C. Schmid Beteiligung GmbH & Co. KG
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Gebr. Schmid GmbHFreudenstadtKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019Inhalt Grundlagen der SCHMID Group Das Geschäftsmodell der SCHMID Group Ziele, Unternehmensstrategie und Unternehmenssteuerung Forschung und Entwicklung Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Lage und konjunkturelles Umfeld Weltweite konjunkturelle Entwicklung der Elektronik-, Hard- und Software- sowie Photovoltaik-Industrie Die SCHMID Group in Zahlen Allgemeine Geschäftsentwicklung Ertragslage Vermögenslage Kapitalstruktur Finanzlage Chancen und Risiken für die künftige Entwicklung der SCHMID Group Chancen- und Risikomanagement Chancen der SCHMID Group Beschreibung der für die SCHMID Group aussichtsreichsten Chancen Chancen durch Technologie und Wettbewerb Operative Chancen auf internationalem Parkett und in aussichtsreichen Branchen und Märkten Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem Risiken der SCHMID Group Beschreibung der für die SCHMID Group relevanten Risiken Bilanzielle Überschuldung der Gebr. SCHMID GmbH durch nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag Liquiditätsrisiko Risiken, die sich durch die weitere Ausbreitung des Coronavirus "Covid-19" ergeben könnten Finanzielle Risiken aus dem operativen Geschäft Mitarbeiterspezifische Risiken Gesamtwirtschaftliche Risiken Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung weltweit Auswirkungen der Entwicklung der Weltwirtschaft auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SCHMID Group Geschäftsverlauf der SCHMID Group in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 Allgemeine Geschäftsentwicklung und Ertragslage Finanzlage und Kapitalstruktur Prognostizierter Geschäftsverlauf der SCHMID Group für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 Das Geschäftsmodell der SCHMID Group Die SCHMID Group bietet als führender, global agierender Technologiekonzern Produktionslösungen für die Photovoltaik- und Elektronikindustrie an. Darüber hinaus umfasst das Produktportfolio Lösungen für stationäre Energiespeicherungssysteme. Das Service- und Ersatzteilgeschäft rundet das Leistungsangebot des Konzerns ab. Die Gebr. SCHMID GmbH, Freudenstadt, fungiert als oberste Holdinggesellschaft der SCHMID Group. Die Geschäftstätigkeit der SCHMID Group ist in vier Business Units gegliedert. In der Business Unit Electronics werden System- und Prozesslösungen für die Herstellung von Leiterplatten entwickelt und gefertigt. Die Business Unit Photovoltaik umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Photovoltaik mit Einzelequipment, schlüsselfertigen Produktionslinien und kompletten Fabriklösungen. In der Business Unit Energy Systems werden - unter dem Dach der SCHMID Energy Systems GmbH - Energiespeicher auf Basis der Vanadium Redox Flow Technologie produziert. Die Gebr. SCHMID GmbH hat ihre Anteile an der SCHMID Energy Systems GmbH in 2019 in ein Joint Venture mit einem saudi-arabischen Partner eingebracht und wird die Energiespeichersparte nicht mehr direkt betreiben. In der Business Unit Customer Service sind die Dienstleistungsangebote wie Wartungen von Anlagen, Kundenschulungen und Vor-Ort-Services sowie der Vertrieb von Ersatzteilen gebündelt. Die Produktionsstandorte der SCHMID Group sind:
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Geschäftsbereiche der SCHMID Group ist der Bereich Forschung und Entwicklung. Die Gebr. SCHMID GmbH leistet in Freudenstadt den Großteil der Forschungsarbeiten und treibt die notwendigen Neu- und Weiterentwicklungen der Technologien der SCHMID Group voran. In geringem Umfang werden auch Forschungs- und Entwicklungsleistungen von der SCHMID Thermal Systems, Inc. erbracht. Der Vertrieb der SCHMID-Produkte erfolgt weltweit über die Gebr. SCHMID GmbH direkt, die Tochtergesellschaften und über externe Handelspartner. Zu den Kunden der SCHMID Group gehören namhafte Firmen aus dem Hard- und Software-Bereich, der Elektronik-Branche und der Solar- und Photovoltaik-Industrie, die weltweit angesiedelt sind. Die Gebr. SCHMID GmbH ist die Konzernholding der SCHMID Group und hält direkt oder indirekt die Beteiligungen an den deutschen und ausländischen Tochtergesellschaften. Darüber hinaus hält die Gebr. SCHMID GmbH direkt oder indirekt wesentliche Beteiligungen an Gesellschaften in Korea und der Türkei. Die Anteile an der Schmid Energy Systems GmbH wurden im Berichtsjahr in ein Joint Venture mit dem saudi-arabischen Konzern SABIC eingebracht. Das finale Closing erfolgte jedoch erst im Mai 2020. Die Gebr. SCHMID GmbH hält 49% an der gemeinsamen Holding des Joint Ventures und ist damit größter Einzelgesellschafter. Damit übt die Gebr. SCHMID GmbH keinen beherrschenden Einfluss mehr auf die Schmid Energy Systems GmbH aus; die Gesellschaft wurde damit im Geschäftsjahr 2019 entkonsolidiert. Als Konzernholding ist die Gebr. SCHMID GmbH für die Steuerung, Koordination und Verwaltung der Tochtergesellschaften zuständig. Sie ist zudem die Technologieführerin im Konzern, gibt die strategische Ausrichtung der SCHMID Group vor und übernimmt das gruppenweite, zentrale Marketing. In dieser Rolle erbringt die Gebr. SCHMID GmbH umfangreiche Leistungen für die Tochtergesellschaften im Rahmen von Shared Services. Ziele, Unternehmensstrategie und Unternehmenssteuerung Die Leidenschaft für Innovation und Technologie ist treibender Faktor für SCHMID. Ziel der Geschäftsleitung ist es, die Technologiekompetenz der SCHMID Group zu festigen und weiter auszubauen. SCHMID sieht sich als innovativer Partner der Kunden, der maßgeschneiderte Prozesslösungen für die Kunden entwickelt und passgenau darauf ausgerichtete Anlagen und Automationssysteme fertigt. Die Zielmärkte von SCHMID sind die Elektronik-, Soft- und Hardwarebranche sowie die Photovoltaik- und Solarindustrie weltweit. Zu den Kunden von SCHMID im Electronics-Bereich gehören z. B. namhafte Anbieter von Computern, Mobiltelefonen und Tablets und deren Zulieferer sowie Hersteller von Leiterplatten (printed circuit boards). In der Business Unit Photovoltaik vertreibt die SCHMID Group ihre Produkte an die großen Hersteller und Entwickler von Solarzellen und Solarmodulen sowie Photovoltaik-Lösungen. Die Unternehmenssteuerung orientiert sich insbesondere am Umsatz und EBITDA 1 sowie an der Nettoverschuldung 2 der SCHMID Group. Diese Kennzahlen stellen für die SCHMID Group die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind von nachrangiger Bedeutung. Forschung und Entwicklung Die Forschung und Entwicklung von Lösungen für die Kunden von SCHMID ist seit vielen Jahren die tragende Säule, die zum Erhalt und Ausbau der Marktposition in allen Zielmärkten beiträgt. Als technologieorientiertes Unternehmen forscht und entwickelt die SCHMID Group in eigenen, produktbezogenen Technologiezentren. Die Ausstattung mit neuester Anlagentechnik sowie Prozess- und Messtechnik bietet ideale Bedingungen für wissenschaftliche Versuche, anwendungs- und kundennahe Entwicklungen und zukunftsweisende Forschung. Im Bereich der Grundlagenforschung arbeitet die SCHMID Group mit Kunden und Kooperationspartnern sowie führenden Forschungsinstituten weltweit zusammen. Gemeinsam mit verschiedenen Forschungsinstituten und Partnern wurden im Jahr 2019 am Standort Freudenstadt in Deutschland vom Bund geförderte Forschungsprojekte bearbeitet. Im Rahmen dieser Projekte wird intensiv an der Entwicklung neuer Technologien und Produkte in den Bereichen Photovoltaik, Elektronik und Energiespeicherung geforscht. Gegenstand der Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich Electronics waren - ähnlich wie im Vorjahr - Verbesserungen im Bereich Oberflächenveredelung in verschiedenen Anwendungsbereichen für Zulieferer aus der Automobilindustrie, für medizintechnische Applikationen und für Produkte aus der Luft- und Raumfahrt- sowie der Glas- und Displayindustrie. Ziel war es, die neu entstehenden Anforderungen im High-End-Bereich mit neuesten Prozess- und Fertigungstechnologien zu unterstützen. Auch im Bereich Photovoltaik wurden zahlreiche Weiterentwicklungen vorgenommen. Einen Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stellte der Ausbau der neuen Anlagengeneration InfinityLine für die Business Units Photovoltaik und Electronics dar. Drei neue Produktreihen (C+, P+ und Plasmaline) wurden entwickelt. Weiterhin wurde die neue Generation der SCHMID Anlagensteuerungssoftware SCHMID Watch III programmiert. Im Geschäftsjahr 2019 wurden bereits zahlreiche Anlagen mit der SCHMID-Watch-III-Technologie ausgeliefert. Allein im Technologiezentrum der Gebr. SCHMID GmbH in Freudenstadt sind über 30 Wissenschaftler, Technologen und Prozessingenieure tätig, die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten insbesondere im Bereich der nasschemischen und thermischen Prozesse sowie der Beschichtungstechnik erbringen. Die Gebr. SCHMID GmbH meldet gewonnene Erkenntnisse und Neuentwicklungen regelmäßig zur Patenterteilung an. Per 31.12.2019 bestanden für die Gebr. SCHMID GmbH 236 Patente und Schutzrechte.
