Interlloyd Versicherungs-Aktiengesellschaft

ARAG-Platz 1, 40472 Düsseldorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 34575
Eingetragen
7.5.1997
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
Der mittelbare und unmittelbare Betrieb aller Versicherungssparten der Schadenund Unfallversicherung in der Bundesrepublik Deutschland und in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums mit Ausnahme der Kredit- und Kautions-Versicherung sowie der Strahlen- und Atomanlagen-Haftpflichtversicherung, der Kraftfahrtversicherung, der Luftfahrtversicherung sowie der Gebäude-Zwangs- und Monopol-Versicherung. Gegenstand des Unternehmens ist auch der mittelbare und unmittelbare Betrieb der Rechtsschutzversicherung in der Bundesrepublik Deutschland und in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Interlloyd Versicherungs-Aktiengesellschaft

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

GESCHÄFTSBERICHT 2023

INTERLLOYD VERSICHERUNGS-AG

JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT ÜBERBLICK ÜBER DIE GESELLSCHAFT

I. Profil des ARAG Konzerns

Überblick

Der ARAG Konzern ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Bei seiner Gründung vor über 85 Jahren war das Unternehmen rein auf den Rechtsschutz ausgerichtet. Heute positioniert sich die ARAG als innovativer Qualitätsversicherer - international und unabhängig. Zusätzlich zum Rechtsschutzgeschäft bietet sie in Deutschland auch leistungsfähige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Gesundheit und Komposit an. Neben dem spartenübergreifenden Wachstum im deutschen Markt setzt das Unternehmen zudem gezielt auf Wachstumspotenziale im internationalen Rechtsschutzgeschäft.

Die ARAG SE verantwortet die operative Konzernführung sowie das operative Rechtsschutzgeschäft national und international. Für die anderen Geschäftsbereiche und deren operative Führung sind die ARAG Versicherungs- und Dienstleistungsgesellschaften verantwortlich. Die vermögensverwaltende ARAG Holding SE bildet das gesellschaftsrechtliche Dach des Konzerns mit seinen Tochter- und Enkelgesellschaften.

Rechtsschutzversicherung

Im Kernsegment Rechtsschutz wächst die ARAG national und international dynamisch und gestaltet ihre Märkte mit innovativen Produkten sowie Services maßgeblich mit. Das internationale Rechtsschutzgeschäft ist das größte Konzerngeschäftsfeld. Weltweit hilft der Konzern seinen Rechtsschutzkunden jährlich in über einer Million Fällen und leistet seinen Beitrag, damit mitunter existenzielle Rechtsprobleme gelöst werden.

Personenversicherung

Mit einer breiten Palette leistungsstarker Produkte unterstreicht die ARAG Krankenversicherungs-AG im Markt der privaten Krankenversicherung ihre Rolle als einer der besten Anbieter von Krankenvoll- und Krankenzusatzversicherungen. Beim Thema Altersvorsorge rundet der ARAG Stammvertrieb sein Angebot erfolgreich mit den Produkten eines Kooperationspartners ab.

Kompositversicherung

Der Kompositversicherer ARAG Allgemeine Versicherungs-AG beweist sich in seinem hart umkämpften Markt als wettbewerbsfähiger Anbieter von Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen. Mit bundesweit über 20 Millionen versicherten Breiten- und Spitzensportlern ist die Gesellschaft auch Deutschlands größter Sportversicherer. Die Tochtergesellschaft Interlloyd ergänzt das Konzernportfolio als attraktiver Maklerspezialist im Gewerbe- und Privatkundensegment.

II. Kennzahlen

Kennzahlen

(in Tausend Euro) 2023 2022 2021
Umsätze
Gebuchte Bruttobeiträge 63.173 60.258 60.239
Verdiente Beiträge für eigene Rechnung (f. e. R.) 29.556 28.803 28.965
Aufwendungen
Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. 17.077 15.625 13.610
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f. e. R. 11.625 11.144 11.791
Ergebnisübersicht
Versicherungstechnisches Ergebnis vor Schwankungsrückstellung, brutto 3.827 1.799 199
Versicherungstechnisches Ergebnis vor Schwankungsrückstellung f. e. R. 209 1.472 3.048
Versicherungstechnisches Ergebnis nach Schwankungsrückstellung f. e. R. 2.991 1.755 3.146
Kapitalanlageergebnis 1.326 50 593
Sonstiges Ergebnis - 325 - 1.247 - 745
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.992 559 2.994
Jahresüberschuss (vor Ergebnisabführung aus Ergebnisabführungsvertrag) 3.958 521 2.961
Versicherungstechnische Rückstellungen/Verdiente Beiträge (netto) 144,7% 152,8% 149,7%
Eigenkapital/Verdiente Beiträge f. e. R. 25,0% 25,7% 25,5%
Kennzahlen
Schadenquote netto (Basis: Verdiente Beiträge) 57,8% 54,2% 47,0%
Kostenquote netto (Basis: Verdiente Beiträge) 39,3% 38,7% 40,7%
Nettoverzinsung 2,3% 0,1% 1,1%
Laufende Durchschnittsverzinsung 1,1% 1,0% 1,3%

LAGEBERICHT

I. Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftsmodell der Gesellschaft

Der ARAG Konzern ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Versicherungswirtschaft und der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. National werden durch die jeweiligen Konzerngesellschaften weitere Versicherungszweige im Krankenversicherungs-, Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungsgeschäft betrieben. Dienstleistungs- und Vermittlungsgesellschaften ergänzen das Leistungsangebot des ARAG Konzerns und unterstützen die operativen Versicherungsgesellschaften. Derzeit ist der Konzern inklusive Deutschland in insgesamt 19 Ländern über Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen aktiv.

Die Interlloyd versteht sich als verlässlicher Maklerspezialist im Kompositbereich. Langfristige und partnerschaftliche Maklerverbindungen und eine Servicebereitschaft im Innen- und Außendienst stehen für die Gesellschaft im Mittelpunkt. Die Interlloyd bietet modularen Deckungsschutzaufbau für die privaten Sparten Unfall, Hausrat, Wohngebäude und Haftpflicht sowie für das individuelle qualifizierte Firmenkundengeschäft an.

Mit tariflichen Deckungskonzepten bietet die Interlloyd insbesondere für kleine und mittlere Gewerbetreibende durch ein im Underwriting aufgestelltes Spezialistenteam gestalterisch flexible Konzepte und Lösungen. Innovative Produktergänzungen runden das Produktportfolio ab.

Geschäftsgebiet

Das Geschäftsgebiet der Interlloyd umfasst die Bundesrepublik Deutschland sowie in einer Teilsparte Spanien. Das Geschäft in Spanien wird durch eine im Geschäftsjahr 2014 gegründete Niederlassung betrieben. Neben dem deutschen Hauptsitz in Düsseldorf hat die Interlloyd eine Vertriebsaußenstelle in Hamburg.

Versicherungszweige und Versicherungsarten

Der Geschäftsbetrieb der Gesellschaft erstreckt sich im selbst abgeschlossenen Geschäft auf die nachstehenden Versicherungszweige und -arten:

Unfallversicherung

Einzelunfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr

Gruppen-Unfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr

Übrige und nicht aufgegliederte Allgemeine Unfallversicherung

Haftpflichtversicherung

Privathaftpflichtversicherung

Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung

Umwelt-Haftpflichtversicherung

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Verkehrshaftungsversicherung

Übrige und nicht aufgegliederte Haftpflichtversicherung

Feuerversicherung

Sonstige Feuerversicherung

Einbruchdiebstahl und Raub(ED)-Versicherung

Leitungswasser (Lw)-Versicherung

Glasversicherung

Sturmversicherung

Sturmversicherung ohne und mit Einschluss weiterer Elementarschäden

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Hausratversicherung ohne und mit Einschluss weiterer

Elementarschäden

Verbundene Wohngebäudeversicherung

Verbundene Wohngebäudeversicherung ohne und mit Einschluss weiterer Elementarschäden

Technische Versicherungen

Elektronikversicherung

Bauleistungsversicherung

Übrige und nicht aufgegliederte technische Versicherung

Transportversicherung

Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- beziehungsweise Feuerbetriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage (EC)-Versicherung)

Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Technische Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Sonstige Betriebsunterbrechungs-Versicherung

Beistandsleistungsversicherung

Schutzbriefversicherung

Übrige und nicht aufgegliederte Beistandsleistungsversicherung

Sonstige Schadenversicherung

Sonstige Sachschadenversicherung (unter anderem Ausstellungs-, Fahrrad- und Fotoapparateversicherung)

Sonstige Vermögensschadenversicherung (unter anderem Tierkranken- und Mietverlustversicherung)

Sonstige gemischte Versicherung

Übrige und nicht aufgegliederte sonstige Schadenversicherung

II. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Geschäft der deutschen Versicherer war im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 von diversen Faktoren in unterschiedlichen Intensitäten beeinflusst.

Der Anfang 2022 auf dem Staatsgebiet der Ukraine gestartete Offensiv-Krieg der Russischen Föderation hat zu unverändert starken gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Belastungen geführt. Der Krieg im Nahen Osten zum Jahresende hat die globale Situation noch weiter verschärft. Insbesondere die Energie- und Rohstoffpreise lagen auf einem anhaltend hohen Niveau. Sowohl der Konsum als auch die Investitionen von privaten Haushalten und Investitionen von Unternehmen insbesondere im Euroraum wurden hierdurch beeinflusst. Kaufkraftverluste und ansteigende Verbraucherpreise waren Folge dieser politischen Unsicherheiten. Angesichts hoher Verbraucherpreise haben die Zentralbanken weltweit die Leitzinsen weiter angehoben, um der Inflationsdynamik entgegenzuwirken. Seit Jahresbeginn erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen in kleiner werdenden Schritten auf bis zu 4,5 Prozent. Die Phase der Zinsanhebung wurde jedoch im letzten Quartal des Berichtsjahres ausgesetzt, da diese in den vergangenen Monaten erste Wirkung zeigte und sich die Inflationsraten wieder rückläufig entwickelten. Die Experten des deutschen Sachverständigenrats gehen für das Berichtsjahr 2023 von einer im Vorjahresvergleich leicht niedrigeren nationalen Teuerungsrate der Verbraucherpreise von etwa 6,1 Prozent (Vj. 6,9 Prozent) aus.

Die Lage im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie in Deutschland hat sich in 2023 weiter spürbar entspannt. Dennoch wird die allgemeine Entwicklung weiterhin laufend beobachtet, um bei Bedarf unternehmensbezogen jederzeit schnell und angemessen reagieren zu können.

Versicherungswirtschaft

Auf Basis vorläufiger Informationen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird für das Geschäftsjahr 2023, trotz der Folgen der weiterhin hohen Inflation, der Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie der Nachwirkungen der abklingenden COVID-19-Pandemie, mit einer stabilen Geschäftsentwicklung der deutschen Versicherungswirtschaft gerechnet. Über alle Versicherungszweige ist ein Beitragsanstieg insgesamt von etwa 1,3 Prozent (Vj. - 0,5 Prozent) zu erwarten. Insbesondere die im ARAG Konzern betriebenen Geschäftsfelder der Schaden- und Unfallversicherung sowie der privaten Krankenversicherung tragen zu diesem Wachstum bei. Im selbst abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft erwartet der Gesamtmarkt ein Plus von voraussichtlich 6,7 Prozent (Vj. 4,4 Prozent). Ein wesentlicher Treiber hier ist insbesondere der Versicherungszweig der Verbundenen Wohngebäudeversicherung mit einem Zuwachs von 16,5 Prozent (Vj. 8,9 Prozent), vorrangig begründet durch Beitrags-sowie Indexanpassungen. Aber auch die Rechtsschutzversicherung wächst in 2023 erneut durch höhere Beiträge im Neugeschäft und ein anhaltendes Bestandswachstum um 2,5 Prozent (Vj. 3,4 Prozent). In der privaten Krankenversicherung rechnet der GDV - vorrangig durch Tarifanpassungen in der Pflegeversicherung und Krankheitskostenvollversicherung - mit einem Prämienanstieg von 3,5 Prozent (Vj. 3,7 Prozent).

III. Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf, bezogen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Interlloyd, kennzeichnet sich durch die nachfolgenden nicht gewichteten finanziellen Größen. Dabei gelten die Komponenten gebuchte Beiträge und das Vorsteuerergebnis als bedeutsamste Leistungsindikatoren.

Die Darstellung wurde im Vergleich zum Vorjahr geändert. Durch die geänderte Vorgehensweise soll die Klarheit der Berichterstattung verbessert werden. Zudem wird damit eine Vereinheitlichung der Berichterstattung aller Versicherungsunternehmen des ARAG Konzerns realisiert. Dies trägt zu einer effizienteren Erstellung des Lageberichts und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit bei.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich zu den mathematisch genauen Werten durch die Darstellung in Tausend Währungseinheiten Rundungsdifferenzen ergeben. Differenzen können in Summen- und in Prozentangaben auftreten.

Ertragslage

Beiträge

Im abgelaufenen Berichtsjahr lagen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen insgesamt bei 63.173 T€ nach 60.258 T€ im Vorjahr. Davon entfielen 99,4 Prozent auf das nationale selbst abgeschlossene Geschäft, deren gebuchte Bruttoprämien um 5,0 Prozent von 59.827 T€ auf 62.789 T€ stiegen. Treiber für das Beitragsplus waren insbesondere Beitrags-/ Indexanpassungen in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung sowie ein leichter Produktionsüberhang.

Das ausländische Niederlassungsgeschäft verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr gebuchte Bruttobeitragseinnahmen von 383 T€ (VJ. 431 T€), was einer relativen Veränderung von - 11,0 Prozent entsprach.

In der Gesellschaft insgesamt verblieben unter Berücksichtigung der Beitragsüberträge und nach Abzug der externen Rückversicherungsanteile verdiente Nettobeiträge von 29.556 T€ gegenüber 28.803 T€ im Vorjahr.

Die Anzahl der Versicherungsverträge belief sich im Berichtsjahr auf 381.724 Stück (Vj. 385.803 Stück). Hiervon entfielen 378.014 Stück (Vj. 381.990 Stück) auf das nationale Geschäft sowie 3.710 Stück (Vj. 3.813 Stück) auf das ausländische Niederlassungsgeschäft in Spanien.

