Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 728109
Eingetragen
31.3.2017
Branche
Vermittlung von KreditenTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Beratung, der Vertrieb und die Vermittlung von Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen, insbesondere die Beratung und Vermittlung des Abschlusses von Versicherungsverträgen jeglicher Art, Beratung und Vermittlung von Darlehensverträgen jeglicher Art, Beratung und Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, gewerbliche Räume oder Wohnräume, Beratung und Vermittlung von Verträgen über Geschäftsausstattung und andere Sachwerte, welche nicht als Finanzinstrumente nach § 1 Abs. 11 KWG qualifizieren, sowie über Tochter-, Beteiligungs- und Gemeinschaftsunternehmen auch Erwerb, Entwicklung und Verwaltung von Immobilien als Immobilienverwalter bzw. Immobilienprojektentwickler, Beratung und Vermittlung von Bausparverträgen, Beratung und Vermittlung von Zahlungs-, Informations- und Kontoinformationsdiensten und Bankgeschäften, -dienstleistungen und produkten (insbesondere Kredit- und vergleichbaren Zahl- bzw. Bonuskarten, Spar- und Festgeldkonten sowie Zahlungsverkehrskonten), von Versicherungsdienstleistungen bzw. produkten (einschließlich von Produkten der betrieblichen Altersversorgung), Leasingverträgen sowie mit diesen vergleichbaren Dienstleistungen, die erlaubnisfrei oder nach §§ 34c, d, und i GewO betrieben werden dürfen, Beratung und Vermittlung im Bereich der betrieblichen Vorsorge, insbesondere die renten- und versicherungsmathematische Beratung sowie die Beratung auf allen Gebieten der betrieblichen Altersversorgung und Vergütung, Pensionsund andere Versorgungszusagen, Pensions- und Sterbekassen, Unterstützungskassen sowie deren Verwaltung, Kaufpreisrenten, einschließlich der Durchführung versicherungsmathematischer Berechnungen zu Pensions- und anderen Versorgungszusagen, Pensions- und Sterbekassen, Unterstützungskassen und Kaufpreisrenten und Wertkonten sowie den Einsatz betrieblicher Krankenzusatzversorgung und betrieblicher Berufsunfähigkeitsvorsorge sowie die Rentenverwaltung; Personalvermittlung, sowie von Produkten des Bereichs der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) und von technologiebasierten Systemen im Bereich der vorgenannten Dienstleistungen einschließlich des erlaubnisfreien oder gem. Gewerbeordnung genehmigten Betriebs solcher Systeme. Die Gesellschaft ist Immobilienmakler und Darlehensvermittler im Sinne des § 34c GewO, Versicherungsmakler im Sinne des § 34d GewO und Immobiliardarlehensvermittler im Sinne des § 34i GewO. Gegenstand des Unternehmens sind nicht die Versicherungsberatung gem. § 34e GewO, die Honorar-Anlageberatung im Sinne des § 34h GewO, die Anlageberatung oder Anlagevermittlung gem. § 1 Abs. 1a KWG (einschließlich der Finanzanlagevermittlung gem. § 34f Abs. 1 GewO) und die Gesellschaft ist auch nicht berechtigt, Bankgeschäfte i.S.v. § 1 Abs. 1 KWG oder Versicherungsgeschäfte i.S.v. § 1 Abs. 1 VAG, das Pfandbriefgeschäft im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1a KWG in Verbindung mit § 1 Abs. 1 Satz 2 PfandBG, Zahlungsdienste im Sinne des § 1 Abs. 1 S. 2 ZAG oder die Verwaltung von Investmentvermögen (§ 17 Abs. 1 i.V.m. § 1 Abs. 1 KAGB) zu betreiben oder eine Tätigkeit als zentraler Kontrahent im Sinne des § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 12 in Verbindung mit Abs. 31 KWG auszuüben, und die Gesellschaft ist auch nicht selbst berechtigt, als Bauträger, Baubetreuer, Wohnimmobilienverwalter i.S.v. § 34c Abs. 1 Nr. 3 und Nr. 4 GewO tätig zu werden. Es besteht auch nicht die Befugnis, sich Eigentum oder Besitz an Geldern zu verschaffen oder auf eigene Rechnung mit Finanzinstrumenten zu handeln. Die Gesellschaft erbringt auch unterstützende Dienstleistungen in Form von IT- und sonstigen Back-Office-Dienstleistungen für verbundene Unternehmen. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Handlungen berechtigt, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder diesem unmittelbar oder mittelbar zu dienen geeignet sind. Insbesondere darf sie Zweigniederlassungen errichten, andere Unternehmen gründen, erwerben, sich an ihnen beteiligen oder veräußern. Sie kann solche Unternehmen ganz oder teilweise unter einheitlicher Leitung zusammenfassen und Unternehmensverträge mit ihnen schließen. Sie kann ihre Tätigkeit auch durch Tochter-, Beteiligungs- und Gemeinschaftsunternehmen ausüben oder ganz oder teilweise in verbundene Unternehmen ausgliedern oder verbundenen Unternehmen überlassen und sich selbst auf die Leitung und Verwaltung ihrer verbundenen Unternehmen beschränken.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gabriele Fiedler
seit 15.1.2026
Prokura
Sascha Schürings
seit 15.1.2026
Prokura
Vorstandsmitglied
Sven Müller
seit 30.8.2024
Prokura
Heike Rotermund
seit 3.6.2024
Prokura
Ulf Petersen
seit 3.6.2024
Prokura
Pascal Mai
seit 28.12.2023
Prokura
Carsten Soßna
seit 14.9.2023
Vorstandsmitglied
Benno Günther
seit 14.9.2023
Vorstandsmitglied
Prokura
Astrid Sachse
seit 14.12.2022
Prokura
Angelika Zinkgräf
seit 11.8.2022
Prokura
Alexander Hofmann
seit 9.5.2022
Prokura
Manuel Schmalz
seit 26.10.2021
Prokura
Susanne Stubenrauch
seit 9.9.2020
Prokura
Birgit Wagner
seit 9.7.2020
Prokura
Carolin Dr. Gellert
seit 9.7.2020
Prokura
Jens Kujawa
seit 26.6.2020
Prokura
Heike Hoppach
seit 26.6.2020
Prokura
Meinert Menzel
seit 26.2.2020
Prokura
Jan Frederik Berg
seit 17.1.2020
Vorstandsmitglied
Oliver Liebermann
seit 16.1.2019
Vorstandsmitglied
Tanja Daehre
seit 2.11.2018
Prokura
Ursula Blümer
seit 9.3.2018
Prokura
Thomas Breiding
seit 12.12.2017
Prokura
Matthias Laier
seit 12.12.2017
Prokura
Andreas Kukuk
seit 12.12.2017
Prokura
Dirk Bohsem
seit 12.12.2017
Prokura
Thomas Schumacher
seit 12.12.2017
Prokura
Christoph Emil Macht
seit 12.12.2017
Prokura
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Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

MLP Finanzberatung SE

Wiesloch

Jahresabschluss mit Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit nach EntgTranspG als Anlage des Lageberichts zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die MLP Finanzberatung SE, Wiesloch

PRÜFUNGSURTEILE


Wir haben den Jahresabschluss der MLP Finanzberatung SE, Wiesloch - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.


Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MLP Finanzberatung SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Lageberichts.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.


Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

SONSTIGE INFORMATIONEN


Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Diese umfassen:

die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote)

die im Lagebericht enthaltenen, lageberichtsfremden und in der Anlage zum Bestätigungsvermerk genannten Angaben


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.


Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT


Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Anlage zum Bestätigungsvermerk: nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile des Lageberichts


Folgende Bestandteile des Lageberichts haben wir nicht inhaltlich geprüft:

Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) - Seite 3: Bei der Produkt- und Partnerauswahl legen wir großen Wert auf objektive und transparente Kriterien sowie auf die Unabhängigkeit von unseren Produktpartnern.

Seite 3: Damit unterscheiden wir uns deutlich vom Großteil des Marktes, in dem gebundene Vermittler oder Mehrfachagenten entweder nur eigene oder einige wenige Produkte Dritter anbieten können.

Seite 2: Die MLP Finanzberatung SE ist eine deutsche Finanzberatung, die als Makler und damit unabhängig von Produktinteressen agiert und Kunden in den Mittelpunkt stellen kann.


Seite 3: Damit ermöglichen wir unseren Kunden, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.

 

Frankfurt am Main, 18. März 2024


BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Schmidt Gießler
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2023

Alle Angaben in T€ Anhang 31.12.2023 31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN (9) 28.057 45.143
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 600 3.246
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 600 3.181
Geleistete Anzahlungen - 65
II. Sachanlagen 10.619 10.422
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.642 1.871
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.977 8.423
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 128
III. Finanzanlagen (10) 16.839 31.474
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 15.175 29.810
2. Beteiligungen 1.664 1.664
B. UMLAUFVERMÖGEN 194.986 183.228
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 158.800 155.151
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (11) 31.112 28.377
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (12) 106.852 103.277
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (13) 4.404 3.696
4. Sonstige Vermögensgegenstände (14) 16.432 19.802
II. Wertpapiere (15) 7 737
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7 240
2. Sonstige Wertpapiere - 498
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks (16) 36.180 27.339
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN (17) 5.381 4.079
D. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG (18) - -
Aktiva 228.425 232.449
A. EIGENKAPITAL (19) 62.107 58.775
I. Gezeichnetes Kapital 120 120
II. Gewinnrücklagen 20.562 20.562
1. Gesetzliche Rücklage 12 12
2. Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen 7 240
3. Andere Gewinnrücklagen 20.544 20.311
III. Bilanzgewinn 41.425 38.092
B. RÜCKSTELLUNGEN (20) 78.868 75.370
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 5.386 5.095
II. Steuerrückstellungen 4.716 1.097
III. Sonstige Rückstellungen 68.765 69.178
C. VERBINDLICHKEITEN (21) 83.579 94.140
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.769 27.546
II. Erhaltene Anzahlungen 5.179 5.465
III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47.591 48.422
IV. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.126 1.854
V. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern 1.104 T€ (Vorjahr: 1.388 T€) 8.915 10.854
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN (22) 3.871 4.165
Passiva 228.425 232.449

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER

Alle Angaben in T€ Anhang 2023 2022
1. Umsatzerlöse (1) 397.619 392.014
2. Andere aktivierte Eigenleistungen - -
3. Sonstige betriebliche Erträge (2) 11.268 11.223
4. Materialaufwand (3) -176.570 -190.629
5. Personalaufwand (4) -80.572 -77.321
a) Löhne und Gehälter -67.256 -63.889
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -13.317 -13.431
davon für Altersversorgung 2.967 T€ (Vorjahr: 3.707 T€)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (5) -6.384 -8.548
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen (6) -122.516 -112.094
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit 22.844 14.644
8. Erträge aus Beteiligungen 3.290 4.692
davon aus verbundenen Unternehmen: 358 T€ (Vorjahr: 370 T€)
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens - 16
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.119 1.547
davon aus verbundenen Unternehmen: 2.599 T€ (Vorjahr: 1.519 T€)
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -15.032 -274
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.596 -1.142
davon an verbundene Unternehmen: 0 T€ (Vorjahr: 0 T€)
13. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 462 56
14. Aufwendungen aus Verlustübernahme -2.471 -42
15. Zinsanomalien - -69
Finanzergebnis (7) -12.228 4.784
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (8) -7.271 -5.281
17. Ergebnis nach Steuern 3.346 14.147
18. Sonstige Steuern -13 -12
19. Jahresüberschuss 3.332 14.135
20. Gewinnvortrag 38.092 23.957
a) Bilanzgewinn Vorjahr 38.092 23.957
b) Dividendenausschüttung - -
20. Einstellung in Gewinnrücklagen - -
a) In die Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen - -
b) In Andere Gewinnrücklagen - -
21. Bilanzgewinn (19) 41.425 38.092

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

Allgemeine Angaben

Angaben zur Gesellschaft


Die MLP Finanzberatung SE hat ihren Sitz in Wiesloch, mit der Adresse Alte Heerstr. 40, 69168 Wiesloch. Sie ist unter der Nummer 728109 HRB im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim eingetragen.


Gegenstand des Unternehmens ist die Beratung, die Entwicklung, der Vertrieb und die Vermittlung von Finanzdienstleistungen aller Art, einschließlich der Vermittlung des Abschlusses von Versicherungsverträgen und von Produkten des Bereichs der elektronischen Datenverarbeitung.


Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Schätzungen und Annahmen

Schätzungen und Annahmen


Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfordert zum Teil Schätzungen und Annahmen, die die Beträge der Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und finanziellen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Berichtsjahres beeinflussen können.

Allgemeine Angaben


Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß den §§ 242 ff., 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt, die ebenfalls für Gesellschaften mit der Rechtsform Societas Europaea (SE) anzuwenden sind. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft i. S. von § 267 Abs. 3 HGB.


Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches.


Die Bilanz wird nach dem in § 266 HGB kodifizierten Gliederungsschema erstellt.


Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB sowie mit Ergänzungen durch § 277 Abs. 3 Satz 2 HGB für die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird zur besseren Darstellung der Ertragslage um die Zwischensummen "Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit" und "Finanzergebnis" ergänzt. Gemäß § 265 Abs. 5 HGB wurde das Finanzergebnis um die Position "15. Zinsanomalien" erweitert, unter welcher negative Zinserträge sowie negative Zinsaufwendungen erfasst werden.


Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und werden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.


Die Wertangaben in den tabellarischen Darstellungen werden grundsätzlich in Tausend-Euro-Beträgen (T€) dargestellt. Abweichungen von dieser Darstellungsweise werden direkt bei den einzelnen Tabellen vermerkt. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei Additionen der dargestellten Einzelwerte können deshalb Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten.


Der im folgenden Berichtsteil genutzte Begriff "Geschäftsstellenleiter" umfasst die Geschäftsstellenleiter und Geschäftsstellenleiterinnen der MLP Finanzberatung SE. Unter dem Begriff "MLP Berater" fassen wir sämtliche Berater und Beraterinnen zusammen. Der Begriff "Handelsvertreter" umfasst Handelsvertreter und Handelsvertreterinnen. Der Begriff "Mitarbeiter" berücksichtigt die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der MLP Finanzberatung SE.

Angabe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für einzelne Bilanzposten


Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren wesentlich die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:


Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.


Die Anschaffungskosten enthalten neben Anschaffungsnebenkosten jeweils den nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten Teil der auf die Anschaffungskosten entfallenden und in Rechnung gestellten Umsatzsteuer.


Die Abschreibungen werden unter Berücksichtigung von § 253 Abs. 3 HGB entsprechend der voraussichtlichen bzw. betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen.


Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen pro rata temporis.


Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von 250 € werden im Jahr der Anschaffung aufwandswirksam verbucht. Anlagegüter von mehr als 250 € bis 800 € werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben und als Abgang erfasst. Für Anlagegüter mit Zugang bis 2019 mit einem Netto-Einzelwert von mehr als 250 € bis einschließlich 1.000 € wurde das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschal mit 20 % p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben und nach vollständiger Abschreibung als Abgang erfasst.


Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden in Höhe der geleisteten Anzahlungen bilanziert. Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Die Abschreibung dieser Anlagewerte beginnt mit der Fertigstellung bzw. dem Erreichen des betriebsbereiten Zustands.


Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert.


Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert bzw. mit dem Barwert angesetzt. Soweit erforderlich werden alle risikobehafteten Posten wertberichtigt.


Die im Posten Wertpapiere enthaltenen Aktien und fest verzinslichen Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. nach dem strengen Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 4 HGB zu den niedrigeren Werten, die sich aus den Börsen- oder Marktpreisen am Bilanzstichtag ergeben, bewertet.


Der Posten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks wird zum Nennwert angesetzt.


In den Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw. Einnahmen erfasst, die vor dem Abschlussstichtag geleistet bzw. vereinnahmt worden sind, aber Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.


Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB aus der Saldierung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung dieser Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Solche Vermögensgegenstände stellen Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB dar. Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um verpfändete Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen für Pensionsverpflichtungen. Die Bewertung von Deckungsvermögen erfolgt gem. § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsvertrags zzgl. eines eventuell vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. unwiderruflich zugeteilte Überschussbeteiligungen). Die von der Versicherung gemeldeten Erträge aus der Veränderung des Deckungsvermögens werden erfolgswirksam erfasst. Prämienzahlungen in die Rückdeckungsversicherung sowie Leistungszahlungen aus der Rückdeckungsversicherung werden als erfolgsneutraler Vorgang (Aktivtausch) behandelt.


Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gem. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus dieser Änderung der Rückstellungsbilanzierung ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren verteilt. Die anteiligen Aufstockungsbeträge werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen als "Aufwendungen nach Art. 67 Abs. 1 und 2 EGHGB" erfasst.


Die Ermittlung des notwendigen Erfüllungsbetrags der Pensionsverpflichtung erfolgt unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G). Zukünftig erwartete Rentensteigerungen werden bei der Bewertung der Rückstellung berücksichtigt. Entgeltsteigerungen sind aufgrund der bestehenden Versorgungszusagen nicht in die Bewertung mit einzubeziehen. Für unverfallbar ausgeschiedene Pensionsberechtigte oder nach Eintritt des Versorgungsfalles wird als Berechnungsmethode der Barwert der künftigen Pensionsleistungen angewendet. Bei aktiven Versorgungsanwärtern wird das Teilwertverfahren verwendet. Es handelt sich dabei um ein Anwartschaftsdeckungsverfahren. Der Teilwert ergibt sich durch die Differenz zwischen Barwert der künftigen Pensionsleistungen am Ende des Geschäftsjahres und dem Barwert der gleichbleibenden Jahresbeträge für die Pensionsberechtigten vor Beendigung des Dienstverhältnisses. Als Rechnungszins wird unter Anwendung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ist nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB mit einer Ausschüttungssperre versehen. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens dem ermittelten Unterschiedsbetrag i.S.d. § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB entsprechen.


Für einen Teil der leistungsorientierten Pensionszusagen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Rückdeckungsversicherungen stellen Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB dar und werden demnach mit den betreffenden Pensionsrückstellungen saldiert. Sofern das jeweilige Deckungsvermögen die betreffende Pensionsrückstellung übersteigt, wird der aktivische Überhang unter dem Bilanzposten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt entsprechend einer Saldierung der Aufwendungen und Erträge aus der Auf- bzw. Abzinsung von Pensionsverpflichtungen und des zu verrechnenden Deckungsvermögens gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB. Der saldierte Ausweis erfolgt im Finanzergebnis unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" bzw. "sonstige Zinsen und ähnliche Erträge". Erfolgswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes werden im operativen Ergebnis ausgewiesen.


Daneben bestehen Pensionsverpflichtungen aus beitragsorientierten Versorgungszusagen. Auch hierfür wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, welche Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB darstellen. Die Höhe der Verpflichtung bestimmt sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert des Rückdeckungsversicherungsanspruchs und wird gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesem saldiert.


Die MLP Finanzberatung SE ermöglicht den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die "Einzahlung" nicht ausgezahlter Vergütungsbestandteile (z.B. nicht ausgeglichene Überstunden oder nicht genommener Urlaub) in Zeitwertkonten, die für eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit oder für die Nutzung im Rahmen eines Sabbaticals o.ä. eingesetzt werden können. Unter bestimmten Voraussetzungen gewährt die MLP Finanzberatung SE auf die eingezahlten Beträge einen Zuschuss, teilweise erst dann, wenn die Wertguthaben genutzt werden. Bis auf verfallbare Zuschüsse sind die Gelder im Rahmen eines Treuhandmodells insolvenzsicher bei der Allianz Versicherung angelegt. Veränderungen des Barwerts der Verpflichtungen werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst. Die in der Bilanz gezeigte Verbindlichkeit entspricht dem Saldo aus dem Barwert der Verpflichtungen und dem insolvenzgesicherten Teil des Planvermögens.


Die Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen berücksichtigen ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags zu bilanzieren. Sofern sie eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen, sind sie mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.


Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen erfolgt nach dem international favorisierten Anwartschaftsbarwertverfahren (Methode der laufenden Einmalbeträge) unter Verwendung biometrischer Rechnungsgrundlagen nach den Heubeck Richttafeln 2018 G. Die Bewertung durch einen versicherungsmathematischen Gutachter berücksichtigt eine von der Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen abhängige unternehmensindividuelle Fluktuationsrate und einen Rechnungszins von 1,76 % (Vorjahr: 1,44%).


Die Gesellschaft bildet für Stornorisiken aus der Vermittlung von Versicherungsprodukten eine Rückstellung, die auf der Grundlage der historischen Stornoquoten berechnet wird. Die Brutto-Rückstellung für Stornoprovisionen wird mit potentiellen Erstattungsansprüchen an Handelsvertreter und Handelsvertreterinnen saldiert.


In analoger Weise sind bei den Rückstellungen für Prozessrisiken die erwarteten Erstattungsansprüche aus bestehenden Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen rückstellungsmindernd berücksichtigt worden.


Der Posten Verbindlichkeiten wird mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.


Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB werden nicht gebildet.


Die Ermittlung der latenten Steuern wird nach dem bilanzorientierten Ansatz (temporary-Konzept) vorgenommen. Dies sieht eine Betrachtung der Buchwertdifferenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen vor.


Für die Bewertung der latenten Steuern wurde der kombinierte Steuersatz von 29,06 % (Vorjahr: 29,02 %) zu Grunde gelegt. Aktive latente Steuern resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen von Rückdeckungsversicherungen in den sonstigen Vermögensgegenständen, sonstigen Wertpapieren und sonstigen Rückstellungen.


Passive latente Steuern resultieren aus den Pensionsrückstellungen.


Insgesamt werden die passiven latenten Steuern durch aktive Steuerlatenzen überkompensiert. In Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde der nach Saldierung entstehende Überhang aktiver Steuerlatenzen nicht bilanziert.


Die Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanziellen Verpflichtungen werden zu Nennwerten oder in Höhe des zugesagten Betrags bewertet.


Die in den Umsatzerlösen ausgewiesenen Provisionserträge aus der Vermittlung von Versicherungsverträgen (Abschlussprovisionen) werden erfasst, wenn der MLP Finanzberatung SE ein Anspruch auf Vergütung zusteht. Der Anspruch auf Vergütung entsteht regelmäßig mit Vereinnahmung des ersten Beitrags des Versicherungsnehmers durch die Versicherungsgesellschaft, frühestens jedoch mit der Policierung des Vertrags. Für die Vermittlung bestimmter Verträge (insbesondere im Bereich Altersvorsorge) hat die MLP Finanzberatung SE Anspruch auf zeitlich begrenzte Folgeprovisionen. Sie werden nach den gleichen Grundsätzen realisiert wie Abschlussprovisionen. Für vermittelte Altersvorsorge- und Krankenversicherungsverträge erhält die MLP Finanzberatung SE zum Teil wiederkehrende Bestandspflegeprovisionen. Diese stehen der Gesellschaft solange zu, wie der zu Grunde liegende Vertrag beitragspflichtig ist.


Zwischen der MLP Finanzberatung SE und der MLP SE, Wiesloch (Organträger), besteht eine umsatzsteuerliche Organschaft. Die MLP Finanzberatung SE ist ebenfalls Organträgerin. Es besteht eine ertragsteuerliche Organschaft mit der MLPdialog GmbH, Wiesloch, der ZSH Finanzdienstleistungen GmbH, Heidelberg, sowie der MLP Startup GmbH, Wiesloch.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1 Umsatzerlöse

Alle Angaben in T€ 2023 2022
Provisionserlöse Altersvorsorge 227.747 221.363
Provisionserlöse Krankenversicherung 57.405 53.493
Provisionserlöse Sachversicherung 51.992 47.620
Provisionserlöse Immobilienvermittlung 16.120 26.093
Provisionserlöse Finanzierung 14.250 22.353
Erlöse Übrige Beratungsvergütungen 5.181 4.897
Provisionserlöse Vermögensmanagement 1.973 1.685
Sonstige Umsatzerlöse 22.951 14.510
Gesamt 397.619 392.014


Der Posten Sonstige Umsatzerlöse umfasst im Wesentlichen Erträge aus konzerninternen Dienstleistungen. Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet. In diesem Posten sind Erträge mit verbundenen Unternehmen in Höhe von 51.008 T€ (Vorjahr: 51.313 T€) enthalten.

2 Sonstige betriebliche Erträge

Alle Angaben in T€ 2023 2022
Erträge aus der Verrechnung mit Handelsvertretern/Geschäftsstellenleitern 4.229 5.442
Erträge aus Werbungskostenzuschüssen und Standgebühren 1.596 -15
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.947 2.956
Erträge aus Konzernumlagen 858 493
Erträge aus der Auflösung von Wertminderungen auf Forderungen sowie Eingänge auf abgeschriebene Forderungen 467 72
Andere sonstige betriebliche Erträge 2.171 2.274
Gesamt 11.268 11.223


Die Erträge aus Werbungskostenzuschüssen und Standgebühren enthalten im Wesentlichen Weiterverrechungen an Produktpartner im Rahmen des Jubiläumshauptseminars.


Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren unter anderem aus Rückstellungen fürBetreuungsprovision, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sowie aus Rückstellungen im Personalbereich. Eine Rückstellungsauflösung erfolgt, sofern der Grund der Rückstellungsbildung entfallen ist.


Die Erträge aus Konzernumlagen umfassen weiterbelastete Kosten an Konzernunternehmen.


Die Erträge aus der Auflösung von Wertminderungen auf Forderungen sowie Eingänge auf abgeschriebene Forderungen enthalten Eingänge auf abgeschriebene Forderungen in Höhe von 467 T€ gegenüber der etvice Holding AG.


In den anderen sonstigen betrieblichen Erträgen sind unter anderem Erträge aus der Erbringung von Servicedienstleistungen im IT-Bereich, weiterbelastete Sachbezüge sowie Erträge aus Kostenerstattungsansprüchen enthalten.