1 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen
2 Nettoverschuldung = Saldo aus verzinslichen
Finanzverbindlichkeiten und flüssigen Mitteln
Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Lage und konjunkturelles Umfeld Die Weltwirtschaft zeigte deutliche Zeichen einer anhaltenden Verlangsamung des Wachstums. Nach Aussage der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im März 2020 blieb das weltweite Wirtschaftswachstum 2019 mit 2,9 % deutlich hinter dem Vorjahreswert von 3,6 % zurück. Auslöser für den Rückgang der Wirtschaftsleistung seien regionale soziale Unruhen, geopolitische Spannungen und internationale Handelskonflikte. Für 2020 drosselte die OECD angesichts der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus "Covid-19" ihre Prognose weiter. Im Falle einer Pandemie könnte sich das weltweite Wirtschaftswachstum halbieren. In der Eurozone konnte laut OECD-Report in 2019 lediglich ein Wirtschaftswachstum von 1,2 % erzielt werden (nach 1,9 % im Vorjahr). Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wuchs in 2019 um 0,6 % (Vorjahr 1,5 %). Anhaltende Handelskonflikte belasteten die exportabhängige europäische Industrie. Nach Einschätzung der OECD beeinflussten zusätzlich Unsicherheiten durch den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit), der Strukturwandel in der Autoindustrie und die Klimapolitik das Geschäftsklima und die Investitionstätigkeit in 2019. Weltweite konjunkturelle Entwicklung der Elektronik-, Hard- und Software- sowie Photovoltaik-Industrie Die wirtschaftliche Entwicklung sowohl der Elektronik-Industrie als auch der Hard- und Software-Branche wird unter anderem getrieben vom rasanten Wachstum in den Bereichen
Die Elektronik-Industrie konnte in 2019 weltweit ein Wachstum von rund 4 % verzeichnen (nach 2 % im Vorjahr) 3. Die weltweit getätigten Investitionen im IT-Bereich beliefen sich in 2019 auf rund 3,8 Billionen USD und blieben damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres 4. Die Photovoltaik-Branche verzeichnet weltweit nach wie vor hohe Wachstumsraten. So wurden in 2019 weltweit PV-Module mit einer Leistung von etwas mehr als 120 GWp produziert. Im Vorjahr belief sich die Gesamtleistung der weltweit produzierten PV-Module auf rund 100 GWp 5. Dabei wurden weit mehr als 90 % der PV-Module in Asien gefertigt.
4 Quelle: Gartner, Press Release 2020-10-20
5 Quelle: ©Fraunhofer ISE: Photovoltaics
Report, updated: 24 February 2022
Die SCHMID Group in Zahlen Allgemeine Geschäftsentwicklung
Die Umsätze der SCHMID Group beliefen sich auf 85,9 Mio. EUR und lagen damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 157,3 Mio. EUR). Der hohe Umsatz des Vorjahres war auf die Realisierung eines Großauftrages zurückzuführen. Für 2019 war somit mit einem Rückgang im Umsatz zu rechnen. Der für 2019 geplante Umsatz konnte jedoch nicht erreicht werden, da im zweiten Halbjahr 2019 eine Abschwächung der Konjunktur zu verzeichnen war, was zu einem leichten Rückgang der Kundenbestellungen führte. Zudem konnte die SCHMID Group einzelne Kundenaufträge nur mit Verzögerungen realisieren. Weitere Erläuterungen bezüglich der Umsatzentwicklung finden sich auch im Anhang wieder. Das EBITDA der SCHMID Group betrug in 2019 -0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 17,7 Mio. EUR). Im EBITDA ist ein Gewinn aus der Entkonsolidierung der Schmid Energy Systems GmbH in Höhe von 10,8 Mio. EUR enthalten. Im Übrigen war das EBITDA im Geschäftsjahr maßgeblich beeinflusst durch negative Einmaleffekte, die sich aus hohen Forderungsverlusten gegenüber Dritten (-4,6 Mio. EUR) und Pönalen aufgrund von Lieferverzögerungen (-1,4 Mio. EUR) ergeben haben. In 2018 wirkten sich Einmaleffekte von rund 2,7 Mio. EUR positiv auf das EBITDA aus. Für 2019 waren ein positives EBITDA und ein ausgeglichenes Jahresergebnis geplant; diese Budgetziele konnten nicht erreicht werden. Die Nettoverschuldung der SCHMID Group belief sich zum 31.12.2019 auf 95,4 Mio. EUR nach 67,2 Mio. EUR im Vorjahr. Das Budgetziel, die Nettoverschuldung der SCHMID Group stabil zu halten, konnte nicht erreicht werden. Insgesamt kann der Geschäftsverlauf der SCHMID Group im Geschäftsjahr 2019 nicht als zufriedenstellend bezeichnet werden. Ertragslage
Die durchschnittliche Materialaufwandsquote belief sich in 2019 auf 48,2 % und liegt somit im Rahmen der geschäftsüblichen Erwartungen. Die Höhe der Materialaufwandsquote hängt sehr stark von der Zusammensetzung der erzielten Umsätze ab. Im Vorjahr ergab sich rein rechnerisch eine durchschnittliche Materialaufwandsquote von 25,4 %. Grund für diese niedrige Quote war der in 2018 realisierte Großauftrag. Die Gebr. SCHMID GmbH hat in 2019 ihre Anteile an der SCHMID Energy Systems GmbH in ein neu gegründetes Joint-Venture-Unternehmen in Saudi-Arabien eingebracht. Das Closing fand allerdings erst im Mai 2020 statt. Aufgrund des Kontrollverlusts (die Gebr. SCHMID GmbH kontrolliert nach Einbringung weniger als 50 % der Anteile an Kapital und Stimmrechten) wurde die SCHMID Energy Systems GmbH in 2019 entkonsolidiert. Aus der Entkonsolidierung ergab sich ein Ertrag in Höhe von 10,8 Mio. EUR, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen ist. In den Abschreibungen ist eine Abwertung auf eine sonstige Forderung in Höhe von 7,0 Mio. EUR enthalten, die aufgrund von Zweifeln an deren Einbringlichkeit vorgenommen wurde. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist unter anderem zurückzuführen auf höhere Wertberichtigungen auf Forderungen, gestiegene Aufwendungen für Pönalen und Ausgangsfrachten sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Gegenläufig wirkten sich geringere Raumkosten, geringere Aufwendungen für Gewährleistung und deutlich gesunkene Rechts- und Beratungsaufwendungen aus. Die Erträge aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen betreffen im Wesentlichen - wie auch im Vorjahr - das positive Jahresergebnis der SCHMID Pekintas, Türkei. Die Gesellschaft wird im Rahmen der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 11,1 Mio. EUR betreffen Kreditzinsen für die Bankverbindlichkeiten und die sonstigen Finanzverbindlichkeiten. Diese Aufwendungen belasteten signifikant das Jahresergebnis der SCHMID Group. Die Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 4,3 Mio. EUR resultieren im Wesentlichen aus der Anpassung der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge. Das geringe Umsatzniveau, die nicht budgetierten erhöhten Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen, Ausgangsfrachten und Pönalen sowie die hohe Belastung mit Zinsaufwand führten in 2019 zu einer Ertragslage, die nicht zufriedenstellend war. Vermögenslage Die langfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum 31.12.2019 auf 41,3 Mio. EUR (Vorjahr: 39,4 Mio. EUR) und entsprechen rund 24 % der Bilanzsumme. Aktivierungen von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen (Entwicklungskosten) führten zum 31.12.2019 zu einem Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände von 14,1 Mio. EUR (Vorjahr: 14,4 Mio. EUR). Die Finanzanlagen erhöhten sich von 7,0 Mio. EUR im Vorjahr auf nun 9,2 Mio. EUR zum Jahresende. Grund für den Anstieg war vor allem das positive Jahresergebnis der SCHMID Pekintas, Türkei, das per Equity-Konsolidierung den Buchwert der Anteile erhöhte. Die Gebr. SCHMID GmbH weist Forderungen gegen den Hauptgesellschafter, Christian Schmid, in Höhe von 60,2 Mio. EUR (Vorjahr: 54,7 Mio. EUR) aus. Die Werthaltigkeit dieser Forderung ist gegeben, da Herr Schmid - neben den Anteilen an der Gebr. SCHMID GmbH - in seinem Eigentum auch die Anteile eines weiteren Unternehmens hält, dessen Geschäftsmodell verschiedene zukunftsträchtige Technologien umfasst (unter anderem Entwicklungen von Technologien im Batterie-, Solar- und Photovoltaik-Bereich sowie die Produktion von Grundstoffen für die Batterie-Herstellung). Im November 2021 wurde eine Bewertung dieses nahestehenden Unternehmens durch einen unabhängigen Gutachter durchgeführt. Der Gutachter bewertet die patentierten Technologien des Unternehmens mit einem dreistelligen Millionenbetrag, der bei Veräußerung der Technologien voraussichtlich erzielt werden könnte. Die Forderungen der Gebr. SCHMID GmbH gegen die SCHMID Energy Systems GmbH (SES) in Höhe von rund 7 Mio. EUR wurden - nachdem SES durch Abschluss des Joint Venture Vertrags mit SABIC kein verbundenes Unternehmen der Gesellschaft mehr ist - umgegliedert. Diese Forderungen werden zum 31.12.2019 im Konzernabschluss erstmals unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Die Veränderung der aktiven latenten Steuern in Höhe von 7,2 Mio. EUR (Vorjahr: 11,4 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen aus der Anpassung der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge. Insgesamt hat sich die Vermögenslage der SCHMID Group aus Sicht der Geschäftsführung wie erwartet entwickelt. Kapitalstruktur Durch den hohen Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2019 ergab sich zum 31.12.2019 im Konzernabschluss ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 5,8 Mio. EUR. Im Vorjahr konnte ein positives Eigenkapital in Höhe von 15,5 Mio. EUR ausgewiesen werden. Auch im Einzelabschluss der Gebr. SCHMID GmbH ergab sich zum 31.12.2019 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 12,6 Mio. EUR. Zur Vermeidung der bilanziellen Überschuldung der Gebr. SCHMID GmbH bestehen qualifizierte Rangrücktrittserklärungen für Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 21 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen - wie auch im Vorjahr - Darlehens- und Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber insgesamt fünf Banken. Die Banken haben diese im Jahr 2019 sowie bis zum Datum der Aufstellung dieses Berichts nicht aktiv eingefordert. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 76,7 Mio. EUR (Vorjahr: 50,9 Mio. EUR) enthalten. Sämtliche Finanzverbindlichkeiten betrafen (wie auch im Vorjahr) die Gebr. SCHMID GmbH. Die Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:
Neben den nominalen Darlehensbeträgen werden hier auch die aufgelaufenen und noch nicht beglichenen Darlehenszinsen ausgewiesen. In 2019 konnte die Gebr. SCHMID GmbH mit CORDET Lending S.à.r.l., Luxemburg, einen neuen Darlehensvertrag über eine Kreditsumme von 40,0 Mio. EUR abschließen. Das Darlehen kam im April 2019 zur Auszahlung. Das Darlehen von Sextant Investments wurde dabei im April 2019 teilweise zurückgeführt. Das Darlehen von CORDET Lending ist nach 5 Jahren zur Rückzahlung fällig. Nach zwei Jahren können vom Schuldner Tilgungen in beliebiger Höhe geleistet werden. Für das verbleibende Darlehen von Sextant Investments wurde im April 2019 eine Laufzeit von fünfeinhalb Jahren vereinbart. Finanzlage Vorrangiges Ziel des Finanzmanagements ist es sicherzustellen, dass eine ausreichende Liquiditätsausstattung vorhanden ist, um alle fälligen Zahlungsverpflichtungen der SCHMID Group erfüllen zu können. Zum 31.12.2019 belief sich der Bestand an frei verfügbaren flüssigen Mitteln auf 0,6 Mio. EUR. Darüber hinaus standen der SCHMID Group Kredit- und Avalrahmen von insgesamt 8,5 Mio. EUR zur Verfügung. Zum 31.12.2019 waren die Kredit- und Avalrahmen in Höhe von 5,8 Mio. EUR ausgeschöpft. Sämtliche Kredit- und Avalrahmen und deren Inanspruchnahme betrafen die Gebr. SCHMID GmbH in Freudenstadt. Aus dem operativen Geschäft konnte die Gebr. SCHMID GmbH in 2019 keine nachhaltig positiven Cashflows erzielen. Der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit belief sich auf -0,5 Mio. EUR. Erläuterungen zu Liquiditätsrisiken finden sich im Risikobericht wieder. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in 2019 auf -7,1 Mio. EUR. Der Abschluss des neuen Darlehensvertrags mit Cordet und die teilweise Rückführung der Darlehen von Sextant führten per Saldo zu einem positiven Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 7,0 Mio. EUR. Die Kreditzinsen für die sonstigen Finanzverbindlichkeiten wurden in 2019 - wie vertraglich vereinbart - nicht beglichen, sondern erhöhten weiter die ausstehenden Darlehensbeträge. Zusammen mit den Auszahlungen für Investitionen und dem leicht negativen operativen Cashflow führte das zu einem deutlichen Anstieg der Nettoverschuldung, die sich zum 31.12.2019 auf 95,4 Mio. EUR belief (nach 67,2 Mio. EUR im Vorjahr). Chancen und Risiken für die künftige Entwicklung der SCHMID Group Chancen- und Risikomanagement Das Chancen- und Risikomanagement von SCHMID zielt darauf ab, den Fortbestand der SCHMID Group weiter zu sichern und die Marktstellung von SCHMID zu festigen und nachhaltig auszubauen. Zur unternehmerischen Zielsetzung von SCHMID gehören das frühzeitige und erfolgreiche Erkennen von Chancen sowie die Identifikation und angemessene Bewertung der damit verbundenen Risiken und die adäquate Reaktion darauf. Die vielfältigen Chancen für die SCHMID Group resultieren aus der Technologiekompetenz in den relevanten Geschäftsfeldern, dem breiten Spektrum an Produkten und Lösungen für die Märkte, den Kooperationen mit internationalen Kunden sowie der globalen Ausrichtung von SCHMID. In der aktuellen Situation ist SCHMID außerdem bestrebt, die Finanzierung der Gebr. SCHMID GmbH nachhaltig zu sichern und sowohl die Verschuldungsquote als auch die Belastung mit Finanzierungskosten zu reduzieren. Dabei kann die SCHMID Group auf das hohe persönliche Engagement der Gesellschafter bauen. Zudem eröffnen die globale Ausrichtung und Bekanntheit der SCHMID Group und die Platzierung als High-Tech-Unternehmen Finanzierungsmöglichkeiten sowohl im internationalen Umfeld als auch im Umfeld von technologieorientierten Investoren. Die Analyse und Beurteilung der Chancen und Risiken des Konzerns und der Gesellschaft ist Gegenstand fortlaufender Betrachtungen durch die Geschäftsleitung der SCHMID Group. Auf der Grundlage eines chancenorientierten, gleichzeitig aber risikobewussten, Managements ist es jedoch nicht das Ziel der Gesellschaft, alle potentiellen Risiken grundsätzlich zu vermeiden. Vielmehr wird stets ein Optimum aus Risikovermeidung, -reduzierung und kontrollierter Risikoakzeptanz angestrebt. Chancen der SCHMID Group Beschreibung der für die SCHMID Group aussichtsreichsten Chancen Die globale Geschäftstätigkeit der SCHMID Group innerhalb eines dynamischen Marktumfelds eröffnet ständig neue Chancen, die das angestrebte Wachstum von SCHMID unterstützen und vorantreiben können. Das Erkennen und Nutzen dieser Chancen gehört daher zu den wesentlichen Bestandteilen der Wachstumspolitik. Chancen durch Technologie und Wettbewerb SCHMID beherrscht Prozesse, die in den verschiedensten Branchen genutzt werden und baut passgenau darauf ausgerichtete Anlagen und Automationssysteme. Durch die Erschließung immer neuer Anwendungsgebiete entwickelten sich drei Geschäftsfelder, die von zahlreichen Synergie-Effekten profitieren: Electronics, Photovoltaics sowie Customer Service. Das Portfolio umfasst ein breites Spektrum an Produkten und Lösungen, mit denen die Kunden von SCHMID und deren Kunden letztendlich Hightech-Produkte fertigen, die jedem im Alltag begegnen - beispielsweise Smartphones und Tablets oder Solarmodule. Die von SCHMID bedienten Märkte unterliegen einem stetigen Wandel, der durch die Informations- und Kommunikationstechnologie, aber auch durch die rasanten Entwicklungen im Automotive-Sektor beeinflusst wird. Diese agilen Märkte bieten SCHMID die Möglichkeit, immer wieder mit neuen Entwicklungen zu überzeugen, neue Absatzmärkte zu erschließen und so am technologischen Wandel teilzuhaben. Die zunehmende Abkehr von fossiler Energie führt darüber hinaus im Bereich Photovoltaik zu neuen Chancen, die Produkte und Lösungen von SCHMID in bisher wenig erschlossenen Märkten zu platzieren. SCHMID hat seit Jahrzehnten den Anspruch der hohen Innovationsfähigkeit und Technologiekompetenz erfolgreich behauptet. Die Leidenschaft für Innovation und Technologie ist treibender Faktor des Handelns von Geschäftsleitung und Belegschaft. Rund 30 Mitarbeiter der Gebr. SCHMID GmbH bringen die Forschungs- und Entwicklungsprojekte von SCHMID voran. In 2019 konnten zahlreiche Entwicklungsprojekte erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die positiven Rückmeldungen der Kunden und Geschäftspartner von SCHMID zeigen, dass SCHMID technologisch auf dem richtigen Weg ist. Die Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber schätzt SCHMID aufgrund der gegebenen technologischen und finanziellen Voraussetzungen als hoch ein. Operative Chancen auf internationalem Parkett und in aussichtsreichen Branchen und Märkten SCHMID ist mit Produktions-, Verkaufs- und Serviceniederlassungen weltweit vertreten und arbeitet darüber hinaus mit vielen externen Handelspartnern zusammen. Durch die internationale Präsenz bieten sich der SCHMID Group zahlreiche Chancen, weltweit neue Kunden zu akquirieren, neue Kooperationen einzugehen und an dem Wachstum der Industriemärkte in den bedeutenden und aufstrebenden Volkswirtschaften teilzuhaben. Das globale Netzwerk der SCHMID Group von Vertriebsmitarbeitern, Produktingenieuren und Handelspartnern ist darauf ausgerichtet, die branchen- und marktspezifischen Anforderungen der Kunden weltweit zu erfüllen. SCHMID ist in China und Hongkong, Taiwan, Singapur, Südkorea und den USA mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten und pflegt somit in den jeweiligen Märkten den direkten Kontakt zu den Kunden. Dieser direkte Kontakt gibt SCHMID die Möglichkeit, neue technologische Entwicklungen am Markt schnell wahrzunehmen und rasch darauf zu reagieren. Auch internationale Messen, auf denen SCHMID regelmäßig vertreten ist, bieten die Möglichkeit eines direkten Austauschs mit Kunden und Technologiepartnern. Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem Die SCHMID Group ist naturgemäß einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Risiken können sich sowohl aus eigenem unternehmerischem Handeln, als auch durch externe Faktoren ergeben. Die Risikopolitik der SCHMID Group orientiert sich dabei an der Erfüllung der mittelfristigen finanziellen Ziele und der Sicherung des langfristigen Fortbestandes des Unternehmens. Das Risikomanagementsystem baut im Wesentlichen auf den Instrumenten des Controllings auf und beinhaltet unter anderem das monatliche Berichtswesen mit den relevanten Ergebnis- und Liquiditätskennzahlen sowie ein umfangreiches Vertriebsreporting. Wichtiger Bestandteil zur Risikofrüherkennung ist das Qualitätsmanagement von SCHMID. Für die Gebr. SCHMID GmbH liegt eine Zertifizierung nach ISO 9001 vor, die ein zuverlässiges, prozess- und systemorientiertes Qualitätsmanagement bestätigt. Klar strukturierte und eindeutig dokumentierte Prozesse im Rahmen des Qualitätsmanagements sorgen nicht nur für Transparenz, sondern sind mittlerweile bei den meisten Produktionskunden eine Vorbedingung für die erfolgreiche Vermarktung von Maschinen. Ein umfangreicher, aber gleichzeitig effizienter gruppenweiter Versicherungsschutz ergänzt das Risikomanagementsystem und sichert große Risiken ab. Das Risikomanagementsystem wird darüber hinaus abgerundet durch einen Code of Conduct, Unterschriftsrichtlinien und Freigaberegelungen in den einzelnen Gesellschaften sowie eine konzernweit geltende IT-Richtlinie. Risiken der SCHMID Group Beschreibung der für die SCHMID Group relevanten Risiken Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken mit Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit SCHMID Group sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beschrieben. Dabei sind lediglich Risiken mit einer Gesamteinstufung von "kritisch" und "hoch" relevant. Die Reihenfolge der dargestellten Risiken spiegelt dabei die gegenwärtige Priorisierung und damit Bedeutung für die SCHMID Group wider. Bilanzielle Überschuldung der Gebr. SCHMID GmbH durch nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag In 2019 erzielte die Gebr. SCHMID GmbH, das Mutterunternehmen der SCHMID Group, einen Jahresfehlbetrag von 12,8 Mio. EUR. Das negative Jahresergebnis führte zum 31.12.2019 zu einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 12,6 Mio. EUR. Die Gesellschafter der Gebr. SCHMID GmbH haben qualifizierte Rangrücktrittserklärungen über 21 Mio. EUR für ihre Forderungen gegen die Gesellschaft abgegeben. Eine Überschuldung der Gebr. SCHMID GmbH im insolvenzrechtlichen Sinne liegt daher nicht vor. Oberstes Ziel der Geschäftsführung ist die Minimierung der Liquiditätsrisiken sowie die Optimierung der Kapitalstruktur, wie im folgenden Abschnitt beschrieben. Die sehr gute Auftragslage der Gebr. SCHMID GmbH und der SCHMID Group und der prognostizierte Geschäftsverlauf lassen für die kommenden Monate und Jahre deutlich positive Cashflows aus dem operativen Geschäft erwarten. Die Geschäftsführung hat zudem verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung der Nettoverschuldung und zur Verbesserung der Kapitalstruktur ergriffen. Die Geschäftsleitung ist überzeugt, dass der Fortbestand der Gebr. SCHMID GmbH und der SCHMID Group damit sichergestellt ist. Liquiditätsrisiko Die angespannte Liquiditätssituation der Gebr. SCHMID GmbH erforderte in 2019 die Reduktion von Ausgaben und eine sehr sorgfältige Cash-Planung, um alle finanziellen Verpflichtungen rechtzeitig erfüllen zu können. Im ersten Quartal 2020 war eine zusätzliche Finanzierung durch einen externen Darlehensgeber notwendig. Die Prognosen sagten auch für 2020 ein schwieriges Geschäftsjahr voraus. Zudem führte die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus Anfang 2020 zu einem massiven Konjunktureinbruch in Europa, den USA und Asien, der bei SCHMID einen deutlichen Rückgang bei den Kundenbestellungen und insgesamt hohe finanzielle Einbußen verursachte. Diese Umstände führten dazu, dass potentielle Kreditgeber der Gebr. SCHMID GmbH im Frühjahr 2020 bei der Vergabe neuer Darlehen zurückhaltend agierten und beim Abschluss von Darlehensverträgen erhöhte Risikoprämien ansetzten. Zum 13.03.2020 konnte zwischen der Gebr. SCHMID GmbH und der CORDET Lending S.