Leistungen an Versicherungsnehmer

Der gesamte Bruttoschadenaufwand betrug im Berichtsjahr 31.785 T€ nach 32.491 T€ im Vorjahr.

Die Bruttoschadenquote belief sich somit auf 50,7 Prozent (Vj. 53,9 Prozent). Auf das nationale selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft entfielen hiervon 31.708 T€ (Vj 32.427 T€). Dies führte zu einer Schadenquote vor Rückversicherung von 50,9 Prozent (Vj. 54,2 Prozent). Der Rückgang resultierte insbesondere aus der geringen Belastung aus Stürmen und Unwetter. Auch infolgedessen reduzierten sich die gemeldeten Geschäftsjahresschäden um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auf das internationale Niederlassungsgeschäft brutto entfielen Schadenaufwendungen von 77 T€ (Vj. 64 T€). Dies führte zu einer Schadenquote vor Rückversicherung von 19,6 Prozent (Vj. 15,7 Prozent).

In der Gesellschaft insgesamt verblieben Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung in Höhe von insgesamt 17.077 T€ gegenüber 15.625 T€ im Vorjahr. Bezogen auf die verdienten Prämieneinnahmen nach Rückversicherung, betrug die Schadenquote netto somit 57,8 Prozent (Vj. 54,2 Prozent). Gestiegene Rückversicherungsabgaben sowie eine geringere Beteiligung der externen Rückversicherer am Schadenaufwand führten zu dieser Erhöhung der Schadenquote für eigene Rechnung.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb brutto stiegen um 4,4 Prozent von 24.556 T€ im Vorjahr auf 25.628 T€ im Geschäftsjahr. Die Kostenquote vor Rückversicherung betrug 40,9 Prozent (Vj. 40,8 Prozent).

Auf das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft national entfielen hiervon 25.489 T€ (Vj. 24.420 T€). Zurückzuführen war diese Veränderung vorrangig auf einen höheren Provisionsaufwand, der im Wesentlichen den gestiegenen Beitragseinnahmen folgte. Bezogen auf die verdienten Bruttobeitragseinnahmen des selbst abgeschlossenen Geschäfts national, lag die Kostenquote bei 40,9 Prozent nach 40,8 Prozent im Vorjahr.

Auf das internationale Niederlassungsgeschäft entfielen Kosten vor Rückversicherung in Höhe von 139 T€ (Vj. 136 T€).

Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung im Verhältnis zu den verdienten Beiträgen auf 39,3 Prozent und stiegen um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Ertragslage nach Versicherungszweigen

Der Geschäftsverlauf in den einzelnen Versicherungszweigen des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts stellt sich wie nachfolgend dar:

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Unfallversicherung Haftpflichtversicherung Feuer- und Sachversicherung
(in Tausend Euro) 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Gebuchte Bruttobeiträge 8.820 9.013 5.511 5.444 46.506 43.709
Verdiente Beiträge für eigene Rechnung (f. e. R.) 4.282 4.417 2.542 2.497 21.419 20.697
Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. 2.474 2.116 1.728 937 12.215 12.040
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f. e. R. 1.724 1.689 954 953 8.527 8.069
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. vor Schwankungsrückstellung 85 619 0 579 45 49
Veränderung der Schwankungsrückstellung 468 545 0 0 2.313 - 262
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. nach Schwankungsrückstellung 553 1.164 0 579 2.358 - 213
davon Verbundene Hausratversicherung davon Verbundene Wohngebäudeversicherung davon sonstige Sachverversicherung
(in Tausend Euro) 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Gebuchte Bruttobeiträge 14.818 14.727 23.394 20.495 8.294 8.487
Verdiente Beiträge für eigene Rechnung (f. e. R.) 6.801 6.972 10.600 9.559 4.018 4.166
Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. 4.009 3.318 5.561 7.290 2.644 1.431
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f. e. R. 2.630 2.771 4.257 3.601 1.640 1.697
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. vor Schwankungsrückstellung 0 700 445 0 0 937
Veränderung der Schwankungsrückstellung 526 8 1.193 0 595 0
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. nach Schwankungsrückstellung 491 708 1.638 0 229 905
Übrige Versicherungen
(in Tausend Euro) 2023 2022
Gebuchte Bruttobeiträge 2.336 2.092
Verdiente Beiträge für eigene Rechnung (f. e. R.) 1.313 1.192
Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. 659 533
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb f. e. R. 420 433
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. vor Schwankungsrückstellung 231 225
Veränderung der Schwankungsrückstellung 0 0
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. nach Schwankungsrückstellung 231 225

Rückversicherung

Das Volumen der passiven Rückversicherung, gemessen an den abgegebenen Versicherungsbeiträgen, fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 33.389 T€ (Vj. 31.434 T€) deutlich höher aus als im Vorjahr. Wesentliche Modifikationen im Rückversicherungsprogramm ergaben sich jedoch nicht. Der Schwerpunkt lag weiterhin auf der Absicherung von Großschaden- und Kumulrisiken durch nicht proportionale Rückversicherungsverträge. Der mit der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG, Düsseldorf, abgeschlossene Quoten-Rückversicherungsvertrag (Beteiligung 50,0 Prozent) wurde im Geschäftsjahr nicht verändert. Das Rückversicherungsgeschäft im abgelaufenen Berichtsjahr war insbesondere durch die Abwicklung diverser Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungsschäden gekennzeichnet. In Summe stieg das versicherungstechnische Ergebnis aus Sicht der Rückversicherer im Berichtsjahr auf einen Gewinn in Höhe von 3.796 T€ (Vj. 535 T€).

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis netto vor Schwankungsrückstellung lag im abgelaufenen Berichtsjahr aus den oben genannten Gründen mit 209 T€ deutlich unter Vorjahresniveau (Vj. 1.472 T€). Die Schadenkostenquote für eigene Rechnung betrug 97,1 Prozent (Vj. 92,9 Prozent). Der Schwankungsrückstellung wurden aufgrund der Schaden- und Beitragsentwicklung gemäß den Berechnungsvorschriften der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) 2.781 T€ entnommen (Vj. 283 T€). Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung nach Schwankungsrückstellung belief sich im Berichtsjahr insgesamt auf 2.991 T€ (Vj. 1.755 T€).

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis der Interlloyd belief sich im Geschäftsjahr auf 1.326 T€ (Vj. 50 T€) und veränderte sich somit deutlich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 1.276 T€. Die bis Mitte 2023 bestehenden Spezialfonds wurden im abgelaufenen Berichtsjahr in eine Dachfondsstruktur überführt. Hierzu wurden die einzelnen Themenfonds in den Alltri-Fonds eingebracht, der fortan als Dachfonds fungiert. Im Berichtsjahr wurden Erträge aus Kapitalanlagen in Höhe von 1.629 T€ gegenüber 654 T€ im Vorjahr erzielt. Wesentliche Bestandteile der Erträge waren die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 901 T€ sowie laufende Erträge aus anderen Kapitalanlagen von 454 T€. Das Beteiligungsergebnis der Tochtergesellschaft vif Gesellschaft für Versicherungsvermittlung mit beschränkter Haftung, Düsseldorf, betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 273 T€ (Vj. 175 T€). Die Aufwendungen für Kapitalanlagen betrugen im gleichen Zeitraum 293 T€ (Vj. 594 T€). Ursächlich hierfür waren vorrangig Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen von 189 T€. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen betrug im Berichtsjahr 2,3 Prozent (Vj. 0,1 Prozent), die laufende Durchschnittsverzinsung belief sich auf 1,1 Prozent (Vj. 1,0 Prozent).

Sonstiges Ergebnis

Insgesamt verbesserte sich das sonstige nichtversicherungstechnische Ergebnis der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr spürbar und betrug im Berichtsjahr - 325 T€ (Vj. - 1.247 T€). Die Steigerung ist insbesondere auf einen Rückgang der Abfindungszahlungen sowie auf geringere Umgliederungen in das nichtversicherungstechnische Ergebnis zurückzuführen.

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit lag bei 3.992 T€ (Vj. 559 T€).

Außerordentliches Ergebnis

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr entstanden keine außerordentlichen Ergebnissachverhalte.

Gesamtergebnis

Insgesamt verlief die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr unter Würdigung der Rahmenbedingungen und der finanziellen Leistungsindikatoren erneut positiv.

Das Jahresergebnis ist aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags in vollem Umfang in Höhe von 3.958 T€ (Vj. 521 T€) an die Muttergesellschaft abzuführen.

Vergleich der Geschäftsentwicklung mit der Prognose

Der Vergleich der Geschäftsentwicklung in 2023 mit den Aussagen im Prognose- und Chancenbericht aus 2022 zeigt, dass das prognostizierte Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge übertroffen wurde. Die Beitragsveränderung liegt mit 4,8 Prozent über der im letztjährigen Prognosebericht erwarteten Steigerungsrate von circa 2,4 Prozent. Zurückzuführen war dies auf die über Plan liegende Neuproduktion sowie auf höhere Beitrags- und Indexanpassungen.

Der Schadenaufwand nach Rückversicherung erhöhte sich entgegen der Prognose aus 2022 um etwa 1.212 T€. Die Nettoschadenquote stieg im Vergleich zur Vorjahresprognose von 54,6 Prozent auf 57,8 Prozent.

Verglichen mit der Vorjahresprognose, fiel der Aufwand für den Versicherungsbetrieb nach Rückversicherung um lediglich etwa 106 T€ höher aus. Das Ziel einer Schadenkostenquote von deutlich unter 100 Prozent wurde mit 97,1 Prozent erreicht.

Das Kapitalanlageergebnis entwickelte sich deutlich positiver als prognostiziert. Insbesondere ungeplante Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen führten zur positiven Abweichung von der Prognose.

Der Gewinn nach Steuern lag insgesamt klar über dem ursprünglich erwarteten Niveau aus dem Vorjahr.

Finanzlage

Ziel des Finanzmanagements ist es, durch ausreichende Kapitalausstattung und Liquiditätssteuerung die jederzeitige Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft sicherzustellen und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen nicht nur zu erfüllen, sondern eine Überdeckung zu erreichen.

Zur jederzeitigen Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft stehen neben laufenden Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbeständen in Höhe von 889 T€ (Vj.417 T€) insbesondere die an den Kapital- und Finanzmärkten kurzfristig veräußerlichen Kapitalanlagen zur Verfügung.

Vermögenslage

Die Aufteilung der Kapitalanlagen nach Anlageklassen ergibt sich wie folgt:

Kapitalanlagestruktur

(in Tausend Euro/in
Prozent)
2023 2022
Grundstücke und Bauten 0 0,0% 0 0,0%
Verbundene Unternehmen und Beteiligungen 1.004 1,7% 1.004 1,8%
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0,0% 0 0,0%
Aktien und Investmentanteile 14.901 25,9% 13.678 24,2%
Inhaberschuldverschreibungen 36.587 63,6% 36.751 65,1%
Hypotheken-, Grundschuld-, Rentenschuldforderungen 0 0,0% 0 0,0%
Namensschuldverschreibungen 4.000 7,0% 4.000 7,1%
Schuldscheinforderungen, Darlehen 997 1,7% 996 1,8%
Übrige Ausleihungen 0 0,0% 0 0,0%
Einlagen bei Kreditinstituten 0 0,0% 0 0,0%
Andere Kapitalanlagen 0 0,0% 0 0,0%
Depotforderungen 0 0,0% 0 0,0%
Gesamt 57.489 100,0% 56.429 100,0%

Weitere Informationen zur Entwicklung des Kapitalanlagebestands und zu den Zeitwerten am Bilanzstichtag können dem Kapitalanlagespiegel im Anhang des Jahresabschlusses entnommen werden. Der Umfang der zur dauernden Verwendung im Versicherungsunternehmen bestimmten Kapitalanlagen kann den Angaben zu den Bilanzierungsmethoden im Anhang des Jahresabschlusses entnommen werden.

Insgesamt ist die Gesellschaft unverändert in der Lage, alle Verpflichtungen aus den bestehenden Versicherungsverträgen dauerhaft zu erfüllen.

Eigenkapital

Insgesamt betrug das Eigenkapital der Interlloyd im abgelaufenen Berichtsjahr 7393 T€ (Vj. 7393 T€).

Im Einzelnen verfügt die Gesellschaft unverändert über ein gezeichnetes Kapital von 5.000 T€, eine Kapitalrücklage im Umfang von 1.853 T€, eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 500 T€ sowie andere Gewinnrücklagen in Höhe von 40 T€.

Erklärung zur Unternehmensführung

Nichtfinanzielle Berichterstattung

Die ARAG Holding SE erstellt einen zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht (ARAG Nachhaltigkeitsbericht) nach dem Deutschen Rechnungslegungs Standard (DRS) 20, Tz. 111 außerhalb des Konzernlageberichts gemäß § 341j Abs. 4 in Verbindung mit § 315b Abs. 3 Handelsgesetzbuch (HGB) und § 315c in Verbindung mit § 289c bis 289e HGB zusammen mit dem Konzernlagebericht. Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist unter folgendem Link in deutscher Sprache öffentlich verfügbar: www.arag.com/nachhaltigkeitsbericht.

Zur Erfüllung der Anforderungen der EU-CSR-Richtlinie (2014/95/EU) und des im April 2017 in Kraft getretenen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ist die Interlloyd nach § 341a Abs. 1a HGB zur nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtet. Aufgrund der Einbeziehung der Interlloyd in den Konzernlagebericht des Mutterunternehmens ARAG Holding SE, Düsseldorf, macht die Interlloyd von der Befreiungsmöglichkeit des § 341a Abs. 1a Satz 3 in Verbindung mit § 289 b Abs. 3 HGB Gebrauch.