Im Posten sonstige betriebliche Erträge sind periodenfremde Erträge in Höhe von 2.419 T€ (Vorjahr: 3.326 T€) enthalten. Diese entfallen größtenteils auf die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

3 Materialaufwand


Der Materialaufwand umfasst größtenteils Aufwendungen für Handelsvertreter und Geschäftsstellenleiter.

4 Personalaufwand

Alle Angaben in T€ 2023 2022
Löhne und Gehälter 67.256 63.889
Soziale Abgaben 10.350 9.725
Aufwendungen für Altersversorgung 2.967 3.707
Gesamt 80.572 77.321


Die Löhne und Gehälter umfassen die festen und variablen Vergütungsbestandteile sowie die Jubiläumsaufwendungen für Mitarbeiter.

5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen


Der Gesamtbetrag der Abschreibungen beträgt 6.384 T€ (Vorjahr: 8.548 T€). Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten, wie im Vorjahr, keine außerplanmäßigen Abschreibungen.


Hinsichtlich der Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 verweisen wir auf den Anlagespiegel in der Anhangangabe [9].

6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Alle Angaben in T€ 2023 2022
EDV-Betrieb 36.674 36.404
Miete und Leasing 15.769 14.847
Beratung 14.868 14.744
Fremdleistungen 11.331 13.920
Konzernumlagen 10.487 5.285
Verwaltungsbetrieb 9.561 8.352
Repräsentation und Werbung 5.745 4.734
Aufwand MLP BeraterInnen und GeschäftsstellenleiterInnen 3.428 2.478
Aus- und Weiterbildung 3.204 1.878
Bewirtung 2.752 1.457
Reisekosten 2.183 1.257
Versicherungsbeiträge 1.757 1.862
Sonstige Personalkosten 1.338 1.170
Beiträge und Gebühren 806 772
Prüfungskosten 190 171
Aufwendungen nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB 101 101
Kulanzen und Schadensersatz 42 29
Sonstige 2.281 2.634
Gesamt 122.516 112.094


Die Kosten für EDV-Betrieb resultieren aus dem Betrieb des Rechenzentrums, dem Outsourcing der IT-Technik, Entwicklungs- und Wartungsaufwendungen sowie der Nutzung und dem Betrieb von Hard- und Software.


Miete und Leasing beinhaltet hauptsächlich Mietaufwendungen für die Geschäftsstellen und für das Verwaltungsgebäude. Darüber hinaus bestehen Aufwendungen für PKW- und Fahrradleasing.


Die Beratungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen EDV-Beratungskosten sowie allgemeine Beratungs-, Rechts- und Steuerberatungskosten.


Die Kosten Fremdleistungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen zur Neukundenakquise sowie Vertriebsservices für Handelsvertreter, Geschäftsstellenleiter und MLP-Kunden durch die MLPdialog GmbH.


In den Konzernumlagen sind Aufwendungen aus Weiterbelastungen von Konzernunternehmen enthalten. Erstmalig entsteht für das Geschäftsjahr 2023 Aufwand aus kompensierten Ausbildungsentschädigungen für die Übernahme von Trainees von der MLP Startup GmbH in die MLP Finanzberatung SE.


Die Kosten des Verwaltungsbetriebs setzen sich im Wesentlichen aus Reinigungsaufwendungen, Nebenkosten sowie Aufwendungen für Kommunikation und Bürobedarf zusammen.


Unter sonstige Aufwendungen fallen unter anderem Aufwendungen für die Instandhaltung angemieteter Geschäftsstellen sowie Aufwand für Mobilitätskosten. Weiter sind in den sonstigen Aufwendungen Spenden enthalten.


In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 901 T€ (Vorjahr: 541 T€) entstanden.

7 Finanzergebnis


Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten die Gewinnausschüttungen der MLP Hyp GmbH, Wiesloch, in Höhe von 2.933 T€ (Vorjahr: 4.322 T€) sowie der Uniwunder GmbH, Dresden, in Höhe von 358 T€ (Vorjahr: 370 T€).


Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge beinhalten Zinsen aus Forderungen gegenüber der Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, in Höhe von 1.009 T€ (Vorjahr: 521 T€), Zinsen aus den Akquisitionsdarlehen an die RVM GmbH, Wiesloch, in Höhe von 1.050 T€ (Vorjahr: 990 T€), Zinsen für ein Gesellschafterdarlehen an die pxtra GmbH, Rostock, in Höhe von 237 T€ (Vorjahr: 55 T€) sowie Zinsen für einen Avalkredit an die PDI Bad Goegging GmbH, Neustadt a. d. Donau, in Höhe von 158 T€ (Vorjahr: 0 T€).


In den Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens sind außerplanmäßige Abschreibungen auf die Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover, in Höhe von 13.731 T€ (Vorjahr: 0 T€) und auf die DIFA Research GmbH, Berlin, in Höhe von 1.229 T€ (Vorjahr: Zuschreibung i.H.v. 16 T€) enthalten. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf die Anhangangabe [10] "Finanzanlagen".


Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten Fremdkapitalzinsen im Zusammenhang mit dem Erwerb der RVM Gruppe in Höhe von 1.068 T€ (Vorjahr: 492 T€) und Aufwendungen durch Aufzinsungen von langfristigen Rückstellungen in Höhe von 335 T€ (Vorjahr: 520 T€).


Gemäß Ergebnisabführungsverträgen zwischen der MLP Finanzberatung SE und der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen, der MLPdialog GmbH sowie für der MLP Startup GmbH ist für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 von der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen ein Verlust in Höhe von 892 T€ (Vorjahr: Gewinn 56 T€) und von der MLP Startup GmbH ein Verlust in Höhe von 1.579 T€ (Vorjahr: 0 T€) zu übernehmen. Bei der MLPdialog GmbH ist ein Gewinn in Höhe von 462 T€ (Vorjahr: Verlust 42 T€) abzuführen.


Weiter sind in den Zinsanomalien negative Zinsen aus Geldmarktgeschäften in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 69 T€) enthalten.

8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag


Für das laufende Geschäftsjahr 2023 entfallen 3.932 T€ (Vorjahr: 2.782 T€) auf Körperschaftsteuer und 3.604 T€ (Vorjahr: 2.622 T€) auf Gewerbesteuer.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

9 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Anschaffungskosten

Alle Angaben in T€ 1.1.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 83.155 520 - 65 83.741
2. Geleistete Anzahlungen 65 - - -65 0
83.220 520 - - 83.741
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.336 150 222 94 8.358
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 26.430 3.289 528 6 29.197
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 128 66 94 -100 -
34.895 3.504 844 - 37.555
118.115 4.024 844 - 121.296

Kumulierte Abschreibungen

Alle Angaben in T€ 1.1.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 79.974 3.167 - - 83.141
2. Geleistete Anzahlungen - - - - -
79.974 3.167 - - 83.141
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.465 473 222 - 6.716
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.008 2.744 531 - 20.221
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - -
24.473 3.217 754 - 26.936
104.447 6.384 754 - 110.077

Buchwerte

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 600 3.181
2. Geleistete Anzahlungen - 65
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.642 1.871
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.977 8.423
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 128
11.218 13.668


Die Abschreibungen werden linear über folgende Zeiträume vorgenommen:

Nutzungsdauer Sachanlagen

Alle Angaben in T€ 2023 2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
5 Jahre 5-7 Jahre
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der
Bauten auf fremden Grundstücken
Einbauten in fremde Gebäude Dauer des
jeweiligen Mietvertrags
Dauer des
jeweiligen Mietvertrags
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Raumausstattungen 3-13 Jahre 4-13 Jahre
EDV-Hardware 3-5 Jahre 3-5 Jahre
Büroeinrichtung/ Büromaschinen 8-13 Jahre 8-13 Jahre
Sonstige Transportmittel 6 Jahre 6 Jahre
Kunstwerke 15 Jahre 15 Jahre

10 Finanzanlagen

Anteile an verbundenen Unternehmen


Hinsichtlich der Zusammensetzung der Anteile an verbundenen Unternehmen wird auf die Anteilsliste in der Anhangangabe [28] verwiesen.


Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind, bis auf die Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG, nicht börsenfähig.


Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen haben sich 2023 wie folgt entwickelt:

Anschaffungskosten

Alle Angaben in T€ 1.1.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 30.896 325 - - 31.221
2. Beteiligungen 1.885 - -220 - 1.665
32.781 325 -220 - 32.886

Kumulierte Abschreibungen

Alle Angaben in T€ 1.1.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2023
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.087 14.960 - - 16.047
2. Beteiligungen 220 - -220 - -
1.307 14.960 -220 - 16.047

Buchwerte

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 15.175 29.810
2. Beteiligung 1.664 1.664
16.839 31.474


Auf die Anteile an der DI Deutschland.Immobilien AG wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 13.731 T€ (Vorjahr: 0 T€) vorgenommen. Durch eine Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr erhöhten sich die Anteile an der DIFA Research GmbH auf 2.316 T€ (Vorjahr: 2.016 T€). Zum Geschäftsjahresende war eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Anteile an der DIFA Research GmbH in Höhe von 1.229 T€ erforderlich (Vorjahr: Zuschreibung i.H.v. 16 T€).


Am 9. Januar 2023 wurde als 100%ige Tochtergesellschaft der MLP Finanzberatung SE die MLP Startup GmbH, Wiesloch, gegründet, die zum 1. Juli 2023 ihre Geschäftstätigkeit aufnahm. Die Einlage ins Stammkapital beträgt 25 T€. Die MLP Startup GmbH dient als Ausbildungsgesellschaft für das neue Traineemodell im Beraterbereich.

Beteiligungen


Der Posten enthält eine Beteiligung in Höhe von 49,8 % an der MLP Hyp GmbH, Wiesloch. Das Unternehmen betreibt das gemeinsame Baufinanzierungsgeschäft der MLP Finanzberatung SE und der Interhyp AG, München. Zudem ist die MLP Finanzberatung SE mit 78,5% an der pxtra GmbH, Rostock, beteiligt.


Alle Beteiligungen sind nicht börsennotiert.

11 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen


Der Posten beinhaltet im Wesentlichen Forderungen gegen Versicherungsgesellschaften und andere Produzenten aus dem Vermittlungsgeschäft. Sämtliche Forderungen und Vermögenswerte sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig.

12 Forderungen gegen verbundene Unternehmen


Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus dem Vermittlungsgeschäft gegenüber der Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH, Hannover, in Höhe von 25.937 T€ (Vorjahr: 22.289 T€), der MLP Banking AG, Wiesloch, in Höhe von 3.012 T€ (Vorjahr: 1.899 T€) und der MLP Startup GmbH, Wiesloch, in Höhe von 171 T€ (Vorjahr: 0 T€). Die Position enthält Forderungen und Vermögensgegenstände. Diese Forderungen und Vermögensgegenstände sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig.


Weiterhin enthält der Posten Darlehensforderungen gegenüber der RVM GmbH, Wiesloch, für die Akquisition der RVM Gruppe mit 54.492 T€ (Vorjahr: 55.501 T€), für die Akquisition der Adolph Jahn Gruppe, Hamburg, mit 4.440 T€ (Vorjahr: 4.541 T€) und für die der Dr. Schmitt GmbH Würzburg, Würzburg, mit 18.257 T€ (Vorjahr: 18.764 T€). Die Finanzierungen gegenüber der RVM GmbH werden jeweils mit einem Zinssatz von 1,2% und 1,9% p.a verzinst. Die Darlehen haben eine Restlaufzeit von 18 und 19 Jahren.

13 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht


Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beinhalten Forderungen aus dem Darlehen gegenüber der pxtra GmbH, Rostock, in Höhe von 3.542 T€ (Vorjahr: 1.155 T€) und Provisionsforderungen gegenüber der MLP Hyp GmbH, Wiesloch, in Höhe von 863 T€ (Vorjahr: 2.541 T€). Die Provisionsforderungen sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig. Das Darlehen hat eine vertragliche Restlaufzeit von bis zu 5 Jahren und 6 Monaten.

14 Sonstige Vermögensgegenstände

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Forderungen Ertragssteuern 4.296 5.997
davon > 1 Jahr - -
Geleistete Anzahlungen 4.738 5.741
davon > 1 Jahr - -
Forderungen HandelsvertreterInnen 4.755 5.404
> 1 Jahr 5.779 6.434
Wertberichtigung Forderungen HandelsvertreterInnen -1.039 -1.082
Forderungen GeschäftsstellenleiterInnen 882 837
davon > 1 Jahr - -
Bestände Handelswaren 790 671
davon > 1 Jahr 428 339
Sonstiges 971 1.152
davon > 1 Jahr 46 50
Gesamt 16.432 19.802


Der Posten Sonstige Vermögensgegenstände setzt sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Ertragssteuern, aus geleisteten Anzahlungen, Forderungen gegen Handelsvertreter sowie Geschäftsstellenleiter zusammen. Bei den Anzahlungen handelt es sich zum einen um vorschüssig gezahlte Folgeprovisionen für nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehende Provisionsansprüche der Handelsvertreter und Handelsvertreterinnen. Des Weiteren sind in diesem Posten Anzahlungen für Incentivereisen in Höhe von 973 T€ (Vorjahr: 1.739 T€) enthalten.


Die Wertberichtigungen beinhalten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen an Handelsvertreter.

15 Wertpapiere


Die im Vorjahr im Posten Wertpapiere ausgewiesenen Aktien der MLP SE, welche zur Bedienung des Beteiligungsprogramms von der MLP Finanzberatung SE erworben wurden, sind im Geschäftsjahr größtenteils an die teilnahmeberechtigten Handelsvertreter und Handelsvertreterinnen ausgegeben worden. Ein Restbestand von 1.328 Stück MLP SE Aktien mit einem Nennwert von 1 € und einem Buchwert von 7 T€ (Vorjahr: 240 T€) wird für das Beteiligungsproramm 2023 in 2024 verwendet. Der Aktienrückkauf für das Beteiligungsprogramm 2023 begann erst in 2024.


Die im Vorjahr im Posten Sonstige Wertpapiere im Rahmen des Zeitwertkontenmodells ausgewiesenen Anteile am Rentenfonds "Berenberg Floating Rate Notes SGB R D" sowie die Anteile am Mischfonds "Fidelity Demografiefonds Ausgewogen" wurden im Geschäftsjahr 2023 verkauft. Das Fondsvermögen wurde in eine Versicherungslösung bei der Allianz eingebracht. Der Bestand von 12.278 Anteilen wurde zu einem Nennwert von 505 T€ veräußert. Davon entfielen 3.758 der veräußerten Anteile auf den Rentenfonds "Berenberg Floating Rate Notes SGB R D" und 8.520 Anteile auf den Mischfonds "Fidelity Demografiefonds Ausgewogen". Aus der Anteilsveräußerung enstand ein Kursgewinn in Höhe von 18 T€.

16 Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Kassenbestand 38 42
Guthaben bei Kreditinstituten 36.142 27.297
Gesamt 36.180 27.339


Der Kassenbestand setzt sich aus den Barbeständen der Zentrale sowie der einzelnen Geschäftsstellen zusammen.


In den Guthaben bei Kreditinstituten sind Guthaben in Höhe von 35.432 T€ (Vorjahr: 26.694 T€) bei der MLP Banking AG enthalten.


Unterwegs befindliche Zahlungen wurden berücksichtigt. Bestände in Fremdwährung sind nicht vorhanden.

17 Rechnungsabgrenzungsposten


Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen vorausgezahlte Gebühren für Lizenz- und Wartungsverträge.

18 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung


Aus der Saldierung von Pensionsrückstellungen mit verpfändetem Deckungsvermögen je versorgungsberechtigter Person resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 0 T€).


Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 10.978 10.871
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 9.338 9.561
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 9.338 9.561
Verrechnete Aufwendungen 192 752
Verrechnete Erträge 409 453


Die verrechneten Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen von Altersvorsorgeverpflichtungen. Die verrechneten Erträge beinhalten Erträge aus der Veränderung des Deckungsvermögens der Rückdeckungsversicherungen. Nähere Erläuterungen zu den Bewertungsparametern des Erfüllungsbetrags der verrechneten Schulden finden sich in der Anhangangabe [20] "Rückstellungen".

19 Eigenkapital

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Gezeichnetes Kapital 120 120
Gewinnrücklage 20.562 20.562
Gesetzliche Rücklage 12 12
Rücklage für Anteile an einem beherrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen 7 240
Andere Gewinnrücklagen 20.544 20.311
Bilanzgewinn 41.425 38.092
Gesamt 62.107 58.775


Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2023 120 T€ (Vorjahr: 120 T€) und setzt sich aus 120.000 (31. Dezember 2022: 120.000) Stammstückaktien zusammen, auf die jeweils ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 1 € entfällt.


Im Geschäftsjahr 2023 war gemäß § 272 Abs. 4 HGB eine Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen in Höhe von 7 T€ einzustellen. Der Betrag entspricht dem in der Bilanz unter dem Posten "Wertpapiere - Anteile an verbundenen Unternehmen" ausgewiesenen Wert. Die Rücklage wurde aus den vorhandenen freien Rücklagen gebildet. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf die Anhangangabe [15] "Wertpapiere".


Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag in Höhe von 38.092 T€ (Vorjahr: 23.957 T€) enthalten.


Alle Aktien der Gesellschaft wurden am Bilanzstichtag von der MLP SE gehalten.

AUSSCHÜTTUNGSSPERRE

Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB


Die Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB entsprechen deren beizulegendem Zeitwert. Es handelt sich bei den Vermögensgegenständen um verpfändete Rückdeckungsversicherungen. Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände und aktive latente Steuern sind nicht aktiviert. Damit ergeben sich keine potentiell ausschüttungsgesperrten Gewinne.

Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB


Die Gewinnrücklagen sind in Höhe von 152 T€ (Vorjahr: 786 T€) nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrt.

20 Rückstellungen


Der Gesamtbetrag der gebildeten Rückstellungen beträgt zum Bilanzstichtag 78.868 T€ (Vorjahr: 75.370 T€).


Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belaufen sich auf 5.386 T€ (Vorjahr: 5.095 T€). Der Bewertung der Pensionsrückstellungen werden folgende Parameter zugrunde gelegt:

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Rechnungszins (Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre) 1,83% 1,78%
Rechnungszins (Durchschnitt der vergangenen 7 Jahre) 1,76% 1,44%
Erwartete Rentensteigerungen 2,2% bzw. 3,0% 2,2% bzw. 3,0%


Die erwarteten Rentensteigerungen werden, entsprechend der Ausgestaltung der Versorgungszusagen, aus der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes bzw. der Tarifabschlüsse im privaten Versicherungsgewerbe abgeleitet. Es wurde keine Fluktuation in die Berechnung miteinbezogen, da keine Fluktuation unterstellt wird.


Der Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre beläuft sich auf 152 T€ (Vorjahr: 786 T€).


Bestehendes Deckungsvermögen in Form von Rückdeckungsversicherungen wird mit den betreffenden Pensionsverpflichtungen gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert.


Der sich unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB ergebende Zuführungsbetrag zu den Pensionsrückstellungen ist im Geschäftsjahr 2023 zu 1/15 als Aufwand erfasst. Die aufgrund der Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB nicht ausgewiesenen Pensionsrückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 101 T€ (Vorjahr: 202 T€).


Der Posten Steuerrückstellungen für das Geschäftsjahr 2023 enthält Körperschaftsteuer in Höhe von 2.346 T€ (Vorjahr: 787 T€) und Gewerbesteuer in Höhe von 2.370 T€ (Vorjahr: 310 T€).


Die Sonstigen Rückstellungen zum 31. Dezember 2023 belaufen sich auf 68.765 T€ (Vorjahr: 69.178 T€) und wurden im Wesentlichen für nachfolgende Sachverhalte gebildet:


Aus der Verpflichtung für die Zahlung von Betreuungsprovisionen an die MLP Berater wurden Rüchstellungen in Höhe von 27.330 T€ (Vorjahr: 26.507 T€) gebildet.


Für Bonusprogramme und aktienbasierte Vergütungen wurden zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen in Höhe von 6.679 T€ (Vorjahr: 10.126 T€) gebildet. Die Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Incentivierungsprogrammen für den Außendienst sowie einer Unternehmensbeteiligungskomponente, an der auch der Innendienst beteiligt ist, zusammen. Die Unternehmensbeteiligungskomponente für den Innendienst ist im Geschäftsjahr ausgelaufen.


Für im Zusammenhang mit der Kaufpreisabwicklung für den Erwerb der DI Deutschland.Immobilien AG verbleibende offene Punkte sowie für sonstige Risiken aus drohenden oder laufenden Prozessen wurden Rückstellungen in Höhe von insgesamt 7.259 T€ (Vorjahr: 7.158 T€) gebildet.


Für das Risiko einer Rückerstattung vereinnahmter Provisionen infolge des vorzeitigen Wegfalls vermittelter Versicherungsverträge wurde eine Rückstellung für Stornorisiken in Höhe von 15.354 T€ (Vorjahr: 14.091 T€) gebildet.


Die Rückstellungen im Personalbereich in Höhe von 10.548 T€ (Vorjahr: 9.203 T€) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Rückstellungen für Tantieme, Jubiläen, Überstunden, Zeitwertkonten, Sonderzuwendungen, Urlaubsansprüche und Abfindungen.


Ausstehende Rechnungen zum 31. Dezember 2023 für bezogene aber noch nicht abgerechnete Leistungen wurden durch eine Rückstellung in Höhe von 725 T€ (Vorjahr: 1.167 T€) berücksichtigt.


Im Zusammenhang mit den im Januar 2023 von Teilen der Gesellschaften der Convivo Gruppe gestellten Insolvenzanträgen hat die MLP Finanzberatung SE für bereits erhaltene Zahlungen, die durch den Insolvenzverwalter zurückgefordert werden könnten, Rückstellungen in Höhe von 454 T€ (Vorjahr: 454 T€) erfasst.


Für Risiken aus belastenden Mietverträgen wurden Rückstellungen in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 31 T€) gebildet.

21 Verbindlichkeiten

Zusammensetzung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023

Angaben in T€

Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag Mit einer Restlaufzeit von … mit
unbestimmter
Laufzeit
Davon
gesicherte
Beträge
bis zu
1 Jahr
1 bis zu
5 Jahren
mehr als
5 Jahren
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.769 5.123 15.646 - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47.591 47.591 - - - -
Erhaltene Anzahlungen 5.179 5.179 - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.126 1.126 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 8.915 5.420 519 72 2.904 -
davon: Verbindlichkeiten gegenüber MitarbeiterInnen 2.940 2.940 - - - -
davon: Verbindlichkeiten Stornoreserve 2.904 - - - 2.904 -
davon: Verbindlichkeiten Steuern 1.104 1.104 - - - -
davon: Verbindlichkeiten Tantieme 1.118 1.118 - - - -
davon: Sonstiges 849 258 519 72 - -
83.579 64.438 16.165 72 2.904

Zusammensetzung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022

Angaben in T€

Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag Mit einer Restlaufzeit von … mit
unbestimmter
Laufzeit
Davon
gesicherte
Beträge
bis zu
1 Jahr
1 bis zu
5 Jahren
mehr als
5 Jahren
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27.546 4.943 22.603 - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 48.422 48.422 - - - -
Erhaltene Anzahlungen 5.465 5.465 - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.854 1.854 - - - -
Sonstige Verbindlichkeiten 10.854 7.420 569 116 2.749 -
davon: Verbindlichkeiten gegenüber MitarbeiterInnen 2.854 2.854 - - - -
davon: Verbindlichkeiten Stornoreserve 2.749 - - - 2.749 -
davon: Verbindlichkeiten Steuern 1.388 1.388 - - - -
davon: Verbindlichkeiten Tantieme 1.231 1.231 - - - -
davon: Sonstiges 2.633 1.948 569 116 - -
94.140 68.104 23.171 116 2.749


Der Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhaltet Verbindlichkeiten aus Akquisitionsdarlehen i. H. v. 20.769 T€ (Vorjahr: 27.546 T€), die sich mit 3.031 T € auf den Kauf der Adolph Jahn Gruppe in 2021 und mit 17.738 T € auf den Kauf der RVM Gruppe in 2021 aufteilen.


Der Posten Erhaltene Anzahlungen beinhaltet vorschüssig gezahlte Folgeprovisionen der Produzenten für nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehende Provisionsansprüche.


Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Geschäftsstellenleitern sowie gegenüber Handelsvertretern, die aus offenen Provisionsansprüchen resultieren.


In dem Posten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber der ZSH GmbH, Heidelberg, i.H.v. 861 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie Verbindlichkeiten gegenüber der MLP SE, Wiesloch, i. H. v. 265 T€ (Vorjahr: 810 T€) durch Kostenumlagen enthalten.


Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern i. H. v. 2.940 T€ (Vorjahr: 2.854 T€), Stornoreserve i. H. v. 2.904 T€ (Vorjahr: 2.749 T€), Verbindlichkeiten gegenüber der Allianz i.H.v. 7 T€ (Vorjahr: 1.662 T€) für Zeitwertkonten für Angestellte, Verbindlichkeiten aus abzuführender Lohn- und Kirchensteuer i. H. v. 1.104 T€ (Vorjahr: 1.355 T€) und Verbindlichkeiten Tantieme i. H. v. 1.118 T€ (Vorjahr: 1.231 T€). Die Verbindlichkeiten aus Stornoreserve bestehen gegenüber Handelsvertretern und setzen sich aus Teilbeträgen von maximal 13 T€ (Vorjahr: 13 T€) je Handelsvertreter zusammen.

22 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten


Der Posten beinhaltet im Wesentlichen vorzeitig erhaltene Provisionen aus Lebensversicherungs- und Altersvorsorgeverträgen mit Fälligkeiten im Januar 2024 und Mietkostenzuschüsse.