à.r.l. ein weiterer Vertrag über einen Darlehensbetrag von nominal 10,0 Mio. EUR abgeschlossen werden. Der zum Jahresende 2019 vorhandene geringe Auftragsbestand führte auch Anfang 2020 zu niedrigen Umsätzen und nicht ausreichenden Cash-Zuflüssen aus dem operativen Bereich. Ab März 2020 litt die SCHMID Group zudem massiv unter dem coronabedingten Konjunktureinbruch und den Einschränkungen, die sich weltweit durch Lockdowns, limitierte Reisemöglichkeiten und notwendige Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter ergaben. In 2019 und 2020 wurden - bedingt durch das niedrige Umsatzniveau - negative operative Cashflows generiert, die durch die Neuaufnahme von Darlehen durch die Gebr. SCHMID GmbH ausgeglichen wurden. Sowohl in der Business Unit Electronics als auch in der Business Unit Photovoltaik reichte das in den beiden Jahren realisierte Umsatzvolumen nicht aus, um positive operative Cashflows und insgesamt ein positives Jahresergebnis zu erzielen. Insbesondere die Business Unit Photovoltaik leidet noch immer unter dem Einbruch der Solar- und Photovoltaik-Industrie in Europa, die seit ca. 2012 zahlreiche Solarfirmen in die Insolvenz trieb. SCHMID arbeitet daran, durch Förderung und Ausbau der Business Unit Electronics diese fehlenden Umsätze wieder auszugleichen und den Geschäftsumfang der SCHMID Group insgesamt deutlich zu erhöhen. Angesichts der schwierigen Liquiditätssituation der SCHMID Group mussten jedoch Prioritäten bei Investitionen und Entwicklungsprojekten gesetzt werden. Es bestand das Risiko, dass die knappen finanziellen Ressourcen ungünstig eingesetzt wurden und die Business Unit Electronics trotz aller Bemühungen nicht die erforderlichen Umsatzzuwächse erzielen konnte. Um das Geschäft der SCHMID Group erfolgreich weiterführen zu können, war es erforderlich, den Geschäftsumfang der Gruppe deutlich zu steigern und aus dem operativen Geschäft in den kommenden Jahren entsprechend hohe, positive Cashflows zu generieren. Andernfalls wäre der Bestand des Mutterunternehmens und der SCHMID Group insgesamt gefährdet. Zur Verbesserung der angespannten Liquiditätssituation wurden in 2020, 2021 und 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Kosteneinsparungen oder Liquiditätszuflüsse zu erreichen. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen geplant, die vor allem darauf abzielen, die Nettoverschuldung der Muttergesellschaft und der SCHMID Group zu reduzieren. Die Maßnahmen werden im Folgenden beschrieben: Als Reaktion auf die coronabedingt schwache Auftragslage und die massiven Lieferketten- und Produktionsverzögerungen, die sich durch die Ausbreitung des Covid-19-Virus ergaben, beantragte die Gebr. SCHMID GmbH im April 2020 Kurzarbeit für nahezu alle Beschäftigten in Freudenstadt. Ab Anfang 2021 wurde die Kurzarbeit Stück für Stück zurückgeführt und im Oktober 2021 schließlich ganz beendet. Durch die Kurzarbeitsmaßnahme konnten in 2020 und 2021 insgesamt Einsparungen von rund 2,5 Mio. EUR erreicht werden. Sämtliche Mitarbeiter konnten gehalten werden; es waren keine betriebsbedingten Kündigungen notwendig. Nachdem die Gebr. SCHMID GmbH Mitte 2021 eine in den CORDET-Darlehensverträgen festgelegte Finanzkennzahl (Covenant) - insbesondere aufgrund des coronabedingten schwachen Geschäftsverlaufs - verfehlte, belastete dies die Gesellschaft mit Darlehenszinsen von mehr als 20 % p. a. auf die Darlehenssumme. Die Gebr. SCHMID GmbH geht seit September 2021 juristisch - wegen Sittenwidrigkeit - gegen die Höhe der (reklamierten) Darlehenszinsen sowie gegen die Vertragsanbahnung und zentrale Bestandteile der Vertragsbedingungen vor. Der Rechtsstreit ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch offen. Nachdem CORDET Lending Mitte 2021 die strittigen Kreditverträge gekündigt hat, wurden keine Zahlungen mehr an CORDET Lending aufgrund der gerichtshängigen Verfahren geleistet. In den Finanzverbindlichkeiten werden sowohl die nominalen Darlehensbeträge als auch die gesamten Zinsen, die sich theoretisch nach dem Wortlaut der strittigen Verträge ergeben würden, ausgewiesen. Mit einem positiven Ausgang des gerichtlichen Verfahrens für die Gebr. SCHMID GmbH könnten passivierte Zinsen in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe ertragswirksam aufgelöst werden. Eine vergleichsweise Beilegung des Rechtsstreits mit CORDET Lending wird angestrebt. Im August 2021 wurde ein Joint-Venture-Vertrag mit dem chinesischen Investor XJ Capitals und der chinesischen Tochtergesellschaft SCHMID Technology (Guangdong) Co. Ltd. (Neugründung 2020) abgeschlossen. Im Rahmen des Joint-Venture-Agreements wurde bei der SCHMID Technology (Guangdong) Co. Ltd. eine Kapitalerhöhung durchgeführt und das Stammkapital erhöht. Die neu geschaffenen Anteile an der Gesellschaft, die einem Anteil von rund 24,1 % entsprachen, wurden an XJ Capitals übertragen. Aus der Kapitalerhöhung flossen dem Konzern rund 29,7 Mio. USD zu. Darüber hinaus leistete XJ Capitals eine Anzahlung von rund 5,9 Mio. USD für eine weitere Kapitalerhöhung, die voraussichtlich Anfang 2023 durchgeführt wird. Nach Abschluss der zweiten Kapitalerhöhung wird XJ Capitals insgesamt rund 29,7 % der Anteile an der SCHMID Technology (Guangdong) Co. Ltd. halten. Im November 2021 traf die Gesellschaft die Entscheidung, sich aufgrund einer hohen Abhängigkeit von einem einzelnen Kunden aus dem Geschäft mit Öfen für die Solarzellenverarbeitung und verwandten Produkten zurückzuziehen. Die Gebr. SCHMID GmbH verkaufte ihre Anteile an der SCHMID Thermal Systems Inc. (USA) im Rahmen eines Management-Buy-Outs an neue Anteilseigner. Die vertraglichen Vereinbarungen führten zu Erlösen in Höhe von rund 10 Mio. USD, die im Dezember 2021 an die Gebr. SCHMID GmbH ausgezahlt wurden. Im September 2022 veräußerte die Gebr. SCHMID GmbH ihre Betriebsgrundstücke in Freudenstadt im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back-Vertrages an einen externen Investor. Die Grundstücke und Gebäude werden künftig von der Gesellschaft gemietet. Der Erlös aus dem Grundstücksverkauf in Höhe von 12 Mio. EUR wird voraussichtlich im ersten Quartal 2023 bei der Gesellschaft eingehen. Die Gebr. SCHMID GmbH plant, mit dem Verkaufserlös einen Teil der Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Die Gebr. SCHMID GmbH konnte im September 2022 eine Kooperationsvereinbarung mit einem US-amerikanischen Technologieunternehmen abschließen, die die Erbringung verschiedener Entwicklungsleistungen zum Gegenstand hat. Für diese Entwicklungsleistungen werden der SCHMID Group in den kommenden 36 Monaten mindestens 27 Mio. USD zufließen. Im Oktober 2022 konnten aus dem Vertrag bereits 8 Mio. USD vereinnahmt werden. SCHMID geht davon aus, dass der Kunde darüber hinaus in den kommenden Jahren weitere Bestellungen für Equipment platzieren wird. Der Hauptgesellschafter der Gebr. SCHMID GmbH strebt an, seine Verbindlichkeiten gegenüber der Gebr. SCHMID GmbH in den kommenden fünf Monaten vollständig zu tilgen. Derzeit werden verschiedene alternative Möglichkeiten in Erwägung gezogen, aus denen sich jeweils ausreichend Mittel generieren lassen, um das Darlehen bei der Gesellschaft zurückzuführen. Derzeit führt die Gebr. SCHMID GmbH außerdem Verhandlungen mit Sextant Investments, um auch für diese Darlehensverträge eine nachträgliche Reduktion der Zinsen zu erreichen. Sollten diese Verhandlungen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden, könnten auch hier passivierte Zinsen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich ertragswirksam aufgelöst werden. Die aktuellen Maßnahmen und Ereignisse führen dazu, dass SCHMID die operativen Geschäfte derzeit ohne zusätzliche Liquiditätsmaßnahmen bedienen kann. Ein Teil der Finanzverbindlichkeiten wird voraussichtlich noch vor Jahresende 2022 getilgt werden. Die weiteren bestehenden Darlehen könnten durch die Rückzahlung des Gesellschafterdarlehens ebenso getilgt werden, was zu einer deutlichen Verbesserung der Kapitalstruktur und der Ertragslage der gesamten Gruppe führen würde. Sollte die Rückzahlung des Gesellschafterdarlehens nicht erfolgen, dann sind die Gebr. SCHMID GmbH und die SCHMID Group im Bestand gefährdet. Risiken, die sich durch die weitere Ausbreitung des Coronavirus "Covid-19" ergeben könnten Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts hat sich gezeigt, dass die Ausbreitung des Coronavirus "Covid-19" die wirtschaftliche Entwicklung weltweit beeinflusste. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft in den Jahren 2020 und 2021 waren signifikant. Die Ausbreitung von Covid-19 hat den Geschäftsverlauf der SCHMID Group in den Jahren 2020 und 2021 negativ beeinflusst. Die Einschränkungen bei Reisen und die generelle Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft führten zu Kundenbestellungen und Umsätzen weit unter den Erwartungen. Die Auslastung des Produktionswerks in Freudenstadt lag vor allem in 2021 deutlich unter den Möglichkeiten. Serviceeinsätze bei Kunden waren ebenfalls nur eingeschränkt möglich. Die weltweite Lieferkrise störte signifikant die Teileversorgung der Produktion und die Ersatzteilversorgung bei den Kunden. Infolgedessen wurden einzelne Maschinen an Kunden verspätet ausgeliefert, was teilweise zu hohen Vertragsstrafen führte. Zudem stiegen die Frachtkosten, insbesondere für Luftfracht, stark an. Insgesamt hatte die SCHMID Group durch die Coronakrise mit hohen finanziellen Einbußen zu kämpfen, die angesichts der angespannten Liquiditätssituation schwierig zu verkraften waren. Finanzielle Risiken aus dem operativen Geschäft Das Geschäftsmodell von SCHMID basiert auf der Entwicklung und Fertigung von kundenspezifischen Anlagen, die genau die Anforderungen des Kunden erfüllen und teilweise in bestehende Fertigungslinien des Kunden eingebunden werden. Die Qualitätsanforderungen an die Anlagen von SCHMID sind in der Regel sehr hoch. SCHMID muss üblicherweise die Entwicklungsleistungen und die Ressourcen für die Fertigung vorfinanzieren, während die Zahlungseingänge von Kunden erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt erwartet werden. Es besteht für SCHMID das Risiko, dass die Kundenzahlungen verspätet geleistet werden oder sogar ausfallen. SCHMID würde dann finanzielle Einbußen erleiden, die angesichts der angespannten Liquiditätssituation schwer zu verkraften wären. SCHMID wirkt dem entgegen, indem für Kundenaufträge in der Regel Anzahlungen in angemessener Höhe verlangt werden. Zudem führt SCHMID für jeden Kunden Bonitätsprüfungen durch, um Zahlungsausfälle von Kunden möglichst auszuschließen. Mitarbeiterspezifische Risiken Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind für Unternehmen heute von entscheidender Bedeutung. Entsprechend sind Fluktuation, die nicht ausreichende Gewinnung von neuen oder auch zusätzlichen geeigneten Mitarbeitern oder Auszubildenden, gerade bei Standorten im ländlichen Raum, erhebliche Risiken. Die Gebr. SCHMID GmbH als größte Gesellschaft der SCHMID Group steuert hier aktiv über eine sehr hohe Ausbildungsquote (> 11 %) inklusive entsprechender Studienangebote, die fachliche und persönliche Weiterbildungsmöglichkeit in der SCHMID Academy, weitreichende Sozialleistungen, flexible Arbeitszeitmodelle gegen. Auch in den Tochtergesellschaften weltweit werden entsprechende Anreize für Mitarbeiter geschaffen, die sich an den im jeweiligen Land üblichen Gepflogenheiten orientieren. Konzernweit wird eine Firmenkultur gelebt, die von flachen Hierarchien geprägt ist und teamorientiertes Arbeiten an gemeinsamen Projekten ermöglicht. Gesamtwirtschaftliche Risiken Als international agierendes Unternehmen vertreibt die SCHMID Group ihre Produkte weltweit. Ein großer Teil der Umsätze wird in Asien und hier vor allem in den Ländern Taiwan und China erzielt. Darüber hinaus ist Europa eine wichtige Vertriebsregion, gefolgt von den USA. Typischerweise sind mit jeder internationalen Geschäftstätigkeit eine Vielzahl von allgemeinen Marktrisiken verbunden, die von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, gesellschafts- und geopolitischen Faktoren sowie regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen. Im Einzelnen können makroökonomische Entwicklungen - beispielsweise eine Konjunkturabschwächung in einzelnen Regionen oder Währungsschwankungen - die Investitionsbereitschaft der Kunden beeinträchtigen oder zu Verzögerungen bei Kaufentscheidungen führen. SCHMID ist weltweit vertreten, weist eine breite Kundenstruktur auf und bietet seinen Kunden eine Vielzahl verschiedener Anlagen und Prozesslösungen an, die in verschiedenen Branchen und Industriezweigen eingesetzt werden können. Damit ist SCHMID grundsätzlich weder von einzelnen Märkten noch von einzelnen Abnehmern abhängig. Konjunkturelle Einbrüche in einer Region oder Branche können somit zumindest teilweise aufgefangen werden. Politische Entscheidungen, neue Gesetzgebungen und sonstige Regularien in den Ländern, in denen SCHMID tätig ist, können das Geschäft negativ beeinflussen. Dazu gehören die Steuergesetzgebung in den jeweiligen Ländern, Exportbeschränkungen, Handelsstreitigkeiten zwischen bestimmten Staaten und Verschärfungen in den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbsrecht, Arbeitssicherheit sowie Patent- und Markenrecht. Generell können starke Veränderungen am Währungsmarkt den Absatz und das Unternehmensergebnis von SCHMID sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Dabei können insbesondere die Wertveränderungen des Euros gegenüber des USD und des CNY von Relevanz sein. Prognosebericht Der Prognosebericht zeigt einerseits die Auswirkungen der weltweiten, gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren 2020 ff. auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SCHMID Group. Zum anderen gibt der Prognosebericht einen Ausblick auf den tatsächlichen Geschäftsverlauf der SCHMID Group in den Jahren 2020 und 2021 und den prognostizierten Geschäftsverlauf für die Geschäftsjahre 2022 und 2023. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung weltweit Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 führte insbesondere im 2. Quartal 2020 zu einem signifikanten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts der Welt. Die Industrieproduktionen der vier größten Wirtschaftsräume USA, Euroraum, China und Japan brachen in den Monaten Februar bis Mai 2020 ein 6. Im zweiten Halbjahr 2020 war eine deutliche Erholung zu verzeichnen. Allerdings führten die im vierten Quartal 2020 verhängten Lockdowns in den einzelnen Weltregionen erneut zu einem Sinken der Wirtschaftsleistung. Insgesamt war in 2020 ein Rückgang des weltweiten BIP um rund 2,6 % zu verzeichnen 7. In 2021 stieg die weltweite Industrieproduktion wieder deutlich an. Die Lockerungen der Covid-Maßnahmen in den einzelnen Regionen führten zu einem kräftigen Wirtschaftswachstum. Das weltweite BIP legte in 2021 um rund 13 % zu. In 2022 wurden in den meisten Wirtschaftsräumen weltweit die Covid-Maßnahmen weitestgehend eingestellt und wirkten sich nicht mehr spürbar auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Allein in China und Hongkong sind bis zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts im Alltag massive Behinderungen durch Lockdowns spürbar und führen weiterhin zu einer eingeschränkten wirtschaftlichen Entwicklung. Seit Februar 2022 beeinflussen hingegen die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine die Weltwirtschaft negativ. Die OECD sagt in ihrem Wirtschaftsausblick vom 26.09.2022 für 2022 und 2023 eine deutliche Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums und in allen Regionen der Welt höhere Inflationsraten voraus 8. Europa wird davon besonders betroffen sein. Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa wird entscheidend davon abhängen, inwieweit Engpässe bei der Energieversorgung, insbesondere bei der Versorgung mit Gas, auftreten werden. Zudem wird die Entwicklung der Preise für Energie eine große Rolle spielen. Auswirkungen der Entwicklung der Weltwirtschaft auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SCHMID Group In 2020 und 2021 verzeichnete die SCHMID Group - größtenteils verursacht durch den weltweiten, coronabedingten Konjunktureinbruch - einen starken Rückgang im Auftragseingang und Umsatz. Die vor allem in 2020 herrschende Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Weltwirtschaft wirkte sich negativ auf das Bestellverhalten der Kunden aus. Die verhängten Corona-Maßnahmen in Europa, den USA und Asien führten zu Einschränkungen bei Reisen, was Kundenbesuche und Serviceeinsätze zeitweise nahezu unmöglich machte. Zudem störte die weltweite Lieferkrise massiv die Teileversorgung der Produktion und die Ersatzteilversorgung bei den Kunden. Um das Infektionsrisiko für die Belegschaft zu reduzieren, wurde in der Produktion in Freudenstadt ein Wechselschichtbetrieb eingeführt. Mitarbeiter in administrativen Bereichen arbeiteten über mehrere Monate im Homeoffice. Für die Monate April 2020 bis September 2021 hat die Gebr. SCHMID GmbH für weite Teile der Belegschaft Kurzarbeit beantragt. In 2022 kann die SCHMID Group eine positive Entwicklung des Auftragseingangs und des Umsatzes verzeichnen. Beide produzierenden Werke der SCHMID Group in Freudenstadt und Zhongshan sind seit dem 1. Quartal 2022 vollständig ausgelastet. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts beläuft sich der Auftragsbestand der SCHMID Group auf rund 96 Mio. EUR. Corona-Maßnahmen sind in Europa derzeit nur in sehr geringem Umfang spürbar und wirken sich nicht negativ auf den Geschäftsverlauf aus. Allerdings führt die bis Ende 2022 vorherrschende Null-Covid-Politik in China zu spürbaren Einschränkungen im dortigen Produktionsbetrieb und bei den Vertriebsaktivitäten in China. Die durch den Ukraine-Krieg verursachte Energiekrise führt in Europa momentan zu deutlich gestiegenen Kosten für Strom und vor allem für Gas. Da die SCHMID Group jedoch keine energieintensive Produktion betreibt, sind die Mehrkosten für Energie verkraftbar. Geschäftsverlauf der SCHMID Group in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 Allgemeine Geschäftsentwicklung und Ertragslage
Umsatz und EBITDA 2020 blieben aufgrund der weltweiten, coronabedingten Wirtschaftskrise hinter den Erwartungen zurück. Der für 2020 geplante Umsatz konnte nicht erreicht werden. Auch beim EBITDA hat sich eine negative Abweichung von dem für 2020 geplanten Ergebnis ergeben. Die Nettoverschuldung ist im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen. Wesentlicher Grund hierfür waren eine weitere Darlehensaufnahme der Gebr. SCHMID GmbH bei CORDET Lending in Höhe von nominal 10 Mio. EUR sowie aufgelaufene Zinsen, die aus den Darlehensverträgen mit CORDET Lending und Sextant Investments resultieren und vereinbarungsgemäß nicht bezahlt wurden. Das Ziel, in 2020 die Nettoverschuldung der Gruppe stabil zu halten, konnte nicht erreicht werden. Die Umsatz- und Ergebnissituation der SCHMID Group entwickelte sich in 2020 coronabedingt nicht zufriedenstellend.