Dank an die Mitarbeitenden, Vertriebspartner, Kunden sowie den Betriebsrat

Die Interlloyd dankt allen Mitarbeitenden und Vertriebspartnern für ihr Engagement und ihre Leistungsbereitschaft und den Kunden für das der Gesellschaft entgegengebrachte Vertrauen. Dieser Dank gilt ebenso den Arbeitnehmervertretenden im Betriebsrat und seinen Ausschüssen für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose- und Chancenbericht

Die Geschäftserwartung der deutschen Versicherungswirtschaft ist laut Prognose der Kommission "Versicherungsmärkte" weiterhin optimistisch - trotz fortwährender Unsicherheiten bei der globalen wirtschaftlichen Entwicklung. Die erwartete Zunahme der Nominallöhne sowie der rückläufige Inflationsdruck werden voraussichtlich zu höheren Beitragseinnahmen führen. So geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) national davon aus, dass die Beitragseinnahmen über alle Versicherungszweige hinweg in 2024 um rund 3,9 Prozent steigen könnten. Da der wirtschaftliche Ausblick mit hohen Unsicherheiten versehen ist, gilt in solchen Zeiten insbesondere auch eine Rechtsschutzversicherung als Sicherheitsanker für Kunden und Verbraucher. Der GDV rechnet in diesem Versicherungszweig für das laufende Geschäftsjahr mit steigenden Beitragseinnahmen von 4,0 Prozent. Bezogen auf die Schaden- und Unfallversicherung, geht der Verband von einem Prämienanstieg in Höhe von 7,7 Prozent aus. Dabei hebt sich der Versicherungszweig der Verbundenen Wohngebäudeversicherung mit einem prognostizierten Anstieg von 10,0 Prozent besonders ab. Im Bereich der privaten Krankenversicherung rechnen die Experten für das Jahr 2024 mit steigenden Jahresarbeitsentgelt- und Beitragsbemessungsgrenzen, die zu Beitragserhöhungen von 4,5 Prozent führen können.

Große Chancen bieten sich unverändert im Themenfeld der Digitalisierung. Durch die Integration von Technologien wie insbesondere künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen wird es möglich sein, deutlich effizientere Wege für die Sachbearbeitung zu etablieren und vor allem die Kundenkontakte unabhängig von Zeit und Ort zu erleichtern und auszubauen. Darüber hinaus eröffnet die große Menge an verfügbaren Daten den Versicherungsunternehmen die Möglichkeit, noch genauere Risikobewertungen vorzunehmen und personalisierte Policen anzubieten. Die Analyse von Daten kann auch zur Früherkennung von Trends und zur Verbesserung der Prävention genutzt werden.

Die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist neben der Digitalisierung eine der bestimmenden Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft.

Ordnungspolitisch kommt hier der Versicherungswirtschaft gemeinsam mit der Kreditwirtschaft eine besondere Bedeutung zu.

Der ARAG Konzern ist mit seinem Fokus auf das Rechtsschutz- und Krankenversicherungsgeschäft in Zeiten großer Herausforderungen und tiefgreifender globaler Umbrüche robust und zukunftsweisend aufgestellt. Das Ende 2022 auf den Weg gebrachte Entwicklungsprogramm ARAG 5>30 gibt über seine fünf zentralen Handlungsfelder die strategische Richtung des Konzerns für die nächsten Jahre bis 2030 vor.

Die Interlloyd sieht, unter Berücksichtigung der vorliegenden Chancen, auch für 2024 eine stabile Grundlage für ein erfolgreiches und profitables Geschäftsjahr. Ziel der Gesellschaft bleibt es weiterhin, sich auf den modularen Deckungsschutz in den privaten Sparten der Unfall-, Haftpflicht-, Verbundenen Hausrat- und Verbundenen Wohngebäudeversicherung sowie auf das individuelle qualifizierte Firmenkundengeschäft zu fokussieren.

Die Gesellschaft plant für das kommende Jahr mit einem Beitragswachstum, das leicht unter der Hochrechnung des GDV für den gesamten deutschen Markt liegen wird. Das Beitragsplus resultiert dabei vorrangig aus dem nationalen selbst abgeschlossenen Geschäft, insbesondere aus dem Versicherungszweig der Verbundenen Wohngebäudeversicherung.

Durch den Klimawandel ergibt sich für Sachversicherer unverändert eine gewisse Volatilität der Schadenkennzahlen. Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass nicht nur Stürme oder Orkane landesweite Naturgefahren darstellen, sondern auch Hagel, Hitze und durch Regen ausgelöste Elementarschadenereignisse. Hinsichtlich der Aufwendungen für Versicherungsfälle wird trotz steigenden Geschäftsvolumens und anhaltender Inflation von einer Schadenquote vor Rückversicherung spürbar unter Vorjahresniveau ausgegangen.

Die Kostenquote brutto wird dagegen etwas über dem Niveau des aktuellen Berichtsjahres erwartet. Grund hierfür sind steigende konzerninterne Dienstleistungen.

Die Hochrechnung des Kapitalanlageergebnisses ist insbesondere aufgrund der weiterhin schwer einschätzbaren Auswirkungen geopolitischer Unsicherheiten auf Konjunktur und Finanzmärkte nach wie vor mit einer hohen Unsicherheit verbunden. In einem anhaltend volatilen Kapitalmarktumfeld wird für 2024 dennoch ein auf dem Niveau der durchschnittlichen Resultate der vergangenen drei Berichtsjahre liegendes Kapitalanlageergebnis erwartet.

Die Interlloyd ist zuversichtlich, die Ertragsstärke in den kommenden Jahren auf einem weiterhin hohen Niveau zu halten. Insgesamt wird unter Berücksichtigung der vorliegenden Chancen für das Jahr 2024 eine erneut positive Geschäftsentwicklung erwartet. Das an die Muttergesellschaft ARAG Allgemeine Versicherungs-AG abzuführende Ergebnis nach Steuern ist für 2024 dennoch deutlich unter Vorjahresniveau geplant, unter anderem bedingt durch voraussichtlich geringere Entnahmen aus der Schwankungsrückstellung.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Risikostrategie

Das in der Geschäftsstrategie genannte Ziel einer konservativen Risiko- und Solvabilitätspolitik gibt den Rahmen für die Ausgestaltung der Risikostrategie vor. Sie definiert das Risikoprofil der Gesellschaft und die mit den strategischen Geschäftszielen verbundene Ausgestaltung der einzelnen Risikopositionen. Ausgehend von der vom Vorstand festgelegten Risikotoleranz, werden darüber hinaus die Instrumente zur Einhaltung der vorgegebenen Risikotragfähigkeit beschrieben. Damit erfolgt eine ganzheitliche Steuerung der Risiken, wobei jederzeit sicherzustellen ist, dass das Gesamtrisikoprofil in Einklang mit der Risikostrategie steht. Die Quantifizierung von Risiken und die Messung der Risikotragfähigkeit erfolgen gemäß den gesetzlichen Regelungen von Solvency II.

Limitsystem Ausgehend von der Risikotoleranz und den gegebenen anrechnungsfähigen Eigenmitteln, wird ermittelt, wie hoch die Solvenzkapitalanforderung für die Gesellschaft insgesamt maximal sein darf. Der Vorstand legt anhand dieser Obergrenze ein Gesamtlimit fest, welches auf die wesentlichen Risiken beziehungsweise Subrisiken verteilt wird. Das Limitsystem wird jährlich überprüft. Auf Basis unterjähriger Berechnungen der Limitauslastung wird ermittelt, inwieweit Risiken weiter eingegangen werden können oder reduziert werden sollten. Sowohl für die Risikotragfähigkeit als auch für die Limitierung auf Ebene der Risikokategorien wird ein Ampelsystem genutzt, anhand dessen die Entwicklung der Limitauslastungen beobachtet wird, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

ORSA Um das Ziel der konservativen Risiko- und Solvabilitätspolitik langfristig zu gewährleisten, wird im Own-Risk-and-Solvency-Assessment (ORSA)-Prozess geprüft, ob die zukünftige Entwicklung der bedeutendsten Einzelrisiken in den nächsten vier Geschäftsjahren beherrschbar bleibt. Dazu werden im ORSA-Prozess der unternehmenseigene Gesamtsolvabilitätsbedarf sowie die Eigenmittel pro Planjahr ermittelt und daraus eine Indikation für die zukünftige Bedeckungssituation des Unternehmens abgeleitet. Für die jährliche Durchführung des ORSA-Prozesses ist der Vorstand verantwortlich und übernimmt darin eine führende Rolle.

Unabhängige Risikocontrollingfunktion

Die Umsetzung des Risikomanagementsystems obliegt der unabhängigen Risikocontrollingfunktion, die von der Hauptabteilung Konzern Risikomanagement wahrgenommen wird. Das Konzern Risikomanagement ist dabei bis auf die Vorstandsebene von den operativen Einheiten mit Ergebnisverantwortung getrennt. Für die gesellschaftsübergreifende Umsetzung des Risikomanagementsystems innerhalb des Konzerns ist der Chief Risk Officer als Vorstand der ARAG SE zuständig. Die Umsetzung erfolgt maßgeblich in Form einer Risk Governance, durch die mit konzernweit einheitlichen Leit- und Richtlinien Vorgaben für die Umsetzung der risikorelevanten Prozesse in der Gesellschaft festgelegt werden. Zudem sorgt die unabhängige Risikocontrollingfunktion durch regelmäßige Berichterstattung an den Gesellschaftsvorstand für umfassende Transparenz hinsichtlich der Risikolage und ihrer Veränderung.

Die operativen Entscheidungen über die Wahrnehmung von Chancen und das Eingehen von Risiken werden in den jeweils verantwortlichen Unternehmensbereichen getroffen.

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess besteht aus den Teilen Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikoüberwachung und Risikoberichterstattung.

Ziel der Risikoidentifikation ist es, das Auftreten neuer oder die Veränderung bestehender Risiken frühzeitig zu erkennen und nach einem einheitlichen Verfahren zu bewerten. So werden beispielsweise Risiken aus der Erschließung neuer Märkte und der Einführung neuer Produkte in entsprechenden Prüfprozessen, wie etwa einem Neu-Produkt-Prozess, bereichsübergreifend identifiziert, analysiert, bewertet und dem Vorstand zur Entscheidung vorgelegt.

Im Hinblick auf eine angemessene Bewertung der Risiken werden Einflussfaktoren analysiert, die den Wert der relevanten Position in der Solvabilitätsübersicht bestimmen. Diese Einflussfaktoren werden dahin gehend überprüft, ob sie für die Bewertung des Risikos angemessen sind.

Alle identifizierten Risiken werden regelmäßig bewertet. Zentrales Element ist hierbei die für alle Verlustrisiken ermittelte Solvenzkapitalanforderung zur Abdeckung unerwarteter Verluste. Diese Anforderung bildet für die Risikopositionen den quantitativen Wertverlust innerhalb einer bestimmten Haltedauer (ein Jahr) und einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (99,5 Prozent) ab. Zusätzlich erfolgt eine qualitative Bewertung im ORSA-Prozess.

Die operative Steuerung der Risiken wird von den Führungskräften und Prozessinhabern derjenigen Bereiche durchgeführt, in denen die Risiken entstehen. Die Risikosteuerung umfasst die Umsetzung von Maßnahmen zu Risikominderung, -absicherung, -transfer und -diversifikation.

Im Rahmen der Risikoüberwachung wird insbesondere die Entwicklung des Risikoprofils untersucht. Dabei stehen die Risikotragfähigkeit und die Limitauslastung im Vordergrund. Die Risikoüberwachung berücksichtigt die aufsichtsrechtlichen und internen Vorgaben zur Mindestbedeckung. Über die Ergebnisse der Risikoüberwachung und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen wird dem Vorstand kontinuierlich und zeitnah Bericht erstattet. Grundsätzlich können auch überraschende Entwicklungen oder extreme Ereignisse das Risikoprofil einer Gesellschaft beeinflussen. Aus diesem Grund erfolgt im Bedarfsfall eine Ad-hoc-Berichterstattung.

Internes Steuerungs- und Kontrollsystem Unter dem Internen Steuerungs- und Kontrollsystem (ISKS) werden alle Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen sowie sonstigen Maßnahmen verstanden, die dazu dienen, die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit zu unterstützen sowie Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Zudem wird die Einhaltung der zu beachtenden Gesetze und Verordnungen sowie aller aufsichtsbehördlichen Anforderungen und internen Vorgaben sichergestellt.

Der ARAG Konzern folgt bei der Ausgestaltung des ISKS dem "Three Lines of Defence"-Modell, das von der Gesellschaft übernommen wird:

First Line of Defence: Die erste Verteidigungslinie wird von allen Mitarbeitenden und Führungskräften der operativen Funktionen gebildet, die im Rahmen des Risikokontrollprozesses für die Identifikation und Bewertung der Risiken ihres Bereichs verantwortlich sind.

Second Line of Defence: Die Überwachung der Geschäfts- und Zentralbereiche erfolgt durch Querschnittsfunktionen (Konzerncontrolling, Recht/Compliance, Konzern Risikomanagement und die Versicherungsmathematische Funktion), die Standards für die Ausgestaltung und Überwachung von Kontrollen und den Umgang mit Risiken vergeben.

Third Line of Defence: Im Rahmen der Revisionstätigkeit für die Konzerngesellschaften prüft die Hauptabteilung Konzern Revision die Funktionen der First und Second Line of Defence innerhalb des ARAG Konzerns. Darüber hinaus führt die Hauptabteilung Konzern Revision für die Konzerngesellschaften die Revisionstätigkeit aus, die ihr diese vertraglich übertragen haben. Gemäß den von der Geschäftsleitung erteilten Aufträgen führt die Konzern Revision eine risikoorientierte Prüfung der Aufbau- und Ablauforganisation und des ISKS aller Betriebs- und Geschäftsprozesse durch.

Risikokategorien

Das versicherungstechnische Risiko und das Marktrisiko haben für die Gesellschaft eine hohe Bedeutung, während das Gegenparteiausfallrisiko, das Liquiditätsrisiko und das operationelle Risiko von nachgelagerter Bedeutung sind.