SONSTIGE ANGABEN

Eventualforderungen und -verbindlichkeiten

23 Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen


Seit 2017 besteht gegenüber der MLP Banking AG eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von 1.446 T€ (Vorjahr: 1.446 T€). Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme in voller Höhe schätzt die Gesellschaft als eher gering ein. Diese Einschätzung beruht auf Erfahrungswerten.


Im Geschäftsjahr wurde eine Bürgschaft in Höhe von 15.000 T€ (Vorjahr: 0 T€) gegenüber einem Kreditinstitut für ein Darlehen einer Projektgesellschaft der Deutschland.Immobilien-Gruppe übernommen.

24 Außerbilanzielle Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen


Die Gesellschaft hat Operating-Leasingverträge für verschiedene Kraftfahrzeuge sowie Mietverhältnisse für Verwaltungsgebäude, Geschäftsstellen und Büromaschinen abgeschlossen. Das Outsourcing der IT-Technik beinhaltet diverse Outsourcing Verträge. Als Risiko kann insbesondere der Ausfall eines oder mehrerer Dienstleister identifiziert werden. Standardisierte Governance, Prozesse und Standard-Verträge verringern sowohl die finanziellen Risiken sowie die Betriebsrisiken. Die Auslagerung ermöglicht eine flexible Dienstleisterstruktur. Dadurch können unabhängiger, effizienter und effektiver Services bereitgestellt und ein optimales Preis-Leistungsverhältnis gesichert werden.


Zum Bilanzstichtag bestehen außerbilanzielle Geschäfte in folgender Höhe:

2024 2025 2026 ab 2027 Summe
Miete Geschäftsstellen 10.416 9.116 7.997 21.163 48.692
Outsourcing IT-Technik 19.532 6.547 519 - 26.598
Miete Verwaltungsgebäude 6.344 - - - 6.344
Wartungs-/Lizenzverträge 5.264 946 45 6 6.261
Kfz-Leasing 453 313 196 99 1.061
42.009 16.922 8.757 21.268 88.956


Für 2024 werden Einnahmen aus Untermietverhältnissen von 266 T€ (Vorjahr: 308 T€) erwartet.


Von den ausgewiesenen Mieten betreffen 6.344 T€ (Vorjahr: 6.344 T€) verbundene Unternehmen. Die Mietverträge der Geschäftsstellen werden grundsätzlich über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren abgeschlossen. Dementsprechend beläuft sich die Restlaufzeit der Mietverträge auf bis zu 10 Jahre. Als Risiko kann die bis zu 10-jährige Vertragslaufzeit und die damit verbundene Verpflichtung betrachtet werden. Vorteile durch die Anmietung von Büroflächen sind hauptsächlich eine geringere Kapitalbindung und die Möglichkeit, flexibel auf Veränderungen der Berateranzahl an den jeweiligen Standorten reagieren zu können.


Im Vorjahr bestanden außerbilanzielle Geschäfte in folgender Höhe:

2023 2024 2025 ab 2026 Summe
Miete Geschäftsstellen 9.822 8.778 7.459 20.387 46.446
Outsourcing IT-Technik 18.905 14.419 6.321 - 39.645
Miete Verwaltungsgebäude 6.344 - - - 6.344
Wartungs-/Lizenzverträge 5.039 4.452 919 41 10.451
Kfz-Leasing 423 267 143 50 883
40.533 27.916 14.842 20.478 103.769


Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in folgender Höhe:

2024 2025 2026 ab 2027 Summe
Bestellobligo 10.535 - - - 10.535
Sponsoring 1.331 982 458 - 2.771
11.866 982 458 - 13.306


Im Vorjahr bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen in folgender Höhe:

2023 2024 2025 ab 2026 Summe
Bestellobligo 8.171 - - - 8.171
Sponsoring 1.498 665 - - 2.163
9.669 665 - - 10.334

25 Organe der MLP Finanzberatung SE

Vorstand Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bei inländischen Gesellschaften Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Jan Berg, Walldor
Vorstandsspreche
Zuständig für Beraterservice, Corporat
University, Kundenmanagement, Personal Strategie, MLP Dialog GmbH
- -
Reinhard Loose, Berlin (bis 31.08.2023
Zuständig für Compliance/Datenschutz, Controlling/Einkauf, IT, Rechnungswesen, Recht, Bestand und Provision
DOMCURA Aktiengesellschaft, Kiel DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover -
Benno Günther, Oftershei
(seit 01.09.2023
Zuständig fü
Bestand und Provision, Controlling/Einkauf
Compliance/Datenschutz/Geldwäsche
Rechnungswesen, Recht, Beraterarbeitsplatz und Vertriebsprozesse
- -
Carsten Soßna, Angelbachtal (seit 01.09.2023) Zuständig für IT - -
Manfred Bauer, Leime
Zuständig für Infrastrrukturmanagement und Services, Produkteinkauf und -management, Geschäftsbereich TPC, MLP Hyp GmbH, ZSH GmbH Finanzdientleistungen
DOMCURA Aktiengesellschaft, Kiel (Vorsitzender
Deutschland.Immobilien AG, Hannover (Vorsitzender)
MLP Hyp GmbH, Wiesloch (Aufsichtsrat)
Oliver Liebermann, Ravensburg Zuständig für Vertriebsmanagement, Vertriebsbereiche,Medizin/Competence-Center Med - -
Aufsichtsrat Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bei inländischen Gesellschaften Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Heidelberg Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstands der MLP SE, Wiesloch
FERI Management AG (vormals: FERI AG), Bad Homburg v.d. Höhe (Vorsitzender) -
Monika Stumpf, Schriesheim
Arbeitnehmervertreterin Mitarbeiterin der MLP Finanzberatung SE, Wiesloch
MLP SE, Wiesloch (Arbeitnehmervertreterin) -
Maximilian Lautenschläger, Frankfurt am Main
Managing Partner und Co-Founder der Iconiq Lab Holding GmbH, Frankfurt am Main (jetzt Deutsche Digital Assets (DDA)) Geschäftsführer Max Lautenschläger Beteiligungs GmbH, Gaiberg Geschäftsführer und Mitgründer Healthinity Holistic Private Health Institute, Frankfurt am Main
Geschäftsführer der Angelika Lautenschläger Beteiligungen Verwaltungs GmbH seit 01.11.2023
Geuder AG -

26 Honorare Abschlussprüfer


Aufwendungen für Honorare im Zusammenhang mit Leistungen von der Gesellschaft, die mit der Jahresabschlussprüfung beauftragt wurde, sind den entsprechenden Angaben im Konzernanhang der MLP SE zu entnehmen.

27 Angabe der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer


Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer belief sich auf:

Alle Angaben in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Leitende Angestellte 33 34
Angestellte 946 956
geringfügig Beschäftigte 17 16
Summe 996 1.006


Im Durchschnitt wurden im Geschäftsjahr 2023 57 (Vorjahr: 61) Personen ausgebildet.


MLP hat im Vorjahr begonnen, zentrale Konzernfunktionen in der MLP SE zu bündeln. In diesem Zuge sind im Geschäftsjahr 46 (Vorjahr: 24) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der MLP Finanzberatung SE zur MLP SE gewechselt.

28 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen


Zum 31. Dezember 2023 ist die Gesellschaft an folgenden Unternehmen mit mehr als 20 Prozent der Anteile am Kapital mittelbar oder unmittelbar beteiligt:


Unmittelbarer Anteilsbesitz:

Sitz Anteile Eigenkapital zum Ergebnis
Name, Sitz 31.12.2023 2023
MLPdialog GmbH 1,2 Wiesloch 100,00% 1.262 462
ZSH GmbH Finanzdienstleistungen 1,2 Heidelberg 100,00% 1.625 -892
MLP Startup GmbH 1,2 Wiesloch 100,00% 25 -1.579
MLP Hyp GmbH 2 Wiesloch 49,80% 3.694 694
DIFA Research GmbH i.L. 3 Berlin 49,00% 477 -566
Uniwunder GmbH 3 Dresden 39,70% 2.447 1.386
pxtra GmbH 3 Rostock 78,50% -695 -727
DI Deutschland.Immobilien AG 2 Hannover 75,10% 432 -341

1 Es bestehen Ergebnisabführungsverträge. Darstellung der Ergebnisse vor Ergebnisabführung.

2 vorläufiges Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2023 in T€

3 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2022 in T€


Mittelbarer Anteilsbesitz:

Name Sitz Anteil Eigenkapital zum Ergebnis
31.12.2023 2023
Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 4
Hannover 100,00% -6.082 -5.799
IT Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 4
Hannover 100,00% 334 110
WD Immobilien Management GmbH
(vormals WD Wohnungsverwaltung Deutschland GmbH)
(100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 2
Hannover 100,00% -245 -60
Convivo Wohnparks Deutschland Immobilien GmbH i.I.
(50,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 3
Hannover 50,00% 15 0
amaravia GmbH
(20,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 3
Überlingen 20,00% -566 -231
Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH
(50,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 2
Hannover 50,00% 248 -4
Achte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH) 2
Hannover 37,55% 129 -18
Seniorenresidenz "Dr.-Unruh-Str. Wismar" Immobilien GmbH & Co. KG
(41,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH) 2
Gießen 15,40% -3.281 -320
Seniorenresidenz Velten GmbH & Co. KG
(41,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH) 2
Gießen 15,40% 1.304 4.199
Care Beteiligungs GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH) 2
Gießen 18,78% 74 7
Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der DI Deutschland.Immobilien AG) 4
Hannover 100,00% -4.307 147
22. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -1.805 -1.650
30. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 2
Hannover 50,00% -184 -52
32. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -209 -117
33. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(80,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 80,00% -2.387 -1.787
41. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -169 -147
53. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -30 -41
54. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(80,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 80,00% -47 -9
62. Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% 13 -2
Grundstücksgesellschaft Berlin Methfesselstraße 29/31 GmbH & Co. KG
(50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 3
Schöneiche bei Berlin 50,00% -23 416
Neunte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -10 -8
Patricius Wohnbaugesellschaft mbh
(40,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 5
Bocholt 40,00% 24 -1
Pflegeprojekt Haus Netzschkau GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -523 -377
Projekt Deutschland.Immobilien Tengen GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 3
Hannover 50,00% -1.582 -1.675
Projekte Deutschland.Immobilien Bad Goegging GmbH
(50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 2
Neustadt an der Donau 50,00% -5.606 -1.800
Projekte Deutschland.Immobilien Bad Münder GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -1.587 -1.224
Projekte Deutschland.Immobilien Göggingen GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -543 2.234
Projekte Deutschland.Immobilien Stetten GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Grünwald 100,00% -7.936 -6.081
Projekte Deutschland.Immobilien Waldmössingen GmbH & Co. KG
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -3.608 -1.235
Sechste Projekte Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -659 -497
WiD Wohnungen in Deutschland GmbH & Co. KG (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 2 Mainz 50,00% 2 90
Zehnte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% -3.471 -3.081
Zwölfte Projekte 2 Deutschland.Immobilien GmbH
(100,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 4
Hannover 100,00% 7 -3
Seniorenzentrum Albstadt GmbH
(11,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 1,4
Bocholt 11,00% 2 -7
Seniorenwohnpark Ehingen GmbH
(00,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 1,3
Bocholt 0,00% -13 -2
Convivo Wohnparks Deutschland.Immobilien Wittmund GmbH & Co. KG i.I. (50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 3 Hannover 50,00% 2 5.975
Projekte 2 Deutschland.Immobilien Lauben GmbH i.I.
(75,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 3
Hannover 75,00% -28 -
CP 135. Grundstücks GmbH & Co. KG i.I.
(50,0% gehalten von der Projekte Deutschland.Immobilien GmbH) 3
Bremen 50,00% 154 148

1 Beherrschung aufgrund vertraglicher Regelung

2 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2022 in T€

3 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2021 in T€

4 vorläufiges Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss 2023 in T€

5 Eigenkapital und Ergebnis aus dem Jahresabschluss zum 31.03.2022 in T€


Am 14. März 2013 wurde zwischen der MLPdialog GmbH und der MLP Finanzdienstleistungen AG (Rechtsnachfolger ist die MLP Finanzberatung SE) ein Beherrschungsvertrag abgeschlossen. Die Eintragung des Vertrages in das Handelsregister erfolgte am 3. April 2013. Am 15. Mai 2019 wurde zwischen der MLPdialog GmbH und der MLP Finanzberatung SE ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Die Zustimmung der Gesellschafterversammlung erfolgte am 3. Juni 2019. Die Eintragung in das für die MLPdialog GmbH zuständige Handelsregister wurde am 8. Juli 2019 vorgenommen. Dieser Vertrag wurde durch einen neuen Gewinnabführungsvertrag vom 3. Juni 2020 ersetzt. Die Eintragung des Vertrages in das Handelsregister erfolgte am 7. Januar 2021.


Am 9. April 2018 wurde zwischen der MLP SE und der MLP Finanzberatung SE ein Beherrschungsvertrag nach § 291 AktG abgeschlossen. Die Zustimmung der Hauptversammlungen der MLP SE und der MLP Finanzberatung SE erfolgte am 14. Juni 2018 und am 20. April 2018. Die Eintragung in das für die MLP Finanzberatung SE zuständige Handelsregister wurde am 4. Juli 2018 vorgenommen.


Am 15. Dezember 2018 wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2019 ein neuer Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der MLP Finanzberatung SE und der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen geschlossen. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 2. Januar 2019.


Am 20. Februar 2023 wurde mit Wirkung zum 6. März 2023 ein neuer Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der MLP Finanzberatung SE und der MLP Startup GmbH geschlossen. Die Eintragung ins Handelsregister der MLP Startup GmbH erfolgte am 13. März 2023.

29 Bezüge von Aufsichtsrat und Vorstand


Von den Vorstandsmitgliedern sind drei Mitglieder bei der MLP Finanzberatung SE angestellt. Die Angaben zu den Gesamtbezügen des Vorstands werden gemäß § 286 Abs. 4 HGB unterlassen.


Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats betrug im Geschäftsjahr 2023 50 T€ (Vorjahr: 50 T€).

30 Ergebnisverwendungsvorschlag


Der Vorstand schlägt gemäß § 170 Abs. 2 AktG vor, den im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 41.425 T€ (Vorjahr: 38.092 T€) wie folgt zu verwenden:

31.12.2023 31.12.2022
Verteilung an die Aktionäre - -
Einstellung in die Gewinnrücklagen - -
Gewinnvortrag 41.425 38.092
Bilanzgewinn 41.425 38.092

31 Nachtragsbericht


Die MLP Finanzberatung SE hat mit Geschäftsanteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 29. November 2023 und Wirkung zum 1. Januar 2024 weitere 41,35% der Geschäftsanteile an der Uniwunder GmbH, Dresden, erworben. Damit erhöhten sich in 2024 die Anteile an der Uniwunder GmbH, Dresden, auf 81,08%. Der Kaufpreis liegt im niedrigen einstelligen Millionenbereich und ist in drei Kaufpreisraten im Zeitraum von 2024 bis 2027 zu zahlen.


Der Vorstand der DI Deutschland.Immobilien AG hat dem Aufsichtsrat der Gesellschaft in dessen Sitzung am 11. März 2024 ein Sanierungskonzept vorgestellt. Der Aufsichtsrat hat der Einleitung eines Restrukturierungsverfahrens auf Basis des vorgestellten Sanierungskonzepts mit Beschluss vom gleichen Tag zugestimmt. Im Zuge dieses Verfahrens beabsichtigt die MLP Finanzberatung SE, die Deutschland.Immobilien AG mit zur nachhaltigen Sanierung erforderlichen Mitteln in Höhe von 23 Mio. EUR in Form von Bar- und Sacheinlagen in die Kapitalrücklage auszustatten.


Weitere nennenswerte Ereignisse mit Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MLP Finanzberatung SE haben sich nicht ergeben.

32 Befreiung von der Konzernrechnungslegungspflicht


Die MLP SE mit Sitz in Wiesloch hält im Sinne des § 16 Abs. 1 AktG eine Mehrheitsbeteiligung an der MLP Finanzberatung SE, Wiesloch. Die MLP SE erstellt in ihrer Eigenschaft als Mutterunternehmen zum 31. Dezember 2023 einen Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht. Dieser ist auf der Internetseite der Gesellschaft auf www.mlp-se.de veröffentlicht. Der Konzernabschluss der MLP SE wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind. Ergänzend werden die nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Der Konzernabschluss wird innerhalb der gesetzlichen Fristen der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt.


Die MLP Finanzberatung SE ist als hundertprozentige Tochter in den Konzernabschluss der MLP SE einbezogen. Der Konzernabschluss der MLP SE hat gemäß § 291 Abs. 1 und 2 HGB befreiende Wirkung auf die Verpflichtung der MLP Finanzberatung SE zur Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses.

 

Wiesloch, den 14. März 2024


MLP Finanzberatung SE


Der Vorstand:

Jan Berg Manfred Bauer
Oliver Liebermann Benno Günther
Carsten Soßna

Lagebericht der MLP Finanzberatung SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

GRUNDLAGEN


Seit der Gründung im Jahr 1971 setzt die MLP Finanzberatung SE konsequent auf langfristige Beziehungen zu ihren Kunden. Ausgangspunkt der Beratung sind die Vorstellungen und Bedürfnisse unserer Kunden. Darauf aufbauend stellen wir ihnen ihre Optionen nachvollziehbar dar, sodass sie selbst die passenden Finanzentscheidungen treffen können. Bei der Umsetzung greifen wir auf die Angebote der relevanten Produktanbieter auf dem Markt zurück. Grundlage für die Auswahl sind dabei Markt- und Produktanalysen.


Bei der Produkt- und Partnerauswahl legen wir großen Wert auf objektive und transparente Kriterien sowie auf die Unabhängigkeit von unseren Produktpartnern. Auf Basis der Kundenbedürfnisse erfolgt eine Analyse und Qualitätsprüfung der Anbieter am Markt sowie ihrer jeweiligen Produkte. Der Produktauswahlprozess wird kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. In den Prozess der Partner- und Produktauswahl wird derzeit das Thema Nachhaltigkeit als zusätzliches Merkmal integriert.


Zu den Privatkunden, die wir bei ihren Finanzfragen betreuen, gehören vor allem Mediziner, Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Juristen.


Als Versicherungsmakler ist die MLP Finanzberatung SE können wir aus dem breiten Marktangebot die jeweils passenden Produktoptionen für die Kunden auswählen. Damit unterscheiden wir uns deutlich vom Großteil des Marktes, in dem gebundene Vermittler oder Mehrfachagenten entweder nur eigene oder einige wenige Produkte Dritter anbieten können.

Geschäftsmodell


Die MLP Finanzberatung SE ist eine deutsche Finanzberatung, die als Makler und damit unabhängig von Produktinteressen agiert und Kunden in den Mittelpunkt stellen kann. Wir verbinden externe Produkte und ausgewählte Dienstleistungen des MLP Konzerns und wählen dabei aus dem breiten Marktangebot die jeweils passenden Produktoptionen für unsere Kunden aus. Damit ermöglichen wir unseren Kunden, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.


Die Geschäftstätigkeit der MLP Finanzberatung SE beinhaltet die Beratung von Privatkunden und Firmenkunden zu ausgewählten Finanzfragen und die Vermittlung dazu passender Produkte. Die Beratungsfelder sind eng miteinander verflochten und ergänzen sich gegenseitig. Sie umfassen unter anderem die Altersvorsorge, Krankenversicherung, Sachversicherung, Immobilienvermittlung und Finanzierung.


Zur MLP Finanzberatung SE gehören die ZSH GmbH Finanzdienstleistungen (ZSH), Heidelberg, die ebenfalls als Versicherungsmakler registriert ist und die MLPdialog GmbH, Bad Segeberg. Eine weitere Beteiligung ist die MLP Hyp GmbH, Wiesloch, die wir zusammen mit dem Baufinanzierungsbroker Interhyp AG, München, halten. Weiterhin ist die MLP Finanzberatung SE mit 75,1 % an der DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover, und deren Tochtergesellschaften beteiligt. Die MLP Finanzberatung SE hält außerdem 78,5 % der Anteile an der pxtra GmbH sowie 39,7 % der Anteile an der Uniwunder GmbH. Der Anteil an der Uniwunder GmbH wurde mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2024 auf 81,1% erhöht. Die Gesellschafter des bisherigen Joint Ventures DIFA-Research haben im gegenseitigen Einvernehmen dessen Liquidation beschlossen. Vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus der medizinischen Unternehmerberatung für Praxen und größere Versorgungsstrukturen und zur stärkeren Nutzung von Synergien wird MLP den bisherigen Ansatz der DIFA-Research-Machbarkeitsanalysen zukünftig aus der MLP Finanzberatung steuern. An dem Unternehmen, das speziell für Medizinerkunden Wirtschaftsanalysen erarbeitete, hält die MLP Finanzberatung SE 49,0 % der Geschäftsanteile. Im Jahr 2023 hat die MLP Finanzberatung SE die MLP Startup GmbH mit Sitz in Wiesloch gegründet und hält 100 % der Geschäftsanteile. Gegenstand der MLP Startup GmbH ist die Rekrutierung und Ausbildung von Finanzberaterinnen und Finanzberatern im Finanzsektor.


Die Ertragslage der MLP Finanzberatung SE wird maßgeblich durch die Marktbedingungen in den Beratungsfeldern Altersvorsorge, Krankenversicherung, Sachversicherung, Immobilienvermittlung und Finanzierung beeinflusst, die im Kapitel "Wirtschaftsbericht - Branchensituation und Wettbewerbsumfeld" dargestellt werden. Da das Unternehmen seine Gesamterlöse ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet, beeinflusst darüber hinaus insbesondere die konjunkturelle Entwicklung hierzulande die Geschäftsentwicklung. Besonders wichtige Indikatoren stellen dabei das Wirtschaftswachstum, die allgemeine Sparquote, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das Lohnniveau dar, die im Kapitel "Wirtschaftsbericht - Gesamtwirtschaftliches Umfeld" näher erläutert werden.


Der Vorstand der MLP Finanzberatung SE beurteilt die Geschäftsentwicklung und entscheidet über die Ressourcenallokation. Die Provisionserträge sowie das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit stellen als Maßgrößen für die Geschäftsentwicklung die zentralen Steuerungsgrößen und Leistungsindikatoren der MLP Finanzberatung SE dar.


Unser Ziel ist es, nicht nur die besten Beraterinnen und Berater der Branche für unser Geschäftsmodell zu gewinnen, sondern diese auch langfristig zu binden. Deshalb überwachen wir kontinuierlich die Fluktuation und streben als nichtfinanziellen Leistungsindikator eine jährliche Fluktuationsrate von maximal 10 % bei unseren selbstständigen Beraterinnen und Beratern an. Darüber hinaus ist die MLP Finanzberatung SE auch in die Entwicklung weiterer nichtfinanzieller Leistungsindikatoren auf Konzernebene eingebunden. In diesem Zusammenhang werden insbesondere folgende zwei Bereiche intensiv betrachtet: CO2-Emissionen und Geschlechtergerechtigkeit. Gleichzeitig wird ein besonderes Augenmerk auf die Weiterbildung der Mitarbeitenden gelegt, um in diesem Bereich ebenfalls Fortschritte zu erzielen.


Ein weiterer wichtiger Faktor neben den Leistungsindikatoren ist die Entwicklung des Neugeschäfts vor allem in der Altersvorsorge.

Forschung und Entwicklung


Da es sich bei der MLP Finanzberatung SE um ein Dienstleistungsunternehmen handelt, betreiben wir keine Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Gleichwohl stellen wir Ressourcen bereit, um beispielsweise Software selbst zu entwickeln oder erworbene Software weiterzuentwickeln.

Organisation und Verwaltung


Der Vorstand der MLP Finanzberatung SE setzte sich bis zum 31. August 2023 aus vier Mitgliedern zusammen. Jan Berg hat die Funktion des Vorstandssprechers inne, Manfred Bauer verantwortet den Bereich Produkte, Oliver Liebermann den Vertrieb. Reinhard Loose war bis zum 31. August 2023 für das Ressort Finanzen verantwortlich.


Mit Wirkung zum 1. September 2023 haben sich Veränderungen im Vorstand ergeben. Seitdem setzt sich der Vorstand aus fünf Mitgliedern zusammen.


Benno Günther, vormals Bereichsleiter Controlling, hat zu diesem Datum als Vorstand das veränderte Ressort Finanzen in der MLP Finanzberatung SE von Reinhard Loose übernommen. Neben seiner Verantwortung für das Controlling, ist Benno Günther nun auch für Recht und Compliance, Rechnungswesen, für Systeme und Abläufe zur Beraterunterstützung sowie die Antrags- und Bestandsverwaltung verantwortlich.


Der Bereich IT der MLP Finanzberatung SE ist aufgrund seiner Bedeutung seit September 2023 ein eigenes Vorstandsressort. Carsten Soßna, vormals Bereichsleiter IT in der MLP Finanzberatung SE, verantwortet nun als Vorstand das neu geschaffene Ressort.


Der Aufsichtsrat, dem unter anderem die Überwachung des Vorstands obliegt, bestand im Berichtsjahr aus drei Mitgliedern. Dieser setzt sich zusammen aus Dr. Uwe Schroeder-Wildberg (Vorsitz), Maximilian Lautenschläger und Monika Stumpf (Arbeitnehmervertreterin).

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtwirtschaftliches Umfeld


Die Wirtschaft war im Jahr 2023 durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine, die Rekordinflation und zahlreiche weitere Unsicherheiten geprägt. Deutschlands Wirtschaftsleistung verharrte im Berichtsjahr auf dem Niveau von Ende 2019. Der private Konsum litt unter dem Kaufkraftentzug infolge der hohen Inflation. Die Industrie bekam hohe Energiekosten und zunehmende Nachteile im globalen Wettbewerb zu spüren. Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft 2023 nach Einschätzung von FERI Investment Research (FERI) in einem Prozess eines tiefgreifenden Strukturwandels, der unter anderem durch die demografische Entwicklung und den daraus resultierenden Mangel an Arbeitskräften gekennzeichnet ist.