* vorläufige Werte, noch ungeprüft
Die Umsätze blieben auch in 2021 weit hinter den Erwartungen zurück und erreichten nicht das budgetierte Niveau. Die ersten drei Quartale 2021 waren coronabedingt geprägt von schwachen Auftragseingängen und Umsätzen, einer niedrigen Auslastung der Produktion, gestörten Lieferketten und massiven Einschränkungen bei Reisen. Im vierten Quartal 2021 konnten jedoch deutlich mehr Kundenbestellungen verzeichnet werden. Mit dem Verkauf der Anteile an der US-amerikanischen Tochtergesellschaft STI im November 2021 wurde die Gesellschaft entkonsolidiert. Aus der Entkonsolidierung wurde ein Ertrag in Höhe von 1,7 Mio. EUR realisiert. Aufgrund der schwachen Umsatzentwicklung und verschiedener unvorhergesehener Aufwendungen ergab sich ein negatives EBITDA von -0,8 Mio. EUR. Das für 2021 budgetierte EBITDA konnte nicht erreicht werden. Zum 31.12.2021 wies die SCHMID Group Bankguthaben in Höhe von 18,6 Mio. EUR aus. Trotz gestiegener Finanzverbindlichkeiten sank damit die Nettoverschuldung auf 105,2 Mio. EUR. Das für 2021 gesetzte Ziel, die Nettoverschuldung der Gesellschaft stabil zu halten, konnte damit erreicht werden. Die Umsatz- und Ergebnissituation der SCHMID Group entwickelte sich in 2021 coronabedingt nicht zufriedenstellend. Finanzlage und Kapitalstruktur Die SCHMID Group weist zum 31.12.2020 und 2021 jeweils ein leicht negatives Eigenkapital aus. Bei der Muttergesellschaft, der Gebr. SCHMID GmbH, ergab sich zum 31.12.2020 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 16,1 Mio. EUR. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag zum 31.12.2021 belief sich auf 15,8 Mio. EUR. Zur Vermeidung der bilanziellen Überschuldung der Gebr. SCHMID GmbH bestehen qualifizierte Rangrücktrittserklärungen für Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 21 Mio. EUR. Neben Bankverbindlichkeiten der SCHMID Group in Höhe von 17,5 Mio. EUR zum 31.12.2020 und 16,6 Mio. EUR zum 31.12.2021 bestanden zum Jahresende jeweils weitere Finanzverbindlichkeiten, die sich wie folgt zusammensetzten:
Die Darlehensverträge der Gebr. SCHMID GmbH mit CORDET Lending sind Gegenstand eines laufenden Rechtsstreits. Die gegenüber CORDET Lending ausgewiesenen Verbindlichkeiten berücksichtigen sowohl die nominalen Darlehensbeträge als auch die sich nach dem Wortlaut der (strittigen) Verträge ergebenden Zinsen. Die Gesellschaft sieht jedoch zentrale Bestandteile der Verträge als sittenwidrig an. Zum jetzigen Zeitpunkt (Januar 2023) belaufen sich die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber CORDET Lending auf rund 76 Mio. EUR. Davon entfallen 26 Mio. EUR auf strittige Zinsen, die aus Vorsichtsgründen in der maximal denkbaren Höhe passiviert wurden. Sollte der Rechtsstreit gegen CORDET Lending erfolgreich zum Abschluss gebracht und diese Zinsen als unangemessen hoch klassifiziert werden, könnte ein Großteil dieser passivierten Zinsen ertragswirksam aufgelöst werden. Prognostizierter Geschäftsverlauf der SCHMID Group für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 Die SCHMID Group kann für 2022 bisher einen sehr erfolgreichen Geschäftsverlauf verzeichnen. In den ersten drei Quartalen konnten bereits Umsätze in Höhe von 71 Mio. EUR erzielt werden. Im 3. Quartal 2022 wurde eine R&D-Kooperationsvereinbarung mit einem US-amerikanischen Kunden abgeschlossen, aus der bereits Umsätze in Höhe von rund 8 Mio. EUR realisiert werden konnten. Zum 31.10.2022 beläuft sich der Auftragsbestand auf rund 96 Mio. EUR. Im 3. Quartal 2022 wurde ein Sale-and-Lease-Back-Vertrag unterzeichnet, der die Betriebsgrundstücke der Gesellschaft in Freudenstadt zum Gegenstand hat. Der Verkaufserlös in Höhe von 12 Mio. EUR wird voraussichtlich im ersten Quartal 2023 vereinnahmt werden. Die SCHMID Group geht davon aus, im Geschäftsjahr 2022 Umsätze in Höhe von ca. 95 bis 105 Mio. EUR zu erzielen. Das EBITDA wird für 2022 deutlich positiv sein und voraussichtlich mehr als 20 % der Umsatzerlöse betragen. Unter Zugrundelegung des hervorragenden Auftragsbestands geht die SCHMID Group davon aus, in 2023 weitere Umsatzzuwächse realisieren zu können. Der für Europa und insbesondere für Deutschland prognostizierte Konjunktureinbruch wirkt sich bisher nicht auf das Bestellverhalten der Kunden aus. Die SCHMID Group verzeichnet zunehmend Bestellungen aus den USA sowie aus neuen Märkten in Asien (z. B. Malaysia und Korea). Die sich für Europa abzeichnenden höheren Kosten für Energie werden sich nicht signifikant auf die Ertragslage der SCHMID Group auswirken. Die SCHMID Group geht außerdem davon aus, dass gestiegene Kosten für Material, Energie und Fracht sowie höhere Personalkosten in Form von Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden können. Entsprechende Anpassungen in den Vertragsbedingungen wurden bereits vorgenommen. Die Endkunden der SCHMID Group sind zum aktuellen Zeitpunkt überwiegend im USD-Währungsraum oder in asiatischen Regionen ansässig. Die Gebr. SCHMID GmbH hat bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Nettoverschuldung der SCHMID Group in den kommenden Monaten deutlich zu reduzieren. Der Erlös aus dem Sale-and-Lease-Back-Vertrag soll dazu verwendet werden, einen Teil der Finanzverbindlichkeiten zu tilgen. Der Hauptgesellschafter der Gebr. SCHMID GmbH strebt an, seine Verbindlichkeiten bei der Gesellschaft innerhalb der nächsten 6 Monate komplett zurückzuführen. Mit diesem Geldzufluss könnte ein Großteil der sonstigen Finanzverbindlichkeiten der Gesellschaft getilgt werden. Wenn die eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können, würden sich dadurch die Nettoverschuldung der Gesellschaft und die damit verbundene Zinsbelastung signifikant reduzieren. Die SCHMID Group geht davon aus, in 2022 und in 2023 aus dem operativen Geschäft hohe positive Deckungsbeiträge und Cashflows zu erzielen. Oberstes Ziel der SCHMID Group ist es, die Nettoverschuldung und damit die Zinsbelastung deutlich zu senken. Die Geschäftsleitung ist zuversichtlich, dass diese Vorhaben gelingen werden, die Finanzierung der SCHMID Group neu geordnet werden kann und die SCHMID Group auf lange Sicht insgesamt profitabel sein wird.