Versicherungstechnisches Risiko

Das versicherungstechnische Risiko gibt das Risiko eines Verlusts an, das aus einer unangemessenen Preisfestlegung beziehungsweise aus nicht angemessenen Annahmen bei der Bestimmung der versicherungstechnischen Verpflichtungen resultiert. Diese Verluste ergeben sich unter anderem aus Folgendem:

Prämien-/Reserverisiko: Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse und in Bezug auf die Dauer und den Betrag der Schadenabwicklung im Verhältnis zu den in einer Versicherungsperiode vereinnahmten Prämien

Katastrophenrisiko: wesentliche Ungewissheiten in Bezug auf die Preisfestlegung und die Annahmen bei der Bildung versicherungstechnischer Rückstellungen für extreme oder außergewöhnliche Ereignisse

Stornorisiko: negative Veränderungen in der Höhe oder in der Volatilität der Storno- und Kündigungsraten von Versicherungspolicen

Die Bewertung der genannten Risiken erfolgt anhand eines internen Modells. Mithilfe einer Simulation wird der Verlust prognostiziert, wie er nur alle 200 Jahre erwartet wird. (Das 200-Jahres-Ereignis gibt den Verlust an, wie er innerhalb eines Jahres mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 Prozent vorkommt.) Ausgehend von den historischen Schäden, werden für das Prämien- beziehungsweise Reserverisiko künftige Schäden beziehungsweise Reservierungsbedarfe abgeleitet. Analog werden für das Katastrophen- beziehungsweise Kumulrisiko Verluste simuliert. Die Berechnung des Stornorisikos erfolgt auf Basis historischer Storni. Das versicherungstechnische Risiko selbst ergibt sich aus der Aggregation der Einzelrisiken. Dabei werden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Methodik für die intern modellierten Risiken wird regelmäßig mit Backtesting und Validierungstests überprüft.

Im ORSA-Prozess wurden Ereignisse identifiziert, die wesentliche Auswirkungen auf das versicherungstechnische Risiko haben können. Dazu zählen klimawandelbedingte Naturkatastrophen, die negativen wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs sowie die kosten erhöhende Inflation.

Deren Auswirkungen werden durch Anpassungen in der Produktgestaltung und im Underwriting gesteuert. Von besonderer Bedeutung sind Risikobegrenzungsmaßnahmen in Form der Limitierung von Risiken sowie ein Rückversicherungsprogramm. Das Programm ist auf die Absicherung von Groß- und Kumulschäden aus Naturgefahren durch nichtproportionale Rückversicherungsverträge fokussiert. Darüber hinaus werden große oder besondere Risiken fakultativ rückversichert.

Die Stetigkeit des Versicherungsgeschäfts sowie die konstant ausreichende Dotierung der Schadenrückstellungen sind den nachfolgenden Angaben über die Schadenentwicklung des gesamten selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts für die letzten zehn Geschäftsjahre zu entnehmen.

Schadenentwicklung

Bilanzjahr Schadenquote brutto, gesamt Abwicklungsergebnis
GJ-Quote bilanziell in % der Eingangsrückst.
2023 54,8 50,7 5,3
2022 56,3 53,9 3,0
2021 61,0 56,7 6,5
2020 52,8 45,6 11,1
2019 51,7 49,2 4,3
2018 53,0 50,8 3,6
2017 46,3 45,3 1,7
2016 56,2 50,1 10,7
2015 63,7 57,0 12,6
2014 63,3 54,8 14,3

Marktrisiko

Das Marktrisiko gibt das Risiko eines Verlusts durch nachteilige Veränderungen der Marktpreise für die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumente an. Das Risiko resultiert direkt oder indirekt aus folgenden Subrisiken:

Zinsrisiko: Veränderungen in der Zinskurve oder Volatilität der Zinssätze. Beispielsweise würde ein angenommener Anstieg beziehungsweise Abfall des allgemeinen Zinsniveaus um 1 Prozentpunkt den Zeitwert der Rententitel näherungsweise um 2.082 T€ vermindern.

Aktienrisiko: Veränderungen der Höhe oder der Volatilität der Marktpreise von Aktien. Beispielsweise würde ein angenommener Rückgang des Aktienmarkts um 20,0 Prozent zu einem Zeitwertverlust von 1.060 T€ führen.

Immobilienrisiko: Veränderungen der Höhe oder der Volatilität der Marktpreise von Immobilien

Wechselkursrisiko: Veränderungen der Höhe oder der Volatilität der Wechselkurse

Spreadrisiko: Veränderungen der Höhe oder der Volatilität der Kreditspreads über der risikofreien Zinskurve

Migrations-/Ausfallrisiko: Veränderungen von Ratings oder prognostizierten Zahlungsausfällen. Die Ratingverteilung der Zinsträger stellt sich wie folgt dar:

Rating Direktanlage und Fonds

(Anteil in Prozent nach Marktwerten) 2023
AAA 24,2%
AA 24,2%
A 30,8%
BBB 17,5%
BB 2,0%
B 1,1%
CCC 0,1%
CC 0,0%
C 0,0%
D 0,0%
NR 0,0%

Die Aufteilung der Rentenpapiere (Marktwerte) stellt sich wie folgt dar: Von den festverzinslichen Wertpapieren - einschließlich der indirekt über Spezialfonds gehaltenen Wertpapiere - entfallen circa 37,0 Prozent auf öffentliche Anleihen, 32,3 Prozent auf Finanzdienstleistungsunternehmen und 30,7 Prozent auf Unternehmensanleihen.

Die Bewertung der genannten Risiken erfolgt mit einem internen Modell. Mithilfe eines ökonomischen Szenariogenerators werden Kapitalmarktszenarien simuliert, die jeweils unter anderem Zinssätze, Aktienkurse, Immobilienpreise, Kreditspreads, Ratings beziehungsweise Zahlungsausfälle und Wechselkurse enthalten. Mit diesen Risikofaktoren werden die Marktwerte der Kapitalanlagen bestimmt, wie sie in einem Jahr auftreten könnten. Das Marktrisiko selbst ergibt sich aus dem 200-Jahres-Ereignis bei der simultanen Betrachtung aller Risikofaktoren sowie dem Konzentrationsrisiko. Dabei werden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Methodik für die intern modellierten Risiken wird regelmäßig mit Backtesting und Validierungstests überprüft.

Im ORSA-Prozess wurden Ereignisse identifiziert, die wesentliche Auswirkungen auf das Marktrisiko haben können. Dazu zählen beispielsweise Korrekturen an den Finanzmärkten, Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage sowie negative Veränderungen der Kapitalanlage aufgrund der Eskalation internationaler Konflikte.

Auf strategischer Ebene erfolgt die Risikobegrenzung dahin gehend, dass bereits bei der jährlichen Ermittlung der strategischen Asset-Allokation Marktrisikolimite berücksichtigt werden. Auch durch die jährliche Überprüfung der Asset Liability Management (ALM)-Situation ist die dauerhafte Wirksamkeit dieser Risikominderungsmaßnahmen gewährleistet. Operative Maßnahmen zur Risikominderung sind in den Anlagerichtlinien festgelegt.

Gegenparteiausfallrisiko

Das Gegenparteiausfallrisiko aus dem Versicherungsgeschäft bezieht sich im Wesentlichen auf Forderungen gegenüber Rückversicherern und Versicherungsnehmern beziehungsweise -vermittlern. Es gibt das Verlustrisiko an, das sich aus einem unerwarteten Ausfall oder der Verringerung der Bonität von Gegenparteien und Schuldnern während der nächsten zwölf Monate ergibt.

Die Bewertung erfolgt mit dem internen Partialmodell. Das Risiko aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Rückversicherern wird in Abhängigkeit von den verfügbaren Informationen und unter Proportionalitätsgesichtspunkten bewertet. Dabei werden explizit die individuellen Ratings der Gegenparteien verwendet. Für die Bewertung des Risikos aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und -vermittlern wird ein konstanter Faktor auf den Marktwert der relevanten Positionen in der Solvabilitätsübersicht angewandt.

Zu den Risikobegrenzungsmaßnahmen gehören unter anderem Vorgaben für die ausgewählten Rückversicherer (zum Beispiel Mindestrating) sowie ein automatisiertes Erinnerungs- und Mahnverfahren bei Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern.

Die Forderungsbeträge gegenüber Rückversicherern, gegliedert nach externen Ratingklassen, befinden sich im Anhang. Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern, die seit über 90 Tagen fällig waren, bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 77 T€ (Vj. 55 T€). Die durchschnittliche Ausfallquote der letzten drei Jahre für diese Forderungen liegt bei 0,1 Prozent (Vj. 0,1 Prozent).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko gibt das Risiko an, dass Versicherungsunternehmen nicht in der Lage sind, Anlagen und andere Vermögenswerte zu realisieren, um ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen. Damit ist das Liquiditätsrisiko ein abgeleitetes Risiko, zum einen als Ausprägung des Kapitalanlagerisikos (Assets sind nicht liquide) und zum anderen als Ausprägung des versicherungstechnischen Risikos (fällige Versicherungsleistungen übersteigen die liquiden Mittel).

Die Bewertung des Liquiditätsrisikos erfolgt in der Form, dass die monatliche Liquiditätsüber- beziehungsweise -unterdeckung rollierend berechnet wird. Die Planung wird permanent aktualisiert, sodass frühzeitig erkennbar ist, ob ein Liquiditätsbedarf in den nächsten Monaten bestehen könnte. Die Bewertung über den mittel- bis langfristigen Zeithorizont erfolgt im Rahmen des ALM.

Zu den Risikobegrenzungsmaßnahmen gehören das ALM sowie eine rollierende Liquiditätsplanung.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko gibt das Risiko an, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder Systemen, dem Fehlverhalten von Mitarbeitenden oder durch unerwartete externe Ereignisse ergibt, die den Geschäftsbetrieb stören oder gar verhindern. Das operationelle Risiko umfasst auch Rechtsrisiken und Reputationsrisiken. Risiken, die sich aus strategischen Entscheidungen ergeben, fallen hingegen nicht unter das operationelle Risiko.

Zur Ermittlung der zugehörigen Solvenzkapitalanforderung verwendet die Gesellschaft die Standardformel. Die Bewertung für operative Zwecke erfolgt durch eine Expertenschätzung anhand der Dimensionen "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "Auswirkung". Die Dimension "Eintrittswahrscheinlichkeit" beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass ein operationelles Risiko innerhalb eines definierten Zeitraums eintritt. Die zweite Dimension beschreibt die potenzielle Auswirkung eines operationellen Risikoeintritts und wird quantitativ oder qualitativ bewertet. Jede Dimension ist als Brutto- und Nettowert zu erfassen. Die Bruttowerte geben den Wert vor Implementierung von möglichen risikomindernden Maßnahmen an, die Nettowerte den Wert nach Implementierung der gewählten Maßnahmen. Die Risikobegrenzungsmaßnahmen werden individuell von den Verantwortlichen festgelegt. Bei der Identifizierung und Bewertung operationeller Risiken berücksichtigen die Risikoverantwortlichen bekannte Schadenereignisse, die in einer Verlustdatenbank erfasst sind. Darin werden sämtliche eingetretenen Verlustereignisse und deren tatsächliche Auswirkungen erfasst. So können die subjektiven Einschätzungen plausibilisiert werden.

Im ORSA-Prozess wurden Ereignisse identifiziert, die wesentliche Auswirkungen auf das operationelle Risiko haben können. Dazu zählen beispielsweise Cyberangriffe, Stromausfälle oder Risiken mit rechtlichem Bezug. Zur Prävention gegen Cyberattacken werden PEN-Tests durchgeführt. Im Fall von Stromausfällen kommen technische und organisatorische Maßnahmen zum Einsatz, um den IT-Betrieb aufrechtzuerhalten und Datenverluste zu verhindern. Zur Reduzierung rechtlich relevanter Risiken ist ein umfangreiches Rechtsmonitoring etabliert, sodass auf Rechtsänderungen frühzeitig regiert werden kann. Zudem werden permanent interne Schulungen durchgeführt, um Rechtsverstöße zu vermeiden.

Gesamtbild der Risikolage

Die aufsichtsrechtliche Mindestkapitalanforderung nach den Vorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) ist vollumfänglich erfüllt. Die Solvency-II-Bedeckungsquote in Höhe von 177,1 Prozent zeigt, dass die anrechnungsfähigen Eigenmittel die gemäß VAG berechnete Solvenzkapitalanforderung übersteigen.

Über den Projektionszeitraum von drei Jahren wurden die Risiken aus den Szenarien Kosten- und Schadenanstieg, Klimawandel und Kapitalanlage, Klimawandel und Versicherungstechnik sowie Stagflation bewertet. Das Ergebnis zeigt für die nächsten drei Planjahre eine ausreichende Bedeckung der Solvenzkapitalanforderung.

Die Gesamtrisikosituation lässt derzeit keine Entwicklungen erkennen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden beziehungsweise eine erhebliche Beeinträchtigung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage zur Folge haben könnten.

