeziehungen ermöglicht. Noch vor fünf
Jahren sah das nur die Hälfte so - der aktuelle Wert
bedeutet einen Zuwachs von 13 Prozentpunkten.
Ein wichtiger Treiber für die positive
Entwicklung in der Sachversicherung waren neben dem
Neugeschäft Prämienerhöhungen über alle
Sparten hinweg.
Inflationsgetriebene Summenanpassungen und steigende
Preise für Baudienstleistungen haben laut GDV in 2023
zu einer höheren Beitragsdynamik geführt. In der
Wohngebäudeversicherung stiegen die Beiträge 2023
gegenüber dem Vorjahr um 16,0 %, in der
Hausratversicherung um 6,0 %.
Das Beitragswachstum lag nach Angaben des GDV
für 2023 in der Schaden- und Unfallversicherung
insgesamt bei 6,7 %.
Krankenversicherung
Die Private Krankenversicherung ist nach Zahlen des
Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) erneut
gewachsen. Die Gesamtzahl an Versicherungen stieg um rund
880.000 auf 38,7 Mio. Insgesamt ist das
Gesundheitsbewusstsein der Deutschen einer Studie der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC zufolge infolge
der Corona-Pandemie gewachsen.
In der Vollversicherung wechselten schon das sechste
Jahr in Folge mehr Menschen aus der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) in die PKV als umgekehrt. Im
Saldo ergab sich ein deutliches Plus von 48.000
Versicherten zugunsten der PKV (Saldo 2022: +30.100). Laut
PKV-Verband belief sich die Zahl der Vollversicherten 2023
auf 8,71 Mio. Personen.
Immer mehr Menschen wollen die private Vorsorge
nutzen, um die Leistungen der GKV aufzustocken. Die Zahl
der Zusatzversicherungen stieg laut PKV-Verband um 2,5 %
auf 29,98 Mio. Der Trend ist demnach ungebremst. Dabei sind
laut dem Analysehaus Assekurata weiterhin Zahntarife mit
rund 18 Mio. Policen mit Abstand das gefragteste Produkt
unter den Zusatzversicherungen.
Für die Private Krankenversicherung rechnet der
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
für 2023 insgesamt mit einem Anstieg des
Beitragsaufkommens von 3,9 %. Dahinter stehen insbesondere
höhere Leistungen und eine anhaltende Nachfrage nach
Krankenzusatzversicherungen.
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV)
verzeichnete 2023 nach Angaben des PKV-Verbands erneut ein
starkes Wachstum: 36.900 Unternehmen in Deutschland bieten
mittlerweile ihren Mitarbeitern eine komplett vom
Arbeitgeber gezahlte bKV an. Die Zahl der
Beschäftigten, die von einer bVK profitieren, stieg um
11,6 % von 1,77 Mio. auf 1,97 Mio. Personen im Jahr 2023.
Damit hat sich die Zahl der bKV-Versicherten seit 2016
trotz teilweise coronabedingter Zurückhaltung auf
Arbeitgeberseite fast verdreifacht.
Immobilien
Die Aussichten für die deutsche
Immobilienwirtschaft waren laut einer DZ-Studie im Jahr
2023 düster - konnten sich aber zum Ende des
Berichtsjahres auf niedrigem Niveau stabilisieren. Die
schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und
die Unsicherheiten durch die geopolitischen
Rahmenbedingungen strahlten auf den Immobilienmarkt aus.
Neben den kräftig gestiegenen Zinsen litt die Branche
unter strukturellen Hemmnissen wie Bürokratie,
Demografie, hohen Rohstoff- und Energiepreisen sowie
Infrastrukturmängeln. Erst gegen Ende des
Berichtsjahres war eine leichte Aufhellung der Lage zu
beobachten.
Der deutsche Immobilienmarkt verzeichnete der
GEWOS-Immobilienmarktanalyse aus dem Herbst 2023 zufolge im
Berichtsjahr einen historischen Markteinbruch. Die
bundesweiten Umsätze sanken 2023 gemäß der
Analyse um 29,1 % auf rund 198,1 Mrd. €. Gleichzeitig
ging die Zahl der Immobilienkäufe um knapp 25 % auf
rund 591.800 zurück. Das war der niedrigste Wert seit
1995.
Die Summe der gekauften Objekte über die vier
Marktsegmente Eigenheime, Eigentumswohnungen,
Mehrfamilienhäuser und Wohnbauland ist laut der
Analyse von GEWOS ebenfalls um knapp 25 % gegenüber
dem Vorjahr auf 452.000 gefallen; die Umsätze sogar um
29,5 % auf rund 149,2 Mrd. €.
Trotz der aktuell angespannten Lage betrachten die
Deutschen Immobilien nach wie vor als die geeignetste Form
der privaten Altersvorsorge. 73 % der Bevölkerung
zwischen 25 und 60 Jahren bewerten eine eigene Immobilie
als ein gutes oder sehr gutes Investment, um den
Lebensstandard im Alter zu sichern, zu diesem Ergebnis
kommt die Continentale-Studie 2023.
Auch das Segment Pflegeimmobilien litt unter dem
schwierigen Umfeld des Immobilienmarkts: Das
Transaktionsvolumen mit Pflegeimmobilien und
Seniorenresidenzen sank zwar laut den jüngsten
verfügbaren Zahlen im Jahr 2022 auf rund 2,5 Mrd.
€. Insgesamt kann man die Nachfrage nach diesem
Immobiliensegment dennoch als relativ stabil bezeichnen.
Die seit Mitte 2022 laufenden Preisanpassungen auf
dem deutschen Immobilienmarkt setzten sich auch 2023 fort.
Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher
Pfandbriefbanken (vdp) stand zum Ende des Jahres 2023 bei
175,2 Punkten und hat damit seit seinem Höchststand im
zweiten Quartal 2022 (194,8 Punkte) 10,0 %
eingebüßt. Das Minus bei den Immobilienpreisen
belief sich im 4. Quartal 2023 im Vergleich zum
Vorjahresquartal auf 7,2 %. Seit ihrem Höchststand zur
Jahresmitte 2022 nahmen die Preise für Wohnimmobilien
in Deutschland um 8,4 % ab.
Finanzierung
Die Notenbanken haben ihre restriktive Geldpolitik
auch im Geschäftsjahr 2023 fortgesetzt: Die
Europäische Zentralbank (EZB) hat sich mit einer
beispiellosen Serie von insgesamt zehn Zinsschritten seit
Juli 2022 gegen die Rekordinflation im Zuge des
Ukraine-Kriegs gestemmt. Seit Ende Oktober liegt der
Leitzins für den Euroraum bei 4,5 %.
Die Zinsen für Immobiliendarlehen haben 2023
nach Einschätzung des Finanzierungsvermittlers
Interhyp ihren Höhepunkt erreicht. Das Zinsniveau
für ein 10-jähriges Darlehen stieg laut Interhyp
von rund 1,0 % Anfang 2022 auf knapp 4,3 % im November 2023
und hatte damit ein 10-Jahres-Hoch erreicht. Zum Ende des
Jahres 2023 sanken die Darlehenszinsen wieder leicht auf
rund 3,4 %.
Die Nachfrage nach Baufinanzierungen ist im Zuge der
Zinswende und gestiegener Baukosten im Berichtsjahr weiter
eingebrochen, stabilisierte sich jedoch Ende 2023 auf
niedrigem Niveau. Das Neugeschäft deutscher Banken mit
Immobiliendarlehen lag im November 2023 bei 13,5 Mrd.
€ und damit nur noch 0,6 % unter dem
Vorjahreszeitraum. Dies war der niedrigste Novemberwert
seit der Finanzkrise 2008.
Die Immobilienpreise und Finanzierungssummen haben
sich laut Interhyp im Laufe des Berichtsjahres
stabilisiert. Durchschnittlich kostete eine Immobilie
inklusive Nebenkosten im 4. Quartal 440.000 € und
damit 6,9 % weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal.
Im Vergleich zum 3. Quartal 2023 fiel der Preisverfall mit
3,3 % bzw. 15.000 € bereits deutlich geringer aus.
Wettbewerb und Regulierung
Die Wettbewerbssituation auf dem deutschen Markt
für Finanzberatung hat sich im Geschäftsjahr 2023
im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.
Die Branche ist nach wie vor sehr heterogen und von
Konsolidierungstendenzen gekennzeichnet. Zu den Anbietern
zählen zahlreiche Finanzvertriebe, Einzelmakler,
Banken, Versicherungen und freie Finanzvermittler sowie
Fintechs bzw. InsurTechs, die ein sehr unterschiedliches
Qualitätsniveau in der Beratung bieten. Auf die
Marktteilnehmer wirken Regulierungen in unterschiedlicher
Form; MLP ist hier von einer Vielzahl betroffen.
Bei der Kleinanlegerschutzstrategie hat
EU-Kommissarin McGuinness in ihrem Ende Mai 2023 offiziell
eingebrachten Entwurf doch noch Abstand von ihrem
ursprünglichen Vorhaben genommen, ein grundlegendes
Provisionsverbot bei der Vermittlung von Finanzprodukten in
Europa einzuführen. Entschieden dagegen hatten sich
zuvor der deutsche Finanzminister und eine Mehrheit der
Mitgliedstaaten im Rat positioniert. Absehbar können
Verbraucherinnen und Verbraucher somit auch weiterhin vom
Wettbewerb der Vergütungssysteme Honorar und Provision
profitieren. Auch die deutsche Versicherungsaufsicht hat
den Verzicht auf ein Provisionsverbot begrüßt.
Die "Fokusgruppe private Altersvorsorge" hat im
Berichtszeitraum ihren Abschlussbericht vorgelegt. Auf die
Einführung eines "Staatsfonds" soll verzichtet werden,
was angesichts der Herausforderungen und Probleme bei
Initiierung und Verwaltung eines solchen Vehikels sowie
eines bereits bestehenden ausreichenden privaten Angebots
zu begrüßen ist. Kritisch am Abschlussbericht
ist hingegen der vorgeschlagene Wegfall der
Verrentungspflicht zu sehen, da die Absicherung der
Langlebigkeit von Menschen nur mittels lebenslanger
Rentenzahlungen garantiert erreicht werden kann. Kunden der
MLP Finanzberatung SE decken ihren Altersvorsorge-Bedarf in
der Regel über ein breites Portfolio, in dem auch
weiterhin Rentenversicherungen ihren Platz haben. Die
Vorschläge der Fokusgruppe stellen die Basis für
einen gesetzgeberischen Prozess dar.
Der laufende Prozess beim Wachstumschancengesetz ist
relevant mit Blick auf die Immobilienvermittlung bei der
MLP Finanzberatung SE. Dies betrifft insbesondere die im
Gesetzesentwurf vorgesehene degressive AfA (Absetzung
für Abnutzung) für Projekte. Nachdem der
Bundestag den Entwurf Ende 2023 verabschiedet hatte, steht
noch die Zustimmung des Bundesrats aus.
Einen wichtigen Regulierungsaspekt stellt für
die MLP Finanzberatung SE als Teil der MLP Gruppe weiterhin
die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene
Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor dar,
die in Teilen bereits am 10. März 2021 in Kraft
getreten ist. Grundlage der Verordnung ist das Pariser
Klimaschutzabkommen und der darauf aufbauende
EU-Aktionsplan, der konkrete Nachhaltigkeitsziele für
den Finanzsektor definiert. So sollen Kapitalflüsse
künftig stärker auf nachhaltige Investments
ausgerichtet, Umweltrisiken umfassender berücksichtigt
und die Transparenz von Finanzprodukten gefördert
werden. Die Finanzdienstleistungsbranche soll somit die
Transformation der gesamten Wirtschaft in Richtung
Nachhaltigkeit unterstützen und auch steuern. Die
Umsetzung erfolgt über Anpassungen bei den
Offenlegungspflichten, der MiFID II- und der IDD-Richtlinie
sowie über eine Reihe neuer Regularien wie einem
einheitlichen EU-Klassifizierungssystem, neuen
EU-Benchmarks und verschiedenen EU-Standards für eine
nichtfinanzielle Berichterstattung.
Mit dem 2023 in Kraft getretenen Gesetz für
einen besseren Schutz hinweisgebender Personen, welches die
Whistleblowing-Richtlinie in deutsches Recht umsetzt,
werden alle Unternehmen und Organisationen ab einer
Beschäftigtenzahl von 50 Mitarbeitenden zur
Einrichtung interner Meldewege verpflichtet. Das Gesetz
regelt den Schutz natürlicher Personen, die im Rahmen
ihrer beruflichen Tätigkeit Informationen über
Verstöße erlangen, vor nachteiliger Behandlung
nach Weitergabe solcher Hinweise. Die Unternehmen der MLP
Finanzholdinggruppe haben interne Meldekanäle
entsprechend diesen gesetzlichen Vorgaben im
Berichtszeitraum eingerichtet. Die Weitergabe der
Information an die jeweilige MLP Meldestelle trägt
dazu bei, dass Verstöße aufgedeckt und
untersucht werden und so Missstände schnell beseitigt
werden können. Die Meldestelle ist in der MLP Group
Compliance-Organisation verankert.
In der Gesamtschau stellt sich nach Ansicht der MLP
Finanzberatung SE mitunter die Frage nach der
Sinn-haftigkeit bzw. der recht hohen Frequenz neuer
Regulierungsaktivitäten. Die aufgeführten und
weitere regulatorische Entwicklungen, auch solche Vorhaben,
die derzeit vom Gesetzgeber vorangetrieben werden, sind in
der Regel als herausfordernd zu bewerten. Eine Schere aus
tendenziell sinkenden Provisionserlösen pro Produkt
bei gleichzeitig steigenden Produkt- und Verwaltungskosten
- kombiniert mit einer erhöhten Preissensibilität
der Kunden - kann auch für die MLP Finanzberatung SE
die Profitabilität des Geschäftsmodells
beeinträchtigen. Unabhängig davon sieht sich die
MLP Finanzberatung SE aufgrund ihres breiten und
strategisch diversifizierten Geschäftsmodells sowie
ihrer Unternehmensstrukturen im relativen Vergleich zu
anderen Marktteilnehmern sehr gut aufgestellt.
Geschäftsverlauf
Die MLP Finanzberatung SE hat das Geschäftsjahr
2023 trotz eines weiterhin volatilen und herausfordernden
Umfelds erlösseitig mit einem Plus von 1,4 % bei den
Gesamterlösen abgeschlossen. Dabei legten die
Umsatzerlöse über alle Beratungsfelder hinweg um
1,4 % zu, während die sonstigen betrieblichen
Erträge, die jedoch nur einen kleinen Anteil
ausmachen, um 0,4 % zulegten.
Innerhalb der Umsatzerlöse haben sich die
unterschiedlichen Entwicklungen der verschiedenen
Beratungsfelder dank unserer breiten Aufstellung
gegenseitig ausgeglichen, die einzelnen Beratungsfeldern
entwickelten sich wie folgt.
In der Altersvorsorge machten sich die anhaltenden
Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen und
geopolitischen Krisen sowie der stark gestiegenen
Lebenshaltungskosten bemerkbar. Sie äußerten
sich auf Kundenseite branchenweit in der Zurückhaltung
beim Abschluss längerfristiger Verträge und auch
im Bereich Einmalbeträge. Die Umsatzerlöse in der
Altersvorsorge hat die MLP Finanzberatung SE dennoch um 3 %
gesteigert. Die Beitragssumme in der Altersvorsorge
erhöhte sich auf 4.155,7 Mio. € (3.911,4 Mio.
€).
In der Sachversicherung konnten die Erlöse um 9
% gesteigert werden. Hier sorgten neben einem gestiegenen
Neugeschäft vor allem Prämienerhöhungen
für eine positive Entwicklung.
In der Krankenversicherung beobachteten wir
kundenseitig ein erhöhtes Bewusstsein für
hochwertige Gesundheitsleistungen, das speziell infolge der
Corona-Pandemie gewachsen ist. Die Erlöse in der
Krankenversicherung stiegen daher um 7 %.
In der Immobilienvermittlung konnte sich auch die MLP
Finanzberatung SE den drastischen Marktentwicklungen nicht
entziehen, wenngleich zum Jahresende eine deutliche
Aufhellung zu erkennen war. Neben den in einem sehr kurzen
Zeitraum drastisch gestiegenen Zinsen und den damit
verbundenen hohen Finanzierungskosten litt die Branche
unter strukturellen Hemmnissen wie Bürokratie, hohen
Rohstoff- und Energiepreisen sowie
Infrastrukturmängeln. In der Folge sanken die
Erlöse im Geschäftsjahr 2023 deutlich um 38 %.
Wegen des aufgrund gestiegener Zinsen schwierigen
Marktumfelds für die Vermittlung von
Immobilienfinanzierungen - speziell im Bereich der
Baufinanzierung - waren die Erlösentwicklungen in der
Finanzierung um 36 % ebenfalls deutlich
rückläufig.