Entsprechend sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 laut FERI auf - 0,1 %; damit bildete Deutschland das Schlusslicht in Europa.


Die Verbraucherstimmung in Deutschland war im Berichtsjahr von Verunsicherung und Sorgen geprägt. Nach drei Rückgängen in Folge stabilisierte sich das Konsumklima zum Jahresende. Sein Niveau blieb aber sehr niedrig und es waren zum Jahresende keinerlei Signale für eine nachhaltige Erholung erkennbar. Der Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) lag im Dezember 2023 bei -27,6 Punkten (Dezember 2022: -40,1).


Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich gegen Ende des Berichtsjahres leicht verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex lag im November 2023 bei 87,3 Punkten (Vorjahr: 86,9 Punkte). Im Dezember 2023 fiel der Index auf 86,4 Punkte.


Der Arbeitsmarkt in Deutschland wurde 2023 durch den anhaltenden Wirtschaftsabschwung beeinträchtigt. Gemessen an der schwachen Konjunktur hielt er sich aber vergleichsweise gut. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 191.000 auf 2,609 Mio. Personen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,7 % (5,3 %).


Laut jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit sank die Akademiker-Arbeitslosenquote im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr auf 2,2 % (2021: 2,4 %); ein Niveau, bei dem von Vollbeschäftigung gesprochen wird.


Nach Angaben des Arbeitskreises "Steuerschätzungen" erhöhten sich die Bruttolöhne und -gehälter im Berichtsjahr um 6,6 % (6,0 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg laut Finanzbericht 2024 der Bundesregierung um 4,8 % (4,6 %). Die Sparquote in Deutschland lag nach Angaben von FERI im Berichtsjahr bei 11,6 % (10,8 %).


Die Inflationsrate hat sich im Jahresverlauf 2023 von einem sehr hohen Niveau von 8,7 % im Januar auf 3,2 % im November merklich abgeschwächt, ist aber immer noch auf deutlich erhöhtem Niveau. Für das Gesamtjahr verzeichnete Deutschland eine durchschnittliche Inflationsrate von 5,9 %. Die Notenbanken haben ihre restriktive Geldpolitik auch im Geschäftsjahr 2023 fortgesetzt: Seit Ende Oktober lag der Leitzins für den Euroraum bei 4,5 %. Infolge des Zinsschocks sowie der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen verzeichnete auch die deutsche Immobilienwirtschaft 2023 einen historischen Markteinbruch.


Insgesamt war das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Jahr 2023 volatil und herausfordernd, was sich auch auf die Geschäftsaktivitäten von MLP im Allgemeinen belastend auswirkte.

Branchensituation und Wettbewerbsumfeld


Die Umsatzerlöse der MLP Finanzberatung SE stammen im Wesentlichen aus den Beratungsfeldern Altersvorsorge, Krankenversicherung und Sachversicherung, Immobilienvermittlung und Finanzierung. Im Folgenden wird erläutert, welche Einflussfaktoren im Jahr 2023 das Marktumfeld und die Ertragslage in den genannten Beratungsfeldern besonders beeinflusst haben.

Altersvorsorge


Die Entwicklung der Lebensversicherungsbranche war nach Einschätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durch das makroökonomische Umfeld im Berichtsjahr weiterhin eingetrübt. Die anhaltenden Unsicherheiten durch die Energiekrise und stark gestiegene Lebenshaltungskosten haben dafür gesorgt, dass positive Impulse für das Neugeschäft in der Lebensversicherung zunächst ausblieben. Dies führte im Markt zu einer anhaltenden Zurückhaltung beim Abschluss längerfristiger Verträge und im Bereich Einmalbeiträge.


Laut einer aktuellen Umfrage der AXA, sorgte fast ein Drittel (32 %) der Deutschen seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs und dem starken Anstieg der Inflation weniger für den Ruhestand vor als bisher. Genauso viele Befragte (32 %) geben an, gar nicht für die private Altersvorsorge zu sparen.


Bei Jüngeren ist die Bereitschaft für die private Altersvorsorge zu sparen, noch am höchsten. Dies zeigt die AXA-Umfrage: Knapp die Hälfte (47 %) der 18- bis 24-Jährigen investiert monatlich für den Ruhestand; von den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 63 %.


In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) bremste 2023 das schwierige wirtschaftliche Umfeld das Geschäft. So sank einer Studie von Deloitte zufolge der Anteil der Befragten, die vom Arbeitgeber eine bAV finanziert bekommen, von 50 % im Jahr 2022 auf 44 % im Berichtsjahr.


Die laufenden Beiträge beim Neugeschäft in der Lebensversicherung blieben nach Angaben des Branchenverbandes GDV für 2023 auf dem Niveau von 2022. Die Einmalbeiträge gingen um 13,1 % im Vergleich zum Vorjahr zurück.


Insgesamt gingen die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung laut GDV für das Gesamtjahr 2023 um 5,2 % auf 92,0 Mrd. € zurück.

Sachversicherung


Trotz der weiterhin unsicheren konjunkturellen Wirtschaftslage entwickelten sich Sachversicherungen im Jahr 2023 besser als prognostiziert und lagen oberhalb des langfristigen Wachstumstrends von rund 3 % jährlich.


Gewerbeversicherungen sind für Vermittler ein Geschäftsfeld, das in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen hat. 63 % der Befragten einer Studie von AssCompact messen dem gewerblichen Schaden- und Unfallgeschäft aktuell eine sehr hohe oder hohe Relevanz bei, unter anderem, weil die Sparte langfristige Kundenbeziehungen ermöglicht. Noch vor fünf Jahren sah das nur die Hälfte so - der aktuelle Wert bedeutet einen Zuwachs von 13 Prozentpunkten.


Ein wichtiger Treiber für die positive Entwicklung in der Sachversicherung waren neben dem Neugeschäft Prämienerhöhungen über alle Sparten hinweg.


Inflationsgetriebene Summenanpassungen und steigende Preise für Baudienstleistungen haben laut GDV in 2023 zu einer höheren Beitragsdynamik geführt. In der Wohngebäudeversicherung stiegen die Beiträge 2023 gegenüber dem Vorjahr um 16,0 %, in der Hausratversicherung um 6,0 %.


Das Beitragswachstum lag nach Angaben des GDV für 2023 in der Schaden- und Unfallversicherung insgesamt bei 6,7 %.

Krankenversicherung


Die Private Krankenversicherung ist nach Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) erneut gewachsen. Die Gesamtzahl an Versicherungen stieg um rund 880.000 auf 38,7 Mio. Insgesamt ist das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC zufolge infolge der Corona-Pandemie gewachsen.


In der Vollversicherung wechselten schon das sechste Jahr in Folge mehr Menschen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV als umgekehrt. Im Saldo ergab sich ein deutliches Plus von 48.000 Versicherten zugunsten der PKV (Saldo 2022: +30.100). Laut PKV-Verband belief sich die Zahl der Vollversicherten 2023 auf 8,71 Mio. Personen.


Immer mehr Menschen wollen die private Vorsorge nutzen, um die Leistungen der GKV aufzustocken. Die Zahl der Zusatzversicherungen stieg laut PKV-Verband um 2,5 % auf 29,98 Mio. Der Trend ist demnach ungebremst. Dabei sind laut dem Analysehaus Assekurata weiterhin Zahntarife mit rund 18 Mio. Policen mit Abstand das gefragteste Produkt unter den Zusatzversicherungen.


Für die Private Krankenversicherung rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für 2023 insgesamt mit einem Anstieg des Beitragsaufkommens von 3,9 %. Dahinter stehen insbesondere höhere Leistungen und eine anhaltende Nachfrage nach Krankenzusatzversicherungen.


Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) verzeichnete 2023 nach Angaben des PKV-Verbands erneut ein starkes Wachstum: 36.900 Unternehmen in Deutschland bieten mittlerweile ihren Mitarbeitern eine komplett vom Arbeitgeber gezahlte bKV an. Die Zahl der Beschäftigten, die von einer bVK profitieren, stieg um 11,6 % von 1,77 Mio. auf 1,97 Mio. Personen im Jahr 2023. Damit hat sich die Zahl der bKV-Versicherten seit 2016 trotz teilweise coronabedingter Zurückhaltung auf Arbeitgeberseite fast verdreifacht.

Immobilien


Die Aussichten für die deutsche Immobilienwirtschaft waren laut einer DZ-Studie im Jahr 2023 düster - konnten sich aber zum Ende des Berichtsjahres auf niedrigem Niveau stabilisieren. Die schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und die Unsicherheiten durch die geopolitischen Rahmenbedingungen strahlten auf den Immobilienmarkt aus. Neben den kräftig gestiegenen Zinsen litt die Branche unter strukturellen Hemmnissen wie Bürokratie, Demografie, hohen Rohstoff- und Energiepreisen sowie Infrastrukturmängeln. Erst gegen Ende des Berichtsjahres war eine leichte Aufhellung der Lage zu beobachten.


Der deutsche Immobilienmarkt verzeichnete der GEWOS-Immobilienmarktanalyse aus dem Herbst 2023 zufolge im Berichtsjahr einen historischen Markteinbruch. Die bundesweiten Umsätze sanken 2023 gemäß der Analyse um 29,1 % auf rund 198,1 Mrd. €. Gleichzeitig ging die Zahl der Immobilienkäufe um knapp 25 % auf rund 591.800 zurück. Das war der niedrigste Wert seit 1995.


Die Summe der gekauften Objekte über die vier Marktsegmente Eigenheime, Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäuser und Wohnbauland ist laut der Analyse von GEWOS ebenfalls um knapp 25 % gegenüber dem Vorjahr auf 452.000 gefallen; die Umsätze sogar um 29,5 % auf rund 149,2 Mrd. €.


Trotz der aktuell angespannten Lage betrachten die Deutschen Immobilien nach wie vor als die geeignetste Form der privaten Altersvorsorge. 73 % der Bevölkerung zwischen 25 und 60 Jahren bewerten eine eigene Immobilie als ein gutes oder sehr gutes Investment, um den Lebensstandard im Alter zu sichern, zu diesem Ergebnis kommt die Continentale-Studie 2023.


Auch das Segment Pflegeimmobilien litt unter dem schwierigen Umfeld des Immobilienmarkts: Das Transaktionsvolumen mit Pflegeimmobilien und Seniorenresidenzen sank zwar laut den jüngsten verfügbaren Zahlen im Jahr 2022 auf rund 2,5 Mrd. €. Insgesamt kann man die Nachfrage nach diesem Immobiliensegment dennoch als relativ stabil bezeichnen.


Die seit Mitte 2022 laufenden Preisanpassungen auf dem deutschen Immobilienmarkt setzten sich auch 2023 fort. Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) stand zum Ende des Jahres 2023 bei 175,2 Punkten und hat damit seit seinem Höchststand im zweiten Quartal 2022 (194,8 Punkte) 10,0 % eingebüßt. Das Minus bei den Immobilienpreisen belief sich im 4. Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 7,2 %. Seit ihrem Höchststand zur Jahresmitte 2022 nahmen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland um 8,4 % ab.

Finanzierung


Die Notenbanken haben ihre restriktive Geldpolitik auch im Geschäftsjahr 2023 fortgesetzt: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich mit einer beispiellosen Serie von insgesamt zehn Zinsschritten seit Juli 2022 gegen die Rekordinflation im Zuge des Ukraine-Kriegs gestemmt. Seit Ende Oktober liegt der Leitzins für den Euroraum bei 4,5 %.


Die Zinsen für Immobiliendarlehen haben 2023 nach Einschätzung des Finanzierungsvermittlers Interhyp ihren Höhepunkt erreicht. Das Zinsniveau für ein 10-jähriges Darlehen stieg laut Interhyp von rund 1,0 % Anfang 2022 auf knapp 4,3 % im November 2023 und hatte damit ein 10-Jahres-Hoch erreicht. Zum Ende des Jahres 2023 sanken die Darlehenszinsen wieder leicht auf rund 3,4 %.


Die Nachfrage nach Baufinanzierungen ist im Zuge der Zinswende und gestiegener Baukosten im Berichtsjahr weiter eingebrochen, stabilisierte sich jedoch Ende 2023 auf niedrigem Niveau. Das Neugeschäft deutscher Banken mit Immobiliendarlehen lag im November 2023 bei 13,5 Mrd. € und damit nur noch 0,6 % unter dem Vorjahreszeitraum. Dies war der niedrigste Novemberwert seit der Finanzkrise 2008.


Die Immobilienpreise und Finanzierungssummen haben sich laut Interhyp im Laufe des Berichtsjahres stabilisiert. Durchschnittlich kostete eine Immobilie inklusive Nebenkosten im 4. Quartal 440.000 € und damit 6,9 % weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal. Im Vergleich zum 3. Quartal 2023 fiel der Preisverfall mit 3,3 % bzw. 15.000 € bereits deutlich geringer aus.

Wettbewerb und Regulierung


Die Wettbewerbssituation auf dem deutschen Markt für Finanzberatung hat sich im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Branche ist nach wie vor sehr heterogen und von Konsolidierungstendenzen gekennzeichnet. Zu den Anbietern zählen zahlreiche Finanzvertriebe, Einzelmakler, Banken, Versicherungen und freie Finanzvermittler sowie Fintechs bzw. InsurTechs, die ein sehr unterschiedliches Qualitätsniveau in der Beratung bieten. Auf die Marktteilnehmer wirken Regulierungen in unterschiedlicher Form; MLP ist hier von einer Vielzahl betroffen.


Bei der Kleinanlegerschutzstrategie hat EU-Kommissarin McGuinness in ihrem Ende Mai 2023 offiziell eingebrachten Entwurf doch noch Abstand von ihrem ursprünglichen Vorhaben genommen, ein grundlegendes Provisionsverbot bei der Vermittlung von Finanzprodukten in Europa einzuführen. Entschieden dagegen hatten sich zuvor der deutsche Finanzminister und eine Mehrheit der Mitgliedstaaten im Rat positioniert. Absehbar können Verbraucherinnen und Verbraucher somit auch weiterhin vom Wettbewerb der Vergütungssysteme Honorar und Provision profitieren. Auch die deutsche Versicherungsaufsicht hat den Verzicht auf ein Provisionsverbot begrüßt.


Die "Fokusgruppe private Altersvorsorge" hat im Berichtszeitraum ihren Abschlussbericht vorgelegt. Auf die Einführung eines "Staatsfonds" soll verzichtet werden, was angesichts der Herausforderungen und Probleme bei Initiierung und Verwaltung eines solchen Vehikels sowie eines bereits bestehenden ausreichenden privaten Angebots zu begrüßen ist. Kritisch am Abschlussbericht ist hingegen der vorgeschlagene Wegfall der Verrentungspflicht zu sehen, da die Absicherung der Langlebigkeit von Menschen nur mittels lebenslanger Rentenzahlungen garantiert erreicht werden kann. Kunden der MLP Finanzberatung SE decken ihren Altersvorsorge-Bedarf in der Regel über ein breites Portfolio, in dem auch weiterhin Rentenversicherungen ihren Platz haben. Die Vorschläge der Fokusgruppe stellen die Basis für einen gesetzgeberischen Prozess dar.


Der laufende Prozess beim Wachstumschancengesetz ist relevant mit Blick auf die Immobilienvermittlung bei der MLP Finanzberatung SE. Dies betrifft insbesondere die im Gesetzesentwurf vorgesehene degressive AfA (Absetzung für Abnutzung) für Projekte. Nachdem der Bundestag den Entwurf Ende 2023 verabschiedet hatte, steht noch die Zustimmung des Bundesrats aus.


Einen wichtigen Regulierungsaspekt stellt für die MLP Finanzberatung SE als Teil der MLP Gruppe weiterhin die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor dar, die in Teilen bereits am 10. März 2021 in Kraft getreten ist. Grundlage der Verordnung ist das Pariser Klimaschutzabkommen und der darauf aufbauende EU-Aktionsplan, der konkrete Nachhaltigkeitsziele für den Finanzsektor definiert. So sollen Kapitalflüsse künftig stärker auf nachhaltige Investments ausgerichtet, Umweltrisiken umfassender berücksichtigt und die Transparenz von Finanzprodukten gefördert werden. Die Finanzdienstleistungsbranche soll somit die Transformation der gesamten Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit unterstützen und auch steuern. Die Umsetzung erfolgt über Anpassungen bei den Offenlegungspflichten, der MiFID II- und der IDD-Richtlinie sowie über eine Reihe neuer Regularien wie einem einheitlichen EU-Klassifizierungssystem, neuen EU-Benchmarks und verschiedenen EU-Standards für eine nichtfinanzielle Berichterstattung.


Mit dem 2023 in Kraft getretenen Gesetz für einen besseren Schutz hinweisgebender Personen, welches die Whistleblowing-Richtlinie in deutsches Recht umsetzt, werden alle Unternehmen und Organisationen ab einer Beschäftigtenzahl von 50 Mitarbeitenden zur Einrichtung interner Meldewege verpflichtet. Das Gesetz regelt den Schutz natürlicher Personen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Informationen über Verstöße erlangen, vor nachteiliger Behandlung nach Weitergabe solcher Hinweise. Die Unternehmen der MLP Finanzholdinggruppe haben interne Meldekanäle entsprechend diesen gesetzlichen Vorgaben im Berichtszeitraum eingerichtet. Die Weitergabe der Information an die jeweilige MLP Meldestelle trägt dazu bei, dass Verstöße aufgedeckt und untersucht werden und so Missstände schnell beseitigt werden können. Die Meldestelle ist in der MLP Group Compliance-Organisation verankert.


In der Gesamtschau stellt sich nach Ansicht der MLP Finanzberatung SE mitunter die Frage nach der Sinn-haftigkeit bzw. der recht hohen Frequenz neuer Regulierungsaktivitäten. Die aufgeführten und weitere regulatorische Entwicklungen, auch solche Vorhaben, die derzeit vom Gesetzgeber vorangetrieben werden, sind in der Regel als herausfordernd zu bewerten. Eine Schere aus tendenziell sinkenden Provisionserlösen pro Produkt bei gleichzeitig steigenden Produkt- und Verwaltungskosten - kombiniert mit einer erhöhten Preissensibilität der Kunden - kann auch für die MLP Finanzberatung SE die Profitabilität des Geschäftsmodells beeinträchtigen. Unabhängig davon sieht sich die MLP Finanzberatung SE aufgrund ihres breiten und strategisch diversifizierten Geschäftsmodells sowie ihrer Unternehmensstrukturen im relativen Vergleich zu anderen Marktteilnehmern sehr gut aufgestellt.

Geschäftsverlauf


Die MLP Finanzberatung SE hat das Geschäftsjahr 2023 trotz eines weiterhin volatilen und herausfordernden Umfelds erlösseitig mit einem Plus von 1,4 % bei den Gesamterlösen abgeschlossen. Dabei legten die Umsatzerlöse über alle Beratungsfelder hinweg um 1,4 % zu, während die sonstigen betrieblichen Erträge, die jedoch nur einen kleinen Anteil ausmachen, um 0,4 % zulegten.


Innerhalb der Umsatzerlöse haben sich die unterschiedlichen Entwicklungen der verschiedenen Beratungsfelder dank unserer breiten Aufstellung gegenseitig ausgeglichen, die einzelnen Beratungsfeldern entwickelten sich wie folgt.


In der Altersvorsorge machten sich die anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen sowie der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten bemerkbar. Sie äußerten sich auf Kundenseite branchenweit in der Zurückhaltung beim Abschluss längerfristiger Verträge und auch im Bereich Einmalbeträge. Die Umsatzerlöse in der Altersvorsorge hat die MLP Finanzberatung SE dennoch um 3 % gesteigert. Die Beitragssumme in der Altersvorsorge erhöhte sich auf 4.155,7 Mio. € (3.911,4 Mio. €).


In der Sachversicherung konnten die Erlöse um 9 % gesteigert werden. Hier sorgten neben einem gestiegenen Neugeschäft vor allem Prämienerhöhungen für eine positive Entwicklung.


In der Krankenversicherung beobachteten wir kundenseitig ein erhöhtes Bewusstsein für hochwertige Gesundheitsleistungen, das speziell infolge der Corona-Pandemie gewachsen ist. Die Erlöse in der Krankenversicherung stiegen daher um 7 %.


In der Immobilienvermittlung konnte sich auch die MLP Finanzberatung SE den drastischen Marktentwicklungen nicht entziehen, wenngleich zum Jahresende eine deutliche Aufhellung zu erkennen war. Neben den in einem sehr kurzen Zeitraum drastisch gestiegenen Zinsen und den damit verbundenen hohen Finanzierungskosten litt die Branche unter strukturellen Hemmnissen wie Bürokratie, hohen Rohstoff- und Energiepreisen sowie Infrastrukturmängeln. In der Folge sanken die Erlöse im Geschäftsjahr 2023 deutlich um 38 %.


Wegen des aufgrund gestiegener Zinsen schwierigen Marktumfelds für die Vermittlung von Immobilienfinanzierungen - speziell im Bereich der Baufinanzierung - waren die Erlösentwicklungen in der Finanzierung um 36 % ebenfalls deutlich rückläufig.


Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit konnten wir im Geschäftsjahr 2023 deutlich auf 22,8 Mio. € (14,6 Mio. €) ausbauen.


Die Fluktuation der Beraterinnen und Berater lag im Berichtsjahr bei 9,6 % und damit im Rahmen unseres Ziels von maximal 10 %.

Ertragslage


Die Gesamterlöse der MLP Finanzberatung SE stiegen im Berichtszeitraum auf 408,9 Mio. € (403,2 Mio. €). Die Umsatzerlöse leisteten einen Beitrag von 397,6 Mio. € (392,0 Mio. €) zu den Gesamterlösen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei 11,3 Mio. € (11,2 Mio. €).


Die Provisionserlöse als größter Teil der Umsatzerlöse betrugen nahezu unverändert 374,7 Mio. € (377,5 Mio. €). Hierbei glichen sich die unterschiedlichen Entwicklungen in den verschiedenen Beratungsfeldern nahezu aus.


Den bedeutendsten Anteil an den Provisionserlösen hatte weiterhin die Altersvorsorge mit Erlösen in Höhe von 227,7 Mio. € (221,4 Mio. €). Trotz der anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen sowie der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten konnten die Erlöse gesteigert werden.


In der Krankenversicherung konnten die Erlöse auf 57,4 Mio. € (53,5 Mio. €) gesteigert werden. Hier profitierten wir von dem weiterhin gesteigerten Bewusstsein für hochwertige Gesundheitsleistungen, das speziell infolge der Corona-Pandemie gewachsen ist.


Auch in der Sachversicherung konnten die Erlöse gesteigert werden auf 52,0 Mio. € (47,6 Mio. €), neben einem gestiegenen Neugeschäft vor allem begründet durch Prämienerhöhungen über alle Sparten hinweg.


In der Finanzierung, in dem sich die Kreditvermittlung widerspiegelt, sanken die Erlöse in Anbetracht des herausfordernden Marktumfelds auf 14,2 Mio. € (22,4 Mio. €).


Gleiches gilt auch für die Immobilienvermittlung, die in diesem Marktumfeld ebenfalls einen Erlösrückgang auf 16,1 Mio. € (26,1 Mio. €) verzeichnete, wenngleich zum Jahresende eine deutliche Aufhellung zu erkennen war. Neben den kräftig gestiegenen Zinsen und den damit verbundenen hohen Finanzierungskosten litt die Branche unter strukturellen Hemmnissen wie Bürokratie und hohen Rohstoff- und Energiepreisen.


Im Vermögensmanagement stiegen die Erlöse auf 2,0 Mio. € (1,7 Mio. €).


Die Sonstigen Umsatzerlöse als weiterer Teil der Umsatzerlöse stiegen auf 23,0 Mio. € (14,5 Mio. €). Der Anstieg begründet sich in erster Linie durch höhere konzerninterne Leistungsumlagen für die Bereitstellung von Infrastruktur im Vertriebsbereich.


Die Provisionsaufwendungen bestehen im Wesentlichen aus erfolgsabhängigen Provisionszahlungen an unsere Beraterinnen und Berater, Leiterinnen und Leiter der Hochschulteams sowie Geschäftsstellenleiterinnen und -leiter; sie finden sich in dem Posten Materialaufwand wieder. Die Provisionsaufwendungen sanken im Berichtszeitraum auf 176,6 Mio. € (190,6 Mio. €).


Der Personalaufwand erhöhte sich auf 80,6 Mio. € (77,3 Mio. €). Hier wirkten gegenläufige Effekte. Während der Aufwand für Gehälter unter anderem aufgrund der gezahlten Inflationsausgleichsprämie anstieg, gingen die Aufwendungen durch Personalwechsler in die MLP SE zurück.


Die planmäßigen Abschreibungen und Wertberichtigungen gingen auf 6,4 Mio. € (8,5 Mio. €) zurück.


Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 122,5 Mio. € (112,1 Mio. €), vor allem aus höheren konzerninternen Leistungsumlagen sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit einer nachgeholten Jubiläumsveranstaltung, welche im Vorjahr coronabedingt nicht stattfinden konnte.


Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB sowie mit Ergänzungen durch § 277 Abs. 3, Satz 2 HGB für die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird zur besseren Darstellung der Ertragslage um die Zwischensummen "Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit" und "Finanzergebnis" ergänzt. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) stieg deutlich auf 22,8 Mio. € (14,6 Mio. €), bedingt durch die höheren Gesamterlöse sowie die geringeren Aufwendungen.