JAHRESABSCHLUSS

I. Jahresbilanz

Jahresbilanz zum 31. Dezember

Aktiva

(in Euro) 2023 2022
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0,00
II. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
0,00 0,00
B. Kapitalanlagen
I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.004.435,41 1.004.435,41
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00
3. Beteiligungen 0,00 0,00
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00
1.004.435,41 1.004.435,41
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 14.900.961,01 13.678.241,65
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 36.586.844,42 36.750.869,62
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 0,00 0,00
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 4.000.000,00 4.000.000,00
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 997.030,00 995.985,00
c) Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine 0,00 0,00
d) Übrige Ausleihungen 0,00 0,00
4.997.030,00 4.995.985,00
5. Einlagen bei Kreditinstituten 0,00 0,00
6. Andere Kapitalanlagen 0,00 0,00
56.484.835,43 55.425.096,27
IV. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 0,00 0,00
57.489.270,84 56.429.531,68
C. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft
1. an Versicherungsnehmer 1.618.760,13 1.475.989,56
2. an Versicherungsvermittler 71.465,83 115.236,77
davon an verbundene Unternehmen: 0,00 € (Vj. 0,00 €)
1.690.225,96 1.591.226,33
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.167.293,20 1.611.120,78
davon an verbundene Unternehmen: 1.167.293,20 € (Vj. 1.611.120,78 €)
III. Sonstige Forderungen 2.672.898,55 1.080.253,13
davon an verbundene Unternehmen: 2.637.590,09 € (Vj. 1.040.336,80 €)
5.530.417,71 4.282.600,24
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 693,00 0,00
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 889.422,96 417.015,27
III. Andere Vermögensgegenstände 6.245,00 12.746,59
896.360,96 429.761,86
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 225.060,27 240.263,92
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 11.900,00 0,00
236.960,27 240.263,92
F. Aktive latente Steuern 0,00 0,00
G. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 0,00
Summe der Aktiva 64.153.009,78 61.382.157,70

Passiva

(in Euro) 2023 2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.000.000,00 5.000.000,00
II. Kapitalrücklage 1.852.771,59 1.852.771,59
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 500.000,00 500.000,00
2. Andere Gewinnrücklagen 40.000,00 40.000,00
540.000,00 540.000,00
IV. Bilanzgewinn 0,00 0,00
7.392.771,59 7.392.771,59
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 13.921.259,13 13.453.432,35
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft - 6.902.060,56 - 6.662.397,84
7.019.198,57 6.791.034,51
II. Deckungsrückstellung
1. Bruttobetrag 0,00 0,00
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 0,00 0,00
0,00 0,00
III. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 49.412.563,56 48.766.199,63
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft - 27.309.844,42 - 27.907.562,32
22.102.719,14 20.858.637,31
IV. Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung 0,00 0,00
V. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen 12.919.848,00 15.701.291,00
VI. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 720.000,00 660.000,00
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 0,00 0,00
720.000,00 660.000,00
42.761.765,71 44.010.962,82
C. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.606.397,00 3.893.460,00
II. Steuerrückstellungen 0,00 0,00
III. Sonstige Rückstellungen 875.791,39 793.939,27
4.482.188,39 4.687.399,27
D. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 0,00 0,00
E. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber
1. Versicherungsnehmern 2.712.618,26 1.716.869,87
2. Versicherungsvermittlern 662.600,47 639.507,69
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 0,00 € (Vj. 0,00 €)
3.375.218,73 2.356.377,56
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 0,00 0,00
davon an verbundene Unternehmen: 0,00 € (Vj. 0,00 €)
III. Sonstige Verbindlichkeiten 6.141.065,36 2.934.646,46
davon aus Steuern: 854.735,81 € (Vj. 839.439,06 €)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 2.513,09 € (Vj. 2.091,45 €)
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 5.201.094,08 € (Vj. 2.026.742,19 €)
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: 0,00 € (Vj. 0,00 €)
9.516.284,09 5.291.024,02
F. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 0,00
G. Passive latente Steuern 0,00 0,00
Summe der Passiva 64.153.009,78 61.382.157,70

Die Deckungsrückstellung für Renten zur Allgemeinen Unfallversicherung beträgt zum 31. Dezember 2023 4.285.330,00 € und zur Allgemeinen Haftpflichtversicherung 122.899,00 €. Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter Posten B. III. 1. der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von § 341f und g HGB sowie unter Beachtung der aufgrund des § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.

 

Düsseldorf, den 12. Januar 2024

Die Verantwortliche Aktuarin

Kathrin Khelaifia, Dipl.-Mathematikerin

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember

(in Euro) 2023 2022
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 63.172.769,05 60.257.998,87
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge - 33.388.722,00 - 31.433.594,73
29.784.047,05 28.824.404,14
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge - 467.826,78 - 20.690,57
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 239.662,72 - 549,78
- 228.164,06 - 21.240,35
29.555.882,99 28.803.163,79
2. Technischer Zinsertrag für eigene Rechnung 10.118,00 9.777,00
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 46.000,23 40.222,80
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 31.138.895,12 30.955.524,73
bb) Anteil der Rückversicherer - 15.306.236,66 - 16.253.952,19
15.832.658,46 14.701.572,54
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 646.363,93 1.535.483,24
bb) Anteil der Rückversicherer 597.717,90 - 611.640,11
1.244.081,83 923.843,13
17.076.740,29 15.625.415,67
5. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Nettorückstellungen - 60.000,00 10.000,00
6. Aufwendungen für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung für eigene Rechnung 0,00 0,00
7. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 25.627.567,57 24.556.213,35
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft - 14.002.905,85 - 13.412.156,75
11.624.661,72 11.144.056,60
8. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 641.284,32 621.552,73
9. Zwischensumme 209.314,89 1.472.138,59
10. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen 2.781.443,00 283.211,00
11. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 2.990.757,89 1.755.349,59
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus Beteiligungen 273.000,00 175.000,00
davon aus verbundenen Unternehmen: 273.000 € (Vj. 175.000 €)
b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen
davon aus verbundenen Unternehmen: 0 € (Vj. 0 €)
aa) Erträge aus Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00
bb) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 454.182,44 470.919,18
454.182,44 470.919,18
c) Erträge aus Zuschreibungen 1.045,00 0,00
d) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 900.917,10 7.732,50
e) Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0,00
1.629.144,54 653.651,68
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für Kapitalanlagen 103.610,84 104.310,55
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen 0,00 489.409,18
c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 189.334,40 177,18
d) Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0,00
292.945,24 593.896,91
3. Technischer Zinsertrag 10.118,00 9.777,00
1.326.081,30 49.977,77
4. Sonstige Erträge 486.516,59 805.375,49
5. Sonstige Aufwendungen 811.160,50 2.052.005,43
- 324.643,91 - 1.246.629,94
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.992.195,28 558.697,42
7. Außerordentliche Erträge 0,00 0,00
8. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0,00
9. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0,00
3.992.195,28 558.697,42
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 34.041,77 36.904,53
11. Sonstige Steuern 569,93 419,93
34.611,70 37.324,46
12. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 0,00
13. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 3.957.583,58 521.372,96
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00
15. Bilanzgewinn 0,00 0,00

Anhang

III. Allgemeine Angaben

Die Interlloyd Versicherungs-Aktiengesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Nummer HRB 34575 eingetragen. Firmensitz ist ARAG Platz 1, 40472 Düsseldorf.

Die Gesellschaft hat den vorliegenden Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) für große Kapitalgesellschaften erstellt. Dieser wurde unter Berücksichtigung der ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften und der ergänzenden Vorschriften für Versicherungsunternehmen, des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz [VAG]) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellt.

Die Darstellung des Anhangs wurde im Vergleich zum Vorjahr geändert. Durch die geänderte Vorgehensweise soll die Klarheit der Berichterstattung verbessert werden. Zudem wird damit eine Vereinheitlichung der Berichterstattung aller Versicherungsunternehmen des ARAG Konzerns realisiert. Dies trägt zu einer effizienteren Erstellung des Anhangs und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit bei.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich zu den mathematisch genauen Werten durch die Darstellung in Tausend Währungseinheiten Rundungsdifferenzen ergeben. Differenzen können in Summen- und in Prozentangaben auftreten.

Für die Gliederung des Jahresabschlusses wurden die Formblätter 1 und 2 gemäß § 2 RechVersV verwendet. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Deswegen und aufgrund der Verpflichtung nach § 341a Abs. 1 HGB wurden die Rechnungslegungsvorschriften für große Kapitalgesellschaften angewendet.

Am 27. Dezember 2023 wurde das Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG) im Bundessteuerblatt veröffentlicht. Ziel des MinStG ist es, eine effektive Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinnen in Höhe von 15 Prozent sicherzustellen, unabhängig davon, in welchen Ländern diese Gewinne angefallen sind. Wird diese effektive Steuerlast nicht bereits durch die Anwendung der weiterhin gültigen nationalen steuerlichen Vorschriften (in Deutschland zum Beispiel des Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuergesetzes) erreicht, wird eine Ergänzungssteuer erhoben. Das Gesetz ist erstmals auf das Geschäftsjahr 2024 anzuwenden.

Als Teil des ARAG-Konzerns ist die Gesellschaft grundsätzlich von der globalen Mindestbesteuerung betroffen. Das Mutterunternehmen legt derzeit durch entsprechende Analysen die entsprechende Grundlage, um deren Anforderungen zu erfüllen. Es entstehen keine quantitativen Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2023. Mögliche Auswirkungen auf zukünftige Jahresabschlüsse können zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht quantifiziert werden.

IV. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden weitestgehend einheitlich nach den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des ARAG Konzerns erstellt. Die folgenden sich aus den maßgeblichen Rechtsvorschriften ergebenden Bilanzierungsgrundsätze und Bewertungsvorschriften wurden berücksichtigt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten in der Bilanz ausgewiesen und werden planmäßig entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bewertet, gegebenenfalls gekürzt um Abschreibungen wegen des Eintretens einer dauerhaften Wertminderung.

Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Die nach den Grundsätzen des Umlaufvermögens geführten Wertpapiere werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet und mit den Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren Marktwert angesetzt. Bei Wegfall der Gründe für eine früher erfolgte außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung bis zum beizulegenden Wert, höchstens jedoch bis zu den Anschaffungskosten, durchgeführt.

Wenn Anlagen dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, führen kurzfristige Schwankungen des Börsenkurses gemäß dem gemilderten Niederstwertprinzip nicht zu Veränderungen des Buchwerts. In diesem Fall wirken sich nur nachhaltige Wertveränderungen aus.

Zur Ermittlung des nachhaltigen Fondswerts erfolgt dabei eine Durchsicht auf die Einzelbestandteile des Sondervermögens. Kriterien zur Überprüfung von nachhaltigen Wertänderungen sind bei Rententiteln deren Rating und Nominalwert. Für Aktien werden Vergleiche mit historischen Bewertungsparametern herangezogen. Für Anteile an Unternehmen, an Infrastrukturinvestitionen und Immobilieninvestitionen werden Einschätzungen der Experten in den Kapitalanlagegesellschaften auf der Grundlage des Net Asset Value (NAV) des dem Bewertungsstichtag vorhergehenden Quartals herangezogen.

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden, sofern nicht anders bestimmt, abweichend vom Grundsatz in § 341b Abs. 2 HGB wie Anlagevermögen bewertet und für sie somit das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet. Für Wertpapiere ohne jegliches Rating gilt das strenge Niederstwertprinzip. Eine Wertminderung unter den Nominalbetrag wird als nachhaltig angesehen, wenn sich die Bonität des Emittenten wesentlich verschlechtert hat. Als Indiz dafür gelten signifikante Herabstufungen des Ratings um zwei oder mehr Stufen seit dem Erwerb. Wenn vertraglich definierte Zahlungen ausfallen, ist von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen. Der Abschreibungsbedarf auf den beizulegenden Wert wird nach Maßgabe der restlaufzeitabhängigen Ausfallwahrscheinlichkeit in Verbindung mit der Verlustquote ermittelt. Für die Folgebewertung ist, bis zum Wegfall der Ursache der Abschreibung, der beizulegende Wert maßgeblich. Beim Erwerb über oder unter pari und Halten bis zur Endfälligkeit stellt der Unterschiedsbetrag zum Nennwert einen Bestandteil der Anschaffungskosten dar. Dieser wird zusammen mit dem Wertpapier gebucht, jedoch getrennt von diesem behandelt. Der Unterschiedsbetrag (Agio beziehungsweise Disagio) wird planmäßig über die Laufzeit der Inhaberschuldverschreibung nach der Effektivzinsmethode amortisiert.

Namensschuldverschreibungen

Namensschuldverschreibungen sind mit dem Nennwert beziehungsweise dem Rückforderungsbetrag bilanziert. Sind Agio- und Disagiobeträge auszuweisen, werden diese durch aktive beziehungsweise passive Rechnungsabgrenzung linear auf die Laufzeit verteilt und berücksichtigt. Zero-Namensschuldverschreibungen werden, sofern vorhanden, mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Schuldscheinforderungen und Darlehen sowie übrige Ausleihungen

Schuldscheinforderungen und Darlehen sowie übrige Ausleihungen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert, soweit nicht dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Agio- und Disagiobeträge wurden unter Anwendung der Effektivzinsmethode berücksichtigt.

Bei den im Direktbestand der Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen befindlichen strukturierten Produkten handelt es sich gemäß der Verlautbarung IDW RS HFA 22 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) um einfach strukturierte Produkte.

Einlagen bei Kreditinstituten

Sofern vorhanden, werden die Einlagen bei Kreditinstituten mit den Nominalbeträgen angesetzt.

Die Kapitalanlagen sind den Geschäftseinheiten (Hauptverwaltung und Niederlassung) individuell zugeordnet. Die Zuordnung ist durch die Erfassung im jeweiligen Buchwerk der Geschäftseinheit dokumentiert. Entsprechend der Zuordnung werden auch die Erträge aus den Kapitalanlagen der jeweiligen Geschäftseinheit zugeordnet. Im jährlichen Rhythmus wird die Zuordnung auf der Grundlage der modifizierten Kapitalaufteilungsmethode der deutschen Finanzverwaltung, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anerkannt wird, überprüft und gegebenenfalls über Ausgleichszahlungen angepasst.

Forderungen an Versicherungsnehmer

Die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind grundsätzlich zum Nennwert bilanziert. Soweit erforderlich, werden Forderungen an Versicherungsnehmer abgeschrieben beziehungsweise unter Berücksichtigung eines überschrittenen vordefinierten Fälligkeitszeitraums einzel- oder pauschalwertberichtigt.

Forderungen an Versicherungsvermittler

Die Forderungen an Versicherungsvermittler werden durch Einzelwertberichtigungen und gegebenenfalls eine Pauschalwertberichtigung in Höhe der mutmaßlichen Ausfälle vermindert.

Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft

Die Bilanzierung der Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft erfolgt in Höhe der noch offenen Abrechnungssalden.

Sonstige Forderungen

Die Forderungen sind grundsätzlich zum Nennwert bilanziert.

Sachanlagen und Vorräte

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand

Der Bestand an laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand ist zu Anschaffungskosten bewertet. Diese entsprechen dem Nennwert. Die Bestände werden durch Bankauszüge und Kassenprotokolle nachgewiesen. Erteilte Zahlungsaufträge, die zum Bilanzstichtag noch nicht ausgeführt waren, sind von den Beständen für den Bilanzausweis abgezogen worden.