Das Ergebnis der betrieblichen
Geschäftstätigkeit konnten wir im
Geschäftsjahr 2023 deutlich auf 22,8 Mio. € (14,6
Mio. €) ausbauen.
Die Fluktuation der Beraterinnen und Berater lag im
Berichtsjahr bei 9,6 % und damit im Rahmen unseres Ziels
von maximal 10 %.
Ertragslage
Die Gesamterlöse der MLP Finanzberatung SE
stiegen im Berichtszeitraum auf 408,9 Mio. € (403,2
Mio. €). Die Umsatzerlöse leisteten einen Beitrag
von 397,6 Mio. € (392,0 Mio. €) zu den
Gesamterlösen. Die sonstigen betrieblichen
Erträge lagen bei 11,3 Mio. € (11,2 Mio. €).
Die Provisionserlöse als größter Teil
der Umsatzerlöse betrugen nahezu unverändert
374,7 Mio. € (377,5 Mio. €). Hierbei glichen sich
die unterschiedlichen Entwicklungen in den verschiedenen
Beratungsfeldern nahezu aus.
Den bedeutendsten Anteil an den
Provisionserlösen hatte weiterhin die Altersvorsorge
mit Erlösen in Höhe von 227,7 Mio. € (221,4
Mio. €). Trotz der anhaltenden Unsicherheiten aufgrund
der wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen sowie der
stark gestiegenen Lebenshaltungskosten konnten die
Erlöse gesteigert werden.
In der Krankenversicherung konnten die Erlöse
auf 57,4 Mio. € (53,5 Mio. €) gesteigert werden.
Hier profitierten wir von dem weiterhin gesteigerten
Bewusstsein für hochwertige Gesundheitsleistungen, das
speziell infolge der Corona-Pandemie gewachsen ist.
Auch in der Sachversicherung konnten die Erlöse
gesteigert werden auf 52,0 Mio. € (47,6 Mio. €),
neben einem gestiegenen Neugeschäft vor allem
begründet durch Prämienerhöhungen über
alle Sparten hinweg.
In der Finanzierung, in dem sich die
Kreditvermittlung widerspiegelt, sanken die Erlöse in
Anbetracht des herausfordernden Marktumfelds auf 14,2 Mio.
€ (22,4 Mio. €).
Gleiches gilt auch für die
Immobilienvermittlung, die in diesem Marktumfeld ebenfalls
einen Erlösrückgang auf 16,1 Mio. € (26,1
Mio. €) verzeichnete, wenngleich zum Jahresende eine
deutliche Aufhellung zu erkennen war. Neben den
kräftig gestiegenen Zinsen und den damit verbundenen
hohen Finanzierungskosten litt die Branche unter
strukturellen Hemmnissen wie Bürokratie und hohen
Rohstoff- und Energiepreisen.
Im Vermögensmanagement stiegen die Erlöse
auf 2,0 Mio. € (1,7 Mio. €).
Die Sonstigen Umsatzerlöse als weiterer Teil der
Umsatzerlöse stiegen auf 23,0 Mio. € (14,5 Mio.
€). Der Anstieg begründet sich in erster Linie
durch höhere konzerninterne Leistungsumlagen für
die Bereitstellung von Infrastruktur im Vertriebsbereich.
Die Provisionsaufwendungen bestehen im Wesentlichen
aus erfolgsabhängigen Provisionszahlungen an unsere
Beraterinnen und Berater, Leiterinnen und Leiter der
Hochschulteams sowie Geschäftsstellenleiterinnen und
-leiter; sie finden sich in dem Posten Materialaufwand
wieder. Die Provisionsaufwendungen sanken im
Berichtszeitraum auf 176,6 Mio. € (190,6 Mio. €).
Der Personalaufwand erhöhte sich auf 80,6 Mio.
€ (77,3 Mio. €). Hier wirkten gegenläufige
Effekte. Während der Aufwand für Gehälter
unter anderem aufgrund der gezahlten
Inflationsausgleichsprämie anstieg, gingen die
Aufwendungen durch Personalwechsler in die MLP SE
zurück.
Die planmäßigen Abschreibungen und
Wertberichtigungen gingen auf 6,4 Mio. € (8,5 Mio.
€) zurück.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
erhöhten sich auf 122,5 Mio. € (112,1 Mio.
€), vor allem aus höheren konzerninternen
Leistungsumlagen sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit
einer nachgeholten Jubiläumsveranstaltung, welche im
Vorjahr coronabedingt nicht stattfinden konnte.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem
Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB sowie mit
Ergänzungen durch § 277 Abs. 3, Satz 2 HGB
für die Erträge aus
Gewinnabführungsverträgen aufgestellt. Die
Gewinn- und Verlustrechnung wird zur besseren Darstellung
der Ertragslage um die Zwischensummen "Ergebnis der
betrieblichen Geschäftstätigkeit" und
"Finanzergebnis" ergänzt. Das Ergebnis der
betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) stieg
deutlich auf 22,8 Mio. € (14,6 Mio. €), bedingt
durch die höheren Gesamterlöse sowie die
geringeren Aufwendungen.
Die Erträge aus Beteiligungen gingen auf 3,3
Mio. € (4,7 Mio. €) zurück. Diese
reflektieren vor allem den der MLP Finanzberatung SE
zustehenden Anteil am Gewinn der MLP Hyp, im
Berichtszeitraum mit 2,9 Mio. € in deutlich geringerer
Höhe als im Vorjahr (4,3 Mio. €), sowie den
Gewinnanteil an der Uniwunder in Höhe von 0,4 Mio.
€ (0,4 Mio. €). Gegenläufig wirkt sich der
Anstieg in den Sonstigen Zinsen und ähnlichen
Erträgen auf 3,1 Mio. € (1,5 Mio. €) aus.
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des
Umlaufvermögens erhöhten sich auf 15,0 Mio.
€ (0,3 Mio. €), im Wesentlichen bedingt durch die
Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts der DI
Deutschland.Immobilien AG. Zinsen und ähnliche
Aufwendungen erhöhten sich auf 1,6 Mio. € (1,1
Mio. €). Die Erträge aus
Gewinnabführungsverträgen lagen bei 0,5 Mio.
€ (0,1 Mio. €). Die Aufwendungen aus
Verlustübernahmen aus den
Gewinnabführungsverträgen mit ZSH und MLP Startup
GmbH lagen bei 2,5 Mio. € (0,0 Mio. €). In der
Folge ging das Finanzergebnis zurück auf -12,2 Mio.
€ (4,8 Mio. €).
Damit lag das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 10,6
Mio. € niedriger als im Vorjahr (19,4 Mio. €).
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen 7,3
Mio. € (5,3 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern
lag bei 3,3 Mio. € (14,1 Mio. €). Die sonstigen
Steuern betrugen 0,0 Mio. € (0,0 Mio. €). Der
Jahresüberschuss ging damit zurück auf 3,3 Mio.
€ (14,1 Mio. €).
Vermögens- und Finanzlage
Zum Stichtag 31. Dezember 2023 betrug die Bilanzsumme
der MLP Finanzberatung SE 228,4 Mio. € (232,4 Mio.
€).
Die immateriellen Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens lagen mit 0,6 Mio. € unter dem
Wert des Vorjahres (3,2 Mio. €). Diese Position
beinhaltet im Wesentlichen Konzessionen, Schutzrechte und
Lizenzen. Hintergrund des Rückgangs sind
planmäßige Abschreibungen.
Die Sachanlagen blieben mit 10,6 Mio. € (10,4
Mio. €) nahezu unverändert. Grundstücke und
grundstücksgleiche Rechte betrugen davon 1,6 Mio.
€ (1,9 Mio. €). Andere Anlagen sowie Betriebs-
und Geschäftsausstattung beliefen sich auf 9,0 Mio.
€ (8,4 Mio. €). Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau betrugen 0,0 Mio. € (0,1 Mio. €).
Die Finanzanlagen beliefen sich auf 16,8 Mio. €
(31,5 Mio. €). Der überwiegende Teil hiervon
entfällt auf Anteile an verbundenen Unternehmen in
Höhe von 15,2 Mio. € (29,8 Mio. €). Der
Rückgang begründet sich im Wesentlichen aus der
Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts der DI
Deutschland.Immobilien AG. Die Beteiligungen lagen
unverändert bei 1,7 Mio. € (1,7 Mio. €).
Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände stiegen auf 158,8 Mio.
€ (155,2 Mio. €). Hiervon entfallen auf
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31,1 Mio. €
(28,4 Mio. €). Ursächlich für den Anstieg
bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im
Wesentlichen höhere Provisionsforderungen infolge
leicht gestiegener Umsatzerlöse. Die Forderungen gegen
verbundene Unternehmen erhöhten sich auf 106,9 Mio.
€ (103,3 Mio. €). Hierin ausgewiesen werden im
Wesentlichen Provisionsforderungen gegenüber der
Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH, Forderungen
gegenüber der MLP Banking AG und der MLP StartUp GmbH;
gegenläufig wirkt sich die planmäßige
Tilgung von Intercompany-Darlehen aus. Die Forderungen
gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht, erhöhten sich auf
4,4 Mio. € (3,7 Mio. €). Die sonstigen
Vermögensgegenstände verminderten sich auf 16,4
Mio. € (19,8 Mio. €), unter anderem aus
geringeren Ertragssteuerzahlungen und geringeren
Forderungen gegenüber Beratern.
Der Bestand an Wertpapieren verminderte sich auf 0,0
Mio. € (0,7 Mio. €).
Der Posten Kassenbestand, Bundesbankguthaben,
Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks stieg auf 36,2
Mio. € (27,3 Mio. €).
Der Rechnungsabgrenzungsposten betrug 5,4 Mio. €
(4,1 Mio. €).
Das Eigenkapital der MLP Finanzberatung SE
erhöhte sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 auf 62,1
Mio. € (58,8 Mio. €). Der Bilanzgewinn betrug
41,4 Mio. € (38,1 Mio. €). Dieser setzt sich
zusammen aus dem Gewinnvortrag in Höhe von 38,1 Mio.
€ und dem Ergebnis des Berichtsjahres in Höhe von
3,3 Mio. €. Eine Einstellung oder Entnahme in andere
Gewinnrücklagen erfolgte nicht. Die
Gewinnrücklagen bleiben bei 20,6 Mio. € (20,6
Mio. €) konstant. Die handelsrechtliche
Eigenkapitalquote stieg auf 27,2 % (25,3 %).
Die Rückstellungen erhöhten sich auf 78,9
Mio. € (75,4 Mio. €). Darin enthalten sind
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen in Höhe von 5,4 Mio. € (5,1 Mio.
€) und sonstige Rückstellungen von 68,8 Mio.
€ (69,2 Mio. €). Steuerrückstellungen lagen
zum Ende des Berichtszeitraums bei 4,7 Mio. € (1,1
Mio. €).
Die Verbindlichkeiten reduzierten sich zum
Bilanzstichtag 31.Dezember 2023 auf 83,6 Mio. € (94,1
Mio. €). Der Rückgang war im Wesentlichen
geprägt durch die geringeren Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 20,8 Mio.
€ (27,5 Mio. €). Die erhaltenen Anzahlungen
beliefen sich auf 5,2 Mio. € (5,5 Mio. €). Die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten
im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber unseren
selbstständigen Geschäftsstellenleitern, Leitern
der Hochschulteams und Kundenberatern, die aus offenen
Provisionsansprüchen resultieren. Sie betrugen 47,6
Mio. € (48,4 Mio. €). Die Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen lagen bei 1,1 Mio.
€ (1,9 Mio. €).
Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen bei 8,9 Mio.
€ (10,9 Mio. €).
Der Rechnungsabgrenzungsposten betrug 3,9 Mio. €
(4,2 Mio. €).
Die Liquidität der MLP Finanzberatung SE war
gesichert. Zum Ende des Berichtszeitraums standen der MLP
Finanzberatung SE 36,2 Mio. € (27,3 Mio. €) an
liquiden Mitteln zur Verfügung. Die Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich auf 20,8
Mio. € (27,5 Mio. €). Zum 31. Dezember 2023
bestanden zusätzlich offene Refinanzierungslinien in
Höhe von 50,0 Mio. € (50,0 Mio. €). Die MLP
Finanzberatung SE war im Berichtszeitraum zu jeder Zeit in
der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen
Lage
Die Unternehmensleitung beurteilt die wirtschaftliche
Lage der MLP Finanzberatung SE sowohl zum Ende des
Berichtszeitraums als auch zum Zeitpunkt der Aufstellung
des Lageberichts positiv. Dies gilt auch für die
Finanz- und Vermögenslage, ebenso für die
Liquidität und die Eigenkapitalausstattung. Nach Ende
des Berichtszeitraums hat es keine wesentlichen
anderslautende Erkenntnisse gegeben.
Investitionen
Die Gesamtinvestitionen in immaterielle
Vermögensgegenstände und Sachanlagen der MLP
Finanzberatung SE lagen zum 31. Dezember 2023 bei 4,0 Mio.
€ (3,9 Mio. €). Der Schwerpunkt lag im
Geschäftsjahr 2023 in Investitionen in IT und
Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Anzahl der Kunden
Die Kundenzahl entwickelte sich im Berichtszeitraum
erneut positiv. Zum 31. Dezember 2023 betreute die MLP
Finanzberatung SE ca. 539.900 (ca. 531.400) Familienkunden
sowie ca. 16.700 (ca. 16.400) Firmenkunden.
Entwicklung des Neugeschäfts in
der Altersvorsorge
Die Beitragssumme in der Altersvorsorge erhöhte
sich auf 4.155,7 Mio. € (3.911,4 Mio. €).
Mitarbeiter und selbstständige
Kundenberater
Bei der MLP Finanzberatung SE waren im
Berichtszeitraum durchschnittlich 996 (1.006) Mitarbeiter
fest angestellt. Die Zahl der Mitarbeiter blieb damit auf
Vorjahresniveau. Die Zahl der selbstständigen
Kundenberater betrug 2.055 (2.057) zum Stichtag 31.
Dezember 2023. Die Fluktuation der Beraterinnen und Berater
lag im Berichtsjahr bei 9,6 % und damit im Rahmen unseres
Ziels von maximal 10 %.
Vergleich des tatsächlichen mit
dem prognostizierten Geschäftsverlauf
Für die Provisionserlöse erwarteten wir
für das Geschäftsjahr 2023 eine leicht steigende
Entwicklung. Letztlich lagen die Provisionserlöse auf
dem Vorjahresniveau und damit unter unserer Prognose. Die
Entwicklungen in den einzelnen Beratungsfeldern haben sich
dabei gegenseitig nahezu ausgeglichen.
In der Altersvorsorge rechnete MLP für das Jahr
2023 zwar damit, dass sich die Zurückhaltung beim
Abschluss langfristiger Vorsorgeverträge vor allem
aufgrund der aufgekommenen wirtschaftlichen Unsicherheiten
marktweit fortsetzen würde. Deutliche Impulse
erwarteten wir aber aus der bereits erfolgten und weiter
stattfindenden Stärkung unseres Bereichs der jungen
Beraterinnen und Berater. Neben Absicherungen vermitteln
unsere Berater hier auch erste Vorsorge-Bausteine. Auch
für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) erwarteten
wir insgesamt für das Jahr 2023 einen Anstieg des
Neugeschäfts, nachdem sich die Unternehmen hier im
Vorjahr aufgrund der schwierigen Situation bei den
Lieferketten und der Energieversorgung teilweise
zurückgehalten hatten. Unterstützend sollte
hierbei auch weiterhin unser digitales bAV-Portal für
kleine und mittelständische Unternehmen wirken. Es
ermöglicht Arbeitgebern die einfache Verwaltung der
bAV-Verträge und stellt den Arbeitnehmern
übersichtlich und kompakt Informationen zu den
bAV-Angeboten des Unternehmens bereit. Insgesamt rechneten
wir für den Bereich Altersvorsorge für das
Geschäftsjahr 2023 mit einem Neugeschäft und
Umsatzerlösen leicht über dem Niveau des
Vorjahres. Die Beitragssumme in der Altersvorsorge konnten
wir wie erwartet leicht ausbauen. Die Umsatzerlöse in
der Altersvorsorge lagen letztlich auf dem Vorjahresniveau
und damit unter unserer Prognose.
Wachstumspotenzial sahen wir für das
Geschäftsjahr 2023 in der Sachversicherung.
Insbesondere sollten sich unserer Erwartung nach die
deutlichen Prämienanpassungen bei
Gebäudeversicherungen im Markt auf die Entwicklung der
Umsatzerlöse in diesem Beratungsfeld positiv
auswirken. Im Kundenbestand der MLP Finanzberatung SE sahen
wir in unserer Prognose zudem weiterhin hohes
Wachstumspotenzial, u. a. durch Bestandsübernahmen.