Die Erträge aus Beteiligungen gingen auf 3,3 Mio. € (4,7 Mio. €) zurück. Diese reflektieren vor allem den der MLP Finanzberatung SE zustehenden Anteil am Gewinn der MLP Hyp, im Berichtszeitraum mit 2,9 Mio. € in deutlich geringerer Höhe als im Vorjahr (4,3 Mio. €), sowie den Gewinnanteil an der Uniwunder in Höhe von 0,4 Mio. € (0,4 Mio. €). Gegenläufig wirkt sich der Anstieg in den Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen auf 3,1 Mio. € (1,5 Mio. €) aus. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens erhöhten sich auf 15,0 Mio. € (0,3 Mio. €), im Wesentlichen bedingt durch die Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts der DI Deutschland.Immobilien AG. Zinsen und ähnliche Aufwendungen erhöhten sich auf 1,6 Mio. € (1,1 Mio. €). Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen lagen bei 0,5 Mio. € (0,1 Mio. €). Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen aus den Gewinnabführungsverträgen mit ZSH und MLP Startup GmbH lagen bei 2,5 Mio. € (0,0 Mio. €). In der Folge ging das Finanzergebnis zurück auf -12,2 Mio. € (4,8 Mio. €).


Damit lag das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 10,6 Mio. € niedriger als im Vorjahr (19,4 Mio. €).


Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen 7,3 Mio. € (5,3 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern lag bei 3,3 Mio. € (14,1 Mio. €). Die sonstigen Steuern betrugen 0,0 Mio. € (0,0 Mio. €). Der Jahresüberschuss ging damit zurück auf 3,3 Mio. € (14,1 Mio. €).

Vermögens- und Finanzlage


Zum Stichtag 31. Dezember 2023 betrug die Bilanzsumme der MLP Finanzberatung SE 228,4 Mio. € (232,4 Mio. €).


Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens lagen mit 0,6 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres (3,2 Mio. €). Diese Position beinhaltet im Wesentlichen Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen. Hintergrund des Rückgangs sind planmäßige Abschreibungen.


Die Sachanlagen blieben mit 10,6 Mio. € (10,4 Mio. €) nahezu unverändert. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte betrugen davon 1,6 Mio. € (1,9 Mio. €). Andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung beliefen sich auf 9,0 Mio. € (8,4 Mio. €). Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau betrugen 0,0 Mio. € (0,1 Mio. €).


Die Finanzanlagen beliefen sich auf 16,8 Mio. € (31,5 Mio. €). Der überwiegende Teil hiervon entfällt auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 15,2 Mio. € (29,8 Mio. €). Der Rückgang begründet sich im Wesentlichen aus der Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts der DI Deutschland.Immobilien AG. Die Beteiligungen lagen unverändert bei 1,7 Mio. € (1,7 Mio. €).


Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen auf 158,8 Mio. € (155,2 Mio. €). Hiervon entfallen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31,1 Mio. € (28,4 Mio. €). Ursächlich für den Anstieg bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im Wesentlichen höhere Provisionsforderungen infolge leicht gestiegener Umsatzerlöse. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich auf 106,9 Mio. € (103,3 Mio. €). Hierin ausgewiesen werden im Wesentlichen Provisionsforderungen gegenüber der Vertrieb Deutschland.Immobilien GmbH, Forderungen gegenüber der MLP Banking AG und der MLP StartUp GmbH; gegenläufig wirkt sich die planmäßige Tilgung von Intercompany-Darlehen aus. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, erhöhten sich auf 4,4 Mio. € (3,7 Mio. €). Die sonstigen Vermögensgegenstände verminderten sich auf 16,4 Mio. € (19,8 Mio. €), unter anderem aus geringeren Ertragssteuerzahlungen und geringeren Forderungen gegenüber Beratern.


Der Bestand an Wertpapieren verminderte sich auf 0,0 Mio. € (0,7 Mio. €).


Der Posten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks stieg auf 36,2 Mio. € (27,3 Mio. €).


Der Rechnungsabgrenzungsposten betrug 5,4 Mio. € (4,1 Mio. €).


Das Eigenkapital der MLP Finanzberatung SE erhöhte sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 auf 62,1 Mio. € (58,8 Mio. €). Der Bilanzgewinn betrug 41,4 Mio. € (38,1 Mio. €). Dieser setzt sich zusammen aus dem Gewinnvortrag in Höhe von 38,1 Mio. € und dem Ergebnis des Berichtsjahres in Höhe von 3,3 Mio. €. Eine Einstellung oder Entnahme in andere Gewinnrücklagen erfolgte nicht. Die Gewinnrücklagen bleiben bei 20,6 Mio. € (20,6 Mio. €) konstant. Die handelsrechtliche Eigenkapitalquote stieg auf 27,2 % (25,3 %).


Die Rückstellungen erhöhten sich auf 78,9 Mio. € (75,4 Mio. €). Darin enthalten sind Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 5,4 Mio. € (5,1 Mio. €) und sonstige Rückstellungen von 68,8 Mio. € (69,2 Mio. €). Steuerrückstellungen lagen zum Ende des Berichtszeitraums bei 4,7 Mio. € (1,1 Mio. €).


Die Verbindlichkeiten reduzierten sich zum Bilanzstichtag 31.Dezember 2023 auf 83,6 Mio. € (94,1 Mio. €). Der Rückgang war im Wesentlichen geprägt durch die geringeren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 20,8 Mio. € (27,5 Mio. €). Die erhaltenen Anzahlungen beliefen sich auf 5,2 Mio. € (5,5 Mio. €). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber unseren selbstständigen Geschäftsstellenleitern, Leitern der Hochschulteams und Kundenberatern, die aus offenen Provisionsansprüchen resultieren. Sie betrugen 47,6 Mio. € (48,4 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen lagen bei 1,1 Mio. € (1,9 Mio. €).


Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen bei 8,9 Mio. € (10,9 Mio. €).


Der Rechnungsabgrenzungsposten betrug 3,9 Mio. € (4,2 Mio. €).


Die Liquidität der MLP Finanzberatung SE war gesichert. Zum Ende des Berichtszeitraums standen der MLP Finanzberatung SE 36,2 Mio. € (27,3 Mio. €) an liquiden Mitteln zur Verfügung. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich auf 20,8 Mio. € (27,5 Mio. €). Zum 31. Dezember 2023 bestanden zusätzlich offene Refinanzierungslinien in Höhe von 50,0 Mio. € (50,0 Mio. €). Die MLP Finanzberatung SE war im Berichtszeitraum zu jeder Zeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage


Die Unternehmensleitung beurteilt die wirtschaftliche Lage der MLP Finanzberatung SE sowohl zum Ende des Berichtszeitraums als auch zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts positiv. Dies gilt auch für die Finanz- und Vermögenslage, ebenso für die Liquidität und die Eigenkapitalausstattung. Nach Ende des Berichtszeitraums hat es keine wesentlichen anderslautende Erkenntnisse gegeben.

Investitionen


Die Gesamtinvestitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen der MLP Finanzberatung SE lagen zum 31. Dezember 2023 bei 4,0 Mio. € (3,9 Mio. €). Der Schwerpunkt lag im Geschäftsjahr 2023 in Investitionen in IT und Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Anzahl der Kunden


Die Kundenzahl entwickelte sich im Berichtszeitraum erneut positiv. Zum 31. Dezember 2023 betreute die MLP Finanzberatung SE ca. 539.900 (ca. 531.400) Familienkunden sowie ca. 16.700 (ca. 16.400) Firmenkunden.

Entwicklung des Neugeschäfts in der Altersvorsorge


Die Beitragssumme in der Altersvorsorge erhöhte sich auf 4.155,7 Mio. € (3.911,4 Mio. €).

Mitarbeiter und selbstständige Kundenberater


Bei der MLP Finanzberatung SE waren im Berichtszeitraum durchschnittlich 996 (1.006) Mitarbeiter fest angestellt. Die Zahl der Mitarbeiter blieb damit auf Vorjahresniveau. Die Zahl der selbstständigen Kundenberater betrug 2.055 (2.057) zum Stichtag 31. Dezember 2023. Die Fluktuation der Beraterinnen und Berater lag im Berichtsjahr bei 9,6 % und damit im Rahmen unseres Ziels von maximal 10 %.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf


Für die Provisionserlöse erwarteten wir für das Geschäftsjahr 2023 eine leicht steigende Entwicklung. Letztlich lagen die Provisionserlöse auf dem Vorjahresniveau und damit unter unserer Prognose. Die Entwicklungen in den einzelnen Beratungsfeldern haben sich dabei gegenseitig nahezu ausgeglichen.


In der Altersvorsorge rechnete MLP für das Jahr 2023 zwar damit, dass sich die Zurückhaltung beim Abschluss langfristiger Vorsorgeverträge vor allem aufgrund der aufgekommenen wirtschaftlichen Unsicherheiten marktweit fortsetzen würde. Deutliche Impulse erwarteten wir aber aus der bereits erfolgten und weiter stattfindenden Stärkung unseres Bereichs der jungen Beraterinnen und Berater. Neben Absicherungen vermitteln unsere Berater hier auch erste Vorsorge-Bausteine. Auch für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) erwarteten wir insgesamt für das Jahr 2023 einen Anstieg des Neugeschäfts, nachdem sich die Unternehmen hier im Vorjahr aufgrund der schwierigen Situation bei den Lieferketten und der Energieversorgung teilweise zurückgehalten hatten. Unterstützend sollte hierbei auch weiterhin unser digitales bAV-Portal für kleine und mittelständische Unternehmen wirken. Es ermöglicht Arbeitgebern die einfache Verwaltung der bAV-Verträge und stellt den Arbeitnehmern übersichtlich und kompakt Informationen zu den bAV-Angeboten des Unternehmens bereit. Insgesamt rechneten wir für den Bereich Altersvorsorge für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Neugeschäft und Umsatzerlösen leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Beitragssumme in der Altersvorsorge konnten wir wie erwartet leicht ausbauen. Die Umsatzerlöse in der Altersvorsorge lagen letztlich auf dem Vorjahresniveau und damit unter unserer Prognose.


Wachstumspotenzial sahen wir für das Geschäftsjahr 2023 in der Sachversicherung. Insbesondere sollten sich unserer Erwartung nach die deutlichen Prämienanpassungen bei Gebäudeversicherungen im Markt auf die Entwicklung der Umsatzerlöse in diesem Beratungsfeld positiv auswirken. Im Kundenbestand der MLP Finanzberatung SE sahen wir in unserer Prognose zudem weiterhin hohes Wachstumspotenzial, u. a. durch Bestandsübernahmen. Insgesamt erwarteten wir in der Sachversicherung für 2023 deutlich steigende Umsatzerlöse. Diese Erwartung hat sich trotz einer positiven Geschäftsentwicklung mit leicht gesteigerten Erlösen jedoch nicht ganz erfüllt, sodass wir hier unter unserer Prognose lagen.


In der Krankenversicherung war für 2023 keine deutliche Veränderung der Marktbedingungen absehbar, nachdem bereits 2022 das Interesse an privater Krankenversicherung infolge der Pandemie-Erfahrungen vieler Bürger gestiegen war. Die Nachfrage im Bereich Zusatzversicherungen bot für 2023 unserer Einschätzung nach jedoch weiterhin Wachstumspotenzial. Außerdem sahen wir bei der "Betrieblichen Krankenvorsorge" Zukunftspotenzial, nachdem diese 2022 verstärkt ins Bewusstsein von Unternehmen und Versicherten gerückt war. In der Summe gingen wir für 2023 dennoch von gleichbleibenden Umsatzerlösen in der Krankenversicherung aus. Der Geschäftsverlauf war in diesem Beratungsfeld besser als erwartet, die Umsatzerlöse in der Krankenversicherung 2023 sind leicht gestiegen, sodass wir unsere Prognose übertroffen haben.


In unserer Prognose für 2023 sahen wir fremdgenutzte Immobilien im Rahmen einer breit aufgestellten Anlagestrategie, mitunter auch als Inflationsschutz, weiterhin als gute Investitionsmöglichkeit für unsere Zielgruppe an. Unser Immobilienbereich konnte sich jedoch im Berichtszeitraum den negativen Marktentwicklungen nicht entziehen.


Wachstumspotenzial ergab sich aus unserer Sicht vor allem aus der Vermittlung von Neubauten und Konzeptimmobilien und hier insbesondere für Pflege und altersgerechtes Wohnen. Mit der Deutschland.Immobilien besitzen wir hier eine besondere Expertise. Zudem erwarteten wir, von einer erweiterten Angebotspalette für unsere Berater zu profitieren, von denen immer mehr das Thema Immobilien in ihre umfassende Kundenberatung aufnehmen. Wir nahmen in unserer Prognose an, dass die insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2022 verzeichneten Herausforderungen im Markt für Immobilien nicht dauerhaft sein würden, zumal weiterhin ein Angebotsdefizit bei Wohnraum in Deutschland besteht. Konkret rechneten wir damit, dass sich das vermittelte Volumen und die Umsatzerlöse aus der Vermittlung 2023 leicht erhöhen würden. Abweichend von unserer Erwartung reduzierte sich das vermittelte Volumen aufgrund des aktuell herausfordernden Marktumfelds im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Analog dazu sanken die Erlöse im Beratungsfeld Immobilienvermittlung im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich.


In der Finanzierung von Immobilien erwarteten wir, dass der Einbruch im Markt aus dem vierten Quartal 2022 nur vorübergehend sein würde. Vor dem Hintergrund einer insbesondere in unserer Kundengruppe weiterhin hohen Nachfrage nach Wohneigentum rechneten wir für das Jahr 2023 mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse. Vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds - speziell im Bereich der Baufinanzierung - waren die Erlösentwicklungen entgegen unserer ursprünglichen Erwartung in der Finanzierung jedoch deutlich rückläufig.


Für das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit erwarteten wir für das Geschäftsjahr 2023 einen leichten Anstieg. Letztlich konnten wir das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit sogar deutlich steigern und haben damit unsere Prognose übertroffen.


Für die Fluktuationsquote der Beraterinnen und Berater hatten wir uns einen Zielwert von maximal 10 % gesetzt, welchen wir mit einer Fluktuationsquote von 9,6 % auch eingehalten haben.

Festlegung einer Frauenquote - Angaben gem. §289f Abs. 4 i.V.m. Abs. 2 Nr. 4 HGB


Vorstand und Aufsichtsrat der MLP SE haben sich aus Konzernsicht intensiv mit der Einführung einer Frauenquote beschäftigt. Bereits im Jahr 2020 hat der Aufsichtsrat der MLP SE für den Vorstand und den Aufsichtsrat der MLP SE als Mutterkonzern interne Regelungen zur Zusammensetzung der beiden Gremien festgehalten, die eine Zielgröße für Frauen von jeweils mindestens 25 % - beim Aufsichtsrat auf der Seite der Anteilseigner - bei gleicher persönlicher und fachlicher Eignung vorsehen. Eine Erreichung dieser Zielgröße ist bis zum Jahr 2025 vorgesehen.


Im Dezember 2022 hat der Vorstand der MLP Finanzberatung SE beschlossen, dass der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene (Bereichsleitung) und auf der zweiten Führungsebene (Abteilungsleitung) unterhalb des Vorstands der Gesellschaft zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 mindestens 33 % betragen soll.


Im August 2023 hat sich der Aufsichtsrat der MLP Finanzberatung SE das Ziel gesetzt, mindestens 20 % der Mitglieder des Vorstands mit geeigneten weiblichen Mitgliedern zu besetzen. Der Vorstand der MLP Finanzberatung SE wurde mit Wirkung zum 1.09.2023 von vormals vier auf fünf Personen erweitert. Die Zielgröße von 20 Prozent entspricht damit einem Vorstandsmitglied. Zur Erreichung dieses Ziels wird der Aufsichtsrat bei seiner Kandidatenauswahl Kandidatinnen bei gleicher persönlicher und fachlicher Eignung den Vorzug vor männlichen Kandidaten gewähren. Für die Erreichung dieses Ziels setzt sich der Aufsichtsrat eine Umsetzungsfrist bis zum Ablauf des Jahres 2025.


Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus auch eine Zielgröße für die Besetzung des Aufsichtsrats mit weiblichen Mitgliedern beschlossen. Der Aufsichtsrat der MLP Finanzberatung SE besteht derzeit nur aus drei Personen, wobei ein Mandat einer Arbeitnehmervertreterin bzw. einem Arbeitnehmervertreter vorbehalten ist. Letztgenanntes Mandat ist derzeit mit einer Arbeitnehmervertreterin besetzt.


Der Aufsichtsrat berücksichtigt bei seiner Entscheidung, dass die Gesellschaft seit ihrer Gründung im Jahr 2017 mit der MLP SE nur einen Aktionär hat. Mit lediglich drei Aufsichtsratsmitgliedern weist die Gesellschaft eine sehr schlanke Organstruktur auf. Diese schlanke Struktur hat sich erfolgreich bewährt. Die Aktionärsvertreter sind derzeit etablierte Mitglieder, deren Wiederwahl außer Frage steht. An der Struktur und Größe des Aufsichtsrats sollen keine grundsätzlichen Veränderungen vorgenommen werden. Vor diesem Hintergrund wird eine Quote von 0 Prozent Frauen auf Anteilseignerseite im Aufsichtsrat festgelegt.

RISIKOBERICHT

Risikomanagementsystem


Unter Risikomanagement versteht MLP den Einsatz eines umfassenden Instrumentariums für den Umgang mit Risiken gemäß der durch den Vorstand festgelegten Strategie. Risiken sollen im Rahmen der internen Kontrollverfahren und aufgrund der damit verbundenen Ertragschancen und Wachstumspotenziale bewusst und kontrolliert eingegangen werden.


Die MLP Finanzberatung SE ist in das gruppenweite Risikomanagementsystem der MLP Finanzholding-Gruppe (MLP FHG) eingebunden, übergeordnetes Unternehmen ist die MLP SE.


Wesentliche Bestandteile des gruppenweiten Risikomanagementsystems bilden dabei die Aufbau- und Ablauforganisation und insbesondere die Risikosteuerungs- und -controllingprozesse sowie die besonderen Funktionen Risikocontrolling, Compliance und Interne Revision.


Das Risikomanagementsystem dient ebenfalls dazu, den Anforderungen nach § 91 Abs. 2 AktG bzgl. eines Risikofrüherkennungssystems nachzukommen.

Risikogrundsätze


Der Vorstand der MLP SE als übergeordnetem Unternehmen der MLP Gruppe legt die Geschäftsstrategie sowie eine dazu konsistente Risikostrategie für die MLP FHG fest. Aus der Risikostrategie geht der gruppenweite Risikoappetit hervor. Die Risikostrategie definiert insofern die Rahmenbedingungen für das Risikomanagement in der MLP FHG. Der Risikoappetit wird dabei regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.


Die nachfolgenden in Konsistenz zur Geschäftsstrategie stehenden Grundsätze beschreiben die zentralen Rahmenbedingungen für das Risikomanagement der MLP Finanzberatung SE:

Der Vorstand ist für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich.

Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Risikostrategie.

MLP fördert ein starkes Risikobewusstsein und eine ausgeprägte Risikokultur.

MLP verfolgt eine umfassende Risikokommunikation inkl. Risikoberichterstattung.

Zielsetzung


Ausgangspunkt der Risikostrategie ist das Konzept eines ertragsorientierten Unternehmensmanagements mit dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts, wie es durch die geschäftsstrategischen Rahmenbedingungen vorgegeben wird. MLP setzt dieses über ein mit den einzelnen Segmenten und Unternehmen verknüpftes systematisches und integriertes Ertrags- und Risikosteuerungskonzept um. Alle geschäftspolitischen Entscheidungen werden dabei an der Erzielung einer angemessenen Rentabilität unter Berücksichtigung der relevanten Risiken ausgerichtet. Die MaRisk-Risikosteuerung erfolgt in Bezug auf die Kapital-/Risikodeckungsmassenallokation aufgrund des Waivers aus Gruppensicht. Die Risikoidentifikation erfolgt auf Gruppenebene unter Einbindung der Risikoorganisation der Gruppe und damit auch der MLP Finanzberatung SE. Für die Risikotragfähigkeitsbetrachtung werden die Risiken der Gruppe der Risikodeckungsmasse auf Gruppenebene gegenübergestellt. Die die Konzernsegmente umfassende Risikoorganisation ermöglicht die Risikosteuerung innerhalb der einzelnen Konzern-Gesellschaften mit wesentlichen Risiken.


Unter diesen Prämissen nimmt MLP in der geschäftspolitischen Ausrichtung grundsätzlich eine risikoadäquate Position ein. Dies bedeutet, dass Risiken unter Beachtung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit bei günstigem Risiko-Chancen-Profil bewusst eingegangen werden, bei ungünstigerem Profil erfolgt in der Regel eine Kompensation oder Verminderung der Risiken.


Die Risiko-Ertrags-Relation ist dabei ein Entscheidungskriterium bei der Bewertung von Risikoübernahmen im Einzelfall bzw. bei einem bestimmten Portfolio. So werden beispielsweise für die bei den Adressenausfallrisiken ermittelten Risikokosten über das Gesamtportfolio grundsätzlich entsprechende Risikoprämien am Markt vereinnahmt oder über Cross-Selling-Erlöse verdient.


In Abhängigkeit von Art, Umfang und Beeinflussbarkeit des Risikos ist im Einzelfall darüber zu entscheiden, ob das jeweilige Risiko

vermieden (Risiken werden bewusst nicht eingegangen),

reduziert (Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder der Höhe der potenziellen Verluste, Verbesserung der Beherrschbarkeit der Risiken),

übertragen (Risiken werden auf Dritte übertragen, z. B. Versicherungen), und/oder

akzeptiert werden soll.

Organisation

Risikosteuerungs- und -controllingprozesse


Die Risikosteuerung in der MLP Finanzberatung SE und deren dezentrale operative Umsetzung in den Geschäftseinheiten erfolgen auf der Grundlage der Risikostrategie. Die für die Risikosteuerung verantwortlichen Einheiten treffen Entscheidungen zur bewussten Akzeptanz, Reduzierung, Übertragung oder Vermeidung von Risiken. Dabei beachten sie die zentral vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Controlling überwacht Ergebnisentwicklung


Das Controlling ist für die Planungsprozesse und die fortlaufende Überwachung der Ergebnisentwicklung verantwortlich. Der Planungsprozess ist in einen kurz- und mittelfristigen Planungshorizont mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad unterteilt.


Für die Überwachung der geplanten Zielgrößen werden die tatsächlich erreichten Umsatz- und Ergebnisgrößen im Rahmen von täglichen, wöchentlichen und monatlichen Reportings den entsprechenden Plangrößen gegenübergestellt und somit fortlaufende Transparenz für das Management geschaffen.

Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess


Das interne Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Lageberichterstattung dienen der Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MLP Finanzberatung SE. Das IKS hat zum Ziel, die vollständige und richtige Erfassung, Verarbeitung sowie Dokumentation sämtlicher Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften und Standards bzw. Richtlinien sicherzustellen.


Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche unterliegen in besonderem Maße an sie gestellten quantitativen und qualitativen Anforderungen, denen MLP durch eine möglichst klare Organisations-, Unternehmens- sowie Kontrollstruktur begegnet. Dazu werden die mit dem Rechnungslegungsprozess betrauten Mitarbeiter regelmäßig geschult.


Die Kontrollen im Rechnungslegungsprozess sind darauf ausgerichtet, die Erstellung des Jahresabschlusses im Einklang mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften zu gewährleisten und die ordnungsgemäße und fristgerechte interne sowie externe Finanzberichterstattung sicherzustellen. Der Umfang der in die Arbeitsabläufe integrierten Kontrollen und Zuständigkeiten ist klar geregelt.


Für den Lagebericht werden ergänzend Finanz- und Risikodaten herangezogen, die ebenfalls dem internen Kontrollsystem unterliegen.


Wichtige Kontrollinstrumente bei allen wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Prozessen bilden die Funktionstrennung, systemseitige Kontrollen, das Vier-Augen-Prinzip sowie die Prüfungshandlungen der Internen Revision. Die wesentlichen Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS sind in Dokumenten und Arbeitsanweisungen niedergelegt, die regelmäßig aktualisiert und im Organisationshandbuch veröffentlicht werden.


Die Erstellung des Jahresabschlusses der MLP Finanzberatung SE erfolgt grundsätzlich unter Verwendung von Standardsoftware. Das Konzernrechnungswesen stellt die Vollständigkeit und Richtigkeit der relevanten Angaben auf Basis der zugelieferten Informationen sicher.


Die Angemessenheit und Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen IKS werden regelmäßig geprüft und überwacht.

Interne Revision


Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Überwachung unseres Risikomanagements und -controllings zur Sicherstellung angemessener Prozesse, Kontrollen und Verfahren besteht in regelmäßigen Prüfungen durch die Interne Revision, die sowohl organisatorisch als auch funktional unabhängig von den operativen Einheiten ist. Geprüft wird vor allem die Einhaltung der maßgeblichen Richtlinien unter besonderer Beachtung gesetzlicher Vorschriften.


Die konzernweite Interne Revision führt hierzu u.a. regelmäßig Prozess- und Systemprüfungen durch und überwacht die Behebung der getroffenen Prüfungsfeststellungen. Dies beinhaltet auch die Prüfung der IT-Systeme sowie die Nachverfolgung und Beurteilung des Abarbeitungsstatus von Feststellungen durch externe Prüfungen.

Risikoberichterstattung


Eine aussagekräftige Risikoberichterstattung ist die Basis für eine sachgerechte und erfolgreiche Unternehmenssteuerung. Hierzu besteht ein umfassendes internes Reporting-System. Es stellt eine zeitnahe Information der Entscheidungsträger über die aktuelle Risikosituation sicher. Risikoreports werden in festgelegten Intervallen (monatlich oder vierteljährlich) generiert oder bei Bedarf ad hoc erstellt. Darüber hinaus bilden Planungs-, Simulations- und Steuerungsinstrumente mögliche positive und negative Entwicklungen auf die wesentlichen Wert- und Steuerungsgrößen des Geschäftsmodells und ihre Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ab.