Auf fremde Währung lautende Bankbestände bestehen wie im Vorjahr nicht.

Andere Vermögensgegenstände

Die anderen Vermögensgegenstände sind mit den Nennwerten, die den Anschaffungskosten entsprechen, bilanziert.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nennwert bilanziert und enthalten im Wesentlichen abgegrenzte, noch nicht fällige Zinsansprüche für den Ertragszeitraum vor dem Bilanzstichtag.

Aktive und passive latente Steuern

Soweit zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen Differenzen auftreten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, entstehen darauf latente Steuern zum unternehmensindividuellen Steuersatz. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wurden aktive und passive latente Steuern saldiert.

Damit der ARAG SE über die ARAG Allgemeine eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft besteht, werden die latenten Steuern auf Ebene des Organträgers abgebildet.

Eigenkapital

Als gezeichnetes Kapital ist das Grundkapital auszuweisen. Die Kapitalrücklage umfasst solche Kapitalbeträge, die der Gesellschaft von außen zugeführt und nicht aus dem erwirtschafteten Ergebnis gebildet wurden. Die Gewinnrücklagen setzen sich aus der gesetzlichen Rücklage und der anderen Gewinnrücklage zusammen. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses nach teilweiser Verwendung des Ergebnisses durch den Vorstand enthält der Bilanzgewinn den Saldo aus dem Jahresergebnis, dem Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr und den Veränderungen der anderen Gewinnrücklagen.

Beitragsüberträge

Die Bruttobeitragsüberträge für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurden, ausgehend von den gebuchten Beiträgen und Stornierungen, pro rata temporis berechnet und um die darin enthaltenen Ratenzuschläge gekürzt. Die Überträge werden um die nicht übertragsfähigen Einnahmeanteile gekürzt.

Die Anteile der Rückversicherer an den Beitragsüberträgen wurden entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen ermittelt.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft wurde getrennt nach Ereignisjahren für im jeweiligen Geschäftsjahr gemeldete sowie für bis zum Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden gebildet. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird grundsätzlich einzeln ermittelt und nach dem individuellen Bedarf bewertet.

Bei einer hohen Anzahl von offenen Versicherungsfällen werden Gruppenbewertungsverfahren angewendet, wenn beim Vorliegen von gleichartigen Risiken deren bilanzmäßig individuelle Behandlung schwierig oder gar unzumutbar ist.

Für Spätschäden und Wiedereröffnungen werden auf der Grundlage von Erfahrungswerten Pauschalrückstellungen gebildet.

Die in der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle enthaltene Rentendeckungsrückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) unter Einbeziehung der für die Regulierung erforderlichen Aufwendungen einzeln berechnet.

Es wurde eine Rückstellung für Schadenregulierungsaufwendungen angesetzt. Die Bewertung wurde nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung unter Berücksichtigung der dauernden Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen vorgenommen. Dabei wurden die Wertverhältnisse am Abschlussstichtag zugrunde gelegt.

Die Anteile für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft wurden entsprechend den Regelungen in den Rückversicherungsverträgen errechnet.

Schwankungsrückstellung

Die Schwankungsrückstellung für das selbst abgeschlossene und das übernommene Versicherungsgeschäft wird nach § 341h HGB in Verbindung mit § 29 RechVersV angesetzt und bewertet. Die Aufteilung der errechneten Schwankungsrückstellung auf die Hauptverwaltung und die Niederlassungen erfolgt für die jährlichen Anpassungsbeträge nach verdienten Bruttobeiträgen in dem jeweiligen Versicherungszweig.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Die sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen wurden in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden entsprechend ihrer Restlaufzeit mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen abgezinst.

Die unter den sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen ausgewiesene Stornorückstellung für Wagnisfortfall und Wagnisminderung im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft ist im Berichtsjahr nach einem auf Erfahrungswerten beruhenden Stornosatz berechnet worden.

Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden entsprechend den jeweils geltenden Verträgen ermittelt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß der Projected Unit Credit Method (PUC-Methode) auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Heubeck berechnet.

Neben den aktuellen Gegebenheiten wurden auch künftige Entwicklungen hinsichtlich Gehälter, Renten und Fluktuation berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgte mit dem von der Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren. Wie im Vorjahr wurde auch in 2023 für die Bewertung ein Rechnungszinssatz auf Zehn-Jahres-Durchschnittsbasis verwendet. Dieser beträgt 1,76 Prozent (Vj. 1,45 Prozent). Der verwendete Zinssatz wurde auf Basis der Marktdaten zum 1. Oktober 2023 zum Jahresende prognostiziert und leitet sich aus der RückAbzinsV ab.

Zum 31. Dezember 2023 verursacht der Unterschied zwischen der Anwendung des Zehn-Jahres-Durchschnitts und der Anwendung des Sieben-Jahres-Durchschnitts (1,76 Prozent, Vj. 1,45 Prozent) eine um 48 T€ (Vj. 262 T€) geringere Pensionsrückstellung.

Die im Nachfolgenden erläuterten versicherungsmathematischen Parameter wurden für die Ermittlung der Verpflichtungen verwendet. Pensionsalter: frühestmögliches Alter gemäß Rentenversicherungs-Altersgrenzenanpassungsgesetz (RVAGAnpG), Gehaltsdynamik: 2,50 Prozent, Rentendynamik: 2,40 Prozent. Die berücksichtigte Fluktuation entspricht dem allgemein beobachtbaren altersabhängigen Durchschnitt der Branche und beeinflusst den Erfüllungsbetrag nur geringfügig.

Die Aktivwertansprüche aus der Rückdeckungsversicherung wurden mit der Verpflichtung aus den Pensionszusagen verrechnet. Der beizulegende Zeitwert der Aktivwertansprüche entspricht dem Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden.

Das Wahlrecht gemäß Artikel 28 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) zur Unterlassung der Bildung von Pensionsrückstellungen für Altzusagen ist nicht in Anspruch genommen worden.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu erwartenden Erfüllungsbetrags angesetzt worden

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden generell in Höhe des Betrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig ist. Diese haben im Allgemeinen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Sonstige Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden entsprechend ihrer Restlaufzeit mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätzen abgezinst.

Folgende wesentliche sonstige Rückstellungen unterliegen spezifischen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen:

Jubiläumsrückstellung

Für Jubiläumszahlungen aus Anlass von Dienstjubiläen der Mitarbeitenden wurde im Berichtsjahr eine Jubiläumsrückstellung gebildet. Die Berechnung erfolgte nach der projizierten Einmalbeitragsmethode unter Beachtung der Sterblichkeit nach den Richttafeln 2018 G von Heubeck und der Verwendung eines Diskontsatzes nach § 253 Abs. 2 HGB (Sieben-Jahres-Durchschnitt) von 1,76 Prozent (Vj. 1,45 Prozent). Die Fluktuation wurde mit durchschnittlich 1,5 Prozent und die Gehaltsdynamik mit 2,5 Prozent berücksichtigt. Als Endalter wurde das frühestmögliche Pensionsalter gemäß dem RVAGAnpG gewählt.

Andere Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft sind mit dem Nennwert bewertet. Alle Verbindlichkeiten, die nicht verzinslich sind, wurden mit dem Nennwert oder dem höheren Erfüllungsbetrag bewertet. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Währungsumrechnung

Ansprüche beziehungsweise Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wurden, sofern sie auf Fremdwährungen lauten, mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag unter Außerachtlassung des Anschaffungskosten- und des Realisationsprinzips bewertet.

Erträge und Aufwendungen werden mit dem Transaktionskurs zum Zeitpunkt des Zubeziehungsweise Abflusses bewertet.

Zeitwertangaben gemäß § 54 RechVersV

Zeitwerte der Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Grundsätzlich wurden die Anteile und Beteiligungen nach dem Ertragswertverfahren bewertet.

Sofern Beteiligungen und Anteile zeitnah zum Stichtag erworben wurden, ist der Zeitwert mit dem Buchwert gleichgesetzt worden.

Zeitwerte der Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen sowie Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere

Für Anteile an offen gehandelten Investmentanteilen bemisst sich der Zeitwert am beizulegenden Börsenkurswert zum Stichtag.

Für Spezialinvestmentfondsanteile ergibt sich der Zeitwert auf Basis einer Fondsdurchschau. Aktientitel innerhalb der Spezialinvestmentfondsanteile werden mit dem jeweiligen Börsenkurswert, Rententitel hingegen mit dem jeweiligen Marktwert angesetzt. Für Anteile an offen gehandelten Investmentanteilen bemisst sich der Zeitwert am beizulegenden Börsenkurswert zum Stichtag.

Anteile an Infrastrukturfonds, Immobilienfonds und Private-Equity-Fonds werden mittels gemeldeter NAV angesetzt.

Die Ermittlung der Zeitwerte der festverzinslichen Wertpapiere erfolgte entsprechend den beizulegenden Börsenkurswerten und unter den bereits zuvor aufgeführten Bewertungsverfahren dieses Bilanzpostens.

Zeitwerte der sonstigen Kapitalanlagen

Für die Ermittlung von Marktwerten bei nicht börsennotierten Papieren (Namensschuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen) wird als Kalkulationsgrundlage die Swapkurve herangezogen. Hier wird der der Laufzeit des zu bewertenden Papiers entsprechende Zinssatz auf der Swapkurve ermittelt. Etwaige Zu- und Abschläge ("Spreads") aufgrund der Ausgestaltung des jeweiligen Papiers (Laufzeit, Sicherheiten, Ratings etc.) werden entsprechend berücksichtigt. Die restlichen ausgewiesenen Kapitalanlagen wurden mit Börsen- oder Marktwerten angesetzt.

Zeitwerte nach Anlageklasse

In der Aufstellung der Kapitalanlagen im Anhang unter "Angaben zur Aktivseite der Bilanz" sind die Zeitwerte nach Anlageklasse angegeben.

V. Angaben zur Aktivseite der Bilanz

Entwicklung der Aktivposten A., B. I. bis III. im Geschäftsjahr

(in Tausend Euro) Bilanzwerte 31.12.2022 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umbuchungen Zuschreibungen
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0 0 0 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 0 0 0
Summe A. 0 0 0 0 0 0
B. I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 0 0 0 0
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.004 0 0 0 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 0 0
3. Beteiligungen 0 0 0 0 0 0
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0 0 0
Summe B. II. 1.004 0 0 0 0 0
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 13.678 0 7.000 5.777 0 0
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 36.751 0 3.002 3.166 0 0
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 0 0 0 0 0 0
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 4.000 0 0 0 0 0
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 996 0 0 0 0 1
c) Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine 0 0 0 0 0 0
d) Übrige Ausleihungen 0 0 0 0 0 0
5. Einlagen bei Kreditinstituten 0 0 0 0 0 0
6. Andere Kapitalanlagen 0 0 0 0 0 0
Summe B. III. 55.425 0 10.002 8.943 0 1
Summe B. 56.429 0 10.002 8.943 0 1
Insgesamt 56.429 0 10.002 8.943 0 1
(in Tausend Euro) Abschreibungen Bilanzwerte 31.12.2023 Zeitwerte gemäß § 54 RechVersV Stille Reserve/ stille Last 31.12.2023
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 0 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 0
Summe A. 0 0 0 0
B. I. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 0 0
II. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 1.004 2.070 1.066
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0
3. Beteiligungen 0 0 0 0
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
Summe B. II. 0 1.004 2.070 1.066
III. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0 14.901 16.428 1.527
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0 36.587 34.227 - 2.360
3. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen 0 0 0 0
4. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 0 4.000 3.880 - 120
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 0 997 942 - 55
c) Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine 0 0 0 0
d) Übrige Ausleihungen 0 0 0 0
5. Einlagen bei Kreditinstituten 0 0 0 0
6. Andere Kapitalanlagen 0 0 0 0
Summe B. III. 0 56.485 55.477 - 1.008
Summe B. 0 57.489 57.547 58
Insgesamt 0 57.489 57.547 58

Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen mit einem Anteilsbesitz von mindestens 20,0 Prozent, die bestimmt sind, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer dauernden Verbindung zu dienen, stellen sich wie folgt dar:

Anteilsbesitzliste

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil
(in Prozent)
Eigenkapital (in Tausend Euro) Jahresergebnis (in Tausend Euro)
Anteile an verbundenen Unternehmen
vif Gesellschaft für Versicherungsvermittlung mit beschränkter Haftung, Düsseldorf 100,00 205 174

Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Im Geschäftsjahr waren keine Abschreibungen nach dem strengen Niederstwertprinzip vorzunehmen (Vj. 0 T€).

Auch Abschreibungen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip wurden nicht durchgeführt (Vj. 474 T€). Wertaufholungen waren im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr nicht zu realisieren.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine unsaldierten stillen Lasten aufgrund der Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips (Vj. 424 T€).

Im Kapitalanlagebestand ist zum Abschlussstichtag kein Investmentvermögen enthalten, das zu mehr als 10,0 Prozent durch die Gesellschaft gehalten wird.

Angaben gemäß § 285 Nr. 26 HGB

Fonds Art der Fonds Anlageziel Buchwert 31.12.2023 (in Tausend Euro) Marktwert 31.12.2023 (in Tausend Euro) Differenz (in Tausend Euro) Ausschüttung 2023 (in Tausend Euro)
ALLTRI gemischter Fonds Ertragsmehrung 14.901 16.428 1.527 36
Summe 14.901 16.428 1.527 36

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Inhaberschuldverschreibungen mit einem Buchwert von 36.587 T€ (Vj. 34.758 T€) sind bei der Interlloyd der dauernden Vermögensanlage gewidmet und wurden wie Anlagevermögen behandelt.

Im Berichtsjahr wurden keine weiteren Inhaberschuldverschreibungen vom Umlaufvermögen in das Anlagevermögen umgewidmet.

Im Geschäftsjahr waren keine Abschreibungen nach dem strengen Niederstwertprinzip vorzunehmen (Vj. 3 T€).

Abschreibungen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip erfolgten im Berichtsjahr ebenfalls nicht (Vj. 9 T€).

Zuschreibungen aufgrund Werterholungen waren im Berichtsjahr ebenfalls nicht zu realisieren (Vj. 0 T€).