Insgesamt erwarteten wir in der Sachversicherung für
2023 deutlich steigende Umsatzerlöse. Diese Erwartung
hat sich trotz einer positiven Geschäftsentwicklung
mit leicht gesteigerten Erlösen jedoch nicht ganz
erfüllt, sodass wir hier unter unserer Prognose lagen.
In der Krankenversicherung war für 2023 keine
deutliche Veränderung der Marktbedingungen absehbar,
nachdem bereits 2022 das Interesse an privater
Krankenversicherung infolge der Pandemie-Erfahrungen vieler
Bürger gestiegen war. Die Nachfrage im Bereich
Zusatzversicherungen bot für 2023 unserer
Einschätzung nach jedoch weiterhin Wachstumspotenzial.
Außerdem sahen wir bei der "Betrieblichen
Krankenvorsorge" Zukunftspotenzial, nachdem diese 2022
verstärkt ins Bewusstsein von Unternehmen und
Versicherten gerückt war. In der Summe gingen wir
für 2023 dennoch von gleichbleibenden
Umsatzerlösen in der Krankenversicherung aus. Der
Geschäftsverlauf war in diesem Beratungsfeld besser
als erwartet, die Umsatzerlöse in der
Krankenversicherung 2023 sind leicht gestiegen, sodass wir
unsere Prognose übertroffen haben.
In unserer Prognose für 2023 sahen wir
fremdgenutzte Immobilien im Rahmen einer breit
aufgestellten Anlagestrategie, mitunter auch als
Inflationsschutz, weiterhin als gute
Investitionsmöglichkeit für unsere Zielgruppe an.
Unser Immobilienbereich konnte sich jedoch im
Berichtszeitraum den negativen Marktentwicklungen nicht
entziehen.
Wachstumspotenzial ergab sich aus unserer Sicht vor
allem aus der Vermittlung von Neubauten und
Konzeptimmobilien und hier insbesondere für Pflege und
altersgerechtes Wohnen. Mit der Deutschland.Immobilien
besitzen wir hier eine besondere Expertise. Zudem
erwarteten wir, von einer erweiterten Angebotspalette
für unsere Berater zu profitieren, von denen immer
mehr das Thema Immobilien in ihre umfassende Kundenberatung
aufnehmen. Wir nahmen in unserer Prognose an, dass die
insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2022
verzeichneten Herausforderungen im Markt für
Immobilien nicht dauerhaft sein würden, zumal
weiterhin ein Angebotsdefizit bei Wohnraum in Deutschland
besteht. Konkret rechneten wir damit, dass sich das
vermittelte Volumen und die Umsatzerlöse aus der
Vermittlung 2023 leicht erhöhen würden.
Abweichend von unserer Erwartung reduzierte sich das
vermittelte Volumen aufgrund des aktuell herausfordernden
Marktumfelds im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Analog dazu
sanken die Erlöse im Beratungsfeld
Immobilienvermittlung im Geschäftsjahr 2023
gegenüber dem Vorjahr deutlich.
In der Finanzierung von Immobilien erwarteten wir,
dass der Einbruch im Markt aus dem vierten Quartal 2022 nur
vorübergehend sein würde. Vor dem Hintergrund
einer insbesondere in unserer Kundengruppe weiterhin hohen
Nachfrage nach Wohneigentum rechneten wir für das Jahr
2023 mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse. Vor
dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds - speziell im
Bereich der Baufinanzierung - waren die
Erlösentwicklungen entgegen unserer
ursprünglichen Erwartung in der Finanzierung jedoch
deutlich rückläufig.
Für das Ergebnis der betrieblichen
Geschäftstätigkeit erwarteten wir für das
Geschäftsjahr 2023 einen leichten Anstieg. Letztlich
konnten wir das Ergebnis der betrieblichen
Geschäftstätigkeit sogar deutlich steigern und
haben damit unsere Prognose übertroffen.
Für die Fluktuationsquote der Beraterinnen und
Berater hatten wir uns einen Zielwert von maximal 10 %
gesetzt, welchen wir mit einer Fluktuationsquote von 9,6 %
auch eingehalten haben.
Festlegung einer Frauenquote - Angaben
gem. §289f Abs. 4 i.V.m. Abs. 2 Nr. 4 HGB
Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE haben sich aus
Konzernsicht intensiv mit der Einführung einer
Frauenquote beschäftigt. Bereits im Jahr 2020 hat der
Aufsichtsrat der MLP SE für den Vorstand und den
Aufsichtsrat der MLP SE als Mutterkonzern interne
Regelungen zur Zusammensetzung der beiden Gremien
festgehalten, die eine Zielgröße für Frauen
von jeweils mindestens 25 % - beim Aufsichtsrat auf der
Seite der Anteilseigner - bei gleicher persönlicher
und fachlicher Eignung vorsehen. Eine Erreichung dieser
Zielgröße ist bis zum Jahr 2025 vorgesehen.
Im Dezember 2022 hat der Vorstand der MLP
Finanzberatung SE beschlossen, dass der Frauenanteil auf
der ersten Führungsebene (Bereichsleitung) und auf der
zweiten Führungsebene (Abteilungsleitung) unterhalb
des Vorstands der Gesellschaft zum Ablauf des
Geschäftsjahres 2025 mindestens 33 % betragen soll.
Im August 2023 hat sich der Aufsichtsrat der MLP
Finanzberatung SE das Ziel gesetzt, mindestens 20 % der
Mitglieder des Vorstands mit geeigneten weiblichen
Mitgliedern zu besetzen. Der Vorstand der MLP
Finanzberatung SE wurde mit Wirkung zum 1.09.2023 von
vormals vier auf fünf Personen erweitert. Die
Zielgröße von 20 Prozent entspricht damit einem
Vorstandsmitglied. Zur Erreichung dieses Ziels wird der
Aufsichtsrat bei seiner Kandidatenauswahl Kandidatinnen bei
gleicher persönlicher und fachlicher Eignung den
Vorzug vor männlichen Kandidaten gewähren.
Für die Erreichung dieses Ziels setzt sich der
Aufsichtsrat eine Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des Jahres
2025.
Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus auch eine
Zielgröße für die Besetzung des
Aufsichtsrats mit weiblichen Mitgliedern beschlossen. Der
Aufsichtsrat der MLP Finanzberatung SE besteht derzeit nur
aus drei Personen, wobei ein Mandat einer
Arbeitnehmervertreterin bzw. einem Arbeitnehmervertreter
vorbehalten ist. Letztgenanntes Mandat ist derzeit mit
einer Arbeitnehmervertreterin besetzt.
Der Aufsichtsrat berücksichtigt bei seiner
Entscheidung, dass die Gesellschaft seit ihrer
Gründung im Jahr 2017 mit der MLP SE nur einen
Aktionär hat. Mit lediglich drei
Aufsichtsratsmitgliedern weist die Gesellschaft eine sehr
schlanke Organstruktur auf. Diese schlanke Struktur hat
sich erfolgreich bewährt. Die Aktionärsvertreter
sind derzeit etablierte Mitglieder, deren Wiederwahl
außer Frage steht. An der Struktur und
Größe des Aufsichtsrats sollen keine
grundsätzlichen Veränderungen vorgenommen werden.
Vor diesem Hintergrund wird eine Quote von 0 Prozent Frauen
auf Anteilseignerseite im Aufsichtsrat festgelegt.
RISIKOBERICHT
Risikomanagementsystem
Unter Risikomanagement versteht MLP den Einsatz eines
umfassenden Instrumentariums für den Umgang mit
Risiken gemäß der durch den Vorstand
festgelegten Strategie. Risiken sollen im Rahmen der
internen Kontrollverfahren und aufgrund der damit
verbundenen Ertragschancen und Wachstumspotenziale bewusst
und kontrolliert eingegangen werden.
Die MLP Finanzberatung SE ist in das gruppenweite
Risikomanagementsystem der MLP Finanzholding-Gruppe (MLP
FHG) eingebunden, übergeordnetes Unternehmen ist die
MLP SE.
Wesentliche Bestandteile des gruppenweiten
Risikomanagementsystems bilden dabei die Aufbau- und
Ablauforganisation und insbesondere die Risikosteuerungs-
und -controllingprozesse sowie die besonderen Funktionen
Risikocontrolling, Compliance und Interne Revision.
Das Risikomanagementsystem dient ebenfalls dazu, den
Anforderungen nach § 91 Abs. 2 AktG bzgl. eines
Risikofrüherkennungssystems nachzukommen.
Risikogrundsätze
Der Vorstand der MLP SE als übergeordnetem
Unternehmen der MLP Gruppe legt die Geschäftsstrategie
sowie eine dazu konsistente Risikostrategie für die
MLP FHG fest. Aus der Risikostrategie geht der gruppenweite
Risikoappetit hervor. Die Risikostrategie definiert
insofern die Rahmenbedingungen für das
Risikomanagement in der MLP FHG. Der Risikoappetit wird
dabei regelmäßig überprüft und
gegebenenfalls angepasst.
Die nachfolgenden in Konsistenz zur
Geschäftsstrategie stehenden Grundsätze
beschreiben die zentralen Rahmenbedingungen für das
Risikomanagement der MLP Finanzberatung SE:
| ― |
Der Vorstand ist für die
ordnungsgemäße Geschäftsorganisation
und deren Weiterentwicklung verantwortlich.
|
| ― |
Der Vorstand trägt die
Verantwortung für die Risikostrategie.
|
| ― |
MLP fördert ein starkes
Risikobewusstsein und eine ausgeprägte
Risikokultur.
|
| ― |
MLP verfolgt eine umfassende
Risikokommunikation inkl.
Risikoberichterstattung.
|
Zielsetzung
Ausgangspunkt der Risikostrategie ist das Konzept
eines ertragsorientierten Unternehmensmanagements mit dem
Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts,
wie es durch die geschäftsstrategischen
Rahmenbedingungen vorgegeben wird. MLP setzt dieses
über ein mit den einzelnen Segmenten und Unternehmen
verknüpftes systematisches und integriertes Ertrags-
und Risikosteuerungskonzept um. Alle
geschäftspolitischen Entscheidungen werden dabei an
der Erzielung einer angemessenen Rentabilität unter
Berücksichtigung der relevanten Risiken ausgerichtet.
Die MaRisk-Risikosteuerung erfolgt in Bezug auf die
Kapital-/Risikodeckungsmassenallokation aufgrund des
Waivers aus Gruppensicht. Die Risikoidentifikation erfolgt
auf Gruppenebene unter Einbindung der Risikoorganisation
der Gruppe und damit auch der MLP Finanzberatung SE.
Für die Risikotragfähigkeitsbetrachtung werden
die Risiken der Gruppe der Risikodeckungsmasse auf
Gruppenebene gegenübergestellt. Die die
Konzernsegmente umfassende Risikoorganisation
ermöglicht die Risikosteuerung innerhalb der einzelnen
Konzern-Gesellschaften mit wesentlichen Risiken.
Unter diesen Prämissen nimmt MLP in der
geschäftspolitischen Ausrichtung grundsätzlich
eine risikoadäquate Position ein. Dies bedeutet, dass
Risiken unter Beachtung und Sicherstellung der
Risikotragfähigkeit bei günstigem
Risiko-Chancen-Profil bewusst eingegangen werden, bei
ungünstigerem Profil erfolgt in der Regel eine
Kompensation oder Verminderung der Risiken.
Die Risiko-Ertrags-Relation ist dabei ein
Entscheidungskriterium bei der Bewertung von
Risikoübernahmen im Einzelfall bzw. bei einem
bestimmten Portfolio. So werden beispielsweise für die
bei den Adressenausfallrisiken ermittelten Risikokosten
über das Gesamtportfolio grundsätzlich
entsprechende Risikoprämien am Markt vereinnahmt oder
über Cross-Selling-Erlöse verdient.
In Abhängigkeit von Art, Umfang und
Beeinflussbarkeit des Risikos ist im Einzelfall
darüber zu entscheiden, ob das jeweilige Risiko
| ― |
vermieden (Risiken werden
bewusst nicht eingegangen),
|
| ― |
reduziert (Reduzierung der
Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder der Höhe
der potenziellen Verluste, Verbesserung der
Beherrschbarkeit der Risiken),
|
| ― |
übertragen (Risiken werden
auf Dritte übertragen, z. B. Versicherungen),
und/oder
|
| ― |
akzeptiert werden soll.
|
Organisation
Risikosteuerungs- und
-controllingprozesse
Die Risikosteuerung in der MLP Finanzberatung SE und
deren dezentrale operative Umsetzung in den
Geschäftseinheiten erfolgen auf der Grundlage der
Risikostrategie. Die für die Risikosteuerung
verantwortlichen Einheiten treffen Entscheidungen zur
bewussten Akzeptanz, Reduzierung, Übertragung oder
Vermeidung von Risiken. Dabei beachten sie die zentral
vorgegebenen Rahmenbedingungen.
Controlling überwacht
Ergebnisentwicklung
Das Controlling ist für die Planungsprozesse und
die fortlaufende Überwachung der Ergebnisentwicklung
verantwortlich. Der Planungsprozess ist in einen kurz- und
mittelfristigen Planungshorizont mit unterschiedlichem
Detaillierungsgrad unterteilt.
Für die Überwachung der geplanten
Zielgrößen werden die tatsächlich
erreichten Umsatz- und Ergebnisgrößen im Rahmen
von täglichen, wöchentlichen und monatlichen
Reportings den entsprechenden Plangrößen
gegenübergestellt und somit fortlaufende Transparenz
für das Management geschaffen.
Internes Kontrollsystem im
Rechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess sowie die Lageberichterstattung
dienen der Vermittlung eines den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechenden Bildes der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MLP
Finanzberatung SE. Das IKS hat zum Ziel, die
vollständige und richtige Erfassung, Verarbeitung
sowie Dokumentation sämtlicher
Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den
gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften
und Standards bzw. Richtlinien sicherzustellen.
Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche
unterliegen in besonderem Maße an sie gestellten
quantitativen und qualitativen Anforderungen, denen MLP
durch eine möglichst klare Organisations-,
Unternehmens- sowie Kontrollstruktur begegnet. Dazu werden
die mit dem Rechnungslegungsprozess betrauten Mitarbeiter
regelmäßig geschult.
Die Kontrollen im Rechnungslegungsprozess sind darauf
ausgerichtet, die Erstellung des Jahresabschlusses im
Einklang mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
zu gewährleisten und die ordnungsgemäße und
fristgerechte interne sowie externe Finanzberichterstattung
sicherzustellen. Der Umfang der in die Arbeitsabläufe
integrierten Kontrollen und Zuständigkeiten ist klar
geregelt.
Für den Lagebericht werden ergänzend
Finanz- und Risikodaten herangezogen, die ebenfalls dem
internen Kontrollsystem unterliegen.
Wichtige Kontrollinstrumente bei allen wesentlichen
rechnungslegungsrelevanten Prozessen bilden die
Funktionstrennung, systemseitige Kontrollen, das
Vier-Augen-Prinzip sowie die Prüfungshandlungen der
Internen Revision. Die wesentlichen Prozesse des
rechnungslegungsbezogenen IKS sind in Dokumenten und
Arbeitsanweisungen niedergelegt, die regelmäßig
aktualisiert und im Organisationshandbuch
veröffentlicht werden.
Die Erstellung des Jahresabschlusses der MLP
Finanzberatung SE erfolgt grundsätzlich unter
Verwendung von Standardsoftware. Das Konzernrechnungswesen
stellt die Vollständigkeit und Richtigkeit der
relevanten Angaben auf Basis der zugelieferten
Informationen sicher.
Die Angemessenheit und Wirksamkeit des
rechnungslegungsbezogenen IKS werden regelmäßig
geprüft und überwacht.
Interne Revision
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Überwachung
unseres Risikomanagements und -controllings zur
Sicherstellung angemessener Prozesse, Kontrollen und
Verfahren besteht in regelmäßigen Prüfungen
durch die Interne Revision, die sowohl organisatorisch als
auch funktional unabhängig von den operativen
Einheiten ist. Geprüft wird vor allem die Einhaltung
der maßgeblichen Richtlinien unter besonderer
Beachtung gesetzlicher Vorschriften.
Die konzernweite Interne Revision führt hierzu
u.a. regelmäßig Prozess- und
Systemprüfungen durch und überwacht die Behebung
der getroffenen Prüfungsfeststellungen. Dies
beinhaltet auch die Prüfung der IT-Systeme sowie die
Nachverfolgung und Beurteilung des Abarbeitungsstatus von
Feststellungen durch externe Prüfungen.
Risikoberichterstattung
Eine aussagekräftige Risikoberichterstattung ist
die Basis für eine sachgerechte und erfolgreiche
Unternehmenssteuerung. Hierzu besteht ein umfassendes
internes Reporting-System. Es stellt eine zeitnahe
Information der Entscheidungsträger über die
aktuelle Risikosituation sicher. Risikoreports werden in
festgelegten Intervallen (monatlich oder
vierteljährlich) generiert oder bei Bedarf ad hoc
erstellt. Darüber hinaus bilden Planungs-,
Simulations- und Steuerungsinstrumente mögliche
positive und negative Entwicklungen auf die wesentlichen
Wert- und Steuerungsgrößen des
Geschäftsmodells und ihre Auswirkung auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ab.