Adressaten der Risikoberichterstattung ist der Vorstand. Über Veränderungen von relevanten Einflussfaktoren wird zeitnah und umfänglich informiert.

Darstellung der Risiken


Die MLP Finanzberatung SE ist finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Diese umfassen insbesondere das Adressenausfall- und das Liquiditätsrisiko. Neben den finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen zudem Gefährdungen durch operationelle und die Sonstigen Risiken. Die Risiken werden nach risikoreduzierenden Maßnahmen wie beispielsweise Versicherungen berücksichtigt. Die MLP Finanzberatung SE ist in der Risikosteuerung auf Gruppeneben integriert. Die angegebenen Werte beziehen sich auf die MLP Finanzberatung SE, wie sie im Rahmen der internen Risikosteuerung auf Gruppenebene abgebildet werden.

Adressenausfallrisiken


Das Adressenausfallrisiko ist das Risiko eines Verlusts aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Geschäftspartners. Das Adressenausfallrisiko umfasst neben dem originären Kreditrisiko das Migrationsrisiko, das Garantierisiko, das Kontrahentenrisiko, das Staatsrisiko, das Länderrisiko, das Verwertungsrisiko, das Beteiligungsrisiko sowie Ausfallrisiken aus Vermietung. Mit der ökonomischen Perspektive rückte insbesondere das Migrationsrisiko stärker in den Vordergrund und wurde daher neu in den Risikokatalog aufgenommen.


Die Adressenausfallrisiken der MLP Finanzberatung SE bestehen im Wesentlichen aus Provisionsforderungen gegenüber Produktpartnern sowie dem Beteiligungsrisiko. Wesentliche Länderrisiken bestehen nicht. Ebenso bestehen Risikopositionen gegenüber verbundenen Unternehmen (DI Deutschland.Immobilien AG und RVM GmbH). Für diese Risikopositionen wird als ungerateter Bestand ebenso auf den Kreditrisiko-Standardansatz in Anlehnung an die aufsichtsrechtlichen Formeln gemäß CRR zurückgegriffen.


Für Guthaben bei Kreditinstituten sowie Provisionsforderungen gegen geratete Versicherungsgesellschaften erfolgt die Quantifizierung gemäß eines IRB-Ansatz angelehnt an CRR.


Das Adressenausfallrisiko wird auf Ebene der MLP Finanzberatung SE nicht eigenständig quantifiziert, da die MLP Finanzberatung SE in der Gruppenbetrachtung der MLP Finanzholdinggesellschaft berücksichtigt ist. Die Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt auf Ebene der MLP Finanzberatung SE durch die zuständigen Risikobesitzer.


Die besondere Risikosituation im Tochterunternehmen DI Deutschland.Immobilien AG, welche im Wesentlichen aufgrund der fortbestehenden negativen Entwicklungen am Immobilienmarkt weiterhin besteht, ist in der Risikobetrachtung berücksichtigt.

Liquiditätsrisiken


Unter Liquiditätsrisiken versteht die MLP Finanzberatung SE die Unsicherheit hinsichtlich einer unzureichenden oder nur zu verschlechterten Konditionen möglichen Verfügbarkeit von Geldmitteln zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen oder zur Reduzierung von Risikopositionen. Wesentliche Komponenten des Liquiditätsrisikos sind zum einen das Zahlungsunfähigkeitsrisiko (dispositives Liquiditätsrisiko) und zum anderen das Refinanzierungsrisiko (strukturelles Liquiditätsrisiko).


Die dispositive Liquiditätssteuerung ist durch eine zeitnahe Valutierung der erbrachten Leistungen, des sachlich bedingten direkten Zusammenhangs zwischen Provisionszu- und -abflüssen gekennzeichnet. Daneben erfolgt zur strukturellen Liquiditätssteuerung eine turnusmäßige Erhebung der erwarteten Zu- und Abflüsse auf Basis einer Liquiditätsablaufbilanz, die die voraussichtliche Entwicklung der Liquidität über einen mittelfristigen Zeithorizont aufzeigt.


Die Liquiditätsreserven betragen zum Abschlussstichtag 56,9 Mio. EUR (Vorjahr: 52,3 Mio. EUR) und stellen gleichzeitig die freien Liquiditätsreserven dar. Es ergibt sich ein Liquiditätsrisiko von 15 TEUR (Vorjahr: 25 TEUR).

Operationelle Risiken


Operationelle Risiken werden nach Artikel 4 CRR als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten, verstanden. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein.


Die Verminderung des Operationellen Risikos soll in erster Linie durch die laufende Verbesserung der Kontrollhandlungen u.a. durch die Digitalisierung der Geschäftsprozesse erreicht werden. Weitere Sicherungsmaßnahmen sind der Risikotransfer durch den Abschluss von Versicherungen und der Verzicht auf risikoträchtige Produkte. Darüber hinaus stehen zur Sicherung der Fortführung des Geschäftsbetriebes für kritische Geschäftsprozesse Notfallpläne bereit.

Risiken aus internen Verfahren


Risiken aus internen Verfahren bestehen insbesondere aus Fehlern in Verfahren der internen Organisation und Kommunikation, des Vertriebs, der Compliance, Datenschutz und Geldwäsche sowie Vertragsverpflichtungen und -gestaltungen.


MLP setzt im Rahmen ihrer Verwaltungstätigkeiten und administrativen Tätigkeiten interne und externe Mitarbeiter sowie bauliche und technische Ressourcen ein. Durch einen umfangreichen Versicherungsschutz, der einer laufenden Überprüfung unterzogen wird, sichern wir uns gegen Schadensfälle und ein mögliches Haftungsrisiko ab.


Aus einem möglichen Fehler in der Kundenberatung und damit verbundenen Schadensersatzansprüchen besteht ein Beratungs- und Haftungsrisiko. Das potenzielle Beratungsrisiko wird durch die Sicherstellung einer fortlaufend hohen Beratungsqualität minimiert, die unter anderem durch IT-gestützte Tools unterstützt wird. Beratungsgespräche mit den Kunden und die daraus resultierenden Ergebnisse werden umfassend dokumentiert.


Im Rahmen definierter Anpassungsprozesse bei Änderungen betrieblicher Prozesse oder Strukturen, Übernahmen und Fusionen sowie dem Prozess zur Einführung neuer Produkte - respektive bei der Ausweitung der Aktivitäten auf neue Märkte oder über neue Vertriebswege - wird sichergestellt, dass vor Umsetzung geplanter Maßnahmen, alle betroffenen Funktionen von MLP beteiligt, mögliche wesentliche Risiken erhoben und ein entsprechendes Konzept erstellt wird.

Risiken aus menschlichen Fehlern und Mitarbeiterverfügbarkeit


Risiken aus menschlichen Fehlern und Mitarbeiterverfügbarkeit entstehen insbesondere aus mangelnder Mitarbeiterqualifikation und -verfügbarkeit, unerlaubten betrügerischen und strafrechtlich relevanten Handlungen sowie Arbeitssicherheit und sonstigem menschlichen Fehlverhalten.


Das größte Kapital der MLP sind die Beraterinnen und Berater sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deswegen wird ein besonderer Wert auf die Qualifizierung unserer Mitarbeitenden und Führungskräfte gelegt. Gleichwohl lassen sich menschliche Fehler nicht vollständig ausschließen. Dabei setzen wir auf eine offene, positive Fehlerkultur - entsprechend den Kernwerten Leistung und Vertrauen - mit dem Ziel, Fehler frühzeitig zu erkennen, unsere Prozesse stetig zu verbessern und unsere Innovationskraft zu stärken. Mit einer aktiven Personalplanung und gezielten Personalmarketingmaßnahmen wird das Risiko von personellen Engpässen verringert.


Mitarbeitende, die mit vertraulichen Informationen arbeiten, verpflichten sich, die entsprechenden Vorschriften einzuhalten und mit den Informationen verantwortungsvoll umzugehen. Eine klare Trennung von Management- und Kontrollfunktionen begrenzt das Risiko von Verstößen gegen interne und externe Vorschriften. Definierte Vertretungsregelungen gewährleisten die Sicherstellung unserer Geschäftsabläufe und Entscheidungsprozesse.

IT-Risiken


IT-Risiken ergeben sich insbesondere aus einem etwaigen Ausfall von kritischen IT-Prozessen, Applikationen, IT-Systemen sowie IT-Infrastrukturen und schließen mögliche Cyberattacken mit ein.


Um mögliche Risiken aus dem IT-Bereich effektiv zu minimieren, verfolgt MLP eine IT-Strategie. Bei der Auswahl der IT-Systeme steht überwiegend branchenspezifische Software im Fokus. Falls erforderlich, werden geschäftsspezifische Eigenentwicklungen durch qualifizierte interne und externe Spezialisten erstellt. Die vor Inbetriebnahme durchgeführten umfangreichen Systemtests und Pilotierungseinsätze sollen die einwandfreie Funktion der IT-Systeme sicherstellen. Durch die Auslagerung des Rechenzentrumsbetriebes an externe Dienstleistungsunternehmen mit verschiedenen Standorten sowie in Cloud-Plattformen, Back-Up-Systeme, Spiegeldatenbanken und durch eine definierte Notfallplanung wird der Datenbestand vor einem möglichen Datenverlust marktüblich abgesichert.


Die IT-Systeme werden vor einem unberechtigten Zugriff durch das Zugangs- und Berechtigungskonzept, einem Malewareschutz orientiert am aktuellen Stand der Technik sowie weitere umfassende Sicherheitseinrichtungen geschützt. Aufgrund der vorhandenen Virtualisierung des Arbeitsplatzes ist die Möglichkeit für ein ortsunabhängiges Arbeiten technisch gegeben.


MLP betreibt ein gruppenweites Informationssicherheitsmanagementsystem, um mögliche Risiken in Bezug auf die Informationssicherheit zu identifizieren und angemessen zu behandeln. Bei den Schutzmaßnahmen orientieren wir uns am aktuellen Stand der Technik und lassen diese regelmäßig durch externe Experten überprüfen. Innovationen aus den digitalen Bestrebungen werden in einem Laborumfeld entwickelt, um Risiken während der Entwicklung gering zu halten.

Risiken aus externen Ereignissen


Risiken aus externen Ereignissen umfassen Auslagerungen, Gesetzgebung und Politik, kriminelle und betrügerische Handlungen (extern) sowie Naturkatastrophen und höhere Gewalt.


In der Finanzdienstleistungsbranche hat der Trend zur Industrialisierung und zur Reduktion der Fertigungstiefe zugenommen. Die Unternehmen fokussieren sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen: Produktion von Finanzdienstleistungsprodukten, Service- und Informationsdienstleistungen, fachliche Beratungskompetenz und Vertriebskompetenz. Die MLP Finanzberatung SE nimmt in diesem Marktumfeld für nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten die Dienstleistung externer Partner in Anspruch. Wesentliche Auslagerungs-Aktivitäten werden dabei in Anlehnung an die Anforderungen der MaRisk in das Risikomanagement, in Form des Regelsteuerkreises der Risikocontrolling- und -steuerungsprozesse mit fortlaufender Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -reporting einbezogen. MLP hat dabei die Verantwortung für die ausgelagerten Prozesse klar geregelt und ein zentrales Auslagerungsmanagement installiert. Somit können die potenziell aus ausgelagerten Geschäftsaktivitäten erwachsenden organisatorischen, strukturellen und prozessualen Risiken gesteuert werden.


Darüber hinaus wurden zur Minimierung der Risiken aus externen Ereignissen wie Betrug, Einbruch, Diebstahl oder Schäden durch Naturereignisse, sofern sinnvoll, entsprechende Versicherungen abgeschlossen.


Über interne Sicherheitsvorkehrungen werden zudem Betrugsversuche sowie Einbruch und Diebstahl möglichst bereits im Vorfeld verhindert. Zur Prävention von externen Cyber-Risiken, zum Beispiel Hackerangriffe und Maleware, werden entsprechende Vorkehrungen getroffen und gängige Standards wie Firewalls, Intrusion Prevention / Detection Systeme, Virenscanner sowie ein aktives Patch- und Schwachstellenmanagement von Systemen betrieben.

Rechtsrisiken


Rechtliche Risiken ergeben sich aus den vorgenannten Kategorien, wenn diese einen spezifischen rechtlichen Bezug aufweisen.


Die Steuerung der Rechtsrisiken wird grundsätzlich durch den Rechtsbereich wahrgenommen. Dessen Aufgabe besteht neben der Beratung bei Unternehmensentscheidungen und der Gestaltung von Geschäftsprozessen auch in der Begleitung und Bewertung von laufenden Rechtsstreitigkeiten. Mögliche rechtliche Risiken sollen in einem frühen Stadium erkannt und Lösungsmöglichkeiten zu deren Minimierung, Begrenzung oder Vermeidung aufgezeigt werden. Der Rechtsbereich koordiniert die Beauftragung und Einbindung von externen Rechtsanwälten. Im Rahmen der Risikoreduzierung prüft und überwacht der Rechtsbereich den vorhandenen Versicherungsschutz und veranlasst gegebenenfalls notwendige Anpassungen.


Durch ein aktives Wissensmanagement in den Fachbereichen und einer gleichzeitigen ständigen Beobachtung der gesetzlichen Entwicklungen wird sichergestellt, dass mögliche rechtliche Änderungen frühzeitig erkannt werden können.

Anrechnungsbetrag nach eigenem Modell


Die Quantifizierung der operationellen Risiken erfolgt nach einem eigenen Modell. Die Quantifizierung wird hierbei auf Grundlage der durchschnittlichen bzw. maximalen Eintrittshäufigkeit und Schadenshöhe aus den Ergebnissen des Self-Assessments sowie der historischen Schadensdaten vorgenommen Das operationelle Risiko wird auf Ebene der MLP Finanzberatung SE nicht eigenständig quantifiziert, da die MLP Finanzberatung SE in der Gruppenbetrachtung der MLP Finanzholdinggesellschaft berücksichtigt ist. Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt auf Ebene der MLP Finanzberatung SE durch die zuständigen Risikobesitzer.

Sonstige Risiken


Zu den Sonstigen Risiken zählen strategische Risiken, Absatzrisiken, Reputations-, Pensions- und Steuerrisiken. Die strategischen Risiken bzw. "Geschäftsrisiken" schließen auch potenzielle Unterstützungsrisiken (sogenannte Step-in-Risiken) für ein nicht konsolidiertes Unternehmen mit ein, sofern die Unterstützung ohne vertragliche Verpflichtung erfolgt. Die sonstigen Risiken werden im Rahmen der Gruppensteuerung mit Hilfe eines pauschale Risikobetrags ("Risikopuffer") berücksichtigt.


Im Vergleich zum Vorjahr wurden die sonstigen Risiken in der Risikoinventur auf Gruppenebene neu strukturiert. Nun wird die Risikokategorie der allgemeinen Geschäftsrisiken im Vorjahr nach strategischen Risiken Absatzrisiken und Steuerrisiken unterschieden. Unter die strategischen Risiken fallen die gesamtwirtschaftlichen Risiken, Umfeld- und Branchenrisiken sowie die unternehmensstrategischen Risiken.


Die Abbildung der MLP Finanzberatung SE in der Risikosteuerung auf Gruppenebene erfolgt über einen Beteiligungsansatz, der Bemessungsgrundlage für die Risikoquantifizierung durch Stress geeigneter Eingangsparameter ist und sich als stille Reserve in einer geringeren Risikodeckungsmasse spiegelt.

Strategische Risiken


Zu den strategischen Risiken zählen Risiken, die sich aus dem Geschäftsmodell im Zusammenspiel mit dem externen Umfeld ergeben. Dazu gehören beispielsweise das Wettbewerber- und Kundenverhalten oder der technische Fortschritt sowie Risikotreiber aus dem ESG-Kontext. So kann infolge einer unzureichenden Ausrichtung des Unternehmens auf das jeweilige - möglicherweise kurzfristig veränderte - Geschäftsumfeld die geplante Ergebniserreichung unerwartet gefährdet sein. Zudem birgt eine Fokussierung, z.B. auf einzelne Produkte oder auf ein spezielles Kundensegment, das Risiko einer übermäßigen Abhängigkeit des Geschäftsergebnisses vom Erfolgsbeitrag dieser Produkte oder Kundengruppe. Hieraus ergeben sich bei Veränderung des Marktes möglicherweise Risiken aus Ertragskonzentrationen. Da sich diese Risiken in den erwarteten Cashflows niederschlagen, sind sie implizit in der Betrachtung des Beteiligungsrisikos der nicht in der CRR-Gruppe befindlichen Unternehmen der MLP FHG erfasst. Ferner ist in der ökonomischen Sicht auf die Ertragspotenziale aus provisionslastigem Geschäft von erhöhten Geschäftsrisiken auszugehen. Sich materialisierende Risiken können direkt zukünftige Provisionsflüsse beschränken.


Strategische Risiken können auch aus einem inadäquaten strategischen Entscheidungsprozess resultieren, die sich im Zusammenspiel z.B. mit Diskontinuitäten im Markt, dem Markt unzureichend angepassten Produkten und Dienstleistungen oder aus einer mangelhaften Umsetzung der gewählten Strategie und deren Umsetzungsüberwachung manifestieren.

Gesamtwirtschaftliche Risiken


Ebenso können gesamtwirtschaftliche Veränderungen in den ökonomischen und politischen Faktoren Auswirkungen auf das Geschäftsmodell und die Entwicklung von MLP haben. Es werden daher die nationale und internationale Entwicklung im politischen, ökonomischen und regulatorischen Umfeld sowie die konjunkturelle Entwicklung und sonstige Anforderungen am Finanzdienstleistungsmarkt beobachtet. Dabei stützen wir uns insbesondere auf das in der FERI gebündelte Wissen.


In der mittel- bis langfristigen Perspektive wird die prognostizierte demografische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland weiterhin zu einer erheblichen Rentenlücke führen. Auch die Skepsis der Bevölkerung hinsichtlich der Motivation und des Umsetzungswillens der Politik, die Rentenlücke zu schließen, stützt diese Erwartung. Die geringe Arbeitslosenquote - erfreulich aus Sicht des Kundenpotenzials - und mithin der gestiegene Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte stellen hinsichtlich der Beratergewinnung Herausforderungen für MLP dar. Aufgrund der vorangegangenen Lieferengpässe sowie der Inflations- und Zinsentwicklung ist die Gesamtlage im Immobiliensektor weiter angespannt. Politische Entscheidungen können hier sowohl belastend als auch entlastend wirken. Ebenso besteht aufgrund der erhöhten Inflation das Risiko, dass die Energiepreise, aber auch die Lohnkosten auf einem erhöhten Niveau verbleiben. Ferner können geopolitische Entwicklungen zu Unterbrechungen oder Verzögerungen in Lieferketten und damit absatzmindernd oder kostensteigernd wirken.

Umfeld- und Branchenrisiken


Mit den Krisen der letzten Jahre haben sich Umfeld- und Branchenrisiken hinsichtlich der Wettbewerbssituation für den Vertrieb von Finanzdienstleistungen in Deutschland weiter intensiviert und die Konsolidierung des stark fragmentierten Marktes beschleunigt. Mit den FinTechs und InsurTechs sind Wettbewerber in den Markt eingetreten, die sich auf Teilprozesse im Finanz- und Versicherungsbereich konzentrieren. Gesellschaftliche Änderungen, neue regulatorische Anforderungen und Wettbewerber sowie erkennbare Trends im Kundenverhalten stellen erhebliche Einflussfaktoren auf das Geschäft von MLP dar. MLP sieht sich für die anstehenden Veränderungen gut gerüstet. Die Qualität unserer Beratung und unserer Produkte sowie unser Fokus auf ausgewählte Kundengruppen und unsere Unabhängigkeit verleihen uns eine sehr gute Marktposition. Darüber hinaus bieten sich durch die Konsolidierung des Marktes Akquisitionsmöglichkeiten. MLP bietet im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten insbesondere Vermögensmanagement, Altersvorsorge und Versicherungen an. Für diese Märkte ist die Zinsentwicklung bestimmender Faktor für die weitere Entwicklung. Der Bereich Immobilien bleibt trotz der auch für das Jahr 2024 als angespannt erwarteten Marktlage bedeutsam, da diese Sparte im Rahmen der ganzheitlichen Anlagestrategie eine zusätzliche Investitionsmöglichkeit bietet.

Unternehmensstrategische Risiken


Unternehmensstrategische Risiken bestehen im Wesentlichen in der Fehleinschätzung künftiger Marktentwicklungen und - daraus abgeleitet - in einer Fehlausrichtung der unternehmerischen Aktivitäten. Strategische Risiken resultieren zudem aus unerwarteten Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen, sowie der Aktionärsstruktur der MLP SE mit negativen Auswirkungen auf die Ertragslage.


Die unternehmensstrategische Steuerung von MLP ist originäre Aufgabe des Vorstands bzw. des Leitungsorgans der jeweiligen Teilkonzerneinheit. Auf der Basis von intensiven Beobachtungen des Wettbewerbsumfelds werden Veränderungen und Entwicklungen der nationalen und internationalen Märkte und des Geschäftsumfelds analysiert und Maßnahmen zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs abgeleitet. Dabei werden anhand einer vorausschauenden Beurteilung von Erfolgsfaktoren Zielgrößen festgelegt, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Die strategische Positionierung wird anhand von Soll-Ist-Vergleichen regelmäßig kritisch hinterfragt.


Alle wesentlichen Werttreiber des MLP Geschäftsmodells werden durch ein umfassendes zentrales und dezentrales Controlling laufend analysiert und gesteuert. Die durch den Vorstand festgelegte Konzernstrategie und deren Maßnahmen werden im Rahmen von Budget- und Langfristplanungen abgebildet, um deren Auswirkungen auf die Geschäftslage zu analysieren. Mit unseren Planungs- und Simulationsinstrumenten werden auch wesentliche Entwicklungen der internen Werttreiber sowie der externen Rahmenbedingungen vorausschauend abgebildet und im Rahmen diverser Szenarien auf deren Ergebnissensitivität hin überprüft.


In laufenden Reportings wird der prognostizierte Verlauf nachgehalten, um bei negativen Abweichungen schnell gegensteuern zu können.


Das strategische Risiko wird als wesentlich eingestuft. Es ist daher in der Risikosteuerung zu berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines Risikopuffers im Rahmen des ICAAP.

Absatzrisiken


Absatzrisiken wirken sich in der Gewinn- und Verlustrechnung vergleichbar aus wie die strategischen Risiken. Diese sind jedoch wesentlich durch externe Faktorenwie eine nachfragereduzierende Rezession oder nicht angemessene Aufstellung oder Leistung des eigenen Vertriebs verursacht. Insofern unterscheiden sich hier insbesondere die möglichen Maßnahmen.


Das Risiko wird als wesentlich eingestuft. Es ist daher ebenfalls in der Risikosteuerung zu berücksichtigen. Dies geschieht in Form eines Risikopuffers im Rahmen des ICAAP.

Reputationsrisiken


Reputation ist definiert als der aus der Wahrnehmung verschiedener Anspruchsgruppen resultierende Ruf der MLP Finanzberatung SE hinsichtlich ihrer Kompetenzen, Integrität und Vertrauenswürdigkeit. Zu den Anspruchsgruppen zählen z.B. Kunden, Mitarbeiter, Berater, Leiter Hochschulteams und Geschäftsstellenleiter, Eigen- und Fremdkapitalgeber, Banken, Ratingagenturen, die Presse oder die Politik. Unter dem Reputationsrisiko wird das bestehende oder künftige Risiko in Bezug auf die Erträge, das Vermögen oder die Liquidität infolge einer Schädigung des Rufs verstanden.


Das Management der Reputationsrisiken der MLP Finanzberatung SE erfolgt grundsätzlich dezentral organisiert im Rahmen eines definierten Regelkreislaufes in Anlehnung an das Management operationeller Risiken. Neben der reaktiven Steuerung unmittelbar nach dem Eintreten eines Schadensfalls kommt dabei insbesondere der präventiven Risikosteuerung eine wichtige Bedeutung zu.


Das potenzielle Risiko von Fehlern in der Beratung unserer Kunden, welche sich ebenfalls auf die Reputation auswirken können, wird durch die Sicherstellung einer fortlaufend hohen Beratungsqualität minimiert, die unter anderem durch IT-gestützte Beratungstools unterstützt wird. Außerdem erfolgt bei Beratungsgesprächen mit den Kunden einschließlich der daraus resultierenden Ergebnisse eine umfassende Dokumentation.

Steuerrisiken


Unter Steuerrisiken wird das Risiko aufgrund der von Steuerzahlungen und -nachzahlungen entstandenen Verzugszinsen oder Gebühren verstanden.


Sich abzeichnende Entwicklungen im Steuer- und Bilanzrecht werden fortwährend überprüft und auf mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft hin untersucht. Die steuerlichen Anforderungen an das Unternehmen werden von internen und externen Experten in Übereinstimmung mit den steuerlichen Regelungen und den hierzu von der Finanzverwaltung ergangenen Schreiben geprüft. Für zu erwartende Nachzahlungen werden entsprechende Rückstellungen gebildet. Die Entwicklungen im Bilanzrecht werden in den Fachabteilungen beobachtet und umgesetzt.