Zum Bilanzstichtag bestanden aufgrund der Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips unsaldierte stille Lasten in Höhe von 2.467 T€ (Vj. 3.973 T€).

Namensschuldverschreibungen

Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert waren im Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht erforderlich.

Zuschreibungen wurden im Berichtsjahr nicht vorgenommen (Vj. 0 T€).

Der Buchwert der Namensschuldverschreibungen betrug zum Ende des Berichtsjahres 4.000 T€ (Vj. 4.000 T€), der Zeitwert belief sich auf 3.880 T€ (Vj. 3.763 T€). Die mit den Nominalbeträgen abzüglich zwischenzeitlicher Tilgungen angesetzten Namensschuldverschreibungen weisen bei 3 Papieren eine stille Last in Höhe von 134 T€ (Vj. 237 T€) aus.

Schuldscheinforderungen und Darlehen sowie übrige Ausleihungen

Im Geschäftsjahr waren keine Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich (Vj. 4 T€).

Zuschreibungen wurden im Berichtsjahr in Höhe von 1 T€ (Vj. 0 T€) vorgenommen.

Der Buchwert der Schuldscheinforderungen betrug zum Ende des Berichtsjahres 997 T€ (Vj. 996 T€), der Zeitwert belief sich auf 942 T€ (Vj. 907 T€). Bei den Schuldscheinforderungen und Darlehen weist ein Papier eine stille Last von 55 T€ (Vj. 89 T€).

Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft

Der Saldo von 1.167 T€ (Vj. 1.611 T€) ergibt sich aus dem abgegebenen Versicherungsgeschäft an die ARAG Allgemeine. Die Bilanzierung erfolgte in Höhe der noch offenen Abrechnungssalden.

Sonstige Forderungen

Alle Posten unter den sonstigen Forderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

In den sonstigen Forderungen sind im Wesentlichen Salden aus dem konzerninternen Finanzverbund gegenüber der ARAG Allgemeine von 2.330 T€ enthalten.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen abgegrenzte, noch nicht fällige Zinsansprüche für den Ertragszeitraum vor dem Bilanzstichtag.

VI. Angaben zur Passivseite der Bilanz

Eigenkapital

Eigenkapital (in Tausend Euro) 2023 2022
Eigenkapital gesamt 7.393 7.393
davon
1. Gezeichnetes Kapital
Grundkapital 5.000 5.000
2. Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Ziff. 4 HGB
Kapitalrücklage am 1. Januar 1.853 1.853
Kapitalrücklage am 31. Dezember 1.853 1.853
3. Gewinnrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage
Vortrag am 1. Januar 500 500
Stand am 31. Dezember 500 500
b) Andere Gewinnrücklagen
Vortrag am 1. Januar 40 40
Stand am 31. Dezember 40 40
540 540
4. Bilanzgewinn
Bilanzgewinn am 1. Januar 0 0
Bilanzgewinn am 31. Dezember 0 0

Das gezeichnete Kapital ist durch die Gesellschafter in voller Höhe eingezahlt.

Die gesetzliche Rücklage war in den Vorjahren gemäß § 300 Aktiengesetz (AktG) zu bilden.

Im Geschäftsjahr war keine Zuführung zur gesetzlichen Rücklage erforderlich.

Die Kapitalrücklage enthält Beträge, die Aktionäre in das Eigenkapital der Gesellschaft nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingezahlt hatten.

Die gesetzliche Rücklage ist gemäß § 150 Abs. 2 AktG vollständig dotiert.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle netto einschließlich der Teilrückstellung für Regulierungsaufwendungen betrug am Ende des Geschäftsjahres im selbst abgeschlossenen Geschäft 22.103 T€ (Vj. 20.859 T€).

Schwankungsrückstellung

Der Schwankungsrückstellung wurden aufgrund der Schaden- und Beitragsentwicklung gemäß den Berechnungsvorschriften der RechVersV insgesamt 2.781 T€ entnommen (Vj. 283 T€). Somit beträgt die Schwankungsrückstellung zum Stichtag 12.920 T€ (Vj. 15.701 T€).

Andere Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen

Die Position berücksichtigt seit dem Jahr 2010 auch die Verrechnung von Anwartschaftsansprüchen aus der Rückdeckungsversicherung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB. Der Posten zum 31. Dezember 2023 ermittelt sich daher wie folgt:

Pensionsverpflichtungen

(in Tausend Euro) 2023 2022
Erfüllungsbetrag der verdienten Ansprüche 3.628 3.914
davon mit Aktivwertansprüchen verrechenbar 22 21
davon mit Wertpapieren verrechenbar 0 0
Verbleiben 3.606 3.893

Steuerrückstellungen

Steuerrückstellungen im Geschäftsjahr für dem im Grunde und der Höhe nach noch nicht feststehende Steuerforderungen sind aufgrund der körperschaft-, gewerb- und umsatzsteuerlichen Organschaft mit der ARAG SE über die ARAG Allgemeine zu bilden.

Für sonstige Steuern und für bisher nicht geltend gemachte Steuerbeträge aus Betriebsprüfungen waren keine Rückstellungen zu bilden.

Sonstige Rückstellungen

Zum Bilanzstichtag ergaben sich die folgenden sonstigen Rückstellungen:

Sonstige Rückstellungen

(in Tausend Euro) 2023 2022
Gratifikationen 29 10
Variable Vergütung 273 184
Jahresabschlusskosten 106 137
Jubiläumsverpflichtungen 126 130
Urlaubs- und Gleitzeitverpflichtungen 75 95
Tantiemen 202 80
Aufwandsentschädigungen des Aufsichtsrats 47 48
Ausstehende Eingangsrechnungen 11 4
Übrige sonstige Rückstellungen 8 106
Gesamt 876 794

VII. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Verlauf des Versicherungsgeschäfts

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft

Gesamtes Versicherungsgeschäft Unfallversicherung Haftpflichtversicherung
(in Tausend Euro) 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Gebuchte Bruttobeiträge 63.173 60.258 8.820 9.013 5.511 5.444
Verdiente Bruttobeiträge 62.705 60.237 8.850 9.047 5.503 5.390
Verdiente Nettobeiträge 29.556 28.803 4.282 4.417 2.542 2.497
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 31.785 32.491 4.950 4.533 3.099 1.666
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 25.628 24.556 3.681 3.599 2.161 2.107
davon Abschlussaufwendungen 2.592 2.585
davon Verwaltungsaufwendungen 23.035 21.971
Rückversicherungssaldo 3.796 535 122 290 371 980
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. vor Schwankungsrückstellung 209 1.472 85 619 - 152 579
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. nach Schwankungsrückstellung 2.991 1.755 553 1.164 - 152 579
Versicherungstechnische Bruttorückstellung insgesamt 76.974 78.581 24.865 24.004 4.890 4.037
davon Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 49.413 48.766 20.756 19.397 3.539 2.698
davon Stornorückstellung 720 660 101 99 63 60
davon Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellung 12.920 15.701 2.396 2.864 0 0
Anzahl mindestens einjähriger Versicherungsverträge 381.724 385.803 52.312 53.494 55.220 54.342
Technischer Zinsertrag f. e. R. i. Z. mit Rentendeckungsrückstellungen (0,25 Prozent) 10 10 10 9 0 0
Feuer- und Sachversicherungen davon Verbundene Hausratversicherung davon Verbundene Wohngebäudeversicherung
(in Tausend Euro) 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Gebuchte Bruttobeiträge 46.506 43.709 14.818 14.727 23.394 20.495
Verdiente Bruttobeiträge 45.077 42.519 14.770 14.794 23.094 20.497
Verdiente Nettobeiträge 20.925 20.074 6.801 6.972 10.600 9.559
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 22.346 24.771 7.146 6.546 9.302 15.816
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 18.395 17.458 6.181 6.069 9.173 8.357
davon Abschlussaufwendungen
davon Verwaltungsaufwendungen
Rückversicherungssaldo 3.213 - 804 1.082 1.096 3.526 - 2.618
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. vor Schwankungsrückstellung 45 49 - 34 700 445 - 1.588
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. nach Schwankungsrückstellung 2.358 - 213 491 708 1.638 - 1.826
Versicherungstechnische Bruttorückstellung insgesamt 46.280 49.643 9.979 10.766 25.390 29.449
davon Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 24.873 26.399 3.671 3.987 13.425 16.634
davon Stornorückstellung 533 482 170 162 268 226
davon Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellung 10.523 12.837 1.787 2.312 7.045 8.238
Anzahl mindestens einjähriger Versicherungsverträge 258.072 253.037 145.671 151.612 42.357 43.910
Technischer Zinsertrag f. e. R. i. Z. mit Rentendeckungsrückstellungen (0,25 Prozent) 0 0 0 0 0 0
davon sonstige Sachversicherung Sonstige Versicherungen
(in Tausend Euro) 2023 2022 2023 2022
Gebuchte Bruttobeiträge 8.294 8.487 2.336 2.092
Verdiente Bruttobeiträge 8.216 8.497 2.271 2.012
Verdiente Nettobeiträge 4.018 4.166 1.313 1.192
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 6.246 3.019 1.043 911
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 3.527 3.618 904 807
davon Abschlussaufwendungen
davon Verwaltungsaufwendungen
Rückversicherungssaldo - 1.395 718 90 69
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. vor Schwankungsrückstellung - 366 937 231 225
Versicherungstechnisches Ergebnis f. e. R. nach Schwankungsrückstellung 229 905 231 225
Versicherungstechnische Bruttorückstellung insgesamt 10.911 9.427 938 897
davon Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 7.778 5.778 244 272
davon Stornorückstellung 95 94 22 18
davon Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellung 1.692 2.287 0 0
Anzahl mindestens einjähriger Versicherungsverträge 70.044 57.515 16.120 24.930
Technischer Zinsertrag f. e. R. i. Z. mit Rentendeckungsrückstellungen (0,25 Prozent) 0 0 0 0

Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 2023 2022
(in Stück)
National 378.014 381.990
International 3.710 3.813
Gesamt 381.724 385.803

Herkunft des Versicherungsgeschäfts nach gebuchten Beiträgen

Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 2023 2022
(in Tausend Euro)
National 62.789 59.827
International 383 431
Gesamt 63.173 60.258

Zinsen aus Abzinsung

Aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr entstanden wie im Vorjahr keine Zinserträge. Zinsaufwendungen fielen in Höhe von 2 T€ (Vj. 2 T€) an.

Abwicklungsergebnis

Das Abwicklungsergebnis netto der letztjährigen Schadenreserve beträgt im Geschäftsjahr 909 T€ (Vj. 1.376 T€) und beträgt im selbst abgeschlossenen Geschäft knapp 4,4 Prozent (Vj. 6,9 Prozent), bezogen auf die korrespondierende Eingangsreserve. Das positive Ergebnis ist insbesondere auf Abwicklungsgewinne in den Sparten der Verbundenen Wohngebäude- und Unfallversicherung zurückzuführen.

Sonstige versicherungstechnische Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen versicherungstechnischen Erträge umfassen insbesondere Erträge aus Mahngebühren. Die sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für die Feuerschutzsteuer in Höhe von 576 T€ (Vj. 521 T€).

Rückversicherungssaldo

Der Saldo aus den abgegebenen Beiträgen an Rückversicherer, dem Anteil der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle und den Rückversicherungsprovisionen beträgt 3.796 T€ (Vj. 535 T€).

Außerordentliches Ergebnis

Im Geschäftsjahr entstanden keine außerordentlichen Aufwendungen und Erträge.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern in der Gewinn- und Verlustrechnung entfallen im vollen Umfang von 35 T€ (Vj. 37 T€) auf das Geschäftsjahr und betreffen ausschließlich die Niederlassung in Spanien.

Da über die ARAG Allgemeine Versicherungs-AG mit der ARAG SE eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft besteht, werden die latenten Steuern aufgrund abweichender Wertansätze in der Handels- und Steuerbilanz der Gesellschaft auf Ebene des Organträgers abgebildet.

Die Interlloyd bildet nach Abschluss des Ergebnisabführungsvertrags mit der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG eine ertragsteuerliche Organschaft. Die Ertragsbesteuerung erfolgt somit auf Ebene der Muttergesellschaft. Die Ergebnisse der realitätsnäheren Bewertung (BMF-Schreiben vom 5. Mai 2000) und Abzinsung der Schadenrückstellungen (BMF-Schreiben vom 20. Oktober 2016) werden bei der Ermittlung der ertragsteuerlichen Bemessungsgrundlage berücksichtigt.

VIII. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse nach §§ 251, 285 Nr. 3a HGB

Die Gesellschaft hatte wie im Vorjahr keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse nach §§ 251, 285 Nr. 3 a HGB zu berichten.

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen (in Tausend Euro) 2023 2022
Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 15.685 15.064
Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB 0 0
Löhne und Gehälter 4.021 3.835
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 680 634
Aufwendungen für Altersversorgung - 243 486
Aufwendungen insgesamt 20.143 20.019

Mitarbeitende

Die Zahl der Mitarbeitenden betrug im Jahresdurchschnitt 53 (Vj. 53). Hiervon entfielen auf den nationalen Vertrieb 22 Mitarbeitende (Vj. 21), auf den inländischen Betrieb und die nationale Schadenbearbeitung 27 Mitarbeitende (Vj. 27), auf sonstige Bereiche zwei Mitarbeitende (Vj. 1) sowie auf die spanische Niederlassung ebenfalls zwei Mitarbeitende (Vj. 3).

Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Bezüge des Aufsichtsrats der Gesellschaft auf 47 T€ (Vj. 48 T€). Für Mitglieder des Vorstands fielen im Berichtsjahr 333 T€ (Vj. 237 T€) an. Bezüge für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen fielen nicht an.

Die Bezüge des Vorstands ergeben sich ausschließlich durch interne Weiterberechnungen von Konzernunternehmen.