Adressaten der Risikoberichterstattung ist der
Vorstand. Über Veränderungen von relevanten
Einflussfaktoren wird zeitnah und umfänglich
informiert.
Darstellung der Risiken
Die MLP Finanzberatung SE ist finanzwirtschaftlichen
Risiken ausgesetzt. Diese umfassen insbesondere das
Adressenausfall- und das Liquiditätsrisiko. Neben den
finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen zudem
Gefährdungen durch operationelle und die Sonstigen
Risiken. Die Risiken werden nach risikoreduzierenden
Maßnahmen wie beispielsweise Versicherungen
berücksichtigt. Die MLP Finanzberatung SE ist in der
Risikosteuerung auf Gruppeneben integriert. Die angegebenen
Werte beziehen sich auf die MLP Finanzberatung SE, wie sie
im Rahmen der internen Risikosteuerung auf Gruppenebene
abgebildet werden.
Adressenausfallrisiken
Das Adressenausfallrisiko ist das Risiko eines
Verlusts aufgrund des Ausfalls oder der
Bonitätsverschlechterung eines Geschäftspartners.
Das Adressenausfallrisiko umfasst neben dem originären
Kreditrisiko das Migrationsrisiko, das Garantierisiko, das
Kontrahentenrisiko, das Staatsrisiko, das
Länderrisiko, das Verwertungsrisiko, das
Beteiligungsrisiko sowie Ausfallrisiken aus Vermietung. Mit
der ökonomischen Perspektive rückte insbesondere
das Migrationsrisiko stärker in den Vordergrund und
wurde daher neu in den Risikokatalog aufgenommen.
Die Adressenausfallrisiken der MLP Finanzberatung SE
bestehen im Wesentlichen aus Provisionsforderungen
gegenüber Produktpartnern sowie dem
Beteiligungsrisiko. Wesentliche Länderrisiken bestehen
nicht. Ebenso bestehen Risikopositionen gegenüber
verbundenen Unternehmen (DI Deutschland.Immobilien AG und
RVM GmbH). Für diese Risikopositionen wird als
ungerateter Bestand ebenso auf den
Kreditrisiko-Standardansatz in Anlehnung an die
aufsichtsrechtlichen Formeln gemäß CRR
zurückgegriffen.
Für Guthaben bei Kreditinstituten sowie
Provisionsforderungen gegen geratete
Versicherungsgesellschaften erfolgt die Quantifizierung
gemäß eines IRB-Ansatz angelehnt an CRR.
Das Adressenausfallrisiko wird auf Ebene der MLP
Finanzberatung SE nicht eigenständig quantifiziert, da
die MLP Finanzberatung SE in der Gruppenbetrachtung der MLP
Finanzholdinggesellschaft berücksichtigt ist. Die
Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt auf Ebene der
MLP Finanzberatung SE durch die zuständigen
Risikobesitzer.
Die besondere Risikosituation im Tochterunternehmen
DI Deutschland.Immobilien AG, welche im Wesentlichen
aufgrund der fortbestehenden negativen Entwicklungen am
Immobilienmarkt weiterhin besteht, ist in der
Risikobetrachtung berücksichtigt.
Liquiditätsrisiken
Unter Liquiditätsrisiken versteht die MLP
Finanzberatung SE die Unsicherheit hinsichtlich einer
unzureichenden oder nur zu verschlechterten Konditionen
möglichen Verfügbarkeit von Geldmitteln zur
Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen oder zur
Reduzierung von Risikopositionen. Wesentliche Komponenten
des Liquiditätsrisikos sind zum einen das
Zahlungsunfähigkeitsrisiko (dispositives
Liquiditätsrisiko) und zum anderen das
Refinanzierungsrisiko (strukturelles
Liquiditätsrisiko).
Die dispositive Liquiditätssteuerung ist durch
eine zeitnahe Valutierung der erbrachten Leistungen, des
sachlich bedingten direkten Zusammenhangs zwischen
Provisionszu- und -abflüssen gekennzeichnet. Daneben
erfolgt zur strukturellen Liquiditätssteuerung eine
turnusmäßige Erhebung der erwarteten Zu- und
Abflüsse auf Basis einer Liquiditätsablaufbilanz,
die die voraussichtliche Entwicklung der Liquidität
über einen mittelfristigen Zeithorizont aufzeigt.
Die Liquiditätsreserven betragen zum
Abschlussstichtag 56,9 Mio. EUR (Vorjahr: 52,3 Mio. EUR)
und stellen gleichzeitig die freien
Liquiditätsreserven dar. Es ergibt sich ein
Liquiditätsrisiko von 15 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR).
Operationelle Risiken
Operationelle Risiken werden nach Artikel 4 CRR als
die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit
oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen,
Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten,
verstanden. Diese Definition schließt Rechtsrisiken
ein.
Die Verminderung des Operationellen Risikos soll in
erster Linie durch die laufende Verbesserung der
Kontrollhandlungen u.a. durch die Digitalisierung der
Geschäftsprozesse erreicht werden. Weitere
Sicherungsmaßnahmen sind der Risikotransfer durch den
Abschluss von Versicherungen und der Verzicht auf
risikoträchtige Produkte. Darüber hinaus stehen
zur Sicherung der Fortführung des
Geschäftsbetriebes für kritische
Geschäftsprozesse Notfallpläne bereit.
Risiken aus internen Verfahren
Risiken aus internen Verfahren bestehen insbesondere
aus Fehlern in Verfahren der internen Organisation und
Kommunikation, des Vertriebs, der Compliance, Datenschutz
und Geldwäsche sowie Vertragsverpflichtungen und
-gestaltungen.
MLP setzt im Rahmen ihrer Verwaltungstätigkeiten
und administrativen Tätigkeiten interne und externe
Mitarbeiter sowie bauliche und technische Ressourcen ein.
Durch einen umfangreichen Versicherungsschutz, der einer
laufenden Überprüfung unterzogen wird, sichern
wir uns gegen Schadensfälle und ein mögliches
Haftungsrisiko ab.
Aus einem möglichen Fehler in der Kundenberatung
und damit verbundenen Schadensersatzansprüchen besteht
ein Beratungs- und Haftungsrisiko. Das potenzielle
Beratungsrisiko wird durch die Sicherstellung einer
fortlaufend hohen Beratungsqualität minimiert, die
unter anderem durch IT-gestützte Tools
unterstützt wird. Beratungsgespräche mit den
Kunden und die daraus resultierenden Ergebnisse werden
umfassend dokumentiert.
Im Rahmen definierter Anpassungsprozesse bei
Änderungen betrieblicher Prozesse oder Strukturen,
Übernahmen und Fusionen sowie dem Prozess zur
Einführung neuer Produkte - respektive bei der
Ausweitung der Aktivitäten auf neue Märkte oder
über neue Vertriebswege - wird sichergestellt, dass
vor Umsetzung geplanter Maßnahmen, alle betroffenen
Funktionen von MLP beteiligt, mögliche wesentliche
Risiken erhoben und ein entsprechendes Konzept erstellt
wird.
Risiken aus menschlichen Fehlern und
Mitarbeiterverfügbarkeit
Risiken aus menschlichen Fehlern und
Mitarbeiterverfügbarkeit entstehen insbesondere aus
mangelnder Mitarbeiterqualifikation und
-verfügbarkeit, unerlaubten betrügerischen und
strafrechtlich relevanten Handlungen sowie
Arbeitssicherheit und sonstigem menschlichen Fehlverhalten.
Das größte Kapital der MLP sind die
Beraterinnen und Berater sowie Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, deswegen wird ein besonderer Wert auf die
Qualifizierung unserer Mitarbeitenden und
Führungskräfte gelegt. Gleichwohl lassen sich
menschliche Fehler nicht vollständig
ausschließen. Dabei setzen wir auf eine offene,
positive Fehlerkultur - entsprechend den Kernwerten
Leistung und Vertrauen - mit dem Ziel, Fehler
frühzeitig zu erkennen, unsere Prozesse stetig zu
verbessern und unsere Innovationskraft zu stärken. Mit
einer aktiven Personalplanung und gezielten
Personalmarketingmaßnahmen wird das Risiko von
personellen Engpässen verringert.
Mitarbeitende, die mit vertraulichen Informationen
arbeiten, verpflichten sich, die entsprechenden
Vorschriften einzuhalten und mit den Informationen
verantwortungsvoll umzugehen. Eine klare Trennung von
Management- und Kontrollfunktionen begrenzt das Risiko von
Verstößen gegen interne und externe
Vorschriften. Definierte Vertretungsregelungen
gewährleisten die Sicherstellung unserer
Geschäftsabläufe und Entscheidungsprozesse.
IT-Risiken
IT-Risiken ergeben sich insbesondere aus einem
etwaigen Ausfall von kritischen IT-Prozessen,
Applikationen, IT-Systemen sowie IT-Infrastrukturen und
schließen mögliche Cyberattacken mit ein.
Um mögliche Risiken aus dem IT-Bereich effektiv
zu minimieren, verfolgt MLP eine IT-Strategie. Bei der
Auswahl der IT-Systeme steht überwiegend
branchenspezifische Software im Fokus. Falls erforderlich,
werden geschäftsspezifische Eigenentwicklungen durch
qualifizierte interne und externe Spezialisten erstellt.
Die vor Inbetriebnahme durchgeführten umfangreichen
Systemtests und Pilotierungseinsätze sollen die
einwandfreie Funktion der IT-Systeme sicherstellen. Durch
die Auslagerung des Rechenzentrumsbetriebes an externe
Dienstleistungsunternehmen mit verschiedenen Standorten
sowie in Cloud-Plattformen, Back-Up-Systeme,
Spiegeldatenbanken und durch eine definierte Notfallplanung
wird der Datenbestand vor einem möglichen Datenverlust
marktüblich abgesichert.
Die IT-Systeme werden vor einem unberechtigten
Zugriff durch das Zugangs- und Berechtigungskonzept, einem
Malewareschutz orientiert am aktuellen Stand der Technik
sowie weitere umfassende Sicherheitseinrichtungen
geschützt. Aufgrund der vorhandenen Virtualisierung
des Arbeitsplatzes ist die Möglichkeit für ein
ortsunabhängiges Arbeiten technisch gegeben.
MLP betreibt ein gruppenweites
Informationssicherheitsmanagementsystem, um mögliche
Risiken in Bezug auf die Informationssicherheit zu
identifizieren und angemessen zu behandeln. Bei den
Schutzmaßnahmen orientieren wir uns am aktuellen
Stand der Technik und lassen diese regelmäßig
durch externe Experten überprüfen. Innovationen
aus den digitalen Bestrebungen werden in einem Laborumfeld
entwickelt, um Risiken während der Entwicklung gering
zu halten.
Risiken aus externen Ereignissen
Risiken aus externen Ereignissen umfassen
Auslagerungen, Gesetzgebung und Politik, kriminelle und
betrügerische Handlungen (extern) sowie
Naturkatastrophen und höhere Gewalt.
In der Finanzdienstleistungsbranche hat der Trend zur
Industrialisierung und zur Reduktion der Fertigungstiefe
zugenommen. Die Unternehmen fokussieren sich zunehmend auf
ihre Kernkompetenzen: Produktion von
Finanzdienstleistungsprodukten, Service- und
Informationsdienstleistungen, fachliche Beratungskompetenz
und Vertriebskompetenz. Die MLP Finanzberatung SE nimmt in
diesem Marktumfeld für nicht zum Kerngeschäft
gehörende Aktivitäten die Dienstleistung externer
Partner in Anspruch. Wesentliche
Auslagerungs-Aktivitäten werden dabei in Anlehnung an
die Anforderungen der MaRisk in das Risikomanagement, in
Form des Regelsteuerkreises der Risikocontrolling- und
-steuerungsprozesse mit fortlaufender Risikoidentifikation,
-bewertung, -steuerung und -reporting einbezogen. MLP hat
dabei die Verantwortung für die ausgelagerten Prozesse
klar geregelt und ein zentrales Auslagerungsmanagement
installiert. Somit können die potenziell aus
ausgelagerten Geschäftsaktivitäten erwachsenden
organisatorischen, strukturellen und prozessualen Risiken
gesteuert werden.
Darüber hinaus wurden zur Minimierung der
Risiken aus externen Ereignissen wie Betrug, Einbruch,
Diebstahl oder Schäden durch Naturereignisse, sofern
sinnvoll, entsprechende Versicherungen abgeschlossen.
Über interne Sicherheitsvorkehrungen werden
zudem Betrugsversuche sowie Einbruch und Diebstahl
möglichst bereits im Vorfeld verhindert. Zur
Prävention von externen Cyber-Risiken, zum Beispiel
Hackerangriffe und Maleware, werden entsprechende
Vorkehrungen getroffen und gängige Standards wie
Firewalls, Intrusion Prevention / Detection Systeme,
Virenscanner sowie ein aktives Patch- und
Schwachstellenmanagement von Systemen betrieben.
Rechtsrisiken
Rechtliche Risiken ergeben sich aus den vorgenannten
Kategorien, wenn diese einen spezifischen rechtlichen Bezug
aufweisen.
Die Steuerung der Rechtsrisiken wird
grundsätzlich durch den Rechtsbereich wahrgenommen.
Dessen Aufgabe besteht neben der Beratung bei
Unternehmensentscheidungen und der Gestaltung von
Geschäftsprozessen auch in der Begleitung und
Bewertung von laufenden Rechtsstreitigkeiten. Mögliche
rechtliche Risiken sollen in einem frühen Stadium
erkannt und Lösungsmöglichkeiten zu deren
Minimierung, Begrenzung oder Vermeidung aufgezeigt werden.
Der Rechtsbereich koordiniert die Beauftragung und
Einbindung von externen Rechtsanwälten. Im Rahmen der
Risikoreduzierung prüft und überwacht der
Rechtsbereich den vorhandenen Versicherungsschutz und
veranlasst gegebenenfalls notwendige Anpassungen.
Durch ein aktives Wissensmanagement in den
Fachbereichen und einer gleichzeitigen ständigen
Beobachtung der gesetzlichen Entwicklungen wird
sichergestellt, dass mögliche rechtliche
Änderungen frühzeitig erkannt werden können.
Anrechnungsbetrag nach eigenem
Modell
Die Quantifizierung der operationellen Risiken
erfolgt nach einem eigenen Modell. Die Quantifizierung wird
hierbei auf Grundlage der durchschnittlichen bzw. maximalen
Eintrittshäufigkeit und Schadenshöhe aus den
Ergebnissen des Self-Assessments sowie der historischen
Schadensdaten vorgenommen Das operationelle Risiko wird auf
Ebene der MLP Finanzberatung SE nicht eigenständig
quantifiziert, da die MLP Finanzberatung SE in der
Gruppenbetrachtung der MLP Finanzholdinggesellschaft
berücksichtigt ist. Die Steuerung der operationellen
Risiken erfolgt auf Ebene der MLP Finanzberatung SE durch
die zuständigen Risikobesitzer.
Sonstige Risiken
Zu den Sonstigen Risiken zählen strategische
Risiken, Absatzrisiken, Reputations-, Pensions- und
Steuerrisiken. Die strategischen Risiken bzw.
"Geschäftsrisiken" schließen auch potenzielle
Unterstützungsrisiken (sogenannte Step-in-Risiken)
für ein nicht konsolidiertes Unternehmen mit ein,
sofern die Unterstützung ohne vertragliche
Verpflichtung erfolgt. Die sonstigen Risiken werden im
Rahmen der Gruppensteuerung mit Hilfe eines pauschale
Risikobetrags ("Risikopuffer") berücksichtigt.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden die sonstigen Risiken
in der Risikoinventur auf Gruppenebene neu strukturiert.
Nun wird die Risikokategorie der allgemeinen
Geschäftsrisiken im Vorjahr nach strategischen Risiken
Absatzrisiken und Steuerrisiken unterschieden. Unter die
strategischen Risiken fallen die gesamtwirtschaftlichen
Risiken, Umfeld- und Branchenrisiken sowie die
unternehmensstrategischen Risiken.
Die Abbildung der MLP Finanzberatung SE in der
Risikosteuerung auf Gruppenebene erfolgt über einen
Beteiligungsansatz, der Bemessungsgrundlage für die
Risikoquantifizierung durch Stress geeigneter
Eingangsparameter ist und sich als stille Reserve in einer
geringeren Risikodeckungsmasse spiegelt.