Freudenstadt, im Januar 2023 Christian Schmid Markus Fröhlich KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2019(Vorjahrzum Vergleich)AKTIVSEITE
PASSIVSEITE
KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019(Vorjahr zum Vergleich)
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019(Vorjahr zum Vergleich)
KONZERNEIGENKAPITALSPIEGEL FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019(Vorjahr zum Vergleich)
Beim Mutterunternehmen, der Gebr. SCHMID GmbH, besteht eine rechnerische Ausschüttungssperre i.S.d. § 268 Abs. 8 HGB aufgrund der erfassten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen und der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 18.086. Den Anteilseignern steht aufgrund der Verlustsituation kein Ausschüttungsbetrag zur Verfügung. KONZERNANHANG ZUM 31. DEZEMBER 2019(§ 284 ff. HGB)A. ERLÄUTERUNGEN ZUR AUFSTELLUNGSPFLICHT UND ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS I. Aufstellung Der Konzernabschluss wird auf die Gebr. SCHMID GmbH als oberste Konzernholding aufgestellt. Die Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses ergibt sich aus § 290 ff. HGB. Das Mutterunternehmen führt die Firma "Gebr. SCHMID GmbH" und hat ihren Sitz in Freudenstadt. Das Mutterunternehmen ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 738354 eingetragen. Im Konzernlagebericht werden Risiken mit möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung und den Bestand der Muttergesellschaft sowie der SCHMID Group dargestellt. Es wird von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen. Auf die Ausführungen unter "Beschreibung der für die SCHMID Group relevanten Risiken" und "Liquiditätsrisiko" im Lagebericht wird verwiesen. II. Abgrenzung des Konsolidierungskreises Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31. Dezember 2019 folgende Unternehmen:
Die Anteile am Kapital stellen durchgerechnete Werte dar, d. h. die Berechnung erfolgt unter Berücksichtigung von Anteilen anderer Gesellschafter über sämtliche Konzernstufen hinweg. Durch Kontrollverlust wurde die SCHMID Energy Systems GmbH mit Wirkung zum 30. September 2019 entkonsolidiert. Assoziierte Unternehmen Folgende Unternehmen wurden gemäß § 311 Abs. 1 HGB i.V.m. § 312 HGB im Rahmen der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen:
Zum 31. Dezember 2019 betrug das Eigenkapital der SCHMID Pekintas Gunes Enerji Sistemleri SAN. VE TIC. A.S. (SPT) T-TL 104.389 (entspricht TEUR 15.617), bei einem Jahresergebnis von -TL 35.973 (entspricht TEUR 5.382). Zum 31. Dezember 2019 betrug das Eigenkapital der SCHMID AVACO Korea Co. Ltd. TKRW 122.304 (entspricht TEUR 94), bei einem Jahresergebnis von TKRW -74.986 (entspricht TEUR -58). Beide assoziierte Unternehmen wenden vom Konzernabschluss abweichende Bewertungsmethoden an. Es erfolgte aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten keine Anpassung. III. Abschlussstichtage Die Stichtage der in den Konzernabschluss im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogenen Einzelabschlüsse stimmen mit dem Stichtag des Konzernabschlusses, dem 31. Dezember 2019, überein. IV. Ordnungsmäßigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse Bei allen wesentlichen, in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, liegen geprüfte und abgesehen von einer Ausnahme mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehene Jahresabschlüsse zugrunde. Für eine ausländische Gesellschaft liegt ein geprüfter Jahresabschluss mit einem modifizierten Bestätigungsvermerk vor. Dieser wirkt sich jedoch nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses der SCHMID Group aus. B. EINHEITLICHKEIT DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden nach den für die SCHMID Group einheitlich geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt. Diese entsprechen den Vorschriften des Dritten Buches des HGB und somit der 4. und 7. EU-Richtlinie. Insofern wird den §§ 300 Abs. 2, 308 Abs. 1 und 2 HGB uneingeschränkt entsprochen. Anpassungen an die konzerneinheitliche Bewertung werden ab einem Betrag in Höhe von TEUR 50 vorgenommen. Anpassungen wurden im Wesentlichen in folgenden Bereichen vorgenommen:
Im Konzernabschluss 2012 der SCHMID Group wurde erstmalig von dem Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 i.V.m. § 255 Abs. 2a HGB Gebrauch gemacht und dieses auch im Berichtsjahr entsprechend fortgeführt. Ab dem Geschäftsjahr 2013 erfolgte die Aktivierung von selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten bereits auf Ebene der Einzelgesellschaften. Von den gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 7.555 (im Vorjahr TEUR 9.434) wurden TEUR 4.675 (im Vorjahr TEUR 5.510) an Entwicklungskosten als selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte angesetzt. C. ANGEWANDTE KONSOLIDIERUNGSMETHODEN I. Kapitalkonsolidierung Für Erwerbe bzw. Gründungen vor dem 1. Januar 2010 kam die Buchwertmethode zur Anwendung. Danach wurden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem Buchwert des Eigenkapitals der konsolidierten Tochterunternehmen aufgerechnet. Die Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Eigenkapital der Tochterunternehmen erfolgte grundsätzlich mit den Werten zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile bzw. der Gründung der Gesellschaft oder zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Für Erwerbe ab dem 1. Januar 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung auf der Grundlage der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB). Danach wird zum Zeitpunkt, zu dem ein Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, der Beteiligungsbuchwert der Anteile am einbezogenen Tochterunternehmen mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital ist mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht, der diesen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt beizulegen ist. Die sich im Rahmen der Erstkonsolidierung ergebenden Unterschiedsbeträge werden dem Geschäfts- oder Firmenwert (soweit aktivisch) oder direkt im Eigenkapital (soweit passivisch) zugeordnet. Die im Rahmen der Erstkonsolidierung zum 31. Dezember 2009 entstandenen aktivischen und passivischen Unterschiedsbeträge wurden dabei in der Regel saldiert und unter den "Anderen Gewinnrücklagen" ausgewiesen. In einem Fall (Erwerb weiterer Anteile an der SCHMID Thermal Systems Inc., USA) wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von ursprünglich TEUR 393 gebildet. Er wird über zehn Jahre planmäßig abgeschrieben. Der Restbuchwert beträgt zum 31. Dezember 2019 TEUR 354 (Vorjahr TEUR 0). Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden in der Konzernbilanz nach der Equity-Methode angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach der Buchwertmethode. Für die Ermittlung der Wertansätze der Beteiligungen und der Unterschiedsbeträge werden die entsprechenden Zeitpunkte wie bei der Kapitalkonsolidierung zugrunde gelegt. II. Schuldenkonsolidierung Im Rahmen der nach § 303 Abs. 1 HGB vorzunehmenden Schuldenkonsolidierung wurden alle konzerninternen Forderungs- und Verbindlichkeitsbeziehungen eliminiert. III. Zwischenergebniseliminierung Die Eliminierung der Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen wurde gemäß § 304 Abs. 1 HGB vorgenommen, soweit diese nicht von untergeordneter Bedeutung im Sinne von § 304 Abs. 2 HGB waren. IV. Aufwands- und Ertragskonsolidierung Es wurden alle konzerninternen Aufwendungen und Erträge gemäß § 305 Abs. 1 HGB eliminiert. V. Währungsumrechnung Die funktionale Währung des Mutterunternehmens ist der Euro. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen wurden auf der Grundlage des § 308 a HGB umgerechnet. In der Konzernbilanz wurde das Eigenkapital einer auf fremde Währung lautenden Bilanz zum historischen Kurs umgerechnet. Die übrigen Aktiv- und Passivposten wurden zu den Devisenkassamittelkursen am Abschlussstichtag und die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den Durchschnittskursen umgerechnet. Eine sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen wurden zum Bilanzstichtag durch die Umrechnung mit aktuellen Kursen zum Abschlussstichtag Währungsgewinne in Höhe von TEUR 4.536 (Vorjahr TEUR 4.302) erfolgsneutral in dem Posten "Eigenkapitaldifferenz/Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung" erfasst. D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ UND ZUR KONZERNGEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG I. Allgemeine Angaben Der aufgestellte Konzernabschluss ist unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich beibehalten worden. II. Gliederung Die Gliederung des Konzernabschlusses erfolgte unter Anwendung der handelsrechtlichen Gliederungsvorschriften. Die Konzernbilanz ist in Kontoform (§ 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 266 Abs. 2 und 3 HGB), die Konzerngewinn- und Verlustrechnung in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 275 Abs. 1 und 2 HGB) aufgestellt worden. III. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 1. Anlagevermögen Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und werden planmäßig über ihre voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die im Rahmen der Kapitalkonsolidierung entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer ergibt sich aus § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB. Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und werden, soweit abnutzbar, entsprechend ihrer voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Beim abnutzbaren Anlagevermögen kommt überwiegend die lineare Methode zur Anwendung. Die Finanzanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen, bilanziert. Posten in Fremdwährung sind gegebenenfalls mit den niedrigeren Devisenkassamittelkursen am Abschlussstichtag bewertet. Der Buchwert der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen wird anhand der Equity-Methode gemäß der §§ 311 und 312 HGB ermittelt. 2. Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungsposten a) Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Waren werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Mangelnder Verwertbarkeit von Beständen wird durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sowie unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die angefallenen Fertigungslöhne und die Materialeinzelkosten sowie die Fertigungs-, Material- und produktionsbezogenen Verwaltungsgemeinkosten. Fertigungs-, Material- sowie produktionsbezogene Verwaltungsgemeinkosten und Abschreibungen werden nur insoweit in die Herstellungskosten einbezogen, als sie durch die Fertigung veranlasst sind. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Im Rahmen der Anwendung des Niederstwertprinzips kam bei deutschen Gesellschaften ein einheitliches Abwertungsmuster für Gängigkeitsabschläge zur Anwendung. Bei den ausländischen Gesellschaften, auf die dieses Muster nicht angewendet wurde, wurden auf Basis der Erfahrungswerte der deutschen Gesellschaften pauschal 6% von den fertigen und unfertigen Erzeugnissen abgewertet. Die geleisteten Anzahlungen sind zum Nennbetrag abzüglich Umsatzsteuer angesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Sie sind zum Nennbetrag abzüglich Umsatzsteuer angesetzt. b) Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel Die Forderungen, die sonstigen Vermögensgegenstände und die flüssigen Mittel sind grundsätzlich zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sind mit den Devisenkassamittelkursen am Abschlussstichtag angesetzt. Für erkennbare Risiken werden entsprechende Wertabschläge vorgenommen. Die vorgenommenen Wertberichtigungen entsprechen einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung. Im Konzern wird eine Pauschalwertberichtigung auf Forderungen in Höhe von 1% vorgenommen. c) Rechnungsabgrenzungsposten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag werden, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen, aktivisch als Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt. 3. Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten a) Rückstellungen Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen wird nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) mittels eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt. Es werden grundsätzlich, entsprechend den handelsrechtlichen Bestimmungen, folgende Berechnungsgrundlagen angewendet:
Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB beträgt TEUR 106. Dieser Betrag führt beim Mutterunternehmen zu einer rechnerischen Ausschüttungssperre in dieser Höhe. Die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen erfolgt unter Anwendung der biometrischen Rechnungsgrundlagen der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck nach einem modifizierten Teilwertverfahren. Die Abzinsung erfolgt pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Rechnungszins beträgt 1,96%. Bei der Berechnung wurden eine Gehaltserhöhung und eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen von jeweils 1,50% p.a. sowie eine Fluktuationsrate von 1,69% p.a. zugrunde gelegt. Die Steuerrückstellungen werden in Höhe der erwarteten Steuerzahlungen gebildet. Die sonstigen Rückstellungen sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie sind der Höhe nach so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung tragen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem, ihrer Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. b) Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sind zu den Devisenkassamittelkursen am Abschlussstichtag angesetzt. c) Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag werden, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, passivisch als Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt. 4. Latente Steuern Gemäß § 306 HGB wurden latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen (sogenanntes "Temporary-Konzept") aus Konsolidierungseffekten im Rahmen der Vollkonsolidierung gemäß §§ 300 bis 307 HGB ermittelt und die sich insgesamt ergebende Steuerentlastung aktivisch ausgewiesen. Die temporären Differenzen resultieren sowohl aus eliminierten Zwischengewinnen im Konzern und deren Fortschreibung, aus der Schuldenkonsolidierung sowie aus aktivierten Entwicklungsleistungen. Es wurde ein Steuersatz in Höhe von 28% unterstellt. Latente Steuern im Einzelabschluss werden auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten gebildet, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Sofern sich daraus insgesamt eine Steuerbelastung ergibt, erfolgt ein passivischer Ausweis. Soweit sich eine Steuerentlastung ergibt, erfolgt ein aktivischer Ausweis. Des Weiteren wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge bei deutschen Gesellschaften gebildet, bei denen eine Verlustverrechnung innerhalb der folgenden 5 Geschäftsjahre zu erwarten ist. Es wurde ein Steuersatz von rund 28% unterstellt. Weiterhin wurden aktive und passive latente Steuern auf Handelsbilanz-II-Anpassungen gebildet. Für diese Sachverhalte wurden Steuersätze zwischen 22% und 35% verwendet. IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz 1. Anlagevermögen Als Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sind die historischen Werte angesetzt. Im Anlagevermögen ist zum Bilanzstichtag ein Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 393 den Geschäfts- oder Firmenwerten zugeordnet und wird über die voraussichtliche Nutzungsdauer amortisiert. Der Restbuchwert beläuft sich auf TEUR 354 (Vorjahr: TEUR 0). Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Technische Anlagen und Maschinen in Höhe von TEUR 0 vorgenommen (Vorjahr: TEUR 379). Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem nachfolgenden Anlagespiegel ersichtlich. ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS UND DER WERTBERICHTIGUNG EUR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2019
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Aufgliederung und Fristigkeit stellen sich wie folgt dar:
Gegen Mitglieder der Geschäftsführung bestehen Kontokorrentforderungen in Höhe von TEUR 60.159 (im Vorjahr TEUR 54.705). Es handelt sich um ein Gesellschafterverrechnungskonto zur Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs. Dieses ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann mit einer Frist von 4 Wochen zum Kalendervierteljahr gekündigt werden. Das Verrechnungskonto wird seit 1. Januar 2013 mit dem 3-Monats-Euribor, mindestens jedoch mit 0,25% p.a., zum jeweiligen Abrechnungsstichtag sowohl im Soll als auch im Haben verzinst. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind antizipative Forderungen in Höhe von TEUR 4.500 enthalten. Nachdem im Rahmen eines Ergänzungsvertrages die bestehenden Anteile an der Holdinggesellschaft der montratec GmbH komplett abgegeben wurden, betreffen diese Forderungen zukünftig anfallende Veräußerungsgewinne im Rahmen eines Verkaufs von Anteilen der montratec GmbH durch deren Holdinggesellschaft. Die Werthaltigkeit ist durch eine Bürgschaft abgesichert. 3. Aktive latente Steuern Die aktiven latenten Steuern resultieren aus der teilweise abweichenden steuerlichen Bewertung der folgenden Positionen:
Die mit den aktiven latenten Steuern verrechneten passiven latenten Steuern resultieren aus der teilweise abweichenden steuerlichen Bewertung der folgenden Positionen:
Zum Bilanzstichtag sind aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 7.203 (Vorjahr: TEUR 11.350) gebildet, die sich wie folgt entwickelt haben:
4. Eigenkapital a) Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage Sowohl in der Position gezeichnetes Kapital als auch in der Kapitalrücklage ist im Berichtsjahr die Kapitalposition der obersten Konzernholdinggesellschaft - der Gebr. SCHMID GmbH, Freudenstadt - enthalten. b) Gewinnrücklagen In den "Anderen Gewinnrücklagen" sind ausschließlich die passivischen Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung enthalten. c) Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung In dieser Position sind erfolgsneutrale Währungseffekte aus der Konsolidierung enthalten. Ebenfalls sind Währungseffekte enthalten, die sich aus der Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen ergeben. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen in Fremdwährung werden zum Durchschnittskurs umgerechnet, die Posten der Bilanz hingegen zum Stichtagskurs. 5. Rückstellungen Die Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
6. Verbindlichkeiten Aufgliederung und Fristigkeit stellen sich wie folgt dar:
Die ursprüngliche Wandelanleihe aus dem Jahr 2014 wurde im Juni 2017 in ein Darlehen mit Fälligkeit bis 31. Januar 2018 gewandelt. Darauffolgend wurde im April 2018 eine Novationsvereinbarung getroffen. Das Darlehen hatte zunächst eine Laufzeit bis 28. Februar 2020. Im März 2020 wurde per Notariatsvereinbarung die Laufzeit bis zum 29. September 2025 verlängert. Das Darlehen ist unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Teilzahlungen vor Ende der Fälligkeit sind jederzeit möglich. Im Frühjahr 2019 erfolgte zusätzlich eine Teil-Refinanzierung mit dem Private Debt Fonds Cordet Lending S.a.r.l. in Höhe von 40 Mio. EUR. Hiermit wurde ein Teil des obigen Sextant-Darlehen zurückgeführt sowie zusätzliche Liquidität dem Unternehmen zugeführt. Das Darlehen ist unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und ist endfällig zum 29. März 2024. Teilzahlungen vor Ende der Fälligkeit sind jederzeit möglich. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.875 durch Grundschulden besichert. Von den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 43.223 durch Sicherungsübereignung, Verpfändung und Forderungsabtretung besichert. Zusätzlich sichert die gleiche Sicherungsübereignung und Forderungsabtretung sonstige Verbindlichkeiten eines nahestehenden Unternehmens in Höhe von TEUR 10.000 ab. 7. Passive latente Steuern Die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 878 (Vorjahr: TEUR 1.586) resultieren aus nicht mit aktiven latenten Steuern verrechneten Sachverhalten und haben sich somit um TEUR 708 verändert. 8. Haftungsverhältnisse Die Haftungsverhältnisse betreffen potenzielle zukünftige Ereignisse, deren Eintritt zu einer Verpflichtung führen würde. Zum Bilanzstichtag werden diese als nicht wahrscheinlich angesehen, können aber nicht ausgeschlossen werden. Zum 31. Dezember 2019 bestanden Bürgschaften für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 4.948. 9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte Zum Stichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverpflichtungen in Höhe von TEUR 6.832. Der überwiegende Anteil betrifft Mietverpflichtungen. Weiterhin bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Lizenzverträgen in Höhe von TEUR 600. Zur Sicherung der Materialbeschaffung in der SCHMID Group wurden Rahmeneinkaufsverträge geschlossen, woraus sich zum Stichtag Mindestabnahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 816 ergeben. Aus Wartungs-, Service-, Lizenz- und sonstigen Verträgen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.069. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen, insbesondere das Bestellobligo, liegen im geschäftsüblichen Rahmen. Darüber hinaus bestanden zum Abschlussstichtag nur konzerninterne sonstige finanzielle Verpflichtungen. V. Erläuterungen zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Die Netto-Umsatzerlöse teilen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt auf:
Die Netto-Umsatzerlöse teilen sich nach geographischen Märkten wie folgt auf:
In den Umsatzerlösen sind Erträge aus einem Großprojekt in Höhe von TEUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 63.607) sowie aus einem einmaligen Verkauf von Lizenzen in Höhe von TEUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 6.000) enthalten. 2. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 656 (Vorjahr: TEUR 219), Erträge aus Abgängen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 6), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.689 (Vorjahr: TEUR 863), Erträge aus der Auflösung Wertberichtigungen von Forderungen in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr: TEUR 218), Erträge aus Zuschreibungen im Anlagevermögen in Höhe von TEUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 1.655) und Erträge aus der Endkonsolidierung der SCHMID Energy Systems GmbH in Höhe von TEUR 10.774 enthalten. Es sind keine weiteren wesentlichen nicht-operativen Erträge enthalten. 3. Personalaufwand Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 230 (Vorjahr: TEUR 126) enthalten. 4. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 1.304 (Vorjahr: TEUR 2.412), Aufwendungen aus einem Forderungsverzicht gegenüber einem dritten Unternehmen in Höhe von TEUR 3.245 (Vorjahr: TEUR 0,00) und Aufwendungen aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von TEUR 345 (Vorjahr: TEUR 710) enthalten. Es gab im Berichtsjahr keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen und es sind keine weiteren wesentlichen, nicht-operativen Aufwendungen enthalten. 5. Finanzergebnis Bei den Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens handelt es sich um Wertberichtigungen einer Beteiligung in Höhe von TEUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 77). In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind im Berichtsjahr Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 34) enthalten. Bei den Erträgen aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 2.662 (Vorjahr Aufwendungen: TEUR 2.529) handelt es sich um die im Rahmen der Equity-Bewertung zu erfassenden Ergebnisse. 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind saldiert Aufwendungen aus latenten Steuern in Höhe von TEUR 3.439 (Vorjahr: TEUR 375) enthalten. 7. Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn Die Position betrifft in Höhe von TEUR 33 (Vorjahr: TEUR 1) auf andere Gesellschafter entfallende Verluste und in Höhe von TEUR 434 (Vorjahr: TEUR 113) auf andere Gesellschafter entfallende Gewinne. Netto ergibt sich insoweit ein auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn in Höhe von TEUR 401 (Vorjahr Gewinn: TEUR 112). VI. Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2019 setzt sich wie folgt zusammen:
Der negative Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 485. Im Wesentlichen ist dies auf das negative Jahresergebnis sowie sonstige zahlungsunwirksame Erträge zurückzuführen. Positiv auf den Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich der starke Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewirkt. Der negative Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR 7.048. Im Wesentlichen sind hier Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 4.675 sowie für Sachanlagen in Höhe von TEUR 2.386 enthalten. Der positive Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 7.041. Die Veränderung begründet sich überwiegend aus der Veränderung der Gesellschafterdarlehen bzw. Gesellschafterverrechnungskonten sowie den Tilgungen übersteigende Einzahlungen von Fremdkapitalgebern. VII. Sonstige Angaben 1. Geschäftsführung Zum Geschäftsführer ist bestellt:
Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird unter Hinweis auf § 314 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. 2. Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl
3. Honorar des Konzernabschlussprüfers Das Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers für die Konzernabschlussprüfung einschließlich der Prüfung der Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen beträgt TEUR 156 (Vorjahr: TEUR 167) sowie für sonstige Leistungen TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 8). 4. Befreiungen nach § 264 Abs. 3 HGB Die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB werden von folgender Gesellschaft in Anspruch genommen: SCHMID Technology Systems GmbH, Niedereschach 5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Darüber hinaus verweisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht bezüglich der Entwicklung der Gesellschaft in den Geschäftsjahren 2020 bis 2022. 7. ErgebnisverwendungsvorschlagEs wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag des Mutterunternehmens, der Gebr. SCHMID GmbH, Freudenstadt, in Höhe von EUR 12.809.108,71 auf neue Rechnung vorzutragen. 8. Unterzeichnung des Konzernabschlusses gemäß § 298 Abs. 1 HGB i.V.m. § 245 HGB
Freudenstadt, 20. Januar 2023 Geschäftsführer Christian Schmid Markus Fröhlich Der Konzernabschluss wurde in der Gesellschafterversammlung vom 24.01.2023 gebilligt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Gebr. SCHMID GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Gebr. SCHMID GmbH und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Gebr. SCHMID GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angabe unter Abschnitt "A. I. Aufstellung" im Konzernanhang sowie die Angaben im Abschnitt "Liquiditätsrisiken und Finanzierungsrisiken" des Konzernlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sich die Unternehmensgruppe in einer angespannten Liquiditätssituation befindet. Wie in diesen Angaben im Konzernanhang bzw. Konzernlagebericht dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Unternehmensgruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 20. Januar 2023 RSM
GmbH
Hahn, Wirtschaftsprüfer Huber, Wirtschaftsprüfer |
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