Nachhaltigkeitsrisiken


Wir verstehen unter Nachhaltigkeitsrisiken Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- oder Liquiditätslage sowie auf die Reputation von MLP haben können; dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken mit ein. Nachhaltigkeitsrisiken können sich in allen Risikoarten manifestieren, weshalb wir diese nicht als eigene Risioart, sondern je nach Sachverhalt im Rahmen der jeweils relevanten Risikoart betrachten. Nachhaltigkeitsrisiken werden über ESG-Risikotreiber in den bestehenden Risikoarten identifiziert und bei entsprechender Wesentlichkeit in der Risikosteuerung berücksichtigt. Nachhaltigkeitsrisiken wurden im Rahmen der Risikoinventur als nicht wesentlich identifiziert. Ergänzend wird zur besseren Identifikation dieser querschnittlichen Risiken ein Klimastresstest abgeleitet und berechnet.


Die unwesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken umfassen beispielsweise Risikotreiber wie Unwetter, insbesondere Hochwasser, im Adressenausfallrisiko oder den Vorwurf von Greenwashing in den sonstigen Risiken bzw. den Reputationsrisiken.

Übergeordnete und makroökonomische Risikolage


Nach Jahrzehnten geringer Inflationsraten fand in den von einer hohen Inflation geprägten Jahren 2022 und 2023 eine Zinswende statt. Nach volatilen Marktphasen und einer weiterhin durch geopolitische Spannungen bestimmte makroökonomischen Lage zeichnen sich derzeit wieder Zinssenkungen ab, auch wenn sich die Inflation noch nicht auf dem langfristigen Ziel der EZB um 2% befindet. Zudem droht u.a. aufgrund des starken Anstiegs der Zinsen eine längere rezessive Phase mit geringem BIP-Wachstum in Deutschland bzw. in der Eurozone. Die vor allem aufgrund der Haushaltspolitik der Bundesregierung sowie verschärfter Regulierungen auf der EU-Ebene über bspw. umfassende Vorgaben zum LkSG hervorgerufenen Unsicherheiten tragen zur allgemeinen Risikolage bei. Gleichwohl bedingen Erwartungen bzgl. kurzfristiger fallender Zinsen entsprechend positive Bewegungen am Kapitalmarkt. In der langfristigen Zinserwartung spiegeln sich rückläufige Inflationsraten in einer inversen Zinskurve wider.


Bei MLP wirken diese Entwicklungen, insbesondere die Inflation, vor allem über tendenziell ansteigende Kosten. Ferner können sich die weiter gestiegenen Lebenshaltungskosten sowie das gestiegene Zinsniveau in einem Anstieg der Ausfallquoten niederschlagen.


Die strategische Ausrichtung der Gruppe wird durch die beschriebenen Einflussfaktoren nicht wesentlich beeinflusst, das diversifizierte Geschäftsmodell sorgt für eine abfedernde Wirkung bei schlagend werdenden Risiken. Nach wie vor sind vor allem das Immobiliengeschäft und Finanzierungsgeschäft durch die rasche Zinswende stark negativ betroffen, dies wird aber vor allem durch die positive Margenentwicklung des Bankgeschäfts kompensiert. Opportunitäten werden genutzt, wenn sie in die Rahmen der Strategien passen.

Zusammenfassung


Im Wesentlichen wird die Geschäftsentwicklung der MLP Finanzberatung SE durch finanzwirtschaftliche Risiken, Operationelle Risiken und sonstige Risiken beeinflusst. Durch unser Risikomanagementsystem stellen wir die frühzeitige Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation unserer wesentlichen Risiken in der laufenden und zukünftigen Entwicklung sicher. Die gelieferten Informationen haben ausnahmslos die zeitnahe Einleitung und Priorisierung von Risikomanagementmaßnahmen gewährleistet.


Unser Business Continuity Management sichert auch bei möglichen Störungen einen geregelten Geschäftsbetrieb.


Das Risikomanagementsystem wird insbesondere hinsichtlich der Entwicklung des Volumens und der Komplexität unseres Geschäftes ständig weiterentwickelt. Die Wirksamkeit unseres Risikomanagements wird auch durch externe Prüfer und durch die Interne Revision turnusmäßig überprüft.


Die dargestellten Risiken und solche, die uns noch nicht bekannt sind oder bis zum jetzigen Zeitpunkt als unwesentlich eingeschätzt wurden, könnten einen negativen Einfluss auf unsere im Ausblick abgegebenen Prognosen haben.


Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht zu erkennen und auch für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir dahingehend keine negative Entwicklung. Nach dem Bilanzstichtag ergaben sich keine Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand der MLP Finanzberatung SE haben könnten.

CHANCENBERICHT

Chancenmanagement


Ziel des integrierten Chancenmanagements der MLP Finanzberatung SE ist die systematische und frühzeitige Identifizierung von Chancen und deren Bewertung.


Dies findet im Rahmen eines standardisierten Geschäftsstrategie-Prozesses statt, den der Vorstand einmal pro Jahr durchführt. Hierbei werden im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung Annahmen zu relevanten Einflussfaktoren festgelegt, welche einer anlassbezogenen Überprüfung unterliegen. Entsprechende Anlässe können hierbei z. B. größere Akquisitionen, regulatorische Änderungen oder Änderungen des Marktumfelds sein. Anschließend werden die aktuellen internen und externen Rahmenbedingungen sowie Einflussfaktoren analysiert und mit etablierten Verfahren zusammengefasst. Grundlage dieses Prozesses ist eine umfangreiche Analyse des aktuellen Umfelds. Diese schließt unter anderem die gesamtwirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, Entwicklungen im Produktbereich wie auch den Wettbewerb ein. Im Hinblick auf Kunden- und Vertriebspotenziale nutzen wir neben eigenen Erhebungen die verfügbaren Marktdaten. Die Analyse mündet in einer umfangreichen SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken).

Chancen aus sich verändernden Rahmenbedingungen


Aus den Konjunkturprognosen für das Jahr 2024 ergeben sich für die MLP Finanzberatung SE nur eingeschränkte Chancen. Sollte sich die deutsche Wirtschaft jedoch deutlich besser entwickeln als in unserer Prognose angenommen, hat dies zwar nur mittelbaren Einfluss auf die kurzfristige operative Entwicklung, könnte sich grundsätzlich aber positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. In der Folge könnten Privat- und Firmenkunden durch eine bessere finanzielle Situation mehr Möglichkeiten für Vermögensmanagement, Absicherung oder Vorsorge haben, was sich positiv auf unser Geschäft auswirken könnte.


Bei den Altersvorsorgeverträgen könnten durch den Anstieg der Marktzinsen ausgelöste deutlich höhere Verzinsungen die Nachfrage der Kunden erhöhen. Auch ein weiter gesteigertes Bewusstsein für Gesundheit, Gesundheitsvorsorge und existenzielle Risiken, das MLP über die Beratungsfelder Altersvorsorge sowie Sach- und Krankenversicherung abdeckt, könnte sich positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken.


Sollte das Zinsniveau dagegen im Jahr 2024 wieder gesenkt werden, könnten sich daraus Chancen für die Immobilienvermittlung ergeben. Insbesondere in unseren Kundengruppen bleibt die Immobilie als Kapitalanlage weiter attraktiv, was durch ein niedrigeres Zinsniveau noch verstärkt werden könnte.


Durch das gestiegene nachhaltige Bewusstsein in der Bevölkerung ergeben sich Chancen durch das Angebot nachhaltiger Produkte. Mit unserem Produktpartnerauswahlprozess, der in den Bereichen Absicherung und Vorsorge zunehmend auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, sehen wir uns hierfür gut aufgestellt. Die zunehmende Digitalisierung bietet zudem weiterhin die Chance, dass Effizienzgewinne gehoben werden können, sowohl im Kundengeschäft als auch in der Automatisierung von internen Prozessen.


Die zunehmende Regulierung der Finanzberatungsbranche in Deutschland bedeutet für MLP Herausforderung und Chance zugleich. Steigende Regulierungsanforderungen führen zunächst zu zusätzlichen Kosten und zu einer Verringerung der Produktivität, da die administrative Belastung steigt und Prozesse im Unternehmen angepasst werden müssen. Allerdings erhöht die Regulierung auch die Qualitätsanforderungen an die Marktteilnehmer, was aus unserer Sicht die Konsolidierung des Marktes beschleunigt, da einzelne Vermittler die gestiegenen Anforderungen nicht erfüllen können. Gleichzeitig bietet diese Entwicklung das Potenzial, dass qualifizierte Vermittler von anderen Marktteilnehmern verstärkt für MLP, auch für ZSH, tätig werden wollen. Zudem haben wir uns in den vergangenen Jahren frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen ausgerichtet, sodass wir hieraus mittelfristig profitieren könnten.

Unternehmensstrategische Chancen


Unternehmensstrategische Chancen sehen wir vor allem in der in den vergangenen Geschäftsjahren geschärften Positionierung der MLP Finanzberatung SE als Partner in Finanzfragen.


In Zusammenarbeit mit den Konzerngesellschaften DOMCURA und RVM sowie der Marke TPC (betriebliche Vorsorge) innerhalb der MLP Finanzberatung SE werden wir unser Portfolio für Firmenkunden in den Bereichen betriebliche Vorsorge, Sachversicherungen sowie Risikomanagement weiter ausbauen.


Im Privatkundengeschäft selbst verfügt MLP durch seine breite Aufstellung über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Die weitere Ausschöpfung dieser Möglichkeiten bietet Potenziale für die kommenden Jahre. Dies eröffnet auch weitere Chancen im Sachgeschäft. Durch eine stärker als erwartete Nachfrage in der Altersvorsorge sind weitere Steigerungen möglich.


Im Rahmen des Chancenmanagements prüft die MLP Finanzberatung SE den Markt auf potenzielle Akquisitionsziele. Im Falle einer Akquisition können hieraus Chancen erwachsen, die das Umsatzpotenzial erhöhen.

Leistungswirtschaftliche Chancen


Im MLP Privatkundengeschäft könnte sich unser Kundenpotenzial in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitnehmern in Deutschland steigt und damit verbessern sich die Rahmenbedingungen für unsere Kundengruppe Akademiker weiter. Auch eine stärkere Durchdringung unseres Kundenbestandes im Privatkundengeschäft ermöglicht weiteres Wachstum. Da unsere Kunden in der Regel sehr gut ausgebildet sind und dadurch über sehr gute Einkommensperspektiven verfügen, ergibt sich zudem ein fortlaufender Beratungsbedarf mit entsprechenden Umsatzchancen.


Um die Produktivität unserer Beraterinnen und Berater zu erhöhen, haben wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen implementiert. Dazu gehören die Weiterentwicklung unserer Beratungsapplikationen, eine noch stärkere Unterstützung unserer Beraterinnen und Berater - beispielsweise bei der Produktauswahl - und ein noch effektiverer Service aus dem Backoffice. Des Weiteren ergeben sich Umsatzpotenziale aus diversen Maßnahmen, die darauf abzielen, dass sich unsere Beraterinnen und Berater noch stärker auf den Kern ihrer Tätigkeit konzentrieren können.


Die Corporate University entwickelt stetig das Weiterbildungsangebot für die selbstständigen Beraterinnen und Berater anhand aktueller Bedarfe und regulatorischer Anforderungen weiter. Zum 1. Juli 2023 wurde ein viermonatiges Traineeprogramm für angestellte Trainees zur Vorbereitung auf ihre zukünftige selbstständige Tätigkeit mit Handelsvertreterstatus eingeführt. Sollten wir bei der Gewinnung neuer Beraterinnen und Berater erfolgreicher sein, als in unseren bisherigen Planungen reflektiert, könnten sich dadurch zusätzliche Potenziale ergeben.

Chancen aus der Entwicklung der Vermögens- und Risikolage


Positive Geschäftsentwicklungen respektive Marktentwicklungen mit nachhaltiger Wirkung auf Ergebnisgrößen können sich vorteilhaft auf die Kapital- bzw. Vermögenslage der MLP Finanzberatung SE auswirken und weitere Gestaltungsspielräume für das Geschäftsmodell und das Risikoprofil eröffnen.

Zusammenfassung


Die MLP Finanzberatung SE sieht einige wesentliche Chancen, die mehrere Chancenfelder betreffen, insbesondere den unternehmensstrategischen und leistungswirtschaftlichen Bereich sowie die Vermögens- und Risikolage.

PROGNOSEBERICHT

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung


Eine anhaltend schwache Wirtschaftsdynamik infolge einer Kombination aus allgemeiner konjunktureller Schwäche im Euroraum und strukturellen Wachstumshemmnissen dürfte auch 2024 die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland bestimmen. Deutschland ist nach Einschätzung von FERI Investment Research (FERI) in den vergangenen Jahren vom Wachstumsmotor Europas zu einem bremsenden Faktor geworden und befindet sich auch weiterhin im Prozess eines tiefgreifenden strukturellen Wandels. Insgesamt rechnet FERI daher für das Jahr 2024 mit einer anhaltenden Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung - und geht von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von + 0,3 % für 2024 aus.


Im Jahr 2024 dürfte die Europäische Zentralbank wie auch die Fed nach Einschätzung von FERI zunächst für längere Zeit am erreichten Zinsniveau festhalten - die Geldpolitik bleibt also restriktiv ausgerichtet. Erst wenn das Erreichen des Inflationsziels von 2 % als hinreichend gesichert gelten kann, dürfte eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik beginnen. FERI rechnet damit erst in der zweiten Jahreshälfte 2024. Für die Inflationsrate erwartet FERI einen Rückgang auf 2,8 % im Jahresdurchschnitt.


Die Arbeitsmarktentwicklung steht angesichts der konjunkturellen Schwäche, tiefgreifender Transformationen und der Arbeitskräfteknappheit vor vielfachen Herausforderungen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet daher für 2024 damit, dass sich die Beschäftigung zunächst verhalten, mit einer wirtschaftlichen Erholung aber wieder stärker entwickeln wird. Insgesamt prognostiziert das IAB für 2024 einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 60.000 auf 2,662 Mio. Personen.


Gleichzeitig geht das Institut von einem Anstieg des Erwerbspersonenpotenzials im Jahr 2024 um 90.000 auf 48,41 Mio. Personen aus.


Das Beratungsunternehmen Kienbaum prognostiziert, dass die Gehälter im Jahr 2024 um 4,7 % steigen werden. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland nehmen laut dem Finanzbericht 2024 der Bundesregierung um 4,8 % zu. FERI rechnet für das Jahr 2024 mit einer leicht sinkenden Sparquote in Deutschland von 10,7 % (2023: 11,6 %).

Zukünftige Branchensituation und Wettbewerbsumfeld

Altersvorsorge


Für 2024 schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) das Marktumfeld für die Altersvorsorgebranche vorsichtig positiver ein. Eine gewisse Gewöhnung an das neue Inflationsumfeld dürfte dazu beitragen, dass die Menschen wieder stärker bereit sind, langfristige Verträge einzugehen. In einem Umfeld sich normalisierender Zinsen und Inflationsraten rechnet der GDV mit Erholungseffekten im Lebensversicherungsgeschäft.


Steuerentlastungen durch das Entlastungspaket III der Bundesregierung sowie weitere Reallohn-Steigerungen könnten 2024 zudem positive Impulse für die Branche bringen.


Die gesetzliche Rente allein wird künftig nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Einer Umfrage im Auftrag der AXA zufolge gehen 61 % der Befragten davon aus, dass sie sich bei der Absicherung ihres Lebensstandards im Ruhestand nicht auf die gesetzliche Rente allein verlassen können.


Im Zuge des Fachkräftemangels gewinnt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als wichtige Säule der Altersvorsorge in Deutschland immer weiter an Bedeutung, wie eine Studie von Deloitte aus dem Jahr 2023 belegt. Danach sehen 57 % der Befragten die bAV aufgrund der erhöhten Inflation als wichtiger denn je.


Um die Verbreitung der bAV zu erhöhen, bereitet das Arbeitsministerium für 2024 ein weiteres Maßnahmenpaket vor. Darauf hatte sich die aktuelle Regierung im Koalitionsvertrag verständigt.


Zusammenfassend prognostiziert der Branchenverband GDV für 2024 je nach Verlauf der wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen für die Lebensversicherungen insgesamt eine leicht positive Entwicklung der Bruttoeinnahmen bis zu 1,1 %.

Sachversicherung


Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) prognostiziert, dass Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels in Frequenz und Intensität in Deutschland zunehmen werden. Mittelfristig ist daher mit einem weiter steigenden Schadenpotenzial in der Sachversicherung zu rechnen. Der GDV schätzt, dass es allein infolge von Klimaschäden innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Verdopplung der Prämien in der Wohngebäudeversicherung kommen kann.


Durch die zunehmenden Klimarisiken wächst der Absicherungsbedarf im Bereich Wohngebäude und Hausrat. Das Potenzial ist nach wie vor groß: Laut GDV ist in Deutschland lediglich die Hälfte der Hausbesitzer gegen Elementargefahren wie Starkregen, Hochwasser und Überschwemmung versichert.


Gewerbeversicherungen werden auch in Zukunft für Vermittler immer wichtiger werden, hat eine Studie von AssCompact ergeben.


Als künftige Umsatztrends sehen 77 % der Umfrageteilnehmer in den kommenden drei Jahre Cyberpolicen; gut die Hälfte der Befragten erwartet ein besonderes Umsatzwachstum bei den D&O-Versicherungen, gefolgt von gewerblichen Sachversicherungen (42 %) und technischen Versicherungen (41 %).


Aufgrund von Inflation, wachsenden Naturgefahren und gestiegenen Baupreisen sowie Lohnkosten dürften laut Berechnungen des GDV die Prämien für Wohngebäudeversicherung im Jahr 2024 um 7,5 % steigen. Auch wenn sich der Anstieg damit gegenüber 2023 spürbar abgeschwächt hat, liegt er dennoch weit über dem langfristigen Mittel von rund 4,3 % jährlich.


Insgesamt prognostiziert der GDV im Bereich Schaden- und Unfallversicherung für das Jahr 2024 ein deutliches Beitragswachstum zwischen 5,8 % und 8,4 %.

Krankenversicherung


Die Erwartungen der gesetzlich Krankenversicherten an die künftige Entwicklung des Gesundheitssystems sind wie bereits in den Vorjahren von Befürchtungen und großem Pessimismus geprägt. Jeder zweite GKV-Versicherte (49 %) meint, dass man sich gute medizinische Versorgung in Zukunft nur noch durch eine zusätzliche private Vorsorge sichern kann; 32 % sagen, dies sei bereits heute Realität. Zu diesem Ergebnis kommt die Continentale-Studie 2023.


Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet damit, dass ein positiver Wechselsaldo von der GKV in die PKV auch im Jahr 2024 den Bestand in der PKV und damit die Beitragseinnahmen steigen lassen wird. Angesichts eines sich weiter verschärfenden Finanzdefizits der GKV dürfte die Diskussion um weitere Beitragssprünge oder Leistungskürzungen aktuell bleiben. Außerdem dürfte sich das seit der Corona-Pandemie gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Deutschen belebend auf die Voll- und Zusatzversicherungen auswirken. Daher wird der Trend zu privaten Zusatzversicherungen anhalten.


Aufgrund des Fachkräftemangels und mit dem Ziel, für Arbeitnehmer attraktiver zu werden und diese langfristig zu binden, sieht der GDV einen wichtigen Entwicklungstrend für 2024 in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) und Pflegeversicherung (bPV) bei Arbeitgebern.


Immer mehr Unternehmen ohne ein solches Angebot planen derzeit eine Einführung, hat eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag der ARAG Krankenversicherung ergeben. Derzeit bieten nur 18 % der befragten Unternehmen eine arbeitgeberfinanzierte bKV. Dabei denkt jedes vierte befragte Unternehmen ohne bKV über eine Einführung nach, weitere 13 % haben sich bereits für eine Einführung entschieden.


Auch die Mitarbeitersicht unterstreicht das deutliche Potenzial: So achtet jeder zweite Arbeitnehmer bei der Jobsuche darauf, dass der Arbeitgeber eine bKV anbietet. Dabei wird das Angebot einer bKV attraktiver als ein Firmenhandy oder Dienstwagen bewertet.


Insgesamt geht der GDV im Jahr 2024 von einem Beitragsplus in der PKV zwischen 4,0 und 5,5 % aus.

Immobilien


Die Immobilienmärkte stehen künftig weiterhin unter Druck. Dem hohen und durch Zuwanderung noch vergrößerten Wohnungsbedarf steht laut der DZ-Studie "Immobilienmarkt 2023/2024" kein Angebot an frei verfügbaren Wohnungen gegenüber. Zudem sind durch die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten Neubauvorhaben in großer Zahl gestoppt worden, daher dürften die Fertigstellungen in 2024 spürbar sinken. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken erwartet vor allem für den Wohnungsmarkt künftig aufgrund der Übernachfrage keine starken Preiseinbrüche. So prognostiziert der Rat der Immobilienweisen mittelfristig steigende Immobilienpreise, wenngleich nicht mehr ganz so dynamisch wie in den zurückliegenden Jahren.


Das ifo Institut erwartet einen drastischen Rückgang beim Wohnungsbau in Deutschland. Berechnungen des Instituts zufolge dürften 2024 rund 210.000 Wohnungen in neuen Immobilien fertiggestellt werden.


Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Wohnimmobilien laut der Studie Immobilienmarkt Deutschland 2023/2024 der DZ Hyp in den kommenden Jahren weiter stark an: Durch die Alterung nimmt die Zahl der privaten Haushalte selbst bei einer stabilen Einwohnerzahl in Deutschland noch zu. Während die Zahl der Haushalte mit drei und mehr Personen in den kommenden 20 Jahren zurückgeht, werden Einpersonenhaushalte erheblich zahlreicher. Unter dem Strich könnte die Zahl der Haushalte bis 2040 daher in Deutschland um gut 1 Mio. zulegen, woraus sich ein entsprechender zusätzlicher Wohnungsbedarf ableiten lässt. Zusätzlich ist mit weiterem Wohnbedarf durch Zuwanderung zu rechnen.


Pflegeimmobilien als Kapitalanlage bleiben trotz der schwierigen Rahmenbedingungen attraktiv: Im Zuge der demografischen Entwicklung in Deutschland rechnet das Immobilien-Analysehaus Bulwiengesa bis zum Jahr 2040 damit, dass die Zahl der stationären Pflegebedürftigen auf knapp 1,4 Mio. anwachsen wird. 2021 lag die Zahl der in Pflegeheimen betreuten Personen noch bei knapp 800.000. Der zusätzliche Bedarf an stationären Pflegeplätzen in den kommenden Jahren ist also enorm.


Der Bestand und die derzeitige Bautätigkeit für die vollstationäre Pflege werden den steigenden Bedarf bis 2040 daher nicht decken können.


Positive Impulse für Kapitalanleger sind 2024 durch das neue Wachstumschancengesetz zu erwarten, das sich Ende 2023 im Vermittlungsausschuss befand. Details dazu finden sich im Kapitel "Wettbewerb und Regulierung".


Insgesamt bietet der Immobilienmarkt daher trotz vieler Herausforderungen nach Einschätzung der DZ-Studie nach wie vor Potenziale. Für 2024 gehen die Experten beispielsweise von steigenden Mieten im Segment Wohnen mit einem jährlichen Zuwachs von 5 bis 6 % aus.

Finanzierung


Für 2024 rechnet FERI Investment Research (FERI) insgesamt damit, dass der Zinsanhebungszyklus enden wird - und damit die Zinsen ihr Maximum erreicht haben. Aufgrund des nachlassenden Inflationsdrucks halten die Experten 2024 sogar wieder Leitzinssenkungen für möglich.


Die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehen werden sich nach Einschätzung des Finanzierungsvermittlers Interhyp im Jahr 2024 in einem Bereich zwischen 3 und 3,5 % bewegen.


Die stark erhöhten Zinsen wirken sich auch weiterhin negativ auf die Finanzierungsbedingungen aus. Steigende Baupreise haben die Kosten zusätzlich in die Höhe getrieben. Das Ergebnis ist speziell in Deutschland ein dramatischer Einbruch der Bautätigkeit, insbesondere im Wohnungsbau. Wegen der langen Zyklen im Bausektor wird sich dieser Rückgang nach Einschätzung von FERI im Jahr 2024 zunächst fortsetzen, die Talsohle könnte erst im Jahr 2025 erreicht werden.


Die anhaltend hohen Zinsen und Baukosten könnten auch 2024 für ein rückläufiges Wachstum des Bestands an Baufinanzierungskrediten in Deutschland sorgen.


Belebung in den Markt für Baufinanzierungen und den privaten Immobilienkauf sollten eigentlich mehrere neu gestartete Förderprogramme der staatlichen Förderbank KfW bringen. Diese Förderprogramme wurden allerdings Ende 2023 von der KfW gestoppt und ein vorläufiger Antrags- und Zusagestopp verhängt. Hintergrund des Förderstopps war die Haushaltssperre der Bundesregierung.

Wettbewerb und Regulierung


Die Finanzberatungsbranche soll die Transformation der gesamten Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit unterstützen und auch steuern. Vor diesem Hintergrund soll der MLP Vertriebs- und Beratungsprozess kontinuierlich um weitere Nachhaltigkeitsaspekte erweitert werden.


Auf Basis des bereits im Kapitel "Branchensituation und Wettbewerbsumfeld" genannten Abschlussberichts der "Fokusgruppe private Altersvorsorge" will die Koalition einen Gesetzesentwurf zur Reform der staatlichen Förderung vorlegen. Mit diesem ist 2024 zu rechnen.


Der Entwurf der EU-Kleinanlegerstrategie enthält wie zuvor beschrieben kein generelles Provisionsverbot mehr. Ob der zugehörige gesetzgeberische Prozess in Europa vor den im Sommer 2024 anstehenden Wahlen zum EU-Parlament abgeschlossen werden kann, ist unklar.


Weiterhin erwartet wird ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur im Koalitionsvertrag angekündigten Aktienrente. Diese soll den Plänen des hier treibenden Koalitionspartners FDP zufolge als eine kapitalmarktorientierte Ergänzung innerhalb der gesetzlichen Rente angelegt werden. Unabhängig von einer solchen Maßnahme in der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt ergänzende Altersvorsorge für die Bürger in Deutschland unerlässlich.