Strategische Risiken
Zu den strategischen Risiken zählen Risiken, die
sich aus dem Geschäftsmodell im Zusammenspiel mit dem
externen Umfeld ergeben. Dazu gehören beispielsweise
das Wettbewerber- und Kundenverhalten oder der technische
Fortschritt sowie Risikotreiber aus dem ESG-Kontext. So
kann infolge einer unzureichenden Ausrichtung des
Unternehmens auf das jeweilige - möglicherweise
kurzfristig veränderte - Geschäftsumfeld die
geplante Ergebniserreichung unerwartet gefährdet sein.
Zudem birgt eine Fokussierung, z.B. auf einzelne Produkte
oder auf ein spezielles Kundensegment, das Risiko einer
übermäßigen Abhängigkeit des
Geschäftsergebnisses vom Erfolgsbeitrag dieser
Produkte oder Kundengruppe. Hieraus ergeben sich bei
Veränderung des Marktes möglicherweise Risiken
aus Ertragskonzentrationen. Da sich diese Risiken in den
erwarteten Cashflows niederschlagen, sind sie implizit in
der Betrachtung des Beteiligungsrisikos der nicht in der
CRR-Gruppe befindlichen Unternehmen der MLP FHG erfasst.
Ferner ist in der ökonomischen Sicht auf die
Ertragspotenziale aus provisionslastigem Geschäft von
erhöhten Geschäftsrisiken auszugehen. Sich
materialisierende Risiken können direkt
zukünftige Provisionsflüsse beschränken.
Strategische Risiken können auch aus einem
inadäquaten strategischen Entscheidungsprozess
resultieren, die sich im Zusammenspiel z.B. mit
Diskontinuitäten im Markt, dem Markt unzureichend
angepassten Produkten und Dienstleistungen oder aus einer
mangelhaften Umsetzung der gewählten Strategie und
deren Umsetzungsüberwachung manifestieren.
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Ebenso können gesamtwirtschaftliche
Veränderungen in den ökonomischen und politischen
Faktoren Auswirkungen auf das Geschäftsmodell und die
Entwicklung von MLP haben. Es werden daher die nationale
und internationale Entwicklung im politischen,
ökonomischen und regulatorischen Umfeld sowie die
konjunkturelle Entwicklung und sonstige Anforderungen am
Finanzdienstleistungsmarkt beobachtet. Dabei stützen
wir uns insbesondere auf das in der FERI gebündelte
Wissen.
In der mittel- bis langfristigen Perspektive wird die
prognostizierte demografische Entwicklung in der
Bundesrepublik Deutschland weiterhin zu einer erheblichen
Rentenlücke führen. Auch die Skepsis der
Bevölkerung hinsichtlich der Motivation und des
Umsetzungswillens der Politik, die Rentenlücke zu
schließen, stützt diese Erwartung. Die geringe
Arbeitslosenquote - erfreulich aus Sicht des
Kundenpotenzials - und mithin der gestiegene Wettbewerb um
qualifizierte Arbeitskräfte stellen hinsichtlich der
Beratergewinnung Herausforderungen für MLP dar.
Aufgrund der vorangegangenen Lieferengpässe sowie der
Inflations- und Zinsentwicklung ist die Gesamtlage im
Immobiliensektor weiter angespannt. Politische
Entscheidungen können hier sowohl belastend als auch
entlastend wirken. Ebenso besteht aufgrund der
erhöhten Inflation das Risiko, dass die Energiepreise,
aber auch die Lohnkosten auf einem erhöhten Niveau
verbleiben. Ferner können geopolitische Entwicklungen
zu Unterbrechungen oder Verzögerungen in Lieferketten
und damit absatzmindernd oder kostensteigernd wirken.
Umfeld- und Branchenrisiken
Mit den Krisen der letzten Jahre haben sich Umfeld-
und Branchenrisiken hinsichtlich der Wettbewerbssituation
für den Vertrieb von Finanzdienstleistungen in
Deutschland weiter intensiviert und die Konsolidierung des
stark fragmentierten Marktes beschleunigt. Mit den FinTechs
und InsurTechs sind Wettbewerber in den Markt eingetreten,
die sich auf Teilprozesse im Finanz- und
Versicherungsbereich konzentrieren. Gesellschaftliche
Änderungen, neue regulatorische Anforderungen und
Wettbewerber sowie erkennbare Trends im Kundenverhalten
stellen erhebliche Einflussfaktoren auf das Geschäft
von MLP dar. MLP sieht sich für die anstehenden
Veränderungen gut gerüstet. Die Qualität
unserer Beratung und unserer Produkte sowie unser Fokus auf
ausgewählte Kundengruppen und unsere
Unabhängigkeit verleihen uns eine sehr gute
Marktposition. Darüber hinaus bieten sich durch die
Konsolidierung des Marktes Akquisitionsmöglichkeiten.
MLP bietet im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten
insbesondere Vermögensmanagement, Altersvorsorge und
Versicherungen an. Für diese Märkte ist die
Zinsentwicklung bestimmender Faktor für die weitere
Entwicklung. Der Bereich Immobilien bleibt trotz der auch
für das Jahr 2024 als angespannt erwarteten Marktlage
bedeutsam, da diese Sparte im Rahmen der ganzheitlichen
Anlagestrategie eine zusätzliche
Investitionsmöglichkeit bietet.
Unternehmensstrategische Risiken
Unternehmensstrategische Risiken bestehen im
Wesentlichen in der Fehleinschätzung künftiger
Marktentwicklungen und - daraus abgeleitet - in einer
Fehlausrichtung der unternehmerischen Aktivitäten.
Strategische Risiken resultieren zudem aus unerwarteten
Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen, sowie
der Aktionärsstruktur der MLP SE mit negativen
Auswirkungen auf die Ertragslage.
Die unternehmensstrategische Steuerung von MLP ist
originäre Aufgabe des Vorstands bzw. des
Leitungsorgans der jeweiligen Teilkonzerneinheit. Auf der
Basis von intensiven Beobachtungen des Wettbewerbsumfelds
werden Veränderungen und Entwicklungen der nationalen
und internationalen Märkte und des
Geschäftsumfelds analysiert und Maßnahmen zur
langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs abgeleitet.
Dabei werden anhand einer vorausschauenden Beurteilung von
Erfolgsfaktoren Zielgrößen festgelegt, deren
Einhaltung laufend überwacht wird. Die strategische
Positionierung wird anhand von Soll-Ist-Vergleichen
regelmäßig kritisch hinterfragt.
Alle wesentlichen Werttreiber des MLP
Geschäftsmodells werden durch ein umfassendes
zentrales und dezentrales Controlling laufend analysiert
und gesteuert. Die durch den Vorstand festgelegte
Konzernstrategie und deren Maßnahmen werden im Rahmen
von Budget- und Langfristplanungen abgebildet, um deren
Auswirkungen auf die Geschäftslage zu analysieren. Mit
unseren Planungs- und Simulationsinstrumenten werden auch
wesentliche Entwicklungen der internen Werttreiber sowie
der externen Rahmenbedingungen vorausschauend abgebildet
und im Rahmen diverser Szenarien auf deren
Ergebnissensitivität hin überprüft.
In laufenden Reportings wird der prognostizierte
Verlauf nachgehalten, um bei negativen Abweichungen schnell
gegensteuern zu können.
Das strategische Risiko wird als wesentlich
eingestuft. Es ist daher in der Risikosteuerung zu
berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines
Risikopuffers im Rahmen des ICAAP.
Absatzrisiken
Absatzrisiken wirken sich in der Gewinn- und
Verlustrechnung vergleichbar aus wie die strategischen
Risiken. Diese sind jedoch wesentlich durch externe
Faktorenwie eine nachfragereduzierende Rezession oder nicht
angemessene Aufstellung oder Leistung des eigenen Vertriebs
verursacht. Insofern unterscheiden sich hier insbesondere
die möglichen Maßnahmen.
Das Risiko wird als wesentlich eingestuft. Es ist
daher ebenfalls in der Risikosteuerung zu
berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines
Risikopuffers im Rahmen des ICAAP.
Reputationsrisiken
Reputation ist definiert als der aus der Wahrnehmung
verschiedener Anspruchsgruppen resultierende Ruf der MLP
Finanzberatung SE hinsichtlich ihrer Kompetenzen,
Integrität und Vertrauenswürdigkeit. Zu den
Anspruchsgruppen zählen z.B. Kunden, Mitarbeiter,
Berater, Leiter Hochschulteams und
Geschäftsstellenleiter, Eigen- und Fremdkapitalgeber,
Banken, Ratingagenturen, die Presse oder die Politik. Unter
dem Reputationsrisiko wird das bestehende oder
künftige Risiko in Bezug auf die Erträge, das
Vermögen oder die Liquidität infolge einer
Schädigung des Rufs verstanden.
Das Management der Reputationsrisiken der MLP
Finanzberatung SE erfolgt grundsätzlich dezentral
organisiert im Rahmen eines definierten Regelkreislaufes in
Anlehnung an das Management operationeller Risiken. Neben
der reaktiven Steuerung unmittelbar nach dem Eintreten
eines Schadensfalls kommt dabei insbesondere der
präventiven Risikosteuerung eine wichtige Bedeutung
zu.
Das potenzielle Risiko von Fehlern in der Beratung
unserer Kunden, welche sich ebenfalls auf die Reputation
auswirken können, wird durch die Sicherstellung einer
fortlaufend hohen Beratungsqualität minimiert, die
unter anderem durch IT-gestützte Beratungstools
unterstützt wird. Außerdem erfolgt bei
Beratungsgesprächen mit den Kunden
einschließlich der daraus resultierenden Ergebnisse
eine umfassende Dokumentation.
Steuerrisiken
Unter Steuerrisiken wird das Risiko aufgrund der von
Steuerzahlungen und -nachzahlungen entstandenen
Verzugszinsen oder Gebühren verstanden.
Sich abzeichnende Entwicklungen im Steuer- und
Bilanzrecht werden fortwährend überprüft und
auf mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft hin
untersucht. Die steuerlichen Anforderungen an das
Unternehmen werden von internen und externen Experten in
Übereinstimmung mit den steuerlichen Regelungen und
den hierzu von der Finanzverwaltung ergangenen Schreiben
geprüft. Für zu erwartende Nachzahlungen werden
entsprechende Rückstellungen gebildet. Die
Entwicklungen im Bilanzrecht werden in den Fachabteilungen
beobachtet und umgesetzt.
Nachhaltigkeitsrisiken
Wir verstehen unter Nachhaltigkeitsrisiken Ereignisse
oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder
Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich
oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die
Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage sowie
auf die Reputation von MLP haben können; dies
schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen
Risiken und Transitionsrisiken mit ein.
Nachhaltigkeitsrisiken können sich in allen
Risikoarten manifestieren, weshalb wir diese nicht als
eigene Risioart, sondern je nach Sachverhalt im Rahmen der
jeweils relevanten Risikoart betrachten.
Nachhaltigkeitsrisiken werden über ESG-Risikotreiber
in den bestehenden Risikoarten identifiziert und bei
entsprechender Wesentlichkeit in der Risikosteuerung
berücksichtigt. Nachhaltigkeitsrisiken wurden im
Rahmen der Risikoinventur als nicht wesentlich
identifiziert. Ergänzend wird zur besseren
Identifikation dieser querschnittlichen Risiken ein
Klimastresstest abgeleitet und berechnet.
Die unwesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken umfassen
beispielsweise Risikotreiber wie Unwetter, insbesondere
Hochwasser, im Adressenausfallrisiko oder den Vorwurf von
Greenwashing in den sonstigen Risiken bzw. den
Reputationsrisiken.
Übergeordnete und
makroökonomische Risikolage
Nach Jahrzehnten geringer Inflationsraten fand in den
von einer hohen Inflation geprägten Jahren 2022 und
2023 eine Zinswende statt. Nach volatilen Marktphasen und
einer weiterhin durch geopolitische Spannungen bestimmte
makroökonomischen Lage zeichnen sich derzeit wieder
Zinssenkungen ab, auch wenn sich die Inflation noch nicht
auf dem langfristigen Ziel der EZB um 2% befindet. Zudem
droht u.a. aufgrund des starken Anstiegs der Zinsen eine
längere rezessive Phase mit geringem BIP-Wachstum in
Deutschland bzw. in der Eurozone. Die vor allem aufgrund
der Haushaltspolitik der Bundesregierung sowie
verschärfter Regulierungen auf der EU-Ebene über
bspw. umfassende Vorgaben zum LkSG hervorgerufenen
Unsicherheiten tragen zur allgemeinen Risikolage bei.
Gleichwohl bedingen Erwartungen bzgl. kurzfristiger
fallender Zinsen entsprechend positive Bewegungen am
Kapitalmarkt. In der langfristigen Zinserwartung spiegeln
sich rückläufige Inflationsraten in einer
inversen Zinskurve wider.
Bei MLP wirken diese Entwicklungen, insbesondere die
Inflation, vor allem über tendenziell ansteigende
Kosten. Ferner können sich die weiter gestiegenen
Lebenshaltungskosten sowie das gestiegene Zinsniveau in
einem Anstieg der Ausfallquoten niederschlagen.
Die strategische Ausrichtung der Gruppe wird durch
die beschriebenen Einflussfaktoren nicht wesentlich
beeinflusst, das diversifizierte Geschäftsmodell sorgt
für eine abfedernde Wirkung bei schlagend werdenden
Risiken. Nach wie vor sind vor allem das
Immobiliengeschäft und Finanzierungsgeschäft
durch die rasche Zinswende stark negativ betroffen, dies
wird aber vor allem durch die positive Margenentwicklung
des Bankgeschäfts kompensiert. Opportunitäten
werden genutzt, wenn sie in die Rahmen der Strategien
passen.
Zusammenfassung
Im Wesentlichen wird die Geschäftsentwicklung
der MLP Finanzberatung SE durch finanzwirtschaftliche
Risiken, Operationelle Risiken und sonstige Risiken
beeinflusst. Durch unser Risikomanagementsystem stellen wir
die frühzeitige Identifizierung, Beurteilung,
Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation unserer
wesentlichen Risiken in der laufenden und zukünftigen
Entwicklung sicher. Die gelieferten Informationen haben
ausnahmslos die zeitnahe Einleitung und Priorisierung von
Risikomanagementmaßnahmen gewährleistet.
Unser Business Continuity Management sichert auch bei
möglichen Störungen einen geregelten
Geschäftsbetrieb.
Das Risikomanagementsystem wird insbesondere
hinsichtlich der Entwicklung des Volumens und der
Komplexität unseres Geschäftes ständig
weiterentwickelt. Die Wirksamkeit unseres Risikomanagements
wird auch durch externe Prüfer und durch die Interne
Revision turnusmäßig überprüft.
Die dargestellten Risiken und solche, die uns noch
nicht bekannt sind oder bis zum jetzigen Zeitpunkt als
unwesentlich eingeschätzt wurden, könnten einen
negativen Einfluss auf unsere im Ausblick abgegebenen
Prognosen haben.
Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht
zu erkennen und auch für das kommende
Geschäftsjahr erwarten wir dahingehend keine negative
Entwicklung. Nach dem Bilanzstichtag ergaben sich keine
Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf den
Fortbestand der MLP Finanzberatung SE haben könnten.
CHANCENBERICHT
Chancenmanagement
Ziel des integrierten Chancenmanagements der MLP
Finanzberatung SE ist die systematische und
frühzeitige Identifizierung von Chancen und deren
Bewertung.
Dies findet im Rahmen eines standardisierten
Geschäftsstrategie-Prozesses statt, den der Vorstand
einmal pro Jahr durchführt. Hierbei werden im Hinblick
auf die zukünftige Entwicklung Annahmen zu relevanten
Einflussfaktoren festgelegt, welche einer anlassbezogenen
Überprüfung unterliegen. Entsprechende
Anlässe können hierbei z. B. größere
Akquisitionen, regulatorische Änderungen oder
Änderungen des Marktumfelds sein. Anschließend
werden die aktuellen internen und externen
Rahmenbedingungen sowie Einflussfaktoren analysiert und mit
etablierten Verfahren zusammengefasst. Grundlage dieses
Prozesses ist eine umfangreiche Analyse des aktuellen
Umfelds. Diese schließt unter anderem die
gesamtwirtschaftlichen und regulatorischen
Rahmenbedingungen, Entwicklungen im Produktbereich wie auch
den Wettbewerb ein. Im Hinblick auf Kunden- und
Vertriebspotenziale nutzen wir neben eigenen Erhebungen die
verfügbaren Marktdaten. Die Analyse mündet in
einer umfangreichen SWOT-Analyse (Stärken,
Schwächen, Chancen, Risiken).
Chancen aus sich verändernden
Rahmenbedingungen
Aus den Konjunkturprognosen für das Jahr 2024
ergeben sich für die MLP Finanzberatung SE nur
eingeschränkte Chancen. Sollte sich die deutsche
Wirtschaft jedoch deutlich besser entwickeln als in unserer
Prognose angenommen, hat dies zwar nur mittelbaren Einfluss
auf die kurzfristige operative Entwicklung, könnte
sich grundsätzlich aber positiv auf die
Geschäftsentwicklung auswirken. In der Folge
könnten Privat- und Firmenkunden durch eine bessere
finanzielle Situation mehr Möglichkeiten für
Vermögensmanagement, Absicherung oder Vorsorge haben,
was sich positiv auf unser Geschäft auswirken
könnte.