Honorar des Abschlussprüfers

Mit dem Abschlussprüfer wurde für die Prüfung des Jahresabschlusses sowie der Solvabiltiätsübersicht zum 31. Dezember 2023 ein Nettohonorar in Höhe von insgesamt 49 T€ (Vj. 49 T€) vereinbart. Dieser Betrag ist im Geschäftsjahr 2023 als Aufwand erfasst worden. Sonstige Honorare sind für den Abschlussprüfer nicht angefallen. Die Umsatzsteuer ist jeweils als Aufwand erfasst, da grundsätzlich keine Vorsteuerabzugsberechtigung besteht.

Konzernzugehörigkeit

Die ARAG Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft, Düsseldorf, hat nach § 20 Abs. 1 und 4 AktG mitgeteilt, dass sie 100 Prozent der Aktien der Interlloyd Versicherungs-AG hält. Die ARAG Holding SE, Düsseldorf, ist mittelbar über die ARAG SE, Düsseldorf, wiederum mit Mehrheit an der ARAG Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft beteiligt. Damit ist die Interlloyd ein mittelbar im Mehrheitsbesitz der ARAG Holding SE stehendes und gemäß Artikel 9 Abs. 1 SE-Verordnung vom 10. November 2001 in Verbindung mit § 17 Abs. 2 AktG abhängiges Unternehmen im Sinne von § 17 Abs. 1 AktG.

Die Gesellschaft ist in den Konzernabschluss der ARAG Holding SE, Düsseldorf, einbezogen. Der Konzernabschluss der ARAG Holding SE wird im elektronischen Bundesanzeiger und im Unternehmensregister des Bundesministeriums der Justiz veröffentlicht.

Die Gesellschaft stellt keinen eigenen Konzernabschluss auf, da der Konzernabschluss der ARAG Holding SE befreiende Wirkung nach § 291 HGB entfaltet.

Organe der Gesellschaft

Die Organe der Gesellschaft setzen sich wie folgt zusammen:

Der Aufsichtsrat

Hanno Petersen Vorstand ARAG SE, Ratingen, Vorsitzender
Dr. Matthias Maslaton Vorstand ARAG SE, Moers, stellv. Vorsitzender
Dr. Alexander Hirsch Rechtsanwalt, Meerbusch

Der Vorstand

Christian Vogée Vorstandssprecher Ressort Zentrale Gesellschaftsfunktionen/ Maklervertrieb/Versicherungsbetrieb
Uwe Grünewald Ressort Finanz- und Rechnungswesen/Controlling/ Risikomanagement
Zouhair Haddou-Temsamani Ressort Produktmanagement/Marketing
Katrin Unterberg Ressort Schaden/ARAG Service Center/ Auslandsniederlassungen

IX. Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten. Die bisherige Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2024 verläuft erwartungsgemäß.

X. Ergebnisverwendung

Zum 1. Januar 1999 wurde ein Ergebnisabführungsvertrag mit der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG, Düsseldorf, abgeschlossen. Demnach werden im Geschäftsjahr 100 Prozent des Gewinns in Höhe von 3.958 T€ (Vj. 521 T€) von der Interlloyd abgeführt. Eine Berücksichtigung der Bildung oder Auflösung von Rücklagen und etwaiger ausschüttungsgesperrter Beträge erfolgte.

 

Düsseldorf, den 11. März 2024

Interlloyd Versicherungs-Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Christian Vogée, Sprecher

Uwe Grünewald

Zouhair Haddou-Temsamani

Katrin Unterberg

WEITERE INFORMATIONEN

I. Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Interlloyd Versicherungs-AG, Düsseldorf

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Interlloyd Versicherungs-AG, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Interlloyd Versicherungs-AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Bewertung der in der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft enthaltenen Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle

Hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze verweisen wir auf die Erläuterungen im Anhang der Gesellschaft in Abschnitt II. Risikoangaben sind im Lagebericht in Abschnitt IV enthalten.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts beträgt EUR 49,4 Mio. Dies entspricht 77,0 % der Bilanzsumme; hieraus ergibt sich ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft.

Die Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle setzt sich aus verschiedenen Teilschadenrückstellungen zusammen. Die Rückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle des selbstabgeschlossenen Versicherungsgeschäfts bilden hiervon den wesentlichen Teil.

Die Bewertung der Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle unterliegt Unsicherheiten hinsichtlich der voraussichtlichen Schadenhöhe und ist daher insbesondere bezogen auf die unbekannten Versicherungsfälle stark ermessensbehaftet. Die Schätzung darf nach handelsrechtlichen Grundsätzen nicht risikoneutral im Sinne einer Gleichgewichtung von Chancen und Risiken durchgeführt werden, sondern hat unter Beachtung des bilanzrechtlichen Vorsichtsprinzips (§ 341 e Abs. 1 Satz 1 HGB) zu erfolgen.

Die Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle werden nach dem voraussichtlichen Aufwand für jeden einzelnen Schadenfall gebildet. Für bereits eingetretene aber noch nicht gemeldete Schadenfälle (unbekannte Schadenfälle) werden Spätschadenrückstellungen gebildet, die überwiegend nach Erfahrungssätzen berechnet werden; dabei kommen anerkannte versicherungsmathematische Verfahren zur Anwendung.

Das Risiko für den Abschluss besteht bei den zum Bilanzstichtag bereits bekannten Schadenfällen darin, dass die noch zu erwartenden Schadenzahlungen nicht in zutreffender Höhe zurückgestellt werden. Bei den unbekannten Schadenfällen besteht daneben das Risiko, dass diese nicht in zutreffendem Umfang geschätzt werden.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Bei der Prüfung der Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle haben wir als Teil des Prüfungsteams eigene Aktuare eingesetzt und risikoorientiert insbesondere die folgenden wesentlichen Prüfungshandlungen durchgeführt:

Wir haben uns einen grundlegenden Überblick über den Prozess zur Ermittlung der Rückstellungen verschafft, wesentliche Prozessrisiken und die sie abdeckenden Kontrollen identifiziert sowie die identifizierten Kontrollen auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit hin getestet. Wir haben uns insbesondere davon überzeugt, dass die Kontrollen, mit denen die korrekte Bewertung sichergestellt werden soll, sachgerecht aufgebaut sind und zutreffend durchgeführt werden.

Auf Basis einer bewussten Auswahl haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Aktenführung und die Höhe einzelner, bekannter Schadenrückstellungen anhand der Aktenlage für verschiedene Versicherungszweige und -arten nachvollzogen.

Wir haben die Berechnungen des Unternehmens zur Ermittlung der unbekannten Spätschäden für eine risikoorientierte Auswahl einzelner Sparten nachvollzogen. Dabei haben wir insbesondere die Herleitung der geschätzten Anzahl der Schäden und deren Höhe auf der Grundlage historischer Erfahrungen und aktueller Entwicklungen gewürdigt.

Die tatsächliche Entwicklung der im Vorjahr gebuchten Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle haben wir anhand der Abwicklungsergebnisse analysiert.

Anhand eines Zeitreihenvergleichs insbesondere von Schadenstückzahlen, Schadenhäufigkeiten und durchschnittlichen Schadenhöhen sowie der Geschäftsjahres- und bilanziellen Schadenquoten haben wir die Entwicklung der Schadenrückstellung analysiert.

Wir haben eigene aktuarielle Reserveberechnungen für ausgewählte Segmente durchgeführt, die wir auf Basis von Risikoüberlegungen ausgewählt haben. Hierbei haben wir jeweils eine Punktschätzung vorgenommen und diese mit den Berechnungen der Gesellschaft verglichen.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die verwendeten Methoden zur Bewertung der in der Brutto-Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Schaden-/Unfall-Versicherungsgeschäft enthaltenen Teilschadenrückstellungen für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle sind sachgerecht, stehen im Einklang mit den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen und wurden korrekt angewendet. Die zugrunde liegenden Annahmen wurden in geeigneter Weise abgeleitet.

Sonstige Informationen

Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:

den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden gesonderten nichtfinanziellen Bericht, auf den im Lagebericht Bezug genommen wird.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Versicherungsunternehmen geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. März 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 23. August 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der Interlloyd Versicherungs-AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht des geprüften Unternehmens angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

Prüfung der von der Interlloyd Versicherungs-AG zum 31. Dezember 2023 aufgestellten

Solvabilitätsübersicht auf Einzelebene

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Thorsten Klitsch.

 

Köln, den 15. März 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Klitsch, Wirtschaftsprüfer

gez. Bramkamp, Wirtschaftsprüfer

II. Bericht des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung des Vorstands kontinuierlich überwacht sowie beratend begleitet und war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die wirtschaftliche Lage und die Entwicklung der Gesellschaft und deren Tochtergesellschaften, die vorgesehene Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung, die Risikolage und das Risikomanagement sowie über bedeutende Einzelvorgänge. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden vom Vorstand im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen und hinterfragt. Soweit für Geschäftsführungsmaßnahmen nach Gesetz oder anderen Regelungen eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, hat der Aufsichtsrat die dazu erforderlichen Informationen vom Vorstand in Gestalt entsprechender Berichte erhalten. Der Aufsichtsrat hat diese Berichte in seinen Sitzungen umfassend erörtert und mit dem Vorstand beraten sowie die erforderlichen Entscheidungen getroffen.

Der Aufsichtsrat trat im vergangenen Geschäftsjahr in vier ordentlichen Sitzungen sowie einer außerordentlichen Sitzung zusammen und konnte sich dabei von der Ordnungs- und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung des Vorstands überzeugen. Des Weiteren trat der Aufsichtsrat einmal zu einer außerordentlichen Sitzung sowie, im Anschluss an die Hauptversammlung, zur konstituierenden Sitzung des Gremiums zusammen. Die Sitzungen fanden entweder als Präsenzsitzungen oder remote via Microsoft-Teams-Besprechungen statt. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und ließ sich über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informieren. Wesentliche Entwicklungen wurden dem Aufsichtsratsvorsitzenden tagesaktuell berichtet. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurde regelmäßig ein Controllingbericht zu gebuchten Beiträgen, externen Schadenzahlungen und Provisionen der Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die Tätigkeit des Aufsichtsrats wurde im Berichtsjahr maßgeblich durch die geopolitische Lage sowie die Inflation und die damit verbunden Auswirkungen auf das Geschäft und den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft geprägt. Mit Wirkung zum 01. April 2023 beschloss der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung die Bestellung von Katrin Unterberg als Mitglied des Vorstands und die Ernennung von Christian Vogée als Vorstandssprecher der Gesellschaft. In der gleichen Sitzung stimmte der Aufsichtsrat einer Anpassung des Geschäftsverteilungsplans für den Vorstand zu. In den ordentlichen Sitzungen ließ sich der Aufsichtsrat insbesondere über die aktuelle Geschäftsentwicklung der Gesellschaft berichten. In Verbindung mit den vorgelegten Controlling- und Risikoberichten, dem Own-Risk-and-Solvency-Assessment(ORSA)-Bericht, den Kapitalanlageberichten sowie den Quartalsabschlüssen mit jeweils aktueller Prognoserechnung konnte sich der Aufsichtsrat umfassend über die Lage der Gesellschaft informieren. Der Aufsichtsrat befasste sich darüber hinaus mit Berichten über die Rückversicherungserneuerung für das Jahr 2023, die Risikostrategie für das Jahr 2023, die wesentlichen Initiativen und deren Status im Rahmen von ARAG 5>30 sowie sonstigen Vorgängen mit Relevanz für die Gesellschaft. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat eine Anpassung der Geschäftsordnung für den Vorstand. Der Aufsichtsrat verabschiedete außerdem die strategische Planung für die Jahre 2024 bis 2026 und stimmte der Aktualisierung der Allgemeinen Kapitalanlagerichtlinie sowie der Etablierung einer doppelstöckigen Spezialfondsstruktur zu. Zudem verabschiedete der Aufsichtsrat den Entwicklungsplan für das Gremium für das Jahr 2024, stimmte der Geschäftsstrategie zu und beschäftigte sich mit der Angemessenheit der Vorstandsbezüge, der Struktur der Vergütungssysteme sowie der Führungskräftestatistik.

Der vom Vorstand nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften für Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung am 30. März 2023 gewählten und mit der Prüfung beauftragten Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Die vorgenannten Unterlagen, der Geschäftsbericht und der Bericht des Abschlussprüfers sind den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor der feststellenden Aufsichtsratssitzung ausgehändigt worden. Die Unterlagen wurden in der Sitzung vom Vorstand zusätzlich mündlich erläutert. Die Abschlussprüfer, die den Prüfungsbericht unterzeichnet haben, nahmen an den Beratungen des Aufsichtsrats über die Vorlagen teil, berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und standen darüber hinaus für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsplanung wurde im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung durch KPMG vorgestellt.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat nach eigener Prüfung dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts durch die Abschlussprüfer zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht gebilligt und damit den Jahresabschluss sowie den Lagebericht festgestellt. Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung vor, den Mitgliedern des Vorstands Entlastung zu erteilen.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus.

 

Düsseldorf, den 17. April 2024

Interlloyd Versicherungs-AG

Der Aufsichtsrat

Hanno Petersen, Vorsitzender

Dr. Matthias Maslaton, stellv. Vorsitzender

Dr. Alexander Hirsch

III. Impressum

Herausgeber

ARAG SE

ARAG Konzernkommunikation/Marketing

ARAG Platz 1

40472 Düsseldorf

medien@arag.de

Redaktion

ARAG SE

Dr. Christine Helbig

Fachreferentin Publikationen

Konzept, Gestaltung und Umsetzung

HGB Hamburger Geschäftsberichte GmbH & Co. KG

Danksagung

Wir bedanken uns bei unseren Kollegen und Partnern für ihr tatkräftiges Mitwirken bei der Erstellung des Berichts.

Hinweise

Aus rechentechnischen Gründen können im Geschäftsbericht Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit (Währung, Prozent) auftreten.

Für eine bessere Lesbarkeit wird in diesem Bericht auf eine geschlechterspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Ohne Satz- und Sonderzeichen (zum Beispiel Doppelpunkt etc.) lassen sich zudem Texte blinden und sehbehinderten Menschen durch Computersysteme flüssiger vorlesen.

Im Internet erhalten Sie aktuelle Informationen zum Konzern über unsere Homepage www.ARAG.com und zu unseren Produkten über unsere Seite www.ARAG.de.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

23 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.