Beim Wachstumschancengesetz, dessen für die MLP Finanzberatung SE relevanter Inhalt zuvor bereits ausgeführt wurde, ist noch eine Einigung zwischen Bund und Ländern erforderlich, damit der Entwurf auch den Bundesrat passieren kann. Mit einem Kompromiss zur dringend gebotenen Förderung des Wohnungsbaus und entsprechender Anreize für Investoren ist aber im Jahr 2024 zu rechnen.


In den nächsten Jahren ist für Finanzprodukte insgesamt zu erwarten, dass der Regulierer weiter daran arbeitet, die Kosten für Kunden vergleichbarer zu machen und sich so die Sensibilität der Kunden für Kosten und Beratungsqualität weiter erhöhen wird. Dabei dürfte insbesondere die Beratung gegen Honorar ein Thema für die Politik bleiben. Die MLP Finanzberatung SE bietet bereits heute in solchen Bereichen Honorarberatung an, in denen wir eine entsprechende Nachfrage unserer Kunden spüren, beispielsweise in der Ruhestandsplanung.


Folgende für den MLP Konzern geltende regulatorische Anforderungen haben indirekt auch Auswirkungen auf die Tochtergesellschaft MLP Finanzberatung SE.


Mit dem stufenweise in Kraft tretenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz kommen weitreichende Pflichten auf den MLP Konzern ab 2024 zu. Erstmals wird hierdurch die unternehmerische Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten festgehalten. Diese bezieht sich dabei nicht nur auf die eigene Geschäftstätigkeit, sondern erweitert diese auf unmittelbare und mittelbare Zulieferer in der Lieferkette.


Mit DORA, der Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor, wird auch der MLP Konzern vor neue Herausforderungen gestellt. Durch die ab dem 17. Januar 2025 anzuwendende Verordnung hat die EU eine finanzsektorweite Regulierung geschaffen, mit welcher der europäische Finanzmarkt mit Blick auf Cyberrisiken und Vorfälle der Informations- und Kommunikationstechnologie gestärkt werden soll. Aus diesem Grund wird auch MLP im Geschäftsjahr 2024 bestehende Prozesse betrachten, um den komplexen Anforderungen an das IKT-Risikomanagement, Meldewesen zu IKT-Vorfällen und wesentlichen Cyberbedrohungen, Testen der digitalen operationellen Resilienz einschließlich Threat-led Penetration Testing (TLPT), IKT-Drittparteienmanagement, Europäisches Überwachungsrahmenwerk für kritische IKT-Drittdienstleister, Information Sharing sowie Cyberkrisen- und Notfallübungen gerecht zu werden. Die technischen Regulierungs- und Implementierungsstandards sowie Leitlinien, die die Anwendung von DORA konkretisieren und ihre Umsetzung erst ermöglichen werden, werden allerdings aktuell noch von den Europäischen Aufsichtsbehörden erarbeitet. Mit der DORA-Richtlinie werden eine Reihe weiterer für MLP relevante Richtlinien geändert, deren Umsetzung ebenfalls 2024 angegangen werden wird.


Der MLP Konzern wird für das Geschäftsjahr 2024 erstmalig von der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) betroffen sein. Mit der CSRD wird die Offenlegung nichtfinanzieller Informationen in qualitativer und quantitativer Form deutlich ausgeweitet. Durch die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) werden erstmals verbindliche Berichtsstandards auf Ebene der EU vorgegeben. Die Veröffentlichung erfolgt in einem eigenen Abschnitt im Lagebericht des Geschäftsberichts und unterliegt der Pflicht zur externen Prüfung.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung


Die nachfolgenden Aussagen beschreiben unsere Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024. Die Vergleichsbasis für die beschriebenen Erwartungen stellt jeweils das Geschäftsjahr 2023 dar. Unsere Erwartungen basieren auf der zum Ende des Geschäftsjahres 2023 verabschiedeten Geschäftsstrategie sowie der entsprechenden Finanz- und KPI-Planung. Dieser liegen gewisse Annahmen zugunde, allen voran ein anhaltend hohes Zinsniveau mit entsprechenden konjunkturellen Auswirkungen sowie anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten die sich alle auf die Geschäftsaktivitäten von MLP im Allgemeinen belastend auswirken würden. Dagegen dürfte die fortschreitende demografische Entwicklung positiven Einfluss auf unsere Geschäftsaktivitäten in der Altersvorsorge haben.


Wir werden unsere strategischen Weiterentwicklungen der vergangenen Jahre auch im Geschäftsjahr 2024 weiter vorantreiben. Die Investitionen in diverse Zukunftsthemen, beispielsweise das neue Traineeprogramm für angehende Beraterinnen und Berater, werden wir fortsetzen. Grundsätzlich bestehen im Geschäftsfeld der MLP Finanzberatung SE Akquisitionspotenziale. Den Fokus legen wir hierbei auf Unternehmen, die einerseits zur Verbreiterung des Leistungsangebots und andererseits zum Ausbau des Anteils wiederkehrender Erlöse beitragen. Gleichzeitig wollen wir weiterhin auf Effizienz und Stabilität in unseren Prozessen achten. In der Automatisierung von Prozessen nutzen wir bereits heute verschiedene Lösungen aus den Bereichen Robotic Process Automation (RPA) und Künstliche Intelligenz (KI), um die Leistungsfähigkeit unserer Prozesse zu steigern und auch Freiräume für unsere Mitarbeiter zu schaffen.


Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir mit deutlich höheren Provisionserträgen, wobei sich unterschiedliche Erwartungen in den einzelnen Beratungsfeldern ergeben.


In der Altersvorsorge erwarten wir leicht steigende Erlöse. Hier dürfte die fortschreitende demografische Entwicklung zu einem steigenden Bedarf und damit auch Nachfrage seitens der Kunden führen. Neben der privaten Altersvorsorge sehen wir dies auch für die betriebliche Altersvorsorge. Bei letztgenannter dürfte der zunehmende Fachkräftemangel weitere positive Impulse für das Geschäft geben, da Arbeitgeber entsprechende Benefits vermehrt anbieten müssen. Auch das höhere Zinsniveau und die damit wieder attraktivere Verzinsung der Verträge könnte sich positiv auswirken.


In der Sachversicherung erwarten wir ebenfalls leicht steigende Erlöse.


In der Krankenversicherung erwarten wir Erlöse auf dem Vorjahresniveau. Wir sehen ein anhaltend hohes Interesse an Gesundheitsvorsorge, unter anderem im Bereich der privaten Krankenversicherung. Der Bereich der betrieblichen Krankenversicherung dürfte ebenfalls vom zunehmenden Fachkräftemangel und den Bestrebungen der Unternehmen, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten, profitieren.


Das Umfeld des Immobilienmarkts dürfte 2024 anhaltend herausfordernd sein.


Im Rahmen einer breit aufgestellten Anlagestrategie, mitunter auch als Inflationsschutz, sehen wir fremdgenutzte Immobilien aber weiterhin als gute Investitionsmöglichkeit für unsere Kunden. Der Bedarf an Einheiten insgesamt, besonders aber in den Bereichen Pflege und altersgerechtes Wohnen, dürfte weiter zunehmen und die Asset-Klasse Immobilien damit aufwerten. Zusätzlich könnten politische Impulse im Bereich der Immobilieninvestitionen positiv wirken. Mit Blick auf die Umsatzerlöse aus der Immobilienvermittlung rechnet die MLP Finanzberatung SE mit einem deutlichen Anstieg der Erlöse, jedoch ausgehend von einem niedrigen Vorjahresniveau.


Der Wunsch nach Wohneigentum dürfte weiterhin hoch bleiben und mit möglicherweise stabilen oder gar sinkenden Zinsen für viele auch wieder konkreter werden. Für den Bereich der Finanzierung rechnen wir ebenfalls mit deutlich steigenden Erlösen, auch hier ausgehend von einem niedrigen Vorjahresniveau.

Einschätzung der Entwicklung der Provisionserträge 2024 (im Vergleich zum Vorjahr)

2024
Erlöse Altersvorsorge Leicht steigend
Erlöse Sachversicherung Leicht steigend
Erlöse Krankenversicherung Gleichbleibend
Erlöse Immobilienvermittlung Deutlich steigend
Erlöse Finanzierung Deutlich steigend


Für das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit erwarten wir folglich im Geschäftsjahr 2024 eine deutliche Steigerung.


Unsere Zielsetzung von maximal 10 % für die Fluktuationsrate bei unseren Beraterinnen und Berater gilt unverändert auch für das Jahr 2024.


Aufgrund des insgesamt herausfordernden Marktumfelds bestehen allerdings in sämtlichen Beratungsfeldern nach wie vor Unsicherheiten.

Gesamtaussage der Unternehmensleitung


Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir insgesamt eine positive Entwicklung für die MLP Finanzberatung SE. Die deutlich höheren Provisionserträge dürften das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit deutlich höher ausfallen lassen.


Bezüglich der Fluktuationsquote der Beraterinnen und Berater streben wir weiterhin einen Wert von maximal 10 % an.


Die weitere Entwicklung geopolitischer Spannungen und Konflikte wie auch potenzielle politische Veränderungen weltweit beobachten wir aufmerksam, ebenso wie deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft und auf die verschiedenen Märkte. Zum jetzigen Zeitpunkt erwarten wir jedoch keine wesentlichen, direkten Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf.

Vorausschauende Aussagen


Diese Unterlagen enthalten unter anderem gewisse vorausschauende Aussagen und Informationen über zukünftige Entwicklungen, die auf Überzeugungen des Vorstands der MLP Finanzberatung SE sowie auf Annahmen und Informationen beruhen, die der MLP Finanzberatung SE gegenwärtig zur Verfügung stehen. Worte wie "erwarten", "einschätzen", "annehmen", "beabsichtigen", "planen", "sollten", "könnten" und "projizieren" sowie ähnliche Begriffe in Bezug auf das Unternehmen sollen solche vorausschauenden Aussagen anzeigen, die insoweit gewissen Unsicherheitsfaktoren unterworfen sind.


Viele Faktoren können dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse der MLP Finanzberatung SE sich wesentlich von den Zukunftsprognosen unterscheiden, die in solchen vorausschauenden Aussagen getroffen wurden.


Die MLP Finanzberatung SE übernimmt keine Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit, vorausschauende Aussagen zu aktualisieren oder zu korrigieren. Sämtliche vorausschauenden Aussagen unterliegen unterschiedlichen Risiken und Unsicherheiten, durch die die tatsächlichen Ergebnisse zahlenmäßig von den Erwartungen abweichen können. Die vorausschauenden Aussagen geben die Sicht zu dem Zeitpunkt wieder, zu dem sie gemacht wurden.

 

Wiesloch, 14. März 2024


MLP Finanzberatung SE


Der Vorstand

Jan Berg Benno Günther Manfred Bauer
Oliver Liebermann Carsten Soßna

Bericht des Aufsichtsrats der MLP Finanzberatung SE


Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2023 in fünf ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung über die Geschäftsentwicklung, die Lage des Unternehmens, die Vermögenslage und die wesentlichen Investitionsvorhaben sowie die Zukunftsplanung unterrichtet worden. Daneben wurde nach der ordentlichen Hauptversammlung eine konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats abgehalten. Der Aufsichtsrat hat wichtige Themen zu den verschiedenen Geschäftsfeldern und das relevante Marktumfeld mit dem Vorstand erörtert und die Geschäftsführung durch den Vorstand überwacht. Außerdem trafen sich der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandssprecher zu regelmäßigen Gesprächsterminen, in denen sie Einzelthemen erörtert haben. Der Aufsichtsratsvorsitzende unterrichtete die übrigen Mitglieder regelmäßig über die Inhalte dieser Gespräche. Wesentliche Geschäfte bzw. strategische Entscheidungen sind dem Aufsichtsrat zur Zustimmung vorgelegt worden.


In regelmäßigen Sitzungen haben Aufsichtsrat und Vorstand die Geschäftsentwicklung, die Strategie und die wichtigsten Vorfälle im Unternehmen erörtert. Dabei fanden auch Beratungen des Aufsichtsrats ohne den Vorstand statt. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten jeweils zeitnah, umfassend und kontinuierlich über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung des Unternehmens einschließlich der Risikolage sowie das Risikomanagement und das Compliance-System sowie wesentliche Compliance-Sachverhalte unterrichtet. Dabei hat sich der Aufsichtsrat von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung durch den Vorstand überzeugt.


Der Aufsichtsrat der MLP Finanzberatung SE setzte sich im Berichtsjahr 2023 aus drei Mitgliedern zusammen. Dies waren - auch nach Neuwahl durch die Hauptversammlung am 9. Mai 2023 -die Herren Dr. Uwe Schroeder-Wildberg und Maximilian Lautenschläger sowie als Vertreterin der Arbeitnehmer Frau Monika Stumpf, die durch die Arbeitnehmer neugewählt worden war.


Gegenstand der Aufsichtsratssitzung vom 21. März 2023 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022. Die Abschlussprüfer haben an der Sitzung teilgenommen und berichteten ausführlich über den Verlauf und das Ergebnis ihrer Jahresabschlussprüfung. Nach eingehender Diskussion billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022. Des Weiteren wurden die Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung verabschiedet.


Gegenstand der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 9. Mai 2023 war insbesondere die Erörterung der Ergebnisse des ersten Quartals.


Die Ergebnisse des zweiten Quartals sowie die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr standen in der ordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 8. August 2023 auf der Tagesordnung. Des Weiteren bestellte der Aufsichtsrat die Herren Benno Günther und Carsten Soßna mit Wirkung zum 1. September 2023 zu Mitgliedern des Vorstands. Herr Loose legte sein Amt als Mitglied des Vorstands mit Wirkung zum Ablauf des 31. August 2023 nieder. Seit dem 1. September 2023 setzt sich der Vorstand somit wie folgt zusammen: Jan Berg (Vorstandssprecher), Manfred Bauer, Benno Günther, Oliver Liebermann und Carsten Soßna.


Im Mittelpunkt der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 7. November 2023 standen unter anderem die Ergebnisse des dritten Quartals des Geschäftsjahres.


In einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats am 28. November 2023 wurde der Aufsichtsrat über den beabsichtigten Erwerb weiterer Anteile an der Uniwunder GmbH informiert.


In einer Sitzung des Aufsichtsrats am 12. Dezember 2023 waren die Strategie- und Budgetplanung der wesentliche Gegenstand der Beratung und Genehmigung.


Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Dabei werden sie von der Gesellschaft angemessen unterstützt.


Der Jahresabschluss der MLP Finanzberatung SE zum 31. Dezember 2023 ist von der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Prüfbericht sind dem Aufsichtsrat vorgelegt und in Anwesenheit des Abschlussprüfers erläutert worden. Auch der Aufsichtsrat hat die Unterlagen und Berichte eingehend geprüft und ausführlich darüber beraten. Der Aufsichtsrat hat abschließend von dem Prüfungsbericht zustimmend Kenntnis genommen.


Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt er keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Lagebericht. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der damit festgestellt ist.


Dem Vorschlag des Vorstands, für das Geschäftsjahr 2023 den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen, schloss sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung an.


Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Beraterinnen und den Beratern der MLP Finanzberatung SE und der Tochtergesellschaften für den hohen persönlichen Einsatz und ihre Leistung im Geschäftsjahr 2023.


Wiesloch, im März 2024

Dr. Uwe Schroeder-Wildberg
Vorsitzender

Vorstandsbeschluss

Beschlussfassung

Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2023


Der Bilanzgewinn zum 31.12.2023 beträgt € 41.424.775,11 €. Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:


Der Bilanzgewinn wird in Höhe von € 41.424.775,11 € auf neue Rechnung vorgetragen.

Gewinnvortrag: € 41.424.775,11
Bilanzgewinn: € 41.424.775,11


Manfred Bauer

x ja / einverstanden 14.03.2024
nein / abgelehnt Datum / Unterschrift


Jan Berg

x ja / einverstanden 14.03.2024
nein / abgelehnt Datum / Unterschrift


Oliver Liebermann

x ja / einverstanden 14.03.2024
nein / abgelehnt Datum / Unterschrift


Benno Günther

x ja / einverstanden 14.03.2024
nein / abgelehnt Datum / Unterschrift


Carsten Soßna

x ja / einverstanden 14.03.2024
nein / abgelehnt Datum / Unterschrift

Ungeprüfte Anlage zum Lagebericht - Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit


Entsprechend der Anforderungen des § 21 Entgelttransparenzgesetz wird nachfolgend zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit bei MLP berichtet. Lediglich die Tochtergesellschaft MLP Finanzberatung SE überschreitet innerhalb des MLP-Konzerns den gesetzlich vorgegebenen Schwellenwert von 500 Beschäftigten, nur diese Gesellschaft ist demnach berichtspflichtig. Gleichwohl wird für den Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE berichtet, da die maßgeblichen Parameter auf Basis einer für diesen Gemeinschaftsbetrieb gültigen Betriebsvereinbarung erhoben wurden. Vor diesem Hintergrund wird nur bzgl. derjenigen Mitarbeitenden der vorgenannten Gesellschaften berichtet, welche nicht als leitende Angestellte im Sinne des § 5 Absatz 3 BetrVG einzustufen sind.


Als Grundlage zur Herstellung verbesserter Entgelttransparenz bei MLP wurde im Dezember 2015 eine Betriebsvereinbarung "Vergütungssystematik" abgeschlossen. Diese gilt in der Fassung vom 2. Juli 2019 für die MLP SE, MLP Banking AG sowie die MLP Finanzberatung SE. Danach wird jeder Stellentyp unabhängig von den Stelleninhabern und damit geschlechtsneutral bewertet und einem Gehaltsband zugeordnet, an dem sich die Gehaltseinordnung bei Einstellungen und Versetzungen orientiert.


Private Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten sind aufgefordert, mithilfe betrieblicher Prüfverfahren ihre Entgeltregelungen und die verschiedenen gezahlten Entgeltbestandteile sowie deren Anwendung regelmäßig auf die Einhaltung des Entgeltgleichheitsgebots im Sinne dieses Gesetzes zu überprüfen. MLP hat ein solches Prüfverfahren für den Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE im Jahr 2018 durchgeführt und unter Anwendung der gleichen methodischen Grundsätze im Geschäftsjahr 2023 wiederholt.


Dabei wurde auf Basis der Vergütungsdaten zum 31. August 2023 die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern der Unternehmenszentrale ermittelt, die nicht als leitende Angestellte im Sinne des § 5 Absatz 3 BetrVG einzustufen sind. Zudem wurde das bereits in 2018 auf freiwilliger Basis durchgeführte innerbetriebliche Prüfverfahren wiederholt, um individuell nicht geschlechtergerecht vergütete Mitarbeiterinnen zu ermitteln.


Die unbereinigte, nach Gehaltsband und Personenzahl gewichtete Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern der Unternehmenszentrale, die nicht als leitende Angestellte im Sinne des § 5 Abs. 3 BetrVG einzustufen sind, lag im Geschäftsjahr 2023 bei 3,49%. Zur Ermittlung dieses Prozentwerts wurde die durchschnittliche Vergütung der Männer je Gehaltsband mit der entsprechenden Durchschnittsvergütung der Frauen verglichen und die sich daraus ergebenden Einzelwerte nach der Anzahl der Stelleninhaber pro Gehaltsband gewichtet.


Um eine Vergleichbarkeit zu der Erhebung aus dem Jahr 2018 sicherzustellen, wurde als Bereinigungsfaktor das Lebensalter gewählt. Da die Männer bei MLP durchschnittlich ca. ein Jahr älter als die Frauen sind und dementsprechend tendenziell mehr Teilhabe an der allgemeinen und individuellen Gehaltsentwicklung hatten, wurde wie im Rahmen der Erhebung im Jahr 2018 als Bereinigungsfaktor das Lebensalter zu Grunde gelegt. Das langjährige Mittel der jährlichen Gehaltsentwicklung wurde für die Zwecke der Bereinigung konservativ mit 2% p. a. angesetzt. Die um die durchschnittlichen Altersunterschiede bereinigte Entgeltlücke bei MLP lag bei 1,73% und damit deutlich unterhalb des vom Statistischen Bundesamt in 2023 veröffentlichten bereinigten Verdienstabstands zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) in Höhe von 7%. Da dem Statistischen Bundesamt folgend noch weitere Bereinigungsfaktoren in Betracht kommen, spricht vieles dafür, dass eine signifikante Entgeltlücke bei MLP nicht besteht und sich keine systematische geschlechtsspezifische Entgeltdiskriminierung zu Lasten der weiblichen Mitarbeitenden erkennen lässt.


Auch das erneut auf freiwilliger Basis durchgeführte innerbetriebliche Prüfverfahren für die Mitarbeitenden der Unternehmenszentrale im Gemeinschaftsbetrieb der MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE kommt zu dem erfreulichen Ergebnis, dass bei MLP keine systematischen geschlechtsspezifischen Vergütungsabweichungen bestehen. Abweichend von der in 2018 erfolgten Untersuchung wurden im Geschäftsjahr 2023 individuelle Gehaltsabweichungen nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer betrachtet.


Im Rahmen des mehrstufigen Prüfverfahrens wurde zunächst das Durchschnittsgehalt der Männer innerhalb der einzelnen Gehaltsbänder und jeweils getrennt nach Eckpositionen (Abteilungsleitung, Teamleitung, Fachreferent, Fachreferentin, Mitarbeitende) ermittelt und Frauen identifiziert, deren Gehalt mehr als 20% unterhalb des für ihr Gehaltsband und ihre Eckposition maßgeblichen Durchschnittsgehalts männlicher Kollegen liegt und die höchstens fünf Jahre jünger sind als das Durchschnittsalter der männlichen Vergleichsgruppe. In gleicher Weise wurden Männer ermittelt, deren Gehalt von der jeweiligen weiblichen Vergleichsgruppe abweicht. Für die so identifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde individuell geprüft, ob sich Anhaltspunkte für einen sachlichen Grund für die im Vergleich geringere Vergütung ergeben. Dabei wurde unter anderem die Vergleichsvergütung innerhalb des konkreten Stellentyps des betroffenen Mitarbeitenden betrachtet, die tatsächliche Qualifikation sowie die abstrakte Anforderung an den Stellentyp, die tatsächliche Berufserfahrung und Leistungsbewertung des Mitarbeitenden betrachtet.


Im Ergebnis wurde das Gehalt einer Mitarbeiterin um 12% und eines Mitarbeiters um 16% angehoben, weitere individuelle Anpassungen waren nicht vorzunehmen. Die Mitarbeitenden des Geschäftsstelleninnendienstes konnten im Rahmen des individuellen Prüfverfahrens nicht berücksichtigt werden, da im Geschäftsstelleninnendienst nahezu ausnahmslos Frauen beschäftigt sind und daher wie auch schon in 2018 ein geeigneter und statistisch belastbarer männlicher Vergleichsmaßstab fehlt.


MLP bietet neben diesen rein entgeltbezogenen Maßnahmen eine Vielzahl von weiteren Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern und damit zu mehr Entgeltgerechtigkeit beitragen.


Tendenziell ist der Anteil weiblicher Mitarbeitenden in höher dotierten Führungspositionen zahlenmäßig noch unterrepräsentiert. Je höher die Hierarchiestufe, desto geringer ist der Frauenanteil unter den Stelleninhabern innerhalb des Gemeinschaftsbetriebs der MLP SE, MLP Banking AG und MLP Finanzberatung SE. Auf vakante Führungspositionen bewerben sich regelmäßig weniger Frauen als dies wünschenswert wäre; dies obwohl bei MLP insgesamt deutlich mehr weibliche als männliche Mitarbeitende beschäftigt sind. Insgesamt genießt die Frauenförderung bei MLP einen hohen Stellenwert. Daher hat MLP dieses Thema bereits in den vergangenen Jahren forciert und diverse Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen ergriffen. Das Konzept beinhaltet beispielsweise Maßnahmen wie familienfreundliche Meetingregelungen oder flexible Arbeitsort- und Arbeitszeitgestaltungen. Als Zeichen der öffentlichen Verpflichtung zu Diversity hat MLP im Jahr 2014 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Des Weiteren wurde im Jahr 2019 das Audit berufundfamilie erfolgreich durchgeführt. Im Rahmen der damit verbundenen Zielvereinbarung wurden zahlreiche Maßnahmen für die Förderung von Frauen in Führungspositionen und Führung in Teilzeit erfolgreich umgesetzt. Auf Basis der Re-Zertifizierung des Audits im Jahr 2022 wurden für die kommenden drei Jahre weitere Umsetzungsziele zur Förderung der Familienfreundlichkeit und lebensphasenorientierten Ausrichtung der Maßnahmen zur Arbeitnehmerbindung vereinbart. Ziel ist ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis der Geschlechter auf den einzelnen Führungsebenen des Unternehmens.


Für die nicht leitenden Angestellten des aus der MLP SE, der MLP Banking AG und der MLP Finanzberatung SE bestehenden Gemeinschaftsbetriebs werden den Anforderungen des § 21 Absatz 2 Entgelttransparenzgesetz entsprechend folgende statistischen Angaben gemacht:

Anzahl (Gesamt) Anzahl (Vollzeit) Anzahl (Teilzeit)
2020 2023 2020 2023 2020 2023
Männer 352,75 421,25 322,00 379,50 30,75 41,75
Frauen 829,50 883,50 332,00 767,50 497,50 495,50
Quote (Gesamt) Quote (Vollzeit) Quote (Teilzeit)
2020 2023 2020 2023 2020 2023
Männer 29,84% 32,29% 91,28% 90,09% 8,72% 9,91%
Frauen 70,16% 67,71% 40,02% 43,92% 59,98% 56,08%

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