Bei den Altersvorsorgeverträgen könnten
durch den Anstieg der Marktzinsen ausgelöste deutlich
höhere Verzinsungen die Nachfrage der Kunden
erhöhen. Auch ein weiter gesteigertes Bewusstsein
für Gesundheit, Gesundheitsvorsorge und existenzielle
Risiken, das MLP über die Beratungsfelder
Altersvorsorge sowie Sach- und Krankenversicherung abdeckt,
könnte sich positiv auf die Geschäftsentwicklung
auswirken.
Sollte das Zinsniveau dagegen im Jahr 2024 wieder
gesenkt werden, könnten sich daraus Chancen für
die Immobilienvermittlung ergeben. Insbesondere in unseren
Kundengruppen bleibt die Immobilie als Kapitalanlage weiter
attraktiv, was durch ein niedrigeres Zinsniveau noch
verstärkt werden könnte.
Durch das gestiegene nachhaltige Bewusstsein in der
Bevölkerung ergeben sich Chancen durch das Angebot
nachhaltiger Produkte. Mit unserem
Produktpartnerauswahlprozess, der in den Bereichen
Absicherung und Vorsorge zunehmend auch
Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, sehen wir uns
hierfür gut aufgestellt. Die zunehmende
Digitalisierung bietet zudem weiterhin die Chance, dass
Effizienzgewinne gehoben werden können, sowohl im
Kundengeschäft als auch in der Automatisierung von
internen Prozessen.
Die zunehmende Regulierung der Finanzberatungsbranche
in Deutschland bedeutet für MLP Herausforderung und
Chance zugleich. Steigende Regulierungsanforderungen
führen zunächst zu zusätzlichen Kosten und
zu einer Verringerung der Produktivität, da die
administrative Belastung steigt und Prozesse im Unternehmen
angepasst werden müssen. Allerdings erhöht die
Regulierung auch die Qualitätsanforderungen an die
Marktteilnehmer, was aus unserer Sicht die Konsolidierung
des Marktes beschleunigt, da einzelne Vermittler die
gestiegenen Anforderungen nicht erfüllen können.
Gleichzeitig bietet diese Entwicklung das Potenzial, dass
qualifizierte Vermittler von anderen Marktteilnehmern
verstärkt für MLP, auch für ZSH, tätig
werden wollen. Zudem haben wir uns in den vergangenen
Jahren frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen
ausgerichtet, sodass wir hieraus mittelfristig profitieren
könnten.
Unternehmensstrategische Chancen
Unternehmensstrategische Chancen sehen wir vor allem
in der in den vergangenen Geschäftsjahren
geschärften Positionierung der MLP Finanzberatung SE
als Partner in Finanzfragen.
In Zusammenarbeit mit den Konzerngesellschaften
DOMCURA und RVM sowie der Marke TPC (betriebliche Vorsorge)
innerhalb der MLP Finanzberatung SE werden wir unser
Portfolio für Firmenkunden in den Bereichen
betriebliche Vorsorge, Sachversicherungen sowie
Risikomanagement weiter ausbauen.
Im Privatkundengeschäft selbst verfügt MLP
durch seine breite Aufstellung über ein wichtiges
Alleinstellungsmerkmal. Die weitere Ausschöpfung
dieser Möglichkeiten bietet Potenziale für die
kommenden Jahre. Dies eröffnet auch weitere Chancen im
Sachgeschäft. Durch eine stärker als erwartete
Nachfrage in der Altersvorsorge sind weitere Steigerungen
möglich.
Im Rahmen des Chancenmanagements prüft die MLP
Finanzberatung SE den Markt auf potenzielle
Akquisitionsziele. Im Falle einer Akquisition können
hieraus Chancen erwachsen, die das Umsatzpotenzial
erhöhen.
Leistungswirtschaftliche Chancen
Im MLP Privatkundengeschäft könnte sich
unser Kundenpotenzial in den kommenden Jahren weiter
erhöhen. Der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitnehmern
in Deutschland steigt und damit verbessern sich die
Rahmenbedingungen für unsere Kundengruppe Akademiker
weiter. Auch eine stärkere Durchdringung unseres
Kundenbestandes im Privatkundengeschäft
ermöglicht weiteres Wachstum. Da unsere Kunden in der
Regel sehr gut ausgebildet sind und dadurch über sehr
gute Einkommensperspektiven verfügen, ergibt sich
zudem ein fortlaufender Beratungsbedarf mit entsprechenden
Umsatzchancen.
Um die Produktivität unserer Beraterinnen und
Berater zu erhöhen, haben wir in den vergangenen
Jahren zahlreiche Maßnahmen implementiert. Dazu
gehören die Weiterentwicklung unserer
Beratungsapplikationen, eine noch stärkere
Unterstützung unserer Beraterinnen und Berater -
beispielsweise bei der Produktauswahl - und ein noch
effektiverer Service aus dem Backoffice. Des Weiteren
ergeben sich Umsatzpotenziale aus diversen Maßnahmen,
die darauf abzielen, dass sich unsere Beraterinnen und
Berater noch stärker auf den Kern ihrer Tätigkeit
konzentrieren können.
Die Corporate University entwickelt stetig das
Weiterbildungsangebot für die selbstständigen
Beraterinnen und Berater anhand aktueller Bedarfe und
regulatorischer Anforderungen weiter. Zum 1. Juli 2023
wurde ein viermonatiges Traineeprogramm für
angestellte Trainees zur Vorbereitung auf ihre
zukünftige selbstständige Tätigkeit mit
Handelsvertreterstatus eingeführt. Sollten wir bei der
Gewinnung neuer Beraterinnen und Berater erfolgreicher
sein, als in unseren bisherigen Planungen reflektiert,
könnten sich dadurch zusätzliche Potenziale
ergeben.
Chancen aus der Entwicklung der
Vermögens- und Risikolage
Positive Geschäftsentwicklungen respektive
Marktentwicklungen mit nachhaltiger Wirkung auf
Ergebnisgrößen können sich vorteilhaft auf
die Kapital- bzw. Vermögenslage der MLP Finanzberatung
SE auswirken und weitere Gestaltungsspielräume
für das Geschäftsmodell und das Risikoprofil
eröffnen.
Zusammenfassung
Die MLP Finanzberatung SE sieht einige wesentliche
Chancen, die mehrere Chancenfelder betreffen, insbesondere
den unternehmensstrategischen und leistungswirtschaftlichen
Bereich sowie die Vermögens- und Risikolage.
PROGNOSEBERICHT
Zukünftige gesamtwirtschaftliche
Entwicklung
Eine anhaltend schwache Wirtschaftsdynamik infolge
einer Kombination aus allgemeiner konjunktureller
Schwäche im Euroraum und strukturellen
Wachstumshemmnissen dürfte auch 2024 die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland bestimmen.
Deutschland ist nach Einschätzung von FERI Investment
Research (FERI) in den vergangenen Jahren vom
Wachstumsmotor Europas zu einem bremsenden Faktor geworden
und befindet sich auch weiterhin im Prozess eines
tiefgreifenden strukturellen Wandels. Insgesamt rechnet
FERI daher für das Jahr 2024 mit einer anhaltenden
Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung - und geht von
einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von + 0,3 %
für 2024 aus.
Im Jahr 2024 dürfte die Europäische
Zentralbank wie auch die Fed nach Einschätzung von
FERI zunächst für längere Zeit am erreichten
Zinsniveau festhalten - die Geldpolitik bleibt also
restriktiv ausgerichtet. Erst wenn das Erreichen des
Inflationsziels von 2 % als hinreichend gesichert gelten
kann, dürfte eine vorsichtige Lockerung der
Geldpolitik beginnen. FERI rechnet damit erst in der
zweiten Jahreshälfte 2024. Für die Inflationsrate
erwartet FERI einen Rückgang auf 2,8 % im
Jahresdurchschnitt.
Die Arbeitsmarktentwicklung steht angesichts der
konjunkturellen Schwäche, tiefgreifender
Transformationen und der Arbeitskräfteknappheit vor
vielfachen Herausforderungen. Das Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet daher
für 2024 damit, dass sich die Beschäftigung
zunächst verhalten, mit einer wirtschaftlichen
Erholung aber wieder stärker entwickeln wird.
Insgesamt prognostiziert das IAB für 2024 einen
leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum
Vorjahr um 60.000 auf 2,662 Mio. Personen.
Gleichzeitig geht das Institut von einem Anstieg des
Erwerbspersonenpotenzials im Jahr 2024 um 90.000 auf 48,41
Mio. Personen aus.
Das Beratungsunternehmen Kienbaum prognostiziert,
dass die Gehälter im Jahr 2024 um 4,7 % steigen
werden. Die verfügbaren Einkommen der privaten
Haushalte in Deutschland nehmen laut dem Finanzbericht 2024
der Bundesregierung um 4,8 % zu. FERI rechnet für das
Jahr 2024 mit einer leicht sinkenden Sparquote in
Deutschland von 10,7 % (2023: 11,6 %).
Zukünftige Branchensituation und
Wettbewerbsumfeld
Altersvorsorge
Für 2024 schätzt der Gesamtverband der
Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) das Marktumfeld
für die Altersvorsorgebranche vorsichtig positiver
ein. Eine gewisse Gewöhnung an das neue
Inflationsumfeld dürfte dazu beitragen, dass die
Menschen wieder stärker bereit sind, langfristige
Verträge einzugehen. In einem Umfeld sich
normalisierender Zinsen und Inflationsraten rechnet der GDV
mit Erholungseffekten im Lebensversicherungsgeschäft.
Steuerentlastungen durch das Entlastungspaket III der
Bundesregierung sowie weitere Reallohn-Steigerungen
könnten 2024 zudem positive Impulse für die
Branche bringen.
Die gesetzliche Rente allein wird künftig nicht
ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern.
Einer Umfrage im Auftrag der AXA zufolge gehen 61 % der
Befragten davon aus, dass sie sich bei der Absicherung
ihres Lebensstandards im Ruhestand nicht auf die
gesetzliche Rente allein verlassen können.
Im Zuge des Fachkräftemangels gewinnt die
betriebliche Altersvorsorge (bAV) als wichtige Säule
der Altersvorsorge in Deutschland immer weiter an
Bedeutung, wie eine Studie von Deloitte aus dem Jahr 2023
belegt. Danach sehen 57 % der Befragten die bAV aufgrund
der erhöhten Inflation als wichtiger denn je.
Um die Verbreitung der bAV zu erhöhen, bereitet
das Arbeitsministerium für 2024 ein weiteres
Maßnahmenpaket vor. Darauf hatte sich die aktuelle
Regierung im Koalitionsvertrag verständigt.
Zusammenfassend prognostiziert der Branchenverband
GDV für 2024 je nach Verlauf der wirtschaftlichen und
geopolitischen Rahmenbedingungen für die
Lebensversicherungen insgesamt eine leicht positive
Entwicklung der Bruttoeinnahmen bis zu 1,1 %.
Sachversicherung
Der Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) prognostiziert, dass
Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels in Frequenz
und Intensität in Deutschland zunehmen werden.
Mittelfristig ist daher mit einem weiter steigenden
Schadenpotenzial in der Sachversicherung zu rechnen. Der
GDV schätzt, dass es allein infolge von
Klimaschäden innerhalb der nächsten zehn Jahre zu
einer Verdopplung der Prämien in der
Wohngebäudeversicherung kommen kann.
Durch die zunehmenden Klimarisiken wächst der
Absicherungsbedarf im Bereich Wohngebäude und Hausrat.
Das Potenzial ist nach wie vor groß: Laut GDV ist in
Deutschland lediglich die Hälfte der Hausbesitzer
gegen Elementargefahren wie Starkregen, Hochwasser und
Überschwemmung versichert.
Gewerbeversicherungen werden auch in Zukunft für
Vermittler immer wichtiger werden, hat eine Studie von
AssCompact ergeben.
Als künftige Umsatztrends sehen 77 % der
Umfrageteilnehmer in den kommenden drei Jahre Cyberpolicen;
gut die Hälfte der Befragten erwartet ein besonderes
Umsatzwachstum bei den D&O-Versicherungen, gefolgt von
gewerblichen Sachversicherungen (42 %) und technischen
Versicherungen (41 %).
Aufgrund von Inflation, wachsenden Naturgefahren und
gestiegenen Baupreisen sowie Lohnkosten dürften laut
Berechnungen des GDV die Prämien für
Wohngebäudeversicherung im Jahr 2024 um 7,5 % steigen.
Auch wenn sich der Anstieg damit gegenüber 2023
spürbar abgeschwächt hat, liegt er dennoch weit
über dem langfristigen Mittel von rund 4,3 %
jährlich.
Insgesamt prognostiziert der GDV im Bereich Schaden-
und Unfallversicherung für das Jahr 2024 ein
deutliches Beitragswachstum zwischen 5,8 % und 8,4 %.
Krankenversicherung
Die Erwartungen der gesetzlich Krankenversicherten an
die künftige Entwicklung des Gesundheitssystems sind
wie bereits in den Vorjahren von Befürchtungen und
großem Pessimismus geprägt. Jeder zweite
GKV-Versicherte (49 %) meint, dass man sich gute
medizinische Versorgung in Zukunft nur noch durch eine
zusätzliche private Vorsorge sichern kann; 32 % sagen,
dies sei bereits heute Realität. Zu diesem Ergebnis
kommt die Continentale-Studie 2023.
Der Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet damit, dass ein
positiver Wechselsaldo von der GKV in die PKV auch im Jahr
2024 den Bestand in der PKV und damit die Beitragseinnahmen
steigen lassen wird. Angesichts eines sich weiter
verschärfenden Finanzdefizits der GKV dürfte die
Diskussion um weitere Beitragssprünge oder
Leistungskürzungen aktuell bleiben. Außerdem
dürfte sich das seit der Corona-Pandemie gestiegene
Gesundheitsbewusstsein der Deutschen belebend auf die Voll-
und Zusatzversicherungen auswirken. Daher wird der Trend zu
privaten Zusatzversicherungen anhalten.
Aufgrund des Fachkräftemangels und mit dem Ziel,
für Arbeitnehmer attraktiver zu werden und diese
langfristig zu binden, sieht der GDV einen wichtigen
Entwicklungstrend für 2024 in der betrieblichen
Krankenversicherung (bKV) und Pflegeversicherung (bPV) bei
Arbeitgebern.
Immer mehr Unternehmen ohne ein solches Angebot
planen derzeit eine Einführung, hat eine aktuelle
YouGov-Studie im Auftrag der ARAG Krankenversicherung
ergeben. Derzeit bieten nur 18 % der befragten Unternehmen
eine arbeitgeberfinanzierte bKV. Dabei denkt jedes vierte
befragte Unternehmen ohne bKV über eine
Einführung nach, weitere 13 % haben sich bereits
für eine Einführung entschieden.
Auch die Mitarbeitersicht unterstreicht das deutliche
Potenzial: So achtet jeder zweite Arbeitnehmer bei der
Jobsuche darauf, dass der Arbeitgeber eine bKV anbietet.
Dabei wird das Angebot einer bKV attraktiver als ein
Firmenhandy oder Dienstwagen bewertet.
Insgesamt geht der GDV im Jahr 2024 von einem
Beitragsplus in der PKV zwischen 4,0 und 5,5 % aus.
Immobilien
Die Immobilienmärkte stehen künftig
weiterhin unter Druck. Dem hohen und durch Zuwanderung noch
vergrößerten Wohnungsbedarf steht laut der
DZ-Studie "Immobilienmarkt 2023/2024" kein Angebot an frei
verfügbaren Wohnungen gegenüber. Zudem sind durch
die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten Neubauvorhaben
in großer Zahl gestoppt worden, daher dürften
die Fertigstellungen in 2024 spürbar sinken. Der
Verband deutscher Pfandbriefbanken erwartet vor allem
für den Wohnungsmarkt künftig aufgrund der
Übernachfrage keine starken Preiseinbrüche. So
prognostiziert der Rat der Immobilienweisen mittelfristig
steigende Immobilienpreise, wenngleich nicht mehr ganz so
dynamisch wie in den zurückliegenden Jahren.
Das ifo Institut erwartet einen drastischen
Rückgang beim Wohnungsbau in Deutschland. Berechnungen
des Instituts zufolge dürften 2024 rund 210.000
Wohnungen in neuen Immobilien fertiggestellt werden.
Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach
Wohnimmobilien laut der Studie Immobilienmarkt Deutschland
2023/2024 der DZ Hyp in den kommenden Jahren weiter stark
an: Durch die Alterung nimmt die Zahl der privaten
Haushalte selbst bei einer stabilen Einwohnerzahl in
Deutschland noch zu. Während die Zahl der Haushalte
mit drei und mehr Personen in den kommenden 20 Jahren
zurückgeht, werden Einpersonenhaushalte erheblich
zahlreicher. Unter dem Strich könnte die Zahl der
Haushalte bis 2040 daher in Deutschland um gut 1 Mio.
zulegen, woraus sich ein entsprechender zusätzlicher
Wohnungsbedarf ableiten lässt. Zusätzlich ist mit
weiterem Wohnbedarf durch Zuwanderung zu rechnen.
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage bleiben trotz der
schwierigen Rahmenbedingungen attraktiv: Im Zuge der
demografischen Entwicklung in Deutschland rechnet das
Immobilien-Analysehaus Bulwiengesa bis zum Jahr 2040 damit,
dass die Zahl der stationären Pflegebedürftigen
auf knapp 1,4 Mio. anwachsen wird. 2021 lag die Zahl der in
Pflegeheimen betreuten Personen noch bei knapp 800.000. Der
zusätzliche Bedarf an stationären
Pflegeplätzen in den kommenden Jahren ist also enorm.
Der Bestand und die derzeitige Bautätigkeit
für die vollstationäre Pflege werden den
steigenden Bedarf bis 2040 daher nicht decken können.
Positive Impulse für Kapitalanleger sind 2024
durch das neue Wachstumschancengesetz zu erwarten, das sich
Ende 2023 im Vermittlungsausschuss befand. Details dazu
finden sich im Kapitel "Wettbewerb und Regulierung".
Insgesamt bietet der Immobilienmarkt daher trotz
vieler Herausforderungen nach Einschätzung der
DZ-Studie nach wie vor Potenziale. Für 2024 gehen die
Experten beispielsweise von steigenden Mieten im Segment
Wohnen mit einem jährlichen Zuwachs von 5 bis 6 % aus.
Finanzierung
Für 2024 rechnet FERI Investment Research (FERI)
insgesamt damit, dass der Zinsanhebungszyklus enden wird -
und damit die Zinsen ihr Maximum erreicht haben. Aufgrund
des nachlassenden Inflationsdrucks halten die Experten 2024
sogar wieder Leitzinssenkungen für möglich.
Die Zinsen für zehnjährige
Immobiliendarlehen werden sich nach Einschätzung des
Finanzierungsvermittlers Interhyp im Jahr 2024 in einem
Bereich zwischen 3 und 3,5 % bewegen.
Die stark erhöhten Zinsen wirken sich auch
weiterhin negativ auf die Finanzierungsbedingungen aus.
Steigende Baupreise haben die Kosten zusätzlich in die
Höhe getrieben. Das Ergebnis ist speziell in
Deutschland ein dramatischer Einbruch der
Bautätigkeit, insbesondere im Wohnungsbau. Wegen der
langen Zyklen im Bausektor wird sich dieser Rückgang
nach Einschätzung von FERI im Jahr 2024 zunächst
fortsetzen, die Talsohle könnte erst im Jahr 2025
erreicht werden.
Die anhaltend hohen Zinsen und Baukosten könnten
auch 2024 für ein rückläufiges Wachstum des
Bestands an Baufinanzierungskrediten in Deutschland sorgen.
Belebung in den Markt für Baufinanzierungen und
den privaten Immobilienkauf sollten eigentlich mehrere neu
gestartete Förderprogramme der staatlichen
Förderbank KfW bringen. Diese Förderprogramme
wurden allerdings Ende 2023 von der KfW gestoppt und ein
vorläufiger Antrags- und Zusagestopp verhängt.
Hintergrund des Förderstopps war die Haushaltssperre
der Bundesregierung.
Wettbewerb und Regulierung
Die Finanzberatungsbranche soll die Transformation
der gesamten Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit
unterstützen und auch steuern. Vor diesem Hintergrund
soll der MLP Vertriebs- und Beratungsprozess kontinuierlich
um weitere Nachhaltigkeitsaspekte erweitert werden.
Auf Basis des bereits im Kapitel "Branchensituation
und Wettbewerbsumfeld" genannten Abschlussberichts der
"Fokusgruppe private Altersvorsorge" will die Koalition
einen Gesetzesentwurf zur Reform der staatlichen
Förderung vorlegen. Mit diesem ist 2024 zu rechnen.
Der Entwurf der EU-Kleinanlegerstrategie enthält
wie zuvor beschrieben kein generelles Provisionsverbot
mehr. Ob der zugehörige gesetzgeberische Prozess in
Europa vor den im Sommer 2024 anstehenden Wahlen zum
EU-Parlament abgeschlossen werden kann, ist unklar.
Weiterhin erwartet wird ein Gesetzesentwurf der
Bundesregierung zur im Koalitionsvertrag angekündigten
Aktienrente. Diese soll den Plänen des hier treibenden
Koalitionspartners FDP zufolge als eine
kapitalmarktorientierte Ergänzung innerhalb der
gesetzlichen Rente angelegt werden. Unabhängig von
einer solchen Maßnahme in der gesetzlichen
Rentenversicherung bleibt ergänzende Altersvorsorge
für die Bürger in Deutschland unerlässlich.
Beim Wachstumschancengesetz, dessen für die MLP
Finanzberatung SE relevanter Inhalt zuvor bereits
ausgeführt wurde, ist noch eine Einigung zwischen Bund
und Ländern erforderlich, damit der Entwurf auch den
Bundesrat passieren kann. Mit einem Kompromiss zur dringend
gebotenen Förderung des Wohnungsbaus und
entsprechender Anreize für Investoren ist aber im Jahr
2024 zu rechnen.
In den nächsten Jahren ist für
Finanzprodukte insgesamt zu erwarten, dass der Regulierer
weiter daran arbeitet, die Kosten für Kunden
vergleichbarer zu machen und sich so die Sensibilität
der Kunden für Kosten und Beratungsqualität
weiter erhöhen wird. Dabei dürfte insbesondere
die Beratung gegen Honorar ein Thema für die Politik
bleiben. Die MLP Finanzberatung SE bietet bereits heute in
solchen Bereichen Honorarberatung an, in denen wir eine
entsprechende Nachfrage unserer Kunden spüren,
beispielsweise in der Ruhestandsplanung.
Folgende für den MLP Konzern geltende
regulatorische Anforderungen haben indirekt auch
Auswirkungen auf die Tochtergesellschaft MLP Finanzberatung
SE.
Mit dem stufenweise in Kraft tretenden
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz kommen weitreichende
Pflichten auf den MLP Konzern ab 2024 zu. Erstmals wird
hierdurch die unternehmerische Verantwortung für die
Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten
festgehalten. Diese bezieht sich dabei nicht nur auf die
eigene Geschäftstätigkeit, sondern erweitert
diese auf unmittelbare und mittelbare Zulieferer in der
Lieferkette.
Mit DORA, der Verordnung über die digitale
operationale Resilienz im Finanzsektor, wird auch der MLP
Konzern vor neue Herausforderungen gestellt. Durch die ab
dem 17. Januar 2025 anzuwendende Verordnung hat die EU eine
finanzsektorweite Regulierung geschaffen, mit welcher der
europäische Finanzmarkt mit Blick auf Cyberrisiken und
Vorfälle der Informations- und
Kommunikationstechnologie gestärkt werden soll. Aus
diesem Grund wird auch MLP im Geschäftsjahr 2024
bestehende Prozesse betrachten, um den komplexen
Anforderungen an das IKT-Risikomanagement, Meldewesen zu
IKT-Vorfällen und wesentlichen Cyberbedrohungen,
Testen der digitalen operationellen Resilienz
einschließlich Threat-led Penetration Testing (TLPT),
IKT-Drittparteienmanagement, Europäisches
Überwachungsrahmenwerk für kritische
IKT-Drittdienstleister, Information Sharing sowie
Cyberkrisen- und Notfallübungen gerecht zu werden. Die
technischen Regulierungs- und Implementierungsstandards
sowie Leitlinien, die die Anwendung von DORA konkretisieren
und ihre Umsetzung erst ermöglichen werden, werden
allerdings aktuell noch von den Europäischen
Aufsichtsbehörden erarbeitet. Mit der DORA-Richtlinie
werden eine Reihe weiterer für MLP relevante
Richtlinien geändert, deren Umsetzung ebenfalls 2024
angegangen werden wird.
Der MLP Konzern wird für das Geschäftsjahr
2024 erstmalig von der Corporate Sustainability Reporting
Directive (CSRD) betroffen sein. Mit der CSRD wird die
Offenlegung nichtfinanzieller Informationen in qualitativer
und quantitativer Form deutlich ausgeweitet. Durch die
European Sustainability Reporting Standards (ESRS) werden
erstmals verbindliche Berichtsstandards auf Ebene der EU
vorgegeben. Die Veröffentlichung erfolgt in einem
eigenen Abschnitt im Lagebericht des Geschäftsberichts
und unterliegt der Pflicht zur externen Prüfung.
Voraussichtliche
Geschäftsentwicklung
Die nachfolgenden Aussagen beschreiben unsere
Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024. Die
Vergleichsbasis für die beschriebenen Erwartungen
stellt jeweils das Geschäftsjahr 2023 dar. Unsere
Erwartungen basieren auf der zum Ende des
Geschäftsjahres 2023 verabschiedeten
Geschäftsstrategie sowie der entsprechenden Finanz-
und KPI-Planung. Dieser liegen gewisse Annahmen zugunde,
allen voran ein anhaltend hohes Zinsniveau mit
entsprechenden konjunkturellen Auswirkungen sowie
anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten
die sich alle auf die Geschäftsaktivitäten von
MLP im Allgemeinen belastend auswirken würden. Dagegen
dürfte die fortschreitende demografische Entwicklung
positiven Einfluss auf unsere
Geschäftsaktivitäten in der Altersvorsorge haben.
Wir werden unsere strategischen Weiterentwicklungen
der vergangenen Jahre auch im Geschäftsjahr 2024
weiter vorantreiben. Die Investitionen in diverse
Zukunftsthemen, beispielsweise das neue Traineeprogramm
für angehende Beraterinnen und Berater, werden wir
fortsetzen. Grundsätzlich bestehen im
Geschäftsfeld der MLP Finanzberatung SE
Akquisitionspotenziale. Den Fokus legen wir hierbei auf
Unternehmen, die einerseits zur Verbreiterung des
Leistungsangebots und andererseits zum Ausbau des Anteils
wiederkehrender Erlöse beitragen. Gleichzeitig wollen
wir weiterhin auf Effizienz und Stabilität in unseren
Prozessen achten. In der Automatisierung von Prozessen
nutzen wir bereits heute verschiedene Lösungen aus den
Bereichen Robotic Process Automation (RPA) und
Künstliche Intelligenz (KI), um die
Leistungsfähigkeit unserer Prozesse zu steigern und
auch Freiräume für unsere Mitarbeiter zu
schaffen.
Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir mit
deutlich höheren Provisionserträgen, wobei sich
unterschiedliche Erwartungen in den einzelnen
Beratungsfeldern ergeben.
In der Altersvorsorge erwarten wir leicht steigende
Erlöse. Hier dürfte die fortschreitende
demografische Entwicklung zu einem steigenden Bedarf und
damit auch Nachfrage seitens der Kunden führen. Neben
der privaten Altersvorsorge sehen wir dies auch für
die betriebliche Altersvorsorge. Bei letztgenannter
dürfte der zunehmende Fachkräftemangel weitere
positive Impulse für das Geschäft geben, da
Arbeitgeber entsprechende Benefits vermehrt anbieten
müssen. Auch das höhere Zinsniveau und die damit
wieder attraktivere Verzinsung der Verträge
könnte sich positiv auswirken.
In der Sachversicherung erwarten wir ebenfalls leicht
steigende Erlöse.
In der Krankenversicherung erwarten wir Erlöse
auf dem Vorjahresniveau. Wir sehen ein anhaltend hohes
Interesse an Gesundheitsvorsorge, unter anderem im Bereich
der privaten Krankenversicherung. Der Bereich der
betrieblichen Krankenversicherung dürfte ebenfalls vom
zunehmenden Fachkräftemangel und den Bestrebungen der
Unternehmen, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten,
profitieren.
Das Umfeld des Immobilienmarkts dürfte 2024
anhaltend herausfordernd sein.
Im Rahmen einer breit aufgestellten Anlagestrategie,
mitunter auch als Inflationsschutz, sehen wir fremdgenutzte
Immobilien aber weiterhin als gute
Investitionsmöglichkeit für unsere Kunden. Der
Bedarf an Einheiten insgesamt, besonders aber in den
Bereichen Pflege und altersgerechtes Wohnen, dürfte
weiter zunehmen und die Asset-Klasse Immobilien damit
aufwerten. Zusätzlich könnten politische Impulse
im Bereich der Immobilieninvestitionen positiv wirken. Mit
Blick auf die Umsatzerlöse aus der
Immobilienvermittlung rechnet die MLP Finanzberatung SE mit
einem deutlichen Anstieg der Erlöse, jedoch ausgehend
von einem niedrigen Vorjahresniveau.
Der Wunsch nach Wohneigentum dürfte weiterhin
hoch bleiben und mit möglicherweise stabilen oder gar
sinkenden Zinsen für viele auch wieder konkreter
werden. Für den Bereich der Finanzierung rechnen wir
ebenfalls mit deutlich steigenden Erlösen, auch hier
ausgehend von einem niedrigen Vorjahresniveau.
Einschätzung der Entwicklung der
Provisionserträge 2024 (im Vergleich zum Vorjahr)
| 2024 |
|
| Erlöse
Altersvorsorge |
Leicht steigend |
| Erlöse
Sachversicherung |
Leicht steigend |
| Erlöse
Krankenversicherung |
Gleichbleibend |
| Erlöse
Immobilienvermittlung |
Deutlich steigend |
| Erlöse
Finanzierung |
Deutlich steigend |
Für das Ergebnis der betrieblichen
Geschäftstätigkeit erwarten wir folglich im
Geschäftsjahr 2024 eine deutliche Steigerung.
Unsere Zielsetzung von maximal 10 % für die
Fluktuationsrate bei unseren Beraterinnen und Berater gilt
unverändert auch für das Jahr 2024.
Aufgrund des insgesamt herausfordernden Marktumfelds
bestehen allerdings in sämtlichen Beratungsfeldern
nach wie vor Unsicherheiten.
Gesamtaussage der
Unternehmensleitung
Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir
insgesamt eine positive Entwicklung für die MLP
Finanzberatung SE. Die deutlich höheren
Provisionserträge dürften das Ergebnis der
betrieblichen Geschäftstätigkeit deutlich
höher ausfallen lassen.
Bezüglich der Fluktuationsquote der Beraterinnen
und Berater streben wir weiterhin einen Wert von maximal 10
% an.
Die weitere Entwicklung geopolitischer Spannungen und
Konflikte wie auch potenzielle politische
Veränderungen weltweit beobachten wir aufmerksam,
ebenso wie deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft und
auf die verschiedenen Märkte. Zum jetzigen Zeitpunkt
erwarten wir jedoch keine wesentlichen, direkten
Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf.
Vorausschauende Aussagen
Diese Unterlagen enthalten unter anderem gewisse
vorausschauende Aussagen und Informationen über
zukünftige Entwicklungen, die auf Überzeugungen
des Vorstands der MLP Finanzberatung SE sowie auf Annahmen
und Informationen beruhen, die der MLP Finanzberatung SE
gegenwärtig zur Verfügung stehen. Worte wie
"erwarten", "einschätzen", "annehmen",
"beabsichtigen", "planen", "sollten", "könnten" und
"projizieren" sowie ähnliche Begriffe in Bezug auf das
Unternehmen sollen solche vorausschauenden Aussagen
anzeigen, die insoweit gewissen Unsicherheitsfaktoren
unterworfen sind.
Viele Faktoren können dazu beitragen, dass die
tatsächlichen Ergebnisse der MLP Finanzberatung SE
sich wesentlich von den Zukunftsprognosen unterscheiden,
die in solchen vorausschauenden Aussagen getroffen wurden.
Die MLP Finanzberatung SE übernimmt keine
Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit,
vorausschauende Aussagen zu aktualisieren oder zu
korrigieren. Sämtliche vorausschauenden Aussagen
unterliegen unterschiedlichen Risiken und Unsicherheiten,
durch die die tatsächlichen Ergebnisse
zahlenmäßig von den Erwartungen abweichen
können. Die vorausschauenden Aussagen geben die Sicht
zu dem Zeitpunkt wieder, zu dem sie gemacht wurden.
MLP Finanzberatung SE
Der Vorstand
| Jan Berg |
Benno Günther |
Manfred Bauer |
| Oliver Liebermann |
Carsten
Soßna |
|
Bericht
des Aufsichtsrats der MLP Finanzberatung SE
Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2023 in
fünf ordentlichen und einer außerordentlichen
Sitzung über die Geschäftsentwicklung, die Lage
des Unternehmens, die Vermögenslage und die
wesentlichen Investitionsvorhaben sowie die Zukunftsplanung
unterrichtet worden. Daneben wurde nach der ordentlichen
Hauptversammlung eine konstituierende Sitzung des
Aufsichtsrats abgehalten. Der Aufsichtsrat hat wichtige
Themen zu den verschiedenen Geschäftsfeldern und das
relevante Marktumfeld mit dem Vorstand erörtert und
die Geschäftsführung durch den Vorstand
überwacht. Außerdem trafen sich der
Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandssprecher zu
regelmäßigen Gesprächsterminen, in denen
sie Einzelthemen erörtert haben. Der
Aufsichtsratsvorsitzende unterrichtete die übrigen
Mitglieder regelmäßig über die Inhalte
dieser Gespräche. Wesentliche Geschäfte bzw.
strategische Entscheidungen sind dem Aufsichtsrat zur
Zustimmung vorgelegt worden.
In regelmäßigen Sitzungen haben
Aufsichtsrat und Vorstand die Geschäftsentwicklung,
die Strategie und die wichtigsten Vorfälle im
Unternehmen erörtert. Dabei fanden auch Beratungen des
Aufsichtsrats ohne den Vorstand statt. In allen
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das
Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in schriftlichen und
mündlichen Berichten jeweils zeitnah, umfassend und
kontinuierlich über alle relevanten Fragen der
Unternehmensplanung und der strategischen
Weiterentwicklung, den Gang der Geschäfte, die Lage
und die Entwicklung des Unternehmens einschließlich
der Risikolage sowie das Risikomanagement und das
Compliance-System sowie wesentliche Compliance-Sachverhalte
unterrichtet. Dabei hat sich der Aufsichtsrat von der
Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung
durch den Vorstand überzeugt.
Der Aufsichtsrat der MLP Finanzberatung SE setzte
sich im Berichtsjahr 2023 aus drei Mitgliedern zusammen.
Dies waren - auch nach Neuwahl durch die Hauptversammlung
am 9. Mai 2023 -die Herren Dr. Uwe Schroeder-Wildberg und
Maximilian Lautenschläger sowie als Vertreterin der
Arbeitnehmer Frau Monika Stumpf, die durch die Arbeitnehmer
neugewählt worden war.
Gegenstand der Aufsichtsratssitzung vom 21. März
2023 war die Prüfung und Billigung des
Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022. Die
Abschlussprüfer haben an der Sitzung teilgenommen und
berichteten ausführlich über den Verlauf und das
Ergebnis ihrer Jahresabschlussprüfung. Nach
eingehender Diskussion billigte der Aufsichtsrat den
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022. Des Weiteren wurden
die Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung
verabschiedet.
Gegenstand der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am
9. Mai 2023 war insbesondere die Erörterung der
Ergebnisse des ersten Quartals.
Die Ergebnisse des zweiten Quartals sowie die
Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr standen in der
ordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 8. August 2023 auf
der Tagesordnung. Des Weiteren bestellte der Aufsichtsrat
die Herren Benno Günther und Carsten Soßna mit
Wirkung zum 1. September 2023 zu Mitgliedern des Vorstands.
Herr Loose legte sein Amt als Mitglied des Vorstands mit
Wirkung zum Ablauf des 31. August 2023 nieder. Seit dem 1.
September 2023 setzt sich der Vorstand somit wie folgt
zusammen: Jan Berg (Vorstandssprecher), Manfred Bauer,
Benno Günther, Oliver Liebermann und Carsten
Soßna.
Im Mittelpunkt der ordentlichen Aufsichtsratssitzung
am 7. November 2023 standen unter anderem die Ergebnisse
des dritten Quartals des Geschäftsjahres.
In einer außerordentlichen Sitzung des
Aufsichtsrats am 28. November 2023 wurde der Aufsichtsrat
über den beabsichtigten Erwerb weiterer Anteile an der
Uniwunder GmbH informiert.
In einer Sitzung des Aufsichtsrats am 12. Dezember
2023 waren die Strategie- und Budgetplanung der wesentliche
Gegenstand der Beratung und Genehmigung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für
ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und
Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Dabei
werden sie von der Gesellschaft angemessen
unterstützt.
Der Jahresabschluss der MLP Finanzberatung SE zum 31.
Dezember 2023 ist von der BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft
und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehen worden. Der Jahresabschluss, der Lagebericht und
der Prüfbericht sind dem Aufsichtsrat vorgelegt und in
Anwesenheit des Abschlussprüfers erläutert
worden. Auch der Aufsichtsrat hat die Unterlagen und
Berichte eingehend geprüft und ausführlich
darüber beraten. Der Aufsichtsrat hat
abschließend von dem Prüfungsbericht zustimmend
Kenntnis genommen.
Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen
Prüfung erhebt er keine Einwendungen gegen den
Jahresabschluss und den Lagebericht. Der Aufsichtsrat
billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der
damit festgestellt ist.
Dem Vorschlag des Vorstands, für das
Geschäftsjahr 2023 den Bilanzgewinn auf neue Rechnung
vorzutragen, schloss sich der Aufsichtsrat nach eigener
Prüfung an.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Beraterinnen
und den Beratern der MLP Finanzberatung SE und der
Tochtergesellschaften für den hohen persönlichen
Einsatz und ihre Leistung im Geschäftsjahr 2023.
Wiesloch, im März 2024
| Dr. Uwe
Schroeder-Wildberg |
| Vorsitzender |
Vorstandsbeschluss
Beschlussfassung
Beschlussfassung über die
Verwendung des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2023
Der Bilanzgewinn zum 31.12.2023 beträgt €
41.424.775,11 €. Der Vorstand schlägt vor, den
Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Der Bilanzgewinn wird in Höhe von €
41.424.775,11 € auf neue Rechnung vorgetragen.
| Gewinnvortrag: |
€
41.424.775,11 |
| Bilanzgewinn: |
€
41.424.775,11 |
Manfred Bauer
| x |
ja / einverstanden |
14.03.2024 |
|
nein / abgelehnt |
Datum /
Unterschrift |
Jan Berg
| x |
ja / einverstanden |
14.03.2024 |
|
nein / abgelehnt |
Datum /
Unterschrift |
Oliver Liebermann
| x |
ja / einverstanden |
14.03.2024 |
|
nein / abgelehnt |
Datum /
Unterschrift |
Benno Günther
| x |
ja / einverstanden |
14.03.2024 |
|
nein / abgelehnt |
Datum /
Unterschrift |
Carsten Soßna
| x |
ja / einverstanden |
14.03.2024 |
|
nein / abgelehnt |
Datum /
Unterschrift |
Ungeprüfte Anlage zum Lagebericht
- Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit
Entsprechend der Anforderungen des § 21
Entgelttransparenzgesetz wird nachfolgend zu Gleichstellung
und Entgeltgleichheit bei MLP berichtet. Lediglich die
Tochtergesellschaft MLP Finanzberatung SE
überschreitet innerhalb des MLP-Konzerns den
gesetzlich vorgegebenen Schwellenwert von 500
Beschäftigten, nur diese Gesellschaft ist demnach
berichtspflichtig. Gleichwohl wird für den
Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP
Finanzberatung SE berichtet, da die maßgeblichen
Parameter auf Basis einer für diesen
Gemeinschaftsbetrieb gültigen Betriebsvereinbarung
erhoben wurden. Vor diesem Hintergrund wird nur bzgl.
derjenigen Mitarbeitenden der vorgenannten Gesellschaften
berichtet, welche nicht als leitende Angestellte im Sinne
des § 5 Absatz 3 BetrVG einzustufen sind.
Als Grundlage zur Herstellung verbesserter
Entgelttransparenz bei MLP wurde im Dezember 2015 eine
Betriebsvereinbarung "Vergütungssystematik"
abgeschlossen. Diese gilt in der Fassung vom 2. Juli 2019
für die MLP SE, MLP Banking AG sowie die MLP
Finanzberatung SE. Danach wird jeder Stellentyp
unabhängig von den Stelleninhabern und damit
geschlechtsneutral bewertet und einem Gehaltsband
zugeordnet, an dem sich die Gehaltseinordnung bei
Einstellungen und Versetzungen orientiert.
Private Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500
Beschäftigten sind aufgefordert, mithilfe
betrieblicher Prüfverfahren ihre Entgeltregelungen und
die verschiedenen gezahlten Entgeltbestandteile sowie deren
Anwendung regelmäßig auf die Einhaltung des
Entgeltgleichheitsgebots im Sinne dieses Gesetzes zu
überprüfen. MLP hat ein solches
Prüfverfahren für den Gemeinschaftsbetrieb der
MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE im Jahr
2018 durchgeführt und unter Anwendung der gleichen
methodischen Grundsätze im Geschäftsjahr 2023
wiederholt.
Dabei wurde auf Basis der Vergütungsdaten zum
31. August 2023 die Entgeltlücke zwischen Frauen und
Männern der Unternehmenszentrale ermittelt, die nicht
als leitende Angestellte im Sinne des § 5 Absatz 3
BetrVG einzustufen sind. Zudem wurde das bereits in 2018
auf freiwilliger Basis durchgeführte innerbetriebliche
Prüfverfahren wiederholt, um individuell nicht
geschlechtergerecht vergütete Mitarbeiterinnen zu
ermitteln.
Die unbereinigte, nach Gehaltsband und Personenzahl
gewichtete Entgeltlücke zwischen Frauen und
Männern der Unternehmenszentrale, die nicht als
leitende Angestellte im Sinne des § 5 Abs. 3 BetrVG
einzustufen sind, lag im Geschäftsjahr 2023 bei 3,49%.
Zur Ermittlung dieses Prozentwerts wurde die
durchschnittliche Vergütung der Männer je
Gehaltsband mit der entsprechenden
Durchschnittsvergütung der Frauen verglichen und die
sich daraus ergebenden Einzelwerte nach der Anzahl der
Stelleninhaber pro Gehaltsband gewichtet.
Um eine Vergleichbarkeit zu der Erhebung aus dem Jahr
2018 sicherzustellen, wurde als Bereinigungsfaktor das
Lebensalter gewählt. Da die Männer bei MLP
durchschnittlich ca. ein Jahr älter als die Frauen
sind und dementsprechend tendenziell mehr Teilhabe an der
allgemeinen und individuellen Gehaltsentwicklung hatten,
wurde wie im Rahmen der Erhebung im Jahr 2018 als
Bereinigungsfaktor das Lebensalter zu Grunde gelegt. Das
langjährige Mittel der jährlichen
Gehaltsentwicklung wurde für die Zwecke der
Bereinigung konservativ mit 2% p. a. angesetzt. Die um die
durchschnittlichen Altersunterschiede bereinigte
Entgeltlücke bei MLP lag bei 1,73% und damit deutlich
unterhalb des vom Statistischen Bundesamt in 2023
veröffentlichten bereinigten Verdienstabstands
zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) in
Höhe von 7%. Da dem Statistischen Bundesamt folgend
noch weitere Bereinigungsfaktoren in Betracht kommen,
spricht vieles dafür, dass eine signifikante
Entgeltlücke bei MLP nicht besteht und sich keine
systematische geschlechtsspezifische Entgeltdiskriminierung
zu Lasten der weiblichen Mitarbeitenden erkennen
lässt.
Auch das erneut auf freiwilliger Basis
durchgeführte innerbetriebliche Prüfverfahren
für die Mitarbeitenden der Unternehmenszentrale im
Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP
Finanzberatung SE kommt zu dem erfreulichen Ergebnis, dass
bei MLP keine systematischen geschlechtsspezifischen
Vergütungsabweichungen bestehen. Abweichend von der in
2018 erfolgten Untersuchung wurden im Geschäftsjahr
2023 individuelle Gehaltsabweichungen nicht nur für
Frauen, sondern auch für Männer betrachtet.
Im Rahmen des mehrstufigen Prüfverfahrens wurde
zunächst das Durchschnittsgehalt der Männer
innerhalb der einzelnen Gehaltsbänder und jeweils
getrennt nach Eckpositionen (Abteilungsleitung,
Teamleitung, Fachreferent, Fachreferentin, Mitarbeitende)
ermittelt und Frauen identifiziert, deren Gehalt mehr als
20% unterhalb des für ihr Gehaltsband und ihre
Eckposition maßgeblichen Durchschnittsgehalts
männlicher Kollegen liegt und die höchstens
fünf Jahre jünger sind als das Durchschnittsalter
der männlichen Vergleichsgruppe. In gleicher Weise
wurden Männer ermittelt, deren Gehalt von der
jeweiligen weiblichen Vergleichsgruppe abweicht. Für
die so identifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
wurde individuell geprüft, ob sich Anhaltspunkte
für einen sachlichen Grund für die im Vergleich
geringere Vergütung ergeben. Dabei wurde unter anderem
die Vergleichsvergütung innerhalb des konkreten
Stellentyps des betroffenen Mitarbeitenden betrachtet, die
tatsächliche Qualifikation sowie die abstrakte
Anforderung an den Stellentyp, die tatsächliche
Berufserfahrung und Leistungsbewertung des Mitarbeitenden
betrachtet.
Im Ergebnis wurde das Gehalt einer Mitarbeiterin um
12% und eines Mitarbeiters um 16% angehoben, weitere
individuelle Anpassungen waren nicht vorzunehmen. Die
Mitarbeitenden des Geschäftsstelleninnendienstes
konnten im Rahmen des individuellen Prüfverfahrens
nicht berücksichtigt werden, da im
Geschäftsstelleninnendienst nahezu ausnahmslos Frauen
beschäftigt sind und daher wie auch schon in 2018 ein
geeigneter und statistisch belastbarer männlicher
Vergleichsmaßstab fehlt.
MLP bietet neben diesen rein entgeltbezogenen
Maßnahmen eine Vielzahl von weiteren Maßnahmen,
die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern
und damit zu mehr Entgeltgerechtigkeit beitragen.
Tendenziell ist der Anteil weiblicher Mitarbeitenden
in höher dotierten Führungspositionen
zahlenmäßig noch unterrepräsentiert. Je
höher die Hierarchiestufe, desto geringer ist der
Frauenanteil unter den Stelleninhabern innerhalb des
Gemeinschaftsbetriebs der MLP SE, MLP Banking AG und MLP
Finanzberatung SE. Auf vakante Führungspositionen
bewerben sich regelmäßig weniger Frauen als dies
wünschenswert wäre; dies obwohl bei MLP insgesamt
deutlich mehr weibliche als männliche Mitarbeitende
beschäftigt sind. Insgesamt genießt die
Frauenförderung bei MLP einen hohen Stellenwert. Daher
hat MLP dieses Thema bereits in den vergangenen Jahren
forciert und diverse Maßnahmen zur Förderung von
Frauen in Führungspositionen ergriffen. Das Konzept
beinhaltet beispielsweise Maßnahmen wie
familienfreundliche Meetingregelungen oder flexible
Arbeitsort- und Arbeitszeitgestaltungen. Als Zeichen der
öffentlichen Verpflichtung zu Diversity hat MLP im
Jahr 2014 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Des
Weiteren wurde im Jahr 2019 das Audit berufundfamilie
erfolgreich durchgeführt. Im Rahmen der damit
verbundenen Zielvereinbarung wurden zahlreiche
Maßnahmen für die Förderung von Frauen in
Führungspositionen und Führung in Teilzeit
erfolgreich umgesetzt. Auf Basis der Re-Zertifizierung des
Audits im Jahr 2022 wurden für die kommenden drei
Jahre weitere Umsetzungsziele zur Förderung der
Familienfreundlichkeit und lebensphasenorientierten
Ausrichtung der Maßnahmen zur Arbeitnehmerbindung
vereinbart. Ziel ist ein möglichst ausgeglichenes
Verhältnis der Geschlechter auf den einzelnen
Führungsebenen des Unternehmens.
Für die nicht leitenden Angestellten des aus der
MLP SE, der MLP Banking AG und der MLP Finanzberatung SE
bestehenden Gemeinschaftsbetriebs werden den Anforderungen
des § 21 Absatz 2 Entgelttransparenzgesetz
entsprechend folgende statistischen Angaben gemacht:
|
Anzahl
(Gesamt) |
Anzahl
(Vollzeit) |
Anzahl
(Teilzeit) |
|
2020 |
2023 |
2020 |
2023 |
2020 |
2023 |
| Männer |
352,75 |
421,25 |
322,00 |
379,50 |
30,75 |
41,75 |
| Frauen |
829,50 |
883,50 |
332,00 |
767,50 |
497,50 |
495,50 |
|
Quote
(Gesamt) |
Quote
(Vollzeit) |
Quote
(Teilzeit) |
|
2020 |
2023 |
2020 |
2023 |
2020 |
2023 |
| Männer |
29,84% |
32,29% |
91,28% |
90,09% |
8,72% |
9,91% |
| Frauen |
70,16% |
67,71% |
40,02% |
43,92% |
59,98% |
56,08% |
|